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Mit freundlicher Empfehlung www.autoservicepraxis.de B43 385 D 10,90 EURO 02.2017 SPRINGER AUTOMOTIVE MEDIA TITELTHEMA Alles rund um Oldtimer: Reparatur, Ersatzteile und Co. VERMESSUNG Best Practice: Präventive Fahrwerkvermessung SERVICEGESCHÄFT Warum sich der Markt in den nächsten Jahren verändert VERKEHRSBLATT Aktuelle Auszüge bzgl. § 29 StVZO TÜV SÜD-AKTUELL Retro Classics Stuttgart: Zurück in die Zukunft mit TÜV SÜD www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 1

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www.volkswagen-nutzfahrzeuge.de/ecoprofi-team Least man gerne: Die EcoProfi-Modelle sind wieder da. Mit einem Preisvorteil von bis zu 3.000,– € 2 und zusätzlich mit attraktiver Inzahlungnahmeprämie 3 für Gewerbetreibende. Profitieren Sie außerdem von den günstigen Leasingraten und vielen weiteren Volkswagen Nutzfahrzeuge Services wie der CarePort Wartung & Verschleiß-Aktion 4 . Mehr Infos bei Ihrem Volkswagen Nutzfahrzeuge Partner. Mtl. Leasingrate. Das Angebot für gewerbliche Einzelabnehmer (ohne Sonderabnehmer) gilt für den Caddy EcoProfi als Kastenwagen, 1,2-l-TSI-Motor mit 62 kW, und für den Transporter EcoProfi als Kastenwagen, kurzer Radstand, 2,0-l-TDI-Motor mit 62 kW. Gültig bis zum 30.06.2017 und für eine Laufzeit von 48 Monaten und 10.000 km Laufleistung pro Jahr, ohne Sonderzahlungen, zzgl. Überführungs- und Zulassungskosten und MwSt. Ein Angebot der Volkswagen Leasing GmbH, Gifhorner Straße 57, 38112 Braunschweig, in Zusammenarbeit mit Volkswagen Nutzfahrzeuge. Entsprechende Bonität vorausgesetzt. Das Angebot ist für Neu- und Vorführwagen (Zulassung max. 24 Monate, Fahrleistung max. 30.000 km) beim teilnehmenden Volkswagen Nutzfahrzeuge Partner erhältlich. Die Aktion ist in der Stückzahl begrenzt, bitte sprechen Sie Ihren Volkswagen Nutzfahrzeuge Partner an. 2 Max. Preisvorteil gegenüber der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers für ein vergleichbar ausgestattetes Serienmodell, hier am Beispiel eines Transporter EcoProfi als Kastenwagen, kurzer Radstand, 2,0-l-TDI-Motor mit 62 kW. 3 Inzahlungnahmeprämie für Ihr altes Fahrzeug bei Kauf, Finanzierung oder Leasing eines neuen Caddy oder Transporter. Ausgenommen sind die Modelle Caddy Kastenwagen EcoProfi, kurzer Radstand, mit 1,2-l-TSI-Motor mit 62 kW und 5-Gang-Schaltgetriebe sowie Transporter Kastenwagen EcoProfi, kurzer Radstand, mit 2,0-l-TDI-Motor mit 62 kW und 5-Gang-Schaltgetriebe. 4 Ein Angebot der Volkswagen Leasing GmbH, Braunschweig, für gewerbliche Einzelabnehmer (ohne Sonderabnehmer), nur in Verbindung mit einem GeschäftsfahrzeugLeasingvertrag der Volkswagen Leasing GmbH. Bonität vorausgesetzt. Die Aktion ist nur beim teilnehmenden Volkswagen Nutzfahrzeuge Partner erhältlich. Abbildung zeigt Sonderausstattung gegen Mehrpreis.

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LEITARTIKEL Elektromobilität über alles ie Meldung kam überraschend: Bosch und Mahle wollen ihr Joint Venture Bosch Mahle Turbo Systems (BMTS) verkaufen und zukünftig keine Abgasturbolader mehr produzieren. Keine Turbolader mehr? In Zeiten von Downsizing-Motoren? Das verwundert, schließlich scheint die Zeit der aufgeladenen Motoren noch lange nicht ihren Höhepunkt erreicht zu haben und der Turbolader bleibt dabei eine wichtige Komponente, um aus wenig Hubraum die maximale Leistung zu quetschen. Durch die E-Mobilität gehen über 100.000 Jobs in der Zuliefererindustrie verloren. Als Begründung für die Entscheidung führten Bosch und Mahle die unzureichenden Kapazitäten der Turbolader-Produktion an, die für die angepeilten Stückzahlen nicht ausreichen würden. Ein Neubau für die erforderlichen Kapazitäten würde zu viel Geld verschlingen. Stattdessen wolle man lieber in Software, Sensorik und Elektronik für die Vernetzung von autonomen Fahrzeugen und Elektrofahrzeugen investieren. Die einseitige Fokussierung auf die Elektromobilität könnte sich jedoch als fatal erweisen. Denn glaubt man Branchenexperten und Zulieferern, dann werden im Jahr 2030 immer noch 70 Prozent der Autos mit einem Verbrennungsmotor unterwegs sein. Zwar als Hybridfahrzeug, aber mit Verbrenner. Hier ist also noch viel Potenzial in der Entwicklung und der Turbolader wird weiter eine wichtige Rolle spielen. Man überlässt dieses Feld nun amerikanischen Zulieferern wie BorgWarner und Honeywell, die Turbolader in größeren Stückzahlen auf dem deutschen Markt verkaufen. Die Entscheidung von Bosch und Mahle zeigt, wie schwierig es für die deutschen Zulieferer ist, den Spagat zwischen Verbrennungsmotor und der vernetzten E-Mobilität hinzubekommen. Viel Spaß beim Lesen! Alexander Junk, Redakteur www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 3

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INHALT 14 Classic Cars Alles rund um Oldtimer: Ersatzteilbeschaffung, Reparatur, Aufbereitung und Zertifizierung 32 Entspannter arbeiten Mit Reparatur-Kits sind benötigte Komponenten schnell zur Hand. 54 Digitaler Kfz-Betrieb Der TÜV SÜD Digitalreport deckt Potenziale auf. TITEL 14 Klassik-Messe Retro Classics – Eldorado für Oldtimer-Fans 16 Ersatzteilquellen Notwendige Teile für Wartung und Restaurierung finden 18 Best Practice Instandsetzung von Old- und Youngtimer-Motoren 22 Aufbereitung Manufaktur B26: Massage für edle Klassiker 24 Zertifizierung Kunzmann in Aschaffenburg ist geprüfter Fachbetrieb AUTOMOBILTECHNIK 26 Fahrwerksystem Radlagerschäden – Ursachen und Maßnahmen 28 Schmierstoffvermarktung Das „Mehrwert-Konzept“ von Motul geht an den Start 30 Motorenöle Die jüngsten Produkte der Schmierstoffhersteller AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 32 Reparaturkits Bei der Instandsetzung alle Teile stets zur Hand 34 Neuvorstellung Jeep Grand Cherokee und Volvo V90 Cross Country 36 Produkte Neues aus den Bereichen Glühkerzen, Filter & Co. WERKSTATTTECHNIK 38 Best Practice Präventive Fahrwerkvermessung 40 Messe AutoZum: Branchentreffpunkt in Salzburg 42 Klimaservice Heiß durchspülen mit der Zweiflaschen-Spülmethode 44 Diagnose Die App trive.me vernetzt Smartphone und Fahrzeug 46 Produkte Neues aus den Bereichen Batterie, Klimaservice & Co. 47 Verkehrsblatt Aktuelle Auszüge bzgl. § 29 StVZO BETRIEBSPRAXIS 50 Geld & Kredit Tipps zur Umfinanzierung von Darlehen 52 Interview VAPS-Chef Wolfram Müller zum Thema Hackerangriffe 54 TÜV SÜD Digitalreport Autohändler müssen digitale Performance verbessern 56 Servicegeschäft Diese Treiber verändern das Servicegeschäft am stärksten RUBRIKEN 03 Leitartikel 06 Nachrichten 37 ASA-News 48 TÜV SÜD-Aktuell 47 Impressum Zusatzinhalte auf autoservicepraxis.de und im asp ePaper § 29 AUTO SERVICE PRAXIS veröffentlicht regelmäßig sämtliche im Verkehrsblatt abgedruckten Mitteilungen des Bundesministers für Verkehr, soweit diese für § 29 StVZO relevant sind. AUTO SERVICE PRAXIS-Abonnenten verfügen damit über die im Sinne der AU-Anerkennungsrichtlinie erforderlichen Informationen und sind somit vom Bezug des ansonsten vorgeschriebenen Verkehrsblattes befreit. 49 Digitalstrategie TÜV SÜD-Consulting unterstützt Betriebe mit einer digitalen Autohaus- Analyse. www.autoservicepraxis.de

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FORMULAR Jetzt gleich bestellen! Tel.: 089/20 30 43 - 1900 Fax: 089/20 30 43 - 2100 eMail: vertriebsservice@springer.com eShop: www.springer-automotive-shop.de JETZT BESTELLEN! Die neuen rechtssicheren Formulare: ■ Gebrauchtwagen-Bestellung ohne Garantie Bestell-Nr.: 6503 ■ Gebrauchtwagen-Bestellung mit Garantie Bestell-Nr.: 6535 ■ Neuwagen-Bestellung ohne Darlehensvermittlung Bestell-Nr.: 6001 ■ Neuwagen-Bestellung mit Verbraucherunterrichtung bei Darlehensvermittlung Bestell-Nr.: 6502 ■ Werkstatt-Reparaturbedingungen als Tafel Bestell-Nr.: 6060 ■ Werkstatt-Reparaturbedingungen als Block Bestell-Nr.: 6061 ■ Werkstatt-Reparaturbedingungen als Plakat Bestell-Nr.: 6063 ■ Reparaturkosten-Übernahmebestätigung Bestell-Nr.: 6070

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NACHRICHTEN FAHRWERK-PLATTFORM Stadtfahrzeug der Zukunft Mit dem Intelligent Rolling Chassis (IRC) hat ZF ein Plattformkonzept für künftige Stadtfahrzeuge präsentiert. Der fahrende Untersatz kombiniert einen achsintegrierten Elektroantrieb und ein extrem wendiges Fahrwerk mit Doppel-Querlenker-Einzelradaufhängung, das einen Lenkwinkel von bis zu 75 Grad ermöglicht. Das Ganze wird mit einer elektronischen Steuerung ergänzt, die alle Chassis- Meistgeklickte Artikel im Januar 1. Synthetische Kraftstoffe: Rettung für den Verbrennungsmotor? 2. E-Mobilität: Faraday will erstes Auto ab 2018 ausliefern 3. Alle Hersteller von A-Z: Die Auto- Neuheiten 2017 4. Zulieferer: Aus Voith wird Leadec 5. Alfa Romeo: Elektronikfehler verursacht Bremsproblem Meldung verpasst? Mit dem kostenlosen Newsletter von asp wäre das nicht passiert. Abo unter www.autoservicepraxis.de/newsletter. Frage der Woche (30. Januar bis 06. Februar) Wo sehen Sie in Ihrem Betrieb noch Handlungsbedarf für digitale Prozesse? ■ IT-Systeme (24%) ■ Hardware/Endgeräte (13%) ■ Schulungen (33%) ■ Terminvereinbarung (9%) ■ Personal (22%) AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 Foto: Messe Essen Funktionen koordiniert. Die „IRC ECU“ regelt die Fahrstrategie, das heißt sämtliche Längs- und Querdynamikfunktionen. Diese intelligenten, vernetzten mechanischen Systeme sollen das IRC fit für den autonomen Stadtverkehr der Zukunft machen. Zugleich ermöglicht der komplett ebene Boden zwischen Vorder- und Hinterachse laut ZF nahezu beliebige Aufbauten. Damit sei das IRC eine flexible BOSCH/MAHLE Verkauf von Turbolader-Fertigung Bosch und Mahle wollen das Joint Venture Bosch Mahle Turbo Systems (BMTS) zur Herstellung von Abgasturboladern verkaufen. Hohe Entwicklungskosten für das elektrische und autonome Fahren seien der hauptsächliche Grund, so eine Meldung des Handelsblattes. Trotz hoher Auslastung der Werke sei ein Ausbau nötig. Stattdessen wollen die Autozulieferer lieber in andere Bereiche investieren, obwohl der Markt um Turboaggregate noch weiter wachsen wird. Mitte der 1990er Jahre war das Turbogeschäft von den US-Zulieferern Borg Warner und Honeywell besetzt. Vor neun Jahren taten sich Bosch und Mahle zusammen, um den Amerikanern Paroli zu bieten – was sich jedoch als sehr teuer herausstellte. Nun investiert Bosch lieber jährlich rund 400 Millionen in Software, Elektronik und Sensorik. asp ■ OLDTIMER-MESSE Treffpunkt für Klassiker-Fans Oldtimer-Fans freuen sich auf die 29. Techno Classica Essen, die vom 5. bis zum 9. April 2017 stattfindet. Die Messe zählte im vergangenen Jahr mehr als 200.000 Besucher und ist damit laut Veranstalter die am besten besuchte Klassik-Messe weltweit. Dieses Jahr werden mehr als 2.500 Klassiker, Sammler- und Liebhaberfahrzeuge, Basis, um Elektrofahrzeuge für den urbanen Personen- oder Warentransport zu verwirklichen. aj ■ Youngtimer und Prestige-Automobile zum Verkauf stehen. Die mehr als 220 ausstellenden Klassiker-Clubs verhelfen der Messe zudem zu einem der weltgrößten Club- Treffen der Old- und Youngtimer-Szene. Darüber hinaus werden auf der Techno- Classica wieder eine Vielfalt an Restauratoren, Zuliefer-Betrieben, Autoliteratur- Anbietern und Ersatzteilhändlern vor Ort sein. Auch Accessoires-Verkäufer, Uhrenund Technik-Händler, Künstler, Galeristen, Verlage und Automodell-Anbieter werden vertreten sein. Der Veranstalter S.I.H.A. Ausstellungen Promotion GmbH präsentiert außerdem in Halle 6 unter dem Motto „Grand Prix Monaco – Die Goldenen Fünfziger“ ausgewählte Rennwagen, die alle beim Großen Preis von Monaco starteten. aj ■ www.autoservicepraxis.de Foto: ZF Friedrichshafen

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MTZ-FACHTAGUNG Elektrisch erst übermorgen Der Verbrennungsmotor hat als Antriebstechnologie für Pkw noch lange nicht ausgedient. Durch innermotorische Optimierungsmaßnahmen könne die Effizienz von Ottomotoren um weitere 10 bis 14 Prozent erhöht werden. Das war die Kernbotschaft, die Christian Landerl, Leiter Foto: ATZlive/Uli Regenscheit Entwicklung Ottomotor bei der BMW Group, anlässlich der Fachtagung „Der Antrieb von morgen“ den rund 200 Teilnehmern vermittelte. Die Einschätzung, dass das rein elektromotorische Fahren in den nächsten Jahren nur eine untergeordnete Rolle spielen werde, teilte auch Matthias Zink, Mitglied des Vorstands des Zulieferers Schaeffler. Laut Prognosen des Unternehmens werden im Jahr 2030 immer noch 70 Prozent aller Fahrzeuge einen Verbrennungsmotor an Bord haben, darunter allerdings auch Autos mit Hybridantrieb. Der Anteil rein batterieelektrisch betriebener Fahrzeuge werde dann bei etwa 30 Prozent liegen. Die MTZ- Fachtagung wurde am 25. und 26. Januar vom Fachmagazin MTZ (Motortechnische Zeitschrift, Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH) veranstaltet. diwi ■ STUDIE Die Kontrolle behalten Im selbstfahrenden Auto möchten Passagiere nicht auf das Lenkrad verzichten. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Goodyear-Initiative „ThinkGoodMobility“, die im Januar vorgestellt wurde. Die vom Reifenhersteller und der London School of Economics (LSE) herausgegebene Untersuchung ergab außerdem, dass die Befragten nicht auf fortschrittliche Sicherheitstechnik zum Schutz von Fußgängern sowie smarte Reifen verzichten möchten. Da Reifen das Fahrzeug auch künftig mit der Straße verbinden, sieht sich auch Goodyear als wesentlicher Komponentenhersteller für das Auto der Zukunft. Man erwarte, dass sich die eigenen Produkte stärker mit dem Fahrzeug, anderen Straßenteilnehmern oder der Infrastruktur vernetzen und so situativ auf die jeweiligen Straßenverhältnisse reagieren, erklärte Jürgen Titz, Geschäftsführer Goodyear in der DACH-Region. Die Datengrundlage bildeten Interviews einer Fokusgruppe, bestehend aus 48 Teilnehmern, sowie eine Online-Studie mit insgesamt 12.000 Befragten aus 11 Ländern. Schwerpunkt war die Frage, wie offen der Mensch für autonome Fahrzeuge und damit verbundene Technologien ist. Bei der Vorstellung der Studie in der Münchner Allianz Arena gab es zudem mehrere Gastvorträge zum Autonomen Fahren, darunter von Tobias Nickel, Vice President Marketing & Kommunikation bei der Dräxlmauer Group, und Till Kreiler, bei Google für Maps zuständig. msh/aj ■ Foto: Alexander Junk Stoßdämpfer-Hersteller Tenneco hat die Fertigung seines neuen Austausch-Stoßdämpfers „OESpectrum“ am Standort Gliwice (Polen) aufgenommen. Zeitgleich feierte der Hersteller in dem Werk Gliwice G+ einen Meilenstein: Fünf Millionen Monroe-Stoßdämpfer und Federbeine für den globalen Aftermarket sind seit der offiziellen Eröffnung vor weniger als 18 Monaten bereits vom Band gelaufen. Die Groupe PSA und Urysia haben Anfang Februar einen Vertrag für die Montage von Modellen der Marke Peugeot in Kenia unterzeichnet. Das Projekt soll im Juni 2017 mit einem jährlichen Volumen von 1.000 Einheiten für den kenianischen Markt starten. Urysia ist seit 2010 Importeur und Handelsvertreter von Peugeot in Kenia. Die Produktion startet zunächst mit dem Peugeot 508, gefolgt vom neuen SUV Peugeot 3008. Die Vereinbarung steht laut der Groupe PSA im Einklang mit dem strategischen Wachstumsplan „Push to Pass“ sowie dem Bestreben, internationale Märkte zu erschließen. Fahrzeug-Waschanlagenhersteller Washtec zählt zu den Top-Arbeitgebern in Deutschland. Das ist das Ergebnis eines Rankings, das Focus-Business in Zusammenarbeit mit dem sozialen Netzwerk Xing und dem Arbeitgeber-Bewertungsportal www.kununu.com bereits zum fünften Mal in Folge veröffentlicht hat. Washtec platziert sich unter den 1.000 beliebtesten Arbeitgebern des Landes in der Kategorie Maschinen- und Anlagenbau auf Platz 54. Fahrwerkhersteller Bilstein macht die Produktauswahl in allen TecDoc-basierten Online-Katalogen ab April noch übersichtlicher. Bisher wurden die Bilstein-Produkte in einer Stückliste ohne Artikelnummern angezeigt, die Details kamen erst auf den zweiten Klick zum Vorschein. Nun werden alle Produkte inklusive Artikelnummern sowie Preis und Verfügbarkeit auf einen Blick angezeigt. Dabei wurde auf eine systematische Sortierung nach Verfügbarkeit und den Kriterien Standardfahrwerk, Sportfahrwerk oder Schlechtwegeausführung geachtet. Vorderachse und Hinterachse werden nach Möglichkeit zusammenhängend dargestellt. Schulungen und Workshops zum Thema RDKS sind beim Werkstattausrüster Auswuchtwelt Ltd. & Co. KG heiß begehrt und laut Vertriebsleiter Thomas Zink bereits für das gesamte Frühjahr 2017 ausverkauft. Im Juni 2017 finden jedoch weitere Expertenschulungen statt. Wer sich noch anmelden möchte, sollte sich laut Zink beeilen, denn mehr als die Hälfte der Plätze sind bereits reserviert. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 7

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NACHRICHTEN DAT-REPORT 2017 Interessante Faktenlage Mitte Januar fand die Präsentation des diesjährigen DAT-Reports statt – mit vielen Denkanstößen für die Branche. Die aktuellen Highlights aus der Hauptstadt haben wir zusammengefasst. ls Laudator brachte es der amtierende VDA-Präsident in Berlin auf den Punkt: „Der DAT-Report ist eine sehr i nformative Faktenquelle“, sagte Matthias Wissmann im Rahmen der Präsentation. Mit zahlreichen Grafiken, Denkanstößen und Tipps für die heimischen Autohäuser und Werkstätten (siehe Grafiken 1 bis 8) – so das Fazit nach dem ersten Studium der Vorabversion. Erstmals wollten die von der DAT beauftragten GfK-Marktforscher beispielsweise wissen, was in Sachen Neuwagenkauf die wichtigsten Aspekte sind. Hier die Top Five: erstens die bedarfsgerechte Beratung, zweitens die Sach- und Fachkenntnisse des Verkäufers, drittens die un verbindlichen und umfassenden Infor mationen, viertens die Möglichkeit zur Probefahrt und fünftens der gute Ruf des Händlers. Demnach scheinen die befragten Privatpersonen genau zu wissen, was sie am stationären Handel haben. Autokauf macht Spaß Ohnehin ist die Investition in einen Pkw für viele Kunden mit Emotionen und Spaß verbunden: 57 Prozent der NW- und 39 Prozent der GW-Käufer sehen darin ein Erlebnis und geben offenbar die – so der Mittelwert – 29.650 Euro respektive 11.430 Euro mit Freude aus. Im Vorjahr waren es noch 28.590 Euro und 10.620 Euro gewesen. Ein positiver Trend. Allerdings artet bei acht Prozent der Erwerb eines neuen Autos in Stress aus. DAT-REPORT-FAKTEN Für den seit 1974 erscheinenden DAT- Report haben die Marktforscher der GfK dieses Mal insgesamt 3.867 Privatpersonen zu ihrem Autokauf und Werkstattverhalten befragt. Konkret waren es 2.596 Autokäufer und 1.271 Autofahrer/Pkw-Halter. Die gedruckten Ergebnisse erhalten u. a. SilverDAT-Kunden, Schulen und Innungsbetriebe des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes ab dem 12. Februar kostenfrei. AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 WARTUNGS- UND REPARATURMARKT Reparatur- und Wartungsaufträge Markenwerkstatt Freie Werkstatt + Tankstelle Do-it-yourself 2015 2016 2015 2016 2015 2016 36,4 Mio. 39,1 Mio. 28,0 Mio. 30,9 Mio. 5,4 Mio. 7,2 Mio. Durchführung Große Inspektion 67 % 66 % 29 % 29 % 3 % 4 % Kleine Inspektion 64 % 56 % 29 % 31 % 6 % 11 % Sonstige Inspektion 45 % 46 % 47 % 44 % 7 % 7 % Reparaturarbeiten 40 % 36 % 47 % 47 % 12 % 14 % Unfallarbeiten 50 % 50 % 42 % 46 % 7 % 4 % Gesamt 52 % 50 % 39 % 39 % 8 % 9 % Grafik 1: Das Gesamt-Auftragsvolumen legte 2016 deutlich zu. Quelle: DAT WARTUNGS- UND REPARATURARBEITEN 2016 Wartungsarbeiten Reparaturarbeiten Unfallarbeiten gesamte Arbeiten pro Ort 1 Markenwerstatt 58 % 36 % 50 % 52 % Freie Werksatt 2 33 % 47 % 46 % 35 % Do-it-yourself 7 % 14 % 4 % 11 % inklusive aller Reparaturen und Zubehöreinbauten wie Hifi, Radwechsel, Öl-Check oder Fahrradträger montieren. Diffferenz zu 100 % = keine Angabe inkl. Systemwerkstatt, Differenz zu 100 % = keine Angabe Grafik 2: 2016 konnten die Werkstätten ein gutes Jahr verbuchen. Quelle: DAT Und bei den Gebrauchten? Hier beträgt der Anteil 21 Prozent. Auch interessant: Mehr als ein Drittel der Befragten verbucht den Vorgang unter „kein besonderes Erlebnis“. Hier gibt es also noch viel Luft nach oben. Anders beim Thema Service. So freute sich Wissmann in der Hauptstadt auch, wie gut die Werkstätten im Urteil des Verbrauchers abschneiden. Kunden von Markenbetrieben zeigen sich laut dem aktuellen Report zu 79 Prozent außer ordentlich zufrieden, die Freie Werkstatt liegt sogar noch zwei Prozentpunkte drüber. Der Wettbewerb an den Bühnen geschieht also auf Augenhöhe. Service: Freundlichkeit zählt Doch warum entscheidet sich der Pkw- Halter für die Werkstatt seiner Wahl? Auch das wollte der Player aus Ostfildern erstmals wissen (siehe Grafik 4). An Nummer eins steht dem DAT-Report zufolge die Freundlichkeit des Personals, danach folgen die gute Lage, die gute Betreuung, die Beratung sowie die Qualität der durchgeführten Arbeiten. Sogar die Nähe zum Wohnort, die langjährige Bekanntschaft und das Know-how des Personals liegen noch vor dem Argument „gutes Preis- Leistungs-Verhältnis“. Interessantes Faktum: Bei Pkw-Haltern, die eine Markenwerkstatt aufsuchen, rangiert die Freundlichkeit des Personals an oberster Stelle. In der Freien Werkstatt ist das übrigens „nur“ Platz drei. Hier zählt in erster Linie das gute Preis-Leistungs-Verhältnis – Platz 13 wiederum beim markengebundenen Pendant. Wer als Unternehmer sein Werkstattgeschäft weiter professionalisieren und seine Privatkunden begeistern möchte, der sollte – ganz klar – Zeit und Geld in seine Mitarbeiter investieren. Es werde deutlich, so der aktuelle Report, „dass der Faktor Mensch einen unschlagbar wichtigen Einfluss auf die Werkstattwahl hat“. www.autoservicepraxis.de

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Buchung via Internet Apropos Einfluss. Inwiefern hat sich das Internet schon breitgemacht, was das Buchen von Serviceaufträgen angeht? Auch das wollten die DAT-Report-Macher dieses Mal wissen. So gaben 28 Prozent der befragten Pkw-Halter an, dass sie im Netz verbindlich einen Kundendienst buchen würden – 22 Prozent eine Reparatur. Verglichen mit dem Vorjahr stellt dies ein starkes Wachstum dar, lagen die Werte hier noch um neun Prozent respektive sieben Prozent niedriger. Vor allem Servicebetriebe in den Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern sollten sich auf diesen Trend einstellen – und gegebenenfalls nachbessern. Hier lagen nämlich die Anteile bei 37 Prozent (Wartung/Service) und bei 30 Prozent (Reparaturarbeiten). Spannend auch, welche Werkstatt themen die User dann in ihre Laptops oder PCs tippen. An Nummer eins stehen Bremsen, gefolgt von Zahnriemen, Kupplung, Inspektion und Radlager auf den Plätzen zwei bis fünf. Das legen zumindest die 1,1 Millionen konkreten Suchanfragen auf dem Werkstattportal fairgarage.de nahe. Dialogannahme gewünscht Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung kommt auch der mobilen Direktannahme per Tablet eine wichtige Rolle zu. Doch wollen die Endkunden das überhaupt? Beispielsweise bei der großen Inspektion? Die Mehrheit sagt dem DAT- Report zufolge Ja. Demnach wünschen hier 62 Prozent der Werkstattkunden eine WARTUNGS-SOLL UND -IST 1,10 1,10 0,95 0,95 1,05 1,05 0,90 0,90 1,00 0,95 0,95 0,95 0,90 0,90 ■ Wartungs-Soll ■ Wartungs-Ist 0,90 0,90 0,90 0,83 0,79 0,88 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 Quelle: DAT Grafik 3: Das Wartungsverhalten hat erstmals wieder leicht angezogen. Gesamt Rangplatz KRITERIEN FÜR DIE WAHL DER WERKSTATT 2016 Kriterien Markenwerkstatt Freie Werkstatt 1 Freundliches Personal 1 3 2 Gute Lage/Erreichbarkeit 4 6 3 Gute Betreuung 2 7 4 Gute Beratung 5 5 5 Qualität der durchgeführten Arbeiten 7 2 6 Nähe zum Wohnort 8 8 7 Langjährige Bekanntschaft/Vertrauen 9 4 8 Erfahrung/Know-how des Personals 6 9 9 Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis 13 1 10 Terminsituation 12 10 11 Einhaltung der versprochenen Dauer für Arbeiten 10 12 12 Schnelle Durchführung 11 11 13 Bin Kunde, Fahrzeug wurde dort gekauft 3 16 14 Öffnungszeiten 16 13 15 Rundum-Service 14 15 16 Empfehlung 17 14 17 An Werkstatt gebunden (Servicevertrag o. Ä.) 15 17 Grafik 4: Die Mitarbeiter machen den Unterschied aus – Freundlichkeit ist das A und O. Quelle: DAT ÖLWECHSEL 2016 53 % 30 % 11 % Freie Werkstatt Markenwerkstatt Do-ityourself Werkstatt Systemanbieter Quelle: DAT Grafik 5: Markenbetriebe deutlich vorne ausführliche Dialogannahme, 35 Prozent wollen nur kurz den Schlüssel auf den Counter legen. Im harten Verdrängungswettbewerb sollten Unternehmer sich viele Fakten des diesjährigen DAT-Reports zu Herzen nehmen und die richtigen Schlüsse daraus für ihr Tagesgeschäft ziehen. Patrick Neumann ■ LEICHTES PLUS I 2015 2016 Große Inspektion 0,33 0,39 Kleine Inspektion 0,23 0,24 Sonst. Inspektion 0,23 0,24 Gesamt 0,79 0,88 Wartungsaufwand 235 € 265 € Grafik 6: Wartung pro Pkw und Jahr Quelle: DAT LEICHTES PLUS II 2015 2016 Reparaturarbeiten 0,52 0,55 Reparaturaufwand 162 € 171 € Unfallreparaturen 0,08 0,10 Grafik 7: Reparaturen pro Pkw und Jahr Quelle: DAT MEHR ZU TUN Zahl der pro Kfz-Betrieb betreuten Pkw Zahl der Aufträge pro Kfz-Betrieb Grafik 8: Kfz-Betriebs-Kennzahlen 2015 2016 1.203 1.218 1.672 1.864 Quelle: DAT www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 9

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NACHRICHTEN AKTUELLE RÜCKRUFE (TAGESAKTUELL: WWW.AUTOSERVICEPRAXIS.DE/RUECKRUFE) Marke Modell Produktionszeitraum Alfa Romeo Giulia März bis Juni 2016 BMW 2er 07.07 bis 12.12.2016 Gründe/Maßnahmen Fahrzeuge (D) interner Code Vollzug erkennbar an Fehler in Bremselektronik/Bremsprobleme möglich/Bremselektronik (IBS-Modul) muss ausgetauscht werden. Fehlerhaftes Zündmaterial in Airbags/Kopf-, Beifahrer-, Knieschutz- oder Seitenairbags lösen beim Unfall ggf. nicht richtig aus/Airbags müssen ausgetauscht werden. 77 6063 keine Angabe keine Angabe keine Angabe keine Angabe 4er siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben 5er siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben 6er siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben i3 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben i8 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Citroën C4 Picasso (B78) 21.11.2014 bis 26.01.2015 Jeep Grand Cherokee (WK) Renegade (BU) Nicht konform verwendete Befestigungsschrauben an vorderen Querlenkern/Schrauben können brechen und zu unsicherem Fahrverhalten führen/Schrauben müssen kontrolliert und bei Bedarf ausgetauscht werden. 2014 und 2015 Irreführender Automatikwählhebel/Fahrzeug kann ungewollt wegrollen, wenn Fahrzeug mit laufendem Motor, nicht betätigter Feststellbremse und das Getriebe nicht in der Stellung „Park“ verlassen wird/Installation einer neuen Software mit „Auto-Park“-Funktion. 25.08.2014 bis 25.06.2016 Mini Mini 07. 07 bis 12.12.2016 Nissan Note (E12) 13.09. bis 30.09.2016 Note (E12) Pulsar (C13) Qashqai (J11) 15.04. bis 29.04.2016 13.09. bis 30.09.2016 23.09.2013 bis 26.05.2016 Porsche 718 Boxster 01.10.2015 bis 26.09.2016 718 Boxster 16.06. bis 04.11.2016 Befestigungselemente für Anhängerkupplung können fehlen/Teilweise oder vollständige Trennung der Anhängerkupplung möglich/Anbringen der fehlenden Befestigungselemente, alle sechs Befestigungselemente müssen mit dem vorgeschriebenen Drehmoment angezogen werden. Fehlerhaftes Zündmaterial in Airbags/Kopf-, Beifahrer-, Knieschutz- oder Seitenairbags lösen beim Unfall ggf. nicht richtig aus/Airbags müssen ausgetauscht werden. Nicht korrekte chemische Zusammensetzung im Gasgenerator des Airbags/Beim Unfall kann Airbag ggf. nicht zünden/Kopfairbag muss ausgetauscht werden. Möglicherweise verunreinigte ABS-Steuereinheiten verbaut/Im Extremfall kann Rad blockieren/ Prüfung und ggf. Austausch des ABS-Aktuators. Nicht korrekte chemische Zusammensetzung im Gasgenerator des Airbags/Beim Unfall kann Airbag ggf. nicht zünden/Kopfairbag muss ausgetauscht werden. Deformation der rechten Radhausverkleidung möglich/Bremsleitung könnte beschädigt werden/Zusätzliche Montage eines Halters für die Bremsleitung erforderlich. Befestigungsschrauben der Kraftstoffsammelrohre nicht den Vorgaben entsprechend/Verschraubung kann sich lösen oder Schrauben können abreißen/Befestigungsschrauben der Kraftstoffsammelrohre müssen durch optimale Schrauben ersetzt werden. Falsches Mischungsverhältnis der Primär-Zündladung in der Anzündereinheit/Seitenairbags lösen ggf. nicht aus/Austausch der Seitenairbags notwendig. 1.092 keine Angabe Eine erfolgte Reparaturmaßnahme ist nur über das interne Vertragshändlernetz erkennbar. 13.286 S49 keine Angabe 747 S62 siehe oben keine Angabe keine Angabe keine Angabe keine Angabe keine Angabe keine Angabe 204 siehe oben siehe oben keine Angabe siehe oben siehe oben 64.950 siehe oben siehe oben keine Angabe keine Angabe Eine durchgeführte Aktion wird im Garantie- Wartungsheft dokumentiert. siehe oben siehe oben siehe oben AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 www.autoservicepraxis.de

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AKTUELLE RÜCKRUFE (TAGESAKTUELL: WWW.AUTOSERVICEPRAXIS.DE/RUECKRUFE) Marke Modell Produktionszeitraum Gründe/Maßnahmen Fahrzeuge (D) interner Code Vollzug erkennbar an 718 Cayman siehe Seite 10 siehe Seite 10 siehe Seite 10 siehe Seite 10 siehe Seite 10 718 Cayman 01.10.2015 bis 26.09.2016 911 Carrera 01.10.2015 bis 26.09.2016 911 16.06. bis 04.11.2016 Macan 30.07. bis 09.08.2016 Rolls Royce Dawn 07.07 bis 12.12.2016 Befestigungsschrauben der Kraftstoffsammelrohre nicht den Vorgaben entsprechend/Verschraubung kann sich lösen oder Schrauben können abreißen/Befestigungsschrauben der Kraftstoffsammelrohre müssen durch optimale Schrauben ersetzt werden. Befestigungsschrauben der Kraftstoffsammelrohre nicht den Vorgaben entsprechend/Verschraubung kann sich lösen oder Schrauben können abreißen/Befestigungsschrauben der Kraftstoffsammelrohre müssen durch optimale Schrauben ersetzt werden. Falsches Mischungsverhältnis der Primär-Zündladung in der Anzündereinheit/Seitenairbags lösen ggf. nicht aus/Austausch der Seitenairbags notwendig. Fehlerhafte Koppelstangen am vorderen Stabilisator verbaut/Funktionsbeeinträchtigung des Stabilisators möglich/Bauteile müssen überprüft und bei Bedarf ausgetauscht werden. Fehlerhaftes Zündmaterial in Airbags/Kopf-, Beifahrer-, Knieschutz- oder Seitenairbags lösen beim Unfall ggf. nicht richtig aus/Tausch der Airbags notwendig. Seat Mii (AA) 2016 Frontblende des Panoramadachs nicht sicher verklebt/Eine Ablösung der Frontblende kann den nachfolgenden Verkehr gefährden/Austausch der Frontblende notwendig. Volvo S60 Modelljahr 2017 Airbag-Zünder entspricht nicht der Spezifikation/ Beim Unfall löst Airbag nicht oder Airbag wird nur unzureichend aufgeblasen/Austausch der betreffenden Airbags notwendig. keine Angabe keine Angabe Eine durchgeführte Aktion wird im Garantie- und Wartungsheft dokumentiert. keine Angabe keine Angabe Eine durchgeführte Aktion wird im Garantie- und Wartungsheft dokumentiert. siehe oben siehe oben siehe oben 124 siehe oben siehe oben keine Angabe keine Angabe keine Angabe 9 60C5 keine Angabe keine Angabe R89712 Alle Volvo-Vertragspartner haben Zugang zum Volvo System, wo die Durchführung der Maßnahme registriert wird. Freie Werkstätten hingegen haben keine Möglichkeit zu erkennen, ob eine Maßnahme offen ist und noch abgearbeitet werden muss. Cross Country siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben S90 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben V40 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Cross Country siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben V60 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Cross Country siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben XC60 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben XC90 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 11

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NACHRICHTEN Mit dem bayrischen Löwen ausgezeichnet: Prof. Hannes Brachat (zweiter von links) und Ralph Meunzel (ganz rechts) mit Klaus Dieter Breitschwert (Kfz-Gewerbe Bayern) Jürgen Immler und Jürgen Wolz (beide TÜV SÜD) Jeannine Rapp (ZF Friedrichshafen) und Patrick Neumann (AUTOHAUS) NEUJAHRSEMPFANG Jubiläum Der Neujahrs empfang am Nockherberg stand im Zeichen von 20 Jahre asp und 60 Jahre AUTOHAUS. Am 12. Januar gab es am Münchner Nockherberg gleich ein zweifaches Jubiläum: 20 Jahre asp AUTO SERVICE PRAXIS und 60 Jahre AUTOHAUS standen als Anlass zum Feiern ganz oben auf der Liste. 350 geladene Gäste folgten der Einladung, darunter zahlreiche Ehrengäste wie der ASA-Präsident Frank Beaujean und Jürgen Kapinski, Präsident des Deutschen Kfz-Gewerbes. Die Begrüßungsrede hielt AUTOHAUS-Chefredakteuer Ralph M. Meunzel. Als Laudator konnte Burkhard Weller gewonnen werden, der in gewohnt launiger Weise vortrug. asp ■ Weitere Bilder gibt es unter: www.autoservicepraxis.de/ neujahrsempfang Fotos: Jörg Schwieder/Rainer Wolfsfellner Die Laudatio hielt Autohändler Burkhard Weller in gewohnt launiger Weise. Kai Siersleben (ControlExpert), Malte Krüger (mobile.de) und Gerhard Witte (ControlExpert) Steven 12 Zielke AUTO (Nebelhorn), SERVICE Philipp PRAXIS Posselt 02/2017 (VEACT) und Manfred Seidel (VEACT) Erkan Dokuz (Mahle), Sanja Klöppel (Springer Nautre), Hubert Seebauer (Stahlgruber) und Enrico Breggia (Leman Industry Components) Anton www.autoservicepraxis.de Entfellner (intec) und Thomas Wolpert (Carat)

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Andreas T. Franz (Suzuki), Matthias Heinz und Jens Görsdorf (beide Würth) David und Johannes Herrmann (Herrmann AG) Ulrich Ruckenbauer und Georg Puz (beide Lukoil) Thomas Tietje (A.T.U) mit Lars Kammerer (TÜV SÜD) Frank Beaujean (ASA-Verband) Feierlich ........................... Der Neujahrsempfang fand in diesem Jahr zum sechsten Mal statt. Die Gäste konnten einen feierlichen Abend mit Michael-Jackson-Double, Gala-Menü und Branchen-Talk genießen. Sponsoren-Partner des Abends waren die CG Car-Garantie Versicherungs-AG, mobile.de GmbH und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rath, Anders, Dr. Wanner & Partner. Kornelia Plesa und Olaf Mußhoff (beide Messe Frankfurt) Günter Hiermaier und Peter Baumann (beide LiquiMoly) Thomas Kaiser, Rainer Keiemburg und Patrick Schnell (alle Total) Dietmar Winkler (asp AUTO SERVICE PRAXIS), Patrick Fruth (TÜV SÜD) und Patrick Neumann (AUTOHAUS) Ihno Ihnen www.autoservicepraxis.de und Dirk Plate (beide ExxonMobil) mit Marion Langheld und Georg Wallus (beide Techno-Einkauf) Johannes AUTO Wanka SERVICE (Beissbarth) PRAXIS und Birgit 02/2017 Zipfel 13 (Springer Fachmedien)

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TITEL RETRO CLASSICS Eldorado für Oldtimer-Fans Anfang März startet mit der Retro Classics der Auftakt in die Oldtimer-Saison. Die Klassiker-Messe in Stuttgart soll dieses Jahr noch größer werden. Als Schmankerl gibt es zahlreiche Sonderschauen. s ist wieder soweit: Die Oldtimermesse Retro Classics öffnet vom 2. bis zum 5. März ihre Pforten auf dem Stuttgarter Messegelände. Die laut Veranstalter größte Klassiker-Automobilschau Europas soll sich noch umfangreicher als je zuvor präsentieren. Waren es 2016 bereits 125.000 Quadratmeter Hallenfläche, soll die Retro Classics 2017 mit der Halle 2 nochmals um 5.000 Quadratmeter auf 130.000 Quadratmeter anwachsen. Oldtimer-Fans finden auf der Messe ein breites Angebot an Oldtimern, Samm- lerfahrzeugen und Zubehör. Es werden 1.550 Aussteller erwartet, die mehr als 3.500 Automobile und Motorräder auf die Messe bringen. Zwar stehen klassische Oldtimer im Mittelpunkt, es gibt unter den Ausstellern aber auch Spezialisten, die Neo-Klassiker und Sammler-Fahrzeuge von morgen zeigen. Rennwagen, Busse & Motorräder Es wird auch wieder zahlreiche Sonderschauen geben: Da die Beliebtheit amerikanischer Autos stetig wächst, wird dieses Jahr in Halle 5 eine Sonderschau zum KURZFASSUNG Die diesjährige Retro Classics wird mit 130.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche noch größer. Es werden auch wieder zahlreiche Sonderschauen gezeigt, darunter historische englische Motorräder und Rennwagen-Klassiker aus Italien. Ford Mustang gezeigt. Präsentiert wird das Ganze von DTM-Rennfahrer-Legende Roland Asch. Die Retro Classics würdigt den 66-Jährigen ebenfalls mit einer eigenen Sonderschau in Halle 5, in der die AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 www.autoservicepraxis.de

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Fotos: Retro Messen GmbH Besucher die Original Rennfahrzeuge des legendären „Schwaben-Pfeils“ bestaunen können. Darunter den Mercedes Benz 190 E, mit dem Asch 1993 zum zweiten Mal DTM-Vizemeister wurde. Fans historischer Nutzfahrzeuge kommen mit der Sonderschau zu europäischen Nahverkehrsbussen aus Deutschland, Österreich, Schweiz und Frankreich auf ihre Kosten, die vom Auwärter Museum in Kooperation mit der Nutzfahrzeug- Veteranen-Gemeinschaft (NVG) ermöglicht wird. In der Halle 8 steht dafür eine Fläche von über 2.000 Quadratmetern zur Verfügung. Diese wird zu jeweils einem Drittel mit Lastwagen, Daimler-Benz- Fahrzeugen und Omnibussen belegt. Ebenfalls in Halle 8 präsentiert der Allgemeine Motorradsport-Club Leonberg e.V. historische englische Motorräder, darunter die legendären Marken Norton, Triumph, Royal Enfield sowie BSA. FAKTEN ZUR RETRO CLASSICS Öffnungszeiten: Donnerstag (02.03.): 11-19 Uhr, Halle 1-8 Freitag bis Samstag (03.03.-05.03.): 9 -18 Uhr Veranstaltungen: Donnerstag (02.03.): Allianz Retro Night, 18-24 Uhr, Halle 1 Freitag (03.03.): Classicbid Night & Auktion, ab 16 Uhr, Halle 4 Eintrittspreis: ■ Tageskarte: 18 Euro (VVK), 20 Euro (Tageskasse) Italienische Schmuckstücke Eher südländisch geht es in Halle C2 zu, in der die Ausstellung „Passione Italiana“ Rennwagen aus Italien in den Mittelpunkt rückt. Klangvolle Namen wie Ferrari, Maserati und Stanguellini sind hier am Start. Es gibt einige Fahrzeuge zu sehen, die eigens aus privaten Sammlungen in Italien nach Stuttgart gebracht werden. Darunter befinden sich seltene Exponate wie beispielsweise aus dem „Collezione Umberto Panini Motor Museum“ und dem „Museo Stanguellini“. In Halle 9 wiederum bauen die Teilehändler ihre Stände auf, während in Halle 6 , auf der Galerie der Halle 1 und auf der Freifläche „Messepiazza“ die privaten und kleineren gewerblichen Verkäufer ihre Klassiker anbieten. TÜV SÜD ClassiC ist ebenfalls auf der Messe in Halle 1 zu finden. Unter dem Schwerpunkte der Retro Classics: ■ Halle 1: Händler, Restauratoren, Versicherungen und Prüfgesellschaften ■ Halle C2: Italienische Fahrzeuge ■ Halle 3: Händler, Restauratoren und Werkstattausrüster ■ Halle 4: Porsche-Clubs und Händler ■ Halle 5: Amerikanische Fahrzeuge ■ Halle 6: Verkaufsbörse und Modellautos ■ Halle 7: Mercedes-Benz-Fahrzeuge ■ Halle 8: Nutzfahrzeuge und Motorräder ■ Halle 9: Teilemarkt und Zubehör Motto „Zurück in die Zukunft“ stellen Experten der Prüfungsorganisation das Wertgutachten in den Mittelpunkt und zeigen am Beispiel eines DeLorean DMC- 12, wie Zustand und Wert eines Klassikers ermittelt werden. Alexander Junk ■ In Halle C2 stehen italienische Rennwagen-Klassiker wie der Maserati 250F. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 15

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TITEL ERSATZTEILQUELLEN Teilhaber gesucht! Mit der Ersatzteilversorgung steht und fällt die Restaurierung und Wartung eines jeden Old- oder Youngtimers. Das Wissen über ergiebige Ersatzteilquellen verschafft einen klaren Wettbewerbsvorteil. Foto: Bosch de. Auch der Motorteile-Spezialist Mahle hat sein Produktprogramm auf die Oldund Youngtimer-Teile erweitert. Hier können vor allem Kolben, Kolbenringe und Lagerschalen für alte Motoren bestellt werden. Selbst im Bereich Reifen ist wieder vieles lieferbar. Die Münchner Oldtimer Reifen GmbH zum Beispiel liefert heute für jeden Old- oder Youngtimer die passenden Reifen, auch in der entsprechenden Optik (Profil, Weißrand) und Ausführung. Sogar der Batteriehersteller Banner hat wieder die so genannten schwarzen Batterien im Programm. Sie unterscheiden sich optisch nicht von den damals in Erstausrüstung verbauten Batterien. Ihre Technik ist hingegen auf dem neuesten Stand. Problematisch kann jedoch die Ersatzteilversorgung bei einigen ausländischen Marken werden. Vor allem bei Renault, Peugeot und Citroën treten in allen Ersatzteilbereichen für Fahrzeuge, die älter als 20 Jahre sind, zum Teil erhebliche Lieferschwierigkeiten auf. Bei nicht mehr bestehenden Marken wie zum Beispiel Deutsch-Bonnet, Chenard-Walcker oder Facel Vega sind Teile nur noch gebraucht oder als Nachbauteil zu bekommen – sofern sie überhaupt angeboten werden. Prinzipiell gilt daher bei der Ersatzteilversorgung die Regel, je seltener ein Fahrzeug und exotischer der Hersteller ist, desto weniger neue Ersatzteile sind auf dem Markt erhältlich. Um in diesen Bereichen auch eine gewisse Ersatzteil-Liefersicherheit zu gewährleisten, werden von Clubs, IGs, aber auch von Restaurierungsbetrieben selbst Teile nachgefertigt. Oft übertrifft die Qualität der Nachbauteile die der Originalersatzteile erheblich, da sie aus besseren Materialien und mit modernen Präzisions-Werkzeugmaschinen produziert werden. Die Ersatzteil-Nachfertigung konzentriert sich jedoch nur auf spezielle Fahrzeugmarken (wie Ford, Laverda oder Fiat) bzw. auf einzelne Baureihen und Modelle (wie Ford OSI, Laverda 750 SF, Fiat 124 Spi- Autohersteller, aber auch Zulieferer wie Bosch bieten inzwischen Oldtimer- und Youngtimerteile. ährend des nunmehr seit gut 20 vom Original-Zündschlüssel über Dekor, Jahren anhaltenden Old- und Motor-, Getriebe- und Karosserieteile bis Youngtimer-Booms hat sich die hin zum Interieur sehr vieles bezogen werden, was zum Erhalt und Wiederaufbau der Ersatzteilversorgung für viele Klassiker deutlich verbessert. Vor allem für Fahrzeugtypen, die einst weit verbreitet waren, reiche Fahrzeughersteller garantieren aber Klassiker benötigt wird. Einige traditions- bieten heute viele Hersteller über ihre so auch ohne spezielle Old- und Youngtimerabteilung eine gesicherte Ersatzteilversor- genannten Traditionsabteilungen eine gesicherte Ersatzteilversorgung. So kann bei gung für ihre alten Fahrzeuge. Hierzu BMW, Mercedes, Opel oder VW (Audi) gehören vor allem Harley-Davidson oder Moto Guzzi im Motorradsektor, oder Skoda bei den KURZFASSUNG Pkw-Herstellern. Ob man Ersatzteile für Old- und Youngtimer bekommt, hängt stark von der Marke und der Anzahl der noch erhaltenen Fahrzeuge ab. Sind keine Teile mehr erhältlich, ist detektivisches Know-how gefragt, um doch noch an die begehrten Teile zu kommen. Dutzende Stunden Teilerecherche sind dann oftmals keine Seltenheit. Wer jedoch die Ersatzteilquellen kennt, spart viel Zeit und damit Geld. AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 Potenzial erkannt Selbst im Bereich der Zuliefer- und Verschleißteileindustrie haben viele Teilehersteller die Marktlücke seit Langem erkannt und ihr Produktportfolio auf Old- und Youngtimerteile erweitert. So kann zum Beispiel bei Bosch heute nahezu jedes elektrische Bauteil bezogen werden, das jemals an die Fahrzeughersteller ausgeliefert wur- www.autoservicepraxis.de

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der), auf die sich die jeweiligen Oldtimerbesitzer bzw. Restaurierungsbetriebe fokussieren. Für auf Old- und Youngtimer spezialisierte Kfz-Betriebe sind daher gute Kontakte zu Clubs, IGs, anderen Restaurierungsbetrieben, aber auch zu den Fahrzeugherstellern für die Sicherung der eigenen Ersatzteilversorgung von hoher Bedeutung, um über die jeweils spezifische Ersatzteilsituation informiert zu sein. Gebrauchtteile finden Neben der Versorgung mit Neu- oder Nachbauteilen hat sich in der Old- und Youngtimerszene bereits seit Jahrzehnten ein großer Markt für gebrauchte Ersatzteile entwickelt. Zuerst im Bereich Motorräder, und dann auch im Pkw- und Nfz- Bereich, ist der Gebrauchtteilemarkt eine der wichtigsten Bezugsquellen für Ersatzteile. Er wird meist von professionellen, aber auch privaten Teilehändlern betrieben, die sich auf bestimmte Marken oder Fahrzeugkategorien spezialisiert haben. Viele dieser Händler bieten ihre Gebrauchtteile auf Old- und Youngtimer-Teilemärkten oder über das Internet an. Speziell im Internet macht es kaum Mühe, weltweit nach Ersatzteilen zu recherchieren und sogar Preisvergleiche vorzunehmen – jedoch braucht man hierfür viel Zeit. Im Bereich Youngtimer-Pkw können aber auch Schrottplätze oder Recyclingfirmen hervorragende Ersatzteillieferanten sein. Anhand der Teilenummern lassen sich viele Elektrik- und Anbauteile, auch wenn sie in unterschiedlichen Fahrzeugen verbaut sind, hier sicher identifizieren. Auf viele dieser Teile gewähren die Schrotthändler sogar eine gewisse Garantie mit Umtauschrecht, so dass das Risiko, ein falsches oder defektes Teil zu kaufen, recht gering ist. Sind Ersatzteile aus den genannten Quellen nicht lieferbar, besteht die Möglichkeit, bei einem Metall-, Kunststoff- oder Holz-Fachbetrieb eine Nachfertigung des gesuchten Ersatzteils in Auftrag zu geben. Hierzu müssen aber die genauen Daten des Ersatzteils, vor allem das Material und seine Vermaßung, bekannt sein. Meist genügt aber auch das verschlissene Ersatzteil als Vorlage. In Hinblick auf die von der Stückzahl abhängigen Fertigungskosten muss hier jedoch sehr genau abgewogen werden, wann sich eine Nachfertigung rentiert. Der leergefegte Markt kann jedoch oft Beweis dafür sein, dass das Ersatzteil auch von anderen Betrieben oder Oldtimerbesitzern benötigt wird, die die gleichen Fahrzeuge restaurieren oder besitzen. Professionelle Restaurierungsbetriebe versuchen daher meist über einen Zusammenschluss der Interessenten, die Kosten einer Nachfertigung zu drücken. Eine sehr spezielle, aber in vielen Fällen Erfolg versprechende Methode Ersatzteile zu finden, ist die so genannte Referenz- Methode. Sie beruht auf dem Umstand, dass oft identische Zulieferteile von einem Teilehersteller an verschiedene Fahrzeughersteller geliefert wurden. So sind zum Beispiel die Motorradmarken Moto Guzzi und BMW Jahrzehnte lang von Bosch beliefert worden. Zahlreiche Elektrikteile, von der Lichtmaschine bis zum E-Starter, sind daher bei beiden Marken identisch. Jedoch unterscheiden sich hier fast immer die herstellerspezifischen Teilenummern. Auch wurden von europäischen Motorrad- BEZUGSQUELLEN ■ Regionale und internationale Teilemärkte ■ Internet (professioneller Teilehandel, Clubs, IGs und Sammler) ■ Werkstätten (alte Lagerbestände) ■ Traditionsabteilungen der Automobilhersteller ■ Aftermarket Teilehandel und Pkw-Herstellern in der Vergangenheit vielfach Normteile verwendet. Identische Lager, Schrauben, Stecker, Dichtringe, Armaturen, Griffe und vieles mehr finden sich weit verbreitet bei fast allen Fahrzeugherstellern. Die Unterschiede der gesuchten Teile beschränken sich hier oftmals nur auf die Farbgebung oder Verpackung. Es lohnt sich daher, die Geschichte der Fahrzeugmarken und vor allem die der Zulieferer genauer zu kennen. Referenzteile-Listen nutzen Es kommt aber auch vor, dass markenspezifische Ersatzteile verschiedener Fahrzeughersteller, für zum Beispiel Motoren und Getriebe, durchaus identisch sein können. Informationen hierüber finden sich in Referenzteile-Listen, die häufig auf den Internetseiten vieler IGs und Clubs angeboten werden. Auch einige Teilehändler verfügen über diese. Nach solchen Referenzlisten für die eigenen Marken zu suchen oder sie selbst über den Lauf der Jahre aufzustellen, kann sich lohnen, da mit ihnen die Ersatzteilprobleme zweier oder auch mehrerer Fahrzeugtypen gelöst werden können. Marcel Schoch ■ Gute Karosseriewerkstätten können Blechteile per Hand anfertigen. Der Aufwand und die Kosten sind entsprechend hoch. Foto: Schoch Lassen sich Ersatzteile nicht mehr beschaffen, ist oft die Reparatur der alten Teile der letzte Ausweg. Foto: Koller und Schwemmer www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 17

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TITEL BEST PRACTICE Tauschgeschäft für Spezialisten Hat ein modernes Fahrzeug einen kapitalen Motorschaden, wird oft der gesamte Motor ausgetauscht. Bei Old- und Youngtimern besteht diese Möglichkeit meist nicht. Hier muss repariert werden. Fotos: Marcel Schoch Ersatzteile für Klassiker, speziell wenn es sich um Motorenteile handelt, sind in vielen Fällen nicht mehr erhältlich“, sagt Hans Henger, Maschinenbauer-Meister und Werkstattleiter bei der Firma H. Ganslmeier − Motoren- und Maschinen-Instandsetzung GmbH aus Ingolstadt. „Hier gilt leider der Grundsatz, je seltener das Fahrzeug und je älter es ist, desto geringer sind die Chancen, Ersatzteile für die alten Motoren zu bekommen.“ Das bedeutet aber nicht das Aus für einen solchen Motor, denn in den meisten Fällen können Spezialisten, die für eine Motorüberholung AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 benötigten Teile nachfertigen oder die alten überarbeiten. Die Reparatur oder Überholung eines Old- oder Youngtimer- Motors setzt jedoch sehr viel Fachwissen und Erfahrung voraus. Fachwissen, das sich lediglich heute noch bei Betrieben des VMI (Verband der Motoren-Instandsetzungsbetriebe e.V.) oder der Gütegemeinschaft Motoreninstandsetzung e.V. findet. Sie können aufgrund ihres breit gefächerten Leistungsangebots auch die Instandsetzung von Old- und Youngtimer-Motoren anbieten. Als hochgradige Spezialisten für moderne und alte Motoren sind solche Betriebe ideale Partner für Hans Henger, Werkstattleiter bei Ganslmeier in Ingolstadt, weiß, dass man beinahe jeden Oldund Youngtimer-Motor wieder zum Laufen bringen kann. KURZFASSUNG Die Reparatur und Überholung von Oldund Youngtimer-Motoren setzt viel Know how und eine hervorragende Werkzeugausstattung voraus. K+L-Restaurierungsbetriebe arbeiten deshalb oft mit Motoreninstandsetzern zusammen. Damit diese Zusammenarbeit reibungslos funktioniert, muss man unter anderem den Fachjargon der Motorenprofis kennen. www.autoservicepraxis.de

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HINTERGRUND Selbst Exoten wie diesen Hotchkiss-Motor können VMI-Betriebe wieder instandsetzen. Kfz-Restaurierungswerkstätten. Ihr Ziel ist die fachgerechte Motoreninstandsetzung und damit die Wiederherstellung der ursprünglichen Motorkenndaten, wie Drehmoment, Leistung und Kraftstoffverbrauch. Voraussetzung hierfür ist eine sorgfältige Vermessung und bei Bedarf Überarbeitung bzw. Austausch aller Motorenteile. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Qualität der Instandsetzung ausreichend hoch ist für ein zweites langes Motorleben. Komplettmotor Motor mit allen zur Funktion notwendigen Nebenaggregaten Teilmotor Der Begriff Teilmotor wird in „Long Block“ (Rumpfmotor) und „Short Block“ (splintfertiger Motor) unterschieden: 1. „Long Block“ (Rumpfmotor) Ohne Nebenaggregate, wie z.B. Kraftstoff-, Wasser-oder Einspritzpumpe, Vergaser, Zündanlage oder Kühlung. 2. „Short Block“ (splintfertiger Motor) Motor ohne Zylinderkopf und Nebenaggregate. Auch andere Bauteile können fehlen. Die Reparatur oder Überholung eines Old- oder Youngtimer-Motors setzt viel Fachwissen und Erfahrung voraus. Vollständige Schadenaufnahme Doch nicht jeder Motor muss auch gleich immer überholt werden. Gelegentlich genügt es völlig, nur die defekten Teile zu tauschen. Die Entscheidung hierüber sollte jedoch ein Motorenfachmann treffen. „Werden bei uns Motoren zur Überholung oder Reparatur angeliefert, zerlegen wir diese komplett, reinigen und vermessen sie, um eine vollständige Schadenaufnahme durchführen zu können“, erklärt Hans Henger. „Jeder Schaden wird dabei genau protokolliert und schließlich ein Kostenvoranschlag erarbeitet. Der Kunde kann dann zusammen mit uns, bevor er viel Geld für Ersatzteile oder Instandsetzungsarbeiten bezahlt, nach einem Beratungsgespräch darüber entscheiden, was mit dem Motor geschehen soll.“ Falls sich eine Überholung nicht lohnen sollte, oder dem Kunden die Kosten hierfür zu hoch sind, stellt die Firma Ganslmeier dem Kunden lediglich das Zerlegen in Rechnung. Bei kleineren Pkw- Motoren sind dies maximal die Arbeitskosten für einen Arbeitstag. „Wird ein Old- oder Youngtimer-Motor instandgesetzt, wird bei der Auftragsvergabe an einen Motoreninstandsetzungsfachbetrieb des VMI zwischen den Bezeichnungen generalüberholter Motor, grundinstandgesetzter Motor, teilinstandgesetzter Motor oder geprüfter Motor genauestens unterschieden“, sagt Hans Henger. „So genannte Alt- bzw. Schrottmotoren dienen bei uns meist als Teileträger und werden nur in Ausnahmefällen, etwa bei sehr seltenen Motoren, neu aufgebaut. Alle diese Definitionen dienen dazu, Qualität und Umfang der Reparatur bzw. Instandsetzung festzusetzen.“ Ein Problem hierbei ist jedoch, dass es für die einzelnen Bezeichnungen in Deutschland nur unzureichende Rechtsvorgaben gibt. „Wir halten uns daher stets an die vom VMI erarbeiteten Definitionen, um Problemen mit Kunden vorzubeugen“, so Hans Henger. Die einzige in Deutschland existierende offizielle Norm, die den Leistungsum-

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TITEL Die Überarbeitung und Instandsetzung von Nockenwellen erfordert sehr viel Können und eine hervorragende Werkzeugausstattung (im Bild: Nockenwelle des Borgward P 100). Schrottmotoren werden oft als so genannte Ersatzteilspender in der Restaurierungsbranche verkauft. fang eines Tauschmotors genau festlegt, ist der Begriff „generalüberholter Motor nach RAL-GZ 797“. „Solche Motoren werden nach genau festgelegten Kriterien zerlegt, geprüft und instandgesetzt“, sagt Hans Henger. Unabhängig von ihrem Verschleißzustand verlangt dabei die Richtlinie genau definierte Komponenten gegen Neuteile in Erstausrüsterqualität auszutauschen. Dabei müssen die Teilehersteller bzw. -lieferanten von der Gütegemeinschaft Motoreninstandsetzung e.V. freigegeben sein. Eine Leistungsprüfung des Motors auf einem Motorleistungsprüfstand ist obligatorisch. Nur Mitglieder der Gütegemeinschaft der Motoreninstandsetzungsbetriebe können und dürfen diese Motoren anbieten. Aufgrund meist fehlender Ersatzteile in der geforderten Qualität sind solche Motoren im Old- und Youngtimer-Bereich aber meist nicht erhältlich. Grauzone „generalüberholter Motor“ „Stattdessen werden oft so genannte generalüberholte Motoren angeboten“, so Hans Henger. „Ohne die Zusatzbezeichnung „nach RAL-GZ 797“ ist dieser Begriff im allgemeinen Sprachgebrauch jedoch leider AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 nirgends genau definiert und bildet daher eine Grauzone.“ Bei generalüberholten Motoren handelt es sich um Motoren, die vollständig, im Sinne von umfassend (general) zerlegt, begutachtet, und entsprechend dem Ergebnis der Begutachtung nach dem Stand der Technik instandgesetzt wurden. Die Motorteile werden dabei nach dem Begutachtungsergebnis überholt oder wiederverwendet. Verschleißteile, wie Kolben, Dichtungen oder Lager, sollten dabei immer gegen Neuteile in Herstellerqualität ersetzt werden. Für Old- und Youngtimer-Motoren kann diese Definition gegenüber einem Kunden verwendet werden, da hierfür meist die Voraussetzungen vorhanden sind. Wird der Begriff „grundinstandgesetzter Motor“ verwendet, handelt es sich um einen Motor, der inklusive der vorhandenen Nebenaggregate nach einer technischen Beratung des Kunden, inklusive einer konkreten Vereinbarung, repariert wurde. Der Arbeitsumfang umfasst dabei mindestens den Zylinderkopf, die Kurbelwellenlagerung und den Kurbeltrieb (Pleuellagerung, Laufbuchse). Diese Komponenten müssen nach dem Stand der Technik repariert oder gegen Neuteile ersetzt werden. „Eine Grundinstandsetzung kommt nur für Motoren von Klassikern in Betracht, wenn der Verschleiß- Zustand des Aggregats und seiner Nebenaggregate noch soweit innerhalb der Toleranzen liegt, dass eine Überholung lohnt“, erklärt Hans Henger. „Im Rahmen vieler Fahrzeugrestaurierungen werden solche Motoren als kostengünstige Alternative angeboten.“ Zeitwertbezogene Instandsetzung Im Gegensatz hierzu wird oft auch der Begriff teilinstandgesetzter Motor (oder zeitwertbezogene Instandsetzung, Reparatur, reparierter Motor) verwendet. Bei einem solchen Motor sind die vom Kunden angegebenen Mängel sowie die bei der Demontage erkannten oder offensichtlich erkennbaren Mängel mit dem Ziel der Wiederherstellung der Lauffähigkeit des Motors zu beheben. „Zu beachten ist hier, dass die Lauffähigkeit des Motors nicht zwingend der vom Hersteller zugesicherten und in den Konstruktionsunterlagen festgelegten Funktionsfähigkeit in allen Eigenschaften des Motors entsprechen muss“, ergänzt Hans Henger. „Selbstverständlich sollten auch hier die auszuführenden Arbeiten immer nach dem Stand der Technik erfolgen. Manchmal werden für Old- und Youngtimer als Ersatz des defekten Aggre- Die Vierzylinder-Kurbelwelle des Hotchkiss- Motors wurde bei Ganslmeier komplett überarbeitet und ist jetzt neuwertig. Bei diesem V8 Maserati-Ghibli-Motor mit 4,7 Liter Hubraum wird die Zylinderbank nach einem Standschaden wieder neu aufgebaut. www.autoservicepraxis.de

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Fotos: Marcel Schoch Auch seltene Motorradmotoren, wie dieser Guzzi-Rennmotor von Agostini, sind bei der Firma Ganslmeier in guten Händen. Die Revolution in der Fahrwerkvermessung Hunter HE421 – Das schnellste Achsmessgerät auf dem Markt 1. Fahrzeug positionieren 2. QuickGrip Adaptoren montieren gats so genannte geprüfte Gebrauchtmotoren (auch: überprüfter Gebrauchtmotor) angeboten. „Diese Motoren sind auf dem Leistungsprüfstand getestet, mit der höchsten Wartungsstufe gewartet und mit optischen Diagnosegeräten im Brennraum und im Kurbelgehäuse überprüft worden“, so Hans Henger. „Im Old- und Youngtimer-Bereich werden sie dann lediglich mit zugesicherten (garantierten) Gebrauchseigenschaften angeboten. Bei lauffähigen Gebrauchtmotoren ohne Überprüfung sollten hingegen vom Restaurierungsbetrieb keine zusicherbaren (garantierbaren) Gebrauchseigenschaften gegeben werden.“ Hiervon unterscheidet der Fachmann noch den Alt- bzw. Schrott-Motor. Altmotoren besitzen keine Gebrauchseigenschaften als Antriebsaggregat für ein Fahrzeug. Ihr Wert begründet sich in der Wiederverwendbarkeit bzw. Instandsetzbarkeit von Einzelteilen, Baugruppen oder des gesamten Motors. Sie werden oft auch als so genannte Ersatzteilspender in der Restaurierungsbranche verkauft. Schrottmotor – keine Instandsetzung Ist der überwiegende Anteil eines Motors verschlissen, defekt oder zerstört, trifft die Bezeichnung Schrottmotor zu. Solche Motoren inklusive ihrer (defekten) Neben aggregate besitzen keine oder nur sehr geringe Wiederverwendungs- bzw. Instandsetzungseigenschaften. Die wenigen verwertbaren Teile werden meist für den Aufbau anderer Motoren des gleichen Typs verwendet. Die defekten Teile hingegen können, wie auch bei den übrigen Kategorien der Motorinstandsetzung als Muster für die Herstellung oder Beschaffung neuer oder neuwertiger Ersatzteile verwendet werden. Marcel Schoch ■ VERBAND DER MOTOREN-INSTANDSETZUNGSBETRIEBE E.V. Hoher Qualitätsanspruch Dem Verband der Motoren-Instandsetzungsbetriebe (VMI e. V.) sind heute über 60 Mitglieder angeschlossen. Darüber hinaus gehören dem Verband circa 30 namhafte Teilehersteller, Motorenteilehändler und Hersteller sowie Händler von Motorenbearbeitungsmaschinen und Werkzeugen als fördernde Mitglieder der Zulieferindustrie an. Um seine hohen Qualitätsansprüche dauerhaft erfüllen zu können, hat der VMI einen Richtlinienkatalog erarbeitet, der für alle Mitglieder verbindlich ist. Neben einer entsprechenden Werkzeug- und Maschinenausstattung überprüfen die Techniker des VMI bei Neuaufnahmen in den Verband auch die personellen Voraussetzungen in Hinblick auf technisches Know-how und Erfahrung. Weitere Infos unter www.vmi-ev.de. www.autoservicepraxis.de 3. Fahrzeug vorwärts rollen 4. QuickGrip Adaptoren entfernen 5. Ausdruck entnehmen FERTIG PATENTIERT Beurer Straße 25a · 86926 Greifenberg Deutschland · Tel: +49-8192-933 99-0 Fax: +49-8192-933 99-19 www. hunter-d.de · info@hunter-d.de

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TITEL Pflegebedürftiger Traum: Eine Affinität zu Fahrzeugfarben und -lacken ist bei den exklusiven Services für edle Klassiker Voraussetzung. APZ CARMOTION Massage für edle Klassiker In der Manufaktur B26 kümmern sich Heinz Krewer und Steffen Mielke mit viel Know-how und Leidenschaft um schicke Klassiker und Youngtimer. Ein Ortsbesuch in Schwäbisch Gmünd. o früher die Ritz-Arbeiter im Schweiße ihres Angesichts Pumpen gossen und fertigten, massieren heute Heinz Krewer und Steffen Mielke von APZ liebevoll Old- und Youngtimer. Wie den grünen Jaguar E- Type 4.2, der sich gerade von den beiden Klassiker-Profis – gerne auch Detailer genannt – gekonnt mit Wachs verwöhnen und pflegen lässt. Dabei passt der Industrie-Charme der Manufaktur B26, die seit Juni 2016 unter anderem Einstellplätze für 175 Klassiker, Werkstätten und eine TÜV SÜD-Prüfstelle für die exklusiven Schätzchen bietet, gut zu den fahrenden Wertanlagen. Ein schönes Kontrastprogramm in Schwäbisch Gmünd: Hier die rustikalen Stahlträger, dort die auf Hochglanz polierten Autos in ihren Glasboxen. Für die Betreiber des ehemaligen Fabrikareals sind das „Räume für Träume“. „Wir machen aus der Ente einen Schwan“, erklärt Krewer, APZ-Stationsleiter in Augsburg. Darüber freut sich eine vermögende Klientel besonders, die laut Krewer über ein Megawissen in Sachen Fahrzeuglacke, Leder und KURZFASSUNG In der Manufaktur B26 kümmert sich das APZ-Team mit viel Herzblut und Know-how um die Klassiker-Aufbereitung. Die Darmstädter bauen damit ihr Portfolio aus und erschließen analog zum wachsenden Oldund Youngtimermarkt ein neues Segment. Produktions stätten verfügt. „Man muss gut zuhören können“, ergänzt Mielke, der früher für Swissvax arbeitete und seit Jahren in der Oldtimer-Szene zu Hause ist. „Und überzeugen.“ Gerne schicken Rund 6,5 Millionen Euro flossen in das Areal der ehemaligen Pumpenfabrik. Mehr als 30 Investoren gaben ihr Geld für die Manufaktur B26. AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 Laut Geschäftsführer Peter Hirner (rechts) und Prokurist Andreas Kern stehen die Zeichen bei APZ CarMotion auch in diesem Jahr auf Wachstum. www.autoservicepraxis.de

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Mit einer Mischung aus Historie, Ästhetik und Design lockt die neue Location Klassiker-Fans seit Juni nach Schwäbisch Gmünd. Experten-Quartett: Andreas Kern, Steffen Mielke, Heinz Krewer und Peter Hirner (v. l. n. r.) die Besitzer zunächst einen günstigeren Test-Oldtimer, später folgen dann die Millionenwerte. Alles schon geschehen bei APZ. Fachsimpeln auf Augenhöhe 20 Stunden dauert die Aufbereitung eines Klassikers im Schnitt – die stundenlangen Fachgespräche eingerechnet. Letztlich geht es um Vertrauen, da ist das Fach simpeln auf Augenhöhe wichtig. Am Ende kann dann schon ein vierstelliger Euro-Betrag auf der Rechnung stehen. Schließlich liegen die Fahrzeuge in den Händen von ausgewiesenen wie raren Profis. Die sich natürlich auch um Fahrzeuge der unteren Preisklasse kümmern – „für kleines Geld“, so Krewer. APZ-Geschäftsführer Peter Hirner freut sich, sechs von diesen Künstlern in seinen Reihen und somit bundesweit zur Verfügung zu haben. „Es gibt ganz wenige Aufbereiter, die extrem professionell sind“, so Hirner. „Dieses Engagement im wachsenden Old- und Youngtimermarkt macht uns Spaß.“ Zudem strahlten das Image und die Wertigkeit auf APZ ab. „Wir bauen unser Portfolio aus und erschließen damit ein weiteres Segment“, betont der Geschäftsführer in seiner Heimatstadt Schwäbisch Gmünd. Hirner: „Die Manufaktur B26 ist ein schöner Sandkasten für die Oldtimer-Fans der Region.“ Autos lieben Für Prokurist Andreas Kern sind in diesem Geschäftsfeld zwei Faktoren unerlässlich, erklärt er in der ehemaligen Pumpenfabrik: „eine spezielle Menschenkenntnis und technisches Knowhow“. Man müsse Autos lieben, sagt der Prokurist, während Kollege Krewer – natürlich per Hand – ein Cabrio wäscht. Außerdem setzt das Darmstädter Unternehmen auf Top-Werkzeuge und -Equipment sowie umweltfreundliche wie nachhaltige Pflegeprodukte. Egal, ob für die individuelle Fahrzeug- oder die Bestandspflege zur Wert erhaltung sowie das fachgerechte Auffrischen von Interieur und Exterieur. Mundpropaganda wirkt Das Engagement mit den automobilen Raritäten, das viel von Mundpropaganda lebt, hat APZ schon den nächsten Kunden beschert. Seit Anfang des Jahres sind die Darmstädter in der BMW Group Classic aktiv, dem neuen Zuhause der historischen Fahrzeugsammlung & Co. Ebenfalls auf geschichtsträchtigem Boden – nämlich in einer der ersten Produktionshallen von BMW. „Mit 2016 sind wir sehr zufrieden“, bestätigt Geschäftsführer Hirner. „Und auch die Zeichen für dieses Jahr stehen auf Wachstum.“ Deshalb hat man in der Zentrale entschieden, eine dritte Führungsebene einzuführen. Sonst sei ein Wachstum nicht mehr möglich, so Peter Hirner. Patrick Neumann ■ Die Darmstädter bieten u.a.: Bestandspflege zur Werterhaltung, fachgerechtes Auffrischen innen und außen sowie die individuelle Beratung. Heinz Krewer (links) und Steffen Mielke massieren in Schwäbisch Gmünd den grünen Jaguar E-Type 4.2. Fotos: Patrick Neumann www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 23

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TITEL BEST PRACTICE – ZERTIFIZIERUNG Zeigen, was man kann Das Autohaus Kunzmann in Aschaffenburg baut den Geschäftsbereich mit historischen Fahrzeugen weiter aus. Mit einer Zertifizierung als geprüfter Fachbetrieb zeigt man die Kompetenz gerne nach außen. ir verkaufen Träume“ – Marco Hebecker ist in der glücklichen Lage, dies mit Fug und Recht behaupten zu können. Er ist Leiter des ClassicCenters beim Autohaus Kunzmann. Den Mercedes-Händler in Aschaffenburg kann man kaum verfehlen, das Firmenschild begrüßt jeden Besucher, der die Autobahn verlässt und Richtung Stadtzentrum fährt. Seine Aufgabe ist der Ausbau des immer noch recht jungen Geschäfts mit Oldund Youngtimern der Marke Mercedes- Benz bei Kunzmann. Erst vor vier Jahren hat man im Betrieb entschieden, sich in dem Feld stärker zu engagieren: „Aus Liebe zu den Fahrzeugen und weil das ein interessanter Markt mit steigender Nach- KURZFASSUNG Derzeit konzentriert sich das Angebot im Kunzmann ClassicCenter auf historische Modelle der Marke Mercedes-Benz. In der Werkstatt werden Old- und Youngtimer in einem eigenen Classic-Bereich mit höchstem Qualitätsanspruch restauriert. AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 Zertifizierung von TÜV SÜD Den eigenen hohen Qualitätsanspruch bei der Restaurierung alter Fahrzeuge will Kunzmann auch nach außen demonstrieren. Daher hat der Betrieb vor zwei Jahren die angestrebte Zertifizierung als geprüfter Fachbetrieb für historische Fahrzeuge von TÜV SÜD bestanden. Die Experten von TÜV SÜD ClassiC prüfen im Rahmen der Zertifizierung unter anderem die Qualität der Arbeitsplätze, die Qualifikation der Mitarbeiter, die Lagerprozesse, aber auch das Qualifrage ist“, erklärt Thomas Averhage, Serviceleiter Pkw. Mittlerweile hat Kunzmann einen hervorragenden Ruf in der Oldtimer-Szene und gilt als Spezialist für Fahrzeuge ab Baujahr 1965, darunter die Baureihen 123, 107 und natürlich die legendären Mercedes-Benz W115/8-Baureihe. Es sind allesamt gefragte Modelle unter Liebhabern klassischer Fahrzeuge. Hebecker, der erst vor gut einem Jahr zu Kunzmann gestoßen ist und sein Hobby zum Beruf gemacht hat, baut den professionellen Vertrieb der Oldtimer aus. „Derzeit haben wir 13 Fahrzeuge im Bestand, die zum Verkauf stehen.“ Zu seinen Aufgaben zählt auch der Einkauf geeigneter Fahrzeuge, die in der eigenen Werkstatt überarbeitet werden und dann als Top-Fahrzeuge mit der Zustandsnote 2 oder 2 + einen neuen Besitzer finden. Um diese Klassifizierung zu erhalten, müssen die Fahrzeuge entweder in einem guten unrestaurierten Zustand sein oder – was häufiger der Fall ist – fachgerecht restauriert sein. Genau hier liegt die Stärke des Oldtimer-Teams bei Kunzmann. An insgesamt fünf Arbeitsplätzen in der Werkstatt, die nur für das Thema Klassik reserviert sind, arbeiten drei Monteure sowie zwei Karosseriebauer und Lackierer ausschließlich an den historischen Fahrzeugen. „Diese Arbeit kann ein Monteur nicht nebenher machen, daher haben wir eine Klassik-Mannschaft, die speziell geschult ist und bei uns ausschließlich an den Klassik-Fahrzeugen arbeitet“, erklärt Averhage. In dem hellen und weitläufigen Werkstattbetrieb sind die Arbeitsbühnen für die Oldtimer etwas abgesetzt von den „normalen“ Arbeitsplätzen des Tagesgeschäfts. Dieser Teil der Werkstatt ist für die Schätzchen aus vergangenen Tagen reserviert. Ein Team von Spezialisten legt hier Hand an. Foto: Dietmar Winkler www.autoservicepraxis.de

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tätsmanagement in der Zusammenarbeit mit Unterauftragnehmern. Dass Arbeiten von Dritten erledigt werden, ist bei Kunzmann eher die Ausnahme und betrifft vor allem Sattlerarbeiten und Arbeiten mit Holz. „Alle anderen Arbeiten können wir in der Werkstatt selbst abbilden“, erklärt Averhage nicht ohne Stolz. Ein Beispiel: Nicht selten müssen Teile der Karosserie instand gesetzt oder ausgetauscht werden. Auf der Hebebühne steht ein kürzlich gekauftes taubenblaues Mercedes-Benz SL Cabriolet. An den Innenkotflügeln haben die Monteure Roststellen entdeckt. Die Teile müssen jetzt ersetzt werden. Anschließend wird neu lackiert. Fast alles im eigenen Haus „Wir machen bei solchen Befunden keine Kompromisse und reparieren das ordentlich. Der Käufer bekommt ein Fahrzeug, das fachgerecht repariert wurde und sich in einwandfreiem Zustand befindet“, versichert Averhage. Danach geht das Fahrzeug in die eigene Lackiererei, wo das Auto den Originallack erhält. Hohe Kompetenz hat Kunzmann bei der Teilebeschaffung aufgebaut. Innerhalb der Mercedes-BenzOrganisation gibt es insgesamt 25 auf Oldtimer spezialisierte Betriebe. „In diesem Netzwerk hilft man sich auch gegenseitig, wenn ein bestimmtes Teil nicht vorrätig oder schwer zu beschaffen ist“, erklärt Hebecker. Verbaut werden ausschließlich Originalteile, keine Nachbauten. Die Beschaffung über das Internet bei spezialisierten Händlern im In- und Ausland spielt mittlerweile eine wichtige Rolle. Daneben finden sich ausgefallene Teile auch auf Tauschbörsen oder bei Sammlern. Der gesamte Reparaturprozess wird bei Kunzmann bezogen auf die Auftragsnummer penibel dokumentiert und jeder Zwischenschritt mit Fotos festgehalten. Käufer erhalten diese wertvollen Daten auf USB-Stick oder auf Wunsch auch als Fotobuch, um die Verwandlung eines alten Autos in ein Schmuckstück auch im Bekanntenkreis zu zeigen. „Der Kauf eines Oldtimers ist immer eine Herzensangelegenheit und in manchen Fahrzeugen steckt nicht nur Herzblut, sondern auch eine Menge Geld“, weiß Hebecker. Was für die meisten Kunden gilt, ist für die Mitarbeiter eine Voraussetzung. Averhage: „Die Mitarbeiter müssen für alte Fahrzeuge brennen, dafür kann man nicht einfach jemanden abstellen.“ Dietmar Winkler ■ Leidenschaftlicher Einsatz für die älteren Baujahre (v.l.): Serviceberater Bernd Ehmes, Marco Hebecker, Leiter Kunzmann ClassicCenter, und Thomas Averhage, Serviceleiter Pkw DAS ZERTIFIKAT TÜV SÜD ClassiC geprüfter Fachbetrieb für historische Fahrzeuge Die Prüforganisation TÜV SÜD bündelt alle Dienstleistungen rund um Old- und Youngtimer in dem Bereich TÜV SÜD ClassiC. Zum Dienstleistungsportfolio zählen Services für Autohäuser, Werkstätten und Liebhaber historischer Fahrzeuge. Auf Oldtimer spezialisierte Kfz-Betriebe haben die Möglichkeit, ein Zertifikat als geprüfter Fachbetrieb zu erhalten. Dabei gilt: Die Zertifizierung wird immer markenspezifisch und für einen bestimmten Standort erworben. Die Experten von TÜV SÜD ClassiC prüfen im Rahmen einer Zertifizierung im Einzelnen folgende Kriterien: 1. Auftragsablauf Gegenstand der Prüfung sind unter anderem Preisauszeichnung, Dokumentationsschema, Kalkulationsschema, Beratung, Angebotserstellung und Auftragsabwicklung. 2. Arbeitsplätze Verlangt wird mindestens ein spezialisierter Arbeitsplatz für Oldtimer mit Werkbank und entsprechendem Werkzeug. 3. Qualifikation der Mitarbeiter Betriebe müssen die Qualifikation der Mitarbeiter in Form zertifizierter Aus- und Weiterbildung und Arbeitszeugnisse nachweisen. 4. Werkstattprozess Der geregelte Werkstattprozess muss auch in schriftlicher Form dargestellt werden; zudem muss der Betrieb kontinuierlich historische Fahrzeuge warten und instand setzen. 5. Lagerprozess Der Betrieb muss geeignete Lagermöglichkeiten nachweisen inklusive Ausweisung von Lagerorten für Ersatzteile, ausgebaute Teile in Kundeneigentum müssen zugewiesen und geschützt werden. 6. Unterauftragsvergabe Gewährleistung der Qualität der Unterauftragnehmer: Nachweise über Zusammenarbeit und Wareneingangs-Kontrollen. 7. Arbeitsergebnisse Arbeitsergebnisse der Werkstatt werden von den Experten der Prüforganisation geprüft. Bei Erfüllung der oben genannten Punkte wird eine Urkunde mit der Nennung der Marke(n) und/ oder der spezifischen Modelle, die vom Fachbetrieb betreut werden, durch TÜV SÜD erstellt. Die Gültigkeitsdauer dieser Urkunde beträgt 2 Jahre. Weiterer Infos unter www.tuev-sued.de/classic Foto: Dietmar Winkler www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 25

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AUTOMOBILTECHNIK RADLAGERSCHÄDEN Wenn‘s nicht rundläuft… Radlager können eine erhebliche Laufleistung erzielen. Aber es gibt verschiedenste Störeinflüsse. Fahrten durch enge Kurven oder Bordstein-Rempler beanspruchen die Lager in hohem Maße. KURZFASSUNG Radlager sind stark belastete Bauteile, können aber über die Lebensdauer des Autos funktionieren. Überbeanspruchung, schlechte Schmierung, fehlerhafte Dichtungen oder Montagefehler können jedoch zum frühzeitigen Ausfall führen. adlager gehören zu den wesentlichen Bauteilen eines Kraftfahrzeuges und sorgen für ein komfortables und sicheres Fahrverhalten. Durch ihre Bauweise halten sie den verschiedensten Belastungen und Umwelteinflüssen stand. Aber sie sind auch Beanspruchungen wie hohen Drehzahlen der Räder, harten Stößen durch unebene Fahrbahnen, aufgewirbeltem Schmutz und extremen Temperaturen ausgesetzt. All diese Faktoren können die Funktionsweise von Radlagern negativ beeinflussen und unter ungünstigen Umständen zum Ausfall führen. Hinweise auf Schäden In der Regel äußern sich Lagerschäden dadurch, dass sich das Betriebsverhalten langsam verschlechtert. Der Experte erkennt dies meist am unruhigen Lauf oder den metallischen Rollgeräuschen. Je nach Betriebsbedingungen vergehen unter Umständen vom Beginn der Schädigung bis zum tatsächlichen Ausfall mehrere Monate, erläutert der Aftermarket­Spezialist Schaeffler. Harte Schläge durch einen Bordsteinkontakt können beispielsweise Wälzkörpereindrücke verursachen und das Radlager beschädigen. Die Folge können laute Geräusche oder das Eintreten von Feuchtigkeit sein. Daher sollte der Fachmann seinen Kunden raten, harten und häufigen Bordsteinkontakt zu vermeiden. Ausfallgründe Die Laufleistung eines Radlagers ist auf die Lebensdauer eines Fahrzeuges ausge­ AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 Umgebungsbauteile überprüfen Auch Fehler im Bereich der Umgebungsbauteile können zu verfrühtem Radlagerlegt, so die Information des Unternehmens. Dennoch gibt es Ursachen, die zu einer vorzeitigen Beschädigung führen und die Lebensdauer beeinflussen. Bei einem Großteil der Fälle handelt es sich um eine schlechte Schmierung, wissen die Experten. Weitere Ausfallgründe entstehen durch Verschmutzung, wie zum Beispiel eindringende Flüssigkeit oder Feststoffe. Daher sind Dichtungen so wichtig, da deren Ausfall bewirken kann, dass Schmiermittel austritt und Verschmutzungen ins Innere gelangen. Schmierung der Radlager Radlager sind mit Schmierstoffen versehen, um beim Drehen der Lager eine sehr hohe Reibung zu reduzieren. Moderne Radlager sind in der Regel wartungsfrei. Mit ihrer Fettfüllung ist die Schmierleistung für die gesamte Lebensdauer des Radlagers gewährleistet. Dichtungen sorgen dafür, dass weder Feuchtigkeit noch Schmutz in das Radlager eintreten. Laut Hersteller sind die Dichtungen so ausgelegt, dass bei starkem Seitenbeschleunigen kein Abheben zwischen der rotierenden Radnabe und dem stehenden Radlagerring entsteht. Dazu verwendet der Hersteller Dicht­ und Schleuderscheiben oder Dichtkassetten. Radlager mit Stirnverzahnung Mit der Stirnverzahnung sind Radlager und Gelenkglocke nicht radial, sondern axial verbunden. Zu Ausfallgründen gehören eindringende Feuchtigkeit und die damit entstehende Korrosion. Das zählt häufig zu den Gründen für das „Verkleben“ bei einer Radialverzahnung. Der Austausch eines Radlagers mit Stirnverzahnung ist denkbar einfach. Unterhalb der Stirnverzahnung befindet sich der Wälzniet. Er sorgt dafür, dass die Lagerluft bereits vordefiniert und eingestellt ist. Der Monteur muss bei einem Austausch nur noch die Schraube mit dem richtigen Anzugsdrehmoment fest­ Eine Detektorkarte zeigt bei einem Radlager mit integriertem Impulsgeberring die Einbaurichtung schrauben. Dadurch verringern sich die Radlagerwechselzeit und der Bedarf an Spezialwerkzeug. Ferner entfällt die manchmal noch notwendige Achsvermessung, da ein Ausbau der Achsschenkel nicht mehr notwendig ist. Neue Radlagermodelle sind mit einer zusätzlichen Dichtung für die Stirnverzahnung ausgestattet, die das Eindringen von Feuchtigkeit verhindert. TYPISCHE SCHÄDEN ■ Überhitzung ■ Außenringbruch ■ Verkippung ■ Zu stramme Passung ■ Ermüdung ■ Wälzkörpereindrücke ■ Verschmutzung ■ Schmierungsfehler ■ Korrosion ■ Bordbrüche ■ Fressverschleiß ■ Falsche Lastrichtung www.autoservicepraxis.de

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Durch das Eindringen von Feuchtigkeit entsteht Korrosion. Harte Schläge durch Bordsteinkontakt verursachen Wälzkörpereindrücke. Moderne Radlager halten hohen Belastungen und Umwelteinflüssen stand. ausfall führen. Viele Werkstätten vernachlässigen diese häufig bei der Beurteilung eines Radlagerschadens, berichtet der Aftermarket­Spezialist. Die einwandfreie Funktion der Umgebungsbauteile ist vor der Montage des Radlagers gewissenhaft zu prüfen. Eine Ovalverformung oder eine schlechte Passungssituation können die Ursache für einen schlechten Lagersitz sein. Daher sollte der Fachmann immer die Funktion der Achsbauteile sicherstellen und den Radträger auf Verformungen prüfen. Vorsicht bei Sensorikbauteilen Einige Fahrzeuge verfügen über Radlager, die mit Sensorikbauteilen ausgestattet sind. Bei diesen Fahrzeugen kann ein defektes ABS­Kabel der Grund für einen Radlageraustausch sein. Laut den Spezialisten wäre so die Funktion des ABS nicht mehr gewährleistet. Daher sollte der Werkstatt­Profi die Montage immer gemäß den Herstellervorgaben RADLAGERSCHÄDEN ERKENNEN durchführen, die Kabel richtig verlegen und den Kontakt mit beweglichen Teilen vermeiden. Bei einem Radlager mit integriertem Impulsgeberring muss der Fachmann unbedingt die Einbaurichtung des Lagers beachten, da ansonsten das Drehzahlsignal vom Radlager nicht erkannt wird. Die korrekte Einbaurichtung bei einem Radlager mit integriertem Impulsgeberring lässt sich mittels einer FAG­Detektorkarte ermitteln. Montagefehler In einigen Fällen lässt sich der Radlagerschaden auf eine falsche Montage zurückführen. Das bedeutet unter anderem eine unsachgemäße Montage, übermäßige Erhitzung, falsche Einstellung und falsches Spiel oder auch ein zu starkes Anziehen der Achsschraube. Alle Faktoren können zu einem verfrühten Ausfall eines Radlagers führen. Deshalb sind die Verwendung von Spezialwerkzeug und die Betriebsverhalten Mögliche Ursachen Auswirkungen Unruhiger Lauf Beschädigungen an Ringen und Wälzkörpern Verschmutzung Zu große Lagerluft Zunehmendes Flattern der Räder Erhöhtes Kippspiel Erschütterung der Lenkung Stärker werdende Erschütterungen Stärker werdende Stöße Außergewöhnliches Laufgeräusch Zu kleine Lagerluft Zu große Lagerluft Schäden an den Rollflächen Verschmutzung, ungeeignete Schmierstoffe Veränderung der Lagerluft durch Temperatureinflüsse Beschädigungen der Rollbahn Beachtung der Installationshinweise respektive Vorschriften des Herstellers unbedingt erforderlich, erläutert Schaeffler. Eine fehlende oder beschädigte Fett­ oder Staubkappe gehört zu den mechanischen Beschädigungen und Montagefehlern. Die Folge ist eindringende Feuchtigkeit und dadurch Korrosionsbildung im Radlager. Eine unsachgemäße Einstellung kann das Heißlaufen des Lagers zur Folge haben. Generell ist das Risiko vorzeitiger Radlagerausfälle bei fachgerechter Montage und unter Berücksichtigung der Installationshinweise auf ein Minimum reduziert. Die Hersteller empfehlen darüber hinaus auch einen achsweisen Wechsel der Radlager, um die Sicherheit der Insassen zu gewährleisten und das Fahrzeug zu schonen. Frauke Rodenbostel ■ Heulendes oder pfeifendes Geräusch Rumpelndes oder ungleichmäßiges Geräusch Allmähliche Veränderung des Laufgeräusches Radlager mit Stirnverzahnung und Gelenkglocke gehen eine feste Verbindung zur Kraftübertragung ein. Quelle: Schaeffler Fotos: Schaeffler www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 27

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AUTOMOBILTECHNIK WERKSTATTKONZEPT Extra-Plus für den Betrieb Der Schmierstoffhersteller Motul bietet mit dem „Mehr-Wert-Konzept“ konkrete Unterstützungsmaßnahmen für Kfz-Betriebe. Nach erfolgreicher Pilotphase ist das Projekt jetzt an den Start gegangen. nders als „Me­too­Leistungen“, die jederzeit austauschbar sind und somit unweigerlich die Preisnachlass­Spirale in Gang setzen, führen Mehrwerte im Unternehmen zu attraktiven Profilierungschancen. Entsprechend bietet der Schmierstoffhersteller Motul seit Anfang des Jahres mit dem „Mehr­ Wert­Konzept“ für die Automobilbranche eine überzeugende Antwort auf die sich dramatisch ändernden Zeiten des digitalen Wandels. Dass die angebotenen Maßnahmen sinnvoll sind, bestätigen beispielsweise die Motul Partner Autohaus Kniest, Mercedes­Benz Vertragspartner mit Standorten in Neuss und Dormagen­ Horrem oder der Volkswagen Vertriebsund Servicevertragspartner Autohaus Steinböhmer in Bielefeld. So hat es das Autohaus Kniest geschafft, mit Hilfe des „Store­Checks“ die Prozesse im Betriebsalltag nachhaltig zu verbessern und dadurch den Service als „Dienst am Kunden“ auf ein höheres Niveau zu bringen. Der „Store­Check“ ist ein wesentlicher Bestandteil des Motul „Mehr­Wert­Konzeptes“ und beinhaltet die Analyse des Betriebs aus Kundensicht. Auf den „Company­Check“, der zweite wesentliche Bestandteil des Motul „Mehr­Wert­Konzeptes“, hat dagegen das Autohaus Steinböhmer gesetzt, das mit nachhaltigem Erfolg aus markenüber­ AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 Peter Husmann, Geschäftsführer im Autohaus Kniest, setzt auf Kundennähe. greifender Perspektive betriebswirtschaftlich von Motul begleitet wurde. Mit neuen Ideen zu mehr Kunden Nachdem Peter Husmann 2014 als Geschäftsführer im Autohaus Kniest angetreten war, interessierten ihn zunächst vor allem Fragen zur Außenwirkung des Unternehmens, zur Positionierung im unmittelbaren Wettbewerbsumfeld und zu den Möglichkeiten der Verbesserung von Kundennähe, Beratungsqualität und Abschlussorientierung im Kundenkontakt. Wichtige Impulse lieferte sein Schmierstoffpartner Motul im Rahmen des „Store­Checks“. Dadurch wurden Foto: Motul dem Autohaus die wichtigsten Ergebnisse und Handlungsfelder vor Augen geführt. „Wir haben durch die Analyse von Motul beispielsweise schnell gemerkt, dass teilweise nicht technische Aspekte, sondern Kommunikationsschwierigkeiten die Ursache für vermehrte Reklamationen waren und daher die zwischenmenschliche Kommunikation dringend gestärkt werden musste“, sagt Peter Husmann. „Über diese Erkenntnis waren wir wirklich sehr glücklich und haben sofort gehandelt. Jetzt sind wir auch hier hervorragend aufgestellt“, erklärt Husmann nicht ohne Stolz. Schließlich, so der Geschäftsführer weiter, seien Achtung, KURZFASSUNG Das Anfang 2017 offiziell gestartete Motul „Mehr-Wert-Konzept“ steht im Wesentlichen auf zwei Säulen: dem „Store-Check“ mit dem Blick von außen auf den Betrieb und damit durch die Brille des Kunden und dem „Company-Check“, der die Zusammenhänge aus Finanzen, Strukturen, Prozessen und Kennzahlen im Unternehmen transparent macht. Die aus einer 360-Grad- Sicht entwickelten Maßnahmen sind individuell auf den jeweiligen Betrieb zugeschnitten und ermöglichen somit einen schnellen Einstieg, eine einfache Umsetzung und direkt sichtbare Erfolge. www.autoservicepraxis.de

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Respekt und Wertschätzung der einzelnen Mitarbeiter und damit Sicherheit und Selbstvertrauen des Einzelnen für erfolgreiche Geschäfte immens wichtig. Über spezifische Trainings seines Schmierstoffpartners werden diese Defizite nun nach und nach angegangen. Einen weiteren genialen Schachzug des „Store­Checks“ sieht Husmann zudem in dem von Motul durchgeführten Benchmark­Vergleich. Hier erfahre man aus marken­ und anbieterneutraler Sicht sofort die eigene Wirkung zum Verbraucher im direkten Vergleich zum unmittelbaren Marktumfeld, freut sich Husmann. Das „Mehr­Wert­Konzept“ und die Trainer von Motul ermöglichten es, die Verkaufsund Servicepartner exakt in den Bereichen fortzubilden, in denen Bedarf besteht. „Wir werden auch künftig den fachlichen und sachlichen Rat von Motul nicht nur bezogen auf Schmierstoffe, sondern auf das gesamte Autohaus nutzen“, fasst Husmann seine Begeisterung für die hohe Durchschlagskraft des zusätzlichen Serviceangebots abseits vom reinen Produkt gerade in einem zunehmend herausfordernden Wettbewerbsumfeld zusammen. Vergleich mit dem Wettbewerb Die hohe Objektivität des „Mehr­Wert­ Konzeptes“ und hier vor allem der „Company­Check“ haben Markus Seidl, Geschäftsführer des Bielefelder Autohauses Steinböhmer, ebenfalls sofort überzeugt. So weiß der VW Partner, der bereits seit vielen Jahren eng mit Motul bei Motorenölen kooperiert, die hohe Kompetenz und Professionalität des Schmierstoffherstellers auch bei vielen weiteren Fach­ und Branchenthemen zu schätzen. Das aufschlussreiche Ergebnis des „Company­Checks“ hat das Unterneh­ Foto: Steinböhmer Markus Seidl, Autohaus Steinböhmer: „Man verlässt vertrautes Terrain – das ist ein Gewinn.“ men laut seines Geschäftsführers nicht nur in der Richtigkeit seiner Entscheidung bestätigt, sondern auch viele neue Ansätze geliefert. Seidl: „So hat uns die fundierte Finanzanalyse inklusive Zielgruppenauswertung durch die branchenerfahrenen Motul­Experten auf entscheidende, uns teilweise auch noch nicht bekannte Schwachstellen hingewiesen.“ DIE MOTIVATION FÜR MOTUL Simone Bönisch, profunde Kennerin des Automobilhandels und Initiatorin des Motul „Mehr-Wert-Konzeptes“, erläutert die Motivation des Schmierstoffherstellers für das Projekt. asp: Wie ist die Idee des Motul Mehr-Wert-Konzeptes entstanden? S. Bönisch: Ich bin seit mehr als 30 Jahren in der Automobilindustrie tätig und war in dieser Zeit langjährig für die Betreuung und Entwicklung von Autohäusern verschiedenster Marken zuständig. Vor diesem Hintergrund sehe ich einen stetig wachsenden Bedarf an effektiven Unterstützungsmöglichkeiten. So durchläuft die Welt der Hersteller wie auch Autohäuser einen immer schnelleren Wandel. Diesen müssen vor allem Automobilhändler enorm rasch antizipieren und sich entsprechend anpassen, um weiter ertrags- und kundenorientiert arbeiten zu können. Diese rasante Veränderung von Foto: Steinböhmer Neben der Umsetzung der aufgezeigten schnellen Ergebnishebel (Quick­Wins) will Seidl nun gemeinsam mit dem Schmierstoffhersteller weitere Aufgabenfelder bearbeiten. Hierzu zählen beispielsweise Strukturen und Prozesse sowie Beschaffungs­ und Logistikthemen, die für den langfristigen Erfolg des Autohauses wichtig seien. „Ich kann das Motul ‚Mehr­Wert­Konzept‘ den Händlerkollegen sehr ans Herz legen. Gemeinsam mit Motul verlässt man hier zwar letztlich vertrautes Terrain, indem man in den markenübergreifenden Ringkampf des Autohandels einsteigt. Dadurch lernen wir jedoch auch Chancen und Risiken anderer Fabrikate kennen, können daraus unsere eigene Erfolgsstrategie ableiten“, resümiert der Automobilhändler. Durch die aus der Analyse abgeleiteten ersten Schritte und die klar priorisierten Folgemaßnahmen gewinne sein Betrieb auf ganzer Linie. Dietmar Winkler ■ Simone Bönisch, Key Account Managerin Markt und Kunden hat uns schließlich im Herbst 2015 dazu veranlasst, ein wirkungsvolles und einzigartiges Konzept mit Unterstützungsmaßnahmen für das Autohaus zu initiieren. Nach einer erfolgreichen Pilotierungsphase sind wir nun mit unserem ‚Mehr-Wert-Konzept‘ am Start. asp: Was bringt Motul als Schmierstoffhersteller mit, um den Automobilhandel auch in betriebswirtschaftlichen Fragen rund um das Autohaus zu beraten? S. Bönisch: Zum einen verfügen wir seit mehr als 25 Jahren über ein umfangreiches Beratungs- Know-how, beispielsweise mit unserem nach wie vor einzigartigen Umweltberatungs- und Entsorgungskonzept „Das Grüne Dach“ in puncto Umweltberatung und -bilanzierung. Zum anderen haben wir hochkarätige Partner an unserer Seite, die die Autohäuser objektiv und herstellerunabhängig analysieren, daraus konkrete Handlungsfelder ableiten und prompte Ergebnisverbesserungen realisieren. Kurzum: Ich kenne kein anderes Unternehmen, das in betriebswirtschaftlichen Fragen die Dinge effizienter auf den Punkt bringt. asp: Wie viele Partner peilen Sie mittelfristig an? Können sich Interessenten auf weitere Ausbaustufen des Konzeptes freuen? S. Bönisch: In den kommenden zwei bis drei Jahren möchten wir rund 300 Autohäuser von den Vorteilen unseres ‚Mehr-Wert-Konzeptes‘ überzeugen. Selbstverständlich haben wir weitere Konzeptbausteine in der Pipeline und werden diese sukzessive ausrollen. Foto: Motul www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 29

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Foto: Total AUTOMOBILTECHNIK MOTORENÖLE Gemacht für Hochleistungen Die Hersteller von Motorenölen warten mit neuen Produkten für die immer anspruchsvolleren Vorgaben der Hersteller auf. ie Anforderungen der Fahrzeughersteller an Motorenöle werden immer höher und immer spezifischer. Erst nach entsprechender Freigabe darf das Öl in den Motor. Der Trend geht zu sehr spezifischen Ölen, die nur für bestimmte Fahrzeuge freigegeben sind, sowie zu niedrigeren Viskositäten. Helmut Leonhardt, Entwickler Shell Lubricants: „Es wird immer heißer im Motorraum! Der Trend zu niedrigen Viskositäten ist universell, lediglich die Geschwindigkeit in verschiedenen Regionen ist unterschiedlich – mit Japan alsVorreiter.“ Dietmar Winkler ■ TOTAL Neues Long Life Öl für Volkswagen Quartz Ineo Long Life 0W­20 mit Age Resistance Technology ist ein neu formuliertes, synthetisches Motorenöl mit einer speziell entwickelten Formel, welche die antioxidativen Eigenschaften des Motoröls stärkt und somit Das Öl hat die Freigaben von VW und Prosche. laut Hersteller einen entscheidenden Schutz vor Schlammbildung und Verschleiß bietet. Es sorgt für einen hohen Verschleißschutz, eine lange Lebensdauer und eine außergewöhnliche Kraftstoffverbrauchsleistung bei gleichzeitiger Erhaltung der Effizienz von Emissionssystemen in den neuesten Diesel­ und Benzinmotoren. Quartz Ineo Long Life 0W­20 ist speziell für den Einsatz in VW­Fahrzeugen empfohlen. Es ist für VW 508.00/509.00 und Porsche C20 freigegeben. diwi ■ Neues Produkt: Das Sintron 0W-20 VEEDOL Noch dünner Der Schmierstoff­Spezialist Veedol Deutschland wartet mit einer Produktneuheit aus dem Hightech­Bereich auf. Das Sintron Longlife IV 0W­20 ist ein speziell für moderne Pkw mit Otto­ und Dieselmotoren aus dem Hause VW/Audi entwickeltes mid­SAPS Hochleistungs­ Motorenöl. Die VW­Gruppe schreibt für ihre neuesten Motoren ein Öl mit der Spezifikation VW 508.00/509.00 und Viskositätsklasse SAE 0W­20 vor. Die niedrige Viskosität hängt direkt mit der Kraftstoffeinsparung und der Reduzierung von Emissionen des Kraftfahrzeugs zusammen. Es ist das erste Mal, dass die VAG­ Gruppe ein SAE 0W­20 Motorenöl vorschreibt. Sintron Longlife IV 0W­20 weist eine grüne Farbe auf. Sintron Longlife IV 0W­20 ist nicht abwärtskompatibel, was bedeutet, dass das Öl nicht in Motoren, für die eine andere, bereits bestehende VW­Spezifikation vorgeschrieben wird (z.B. VW 504.00/507.00, 505.01, 502.00, 505.00), verwendet werden kann. Der Grund hierfür ist deren Viskosität. diwi ■ Foto: Veedol SHELL Shell Helix Ultra aus Erdgas Shell ist derzeit der einzige Schmierstofflieferant, der in großem Maßstab Grundöle mittels Synthesetechnologie aus Erdgas statt aus Erdöl herstellt. Die PurePlus Technology ist ein Prozess, bei dem Erdgas in kristallklares Grundöl umgewandelt wird. Es ist nahezu frei von im Erdöl vorhandenen Verunreinigungen. Mit dieser Technologie wird ein zu 99,5 Prozent reines Grundöl mit verbesserter Reinigungs­ und Schutz wirkung erzeugt. Dieses Grundöl ist AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 Hauptbestandteil der Shell Helix Ultra Motorenöle, die fortschrittlichsten Öle von Shell. Es bietet laut Shell einen optimalen Motorenschutz und eine hervorragende Leistung selbst in anspruchsvollen Fahrsituationen. Das Öl hilft laut Hersteller die Lebensdauer des Motors zu verlängern, die Wartungskosten zu senken, den Ölverbrauch zu reduzieren und für eine bessere Sauberkeit zu sorgen. Im Vergleich zu minderwertigen Ölen biete das Produkt bis zu 50 Prozent niedrigere Verdampfungsverluste auch bei hohen Temperaturen. Ein weiterer Pluspunkt von Shell Helix sei die konstante Leistung bei extremen Temperaturen. Die Fließgeschwindigkeit ist bis zu dreimal höher als normgemäß erforderlich. diwi ■ Foto: Shell Helix-Öle werden aus Erdgas gewonnen und sind besonders rein. www.autoservicepraxis.de

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Foto: Liqui Moly LIQUI MOLY Special Tec Aus dem universalen Schmiermittel ist längst ein hochspezialisiertes, flüssiges Ersatzteil geworden, das nur noch für Neu ist das 0W-30-Öl für Ford-Motoren ganz bestimmte Motoren passt. Für die aktuellen TDCi­Dieselfahrzeuge von Ford bringt Liqui Moly jetzt ein neues Öl auf den Markt: das Liqui Moly Special Tec F 0W­30. Es entspricht der Ford­Norm Ford WSS­ M2C 950­A und wurde eigens für TDCi­ Dieselfahrzeuge ab Modelljahr 2014 entwickelt. Mit der Tieftemperaturviskosität 0W ist es ein ziemlich dünnflüssiges Öl, das den Kraftstoffverbrauch senkt. Gleichzeitig bietet es aber trotzdem hohen Verschleißschutz, auch für Autos mit Start­Stopp­ Automatik. Die Special Tec­Reihe von Liqui Moly umfasst Motorenöle, die nur für ganz spezielle Fahrzeugmodelle geeignet sind. Das „F“ im Namen zeigt, dass es sich um ein Öl für Ford­Modelle handelt. Neben dem neuen Ford­Öl gibt es bereits mit dem Special Tec F 5W­30 ein zweites Ford­ Öl für ältere Modelle. diwi ■ PETRONAS Coole Formel Petronas Lubricants International (PLI) mit dem Premium Motorenöl Syntium mit CoolTech kann sich mit der Ausweitung seiner Produktpalette über zahlreiche neue Freigaben freuen. Das vollsynthetische Syntium Motorenöl bietet laut Hersteller einige Vorteile: Die verstärkten Molekülketten von der Formulierung „CoolTech“ vermeiden die Verdickung des Schmieröls, indem sie der Oxidation des Öls bei hohen Temperaturen widerstehen. So kann das Öl die Hitze der kritischen bewegten Teile absorbieren und schneller ableiten und sie so vor schädlichem Ver­ Foto: Petronas Hält auch hohen Temperaturen im Motor stand. schleiß, Rissen und Ablagerungen schützen. Da motorschädigende Hitze an der Basis verhindert wird, kann eine optimale Fahrleistung sichergestellt werden. Petronas Lubricants International investiert derzeit stark in Technologie. Ende 2015 hat PLI mit dem Bau des weltweit modernsten Forschungs­ und Entwicklungszentrums für Schmierstoffe in Turin begonnen. Die Fertigstellung ist für Ende dieses Jahres geplant. diwi ■ FUCHS Drei neue Öle fürs Autohaus Ford führte 2014 eine Motorenölspezifikation für die neue Generation der TDCi­Motoren ein. Die Spezifikation basiert auf der ACEA C2 Spezifikation in der SAE Klasse 0W­30. Speziell dafür hat Fuchs das Titan Supersyn F Eco­FE 0W­30 entwickelt. Das Öl ist offiziell nach Ford M2C950­A freigegeben und nun für Autohäuser und Werkstätten verfügbar. Das ebenfalls neu verfügbare Motorenöl Titan GT1 Long­life IV 0W­20 erfüllt die neuen VW­Spezifikationen VW 508.00/509.00. Es handelt sich um das so genannte „VW Blue Oil“ für die neuesten Motoren­Generationen. Die Spezifikation verlangt ein Öl in der Viskosität 0W­20 mit abgesenkter HTHS­Viskosität. Das neue Titan GT1 PRO 229.6 5W­30 wurde auf der Grundlage der exklusiven Fuchs XTL­Technologie speziell auf die Anforderungen der neuen Mercedes­Benz­Spezifikation 229.6 entwickelt. diwi ■ Foto: Fuchs Schmierstoffe Supersyn F Eco-FE 0W-30 speziell für Ford-Motoren EXXON MOBIL Neues Gebinde für Werkstätten In den USA ist das Gebinde schon seit 2009 auf dem Markt. Jetzt ist es auch in Deutschland verfügbar. Mit der „Mobil Boxx“ bietet Exxon Mobil ein praktisches 20­Liter­ Gebinde. Zu den „Mobil Boxx“­Verpackungen gehört ein 20­Liter­Behälter für Flüssigkeiten und deren Lagerung. Er besteht aus einer Kunststofftüte in einem Pappkarton, der Formstabilität für platzsparende Lagerung und Schutz gegen leich­ te mechanische Einflüsse von außen gewährleistet. Die Kunststofftüte ist mit einem verschließbaren Abflusshahn versehen. Ein Vorteil: Die Box erlaubt die Lagerung von Motorenölen in mobilen Regalen und eine deutliche Platzeinsparung. Sicherheitsaspekte werden durch den Abflusshahn bedient, zusätzliche Pumpen werden nicht benötigt. Zudem sind die neuen Verpackungen einfach zu entsorgen und die Gefahr von Leckagen ist durch den Aufbau mit der Kunststofftüte im Pappkarton deutlich minimiert. In der Mobil Boxx werden zunächst sieben Mobil Pkw­ Motorenöle angeboten. Weitere Infos beim zuständigen Exxon Mobil Vertriebsmitarbeiter Thomas Brabandt (0151/12217151) diwi ■ Einfaches Prinzip: Plastiktüte im Pappkarton Foto:Exxon Mobil www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 31

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AUTOMOBILTECHNIK REPARATUR-KITS Alle Teile stets zur Hand Entspannter arbeiten: Reparatur-Kits liefern alle benötigten Komponenten. Fotos: ZF, Continental, Herth+Buss, Schaeffler, Meyle Mit Reparatur-Kits können Werkstätten Reparaturen schneller durchführen und sparen Geld bei der Instandsetzung. Wir stellen Sets aus verschiedenen Bereichen vor, die alle benötigten Komponenten mitbringen. b für die Kabelreparatur oder den Austausch des Getriebeöls: Reparatur-Kits bieten alle zur Instandsetzung benötigten Teile in einem Komplettpaket. So können Werkstätten Reparaturen schneller und kostengünstiger durchführen. 90 Prozent Abdeckung Im Aftermarket-Bereich bietet ContiTech beispielsweise Reparatur-Kits an, die für KURZFASSUNG Reparatur-Kits werden von verschiedenen Herstellern angeboten und beinhalten sämtliche Teile zur Instandsetzung. Das spart Zeit und Geld bei der Reparatur und im besten Fall sogar den Austausch von teuren Komponenten, etwa bei Meyle. AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 dene Kits für gängige Fahrzeuge. Jedes Kit enthält Keilrippenriemen, Spann- und Umlenkrollen sowie alle für die Montage notwendigen Zubehörteile. Je nach Fahrzeugtyp und Beanspruchung können zusätzlich ein Generatorfreilauf, Torsionsschwingungsdämpfer, Riemenscheibenentkoppler oder eine Wasserpumpe dabei sein. Ganz neu im Programm ist eine Reparaturlösung mit Riemenscheibenentkoppler, die zunächst für BMW mit Dreizylinder-Benzinmotoren und 1,5 Liter Hubraum und später auch für Opel- und Volvo-Modelle angeboten werden soll. Federal-Mogul Motorparts bietet unter der Marke Moog Axialgelenk- und Lenkmanschettensätze in Erstausrüsterqualität an. Das Angebot umfasst 78 Reparatursätze, mit denen sich gängige Fahrzeuge reparieren lassen. Der Reparatursatz entden Wechsel des Keilrippenriemens geeignet sind. Die Kits enthalten neben dem Keilrippenriemen auch die erforderlichen Spann- und Umlenkrollen. Je nach Anwendung sind auch Dämpfer und Kleinteile enthalten. Mit über 110 Komplett paketen für Riementriebskomponenten werden die häufigsten Fahrzeuganwendungen abgedeckt. Ebenfalls erhältlich sind Zahnriemen-Kits mit Wasserpumpe, die neben dem Zahnriemen und der Wasserpumpe auch alle Rollen und Kleinteile enthalten. Mit 140 Varianten werden 90 Prozent aller europäischen Fahrzeugmodelle abgedeckt, bei denen der Zahnriemen die Wasserpumpe antreibt. Auch Schaeffler bietet mit dem INA Fead Kit alle notwendigen Bauteile zur Reparatur des Nebenaggregatetriebs. Das Programm bietet mehr als 200 verschie- www.autoservicepraxis.de

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Die Keilrippenriemen-Kits von ContiTech erleichtern den Wechsel von Keilrippenriemen. hält das Axialgelenk, Manschetten, Metallbinder und die richtige Menge an speziellem Schmierfett. Ein Mittelwellenlager wechseln, ohne dass auch die gesamte Kardanwelle ausgetauscht werden muss, ist die Spezialität von Meyle. Der Hersteller bietet für den Porsche Cayenne und den VW Touareg ein Kit an, das alle für den Wechsel des Mittelwellenlagers benötigten Komponenten enthält. Für Fahrzeuge aus dem VWund General-Motors-Konzern hat der Hersteller hingegen Tripode-Gelenk-Kits mit Anbaumaterial parat, die für einen einfachen Austausch des Tripode-Gelenks geeignet sind. Ist das Gelenk defekt, können lästige Geräusche bei Kurvenfahrten entstehen. Vom Kabel bis zum Getriebeöl Mit RepCab von Herth+Buss können schadhafte Kabel im Original-Kabelsatz im Bereich von Türen, Heckklappen und Kofferraumdeckeln einfach repariert und ausgetauscht werden. Die defekten Kabel werden herausgeschnitten und durch den Reparatur-Kabelsatz mit Komponenten Für den Getriebeölwechsel hat ZF modulare Ölwechsel-Kits für über 600 Fahrzeuge parat. wie Gummimanschetten und Durchführungstüllen ersetzt. Mit RepCon können schadhafte Steckverbindungen im Fahrzeug repariert und ausgetauscht werden. Die benötigten Crimpverbinder sind bereits im Lieferumfang enthalten. RepPipe ist ein Reparatursatz, mit dem bei allen Pkw-Waschwasserleitungen defekte Stellen ausgebessert werden können. Im Set befinden sich Wellrohrverbindungsstücke, Montageclips und Dichtungen in drei verschiedenen Durchmessern sowie ein 2,5 Meter langes Wellrohr. Der Ölwechsel des Getriebeöls in Automatikgetrieben ist unerlässlich für die Vermeidung von Schäden an Bauteilen sowie zur Erhaltung der Schaltqualität und Funktionalität. Die modularen Ölwechselkits von ZF Aftermarket sind für mehr als 600 Fahrzeugmodelle geeignet, die über ein ZF-Automatikgetriebe mit fünf, sechs oder acht Gängen verfügen. Damit müssen die Werkstätten die entsprechenden Einzelteile nicht länger selbst heraussuchen und bestellen. ZF hält zudem Service-Tipps zum fachgerechten Einsatz der Ölwechselkits bereit. Herth+Buss bietet Kits für die Reparatur von Kabel- und Steckverbindungen. Mit neuen Montagekits, den Lemförder Service Packs, gestaltet ZF Aftermarket Lenkungs- und Fahrwerkreparaturen für die Werkstätten unkomplizierter. Die fahrzeugspezifischen Befestigungssätze können zur jeweiligen Hauptkomponente zusätzlich bestellt werden und beinhalten dann alle benötigten Teile für die Reparatur. Laut ZF sind inzwischen 90 Montagekits mit Ersatzteilen in Originalqualität für über 250 Fahrzeugmodelle im Handel erhältlich. ZF Aftermarket bietet unter der Produktmarke TRW ebenfalls Reparaturkits an. Mit den Trommelbremsen-Superkits lassen sich Trommelbremsen schnell reparieren. Die Kits beinhalten zwei Sätze vormontierter und voreingestellter Bremsbacken, zwei Radbremszylinder, zwei automatische Nachstellungen, Rückholfedern, Haltefedern, Sicherungsstifte für die Bremsbacken, Spezialfett und eine umfassende Einbauanleitung. Last but not least enthält das Sachs-Kupplungs-Kit von ZF für Pkw alle relevanten Komponenten, die für den Kupplungsaustausch benötigt werden. Alexander Junk ■ Das INA Fead Kit umfasst alle Komponenten des Nebenaggregatetriebs. Meyle ermöglicht den einfachen Tausch des Mittelwellenlagers. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 33

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AUTOMOBILTECHNIK JEEP Schafft auch den Rubicon Trail Das Flaggschiff Grand Cherokee von Jeep bekommt pünktlich zum 25. Geburtstag nicht nur ein Facelift, sondern bietet als „Trailhawk“-Edition auch beste Geländetauglichkeit. Der Jeep Grand Cherokee feiert seinen 25. Geburtstag. Die Trailhawk-Edition steht für beste Geländegängigkeit. Fotos: Fiat Chrysler Automobiles as Herzstück von Jeep, der Grand Cherokee, feiert silbernes Jubiläum. Nach 25 Jahren auf dem Markt erhielt das Flaggschiff neben den optischen Retuschen und einem noch edleren Interieur gleich das Offroad-Label „Trailhawk“ verliehen. Und dieses Signet ist nicht einfach nur eine Plakette, die man spazieren fährt. Es ist vielmehr ein Versprechen, dass der Ausflug dann immer mitten durchs Gelände gehen kann, und zwar durch das richtig schwere. Nach dem Cherokee und dem Renegade bezwang diese Version den Rubicon Trail in Kalifornien, um seine Nehmerqualitäten zu beweisen. Luftfederung und Geländeautomatik Die in fünf Stufen einstellbare Luftfederung auf den maximalen Federweg justiert, kann der Ritt durchs Gelände starten – die Kevla-verstärkten Reifen sichern den Kontakt zum Untergrund, während die Gelände-Tempoautomatik im Kriechgang die Steilhänge ab- und wieder auffährt. Und zwar ohne dass man bremsen beziehungsweise Gas geben muss. Das Kriechtempo wählt man einfach mit Hilfe der AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 Der Grand Cherokee passt sich per Fahrwahlschalter an den Untergrund an. FIT FÜRS GELÄNDE Voraussetzungen für das „Trailhawk“-Label: Traktion: Schlammige, sandige, verschneite und vereiste Passagen müssen souverän überwunden werden. Watfähigkeit: Dank Abdichtungen sowie hoch positionierter Lufteinlässe sind hohe Wattiefen möglich. Wendigkeit: Präzise Lenkung sowie ein auf Geländeagilität optimiertes Chassis gewährleisten maximale Beweglichkeit. Verschränkung: Eine hohe Verschränkungsfähigkeit hält alle Räder auf unebenem Terrain möglichst lange am Boden. Bodenfreiheit: Großzügige Bodenfreiheit und Böschungs- sowie Rampenwinkel sind wichtig, um Hindernisse zu überwinden. Schaltwippen. Der Rest ist Mut oder Abenteuerlust. Wie viel der Kraxler wirklich draufhat, wird der Fahrer wohl selten testen können, aber selbst das Wissen um diese Kräfte – und der geleistete Selbstversuch – geben einem ein Gefühl von Freiheit, das so typisch für die Marke ist. Für den Vortrieb sorgt ein Sechszylinder – als 3,6-Liter-Benziner (286 PS) oder als 3,0-Liter-Diesel (250 PS) stets an die achtstufige Automatik mit Geländereduktion gekoppelt. Mittels der elektronisch geregelten Differenzialsperre wird die Kraft immer an das Rad geleitet, das Unterstützung braucht, um den vollen Grad der Geländefreiheit auszuleben. Der Trailhawk fährt als Selbstzünder für 64.400 Euro brutto vor. Dafür erhält man aber auch eine sehr umfangreiche Ausstattung samt einer Topverarbeitung. Den Einstieg in die Grand-Cherokee-Welt bietet die Variante Laredo, wobei der Diesel hier mit 190 PS haushaltet (ab 50.900 Euro). Der reisekomfortbetonte Summit ist mit dem 250-PS-Diesel ab 72.900 Euro zu haben.V8-Fans können beim SRT 468 PS auf die Straße bringen (ab 87.900 Euro). Rocco Swantusch/Alexander Junk ■ www.autoservicepraxis.de

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Der neue Volvo V90 Cross Country ist höher und breiter. Ein großzügiger 9,2-Zoll-Touchscreen-Monitor bietet Zugang zu den meisten Funktionen. Fotos: Alexander Junk VOLVO Kombi mit Offroad-Modus Volvo hat den V90 höhergelegt: Der V90 Cross Country bietet sechs Zentimeter mehr Bodenfreiheit als der reguläre Kombi und ist serienmäßig mit Allradantrieb ausgestattet. it dem neuen V90 Cross Country hat Volvo eine geländetaugliche Version des V90 präsentiert. Wir konnten den Newcomer auf einer Teststrecke im österreichischen Faistenau auf Herz und Nieren testen. Allrad bei Bedarf Der V90 Cross Country hat im Gegensatz zum regulären V90 einen Unterfahrschutz vorne und hinten, eine Beplankung an den Flanken und Radläufen sowie eine spezielle Dachreling – das soll vor allem Outdoor-affine Kunden ansprechen. Für beste Geländetauglichkeit verfügt der Schwede über eine um sechs Zentimeter auf insgesamt 21 Zentimeter erhöhte Bodenfreiheit. Darüber hinaus wurde das Radhaus vorne um 2,4 Zentimeter und hinten um 1,4 Zentimeter verbreitert. Der Volvo wird darüber hinaus immer mit Allrad antrieb in Kombination mit einer Lamellenkupplung von BorgWarner angeboten. Letztere sorgt dafür, dass der Schwede alle vier Räder nur dann zum Vortrieb nutzt, wenn sie auch benötigt werden. Auf normalen Straßen ist beim V90 Cross Country hingegen nur die Vorderachse aktiv. Speziell für Fahrten in sehr raues Gelände verfügt das Fahrzeug zudem über einen Offroad-Modus, bei dem ein permanenter TECHNISCHE DATEN V90 Cross Country T5 AWD Bauart: Vierzylinder-Benziner Hubraum: 1.969 cm³ Leistung/Drehmoment: 254 PS/350 Nm V90 Cross Country T6 AWD Bauart: Vierzylinder-Benziner Hubraum: 1.969 cm³ Leistung/Drehmoment: 320 PS/400 Nm V90 Cross Country D4 AWD Bauart: Vierzylinder-Turbodiesel Hubraum: 1.969 cm³ Leistung/Drehmoment: 190 PS/400 Nm V90 Cross Country D5 AWD Bauart: Vierzylinder-Turbodiesel Hubraum: 1.969 cm³ Leistung/Drehmoment: 235 PS/480 Nm Allradantrieb aktiv ist. In der getesteten Ausstattungsvariante hatte der Volvo auch ein adaptives Luftfahrwerk an der Hinterachse, was aber vorwiegend dem Komfort dient und eine gleichbleibende Bodenfreiheit auch bei hoher Beladung sicherstellen soll. Wäre das Luftfahrwerk auch vorne eingebaut, ließe sich der Kombi wie das SUV XC90 nach Bedarf höherlegen, was im Gelände ein Vorteil wäre. Nichtsdestotrotz sind die Gelände- Eigenschaften des Schweden sehr gut: In unserem Test kraxelte der knapp zwei Tonnen schwere Kombi munter einen schneebedeckten Weg hinauf und ließ sich auch sonst bei glatter Fahrbahn kaum aus der Ruhe bringen. Auf der Autobahn macht der V90 Cross Country ebenfalls eine gute Figur und fährt sich sehr komfortabel. Der Innenraum präsentiert sich edel: Der übersichtliche Touchscreen-Monitor in der Mitte des Armaturenbretts ist die zentrale Steuerzentrale und macht Tasten und Schalter überflüssig. Zahlreiche Fahrassistenzsysteme, mit denen sich der Cross Country optional ausstatten lässt, nehmen dem Fahrer Arbeit ab. Besonders die teilautonome Fahrfunktion „Drive Pilot“ gefällt: In Kombination mit dem Tempomat hält das Auto nicht nur die Geschwindigkeit und den Abstand zum Vordermann, sondern kann auch der Spur bis zu einer Geschwindigkeit von 130 Kilometer pro Stunde folgen. Dafür muss der Nutzer aber mindestens einen Finger am Lenkrad lassen, da sich das System sonst deaktiviert. Im Gegensatz zu der E-Klasse von Mercedes-Benz kann der Volvo damit aber keine selbstständigen Spurwechsel vollziehen, sondern nur die Spur halten. Pfiffig ist auch der Notbremsassistent mit Fußgänger- und Radfahrer-Erkennung bei Tag und bei Nacht, der auch Wildtiere erkennen kann. Alexander Junk ■ www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 35

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PRODUKTE KATALOG Tuning-Tipps vom Profi Der neue Premio Tuning Katalog 2017 bietet wieder zahlreiche Marken des Tuning-Segments aus den Bereichen Fahrwerke, Bremsen, Leistungssteigerungen, Sportauspuffanlagen, Carstyling und Zubehör. Alleine das Felgenprogramm umfasst mehr als 400 Designs in den Größen von 14 bis 23 Zoll. Präsentiert wird Foto: DBV Würzburg das Angebot von TV-Tuner Jean Pierre Kraemer, der den Leser in die vielseitige Welt des Tunings führt. Der Katalog liegt ab sofort bei allen Premio-Tuning-Händlern aus und ist auch am Kiosk erhältlich. aj ■ GD Handelssysteme GmbH www.premio-tuning.de AUTOMATIKGETRIEBE-ÖL Auch für Mercedes-Benz geeignet DBV Würzburg hat zwei neue Automatik- Getriebeöle im Angebot: Das ATF-Universal soll neben seinen guten thermischen Eigenschaften auch einen hohen Schutz gegen Oxidation, Korrosion, Verschleiß sowie Schaumbildung bieten. Dazu ermöglicht das ATF-Öl ein konstantes Reibwertverhalten und einen niedrigen Fließpunkt. Das „ATF-Spezial MB 236.15“ erfüllt darüber hinaus alle Anforderungen für den Gebrauch in Sieben- Gang-Automatikgetrieben (7G-Tronic) von Mercedes-Benz. aj ■ DBV Würzburg GmbH www.dbv.eu Foto: GD Handelssysteme GLÜHKERZEN Besser Vor- und Nachglühen Denso hat sein Glühkerzen-Programm um neun neue Glühkerzen in OE-Qualität erweitert. Die Glühkerzen bieten beim Kaltstart sehr kurze Vorglühzeiten und längere Nachglühzeiten. Sie ermöglichen darüber hinaus einen besseren und geräuschärmeren Verbrennungsprozess bei erhöhter Widerstandsfähigkeit. Das senkt den Schadstoffausstoß und sorgt für einen ruhigeren Motorlauf bei hohen Standzeiten. Die Neuaufnahmen decken insgesamt 542.000 Fahrzeuge in Deutschland, Österreich und der Schweiz ab. aj ■ Denso Automotive Deutschland GmbH www.denso-am.de Foto: Denso Automotive Foto: UFI Filters AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 FILTER Filter-Leichtgewicht Der italienische Filterspezialist UFI Filters liefert für den Giulia von Alfa Romeo serienmäßig sowohl das Ölfiltermodul als auch das Dieselfiltermodul aus. Das Ölfiltermodul besteht aus einem mit Glasfaser verstärkten Kunststoffgehäuse, was es besonders leicht macht. Die Einsätze des Öl- und des Dieselfilters werden im Laufe des ersten Quartals 2017 auch auf dem Ersatzteilmarkt unter den Markennamen UFI und Sofima erhältlich sein. aj ■ UFI Filters spa www.ufi-aftermarket.com www.autoservicepraxis.de

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ASA NEWS DIGITALISIERUNG Umsatzrückgang möglich Die digitale Steuerung von Kommunikations- und Prozessabläufen in der Lkw- Branche könnte sich langfristig nachteilig auf die geschäftliche Entwicklung der Werkstattausrüster im ASA-Verband auswirken. Darauf hat der ASA-Vorstand jetzt hingewiesen. Die Einschätzung stützt sich auf aktuelle technische Projekte, die die digitale Steuerung und Optimierung des Straßen-Güterverkehrs zum Ziel haben. Diese Projektideen könnten trotz steigendem Frachtaufkommen die Zahl der zugelassenen Lkw spürbar reduzieren. Denkbar ist außerdem, dass der Service- und Reparaturbedarf pro Lkw durch digital gesteuerte Prozesse deutlich sinkt. Drei Beispiele führt der ASA-Vorstand 1. Digitalisierung ermöglicht schon heute virtuelle Frachtbörsen, über die in Echtzeit Standorte und freie Ladekapazitäten von Lkw ermittelt werden können. Durch intelligente Verknüpfung dieser und weiterer Informationen würde sich die Zahl der Leerfahrten deutlich verringern. 50 Prozent Leerfahrtenquote sind heute durchaus üblich. 2. Autonom fahrende Lkw im Güterfernverkehr tragen ebenfalls zu einer deutlichen Steigerung der Ladekapazitäten bei. Denn fahrerlose Lkw sind nicht an Ruhezeiten gebunden und können im Prinzip rund um die Uhr eingesetzt werden. In zehn bis 15 Jahren könnten autonom fahrende Lkw im Fernverkehr unterwegs sein. 3. Autonom fahrende Lkw haben eine potenzielle Fehlerquelle weniger. Denn viele Lkw-Unfälle sind Folge von Fahrfehlern der Fahrer. Auch technische Defekte in Folge von Fehlbedienungen durch die Fahrer dürften sich bei autonom fahrenden Lkw verringern. Experten rechnen damit, dass spätestens in zehn bis 15 Jahren autonom fahrende Lkw im Fernverkehr eingesetzt werden. Dazu sagte ASA-Präsident Frank Beaujean: „Zweifellos bietet die Digitalisierung für unsere Mitglieder Vorteile. Als Verband betrachten wir die möglichen Auswirkungen von Neuentwicklungen jedoch im Ganzen. Denn dann können unsere Mitglieder sich rechtzeitig auf anstehende Veränderungen einstellen und neue Marktchancen erfolgreich nutzen.“ Foto: Blitz Rotary PRÜFSTÄNDE Nicht zu lange warten Werkstattunternehmen, die auch Prüfstützpunkt für Prüforganisationen sind, genügte bisher die Stückprüfung ihrer Bremsprüfstände. Gemäß der an europäisches Recht angepassten StVZO müssen die Bremsprüfstände ab 1.1.2017 zusätzlich zur Stückprüfung eine Kalibrierung erhalten. Das bedeutet vereinfacht formuliert, dass für die eingesetzten Prüfmittel eine messtechnische Rückführung bis hin zu einem DAkkS-akkreditierten Kalibrier labor nachgewiesen werden muss. Bis Ende 2017 können die von den KOMPAKT Bundesverband der Hersteller und Importeure von Automobil-Service Ausrüstungen e.V. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat das Ziel, Arbeitsunfälle so weit wie möglich zu reduzieren. Bei einer routinemäßigen Überprüfung der DGUV- Regel „Fahrzeuginstandhaltung“ wurde festgestellt, dass eine Anpassung an den aktuellen Stand der Technik erforderlich ist. Das Sachgebiet „Fahrzeugbau, -antriebssysteme und Instandhaltung“ ist bei der Berufsgenossenschaft Holz und Metall angesiedelt. Hier hat man eine Projektarbeit ins Leben gerufen, um bis zum Jahr 2019 die betreffenden DGUV-Regeln zu überarbeiten. Der ASA- Verband hat sich als eine der betroffenen Interessengruppen zur Mitarbeit im Lenkungsausschuss des Projekts bereit erklärt. KONTAKT Geschäftsstelle ASA Bundesverband Tel. 0 89/80 07 19 92 Fax 0 89/84 00 58 56 geschaeftsstelle@asa-verband.de www.asa-verband.de Herstellern der Prüfstände geschulten Sachverständigen sowohl die Stückprüfung als auch die Kalibrierung vornehmen. Ab 1.1.2018 darf die Kalibrierung nur noch durch akkreditierte Anbieter erfolgen. Dazu Frank Beaujean, Vorsitzender des ASA-Fach bereiches „Prüfstände“: „Der ASA- Verband bemüht sich darauf hinzuwirken, dass wegen des Bestandsschutzes für alte Bremsprüfstände bis zum 31.12.2019 nur Prüfstände mit der Bauartzulassung „Rili 2011“ dieser normenkonformen Kalibrierung unterzogen werden. Es gibt für die alten Prüfstände schlichtweg keine akkreditierten Kalibrieranbieter, bzw. die alten Bremsprüfstände sind nicht normen konform kali brierbar.“ Derzeit werden die Vorbereitungen für das Verfahren geschaffen. Ansprechpartner der Werkstätten bleiben die Hersteller und Lieferanten der Prüfstände, welche zu gegebener Zeit eine Liste akkreditierter Anbieter von Kalibrierungen veröffentlichen werden. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 37

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WERKSTATTTECHNIK FAHRWERKVERMESSUNG Auf die Plätze, fertig, los ... In nur zwei Minuten lassen sich die Reifenprofiltiefe, eine Schnellvermessung und ein Batterietest durchführen. Der Kunde ist von der Gratis-Zusatzleistung begeistert, der Betrieb von den aufgedeckten Potenzialen. as System wird morgens einmal hochgefahren und startet dann, sobald ein Fahrzeug reinfährt, automatisch“, erklärt Jens Gasterich, Bereichsleiter Service beim Autohaus Wolfsburg, das neue Prüfsystem von Hunter. Sowie das Auto also über die Reifenprofilplatte fährt, läuft die Zeit und der Quick Check Prüfablauf beginnt. An vier Stellen wird der Reifen zunächst per Laser abgetastet und die Reifenprofiltiefe gemessen. Auf dem Display erscheinen die Ergebnisse. Jetzt wird haube aufklappen, Gerät anstecken, Batterieart auswählen und schon sind auch diese Ergebnisse auf dem Display zu sehen. Der Drucker druckt nun eine Zusammender Anwender aufgefordert die Adaptoren anzubringen. Eine kleine Skizze zeigt, an welcher Stelle des Fahrzeugs (vorne, hinten, rechts, links) die jeweiligen Aufnehmer montiert werden müssen. Sobald das System alle Reflektoren erkannt hat, fordert es per Anzeige auf, das Fahrzeug vorwärts zu rollen. In Sekunden ist die Messung abgeschlossen. Jetzt wird noch der richtige Fahrzeugtyp, Baujahr und Fahrwerk am Bildschirm ausgewählt. Zuletzt nimmt der Anwender die Batterieprüfung vor. Motor- KURZFASSUNG Mit dem Quick Check System von Hunter werden im Autohaus Wolfsburg in der Dialogannahme das Fahrwerk, die Reifenprofiltiefe und die Batterie präventiv geprüft. Das bietet Potenzial für Folgeaufträge. Der Hunter Quick Check: Hawk-Eye-Achsvermessung inklusive Batterie- und Reifenprofiltiefenmessung. AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 www.autoservicepraxis.de

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Fotos: Valeska Gehrke Beim Überfahren startet der bodeneben verbaute Reifenprofiltiefenmesser automatisch. fassung aller Messungen aus. Jetzt noch die Adaptoren wieder entfernen und fertig. Gesamtzeit: unter zwei Minuten. „Wenn man das als Arbeitsablauf hintereinanderweg macht, sind es tatsächlich nicht mehr als zwei Minuten. Und ich kann dem Kunden parallel alles erklären, weil ich mich nicht auf die Handlung konzentrieren muss. Der Prüfablauf ist sehr einfach“, erzählt Jens Gasterich begeistert. „Wir beraten, der Kunde entscheidet“ Auf dem erstellten Ausdruck sind alle gemessenen Werte übersichtlich zu sehen: Gesamtspur und Sturz vorne und hinten, Batterieladezustand und die Profiltiefe. Zudem ist ein von dem System während der Messung erstelltes Foto des Fahrzeugs mit Kennzeichen abgebildet. „So weiß der Kunde, dass es auch sein Fahrzeug gewesen ist“, erklärt Werkstattleiter Frank Müller. Den Ausdruck, den der Kunde als Beleg mitnehmen kann, habe man im Layout individuell angepasst. „Auf einen Blick ist so ersichtlich, ob weiterer Handlungsbedarf besteht.“ Denn der Kunde soll sich nicht übergangen fühlen. Daher wird auch jeder vorher gefragt, ob er die kostenlose Dienstleistung im Rahmen der Dialogannahme in Anspruch nehmen möchte. „Die erste Frage lautet dann immer: ‚Wie lange dauert das?‘“, weiß Jens Gasterich. Bei der Antwort „60 bis 90 Sekunden“ nehmen viele Kunden das Angebot an. Gleichzeitig müsse der Serviceberater auch erklären, dass es sich um eine Eingangsvermessung handelt, die nicht mit einer Achsvermessung mit Einstellung gleichzusetzen sei. Sonst wundere sich der Kunde womöglich noch, warum er für seine letzte Einstellung eine Rechnung erhalten habe. Mit dem neuen System von Hunter deckt man im Autohaus Wolfsburg jetzt bereits in der Dialogannahme frühzeitig Potenziale auf. „Potenziale, die bis dato vielleicht erst in der Werkstatt entdeckt wurden“, so Jens Gasterich. Denn durch Jens Gasterich (l.), Bereichsleiter Service, mit Frank Müller, Werkstattleiter vom Autohaus Wolfsburg Bordsteinfahrten oder schlechte Straßenverhältnisse komme es schnell dazu, dass die Achse leicht verstellt sei. Das führe wiederum zu einem erhöhten Reifenverschleiß und schlechteren Fahreigenschaften. „Oft merken die Fahrer das gar nicht, da die elektromechanische Lenkung das heute ausgleicht und das Lenkrad nicht mehr wie früher nach links oder rechts zieht. Erst wenn sie neue Reifen brauchen oder wir sie auf den einseitigen Verschleiß aufmerksam machen, merken sie, dass etwas nicht stimmt“, fügt Werkstattleiter Frank Müller hinzu. „Und da ist eine Achsvermessung, die dazu dient Kraftstoff zu sparen und den Reifenverschleiß zu verhindern, eine gute Investition. Vor diesem Hintergrund haben wir das neue System angeschafft, um den Kunden einen Mehrwert zu bieten und unseren Service qualitativ zu unterstreichen“, so Jens Gasterich. Bessere Auslastung Dabei habe man sich zunächst über verschiedene Systeme auf dem Markt informiert. Schließlich sahen sich die beiden auf der Automechanika das Hawk Eye-System Übersichtlich und informativ: Der Kunde erhält einen Ausdruck mit allen Ergebnissen. Der Midtronics Batteriecheck ist ebenfalls in den Prüfablauf integriert. von Hunter genauer an und die Entscheidung war gefallen. Die Möglichkeit das System bodeneben einzubauen sowie die vielen Funktionalitäten hatten die Wolfsburger überzeugt. Seit November vergangenen Jahres ist das Messsystem nun im Einsatz. Und auch wenn nicht jeder Kunde notwendige Einstellarbeiten direkt ausführen lässt, „ist unser Messstand insgesamt deutlich stärker ausgelastet als früher“, erzählt Jens Gasterich. Potenziale vormerken Eine Besonderheit im Autohaus Wolfsburg ist die Unterflurmontage, wobei die Grube des alten Bremsenprüfstands mit Rüttelplatte weiterverwendet werden konnte. „Ein großer Vorteil für Werkstätten ist, dass bei der Demontage des alten Systems das neue genauso eingebaut werden kann und keine größeren Umbaumaßnahmen notwendig sind“, erinnert sich Jens Gasterich. Optisch kann sich das neue Prüfsystem, das nun einen von zwei Dialogannahmeplätzen aufwertet, sehen lassen. Aber auch funktionell ist man zufrieden. Frank Müller: „Das System wird von den Mechanikern sehr gut angenommen, weil es viel einfacher ist, als jedes Mal auf die Messstrecke zu fahren und dort zu vermessen.“ Bei rund 60 bis 70 Prozent der Fahrzeuge wird dabei ein Potenzial festgestellt, das freilich nicht immer direkt als Reparaturarbeit in Auftrag gegeben wird. Aber bei einem Durchsatz von 159 Fahrzeugen täglich sind zusätzliche Erträge gewährleistet. „Andernfalls legen wir das Ergebnis-Protokoll in der Fahrzeugakte für später ab“, so Jens Gasterich. Denn dank digitaler Serviceprozesse sind im Autohaus Wolfsburg alle Fahrzeugdaten und die Historie jederzeit für jeden Mitarbeiter abrufbar. Wenn der Kunde sich also zu einem späteren Zeitpunkt wieder meldet, hat die Serviceassistentin den Protokollausdruck der letzten Dialogannahme schnell zur Hand – digital versteht sich. Valeska Gehrke ■ www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 39

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WERKSTATTTECHNIK AUTOZUM SALZBURG Besonderer Charme Die relativ überschaubare Fachmesse in Salzburg war auch in diesem Jahr wieder gut besucht und stellte einen wichtigen Treffpunkt der automobilen After-Sales-Branche in Österreich dar. KURZFASSUNG Die AutoZum gilt als interregionale Leitmesse. In diesem Jahr stand sie ganz im Zeichen des Technologiewandels. Rahmenprogramm und begleitender Fachkongress beschäftigten sich mit Trends, Entwicklungen und aktuellen Herausforderungen. ie Messegesellschaft zeigte sich nach den vier Messetagen zufrieden: insgesamt 320 Aussteller aus dem In- und Ausland präsentierten knapp 24.000 Besuchern ihre Produkte, Dienstleistungen und Innovationen. Das entspricht einem Besucherplus von 2,1 Prozent im Vergleich zur vergangenen Auto- Zum im Jahr 2015. Denn in Zeiten der wohl spannendsten und tiefgreifendsten Umbruchphase seit der Erfindung des Automobils, die auch für die automotiven After-Sales Branchen einen grundlegenden Wandel mit sich bringe, sei Orientierung gefragter denn je. „Aus unzähligen Gesprächen mit Ausstellern weiß ich, dass vor diesem Hintergrund die Bedeutung und der Nutzen der AutoZum als marken- und branchenübergreifende Innovations- und Know-how-Plattform sowie als Informations- und Kommunikationsmedium für die Branche so manifest geworden ist wie niemals zuvor“, stellte Benedikt AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 Die AutoZum ist Treffpunkt von Werkstättenbetreibern, Kfz-Unternehmern und Mechanikern. Binder-Krieglstein, Geschäftsführer von Messeorganisator Reed Ex hibitions Messe Salzburg, bei Messeschluss fest. Zukunft vernetzte Mobilität Die österreichische Leitmesse für Autowerkstatt- und Tankstelleneinrichtung, Kfz-Ersatzteile und -zubehör sowie chemische Erzeugnisse und Umwelttechnik rief daher 2017 erstmals den begleitenden Fachkongress „Vernetzte Mobilität“ ins Leben. Verschiedene Referenten informierten die mehr als 80 Teilnehmer über Chancen, Risiken und Lösungsansätze im Rahmen des vernetzten Fahrzeugs. Dabei standen Themen wie Geschäftsmodelle durch die verpflichtende Einführung von e-Call oder die Auswirkungen des ver- Digital und mobil: die neue webbasierte Werkstatt-Management-Lösung Werbas blue netzten Fahrzeugs auf den freien After- Sales-Markt im Mittelpunkt. Ein weiteres Highlight des Rahmenprogramms war der gut besuchte Vortrag von Prof. Hannes Brachat, Herausgeber unserer Schwesternzeitschrift AUTOHAUS, zum Thema „Digitalisierung im Kfz-Betrieb“. Doch nicht nur die Digitalisierung beschäftigt die Branche, auch Themen wie die Scheinwerfer-Prüfung, FAS-Justage oder der Klimaservice bei R1234yf-Fahrzeugen stießen auf großes Interesse. So fanden beispielsweise die Präsentationen zu modernen Lichtsystemen am WM- Stand großen Anklang. Bosch zeigte sein Produktportfolio von Reifenmontiermaschinen über die berührungslose Fahrwerkvermessung bis hin zu Diagnosegeräten und führte live vor, wie sich die Servicegeräte in der Werkstatt miteinander vernetzen können. Besonders kurz- www.autoservicepraxis.de

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weilig ging es hingegen bei Hunter zu, wo es ein iPad für die schnellste Eingangsvermessung zu gewinnen gab. Bei Texa standen Klimaservicegeräte und das neue Diagnosegerät Axone Nemo im Fokus. Gemeinsamer Messeauftritt Pflichttermin ist die Salzburger Messe für Teilehersteller und -händler. Platzhirsch war der österreichische Teilegroßhändler und Werkstattausrüster Birner mit einem gigantischen Stand in Halle 10. Der Stand erwies sich auch für die am Stand vertretenen Mitaussteller wie Meyle als wahrer Publikumsmagnet. Unter den Ausstellern war die Stimmung recht gut, über mangelndes Interesse des Publikums mochte sich niemand beschweren. Das Lob der Aussteller: „Hier kommen im Gegensatz zur Automechanika noch echte Mechaniker an den Stand“, war oft zu hören. Das war auch die Rückmeldung der Aussteller am Gemeinschaftsstand der Original Marken Partner, einem Zusammenschluss der Unternehmen Bosal, Dana/Victor Reinz, GKN/Spidan, Mahle und TMD/Textar. Bosch präsentierte seine Werkstattausrüstung sowie das Konzept „Die vernetzte Werkstatt“. Fotos: Valeska Gehrke, Dietmar Winkler Erstmals auf einem gemeinsamen Stand präsentierten sich die beiden Großhandelsmarken Wessels & Müller (WM) und Trost. Die Übernahme von Trost durch WM schlägt sich nun sichtbar im Logo nieder: Das grüne Dreieck von WM enthält jetzt auch den Namen Trost auf rotem Grund. In Österreich treten beide Marken als WM Trost auf. Im deutschen Markt steht dieser sichtbare Schritt noch aus. Hierzulande sind 2017 immerhin bereits die Hausmessen zusammengelegt. Valeska Gehrke, Diemar Winkler ■ Teilehändler WM und Trost mit gemeinsamem Stand und neuem Logo Klimaservicegeräte für Kältemittel R1234yf sind aktuell gefragt. www.autoservicepraxis.de

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WERKSTATTTECHNIK KLIMAKREISLAUF Richtig heiß durchspülen Ist der Kompressor defekt, muss der Klimakreislauf vor dem Austausch gespült werden. Trainer Andreas Lamm stellt eine neue Zweiflaschen-Spülmethode vor, die für den gewünschten Erfolg sorgt. Foto: Valeska Gehrke er Kompressor spielt in der Fahrzeugklimaanlage eine wichtige Rolle. Er verdichtet das Kältemittel im Klimakreislauf. Im Werkstattalltag gilt es, im Umgang mit dem Kompressor, ein paar wichtige Punkte zu beachten, wie Klimaexperte Andreas Lamm von Klimacheck.com erklärt: „Der Kompressor in der Klimaanlage ist im Prinzip nichts anderes als ein Gasverdichter, der eine gewisse Ölmenge zur Schmierung und Kühlung benötigt.“ Doch die Klimaanlage besitze keinen eige- KURZFASSUNG Die Zweiflaschen-Spülmethode von Andreas Lamm soll das Spülen der Klimaanlage zu einer simplen und vor allem sauberen Angelegenheit machen. Heißes, flüssiges Kältemittel reißt Dreck und Ablagerungen im Kältekreislauf mit sich. AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 nen Ölkreislauf, vielmehr werde der gesamte Kältemittelkreislauf für die Ölzirkulation genutzt. „Aufgrund dieser Zirkulation befindet sich nie die gesamte Ölmenge im Kompressor, sondern maximal 50 Prozent. Die restliche Menge verteilt sich im System: ca. 10 Prozent in den Leitungen, ca. 10 Prozent im Kondensator, ca. 10 Prozent im Trockner und rund 20 Prozent im Verdampfer“, erklärt Andreas Lamm. Richtige Schmierung entscheidend Gehe nun beispielsweise der Kondensator im Frontbereich durch äußere Einflüsse wie Steinschlag kaputt, werde dieser häufig ausgetauscht, ohne die Fehlölmenge nachzufüllen. Da Kondensator und Trockner eine Einheit sind, könne man von 20 Prozent weniger Öl ausgehen. „Das kann gut gehen, muss es aber nicht“, so Andreas Lamm. Gerade im Sommer, wenn der Kompressor bei steigenden Temperaturen wesentlich höhere Drücke verdichte, fehle dann genügend Öl für Schmierung und Kühlung: „Das Öl wird zu heiß, verbrennt, der Kompressor wird geschädigt“, folgert Andreas Lamm. Infolgedessen muss die Werkstatt den defekten Kompressor austauschen. „Wenn jedoch einfach der Kompressor ausgetauscht und frisches Öl eingefüllt wird, vermischt sich dieses mit dem verbrannten Altöl. Der Kompressor geht dann aufgrund der Verunreinigungen häufig wieder kaputt“, weiß Andreas Lamm. Der 49-Jährige gibt seit Jahren Schulungen im Bereich Klimaanlagentechnik für Hersteller wie Denso, Hella Behr oder Großhändler wie Coparts, Stahlgruber oder PV. Insgesamt rund 10.000 Teilnehmer hat er inzwischen eigenen Angaben nach in der gesetzlich vorgeschriebenen Klimasachkunde geschult. www.autoservicepraxis.de

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Das Thema „Spülen der Klimaanlage“ hat es ihm dabei besonders angetan. Denn um zu vermeiden, dass ein neuer Kompressor wieder kaputt geht, muss das komplette Klimasystem vorher gespült werden, das geben auch die Kompressorhersteller vor. „Nur wenn der Kreislauf sauber und ölfrei ist und der neue Kompressor mit der richtigen Ölmenge verbaut wird, weiß der Mechaniker, dass die Ölmenge im System korrekt ist. Schließlich gibt es keinen Peilstab zum Kontrollieren“, sagt Andreas Lamm. Mit dem Klimaservicegerät spülen Wie bekommt die Werkstatt also den Kreislauf einfach und simpel sauber? Die vorhandenen Reinigungsmethoden führen seiner Meinung nach in der Praxis nicht immer zum gewünschten Erfolg. Beim Spülen mit dem Klimaservicegerät selbst fehle oft der notwendige Druck und die Temperatur, um auch festsitzende Partikel aus dem Kältemittelkreislauf zu entfernen. Viele Klimaservicegeräte verfügen heute über eine solche Spül- oder Reinigungsfunktion oder können entsprechend erweitert werden. Dabei wird das Kältemittel pulsierend gegen die Fließrichtung mehrmals durch die Klimaanlage gespült. Bei der zweiten Methode kommt eine spezielle Reinigungsflüssigkeit zum Einsatz, die durch den Kreislauf gedrückt wird. „Es kommt zwar eine Menge Dreck raus, aber man muss auch die Reinigungsflüssigkeit wieder zu 100 Prozent entfernen. Es darf keine Rest-Flüssigkeit im Kreislauf verbleiben, da diese die Komponenten schädigt“, erklärt Andreas Lamm. Also müsse die Werkstatt anschließend sehr lange evakuieren, was in der Praxis jedoch nicht immer umgesetzt werde. Andreas Lamm ist seit Jahren im Bereich Klimaservice als Trainer tätig. Auf 70 Grad Celsius erhitzen „Als Trainer habe ich mir die vorhandenen Methoden auf dem Markt jahrelang angesehen und mir Gedanken gemacht“, verrät der Klimaprofi. Ergebnis: ein neues Spülverfahren musste her. „Bei der neuen Zweiflaschen-Spülmethode arbeiten wir mit zwei Kältemittelflaschen, einem Schauglas und in fünf Minuten ist die Klima anlage sauber gespült.“ Zunächst muss die Klimaanlage jedoch vorbereitet werden. Dazu gehört unter anderem: den defekten Kompressor ausbauen, Öl ablassen und die Ausfallursache definieren. Nun wird ein fahrzeugspezifischer Spüladapter an die Kältemittelleitungen montiert. Vor dem Spülen muss zudem das Expansionsventil durch einen Spüladapter ersetzt und die Trocknerkartusche entfernt werden. Bei vielen Fahrzeugen ist der Ausbau nicht möglich und die komplette Trockner/Kodensatoreinheit muss nach dem Spülvorgang erneuert werden. Gespült wird mit Kältemittel selbst gegen die Fließrichtung. Dabei erhitzt ein elektrisches Heizband eine befüllte 12 Kilo Kältemittelflasche auf 70 Grad Celsius. „Dieses heiße, flüssige Kältemittel schießt man mit 20 bar Druck durch die Anlage. Auf der anderen Seite ist eine große, leere Flasche, die das Kältemittel wieder auffängt“, erklärt Andreas Lamm das Prinzip. Foto: Valeska Gehrke Dabei reiße das heiße Kältemittel mit dem entsprechenden Druck jeglichen Dreck mit sich und die Anlage werde sauber. Auf einem integrierten Schauglas sieht der Anwender die rausgespülten Verunreinigungen und wann das Kältemittel wieder klar ist. Das kontaminierte Kältemittel, welches sich nun in der großen Auffangflasche befindet, kann wieder verwendet werden. Dafür wechselt man das Heizband von der leeren auf die volle Flasche. Das Gas verdampft und strömt zurück. Der Dreck und das verunreinigte Öl verbleiben in der Flasche und müssen entsorgt werden. In der Praxis erprobt Inzwischen seien bereits mehr als 50 Spülsets auf dem Markt. Andreas Lamm: „Werkstätten setzen es erfolgreich ein. Ich bekomme immer mehr Videos und Fotos der Spülungen zugeschickt.“ Ein Spülset mit einem Schauglas und ohne Spüladapter kostet rund 600 Euro zuzüglich gesetzlicher Mehrwertsteuer. Die Sets sind über den Großhandel beziehbar. Und auch für Nutzfahrzeuge, Land- und Baumaschinen sei eine entsprechend adaptierte Zweiflaschenmethode einsetzbar. Valeska Gehrke ■ Eine Präsentation der Methode finden Interessierte im asp ePaper. PRAXISEINSATZ BEI KFZ-TECHNIK SALAMONE „Ich werde nur noch mit dem System arbeiten.“ Giovanni Salamone, Inhaber von Kfz-Technik Salamone, war mit einem besonders schweren Fall konfrontiert. Auch nach Einbau eines neuen Kompressors machte die Klimaanlage eines VW T5 nach kurzer Zeit wieder Probleme. Obwohl Giovanni Salamone wie vorgesehen die Klimaanlage mehrmals gespült hatte. „Ich habe das Fahrzeug dann sogar zu VW zum Spülen gebracht, weil ich mir nicht sicher war, ob das mit meinem Gerät richtig funktioniert. Dort haben sie den T5 auch gespült. Aber kurz darauf ist der Kompressor wieder ausgefallen“, erzählt er. Das Ganze habe ihn zwei Kompressoren gekostet. Als er von dem neuen Spülsystem von Andreas Dieser Dreck wurde aus der Klimaanlage des T5 gespült. Lamm hörte, nahm er direkt Kontakt auf und setzte das neue Spülverfahren um. „Auf der einen Seite wurde das Kältemittel auf 70 Grad erhitzt, durch die Klimaanlage gespült und anschließend wieder rekuperiert. Den Vorgang habe ich zwei bis drei Mal wiederholt, bis in dem Schauglas klare Flüssigkeit zu sehen war“, erinnert er sich. Trotzdem traute er dem Frieden nicht, da zuvor bereits zwei Kompressoren durch noch vorhandene Verunreinigungen kaputt gegangen waren. „Ich ließ den Kunden noch zwei, drei Mal zum Überprüfen in die Werkstatt kommen. Aber es funktionierte einwandfrei und ich konnte ihn fahren lassen“, so Giovanni Salamone. Sobald die Klimasaison losgeht, will der Werkstattinhaber das System verstärkt einsetzen, schließlich soll sich die Investition für das Spülset schnell wieder amortisieren. Foto: Salamone www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 43

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WERKSTATTTECHNIK DONGLE-DIAGNOSE Ökosystem Mobilität Beim Start-up trive.me ist man überzeugt, dass durch die Nutzung von Echtzeit-Fahrzeug daten Möglichkeiten für neue digitale Geschäftsideen entstehen. Die App trive.challenge ist eine davon. ichael Pollner, Leiter Business & Innovation bei trive.me, entwickelt und testet mit seinem Team Apps für ein neues digitales Ökosystem Mobilität. „Je selbstverständlicher KURZFASSUNG Die Vernetzung des Alltags schreitet immer weiter voran. Das Start-up trive.me aus München macht sich dies zunutze und testet zurzeit neue Apps, die das Fahrzeug eng mit dem Smartphone verbinden sollen. Der Clou dieser Apps ist, dass der Fahrer spielerisch zu einer umweltbewussten Fahrweise angeregt wird und so bares Geld sparen kann. Nebenbei öffnen die Apps aber auch neue Werbekanäle ins Fahrzeug. Wie das geht, erklärt Michael Pollner von trive.me. AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 Digitalisierung in unserem Alltag wird, desto weniger akzeptieren wir Systeme, in denen wir auf die neuen Annehmlichkeiten verzichten müssen“, weiß Michael Pollner zu berichten. „Unsere Autos machen da keine Ausnahme. Im Gegenteil. Sie werden sehr schnell Bestandteil unser vernetzten Lebenswelt sein.“ Marketing-Strategen haben dies auch bereits erkannt und sehen hierin einen neuen Kanal, Kunden zu erreichen. Jedoch muss man jetzt nicht befürchten, dass während der Autofahrt plötzlich auf dem Display eine Waschmittelreklame aufpoppt und ein Jingle den Fahrer zum Kauf seiner vermeintlichen Lieblingsmarke anregt. „Vielmehr soll das Kundeninteresse durch interessante Stories, kombiniert mit Mehrwert, anstelle ‚einfacher‘ Fotos: Schoch Die App trive.challenge fordert den Fahrer zum Spritsparen auf. Gleichzeitig öffnet sie einen neuen Werbekanal zum Fahrer. Werbung geweckt werden“, erklärt Michael Pollner. Kern des Ansatzes des noch jungen Start-ups ist die App trive.challenge. Sie motiviert dazu kraftstoffoptimiert und verschleißreduziert zu fahren und belohnt User für Fahrerfolge. Und weil sich die Motivation beim Fahrer nicht mit dem erhobenen Zeigefinger erreichen lässt und man auch keine alten Öko-Klischees spielen will, setzt trive.challenge auf ein cleveres Anreizsystem. Um die App nutzen zu können, muss trive.challenge zunächst auf das Smartphone geladen werden. Über einen Dongle, der in die OBD-Steckdose des Fahrzeugs gesteckt wird, kann dann das Smartphone mit dem Fahrzeug kommunizieren. Diese Steckdose findet sich bei allen Fahrzeugen ab dem Baujahr 2001 unterhalb des Lenkrades. Es werden alle aktuellen Daten, wie Spritverbrauch, zurückgelegte Wegstrecke, Durchschnittsgeschwindigkeit, Motortemperatur und -drehzahl, Ort und Umweltbedingungen, in Echtzeit im Display des Smartphones angezeigt. „Challenges“ zwischen Fahrern „Das Anzeigen dieser Daten auf dem Smartphone ist nichts Neues“, sagt Michael Pollner. „Neu ist aber, dass wir den Fahrer durch so genannte Challenges dazu ermutigen bzw. anregen wollen, Kraftstoff zu sparen, Verschleiß am eigenen Fahrzeug zu minimieren und dabei auch noch Spaß zu haben.“ Der Clou an trive.challenge ist jedoch, dass am Ende einer Challenge ein oder mehrere Preise bzw. Incentives stehen können. Die Challenges können dabei verschieden gestaltet sein. So kann zum Beispiel eine Challenge sein, dass der Fahrer täglich versucht, die gleiche Strecke zur Arbeit ökonomischer zurückzulegen – sein Erfolg wird in Euro und Cent in Echtzeit angezeigt. Eine wei- www.autoservicepraxis.de

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tere Challenge ist das Herausfordern eines anderen Users – so entstehen nicht nur Wettkämpfe zwischen den Fahrern, sondern auch zwischen den einzelnen Fahrzeugtypen. Natürlich hat man bei trive. challenge auch an die Vergleichbarkeit gedacht. Die App kennt die Kerndaten der Fahrzeuge und setzt sie in Relation zum Fahrzeugtyp. So kann ein BMW 5er auch mit einem VW Polo in der Fahrweise verglichen werden. Über soziale Medien lässt sich auch der „ökologische Erfolg“ für andere sichtbar machen. Verlässliche Angaben zu CO 2 sind da schon inklusive – in Zeiten von Schummelsoftware und geschönten Abgaswerten ein weiterer Mehrwert. Aktiver Markenkanal „Damit sind die Möglichkeiten dieser App noch lange nicht ausgeschöpft“, sagt Michael Pollner. „Werbepartner können ganze Challenge-Welten definieren und auf diesem Weg Fahrer dazu motivieren, ihre Produkte und Leistungen für sich zu entdecken. Wer weiß, dass heute im Auto eigentlich nur Radio als passiver Kanal existiert, erkennt schnell die Chancen eines solchen aktiven Markenkanals. Ein Kanal, der dank seiner Gamification- Komponente auf sinnvolle Inhalte setzt, anstelle einfacher Werbung oder trivialem Sponsoring.“ Überhaupt sehen die Entwickler bei trive. me für Apps auf dem Markt nur eine Chance, wenn der Anwender von ihnen unmittelbar profitieren kann. Im Rahmen der trive.challenge-App wird daher auch permanent an Erweiterungen gearbeitet. Ein Beispiel hierfür ist der Einbau eines Fehlerservices. Mit ihm ist die Erfassung, Beurteilung und Vermittlung von Hilfe Durch die EDAG Plausibilitätsprüfung entsteht eine Kostenersparnis für Halter und Garantieversicherer. bei Fahrzeugproblemen möglich. Erhält zum Beispiel der Fahrer eine Fehlermeldung im Kombiinstrument, oder fällt ihm ein „merkwürdiges Motorgeräusch“ auf, wird der Fehlercode oder ein vom Fahrer aufgenommenes Audio-File inklusive Beschreibung via App automatisch an die trive.me-Fahrzeugexperten übermittelt und dort ausgewertet. Die Auswertung geschieht im Schulterschluss mit der EDAG Engineering GmbH, einem der weltweit größten Entwicklungspartner der Automobilindustrie. Es folgt unmittelbar eine Empfehlung, ob noch weiter gefahren werden kann, ob das Fahrzeug sofort abgestellt und abgeschleppt werden sollte, oder möglichst bald eine Werkstatt aufzusuchen ist. Ein Ticketsystem managt dabei auch die Werkstattauswahl, Anweisung, Plausibilitätsprüfung der Reparatur und die Kommunikation mit dem Fahrer. „Unser Ansatz ist für alle Beteiligten interessant, das sind der Fahrzeughalter, der Garantieversicherer und die Werkstätten“, sagt Michael Pollner, „da durch die Plausibilitätsprüfung des Schadens eine Kostenersparnis für Halter und Garantieversicherer und für die Werkstatt eine klar definierte Reparaturanweisung gewährleistet ist.“ Digitales Scheckheft Ein weiterer Service ist das digitale Scheckheft. Dabei handelt es sich um eine Langzeit-Analyse über den Fahrstil des Fahrzeughalters. „Ein ressourcenschonender Fahrstil, der sich mit dieser App nachweisen lässt, kann bei einem Wiederverkauf des Fahrzeugs zu einem höheren Verkaufspreis führen“, so Michael Pollner. Der Fantasie, Apps in den vernetzten Fahrzeugen der Zukunft und heute bereits via Smartphone zu nutzen, sind keine Grenzen gesetzt. Weitere Add-Ons werden deshalb gerade bei trive.me entwickelt und trive.challenge-Usern nach und nach freigeschaltet. Die Homepage mit der Anmeldung zu einem kostenlosen Test findet sich im Netz unter www.trive.me/trivechallenge. Marcel Schoch ■ Michael Pollner, Leiter Marketing bei der EDAG Engineering AG, testet ausgiebig im „Selbstversuch“ die neuen Apps, bevor sie dem Kunden zur Verfügung gestellt werden. www.autoservicepraxis.de

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PRODUKTE ARBEITSKLEIDUNG Hoher Tragekomfort Speziell für die Anforderungen von Kfz- Werkstätten bietet Initial mit „UltraFit“ eine neue Kollektion im mittleren Preissegment an. Die Mietkleidung wird dabei aus einem hochwertigen Polyester-Baumwoll-Mischgewebe gefertigt. Die Kollektionsteile, bestehend aus Bundjacke, Latzhose und Bundhose sollen sich durch hohen Tragekomfort und sehr gute Bewegungsfreiheit auszeichnen. Stark beanspruchte Stellen wie Knietaschen wurden zusätzlich verstärkt. Weitere Extras wie Stretcheinsätze, Multifunktionstaschen oder Reflexelemente für bessere Sicherheit sollen der Kollektion sinnvollen Zusatznutzen verleihen. Die Kleidung ist in vier klassischen Farbkombinationen Royal Box/Sailor Blue, Sailor Blue/Royal Box, Convoy/Black und Convoy/New Empire Red erhältlich. Die UltraFit Kollektion für Berufe in Industrie und Handwerk werde Anfang 2017 auf dem deutschen Markt im Mietservice eingeführt. Das Rund-um-Sorglos-Angebot umfasse das Waschen und Prüfen über Anpassen, Reparieren und Austauschen bis hin zum Holen und Bringen der Kleidung. Initial garantiert, dass alle Kollektionsteile auch nach Jahren noch erhältlich seien. vg ■ Initial Textil Service GmbH & Co. KG www.rentokil-initial.de Foto: Initial Foto: Midtronics BATTERIEPFLEGE Auch für Start-Stopp-Batterien Mit der Einführung der MDX-500-Reihe hat Midtronics ein Batterietestgerät auf den Markt gebracht, das auch Start-Stopp- Batterien mit einschließt. „Aktuelle Batteriemanagementgeräte konnten für die Wartung von herkömmlichen Blei-Säure-, Gel- und AGM-Batterien eingesetzt werden. Start-Stopp-Batterien konnten bisher nicht richtig geprüft werden oder die Ergebnisse waren unzuverlässig“, so Sandor de Haan, General Manager von Midtronics BV. Die MDX-500-Reihe habe jetzt einen Algorithmus, der speziell für das Prüfen des Batterietyps EFB entwickelt wurde. asp ■ Midtronics www.midtronics.com KLIMASERVICE Mit externer Kältemittelanalyse Mahle Service Solutions hat die Produktlinie Arctic-Pro um das neue Klimaservicegerät ACX 255 für das Kältemittel R1234yf erweitert. Das Gerät erfüllt alle technischen Vorgaben des vom VDA- Arbeitskreis „Klimatisierung“ erarbeiteten Lastenhefts für 1234yf-Klimaservicegeräte. Das vollautomatische Gerät soll sich für den Einsatz in freien sowie markengebundenen Kfz-Werkstätten eignen. Anders als bei bisherigen Lösungen erfolge die Kältemittelanalyse in einem AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 extern angebrachten Analysegerät. Es werde über eine separate Leitung mit der Klimaanlage im Fahrzeug verbunden. Im Falle einer Kontaminierung würden lediglich der externe Identifier und die separate Leitung in weniger als einer Minute automatisch entleert und ge reinigt. Das Gerät sei somit sofort wieder einsatzbereit. asp ■ Mahle International GmbH www.mahle-aftermarket.com Foto: Mahle www.autoservicepraxis.de

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VERKEHRSBLATT AUSZUG VKBL. AMTLICHER TEIL SEITE 52, HEFT 2/2017 Verkehrsblatt Nr. 11 Bekanntmachung der Änderung der Richtlinie für die Überprüfung der Einstellung der Scheinwerfer von Kraftfahrzeugen bei der Hauptuntersuchung nach § 29 Straßenverkehrs- Zulassungs-Ordnung (StVZO) Bonn, den 30. Januar 2017 LA 20/7342.12/00 Die Richtlinie für die Überprüfung der Einstellung der Scheinwerfer von Kraftfahrzeugen bei der Hauptuntersuchung nach § 29 Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) (HU-Scheinwerfer-Prüfrichtlinie) in der Fassung der Bekanntmachung vom 20. Februar 2014 (VkBl. 2014, Heft 5, S. 174), wird wie folgt geändert: Nummer 1 wird wie folgt gefasst: 1. Anwendungsbereich, Übergangsbestimmungen Diese Richtlinie gilt für die Überprüfung der Einstellung der Scheinwerfer von Kraftfahrzeugen im Rahmen der wiederkehrenden Untersuchungen nach § 29 StVZO. Die Bekanntmachung Nummer 11 ist ein Auszug aus dem Verkehrsblatt 2/2017. Foto: Verkehrsblatt-Verlag Die Richtlinie ist spätestens ab dem 01.01.2018 an Systemen zur Überprüfung der Einstellung der Scheinwerfer anzuwenden. Die „Richtlinie für die Einstellung und die Prüfung der Einstellung von Scheinwerfern an Kraftfahrzeugen“ in der Fassung der Veröffentlichung im VkBl. 1987, Heft 16, S. 563 mit Berichtigung im Heft 22, S. 759 wird zum 01.01.2018 aufgehoben. Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur Im Auftrag Christian Theis (VkBl. 2017 S. 52) IMPRESSUM ISSN NR. 1437-1162 Anschrift von Verlag und Redaktion Springer Automotive Media Springer Fachmedien München GmbH Aschauer Str. 30 · 81549 München Tel. 0 89/20 30 43-0 Fax Redaktion 0 89/20 30 43-12 18 Fax Anzeigen 0 89/20 30 43-12 40 http://www.autoservicepraxis.de Springer Fachmedien München GmbH ist Teil der Fachverlagsgruppe Springer Nature. Redaktion Herausgeber Dipl.-Ing. Jürgen Wolz (TÜV SÜD Auto Service GmbH), Lars Kammerer (TÜV SÜD Auto Service GmbH) Anschrift siehe Verlag Chefredaktion (V.i.S.d.P.) Ralph M. Meunzel Tel. 0 89/20 30 43-12 03 Koordination Patrick Neumann Tel. 0 89/20 30 43-11 84 Redaktion Valeska Gehrke (vg) Tel. 0 89/20 30 43-23 09 Alexander Junk (aj) Tel. 0 89/20 30 43-23 10 Dietmar Winkler (diwi) Tel. 0 89/20 30 43-27 92 Online-Redaktion Ralf Padrtka (Leitung) Tel. 0 89/20 30 43-12 84 Thomas Maier Tel. 0 89/20 30 43-23 11 Frank Selzle Tel. 0 89/20 30 43-11 08 E-Mail: autoservicepraxis@springer.com Ständige Mitarbeiter Eva-Elisabeth Ernst, Martin Schachtner, Marcel Schoch, Dieter Väthröder, Erwin Wagner Gesamtleitung Herstellung Maren Krapp Tel. 0 89/20 30 43-14 18 Layout Diane Laudien Tel. 0 89/20 30 43-11 87 Verlag Geschäftsführer Peter Lehnert Tel. 0 89/20 30 43-22 54 Verlagsleiter Springer Automotive Media Ralph M. Meunzel Tel. 0 89/20 30 43-12 03 Anzeigen- und Marketingleitung Michael Harms Tel. 0 89/20 30 43-12 42 Anzeigenverkauf Sanja Klöppel Tel. 0 89/20 30 43-12 24 Birgit Zipfel Tel. 0 89/20 30 43-11 91 Fax 0 89/20 30 43-12 40 Marketing Alexandra Wutz (Fachliche Leitung) Tel. 0 89/20 30 43-21 05 Susanne Schwarzenböck Tel. 0 89/20 30 43-11 36 Fax 0 89/20 30 43-11 81 Anzeigenverwaltung Aylin Uysal Tel. 0 89/20 30 43-23 58 Gültig ist die Anzeigen-Preisliste ab 01.10.2016 Gelegenheitsanzeigen Doris Kester-Frey Tel. 0 89/20 30 43-11 33 E-Mail: kontakt.anzeigen@springer.com Leitung Vertriebskoordination Fachzeitschriften Tatjana Sachenbacher Tel. 0 89/20 30 43-16 27 Online-Medien Ute Sauermann Tel. 089/20 30 43-22 18 (Produktmanagerin Portale SAM) Abo-Service Tel. 0 89/20 30 43-15 00 Fax 0 89/20 30 43-21 00 Sitz: Aschauer Str. 30 , 81549 München E-Mail: vertriebsservice@springer.com Der Verlag übernimmt keine Haftung für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotomaterial, daher besteht auch kein Anspruch auf Ausfallhonorar. 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AUTO SERVICE PRAXIS-Abonnenten verfügen damit über die im Sinne der AU-Anerkennungsrichtlinie erforderlichen Informationen und sind somit vom Bezug des ansonsten vorgeschriebenen Verkehrsblattes befreit. Bei der Springer Fachmedien München GmbH erscheinen auch die Zeitschriften AUTOHAUS, Autoflotte, GW-trends und Sprit+. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 47

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TÜV SÜD-AKTUELL Fragen an ... Lars Kammerer, Leiter Marketing und verantwortlich für TÜV SÜD ClassiC Was sind Ihre Schwerpunktthemen auf der Retro Classics in Stuttgart? Unter dem Motto „Zurück in die Zukunft“ werden wir live auf der Messe Wertgutachten an einem DeLorean vorführen. Interessierte Privatkunden, gewerbliche Kunden, Autohäuser und Werkstätten können sich umfassend über Wertgutachten und die umfangreichen TÜV SÜD ClassiC Services rund ums Autohaus/Werkstatt informieren. Besonders für Werkstätten/Autohäuser interessant: das TÜV SÜD ClassiC Barometer, eine Umfrage bei Privatkunden, welche Autohäusern und Werkstätten die Bedürfnisse der Zielgruppe in puncto Service, Restaurierung und Reparatur zeigt. Was sollten Besucher der Messe am Stand von TÜV SÜD keinesfalls versäumen? Das Live-Wertgutachten, das wir dreimal täglich mit SWR-Moderator Konstantin Beims durchführen. Hier wird explizit aufgezeigt und erklärt, was bei einem Wertgutachten für Klassiker alles bewertet und geprüft wird und wie der entsprechende Zustand und Preis ermittelt wird. Die Zuschauer können auch Fragen stellen – getreu dem Motto: Was ich schon immer über Oldtimer wissen wollte. Unsere TÜV SÜD ClassiC Experten sind vor Ort. Welche Informationen bekommen Besucher bei Ihnen am Stand? Werkstätten und Autohäuser, die sich schon immer die Frage gestellt haben, wo und wie Oldtimerkunden Reparatur, Service und Restaurierung durchführen, können sich über das TÜV SÜD ClassiC Barometer informieren. Es gibt Aufschluss über das Serviceund Reparaturverhalten dieser wachsenden Zielgruppe. Welche Kunden schrauben lieber selbst? Wer geht in die Markenwerkstatt und wer bevorzugt die freien Werkstätten für welche Art von Reparaturen? AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 TÜV SÜD CLASSIC Man sieht sich in Stuttgart Die Klassik-Experten von TÜV SÜD sind auch in diesem Jahr wieder auf der Oldtimermesse Retro Classics in Stuttgart vertreten. Die größte Klassik-Messe Europas öffnet vom 2. bis 5. März auf dem Messegelände Stuttgart ihre Tore. Die Ausstellung bildet traditionell den Auftakt zur Saison. Unter dem Motto „Zurück in die Zukunft“ stellt die Prüforganisation das Thema Wertgutachten in den Mittelpunkt des Messeauftritts in Halle 1. Getreu dem Motto und als Reminiszenz an den gleichnamigen Film gibt es am Stand ein besonderes Highlight zu bestaunen: Ein DeLorean DMC-12. Der begehrte 80er-Jahre-Klassiker ist bekannt aus dem Film „Zurück in die Zukunft“. Besucher haben hier wieder die Möglichkeit, Fragen rund um Young- und Oldtimer zu stellen. Egal ob H-Kennzeichen, Zulassungen, Schadengutachten, Wiederaufbaugutachten oder Hauptuntersuchung – die Experten von TÜV SÜD ClassiC helfen gerne. Die Preise für Oldtimer sind zuletzt weiter gestiegen. Im Mittel sind die Preise für Klassiker in den letzten zehn Jahren jedes Jahr um fast sechs Prozent gestiegen. In Zeiten niedriger Zinsen wird die Geldanlage Oldtimer umso attraktiver. „Doch vor dem Kauf eines vermeintlichen Schnäppchens sollte auf jeden Fall das Wertgutachten durch den Fachmann stehen“, rät Lars Kammerer, Leiter Marketing und verantwortlich für TÜV SÜD ClassiC und den Messeauftritt. Mit einer Hebebühne zeigen die Klassik-Experten vor Ort, worauf beim Oldtimerkauf geachtet werden sollte. Außerdem wird in Stuttgart das aktuelle TÜV SÜD ClassiC Barometer vorgestellt. Hier erfahren Autohäuser und Werkstätten, wo ihre Kunden Service, Reparatur oder Restaurierung vornehmen lassen. In der Sparte TÜV SÜD ClassiC bündelt die Prüforganisation Dienstleistungen rund um Old- und Youngtimer und bietet umfangreiche Services für Autohäuser, Werkstätten und Liebhaber historischer Fahrzeuge aus einer Hand an. Die Experten begleiten Fahrzeuge und deren Besitzer innerhalb des gesamten Oldtimerzyklus. Kfz-Betriebe, die auf die Reparatur von Young- und Oldtimern spezialisiert sind, können sich zudem als „TÜV SÜD ClassiC geprüfter Fachbetrieb für historische Fahrzeuge“ zertifizieren lassen und ihre Kompetenz werbewirksam zeigen. Im Rahmen der Zertifizierung, die immer markenspezifisch und standortbezogen durchgeführt wird, werden eine Reihe von Aspekten überprüft. Zu den wichtigsten Kriterien zählt neben der Ausstattung der Werkstatt mit geeigneten Arbeitsplätzen und Werkzeugen die Qualifikation der Mitarbeiter. Zudem müssen die Prozesse zur Erbringung der Serviceleistungen klar definiert sein und bestimmten Anforderungen entsprechen. Nicht zuletzt prüfen die TÜV SÜD Experten die Qualität der Arbeitsergebnisse. Mehr Infos unter www.tuev-sued.de/classic Alles, was Sie schon immer über Oldtimer wissen wollten – am Stand von TÜV SÜD gibt es Antworten. Foto: TÜV SÜD www.autoservicepraxis.de

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DIGITALISIERUNG Digitale Autohaus-Analyse Der Wettbewerb um Kunden findet auch im Automobilhandel zunehmend im Internet statt. Foto: TÜV SÜD Digitalisierung ist in aller Munde. Informationsbeschaffung, Produktauswahl und nicht selten der Einkauf selbst finden bei vielen Konsumgütern längst im Internet statt. Auch die Automobilbranche ist von veränderten Kundenansprüchen betroffen. Kfz-Betriebe müssen daher eine digitale Strategie für das eigene Unternehmen erarbeiten. TÜV SÜD Consulting kann helfen, die richtigen Schritte zu tun. Ein Baustein der umfassenden Beratungsleistung ist die digitale Autohaus-Analyse von TÜV SÜD. Um zu wissen, wo das eigene Unternehmen im Vergleich zum Wettbewerb steht, analysieren TÜV SÜD Experten die Onlineperformance des ausgewählten Standortes und vergleichen diese systematisch mit der Digital-Performance der Wettbewerber. Wichtige Kriterien sind die Leistungsfähigkeit der Webseite, der Auftritt in den Automobilbörsen, die Nutzung moderner Kommunikation sowie die wesentlichen Rankingfaktoren bei der Google-Suche. Ein weiterer Bestandteil der Analyse ist die Nutzung und Einbindung sozialer Plattformen wie Facebook. Auf diese Weise lässt sich herausfinden, wo die Stärken und Schwächen des eigenen Unternehmens liegen und bei welchen Themen der Wettbewerber besser ist. Beispielsweise kann gezeigt werden, durch welche Keywords sich ein Wettbewerber im Suchmaschinen-Ranking weiter vorne platziert. Mehr Infos zum Thema unter www.tuev-sued.de/ digitale-autohaus-analyse NEUJAHRSEMPFANG TÜV SÜD Gegen Cyberkriminalität Mehr als 350 Gäste hieß Prof. Dr.-Ing. Axel Stepken, Vorstandsvorsitzender von TÜV SÜD, am 26. Januar zum Neujahrsempfang in der Münchener Unternehmenszentrale willkommen. In seiner Begrüßung spannte er den Bogen von aktuellen politischen Ereignissen zum zunehmenden Tempo wirtschaftlicher Innovation. So führe die digitale Disruption aktuell zu einer wirtschaftlichen Umwälzung, so Stepken. Insbesondere digitale Unternehmen aus dem Silicon Valley stellten traditionelle Geschäftsmodelle auf eine harte Probe. Ein Faktor sei die Vernetzung, das sogenannte „Internet der Dinge“. Vernetzung berge aber auch Risiken, wie die Zunahme der Cyberkriminalität zeige, mahnte Stepken und verwies auf die Bedeutung des eigenen Unternehmens: „Erst die Sicherheit macht Innovationen auch für den Fortschritt nutzbar.“ Aus diesem Grund seien Prüfungen und Standards, die von unabhängigen Organisationen durchgeführt bzw. gesetzt werden, notwendig. Schadenmanagement Alle Infos unter www.tuev-sued.de/ schadenmanagement Werkstätten und Autohäuser können mit einem starken Partner noch besser vom lukrativen Geschäft im Schadenmanagement profitieren. Das TÜV SÜD Schadenmanagement optimiert Abläufe, bindet professionelle externe Partner ein und unterstützt bei der Schadenabwicklung. Das Angebot besteht aus Modulen, die individuell angepasst werden – je nach Größe und Relevanz des Schadengeschäfts. Basis ist das neutrale TÜV SÜD Schadengutachten. Es steigert das Vertrauen der Kunden und gewährleistet Rechtssicherheit. Einzelne Module decken anschließend die gesamte Bandbreite der Schadenabwicklung ab. Mit dem Modul „TÜV SÜD Liquidität“ übernimmt ein externer Partner offene Forderungen. Innerhalb von 48 Stunden erhalten Werkstätten die dokumentierten Instandsetzungskosten ausbezahlt. Über das Modul „TÜV SÜD digitale Fahrzeugakte“ haben alle Berechtigten Zugriff auf relevante Informationen und den Regulierungsstatus. Weitere Stufen sind die Module „TÜV SÜD Prozessqualität“ und der „TÜV SÜD Schadenmanager“, der bei Bedarf die komplette Schadenabwicklung übernimmt. TÜV SÜD-Kontakt TÜV SÜD Auto Service Philip Puls Tel. 0 89/57 91-23 20, Fax -23 81 philip.puls@tuev-sued.de TÜV SÜD Auto Partner Thomas Gensicke Tel. 0 7 11/72 20-84 73, Fax -84 88 thomas.gensicke@tuev-sued.de Zentraler Vertrieb Tel. 07 11/7 82 41-246 vertrieb-as@tuev-sued.de www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 49

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Darlehensverträge sollten regelmäßig überprüft werden. UMFINANZIERUNG Zeit der Niedrigzinsen Die Zinsen sind auf einem historischen Tiefstand. Es kann daher sinnvoll sein über eine Umfinanzierung bestehender Kredite nachzudenken. Dabei müssen einige Punkte beachtet werden. Foto: Fotolia/Idprod osten sparen ist für jeden Betrieb ein wichtiger Aspekt. Gerade bei dem derzeitig niedrigen Zinsniveau ist es angebracht, sich mit dem Thema Umfinanzierung zu befassen. Was für Sparer ein Graus ist, kann für Unternehmer von Vorteil sein. Auch wenn sich eine Umfinanzierung im ersten Moment nach viel Arbeit anhört, können so doch einige Euros gespart werden. Alternativen zum Kontokorrentkredit Es gibt eine Reihe von Unternehmern, die der Ansicht sind, dass der Kapitalbedarf zum Beispiel zur Aufstockung des Warenlagers über den Kontokorrentkredit abgedeckt werden kann. Das ist prinzipiell schon möglich, aber auch sehr teuer, da die Überziehungszinsen sehr hoch sind. So können die Zinsen schnell bei bis zu 15 Prozent liegen. Und bei einer zu langen Beanspruchung geht das ins Geld. Daher lohnt es sich gerade bei den derzeitigen Zinsen über eine alternative Gestaltung, wie eine Umfinanzierung, nachzudenken. Dabei sollten einige grundsätzliche Tipps berücksichtigt werden. AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 Zunächst ist es unumgänglich, dass eine Aufstellung über die derzeit laufenden Darlehensverträge gemacht wird. Diese Aufstellung sollte den Zinssatz, die Laufzeit, die monatliche Zins­ und Tilgungszahlung, Sondertilgungsrechte, Kündigungsbedingungen, die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung und die gestellten Sicherheiten beinhalten. Auf Basis dieser Aufstellung können die nächsten Schritte für eine Umfinanzierung gemacht werden. Tipp 1: Sondertilgungsrecht Haben Sie bei den bestehenden Darlehensverträgen ein Sondertilgungsrecht? Wenn ja, dann muss überprüft werden, ob und wann der restliche Darlehensbetrag getilgt werden kann. Kann diese Frage ebenfalls mit ja beantwortet werden, dann sollten Sie den restlichen Darlehensbetrag entweder mit eigenen Mitteln zurückzahlen oder Sie nehmen ein neues Darlehen auf und lösen damit das alte ab. Achten Sie unbedingt darauf, dass sie mehrere Darlehensangebote von verschiedenen Instituten, Sparkassen und Banken einholen, da die Zinssätze doch erheblich variieren können. Schauen Sie sich auch die Angebote der KfW­Bankengruppe oder der Landesförderbanken der Bundesländer, wie zum Beispiel der LfA Landesförderbank Bayern, an. Diese Banken haben viele interessante Finanzierungsprojekte, insbesondere für den Mittelstand, aber auch für Existenzgründer. Tipp 2: Kündigungsbedingungen Schauen Sie sich die Kündigungsbedingungen und die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung an. Eine Vorfälligkeitsentschädigung erheben die Banken dann, wenn das Darlehen vor dem regulären Darlehens ende gekündigt und getilgt wird. Es ist durchaus möglich, dass es wirtschaftlich sinnvoller ist, eine Vorfällig­ KURZFASSUNG Für Unternehmen kann es sich durchaus lohnen, bestehende Darlehensverträge regelmäßig zu prüfen. Vor einer Umfinanzierung müssen jedoch Punkte wie das Sondertilgungsrecht oder die Kündigungsbedingungen berücksichtigt werden. www.autoservicepraxis.de

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keitsentschädigung zu zahlen und einen neuen Kredit mit einem deutlich niedrigeren Zinssatz abzuschließen. Zudem haben Kreditinstitute immer wieder mit ihren Kunden auch sogenannte Zins­Cap­Darlehen abgeschlossen. Diese haben keine feste Vertragslaufzeit und können sofort umgeschuldet werden. Nach unseren Erfahrungen gehen die Institute jedoch nicht selbst aktiv auf die Kunden zu und bieten eine Umschuldung mit einem niedrigeren Zins an. Sie müssen aktiv werden! Tipp 3: Swap Für manche Unternehmer kann es auch durchaus Sinn machen, über Alternativen zu dem klassischen Tilgungsdarlehen nachzudenken. Eine Möglichkeit stellt eine Finanzierung per Swap dar. Ein Zinsswap ist, stark vereinfacht gesagt, ein Finanzinstrument, mit dem ein zukünftig zu erwartender Zinssatz abgesichert werden soll. Durch den Swap besteht die Möglichkeit, sich den Niedrigzins zu sichern. Auf der anderen Seite muss man aber auch bedenken, dass, wenn die Zinsen unter das vereinbarte Zinsniveau fallen, der Unternehmer draufzahlt. Tipp 4: Sicherheiten Oftmals wird bei neuen Darlehensverträgen der Blick lediglich auf den neuen Zinssatz gerichtet. Fast genauso wichtig wie der Zinssatz sind aber auch die Sicherheiten, die für ein neues Darlehen gestellt werden müssen. Dabei muss die Maxime gelten, dass über die Stellung von Sicherheiten genauso verhandelt werden muss wie über den Zinssatz. Und auch bei alten Darlehensverträgen muss man immer wieder die Sicherheiten überprüfen. Machen Sie eine Aufstellung und überprüfen Sie, ob die Banken zum Beispiel noch Sicherheiten für Kredite haben, die längst abbezahlt sind, oder Kredite übersichert sind, das heißt der Kredit besteht nur noch zum Beispiel über 5.000 Euro, die Sicherheit der Bank liegt aber noch bei 100.000 Euro. Gibt es derartige Fallgestaltungen, dann fordern Sie die Bank auf zu bestätigen, dass sie kein Recht auf die Sicherheiten hat oder, im Fall der Übersicherung, einen Teil der Kreditsicherheiten wieder freigibt. Denken Sie auch daran zu prüfen, ob der ausgeschiedene „Senior“ noch Bürgschaften unterschrieben hat. Die Zinsen sind auf einem niedrigen Niveau und Kredite so billig wie seit Langem nicht mehr. Es ist also höchste Zeit www.autoservicepraxis.de KOMMENTAR Kredite sind zwar günstig, die Aufnahme von neuen Krediten ist für kleine und mittelständische Unternehmen in der heutigen Zeit jedoch nicht einfacher geworden. Wirklich richtig gute Darlehensverträge mit einem niedrigen Zins bekommen die Betriebe meistens auch nur, wenn die Darlehen entsprechend abgesichert sind. Stehen nicht genügend Sicherheiten zur Verfügung, dann steigen auch die Zinssätze. Daher sollte jeder Unternehmer den Grundsatz beherzigen, über die Absicherung eines Kredits genauso zu verhandeln wie über den Zinssatz. Die Kreditinstitute werden immer versuchen, eine sehr hohe Absicherung zu erhalten. Denken Sie aber daran, dass die Sicherheiten Ihre eigene Rückversicherung ist, daher kann es nur Motto eines jeden Unternehmers sein, mit den Sicherheiten hauszuhalten. Kredite sollten auch niemals mit einer Altersversorgung abgesichert sein und es sollte versucht werden, dass Sicherheiten für spätere Investitionen zurückgehalten werden. Unumgänglich ist es aber Barbara Lux-Krönig Wirtschaftsprüferin, Steuerberaterin auf jeden Fall, dass man in regelmäßigen Abständen die Darlehensverträge und die gegebenen Sicherheiten (zum Beispiel Grundschulden und Bürgschaften) überprüft. Foto: RAW sich die bestehenden Darlehen anzusehen und Umschuldungsmaßnahmen einzuleiten. Auf der anderen Seite besteht für den Unternehmer auch die Möglichkeit, neben der Fremdkapitalaufnahme, die eigene innerbetriebliche Finanzierungsstruktur zu erneuern bzw. zu verbessern. Durch ein gut eingerichtetes Forderungs­ und Mahnwesen sowie unter Umständen auch durch den Verkauf von Forderungen (wir berichteten in der letzten asp), ist es auch möglich die Liquiditätslage des Betriebs zu verbessern. Maximilian Appelt Rechtsanwalt, Steuerberater ■ ÜBER 5 MILLIONEN VERSCHLEISSTEILE IM SORTIMENT! 200,-€ Verschleißteile-Gutschein! * Jetzt Tyre24 Vollzugang beantragen: sales.tyre24.com/gutschein *Aktion nur bis 31.03.2017 gültig.

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BETRIEBSPRAXIS HACKERANGRIFFE Bis zum bitteren Ende Rund 200 VW- und Audi-Autohäuser waren von einem heimtückischen Hackerangriff betroffen. Wie man sich dagegen wappnen kann, verrät hier VAPS-Chef Wolfram Müller im Interview. üngst erreichte eine neue E­Mail­ Welle mit Erpressungstrojanern – auch Ransomware genannt – die Autohäuser mit teilweise katastrophalen Auswirkungen für die Betriebe. Innerhalb einer Woche erhielten ca. 200 Unternehmen diese Erpressungssoftware. Warum die kriminellen Machenschaften zunehmen und was man dagegen unternehmen kann, erklärt uns VAPS­Chef Dr. Wolfram Müller im Gespräch. asp: Herr Müller, warum nehmen die Viren­Angriffe auf Autohäuser stetig zu? W. Müller: Mit zunehmender Digitalisierung im Automobilgeschäft steigt die Online­Präsenz von Autohändlern und deren Einsatz internetfähiger Geräte immens an. Dies ist notwendig, um an neuen Geschäftsmodellen teilzunehmen, das macht sie aber gleichzeitig zunehmend angreifbarer. Außerdem hat der Handel Zugang zu großen Automobilherstellern wie Volkswagen. Dies erhöht das Risiko, Opfer eines Angriffs von Kriminellen zu werden. Diese Themen und die Konsequenzen der Digitalisierung sind ein zentraler Teil unserer Roadshows, die wir momentan VW­ und Audi­Händlern anbieten. asp: Aber reichen denn die viel gepriesenen Virenprogramme nicht aus? W. Müller: Die nutzen nichts, wenn sie vom Menschen umgangen werden. asp: Wie das? W. Müller: Hierzu ein Beispiel: Ein Softwareexperte namens Drescher hatte jüngst ein Programm gegen eine Schadsoftware namens Petya entwickelt. Vermutlich als Rache für die aktive Bekämpfung und Entschlüsselung von Petya wurde Herr Drescher namentlich in die neue Angriffswelle integriert. Und zwar bekamen Personalabteilungen von Autohäusern vermeintliche, sehr professionelle Bewerbungen von Herrn Drescher zugeschickt AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 – zum Teil tatsächlich bezogen auf aktuelle Stellenanzeigen. Leider wurde der ein oder andere Anhang von den Mitarbeitern im Autohaus sorglos geöffnet und der Weg für kriminelle Machenschaften frei. Hier hat der Mensch die Technik ausgehebelt. asp: Wie arbeitet eigentlich eine solche Schadsoftware? W. Müller: Durch das Öffnen entsprechender Makros in angehängten Excel­Tabellen wird der eigentliche Virus erst lokal als ausführbare Datei erstellt und beginnt beispielsweise lokal und im Netzwerk zugängliche Dateien zu verschlüsseln. Der User hatte somit keinen Zugang mehr auf seinen Rechner. Bei unseren VW­ und Audi­Händlern umfasste der Angriff rund 200 Autohäuser. asp: Und bei wie vielen war der Angriff erfolgreich? W. Müller: Glücklicherweise konnten wir in 96 Prozent der Fälle dank unserer Software den Verschlüsselungsprozess erfolgreich abwehren. Bei den restlichen vier Prozent nahm die Schad­Software ihre Arbeit auf. In der Regel sollen die Geschädigten eine gewisse Gebühr in Bitcoins bezahlen und anschließend eine Entschlüsselungssoftware bekommen. Was aber in den meisten Fällen nicht passiert, da es sich dabei um reinen Betrug handelt. Mein Tipp: Niemals auf Zahlungsforderungen jeglicher Art eingehen. asp: Wie merke ich, dass mein Rechner infiziert wurde? W. Müller: Selbst wenn Anhänge angeklickt und Makros aktiviert werden, besteht noch Hoffnung. Ein Indiz für einen Angriff ist zum Beispiel, wenn der Rechner eigenständig herunterfährt und wieder einen Neustart anstrebt, mit dem Hinweis, dass ein Reparaturprozess startet. In einem solchen Fall heißt es: Rechner sofort vom Netz nehmen und physisch isolieren, bevor er erneut vollständig rebooten kann. Foto: VAPS VAPS-Chef Wolfram Müller: „Man braucht eine funktionierende Datensicherung, die physisch vom System getrennt ist. Und wir empfehlen Autohäusern, eine Segmentierung der gesamten IT-Struktur vorzunehmen.“ Der sicherste Fall ist natürlich, wenn ein aktuelles Virenschutzprogramm anspricht und das Virus selbstständig entfernt oder zumindest einen Hinweis auf einen möglichen Befall gibt. asp: Wie kann man sich gegen solche Angriffe wehren? W. Müller: Beispielsweise mittels aktueller Virenschutzprogramme. Diese regis trieren sehr schnell, dass etwas im Prozessverlauf nicht mit rechten Dingen zugeht, und sprechen eine Warnung aus. Eine wichtige Regel lautet: niemals Makros in fremden Dokumenten aktivieren! asp: Und wenn das doch passiert sein sollte? W. Müller: Dann entsteht unter Umständen ein immenser Schaden für das Autohaus. Sollte keine regelmäßige Datensicherung erfolgen, dann können sämtliche Informationen für immer verloren sein. Das kann unter Umständen für ein Autohaus den Ruin bedeuten. asp: Wie sieht eine permanente Datensicherung konkret aus? www.autoservicepraxis.de

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W. Müller: Man braucht eine funktionierende Datensicherung, die physisch vom System getrennt ist. Diese sollte täglich erfolgen und regelmäßig geprüft werden, ob ein Restore mit dem Backup tatsächlich funktioniert. Erfolgt mit diesem Status ein erfolgreicher Hackerangriff, so ist in der Regel nach ein bis drei Tagen ein normaler Betrieb wieder möglich. Wenn keine Datensicherung erfolgt ist, heißt es im schlimmsten Fall: Pech gehabt. Die Daten sind für immer verloren. Das System muss von Grund auf neu aufgebaut werden, was nicht nur ein Autohaus, sondern auch die komplett vernetzte Gruppe treffen kann. Man kann nicht mehr arbeiten. Im Falle eines vorhandenen Dealer­Management­ Systems in einer Cloud könnte eventuell „nur“ das Outlook unbrauchbar sein. Hier fängt man aber ebenfalls bei null an. asp: Gibt es noch andere Methoden, Schäden einzudämmen? W. Müller: Wir empfehlen Autohäusern, eine Segmentierung ihrer gesamten IT­ Struktur vorzunehmen. Das bedeutet BUCHTIPP KURZFASSUNG In 96 Prozent der von Hackern attackierten Autohäuser konnte der Angriff erfolgreich abgewehrt werden. Wolfram Müller, Geschäftsführer der VAPS GmbH (Volkswagen und Audi Partnerverband), erläutert hier, woran man Hackerangriffe erkennt und wie man sich in diesem Fall verhalten sollte. praktisch: Ein Mitarbeiter der Personalabteilung hat keine Zugriffsrechte auf vertriebliche Laufwerke. Ein Virus im Segment Personalabteilung legt in einem Schadensfall nur diesen Bereich lahm, die anderen bleiben davon unberührt. Der Schaden wäre überschaubar und eingegrenzt. Ein aktueller Antiviren­Client sollte auf jedem Endgerät sowieso Pflicht sein. Die Absicherung des Zugangs zum Internet durch eine moderne Firewall­Lösung sollte ein weiteres Ziel sein. asp: Wie sieht Ihre Prognose aus? W. Müller: Fakt ist, dass massive Angriffe aus dem Internet extrem zunehmen werden. Die Gefahrenlage ist hoch und wächst kontinuierlich, da immer mehr sensible Datenmengen anfallen. Pauschal kann man sagen, dass man mittlerweile immer mit kriminellen Machenschaften rechnen muss. Die Angriffswellen werden weitergehen. asp: Was raten Sie Autohäusern? W. Müller: Die Händler sollten ein Bewusstsein für die steigenden Gefahren entwickeln und ihre Mitarbeiter in allen Bereichen mit einbeziehen – auch den Servicebereich, wo teilweise bereits Tablets mit Internetzugang im Einsatz sind. Das Thema Netzwerksicherheit betrifft den kompletten Betrieb und jeden Mitarbeiter. Der Hersteller Volkswagen hat mit dem BK2018 eine umfassende Handlungsempfehlung bereitgestellt, welche die IT­Struktur der Betriebe auf die kommenden Anforderungen vorbereitet und umgesetzt werden sollte. Eine umfassende Beratung von Spezialisten ist absolut empfehlenswert. Interview: Thomas Maier ■

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BETRIEBSPRAXIS DIGITALREPORT Noch Luft nach oben TÜV SÜD hat untersucht, wie gut der Automobilhandel seine Dienstleistungen digital vermarktet. Dazu wurde die digitale Performance von 650 Autohäusern unter die Lupe genommen. or dem Besuch eines Autohauses steht für die meisten Autokäufer mittlerweile die Recherche im Internet. 75 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer informieren sich vorab im Netz. Beim Neuwagenkauf sind es 68 Prozent. Schon hier können Autohäuser punkten, wenn sie im Netz gut auffindbar sind und bei der Google-Suche unter den ersten Ergebnissen auftauchen. Die Auffindbarkeit im Netz entscheidet über Kontakt und Nicht-Kontakt. Für den Digitalreport haben Experten von TÜV SÜD die Online-Aktivitäten von mehr als 650 Autohäusern bundesweit untersucht. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen deutliches Verbesserungspotenzial: Nur 21 Prozent der untersuchten Händler sind sehr gut oder gut bei der digitalen Ver- marktung ihrer Autos. 48 Prozent offenbaren erheblichen Nachholbedarf und knapp ein Drittel der größten Autohäuser erzielt sogar extrem schlechte Werte im Bewertungsraster von TÜV SÜD. Beurteilung anhand fester Kriterien Im Fokus standen jeweils die 20 größten Händler einer Marke. Insgesamt 48 Kriterien wurden dabei unter die Lupe genommen, darunter die Qualität der Webseite, die Möglichkeiten der Onlinekommunikation, Onlinevertrieb oder die Präsenz auf Social-Media-Plattformen. Bei der Bewertung der Händlerwebseite wurden die Angebote auf die Technik, die Leistung sowie auf suchmaschinenrelevante Inhalte hin analysiert. Bei der mobilen Nutzung DER REPORT Der TÜV SÜD Digitalreport 2016/17 kann auf der Webseite von TÜV SÜD unter www.tuev-sued.de/autohaus-digitalreport kostenlos heruntergeladen werden. AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 www.autoservicepraxis.de

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Foto: Fotolia/sergign; Montage: Diane Laudien standen Benutzerfreundlichkeit sowie die Leistung im Fokus. Beim Check der Onlinepräsenz wurden die wesentlichen Faktoren der erfolgreichen Interessentengewinnung analysiert. Im Detail wurde geprüft, wie gut Internetnutzer das Autohaus auf Google finden können und wie qualitativ hochwertig das Unternehmensprofil dort erscheint. Ein weiterer Aspekt war der Nutzungsgrad der Händlerhomepage auf mobile.de. Die TÜV SÜD-Experten haben zudem geschaut, wie gut die Onlinekommunikation auf der Unternehmensweb seite mit dem Besucher funktioniert. Dazu gehört die Interaktion via Text- oder Videochat, die Onlineterminbuchung im Aftersales sowie die Kommunikation von positiven Produkt- und Unternehmensbewertungen. Tobias Eppler, Digitales Consulting TÜV SÜD Auto Plus: „Unser TÜV SÜD Digitalreport 2016/17 zeigt, dass ein Großteil der Händler noch deutliches Verbesserungspotenzial hat. Als Branchenpartner wollen wir dieses Potenzial auf decken und gemeinsam mit unseren Kunden Verbesserungsstrategien für den digitalen Auftritt entwickeln – vom Konzept bis zur Umsetzung.“ www.autoservicepraxis.de INTERVIEW Tobias Eppler, Digitales Consulting TÜV SÜD Auto Plus asp: Wo steht der Autohandel in puncto Digitalisierung im Vergleich zu anderen Branchen? T. Eppler: Das kommt drauf an, mit welcher Branche man vergleicht. Blickt man in Bereiche wie die Hotel-, Gastro- und Reisebranche, so haben einige Hersteller bereits eine sehr professionelle Kundenansprache, die Händler jedoch oft noch deutlichen Nachholbedarf. asp: Was sind die wichtigsten Stellhebel für eine gute digitale Performance im Netz? T. Eppler: Das Wichtigste ist eine klare Strategie zu haben. Gut ausgebildete Mitarbeiter, mit den richtigen Tools zur Erfolgsmessung. Man muss den Markt, die Wettbewerber sowie die Interessen und Bedürfnisse der Kunden stets im Auge behalten. Die Bereiche, welche man digitalisiert oder online darstellt, müssen auch gut mit dem Offlinegeschäft verknüpft werden. asp: Entstehen durch die Digitalisierung auch neue Ertragschancen für Autohäuser? T. Eppler: Ja, auf jeden Fall. Es entstehen neue Wertschöpfungsketten, dies bietet dem Autohaus auch die Chance mit neuen Geschäftsmodellen Erträge zu generieren. So können beispielsweise die gefragtesten Reifen/Räder über den eigenen Onlineshop vertrieben werden. Dies sichert den Ertrag für das Brot- und Buttergeschäft und bietet die Chance, mit steigendem Umsatz bessere Konditionen beim Lieferanten zu erzielen. asp: Gab es echte Überraschungen bei der Untersuchung? T. Eppler: Ja, positiv wie auch negativ. Erschreckend war der geringe Anteil der Autohäuser, welche sich für die Meinungen der Kunden interessieren und auch aktiv auf negative Nutzerbewertungen reagieren, hier hätten wir gedacht, dass der Anteil doch deutlich höher liegt. asp: Wie kann TÜV SÜD helfen? T. Eppler: Im ersten Schritt bieten wir eine digitale Wettbewerbsanalyse an, um die Stärken und Schwächen des Unternehmens und deren Wettbewerber zu erfassen. Anschließend unterstützen wir Autohäuser dabei, ihre digitalen Schwächen in Stärken zu verwandeln und die Ziele für ihr Autohaus der Zukunft zu erreichen. DIGITALE PERFORMANCE DER AUTOHÄUSER Autohäuser mit guter digitaler Performance Autohäuser mit sehr guter digitaler Performance 14 % 31 % 48 % Autohäuser mit mangelhafter digitaler Performance Autohäuser mit ungenügender digitaler Performance Quelle: TÜV SÜD SEO erfordert Fachwissen Ob ein Autohaus bei Google gefunden wird oder nicht, ist kein Zufall. Tobias Eppler: „Der Suchalgorithmus von Google ist in den letzten Jahren so komplex geworden, dass dieser zwischenzeitlich schon fast einer künstlichen Intelligenz gleicht. Eine gute Suchmaschinenoptimierung (SEO) erfordert qualifizierte Mitarbeiter und benötigt viel Zeit.“ Oft könnten hier die betreuenden Werbeagenturen wenig Inhalt liefern, da der eigentliche Content viel Fachwissen erfordert. „Die digitale Strategieentwicklung ist Chefsache, erfordert aber auch die Bereitschaft aller Mitarbeiter bestehende Prozesse neu zu überdenken und neues auszuprobieren“, rät Tobias Eppler. Digitalisierung funktioniere nur, wenn alle Mitarbeiter an einem Strang ziehen und wissen, wo es hingeht. „Hierbei ist es wichtig, dass entweder ein Team aus mehreren Mitarbeitern oder ein ausgebildeter Mitarbeiter die digitalen KPIs stetig im Auge behält“, ergänzt der Digitalfachmann. Überraschend hoch ist die Aktivität der Autohäuser im Bereich Social Media: Immerhin 87 Prozent der Autohäuser besitzen ein Unternehmensprofil auf Facebook. Der genauere Blick auf die Aktivität der Autohäuser auf dem Social-Media- Kanal zeigt laut Untersuchung allerdings ein eher ernüchterndes Bild. Denn nur 32 Prozent der Autohäuser nutzen Facebook aktiv und wirklich professionell. Nebenbei ist das Thema Social-Media für Mitarbeiter eben nicht zu leisten. Dietmar Winkler ■ Reifenregale stabiles Stecksystem schnell montiert Top-Preise direkt vom Hersteller Zu 100% in Deutschland produziert Ab Lager lieferbar Abgerundete Traversen zur schonenden Lagerung Reifenlagerhallen und Reifencontainer Hacobau GmbH · Tel. 0 51 51 - 80 98 76 info@hacobau.de · www.hacobau.de

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BETRIEBSPRAXIS 10 TREIBER UND ENTWICKLUNGSLINIEN IM SERVICEGESCHÄFT Die Zukunft des Automobilservice Prof. Dr. Stefan Reindl hat für die Entwicklung des Servicegeschäfts zehn Treiber identifiziert, die eine Intensivierung des Wettbewerbs und neue Herausforderungen für die etablierten Kfz-Betriebe mit sich bringen. KURZFASSUNG Neue Technologien, steigende Investitionen, wachsende Komplexität und Qualifizierungsanforderungen, neue Wettbewerber und Serviceformate – es kommt einiges zu auf das After Sales Geschäft, das heute im klassischen Autohaus die wichtigste Ertragssäule darstellt. Die Wettbewerbsintensität dürfte sich also deutlich verschärfen. ie Eckdaten zum Automobilservice belegen, dass das Werkstattund Teilegeschäft zwar nach wie vor zu den wesentlichen Ertragssäulen und stabilisierenden Umsatzträgern in den Autohäusern zählt (siehe Grafik). Dennoch haben sich mittlerweile Verschleißerscheinungen eingestellt. Dies zeigt sich beispielsweise auf Basis der Daten zur Beschäftigung: Konnte der ZDK im Jahr 2000 noch rund 526.000 Beschäftigte im Kfz-Gewerbe ausweisen, so dürften heute noch rund 460.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem Branchenzweig tätig sein (-12,5 %). Gleichzeitig ist die Anzahl der Kfz-Betriebe von 47.000 im Jahr 2000 auf heute 37.740 (-20 %) gesunken – darunter 16.800 Fabrikatsbetriebe (-29 %). Hinzu kommt, dass das jährliche Umsatzvolumen auf dem Wartungs-, Reparatur- und Instandsetzungsmarkt zwar seit 2000 von 30,7 Mrd. Euro – mit einem jährlichen Wachstum von rund 1,2 Prozent – auf nunmehr rund 37 Mrd. Euro angestiegen ist. Um allein die üblichen Preissteigerungsraten in Deutschland seit 2000 auszugleichen, wäre allerdings ein Anstieg des Umsatzvolumens auf 38,5 Mrd. Euro notwendig gewesen – also real ein rückläufiges Marktumsatzvolumen um vier Prozent. Vor dem Hintergrund der skizzierten Strukturdaten stellt sich die Frage nach den künftigen Entwicklungslinien, die durch wesentliche Veränderungstreiber maßgeblich beeinflusst werden: Treiber Nr. 1: Die Wartungs-, Reparatur- und Instandsetzungsintensität ... ... der Bestandsfahrzeuge wird sich auch künftig weiterhin verringern. Von den rund 93,3 Mio. Werkstattaufträgen des Jahres 1996 sind wir heute weit entfernt. Für 2015 konnte die DAT nur noch 70,6 Mio. Aufträge in den Betrieben des Kfz- Gewerbes verzeichnen (-22,7 Mio.). Hinzu kommt, dass die Aufwendungen, aber auch die Lohnstunden je Wartungs-, Reparaturund Instandsetzungsereignis stagnieren. Der nur noch spärlich wachsende Fahrzeugbestand kann diese Entwicklung nicht kompensieren. Insofern ist davon auszugehen, dass einerseits die Beschäftigung im Kfz-Gewerbe weiterhin sinken wird. Darüber hinaus werden auch die Umsatzvolumina in den einzelnen Servicesegmenten – und damit die Ertragschancen – weiterhin unter Druck stehen. Treiber Nr. 2: Die Bedeutung älterer Fahrzeuge für den Servicemarkt ... ... wird sich künftig noch erhöhen. Das Durchschnittsalter von Pkw und Kombi ist laut KBA von 6,9 Jahren im Jahr 2000 auf inzwischen 9,2 Jahre angestiegen. Vor allem die optimierte Fahrzeug- und Komponen- tenqualität sowie die jährlich rückläufigen Fahrleistungen je Pkw oder Kombi tragen zu dieser Entwicklung bei. Sie sorgt darüber hinaus dafür, dass die älteren Fahrzeugsegmente im Bestand anwachsen. Von zunehmendem Interesse für die Wettbewerber im Servicemarkt sind mittlerweile Pkw und Kombi oberhalb der Achtjahresmarke. Und dies nicht nur wegen der kontinuierlich anwachsenden Alterssegmente: Ebenfalls zeigen die relevanten Daten, dass nicht nur die Wartungs- und Reparaturhäufigkeit, sondern auch die Aufwendungen je Serviceereignis mit dem Fahrzeugalter ansteigen. Bereits die skizzierten Aspekte zum steigenden Fahrzeugalter zeigen, dass die Veralterung des Fahrzeugbestandes eine wesentliche Herausforderung darstellt – gerade für fabrikatsgebundene Autohausbetriebe, die nach wie vor auf jüngere Fahrzeugsegmente fokussiert sind. Treiber Nr. 3: Der Einsatz neuer Fertigungstechnologien und Werkstoffe ... ... ist vor allem der Forderung zum Leichtbau geschuldet. Verantwortlich hierfür sind gewichtsintensive Ausstattungsumfänge. Um mit der Gewichtsreduktion gleichzeitig den Kraftstoffverbrauch zu optimieren, NEUWAGEN UND SERVICEUMSÄTZE IN DEUTSCHLAND Neuwagenumsatz in Mrd. Euro Umsatzentwicklung im Neuwagenverkauf Umsatzentwicklung im Kfz-Handwerk 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 Abb. 1: Die Entwicklung von Neuwagen- und Serviceumsätzen im Zeitablauf Handwerksumsatz in Mrd. Euro Quellen: ZDK Zahlen & Fakten versch. Jgg. | Institut für Automobilwirtschaft (IFA) 2016 AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 www.autoservicepraxis.de

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Die Digitalisierung der Serviceprozesse ist einer der Treiber im Aftersales- Geschäft. Foto: WavebreakmediaMicro - Fotolia finden neue Materialien, ein veränderter Materialmix sowie neue Fügeverfahren in den Automobilbau Eingang. Sie führen zu umfangreichen Herausforderung bei der Werkstattausrüstung und Qualifizierung. Vor allem der Unfallinstandsetzungsbereich dürfte davon betroffen sein: Kleben statt Schweißen, neue Diagnoseverfahren bei der Schadendiagnose sowie neue Vermessungssysteme in den Betrieben werden zu erheblichen Investitionen in den Werkstätten führen. Treiber Nr. 4: Die Komplexität der Fahrzeuge ... ... wird sich künftig noch steigern. War der Beruf des Kfz-Mechanikers in der Vergangenheit stark mit mechanischen Sachverhalten konfrontiert, so hat bereits in den 90er Jahren die Elektronik verstärkt in den Automobilen Einzug gehalten. Diesem Wandel im Aufgaben- und Kompetenzspektrum wurde das Kfz-Gewerbe nicht zuletzt mit dem veränderten Berufsbild des Kfz- Mechatronikers gerecht. Mittlerweile sind Car-IT-Systeme bei Neufahrzeugen State of the Art. Die verstärkte Etablierung von Assistenzsystemen, der Einsatz von IT- Hard- und Software-Komponenten sowie die zunehmende Vernetzung der Fahrzeuge erweitern das Aufgabenspektrum in den Werkstätten um eine weitere Dimension und werden die Komplexität maßgeblich erhöhen. Zwar wird zum Beispiel die Konnektivität der Fahrzeuge zu Chancen führen, die Kunden- und Fahrzeugbindung neu zu definieren – womit Chancen zur Intensivierung der Kundenbeziehung entstehen. Allerdings werden die skizzierten Entwicklungen zunächst ebenfalls hohe Investitionen in die Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie in die Mitarbeiterqualifizierung erfordern, womit nicht zuletzt die ungünstige Kostenhöhe und -struktur der Servicebereiche zusätzlich belastet wird. Treiber Nr. 5: Der Einsatz alternativer Antriebe ... ... ist wie die beiden vorstehend dargelegten Sachverhalte ein Technologietreiber. Neben Antriebsformen wie dem Gas-, Hybridund Brennstoffzellenantrieb ist gerade hierzulande die Elektromobilität nach wie vor umstritten. Nur 25.502 rein batterieelektrisch betriebene Fahrzeuge wies die KBA-Bestandsstatistik zum 01.01.2017 aus. Dennoch: Die E-Mobilität ist politisch gewollt. Zwar nehmen asiatische Märkte – insbesondere China – sowie Norwegen innerhalb Europas heute noch eine Sonderrolle beim Absatz solcher Fahrzeuge ein. Es ist aber davon auszugehen, dass andere Länder – hauptsächlich getrieben durch politische Entscheidungen – nachziehen werden. Insofern ist auch für die Kfz-Betriebe hierzulande in naher Zukunft mit einem Technologiewandel beim Fahrzeugantrieb zu rechnen. Nicht zu vernachlässigen ist, dass sich bereits Micro-, Mild- und Vollhybride sowie sog. Plug-in-Hybride bereits im Fahrzeugbestand niederschlagen. Mit der Elektrifizierung der Antriebsstränge ist einerseits langfristig mit einer weiter sinkenden Wartungs- und Reparaturintensität zu rechnen. Vor allem bei einer weiteren Ausweitung des Bestands an rein batterieelektrischen Fahrzeugen wird darüber hinaus auch der Ersatzteilbereich umsatz- und ertragsseitig negativ beeinflusst. Die Betriebe werden ebenfalls zusätzlich mit steigenden Anforderungen hinsichtlich der Werkstattausrüstung, im Hinblick auf die Qualifizierung sowie hinsichtlich des Arbeitsschutzes konfrontiert. Treiber Nr. 6: Die Digitalisierung der Serviceprozesse ... ... ist einerseits durch das Kundenverhalten, andererseits durch den Einzug der IT in das Fahrzeug sowie in die Fahrzeugdiagnose getrieben. Bereits heute bewegen sich Servicekunden verstärkt in „virtuellen Welten“, um Serviceaufträge zu recherchieren und zu vergeben. Zusätzlich bieten vernetzte Automobile die Chance, die Kundenbeziehung und -bindung über digitale Prozesse neu zu definieren. Damit verändern sich die etablierten Serviceprozesse, von der Kunden annahme über die Ausführung der Arbeiten bis hin zur Fahrzeug rückgabe. Die Fahrzeugkonnektivität liefert darüber hinaus Ansätze zur Fernwartung und -reparatur, etwa über so genannte Over-the-Air- Updates. Neue, vernetzte Diagnosesysteme sowie neue Ansätze hinsichtlich der Schulung und der Problemlösung an Fahrzeugen – zum Beispiel mittels Augmented Reality – werden die Servicebereiche künftig sowohl prozess- und funktionsseitig als auch kompetenz- und aufgabenseitig in vielfältiger Weise verändern. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 57

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BETRIEBSPRAXIS Treiber Nr. 7: Die Wettbewerbsintensität wird dynamischer und schärfer ... ..., denn Servicemarktvolumen sowie Auftragsvolumen werden sich reduzieren, wodurch die Beschäftigung in den Kfz- Betrieben weiter sinken wird. Auf lange Sicht könnten neben den bereits etablierten freien Werkstätten, Fabrikatsbetrieben und spezialisierten Anbietern – etwa für Smart Repair – weitere Spezialisten ihren Weg in die Branche suchen. Gerade die Entwicklungen in der Car-IT, im Bereich der Unfallinstandsetzung sowie im Hinblick auf neue Antriebstechnologien könnten dazu führen, dass sie sich erfolgreich und markenunabhängig am Markt etablieren. Treiber Nr. 8: Die Ausdifferenzierung der Kundensegmente ... ... ist zunächst durch die Individualisierung der Kundenbedürfnisse getrieben. Diese Ausdifferenzierung von Kundensegmenten wird zum Beispiel durch eher preissensible Kunden einerseits sowie tendenziell qualitätsorientierte Kunden andererseits offensichtlich. Ebenfalls ist hier die Medienaffinität zu nennen, denn Kunden, die mittler weile offensichtlich in allen Belangen auf ihr Smartphone und das Internet setzen, sind keine Seltenheit mehr. Dem gegenüber stehen Kunden, die nach wie vor die persönliche Kundenansprache einfordern. Das veränderte Mobilitätsverhalten führt zu veränderten Besitz- und Eigentumsstrukturen bei Fahrzeugen. Dabei ist nicht nur der Nutzen-statt-Besitzen-Gedanke mittels CarSharing von Bedeutung. Zunehmend sind mittlerweile sog. „User Chooser“, die Flottenfahrzeuge sowohl beruflich als auch privat nutzen, zu verzeichnen. Damit wird – wie bereits im Neuwagengeschäft – das Servicegeschäft zunehmend durch Großabnehmer getrieben. Solche Abnehmerstrukturen sind nicht zuletzt dazu geeignet, zusätzlichen Druck auf die Margen im Service geschäft auszuüben und ein zusätzliches Maß an Flexibilität bei der Durchführung von Servicearbeiten einzufordern. AUTO SERVICE PRAXIS 02/2017 Treiber Nr. 9: Die Lenkung von Kundenund Auftragsströmen ... ... wird heute vor allem durch so genannte „Intermediäre“ (Kfz-Versicherungen, Schadensteuerer, herstellerunabhängige Flotten- und Fuhrparkmanager, internetbasierte Werkstatt-Portale) vorangetrieben. Solche Akteure „schieben“ sich zwischen den Endkunden und die Werkstatt und sind vor allem auf die Steuerung von Aufträgen unter Berücksichtigung der Kostenund Aufwandsoptimierung im Wartungs-, Reparatur- und Instandsetzungsfall fokussiert. Als Gegenpol haben sich die Automobilhersteller positioniert: Mit ausgeweiteten Finanz- und Garantieleistungen, Flatrate- Angeboten, Kundenrückgewinnungs- und Loyalisierungsprogrammen sowie weiteren kunden- und fahrzeugbezogenen Angebotsvarianten wollen sie die „weiche Steuerung“ von Kunden in ihre Fabrikatsbetriebe vorantreiben. Damit soll die betriebswirtschaftliche Tragfähigkeit der Autohäuser und die Stabilität der fabrikatsspezifischen Vertriebs- und Servicenetze sichergestellt werden. Treiber Nr. 10: Die Etablierung neuer Servicekonzepte ... ... klingt heute noch wie Zukunftsmusik. Wirklich? Gerade die bereits dargestellten technologisch getriebenen Veränderungen werden dazu führen, dass nicht jede Werkstatt alle Wartungs- und Reparaturumfänge durchführen kann. Der enorme Investitionsbedarf in die Betriebsausstattung und Qualifizierung ließe sich hinsichtlich neuer Antriebskonzepte, des Einsatzes neuer Reparatur- und Instandsetzungsmethoden sowie im Hinblick auf den Elektronik- und IT-Anteil mit Hard- und Softwarekomponenten – um nur einige Schlagworte zu nennen – betriebswirtschaftlich nicht rechtfertigen. Insofern werden sich wohl verstärkt spezialisierte Betriebe als so genannte Competence-Center am Markt etablieren. Bereits heute sind solche Betriebe im Lack- und Karosseriebereich tätig. Weitere, innovative Servicekonzepte liegen im Bereich des Möglichen. TESLA hat zum Beispiel neben wenigen, zentralen Servicecentern auch den „Tesla-Ranger-Service“ im Einsatz. Mit dem mobilen Service, der durch Werkstattfahrzeuge mit „Mechaniker-Besatzung“ sichergestellt ist, werden Servicearbeiten direkt beim Kunden durchgeführt. Dies dürfte zwar derzeit nur bei TESLA-Fahrzeugen, die als wenig verschleißintensiv gelten, gelingen. Allerdings wird der Fortschritt mittelfristig dafür sorgen, dass solche Konzepte auch bei anderen Fabrikaten denkbar sein könnten. Auswirkungen und Ausblick Abschließend stellt sich angesichts der dargestellten Veränderungstreiber die Frage nach den Auswirkungen, mit denen der Branchenzweig mittel- und langfristig rechnen kann und muss. Nun, es ist nicht zuletzt wegen der skizzierten Entwicklung bei den relevanten Strukturdaten sowie unter Berücksichtigung brancheninterner und -übergreifender Veränderungstreiber davon auszugehen, dass die Investitionsintensität in die Betriebsausstattung und Qualifizierung der Mitarbeiter stark zunehmen wird. Das wird viele Betriebe überfordern, weshalb der Prozess der Neustrukturierung von Servicenetzen in der Automobilbranche noch nicht abgeschlossen ist. Angesichts dieser Perspektive ist zunächst von einer weiteren Konsolidierung mit weniger, aber größeren Betriebseinheiten in Deutschland auszugehen. In einem weiteren Schritt werden wohl neue Serviceformate, die dem Grundgedanken von Competence-Centern folgen, im Markt etabliert, um die betriebswirtschaftliche Tragfähigkeit einzelner Betriebe sicherzustellen und die Wartungs- und Reparaturaufwendungen aus Kundenperspektive auf erträglichem Niveau zu halten. Erst in einem dritten Schritt dürften langfristig neue Servicestrukturen und -konzepte – etwa mobile Serviceeinheiten – in das Servicemarktgeschehen eingreifen. Insofern ist die künftige Entwicklung gekennzeichnet durch eine Pluralisierung der Vertriebswege für den Automobilservice mit marken- und kundenspezifisch stark ausdifferenzierten Absatzsystemen und Betriebsformen. Zudem werden sich daran anknüpfend die Betriebstypen stärker ausdifferenzieren, um spezifischen Kundenbedürfnissen einerseits und betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten auf Anbieterseite andererseits gerecht zu werden. Neue, innovative Servicekonzepte sind der dritte wesentliche Veränderungstrend, denn Betriebstypen ohne Kundenakzeptanz, aber auch unprofitable Geschäftsmodelle werden an Bedeutung verlieren. Zusätzlich werden künftig neue Wettbewerber sowohl auf der Industrie- bzw. Großhandelsstufe als auch auf der Retail- Ebene für die Betreuung neuer Fahrzeugantriebe und innovativer Mobilitätsdienstleistungen agieren. Prof. Dr. Stefan Reindl ■ Prof. Dr. Stefan Reindl leitet die Bachelor- und Masterprogramme „Automotive Business“ und „Automotive Management“ an der HfWU in Geislingen und ist stellvertretender Direktor am Institut für Automobilwirtschaft (IFA) Foto: WavebreakmediaMicro - Fotolia www.autoservicepraxis.de

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