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Mit freundlicher Empfehlung www.autoservicepraxis.de B43 385 D 10,90 EURO 06.2017 SPRINGER AUTOMOTIVE MEDIA TITELTHEMA Zukunft HU: Fahrzeugüberwachung im Wandel TECHNIKSERIE SCR-Katalysator: Euro 6 zum Nachrüsten BEST PRACTICE Kfz-Demmel setzt auf mobile Auftragsbearbeitung VERKEHRSBLATT Aktuelle Auszüge bzgl. § 29 StVZO TÜV SÜD Neues Service Center bei Medele Classic eröffnet www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 1

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LEITARTIKEL Eben heißt eben eben ie eben muss der Werkstattboden sein, um eine ordentliche Scheinwerferprüfung durchzuführen? Der Gesetzgeber hat das eigentlich schon in der Scheinwerferprüfrichtlinie unmissverständlich festgelegt. Die Anlage 4 erläutert die Toleranzen mit Hilfe einer Tabelle. Der Sachverhalt wird dort sogar mit einem Beispiel erklärt. Lassen Sie Ihren Einstellplatz vermessen und nehmen Sie das nötige Geld in die Hand. Dennoch kursierten verschiedene Interpretationen im Markt, was zu erheblicher Verwirrung bei Werkstattbetrieben und auch so manchem Vertriebsmitarbeiter der Ausrüster geführt hat. Erstmal abwarten, lautete daher vielerorts die Devise – und das obwohl die Zeit drängt. Wer ab 1. Januar 2018 keinen regelkonformen Scheinwerfereinstellplatz vorweisen kann, wird die HU nicht mehr im eigenen Betrieb anbieten können. Um alle Zweifel an der Ernsthaftigkeit der strengen Vorgaben zu zerstreuen, hat der Gesetzgeber im Verkehrsblatt nochmal eine Konkretisierung veröffentlicht (siehe Seite 61). Was jetzt zu tun ist, ist klar: Lassen Sie Ihren Scheinwerfereinstellplatz vermessen und nehmen Sie das Geld in die Hand, um die Anforderungen zu erfüllen. Nachhaltige und bezahlbare Lösungen gibt es mittlerweile. Dann müssen Sie nur noch ein Prüflabor finden, das die Kalibrierung der Prüfmittel DAkkS-konform durchführen kann – und die sind leider immer noch Mangelware. Viel Spaß beim Lesen! Dietmar Winkler, Chefredakteur www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 3

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INHALT 12 Zukunft Hauptuntersuchung Die Fahrzeugtechnik ändert sich rasant – das hat Folgen für die periodische Überwachung. Foto: Fotolia.com/blende11.photo 38 Endrohrprüfung wird wieder Pflicht Was sich ändert und welche Auswirkungen die Einführung für Werkstätten hat. 58 Aufträge mobil bearbeiten Wie die freie Kfz-Werkstatt Demmel von der mobilen Lösung profitiert. TITEL 12 Hauptuntersuchung Was sich mit der Anpassung an europäisches Recht ändert 18 Kalibrierung Prüfmittel Aufwändiger als Stückprüfung – so kalibriert TÜV SÜD 22 Best Practice Dieter Herzig hat in einen neuen Prüfplatz investiert 24 Interview Jürgen Bönninger (FAS) zur Zukunft des HU-Adapters AUTOMOBILTECHNIK 26 Technikserie, Teil 3 SCR-Katalysator zum Nachrüsten 30 Kurz vorgestellt Der Kia Optima Sportswagon und der Renault Talisman 32 Schmierstoffe Motorenöl-Vermarktung mit Oil-X Individual von Winba AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 34 Plagiate Produktpiraterie im Kfz-Ersatzteilgeschäft 36 Produkte Neues aus den Bereichen Schmierstoff, Ersatzteile & Co. WERKSTATTTECHNIK 38 Abgasanalyse Endrohrmessung: Bewährtes neu einführen 40 Best Practice Ein R1234yf-Klimaservicegerät für Autohaus Steingraber 42 Interview asp im Gespräch mit ASA-Präsident Frank Beaujean 44 Messe-Nachbericht Autopromotec 2017: der Branchen treffpunkt in Italien 48 Diagnose Neuer Spirit bei AVL Ditest in Cadolzburg 50 Produkte Neues aus den Bereichen Diagnose, Batterie & Co. BETRIEBSPRAXIS 54 Shell Deutschland Neue Impulse für das Schmierstoffgeschäft 56 ZDK-Schiedsstelle Hoher Besuch bei der Kfz-Innung München-Obb. 58 Best Practice Mobile Auftragsbearbeitung bei Kfz-Demmel 60 Gastkommentar Ulf Schneider (NTT Data) zur Berechnung der Kfz-Steuer 61 Verkehrsblatt Auszüge aus dem Verkehrsblatt 10/2017 62 Verkehrsblatt Auszüge aus dem Verkehrsblatt 8/2017 RUBRIKEN 03 Leitartikel 06 Nachrichten 37 ASA-News 52 TÜV SÜD-Aktuell 50 Impressum Zusatzinhalte auf autoservicepraxis.de und im asp ePaper § 29 AUTO SERVICE PRAXIS veröffentlicht regelmäßig sämtliche im Verkehrsblatt abgedruckten Mitteilungen des Bundesministers für Verkehr, soweit diese für § 29 StVZO relevant sind. AUTO SERVICE PRAXIS-Abonnenten verfügen damit über die im Sinne der AU-Anerkennungsrichtlinie erforderlichen Informationen und sind somit vom Bezug des ansonsten vorgeschriebenen Verkehrsblattes befreit. 52 Sicherheit im Fokus Wenn Computer das Steuer übernehmen, ist die Absicherung der Funktionen entscheidend. www.autoservicepraxis.de

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NACHRICHTEN JUBILÄUM Digitaler Wandel Ende Mai haben die Gesellschafter der Carat-Gruppe in Madrid das 20-jährige Bestehen der Handelskooperation gefeiert. Gleichzeitig fand eine Gesellschafter-Versammlung mit Zukunftskongress statt. 90 Prozent der Carat-Gesellschafter stimmten für eine Öffnung des eigenen Versorgungslagers „ad-Cargo“ für alle Teilehändler sowie für die digitale Vernetzung der stationären Handels- und Werkstattstruktur. „Die Digitalisierung geht an keiner Branche vorbei, auch und gerade nicht am Teilehandel. Wer sich diesem Trend verweigert, wird nicht überleben (...)“, sagte Carat-Geschäftsführer Thomas Vollmar. aj ■ Meistgeklickte Artikel im Mai 1. Aftermarket: Bosch will sich von Beissbarth und Sicam trennen 2. Debatte: Diesel-Verunsicherung alarmiert die Autobranche 3. Mercedes-Benz: Ausfall der Lenkung 4. BMW: Motorenölverlust möglich 5. Audi: Kühlmittelpumpen-Update Meldung verpasst? Mit dem kostenlosen Newsletter von asp wäre das nicht passiert. Abo unter www.autoservicepraxis.de/newsletter. Frage der Woche (08. bis 14. Mai) Die Politik drängt die Autoindustrie zu einer schnellen Nachrüstung von Diesel-Autos wegen zu hoher Stickoxid-Werte. Ist das technisch jetzt schon machbar? ■ Ja, das ist meiner Meinung nach kein Problem (19 %) ■ Ja, aber das lässt sich nur mit sehr großem Aufwand umsetzen (42 %) ■ Nein, eine Nachrüstung ist technisch nicht machbar (36 %) ■ Ich habe dazu keine Meinung (3 %) AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 FACHBUCH Autohandel unter Druck Der klassische Automobilhandel steht zunehmend unter Druck: Nicht nur der Internet-Vertrieb von Herstellern und Importeuren, sondern auch das veränderte Kundenverhalten beeinflussen das Geschäft. Damit Autohäuser auch in Zukunft bestehen können, müssen neue Vertriebsformen mit bekannten Strukturen kom- AFTERMARKET Bosch trennt sich von Beissbarth Bosch Automotive Aftermarket plant den Verkauf der Tochtergesellschaften Beissbarth und Sicam, wie ein Unternehmenssprecher bestätigte. Das umfasse insgesamt 350 Mitarbeiter an den Standorten in München (Beissbarth) und Coreggio, Italien (Sicam). Durch den Verkauf will Bosch seinen Fokus im Bereich Automotive Aftermarket neu ausrichten: „Der wichtigste Grund ist, dass wir mit dem Ausstieg aus dem Produktportfolio die Möglichkeit haben, uns im Bereich Automotive Aftermarket stärker auf das Angebot von vernetzten Produkten und auch vernetzten Services zu fokussieren“, erklärte Nico Krespach, Pressesprecher Automotive Aftermarket, auf Nachfrage. biniert werden. In der vierten Auflage des AUTO- HAUS-Buches „Autohaus- Management“ zeigen Experten aus der Branche, welche Instrumente und Maßnahmen dafür notwendig sind. Das Fachbuch ist ab sofort für 104,86 Euro bei AUTO- HAUS Buch & Formular (www.springer-automotiveshop.de) erhältlich. aj ■ Über mögliche Käufer und den Zeitpunkt des Verkaufs machte das Unternehmen keine weiteren Angaben. Bosch hatte die beiden Unternehmen erst 2007 von der Muttergesellschaft Beissbarth Automotive Group GmbH übernommen. vg ■ www.autoservicepraxis.de Foto: Valeksa Gehrke Foto: Springer Nature Foto: Carat

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DIE ERFOLGSFORMEL FÜR DAUERHAFTE HOCHLEISTUNG IM MOTOR DAS ERSTE MOTORENÖL AUF BASIS VON ERDGAS SHELL HELIX ULTRA MIT PUREPLUS TECHNOLOGY SHELL.DE/PUREPLUS

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NACHRICHTEN Mitten im Verkaufsprozess an den französischen PSA-Konzern hat der Autohersteller Opel seinen Chef ausgewechselt: Karl-Thomas Neumann ist von seinem Amt als Sprecher der Geschäftsführung zurückgetreten. Zu seinem Nachfolger bestimmte der Opel-Aufsichtsrat den bisherigen Finanzchef Michael Lohscheller. Der 56 Jahre alte Neumann soll noch bis zum Abschluss des Verkaufsprozesses Mitglied der Geschäftsführung bleiben. Der österreichische Batteriehersteller Banner Batterien kann auf ein positives Geschäftsjahr 2016/2017 zurückblicken. Der Umsatz stieg auf 272 Millionen Euro (Vorjahr: 258 Millionen Euro) und der Absatz auf 4,5 Millionen (Vorjahr: 4,1 Millionen) Starterbatterien an. Das Wachstum ist dabei vor allem auf die starke Nachfrage nach Starterbatterien für Start- Stopp-Fahrzeuge zurückzuführen. Der Deutsche Bundestag hat den Steuervorteil für Autogas bis einschließlich 2022 verlängert. Die bis Ende 2022 befristete steuerliche Begünstigung von Autogas wird ab 2019 schrittweise abgebaut. Von 2019 bis 2022 erhöht sich dadurch die steuerliche Belastung je Liter Autogas pro Jahr um etwa drei Cent. Ab 2023 verlangt der Fiskus 14,7 Cent mehr pro Liter als heute. Schaeffler baut in den kommenden Jahren ein Montage- und Verpackungszentrum für den Unternehmensbereich Automotive Aftermarket in Halle an der Saale (Sachsen-Anhalt). Auf mehr als 40.000 Quadratmetern Grundfläche werden künftig automobile Ersatzteile und Reparaturlösungen zusammengestellt und verpackt. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2019 geplant. Ab sofort verantwortet Helmut Ernst, Leiter der Aftermarket-Organisation von ZF, zusätzlich alle Markt- und Produktthemen. Der bisherige Stelleninhaber Neil Fryer hat das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen. Mit der frühzeitigen Antizipation von Zukunftstrends auf dem Ersatzteilemarkt, einem breiten und weiter wachsenden Produktportfolio sowie einer umfassenden Service-Präsenz trägt die zweitgrößte Aftermarket-Organisation weltweit zum Ziel von ZF bei, sich als Marktführer in der Bereitstellung von Kundenlösungen zu profilieren. Um den Bereich Klimaservicegeräte effizienter aufzustellen, haben die Schwesterunternehmen WOW Würth Online World und Wabcowürth Workshop Services alle Komponenten der Produktionskette an einem Standort in Italien gebündelt. Mit der Bündelung der Produktion könne zukünftig auf neue technische Herausforderungen sowohl durch die Fahrzeughersteller als auch durch gesetzliche Vorgaben schneller reagiert werden. Auch Kundenwünsche ließen sich so schneller vom Entwicklungsteam umsetzen. AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 KOOPERATION Massenproduktion von Kohlefaser Der Automobilzulieferer Faurecia hat sich dem Spitzencluster MAI Carbon des Carbon Composites e.V. am Technologiezentrum Augsburg (TZA) angeschlossen. Ziel ist es, Kohlefaser bis Anfang der 2020er-Jahre für die Massenproduktion von Fahrzeugen sinnvoll nutzbar zu machen und Fertigungsprozesse zu entwickeln. Kohlefasern sind sowohl leichter, als auch stärker als Stahl, oder auch andere Leichtbauwerkstoffe wie Aluminium. Mit Verbundwerkstof- Foto: Faurecia fen lässt sich das Fahrzeug gewicht stark reduzieren, was auch für Elektrofahrzeuge wichtig ist, um deren Reichweite zu steigern. aj ■ LADETECHNIK Induktion statt Kabel Continental möchte auf der IAA im September die induktive Ladetechnik in einem Elektrofahrzeug vorstellen. Bei dieser Lösung wird die Ladeenergie kabellos von einer Sendeeinheit am Boden zu einer Empfängerplatte am Fahrzeugunterboden übertragen. Alles, was der Fahrer dazu tun muss, ist sein Fahrzeug über der Bodenplatte zu parken. Dabei hilft ihm eine neue Navigationslösung von Continental. Schon während der Annäherung an einen Parkplatz mit induktiver Ladestation läuft automatisch die Anmeldekommunikation zwischen Fahrzeug und Ladestation ab. Eine Mensch-Maschine-Schnittstelle zeigt dem Fahrer, wann die richtige Position erreicht ist und der Ladevorgang beginnt. Die Lösung bietet bis zu 11 kW Ladeleistung, was pro Minute Ladezeit etwa einen Kilometer Reichweite bedeutet. aj ■ TEILEHANDEL Select AG verlässt GroupAuto Die Select AG steht vor zwei wichtigen Veränderungen: Zum einen wird sie die bisherige Zusammenarbeit mit der GroupAuto Deutschland zum 31. Dezember 2017 beenden. Die GroupAuto Deutschland ging 2009 aus der Kooperation der beiden Unternehmen Coparts Autoteile GmbH und Select AG hervor. Darüber hinaus wird die Select AG am 1. Juli 2017 Mitglied der Foto: Select AG Temot International (TI). Zum gleichen Zeitpunkt beerbt der Select-AG-Vorstand Stephan Westbrock Philipp Hess, Geschäftsführer der Hans Hess Autoteile GmbH, als Vorstand bei Temot. Erst am 1. Januar 2017 war die Hans Hess Autoteile GmbH der Select AG beigetreten. Nun erfolgt konsequenterweise auch die Übernahme der TI-Anteile durch die Select AG. asp ■ www.autoservicepraxis.de

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Benutzen Sie Layar, um Zugang zu interessanten Online Informationen zu erhalten. Verfügbar für iOS und Android. Das ist Guido Orth-Gauch, technischer Autor bei TRW. Guido möchte immer die gleiche Qualität bieten, unabhängig davon, ob er in seiner Jazzband spielt oder ein Handbuch für einen neuen Bremsbelag schreibt. Von Guido aufgezeichnete Tests zeigen, dass unser innovatives Reibmaterial den Bremsweg um bis zu 7 Metern verkürzt. Verlassen Sie sich auf echte Originale, wenn es um hervorragende Leistungen geht. Schauen Sie sich Guidos Geschichte an: www.trwaftermarket.com/bremsbelag ORIGINALE EIN TRW-SYSTEM www.trwaftermarket.com/bremsbelag Die Produkte von TRW müssen hohen Anforderungen gewachsen sein. Das gilt auch für die weltweit 4.000 Ingenieure und Produktfachleute, die sie entwickeln. Durch mehr als 100 Jahre Erfahrung als Erstausrüster setzt TRW Standards für Sicherheit und Qualität.

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NACHRICHTEN AKTUELLE RÜCKRUFE (TAGESAKTUELL: WWW.AUTOSERVICEPRAXIS.DE/RUECKRUFE) Marke Modell Produktionszeitraum Audi A3 Mai 2008 bis Mai 2009 A4 mit 2.0-TFSI-Motor A5 mit 2.0-TFSI-Motor Audi A5 Cabriolet (8F) A6 mit 2.0-TFSI-Motor Anfang 2011 bis Ende 2016 Gründe/Maßnahmen Fahrzeuge (D) interner Code Vollzug erkennbar an Aufgrund thermomechanischer Überlastung keine Angabe 45F5 keine Angabe kann Stromfluss an Bausteinen im ABS- und ESP- Steuergerät unterbrochen werden/In dem Fall ist fehlerfreie Funktion des Steuergerätes nicht mehr sichergestellt/Aktualisierung der Software des ABS- und ESP-Steuergerätes. Kühlmittelpumpe kann durch Fremdpartikel blockiert werden/Überhitzung der Pumpe möglich/ siehe oben 19M1 siehe oben Software-Update der Motorsteuerung, um Ansteuerung und Diagnose der Zusatzkühlmittelpumpe anzupassen. siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Juni bis November 2016 Anfang 2011 bis Ende 2016 Q5 mit 2.0-TFSI-Motor BMW 760i Oktober 2015 bis Ende März 2017 Fiat Doblò November bis Dezember 2016 Panda Qubo Fehlerhafte Verbindungstechnik (Vercrimpung) bei hinteren Gurtstraffern/Bei einem Unfall können lose Teile in den Fahrgastraum eintreten/ Wechsel der fehlerhaften Gurtautomaten hinten links oder hinten rechts. Kühlmittelpumpe kann durch Fremdpartikel blockiert werden/Überhitzung der Pumpe möglich/ Software-Update der Motorsteuerung, um Ansteuerung und Diagnose der Zusatzkühlmittelpumpe anzupassen. 60 69O8 siehe oben keine Angabe 19M1 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben September bis Dezember 2016 November bis Dezember 2016 Motorkühlleitungen können undicht werden/ Austritt mehrerer Liter Motorenöl, die sich in der Unterbodenverkleidung verteilen können/Prüfung und ggf. Austausch der Leitungen. Nicht der Spezifikation entsprechendes Mischungsverhältnis der Zündchemikalien/Fahrerairbag löst beim Unfall ggf. nicht aus/ Austausch des Airbag-Moduls an der Fahrerseite. Fehler in der zweiten Stufe des Airbagtreibsatzes/ Erhöhte Verletzungsgefahr im Falle eines Unfalls/ Austausch des Seitenairbag-Moduls. Nicht der Spezifikation entsprechendes Mischungsverhältnis der Zündchemikalien/Fahrerairbag löst beim Unfall ggf. nicht aus/ Austausch des Airbag-Moduls an der Fahrerseite. 217 0017770100 Reparaturmaßnahme wird in den internen BMW-Datenbanken gespeichert und kann beim Vertragshändler erfragt werden. keine Angabe 6114 keine Angabe 8 6097 siehe oben keine Angabe 6114 siehe oben Tipo siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Ford C-Max mit 2.0-Liter-Dieselmotor Edge mit 2.0-Liter-Dieselmotor Focus mit 2.0-Liter-Dieselmotor Galaxy mit 2.0-Liter-Dieselmotor Mondeo mit 2.0-Liter-Dieselmotor Kuga mit 2.0-Liter-Dieselmotor 02.12.2014 bis 31.01.2016 in Saarlouis 09.10.2015 bis 28.01.2016 in Oakville 18.07.2014 bis 31.01.2016 in Saarlouis 31.10.2014 bis 31.01.2016 in Valencia 20.02.2014 bis 31.01.2016 in Valencia 12.06.2014 bis 31.01.2016 in Valencia Fehlerhafter Halteclip für Sensor zur Messung des Kraftstoffdrucks und der Kraftstofftemperatur/ Clip kann brechen und zu Kraftstoffundichtigkeit führen/Überprüfung und ggf. Clip-Austausch. keine Angabe keine Angabe keine Angabe siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 www.autoservicepraxis.de

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AKTUELLE RÜCKRUFE (TAGESAKTUELL: WWW.AUTOSERVICEPRAXIS.DE/RUECKRUFE) Marke Modell Produktionszeitraum Ford Kuga 18.05. bis 31.10.2010 S-Max mit 12.0-Liter-Dieselmotor 31.10.2014 bis 31.01.2016 in Valencia Mazda 2 (DE) 19.06.2007 bis 11.09.2010 3 (BL) 17.12.2008 bis 30.09.2010 5 (CR) 11.02.2005 bis 17.09.2010 6 (GH) 03.08.2007 bis 31.08.2010 Mercedes-Benz C-Klasse Januar 2013 bis Dezember 2014 C-Klasse (BR 205) August 2014 bis Dezember 2016 Gründe/Maßnahmen Fahrzeuge (D) interner Code Vollzug erkennbar an Beheizte Waschdüsen nicht ordnungsgemäß abgedichtet/Düsen können überhitzen, Hitze- und Brandschäden möglich/Neue Waschdüsen verbauen. Fehlerhafter Halteclip für Sensor zur Messung des Kraftstoffdrucks und der Kraftstofftemperatur/ Clip kann brechen und zu Kraftstoffundichtigkeit führen/Überprüfung und ggf. Clip-Autausch. Sitzverstelleinheit kann reißen bzw. Sicherungsscheiben können sich lösen/Ausfall der Sitzhöhenverstellung möglich/Verstärkung einer bislang unbeschädigten Sitzverstelleinheit bzw. Austausch einer schon beschädigten Einheit gegen modifizierte Variante. 6.077 keine Angabe keine Angabe keine Angabe siehe oben siehe oben 44.080 keine Angabe Fahrgestellnummer ist in den Mazda-Systemen vermerkt und kann von Mazda-Partnern und auch freien Werkstätten überprüft werden. siehe oben 23.241 siehe oben siehe oben Konfiguration des Steuergerätes nach Einbau des Beifahrer-Airbag-Deaktivierungsschalters nicht ordnungsgemäß ausgeführt/Seiten- und Kopfairbag lösen ggf. beim Seitenaufprall nicht aus/Neuprogrammierung des SAS-Moduls. Sitzverstelleinheit kann reißen bzw. Sicherungsscheiben können sich lösen/Ausfall der Sitzhöhenverstellung möglich/Verstärkung einer bislang unbeschädigten Sitzverstelleinheit bzw. Austausch einer schon beschädigten Einheit gegen modifizierte Variante. Verschraubung der Lenkungskupplung ggf. nicht mit vorgesehenem Drehmoment verschraubt/Lockerung der Schrauben durch Vibrationen und Lenkausfall möglich/Überprüfung und ggf. Nacharbeitung der Verschraubung. Pins im Elektromotor der Lenkung ggf. nicht ordnungsgemäß verschweißt/Lenkungsausfall möglich/Austausch der elektrischen Servolenkung. 523 AH003A siehe oben 23.241 keine Angabe siehe oben keine Angabe keine Angabe keine Angabe siehe oben siehe oben siehe oben E-Klasse (BR 213) siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben G-Klasse (BR 463) G-Klasse (BR 463) GLK (BR 204) Juni 2012 bis Januar 2017 Juni 2016 Januar 2013 bis Dezember 2014 Renault Mégane IV GT 01.11.2015 bis 23.01.2017 Mégane IV 20.05. bis 18.07.2016 Unzureichendes Anzugsdrehmoment der Verschraubung der Lenkungskupplung/Verschleiß der Kreuzgelenkverzahnung, dadurch Lenkausfall möglich/Austausch des Kreuzgelenks der Lenkung. Zu starke Kräfte auf Bowdenzug zwischen innerem Türgriff und Türschloss im Falle eines Unfalls/ Öffnen der Türen von innen nicht mehr möglich/ Austausch der Bowdenzüge zwischen innerem Türgriff und Türschloss in allen vier Türen. Verschraubung der Lenkungskupplung ggf. nicht mit vorgesehenem Drehmoment verschraubt/Lockerung der Schrauben durch Vibrationen und Lenkausfall möglich/Überprüfung und ggf. Nacharbeitung der Verschraubung. Mangelnder Anpressdruck an der Kupplungsscheibe/Bei starker Beschleunigung kann Überhitzung erfolgen und zum Umschalten in ein Notlaufprogramm führen/Neuprogrammierung der Steuergeräte, des Getriebes und der Einspritzanlage. Fehlfunktion der Kinderschutzsicherung/Durch Schließen der Tür kann vorab aktivierte Kindersicherung möglicherweise wieder deaktiviert werden/Kontrolle der Funktion der Kindersicherung und ggf. Austausch beider hinterer Türschlösser. siehe oben siehe oben siehe oben 90 siehe oben siehe oben keine Angabe siehe oben siehe oben 1.492 0CJB Reparatur wird im internen Renault-Händlernetz vermerkt. 3.445 0CDU Reparatur wird im internen Renault-Händlernetz vermerkt. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 11

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TITEL ZUKUNFT DER HU Auch Software muss geprüft werden Bis 2018 muss die europäische Richtlinie zur periodischen Fahrzeugüberwachung 2014/45/EU umgesetzt sein. Sie bringt vor allem Neuerungen beim Qualitätsmanagement. Künftig wird sich noch mehr ändern. Foto: Sebastian Gollnow/dpa er technologische Wandel im Fahrzeugbau ist rasant. Der Einsatz intelligenter Fahrerassistenzsysteme, die Zunahme elektronischer Bauteile und die Verbindung der Fahrzeuge mit dem Internet bei weiter steigenden Umweltauflagen wirken sich auch auf die zukünftigen Inhalte der Hauptuntersuchung aus. Mit der neuen PTI-Richtlinie 2014/45/EU (PTI = Periodical Technical Inspection) werden die Vorschriften für die technischen Untersuchungen in Europa weiter harmonisiert. So ist jetzt die Verwendung der elektronischen Fahrzeugschnittstelle explizit aufgeführt, in Deutschland schon seit 2015 mit der Nutzung des HU-Adapters Standard bei der Hauptuntersuchung. Mit der Umsetzung der neuen PTI-Richtlinie ist unter anderem auch die Prüfung von sicherheitsrelevanten Fahrzeugsystemen oder die Wiedereinführung der Abgasmessung am Endrohr vorgesehen. Die PTI-Richtlinie muss bis 2018 umgesetzt sein, bereits zum Mai 2017 hätte eigentlich die daraus abgeleitete und in nationales Recht übertragene Fahrzeuguntersuchungsverordnung (FUV) veröffentlicht werden müssen. Allerdings scheiterte dies an Einsprüchen des Bundeswirtschafts ministeriums, weil es noch Abstimmungsbedarf beim Thema Endrohrmessung sieht. Das führt zu Verzögerungen, aber laut Philip Puls, Leiter der KURZFASSUNG Die Regelungen zur HU werden schrittweise an europäisches Recht angepasst. Das Konzept der Kalibrierung von Prüfmitteln bringt für Werkstätten und Prüforganisationen einige Änderungen mit sich. Perspektivisch wird sich die HU weiter wandeln. technischen Prüfstelle für den KFZ-Verkehr in Bayern bei TÜV SÜD, kann sie sogar früher umgesetzt werden als vorgeschrieben: „Die aktive Umsetzung der FUV muss bis spätestens 2020 erfolgen, in Deutschland können wir das um zwei Jahre auf 2018 vorziehen, weil wir keine langen Übergangsfristen brauchen.“ Neuer Name – ähnlicher Inhalt Der Grund: In der Durchführung wird sich die neue HU für den Fahrzeughalter nicht wesentlich von der alten unterscheiden, außer dass die verbindliche Endrohrmessung mit aufgenommen wird. Viele andere Punkte wie die Prüfung elektronisch geregelter Systeme und die OBD-Schnittstellennutzung werden in Deutschland im Gegensatz zu anderen EU-Staaten bereits durchgeführt werden. „Tatsächlich gibt es für uns in Deutschland keine großen Veränderungen in der Praxis. Das Kind bekommt einen anderen Namen“, so Puls. Die FUV selbst wird ein Sammelwerk aller Vorschriften in Deutschland sein, die sich derzeit mit der Hauptuntersuchung beschäftigen, das heißt: man zieht aus der StVZO die entsprechenden Paragrafen zusammen mitsamt Anlagen als auch aus der Fahrzeugzulassungsverordnung und weiteren Vorschriften und baut daraus eine komplette FUV. Zentrale Datenbank Ein Novum gibt es trotzdem: Das EU- Konzept des akkreditierten Bereichs. Im Dreigestirn Gerätehersteller, Nutzer und neutraler Überwacher von Prüfgeräten müssen alle drei Parteien gegenüber der Akkreditierungsstelle (DAkkS) nachweisen, dass jeder Beteiligte praktisch, administrativ als auch rechtlich in der Lage ist, seine Aufgabe regelkonform durchzuführen. Eine Akkreditierung für Überwachungsorganisationen beinhaltet auch den Nachweis der „messtechnischen Rückführung“ der Kalibrierung von Messgeräten. Das heißt, Messergebnisse müssen immer auf einen verbindlichen Standard rückführbar sein. So soll die Richtigkeit von Messergebnissen sichergestellt werden. Alle Messeinrichtungen und -geräte, die in den Prüfstützpunkten oder von anerkannten Werkstätten bei der HU verwendet werden, müssen künftig in einer AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 www.autoservicepraxis.de

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ASP WERKSTATT-TAG 2017 KEINE FREISETZUNG VON KÄLTEMITTEL ... Foto: AdobeStock/industrieblick Praxiswissen für die Werkstatt Beim asp-Werkstatt-Tag am 16. November in Bamberg geht es um das Thema Prüfmittel. In Fachvorträgen und praktischen Workshops erfahren Teilnehmer alles zur Kalibrierung von Bremsenprüfständen, Scheinschwerfereinstellprüfgeräten (SEP) und Abgastestern. Für alle, die wissen wollen, auf was es jetzt wirklich ankommt – unsere Experten bringen Sie fachlich auf den neuesten Stand. In Workshops stellen Anbieter Lösungen für einen regelkonformen HU-Arbeitsplatz vor. Der Clou: Sie haben in den Workshops die Gelegenheit vor Ort mit einem Referenzkunden zu sprechen, der die Lösung bereits im Einsatz hat. Experten und Praktiker beim asp-Werkstatt-Tag helfen bei der Auswahl der passenden Lösung. Infos: www.autoservicepraxis.de/werkstatttag2017 zentralen Datenbank erfasst werden. Das soll durch die zentrale PSP- (Prüfstützpunkte) Datenbank beim Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) geleistet werden. Stand heute muss die Werkstatt schon einen Vertrag mit einer Überwachungsorganisation schließen. Dabei legt sie auch vor, dass die Bremsenprüfstände und Scheinwerfereinstellgeräte stückgeprüft sind, dass sie selbst ihre AU durchführen und ein geeichtes Gerät vorweisen kann, sowie die Nennung bei der Innung als AU-durchführende Werkstatt. Dies alles wird jetzt in die zentrale Datenbank überführt, die derzeit unter Federführung des ZDK bzw. des Bundesinnungsverbandes (BIV) aufgebaut wird. Sie dient laut Neofitos Arathymos, Leiter der Abteilung Technik, Sicherheit und Umwelt beim ZDK, vor allem der Qualitätssicherung bei der technischen Fahrzeugüberwachung. Bereits jetzt, vor der Veröffentlichung der FUV, müssen die Überwachungsorganisationen im Zusammenhang mit der Begutachtung ihrer Qualitätssicherungssysteme gegenüber der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) belegen, welche Untersuchungsstellen sie zur Durchführung der Hauptuntersuchung (HU) nutzen und welche Messeinrichtungen und -geräte sie in den einzelnen Untersu- www.autoservicepraxis.de ... BEIM EVAKUIEREN Für Groß fahrzeuge! Das neue Klimaservicegerät ASC 3500 G Low Emission macht sich bezahlt. In Euro und für die Umwelt. So wird der Klima service an Großfahrzeugen richtig profitabel. Die Vorteile der WAECO Low Emission Technologie: nahezu 100 % Kältemittel-Rückgewinnung mit unserem bewährten vierstufigen Verfahren. Und die exakte Bestimmung der abgesaugten Kältemittelmenge sorgt im Betrieb für optimale Kühlleistungen. Individueller Benutzercode Um die unberechtigte Nutzung von WAECO Klimaservicegeräten auszuschließen Persönliche Füllmengendatenbank Füllmengendatenbank für 100 verschiedene Fahrzeuge Low Emission Es entweicht praktisch kein Kältemittel in die Umwelt USB-Anschluss Über den USB-Anschluss können Sie ganz einfach die Gerätesoftware aktualisieren KLIMASERVICEGERÄTE WAECO airconservice.de

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TITEL chungsstellen verwenden. Dies gilt auch für jeden Kfz-Betrieb, der als Prüfstützpunkt genutzt wird. Der ZDK hält für Werkstätten einen entsprechenden Leitfaden bereit. „In der ersten Ausbaustufe werden die Daten des jeweiligen Kfz-Betriebs und die dort eingesetzten Prüfmittel erfasst. In der zweiten Stufe dann alle Daten, die nach der FUV erfasst werden müssen. Dies sind dann auch personenbezogene Daten und die Daten zu den durchgeführten Vorortprüfungen“, so Arathymos. Dabei liegt man laut Arathymos gut in der Zeit: „Die erste Stufe der zentralen Datenbank ist fertiggestellt. Zurzeit werden die Daten entsprechend der ersten Ausbaustufe erfasst. Der in der FUV vorgesehene Stichtag, zu dem die Datenbank voll betriebsbereit sein muss, ist der 1.1.2019. Diesen Stichtag werden wir sicher einhalten.“ Prüfung von Softwareversionen In den nächsten Jahren wird sich die Hauptuntersuchung aber auch inhaltlich ändern müssen, um Schritt zu halten mit der rasanten technischen Entwicklung. Teil- und vollautomatisierte Fahrzeuge, Fahrerassistenzsysteme und Softwareversionen im Auto müssen nach Ansicht von Prüforganisationen im Rahmen der HU prüfbar sein. Vor allem die Softwareintegrität muss sowohl bei der Zulassung des Fahrzeugs, aber auch im Betrieb überprüfbar sein. „Unsere Idee ist, dieses mit den technischen Möglichkeiten des HU-Adapters durchzuführen. Hier wird die gültige Version der Software hinterlegt und im Rahmen der HU überprüft. Bei Änderungen, etwa im Rahmen einer Rückrufaktion, wird für dieses Fahrzeug ein Nachtrag zur Betriebserlaubnis erstellt. Die jeweils gültige und integre Version wird in einer Datenbank hinterlegt, so dass überprüft werden kann, ob eine freigegebene Software auf dem Fahrzeug läuft“, führt Philip Puls aus. Nachträgliche Änderungen würden dann bei der HU auffallen, weil sie sich nicht in der Liste der freigegebenen Software befinden. Dies gilt für alle sicherheits- und abgasrelevanten Punkte. Diese Abfrage der Integrität könnte der HU-Adapter heute schon leisten, allerdings müssen die Automobilhersteller noch einem offenen Datenzugang zustimmen. Selbstfahrende Autos sind für die Prüforganisationen eine ganz neue Herausforderung. Sie sind in dreifacher Hinsicht gefordert: Neben der Straßenzulassung neuer Fahrzeuge (Homologation) auch bei der periodischen Fahrzeugüberwachung AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 „EINS NACH DEM ANDEREN“ Interview mit Philip Puls, Leiter der technischen Prüfstelle für den Kfz-Verkehr in Bayern, TÜV SÜD asp: Herr Puls, was wird eigentlich in der neuen Fahrzeuguntersuchungsverordnung FUV geregelt? P. Puls: Die europäische Richtlinie 2014/45/EU gab es im Prinzip vorher auch schon, da hieß sie 2010/40/EU, war auch schon PTI-Richtlinie und fand sich 1:1 in §29 und Anlage 8 der StVZO. Die neue PTI ähnelt bis zu 90 Prozent der alten Richtlinie. Weil die notwendigen Änderungen einen neuen verwaltungsrechtlichen Erlass der StVZO nötig machen würde, hat man alles, was die Fahrzeuguntersuchung betrifft, aus der StVZO herausgenommen und in die FUV überführt, damit war man verwaltungsrechtlich wesentlich flexibler und schneller. asp: Ende 2015 gab es große Aufregung um nicht akkreditierte Prüfmittel seitens der DAkkS. Wie sieht es heute aus? P. Puls: Wir als TÜV SÜD sind beim Thema Kalibrierung und Akkreditierung auf einem guten Stand. Wir haben DAkkS-auditierte Verfahren, die wir auch umsetzen können und die wir im Feld sukzessive einführen, sobald alle unsere Mitarbeiter geschult sind. asp: Warum wurde der Entwurf der in Arbeit befindlichen neuen Scheinwerferrichtlinie seitens der Verbände abgelehnt? P. Puls: Wir haben den Entwurf nicht abgelehnt, wir werden nur angehört, sind aber nicht mitbestimmungsfähig. Unser Plädoyer war vielmehr: Schaut euch die Sachlage zum 1.1.2018 an, gibt es überhaupt Änderungsbedarf? Danach sind wir bereit an der neuen Richtlinie mitzuwirken. asp: Brauchen die Werkstätten künftig auch neue AU-Geräte? P. Puls: Wir sind gemeinsam mit der PTB (Physikalisch-technische Bundesanstalt) der Auffassung, dass zumindest die neueren AU-Geräte in der Lage sind, auch die verschärften Grenzwerte, die dann mit der Endrohrmessung kommen, zu verarbeiten. Hier werden zunächst keine neuen Investitionen auf die Werkstätten zukommen. Allerdings wird in der neuen Verordnung auch klar aufgeführt, dass man neben den bisherigen Abgasen auch NOX, also den Stickstoffgehalt, und die Partikelanzahl messen will. Das bedeutet schon Investitionen, für die Partikelanzahl gibt es bereits Messmittel, die dann noch angeschafft werden müssten. Für die NOX-Messung sind derzeit die Messverfahren noch in der Entwicklung. asp: Wie soll der HU-Adapter in Zukunft eingesetzt werden? P. Puls: Neben der Überprüfung der Software-Integrität des Fahrzeugs könnte man im Zuge der Konditionierfahrt, die heute schon vorgeschrieben ist, überprüfen, welche Daten zwischen Aktuatoren und Sensoren fließen, diese plausibilisieren, und feststellen, ob die Sensoren einwandfrei funktionieren. Hier argumentieren wir mit den Herstellern, dass wir den Datenzugang für die HU gerne offen hätten. Foto: TÜV SÜD sowie beim verhältnismäßig neuen Thema Datenschutz. Der Autopilot muss ein Autoleben lang zuverlässig funktionieren (Continuous Compliance). Die Hauptuntersuchung muss daher entsprechend weiterentwickelt werden. Laut Patrick Fruth, Sprecher der Geschäftsführung der TÜV SÜD Auto Service GmbH, stellt man sich schon jetzt entsprechend auf: „Das autonome als auch das assistierte Fahren betrifft uns als Prüforganisation und Dienstleister unmittelbar. Wir sind gerade dabei, uns hier personell massiv zu verstärken.“ Automatisiertes Fahren betrifft die Homologation von Fahrzeugen in sehr starkem Maße. Hier geht es unter anderem um die teilweise Umstellung auf simulationsbasierte Prüfungen. „Man wird künftig aufgrund der Komplexität nicht mehr alles im Feldversuch machen können. Letztlich ist es unsere Aufgabe, sichere Prüfmethoden für die Typzulassung zu entwickeln“, betonte Fruth. Weiterentwicklung der HU Eine erste Folge dieser zunehmenden Digitalisierung im Automobil war der HU- Adapter als Einstieg in die digitale Prüfung elektronischer Fahrzeugsysteme. Die Prüforganisationen erarbeiteten gemeinsam mit den Behörden und insbesondere der 2004 gegründeten Fahrzeugsystemdaten GmbH (FSD) – unterstützt durch die Fahrzeughersteller – Datenbanklösung, Prüfsoftware und Hardware. Seit Juli 2015 ist für Fahrzeuge mit Erstzulassung ab April 2006 bei der HU eine Prüfung elektronisch geregelter Sicherheitskomponenten wie Airbag, ABS, ESP, Abstandsregler, Kurvenlicht etc. vorgeschrieben. Um auch die Prüfung des www.autoservicepraxis.de

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TITEL automobiltechnischen Fortschritts sicherzustellen, werden der HU-Adapter und die Prüfsoftware ständig weiterentwickelt. Die Stichworte sind Prüfung der Achsdämpfung sowie die dynamische Bremsmessung. Aber auch die Prüfung von komplett neuen Fahrzeugsystemen, wie zum Beispiel das Notrufsystem E-Call, werden Bestandteil der Hauptuntersuchung sein, heißt es in einer Mitteilung von TÜV Hessen, einer Mehrheitsbeteiligung von TÜV SÜD, zum Start des HU-Adapters. Wohin die Reise geht, wurde auf der Bilanzpressekonferenz von TÜV SÜD im April deutlich: Beim autonomen Fahren arbeiten die Münchner mit Herstellern, Forschungseinrichtungen und staatlichen Stellen zusammen. Aufgrund der Erfahrungen aus Hauptuntersuchung und Homologation sind die TÜV SÜD-Experten gefragte Partner bei der Entwicklung von Prüf- und Zertifizierungsgrundlagen. Ein Beispiel ist der im Februar 2017 in München gestartete „Mobility Hub“. In der Ideenschmiede arbeiten große Automobilunternehmen und Mobilitätsdienstleister, Zulieferer, Tech-Start-ups an der Mobilität der Zukunft, darunter Audi, BMW, Daimler, IBM, Nokia und TÜV SÜD. Besonderheiten der Elektromobilität Schneller als die Automatisierung könnte es zu einer Elektrifizierung der Fuhrparks KALIBRIERUNG PRÜFMITTEL Die Kalibrierung von Prüfmitteln nach europäischen ISO- Normen bringt einige Veränderungen mit sich. Im Vergleich zur gewohnten Stückprüfung ist die Kalibrierung der Geräte viel aufwändiger. Bei der Stückprüfung macht der Prüfer in der Regel vor allem eine Sichtprüfung und überzeugt sich davon, dass das Gerät noch intakt ist. Bei einer Kalibrierung müssen zusätzlich Messwerte abgeglichen werden und es muss sichergestellt sein, dass die Messwerte auf Standardwerte zurückgeführt werden können. So müssen z.B. die Gewichte bei der Kalibrierung des Bremsenprüfstands selbst kalibriert sein (siehe Beitrag ab Seite. 18). Scheinwerfereinstellprüfgeräte: Seit 1.1.2017 sind Kalibrierungen/erweiterte Stückprüfungen gemäß den Anforderungen aus der Verkehrsblatt-Verlautbarung Nr. 115/2016 durchzuführen. Ab 1.1.2018 müssen Systeme zur Überprüfung der Einstellung der Scheinwerfer durch einen von der Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS) akkreditierten Dienstleister geprüft werden. Ab 1.1. 2018 ist eine Kalibrierung des gesamten Arbeitsplatzes vorgeschrieben, also Scheinwerfereinstellgerät (SEP) inklusive Aufstellfläche für das Gerät und Aufstellfläche für das Fahrzeug. Insbesondere für die Ebenheit der Aufstellfläche gelten enge Toleranzen. Die Neigung des gesamten Prüfsystems darf nicht größer als +/-1,5 Prozent sein. Die zulässige Unebenheit der Aufstellfläche für das Fahrzeug darf nur wenige Millimeter betragen. Mit der Mitteilung vom 5. Mai im Verkehrsblatt Nr. 10 hat der Gesetzgeber die Toleranzen noch einmal präzisiert. Die Aufstellfläche für das SEP darf ebenfalls nur eine Unebenheit von +/- 1 Millimeter/Meter aufweisen. Bremsenprüfstände: Seit 1.1.2017 müssen eine erweiterte Stückprüfung und eine Kalibrierung durchgeführt werden. Darüber hinaus muss ein Kalibrierschein nach den DAkkS-Vorgaben erstellt werden. Seit 1.1.2017 gilt die Kalibrierpflicht nach den Anforderungen des Verkehrsblatts 14/2016 für alle Bremsprüfstände, die für die Durchführung der HU im Einsatz sind. Während der derzeit laufenden Begutachtungen der Kfz-Überwachungsorganisationen durch die DAkkS, muss die Validierung des Kalibrierverfahrens samt der messtechnischen Rückführung der verwendeten Messmittel nachgewiesen werden. Die Kalibrierung verdoppelt den Zeitaufwand im Vergleich zur Stückprüfung. AU-Geräte: Abgastester unterlagen bislang der Eichpflicht. Die neue internationale Regelung kennt das deutsche System der Eichung nicht. Daher werden bei der AU trotz des vereinfachten Bescheinigungsverfahrens die Eichung und Kalibrierung gefordert. Ab 1.1. 2019 müssen AU-Geräte nach DAkkS kalibriert sein. Derzeit ist noch nicht klar, ob zeitweise Eichung und Kalibrierung parallel laufen. AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 Foto: Bosch kommen. Jürgen Bönninger von der FSD GmbH nimmt zwar Veränderungen im Prüfwesen, nicht jedoch eine grundlegende Umgestaltung wahr: „Als Besonderheit gegenüber konventionell angetriebenen Fahrzeugen ist es bei einer Reihe von Elektrofahrzeugen notwendig, einen Prüfstandsmodus zu aktivieren, um die Bremsenprüfung im Rollenbremsenprüfstand korrekt durchführen zu können. Für die Untersuchung des Abgasverhaltens müssen die meisten Hybridfahrzeuge in einen speziellen AU-Modus versetzt werden“, erklärte er. Während einige Komponenten wegfallen, kommt die Prüfung anderer Systeme dazu: „Die Überprüfung des elektrischen Antriebsstranges beinhaltet zwingend eine Sicht- und Funktionsprüfung der Kabel und Steckverbindungen sowie eine Sicht-, Funktions- und Wirkprüfung des Elektromotors, HV-Energiespeichers sowie der Leistungselektronik. Wenn ein Ladeanschluss verbaut ist, wird dieser ebenfalls einer Sichtprüfung unterzogen. Weiterhin werden die Klimatisierung des Energiespeichers sowie die HV-Heizung, soweit vorhanden, einer Sicht- und Wirkungsprüfung unterzogen.“ Die Anzahl und der Umfang verbauter Sensorik, etwa von Kamerasystemen als auch von Lidar-Technologie, nehmen stetig zu. Dies erfordert von Seiten der Werkstatt zusätzliche Investitionen in die Prüfmittel, wenn die Betriebe auch künftig zum Prüfstellennetz gehören wollen. Einen Vorgeschmack auf die Komplexität gibt die Diskussion um die Voraussetzung einer konformen Scheinwerfereinstellprüfung. Bei manchen Prüfmitteln wird sich die Investition für die Werkstätten lohnen, bei anderen nicht. Eine Lösung könnte darin liegen, dass die Hard- und Software von den Prüfingenieuren mitgebracht wird. Qualitätssicherung Keinen Bedeutungsverlust dürfte auch für die HU der Zukunft die Qualitätssicherung haben: Zu diesem Zweck gründeten die Prüforganisationen vor fast zehn Jahren den „Verein für Qualitätsmanagement in der Fahrzeugüberwachung“ (QM-Verein). Dieser stellt eigenen Angaben zufolge ein freiwilliges und wettbewerbsneutrales Qualitätmesssystem sicher. Einer der Gesellschafter ist TÜV SÜD. Seit 2008 wurden über 50.000 unangekündigte Qualitätskontrollen (UN) nach einheitlichen Standards durchgeführt. M. Schachtner, D. Väthröder, D. Winkler ■ www.autoservicepraxis.de

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TITEL KALIBRIERUNG PRÜFMITTEL Leuchtturm Dresden In einer Prüfstelle von TÜV SÜD haben wir uns angesehen, wie die Kalibrierung von Scheinwerfereinstellprüfplatz und Bremsenprüfstand künftig abläuft. Der Aufwand steigt dramatisch. ir sind schon in der Nachspielzeit und die ist jetzt halb um. So könnte man die Situation vieler Werkstätten beschreiben, die noch keinen Scheinwerfereinstellplatz haben, der den Vorgaben der Scheinwerferprüfrichtlinie entspricht. Die Anforderungen an die Ebenheit des Prüfplatzes wurden strenger gefasst. Spätestens ab 1.1.2018 ist die Kalibrierung des Scheinwerfer- Prüfplatzes gefordert. Das heißt: Wer die HU an einem Prüfstützpunkt auch noch nächstes Jahr anbieten will, muss einen kalibrierten Scheinwerfer-Prüfplatz vorweisen. TÜV SÜD verfügt als Überwachungsorganisation über ein Kalibrierverfahren, das von der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) bereits positiv begutachtet ist. Dazu war die DAkkS schon im Oktober letzten Jahres drei Tage vor Ort in Dresden und hat sich die Kalibrierverfahren für Bremsenprüfstand, SEP und Abgastester genau angesehen. Das war ein aufwändiges Prozedere, wie uns Thomas AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 Fotos: Dietmar Winkler Sieber, Technischer Leiter der Überwachungsorganisation bei TÜV SÜD, bei unserem Besuch in Dresden erklärt. Zunächst mussten entsprechende Verfahrensanweisungen erarbeitet werden, denn die gab es bis dahin überhaupt nicht. Damit die DAkkS nicht in allen Prüfstellen in gleicher Weise vorstellig werden muss, erfolgt die Abnahme an Leuchtturm- Standorten, wo das Verfahren beispielhaft Messgenauigkeit ist bei der Scheinwerfereinstellung wichtig – daher der ganze Aufwand. abgenommen wird. Die Idee dahinter: Wenn die Prüforganisation am Leuchtturmstandort zeigen kann, dass sie die Kalibrierung beherrscht, wird das Verfahren abgenickt. Ab kommenden Jahr darf die Kalibrierung nur noch durch ein von der DAkkS nach ISO 17025 akkreditiertes „Kalibrierlabor“ erbracht werden. „Wir sind gerade dabei ein solches Kalibrierlabor aufzubauen“, erklärt Sieber. Nur ein akkreditiertes Kalibrierlabor darf dann auch ein entsprechendes Prüf-Dokument zur Verfügung stellen. Mitarbeiter werden geschult „Wir machen seit Jahresbeginn Vermessungen sowohl von SEP und Aufstellflächen und stellen etwaige Abweichungen fest. Festgestellte Mängel können die Betriebe bis Jahresende abarbeiten“, betont Prüfmittel-Fachmann Thomas Sieber. TÜV SÜD schult derzeit weiteres Personal, weil der Bedarf im Markt groß ist. „Wir schulen derzeit zusätzlich 33 Personen, die sich nur mit dem Thema Kalibrierung Scheinwerfereinstellplatz beschäftigen“, erklärt Thomas Sieber. Bis dato waren bereits 17 Mitarbeiter mit dem Thema befasst. Lutz Ott ist als Service Techniker oft in den Werkstätten und weiß um deren Nöte. Service Techniker Dirk Buschbeck kennt sich aus mit Prüfständen. Thomas Sieber, Technischer Leiter der Überwachungsorganisation bei TÜV SÜD www.autoservicepraxis.de

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SO LÄUFT DIE KALIBRIERUNG Schritt 1: Messung der Aufstellfläche für das Fahrzeug: Bei der Erstvermessung wird zunächst der vorgesehene Platz abgeklebt. Für einen Pkw-Arbeitsplatz muss die Länge mindestens 4 Meter betragen. Gemessen wird ab der Nulllinie, die etwa 70- 90 cm vor dem Scheinwerferprüfgerät liegt. Schritt 2: Vermessung der Fahrzeugaufstellfläche Der Nullpunkt wird zunächst mit Kreide markiert und zur späteren Auffindung dokumentiert. Mittels Kalibriertafeln wird die Höhe des Laserstrahls gemessen. Zum Einsatz kommt ein DAkkS-konformes Stahllineal. Messpunkte bei PKW: 1,2,3 und 4 Meter von der Nulllinie. Schritt 3: Dokumentation Alle Messwerte werden in das Computerprogramm übertragen. In der Prüfstelle sind alle Werte wie erwartet annähernd gleich. Die Software errechnet eine Grafik und würde Unebenheiten anzeigen. Erlaubt sind Neigungen bis 1,5 Prozent. Fortsetzung auf Seite 20 ��������� ������������������� ���������������������� ���������������������� ���������������� ������������������������ ������ - europaweite Lager, alle Hersteller! ����� - Stahl, Alu, ECE - Originalersatz ������������� - Stahl, Alu, RDKS ����������������������� - Zweirad, Oldtimer, EM, AS ��������������������- Reifenmontage, Werkzeuge, Werkstattbedarf ������������������� - Reifen, Schmiermittel, Gebinde �������������������� +49 (0) 811 - 99 87 76 - 0 info@kaguma.com

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TITEL SO LÄUFT DIE KALIBRIERUNG Schritt 4: Messung Aufstellfläche SEP Zunächst wird die Neigung der Lauffläche längs zur Stellfläche des Fahrzeugs gemessen. Hilfsmittel ist hier ein selbstjustierender hochpräziser Laser. Die Mitte wird mit Kreide markiert. Der Laser zeigt die Neigung der Lauffläche für das Gerät an. Die Messung erfolgt dann ausgehend vom angezeichneten Mittelpunkt in 25 cm-Schritten entlang der Schiene. Die Toleranz beträgt max. +/- 1 Millimeter auf 1 Meter. Schritt 5: Nullpunktjustierung Mast des SEP Zunächst muss gemessen werden, ob das Messgerät selbst geneigt ist oder der Mast nicht ganz im Lot ist. Das wird für mehrere Einstellhöhen gemessen und fließt in die Berechnung mit ein. Schritt 6: Messung Neigungswinkel SEP Der Nickwinkel des Geräts wird mit 0, 1, 2 und 4 Prozent Neigung gemessen. Zunächst wird eine Nullpunktkalibrierung durchgeführt. Anschließend werden mit einem feststehenden Laser vier Neigungen (0, 1, 2, 4 Prozent) simuliert. Der Laserstrahl muss im SEP bei allen Neigungen entsprechend auf die Nullmarkierung treffen. Drei Messreihen sind vorgeschrieben, um Messunsicherheiten auszugleichen. Hans-Ulrich Höhn, Technischer Leiter der Überwachungsorganisation in Sachsen sowie Leiter der Niederlassung Sachsen Nord, nennt Zahlen: „Wir haben 45.000 Prüfstützpunkte in Deutschland. Das muss jetzt irgendwie abgearbeitet werden. Denn nach Rechtslage muss jeder Betrieb bis 1.1.2018 die Kalibrierung einmal über sich ergehen lassen.“ Hersteller sind in der Pflicht Anders als bei Scheinwerfereinstellgeräten sind die Prüforganisationen bei der Kalibrierung von Bremsenprüfständen sehr stark vom Hersteller abhängig. Höhn: „Wir benötigen eine Kalibrieranweisung vom Hersteller und herstellerspezifische Schulungen sowie teilweise herstellerspezifisches Werkzeug.“ Hier ist die Industrie im vergangenen Jahr in Verzug geraten. AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 „Wir haben aktuell das große Problem, dass unsere Prüfstützpunkte keine Kalibrierdienstleister finden, die ihnen die Prüfstände nach neuen Vorgaben kalibrieren. Das ist ein rein kapazitatives Problem, weil die Prüfer noch geschult werden müssen“, berichtet Höhn. In der Dresdner Prüfstelle waren die Fliesen so gut verlegt, dass ein Prüfplatz ohne großen Aufwand realisiert werden konnte. Das Scheinwerferprüfgerät läuft zudem auf Edelstahlschienen, die plan in den Boden eingelassen sind. Die Situation in vielen Servicebetrieben ist da ganz anders, wie uns Lutz Ott, Service Techniker von TÜV SÜD, bestätigt. Er ist in Sachsen unterwegs und schaut sich die Prüfplätze in den Werkstätten an. Wenn er zum Kunden kommt, wird er mit Fragen zur Kalibrierung überhäuft. Dann wird erst einmal nachgemessen, ob es überhaupt einen ausreichend ebenen Messplatz für die Scheinwerferprüfung gibt. Dietmar Winkler ■ DOKUMENTATION Alle Messwerte werden in die Eingabemaske einer Software eingetragen, die am Ende einen Kalibrierschein erstellt. Das Programm ist eine Eigenentwicklung von TÜV SÜD und bereits von der DAkkS abgenommen. Nach dem Speichern der Messwerte kann das Dokument vom Prüfer nicht mehr verändert werden. Ab nächstes Jahr ist auf dem Prüfschein das Prüfsiegel der Akkreditierung. Es gilt dann das Vier- Augen-Prinzip, d.h. der Leiter des Kalibrierlabors muss das Dokument entsprechend gegenzeichnen. Der Vorgang wird digital abgebildet. www.autoservicepraxis.de

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Dieter Herzig an seinem neuen Prüfplatz. Er hat bereits in die Zukunft investiert. BEST PRACTICE Auf in die Zukunft Ab 1.1.2018 heißt es: Kein aktueller SEP-Prüfplatz, keine Hauptuntersuchung im eigenen Betrieb. Viele Werkstätten warten noch, asp hat eine besucht, die sich bereits für die neue Herausforderung gewappnet hat. ffenbach-Bieber bei Frankfurt. Eine im Industriegebiet gelegene Werkstatt, der Eingangsbereich zwischen kultig und modern. asp AUTO SERVICE PRAXIS besucht Dieter Herzig in seinem Betrieb, denn er ist Inhaber einer der wenigen freien Betriebe, die in Sachen Hauptuntersuchung 2018 vorgesorgt haben. Seit 1985 ist Dieter Herzig mit einer eigenen Werkstatt selbstständig, seit 2002 an diesem Standort und seit knapp drei Monaten Besitzer eines Schein werfer-Einstellplatzes der neuesten Generation. Das System besteht dabei aus einer Car1 SEP Prüffläche sowie einem Car1 SEG 06CTR Scheinwerfereinstellgerät (Kosteninfos siehe rechter Kasten). Car1 ist als Eigenmarke der Coparts Auto teile GmbH ausschließlich über Coparts Systempartner zu beziehen. KURZFASSUNG Werkstattinhaber Dieter Herzig hat bereits investiert und ist stolzer Besitzer eines neuen Scheinwerfer-Einstellplatzes, keine unbedeutende Investition. Vor Ort erklärt er uns, warum er sich für das System entschieden hat und wie es funktioniert. Werkstattmeister Herzig informierte sich über den Außendienstmitarbeiter der Firma Wütschner. Mit der Beratung war er sehr zufrieden. „Für mich oder für meinen Betrieb lohnt sich diese Anschaffung. Neben der Hauptuntersuchung gibt es ja noch viele weitere Geschäfte, für die wir diese neue Technologie brauchen. Denken wir mal an eine Frontschadenreparatur oder den schlichten Wechsel eines Kühlers. Bei modernen Autos geht es nicht mehr ohne“, weiß der Werkstattinhaber. Er ergänzt, dass der Besuch in Nachbar- oder Markenbetrieben in diesem Zusammenhang zwar möglich, aber zeitlich zu aufwändig sei. Die Investitionen für neue Ausstattung nimmt er hin. Modernisierung ist nötig Es sei zwar eine große Anschaffung gewesen, aber schließlich soll seine Werkstatt nicht nur heute für ihn, sondern auch später für die Rente sorgen. „Wenn ich meinen Betrieb später vermieten möchte, muss er ja auch den Richtlinien entsprechen.“ Von der Einstellung von Fahrerassistenzsystemen lässt er aktuell aber noch die Finger, das habe noch etwas Zeit. Auf insgesamt 2.000 Quadratmetern hat sich Herzig mit zwei Mitarbeitern gut eingerichtet. Fünf vollwertige Arbeitsplät- Fotos: Anna Matuschek AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 www.autoservicepraxis.de

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Hilfreicher Laserstrich: Der Abstand Pkw zum Gerät muss mind. 0,5 Meter betragen. Über ein Tablet wird der aktuelle Einstellwert perfekt abgemessen und über das Display gezeigt. Quelle: CAR1-Flyer, Firma Wütschner PRODUKTE UND KOSTEN (NETTO) Car 1 SEP Prüffläche Befestigungsmaterial Fracht Montage Car 1 SEG 06CTR Scheinwerfereinstellgerät Fracht Montage Sonstige Kosten Kalibrierung der Platten Kalibrierung des Scheinwerfereinstellgerätes Gesamt exkl. Umstatzsteuer 2.750 Euro UVP 390 Euro 250 Euro 450 Euro 2.399 Euro UVP 45 Euro 180 Euro ca. 190 Euro ca. 125 Euro ca. 6.779 Euro ze stehen unter Dach zur Verfügung, hinzu kommt Freifläche. Monatlich durchlaufen 50 bis 60 Pkw und Transporter den Werkstattalltag. „Wir haben Flotten- und Leasingkunden. Die Fahrzeuge sind also recht jung, dementsprechend müssen wir auch einen schnellen Allround-Service bieten“, erklärt er zum Arbeitsumfang. Hinzu kommen Großprojekte, die sich über mehrere Tage ziehen. Perfekte Ausnutzung der Fläche In Sachen Scheinwerfereinstellplatz ergab sich hinsichtlich der Fläche eine sehr gute Variante: „Wir haben den Einstellplatz mit einem Achsvermessungssystem verbunden. Das Ganze ist etwas größer als für normale Pkw üblich und misst fünf Meter auf gute zwei Meter. Wie gesagt, wir haben viele Transporter im Kundenstamm. Bei einem schmalen Smart wird es knapp, die beiden Stellflächen zu treffen. Eine etwas breitere Variante der Platten wäre nicht schlecht, um vom Kleinstwagen bis zum leichten Lkw alles abzudecken“, ergänzt Dieter Herzig. Wobei der Alltag in Bezug auf das System noch nicht final eingetreten ist. Noch liegen die Laufschienen des Prüfgerätes lose auf dem Boden, die geeichten und in der Horizontalen ausgerichteten Die Einstellung der Scheinwerfer geschieht bei dem Vorführfahrzeug manuell per Werkzeug. Platten als Basis für eine richtlinienkonforme Fahrzeugaufstellfläche hingegen sind montiert. Zwecks Stolpergefahr sieht Herzig keine Probleme. Wobei im Boden versenkte Laufschienen zwar besser sind, aller dings wäre der Aufwand hierfür zu groß gewesen. Die Kalibrierung und Endmontage des Gesamtsystems steht noch aus. Das notwendige Prüfprotokoll, das von der DAkkS (Deutsche Akkreditierungsstelle) akkreditiert werden muss, stand zum Zeitpunkt unseres Besuchs noch nicht zur Verfügung. Erst dann kann der Scheinwerfer-Einstellplatz final abgenommen und kalibriert werden. Auf die Frage, wie die Bedienbarkeit des Geräts ist und ob es schon eine Schulung gab, antwortet Dieter Herzig: „Es gab bis dato keine Schulung vor Ort, aber ich wurde vorab sehr gut über die Außendienstmitarbeiter geschult und informiert – und mal ganz ehrlich: Das System ist so einfach, dass es jeder versteht.“ Der altbekannte Kasten ist mit einem Touchscreen ausgestattet, der nach dem Starten den Ist- Wert anzeigt. Ob das Auto gerade steht, zeigt ein Laser-Strich auf dem Boden an. Aber was bringt das beste System, wenn weitere Grundvoraussetzungen nicht stimmen. „Bevor es ans Prüfen der Scheinwerfer geht, muss natürlich der Reifenluftdruck angepasst und, wenn vorhanden, schwerer Kofferrauminhalt entfernt werden“, so Herzig. Der Ablauf beginnt also weder maschinell noch elektronisch, sondern schlichtweg menschlich. Selbiges gilt für die finale Einstellung. Sogar am Land Rover Discovery 3 braucht es das Auge, um den Sollwert am Fahrzeug abzulesen, und die Hand mit dem Werkzeug, um den Scheinwerfer einzustellen. Ein Computer übernimmt hier keine Arbeit. Er steht dennoch unterstützend zur Seite, denn ohne ihn würde die Feinjustierung moderner Lichtanlagen nicht gelingen. Noch ist das alte Gerät im Einsatz Anders sieht es da bei alten Pkw aus. Hier greift Herzig trotz neuem Prüfplatz auf sein altes Tool zurück. „Solange es noch eine Übergangsphase gibt und es sich um ganz normale Scheinwerfer handelt, ist das ja völlig o.k.“, sagt er während der Kontrolle an einem Opel Kadett B Baujahr 1971. Und für neuere Modelle hat der Kfz-Meisterbetrieb schließlich die neue Version vor Ort. Denn das Geschäft mit modernen und zukünftigen Fahrzeugen ist bei der Firma Herzig in Offenbach-Bieber herzlichst willkommen. Anna Matuschek ■ www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 23

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TITEL INTERVIEW Kontrolle der IT-Sicherheit Digitaler Fortschritt im Fahrzeug muss in der Prüftechnik abgebildet werden. Dieser Aufgabe ist die Fahrzeugsystemdaten GmbH verpflichtet. Geschäftsführer Jürgen Bönninger über die Datensicherheit im Auto. m Erfolg und der Weiterentwicklung der periodischen Fahrzeugüberwachung ist die Fahrzeugsystemdaten GmbH (FSD) mit ihren zwei Standorten in Dresden und Radeberg beteiligt. Zu ihren Hauptaufgaben zählen Ermittlung, Generierung, Bereitstellung und Validierung von Vorgaben für Hauptuntersuchung und Sicherheitsprüfung. Als Schnittstelle zwischen Herstellern, Behörden und Prüforganisationen ist das Unternehmen mit rund 150 Mitarbeitern wesentlicher Impulsgeber bei der Anpassung der Kontrollen an die moderne Fahrzeugtechnik. Geschäftsführer Jürgen Bönninger stellt im asp-Interview die FSD-Kernkompetenzen als höchster Sachverstand der Kfz-Technik gepaart mit dem Wissen der Informations- und Kommunikationstechnologie heraus. asp: Eine wesentliche Veränderung der letzten Jahre ist die Elektronikprüfung mit dem HU-Adapter ab 2012. Wie lange haben Entwicklung von Soft- und Hardware, Datenerhebung sowie Einführung gedauert? J. Bönninger: Die Entwicklung eines IT- Systems zur praktischen Anwendung von Vorgaben für die Hauptuntersuchungen und Sicherheitsprüfungen, deren Einhaltung über die elektronische Fahrzeugschnittstelle geprüft wird, startete 2007. asp: Das „HU-Adapter-System“ besteht aus Hardware, Software und Daten. Die Entwicklung ist seit Produktionseinführung vor fünf Jahren nicht abgeschlossen; das System wird kontinuierlich angepasst.Wie läuft die Nutzung bislang? KURZFASSUNG Der erste Schritt in die elektronische Fahrzeugprüfung erfolgte 2012 mit Einführung des HU-Adapters. Wegbereiter war hier auch die FSD GmbH. Das System wird fortwährend weiterentwickelt. Künftig dürfte eine Softwareprüfung hinzukommen. AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 Jürgen Bönninger ist Geschäftsführer der Fahrzeugsystemdaten GmbH in Dresden. J. Bönninger: Nach rascher Überwindung der mit jeder Systemeinführung einhergehenden Kinderkrankheiten arbeiten Hard- und Software robust und zuverlässig und werden souverän von Sachverständigen und Prüfern bei Prüforganisationen, staatlichen Technischen Prüfstellen, Eigenüberwachern und SP- Werkstätten angewandt. Die größte Herausforderung in der Praxis stellen die Lücken in der Datengrundlage dar, die auf die mangelnden Datenlieferungen der Fahrzeughersteller zurückzuführen sind. Mit großem Aufwand arbeiten wir daran, diese Lücken zu schließen. Auch die Updates des Systems beziehen sich hauptsächlich auf die Erweiterung der Datengrundlage und erfolgen demnächst monatlich. asp: Erhalten Sie nicht alle erforderlichen Daten von den Autoherstellern? In welcher Form geschieht der Datentransfer? J. Bönninger: Die Fahrzeughersteller liegen hinter den Anforderungen der deutschen und europäischen Gesetzgebung zurück und liefern nur in einem einge- Foto: FSD GmbH schränkten Maße notwendige Daten. Dies betrifft die einzelnen Hersteller in unterschiedlichem Maße. Die Lieferformate und Übertragungswege sind nur wenig standardisiert. Obwohl sich die Situation langsam verbessert, wird es auf absehbare Zeit unerlässlich bleiben, die lückenhaften Lieferungen durch eigene Leistungen wieder zu schließen. asp: Welcher Art sind diese Leistungen? J. Bönninger: Bei den Leistungen handelt es sich um Ingenieurdienstleistungen, wie zum Beispiel das Generieren von Diagnosedaten für die betroffenen Fahrzeugmodelle und deren vielfältigen Steuergerätevarianten. asp: Ihre Datenbank bzw. Softwareanwendung FSD.HU21 erlaubt Informationen zu jeder Fahrgestellnummer (fast) aller seit 2006 in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge. Wie groß ist die Abdeckung? J. Bönninger: Grundsätzlich haben wir zu allen Fahrzeugen, die zur Hauptuntersuchung kommen, Daten gespeichert. Dazu zählen 658 Millionen Vorgaben, die sich auf die Fahrgestellnummern beziehen. Darüber hinaus stellen wir den Sachverständigen Informationen zu typspezifischen Mängeln und Prüfhinweise für ca. 30 Millionen Fahrzeuge zur Verfügung – so u. a. zu allen vom VW-Abgasskandal betroffenen Fahrzeugen. asp: Übernehmen die Überwachungsorganisationen die von der FSD bereitgestellte Anwendung oder wird diese angepasst? J. Bönninger: Bei den Prüforganisationen und SP-Werkstätten ist die Integration des Vorgaben-Informationssystems der FSD in die eigene Prüfsoftware die Regel – zum Beispiel zur Übernahme der Untersuchungsergebnisse. Von der Möglichkeit, die Referenz-Bedienoberfläche der FSD gegen eine eigene Oberfläche zu tauschen, machen hingegen nur wenige Prüforganisationen Gebrauch. www.autoservicepraxis.de

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asp: In einem Interview forderten Sie, in regelmäßigen Abständen auch die Datensicherheit zu überprüfen. Wie weit ist man in diesem Bereich? J. Bönninger: Die Konzepte zur Prüfung der zulässigen Software im Rahmen der Hauptuntersuchung sind fertig. Derzeit findet ein Diskurs mit den Herstellern statt, wie diese Aspekte bereits bei der Typgenehmigung der Fahrzeuge geprüft und zugelassen werden und wie mit den unabdingbaren Updates über die Betriebsdauer umgegangen wird. asp: Ist in diesem Kontext eine Art „Euro NCAP für IT-Security“ denkbar? J. Bönninger: Ja. Eine Art „NCAP für IT- Security“ ist nicht nur denkbar, sondern unbedingt erforderlich. Zum einen muss gerade gegenüber den Nutzern der Technologie transparent gemacht werden, wie leistungsfähig diese ist. Zum anderen muss auf dieser Ebene ein allgemeingültiger, internationaler Standard beschrieben sein. Dessen Einhaltung muss Gegenstand der Genehmigung und Zulassung von Fahrzeugen werden. Dafür ist jedoch ein Paradigmenwechsel unerlässlich. Heute ist einzig das Niveau der Verkehrssicherheit und „Euro NCAP für IT-Security ist nicht nur denkbar, sondern unbedingt erforderlich.“ der Umweltverträglichkeit von Fahrzeugen zum Zeitpunkt der Zulassung ausschlaggebend bei der Hauptuntersuchung. In Bezug auf IT-Security muss eine Anhebung des Sicherheitsniveaus im Verlaufe des Fahrzeuglebens nicht nur möglich sein – im Gegenteil ist sie auch verpflichtend zu fordern. Wie bei einem Betriebsrechner, auf dem eine Anti-Virus-Software aktualisiert oder gar ausgetauscht wird, um dessen zuverlässigen, vertraulichen Betrieb sicherzustellen, muss das künftig auch in Fahrzeugen möglich sein. Sollte das – aus welchen Gründen auch immer – nicht der Fall sein, ist sicherzustellen, dass sich die Funktionen, welche von dieser IT-Security-Struktur geschützt werden, nicht mehr aktivieren lassen. Sicheres Führen des Fahrzeugs kann sonst nicht gewährleistet werden. Das Sicherheitsniveau der IT-Security ist daher unbedingt und transparent zu testen beziehungsweise zu prüfen. Interview: Martin Schachtner ■ www.autoservicepraxis.de Professioneller Klimaservice mit Robinair Seit 1956 ist Robinair Weltmarktführer bei Servicegeräten für Rückgewinnung, Recycling und Wiederbefüllung von Kältemitteln sowie Ausrüstung und Zubehör für Kfz- Klimaanlagen Service. Jetzt stellen wir Ihnen unsere neue innovative Produktfamilie vor. NEUHEIT Die neuen Servicegeräte von Robinair überzeugen durch innovative Neuheiten, verbesserte Funktionen sowie Servicefreundlichkeit und bieten durch die perfekte Kombination von Präzision, Robustheit und Anwenderfreundlichkeit die besten ���������������������������������������������������an R134aund R1234yf-Klimaanlagensystemen. Durch die neue schwenkbare Steuerkonsole wird ergonomisches Arbeiten sowie optimale Benutzerfreundlichkeit gewährleistet. Die verbesserte Bedienersoftware optimiert und vereinfacht Arbeitsabläufe und mit der innovativen Robinair App kann der Nutzer jeder Zeit den Arbeitsstaus und -fortschritt des Klimaservice in Echtzeit überprüfen. ROBINAIR.COM

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AUTOMOBILTECHNIK Adblue: Die wässrige Harnstofflösung wird über ein Dosiersystem in den BNOx-Ammoniak-Generator eingesprüht. BNOx-System im Überblick Abgasteilstrom mit Ammoniak: Das erzeugte Ammoniak wird anschließend in das Abgasnachbehandlungssystem geleitet. Elektrische Heizung: Wird zusätzlich bei tiefen Temperaturen benötigt, um das System aufzuheizen. Abgasteilstrom: Liefert dem BNOx-System die Energie zur Aufbereitung. Stammt aus dem Abgaskrümmer vor dem Turbolader. Technikserie Teil 3 SCR-KATALYSATOR Euro 6 zum Nachrüsten? In Zeiten drohender Fahrverbote sind viele Dieselfahrer verunsichert. Hersteller Twintec-Baumot bietet mit dem BNOx-System eine Möglichkeit an, auch ältere Dieselfahrzeuge mit SCR-Katalysator nachzurüsten. er Diesel hat es momentan schwer: In Stuttgart und Hamburg wurden Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge unterhalb der Euro- 6-Norm beschlossen, viele weitere Städte wie München, Düsseldorf und Berlin könnten folgen. Rund 13 Millionen Diesel-Fahrzeuge in Deutschland wären von den Fahrverboten betroffen. Deren Restwerte dürften in den Keller fallen, wenn die Fahrverbote schließlich umgesetzt werden. Laut Online-Fahrzeughändler Mobile.de ist die Verkaufsentwicklung der Dieselfahrzeuge momentan noch unverändert. „Die Preise für Dieselautos bleiben trotz des gestiegenen Angebots stabil, das spricht für eine konstante Nachfrage“, erklärt Mobile.de-Geschäftsführer Malte Krüger. Unterscheidet man zwischen privaten und gewerblichen Verkäufen, sieht die Lage jedoch anders aus: Der Anteil von Dieselantrieben an den Pkw-Neuzulassungen ist im April auf 41,3 Prozent gesunken – vor einem Jahr waren es noch 47 Prozent. Laut Center of Automotive Research (CAR) rutschte der Diesel-Anteil in diesem Marktsegment auf 23,8 Prozent ab. Das ist der niedrigste Wert seit dem Abwrackprämienjahr 2009. Am beliebtesten war der Selbstzünder im Dezember 2011 mit einem Marktanteil von 40 Prozent gewesen. Der Grund: Privat leute müssen das volle Risiko beim Wiederverkauf tragen und sind entsprechend zurückhaltend. Die Automobilindustrie sendet ebenfalls zwiespältige Signale: Einerseits betonen Hersteller wie BMW und Mercedes, dass sie am Diesel festhalten und die Motoren weiterentwickeln wollen, auf der anderen Seite prescht Volvo mit der Aussage vor, die Entwicklung der Diesel- motoren einzustellen. Auch auf Seiten der Politik gibt es Verunsicherung: CSU- Ministerpräsident Horst Seehofer hat eine Kaufprämie für Euro-6-Fahrzeuge ins Spiel gebracht, damit sich die Komsumenten schneller von ihren Euro-5-Dieselfahrzeugen trennen. Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sucht hingegen mit den Autoherstellern noch an einer Nachrüstlösung für ältere Euro- 5-Fahrzeuge. SCR-Katalysator die beste Lösung Über den Sinn einer Nachrüstlösung streiten sich die Experten. Fest steht, dass sich mit Optimierungen im Verbrennungsprozess und der Abgasnachbehandlung auch ein Diesel der Euro-5-Norm auf das Abgas-Niveau eines Euro-6-Diesels bringen lässt. Im Gespräch sind momentan zwei Alternativen: Eine Lösung per Software AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 www.autoservicepraxis.de

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(siehe Kasten zu Euro 5+) und die Nachrüstung eines zusätzlichen SCR-Katalysators (Selective Catalytic Reduction), der auch bereits in vielen Euro-6-Fahrzeugen zum Einsatz kommt. Die Software-Lösung wäre einfach und günstig umzusetzen, jedoch sind laut Expertenmeinung nur SCR-Katalysatoren in der Lage, Stickoxide wirksam unter allen Bedingungen zu reduzieren. Dabei wird eine Harnstofflösung (Vorstufe zu Ammoniak) dem Abgas beigemischt, die Stickoxide in Wasser und Stickstoff umwandelt. Das Verfahren setzt einen zusätzlichen Tank mit Harnstofflösung („Adblue“) voraus, der im Fahrzeug untergebracht wird und regelmäßig nachgetankt werden muss. Nachrüstung für 1.500 Euro Hersteller Twintec-Baumot als Experte für Abgas-Nachbehandlungen hat mit BNOx einen SCR-Katalysator als Prototypen vorgestellt, der sich in Euro-5-Fahrzeugen nachrüsten lässt. Ursprünglich war das System für den Einsatz in großen Motoren von Bussen, Lkw und Land- sowie Baumaschinen entwickelt worden, wurde dann jedoch auch für Pkw umgesetzt. Euro-5-Fahrzeuge könnten dadurch die Stickoxid-Grenzwerte eines Euro-6-Fahrzeuges erreichen und es ließen sich Fahrverbote in den Städten entgehen. Die Kosten des Systems belaufen sich laut Twintec auf rund 1.500 Euro zuzüglich Einbau, was sich bei einem relativ neuen Euro-5-Dieselfahrzeug lohnt. Der Einbau würde laut Hersteller rund einen halben Tag in Anspruch nehmen und würde den ausführenden Werkstätten angesichts der Zahl von Euro-5-Fahrzeugen volle Auftragsbücher bescheren. Die Funktionsweise des BNOx-Systems ähnelt der von herkömmlichen SCR-Katalysatoren: Die wässrige Harnstofflösung wird www.autoservicepraxis.de DAS STECKT HINTER EURO 5+ Softwarenachrüstung soll Diesel-Fahrverbote verhindern Neben der Nachrüstung mit SCR-Katalysatoren steht auch die Möglichkeit im Raum, Euro-5- Dieselfahrzeuge mit einem simplen Software-Update sauberer zu machen. Die Hochschule Heilbronn spricht davon, den Stickoxid-Ausstoß nur durch Software-Modifikationen zu reduzieren. Die Emissionen der Euro-5-Diesel ließen sich so von durchschnittlich 900 Milligramm NOx auf unter 350 Milligramm drücken. Möglich wird dies durch eine häufige Abgasrückführung des Motors im Stadtverkehr. Dabei handelt es sich lediglich um einen Kompromiss, um die Fahrverbote zu umgehen, denn die Werte erreichen kein Euro-6-Niveau (deswegen Euro 5+). Laut Expertenmeinung sind diese Werte auch sehr optimistisch eingeschätzt. Ein Nachteil wäre auch das Temperaturfenster, denn bei Minusgraden würden bei der Methode Schäden an der Abgasrückführung drohen. Das Testfahrzeug: Ein VW Passat mit 1,6-TDI-Motor und SCR-Katalysator von Twintec. dem Adblue-Tank entnommen und über ein Dosiersystem in den BNOx-Generator (Ammoniak-Generator) eingesprüht, in welchem die Aufbereitung zu Ammoniak stattfindet. Das erzeugte Ammoniak wird über den Mischer in das Abgasnachbehandlungssystem eingeleitet und sorgt dort für die selektive katalytische Reduktion. Für die Aufbereitung steht dem Generator Energie aus dem Abgasteilmassenstrom zur Verfügung, welcher aus dem Abgaskrümmer vor dem Turbolader entnommen und passiv über eine Blende gesteuert wird. Zusätzlich ist der Generator mit einem Heizkatalysator ausgestattet, der bei tiefen Temperaturen auf elektrische Energie zurückgreift. Die erforderliche Heizleistung und die Ammoniak- Dosiermenge wird über das Abgassteuergerät (ACU) aus den Betriebsdaten und der Systemsensorik aus Temperatur- und NOx-Sensoren ermittelt. Da das Ammoniak beim BNOx-System im Gegensatz zu herkömmlichen SCR-Systemen direkt in den Abgasstrom eindosiert wird, ergeben Fotos: Baumot Group, FEV Group

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AUTOMOBILTECHNIK „BEDINGTE EMISSIONSMINDERUNG DURCH NACHRÜSTUNG“ asp: Herr Körfer, auch moderne Euro-6-Dieselfahrzeuge stoßen laut Tests oftmals zu viele Stickoxide aus. Welche Fahrzustände sind für die optimale NOx-Reduktion schwierig und können zu mehr Emissionen führen? T. Körfer: Moderne Abgasnachbehandlungssysteme liefern ab einer bestimmten Temperatur die höchsten Wirkungsgrade. Abhängig von der Einbauposition der Abgasnachbehandlungskomponenten, dem thermischen Verhalten des Motors und der Abgasanlage wird diese Temperatur früher oder später erzielt. Bis zum Erreichen dieser Temperatur wird das Emissionsverhalten durch die Rohemissionen des Motors bestimmt. Mit Blick auf das Realemissionsverhalten stellen folgende Fahrzustände die größten Herausforderungen für das Abgasverhalten heutiger Dieselmotoren dar: Kaltstart und Niedriglastbetrieb, schnelle und heftige Laständerungen und bei bestimmten Applikationen der höherlastige oder volllastnahe Betrieb, beispielsweise auf der Autobahn. Thomas Körfer, Group Vice President Light-Duty Diesel bei der FEV Group asp: Wie kann man die NOx-Reduktion, vor allem bei Stadtfahrten im Stopp-&-Go-Verkehr, effizient erhöhen? T. Körfer: Durch die zunehmenden Effizienzsteigerungen zur Erreichung von niedrigen CO₂-Werten moderner Fahrzeuge sinkt leider das Abgastemperaturniveau kontinuierlich. Dadurch wird die Leistungsfähigkeit der NOx-Nachbehandlungssysteme erheblich beeinflusst. Folglich sind entsprechende konstruktive Maßnahmen zur Anhebung des Temperaturniveaus, beispielsweise durch verstärkte Isolierungen, innermotorische Heizbetriebsstrategien und Verbesserungen der Konvertierungsraten der Abgasnachbehandlungssysteme im Niedrigtemperaturbereich, erforderlich. Motornah angeordnete Abgasnachbehandlungskomponenten – beispielsweise Dieselpartikelfilter mit SCR-Beschichtung – ermöglichen hohe NOx-Konvertierungsraten bereits kurz nach Motorstart. In Kombination mit optimierten Heizmaßnahmen können auch im Unterboden angeordnete SCR-Systeme hohe Konvertierungsraten nach kurzer Zeit realisieren. Darüber hinaus decken kombinierte Systeme, bestehend aus motornahem NOx-Speicherkatalysator und nachgeschaltetem SCR-Katalysator, beispielsweise einen deutlich ausgedehnten Betriebstemperaturbereich asp: Viele Euro-6-Fahrzeuge sind nur mit einem NOx-Speicherkatalysator ausgestattet. Lassen sich Stickoxidemissionen auch damit wirksam reduzieren? T. Körfer: Auf Grund der erheblich gesteigerten gesetzlichen Anforderungen an das Emissionsverhalten ist davon auszugehen, dass zukünftig alle Applikationen auf die SCR-Technologie zurückgreifen und der NOx-Speicherkatalysator als Bestandteil eines Kombisystems zur Abdeckung des Niedriglastbereichs verwendet wird. Eine erhebliche Absenkung des Motorrohemissionsniveaus beeinflusst auch hier das Regenerationsverhalten und damit den Mehrverbrauch maßgeblich. asp: Lassen sich Euro-5-Fahrzeuge mit einem SCR-Katalysator nachrüsten? T. Körfer: Diese Frage lässt sich leider nicht einheitlich beantworten. Im Allgemeinen umfasst ein modernes Emissionskonzept sowohl innermotorische Maßnahmen als auch Abgasnachbehandlungsmaßnahmen, von daher weisen Euro-5-Motoren bereits erheblich unterschiedliche Technologieeigenschaften auf. Die Umrüstung auf SCR-Systeme ist aufwändig. Die zu integrierenden Komponenten sind ein Adblue-Tank, eine Fördereinheit, ein Dosierventil, eine Mischstrecke inklusive Mischer, beheizte Dosierleitungen und eine Steuerung. Die Steuerung muss auf Temperaturund NOx-Signale zurückgreifen, für die unter Umständen zusätzliche Sensoren eingebracht werden müssen. Die SCR-Steuerung muss des Weiteren mit dem Motorsteuergerät kommunizieren, um die korrekte Menge Adblue unter allen Randbedingungen zu dosieren. Die Machbarkeit ist daher von der Fahrzeugplattform und dem zur Verfügung stehenden Bauraum abhängig. Es ist leider davon auszugehen, dass realistisch umsetzbare Nachrüstlösungen nur eine bedingte Emissionsminderung im Realbetrieb von Euro-5-Fahrzeugen erzielen. Interview: Rocco Swantusch AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 sich laut Hersteller mehrere Vorteile: Das System funktioniert bereits ab einer Abgastemperatur von 150 Grad Celsius, was gerade beim Kaltstart wichtig ist, da die katalytische Reduktion dann noch nicht funktioniert und das System möglichst schnell auf Temperatur gebracht werden muss. Laut Twintec-Baumot ist es bereits in rund 100 Sekunden nach Kaltstart einsatzbereit. Eine NOx-Minderung soll zudem in fast allen Betriebspunkten funktionieren, insbesondere bei tiefen Abgastemperaturen. Durch die hohe Mischungseffizienz und gleichmäßige Verteilung des Ammoniaks im Abgassystem soll zudem eine bessere Performance geliefert werden. Darüber hinaus verhindert das BNOx-System Ablagerungen von Adblue im Abgassystem. Durch die geringe Größe des Systems sei es laut Hersteller zudem möglich, das System in einer Vielzahl von Fahrzeugen installieren zu können. Zweifel an der Machbarkeit Twintec-Baumot hat die Wirksamkeit von BNOx an einem VW Passat mit 1,6-Liter- TDI-Motor demonstriert: Das Unternehmen spricht von einer NOx-Reduzierung von durchschnittlich 93 Prozent unter Realbedingungen. Dabei soll der Euro- 5-Motor sogar bessere Emissionswerte als der serienmäßige Euro-6-Motor liefern. Der ADAC hat das in einem Test im realen Betrieb auf der Straße (Real Driving Emissions) ebenfalls bestätigt: In allen Testzyklen konnte das BNOx-System die Stickoxid-Emissionen weit unter den Euro-6-Grenzwert von 0,08 Gramm NOx pro Kilometer reduzieren. Allerdings hatte der Einbau des Nachrüstsatzes auch unerwünschte Folgen: Strom und Kraftstoffverbrauch des Testfahrzeuges stiegen um rund fünf Prozent. Zudem wird der Adblue-Bedarf für das System von den Testern je nach Fahrweise mit 1,5 bis 3 Litern je 1.000 Kilometer angegeben, was einen entsprechend großen Zusatztank nötig macht. Aufgrund der fehlenden Serienreife des Systems können vom Automobilclub auch keine Aussagen zur Dauerhaltbarkeit, Systemeinbindung und Betriebssicherheit gemacht werden. Die Autohersteller betonen gerne, dass eine Nachrüstung des Systems nicht nur mit hohen Kosten verbunden sei, sondern sich nur sehr schwierig umsetzen lasse. „Eine komplette Nachrüstung von Euro 5 auf Euro 6 wäre sehr komplex und würde umfangreiche und tiefe Eingriffe in die Motorsteuerung und Abgasanlage erfordern“, sagt beispielsweise der Verband der Automobilindustrie (VDA). Gerade der Einbau in kleine Fahrzeuge sei aufgrund des geringen Bauraums kaum möglich. Daimler vertritt die Auffassung, dass eine Umrüstung in „technischer und wirtschaftlicher Hinsicht nicht sinnvoll“ sei. Auch für Audi ist die Nachrüstung aufgrund des technischen Aufwands „keine Option“. Porsche sieht die Umrüstung vom baulichen Aufwand her nicht praktikabel. Einzig BMW schlägt vor, Nachrüstlösungen im Einzelfall zu prüfen. Wie es dann mit Garantieleistungen aussieht, steht jedoch auf einem anderen Blatt. Alexander Junk ■ www.autoservicepraxis.de

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AUTOMOBILTECHNIK KIA OPTIMA SPORTSWAGON Alternative zum Passat Der Kia Optima Sportswagon soll typischen Flottenautos wie dem VW Passat Konkurrenz machen. Das gelingt ihm erstaunlich gut: Die Verarbeitung des Cockpits ist sehr gut, nur die Fülle an Schaltern verwirrt etwas. Der muntere 1,7-Liter Diesel mit 141 PS macht ebenfalls Spaß und beschleunigt den Kia mit DCT- Getriebe flott im Stadtverkehr, jedoch geht ihm oberhalb der 100-km/h-Grenze schnell die Puste aus – für berufliche Fahrer könnte es etwas mehr sein. Dafür ist die Platzausbeute des Autos super. Auch die Ausstattung ist in Anbetracht des Kaufpreises von knapp 43.000 Euro sehr großzügig. aj ■ Der Kia Optima Sportswagon bietet ein gelungenes Design. RENAULT TALISMAN GRANDTOUR Vielseitiger Franzose AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 Fotos: Alexander Junk Fotos: Thomas Maier Renault hat mit dem Talisman Grandtour einen gefälligen Kombi parat, der besonders mit seinem kraftvollen 200-PS-Benziner und 260 Newtonmeter Drehmoment punkten kann. Die Leistung wird mit einem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe auf die Straße gebracht. Dazu gibt es gleich die passenden 19-Zoll-Leichtmetallräder dazu. Auch die übrige Ausstattung kann sich sehen lassen: Ein Headup-Display projiziert dem Fahrer wichtige Infos ins Sichtfeld, und mit dem adaptiven Tempomat (AAC) lässt sich der Abstand zum Vordermann genau einhalten. Das adaptive Fahrwerk sorgt zudem für eine komfortable oder sportliche Abstimmung. Pfiffig: Die Allradlenkung verringert den Wendekreis des Autos. aj ■ AUTO-CHECK ■ 7-Gang-DCT-Getriebe ■ Gute Platzausbeute ■ Top-Verarbeitung ■ Schalter-Vielfalt im Cockpit ■ Etwas schwach motorisiert Das große 8,7-Zoll-Display in der Mittelkonsole stellt die Inhalte übersichtlich dar. AUTO-CHECK ■ Gute Motorisierung ■ Adaptives Fahrwerk ■ Adaptiver Tempomat ■ Schräge Heckklappe kostet Kofferraum-Platz www.autoservicepraxis.de

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„Umfassender Schutz mit Glysantin ® !“ Glysantin ® : Der 3-fach Premium-Schutz für das Kühlsystem Mit dem umfassenden Schutz vor Korrosion, Überhitzung und Frost gewährleistet Glysantin ® die dauerhafte Funktionssicherheit des Kühlsystems. Glysantin ® – das Original – ist für alle Motoren und Fahrzeugtypen geeignet. 3-fach Schutz www.glysantin.de Ihre Partner für Schutz und Sicherheit. Hydraulan ® Bremsflüssigkeiten Premium Qualität – Premium Sicherheit EVO 1635de ® = reg. trademark of BASF SE EVO 1634de ® = reg. trademark of BASF SE Hydraulan ® Premium-Bremsflüssigkeiten stehen seit mehr als 60 Jahren für die Zuverlässigkeit des Bremssystems und damit die Sicherheit von Fahrzeugen. Als etablierter Partner der Automobilindustrie entwickeln wir fortlaufend Produkte, die nicht nur den höchsten Ansprüchen gerecht werden, sondern darüber hinaus Maßstäbe setzen. Für weitere Informationen kontaktieren Sie: hydraulan@basf.com

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AUTOMOBILTECHNIK MOTORENÖL-VERMARKTUNG Fürs Autohaus maßgeschneidert Um dem Preisvergleich beim Verkauf von Nachfüllöl zu entgehen, setzt das Autohaus Feddersen in Alfeld an der Leine auf Oil-X Individual von Winba, das sich mit individuellem Etikett versehen lässt. rüher kamen oft Kunden ins Autohaus Feddersen in Alfeld an der Leine, die ihr eigenes Motorenöl zum Service mitbrachten oder den Service berater damit konfrontierten, dass das Öl im Baumarkt oder der Tankstelle deutlich günstiger als im Autohaus zu haben sei. „Wenn Kunden Ihnen live den Preisvergleich auf dem Smartphone präsentieren, gehen Ihnen die Argumente aus“, sagt Godehardt Sauthoff, Serviceleiter und Prokurist bei der Feddersen Auto mobile GmbH. Das Autohaus wurde 1988 in Gronau an der Leine gegründet und ist mittlerweile auf drei Standorte in Niedersachsen angewachsen: Neben Alfeld und Gronau kam im August 2016 noch ein Insolvenzbetrieb aus Bad Salzdetfurth hinzu. Der VW-Händler, der auch Service für Audi und Skoda anbietet, beschäftigt inzwischen an allen drei Standorten rund 90 Mitarbeiter und 25 Auszubildende. Fast 30 Prozent Umsatzsteigerung Um Preisdiskussionen beim Motorenöl zukünftig zu entgehen, entschied sich Serviceleiter Sauthoff deshalb 2014, Oil-X der Winba GmbH einzusetzen (wir berichteten bereits in der asp 11/2015). Das Motorenöl wird laut Christoph Wicke, der neben Sascha Barthel einer der Geschäftsführer der Winba GmbH ist, von einem namhaften Hersteller in Deutschland pro- Das Autohaus Feddersen ist inzwischen auf drei Standorte angewachsen, an denen ausnahmslos Oil-X von Winba verwendet wird. Der VW-Händler konnte damit seinen Umsatz ankurbeln. AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 duziert, der jedoch nicht genannt werden möchte. Und es ist nur in Autohäusern und Werkstätten erhältlich, was einen Preisvergleich so gut wie unmöglich macht. Das auf den Flaschen kein bekannter Markenname prangt, scheint niemanden zu stören. „Kunden haben uns noch nie gefragt, welcher Lieferant oder Hersteller hinter dem Öl steckt“, berichtet Sauthoff. Es erfüllt die Normen von VW und ist für die Verwendung freigegeben, was als Verkaufsargument überzeugt. Bislang gibt es Oil-X auch nur für Marken aus dem Volkswagen-Konzern. Im Gegensatz zu Markenölen aus der Tankstelle oder dem Baumarkt gibt es bei Oil-X auch keine Verwechslungsgefahr. Mit Logo und Bild der Filiale versehen ist das Nachfüllöl ein Instrument zur Kundenbindung. www.autoservicepraxis.de

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Fotos: Alexander Junk „Die meisten Menschen stehen unter Zeitdruck und wollen sich nicht damit beschäftigen, das richtige Öl herauszusuchen“, meint Sauthoff. Bei der Preisgestaltung ist das Autohaus zudem flexibel. Der Preis für das Öl sollte laut Sauthoff aber weder zu teuer noch zu günstig, sondern verhältnismäßig sein. Das zahlt sich offenbar aus: Kunden kommen inzwischen sogar extra ins Autohaus Feddersen, um eine Ein-Liter-Flasche Oil-X nachzukaufen. „Mit der Hausmarke Oil-X konnten wir den Umsatz um 25 bis 30 Prozent mit Nachfüllflaschen steigern“, weiß Sauthoff zu berichten. Preisdiskussionen gehören somit der Vergangenheit an und der Anteil der Kunden, die ihr Öl zum Service mitbringen, hat sich deutlich reduziert. „Sie werden nie alle überzeugen können. Es gibt immer Schnäppchenjäger, die einen Deal machen wollen. Das sind aber nicht die Kunden, die treu in unser Autohaus kommen“, bilanziert Sauthoff. Auch beim Ölwechsel setzt das Autohaus Feddersen ausschließlich auf Oil-X und hat andere Marken aus dem Betrieb verbannt. Hier wird das Öl dann im Tank oder Fass geliefert. Jetzt mit individuellem Etikett Die Autohaus- und Werkstatt-exklusiven Oil-X-Profi-Motorenöle bieten bereits die Möglichkeit sich zu differenzieren, doch nichts ist so einzigartig wie der eigene Autohaus-Markenname. Winba-Geschäftsführer Wicke hatte deshalb eine clevere Idee: Warum nicht Oil-X zusätzlich noch mit einem individuellen Etikett für das Autohaus versehen? Serviceleiter Sauthoff war begeistert und die Idee für „Oil-X Individual“ war geboren. Anstatt des Standard-Etiketts haben Autohäuer und Werkstätten nun die Möglichkeit, die Ein-Liter-Öldosen mit individuellem Etikett mit eigenem Bild, Text und Grafik zu gestalten. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt, lediglich der Hinweis auf die VW-Freigaben muss enthalten sein. Christoph Wicke (Winba, links) mit Godehardt Sauthoff (Feddersen) vor dem Öl-Ständer Das Autohaus Feddersen entschloss sich Anfang 2017 dazu, Oil-X Individual einzusetzen. Für die Gestaltung des Etiketts wurde der Neubau der Filiale in Alfeld mit dem Hinweis auf die weiteren Standorte gewählt. Bis auf das Etikett ist der Inhalt mit Oil-X identisch. Auch die individuelle Variante kommt beim Kunden gut an: Der Einkaufspreis ist für Feddersen zwar etwas höher als für nicht individualisierte Motorenöle, eine stärkere Kundenbindung macht den Mehrpreis jedoch mehr als wett. Und da sich das Öl nun dem Autohaus eindeutig zuordnen lässt, ist es unvergleichlich in jeder Hinsicht und ein sicherer Margenbringer. Mit Winba hat das Autohaus Feddersen zudem einen Partner gefunden, der mit Zuverlässigkeit und Liefertreue überzeugen kann. „Auch in Zukunft sind wir bereit, Feddersen das passende Öl zur Verfügung zu stellen, wenn sich die Anforderungen ändern“, ist sich Wicke sicher – etwa, wenn niedrigviskose Öle relevant werden. Alexander Junk ■ ARGUMENTE FÜR OIL-X INDIVIDUAL ■ Keine Preisdiskussion mehr: Da Oil-X Individual nur in Kfz-Betrieben und nicht in Baumärkten, an Tankstellen oder in Online-Shops erhältlich ist, lässt sich der Preis nicht vergleichen. ■ Individualisierbar: Mit einem individuellen Etikett versehen, wird die Kompetenz des Autohauses hervorgehoben und die Kundenbindung verstärkt. ■ Freie Preisgestaltung: Der Preis für das Öl lässt sich vom Autohaus festlegen. ■ Freigabe vom Hersteller: Das Öl erfüllt die VW-Normen und wird in Deutschland hergestellt. www.autoservicepraxis.de Frischer Wind im Klimaservice AVL DiTEST ADS SERIE Klimaservice für höchste Ansprüche AVL DiTEST GmbH Schwadermühlstraße 4, 90556 Cadolzburg Tel. +49 9103 7131 - 0, Fax - 477 www.avlditest.com FUTURE SOLUTIONS FOR TODAY

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AUTOMOBILTECHNIK PLAGIATE Unter falscher Flagge Produktfälscher sind auf schnellen Profit aus. Dabei schrecken sie auch nicht vor sicherheitsrelevanten Bauteilen wie Bremsen, Lenkungs- und Fahrwerkskomponenten zurück – mit fatalen Folgen für Werkstätten. Nicht nur die Qualität der gefälschten Teile ist schlecht, auch die Englisch-Kenntnisse der Fälscher. eilehersteller und -Zulieferer räumen heute in ihren Unternehmen dem Problem der Produktpiraterie einen hohen Stellenwert ein: Denn jedes Ersatzteil, egal, ob es sich um ein profanes Verkleidungsteil oder um ein sicherheitsrelevantes Bauteil wie Bremsscheiben oder Fahrwerksaufhängungen handelt, wird heute von Produktpiraten gefälscht. Es wird geschätzt, dass der Marktanteil von Fälschungen im Kfz-Ersatzteilgeschäft heute bei weltweit über zehn Prozent liegt. Dahinter stehen Umsatzeinbußen der Branche von über 120 Milliarden Euro. QUALITÄTS-INITIATIVE Um das Qualitätsbewusstsein bei Fahrzeug reparaturen zu steigern, haben namhafte Hersteller von Automobilteilen im Automotive Aftermarket die Initiative „Qualität ist Mehrwert“ gestartet. Teilehandel, Kfz-Werkstätten und Autofahrer sollen damit die Vorteile von Qualitätsteilen vor Augen geführt werden. Informationen zur Initiative gibt es im Internet unter www.qualitaet-ist-mehrwert.de AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 Die Folgen können fatal sein: So kann sich durch einen minderwertigen Stoßdämpfer beispielsweise der Bremsweg erheblich verlängern. Auf solche und andere Probleme weist seit Jahren unter anderem ZF Aftermarket hin. Wie die Unternehmenssprecherin Fabiola Wagner betont, ist das Thema mittlerweile so wichtig, dass ZF und alle angeschlossenen Handelsunternehmen entschieden haben, gemeinsam gegen Produktfälscher und deren Hintermänner vorzugehen. Betroffen von den Fälschungen sind alle bekannten und starken Marken im Markt, die ein gutes Image haben. Dabei kann man nicht genau angeben, welche Produktgruppen und Teile von Fälschern besonders gerne nachgebaut werden. Keine Garantie bei Schäden Fest steht jedoch, dass es Teile sind, die meist einen leichten Abverkauf sowie eine gute Preispositionierung im Markt haben. „Unsere Zahnriemen, Keilriemen und Keilrippenriemen sind bei Fälschern besonders beliebt“, berichtet Steffen Than, Pricing Manager bei ContiTech. „Das hat mitunter fatale Auswirkungen: Mindere Qualität, ein Riss des Riemens, Folgeschäden am Motor – und der Fahrzeugbesitzer ist um etliche tausend Euro ärmer. Die fünfjährige Herstellergarantie von Conti- Tech greift in diesem Fall nämlich nicht – sie gilt nur für Originalteile.“ Aufgrund solcher Erfahrungen steht auch beim Verein Freier Ersatzteilemarkt e.V. (VREI) in Menden das Thema Produkt- und Markenpiraterie bereits seit mehr als zehn Jahren auf der Agenda. „Wir haben hierzu zusammen mit den Mitgliedern der ‚Brand Protection Working Group‘ des europäischen Dachverbandes der Automobilzulieferindustrie (CLEPA) einen Arbeitskreis gegründet“, sagt VREI-Vorstand Thomas Fischer. Auf den regelmäßigen Treffen informiert man sich gegenseitig über die erzielten Fortschritte und Maßnahmen gegen Produktfälscher in den verschiedenen Ländern. Auch neu aufgetretene Fälle, sortiert nach Ländern und Regionen, werden dabei zur Sprache gebracht. „In Deutschland sind www.autoservicepraxis.de

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Fotos: ZF, Continental, VREI, oneIDdenty plus, Adobe Stock/bluedesign wir von diesem Problem nicht stark betroffen“, sagt Thomas Fischer. „Wir beobachten den Markt aber sehr aufmerksam, um bei den ersten größeren Anzeichen sofort reagieren zu können.“ In Ländern wie der Türkei, Saudi-Arabien, Marokko und Ägypten hat man es jedoch mit zahlreichen Fällen von Produktpiraterie zu tun. Ähnliche Erfahrungen hat auch Conti Tech gemacht: In Europa sucht man Plagiate zumeist vergeblich. Dennoch sollte man auch hier wachsam sein und nur bei seriösen Quellen kaufen. Saudi-Arabien, Marokko, Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate hat das Unternehmen hingegen besonders im Visier. Kampf der Produktpiraterie Das Ziel: Der dortigen Produktpiraterie den Kampf ansagen – und zwar durch weltweite Maßnahmen wie zum Beispiel stärkere Grenzbeschlagnahmen. Gleichzeitig setzt ContiTech auf Vernetzung und Kommunikation. „Wir ermitteln aktiv in den Märkten und arbeiten eng mit Agenturen und Handelsunternehmen zusammen. Wenn sie Produktfälschungen entdecken, geben sie uns sofort Bescheid“, so Than. Für die Täter heißt das: strafrechtliche Verfolgung. Die gefälschte Ware wiederum wird vernichtet. Darüber hinaus werden internationale Maßnahmen zur Markensicherung und zur Aufdeckung von Fälschungen, wie beispielsweise Schulungen von Zollbeamten, durchgeführt. Auch auf Aufklärungsarbeit bei den Großhändlern und Werkstätten vor Ort setzen Teilehersteller wie Häufig benötigte Teile wie ein Keilrippenriemen sind beliebte Fälschungsobjekte (Bild links: Das Original). Thomas Fischer ist im Vorstand des Vereins Freier Ersatzteilemarkt e.V. (VREI). Daniel Dünnebacke, COO bei one- IDdenty plus, möchte Teile identifizierbar machen. Steffen Than, Pricing Manager bei ContiTech, kämpft weltweit gegen Produktpiraten. ZF, aber auch ContiTec und andere deutsche Teilehersteller. So werden zum Beispiel Geschäftspartner umgehend über Produkt- und Verpackungsänderungen informiert, was Unsicherheiten bei der Identifizierung der Ersatzteile als Original oder Fälschung verringert. Hier liegt auch der Schlüssel, den Produktpiraten ihr Handwerk zu legen, denn sie bieten zusehends immer mehr Plagiate in Original- Verpackungen zum Beispiel über das Internet an, bei denen selbst Fachleute inzwischen ohne technische Hilfsmittel nicht mehr in der Lage sind, das Original vom Plagiat zu unterscheiden. Es wundert daher nicht, dass auch Werkstätten auf solche Teile hereinfallen. Das Fatale daran: Teilehändler oder Werkstattbesitzer machen sich strafbar, wenn sie solche Teile wissentlich oder fahrlässig ankaufen oder gar einbauen. Darüber hinaus haftet die Werkstatt bei Folgeschäden oder Unfällen, wenn sie gefälschte Teile minderer Qualität in Kundenfahrzeuge einbaut. Woran also kann ein Betrieb erkennen, dass es sich um ein Piratenteil handelt? Der Verein freier Ersatzteilmarkt hat hier einfache Verhaltensmaßregeln zusammengestellt (siehe Kasten), um den Fälschungen auf die Schliche zu kommen. Dennoch lassen sich Ersatzteile nicht immer eindeutig als original identifizieren. Hier setzt die Firma „oneIDdenty plus“ an, die in Zusammenarbeit mit dem VREI ein System zur eindeutigen Identifizierung von Ersatzteilen anbietet. „Der Hersteller kennzeichnet dabei seine Produkte, Bauteile oder Komponenten auf Einzelteilebene mit der serialisierten Global Trade Item Number“, erklärt Daniel Dünnebacke, COO bei oneIDdenty plus. „Die Verschlüsselung von GTIN, Seriennummer und weiterer produktrelevanter Informationen erfolgt dabei im maschinenlesbaren 2D-Barcode GS1 DataMatrix. Parallel dazu hinterlegt der Hersteller die serialisierten GTIN inklusive der zusätzlichen Produktinformationen zentral in der Datenbank von oneIDentity plus.“ Der Barcode kann beispielsweise mit der App über mobile Endgeräte oder Scanner ausgelesen werden. Besteht Plagiat-Verdacht, kann der Anwender diesen direkt via App über die Plattform dem Hersteller melden. Bis heute lassen sich so 1,2 Milliarden Codes identifizieren. Marcel Schoch ■ TIPPS: GEFÄLSCHTE TEILE ERKENNEN ■ Vorsicht ist bei Teilen angebracht, die von den üblichen Lieferwegen abweichen. Dies können zum Beispiel dubiose Internetteilehändler mit Adressen im Ausland sein. ■ Zweifel sind auch geboten, wenn Teile deutlich günstiger sind, als das gleiche Produkt aus dem Lieferprogramm des bewährten Teilehändlers. Qualität hat eben ihren Preis. ■ Von Ersatzteilen, die einen so genannten Brand- oder Wasserschaden haben oder „vom Lkw gefallen sind“ (Transportschaden) und deshalb zu „supergünstigen Konditionen“ angeboten werden können, ist grundsätzlich Abstand zu nehmen. ■ Bringt der Kunde sicherheitsrelevante Teile zum Einbau in die Werkstatt mit, beispielsweise für Lenkung und Fahrwerk, ohne einen Nachweis der Herkunft vorzulegen, sollte die Werkstatt den Einbau grundsätzlich ablehnen. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 35

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PRODUKTE SCHMIERSTOFF Turbolader-Schäden vermeiden Schmierstoff-Spezialist LiquiMoly hat mit dem Turbolader-Additiv aus der Pro- Line-Serie eine Lösung auf den Markt gebracht, um den Turbolader nach der Reparatur oder dem Austausch zu schmieren. Die Wirkstoffkombination in der Tube enthält den Festschmierstoff MoS 2 in sehr hoher Dosierung. MoS 2 bleibt an den Metalloberflächen der Gleitlager des Turboladers haften und gewährleistet die Schmierung beim ersten Anlaufen. Denn läuft der Turbolader nach dem Motorstart das erste Mal an, hat das Motoröl noch nicht alle Lager geschmiert. Bei hohen Drehzahlen von weit über 100.000 Umdrehungen pro Foto: LiquiMoly Minute sorgt das nicht nur für sprunghaft ansteigenden Verschleiß am Turbolader, sondern kann auch zu Vorschäden führen und die Lebensdauer verkürzen. aj ■ LiquiMoly GmbH www.liqui-moly.de Foto: Rheinmetall Automotive STAHLKOLBEN Kompressionshöhe reduzieren Die KS Kolbenschmidt GmbH stattet bereits seit 2014 einen deutschen Premium- Hersteller mit Stahlkolben für Pkw-Dieselmotoren aus und möchte das künftig ausweiten. Stahlkolben verringern im Vergleich zu Aluminiumkolben den Kraftstoffverbrauch und senken CO 2 - Emissionen um drei bis fünf Prozent. Durch die höhere Materialfestigkeit kann zudem die Kompressionshöhe um rund 30 Prozent reduziert werden. aj ■ Rheinmetall Automotive AG www.rheinmetall-automotive.com GELENK Gegenläufig angeordnet Automobilzulieferer GKN hat die so genannte Countertrack-Gelenke für den Antriebsstrang entwickelt, die bei einem reduzierten Durchmesser die gleiche Leistung übertragen sollen. Möglich wird dies durch ein s-förmiges Laufbahnprofil und gegenläufig angeordnete Kugelbahnen, AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 Foto: ExxonMobil was die innere Reibung und das Temperaturniveau reduziert. Gleichzeitig sollen sich übertragbares Drehmoment und maximaler Beugewinkel erhöhen. aj ■ GKN Service International GmbH www.gknservice.com MOTORENÖL Frisch gezapftes Öl Foto: GKN ExxonMobil hat mit der Mobil Boxx eine neue Verpackung für Motorenöle auf den Markt gebracht. Das 20-Liter-Gebinde besteht aus einer stabilen Kunststofftüte in einem Karton, der laut Hersteller Formstabilität und eine platzsparende Lagerung gewährleistet. Über einen verschließbaren Auslaufhahn am Beutel wird das Motorenöl abgefüllt. Die Mobil Boxx lässt sich im Vergleich zu herkömmlichen Schmierstoff-Behältern deutlich unkomplizierter entsorgen und soll auch umweltschonender sein. aj ■ ExxonMobil Central Europe Holding GmbH www.exxonmobil.de www.autoservicepraxis.de

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ASA NEWS MITGLIEDERVERSAMMLUNG Mit Rückenwind Anfang Mai fand die diesjährige Mitgliederversammlung des ASA-Verbandes in Essen statt. ASA-Präsident Frank Beaujean zeichnete in seinem Vortrag ein positives Bild der wirtschaftlichen Entwicklung in den ASA-Mitgliedsbetrieben. Es sei erstaunlich, dass angesichts einer weltweit als destabilisierend empfundenen politischen Entwicklung die deutsche Werkstattausrüsterbranche auf ein weitgehend positives Jahr 2016 zurückblicken könne, so Beaujean. Allerdings hätten sich nicht alle Hoffnungen in Gänze erfüllt, betonte der ASA-Präsident. Auf Verbands ebene eröffnen sich gegenwärtig neue Möglichkeiten und Herausforderungen für den ASA-Verband. So ist der Verband zunehmend gefordert, wenn es zum Beispiel um die Mitarbeit in politischen Gremien zur Vorbereitung der künftigen Fahrzeug-Untersuchungs-Verordnung geht. Konkret steht die lang erwartete Geräterichtlinie für die SEP an und die Novellierung der Bremsprüfstandsnorm ISO 21069 zeichnet sich ab. Bereits begonnen hat die Arbeit an der Novellierung der BGR 157 mit der DGUV unter Beteiligung des ASA-Verbandes. Außerdem hat sich der ASA-Verband auf die Fahnen geschrieben den Interessenund Erfahrungsaustausch mit nationalen und internationalen Verbänden auszubauen. Ein Treffen des erweiterten ASA-Vorstands mit der AICA im März hat gezeigt, wie konstruktiv solche Gespräche sein können. Mit solchen Treffen sollen sowohl die Zusammenarbeit in der EGEA unterstützt werden als auch bilaterale Projekte. Die ASA-Mitglieder stärkten dabei auf der Mitgliederversammlung dem Vorstand den Rücken. Einstimmig wurde Harald Hahn in seinem Amt als Vizepräsident bestätigt. Außerdem wird durch eine geänderte Kostenumlegung auch kleineren Mitgliedsbetrieben die Mitwirkung an der Gremienarbeit erleichtert. Dies wird durch die Anpassung der Mitgliedsbeiträge ermöglicht, welche zugleich beschlossen wurde. Auch im vergangenen Jahr konnte der ASA-Verband trotz Konzen trationsbewegungen in der Branche die Anzahl der Mitglieder stabil halten. Dennoch erhielt der Vorstand von den Mitgliedern den Auftrag eine Erweiterung der Mitgliederstruktur vorzubereiten. Schon jetzt gibt es eine Änderung im Fach bereich Handel, welcher sich künftig Fachbereich „B-to-B“ nennen wird. Zum Abschluss der Veranstaltung referierten die Fachbereichsvorsitzenden aus ihren Themengebieten und stellten die aktuellen und künftigen Themen aus ihrem Bereich vor. Als Vertreter der Automechanika sprach Olaf Mußhoff zu den ASA-Mitgliedern. Dabei stellte Mußhoff das Besucherprofil der Automechanika 2016 vor. Außerdem gewährte er einen Ausblick auf die Automechanika 2018, mit welcher die neue Halle 12 eröffnet wird. Die nächste ASA-Mitgliederversammlung wird im kommenden Jahr in Warnemünde stattfinden. KOMPAKT Bundesverband der Hersteller und Importeure von Automobil-Service Ausrüstungen e.V. Beisitzer des Vorstandes Jürgen Spieker, langjähriger Leiter des Fachbereichs Abgasabsaugung, wurde auf Antrag des Vorstandes auf der Jahresmitgliederversammlung für die kommenden zwei Jahre zum Beisitzer des Vorstandes gewählt. Im erweiterten Vorstand wirkt der Beisitzer beratend, hat aber kein Stimmrecht. Spieker ist mit seinem Unternehmen S-tec Germany, Hagen, seit langem Mitglied im ASA-Verband. Leiter FB-Absauganlagen Andreas Weber wurde zum neuen Leiter des Fachbereichs Abgasabsauganlagen gewählt. Weber ist Vertriebsleiter der Norfi Absaugtechnik, Unterensingen. Foto: ASA Foto: ASA Foto: ASA KONTAKT Der Vorstand des ASA-Verbandes (v.l.): Harald Hahn, Vizepräsident, Frank Beaujean, Präsident, Jens-Peter Mayer, Vizepräsident Finanzen. Geschäftsstelle ASA Bundesverband Tel. 0 89/80 07 19 92 Fax 0 89/84 00 58 56 geschaeftsstelle@asa-verband.de www.asa-verband.de www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 37

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WERKSTATTTECHNIK ABGASANALYSE Bewährtes neu einführen Der Fahrplan für die Wiedereinführung der Endrohrprüfung bei der Abgasuntersuchung zeichnet sich ab. Die Auswirkungen für die Werkstätten sind überschaubar. Fotos: Fotolia.com/blende11.photo, ZDK ie Einführung des AU-Leitfadens 5 ist nunmehr zwei Jahre her. Jetzt soll nach Plänen des Verkehrsministeriums die Abgas-Untersuchung (AU) mit Endrohrprüfung wieder für alle Autos verpflichtend werden – wahrscheinlich ab dem 1. September oder 1. Oktober diesen Jahres. KURZFASSUNG Die Endrohrprüfung wird bei der AU wieder Pflicht. Betroffen sind alle Euro V und Euro VI Fahrzeuge. Für alle anderen Fahrzeuge ändert sich nichts. Die Pläne sind mittlerweile sehr konkret, so dass sie aller Voraussicht nach bereits im Herbst zur Pflicht wird. Was sich alles ändern wird, erklärt Harald Hahn vom ASA Verband. AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 Harald Hahn, Vizepräsident des Bundesverbandes der Hersteller und Importeure von Automobil-Service Ausrüstungen (ASA) und Fachbereichsleiter Diagnose im Verband informierte die ASA-Mitglieder nach einem Termin am 10. Mai beim BMVI (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur) auf einer anschließenden Mitgliederversammlung über den aktuellen Stand der Einführung der verpflichtenden Endrohrprüfung. Demnach plant das Ministerium nach wie vor die verpflichtende Endrohr-Messung für alle Autos ab Baujahr 2006 bei der Hauptuntersuchung (HU) und Abgasuntersuchung (AU) wiedereinzuführen. Bisher wurde bei diesen Fahrzeugen zur AU nur über den OBD-Anschluss der Fehlerspeicher ausgelesen. Wenn die Fahrzeug- diagnose keinen Fehler anzeigt, ist die AU bestanden. Dieses Prozedere soll sich jetzt nach dem Willen von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt wieder ändern. Der Hintergrund dieser Forderung ist die Feststellung, dass viele Fahrzeuge mit defekten Abgasreinigungssystemen bei der aktuellen AU unerkannt bleiben, da die OBD heute nur die Readinesscodes und den Eintrag im Fehlerspeicher bewertet, nicht jedoch die tatsächlich auftretenden Emissionswerte. Gut jedes vierzehnte Fahrzeug (rund 7 Prozent) ist hiervon betroffen, wie Parallelmessungen zur OBD-AU am Endrohr bei 1.750 stichpunktartig untersuchten Fahrzeugen durch den VdTÜV im Rahmen der Projektgemeinschaft „Emission Check 2020“ unter anderem ergaben. www.autoservicepraxis.de

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Auch der ASA-Verband fordert daher bereits seit Jahren, und das nicht nur vor dem Hintergrund des Dieselabgas-Skandals, die Endrohrprüfung ergänzend zur „OBD-AU“ wiedereinzuführen. „Wer Abgase bewerten will, sollte diese auch messen und nicht indirekt über ein Modell basiertes System wie OBD bewerten“, so Harald Hahn. Geplant war die Einführung der Endrohrprüfung bereits zu Beginn dieses Jahres. Zu der erneuten Verzögerung ist es wohl gekommen, da der ursprüngliche Entwurf des BMVI offenbar viel weitgehender war, als vom ASA gefordert. Nach Protesten aus der Industrie (VDA, VDIK, Länder und Bundeswirtschaftsministerium) soll die Richtlinie jetzt abgeschwächt werden. Wann die AU-Richtlinie zur Endrohrprüfung genau umgesetzt werden soll, war zum Redaktionsschluss noch nicht bekannt. Harald Hahn ist jedoch nach dem Gespräch beim BMVI optimistisch, dass die Endrohrprüfung noch in diesem Jahr zum 3. oder 4. Quartal vor den Wahlen verpflichtend wird. „Dies ist aus mehreren Statements des Bundesverkehrsministers zu entnehmen“, so Hahn. „Damit wird endlich die Lücke geschlossen, die bei der reinen OBD-Prüfung entstanden ist.“ Weiter berichtet der ASA-Vize, dass die Senkung der Grenzwerte, so wie es sich derzeit darstellt, für 2019 vorgesehen ist. Die Partikelzählung und damit die Änderung der Messmethodik könnte für 2021 Wahrscheinlichkeit werden. 2,50 Euro der Umwelt zuliebe Was bedeutet das konkret für die Werkstätten? Für die Wiedereinführung entstehen zunächst einmal keine relevanten Mehrkosten, da in der Regel nur ein Software-Update notwendig wird, das sich im unteren dreistelligen Bereich bewegen dürfte. Auch für den Fahrzeughalter sind die Kosten mehr als moderat. „Wenn man die Gebührenordnung heranzieht, dann liegt der Mehraufwand für Halter auf das Jahr gerechnet im Vergleich zur reinen OBD-Prüfung bei rund 2,50 Euro“, erklärt Hahn. „Ein geringer Beitrag zum Erhalt der Umwelt für jeden Autofahrer. Zudem schont die Prozedur, da nur ein Gasstoß seit Leitfaden 5 nötig ist, die Umwelt und das Fahrzeug enorm.“ Nach Schätzungen der Gerätehersteller sind bereits heute 70 bis 80 Prozent der Abgasmessgeräte für die Endrohrprüfung einsatzfähig. Das einzige Hemmnis ist die Zulassung durch die PTB“ (Physikalisch- Technische Bundesanstalt), so Hahn. „Deshalb wurde auch der Termin zur Grenzwertsenkung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Für die Partikelzählung bei Fahrzeugen mit Partikelfilter (Euro 5 und Euro 6) ist hingegen sicherlich neues Equipment notwendig. Hier wird es dann Zusatzmodule geben, die an bestehende Abgasmesssysteme angeschlossen werden können. Bei Fahrzeugen ohne Partikelfilter wird wie bisher die Messung der Opazität zur Anwendung kommen. Ein Randaspekt der Einführung der Endrohrprüfung ist auch, dass alle AU- Geräte ab Januar 2019 kalibriert werden müssen. Bisher wurden sie jedoch geeicht. Hintergrund ist hier die Regelung Nr. 115 aus dem Verkehrsblatt 14/2016, dass ab 1.1.2019 die Kalibrierung für alle Abgasmessgeräte und auch andere Messmittel, die im Rahmen der Hauptuntersuchung verwendet werden, verpflichtend vorsieht. „Ob die bis dahin gültige Eichung dann entfällt, ist derzeit noch nicht ganz klar“, sagt Harald Hahn. „Eine Doppelfunktion ‚Eichen‘ und ‚Kalibrieren‘ macht aber keinen Sinn.“ Der ASA Verband war und ist jedoch ein Befürworter der bisherigen Eichung, da diese, wie der Verband argumentiert, einen hoheitlichen Akt darstellt. Zudem werde die Eichung von Personen durchgeführt, die unabhängig sind und keine wirtschaftlichen Interessen an den Geräten oder deren Einsatz haben. Im Zusammenhang mit der Wiedereinführung der Endrohrprüfung hat man immer sehr stark auch das Argument Kosten ins Feld geführt. „Das spielt offenbar bei der gesamten Thematik DAkkS Akkreditierung keine Rolle mehr, hier müssen die Prüforganisationen Millionen in die Hand nehmen, um das Thema flächendeckend umzusetzen“, so Harald Hahn. Ob die Qualität der Hauptuntersuchung und damit auch die Durchführung der AU sich verbessert, bezweifelt der ASA-Verband daher. Denn, dass einwandfrei gewartete und geeichte Gerätschaften verwendet werden, war bisher durch die Eichung auch gegeben. Neue Geräte in der Entwicklung Der ASA-Verband geht davon aus, dass bis 2021 mit der vollständigen Umsetzung der neuen Prüfprozedur zu rechnen ist. Die Diagnosegerätehersteller arbeiten derzeit mit Hochdruck an kostengünstigen Geräten, die auch für die periodische Überprüfung der Fahrzeuge geeignet sind. Damit werden bis zum Einführungszeitpunkt geeignete und zugelassene Geräte zur Verfügung stehen. Marcel Schoch ■ DAS SAGT DER ZDK ZUR ENDROHRPRÜFUNG Neofitos Arathymos, Geschäftsführer Technik, Sicherheit und Umwelt beim Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe e.V. (ZDK) äußert sich positiv zur Wiedereinführung der generellen Endrohrmessung. asp: Wäre die Wiedereinführung der Endrohrprüfung zu begrüßen? N. Arathymos: Die Abgasuntersuchung trägt seit Jahrzehnten mit dazu bei, Auffälligkeiten im Abgasverhalten der im Verkehr befindlichen Kraftfahrzeuge aufzudecken. Die heutige Abgasuntersuchung ist aufgrund der dynamischen Weiterentwicklung der Motoren- und Abgastechnik teilweise nicht mehr ausreichend. Von daher begrüßt der ZDK den Vorschlag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) zur Wiedereinführung der Endrohrmessung mit verschärften Grenzwerten. Neofitos Arathymos vom ZDK asp: Was bringt die Messung am Auspuff? N. Arathymos: Verschlechterungen im Abgasverhalten, wie zum Beispiel aufgrund von Verschleiß, mangelnder Wartung, Alterung oder Manipulation an Abgasreinigungssystemen, können über die Nutzungsdauer eines Kraftfahrzeuges zuverlässiger als durch eine „reine“ OBD-Prüfung erkannt werden. Darüber hinaus ermöglicht die Kombination aus einer Prüfung des OBD-Systems und einer Endrohrmessung eine deutlich verbesserte Aussagekraft über den Zustand der emissionsrelevanten Komponenten. Schäden sowie Manipulationen (z. B. Ausbau des Partikelfilters) werden zukünftig leichter feststellbar sein. asp: Was heißt das für die Werkstatt-Kunden? N. Arathymos: Bezogen auf einen Bestand von rund 54 Millionen untersuchungspflichtiger Kraftfahrzeuge (Pkw, Nutzfahrzeuge, Krafträder) sind nur ca. 45 Prozent von einer Wiedereinführung der Endrohrmessung betroffen. Die Mehrkosten würden bei rund 2,50 Euro pro Kraftfahrzeug und Jahr – bezogen auf eine durchschnittliche Nutzungsdauer von 14,5 Jahren – liegen. Bei allen anderen Kraftfahrzeugen ist heute die Endrohrmessung ohnehin schon Pflichtbestandteil der AU. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 39

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WERKSTATTTECHNIK KLIMASERVICE Neuzugang in der Werkstatt In der Werkstatt von Autohaus Steingraber in Holzkirchen macht das neue Klimaservicegerät für das Kältemittel R1234yf eine gute Figur. Wir haben uns den Neuzugang vor Ort genauer angesehen. Das Klimaservicegerät Waeco ASC 5000 RPA für R1234yf ist seit einem Jahr im Einsatz. echaniker Albert Haaf weiß, was er an dem neuen Klimaservicegerät hat. Denn aufgrund der guten Erfahrung mit dem Waeco-Modell für R134a hat man sich einfach für das gleiche Gerät für R1234yf entschieden. Und die Rechnung ist aufgegangen: „Das Gerät ist leicht bedienbar und funktioniert super“, erklärt Albert Haaf. Auch wenn es mit rund 5.500 Euro nicht ganz billig war. Aber die Anschaffung stand für Geschäftsführer Hans Steingraber Junior nicht zur KURZFASSUNG Bei Autohaus Steingraber ist man in Sachen Klimaservice mit dem neuen Klimaservicegerät für R1234yf bestens gerüstet. Neben der integrierten Kältemittelanalyse war das „Low Emission Konzept“ entscheidend für die Anschaffung. AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 Disposition. Zwar liegt der Anteil an R1234yf-Fahrzeugen, die aktuell in die Werkstatt kommen, noch bei unter zehn Prozent, „aber das wird steigen“, ist sich Hans Steingraber sicher. „Wir wollen unsere Kunden zufriedenstellen und keinen wegschicken müssen. Sobald mehr Fahrzeuge mit dem neuen Kältemittel auf dem Markt sind, wird das Gerät auch entsprechend ausgelastet sein“, ist er überzeugt. Umsatzbringer Klimaservice Der Klimaservice ist ein wichtiges Standbein im Service. Schließlich ist inzwischen in fast jedem Fahrzeug eine Klimaanlage verbaut und kaum ein Fahrer möchte mehr auf den gewohnten Komfort verzichten. „Wir haben tagtäglich mit Klimaanlagen zu tun. Ob Reparaturarbeiten oder die Durchführung des Klimaservice, den wir bei jeder Inspektion anbieten“, so Fotos: Valeska Gehrke Die speziellen Anschlüsse erleichtern das Befestigen und verhindern Kältemittelaustritt. Albert Haaf. Für den Werkstattalltag war ihm daher die einfache Handhabung des neuen Klimaservicegeräts besonders wichtig. „Und mit dem Gerät kann man wirklich gut arbeiten“, erklärt er und schaltet die Klimaservicestation neben ihm ein, die zunächst mit einem Selbstcheck beginnt. Dabei wird geprüft, ob alle Schläuche und Leitungen dicht sind. Anschließend ist auf dem Display der Geräte-Status sichtbar: aktueller Füllstand von Öl, Kältemittel und UV-Kontrastmittel. Auch das Fahrzeug, das zum Klimaservice in die Werkstatt kommt, wird zunächst genauer unter die Lupe genommen. Funktioniert die Klimaanlage ordnungsgemäß und wird der Innenraum gekühlt? Sind keine Probleme vorhanden, können die Schläuche des Servicegeräts für den Standard-Klimaservice an die entsprechenden Hoch- und Niederdruckanschlüsse des Fahrzeugs angeschlossen werden. Mit einer Schutzbrille und Sicherheitshandschuhen – schließlich kann es bei Kältemittelaustritt zu Vereisungen kommen – nimmt Albert Haaf die Schutzkappen herunter und befestigt die Serviceschläuche. „Einmal runterdrücken und sie sind eingerastet“, erklärt er. Die Ventile aufdrehen und schon kann es losgehen. Im Falle eines normalen Klimaservice ist www.autoservicepraxis.de

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der Menüpunkt „Schnellstart“ die richtige Wahl. „Im Hauptmenü sind aber weitere Funktionen wie ‚Diagnose‘, ‚Vakuum erzeugen‘ oder ‚Entleeren‘ vorhanden“, weiß Albert Haaf. Denn wenn die Klimaanlage kaputt ist, muss sie beispielsweise zunächst nur entleert werden, damit der Mechaniker ein defektes Bauteil austauschen und die Klimaanlage anschließend wieder mit Kältemittel befüllen kann. Mit der Funktion „Schnellstart“ hingegen läuft der Klimaservice, bestehend aus den Phasen Absaugen, Vakuum und Befüllung, vollautomatisch ab. „Ich gebe das Fahrzeug-Kennzeichen, die vom Hersteller vorgegebene Füllmenge des Kältemittels ein und drücke auf Enter.“ Inklusive Analysemodul Das ACS 5000 RPA mit inte grierter Kältemittelanalyse startet den Prozess mit einer Reinheitsprüfung. Auf dem Display erscheint „Kältemittelanalyse o.k.“, jetzt beginnt der Absaugprozess. Im Falle von kontaminiertem Kältemittel bricht das Gerät den Prozess sofort ab. „Wir hatten schon einmal ein Fremdfahrzeug von einer anderen Werkstatt, bei dem das Kältemittel nicht o.k. war. Das Gerät hat den Vorgang abgebrochen und wir haben das Fahrzeug zurückgebracht“, erinnert sich Albert Haaf. Unser Versuchs-Opel ist quasi neu und erlebt seinen ersten Klimaservice, also haben wir kein kontaminiertes Kältemittel zu befürchten. Während des Absaugvorgangs zeigt das Gerät die Absaugmenge in Hans Steingraber Junior ist bereits Geschäftsführer in der dritten Generation. Echtzeit an: 20 Gramm, 30, 35, 40 Gramm. Bei 495 Gramm stoppt es. Jetzt startet die Vakuumphase, bevor anschließend das aufbereitete und durchmischte Kältemittel in der vorgegebenen Menge – bei uns 530 Gramm – wieder neu eingefüllt wird. Insgesamt befinden sich aktuell rund 4 Kilo Kältemittel im internen 16-Kilo-Tank unseres Klimaservicegeräts. Bei 2 Kilo erscheint eine Meldung, dass der interne Tank aufgefüllt werden muss. Dank vollautomatischem Ablauf erhalten wir auch ein akustisches Signal, als das Programm fertig durchlaufen ist. „So muss ich nicht danebenstehen und kann in der Zeit etwas anderes machen“, erklärt Albert Haaf. In der Regel dauert der komplette Klimaservice-Prozess ca. 30 bis 45 Minuten, je nach Dauer der Vakuumphase, die der Anwender individuell einstellen kann. Auf einem Ausdruck, der auch als Beleg für den Kunden dient, sind alle wichtigen Daten zusammengefasst: Absaugmenge des Öls und des Kältemittels, Albert Haaf arbeitet seit über 30 Jahren als Mechaniker bei Autohaus Steingraber. Vakuumdauer, die Menge des eingefüllten Öls und Kältemittels sowie das Fahrzeug- Kennzeichen. Kein Kältemittelverlust Nicht nur der automatische Ablauf und die integrierte Kältemittelanalyse haben den Mechaniker überzeugt. Ausschlaggebend für den Kauf war auch das „Low Emission- Konzept“ von Waeco, das für eine nahezu 100-prozentige Rückgewinnung des Kältemittels sorgt. Ein spezieller Altölbehalter verhindert etwa den Kältemittelverlust beim Altölablass. Denn da die Kosten für R1234yf um ein Vielfaches höher sind als für R134a, wird dieser Aspekt in Zukunft noch wichtiger. Ganz abgesehen vom Umweltgedanken natürlich. Valeska Gehrke ■ Bildergalerie im asp ePaper: Der Klimaservice Schritt für Schritt.

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WERKSTATTTECHNIK INTERVIEW Nicht im Dornröschenschlaf Seit einem Jahr ist ASA-Präsident Frank Beaujean im Amt. Ein Kapitän muss wissen, wo es langgeht. Daher stand am Anfang eine Standortbestimmung im Verband. Als Verband der Hersteller und Importeure von Werkstattausrüstung hat der ASA ein turbulentes Jahr hinter sich. Neuer Präsident, neuer Geschäftsstellenleiter und jede Menge inhaltliche Arbeit in den Fachbereichen. In der Mitgliederbefragung „Quo vadis – ASA“ sollte die Frage geklärt werden, ob der Verband noch richtig aufgestellt ist. ASA- Präsident Frank Beaujean erläutert die wichtigsten Ergebnisse. asp: Welche Themen haben Sie im ersten Jahr als ASA-Präsident vor allem beschäftigt? F. Beaujean: Sehr wichtig war aus meiner Sicht der intensive Blick auf die eigenen Strukturen im Verband. Wir haben uns sehr grundlegenden Fragen gestellt: Wofür steht eigentlich der ASA? Wo liegen unsere Stärken und was können wir vielleicht noch besser machen? Teil dieses strategischen Projekts war auch eine umfassende Mitgliederbefragung zu 13 Themenkomplexen. Bei unserem letzten erweiterten Vorstandstreffen in Bologna wurden die Ergebnisse vorgestellt und intensiv diskutiert. Die Schlüsse, die wir daraus gezogen haben, sind auch gleich in konkrete Anträge eingeflossen. asp: Was bewegt Ihre Mitglieder? F. Beaujean: Es hat sich ganz klar gezeigt, dass sich unsere Mitglieder über den Verband die professionelle Vertretung ihrer Interessen erwarten – nicht zuletzt in den entscheidenden gesetzgeberischen Gremien. Das ist der Kern unserer Marke und das sollte auch gefördert werden mit entsprechenden Ressourcen. Was die Wahrneh- KURZFASSUNG Eine aufwändige Mitgliederbefragung hat dem ASA-Verband gute Noten bescheinigt. Künftig will sich der Verband auch für Unternehmen öffnen, die nicht selbst Hersteller oder Importeur von Werkstattausrüstung sind. Wirtschaftlich läuft es gut. AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 Frank Beaujean steht seit einem Jahr an der Spitze des ASA-Verbandes. mung des ASA durch andere Verbände und Stakeholder im Markt betrifft, so war die deutliche Botschaft, dass wir ein sehr willkommener Gesprächspartner sind und Spezialist in vielen Sachfragen. Die technische Expertise unserer Mitglieder wird durchaus gesehen und geschätzt. Das gilt auch für die verlässlichen Marktzahlen, die wir regelmäßig erheben. asp: Sind Sie auch auf Baustellen gestoßen? F. Beaujean: Ein wichtiges Ergebnis ist die Entscheidung, künftig die Mitgliedschaft offener zu gestalten. Alle Dienstleister, die selbst keine Ausrüstung herstellen oder importieren, finden künftig einen Raum in dem neuen Bereich B2B. Hier haben wir ein eindeutiges Votum unserer Mitglieder. Deshalb werden wir eine entsprechende Satzungsänderung nächstes Jahr in der Mitgliederversammlung zur Abstimmung geben. Wir wollen damit auch jenen Unternehmen einen offiziellen Platz einräumen, die zwar historisch gewachsen schon Mitglied sind, aber streng genommen als Nicht-Hersteller gar nicht dem ASA angehören dürften. Das ist jetzt sauber gelöst Foto: ASA und wir sind froh, diese geschätzten Mitglieder in der Familie halten zu können. Verbesserungsbedarf sahen viele Mitglieder in der Kommunikation des Verbandes. Wir tun zwar viel, aber wir sprechen noch zu wenig darüber. Um unser politisches Gewicht zu stärken und das Profil zu schärfen, ist eine bessere Kommunikation des Verbandes notwendig. Hier haben wir uns neu aufgestellt und deutlich verstärkt. Unter anderem haben wir die Webseite zur besseren Außendarstellung komplett überarbeitet. Eine weitere Konsequenz ist die Schaffung einer hauptamtlichen Stelle. asp: Wie ist die Stimmung derzeit? F. Beaujean: 2016 und 2017 war die Branche im Gleichklang zur allgemeinen industriellen Entwicklung. Die Situation ist gut, auch wenn am Ende nicht alle Wünsche in Gänze erfüllt wurden. Der Leitfaden 5 für die AU ist nach anfänglicher Verunsicherung im Markt gerätetechnisch ziemlich geräuscharm über die Bühne gegangen. Ein Problemkind ist derzeit das Reifenservicesegment: Das Qualitätsbewusstsein beim Kauf von Ausrüstung ist hier deutlich unterentwickelt. Dafür lösen sich aufgrund der guten wirtschaftlichen Situation in anderen Bereichen Investitionsstaus auf. Getrieben ist das teilweise auch durch Änderungen der entsprechenden Richtlinien – das betrifft vor allem Scheinwerfereinstellprüfgeräte, aber auch Bremsprüfstände. Diese positive Situation wird sicher noch zwei, drei Jahre anhalten. Unsicherheiten ergeben sich allerdings durch internationales Störfeuer: Brexit, Trump und Erdogan seien hier als Stichworte genannt. Die Entwicklung in der Türkei ist für die Branche eine bittere Pille, die nach dem weitgehenden Ausfall Russlands erst einmal verdaut werden muss. asp: Wo ist die Dynamik am größten? F. Beaujean: Die Einrichtung eines regelkonformen Arbeitsplatzes für die Scheinwerfereinstellprüfungen treibt die Betriebe www.autoservicepraxis.de

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derzeit um. Investitionsbedarf besteht hier allerdings eher bei der baulichen Auslegung der Bodenflächen als beim SEP selbst. Hier herrscht sehr viel Unsicherheit in der Branche, teilweise auch, weil so viele unterschiedliche und zum Teil widersprüchliche Informationen im Markt kursieren. Das Thema ist komplex, man muss hier wirklich ins Detail gehen. Bei den Bremsprüfständen haben wir eine stabile Nachfrage aufgrund der Bremsprüfstandsrichtlinie 2011 und der anstehenden Ersatzbeschaffung vor dem Ablauf der Bestandsschutzfrist. Bei Hebebühnen stellen wir eine höhere Dynamik fest. Die Bühnen werden jetzt fit für die Scheinwerfereinstellprüfung gemacht. Der Platzbedarf in den meisten Werkstätten ist begrenzt. Deshalb ist es vernünftig den vorhandenen Platz optimal zu nutzen, ganz gleich ob Stempel-, Scherenoder Viersäulenbühne. asp: Wie geht es bei der AU weiter? F. Beaujean: So wie es aussieht, soll die verpflichtende Endrohprüfung sehr bald kommen – ich persönlich rechne damit nicht mehr in 2017 –, aber das ist Diskussionsgrundlage. Die Grenzwerte sollen dann im Nachgang abgesenkt werden. Hintergrund ist die damit einhergehende Reduzierung der Fehlertoleranzen der Messgeräte und Fragen der Eichung bzw. Kalibrierung. Deshalb gestaltet man den Übergang zu niedrigeren Grenzwerten erst im zweiten Schritt. asp: Müssen die Werkstätten jetzt in neue Geräte investieren? F. Beaujean: „Jetzt und müssen“ – ganz klar nein. Eine Investition in neue Abgastester steht derzeit nicht an. Die Sensortechnik hat sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt. In den Geräten, die heute im Einsatz sind, sind die Sensoren empfindlich genug, um auch die erwarteten, gesenkten Grenzwerte zu bewältigen. Selbst Geräte, die sieben bis acht Jahre alt sind, bewältigen das locker. Noch ältere Messgeräte können weiterhin über die normale Ersatzbeschaffung ausgetauscht werden. www.autoservicepraxis.de asp: Wann ändert sich die Messmethodik? F. Beaujean: Der Schritt zur Partikelzählung und damit einer neuen Messmethode kommt vermutlich nicht vor 2021. Wir begrüßen das grundsätzlich. Es ist durch viele Studien belegt, dass vor allem die Mikropartikel zu gesundheitlichen Schäden führen. Der ASA will sich daher der Thematik offensiv stellen. Es geht darum, die Vorgaben mit einer praktikablen Prüfmethode darzustellen, diese wird derzeit erarbeitet und zwar für Diesel und Benziner. Wenn sich die Messmethode ändert, ist auch zu erwarten, dass Werkstätten in neues Equipment investieren müssen. asp: Wie ist die Situation bei Kalibrierung von Bremsenprüfständen? F. Beaujean: Die Hersteller sind hier mittlerweile gut aufgestellt. Wir haben mehr und mehr ordnungsgemäß kalibrierte Prüfmittel für Bremsenprüfstände zur Verfügung. Zum Stichtag 1.1.2017, zu dem sich die Kalibrierung von der Stückprüfung gelöst hat, waren wir leider noch nicht so weit. Wir haben gelernt, dass die gute Absicht des Gesetzgebers, schrittweise zuerst eine vereinfachte Kalibrierung einzuführen und erst im zweiten Schritt eine Kalibrierung nach ISO 17025, sich nicht ausgezahlt hat. Die meisten Firmen haben aus Kapazitätsgründen entschieden, gleich auf den finalen Schritt hin zu arbeiten, also auf eine Kalibrierung, die der ISO Norm 17025 vollständig entspricht. Wir haben jetzt eine Kalibrierung, die bereits vollständig der ISO-Norm 17025 entspricht. Wir sprechen daher von „ISO 17025 affiner Kalibrierung“. Die Unternehmen sind alle im Akkreditierungsverfahren, es fehlt bildlich gesprochen nur noch der Stempel der DAkkS als akkreditierende Stelle. Die Konformität ist dann bis 1.1.2018 auf jeden Fall zu erreichen asp: Wie aufwändig ist die Kalibrierung im Vergleich zur Stückprüfung? F. Beaujean: Vergleichsweise aufwändig. Wir rechnen in Bezug auf die Dauer mit Faktoren von 2,5 bis 4. In dieser Bandbreite werden sich auch die Mehrpreise im Vergleich zur Stückprüfung bewegen. Die infrastrukturellen Kosten für die Prüfmittel, die ständig auf kalibriertem Niveau gehalten werden müssen, muss logischerweise irgendwie eingepreist werden. asp: Wie gut sind die Werkstätten beim Thema Scheinwerferprüfung informiert? F. Beaujean: Das Bewusstsein in den Betrieben ist grundsätzlich vorhanden. Man schläft keinen Dornröschenschlaf. Alle Unternehmer, die jetzt Geld in die Hand nehmen und sich einen Arbeitsplatz nach der Richtlinie von 2014 einrichten, werden in jedem Fall von einem langjährigen Bestandsschutz profitieren. Interview: Dietmar Winkler ■

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WERKSTATTTECHNIK MESSE Treffpunkt Bologna Vom 24. bis zu 28. Mai stand Bologna ganz im Zeichen des automobilen Aftermarkets. Die 27. Ausgabe der Autopromotec überzeugte mit zahlreichen Neuheiten und einem umfangreichen Rahmenprogramm. ie Autopromotec hat wieder eines gezeigt: Bologna ist ein wichtiger Branchentreffpunkt für die Werkstattausrüstungsbranche und den automobilen Aftermarket. Die Zahlen sprechen für sich: 1.651 Aussteller waren vor Ort, 4 Prozent mehr als 2015. Aufgrund der großen Nachfrage hatten die Veranstalter die Ausstellungsfläche bereits im Vorfeld vergrößert. Dennoch war die Messe nicht unübersichtlich. Die insgesamt 113.616 Besucher verteilten sich gut in den 14 Hallen. 90.061 der B esucher kamen dabei aus Italien, 23.555 aus anderen Ländern. Ge- KURZFASSUNG Die Autopromotec bricht mit 113.616 Fachbesuchern und 1.651 Ausstellern sämtliche Rekorde. Highlight waren neben den Neuheiten die zahlreichen Veranstaltungen, etwa die „Officina 4.0“, eine virtuelle Führung durch die Werkstatt der Zukunft. AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 rade auch bei den Ausstellern zeigte sich die zunehmende Internationalisierung. Denn 42 Prozent kamen aus dem Ausland. Internationale Messe In der Internationalisierung, der Innovation und der Qualität sehen die Messeveranstalter die Erfolgsfaktoren der Auto promotec. „Der Zuwachs bei der Anzahl der ausländischen Aussteller und hauptsächlich bei den Besuchern hat sich beschleunigt. Dies stärkt die Autopromotec als globale Veranstaltung im Umfeld der internationalen Automotive-Ausstellungen“, so Emanuele Vicentini, Verkaufsleiter der Autopromotec. Doch nicht nur die Zahlen belegen den Erfolg. Die Stimmung vor Ort war gut und die Besucher konnten sich über zahlreiche neue Produkte und Dienstleistungen informieren. Denn selbst so kurz nach der Automechanika präsentierten viele Firmen bereits die nächsten Neuigkeiten. Fotos: Autopromotec, Valeska Gehrke Mehr als 100.000 Fachbesucher kamen zur 27. Autopromotec in Bologna. Diagnosespezialist Texa stellte beispielsweise die magnetischen Module für das Axone Nemo vor. Das DoIP- (Diagnostics over Internet Protocol) sowie das thermografische Modul erweitern dabei die Funktionen des Diagnosegeräts. Mit dem thermografischen Modul lassen sich kontaktfrei Wärmequellen aufspüren. Und die neueste Generation der Texa Klimaservicegeräte lässt sich jetzt per App mit dem Smartphone verbinden, um den Arbeitsstatus zu prüfen. Auch Bosch stellte neue Robinair- Klima servicegeräte für R134a und R1234yf vor, die unter anderem über eine Smartphone-App-Anbindung sowie ein neues Ölflaschensystem verfügen. Das Öleinspritzsystem mit wiederbefüllbaren, luftdichten Ölbehältern wurde dabei für konventionelle Klimaanlagen und Elektrofahrzeuge konzipiert. Man habe im Vorfeld viele Kunden befragt und die Anforderungen aus dem Markt in die Entwicklung einfließen lassen, hieß es dazu auf dem Messestand von Bosch. Die schwenkbare Steuerkonsole etwa wurde anhand ergonomischer Gesichtspunkte völlig neu designt. Bei Hebebühnen-Spezialist Herrmann AG aus Pösing lag der Schwerpunkt auf der „Multiarm Lift 2.40“ mit der neuen Doppelgelenk-Aufnahme. Die Hebebühne komme besonders bei freien Werkstätten gut an, so der Hersteller. Snap-on Equipment zeigte auf dem im Vergleich zur letzten Autopromotec fast doppelt so großen Messestand die Produkte seiner Marken Hofmann, John Bean, Sun, Cartec und Car O-Liner. Darunter die weiterentwickelte Reifenmontiermaschine Monty Quadriga 1, die neuesten Auswuchtmaschinen Geodyna 7340p und Geodyna 7750p sowie das erstmals auf der Automechanika vorgestellte Achsmessgerät V1200. www.autoservicepraxis.de

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Die Autopromotec bot aber nicht nur viele Branchennews und Produktneuheiten, sondern auch ein umfangreiches Rahmenprogramm mit insgesamt 93 Veranstaltungen (davon rund 60 Prozent auf Italienisch und rund 40 Prozent auf Englisch). Werkstatt der Zukunft Besonders beliebt war dabei die „Officina 4.0“, ein virtueller Rundgang durch die Werkstatt der Zukunft, in der Fahrzeug und Werkstatt weitestgehend vernetzt sind. Die Veranstaltung war mit einer Gesamtbesucherzahl von 1.460 komplett ausgebucht. Und auch die Messe selbst setzte mit einer neuen App, dem Socialmedia- und Webauftritt verstärkt auf digitale Kanäle. Diese Angebote erfreuten sich steigender Besucherzahlen, so die Messeveranstalter. Die nächste Autopromotec findet vom 22. bis zum 26. Mai 2019 statt. Programm und Infos gibt es natürlich im Internet und in den sozialen Netzwerken. Valeska Gehrke ■ Erstmals zeigte Texa das neue Diagnose-Thermomodul für den Axone Nemo. Damit lassen sich kontaktfrei Wärmeunterschiede anzeigen. Die neuen Robinair Klimaservicegeräte verfügen über Ölbehälter, die dank speziellem Verschluss besonders dicht sind. www.autoservicepraxis.de Erstklassige Fahrzeugklimatisierung: Führende Automobilhersteller setzen auf die erfolgreiche Technologie von MAHLE. „MAHLE Klima-Paket“ effizient und kompetent: Klimakompressor, ArcticPRO ® Klimaservicegerät und Innenraumfilter – alles aus einer Hand. Wir liefern mehr als beste Qualität: Im Umgang mit Fahrzeugklimaanlagen beraten und betreuen wir Werkstätten und Handel kompetent – bei jeder Frage. POWERED BY YOUR NEEDS KLIMAKOMPRESSOREN „ALL INCLUSIVE“. www.mahle-aftermarket.com Sicherer Umgang mit Klimaanlagen und -kompressoren dank unserer Servicegeräte. MAHLE bietet für unterschiedliche Anwendungen das passende Produkt. Optimal versorgt: Für höchste Performance- und Qualitätsansprüche bei Klimakompressoren wählen Sie das „Premium Programm“ von MAHLE Original.

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WERKSTATTTECHNIK DIAGNOSE Hier wird Zukunft gemacht AVL Ditest ist am neuen Standort in Cadolzburg angekommen. Ein neuer Spirit sei im Gebäude und vor allem bei den Mitarbeitern spürbar, erklärte Geschäftsführer Ralf Kerssenfischer beim „Grand Opening“. chon in der hellen Eingangshalle wird der Besucher bei AVL Ditest jetzt gebührend empfangen. Denn im neuen Gebäude befindet sich linkerhand direkt ein offener Showroom, der die wichtigsten Geschäftsfelder des Unternehmens präsentiert. Aktuelle Geräte aus den Bereichen Messtechnik, Klimaservice oder Diagnose sind mit kurzen Produkterklärungen ausgestellt. Besucher, Kunden oder Mitarbeiter erhalten so einen schnellen Ein- und Überblick in das Portfolio KURZFASSUNG AVL Ditest zeigte sich am neuen Standort selbstbewusst. Ein neuer Spirit belebe das Unternehmen. Beim „Grand Opening“ gewährte AVL Ditest Einblicke in die Bereiche Aftersales Service sowie ins Herzstück, die Entwicklungsabteilung. AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 Fotos: AVL Ditest, Valeska Gehrke von AVL Ditest. Direkt gegenüber geht es weiter: hier sind die Werte des Unternehmens architektonisch umgesetzt für jeden sichtbar. Neuer Spirit in Cadolzburg Verschiedenfarbige Säulen auf einem Podest symbolisieren die Zusammenarbeit der Mitarbeiter. Auf der Wand im Hintergrund, die den Markt darstellt, stehen auf farbigen Kacheln die Unternehmenswerte geschrieben: „Rückschläge sind Kraftquellen“, „Vertrauen und Wertschätzung“ oder „Teamgeist“ sind hier zu lesen. „Das hat eine positive Wirkung und sorgt für einen Aha-Effekt“, ist sich AVL-Geschäftsführer Ralf Kerssenfischer sicher. „Der Standort macht die unverwechselbare Unternehmenskultur sichtbar, die maßgeblich zu den außergewöhnlichen Leistungen des Teams beiträgt“, erklärte er. Denn mit dem Geschäftsführer Ralf Kerssenfischer (rechts) mit Entwicklungsleiter Marcel Wendland Umzug stimme erstmals der gelebte Unternehmensspirit auch mit den bau lichen Gegebenheiten überein. Die Räume sind großzügig gestaltet und bieten flexible Arbeitsplätze. Man habe versucht die Bürokultur aus dem Silicon Valley und aus der Berliner Start-up-Szene ein Stück weit nachzuempfinden. In der Entwicklungsabteilung etwa bestehen vielfältige Möglichkeiten für einen lebendigen Austausch und ein agiles Projektmanagement. Dank mobiler Arbeitsplatzeinheiten können sich die Teams mit unterschiedlichen Kollegen für Projekte flexibel zusammenschließen. Beim Rundgang durch das Unternehmen stellten einige der Entwickler ihre Arbeitsprozesse mit dem agilen Projektmanagement-System Scrum kurz vor. Dabei war spürbar, dass die offene und wertschätzende Büro- bzw. Unternehmenskultur von den Mitarbeitern geachtet und auch gelebt wird. Die Virtual Service Platform Und genau aus dieser Ideenschmiede kommt auch die neueste Entwicklung von AVL Ditest, die Virtual Service Platform (VSP). Mithilfe von 3D, Virtual Reality und Augmented Reality wird der Servicetechniker bei der Fehlersuche unterstützt. „Mit der Virtual Service Platform wollen wir das Werkstattszenario von morgen zeigen“, erklärte Productowner Florian Dechant und demonstrierte die Vorgehensweise an einem Motorrad. „Wenn ich beispielsweise nicht genau weiß, wo sich ein bestimmtes Bauteil befindet, lässt sich mit dem Augmented- Reality-Modus die Kamera des Tablets aktivieren.“ Mithilfe überlagerter Informationen ist etwa der gesuchte OBD- Anschluss so schnell zu finden: er wird auf dem Tablet unterhalb des Sitzes angezeigt. „Der wichtigste Punkt ist die Zugänglichkeit von Informationen. Im www.autoservicepraxis.de

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Die Virtual Service Platform ist aktuell für den Bereich Motorrad verfügbar. Productowner Florian Dechant zeigt, wie sie funktioniert. OEM-Bereich sind wir damit konfrontiert, dass wir viele Modell- und Ländervarianten haben. Der Werkstatttechniker hat typischerweise nur sehr kurz Zeit sich in ein neues Modell einzuarbeiten“, weiß Florian Dechant. Auch für Lkw und Pkw Der VSP-Tester bietet hier Hilfestellung, indem er traditionelle Werkstattinformationen mit virtuellen 3D-Informationen und Bordnetz-Daten verknüpft. Aktuell werde die Software für den Kunden KTM entwickelt und sei auch im Bereich Lkw bei einem Kunden im Einsatz. Auch für den Pkw-Bereich gebe es Entwicklungen in Zusammenarbeit mit Fahrzeugherstellern. Für den freien Markt hingegen sei eine solche Lösung aufgrund der benötigten OEM-Daten vorerst nicht absehbar. Valeska Gehrke ■ DAS AVL TAUSCHKONZEPT Service wird bei AVL Ditest großgeschrieben, gerade auch im Aftersales. So garantiert das Unternehmen im Falle einer Reparatur oder der jährlichen Wartung eine lückenlose Verfügbarkeit. Der Kunde erhält ein geeichtes Tauschgerät, das sich stets auf dem aktuellsten Stand befindet, das alte Gerät wird in einer praktischen Versandbox einen Tag später abgeholt. www.autoservicepraxis.de Was mein Baby drunter trägt? Nur die besten Teile. MEYLE macht aus Autofahrern zufriedene Werkstattkunden. Denn durch die hohe Qualität der von uns entwickelten und gefertigten MEYLE-Ersatzteile bleiben PKWs auf der ganzen Welt einfach länger auf der Straße. Und das sorgt dafür, dass auch Ihre Werkstatt mit MEYLE einfach besser fährt. Mehr Infos auf www.meyle.com

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PRODUKTE REPARATURINFORMATIONEN Schnelle Hilfe – auch mobil Das Bosch Trouble Ticket System wurde umfassend erweitert und überarbeitet. Werkstätten, die die Werkstattsoftware Esitronic als Abo sowie die technische Hotline gebucht haben, können auf das neue „Bosch ServiceAccel“ zugreifen. Bei einem Reparaturproblem oder einer komplizierten Fehlersuche lässt sich zunächst die Wissensdatenbank durchsuchen. Diese werde laufend mit aktuellen Werkstattproblemen aus der Praxis erweitert, heißt es von Bosch. Findet sich dort keine Lösung, kann der Mechatroniker ein Ticket erstellen und erhält innerhalb kurzer Zeit eine Problemlösung. Dank der App „How2Fix“ kann das überarbeitete System auch mobil verwendet werden. vg ■ Robert Bosch GmbH www.bosch-automotive.com Fotos: Bosch, Fotolia/Can Yesil BATTERIEMANAGEMENT Zuverlässig prüfen Foto: Herth+Buss Das neue Batterieprüfgerät CrankPrint von Herth+Buss testet die Starterbatterie und überprüft das Start- und Ladesystem im Auto. Dank präziser Leitwertmessmethode wird die Kaltstartleistung bzw. die Startfähigkeit einer Starterbatterie exakt und zuverlässig festgestellt, so der Hersteller. Dabei ist das Gerät für eine Vielzahl an Batterietypen geeignet, von AGM-, Spiral-, Flachplatten-, Gel- und herkömmlichen Nassbatterien bis hin zu Start-/Stopp- Batterien. Zudem verfügt es über einen integrierten Thermodrucker. Kfz-Kennzeichen, Kundennummer und Werkstattanschrift lassen sich speichern. vg ■ Herth+Buss Fahrzeugteile GmbH & Co.KG www.herthundbuss.com IMPRESSUM ISSN NR. 1437-1162 Anschrift von Verlag und Redaktion Springer Automotive Media Springer Fachmedien München GmbH Aschauer Str. 30 · 81549 München Tel. 0 89/20 30 43-0 Fax Redaktion 0 89/20 30 43-12 18 Fax Anzeigen 0 89/20 30 43-12 40 http://www.autoservicepraxis.de Springer Fachmedien München GmbH ist Teil der Fachverlagsgruppe Springer Nature. Redaktion Herausgeber Dipl.-Ing. Jürgen Wolz (TÜV SÜD Auto Service GmbH), Lars Kammerer (TÜV SÜD Auto Service GmbH) Anschrift siehe Verlag Chefredakteur (V.i.S.d.P.) Dietmar Winkler (diwi) Tel. 0 89/20 30 43-27 92 Redaktion Valeska Gehrke (vg) Tel. 0 89/20 30 43-23 09 Alexander Junk (aj) Tel. 0 89/20 30 43-23 10 Online-Redaktion Ralf Padrtka (Leitung) Tel. 0 89/20 30 43-12 84 Thomas Maier Tel. 0 89/20 30 43-23 11 Frank Selzle Tel. 0 89/20 30 43-11 08 E-Mail: autoservicepraxis@springer.com Ständige Mitarbeiter Eva-Elisabeth Ernst, Martin Schachtner, Marcel Schoch, Dieter Väthröder, Erwin Wagner Gesamtleitung Herstellung Maren Krapp Tel. 0 89/20 30 43-14 18 Layout Diane Laudien Tel. 0 89/20 30 43-11 87 Verlag Geschäftsführer Peter Lehnert Tel. 0 89/20 30 43-22 54 Verlagsleiter Springer Automotive Media Ralph M. Meunzel Tel. 0 89/20 30 43-12 03 Anzeigen- und Marketingleitung Michael Harms Tel. 0 89/20 30 43-12 42 Anzeigenverkauf Sanja Klöppel Tel. 0 89/20 30 43-12 24 Birgit Zipfel Tel. 0 89/20 30 43-11 91 Fax 0 89/20 30 43-12 40 Marketing Alexandra Wutz (Fachliche Leitung) Tel. 0 89/20 30 43-21 05 Susanne Schwarzenböck Tel. 0 89/20 30 43-11 36 Fax 0 89/20 30 43-11 81 Anzeigenverwaltung Aylin Uysal Tel. 0 89/20 30 43-23 58 Gültig ist die Anzeigen-Preisliste ab 01.10.2016 Gelegenheitsanzeigen Doris Kester-Frey Tel. 0 89/20 30 43-11 33 E-Mail: kontakt.anzeigen@springer.com Leitung Vertriebskoordination Fachzeitschriften Tatjana Sachenbacher Tel. 0 89/20 30 43-16 27 Online-Medien Ute Sauermann Tel. 089/20 30 43-22 18 (Produktmanagerin Portale SAM) Abo-Service Tel. 0 89/20 30 43-15 00 Fax 0 89/20 30 43-21 00 Sitz: Aschauer Str. 30 , 81549 München E-Mail: vertriebsservice@springer.com Der Verlag übernimmt keine Haftung für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotomaterial, daher besteht auch kein Anspruch auf Ausfallhonorar. Mit dem Autorenhonorar gehen die Verwertungs-, Nutzungs- und Vervielfältigungsrechte an den Verlag über, insbesondere auch für elektronische Medien (Internet, Datenbanken, CD-ROM). Es werden nur solche Manuskripte angenommen, die an anderer Stelle weder veröffentlicht noch gleichzeitig angeboten sind. Für die mit Namen des Verfassers gekennzeichneten Beiträge übernimmt die Redaktion lediglich die pressegesetzliche Verantwortung; sie stellen also nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Erscheinungsweise 11 Ausgaben pro Jahr Bezugspreis Einzelheft: € 10,90 netto/€ 11,66 brutto inkl. MwSt.; inkl. Versand. Jahresabonnement Inland: 84,00 netto/€ 89,88 brutto inkl. MwSt.; inkl. Versand. Ausland (Europa): € 96,00 netto/ € 102,72 brutto inkl. MwSt.; inkl. Versand. Ausland (außerhalb Europa): auf Anfrage. Preisänderungen vorbehalten. Alle weiteren Aboangebote und -preise finden Sie unter www.autoservicepraxis.de. 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AUTO SERVICE PRAXIS-Abonnenten verfügen damit über die im Sinne der AU-Anerkennungsrichtlinie erforderlichen Informationen und sind somit vom Bezug des ansonsten vorgeschriebenen Verkehrsblattes befreit. Bei der Springer Fachmedien München GmbH erscheinen auch die Zeitschriften AUTOHAUS, Autoflotte, GW-trends und Sprit+. AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 www.autoservicepraxis.de

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DIAGNOSE So einfach wie möglich Mit dem VDO Autodiagnos Check stellt Continental ein Servicegerät für die Werkstatt vor, das alltägliche Servicearbeiten erleichtern soll. Bei der Entwicklung stand die einfache Anwendung im Vordergrund. Das Gerät soll ohne Produkttrainings oder tiefgründige Diagnosekenntnisse bedienbar sein, so der Hersteller. Denn viele Diagnosegeräte seien für reine Serviceanwendungen in der Handhabung oft zu kompliziert, da sie vorrangig für eine umfassende Fehlersuche konzipiert seien. Der Anwender müsse hier genau wissen, welches Steuergerät für seine Aufgabe erforderlich ist. Das VDO Autodiagnos Check soll hier Abhilfe schaffen und so leicht wie eine Art elektronischer Schraubenzieher bedienbar sein. „Auf Basis der Plug-and- Play-Idee haben wir mit unseren Fast- Check-Funktionen das Servicekonzept neu definiert: Der Anwender wird mit Foto: Continental nur wenigen Klicks direkt zu seiner Aufgabe geführt“, erklärt Dominik Wrede, Produktmanager Diagnostics & Services bei Continental. Das spart Zeit und sorgt für effiziente Prozesse in der Werkstatt. Die Fast Checks sind dabei im Gerätemenü leicht auffindbar und nach den Fahrzeugsystemen wie Bremsanlage, Reifendruckkontrollsystem, Batterie oder Klimaanlage benannt. So lassen sich alle wichtigen Serviceanwendungen durchführen wie etwa Serviceintervalle nach dem Ölwechsel oder der Inspektion zurücksetzen, Starterbatterien und Motorkomponenten anlernen oder Dieselpartikelfilter regenerieren. Zudem eignet sich das Gerät auch zum Einstellen von Xenonscheinwerfer oder Lenkwinkel sensor. Dank der einfachen Handhabung richtet sich das VDO Autodiagnos Check somit auch an Betriebe ohne Diagnoseschwerpunkt, die vom Servicegeschäft profitieren möchten. Geliefert wird das Diagnosetool in einem praktischen Werkstattkoffer. vg ■ Continental Automotive GmbH www.vdo.de www.cc-stuttgart.de Website Wir haben vielleicht nicht das schärfste Outfit, Ihnen verpassen wir aber den besten Look!! Auch aufs Aussehen kommt es im Internet an. Eine schicke und professionell aufgebaute Website ist deshalb das A und O für eine moderne Werkstatt: mit aktuellen News, in modernem Design und nach Ihren persönlichen Anforderungen zusammengestellt. ATR SERVICE GmbH Otto-Hirsch-Brücken 17 70329 Stuttgart www.atr.de

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TÜV SÜD-AKTUELL Fragen an ... AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 Foto: TÜV SÜD Dr. Houssem Abdellatif, Projektleiter „Highly Automated Driving“ Wird beim Thema hochautomatisiertes Fahren auch schon in Richtung periodische Überwachung gedacht? Bei der Entwicklung von Sicherheitssystemen im Bereich HAD wird auch schon in Richtung periodische Fahrzeugüberwachung gedacht. Aber der Fokus liegt derzeit auf den Rahmenbedingungen der Typzulassung. Daraus leiten sich dann im zweiten Schritt Regelungen für die periodische Prüfung ab. Was wird die große Herausforderung bei der Überwachung sein? Es geht nicht nur darum, die stabile Funktionsfähigkeit von Fahrerassistenzsystemen zu gewährleisten. Da es sich bei hochautomatisierten oder sogar autonom fahrenden Fahrzeugen um selbstlernende Systeme handelt, wird man regelmäßig den aktuellen Status des Systems überprüfen müssen. Man muss sicherstellen, dass sich das System in die erwünschte Richtung entwickelt. Bei der Typzulassung verfolgen Sie einen hybriden Ansatz aus virtueller Simulation und realen Tests. Hat sich das Konzept bewährt? Der hybride Ansatz ist der richtige Weg, um die Sicherheit komplexer Assistenzsysteme sicherzustellen. Man kann im realen Test unmöglich alle Fahrsituationen abbilden, die beispielsweise auf einer Autobahn im mehrspurigen Fahrbetrieb entstehen können. Datenmodelle erlauben eine breite Absicherung, wenn man die richtigen Parameter setzt. Wie groß ist die Gefahr von Hackerangriffen bei Connected Cars? Cyber Security ist ein wichtiger Schwerpunkt unserer Projektarbeit. Wie jede vernetzte Technik ist auch das Fahrzeug gefährdet. Wir arbeiten deshalb in Kooperation mit den Fahrzeugherstellern, aber auch mit Telekommunikationsunternehmen oder Infrastrukturbetreibern sowie staatlichen Stellen in den entsprechenden Gremien zusammen. HIGHLY AUTOMATED DRIVING Computer übernehmen das Steuer Man stelle sich die Situation einmal vor: Ein Auto fährt mit 130 Stundenkilometern in einen Platzregen. Grip, Traktion, Fahrphysik, Sicht und Sichtbarkeit ändern sich abrupt. Eine Extremsituation für den Autofahrer – selbst wenn er durch Fahrerassistenzsysteme wie ESP, Spurhalteassistent oder Bremsassistent unterstützt wird. Mehr als 100 Prozessoren und Sensoren sorgen in modernen Fahrzeugen für Komfort und Sicherheit – das ist heute schon Realität und funktioniert. Was aber, wenn zukünftig der Computer das Steuer ganz in die Hand nimmt und beispielsweise komplette Autobahnfahrten übernimmt? Automatisiertes Fahren verspricht mehr Komfort, ein völlig neues Fahrerlebnis und vor allem: noch mehr Sicherheit – vorausgesetzt alle Systeme funktionieren einwandfrei über das gesamte Fahrzeugleben. Keine Frage: Die Absicherung der Wirksamkeit und Funktion komplexer Assistenzsysteme bekommt beim automatisierten Fahren deutlich mehr Bedeutung. Um wirklich jede Situation berücksichtigen zu können, verfolgen die Fachleute von TÜV SÜD einen Hybrid-Ansatz. Experten schätzen, dass bei einer einzigen vollautomatisierten Fahrfunktion circa 100 Millionen Szenarien zu prüfen wären. Daher soll die Kombination von virtueller Simulation und realen Tests auf der Teststrecke die Absicherung der Fahrfunktionen komplett abdecken und sicherstellen. Die technischen Voraussetzungen für automatisiertes Fahren sind bereits weit fortgeschritten – die Regelwerke dazu stehen aber noch am Anfang. Um die Rahmenbedingungen für die Typzulassung zu definieren, bringen sich die Experten von TÜV SÜD in verschiedenen Projekten ein. Ein Beispiel dafür ist das Projekt PEGA- SUS des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Hier arbeitet TÜV SÜD – als einzige Sachverständigenorganisation – gemeinsam mit 16 weiteren Partnern aus Industrie und Wissenschaft an der Formulierung von Anforderungen an Methoden und Werkzeugen für die Absicherung von hochautomatisierten Fahrfunktionen. Die Sicherheitseinrichtungen automatisierter Fahrzeuge sorgen nicht mehr nur für die Sicherheit des eigenen Autos, sondern können über die Motorhaube hinaus kommunizieren und interagieren. Dieses kann entweder untereinander („Car to Car“) oder mit Einrichtungen der Verkehrsinfrastruktur („Car to Infrastructure“) geschehen. Der Datenaustausch erhöht das Risiko für Hackerangriffe auf die Fahrzeug-IT. Dementsprechend stehen vor allem bei automatisierten Fahrzeugen neben der funktionalen Sicherheit auch die Cyber Security sowie die Datensicherheit im Fokus. Für TÜV SÜD sind das keine neuen Themen. Bereits seit Jahren ist der Konzern weltweit erfolgreich als Experte für die Cyber-Security beispielsweise von Industrieanlagen, Energieversorgern oder Bahnstrecken tätig. Foto: TÜV SÜD Die Evolution der Fahrerassistenzsysteme mündet irgendwann in autonom fahrende Fahrzeuge. www.autoservicepraxis.de

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ERÖFFNUNG SERVICE CENTER Gute Adresse für Classic-Freunde Foto: TÜV SÜD Prominente Gäste gaben sich zusammen mit Patrick Fruth (TÜV SÜD) die Ehre, darunter Andrea Jochner-Weiß, Landrätin Landkreis Weilheim-Schongau, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, Klaus Dieter Breitschwert (Bayerisches Kfz-Gewerbe) und ZDK-Präsident Jürgen Karpinski. Für umfassende Services rund um Oldtimer gibt es jetzt eine neue Anlaufstelle: TÜV SÜD hat sein neues Service Center (TSC) auf dem Gelände des Oldtimer- Spezialisten Medele Classic in Peißenberg eröffnet. „Wir freuen uns riesig, dass wir hier zusammen mit so viel politischem und handwerklichem Gewicht auf dem Gelände von Medele Classic unser neues Service Center eröffnen können“, sagte Patrick Fruth, Sprecher der Geschäftsführung der TÜV SÜD Auto Service GmbH, bei der feierlichen Eröffnung. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) würdigte an seinem Geburtsort das Engagement des Autohaus-Inhabers Hans Medele für das Kulturgut Auto. Historische Fahrzeuge und TÜV SÜD – das hat Tradition. Schließlich haben die Prüfer beinahe jedes Fahrzeug im Rahmen der Hauptuntersuchung bereits untersucht. Die Sachverständigen kennen die Stärken und Schwächen, den Originalzustand sowie zeitgemäße Umbauten von beinahe jedem Modell. Angeboten wird im neuen TSC die gesamte Service-Palette rund um historische Fahrzeuge: Oldtimergutachten zur Erlangung eines H-Kennzeichens, Haupt- und Abgasuntersuchung, Änderungs- und Vollgutachten sowie Schadenund Wertgutachten. Zudem begleiten die Fachleute von TÜV SÜD ClassiC ihre Kunden umfassend in Sachen Reparatur und Restauration. SERVICE CENTER PASSAU Neuer Standort, neues Ambiente Modernes Ambiente, kurze Wartezeiten und die besonders günstige Lage im Gewerbegebiet zeichnen das neue TÜV SÜD Servicecenter (TSC) in Passau aus. Das Prüfcenter umfasst einen zweistöckigen Verwaltungsbau mit Räumlichkeiten für die theoretische Führerscheinprüfung. Zudem gibt es zwei Prüfgassen mit Vorplatz für Pkw und Lkw. Vor allem das Lkw- Geschäft profitiert durch die Nähe zur Autobahn. „Nachdem die bisherige Prüfstelle im Jahr 1961 erbaut wurde, war es an der Zeit diese an einem neuen Standort neu zu bauen. Dabei setzen wir auf unser neues Innenraumkonzept, das sich durch freundliches, klares Design auszeichnet und vor allen Dingen auf die Kundenbedürfnisse, aber auch Arbeitsplatzgestaltung Rücksicht nimmt“, sagt Patrick Fruth, Sprecher der Geschäftsführung von TÜV SÜD. Personalie Thomas Sieber, Leiter der Überwachungsorganisation und Prüftechnik Seit 1. März hat Thomas Sieber (50) die Leitung der Überwachungsorganisation und Prüftechnik übernommen. Damit zeichnet er, neben seiner klassischen Tätigkeit als Technischer Leiter zudem verantwortlich für die Prüfmittel bei der Hauptuntersuchung in den Werkstätten. Er übernimmt die Technische Leitung von Walter Müller, der sich ganz seiner Hauptaufgabe als Niederlassungsleiter in Landshut widmet. Für das Prüfmittelmanagement baut Sieber aktuell einen neuen Bereich auf. Walter Müller wird Thomas Sieber zukünftig als Stellvertreter zur Seite stehen. „Gerade vor dem Hintergrund des rasanten technologischen Fortschritts bei der Fahrzeugtechnik und aufgrund neuer Vorgaben hinsichtlich der Beleuchtungsund Bremsprüfung freuen wir uns, mit Thomas Sieber einen erfahrenen Ingenieur in dieser Position zu haben“, sagt Patrick Fruth, Leiter der Division Auto Service bei TÜV SÜD. Bereits seit 2007 war Sieber stellvertretender Leiter der Überwachungsorganisation. Der gelernte Diplomingenieur ist seit 1992 im Unternehmen und hat nach seiner Ausbildung zum Sachverständigen in den verschiedensten Positionen gearbeitet – unter anderem von 2000 bis 2012 als Niederlassungsleiter in Landshut. TÜV SÜD-Kontakt TÜV SÜD Auto Service Philip Puls Tel. 0 89/57 91-23 20, Fax -23 81 philip.puls@tuev-sued.de TÜV SÜD Auto Partner Thomas Gensicke Tel. 0 7 11/72 20-84 73, Fax -84 88 thomas.gensicke@tuev-sued.de Zentraler Vertrieb Tel. 07 11/7 82 41-246 vertrieb-as@tuev-sued.de Foto: TÜV SÜD www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 53

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BETRIEBSPRAXIS INTERVIEW „Es ist noch ganz viel möglich“ Wir sprachen mit Philipp Martini, bei Shell Deutschland verantwortlich für den Vertrieb von Schmierstoffen in Autohäusern und Werkstätten, über neue Ideen für das Geschäft mit Motorenöl. Die erfolgreichen Kundenbindungsprogramme im Tankstellengeschäft mit Privatkunden könnten auch den Schmierstoffvertrieb in Autohäusern beflügeln. Wie das funktioniert, haben wir uns von Philipp Martini erklären lassen, der seit November vergangenen Jahres den Vertrieb von Schmierstoffen in Autohäusern und Werkstätten verantwortet. asp: Sie kennen das Schmierstoffgeschäft aus früheren Stationen bei Shell sehr gut. Jetzt sind Sie aus dem Tankstellen- in den Schmierstoffbereich zurückgekehrt: Welche Erfahrungen bringen Sie mit? P. Martini: Das Tankstellengeschäft ist ein komplett anderes Spielfeld. An rund 2.000 Tankstellen treten wir dort jeden Tag mit 1,2 Millionen Endkunden in Kontakt. Im Direktvertrieb, den ich jetzt für Deutschland betreue, verhandeln wir unter anderem mit Autohäusern und Werkstätten. Dennoch ergeben sich interessante Berührungspunkte zwischen beiden Welten. asp: Die da wären? P. Martini: Wir haben teilweise die gleichen Partner. Auf der Tankstellenseite haben wir eine Partnerschaft mit BMW M bei der Vermarktung von V-Power-Kraftstoffen. BMW ist gleichzeitig auf der Schmierstoffseite einer unserer wichtigsten Partner. Seit Anfang 2015 ist Shell der einzige empfohlene internationale Lieferant für Motorenöle des Aftersales-Geschäftes für die Marken BMW, MINI und BMW Motorrad. Wir beginnen jetzt, diese Synergien wirklich zu nutzen. Wie alle Autohersteller kämpft BMW damit, dass Kunden mit älteren Fahrzeugen teilweise in den freien Werkstattbereich abwandern. An unseren 2.000 Tankstellen könnten wir diese BMW- Kunden gezielt ansprechen. Erste Projekte setzen wir jetzt um. Im Berliner Raum verteilen beispielsweise unsere Tankwarte gezielt Flyer an BMW-Fahrer, die ihnen einen Rabatt beim Kauf von BMW Lifestyle- Produkten einräumen. Umgekehrt bekom- AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 men BMW-Servicekunden ein Angebot, um Kraftstoffe bei uns zu kaufen. Das ist erst der Anfang einer geschäftsübergreifenden Kooperation, die sicher nicht nur für BMW interessant ist. Denkbar sind auch lokale Partnerschaften zwischen Tankstellenpächtern und Autohändlern. asp: Welche Wirkung könnten Kundenbindungsprogramme aus dem Tankstellenbereich im Aftersales haben? P. Martini: Auf der Tankstellenseite erreichen wir mit Shell ClubSmart mehr als sechs Millionen Kunden. Es ist eines der größten und erfolgreichsten Kundenbindungsprogramme in Deutschland. Mit Blick auf Kundentreue im Servicegeschäft sind viele Dinge denkbar. Statt über Flyer und Kundenbindungsprogramme mit Karte könnte das künftig auch über eine App funktionieren. Die Shell Motorist App mit 300.000 Downloads allein in Deutschland ist ein gutes Beispiel dafür. In Großbritannien wird das britische Pendant zu Club- Smart bereits auf eine App umgestellt. asp: Was bringt die App dem Nutzer? P. Martini: Am meisten genutzt werden Tankstellenfinder und der Preischeck sowie Informationen zu Services der einzelnen Tankstellen. Zusätzlich bieten wir Gamification-Anwendungen. Man kann mit der App beispielsweise den eigenen Fahrstil verbessern. Hier steht aber eindeutig der Spaß im Vordergrund. Ein sehr großer Kundenvorteil ist das Mobile Payment, das in Großbritannien bereits läuft. Man muss damit zum Bezahlen nicht mehr in den Shop gehen. Wir gehen auf der Insel sogar noch einen Schritt weiter: Wenn man in Philipp Martini bringt aus dem Tankstellengeschäft spannende Ideen für den Direktvertrieb von Schmierstoffen mit. Foto: Shell Deutschland www.autoservicepraxis.de

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GB einen Jaguar oder Landrover fährt, hat man die Anzeige bereits in der Armaturentafel des Fahrzeugs enthalten, man benötigt also gar kein Handy mehr. Ende 2017 werden wir auch in Deutschland erste Schritte in diese Richtung gehen und unseren Kunden Mobile Payment bieten können. asp: Was bringt das alles für das Mineralölgeschäft im Kfz-Betrieb? P. Martini: Das alles sind Dinge, die dem Kunden einen echten Mehrwert bieten. Wir sind die einzige Mineralölgesellschaft, die eine App mit solchen Funktionen besitzt und viel Erfahrung damit hat. Wir werden unsere Datenbasis und die gebundenen Kunden sehr stark vergrößern. Das wird sich im Autohaus- und Werkstattgeschäft zu einem Differenzierungsfaktor entwickeln. Eine belastbare Datenbasis ist die Voraussetzung dafür, Kunden Appbasiert an bestimmte Autohäuser zu kanalisieren. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das kommt. Wir bereiten uns darauf vor. asp: Wie läuft heute vertrieblich die Ansprache der markengebundenen Autohäuser? P. Martini: Wir sind ein Premiumhersteller und differenzieren uns über die Top- Qualität unserer Shell-Produkte. Das zweite Differenzierungsmerkmal ist die Kundenbetreuung durch unsere Mannschaft. Wir wollen mit unseren Kunden eine Partnerschaft aufbauen und ihnen einen echten Mehrwert bieten. Dazu gehören nicht nur Trainingsprogramme, die wir unseren Kunden anbieten. Bei neuen B2B-Kunden machen wir eine Marktstudie zu ihrer lokalen Wettbewerbssituation und geben Hinweise zur optimalen Preispositionierung im Vergleich mit der Konkurrenz. Natürlich beraten wir in allen Fragen zum Schmierstoffgeschäft und helfen, den Ertrag im Schmierstoffgeschäft zu steigern. asp: Über Verkaufstrainings der Service- Mitarbeiter? P. Martini: Wir bieten unter anderem Programme, um den Absatz von Nachfüllflaschen zu steigern, was für das Autohaus oft ein brachliegendes Potenzial ist. Dort geht es vor allem um Schulung der Serviceberater. Manchmal versuchen wir auch einfach nur zu erreichen, dass sich Mitarbeiter daran gewöhnen, die Nachfüllflasche wirklich anzubieten. asp: Was machen Autohäuser, wenn durch die Elektrifizierung ein Großteil des Ertragsbringers Motorenöl verloren geht? P. Martini: Klar ist: Wenn die E-Mobilität in der Masse kommt, müsste die Aufteilung der Wertschöpfung zwischen Hersteller und Händler anders strukturiert werden. Das Schmierstoffgeschäft ist nun mal einer der wichtigsten Ertragsbringer im Service. asp: Wo holen Sie Kunden bei Google ab? P. Martini: Wir müssen dafür sorgen, dass die Kunden nach einer Suche im Internet zu unseren Partnern gelangen, die Shell Öl verkaufen. Langfristig wird es Angebote geben, die es in anderen Ländern bereits gibt. Dort kann man sein Öl wählen und sich für den Ölwechsel in der Wunschwerkstatt auch gleich einen Termin aussuchen. Daran arbeiten die Automobilhersteller, aber auch andere. asp: Was ist heute auf der Website von Shell in dieser Richtung möglich? P. Martini: Heute finden Endkunden auf der Shell Homepage z. B. eine Datenbank, mit der man herausfinden kann, an welchen Tankstellen sie unser Öl kaufen können. Ich kann mir vorstellen, dass man auf der Homepage irgendwann auch den Ölwechsel-Termin buchen kann sowie die passende Werkstatt. Langfristig sind auch Preisabfragen denkbar und auch sinnvoll. Wenn wir es nicht machen, wird es vielleicht ein unabhängiger Anbieter tun, wie es beim Reifenwechsel heute schon der Fall ist. Es gibt keinen Grund, warum das für den Ölwechsel nicht auch kommen sollte. Hier müssen wir uns positionieren. asp: Hier könnte es aber Konflikte mit den Autohäusern geben? P. Martini: Es wäre also nicht gut, online einen konkurrierenden Absatzkanal zu schaffen. Wir wollen daher unsere eigene Webpräsenz zum Vorteil unserer Autohauskunden aufbauen. Denkbar wäre, dass Kunden über unsere Website in die Autohäuser geroutet werden, die auch gleichzeitig Shell Partner sind. PHILIPP MARTINI Philipp Martini (38) ist seit 6 Jahren bei Shell tätig. Der Maschinenbauingenieur startete 2011 bei Shell Deutschland als Business Development Manager. Von Dezember 2013 bis Oktober 2016 war er als Fuels Marketing Manager DACH verantwortlich für Marketing und die Kommunikation des Retail Business. Unter anderem verantwortete er das Kundenbindungs-Projekt Shell Clubsmart Garantie und den V-Power SmartDeal. Seit November 2016 ist Martini als B2C Direct Sales Manager Lubricants Deutschland unter anderem für den Vertrieb im Autohaus- und Werkstattgeschäft zuständig. asp: Welche Trends gibt es technisch gesehen bei Motorenölen? P. Martini: Technologisch werden die Ölsorten noch spezifischer für die unterschiedlichen Motoren ausfallen. Vor einigen Jahren hatten wir ein Produkt, das im Autohaus die Anforderung von drei großen Marken abgedeckt hat. Der Trend zur Spezialisierung geht weiter. asp: Wie erklärungsbedürftig ist Ihr Produkt für die Mitarbeiter in Kfz-Betrieben? P. Martini: Motorenöl ist ein Hightech- Produkt und entsprechend erklärungsbedürftig. Wir bieten daher spezifische Schulungen an. Der Serviceberater im Autohaus benötigt eine gewisse Expertise, um kompetent Auskunft geben zu können. Der typische Kunde weiß gar nicht, welches Öl er benötigt, und vertraut daher auf die Expertise seines Autohauses. Ein Beispiel: Aktuell wird in vielen Motoren Öl mit der Viskosität 5W30 verwendet. Bei gleicher Spezifikation kann man auch 0W30 Öl einfüllen, was sich günstig auf den Verbrauch auswirkt. asp: Wie groß ist der Vorteil im Verbrauch? P. Martini: Je weniger Reibung zwischen den beweglichen Teilen des Motors entsteht, desto weniger Kraftstoff verbraucht das Fahrzeug. Dank seiner Formulation mit verbesserten Viskositätseigenschaften und für weniger Reibung kann Shell Helix Ultra mit PurePlus Technology zu einer Verbesserung der Kraftstoffeffizienz von bis zu 3 Prozent beitragen (Gemäß M111FE Test im Vergleich zum Referenzöl). asp: Hat das Öl auch Einfluss auf NOx- Emissionen? P. Martini: Ja, die Ölqualität spielt eine Rolle. Es ist eine Tatsache, dass ein 0W30-Öl bessere Kaltstarteigenschaften hat als ein 5W30-Öl. Aufgrund der komplexen thermodynamischen Vorgänge im Motor kann die Wahl des Öls auch die NOx-Emissionen beeinflussen. Interview: Dietmar Winkler ■ www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 55

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BETRIEBSPRAXIS KFZ-GEWERBE BAYERN Justizminister besucht Schiedsstelle Justizminister Winfried Bausback informierte sich in der Schiedsstelle der Kfz-Innung München-Oberbayern. Seit 1970 klären die Gremien Unstimmigkeiten bei Gebrauchtwagenkauf oder Werkstattrechnung. Landesjustizminister Winfried Bausback (Mitte) im Kreise seiner Gastgeber an der Kfz-Innung München-Oberbayern. Im Bild v. l.: Geschäftsstellenleiter Andreas Brachem, Dirk Weinzierl (Geschäftsführer Kfz-Gewerbe Bayern), Richard Wagner (Autohaus Wagner/ Obermeister der Kfz-Innung München-Oberbayern), Klaus Dieter Breitschwert, Winfried Bausback, Thomas Schwarz (ADAC), Birgit Kusemann (Leiterin Schiedsstelle), Robert Glocker (Rechtsanwalt und Vorsitzender der Schiedskommission) sowie Dieter Kerscher (Autohaus Häusler/ Händlervertreter in der Kommission) Fotos: Schachtner, ZDK er bayerische Justizminister Winfried Bausback war im Mai in der Schiedsstelle der Kfz- Innung München-Oberbayern zu Gast. Dort wurde der CSU-Politiker u. a. von Klaus Dieter Breitschwert als Präsident des Kfz-Gewerbes Bayern, Birgit Kuse- KURZFASSUNG Kfz-Schiedsstellen sind eine Erfolgsgeschichte seit 1970 – dieses Selbstverständnis nahm der bayerische Justizminister von seinem Besuch des Gremiums der Innung München-Oberbayern mit. In rund 85 Prozent der kostenlos vor der Schiedskommission verhandelten Fälle kommt es zu einem Vergleich der Streitparteien. AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 mann (Leiterin der Schiedsstelle) sowie den Mitgliedern der Schiedskommission, Rechtsanwalt Robert Glocker, Thomas Schwarz (ADAC Südbayern) und dem Vertreter der Autohäuser und Werkstätten, Dieter Kerscher, empfangen. Schlichten statt richten „Die Schiedsstellen sind ein Angebot an die Kfz-Betriebe, ein Angebot an die Kunden“, erklärte Klaus-Dieter Breitschwert. Das freiwillige Schiedsverfahren soll Streitigkeiten bei Werkstattaufträgen, also den Vorwurf unsachgemäßer Reparatur oder Probleme mit der Rechnung, deeskalieren. Zudem kann die Vermittlung im Falle behaupteter bzw. tatsächlicher technischer Mängel oder Unfallschäden beim Ge- brauchtwagenkauf angerufen werden. Der außergerichtliche Weg steht seit 1970 offen. Dirk Weinzierl erläuterte in seiner Funktion als Geschäftsführer des bayerischen Kfz-Gewerbes Funktionsweise und Vorteile. Unstimmigkeiten können so zeit- und kostensparender gelöst werden. Die Beteiligten müssten nicht den Weg über die Justiz bemühen. Zudem hob er die fachliche Kompetenz der Kommissionsmitglieder hervor: In der Schiedskommission sitzen je ein Vertreter der Betriebe, der Verbraucher (ADAC), ein Sachverständiger (in München die DAT) und ein für das Richteramt Befähigter. Zudem sei in den Fällen, die Werkstattaufträge betreffen, der Vertreter einer Prüforganisation dabei, so Weinzierl. www.autoservicepraxis.de

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Bedingung zur Teilnahme am Schiedsverfahren ist die ZDK-Mitgliedschaft des Betriebes. Die Arbeit der Schlichtung sei wesentlich parteinäher und eine erfreuliche Ergänzung und Entlastung des Justizsystems, erklärte Bausback. „Ich möchte den Kfz- Innungen ein großes Kompliment für die Arbeit der Schiedsstellen aussprechen und sie zu dieser Lösung der Streitschlichtung beglückwünschen“, erklärte der Minister. Er betonte die Rolle der Innungen als Teil der Selbstverwaltung der Wirtschaft, die sowohl Mitgliederinteressen vertrete als auch unvoreingenommen die Kunden berate. Spezialisten sind nah an den Themen Robert Glocker als Vorsitzender der Münchener Schiedskommission sieht die Stärke des Gremiums ebenfalls in der hochspezialisierten und praxisnahen Besetzung. Diesen Sachverstand müssen sich die Beteiligten vor Gericht teuer einkaufen. Zudem kann der Prozess dadurch in die Länge gezogen werden. Die meisten Antragsteller für ein Schiedsverfahren finden sich Glocker zufolge vor allem auf Seite der Autohauskunden. Gemäß dem Vertreter der Verbraucherseite, Thomas Schwarz, ist aus Kundensicht die Kostenfreiheit des Verfahrens besonders attraktiv. Seiner Erfahrung nach geht es häufig um die Erklärung von Vorgängen. Dies zeige auch die hohe Quote an Vergleichen, die die Schiedsstelle mit den Parteien erziele. An der Innung München- Oberbayern werden so rund 85 Prozent der Fälle geregelt. Im März veröffentlichte das deutsche Kfz-Gewerbe ebenfalls Zah- VERFAHREN VOR KOMMISSION 2016 len: Danach wurden 2016 von 10.537 Anträgen 88,6 Prozent im Vorverfahren auf kurzem Weg zwischen Schiedsstelle, Kunde und Kfz-Betrieb geregelt. Lediglich 1.197 Anträge gelangten vor eine Schiedskommission. Davon konnte immerhin in 554 Entscheidung zugunsten Werkstatt: 242 Anträge (20,2 %) Fällen eine Einigung erzielt werden (siehe Grafik unten). Bei 242 Anträgen entschied die Kommission übrigens zugunsten von Autohaus und Werkstatt. Die übrigen Streitfälle dürften mittlerweile im Justizsystem angekommen sein. Martin Schachtner ■ IMMER EINEN SCHRITT VORAUS REIFEN, FELGEN UND VERSCHLEISSTEILE Durch Vergleich beendet: 554 Anträge (46,3 %) Noch nicht abgeschlossene Verfahren: 217 Anträge (18,1 %) Entscheidung zugunsten Antragsteller: 184 Anträge (15,4 %) Quelle: ZDK www.autoservicepraxis.de

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BETRIEBSPRAXIS WERKSTATTMANAGEMENT Aufträge mobil bearbeiten Für die freie Kfz-Werkstatt Demmel bringt die mobile Werkstatt-Management-Lösung „Werbas blue“ vor allem eins: Arbeitserleichterung, und die fängt schon morgens auf dem Hof an. KURZFASSUNG ie freie Kfz-Werkstatt Demmel in Ascholding hat sich als Servicebetrieb breit aufgestellt: „Wir machen alles. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir in den letzten 20 Jahren ein Fahrzeug weggebracht haben – außer zum Lackieren“, erklärt Hans Demmel. Seit 2005 leitet er gemeinsam mit seinem Vater Johann Demmel den Betrieb. Unterstützt werden die beiden Kfz-Meister in der Werkstatt von zwei Gesellen und zwei Auszubildenden. Bevor Hans Demmel in das 1988 gegründete Unternehmen seines Vaters einstieg, war er Betriebsleiter bei einem VW-Betrieb. Heute liegt der Schwerpunkt auf Audi, VW, Seat, Skoda und BMW. Wir kennen unsere Kunden „Wir haben keinen Nachteil gegenüber einer Vertragswerkstatt“, ist Hans Demmel überzeugt. Schließlich habe man sich alles, was GVO-technisch möglich ist, freischalten lassen und greife über den Stundenzugang direkt auf Herstellerportale zu. „Das berechnen wir den Kunden entspre- AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 Von Anfang an dabei Bei der eingesetzten Werkstattmanagement-Lösung vertraut Demmel seit jeher auf Werbas. „Kfz-Demmel ist mit der damaligen Basisversion, die modulartig erweitert wurde, ein Anwender der ersten Stunde“, weiß Klaus König, der bei Werbas für Marketing zuständig ist. „Wir haben damals über Stahlgruber davon erfahren“, erinnert sich Unternehmensgründer Johann Demmel an den Start 1988. Heute hat die Werkstatt die Basisversion bestehend aus Fahrzeug- und Kundenverwaltung, Auftragsanlage, Standardlager und Arbeitsgänge sowie die Zusatzmodule Lagerverwaltung, offene Posten, Warenwirtschaft mit Inventur und seit ein paar Monaten auch Werbas blue im Einsatz. „Wir sind zufrieden. Das System ist intuitiv zu bedienen und sehr flexibel“, erchend weiter“, erklärt er. Damit macht die Werkstatt gute Erfahrungen. Der Kunde sei schließlich froh, wenn mit Originalwartungslisten gearbeitet wird. In der Region hat sich der Betrieb so einen Namen gemacht. „Viele unserer Kunden kommen aus der Gegend, aber auch aus München oder südlich von München“, erzählt Hans Demmel. Der Großteil sind Stammkunden. Man kennt sich – und das oft schon seit Jahren. Das sei auch mit ein Grund, warum die Werkstattprozesse nicht ganz typisch sind, gibt Hans Demmel zu bedenken. Aber was ist schon typisch? Jede freie Werkstatt organisiert sich so, wie es für sie am besten ist, einen typischen Ablauf per se gibt es nicht. „Bei uns kommt der Kunde rein, legt den Schlüssel auf den Tisch und sagt ‚Mach‘“, beschreibt der 43-Jährige den Ablauf. Natürlich sei ein unterschriebener Auftrag besser als ein nicht unterschriebe- Fotos: Valeska Gehrke Kfz-Demmel ist als Werbas-Anwender der ersten Stunde auch bei dem neuen Modul „Werbas blue“ wieder von Anfang an dabei. Denn die webbasierte Werkstattlösung für mobile Endgeräte vereinfacht die alltäglichen Werkstattprozesse. Der Hof ist voll: rund 1.500 Fahrzeuge kommen jährlich zu Kfz-Demmel in Ascholding. ner. Aber das sei nicht praxisgerecht. Schließlich besteht meist ein langjähriges Vertrauensverhältnis. „Wir kennen unsere Kunden ungefähr und wissen, wen wir ab einem bestimmten Betrag anrufen. Und wenn nichts ausgemacht ist, fragen wir sowieso telefonisch nach. Dann gibt es eine entsprechende Notiz auf dem Auftrag und fertig“, so Hans Demmel weiter. Hans Demmel leitet seit 2005 gemeinsam mit seinem Vater den Familienbetrieb. www.autoservicepraxis.de

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klärt Hans Demmel. Denn Ziel der Werbas AG ist es, freien Werkstätten möglichst viel Flexibilität zu bieten, einerseits hinsichtlich der Funktionen, aber auch in Bezug auf die Schnittstellen. Inzwischen stehen bei Werbas Pkw über 250 Schnittstellen zu Informationssystemen, Teilekatalogen und Bestellsystemen zur Verfügung. Kfz-Demmel nutzt beispielsweise für Teilebestellungen die Anbindungen an Stahlgruber, Neimcke und Etos. Für jede Schnittstelle bezahlt der Kunde dabei einmalig eine Einrichtungsgebühr. Das über „Werbas blue“ eingetragene Datum der nächsten HU-Untersuchung ... Mobile Version für Tablet & Co. Ganz anders bei dem neuen Modul Werbas blue. Dieses wird nutzungsabhängig abgerechnet (siehe Kasten). „Bei Werbas blue haben wir einzelne Funktionen von Werbas auf ein mobiles Gerät ausgelagert. Dabei setzen wir auf eine browsergestützte und damit geräteunabhängige Anwendung“, erläutert Klaus König das neue Modul, das erstmals auf der Automechanika 2016 vorgestellt wurde. Werbas-Kunden können sich dieses auf der Werbas-Homepage freischalten lassen und anschließend sechs Wochen lang kostenlos testen. „Wir haben einen Newsletter bekommen und das dann ausprobiert. Seitdem nutzen wir es“, so Hans Demmel. Aktuell setzt die Werkstatt die mobile Version hauptsächlich im Rahmen der Auftragsanlage an. „Ich lege morgens meine Aufträge an, gehe dann mit dem Tablet auf den Hof zu den Fahrzeugen und trage Kilometerstand und HU-Termine ein“, erklärt Hans Demmel. Das Besondere: Die am Fahrzeug erfassten Daten sind sofort in Echtzeit im lokalen Werbas vorhanden. Ein fehleranfälliges Übertragen der Werte von Papierzetteln in das System am PC entfällt somit. „Die Leitfunktion des lokal installierten Werbas bleibt bestehen“, erläutert Klaus König. Über Werbas blue erhält man über WLAN einen Blick auf bestimmte Funktionen der lokalen Werbas-Version wie Fahrzeughistorie, Kundendaten, Auftragsstatus oder Inventur, sofern diese in der Basis-Version freigeschaltet sind. Die Daten befinden sich dabei nur auf der Datenbank der Werkstatt. „Das finde ich sinnvoll, dass die Daten da bleiben, wo sie hingehören, und nicht irgendwo in der Cloud herumgeistern“, so Hans Demmel. Er sieht in der Digitalisierung viele Chancen, aber auch Risiken: „Die Wichtigkeit einer guten Netzanbindung ist inzwischen enorm, das birgt auch Gefahren.“ Dennoch weiß der EDV-affine Werkstattinhaber die Vorteile der digitalen Prozesse für sich zu nutzen. Die mobile browsergestützte Werbas-Version etwa erleichtert ihm die Arbeit. „Das ist übersichtlich und ich sehe sofort, welche Autos da sind.“ In Zukunft will er Werbas blue verstärkt einsetzen, etwa auch in der Werk- ... steht sofort in Echtzeit im lokalen Werbas zur Verfügung. statt, um den Auftragsstatus zu kontrollieren, Fotos anzufügen, Lagerteile hinzuzubuchen oder Aufträge direkt am Fahrzeug neu anzulegen. Das System wächst mit der Praxis Die beiden zuletzt genannten Funktionen sind zwar noch nicht verfügbar, werden aber bereits programmiert, bestätigt Klaus König. „Aktuell erhalten wir von den rund 200 Werbas-blue-Anwendern wertvolles Feedback, das direkt in die Weiterentwicklung einfließt“, so Klaus König. Und Hans Demmel ist begeistert: „Wenn ich morgens nicht erst die Kennzeichen am Rechner eingeben muss, sondern den Auftrag komplett draußen am Tablet anlegen kann, ist das ein großer Vorteil.“ Valeska Gehrke ■ NUTZUNGSBASIERTE ZAHLUNG Abrechnung per Coins über Paypal Das neue Modul Werbas blue setzt bei der Abrechnung auf eine moderne Zahlungsart. Denn abgerechnet wird auf Basis so genannter Coins, ein virtueller Wert für die verbrauchsabhängige Nutzung der mobilen Funktionen. Eine Statistik zeigt dabei den aktuellen Stand des Coin-Guthabens übersichtlich an. Sind die Coins aufgebraucht, muss der Anwender sein Kontingent aufladen, bezahlt wird über Paypal. Das Basispaket Small mit 2.500 Coins kostet 29 Euro, Medium mit 6.000 Coins gibt es für 59 Euro und das Profi-Paket mit 12.000 Coins kostet 109 Euro. Alle Pakete sind 90 Tage lang gültig. Der Abruf einzelner Funktionen in Werbas blue schlägt dabei mit einem jeweils festgelegten Wert zu Buche. Beispielsweise kostet der Abruf einer Fahrzeughistorie 50 Coins, ein Abruf des Warenkorbs 2 Coins. „Damit sind wir näher an der Nutzung. Es gibt keine Grundgebühr und der Anwender bezahlt nur so viel, wie er auch nutzt“, erklärt Klaus König den Vorteil der verbrauchsbasierten Abrechnung. www.autoservicepraxis.de

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BETRIEBSPRAXIS KFZ-STEUER Ein Blick aufs CO₂-Konto Fahrzeugemissionen werden im Rahmen der Typzulassung künftig mit dem Testverfahren WLTP ermittelt. Für Kunden könnten Nachrüstlösungen interessanter werden als umfangreichere Sonderaussattungen ab Werk. Der Fahrzyklus NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) wurde Anfang der 90er Jahre in Europa eingeführt. Für die Emissionsangabe eines Neuwagens wird beim NEFZ auf Basis der Karosserie-Motor-Getriebe-Kombination ein verbrauchsoptimiertes Fahrzeug als Repräsentant herangezogen. Andere Reifen oder gewichtserhöhende Sonderausstattungen finden keine Berücksichtigung in der Verbrauchsangabe, der Kunde bemerkt sie erst später an der Zapfsäule. Ein Vorwurf allerdings wäre ungerechtfertigt: der Standard geschaffen wurde, produzierte Volks wagen den Golf III, Opel den ersten Astra und Mercedes-Benz die erste C- Klasse. Zu diesem Zeitpunkt war die Liste der signifikant verbrauchverändernden Sonderausstattungen begrenzt, auch fehlten Rechenmodelle um diese Verbrauchsänderungen schnell zu berechnen. Verbrauchswerte werden simuliert Mit dem neuen Zyklus WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure), der ab September 2017 für die Emissionsmessung im Rahmen der Typgenehmigung eingeführt wird, ändert sich dies nun. Für jedes Fahrzeug werden kundenauftragsspezifisch das Gewicht, der Rollwiderstand der montierten Reifen und der Aerodynamik-Wert ermittelt. Mit diesen Werten wird in Sekundenbruchteilen eine halbstündige Testfahrt simuliert. Bestellt ein Kunde zum Beispiel in der Sportausführung eines Fahrzeugs einen Spoiler, wird in der Simulation sowohl das Fahrzeuggewicht als auch der Aerodynamikwert erhöht. Der simulierte Verbrauchswert wird im Angebot, Auftrag und in der Betriebserlaubnis verbindlich aufgeführt und dient AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 Sonderausstattungen vergrößern den CO₂- Fußabdruck. Foto: fotolia/eteimaging als Grundlage für die Steuerberechnung. Während in Deutsch land die zu erwartende Auswirkung auf die Steuerlast gering ist, sind die Steuerauf- oder -abschläge in anderen europäischen Ländern beim Überschreiten von bestimmten Schwellenwerten deutlich spürbar. Allerdings werden Verbrauchsobergrenzen bei Dienstwagen auch in Deutschland zu einer vermehrten Aus- oder Abwahl von bestimmten Sonderausstattungen führen. Grundlage für die Kfz-Steuer Stattet ein Kunde sein Fahrzeug beim Kauf nur mit Winterreifen aus, verweist die Verbrauchsangabe das gesamte Fahrzeugleben auf die üblicherweise verbrauchssteigernden Winterreifen, statt auf die verbrauchsärmeren Sommerreifen. Ein nur 4-fach winterbereiftes Fahrzeug dürfte künftig auch im Winter nahezu unverkäuflich sein gegenüber einem identisch ausgestatteten Fahrzeug mit Sommerreifen oder mit 8-facher Bereifung. Kunden im unteren und mittleren Segment könnten bei der Fahrzeugbestellung künftig deutlich seltener zu größeren und breiteren Reifen greifen, sondern stattdessen einen verbrauchseffizienten Reifen wählen. Bei der Emissions-Berechnung nach WLTP ist nicht nur das tatsächliche Fahrzeuggewicht verbrauchssteigernd, sondern auch anteilig das zulässige Gesamtgewicht. Kunden könnten durch die damit übliche verbundene Erhöhung des zulässigen Gesamtgewichts gelegentlich von einer Anhängerkupplung ab Werk absehen, sich dafür aber einen Nachrüstsatz ohne Erhöhung des zulässigen Gesamtgewichts installieren lassen. Der Hersteller bietet hier eigentlich eine höherwertigere Lösung an, welche aber für Kunden nachteilig ist. Durch die Erhöhung des zulässigen Gesamtgewichts um 100 Kilogramm, kann mit WLTP die CO 2 - Emission um 0,5 g steigen. Die Hersteller werden ihr Produktportfolio daher an die Anforderungen von WLTP anpassen. Fazit WLTP als Grundlage für die Kfz-Steuer macht die Fahrzeugkonfiguration künftig nicht nur zu einer Optimierungsaufgabe zwischen Preis- und Leistung sondern bezieht auch die Komponente Emission mit ein. Jede im Kundenfahrzeug vorgesehene Sonderausstattung fließt nun in den individuellen Fahrzeugverbrauch ein. Automobilhersteller werden bei der Entwicklung ihrer Sonderausstattungen hinsichtlich der Emissionen optimieren. In der Übergangszeit werden After-Sales- Lösungen stärker in den Kundenfokus rücken. Ulf Schneider ■ AUTOR Ulf Schneider ist bei NTT DATA als Lead Consultant im Bereich Digital Enterprise Projektleiter bei der Implementierung eines WLTP-Services. NTT DATA ist einer der führenden Anbieter im Business- und IT-Consulting. http://digital-automotive.nttdata.de Foto: NTT Data www.autoservicepraxis.de

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VERKEHRSBLATT AUSZUG VKBL. AMTLICHER TEIL SEITE 518, HEFT 10/2017 Verkehrsblatt Nr. 75 Erläuterung zu Nummer 4.1.2 der Anlage 4 der Richtlinie für die Überprüfung der Einstellung der Scheinwerfer von Kraftfahrzeugen bei der Hauptuntersuchung nach § 29 Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) (VkBl. 2014, Heft 5, Nr. 44, S. 174 vom 20.02.2014) Bonn, den 05. Mai 2017 LA 20/7342.12/00 In Nummer 4.1.2 der Anlage 4 der Richtlinie für die Überprüfung der Einstellung der Scheinwerfer von Kraftfahrzeugen bei der Hauptuntersuchung nach § 29 Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) (VkBl. 2014, Heft 5, Nr. 44, S. 174 vom 20.02.2014) sind die Anforderungen an die Aufstellfläche bzw. Fahrspuren der Systeme zur Überprüfung der Einstellung der Scheinwerfer geregelt. In der Praxis werden die Ebenheitsanforderungen trotz der dortigen erläuternden Abbildung und des dortigen Beispiels unterschiedlich interpretiert. Die vorliegende, mit den Ländern abgestimmte Erläuterung dient der Klarstellung der Ebenheitsanforderungen nach Nummer 4.1.2 der Anlage 4 der vorgenannten Richtlinie. Bei der Überprüfung, ob die Aufstellfläche den Ebenheitsanforderungen entspricht, werden die linke und rechte Fahrspur jeweils getrennt betrachtet. Die Grenzwerte für die Ebenheitsabweichung einer Fahrspur müssen für alle Kombinationen von zwei Messpunkten in Bezug auf den Messpunktabstand und dem dazwischenliegenden tiefsten bzw. höchsten Messpunkt zur Bezugslinie eingehalten werden. Abweichungen können sowohl mit positivem (Vertiefungen) als auch negativem (Erhöhungen) Vorzeichen auftreten. Die Ebenheitsanforderungen gelten als erfüllt, wenn an keiner Stelle ein Betrag ermittelt wurde, der außerhalb des absoluten Betrages der maximal zulässigen Grenzwerte nach der Richtlinie liegt. Die Bekanntmachung Nummer 75 ist ein Auszug aus dem Verkehrsblatt 10/2017. Grenzwerte für Ebenheitsabweichungen t einer einzelnen Fahrspur Messpunktabstand Grenzwerte* nur Vertiefungen vorhanden Tabelle 1: zulässige Grenzwerte für Ebenheitsabweichungen von Aufstellflächen (VkBl. 2017 S. 518) nur Erhöhungen vorhanden 300 cm 7 mm -7 mm 7 mm 400 cm 9 mm -9 mm 9 mm 600 cm 10 mm -10 mm 10 mm 800 cm 11 mm -11 mm 11 mm sowohl Vertiefungen als auch Erhöhungen vorhanden bei allen betrachteten Messpunktabständen gilt: |Grenzwert| ≥ tVertiefung, max. vorhanden ** + |t Erhöhung, max. vorrhanden |*** Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur Im Auftrag Christian Theis Foto: Verkehrsblatt-Verlag Grenzwerte für Ebenheitsabweichungen t einer einzelnen Fahrspur Messpunktabstand Grenzwerte* nur Vertiefungen vorhanden nur Erhöhungen vorhanden 100 cm 3 mm -3 mm 3 mm 200 cm 5 mm -5 mm 5 mm * Erhöhungen erhalten ein negatives Vorzeichen zugewiesen ** t Vertiefung, max. vorhanden ist die vorhandene gemessene maximale Ebenheitsabweichung in einem Messpunktabstand *** t Erhöhung, max. vorhanden ist die vorhandene gemessene maximale Ebenheitsabweichung in einem Messpunktabstand www.autoservicepraxis.de sowohl Vertiefungen als auch Erhöhungen vorhanden bei allen betrachteten Messpunktabständen gilt: |Grenzwert| ≥ t Vertiefung, max. vorhanden ** + |t Erhöhung, max. vorrhanden |*** Satteldachhalle Typ SD21 (Breite: 21,00m, Länge: 40,50m) • Traufe 5,10m, Firsthöhe 6,95m • mit Trapezblech, Farbe: AluZink • incl. Schiebetor 4,00m x 4,20m • feuerverzinkte Stahlkonstruktion • incl. prüffähiger Baustatik Mehr Infos Aktionspreis € 69.900,- ab Werk Buldern; excl. MwSt. Schneelastzone 2, Windzone 2, a. auf Anfrage www.tepe-systemhallen.de · Tel. 0 25 90 - 93 96 40

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VERKEHRSBLATT AUSZUG VKBL. AMTLICHER TEIL SEITE 398-461, HEFT 8/2017 Verkehrsblatt Nr. 58 Bekanntmachung der Dritten Verordnung zur Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung und anderer straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften Berlin, den 23. März 2017 LA23/7362.2/2-03/2795486 Nachstehend gebe ich die Dritte Verordnung zur Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung und anderer straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften vom 23. März 2017 einschließlich der amtlichen Begründung bekannt. Die Verordnung wurde am 29. März 2017 im Bundesgesetzblatt Teil I S. 522 verkündet und tritt am 1. Oktober 2017 in Kraft, die Artikel 2 und 4 treten am 20. Mai 2018 in Kraft und Artikel 6 Nummer 2 ist am 30. März 2017 in Kraft getreten. Mit der Verordnung wird die zweite Stufe im Bereich der internetbasierten Fahrzeugzulassung eingeleitet, sodass der bisherige Halter sein Kfz künftig unter bestimmten Bedingungen internetbasiert wiederzulassen kann. In gleichzeitiger Umsetzung von Vorgaben der Richtlinien 2014/45/EU und 2014/46/ EU sollen die Ergebnisse der Hauptuntersuchungen und Sicherheitsprüfungen an das KBA übermittelt und dort im Zentralen Fahrzeugregister gespeichert werden. Außerdem werden Regelungen der FZV, StVZO, BKatV, GebOSt und EG-FGV klargestellt, angepasst oder überarbeitet. Darüber hinaus wird durch eine Anhebung der von den Automobilherstellern für die Zulassungsbescheinigung Teil II zu entrichtenden Gebühren sichergestellt, dass das KBA über die notwendigen Mittel verfügt, um regelmäßig Felduntersuchungen zu Emissionen von Kfz durchführen zu können. Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur Im Auftrag Dr. Frank Albrecht Dritte Verordnung zur Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung und anderer straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften 1 Vom 23. März 2017 Es verordnen – das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur auf Grund des § 6 Absatz 1 Nummer 2 Buchstabe a bis d, f, k bis m und s bis v, Nummer 12 Buchstabe b und Nummer 20, Die Bekanntmachung Nummer 58 ist ein Auszug aus dem Verkehrsblatt 8/2017. Foto: Verkehrsblatt-Verlag des § 6a Absatz 2, 3, 5 und 8 Satz 2 Nummer 1, des § 6 g Absatz 4 Satz 1 Nummer 2 und 10, des § 26a Absatz 1 Nummer 1 und 2 und des § 47 Nummer 1, Nummer 1a, 3, 4 und 5 des Straßenverkehrsgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 5. März 2003 (BGBl. I S. 310, 919), von denen § 6 Absatz 1 Nummer 2 Buchstabe b durch Artikel 1 Nummer 2 Buchstabe a Doppelbuchstabe aa des Gesetzes vom 3. Mai 2005 (BGBl. I S. 1221), § 6 Absatz 1 Nummer 2 Buchstabe l und m durch Artikel 1 Nummer 2 Buchstabe a des Gesetzes vom 20. Juni 2011 (BGBl. I S. 1124), § 6a Absatz 2 durch Artikel 1 Nummer 5 des Gesetzes vom 28. November 2014 (BGBl. I S. 1802), § 6a Absatz 3 durch Artikel 2 Absatz 144 Nummer 2 des Gesetzes vom 7. August 2013 (BGBl. I S. 3154), § 6a Absatz 8 durch Artikel 1 Nummer 4 des Gesetzes vom 28. November 2016 (BGBl. I S. 2722) und § 26a sowie § 47 im einleitenden Satzteil jeweils durch Artikel 1 Nummer 5 des Gesetzes vom 28. November 2014 (BGBl. I S. 1802) zuletzt geändert und § 6g Absatz 4 Satz 1 Nummer 2 und 10 sowie § 47 Nummer 1a durch Artikel 1 Nummer 5 und Nummer 18 des Gesetzes vom 28. November 2016 (BGBl. I S. 2722) eingefügt worden sind, § 6a Absatz 2, 3, 5 und 8 Satz 2 Nummer 1 des Straßenverkehrsgesetzes in Verbindung mit dem 2. Abschnitt des Verwaltungskostengesetzes vom 23. Juni 1970 (BGBl. I S. 821), – das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit auf Grund des § 6 Absatz 1 Nummer 5c in Verbindung mit Absatz 2a des Straßenverkehrsgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 5. März 2003 (BGBl. I S. 310, 919), zuletzt geändert durch Artikel 1 Nummer 2 Buchstabe b des Gesetzes vom 20. Juni 2011 (BGBl. I S. 1124), – das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und das Bundesministerium des Innern auf Grund des § 6 Absatz 1 Nummer 8, 9 und 12 Buchstabe a in Verbindung mit Absatz 2 des Straßenverkehrsgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 5. März 2003 (BGBl. I S. 310, 919): (...) 1 Die Verordnung dient der Umsetzung der – Richtlinie 2014/45/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 3. April.2014 über die regelmäßige technische Überwachung von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeuganhängern und zurAufhebung der Richtlinie 2009/40/EG (ABl. L 127 vom 29.4.2014, S. 51) in Teilen sowie – Richtlinie 2014/46/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 3. April 2014 zur Änderung der Richtlinie 1999/37/EG des Rates über Zulassungsdokumente für Fahrzeuge (ABl. L 127 vom 29.4.2014, S. 129). AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 www.autoservicepraxis.de

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Artikel 3 Änderung der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung Die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung vom 26. April 2012 (BGBl. I S. 679), die zuletzt durch Artikel 1 der Verordnung vom 17. Juni 2016 (BGBl. I S. 1463) geändert worden ist, wird wie folgt geändert: 1. In der Inhaltsübersicht wird im Abschnitt II nach der Angabe zu § 29 folgende Angabe eingefügt: „§ 29a Datenübermittlung“. 2. § 19 Absatz 5 wird wie folgt geändert: a) In Satz 2 werden die Wörter „Sätze 3 bis 5“ durch die Wörter „Sätze 3 bis 6“ ersetzt. b) In Satz 4 werden die Wörter „oder Kurzzeitkennzeichen“ gestrichen. c) Folgender Satz wird angefügt: „Kurzzeitkennzeichen dürfen nur nach Maßgabe des § 16a Absatz 6 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung verwendet werden.“ 3. § 29 wird wie folgt geändert: a) In Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 werden nach den Wörtern „roten Kennzeichen“ die Wörter „nach den §§ 16 und 17 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung“ eingefügt. b) Absatz 2 wird wie folgt geändert: aa) In Satz 1 Nummer 1 werden nach dem Wort „Kurzzeitkennzeichen“ die Wörter „oder Ausfuhrkennzeichen“ eingefügt. bb) Nach Satz 2 werden die folgenden Sätze 3 und 4 eingefügt: „Prüfplaketten in Verbindung mit Plakettenträgern sind von der nach Landesrecht zuständigen Behörde zuzuteilen und von dem Halter oder seinem Beauftragten auf dem hinteren amtlichen Kennzeichen dauerhaft und gegen Missbrauch gesichert anzubringen. Abgelaufene Prüfplaketten sowie gegebenenfalls vorhandene Plakettenträger sind vor An bringung neuer Prüfplaketten oder neuer Prüfpla ketten in Verbindung mit Plakettenträgern zu entfernen.“ 4. In Abschnitt II wird nach § 29 folgender § 29a eingefügt: „§ 29a Datenübermittlung Die zur Durchführung von Hauptuntersuchungen oder Sicherheitsprüfungen nach § 29 berechtigten Personen sind verpflichtet, nach Abschluss einer Hauptuntersuchung oder einer Sicherheitsprüfung die in § 34 Absatz 1 der Fahr zeug- Zulassungsverordnung genannten Daten an das Kraftfahrt- Bundesamt zur Speicherung im Zentralen Fahrzeugregister zu übermitteln. Darüber hinaus dürfen die zur Durchführung von Hauptuntersuchungen nach § 29 berechtigten Personen nach Abschluss einer Hauptuntersuchung die in § 34 Absatz 2 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung genannten Daten an das Kraftfahrt-Bundesamt zur Speicherung im Zentralen Fahrzeugregister übermitteln. Die jeweilige Übermittlung hat 1. bei verkehrsunsicheren Fahrzeugen nach Anlage VIII Nummer 3.1.4.4 oder 3.2.3.3 am selben Tag, 2. sonst unverzüglich, spätestens aber innerhalb von zwei Wochen nach Abschluss der Hauptuntersuchung oder Sicherheitsprüfung zu erfolgen.“ 5. Der Anlage VIII Nummer 2.3 Satz 2 werden folgende Wörter angefügt: „jedoch nicht bei der Zuteilung eines Kurzzeitkennzeichens.“ 6. In Anlage IX wird die grafi sche Darstellung der Prüfplakette durch folgende grafische Darstellung ersetzt: Artikel 4 Weitere Änderung der Straßenverkehrs-Zulassungs- Ordnung In § 29a Satz 2 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung vom 26. April 2012 (BGBl. I S. 679), die zuletzt durch Artikel 3 dieser Verordnung geändert worden ist, wird das Wort „dürfen“ durch das Wort „müssen“ ersetzt. (...) Artikel 8 Bekanntmachungserlaubnis Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur kann den Wortlaut der Fahrzeug-Zulassungsverordnung in der vom Inkrafttreten dieser gesamten Verordnung an geltenden Fassung im Bundesgesetzblatt bekannt machen. Artikel 9 Inkrafttreten (1) Diese Verordnung tritt vorbehaltlich der Absätze 2 und 3 am 1. Oktober in Kraft. (2) Artikel 6 Nummer 2 tritt am Tag nach der Verkündung in Kraft. (3) Die Artikel 2 und 4 treten am 20. Mai 2018 in Kraft. Der Bundesrat hat zugestimmt. Berlin, den 23. März 2017 Der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur

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VERKEHRSBLATT Der Bundesminister des Innern Die Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit Begründung Die Verordnung realisiert die internetbasierte Wiederzulassung außer Betrieb gesetzter Fahrzeuge auf denselben Halter im selben Zulassungsbezirk. Mit der Identifizierung der antragstellenden Person im Portal und der Eingabe der für die Wiederzulassung benötigten Daten wird ein Antrag auf Erlass eines Verwaltungsaktes gestellt, bei dem in Verantwortung der zuständigen Zulassungsbehörde verschiedene Validierungen und Prüfungen erfolgen. Die Übermittlung der Antragsdaten erfolgt vom jeweiligen Portal über einen zentralen i-Kfz-Webservice des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) an das für jede Zulassungsbehörde beim KBA eingerichtete elektronische Postfach. Das Fachverfahren der Zulassungsbehörde ruft diese Daten zur abschließenden Bearbeitung des Verwaltungsaktes in der Zulassungsbehörde ab und sendet dem Halter die neue Zulassungsbescheinigung Teil I und Stempelplakettenträger mit jeweils darauf aufgebrachter Stempelplakette. Der Halter bringt die Stempelplakettenträger auf den Kennzeichenschildern an. Eine wichtige Voraussetzung für dieses Verfahren ist die elektronische Nachweisbarkeit der bestandenen Hauptuntersuchung bzw. Sicherheitsprüfung des betroffenen Fahrzeugs. In gleichzeitiger Umsetzung von Vorgaben der Richtlinien 2014/45/EU und 2014/46/EU werden hierzu künftig die Ergebnisse aller Hauptuntersuchungen (HU) und Sicherheitsprüfungen (SP) nach § 29 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung von den durchführenden Stellen an das KBA übermittelt und dort im Zentralen Fahrzeugregister (ZFZR) gespeichert. Für den Fall, dass diese Übermittlung nicht rechtzeitig vor der gewünschten Wiederzulassung erfolgt, kann die durchführende Stelle zudem optional eine Prüfziffer auf den Untersuchungsbericht aufbringen, mit der umgehend ein elektronischer Nachweis ebenfalls möglich ist. Mit der Aufnahme des Wirkbetriebs der internetbasierten Wiederzulassung (2. Stufe des Gesamtprojektes i-Kfz) werden nur noch Zugänge zur internetbasierten Fahrzeugzulassung mittels Portalen der zuständigen Zulassungsbehörden der Länder zur Verfügung stehen; dies gilt auch für die internetbasierte Außerbetriebsetzung (1. Stufe i-Kfz). Zudem wird die Nutzung der Verfahren auch einer bevollmächtigten Person, soweit zusätzliche landesrechtliche Voraussetzungen vorliegen, ermöglicht. Darüber hinaus enthält die Verordnung folgende Regelungen: • Ausdrückliche Regelung oder systematisch konsequente Ergänzung von bestimmten Verpflichtungen der Fahrzeughalter (§ 8 Abs. 1a, § 9 Abs. 3, § 10 Abs. 11 und § 13 Abs. 3 FZV) sowie der zugehörigen Ordnungswidrigkeiten-Tatbestände (§ 48 FZV, Nr. 178a und 179c BKat) in Entsprechung zu den Verpflichtungen der Fahrzeugführer. AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 • Klarstellung zur möglichen Ausführung von Oldtimerkennzeichen als Saisonkennzeichen (§ 9 Absatz 3 und Anlage 4 FZV). • Klarstellungen auf Grund Praxis-Erfahrungen z. B. in der FZV bei der Berechtigung zum Führen eines CC-/ CD-Zeichens (§ 11 Abs. 3 FZV) inkl. Sanktionierung (§ 48 FZV, Nr. 179c BKat), bei der Kennzeichenreservierung nach Umkennzeichnungsverzicht (§ 14 Abs. 1 Satz 5 FZV) und in der StVZO bei den Ausnahmen von der Untersuchungs-/Nachweispflicht (§ 29 und Anlage VIII StVZO) und der Prüfplakettendarstellung (Anlage IX der StVZO). • Ausdrückliche Regelung zur Wahrung des Offenbarungsverbotes bei der Ausstellung der Zulassungsbescheinigung Teil II (§ 12 Abs. 5 FZV). • I nhaltliche und redaktionelle Anpassung der Verweise auf die DIN 74069 angesichts deren Neuauflage aus Mai 2016 (§ 10 Abs. 2 und Anlage 4 der FZV). • Anpassung und Klarstellung der Verfahrensregelungen bei Nichterfüllung der Mitteilungspflichten nach Fahrzeugveräußerung an die Bedürfnisse der Praxis (§ 13 Abs. 4 FZV). • Erfassung auch der Vorlage von harmonisierten Verwertungsnachweisen aus anderen EU-Mitgliedstaaten (§ 15, § 30 Abs. 1 Nr. 27, § 31 Abs. 1 Nr. 27 FZV). Stärkung der Erfassungs- und Reaktionsmöglichkeiten durch Sanktionierung der Halterpflichten (§ 48 FZV) und Aufbietungsmöglichkeit. • Klarstellung in § 16 Abs. 1 FZV in Verbindung auch mit § 2 Nr. 25 FZV und enge Erweiterung der Verwendungszwecke des roten Händlerkennzeichens aus Anlass der Verordnungsvorlage des Bundesrates aus BR-Drucksache 432/15. • Klarstellungen bei den Regelungen zum Kurzzeitkennzeichen nebst Erweiterung um eine Ausnahme für die Stufenfertigung in § 16a FZV, redaktionelle Folgekorrekturen und systematischen Anpassungen von diesbezüglichen Verweisen sowie der StVZO, BKatV und zweier Gebührentatbestände. • Ausdrückliches Verbot der sog. Fernzulassung in § 20 FZV zur Klarstellung. • Zulassung ausländischer zulassungsfreier Anhänger zum vorübergehenden Verkehr in bestimmter Konstellation (§§ 20, 21 FZV). • Folgeänderungen auf Grund des Zweiten Gesetzes zur Änderung des Kraftfahrzeugsteuergesetzes und des Versicherungsteuergesetzes vom 08.06.2015 (in § 36 FZV) und der Strukturreform in der Zollverwaltung zum 01.01.2016 (in Anlage 3 der FZV). • Umsetzung einer automatisierten ZFZR-Auskunft an die Umsatzsteuerbehörden und Ergänzung des bisherigen Auskunftsumfangs um Datenänderungen in § 39 FZV. • Umsetzung der Richtlinie 2014/46/EU durch Anpassungen der www.autoservicepraxis.de

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den Verwertungsnachweis betreffenden Regelungen (§ 15 FZV) und der Vordrucke für die ZB I (§ 50 sowie Anlagen 5 und 10 der FZV). Hierzu und zur Umsetzung von Teilen der Richtlinie 2014/45/EU Einführung der direkten und umfassenden Übermittlung der Daten aus Hauptuntersuchungen und Sicherheitsprüfungen von den durchführenden Stellen an das Kraftfahrt-Bundesamt zur Speicherung im Zentralen Fahrzeugregister. • Aufhebung durch Zeitablauf von § 36a sowie § 50 Abs. 8 und 9 FZV. • Nähere Regelung der Ausgestaltung des Kennzeichens für Elektrofahrzeuge und weitere Präzisierungen in Anlage 4 FZV. • Öffnung von Schriftformerfordernissen für die elektronische Übermittlung in § 13 Abs. 2 sowie § 14 Abs. 1 Satz 4 FZV und in der EG-FGV. • Finanzierung von Felduntersuchungen an Kraftfahrzeugen durch das KBA im Zuge der aktuellen Abgasthematik mittels Gebühren. (...) F. Zu den Regelungen im Einzelnen (...) Artikel 3 – Änderung der Straßenverkehrs-Zulassungs- Ordnung Zu Artikel 3 Nummer 1 (Inhaltsübersicht) Redaktionelle Anpassung. Zu Artikel 3 Nummer 2 (§ 19 Abs. 5 StVZO) Folgeänderungen nach Aufspaltung des bisherigen § 16 FZV a. F. durch die Zweite Verordnung zur Änderung der FZV und anderer straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften vom 30.10.2014 (BGBl. I S. 1666) in § 16 FZV g. F. (rote Kennzeichen) und § 16a FZV (Kurzzeitkennzeichen). Die Änderungen dienen der Anpassung an die neue Kurzzeitkennzeichen-Regelung in § 16a FZV, nach der nur noch örtlich begrenzte Fahrten ohne Betriebserlaubnis und generell keine Prüfungsfahrten mehr zulässig sind. Zu Artikel 3 Nummer 3 (§ 29 Abs. 1 und 2 StVZO) Die Einfügung in Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 präzisiert, dass für alle roten Kennzeichen keine Pflicht zur regelmäßigen technischen Untersuchung besteht, also auch nicht für die roten Oldtimerkennzeichen. Dies ist eine rechtssystematische Klarstellung der geltenden Rechtslage und dient der Verhinderung von Missverständnissen. Die Einfügung in Absatz 2 Satz 1 Nummer 1 dient der systematischen Vervollständigung und Klarstellung des in Anlage 4 Abschnitt 8 Nr. 3 Satz 1 der FZV geregelten Ausnahme von der Nachweispflicht. Die Einfügung des Satzes 3 ermöglicht es dem Halter oder seines Beauftragten, die zugeteilten Prüfplaketten auf Plakettenträgern selbsttätig auf dem amtlichen Kennzeichen anzubringen. Die Einfügung des Satzes 4 stellt klar, dass abgelaufene Prüfplaketten und sofern diese verwendet wurden auch die Plakettenträger nicht mit neuen Prüfplaketten oder Plakettenträgern überklebt werden dürfen. Dies dient der Verhinderung von Missbrauch, da sich überklebte Prüfplaketten unter Umständen zerstörungsfrei ablösen lassen. Zu Artikel 3 Nummer 4 (§ 29a StVZO) Ursprüngliche Fassung des Verordnungsentwurfs: 1. In Abschnitt II wird nach § 29 folgender § 29a eingefügt: „§ 29 a Datenübermittlung Die zur Durchführung von Hauptuntersuchungen oder Sicherheitsprüfungen nach § 29 berechtigten Personen sind verpflichtet, unverzüglich, spätestens jedoch innerhalb von zwei Wochen, nach Abschluss einer Hauptuntersuchung oder einer Sicherheitsprüfung die in § 34 Absatz 1 der Fahrzeug-Zulassungsordnung genannten Daten an das Kraftfahrt-Bundesamt zur Speicherung im Zentralen Fahrzeugregister zu übermitteln. Darüber hinaus dürfen die zur Durchführung von Hauptuntersuchungen nach § 29 berechtigten Personen nach Abschluss einer Hauptuntersuchung die in § 34 Absatz 2 der Fahrzeug-Zulassungsordnung genannten Daten an das Kraftfahrt-Bundesamt zur Speicherung im Zentralen Fahrzeugregister übermitteln.“ Für die mit der Durchführung von Untersuchungen nach § 29 StVZO betrauten Stellen besteht bisher keine Mitteilungspflicht, die Daten über die Untersuchungen an das Kraftfahrt-Bundesamt zur Speicherung im Zentralen Fahrzeugregister zu übermitteln. Mit dem neuen § 29a Satz 1 StVZO wird zunächst mit besonderem Blick auf die Nachweismöglichkeit der Gültigkeit der Hauptuntersuchung und Sicherheitsprüfung in internetbasierten Verfahren nach § 15c FZV die verpflichtende Mitteilung der Überwachungsinstitutionen, anerkannten Kraftfahrzeugwerkstätten und sog. Eigenüberwacher an das Zentrale Fahrzeugregister unter Vorgabe einer bestimmten Frist auf der Grundlage des § 47 Abs. 1 Nr. 1a StVG eingeführt. Die Frist ist erforderlich, weil im Rahmen internetbasiert gestellter Anträge zeitnah eine Validierung der Daten der antragstellenden Person erfolgen muss. Sollte dies nicht möglich sein, erfolgt entweder keine Zulassung oder eine Wiederzulassung ist zurückzunehmen. Der zu übermittelnde Datenumfang ergibt sich aus § 34 Absatz 1 Satz 1 Ziffer 1 bis 15 FZV. Die Regelung dient außerdem der Umsetzung von Artikel 1 Nr. 3 der Richtlinie 2014/46/EU (Art. 3 Abs. 4 Buchst. c der Richtlinie 1999/37/EG n. F.) in Verbindung mit der Richtlinie 2014/45/EU. Danach müssen die Daten zu den Ergebnissen der regelmäßigen Untersuchung zu allen in Deutschland zugelassenen Fahrzeugen elektronisch erfasst werden. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 65

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VERKEHRSBLATT Bisher wird im Zentralen Fahrzeugregister nur das Datum der nächsten auf die Ausfertigung der Zulassungsbescheinigung folgenden Hauptuntersuchung und Sicherheitsprüfung im Rahmen einer Zulassung gespeichert. Dies erfolgt bei der Erstzulassung eines neuen Fahrzeugs, bei der Zulassung eines gebrauchten in Deutschland bisher nicht zugelassenen Fahrzeugs, bei der Wiederzulassung und bei der Ummeldung eines Fahrzeugs in einen anderen Zulassungsbezirk. Die Daten der weiteren Untersuchungen wurden im Zulassungsverfahren bisher nicht erhoben und können mit angemessenem Aufwand hier auch nicht erhoben werden. Sie werden daher bei den Untersuchungsstellen (Technischen Prüfstellen, Überwachungsorganisationen sowie anerkannten Kraftfahrzeugwerkstätten) nunmehr direkt erhoben. Für die Übermittlung müssen Kommunikationsbeziehungen zwischen den Untersuchungsstellen und dem KBA aufgebaut werden. Die Richtlinie 2014/45/EU schreibt den Mitgliedstaaten Mindestanforderungen für die technische Überwachung von Fahrzeugen vor. Dazu sieht die vorgenannte Richtlinie in Art. 8 Abs. 5 bis 7 vor, dass die Prüfstellen (in Deutschland also die für die Durchführung von Untersuchungen nach § 29 StVZO berechtigten Stellen) der zuständigen Behörde des betreffenden Mitgliedstaats (in Deutschland dem für die Führung des ZFZR zuständigen Kraftfahrt-Bundesamtes) die Angaben aus der nach einer Prüfung auszustellenden Prüfbescheinigung auf elektronischem Weg innerhalb einer angemessenen Frist übermitteln. Der Mitgliedstaat sorgt dafür, dass diese Angaben zum Zwecke der Prüfung des Kilometerstandes des Fahrzeugs den Prüfern im Rahmen der technischen Überwachung zur Verfügung gestellt werden (§ 35 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 i. V. m. § 36 Abs. 2f StVG). Über das ZFZR stehen die Ergebnisse der Prüfung auch den Zulassungsbehörden elektronisch zur Verfügung (§ 35 Abs. 1 Nr. 1 i. V. m. § 36 Abs. 1 StVG). Um dies zu erreichen dient § 29a Satz 2 StVZO in Ergänzung zu den bereits in § 29a Satz 1 StVZO i. V. m. § 34 Absatz 1 FZV erfassten Daten der umfassenden Umsetzung dieser genannten Vorschriften in nationales Recht. Er regelt zunächst die Möglichkeit zur Übermittlung weiterer Daten und legt deren verpflichtende Übermittlung in Übereinstimmung mit der Richtlinie 2014/45/EU zu einem späteren Zeitpunkt fest (s. Artikel 4). Der Umfang dieser weiteren Daten ist in § 34 Absatz 2 FZV geregelt. Änderung des ursprünglichen Verordnungsentwurfs durch den Bundesrat: Neufassung des § 29a. Begründung: Die Übermittlung der HU- bzw. SP-Daten bei verkehrsunsicheren Fahrzeugen an die Zulassungsbehörden hat bereits nach bisherigem Recht unverzüglich zu erfolgen. Da die Zulassungsbehörden bei Kenntnis der Verkehrsunsicherheit Maßnahmen nach § 5 Absatz 1 und 2 FZV zu veranlassen haben, wäre eine nach der Verordnung vorgesehene einheitliche Meldefrist an das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) von maximal zwei Wochen nicht zielführend. Es ist AUTO SERVICE PRAXIS 06/2017 daher eine differenzierte Frist vorzusehen. Dabei sind auch die HU- und SP-Daten – sofern sie keine verkehrsunsicheren Fahrzeuge betreffen – ohne schuldhaftes Zögern zu übermitteln. Die Zwei- Wochenfrist gibt insoweit nur einen maximal zulässigen Rahmen bei besonderen Umständen vor. Im Übrigen entspricht die im neuen Satz 3 aufgeführte Regelung weitestgehend einer entsprechenden Regelung in Nummer 8.3.1 der Anlage 3 des Entwurfs einer Verordnung über die regelmäßige technische Untersuchung von Fahrzeugen und bestimmter Fahrzeugeinrichtungen und zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften. Zu Artikel 3 Nummer 5 (Anlage VIII Nummer 2.3 StVZO) Die Frist für die nächste (erste) Hauptuntersuchung beginnt bei Fahrzeugen, die erstmals in den Verkehr kommen, mit der Zuteilung eines amtlichen Kennzeichens. Diese Frist beginnt jedoch nicht zu laufen, wenn es sich bei dem Kennzeichen um ein Kurzzeitkennzeichen handelt, das die Teilnahme am Straßenverkehr nur für 5 Tage zu Probe- und Überführungszwecken ermöglicht. Dies soll ausdrücklich klargestellt werden. Zu Artikel 3 Nummer 6 (Anlage IX StVZO) Die Darstellung der Prüfplakette wird an die Praxis angepasst. Zu Artikel 4 – Weitere Änderung der Straßenverkehrs- Zulassungs-Ordnung (§ 29a Satz 2 FZV – neu –) § 29a Satz 2 dient in der geänderten Form der verbindlichen Umsetzung von Art. 1 Nr. 3 der Richtlinie 2014/46/ EU (Art. 3 Abs. 4 Buchst. c der Richtlinie 1999/37/EG n. F.) in Verbindung mit der Richtlinie 2014/45/EU in nationales Recht. (...) Zu Artikel 8 – Bekanntmachungserlaubnis Angesichts der zahlreichen Änderungen seit Verkündung der FZV vom 03.02.2011 und der umfangreichen Überarbeitung in diesem Gesetz soll eine Neuverkündung die Rechtsanwendung erleichtern und Normtransparenz schaffen. Zu Artikel 9 – Inkrafttreten Die Frist für das Inkrafttreten berücksichtigt den Zeitraum, der erforderlich ist, um die nötigen Vorkehrungen für die Implementierung zu schaffen, insbesondere die Einrichtung des Verfahrens der internetbasierten Wiederzulassung in den jeweiligen Portalen und des Verfahrens zur Übermittlung der Ergebnisse der Untersuchungen nach § 29 Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung bei den Überwachungsinstitutionen und beim KBA. Für die Finanzierung der Felduntersuchungen des KBA in Artikel 6 Nummer 2 ist indes ein früheres, umgehendes Inkrafttreten unabdingbar. Durch die Umsetzungsfrist der Richtlinie 2014/45/EU ergibt sich für Artikel 2 und 4 ein späterer Termin für die verpflichtende Mitteilung der Überwachungsinstitutionen von weiteren Daten an das Zentrale Fahrzeugregister. (VkBl. 2017 S. 398) www.autoservicepraxis.de

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