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Mit freundlicher Empfehlung www.autoservicepraxis.de B43 385 D 10,90 EURO 02.2016 SPRINGER AUTOMOTIVE MEDIA CLASSIC CARS Impulse für das Geschäft mit Old- & Youngtimern LACKTRENDS Farbige Effektlacke auf dem Vormarsch VERMESSUNG Umfrage: Entwicklungen im Bereich Fahrwerkvermessung COACHING Erfolgreiche Unterstützung für Autodienst Schmid in Ulm TÜV SÜD-AKTUELL Was TÜV SÜD im Geschäftsbereich Consulting bietet Be a Hero! Tretet auch als Klasse an und holt den Pokal an eure Schule! Tolle Preise im Wert von 15.000 €! * Mach mit und werde Auto Service Meister 2016! Start am 18.03. 2016 * Geldpreise für die Heroes, Spezial-Werkzeug, Motorsport-Events, Schulungen und Werksführungen, … Jetzt anmelden und einsteigen! Alle Infos unter: www.autoservicemeister.de Eine Initiative von Unterstützt von www.autoservicepraxis.de

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Schnell und berührungslos Fahrwerkanalyse mit FWA 9000 Berührungslos und schnell vermessen. FWA 9000 bedeutet Achsvermessung ohne Referenztafeln oder Elektronik am Auto. Mit präzisen Werten durch Lasertechnologie und 4-Rad-Simultanvermessung. Bedienung einfach vom Fahrersitz mit automatischer Starterkennung. Achswerte stehen nach wenigen Sekunden bereit. www.fwa9000.com

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LEITARTIKEL Motivation ist alles gal in welcher Branche, ein Unternehmen ist immer nur so erfolgreich wie seine Mitarbeiter. Nehmen wir als Beispiel den Bereich Fahrwerkvermessung in der Werkstatt. Dieser kann eine große Ertragsstütze bedeuten, wenn er von allen Werkstattmitarbeitern entsprechend gelebt und auch umgesetzt wird. Inzwischen bieten viele Werkstattausrüster Systeme, die eine Schnellvermessung in wenigen Minuten ohne lange Rüstzeiten möglich machen. So kann eine präventive Vermessung beispielsweise als kostenloser Kundenservice schon in die Annahme integriert werden und für zusätzliche Aufträge sorgen. Wer ein solches System weiterhin „nur“ zur Fahrwerkeinstellung verwendet, wenn der Kunde bereits mit einem Problem in die Werkstatt kommt („das Fahrzeug zieht immer nach rechts“), bleibt unter den vorhandenen Möglichkeiten. Denn über die Hälfte der Fahrzeuge sind tatsächlich verstellt. Wer eine Schnellvermessung proaktiv anbietet und durchführt, am besten an jedem Fahrzeug, das die Werkstatt von innen sieht, nutzt so das Potenzial und versorgt den Betrieb mit zusätzlichen Aufträgen im Bereich Fahrwerkeinstellung. Ein weiterer Trend im Bereich Vermessung zeigt sich in der Kombination von Vermessungsgeräten mit Tools zur Einstellung von Fahrerassistenzsystemen. Denn die Anzahl von Fahrzeugen mit Fahrerassistenzsystemen steigt stetig. Nur konsequent, sich auch im Service darauf einzustellen. Doch nicht nur die Vernetzung des Fahrzeugs, auch die Werkstattausrüstung ist mehr und mehr vernetzt. So kommunizieren beispielsweise Diagnosetool, Reifenprofilmesser und Vermessungssystem miteinander und führen die Ergebnisse in kürzester Zeit zusammen. Nun wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen! Valeska Gehrke, Redakteurin www.autoservicepraxis.de Aktiv betrieben, bietet das Thema präventive Schnellvermessung viel Potenzial. AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016

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INHALT 12 Classic Cars Potenzial Old- und Youngtimer – worauf es bei Restauration, Reparatur & Co. ankommt. 38 Karosserievermessung Ohne starre Richtwinkel vermessen – das Unfallreparatursystem von Car-O-Liner 50 asp-Branchentreffen Auf dem Neujahrsempfang fand die Best Brands-Verleihung statt. TITEL 12 Emotionales Business Impulse für das Werkstattgeschäft mit Classic Cars 14 Messe-Vorschau Die Retro Classics – Europas größte Oldtimermesse 16 Experten-Tipps Lars Kammerer, TÜV SÜD: So geht Service für Oldtimer 18 Service und Wartung Passendes Werkzeug und notwendiges Fachwissen 22 Interview Andreas Zühlke, TAK, zum Servicegeschäft Youngtimer WEITERBILDUNG 24 Auto Service Meister 2016 Der Wissenswettbewerb für angehende Kfz-Meister AUTOMOBILTECHNIK 26 Lacktrends Farbige Effektlacke auf dem Vormarsch 28 Interview Michael Boe, BorgWarner, zur Relevanz des Aftermarket AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 32 Ersatzteilmarkt Erste Bilanz der Exklusivmarke Corexx von Carat 34 Qualitätssicherung Einblick: So hat Peugeot die Qualität des 308 verbessert 36 Produkte Neues aus den Bereichen Ersatzteile und Zubehör WERKSTATTTECHNIK 38 Karosserievermessung Unfallreparatursystem von Car-O-Liner 40 Fahrwerkvermessung Aktuelle Systeme und Branchen-Trends 44 Interview Rolf Lapp, Hunter, über die Schnellvermessung 45 Produkte Neues aus den Bereichen Diagnose, Hebetechnik & Co. BETRIEBSPRAXIS 48 Coaching Große Wirkung bei Autodienst Schmid in Ulm 50 asp-Neujahrsempfang Branchen-Auftakt auf dem Nockherberg in München 52 Best Brands 2016 Die Gewinner der asp/ AUTOHAUS-Umfrage 2016 54 Recht Geänderte Kfz- Reparaturbedingungen 56 Interview Dietmar Neubauer, Vertriebsleiter Veedol 58 Mitarbeiteranweisung Korrekte Handhabung von Schmierstoffen im Betrieb RUBRIKEN 03 Leitartikel 06 Nachrichten 37 ASA-News 46 TÜV SÜD-Aktuell 58 Impressum Dieses Symbol verweist auf weitere Inhalte im asp ePaper oder auf autoservicepraxis.de § 29 AUTO SERVICE PRAXIS veröffentlicht regelmäßig sämtliche im Verkehrsblatt abgedruckten Mitteilungen des Bundesministers für Verkehr, soweit diese für § 29 StVZO relevant sind. AUTO SERVICE PRAXIS-Abonnenten verfügen damit über die im Sinne der AU-Anerkennungsrichtlinie erforderlichen Informationen und sind somit vom Bezug des ansonsten vorgeschriebenen Verkehrsblattes befreit. 46 Personalie Jürgen Wolz ist neuer Chief Operating Officer der TÜV SÜD Auto Service GmbH. www.autoservicepraxis.de

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www.volkswagen-nutzfahrzeuge.de Ihr Weg zum neuen Transporter war noch nie so günstig. Ein unschlagbares Angebot: Gewerbetreibende profitieren jetzt doppelt. Die 6. Generation des Transporter setzt neue Maßstäbe. Auch in seiner Preisklasse. Denn wenn Sie bis zum 29.02.2016 einen Transporter EcoProfi leasen oder kaufen, sparen Sie mit der Original- Prämie bis zu 4.400,– €. Bei allen anderen Transporter Modellen sparen Sie mit der Original- Prämie 2.000,– €. Natürlich gelten zusätzlich viele weitere Preisvorteile und Angebote wie zum Beispiel die EcoProfi-Modelle und Sonderkonditionen für Innungsmitglieder. Informieren Sie sich bei Ihrem Volkswagen Nutzfahrzeuge Partner oder auf www.volkswagen-nutzfahrzeuge.de. Der Transporter. Einer wie keiner. Jetzt scannen & mehr erfahren. Maximaler Nettopreisvorteil setzt sich zusammen aus: 2.000,– € Original-Prämie (gültig vom 04.01.2016 bis zum 29.02.2016) für den Transporter Kastenwagen, Kombi, Fahrgestell und Pritschenwagen sowie den Caravelle, jeweils mit kurzem und langem Radstand (mit Ausnahme des Transporter EcoProfi Kastenwagen, kurzer Radstand, mit 2,0-l-TDI- Motor mit 62 kW) und 2.400,– € Preisvorteil (gültig bis 31.03.2016) z. B. für den Transporter EcoProfi Kastenwagen, langer Radstand, mit 2,0-l-TDI-Motor mit 103 kW und mit 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe DSG. Für Großkunden steht die Original-Prämie in Einzelfällen gegebenenfalls nicht zur Verfügung. Ihr betreuender Volkswagen Nutzfahrzeuge Partner berät Sie hier gern hinsichtlich der Verfügbarkeit. 2 Aktion gültig bis zum 31.03.2016. Die Aktion ist in der Stückzahl begrenzt, bitte sprechen Sie Ihren Volkswagen Nutzfahrzeuge Partner an. Abbildung zeigt Sonderausstattung gegen Mehrpreis.

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NACHRICHTEN ONLINE-PLATTFORM Mobilität 2025 Continental hat mit der Webseite „www.2025AD.com“ eine öffentliche und unabhängige Dialogplattform im Internet zum Automatisierten Fahren gestartet. Experten und Verbraucher erhalten dort die Möglichkeit zum Austausch zu allen Aspekten der Mobilität der Zukunft. Dazu gibt es herstellerunabhängige Informationen, verständliche Grafiken und Fakten zum Thema. aj ■ Meistgeklickte Artikel im Januar 1. Opel Corsa und Adam: Fahrstabilität nicht gewährleistet 2. Landgericht Frankfurt: Fahrzeugdaten müssen zur Verfügung stehen 3. Mercedes Benz C-Klasse: Lenkkraftunterstützung kann ausfallen 4. BMW i3 und i8: Kleinere Rückrufe bei den Stromern 5. Abgastests: Durchsuchungen bei Renault Meldung verpasst? Mit dem kostenlosen Newsletter von asp wäre das nicht passiert. Abo unter www.autoservicepraxis.de/newsletter. Frage der Woche (25. bis 31. Januar) Das LG Frankfurt hat entschieden, dass der freie Teilehandel die Daten zur Fahrzeugund Ersatzteilidentifikation in elektronischer Form von den Herstellern zu bekommen hat. Erwarten Sie sich davon mehr Umsatz? ■ Ja, mit den relevanten Daten können wir als freie Werkstatt sicherlich mehr Reparaturen vornehmen: 50 % ■ Nein, der überwiegende Teil wird weiterhin der Fachwerkstatt vertrauen: 46 % ■ Keine Meinung: 4 % AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 Foto: Continental INTELLIGENTES GASPEDAL Klopfen zügelt Bleifuß Bosch hat mit dem „aktiven Fahrpedal“ eine technische Hilfe entwickelt, die den Fahrer zum Spritsparen animieren soll: Ein sanftes Klopfen des Gaspedals warnt bei zu starker Beschleunigung und zeigt, wann in den nächsthöheren Gang geschaltet werden sollte. Laut Bosch soll sich damit der Kraftstoffverbrauch um bis zu sieben Prozent senken lassen. Das Pedal kann den Fahrer auch warnen, wenn er sich beispielsweise zu schnell einer gefährlichen Kurve nähert. aj ■ EFFIZIENTER ANTRIEB 25 Prozent Sprit sparen Foto: TH Köln Die Wissenschaftler des Forschungsprojekts „DrEM Hybrid“ am Institut für Automatisierungstechnik an der TH Köln haben einen Plug-in-Hybrid mit Allradantrieb entwickelt, der rund ein Viertel weniger Sprit als ein vergleichbares Serienfahrzeug verbrauchen soll. Kernstück der neuen Antriebstopologie ist eine sogenannte „Doppelt rotierende Elektrische Maschine“ (DrEM), die zwischen Vorderachsdifferential und Verbrennungsmotor eingebunden ist. Durch sie kann der Verbrennungsmotor als Range Extender unabhängig von der Umdrehungsgeschwindigkeit der Räder bei jeder beliebigen Drehzahl betrieben werden und im effizientesten Bereich laufen. Die Wissenschaftler der Hochschule haben das Projekt zusammen mit den Unternehmen Meta-Motoren- und Energie-Technik sowie Centre for Concepts in Mechatronics (CCM) entwickelt. Als nächsten Schritt sollen die Simulationsergebnisse auf der Straße verifiziert werden. aj ■ www.autoservicepraxis.de Foto: Bosch

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WERKSTATTSYSTEME ATR verliert Werkstattpartner Nach Ausscheiden des Gesellschafters Wessels & Müller (WM) aus der Handelskooperation ATR will man dort mit den Werkstattsystemen AC Autocheck, Meisterhaft und Auto Partner weiter wachsen. Schwerpunkt soll künftig allerdings der Fokus auf die Qualität der Partnerbetriebe sein, erklärte Thomas Sülzle, Leiter Marketing Services der ATR. Derzeit verteilen sich noch 1.700 Betriebe auf die ATR- MARKENFUSION Neue Hebebühnen-Marke Hebebühnenhersteller Autop Maschinenbau GmbH aus dem westfälischen Rheine ist bereits seit 1996 Teil der dänischen Stenhøj-Gruppe. Damit die Marktposition der Gruppe weiter gestärkt wird, wachsen die beiden Marken jetzt unter dem Namen „AutopStenhøj“ zusammen. Die neue One-Brand-Strategie soll das Produktportfolio für alle Partner und Kunden weltweit transparenter machen. Der neue Markenname wird im Laufe des Sommers 2016 mit neuem Corporate Design eingeführt. Stenhøj aus dem dänischen Barrit produziert seit Generationen Fahrzeug- Hebebühnen, Kompressoren und Hydraulikpressen. Autop wurde 1949 gegründet und produziert innovative Unterflur-Hebebühnen. Beide Unternehmen sind marktführend innerhalb der beiden Geschäftsbereiche Unterflur und Überflur und mit Partnern in über 50 Ländern weltweit vertreten. aj ■ TÜV SÜD Größte Übernahme der Unternehmensgeschichte TÜV SÜD hält zukünftig 100 Prozent der Anteile der spanischen ATISAE-Gruppe. Mit mehr als 1.300 Mitarbeitern und einem Umsatz von über 80 Millionen Euro handelt es sich um die größte Übernahme in der 150-jährigen Geschichte des internationalen Prüf- und Zertifizierungsdienstleisters. ATISAE zählt zu den führenden Anbietern von Prüfdienstleistungen auf der iberischen Halbinsel, besonders bei Prüfungen und Zertifizierungen im Industriebereich sowie Hauptuntersuchungen von Kraftfahrzeugen. „Durch die Übernahme von ATISAE können wir unser Spanien-Ge- Foto: TÜV SÜD Foto: Autop Maschinenbau Foto: Fotolia/David Franklin, Anbieter (Logos), WM Systeme. Nach Ausscheiden von WM haben sich viele der von WM betreuten Betriebe für einen Wechsel entschieden. Der Grund: Wer bei ATR bleibt, muss sich auf einen anderen Teilelieferanten einstellen. Von 270 AC Autocheck-Partnern, die von WM betreut wurden, haben sich fast 200 zu einem Wechsel des Systems entschieden. Von 215 Meisterhaft-Betrieben gaben 163 das Meisterhaft-Logo ab. diwi ■ schäft und unsere Position in Westeuropa nachhaltig stärken“, sagt Professor Axel Stepken, Vorsitzender des Vorstands der TÜV SÜD AG (links im Bild). Spanien sei das zweitgrößte EU-Herstellerland für Kraftfahrzeuge, habe das längste Autobahnnetz in Europa und stehe weltweit an vierter Stelle bei der installierten Kapazität von Windenergieanlagen. Mit ihrem breiten Leistungsangebot sei die ATISAE- Gruppe in vielen Branchen tätig und füge sich damit hervorragend in den TÜV SÜD-Konzern ein. „Das breit aufgestellte Geschäft von ATISAE und die Präsenz in der Fläche bieten eine hervorragende Basis, um weitere Leistungen des TÜV SÜD-Konzerns in Spanien auszurollen“, freut sich Dr. Bertolt Gärtner, CEO der ATISAE-Gruppe (rechts im Bild). Der TÜV SÜD-Konzern beschäftigt nach dem Erwerb des Prüfdienstleisters ATISAE weltweit rund 24.000 Mitarbeiter, von denen mehr als die Hälfte außerhalb Deutschlands tätig ist. aj ■ www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 7

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NACHRICHTEN AKTUELLE RÜCKRUFE (TAGESAKTUELL: WWW.AUTOSERVICEPRAXIS.DE/RUECKRUFE) Marke Modell Produktionszeitraum Gründe/Maßnahmen Fahrzeuge (D) interner Code Vollzug erkennbar an BMW i3 2015 Durch mangelhafte Antriebselektronik kann erhöhtes Rekuperations-Moment entstehen/Kriti- keine Angabe keine Angabe keine Angabe sche Fahrsituation durch Übersteuern möglich/ Antriebselektronik muss korrekt kalibriert werden. i8 2015 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben i8 2015 Fertigungsfehler kann zum Ausfall des dynamischen Stabilitäts-Control-Systems (DSC) führen/ 3 siehe oben siehe oben Fahrzeugstabilisierung in kritischen Situationen kann negativ beeinflusst werden/Hydraulikmodul wird überprüft und ggf. ersetzt. Chrysler 300 2007 bis 2008 Elektronisches Zündschlossmodul (WIN, Wireless Ignition Node) bleibt möglicherweise zwischen den Stellungen „START“ und „RUN“ hängen/Zündschalter kann versehentlich in die Stellung „OFF“ oder „ACCESSORY“ zurückfedern, was zum Ausfall bestimmter elektronischer Funktionen bzw. zum Verlust der Motorleistung, nachlassender Unterstützung der Servolenkung und ggf. Bremskraftverstärker führt/WIN-Modul und Fobiks müssen ausgetauscht werden. keine Angabe P57 keine Angabe Dodge Charger (LD) August 2011 bis 5. Juni 2014 Fiat RAM 1500 Pickup (DS) RAM 1500 Pickup (DX) RAM 2500 Pickup (DJ) RAM 3500 Cab Chassis (DD) RAM 3500 Pickup (D2) RAM 5500 Cab Chassis (DP) RAM Pickup (D2/ DJ/DS/DX) MDH 120808 RAM Pickup (DS) MDH 012611 Professional Ducato M.Y. (Modell 290, alle Ausführungen) Software des Steuergeräts für Insassen-Rückhaltesystem kann überempfindliche Kalibrierungen für den Seitenprall aufweisen/Möglich wird so eine versehentliche Auslösung des aufblasbaren Kopfteils des Seitenairbags (SABIC), des Sitzairbags und/oder des Gurtstraffers/ORC-Modul muss mit einer neuen Software programmiert werden. 87 keine Angabe keine Angabe 2012 bis 2014 Aufscheuern des Lenkradkabelsatzes durch die Enden der Haltefedern des Fahrerairbag-Moduls möglich/Folge kann ein Kurzschluss und/oder ein unbeabsichtigtes Auslösen des Fahrerairbags sein/Lenkradkabelsatz muss geprüft und bei Bedarf neu verlegt und befestigt werden. Zudem werden Schutzkappen auf den Enden der Airbagmodul-Haltefedern angebracht. keine Angabe R36 keine Angabe siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben 2013 bis 8. Dezember 2014 2013 bis 26. Januar 2015 Software des Steuergeräts für Insassen-Rückhaltesystem kann überempfindliche Kalibrierungen für den Seitenprall aufweisen/Möglich wird so eine versehentliche Auslösung des aufblasbaren Kopfteils des Seitenairbags (SABIC), des Sitzairbags und/oder des Gurtstraffers/ORC-Modul muss mit einer neuen Software programmiert werden. siehe oben keine Angabe siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben 2015 Mögliche Nichtkonformität des Zündschalters vorhanden/Wackelkontakte, Ausschaltung der Armaturenbrettbeleuchtung und einer möglichen Deaktivierung anderer elektronischer Systeme wie beispielsweise ABS und Airbags können auftreten/Zündschalter muss ausgetauscht werden. 31.060 keine Angabe keine Angabe AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 www.autoservicepraxis.de

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Honda AKTUELLE RÜCKRUFE (TAGESAKTUELL: WWW.AUTOSERVICEPRAXIS.DE/RUECKRUFE) Marke Modell Produktionszeitraum Accord (Nato- Fahrzeug) Civic (Nato-Fahrzeug) Element (Nato- Fahrzeug) MDX (Nato-Fahrzeug) Odyssey (Nato- Fahrzeug) Pilot YF1 (Nato- Fahrzeug) Pilot YF2 (Nato- Fahrzeug) Ridgeline YK1 (Nato-Fahrzeug) Gründe/Maßnahmen Fahrzeuge (D) interner Code Vollzug erkennbar an 2001 bis 2002 Überdruck im Zünder des Fahrerairbags möglich/ Kleine Metallpartikel können sich lösen und Fahrer bzw. Beifahrer verletzen/Austausch des Airbag-Inflators nötig. keine Angabe 5VZ bzw. 5VX Über das Serviceportal „Ma- RIS Pay&Go“ 2001 bis 2005 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben 2003 bis 2011 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben 2003 bis 2006 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben 2002 bis 2004 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben 2003 bis 2007 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben 2006 bis 2007 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben 2006 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Jeep Commander 2007 bis 2008 Elektronisches Zündschlossmodul (WIN, Wireless keine Angabe P57 keine Angabe Ignition Node) bleibt möglicherweise zwischen den Stellungen „START“ und „RUN“ hängen/Zündschalter kann versehentlich in die Stellung „OFF“ oder „ACCESSORY“ zurückfedern, was zum Ausfall bestimmter elektronischer Funktionen bzw. zum Verlust der Motorleistung, nachlassender Unterstützung der Servolenkung und ggf. Bremskraftverstärker führt/WIN-Modul und Fobiks müssen ausgetauscht werden. Grand Cherokee siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Kawasaki W800 EJ800AB/ AC/AD/AE/AF/ 2011 bis 2016 Kabel kann am Rand des Tanks reiben und Kurzschluss verursachen, Ansaugstutzen kann wegen unzureichender Hitzeresistenz aushärten und einreißen/Kurzschluss möglich, Motor kann instabil laufen und ausgehen/Kabelstrang muss geprüft und ggf. repariert werden. Zudem werden ein zusätzlicher Schutz angebracht und die Kabel neu verlegt. Austausch der Ansaugstutzen gegen hitzebeständigere. Mercedes-Benz C-Klasse 4Matic 2013 bis 2014 Zugewiesene Speicherkapazität der Elektrolenkungssoftware könnte zu gering ausgelegt sein/Deaktivierung der elektronischen Lenkkraftunterstützung möglich/Speicherkapazität muss erhöht werden. E-Klasse 2015 Reversierhilfe der aktiven Motorhaube kann aufgrund eines Montagefehlers fehlen/Im Falle eines Frontalcrashs mit Auslösung der aktiven Motorhaube könne diese in die Frontscheibe geschoben werden/Einbau einer Reversierhilfe notwendig. Volvo XC90 mit dritter Sitzreihe 27.01.2015 bis 10.07.2015 VW Caddy Mai 2012 bis Januar 2013 Hohlraum an der Rückseite der Innenbleche der D-Säule/Kopf- bzw. Schulterairbag kann sich ggf. nicht richtig entfalten. Masseverschraubung für das Bordnetzsteuergerät im Schwellerbereich nicht ordnungsgemäß durchgeführt/Relais für Zündung, Starterzeugung und Startvorgang kann ohne Eingriffsmöglichkeit ungewollt angesteuert werden, evtl. Fehlereinträge und Selbststarten des Motors möglich/Anzugsdrehmoment der Masseverschraubung muss kontrolliert und ggf. nachgezogen werden. 2.000 DAG 26 Angebrachter Kunststoffschutz ist als solcher erkennbar dient als Reparaturnachweis. keine Angabe keine Angabe keine Angabe siehe oben siehe oben siehe oben keine Angabe keine Angabe keine Angabe 20.800 keine Angabe keine Angabe www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 9

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NACHRICHTEN DAT-REPORT 2016 Zufriedene Werkstattkunden Die gute Nachricht gleich vorweg: Laut dem aktuellen DAT-Report, der kürzlich in Berlin vorgestellt wurde, haben die Service betriebe 2015 gute Arbeit geleistet. Und das honorieren die Autofahrer mit einer Stammkundenquote von satten 81 Prozent sowie mit der Durchschnittsnote 1,6. Die Top-Five im Kundenurteil: Terminvereinbarung (Note 1,4), Höflichkeit des Personals (1,4), Genauigkeit der Rechnungsaufstellung (1,5), Einhaltung des Kostenvoranschlags (1,5) und Sach- und Fachkenntnisse des Personals (1,5). Luft nach oben gibt es noch bei dem Gesamteindruck des Betriebs (1,8), der Preiswürdigkeit der ausgeführten Arbeiten (1,9) und der Lage des Betriebs (1,9). Für den Report befragten die Gfk- Marktforscher rund 4.000 Endverbraucher, darunter etwa 1.400 Neuwagenkäufer, 1.300 Gebrauchtwagenkäufer und 1.200 Pkw-Halter. Letztere wurden unter anderem hinsichtlich ihres Reparatur- und Wartungsverhaltens interviewt. Ein Wermutstropfen: „Weiterhin gibt es bei der Vergabe von Werkstattaufträgen durch Endverbraucher einen Negativtrend“, heißt es im DAT-Report 2016. Bei allen Wartungsarbeiten sei 2015 ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen gewesen, die Verschleiß- und Unfallreparaturen hätten trotz leicht gestiegenem Pkw-Bestand abgenommen. Bei den Wartungsarbeiten konnten freie Betriebe und Markenwerkstätten ihren Marktanteil konservieren. Bei Reparatur- und Unfallarbeiten mussten Letztere allerdings Federn lassen – ein Minus von vier respektive drei Prozentpunkten weist der Report aus. 52 Prozent aller Arbeiten erledigten Markenbetriebe, 33 Prozent freie Werkstätten und sechs Prozent Systemanbieter-Betriebe. pn ■ WARTUNGS-, REPARATUR- UND UNFALLARBEITEN Wartungsarbeiten Reparaturarbeiten Unfallarbeiten Markenwerkstatt 60 % 40 % 50 % Freie Werkstatt 35 % 47 % 42 % Do-it-yourself 5 % 12 % 7 % keine Angabe 0 % 1 % 1 % Basis: Arbeiten wurden durchgeführt; Angaben in Prozent Quelle: DAT Foto: Fotolia/Dezay FAHRZEUGDATEN Gericht gibt freiem Teilehandel recht Einen wichtigen Teilerfolg hat der freie Teilehandel in seinem Bemühen erzielt, vollständigen Zugang zu Reparatur- und Fahrzeugdaten von den Fahrzeugherstellern zu erhalten. Das Landgericht Frankfurt gab erstinstanzlich einer Klage des Gesamtverband Autoteile-Handel (GVA) gegen den Autobauer Kia statt und entschied, dass Fahrzeughersteller verpflichtet sind, unabhängigen Marktteilnehmern die Daten zur Fahrzeug- und Ersatzteilidentifikation in elektronischer Form zur unmittelbaren elektronischen Weiterverarbeitung zur Verfügung zu stellen. AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 „Das Urteil hat weitreichende Konsequenzen und Signalwirkung für den gesamten europäischen Kfz-Ersatzteilmarkt“, sagte GVA-Sprecher Alexander Vorbau. Laut europäischer Euro 5/6-Verordnungen für Pkw bzw. der Euro VI-Verordnung für Nkw sind Hersteller zwar verpflichtet, Teileherstellern, Teilehändlern sowie anderen unabhängigen Marktteilnehmern Daten zur Teileidentifikation zur Verfügung zu stellen. Strittig ist zwischen einigen Fahrzeugherstellern und dem freien Teilehandel, in welcher Form die Überlassung der Daten erfolgen müsse. „Es nützt uns nichts, wenn wir einen Stapel Papier vom Hersteller erhalten“, erklärte der GVA-Sprecher. Der Verband ist der Meinung, dass die Daten in elektronischer Form zur Verfügung stehen müssen. Fahrzeughersteller ordnen aufgrund gesetzlicher Pflichten jedem Fahrzeug beim Bau eine Fahrzeugidentifikationsnummer (VIN) zu und hinterlegen in ihren Systemen Informationen über die in genau diesem Fahrzeug verbauten Teile. Im Ersatzteilgeschäft sind die Fahrzeughersteller so in der Lage, benötigte Ersatzteile einem Fahrzeug eindeutig zuzuordnen. Der Verband bemängelt, dass Dritte bislang zumeist keinen Zugriff auf das Wissen des Fahrzeugherstellers hätten, welches Fahrzeug mit welcher spezifischen Konfiguration sich hinter der fortlaufenden Nummer in der VIN verbirgt. Das hindere etwa den freien Teilehandel daran, den Werkstätten markenübergreifende Kataloge auf Basis einer eindeutigen, VIN-basierten Ersatzteilidentifikation anzubieten. In Teile katalogen erfolgt die Identifizierung daher anhand generischer Merkmale und nicht anhand der VIN. diwi ■ www.autoservicepraxis.de

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DAS SUPERTOOL für die Praxis rund um Werkstatt und Service asp-Magazin Werkstattinfos, Reportagen und Praxisbeispiele iele für Ihr Geschäft asp-App mobil immer bestens informiert: News, Heftarchiv, ePaper und mehr Digitales Heftarchiv alle Artikel der letzten 9 Jahre ePaper für den digitalen italen asp-Nutzer: digital.autoservicepraxis.de Newsletter alles Wichtige tagesaktuell Rückruf- Datenbank alle Infos auf einem Blick Weiter lesen Extra-Hefte wie „Räder & Reifen“ und „Freier Teilemarkt“ asp informiert Sie praxisnah und tages aktuell über alles, was der Werkstattprofi braucht. www.autoservicepraxis.de ist eine Marke von:

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TITEL CLASSIC CARS Emotionales Business Die Restauration, Instandsetzung, Reparatur und Pflege von Old- und Youngtimern stellt Unternehmer vor Herausforderungen. Interessante Impulse für dieses spannende Geschäftsfeld. enn man im Autohaus Kunzmann in Aschaffenburg einen Blick in die Werkstatt wirft, dann wird sofort klar, was ein professionell betriebenes „Classic Center“ bewirken kann: An etwa 15 Prozent aller Arbeitsplätze wird an Youngtimern gearbeitet. Classic-Freunden, speziell Anhängern der Youngtimer – also Fahrzeuge, die etwa 20 bis 30 Zulassungsjahre laut Kfz-Schein aufweisen – geht das Herz auf: W123 (feiert gerade den 40. Geburtstag), W116, W108/109, die „Heckflosse“ und andere Zeitzeugen der vergangenen Automobilbaukunst werden hier fachmännisch instandgesetzt und aufbereitet. Während man dem aktuellen Aftersales- Geschäft, nach „AW-Werten“ gemessen, einen eher rückläufigen Trend bescheinigt, sieht Werner Gossmann, exzellenter Kenner des Aftersales-Marktes und bei den Kunden des Autohauses Kunzmann bestens anerkannter Betreuer des Classic- Geschäftes, einen steigenden Markt. Das betrifft nicht unbedingt nur die Restaurierung der Oldtimer, dessen Marktvolumen endlich ist. Konnte man früher gut erhaltene Exemplare noch im Inland oder bei den europäischen Nachbarn finden, so ist es heute keine Ausnahme, dass begehrte Exemplare auch aus den USA oder Japan eingeführt werden. Diese hauptsächlich von Sammlern angeschafften Fahrzeuge dienen sowohl zur Vervollständigung von Samm- VORTEIL OLDTIMER Nicht nur, dass Oldtimer einen erheblich höheren Wert als Youngtimer besitzen, sie haben noch weitere Vorteile: ■ Niedrige pauschale Kfz-Steuer (191,73 Euro p.a.) ■ Günstige Oldtimer-Versicherung ■ Freie Fahrt in die Umweltzonen mit dem H-Kennzeichen lungen als auch als Wertanlage, Insider bezeichnen es als „Garagen-Gold“! Für Werkstätten, die sich bei Restaurierung und Instandsetzung profilieren wollen, ist ein tiefgreifendes Fachwissen erforderlich. Geht es doch darum, die Fahrzeuge in einen kompromisslosen Originalzustand zu bringen und diesen dauerhaft zu sichern. Nur so kann man den Wert erhalten oder sogar steigern. Für Werkstätten ist dazu ein ausgeprägtes Netzwerk einerseits zur Teilebeschaffung und andererseits zu Handwerkern, für die Karosserie-Spezialarbeiten, Teilenachfertigungen, Speziallackierungen, Blecharbeiten auf Holzrahmen mit Niedrigtemperatur schweißen und Aufpolsterungen keine böhmischen Dörfer sind, unerlässlich. Viele Oldtimer-Clubs bieten sehr gute Beschaffungsstrukturen, einschlägige Fachzeitschriften wie „Oldtimer Markt“ oder „Motor Klassik“ und das Internet schaffen Transparenz und letztlich küm- Foto: Jörg Schwieder/Franz Sußbauer AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 www.autoservicepraxis.de

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BEGRIFFSDEFINITIONEN Oldtimer sind Fahrzeuge ab 30 Jahre nach Erstzulassung, die mit einem „H-Kennzeichen“ gefahren werden dürfen. Diese Automobile dienen in der Regel nicht als Gebrauchtfahrzeuge, sondern eher zu repräsentativen, spekulativen oder ideellen Zwecken. Als Youngtimer kann man Fahrzeuge bezeichnen, die bereits 20 bis 30 Zulassungsjahre aufweisen. Viele davon werden noch gefahren und auf dem Weg zum „Oldtimer“ hin gepflegt und erhalten. KBA-BESTANDSZAHLEN Youngtimer 6.423.813 Oldtimer 649.151 Durchschnittlicher Serviceumsatz p. a./Fahrzeug: 4.000 Euro Quelle: BBE Automotive Studie „Wirtschaftsfaktor Old- und Youngtimer“ mern sich zunehmend die Hersteller, allen voran Mercedes und Porsche, um dieses Klientel. Wachsender Markt bei Youngtimern Etwas anders ist die Situation bei den Youngtimern, also bei Automobilen der jüngeren Vergangenheit. Hier kann man getrost einen wachsenden Markt prognostizieren. Youngtimer kommen in Mode und derartige Fahrzeuge werden durchaus noch regelmäßig gefahren. Traditionell hat Mercedes in diesem Bereich auch die meisten Interessenten und Zulassungen. Doch gleich danach folgt der VW-Käfer, von dem ja noch viele Fahrzeuge zugelassen beziehungsweise am Markt angeboten werden. Hier sind auch noch sogenannte „Scheunenfunde“ idealerweise mit „Brezelfenster“ möglich. Natürlich gilt großes Interesse auch den Sportwagen von Porsche, zunehmendes Interesse erfährt Audi, erwähnt seien auch Nischen wie Volvo, Saab oder der legendäre 2CV von Citroën. Freude am Detail Wer sich mit dem Service für klassische Fahrzeuge befassen will, benötigt natürlich das absolute Know-how. Die Szene ist bestens vernetzt und Positives – wie Negatives – spricht sich schnell herum. Die Weiterempfehlung ist ein wesentliches Instrument der Kundengewinnung. Der Markt mit den Sammlerausstellungen, Teilebörsen, Clubtreffen oder Rallyes bietet eine sehr scharf umrissene Zielgruppe, die man mit Serviceangeboten treffgenau ansprechen kann. Das Internet ist die ideale Plattform für fachliche Kontakte und den Erfahrungsaustausch. Ein möglicher „Classic-Service-Geschäftsaufbau“ kann auch durch den direkten Verkauf oder Vermittlung von Youngoder Oldtimern geschehen oder damit ergänzt werden. Speziell Sammler schätzen bei Suche und Kauf von neuen Objekten die fachkundige Beratung und Begleitung des Servicebetriebes. So ergeben sich daraus weitere anschließende Servicegeschäfte zur Restaurierung und Instandsetzung – später dann zur Pflege und zum Werterhalt. Professionelle Classic-Serviceanbieter haben für ihre Kunden immer gute Empfehlungen für einen Neuerwerb zur Hand. Leidenschaft pflegen In diesem diffizilen Geschäft gilt es Kompetenz zu beweisen, Vertrauen zu gewinnen und einen kompletten Rundumservice anzubieten. Man hat es hier mit Kunden zu tun, die mit Leidenschaft an diesen Fahrzeugen hängen, die ein Serviceerlebnis wünschen und den persönlichen Kontakt zum Monteur schätzen. Idealerweise hat man Mitarbeiter in diesem Metier, die früher noch an den Youngtimern im normalen Werkstattbetrieb gearbeitet haben und so die absolute Fachkompetenz besitzen – und wer das Classic-Geschäft wirklich pflegen will, tut gut daran, dieses Fachwissen auf junge Mitarbeiter zu übertragen. Herausforderung Teilebeschaffung Einige Hersteller bieten für Old- und Youngtimer ein gut sortiertes Teileangebot. Je nach Fahrzeugmarke und -typ kann es natürlich auch zu Angebots- engpässen kommen. Dazu gibt es Spezialisten, die zum Beispiel mit originalgetreuen Nachbauten Lösungen anbieten. Größtes Sammelbecken für entsprechende Teile ist der Gebrauchtteilemarkt, der via Internet gut organisiert ist. Ebenso bieten Fachmessen und Ausstellungen ein breites Angebot. Wer Rat sucht, ist auch bei den Oldtimer-Clubs gut aufgehoben. Aber ein Thema steht im Teiledienst immer an erster Stelle: Die absolute Originalität, das gilt auch für Zubehör. Spezielle Anforderungen der Kunden Klar ist, dass die emotionale Bindung des Kunden an seinem Old- oder Youngtimer wesentlich ausgeprägter als gegenüber dem Alltagsauto ist. Er vertraut sein „Schätzchen“ nicht jeder Werkstatt an, häufig steht am Anfang ein Sondierungsgespräch, ob man zueinander passt. Der Preis der Werkstatt steht dabei nicht unbedingt an erster Stelle. Im Besonderen erwartet der Kunde: ■ schonenden Umgang mit dem Fahrzeug ■ absolute Fachkompetenz des Betriebes und derer, die „Hand anlegen“ ■ Möglichkeit zum umfassenden Dialog zwischen Werkstatt und Auftraggeber ■ Möglichkeit bei Instandsetzungen und Reparaturen mit dabei zu sein ■ Dokumentation der Reparaturen, Protokolle, Fotos, Berichte, detaillierte Rechnungen ■ Ausführung aller notwendigen Arbeiten aus einer Hand ■ und natürlich die persönliche Auslieferung nach Werkstattaufenthalt. Ferner schafft die Zertifizierung als „Oldtimer-Fachbetrieb“ oder zum „Fachbetrieb für historische Fahrzeuge“ durch die Kfz-Innung ein positives Image. Werner Gossmann, Erwin Wagner ■ ANFORDERUNGEN AN EINEN CLASSIC-SERVICE-BETRIEB ■ Qualifiziertes, speziell auf die Zielgruppe eingestimmtes Personal in der Werkstatt und im Teiledienst. ■ Beschaffung und Vorhalten von Fachliteratur, Teilekatalogen, Reparaturanleitungen und dergleichen mehr. ■ Messebesuche, ständige Information via Newsletter und Besuch von Spezialseminaren sind unerlässlich. ■ Auf die Fahrzeuge abgestimmte Werkstatteinrichtung, Spezialwerkzeuge, Test- und Einstellgeräte sind selbstverständlich. ■ Anbieten des gesamten Spektrums aus einer Hand: Von der Reparatur bis zu Verdeck- und Polsterarbeiten wird von den Kunden alles erwartet. ■ Zertifizierung als „Oldtimer-Fachbetrieb“ (z. B. TÜV SÜD) schafft positives Image. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 13

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TITEL RETRO CLASSICS Von wegen alte Gurken Vom 17. bis 20. März wird Europas größte Oldtimermesse wieder Liebhaber und Sammler klassischer Automobile nach Stuttgart locken. Das Programm für die Besucher ist vielversprechend. Fotos: Retro Messen GmbH KURZFASSUNG Die Messe Retro Classics in Stuttgart zeigt in acht Hallen und auf dem Freigelände alles rund ums klassische Automobil. Im letzten Jahr waren mehr als 3000 Oldtimer zu sehen. Auch zu den Themen Service und Ersatzteile gibt es viele Aussteller. uch in diesem Jahr erwarten die Veranstalter wieder mehr als 90.000 Besucher aus aller Welt, die auf 125.000 Quadratmetern alles finden, was das Herz von Oldtimer-Fans höher schlagen lässt. Neben den Ausstellungsstücken auf den Ständen bietet die Messe wieder außergewöhnliche Sonderschauen. Sehenswert ist sicher die Präsentation von historischen Fahrzeugen der deutschen Marke „Veritas“. Deren Geschichte ist bewegt: Ernst Loof, vor dem Krieg als Rennleiter bei BMW tätig, schloss sich mit dem vormaligen kaufmännischen Leiter des BMW-Werks Allach, Lorenz Dietrich, dem Rennfahrer und BMW-Mitarbeiter Georg „Schorsch“ Meier und dem früheren Sechstage-Radrennfahrer Werner Miethe zusammen. Die von ihnen gegründete Veritas-Arbeitsgemeinschaft für AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 RETRO CLASSICS Wann: 17.-20. März Wo: Messe Stuttgart Öffnungszeiten: Preview: Donnerstag 11:00 - 19:00 Uhr Freitag-Sonntag 9:00 - 18:00 Uhr Eintrittspreise: Tageskarte 18,- Euro (ermäßigt 13,- Euro) Dauerkarte 33,- Euro In acht Hallen finden Besucher ein breites Angebot zu Oldtimern, Youngtimern, Neo Classics, Restauration, Ersatzteile und Zubehör. Besonders interessant: In Halle 3 stellen Werkstattausstatter und Restauratoren aus. In Halle 9 versammeln sich die Teilehändler und bieten Zubehör und Originalteile für Oldtimer auf 10.500 Quadratmetern. www.autoservicepraxis.de

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Fundgrube für historische Autoteile: In Halle 9 stellen die Teilehändler aus. Sport- und Rennwagenbau nahm im März 1947 den Betrieb auf. Der Firmenname entstand spontan bei der Verhandlung mit der damals französischen Besatzung. Ihren ersten großen und öffentlich angekündigten Auftritt hatte die neue Marke beim Rennen auf dem Hockenheimring im Jahre 1948. Das Rennen endete mit Siegen in der Klasse der Sportwagen bis 2 Liter und von Meier in der Kategorie für formelfreie Rennwagen. Nach weiteren Erfolgen entwickelte sich ‚Veritas’ schnell zur dominierenden Marke bei deutschen Rennveranstaltungen der frühen Nachkriegszeit. Veritas-Rennwagen waren während der 1950er-Jahre auf allen Rennstrecken Europas und darüber hinaus vertreten. Um auch zahlungskräftige Kunden anzusprechen, die nicht an Renneinsätzen interessiert waren, wurde vom Modell RS ein in der Leistung etwas gedrosseltes, für den Alltagsverkehr geeignetes Coupé abgeleitet. Das unter der Bezeichnung Comet angebotene Modell war zu seiner Zeit das teuerste deutsche Serienautomobil. Allerdings wurden lediglich etwa acht Stück hergestellt. Sonderschauen mit vielen Raritäten Nicht weniger interessant dürfte die Präsentation des Louwman Museums sein, dessen Geschichte bereits 1934 begann. Seitdem kamen rund 230 antike und klassische Automobile dazu. Die Sammlung, die von zwei Generationen der Familie Louwman zusammengetragen wurde, umfasst die schönsten Sport- und Rennautos der Welt, Fahrzeuge berühmter Persönlichkeiten sowie die Filmstars unter den Fahrzeugen wie das Taxi aus dem Film „Der Pate“ und der Aston Martin aus den James-Bond-Filmen „Goldfinger“ und „Feuerball“. Eine Auswahl der Automobile wird im Rahmen einer Sonderschau in Stuttgart zu bewundern sein. www.autoservicepraxis.de In ihrem natürlichen Element: Auch auf dem Freigelände werden Fahrzeuge präsentiert. Als besonderes Highlight gilt die Sonderschau zur historischen Rennsport-Marke Veritas. Zum ersten Mal wird in diesem Jahr eine Live-Auktion von Classicbid stattfinden. Alle Besucher können live vor Ort mitbieten. Classicbid ist ein Geschäftsbereich der Auktion & Markt AG, die seit vielen Jahren im Automobilgeschäft tätig ist. Mit ihrer Marke Autobid.de werden wöchentlich bis zu 4.000 Fahrzeuge an Kfz-Händler versteigert. Die Auktion im Rahmen der Retro Classics findet am 18. März 2016 am späten Nachmittag am Messestand von Classicbid statt. Auf rund 1.000 Quadratmetern werden die Auktionsfahrzeuge während der Messe präsentiert. Händler und Besucher können vor Ort mitbieten oder vorab ein schriftliches Gebot abgeben. Als kompetenter Ansprechpartner im Classic-Segment präsentiert sich TÜV SÜD ClassiC mit einem eigenen Stand in Halle 1 der Messe. Schwerpunkt des Messeauftritts wird die Bewertung von Automobilen sein sowie die Erstellung von Wertgutachten für Oldtimer. Dietmar Winkler ■ Ihr Großhandelspartner für Reifen & Felgen Einfach. Online. Kostenfrei. 260 Reifengroßhändler, 50 Alufelgen-Marken 1 Sammelrechnung, 1 Ansprechpartner einziges TÜV SÜD zertifiziertes B2B-Portal in der Kfz-Branche keine Nutzungsgebühr, keine vertragliche Bindung ☎ 07122 / 825 93 -40 RSU GmbH · vertrieb@tyresystem.de

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TITEL EXPERTENTIPPS CLASSIC WERKSTATT Mit Leidenschaft und kühlem Kopf Der Einstieg in die Reparatur und Aufarbeitung von Old- und Youngtimern sollte überlegt und gut vorbereitet sein. TÜV SÜD-Experte Lars Kammerer gibt Tipps zur Umsetzung der strategischen Entscheidung. Foto: fotolia/auremar er „Classic Car Hype“ ebbt nicht ab. Zu sehen ist ein Marktwachstum, das in der vergangenen Dekade mit kontinuierlichen acht bis zehn Prozent jährlichem Wachstum gepunktet hat. Dazu kommt das rege Interesse der Öffentlichkeit. Über 310.000 Fahrzeuge haben in Deutschland bereits das begehrte H-Kennzeichen. Der Markt scheint nur KURZFASSUNG Nur wer die eigenen Möglichkeiten und das Potenzial seiner Mannschaft richtig einschätzen kann, wird im Bereich Classic Car erfolgreich bestehen. Die Randbedingungen für einen Einstieg sind in dem boomenden Markt weiterhin gut. AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 eine Richtung zu kennen. Er wächst und wächst und wächst. Auch Youngtimer werden immer beliebter. Die Volumenmodelle der 80er- und 90er-Jahre tragen ihren Teil dazu bei. Ein Ende des Hypes scheint nicht in Sicht zu sein. Diese Emotionen und das Potenzial kann das Kfz-Gewerbe für sich nutzen. Viele haben bereits erkannt: Mit Kompetenzen rund um Classic Cars kann man am Markt besonders glänzen. Das Umfeld ist derzeit noch positiv: niedrige Zinsen, allgemeines Oldtimer-Interesse der Bevölkerung, Klassiker sind „Hip“, der Sympathieträger Oldtimer scheint allgegenwärtig. Hersteller nehmen sich dem Thema an und viel Geld fließt in die Traditionsabteilungen der Automobilmarken. Der Markt ist reizvoll und erscheint auf den ersten Blick wie ein neues „Wirtschaftswunder“ für Werkstätten und Auto häuser. Soll man sich hier einbringen, oder ist das Geschäft rund um den Klassiker ein Renditegrab? Die korrekte Antwort lautet: Es kommt darauf an. Eine differenzierte Herangehensweise scheint wertvoll, oder frei nach Thomas Alva Edison: „Der Wert einer Idee liegt in ihrer Umsetzung.“ Betrachtung des Einzelfalls Handel, Reparatur, Service oder Restauration? Je nach Markenkompetenz, Standorten, Ressourcen, Marktgebiet und Situationen können hier die unterschiedlichsten Lösungen zum Tragen kommen. www.autoservicepraxis.de

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So kann es beispielsweise sinnvoll sein, sich auf den Fahrzeughandel oder den Service zu konzentrieren; möglich ist auch die Konzentration auf eine Marke oder sogar nur auf ein Modell. Das Personal ist einer der entscheidenden Faktoren: Ist Klassik-Kompetenz und -Wissen in meiner Werkstatt/Autohaus vorhanden? Wie sieht es mit der Ausbildung aus und habe ich die entsprechende „Leidenschaft“ in der Mannschaft, ohne die im Klassik-Geschäft nur wenig umzusetzen ist? Kundenversprechen einhalten Die Kundenstruktur und das Umfeld sind ebenfalls wichtige Indikatoren. Wie wirkt sich das Klassik-Engagement des Betriebes auf die Kundenwahrnehmung und -beziehung aus. Ändert sich die Auslastung in der Werkstatt? Habe ich den Teilehandel im Klassik-Geschäft im Griff und last but not least: Kann das Klassik Engagement eine Emotionalisierung der regionalen Werkstatt- oder Händlermarke („Local Hero“) bewirken und hier positive Effekte in Bezug auf Ab- und Umsatz bringen? Sind diese Fragen geklärt, sollte überprüft werden, ob die Versprechen, welche DAS „MAGISCHE DREIECK“ Marketing Thema Personal Werkzeug Arbeitsplatz Literatur Netzwerk Geschäftsmodell CHECKLISTE FÜR DEN CLASSIC CAR BETRIEB (AUSZUG) Kundenstamm/Potenzial in der Region/Youngtimer oder Oldtimer? PR & Marketing Kundenempfehlungen und Kundenpotenzial man den Kunden gibt, in der Realität auch eingehalten werden. Kann das „Fullfilment“ gegenüber den Klassik-Kunden gehalten werden? Beispielhaft sind in der Checkliste einige der Fragen aufgeführt. Eine systematisierte Herangehensweise kann hier vor Fehlentscheidungen bewahren. So zeigt das so genannte „Magische Dreieck“ von TÜV SÜD ClassiC systematisiert Möglichkeiten den Markt und das Beispiel Kann ein Mechatroniker einen alten Vergaser manuell einstellen? Benötige ich spezielles Werkzeug? Kann ich die Wartung in meiner normalen Werkstatt durchführen? Habe ich einen speziellen Platz für Klassiker? Bekomme ich überhaupt Fachliteratur zu den verschiedenen historischen Modellen? Habe ich Kontakte zu Gewerken, die ich nicht intern abdecken kann, z.B. Sattlerei? Prozesse & Abläufe: Benötige ich eine eigene Werkstatt, Showroom, Verkaufsraum? Wo liegt mein (regionaler) Schwerpunkt am Markt? Wie kann ich das Engagement zur Emotionalisierung meiner Händler- und/ oder Werkstattmarke nutzen? Habe ich genügend Potenzial bei meinen Bestandskunden, um ein entsprechendes Empfehlungsmarketing aufzubauen? Umfeld zu bewerten, noch bevor ein Engagement mit entsprechendem Investment ansteht. Diese Risikoeinschätzung beleuchtet alle wichtigen Faktoren und gibt Hilfestellung bei der Frage ob, und wie ein Geschäftsmodell „Classic Cars“ für eine Werkstatt oder ein Autohaus erfolgreich umgesetzt werden kann. Lars Kammerer ■ Mehr unter www.tuev-sued.de/oldtimer Quelle: TÜV SÜD ClassiC Quelle: TÜV SÜD ClassiC Netzwerk Potentiale Markt Kompetenz Erfolg Classic Cars Business Geschäftsmodell Qualifikation Rendite Personal Schlüssel zum Erfolg: Das magische Dreieck von TÜV SÜD ClassiC hilft bei der Risikobewertung vor einem Einstieg in den Classic-Markt. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 17

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TITEL WERKSTATTAUSRÜSTUNG CLASSIC CARS Höchste Qualität Die Ansprüche von Oldtimer-Besitzern an Wartung und Service ihrer Fahrzeuge sind sehr hoch. Wollen Werkstätten diesen gerecht werden, benötigen sie viel Fachwissen und eine gute Werkstattausrüstung. an sollte meinen, dass die Werkstatt-Ausrüstung einer Young- und Oldtimer-Werkstatt sich nicht wesentlich von der einer für moderne Fahrzeuge unterscheidet. „Doch weit gefehlt“, wie Peter Götzinger, Materialexperte aus Freising, weiß. „Es gibt deutliche Unterschiede, die der alten Technik geschuldet sind. Sie beginnen bereits bei den Handwerkzeugen, da im Old- & Youngtimer-Bereich die Handarbeit an den Fahrzeugen überwiegt.“ So sind für ein qualitativ hochwertiges Reparatur- und Restaurierungsergebnis hochwertige Handwerkzeuge eine wichtige Grundvoraussetzung. Bei ihrer Anschaffung ist deshalb stets auf beste Qualität und Passgenauigkeit zu achten. Maßgeblich für ihre Anschaffung ist auch, dass eine klare Vorstellung davon besteht, für AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 Um Schäden an der Karosserie zu vermeiden, müssen die Aufnahmen von Hebebühnen flexibel angepasst werden. welche Fahrzeuge die Werkzeuge hauptsächlich benötigt werden. Da die Verschraubungen der meisten klassischen europäischen Fahrzeuge sich bereits in der Vergangenheit an den noch heute gültigen DIN-Normen für metrische Maße orientierten, sind hier metrische Werkzeuge meist völlig ausreichend. Dennoch kann es Abweichungen geben. Sie betreffen vor allem die Häufigkeit der Schlüsselweiten. „Sind heute 8-, 10-, 13-, 16-, 17- und 21-Schlüssel sehr verbreitet, wurden bei Oldtimern auch gerne 7-, 14-, 15- oder 20-Weiten verwendet“, sagt Peter Götzinger. „Doch auch hiervon wich man damals im Fahrzeugbau teilweise erheblich ab, vor allem bei Passschrauben. So sind bei Oldtimern oft Zusatzgeschäfte lassen sich über oldtimerspezifische Ersatzteile und Betriebsstoffe leicht generieren. Fotos: Facom. Marcel Schoch, Castrol Vierkantschrauben und -muttern verbaut. Da nutzt dann auch ein hochwertiger Sechskant-Steckschlüsseleinsatz nichts.“ Darüber hinaus gibt es Ausnahmen bei englischen oder amerikanischen Oldoder Youngtimern. Sie wurden damals bevorzugt mit zölligen Verschraubungen ausgerüstet. Wer hier unsicher ist, welche Schlüssel für die jeweiligen Klassiker benötigt werden, kann sich entweder an die Servicemitarbeiter der Werkzeughersteller wenden oder man versucht die Größen und ihre Verwendungshäufigkeit aus alten Werkstatthandbüchern zu eruieren. Eigeninitiative gefragt „Probleme kann es auch bei Spezialwerkzeugen geben“, so Peter Götzinger. „Vieles ist heute schlicht nicht mehr lieferbar. Dann ist Eigeninitiative gefragt. Meist müssen dann solche Werkzeuge nachgefertigt werden.“ Dies setzt voraus, dass hierfür die nötigen Maschinen und das Wissen um die Beschaffenheit und Maße der Werkzeuge vorhanden sind. Um solchen Problemen auszuweichen, setzen einige Werkstätten daher oft auf so genannte Kombinationsoder Multifunktionswerkzeuge. „Abgesehen von der allseits bewährten Kombizange, sind die meisten aus funktionalen und instrumentellen Gründen völlig ungeeignet“, so Peter Götzinger. „Dies liegt einerseits an der unzureichenden ergonomischen Formgebung, die hohe Verletzungsgefahr aufgrund von Funktionshäufungen KURZFASSUNG Mit modernen Diagnosegeräten, Torx- und Innensechskantschlüsseln steht man bei Service, Reparatur und Restaurierung von Young- und Oldtimern auf verlorenem Posten. Wer fachgerecht, kommerziell erfolgreich und qualitativ hochwertig arbeiten möchte, muss deshalb seine Werkstattausrüstung den technischen Anforderungen der klassischen Fahrzeuge anpassen. Worauf es hierbei ankommt, erklären zwei ausgewiesene Oldtimer-Profis. www.autoservicepraxis.de

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Synchronuhren, zum Einstellen der Vergaser, gibt es als analoge und digitale Geräte. auf kleinstem Raum birgt, andererseits am ungenügenden Formschluss, der Materialbeschädigungen am Werkstück verursacht.“ Kombinationswerkzeuge haben daher an Young- und Oldtimern nichts verloren. Muss Werkzeug für die Oldtimer- Werkstatt angeschafft werden, sollte bei ihrer Auswahl besonders auf den Werkstoff geachtet werden. „Viele Werkstattbetreiber unterschätzen die Benutzungsfrequenz der Werkzeuge und hohen Belastungen, der diese in der Oldtimer- Werkstatt ausgesetzt sind“, sagt Peter Götzinger. „Sie liegt um ein Vielfaches höher als in der modernen Werkstatt. Hier wird nichts geclipst oder gesteckt: Zudem ist alles meist seit Jahrzehnten fest verschraubt und lässt sich entsprechend schwer öffnen.“ Deshalb sollte stets bei ihrer Anschaffung auf Qualitätsmerkmale wie splitterfrei, bruchfest, passgenau, alterungs-, UV- und chemiebeständig geachtet werden. Verarbeitung ausschlaggebend Zu den am besten geeigneten Stahlsorten für Werkzeuge lässt sich jedoch keine spezifische Aussage treffen. „Beim Werkstoff des eigentlichen Handwerkzeugs ergeben sich die Qualitätsunterschiede durch seine Verarbeitung“, so Peter Götzinger. „Maßgeblich sind hier die Umformungstemperatur beim Schmieden, die Härtetemperatur sowie die anschließende Wärmebehandlung (Anlassen) der CrV-legierten Stähle. Des Weiteren entscheiden präzise Schmiedegesenke über die Maßhaltigkeit (Formschlüssigkeit) der Werkzeuge. Neben den Handwerkzeugen werden bei Service und Reparatur an Young- und Oldtimern auch diverse Mess- und Je nach Alter und Marke der Oldtimer unterschiedlich: die Handwerkzeug-Ausstattung Diagnose werkzeuge benötigt. Als ein wichtiges Beispiel nennt hier Robert Pollner, Mitgeschäftsführer der R&R Kfz- Reparatur GmbH aus Überacker, den Synchrontester für Vergaser. Er wird zu jeder tournusmäßigen Wartung von Vergaser- Fahrzeugen benötigt. „Ohne Synchrontester können die Vergaser nicht genau eingestellt werden“, so Robert Pollner. „Denn vor allem bei Mehrzylinder-Motoren mit mehr als einem Vergaser müssen die Unterdrücke in den jeweiligen Ansaugtrakten beim Gasgeben absolut synchron sein, sonst können die einzelnen Zylinder über das gesamte Leistungsband nicht die gleiche Kraft aufbauen und abgeben.“ Neben starkem Leistungsverlust, schlechtem Standgas und erheblichen Vibrationen führt dies dann oft wegen ungleichmäßiger mechanischer Belastungen zu Lagerschäden an Kurbelwelle und Pleuel. Wer einen Synchrontester benötigt, kann heute zwischen analogen und digitalen Geräten auswählen. Robert Pollner: „Die Anwendung eines Synchrontesters will aber gelernt sein. Ohne Gespür für Mechanik und umfangreiches Wissen um die zuweilen komplizierte Vergasertechnik kann sonst mehr Schaden als Nutzen mit diesem Gerät angerichtet werden!“ Ähnlich verhält es sich auch bei Zündzeitpunktpistolen, die zum Einstellen von Kontaktzündungen zwingend benötigt werden. Ohne sie ist ein korrektes Einstellen der meist mechanisch gesteuerten Zündungen nicht möglich. „Von Kontaktlampen zur Zündeinstellung rate ich ab“, sagt Robert Pollner. „Mit ihnen lässt sich lediglich die Zündung statisch einstellen. Das ist zu ungenau, weil der Zündzeitpunkt bei fliehkraftgeregelten Zündungen nicht genau genug im Standgas eingestellt Tiefgehende Kenntnisse in der Blechbearbeitung sind wesentlich bei der Restaurierung. werden kann.“ Entsprechende Zündzeitpunktpistolen sind heute noch erhältlich. Zündzeitpunkt richtig einstellen Jedoch führt sie nicht mehr jeder Werkstattausrüster im Programm, und wenn, sind es oft billige Geräte aus Fernost. „Solche Geräte verfügen meist nicht über eine Messfunktion des Zündwinkels“, ergänzt Robert Pollner. „Mit ihnen kann dann zwar der Zündzeitpunkt im Standgas eingestellt werden, ob jedoch die Zündzeitpunktverstellung korrekt arbeitet, lässt sich nicht feststellen.“ Bei der Anschaffung ist daher auch auf diese Funktion zu achten. Unabdingbar ist auch ein umfangreicher Satz an Fühlerlehren. „Es klingt zwar profan, aber ohne Fühlerlehren kann an vielen alten Stoßstangen-Motoren nicht das korrekte Ventilspiel eingestellt werden“, so Peter Götzinger. „Obwohl heute noch Fühlerlehren zur Grundausstattung einer Kfz-Werkstatt gehören, liegt das Problem bei Oldtimer-Anwendungen oft an den vielen speziellen Zwischengrößen, die hier benötigt werden.“ Sie zu beschaffen, kann für den Werkstattbetreiber mitunter eine Herausforderung sein. SCHLÜSSELWEITEN Aktuelle Schlüsselweiten nach EN ISO 4014 M4: 7 M8: 13 M5: 8 M10: 16 M6: 10 M12: 18 Schlüsselweiten nach DIN 933 (Sechskantschrauben) bis ca. 1995 M4: 7 M8: 13 M5: 8 M10: 17 M6: 10 M12: 19 www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 19

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TITEL THEMA 20 AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 www.zf.com/sachs Die wenigen hier genannten Beispiele zeigen bereits, mit welchen Hürden ein Werkstattbetreiber rechnen muss, will er das Oldtimer-Geschäft ernsthaft betreiben. Sie können aber nochmals deutlich höher liegen, je tiefer man in die Materie einsteigen möchte. So können zum Beispiel, wenn der Betrieb anstrebt, vollständige Restaurierungen von Fahrzeugen anzubieten, Blechbearbeitungswerkzeuge und -maschinen oder spezielle Dreh- und Fräsmaschinen für die Nachfertigung von Karosserie und Motorteilen notwendig werden. „Die Werkzeuge und Maschinen hierfür sind heute problemlos erhältlich“, sagt Peter Götzinger. „Das Problem liegt hier jedoch vielmehr im Wissen, mit diesen fachgerecht umgehen zu können.“ Zusatzausbildung sinnvoll Hier können dann umfangreiche Schulungen der Mitarbeiter notwendig werden, wie sie beispielsweise von der TAK (www.tak.de) oder der Fahrzeugakademie der Handwerkskammer für Unterfranken (www.fahrzeugakademie.de) angeboten werden. „Die Qualifikationsmaßnahmen der Mitarbeiter sollten auch auf die Lehrlinge ausgedehnt werden“, ergänzt Robert Pollner noch. „Besonders wenn der Kfz- Betrieb bereits im Bereich Oldtimer-Service Fuß fassen konnte, sollte spätestens dann darüber nachgedacht werden, ob die Lehrlinge noch eine Zusatzausbildung zur ‚Fachkraft für historische Fahrzeuge‘ durchlaufen sollen.“ Das mühsam erarbeitete Wissen kann so an die nächste Mechaniker-Generation weitergegeben und gesichert werden. Letztlich bedeutet dies auch Zukunftsabsicherung für den Betrieb, denn Fachkräfte im Bereich Young- und Oldtimer sind rar. „In kaum einem Bereich des Kfz-Handwerks ist Wissen und Erfah- Peter Götzinger ist Materialexperte, Fachgebiet: Werkzeuge und ihre Anwendungen. Robert Pollner ist Mitgeschäftsführer der R&R Kfz-Reparatur GmbH aus Überacker. www.autoservicepraxis.de

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THEMA TITEL rung so wichtig wie bei der Arbeit an Young- und Oldtimern“, so Robert Pollner weiter. „Das betrifft nicht nur den Umgang mit Werkzeug und die handwerklichen Fähigkeiten, sondern auch die Kenntnis, wer in der Szene welche Dienstleistungen anbietet.“ Vor allem Letzteres kann bei der Suche nach seltenen Ersatzteilen, aber auch nach technischen Daten entscheidend sein, ob ein Auftrag für einen Service, eine Reparatur oder Restaurierung angenommen werden kann oder nicht. Kompetenz zeigen Zuletzt hängt vom Wissen auch ab, welche Nebengeschäfte der Betrieb noch zusätzlich generieren kann. So können je nach Spezialisierung und Marken von „Klassik“-Motor- oder Getriebeöl, über Oldtimer-Batterien bis hin zu Pflegemittel und speziellen Ersatzteilen, zahlreiche Produkte angeboten werden. „Solche Dinge dürfen in der Oldtimer-Werkstatt keinesfalls fehlen“, weiß Robert Pollner. „denn Oldtimer-Kunden erwarten diese Zusatzangebote und werten sie als Zeichen hoher Kompetenz der Werkstatt.“ Die Ausrüstung einer modernen Oldtimer-Werkstatt wird nie vollständig sein. Zu weit gefächert sind die Oldtimer-Szene und die Technik der Fahrzeuge. Umso wichtiger ist es, genau zu wissen, was man wirklich benötigt – oder wie Peter Götzinger es formuliert: „Nichts bindet Kapital in der Werkstatt nachhaltiger als Werkzeug, das man nicht braucht oder das schlecht ist!“ Marcel Schoch ■ Wer an Vorkriegs-Oldtimern arbeiten möchte, benötigt Handwerkzeuge Holzbearbeitung und Kenntnisse im Stellmacherhandwerk. Gestatten, das Beste für Fahrwerk und Antrieb. SACHS ist Ihr Spezialist für moderne Antriebs- und Fahrwerktechnik. Wir stehen für innovative Kupplungen und Stoßdämpfer, die dank hochwertigem Material und jahrzehntelang erworbenem Know-how deutlich mehr bieten als herkömmliche Produkte: mehr Zuverlässigkeit, mehr Leistungsstärke, mehr Ausdauer. Eine perfekte Mischung aus Komfort und Dynamik sorgt dabei für optimalen Fahrspaß auf allen Strecken. Mit Stoßdämpfern und Kupplungen von SACHS haben Sie die Besten an Bord! www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 21

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TITEL YOUNGTIMER „Spezialisten gefragt“ Was müssen Werkstattchefs beim Youngtimer-Servicegeschäft unbedingt beachten? Andreas Zühlke, Projektverantwortlicher bei der Akademie des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (TAK), gibt Einblicke. asp: An welche speziellen Eigenheiten sollten Werkstattunternehmer denken, wenn sie in den Modern-Classic-Markt einsteigen möchten? A. Zühlke: Das Alter der Fahrzeuge im Bereich „Modern Classic“, auch als Youngtimer bezeichnet, liegt zwischen 20 und 30 Jahren. Die Werkstatt hat es also mit der Technik aus den 1980er­ und 1990er­Jahren zu tun. Das heißt: nur begrenzte Eigendiagnosefunktionen, keine einheitlichen Diagnoseschnittstellen und ein höherer Anteil an mechanischen, wartungsintensiven Komponenten. Für das Arbeiten an den Systemen sind andere Diagnosetechniken und Prüfmittel erforderlich als heute üblich. Zudem sind handwerkliche Fähig keiten gefragt, die besonders bei jungen Mechatronikern nicht mehr zum Standard gehören. Das sind beispielsweise das Einstellen eines Zündverteilers oder des Ventilspiels, aber auch das manuelle Messen elektrischer Größen mit dem Oszil loskop. Dies erfordert neben der geeig neten Prüftechnik und den fahrzeugspezifischen Prüfdaten auch das Know­how des Technikers. asp: Jetzt hätten Sie die Gelegenheit, mit am Markt kursierenden Fehlannahmen aufzuräumen? A. Zühlke: Der Marktanteil der Fahrzeuge im Segment Modern Classic ist weit höher als oftmals angenommen. Aus den Baujahren Ende 1970 bis Mitte 1995 sind circa zehn Millionen Fahrzeuge im Feld, viele davon im Alltagsgebrauch. Für Wartung, Diagnose und Reparaturarbeiten an den Fahrzeugen sind Spezialisten gefragt, die KURZFASSUNG Lohnt sich der Einstieg in den Youngtimer- Service? Andreas Zühlke spricht von rund zehn Millionen Fahrzeugen, viele davon seien im Alltagsgebrauch. Eine Chance für Spezialisten mit dem richtigen Know-how und der passenden Prüftechnik. AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 Modern-Classic-Experte: Andreas Zühlke von der TAK nicht nur die technischen Voraussetzungen erfüllen, sondern dem Fahrzeughalter auch in Sachen Reparaturstrategie und Wertentwicklung des Fahrzeugs beraten können. Besonders bei den Fahrzeugen, wo mit einem steigenden Wert zu rechnen ist, sollte eine Instandsetzung nicht alleine das Wiederherstellen der Funktion, sondern auch die erforderliche Reparaturethik berücksichtigen. Unglücklich gewählte Reparaturmaßnahmen können erheblichen Einfluss auf die Wertentwicklung des zukünftigen Oldtimers haben. asp: Wie nehmen Werkstattunternehmer hierbei ihre Mitarbeiter am besten mit? Foto: TAK A. Zühlke: Es genügt vermutlich nicht, den alten Motortester aus dem Keller zu holen. Vielmehr sollten die Mitarbeiter verstehen, welche Anforderungen und Chancen dieses Geschäftsfeld birgt. Der Werkstattunternehmer muss die Voraussetzungen für fach­ und sachgerechtes Arbeiten an den Fahrzeugen im angepeilten Alterssegment schaffen. Hierzu gehört besonders die Qualifikation der Mitarbeiter. asp: Viele Mitarbeiter haben sich mittlerweile an moderne Diagnosegeräte gewöhnt. Bei Classic Cars kommt man hier nicht weit. Wie lässt sich brachliegendes Wissen Stück für Stück aufbauen? www.autoservicepraxis.de

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A. Zühlke: In Abhängigkeit der Altersstruktur der Mitarbeiter ist das Fachwissen im Umgang mit den älteren Fahrzeugsystemen sowie den Prüf­ und Reparaturtechniken noch vorhanden. In Betrieben, die sich mit Modern­Classic­Fahrzeugen beschäftigen wollen, darf diese Kompetenz nicht verloren gehen. Besonders der Umgang mit der älteren Prüftechnik sollte auch von den jüngeren Mitarbeitern geübt werden. asp: Worin unterscheidet sich Ihr „Weiterbildungskonzept Modern Classic“ von anderen am Markt befindlichen Ausbildungsangeboten? A. Zühlke: Mit unserem modularen Weiterbildungsprogramm zum „Servicespezialist Modern Classic“ schulen wir nicht nur den Umgang mit der Fahrzeugtechnik, sondern sorgen für Hintergrundwissen bei den mechanischen und elektrischen Funktionen der einzelnen Baugruppen. Hierzu gehören auch das Lesen von System­ und Stromlaufplänen sowie das individuelle Erarbeiten von Zühlkes Tipp: Auch jüngere Mitar beiter sollten den Umgang mit der älteren Prüftechnik regelmäßig üben. Fehlersuchstrategien. Neben dem obligatorischen Modul „elektrische Grundlagen“, vermitteln wir das erforderliche Fachwissen in fünf Einzelseminaren: Zündanlagen, Gemischaufbereitung, Dieseltechnik, Fahrwerk und Bremse. Die Werkstatt kann die Module also frei, je nach Bedarf, auswählen. So lässt sich vorhandenes Wissen selektiv ergänzen und Mitarbeiter können in unterschiedlichen Bereichen qualifiziert werden. Bei allen Modulen liegt der Fokus auf den typischen Wartungs­, Diagnose­ und Reparaturarbeiten an den Fahrzeugen der genannten Bauzeit. Für mehr Kompetenz im Beratungsgespräch mit den Kunden, zeigen wir in den Modulen grundsätzlich den Zusammenhang zwischen gewähltem Reparaturweg und Wertentwicklung des Fahrzeugs auf. asp: Eine Anekdote aus Ihrem Schulungsalltag, die Classic-Cars-Neulingen Mut macht? A. Zühlke: Wir erleben immer wieder, wie sich der Spaßfaktor bei Diagnose­ und Instandsetzungsarbeiten erhöht, wenn die Funktionen und Zusammenhänge verstanden werden. Besonders bei den Modern­Classic­Fahrzeugen sind viele Baugruppen, durch den geringeren Elektronikanteil, leichter zu verstehen. Die so erworbenen Systemkenntnisse lassen sich dann auch auf moderne Fahrzeuge anwenden. asp: Herr Zühlke, vielen Dank für die interessanten Antworten! Interview: Patrick Neumann ■ Auf autoservicepraxis.de/ klassik gibt‘s mehr zum Thema Classic Cars. WER MEHR WEISS, KANN MEHR BEWEGEN. Wissen schafft Zukunft. Mit dem Know-how eines traditionsreichen Technologieführers im Antriebs- und Fahrwerkbereich fördert ZF Services seit vielen Jahren aktiv den Nachwuchs. Ein Engagement, durch das nicht nur die zukünftigen Meister im Wissenswettbewerb „Auto Service Meister“ profitieren können, sondern unsere gesamte Branche. Heute. Und in Zukunft. www.zf.com/services

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WEITERBILDUNG AUTO SERVICE MEISTER 2016 Wir suchen Helden ihres Faches Beim Wissenswettbewerb AUTO SERVICE MEISTER zeigen angehende Kfz-Meister, was sie fachlich draufhaben. Bis 4. Juli heißt es jetzt wieder, möglichst viele Punkte mit den richtigen Antworten zu sammeln. chon fit für die Meisterprüfung? Alle Schüler einer Meisterschule oder angehende staatlich geprüfte Techniker haben jetzt wieder die Gelegenheit, ihren Wissensstand zu überprüfen und sich dabei tolle Gewinne zu sichern. Der Wissenswettbewerb AUTO SERVICE MEISTER (ASM) geht in die nächste Runde. Echte Helden ihres Faches können sich hier beweisen und zeigen, was sie draufhaben. Die Zeitschriften asp AUTO SERVICE PRAXIS und AUTOHAUS suchen wieder die besten Kfz-Meisterschüler und die beiden Top-Meisterschulklassen. Unterstützt werden wir von unseren Partnern Maha, Shell und ZF Friedrichshafen. Der Wettbewerb startet am 17. März mit der Veröffentlichung des ersten von insgesamt vier Fragebögen im Fachmagazin asp und zeitgleich auf der Website des Wettbewerbs unter www.autoservicemeister.de. Nach Registrierung zur Teilnahme können unter www.autoservicemeister.de die Fragen direkt online beantwortet werden. Achtung: Hier gibt es eine Neuerung, denn zum ersten Mal ist es nur noch möglich, die Fragen online zu beantworten. Postalisch eingereichte Fragebögen oder Faxe werden nicht mehr berücksichtigt. Die Beantwortung eines Fragebogens kann jederzeit unter brochen und der aktuelle Stand zwischengespeichert werden. Und noch eine Neuerung gibt es: Erstmals sind die Fragebögen thematisch nach vier prüfungsrelevanten Themenfeldern sortiert. Jeder Fragebogen enthält also nur noch Fragen zu einem der folgenden Themenkomplexe: ■ Motor/Antriebsstrang ■ Fehlerdiagnose/Mess- und Prüfsysteme ■ Arbeitssicherheit und Unfallverhütung ■ Fahrwerk/Bremse Das hat Vorteile für Schüler und Lehrer: Jeder Schüler kann sich gezielt einen Fragebogen vornehmen und den eigenen Wissensstand zu einem Thema überprüfen. Für die Dozenten an den Meisterschulen werden die Fragebögen zum wertvollen Instrument, DIE PREISE Bei AUTO SERVICE MEISTER geht es um Preise im Wert von insgesamt 15.000 Euro; unter anderem: 1. Platz Barpreis von 3.000 Euro 2. Platz Barpreis von 1.500 Euro 3. Platz Barpreis von 1.000 Euro außerdem Barpreise von 2 x 1.000 Euro für die besten Meisterklassen/-kurse AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016

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Siegerbild: Den ersten Platz im Wettbewerb belegte im vergangenen Jahr Bernd Schenk (2.v.l.). ASM-Sponsor Shell lud den Gewinner Bernd Schenk zu einem DTM-Wochenende ein. um den Wissensstand der Schüler zu testen – weil das Thema gerade ansteht oder im Unterricht bereits behandelt wurde. Am Ende zählt das Fachwissen Mitmachen lohnt sich für alle. Jeder Teilnehmer erhält am Ende eine Urkunde – auf Wunsch mit seiner Platzierung im Ranking. Eine gute Platzierung macht sich in jedem Fall gut in jeder Bewerbungsmappe. Zudem winken den Gewinnern tolle Geldpreise. Von unseren Partnern werden außerdem Gutscheine für Fachschulungen und Werksführungen beigesteuert. Die Sieger-Meisterschulklasse kam 2015 von der Robert-Bosch-Schule in Ulm. Den Besuch von Motorsportevents ermöglichen unsere Partner auch wieder in diesem Jahr. KURZFASSUNG Mit der Veröffentlichung des ersten von insgesamt vier Fragebögen am 17. März 2016 startet der Wissenswettbewerb AUTO SERVICE MEISTER für Meisterschüler und angehende Techniker. Dem Sieger winken 3.000 Euro Preisgeld. Damit lässt sich manch persönlicher Wunsch erfüllen. Bernd Schenk, der Gewinner des letzten Jahres, kaufte sich mit dem Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro Die zweitplatzierte Meisterklasse machte der Hohentwiel-Gewerbeschule in Singen alle Ehre. Willkommener Imbiss nach der Siegerehrung am Messestand von ZF auf der IAA eine Reifenmontier- und Wuchtmaschine. Als Überraschung bekam der Wettbewerbssieger zusätzlich ein DTM-Wochenende geschenkt. Rund 3500 Meisterschüler gibt es deutschlandweit pro Jahrgang. Sie haben die Wahl zwischen etwa 100 Ausbildungsstätten. In den kommenden vier Ausgaben stellen wir vier Meisterschulen genauer vor und geben Tipps zur Auswahl des richtigen Angebots, zur Finanzierung und zu Perspektiven im Kfz-Handwerk und in der Industrie. Dietmar Winkler ■ Fotos: Alexander Junk (4), Bernd Schenk (2) SO FUNKTIONIERT´S 1. Wer darf mitmachen? Mitmachen dürfen alle Schüler einer deutschen Kfz-Meisterschule und angehende staatlich geprüfte Techniker. Die Teilnahme ist auch dann möglich, wenn die Ausbildung bereits während des Wettbewerbs endet. Weitere Infos unter www.autoservicemeister.de 2. Fragebögen online ausfüllen Die Fragebögen für den Wettbewerb stehen ab 17. März online auf der Website www.autoservicemeister.de. Parallel erscheinen die Fragebögen im E-Paper (17. März) und in der Printausgabe (18. März) von asp AUTO SERVICE PRAXIS. Nach der persönlichen Registrierung können die Fragebögen direkt online ausgefüllt werden. Wichtige Neuerung: Die Fragen müssen online beantwortet werden. Postalisch eingesandte Fragebögen oder Faxe können nicht berücksichtigt werden. Wir suchen nicht nur den besten Meisterschüler, sondern prämieren zusätzlich die beiden besten Schulklassen mit jeweils einem Preis in Höhe von 1.000 Euro! Melden sich mindestens 10 Schüler derselben Meisterschule zum Wettbewerb an, fließen die abgegebenen Fragebögen automatisch neben der Einzelwertung auch in die Bewertung zur besten Schulklasse ein. 3. Teilnahmezeitraum beachten Alle Fragebögen müssen bis spätestens 4. Juli 2016 ausgefüllt sein. Zu diesem Stichtag endet der Wettbewerb. Ob die Bögen jeweils nach deren Erscheinen oder alle auf einmal ausgefüllt werden, ist unerheblich. Wichtig ist, dass bis zur Deadline alles gelaufen ist. 4. Preisverleihung Die drei Erstplatzierten des Wettbewerbs und die beiden Siegerklassen erhalten einen Fahrkostenzuschuss zur Siegerehrung auf der Automechanika in Frankfurt/Main am 15. September sowie Eintrittskarten für die Messe. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 25

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AUTOMOBILTECHNIK LACKTRENDS Bunt im Kommen Lackhersteller wie Axalta und BASF stellen die neuesten Lacktrends vor. Die Autowelt wird weiter dominiert von unbunten Farben, doch farbige Effektlacke sind auf dem Vormarsch. KURZFASSUNG Die Lackhersteller Axalta und BASF präsentieren aktuelle und kommende Lacktrends, wie Effektlacke mit Glaspartikeln. Die machen Reparaturlackierungen aufwändiger und Spot Repair sogar oft unmöglich. Ein Blick über Deutschlands Parkplätze zeigt meist ein tristes Bild. Es dominieren Farben, die in der Farblehre eigentlich gar keine sind. Weiß ist die derzeit in Europa meistgekaufte Farbe bei den Neuzulassungen (29 %), gefolgt von Schwarz (21 %) und Grau (15 %). Das einst so beliebte Silber hat stark verloren (12 %) und kommt nur noch auf den vierten Platz. Dies ist das Ergebnis der 63. Ausgabe des Jahresberichts „Globale Studie der beliebtesten Autofarben 2015“ von Axalta Coating Systems, den der Lackhersteller jetzt veröffentlichte. Auch weltweit gesehen hält Weiß die Spitzenposition und ist zum fünften Mal in Folge die beliebteste Autofarbe auf dem Globus. Allein in China werden 50 Prozent aller Neuwagen in diesem Farbton ausgeliefert. „Bereits seit 1953 sind die Daten, die Axalta über die Beliebtheit der Autofarben erhebt, ein wichtiger Bestandteil der Partnerschaft mit den Fahrzeugherstellern. Sie ermöglichen es, die Design- und Farbtonpräferenzen der Kundinnen und Kunden in den kommenden Jahren vorherzusagen“, sagt Elke Dirks, OEM Colour Designerin für Axalta in EMEA. Europa macht blau Dirks fährt fort: „Axaltas Prognosen-Team erforscht die zu erwartenden Farbtrends der Zukunft. Die neue Generation weltweiter Automobilfarben wird eine breite Farbpalette umfassen; mit hochchromatischen, leuchtenden Rottönen und intensiven Blautönen. Nischenfarben in einzigartigen Eisblau-, Grün- und Goldtönen sind auf kleineren Fahrzeugen zu erwarten. Zunehmend beliebter werden auch warme, erdige Varianten von Grün, Bronze, Rot und Beige. Letztendlich sind auch kühle Töne wie Weiß, Grau und Schwarz weiterhin gefragt.“ So ist Schwarz in keiner anderen Region beliebter als in Europa und hat einen konstanten Marktanteil von 21 Prozent. Insbesondere luxuriös wirkende, funkelnde Schwarztöne sind vor allem in den oberen Fahrzeugsegmenten gefragt. Als gefragteste chromatische Farbe in Europa hat sich Blau etabliert. Neun Prozent aller Neuwagen werden in diesem Farbton ausgeliefert, dabei ist die Nachfrage nach „sportlichen“ mittelblauen Tönen besonders groß. Dies bestätigen auch die Farbdesigner des Unternehmensbereichs „Coatings“ bei BASF, die ihre Farbtrends für die Automobilindustrie in einer jährlichen Trendkollektion zusammenfassen. Bei der Analyse werden gesellschaftliche Strömungen und regionale Besonderheiten ausgewertet, diskutiert und in Farbwelten übertragen. So kommen auch die BASF-Experten zum Schluss, dass in den kommenden Jahren Blautöne, die durch digitale Technologien geprägt sind und eine technische Anmutung unterstützen, eine wichtige Rolle in Europa einnehmen werden. Darüber hinaus sehen sie kräftige Rot- und Orangetöne, aber auch schwarzblaue Farbnuancen, die in neuer Ausprägung auf dem Markt erscheinen werden. Mehr Effekte Um das Farbspektrum auf dem europäischen Automobilmarkt zu erweitern und ungewöhnliche Wirkungen zu erzielen, werden künftig vermehrt Effekte eingesetzt. XSpark, ein Effektlack von BASF, der Mattlacke haben ihren Zenit überschritten. Gefragt sind mehr pflegeleichte Oberflächen. Fotos: Axalta und BASF AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 www.autoservicepraxis.de

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Axaltas digitale Farbtonmessgeräte messen den Farbton der Originallackierung in der Nähe des Schadens aus drei Winkeln. Neben Blau sind auch kräftige Rottöne, wie hier Bright Blaze von BASF, im Aufwind. bereits mit dem Red Dot einen der wichtigsten Designpreise der Welt erhalten hat, lässt den Lack besonders hochwertig und elegant wirken. Feinste Glaspartikel reflektieren je nach Einfall das Licht und sorgen für ein ausgeprägtes Funkeln. Besonders bei Modellen im Oberklassensegment entsteht so eine homogene, Formen unterstützende Oberfläche. Auch aus der Axalta- Studie geht hervor, dass es den Wunsch nach individuellen, exklusiven Farbtönen oder auch für mehrfarbige Kontrastlackierungen gibt. So erfreuen sich dreischichtige Perlmutt-Lackierungen, eingefärbte Klarlacke oder auch Glasflakes-enthaltende Klar- bzw. Basislacke wachsender Beliebtheit. Bei den Lackoberflächen geht die Nachfrage deutlich in Richtung pflegeleichter, kratzbeständiger Klarlacksysteme. Diese sorgen dafür, dass der Lack seine Brillanz lange erhält. Durch die Verbindung von anorganischen „harten“ und organischen „weichen“ Stoffen ist beispielsweise der Klarlack iGloss von BASF besonders resistent gegenüber Mikrokratzern, die zum Beispiel in Waschanlagen entstehen und den Lack stumpf wirken lassen. Reparatur in Grenzen Der Reparatur dieser Effekt- bzw. Sonderlacke sind Grenzen gesetzt. Je nach Sonderlackierung ist, im günstigsten Fall, eine Farbangleichung an das angrenzende Teil ausreichend – es kann aber auch eine Komplettlackierung der Seite oder des gesamten Fahrzeugs notwendig werden. Für eine erfolgreiche Reparatur ist es unabdingbar, die Empfehlungen der Lackhersteller zu befolgen. In den meisten Fällen handelt es sich um die Instandsetzung von Kotflügelschäden oder Vorderwägen. Bei Effektlacken, wie Metallic,- Perlmutt- oder eingefärbten Klarlacken können sich versierte Lackierer mit einer Farbangleichung an die angrenzenden Teile behelfen. Wichtig ist es darauf zu achten, dass bei einer Reparatur dieser Effektlacke ausreichend Platz zur Einlackierung vorhanden ist. Eine Kleinstschadenreparatur (Spot Repair) ist bei solchen Sonderlackierungen meist nicht möglich. Digitale Farbtonidentifikation Zur Farbtonidentifikation greifen Lackhersteller wie Axalta tief in die digitale Trickkiste. Jede der drei Axalta-Reparaturlackmarken Cromax, Spies Hecker und Standox bietet die Möglichkeit auf zwei verschiedene Typen von digitalen Farbtonmessgeräten zurückzugreifen, denen wiederum eine Farbtonformel-Datenbank zur Verfügung steht, die ca. 250.000 Farbtöne umfasst. Diese digitalen Farbtonmessgeräte messen den Farbton der Originallackierung in der Nähe des Schadens aus drei Winkeln. Die Geräte der 2. Generation erfassen sowohl Farbtöne als auch Effekte mittels eingebauter Digitalkamera. Für alle Modelle gilt: Wird das Gerät mit dem Computer verbunden, ermittelt die Farbtonsoftware aus den Messergebnissen die passende Farbtonformel. Weicht der ermittelte Farbton von den Standardformeln ab, kann die Farbtonsoftware die Formel automatisch anpassen. Die Messungen werden anschließend mittels PC- System der jeweiligen Reparaturlackmarke ausgewertet. Generell gibt es für alle derzeit gebräuchlichen (Sonder-)Lacke einen Reparaturleitfaden. Mehr zum Thema Lackreparatur, Polier- und Schleifmittel sowie Pflegeprodukte erfahren Sie in einer der nächsten Ausgaben der asp. Dieter Väthröder ■ Die Axalta Coating Systems Colour Show zeigt Trendfarben und ­effekte auf einen Blick. www.autoservicepraxis.de Reifenregale Extra 5 % „Frühbestellerrabatt“ bis 31.03.16 Reifenlagerhallen und Reifencontainer Wie immer Top-Objekt- Preise für Kunden aus dem KFZ-Bereich! Zusätzliche 5 % Rabatt bis Ende März! Top-Qualität, ab Lager lieferbar, direkt vom Hersteller Hacobau GmbH · Tel. 0 51 51 - 80 98 76 info@hacobau.de · www.hacobau.de

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AUTOMOBILTECHNIK BORGWARNER Großes Potenzial für Turbolader Michael Boe ist für das weltweite Aftermarket-Geschäft des Zulieferers BorgWarner verantwortlich. Im Interview erklärt er, warum dieser Geschäftsbereich einen immer wichtigeren Stellenwert hat. KURZFASSUNG Michael Boe sieht für das Aftermarket-Geschäft von BorgWarner eine große Zukunft, da das Fahrzeugvolumen stetig anwächst. Neben Turboladern werden seit Anfang 2016 auch Abgassystem-Produkte wie Thermostate und AGR-Module angeboten. asp: Herr Boe, als Vice President und General Manager Global Aftermarket verantworten Sie das weltweite Aftermarket- Geschäft für die Bereiche Turbo und Emissions von BorgWarner. Was sind Ihre Ziele? M. Boe: Wir haben die BorgWarner Aftermarket Europe GmbH gegründet, um unseren Aftermarket-Produkten mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Wir wollen einen guten Service und Lösungen für unsere Partner bieten. Dazu müssen wir auch die richtige Menge an Produkten auf den Markt bringen, um den Bedarf von unseren Endkunden wie Flotten und Werkstätten zu erfüllen, sodass sie sich nicht nach einer Alternative umsehen müssen. Wenn sie leicht ein BorgWarner-Produkt bekommen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie unsere Produkte weiterhin kaufen. Denn sie wissen, dass wir für Qualität stehen. asp: Was sind denn die wichtigsten Märkte in Europa? M. Boe: Der wichtigste Markt ist für uns dort, wo der Anteil an Autos mit Turboladern am größten ist. Wenn man die unterschiedlichen Regionen vergleicht, ist Deutschland hier ein sehr wichtiger Markt für uns, ebenso wie auch Frankreich. Danach kommen Italien, Spanien und Großbritannien. In Osteuropa zählt Polen zu den größten Märkten, auch Russland ist ein großer Absatzmarkt. asp: Sie verkaufen im Aftermarket also nur Turbolader? M. Boe: Nicht nur, aber hauptsächlich, denn das ist unsere größte Unternehmens- AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 asp: Was für Produkte vertreiben Sie noch? M. Boe: Seit Anfang des Jahres kooperieren wir mit den BorgWarner-Kollegen von Emissions Systems, die Abgassysteme im Portfolio haben. Wir verkaufen nun auch Produkte aus diesem Bereich, beispielsweise Thermostate, Thermoschalter und AGR-Module unter der Marke Wahler. Momentan kann ich noch nicht verraten, was als Nächstes kommen wird. Es wird aber nicht das letzte Produktportfolio sein, das wir im Aftermarket anbieten werden. Wir haben beispielsweise gerade den Elektrik-Spezialisten Remy gekauft, der Anlassparte. Gerade in den letzten fünf Jahren haben sich Turbolader durch das Downsizing der Motoren sehr gut etabliert. Im Dieselbereich sind in Europa inzwischen rund 95 Prozent der Pkw damit ausgestattet, bei benzinbetriebenen Fahrzeugen liegt der Anteil auch schon bei rund 90 Prozent. Ganz anders in den USA: Dort haben zwar alle Trucks Turbolader, aber im Pkw-Bereich ist die Verbreitung sehr niedrig, besonders in Benzinmotoren. Und der Pkw-Dieselbereich ist in den USA ohnehin kaum ausgeprägt. Das Gleiche gilt für Asien und Südamerika. Gerade in den USA sehe ich noch viel Potenzial, denn Turbolader sind bei Verbrennungsmotoren immer ein guter Weg, um CO 2 -Emis- Foto:s Alexander Junk, BorgWarner sionen zu verringern. Hier wird sich im Benzinbereich noch sehr viel tun. www.autoservicepraxis.de

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ser und Komponenten für den elektrischen Antriebsstrang produziert. asp: Wie groß ist der Aftermarket-Bereich von BorgWarner im Vergleich zur OE- Sparte? M. Boe: Der Gesamtumsatz von BorgWarner betrug 2014 8,3 Milliarden Dollar. Der Anteil des Aftermarket-Bereichs beträgt rund sechs Prozent am gesamten BorgWarner-Unternehmen. Unser Ziel ist es, zehn Prozent des OE-Volumens zu erreichen. asp: Wird der Aftermarket für BorgWarner in Zukunft an Bedeutung gewinnen? M. Boe: Ja, der Aftermarket wird immer wichtiger, da es immer mehr Fahrzeuge gibt. Und je mehr Fahrzeuge auf dem Markt verfügbar sind, desto wichtiger ist es, dass diese Fahrzeuge in Zukunft auch gewartet werden können. Denn wenn ein Autobesitzer mit seiner Marke zufrieden ist, wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder dieselbe Marke kaufen. Es ist deshalb wichtig, dass er nach Ablauf der Garantie eine günstige Reparatur auf dem freien Markt bekommen kann. Der Service ist das entscheidende Element. Borg Warner hat sich die letzten Jahre stark darauf konzentriert. asp: Wie werden BorgWarner-Produkte auf dem Aftermarket vertrieben? M. Boe: Wir haben in Europa rund 100 Distributionspartner, die entweder direkt an die Werkstätten oder als Zwischenschritt an Teile-Großhändler verkaufen. Für beide Bereiche haben wir Spezialisten bei uns. In Deutschland haben wir allein zehn Distributionspartner für den Turbolader-Bereich. Mit der Kooperation mit Emissions Systems hat sich das Netzwerk deutlich erweitert. Wir wollen den bestmöglichen Vertrieb für Pkw, Lkw und industrielle Anwendungen haben. Das sind oftmals sehr unterschiedliche Vertriebsstrukturen, da das Kaufverhalten sehr unterschiedlich ist. www.autoservicepraxis.de VITA Michael Boe (45) stammt aus Dänemark und war die letzten 20 Jahre in verschiedenen Positionen in der Automobilbranche beschäftigt, einen Großteil davon im Aftermarket-Bereich. Seine Karriere startete Boe bei Philips, danach wechselte er zu Mannesmann VDO, Siemens VDO und Delphi. Beim Automobilzulieferer Meritor in Zürich verantwortete er das Aftermarket-Geschäft für Achsen und Bremsen im Heavy-Duty- Bereich. Seit Januar 2015 ist Boe bei BorgWarner Vice President und General Manager Global Aftermarket. Dort ist er für das Aftermarket-Geschäft für Nord- und Südamerika, Asien und Europa zuständig. asp: Wie unterscheidet sich denn der Vertrieb im Pkw-Bereich von anderen Bereichen? M. Boe: Pkw-Kunden können für einen bestimmten Zeitraum auf ein defektes Fahrzeug verzichten, da es lediglich für den Transport von A nach B gedacht ist. Die Kosten der Reparatur stehen im Vordergrund. Bei Lkw sieht das anders aus: Wenn der Lkw wegen eines Defekts den ganzen Tag steht, kostet das den Besitzer mehrere Tausend Euro. Das Interesse des Besitzers ist es also, das Fahrzeug so schnell wie möglich wieder auf die Straße zu bekommen. Der Reparaturpreis ist dabei eher nebensächlich. Im Industriebereich haben wir wiederum Maschinen, die vielleicht nur 20 Tage im Jahr laufen, dann aber zu hundert Prozent zuverlässig funktionieren müssen. Unsere Vertriebspartner haben deshalb einen unterschiedlichen Fokus. Manche Partner können alles, andere nur einen Industriebereich abdecken. asp: Was für Schulungen und Trainings bietet BorgWarner an? M. Boe: Wir bieten unseren Vertriebspartnern Standardtrainings an, in denen Borg- Warner vor Ort erklärt, wie Turbolader funktionieren und wie sie sich reparieren lassen. Wir haben auch ein Online-Tool für Distributoren, das sich „Interactive TurboXpert“ nennt. Das ist eine Art Forum, wo der Nutzer technische Fragen an Technik-Experten stellen kann, die dann die Antwort veröffentlichen. Jeder, der das gleiche Problem hat, kann die Antwort dort dann nachlesen. Ich denke auch, dass Königsklasse der Abgasturboaufladung: Der zweistufige R2S-Turbolader senkt den Kraftstoffverbrauch und sorgt für mehr Schub. Die Revolution in der Fahrwerkvermessung Hunter HE421 – Das schnellste Achsmessgerät auf dem Markt 1. Fahrzeug positionieren 2. QuickGrip Adaptoren montieren 3. Fahrzeug vorwärts rollen 4. QuickGrip Adaptoren entfernen 5. Ausdruck entnehmen FERTIG PATENTIERT Beurer Straße 25a · 86926 Greifenberg Deutschland · Tel: +49-8192-933 99-0 Fax: +49-8192-933 99-19 www. hunter-d.de · info@hunter-d.de

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AUTOMOBILTECHNIK eLearning in Zukunft das richtige Instrument sein wird, um ein größeres Publikum anzusprechen und Online-Kurse zu halten. Wir sind bislang noch nicht so weit. Mit dem System „TurboAcademy“, das wir momentan für interne Schulungen nutzen, möchten wir jedoch in Zukunft in diese Richtung auch für externe Partner gehen. asp: Was hat BorgWarner für Besitzer älterer Autos im Angebot? Gibt es hier eine Budgetmarke oder spezielle Produkte, die günstiger sind? M. Boe: BorgWarner steht in allererster Linie für Qualität. Das soll das Erste sein, an was Leute denken, wenn sie unseren Namen hören. Wir achten jedoch auf die Bedürfnisse, die Kunden im Laufe des Lebenszyklus eines Fahrzeugs haben. Nach einem gewissen Zeitraum wollen sie nicht unbedingt immer ein neues Teil kaufen. Für diese Klientel bieten wir ein wiederaufbereitetes Produkt. Am Ende des Lebenszyklus, wenn nicht klar ist, wie lange das Fahrzeug noch durchhält, offeriert BorgWarner Komponenten-Kits, mit denen Werkstätten in der Lage sind, einen Turbolader mit Originalteilen zu reparieren. Das ist eine besonders günstige Lösung für den Endkunden, denn es wird nur das Innenleben des Turboladers ausgetauscht und das Außengehäuse bleibt bestehen. Das können Werkstätten relativ einfach reparieren. asp: Was wird bei der Aufbereitung eines Turboladers genau gemacht? M. Boe: Bei der Wiederaufbereitung werden die Turbolader zerlegt, gereinigt, und die einzelnen Teile auf Qualität geprüft. Nicht mehr verwendbare Teile werden dabei durch neue ausgetauscht. Das Ziel ist es aber, so viele alte Teile wie möglich wieder zu verwenden. Mit dieser zeitwertgerechten Reparatur kann der Turbolader rund 25 bis 30 Prozent günstiger als ein neues Produkt verkauft werden. Der Vorteil ist darüber hinaus, dass die Umweltbilanz dabei deutlich besser aussieht, denn 50 bis 70 Prozent des Materials werden nicht weggeworfen. asp: Und die Funktionalität ist dabei genauso hoch wie beim neuen Produkt? M. Boe: Wiederaufbereitete Turbolader sind oftmals sogar besser als neue. Das liegt daran, dass die Turbolader auf den „neuesten Stand“ gebracht werden, also eventuelle Verbesserungen bereits eingeflossen sind. Das ist ein bisschen mit einem Motor vergleichbar: Wenn der nicht rostet, hält der ewig. Man muss den Motor nur warten und auf dem neuesten Stand TURBOLADERFERTIGUNG IN KIRCHHEIMBOLANDEN Der amerikanische Automobilzulieferer Borg- Warner ist unter anderem für Getriebe und Antriebskomponenten bekannt. Den größten Bereich stellt die Turbo-Division-Sparte des Unternehmens dar, die Turbolader produziert. Dafür gibt es allein drei Standorte in Kirchheimbolanden (Rheinland-Pfalz): Neben dem Unternehmenshauptsitz für Turbolader (BorgWarner Turbo Systems Worldwide Headquarters GmbH) ist dort ein Logistikzentrum und die weltweit größte Turbolader-Fertigung zu finden. in der Fertigung arbeiten rund 2.000 Mitarbeiter an Turboladern für den OE- und Aftermarket-Bereich für Pkw, Lkw und Industrieanwendungen. Besonders beeindruckend ist die automatisierte Fertigung der Verdichter- und Turbinenräder für die Turbolader: Diese werden zunächst gefräst, anschließend auf eine Läuferwelle geschweißt und gewuchtet. Nur die Endmontage des Turboladers geschieht noch von Hand. Turbolader von BorgWarner werden auf dem Aftermarket über zehn Distributionspartner in Deutschland vertrieben, darunter BU Turbo Systems GmbH, Jastram GmbH & Co. KG, Schlütter Turbolader GmbH, Motair Turbolader GmbH, TurboZentrum GmbH und BTS GmbH. AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 Handarbeit: Zusammenbau des Turboladers Gefräste Verdichterräder aus Aluminium halten. So ein Motor ist dann oft besser als ein neuer, da er perfekt eingelaufen ist. Ich denke, dass die Bedeutung von Wiederaufbereitung in Zukunft zunehmen wird. asp: Macht Ihnen die steigende Anzahl an elektrisch betriebenen Fahrzeugen Sorgen? M. Boe: Elektro-Fahrzeuge sind interessant für uns. Generell muss der unabhängige Aftermarket lernen, mit diesen neuen Technologien umzugehen und die Fahrzeuge zu reparieren. Dabei ist es auch sehr wichtig Informationen über diese Fahrzeuge von den Herstellern zu bekommen. Wenn es eine Nachfrage nach diesen Technologien gibt, werden wir sehen, wie wir diesen Markt in Zukunft bedienen können. asp: In Deutschland sollen bis 2020 eine Million elektrisch betriebene Fahrzeuge auf den Straßen rollen. M. Boe: Wir sollten hier ganz realistisch sein. 2015 wurden weltweit über 80 Millionen Pkw hergestellt, davon aber nur ein Bruchteil mit elektrischem Antrieb. In Deutschland gibt es gerade einmal rund 19.000 elektrische Fahrzeuge, über 44 Millionen sind dagegen mit Verbrennungsmotoren ausgestattet. Selbst wenn 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen rollen, ist das immer noch ein geringer Prozentsatz. Die nächsten 15 bis 20 Jahre wird Elektromobilität keine große Relevanz für uns haben, denn der Aftermarket bedient Fahrzeuge, die fünf Jahre und älter sind. Es gibt immer noch ein sehr großes Potenzial für Turbolader. asp: Was planen Sie für die Zukunft? M. Boe: Unser Ziel ist es, immer den besten Service und die besten Produkte für unsere Partner und Endkunden zu liefern. Wenn sie zufrieden mit unseren Leistungen sind, werden sie auch weiterhin auf BorgWarner-Produkte setzen. Wir möchten auch unser Produktportfolio erweitern und wir möchten so effizient wie möglich in allen Märkten in Europa, Asien und Afrika sein. Gerade in letzteren beiden sind wir noch nicht da, wo wir hinwollen. Wir wollen auch dort ein profitables Wachstum erreichen. BorgWarner konzentriert sich auch weiterhin auf Technologien, die den Treibstoffverbrauch reduzieren, die Effizienz erhöhen und gleichzeitig die bestmögliche Leistung abrufen. Interview: Alexander Junk ■ www.autoservicepraxis.de

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AUTOMOBILTECHNIK ERSATZTEILMARKE Gewinnergene Mit Corexx hatte die Carat-Gruppe auf ihrer Leistungsmesse eine neue Exklusivmarke präsentiert. Nun sind einige Monate vergangen. Zeit für ein erstes Fazit: Wie kommt Corexx am Markt an? KURZFASSUNG Laut Carat hat man für Corexx ein sehr positives Feedback aus den Werkstätten erhalten. Und das komplette Paket soll wachsen: Künftig wird es mehr als 20 Sortimente umfassen. Sichtlich stolz: Produktmanager Alessandro Leone mit einer modernen Corexx-Verpackung. ualität, Preis, Verfügbarkeit – der wahl, Sortiments gestaltung, Verpackungsdesign, Kommunikationsstrategie, Marke- verantwortliche Projektleiter Pkw Alessandro Leone weiß, wofür der jüngste Carat-Spross steht. Die nierung der neuen Ersatzteilmarke. ting & Co. sowie die strategische Positio- Rede ist von der neuen Ersatzteilmarke Corexx, mit der die Unternehmensgruppe Positiv gestartet seit Oktober vergangenen Jahres ein ganzheitliches Konzept verfolgt. Exklusivmarke ist sehr positiv gestartet“, „Wir sind mehr als zufrieden, unsere neue Aber wie findet man den richtigen Namen für solch ein ambitioniertes, hoch- Messe sei die Nachfrage nicht zurückge- sagt Leone. Auch in den Monaten nach der wertiges Projekt? Ganz einfach: In einem gangen. „Wir haben sehr positives Feedback aus den Werkstätten erhalten.“ Schon internen Ideenwettbewerb setzte sich Am Victoria-Turm 2 in Mannheim der Vorschlag Corexx durch. Ein prägnanter modern gestaltete Stand für Aufsehen ge- auf dem Kasseler Messegelände hatte der Name, der allein schon lautmalerisch gut sorgt. „Auf Corexx sind wir richtig stolz“, zu der technischen Marke passt. erklärte damals Carat-Geschäftsführer Doch damit nicht genug. Auf den drei Thomas Vollmar im Gespräch mit asp Turm-Stockwerken, auf die die Mitarbeiter AUTO SERVICE PRAXIS. Die neue der Carat-Zentrale verteilt sind, liefen Exklusivmarke, die – bis auf bei den sämtliche Prozesse auf Hochtouren. Chemieprodukten – die bisherige Eigenmarke ad ablöst, sei eine echte Alternative. Schließlich war vor dem Launch des Newcomers auf der 2015er-Leistungsmesse Eine Verschleißteile-Alternative, die nicht viel Zeit – gerade einmal ein knappes eine exklusive Handels ware der ad-Autoteile Cargo GmbH & Co. KG ist und Jahr. Für Produktname, Lieferantenaus- AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 Foto: Patrick Neumann sich über die an die Carat-Gruppe angebundenen Großhändler beziehen lässt. Die Mannheimer betonen, dass der Newcomer neben den hohen Qualitätsstandards auch eine große Sortimentsbreite biete. Etwa die gefragtesten Fahrzeug ersatzteile, aus den Segmenten Bremse, Elektrik, Fahrwerk, Filter und Motor. Darunter finden sich demnach Bremsbeläge und -scheiben, Flexrohre, Stoßdämpfer, Federn, Innenraumfilter, Radlager und Fahrzeuglampen. Laut Carat alles Produkte von Top-Lieferanten. Und Stück für Stück soll das Sortiment wachsen. Projektleiter Leone zufolge soll das komplette Paket letztlich mehr als 20 Sortimente umfassen. Bereits heute würden sich Mitglieder aus dem 140 Firmen großen Gesellschafter-Kreis weitere Warengruppen wünschen. Bremsen als Bestseller Besonders gefragt seien derzeit Bremsbeläge und -scheiben sowie Pkw-Radlager und Filter, so Leone. Darüber hinaus finden User auf der Corexx-Website Zubehör. Der große Unterschied zum Vorgänger ad sei, dass Werkstätten jetzt auch Nutzkraft wagen-Ersatzteile ordern können. Hier gab es bislang keine Exklusivmarke. Praktisch: Das komplette Corexx- Sortiment ist digital, also im webElekat verfügbar, Werkstatt mitarbeiter können es direkt im System bestellen. Patrick Neumann ■ Infos zum aktuellen Carat- Sonderheft gibt‘s unter autoservicepraxis.de. www.autoservicepraxis.de

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AUTOMOBILTECHNIK QUALITÄT BEI PEUGEOT Blick hinter die Kulissen Im französischen Belchamp zeigte Peugeot beim „Quality Workshop“ an verschiedenen Stationen, welche strengen Qualitätsmaßstäbe bei der Entwicklung des 308 umgesetzt wurden. KURZFASSUNG Autohersteller Peugeot zeigte in seinem Entwicklungszentrum in Belchamp (Frankreich), welche strengen Tests bei der Entwicklung des 308 umgesetzt wurden. Der Golf-Rivale soll sich auch nach drei Jahren Nutzungsdauer wie neu anfühlen. er französische Autobauer Peugeot lud Anfang Februar zum „Quality Workshop“ in das Peugeot-Entwicklungszentrum in Belchamp (Frankreich) ein. Dort präsentierte der Hersteller die Verkaufszahlen für den aktuellen Peugeot 308 und zeigte an mehreren Stationen, welche hohen Qualitätsmaßstäbe bei der Fahrzeugentwicklung umgesetzt wurden. Mit 219.000 verkauften Einheiten 2015 allein in Europa ist der 308 eine Erfolgsstory für Peugeot. Laut Hersteller war das Ziel bei der Entwicklung vor allem, die Qualität und Zuverlässigkeit eines VW Golf VII zu erreichen. Das Fahrzeug soll nach drei Jahren Nutzungsdauer wie neu aussehen und auch so fahren. Dafür zeigte das Unternehmen beispielsweise in einem Karosserie-Stresstest, wie Klimaeinflüsse und Rütteltests am Fahrwerk bei unterschiedlichen Beladungszuständen eine Nutzungsdauer von drei Jahren simulieren. Nach dieser Tortur wurde der Peugeot 308 noch 45.000 Kilometer auf ver- AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 Ein zerlegter Peugeot nach 100.000 Kilometern (links). Rütteltest in der Klimakammer (rechts) Foto:s Alexander Junk, Peugeot schiedenen Straßentypen wie Bergstrecken, unbefestigten Wegen oder Autobahnen getestet. 1.000 Fahrer in 200 verschiedenen Autos absolvierten dann noch 2,5 Millionen Straßenkilometer, bevor der 308 im Oktober 2013 seinen Marktstart hatte. Zahlreiche Verbesserungen Auch der Innenraum des 308 wurde auf Qualität getrimmt: In einem Test zeigte ein Roboter, dass die Sitze des 308 eine dreijährige Nutzungsdauer ohne Schaden überstehen, indem er mit 20.000 Zyklen die Sitze belastete. Dabei simulierte er Gewicht und Bewegungen der Personen beim Ein- und Aussteigen. Peugeot erklärte zudem, wie Verbesserungen in das Cockpit-Design des 308 einflossen, damit die Materialanmutung nach drei Jahren noch wie bei einem Neufahrzeug ist. Auch die Lackierung des Autos wurde optimiert, um beispielsweise eine wöchentliche Autowäsche ohne Spuren zu überstehen. Darüber hinaus wurde auf eine besonders geringe Lautstärkeentwicklung im Cockpit Wert gelegt. Anschaulich präsentierte der Hersteller zudem verschiedene Teile eines demontierten dreijährigen Fahrzeugs mit 100.000 Kilometern Laufleistung wie die Auspuffanlage, damit sich die Besucher vom Verschleiß ein Bild machen konnten – zum Vergleich waren nebenan die gleichen Komponenten des Hauptrivalen Golf aufgereiht. Zum Schluss des Workshops bestand die Möglichkeit, die Qualität der Fahrzeuge selbst zu erleben: Mehrere 308-Varianten mit unterschiedlichen Laufleistungen standen für eine Testfahrt auf dem Testparcours zur Verfügung. Alexander Junk ■ www.autoservicepraxis.de

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BUCHTIPP AUFLAGE Bestell-Nr.: 072 Hardcover, 16,8 x 24 cm, 225 Seiten 4. Auflage 2015 € 75,00 (€ 80,25 inkl. MwSt.) Leseprobe Jetzt gleich bestellen! Tel.: 089/20 30 43 - 1900 Fax: 089/20 30 43 - 2100 eMail: vertriebsservice@springer.com eShop: www.springer-automotive-shop.de Finden Sie den Führungsstil, der zu Ihnen passt! Martin Sauer Der Autohaus-Chef Unternehmensführung für Realisten Tiefgreifend, unterhaltsam, branchenspezifisch: Wie stellt man das komplexe Thema „Führung“ so dar, dass es in der Praxis angewendet werden kann? In seiner „Führungspyramide“ verbindet Martin Sauer (ehemaliger Autohändler und Vorstandsvorsitzender der BFC Calw) die Theorien von über 60 bekannten Führungs-Vordenkern mit Insiderwissen und Erfahrungen aus der Leitung des eigenen Betriebs. Mit diesem schlüssigen Führungsmodell, erkennen Sie die konkrete Situation in Ihrem Autohaus und können sich den daraus erwachsenden Anforderungen erfolgreich stellen.

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PRODUKTE ERSATZTEILE Neue Bremsen-Produkte Federal-Mogul Motorparts hat seinen neuen Ferodo-Hydraulik-Katalog „CAT- FE1501“ vorgestellt. Der Katalog ist ab sofort erhältlich und beinhaltet 2.500 neue Produkte innerhalb der zwei neuen Produktkategorien „Handbrems- und Kupplungsseile“ sowie „Bremssättel“. Damit deckt der Katalog alle relevanten Automobilhersteller Volumenmodelle ab. Die Überblicksseiten für Anwendungen sorgen für das schnelle und einfache Finden von ERSATZTEILE Tadelloser Dieselfilter Teile nummern. Der Katalog ist sowohl in gedruckter Form erhältlich als auch online als PDF und elektronischer Katalog unter www.ferodo.com abrufbar. aj ■ Federal-Mogul Motorparts www.ferodo.com Für die Fahrer von rund 8,7 Millionen Dieselfahrzeugen in Deutschland hat Teile spezialist Herth+Buss ab sofort Abgasdruck-Sensoren im Angebot, die den Druckunterschied im Abgas des Partikelfilters messen. Probleme des Filters lassen sich so schnell erkennen. aj ■ Herth+Buss Fahrzeugteile GmbH & Co. KG www.herthundbuss.com ZUBEHÖR Großzügige Länge Das neue Starthilfekabel von Alca Germany hat eine Länge von insgesamt 3,5 Metern, was ein Fremdstarten stark erleichtert. Das Kabel entspricht dabei der strengen DIN-Norm 7255. Die kupferkaschierten Aluminiumdrähte (CCA) sind dank hochwertiger Ummantelung auch bei Temperaturen bis minus 35 Grad Celsius einsatzbereit. Vor weiteren äußerlichen AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 Einflüssen wie beispielsweise Motoröl oder Säuren sind die Kabel aufgrund ihrer resistenten Eigenschaft ebenfalls geschützt. Die vollisolierten Klemmen garantieren eine sichere ZUBEHÖR Luxus-Navi für den Golf Anwendung und unterschiedliche Farben einen verpolsicheren Anschluss. Dank der robusten Aufbewahrungstasche lässt sich das Starterkabel einfach im Kofferraum verstauen. aj ■ Autoradio-Spezialist Alpine hat das erste Infotainment-System im 9-Zoll-Format (23 Zentimeter) für den Golf VII auf den Markt gebracht. Das X901D-G7 mit integrierter Navigation lässt sich so intuitiv wie ein Smartphone bedienen. Der digitale Radioempfang über DAB+ garantiert deutschlandweiten Hörgenuss der Sender in CD-Qualität und die Bluetooth-Technologie ermöglicht Audio-Streaming von Mobilgeräten. Nutzer digitaler Medien freuen sich über die HDMI- oder USB- Eingänge. Das System lässt sich auch für die CD/DVD-Wiedergabe oder den TV- Empfang erweitern. aj ■ Alpine Electronics (Europe) GmbH www.alpine.de Alca Mobil Logistics + Services www.alcamobil.de www.autoservicepraxis.de

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ASA NEWS PRÜFSTÄNDE Verzicht auf Schlupfbestimmung? Seit dem Inkrafttreten der aktuellen HU- Bremsenrichtlinie ist die Wirksamkeit der Bremsanlage von M1- und N1-Fahrzeugen anhand von Bezugswerten nachzuweisen – sofern die Vorgabedaten verfügbar sind. „Wir sehen es immer öfter, dass bei neuen Bremsprüfständen die Zusatzeinrichtung zur Bestimmung des tatsächlichen Schlupfes nicht mehr bestellt wird. Als Begründung ist häufig zu hören, dass bei der Bremswirkungsprüfung mit dem HU-Adapter, der seit 1.7.2015 bei circa 15.000 Sachverständigen produktiv in Betrieb ist, ,nie bis zum Blockieren’ der Räder hochgebremst werden müsse und somit der tatsächliche Schlupf nicht relevant sei“, berichtet Frank Beaujean, Leiter des ASA-Fachbereichs Prüfstände. Diese Aussage zeige jedoch nur eine Seite der Medaille. Zwar könne beim Bremstest mit Referenzwerten das Hochbremsen bis zur Schlupfgrenze entfallen. Wenn jedoch keine Vorgabedaten vorliegen, muss nach wie vor die Summe der Bremskräfte herangezogen werden. Diese werden kurz vor dem Blockieren der Räder – also an der Schlupfgrenze – ermittelt. „Aktuelle Gebrauchsstatistiken zeigen, dass zur Zeit nur für circa 50 Prozent der M1- und N1- Fahrzeuge Vorgabedaten vorliegen“, sagt Beaujean. Daher sei die Einrichtung zur Schlupfbestimmung bei Bremsprüfständen nach wie vor erforderlich, um alle Fahrzeuge korrekt prüfen zu können. ABGASABSAUGANLAGEN EU-Verordnung Lüftungsanlagen Seit dem 1.1.2016 müssen Lüftungsanlagen spezifische Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung erfüllen. Dies ist in der EU-Verordnung 1253/2014 vom 7.7.2014 festgelegt. In der Praxis tritt immer wieder die Frage auf, ob Abgasabsauganlagen im Sinne dieser Verordnung als Lüftungsanlagen zu betrachten sind. Nach Auffassung des ASA-Fachbereichs Abgasabsauganlagen ist dies nicht der Fall. Bei den Begriffsbestimmungen in Artikel 2 der Verordnung legt die EU- Kommission unter anderem fest, dass unter einer Lüftungsanlage eine Anlage zu verstehen ist, die verbrauchte Luft in einem Gebäude durch frische Außenluft ersetzt. Abgasabsauganlagen hingegen haben die Aufgabe, gesundheitsschädliche und toxische Gase an der Entstehungsstelle zu erfassen, abzusaugen und ins Freie zu fördern. Zudem hat die EU-Kommission festgelegt, dass die Verordnung nur für Anlagen gilt, bei denen die Temperatur der beförderten Luft unter 100 °C liegt. Bei Abgasabsauganlagen an Leistungsprüfständen und auch im Servicebereich sind die Temperaturen der Abgase jedoch meistens deutlich höher. Dies gilt insbesondere für Feuerwehrfahrzeuge mit Euro V- und Euro VI-Motoren. Nach der Rückkehr vom Einsatzort sind Abgastemperaturen von 300 °C die Regel, in Einzelfällen können auch 800 °C erreicht werden. Somit ergibt sich sowohl aus den Begriffsbestimmungen als auch aus dem Geltungsbereich der EU-Verordnung 1253/2014, dass Abgasabsauganlagen keine Lüftungsanlagen sind. Foto: Linzing Abgasabsauganlagen erfassen schädliche Gase am Entstehungsort und sind keine Lüftungsanlagen im Sinne der EU-Verordnung. KOMPAKT Bundesverband der Hersteller und Importeure von Automobil-Service Ausrüstungen e.V. Das Technische Institut für Aus- und Weiterbildung Dr.-Ing. Paul Christiani GmbH & Co. KG ist neues Mitglied des ASA-Verbandes. Das in Konstanz am Bodensee beheimatete Unternehmen wurde 1931 als erste Fernschule Deutschlands gegründet und zählt zu den Pionieren der beruflichen Weiterbildung in zahlreichen Branchen. Im Bereich Fahrzeugtechnik wird ein umfassendes Lehrmittelprogramm für die Aus- und Weiterbildung angeboten. Im Mittelpunkt steht dabei die Verknüpfung von Theorie und Praxis, um die komplexen Zusammenhänge in modernen Fahrzeugen verstehen zu können. Aussteller wollen mehr Geld in Messen investieren. Zu diesem Ergebnis kommt die Ausstellerbefragung MesseTrend 2016 des AUMA. Demnach wollen die ausstellenden Unternehmen in den Jahren 2016 und 2017 im Durchschnitt 4,6 Prozent mehr Geld in Messen investieren als in den vergangenen beiden Jahren. „Die Untersuchung zeigt, dass Messebeteiligungen in der deutschen Wirtschaft weiter eine sehr hohe Akzeptanz als Marketinginstrument haben. Denn man investiert auf Dauer nur dann mehr Geld, wenn der Nutzen stimmt“, sagt der AUMA-Vorsitzende Walter Mennekes. Die Bundesregierung wird auch in diesem Jahr Zuschüsse für Beteiligungen an deutschen Gemeinschaftsständen in Höhe von 42,5 Mio. Euro zur Verfügung stellen. KONTAKT Geschäftsstelle ASA Bundesverband Tel. 0 71 56/95 83-87 Fax 0 71 56/95 83-88 geschaeftsstelle@asa-verband.de www.asa-verband.de www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 37

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WERKSTATTTECHNIK KAROSSERIEVERMESSUNG Es geht auch ohne Richtwinkel Mit einem Unfall-Reparatursystem vom schwedischen Hersteller Car-O-Liner können im Bamberger Porsche Zentrum die Karosserien von Unfallfahrzeugen ohne starre Richtwinkel vermessen werden. as Porsche Zentrum Bamberg ist seit 2001 Teil der Auto-Scholz GmbH & Co. KG, einem Mehrmarkenhändler, der vor allem Fahrzeuge von Mercedes-Benz, aber auch aus dem Für die Karosserievermessung setzt das Porsche Zentrum auf ein System von Car-O-Liner. AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 VW-Konzern vertreibt. In Franken verfügt das Unternehmen über acht Standorte. Zum Leistungsportfolio gehört auch die Instandsetzung von Unfallfahrzeugen, die für alle Marken in vollem Umfang durchgeführt wird. Der Betrieb kann zudem auf eine eigene Spenglerei und Lackiererei zurückgreifen. Keine Rückverformung mehr nötig Bei der Instandsetzung von Porsche-Fahrzeugen werden höchste Ansprüche an die Qualität gestellt. Modelle wie der aktuelle 911er bestehen aus einem Multimaterialmix, um das Gewicht zu reduzieren. Reparaturen bei diesen Fahrzeugen sind heikel: Es finden sich nach Unfällen oft Haarrisse in der Karosserie, die sich mit bloßem Auge nicht erkennen lassen, die Fahreigenschaften bei hohen Geschwin- Das Porsche Zentrum Bamberg kann Unfallfahrzeuge in vollem Umfang wieder instandsetzen. Fotos: Alexander Junk digkeiten aber beeinflussen können. „Wenn die Teile außerhalb der Toleranz liegen, werden sie sofort ersetzt und nicht mehr rückverformt“, sagt Jürgen Tobisch, Serviceleiter im Porsche Zentrum Bamberg. Andernfalls ließen sich die hohen Qualitätsvorgaben nicht erfüllen. Das Porsche Zentrum Bamberg vermisst die Karosserie der Unfallfahrzeuge deshalb als Erstes, um Rückschlüsse auf mögliche Schäden machen zu können. Um die Messung genau nach den Vorgaben von Porsche realisieren zu können, setzt das Porsche Zentrum Bamberg das Vermessungssystem „Profi Plus VAS 6528“ vom schwedischen Unfall-Reparatur-Spezialisten Car-O-Liner ein. Das Messsystem ist modular aufgebaut und besteht neben einer Rahmenrichtbank mit integrierter Scherenhebebühne aus einem www.autoservicepraxis.de

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kabellosen Messarm, der per Bluetooth- Funk mit dem Rechner kommuniziert. Der PC des Messsystems steht dabei in einem Kabinett mit Tastatur, Maus und Drucker. Die Richtbank kann maximal 3.000 Kilogramm schwere Fahrzeuge aufnehmen. Die dazugehörigen Auffahrrampen lassen sich zudem leicht entfernen, was einen einfachen Zugang zur Unterseite des Fahrzeugs ermöglicht. Da Richtbank und Messsystem unabhängig voneinander funktionieren, kann das portable Messsystem für eine andere Aufgabe verwendet werden, während das Fahrzeug auf der Bühne steht. Messpunkte genau vorgegeben Durch das Universalmesssystem von Car- O-Liner sind fahrzeugspezifische Richtwinkel passé. „Wir haben einen Universal- Richtwinkelsatz, der von dem Messsystem eingemessen wird. Dadurch sind die Toleranzen viel kleiner als bei einem starren System“, erklärt Richard Büttner, Trainer bei der Car-O-Liner Deutschland GmbH in Stockstadt. Die Toleranzen von zwei Millimetern, die Porsche vorgibt, werden von dem System erreicht. Zuvor müssen jedoch eventuelle Abdeckungen oder Anbauteile auf der Unterseite des Autos entfernt werden, denn das Car-O-Liner-System ist auf Messpunkte auf der Karosserie angewiesen. Angeschraubte Teile am Fahrzeug können nicht gemessen werden, da die Toleranzen dort nicht eingehalten werden können. Das Car-O-Liner-System beschränkt sich auch nur auf die Karosserievermessung. „Wir können zwar bestimmen, ob eine Achse verformt ist, aber nicht wie bei einer Fahrwerksvermessung Sturz oder Spur einstellen“, berichtet Büttner. Zusätzlich ist bei dem System noch ein weiterer Messarm vorhanden, mit dem sich um das Fahrzeug herum messen lässt, beispielsweise eine Säule oder eine Kotflügelbank. Nachdem die Anbauteile entfernt wurden, gestaltet sich der Messvorgang sehr einfach: Zu Beginn wird das System durch Abfahren diverser Messpunkte zentriert und ermittelt, wo das Fahrzeug im Verhältnis zum Messsystem steht. Das Ergebnis wird abgespeichert. Als Nächstes wird der Messarm, der auf einem Schlitten unter dem Fahrzeug montiert ist, mit diversen Drehsensoren ausgestattet. Die Messspitzen sitzen dabei auf Verlängerungen und es wird genau vorgegeben, für welchen Messpunkt welche Spitze ausgewählt werden muss. Der Turm des Messsystems wird dabei so aufgebaut, wie er benötigt wird. Anschließend fährt der Anwender mit dem Arm die Messpunkte unter dem Fahrzeug genau ab, die vom Fahrzeughersteller vorgegeben sind. Durch das Eindrücken in den Messpunkt wird die Messung dabei akustisch und visuell auf dem Rechner bestätigt und das Ergebnis gespeichert. Die gemessenen Werte werden nun mit dem Rohdatenblatt des Automodells verglichen. Die Referenzwerte stammen dabei von der „Car-O-Data“-Datenbank, in der rund 15.500 verschiedene Automodelle hinterlegt sind. Abweichungen lassen sich so sehr gut erkennen: Der Computer gibt dann eine Rückmeldung, wenn beispielsweise ein Messpunkt zwei Millimeter in Längsrichtung oder vier Millimeter in der Höhe im Verhältnis zum Original- Datenblatt abweicht. Deutliche Zeitersparnis Nach erfolgreicher Messung aller vorgegebenen Punkte druckt das System ein Datenblatt aus, auf dem alle Messdaten dokumentiert sind. Das Ergebnis lässt sich dann mit den Porsche-Richtlinien vergleichen und bestimmen, was bei Teilen mit Abweichung gemacht werden muss. Jetzt kann entschieden werden, welche Reparatur durchgeführt wird und ob sich der Austausch eines Teiles lohnt. Ein sehr großer Vorteil des Car-O-Liner-Systems ist neben der Flexibilität auch die Schnelligkeit. Da früher für jeden Autotyp verschiedene Richtwinkelsätze beschafft wurden, vergingen bis zur Messung mehrere Tage. Eine Karosseriemessung inklusive TÜV-Gutachten von Unfallfahrzeugen lässt sich mit Car-O-Liner nun innerhalb eines Tages erledigen. „Unsere Mitarbeiter sind von dem System sehr angetan“, sagt Tobisch. Für das Porsche Zentrum Bamberg hat der Einsatz aber noch weitere Vorteile: Das Universalmesssystem von Car-O-Liner lässt sich auch für Fahrzeuge verwenden, die in den Handel zurückkommen. Oftmals wurden Schäden an diesen Fahrzeugen in anderen Werkstätten repariert, nicht aber immer mit der notwendigen Fachkenntnis umgesetzt. „So können wir gezielt Fahrzeuge, die in Zahlung genommen werden, auf Karosseriefehler untersuchen und eventuelle Schäden sofort erkennen“, freut sich Tobisch. Alexander Junk ■ Richard Büttner (Car-O-Liner) erklärt, wie sich die Mess-Spitzen aufsetzen lassen. Schritt für Schritt werden alle Messpunkte unter dem Fahrzeug abgefahren. Der Rechner zeigt, wo sich die Messpunkte befinden und ob es Abweichungen gibt. Richard Büttner von Car-O-Liner (links) und Jürgen Tobisch (Porsche Zentrum Bamberg) www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 39

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WERKSTATTTECHNIK FAHRWERKVERMESSUNG Schnellvermessung im Trend Der Bereich Vermessung zeigt sich in seiner ganzen Bandbreite: aktuelle Geräte, momentane Entwicklungen sowie ein erster Ausblick auf die Automechanika. Fotos: Bosch, Hella Gutmann Solutions, ATH-Heinl, Snap-on Equipment, Hunter, MAHA chnellere Autos, moderne und damit empfindlichere Fahrwerke oder schlechte Straßenbedingungen – das Geschäftsfeld Fahrwerkvermessung kann für Werkstätten großes Potenzial bieten. Denn spätestens wenn das Lenkrad schief steht oder die Reifen einseitig abgefahren sind, ist eine Vermessung fällig. Das Angebot der Systeme KURZFASSUNG Die Vielfalt der Vermessungssysteme reicht von einfachen Lasersystemen über CCD bis hin zu 3D- und berührungslosen Messtechniken. Je nach Auslastung und Größe der Werkstatt sowie Vorkenntnissen und Vorlieben der Anwender sind unterschiedliche Systeme gefragt. Was aktuelle Trends angeht, zeigt sich die Branche einheitlicher: Präventive Schnellvermessung und die Kombination mit Fahrerassistenzsystemen stehen hoch im Kurs. AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 reicht dabei von Laser- über CCD-Systeme bis zu 3D- und berührungsloser Messtechnik. Die Kosten der Systeme sind entsprechend verschieden. Kfz-Betriebe, die sich für eine innovative Messtechnik und damit für ein teureres Gerät entscheiden, müssen ihren Durchsatz entsprechend erhöhen, um die hohe Investition wieder reinzuholen. Doch dank neuer Technologien kann das Thema Fahrwerkvermessung inzwischen auch wesentlich aktiver betrieben werden. Viele Systeme bieten die Möglichkeit, prophylaktische Schnellvermessungen beispielsweise in die Dialogannahme zu integrieren. Werkstätten, die diese Zusatzleistung proaktiv als kostenlosen Kundenservice anbieten, erhöhen in der Regel die Anzahl verkaufter Einstellarbeiten. Aber auch einfachere und günstigere Systeme haben für kleinere Betriebe, die weniger Fahrwerkvermessungen durchführen, durchaus ihre Berechtigung. Berührungslos und schnell: Achsvermessung mit dem Bosch FWA 9000. Egal, ob Präventivvermessungen, Fahrwerkeinstellungen oder als Grundlage zur Kalibrierung und Justage von Fahrerassistenzsystemen, um die notwendige Präzision zu gewährleisten, sind exakte Mehr Service: Der Profilscanner lässt sich in das Hawk Eye Elite von Hunter integrieren. www.autoservicepraxis.de

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Gute Kombination: Das CSC-Tool von HGS mit Komponenten zur Achsvermessung von Koch Vermessungssysteme gefordert. asp AUTO SERVICE PRAXIS stellt einige Systeme vor, geht dabei auf aktuelle Trends ein und gibt erste Einblicke über Neuheiten, die auf der Automechanika zu erwarten sind. Mehr Rund-um-Service Nicht nur vermessen, sondern dem Kunden mehr Rund-um-Service bieten – nach diesem Ansatz hat Hunter nicht nur einen Reifen-Profilscanner in das Achsvermessungssystem Hawk Eye Elite integriert, auch ein Batterietester von Midtronics kann jetzt über die Software gesteuert werden. „Es geht darum, mehr Serviceleistungen zu verkaufen, um die Werkstatt besser auszulasten“, erklärt Rolf Lapp von Hunter Deutschland. Der Clou an dem System: Die elektronische Profiltiefenmessung erfolgt im Rahmen der Schnellvermessung Quick Check. Der Anwender fährt das Fahrzeug dabei über ein spezielles Messmodul. Das Ergebnis aller vier Räder wird an das Bedienterminal übertragen und zusammen mit dem Ergebnis der Schnellvermessung ausgedruckt. So erhält der Kunde in der gleichen Zeit – laut Hersteller innerhalb von 90 Sekunden – nicht nur eine Aussage über den Zustand seines Fahrwerks, sondern auch über den seiner Reifen. Für den Batteriecheck benötigt der Anwender freilich etwas zusätzliche Zeit, um die Motorhaube zu öffnen, den Batterietester anzuschließen und die Daten auszulesen. Der automatische Protokollausdruck zeigt dann alle Ergebnisse auf einen Blick. Eine solche das Fahrwerk betreffende Prüfstraße wird Hunter auch auf der diesjährigen Automechanika präsentieren, neben den beiden Kern-Bereichen Reifenmontage sowie Lkw-Vermessung. Seit der Automechanika 2014 auf dem Markt: Das CCD Achsmessgerät von ATH-Heinl Auch der Werkstatt-Technik-Anbieter Haweka setzt zusätzlich zu den eigenen Laser-Achsmessgeräten für Pkw und Lkw auf die Systeme von Hunter. Das Hawk Eye Elite ist der aktuelle Topseller, „da man sehr schnell zum Ergebnis kommt, besonders aufgrund der einfachen Montage der Reflektoren ans Rad“, weiß man bei Haweka. Der Trend gehe immer mehr zu 3D-Systemen, Laser- und CCD-Systeme spielten nur bei sehr geringem Durchsatz noch eine Rolle. Fahrerassistenzsysteme im Fokus Snap-on Equipment, vor allem unter den Marken John Bean und Hoffmann bekannt, konzentriert sich vor allem auf die 3D-Technik. Das Unternehmen bietet auch einen Hybriden, der die Vorteile der 3D- und CCD-Technik vereint. Am beliebtesten sei aktuell aber das 3D-Achsmessgerät John Bean Visualiner 2300 (baugleich Hofmann geoliner 670 XD), das sich unter anderem durch seine Präzision, das Schnellvermessungsprogramm sowie durch diverse herstellerkonforme Abläufe und Programme auszeichnet. Solche herstellerkonformen Mess- und Einstellabläufe sowie die Sicherstellung der immer geringeren zulässigen Toleranzen werden dem Unternehmen zufolge immer wichtiger, da ansonsten das Risiko von Falscheinstellungen und damit verbunden das Risiko fehlerhaft arbeitender Assistenzsysteme steigt. Denn der Anteil an Fahrzeugen mit Fahrerassistenzsystemen (FAS) nimmt stetig zu. Und nach einem Unfall oder dem Austausch der Windschutzscheibe beispielsweise müssen die FAS geprüft und unter Umständen neu eingestellt werden. Das erfordert eine exakt eingestellte Fahrwerksgeometrie. Der Bestseller von Snap-on Equipment: Das 3D-Achsmessgerät Hofmann geoliner 670 XD Das CSC-Tool (Camera & Sencor Calibration) von Hella Gutmann Solutions wurde speziell zur Vermessung und Kalibrierung solcher FAS-Sensoren entwickelt. Es greift dabei auf die Achsmesstechnik von Koch zurück. Neben einem Grundträger mit Justierbalken sowie einer Kalibriertafel besteht es aus zwei Radaufnehmern mit Laser zur Fahrzeugvermessung. Diese bewährte Achsmesstechnik von Koch, etwa das Topseller-Gerät HD 10 Easy Touch, überzeugt seit Jahrzehnten durch den klaren Aufbau und die verständliche Anwendung: Die Messwerte werden mittels Adapter am Rad abgenommen und mit Laserstrahlern auf Skalen übertragen. Das einfache Gerät zeichnet sich neben seiner hohen Bedienerfreundlichkeit auch durch das gute Preis-Leistungs-Verhältnis aus. Ein Anbieter, der auch auf ein konventionelles Achsvermessungssystem setzt, ist das Unternehmen ATH-Heinl aus Sulzbach-Rosenberg. Erst seit 2014 bietet ATH im Rahmen des neu entwickelten Produktbereichs „Diagnostics-Systems“ ein CCD-Vermessungssystem an. Die 8 CCD Funk-Achsmess-Anlage verfügt über vier Messköpfe mit je zwei CCD- Sensoren. Zwar wird es im Bereich Achsvermessung vorerst keine Neuerungen AKTUELLE TRENDS ■ Präventive Schnellvermessung ■ Kombination mit Tools zur Einstellung von Fahrerassistenzsystemen ■ Integration weiterer Serviceleistungen sowie die Vernetzung der Werkstatteinrichtung www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 41

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WERKSTATTTECHNIK geben, so der Hersteller, im Bereich Klima und Diagnose sind Weiterentwicklungen zur Automechanika geplant. Dabei wird der Schwerpunkt auf der Vernetzung und Digitalisierung der angebotenen Lösungen liegen. Berührungslos vermessen Bosch bietet im Bereich Vermessung je nach individuellen Bedürfnissen drei Produktgruppen an, die CCD-, 3D- und die berührungslose Messtechnik. „Der Trend geht seit Jahren ganz klar von der CCD- hin zur 3D-Technik. Die Königsdisziplin bleibt aber die berührungslose Achsvermessung“, erklärt Johann Legen, Produktmanager Fahrwerkvermessung bei Bosch. „Mit unserem berührungslosen Messsystem FWA 9000 ist es möglich, innerhalb kürzester Zeit eine Diagnose vorzunehmen und dem Kunden gezielt bei Bedarf eine Achseinstellung zu verkaufen.“ Generell sei der Stellenwert der Achsvermessung in Werkstätten gestiegen. Durch geänderte Anforderungen einerseits. Denn filigranere und kompliziertere Fahrwerke sowie engere Toleranzen bei den Einstellwerten machen Mehrarbeit notwendig. Und andererseits nutzen Werkstätten den Bereich Fahrwerkvermessung mehr und mehr aktiv als Umsatzbringer. „Ein Thema, das auch wieder an Relevanz gewinnt, ist die Vernetzung der Werkstatteinrichtung“, so Johann Legen. Vorteil: Der Kunde erhält am Schluss eine komplette Übersicht aller durchgeführten Diagnoseergebnisse in einem Ausdruck. Einen weiteren Trend sieht der Produktmanager in der Kombination von Achsmessanlagen und so genannten ADAS-Tools (Advanced Driver Assistance Bosch FWA 9000: Kameras erfassen die Laserpunkte zur Berechnung eines 3D-Radmodells. AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 Präziser Arbeitsplatz: Die Vier-Stempel-Hebebühne VS Square II MB mit Achslift von MAHA Sytems). „Unser DAS 1000 ist ein Kalibrierset zur Einstellung von Fahrerassistenzsystemen in Verbindung mit dem 3D- Achsmessgerät. Diesen Bereich werden wir weiter ausbauen“, verrät Johann Legen im Hinblick auf die Automechanika. Aber auch beim berührungslosen Messsystem seien Erweiterungen des Portfolios geplant. Präzise Bühne essenziell Egal für welches Messsystem sich eine Werkstatt entscheidet, wichtig ist neben der Investition in das Achsmessgerät auch die Einrichtung eines geeigneten Arbeitsplatzes. Dazu gehört in der Regel eine präzise Hebebühne als Basis für die exakte Fahrwerkvermessung. Viele Hersteller bieten daher ihre Achsmessgeräte in Kombination mit einer Hebebühne an. Dabei sind die Anforderungen an Letztere sehr hoch, auch um die Vorgaben deutscher Premium-Fahrzeughersteller zu erfüllen. „Die Hebebühnen müssen eine ausreichende Stabilität und Steifigkeit aufweisen, um die elastische Verformung bei unterschiedlichen Belastungszuständen von weniger als 0,5 Millimeter in Querrichtung und weniger als 1,0 Millimeter in Längs- und Diagonalrichtung zu halten“, weiß Markus Weber von MAHA, deren Vier-Stempel-Unterflur-Hebebühnen des Typs VS Square II und Vier-Säulen-Hebebühnen des Typs Carlift II über Empfehlungen aller deutschen Premium-Fahrzeughersteller verfügen. Das Unternehmen setzt bei den Achsmesssystemen selbst auf die Technik von Snap-on-Equipment, bietet aber auch ein Konzept für die Dialogannahme: „Mit unserem Radlauftester MINC sowie dem Profilmesssystem MTD 2000 können der Zustand der Reifen sowie die Achsgeometrie in Sekundenschnelle in der Annahme überprüft werden“, erläutert Markus Weber, Leiter Business Development & Marketing bei MAHA. Dieser Schnellcheck unterstützt Werkstätten dabei, die Fahrwerkseinstellung als Umsatzgenerator anzukurbeln. Denn Kunden, die ihr verstelltes Fahrzeug wieder korrekt einstellen lassen, können beispielsweise von „einem geringeren Verschleiß der Reifen, der mechanischen Bauteile, der Achs- und Radaufhängung sowie von einem niedrigeren Kraftstoffverbrauch, einem besseren Fahrverhalten und einer höheren Fahrsicherheit“ profitieren, gibt Markus Weber Werkstätten mögliche Verkaufsargumente gleich mit an die Hand. Auch das Unternehmen Nussbaum, das zwar den Bereich Achsvermessung zum 30. Juni 2016 einstellt, setzt auf seine Kompetenz im Bereich Hebetechnik. Der Hersteller betont im Gespräch die Relevanz einer ebenen Hebebühne als Grundlage für die Achsvermessung. Hebebühnen der Serie Combilift und Unilift sowie bestimmte Modelle der Serie Toplift sind beispielsweise mit gängigen Achsvermessungsgeräten kombinierbar. Auf der Auto mechanika will das Unternehmen den Schwerpunkt auf seine Hydraulik- Technologie Hyperflow legen und diesbezüglich eine Weiterentwicklung präsentieren. Valeska Gehrke ■ www.autoservicepraxis.de

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WERKSTATTTECHNIK SCHNELLVERMESSUNG Mitarbeiter einbeziehen Seit knapp vier Jahren ist das Vermessungssystem Hawk Eye auf dem Markt. asp sprach mit Rolf Lapp, Key Account und Marketing Manager von Hunter, über das Potenzial der Schnellvermessung. KURZFASSUNG Rolf Lapp erklärt im Interview, wie Werkstätten das Potenzial der Schnellvermessung nutzen können. Entscheidend ist die Motivation der Mitarbeiter, die das Konzept mittragen müssen. So lässt sich nicht nur die Werkstattauslastung, sondern auch die Kundenzufriedenheit steigern. asp: Eine erste Bilanz. Wie hat sich das System in der Branche etabliert? R. Lapp: Das hat sich gut entwickelt. Die Schnellvermessung mit der Hawk Eye Elite ist ein großes Thema, um noch mehr Achsvermessungen machen zu können. Die Technik hat sich bewährt. asp: Worauf kommt es im Werkstattalltag dabei an? R. Lapp: Die Mitarbeiter müssen mitmachen. Wir haben sehr gute Beispiele, aber auch schlechte. Ein Kunde, der das Gerät jetzt seit gut einem Jahr in der Werkstatt hat, steigert seine Achsvermessungen kontinuierlich, es wird jeden Monat mehr, sagt er. Im November 2014 zählte er 39 Vermessungen und ein Jahr später im November 2015 waren es 79 Vermessungen. Da spielen die Leute mit, das ist der Punkt. Ein weiterer Kunde, quasi ein Ein- Mann-Betrieb, macht inzwischen bis zu vier bis fünf Vermessungen am Tag, und das als kleine Werkstatt. Das ist Mund-zu- Mund-Propaganda: „Wenn du in diese Werkstatt gehst und nur das Kühlwasser nachschauen lässt, machen sie dir eine kostenlose Fahrwerkprüfung“, das spricht sich rum. Werbung bringt da nicht viel. Die Mentalität in der Werkstatt ist entscheidend. Man muss seine Mitarbeiter einbeziehen. Wenn sie das gerne machen und dahinterstehen, dann funktioniert es auch. asp: Wie viele Kunden, die eine kostenlose Schnellvermessung erhalten, lassen ihr Fahrzeug denn dann auch tatsächlich Einstellen, falls notwendig? AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 Foto: Gehrke Rolf Lapp von Hunter erklärt die Funktionsweise der Hawk Eye Elite. R. Lapp: Ungefähr 60 bis 70 Prozent der Fahrzeuge sind tatsächlich verstellt. Und was wir von unseren Kunden so mitbekommen, nehmen das rund 60 Prozent der Fahrzeugbesitzer an. Und andererseits, wenn ich als Kunde aus der Werkstatt fahre und es liegt ein grüner Zettel auf dem Beifahrersitz, „wir haben ihr Fahrwerk kostenlos überprüft, alles in Ordnung“. Da fühl ich mich gebauchpinselt, das ist guter Kundenservice und schafft Vertrauen. asp: Hat der Bereich Fahrwerkvermessung durch die Möglichkeit der Schnellvermessung einen höheren Stellenwert in Werkstätten? R. Lapp: Ja, die Werkstätten können die Kunden darauf ansprechen, das hat man früher nicht gemacht, weil der Aufwand einer Fahrwerksüberprüfung ziemlich groß war. Die Rüstzeiten waren sehr lang. In der Dialogannahme haben die Mechaniker eine viertel Stunde Zeit, wenn sie dann schon zehn Minuten allein für die Achsvermessung brauchen, ist das zu lang. Die Dialogannahme darf nicht zu teuer werden und man darf den Ablauf nicht stören. Denn oft ist es sowieso hektisch. Der Quick-Check dauert aber nur ein bis 1,5 Minuten. Der Kunde kann einfach im Fahrzeug sitzen bleiben. Einmal kurz die Hände vom Lenkrad, das Auto 20 Zentimeter nach vorne schieben und dann bekommt er den Ausdruck mit allen Messwerten im Überblick. Das ist kein Problem. Valeska Gehrke ■ www.autoservicepraxis.de

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PRODUKTE DIAGNOSE Unentbehrlicher Helfer Ohne aktuelle Diagnose-Software sind viele Reparaturarbeiten heute nicht mehr denkbar. Speziell bei der Fehlersuche unterstützen die kleinen Helfer den Kfz-Mechaniker. Für die Diagnose-Software XDS 1000 von AVL Ditest ist jetzt eine neue Version verfügbar. Mit dem Update 2015- 03 deckt sie zahlreiche weitere Fahrzeugmodelle und Steuergeräte ab. Der Fokus der Erweiterung liegt bei den Fahrzeugherstellern BMW/Mini, Ford, Mercedes- Benz, Opel, Peugeot, Renault, Toyota, VW, Audi, Seat und Skoda. Die Software zeichnet sich neben der Fahrzeugabdeckung durch die Kommunikationsgeschwindigkeit und die einfache Bedienung aus. vg ■ AVL Ditest GmbH www.avlditest.at Foto: AVL Ditest DIAGNOSE Schwerpunkt Assistenzsysteme Foto: WOW! Das neue Diagnose-Update von WOW bietet zahlreiche Verbesserungen und neue Funktionen. Der Fokus liegt dabei unter anderem auf Systemen, die Kameras für Spurhalte- und Spurwechselassistenten anlernen oder die Rückfahrkameras für Parkhilfeassistenten kalibrieren. Insgesamt beinhaltet das Update Neuerungen für 30 verschiedene Hersteller und 265 Modelle. Damit deckt die WOW-Software für das Modelljahr 2015 bereits 26 Hersteller und 148 Modelle ab, das sehr junge Modelljahr 2016 kann sich mit zwei Herstellern und 19 Modellen auch schon sehen lassen. vg ■ WOW! Würth Online World GmbH www.wow-portal.com NEUER KATALOG 90 Seiten Werkstatt-Technik Foto: Haweka Werkstätten, Reifenhändler und Autohäuser finden in dem neuen Produktkatalog 2016 von Haweka ein umfangreiches Nachschlagewerk: von Wucht-, Montierund Radwaschmaschinen über Hebebühnen bis hin zum aktuellen Spannmittelangebot. Die AXIS-Achsmessgeräte werden in einem eigenen Kapitel ausführlich beschrieben und mit Abbildungen dargestellt. Interessierte können den Katalog telefonisch unter 03763/1703-0, per Fax unter 03763/1703- 17 oder via E-Mail unter info@haweka-glauchau.de bestellen. vg ■ Haweka Werkstatt-Technik Glauchau GmbH www.haweka.de HEBETECHNIK Vielseitiger Allrounder Mit der neuen Biglift Combi 4.55 bringt autop (ab Mitte 2016 Autopstenhoj) einen echten Allrounder auf den Markt. Die Hebebühne wurde speziell für die Aufnahme von Pkw und Transportern mit unterschiedlichen Radständen konzipiert. Durch die verschiebbaren Schwenk arme sind die Aufnahmepunkte der Fahrzeuge gut erreichbar. Die Traglast der Biglift Combi 4.55 beträgt 5,5 Tonnen bei einer Fahrbahnlänge von 5,5 Metern. vg ■ autop Maschinenbau GmbH www.autop.de Foto: autop www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 45

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TÜV SÜD-AKTUELL Fragen an ... Jürgen Wolz, Chief Operating Officer bei TÜV SÜD Auto Service Wo sehen Sie künftig das größte Potenzial für die TÜV SÜD Auto Service GmbH? Unsere Kunden wünschen sich immer mehr Komplettangebote über die amtlichen Dienstleistungen hinaus. Das können z.B. Unterstützungen im Gebrauchtfahrzeugmanagement oder UVV-Prüfungen, aber auch Kalibrierungen oder Schadengutachten sein. Darauf richten wir unseren Fokus. Wie verändert sich der Markt Ihrer Kunden, also der Autohäuser und Werkstätten, und wo kann TÜV SÜD hier unterstützen? Wir sehen eine gewisse Konzentration im Markt. Viele kleinere und mittlere Betriebe schließen sich zusammen, größere Filialbetriebe entstehen. Zudem sind Fastfitter im Markt aktiv. Wir verstehen uns als kompetenter und zuverlässiger Partner sowohl für die großen Player als auch für die kleinen, oft inhabergeführten Betriebe. Wir unterstützen sie mit einem breiten und auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Dienstleistungsangebot. Welche Dienstleistungen könnten besonders für eine freie Werkstatt interessant sein? Das ist vorrangig die Hauptuntersuchung. Mittlerweile kommen jedoch immer mehr Betriebe auf uns zu und wünschen sich auch die Durchführung der Abgasuntersuchung, da sich die Investitionen in AU-Geräte und QM-Anforderungen nicht mehr lohnen. Darüber hinaus sind bei freien Werkstätten Schadengutachten und UVV-Prüfungen besonders gefragt. Was dürfte sich für Autofahrer bei der Abgasuntersuchung künftig ändern? Das ist gerade ein spannendes Thema. Wie wir bei mehreren Studien feststellen konnten, ist die Kombination der Onboard-Diagnose mit der Endrohrmessung aus unserer Sicht die ideale Methode, um das Abgasverhalten moderner Fahrzeuge effizient überprüfen zu können. Allerdings müssen auch die aktuellen AU-Grenzwerte an die verbesserte Abgasreinigungstechnik angepasst werden. AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 TÜV SÜD AUTO SERVICE GMBH Jürgen Wolz ist neuer COO Mit Wirkung zum 1. Februar 2016 wurde Jürgen Wolz (50) als Chief Operating Officer in die Geschäftsleitung der TÜV SÜD Auto Service GmbH berufen. Er löst Hans Peter Neppel (60) ab, der nach über 35 Jahren bei TÜV SÜD zum 30. April 2016 in den Ruhestand geht. Jürgen Wolz war im Unternehmen seit 2011 für die Leitung der Technischen Prüfstelle für den Kfz-Verkehr in Bayern verantwortlich. „Jürgen Wolz kennt die Fahrzeugprüfung aus dem Effeff und viele Mitarbeiter unseres Unternehmens. Er ist genau der richtige Mann, um das operative Geschäft erfolgreich in die Zukunft zu führen“, unter streicht Patrick Fruth, Sprecher der Geschäftsführung der TÜV SÜD Auto Service GmbH. Diplom-Ingenieur Jürgen Wolz ist seit 1997 im Unternehmen. Nach seinem Maschinenbaustudium machte er in der TÜV SÜD-Niederlassung Straubing eine Ausbildung zum amtlich anerkannten Sachverständigen und übernahm dort später auch die Verantwortung für die Ausbildung. Von 2001 bis 2011 leitete er die Niederlassung in Öhringen und baute zudem ab 2009 als Projektleiter den Geschäftsbereich „Mobiler Werkstattservice“ auf. 2011 kehrte der gebürtige Werthei- mer von Baden-Württemberg nach Bayern zurück, wo er bislang verantwortlich für die amtlichen Fahrzeugprüfungen war. In seiner neuen Position will Jürgen Wolz die amtlichen Dienstleistungen wie die Haupt- und Abgasuntersuchung fit für die Märkte machen: „Gerade im Bereich der Abgasuntersuchung ist die Dynamik aktuell besonders hoch, hier liegt großes Potenzial“, erklärt Wolz. Einen weiteren Schwerpunkt sieht der Fahrzeugexperte im Ausbau der freiwirtschaftlichen Dienstleistungen: „Services für Autohäuser und Werkstätten, Consulting, Flottenmanagement – unsere Kunden wachsen national und international. Wir bauen dazu unsere Services weiter aus. Alles aus einer Hand und an jedem Standort – das ist die Devise“, so Wolz. Die TÜV SÜD Auto Service GmbH betreut an rund 300 Service-Centern täglich rund 10.000 private und gewerbliche Kunden. Das Dienstleistungsspektrum geht weit über die amtlichen Dienstleistungen wie Haupt- und Abgasuntersuchungen hinaus und umfasst unter anderem auch Schaden- und Wertgutachten, Gebrauchtwagen-Zertifikate, Fahrzeugmanagement, Umweltmanagement für Werkstätten sowie Qualitätsmanagement. Foto: TÜV SÜD TÜV SÜD Auto Service bietet weit mehr als die amtlichen Dienstleistungen wie HU und AU. www.autoservicepraxis.de

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CONSULTING Von Beratung bis Werkstatt-Test TÜV SÜD-Experten kommen auch in den Betrieb und nehmen Prozesse genau unter die Lupe. Foto: fotolia/contrastwerkstatt Dort beraten, wo man sich am besten auskennt. Das ist Motto der Mitarbeiter im Geschäftsfeld Consulting von TÜV SÜD. Über die Tochtergesellschaft TÜV SÜD Auto Plus bieten die Experten des Consulting-Teams maßgeschneiderte Dienstleistungen für Hersteller, Autohandel, Zulieferer und Servicebetriebe – egal ob mit oder ohne Markenvertrag. Die Produkte des Geschäftsfeldes Consulting gliedern sich in die drei Bereiche Consulting, Auditing und Testing. Das Dienstleistungsportfolio reicht von der klassischen Beratung im Betrieb bis zum Werkstatt-Test, um Schwachstellen zu erkennen und Gegen maßnahmen zu ergreifen. TÜV SÜD bietet Werkstätten und Auto häusern professionelles Coaching, TÜV SÜD-Kontakt TÜV SÜD Auto Service Jürgen Wolz Tel. 0 89/57 91-23 20, Fax -23 81 juergen.wolz@tuev-sued.de TÜV SÜD Auto Partner Thomas Gensicke Tel. 0 7 11/72 20-84 73, Fax -84 88 thomas.gensicke@tuev-sued.de Zentraler Vertrieb Tel. 07 11/7 82 41-246 vertrieb-as@tuev-sued.de um Optimierungspotenzial im Betrieb zu erkennen und die richtigen Maßnahmen umzusetzen. Wichtige Zielvorgaben hierbei sind neben einer hohen Kundenzufriedenheit optimierte Prozessabläufe im Betrieb, einheitliche Qualitätsstandards und motivierte Mitarbeiter. Im Bereich Auditing gehen die TÜV SÜD-Auditoren in die Unternehmen und prüfen, ob die Prozesse im Betrieb den aktuellen gesetzlichen Anforderungen genügen oder den Vorgaben eines Herstellers. Das kann den Umweltschutz ebenso betreffen wie den korrekten Umgang mit Kundendaten. Auch die Überwachung kalibrierpflichtiger Prüfmittel gehört zum Bereich Auditing. Weil der Konzentrationsprozess im Autohandel zu größeren Unternehmen führt, erhält das Thema Gebrauchtwagenmanagement einen immer höheren Stellenwert. TÜV SÜD kann Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Lebenszyklus eines Gebrauchtwagens anbieten, von der Hereinnahme des Fahrzeugs bis zum Verkauf. Servicebausteine können modulartig in Anspruch genommen werden, beispielsweise die Aufbereitung der Fahrzeuge, administrative Prozesse wie die Abmeldung, das Datenmanagement, aber auch das betriebswirtschaftliche Controlling im Nachgang. Koppelmanns Kolumne Michael Koppelmann, Leiter Geschäftsfeld Consulting bei TÜV SÜD 100 Prozent Auslastung – aber wo bleibt die Qualität? Wer sich im Servicegeschäft auskennt, wird die Stirn runzeln, wenn Berater eine 100-prozentige Auslastung als Zielmarke anstreben. Schon eine 85 prozentige Auslastung ist in der Praxis mehr als genug. Insbesondere bei der Dialogannahme und den anstehenden Inspektionen fallen oft noch ungeplante Zusatzarbeiten an, die den Zeitpuffer schnell aufzehren. Wichtiger als der starre Blick auf Auslastungskennzahlen sind motivierte Mitarbeiter mit Spaß an der Arbeit. Ihnen gelingt die authentische und persönliche Kundenbetreuung ganz automatisch und sie halten die Servicequalität hoch – Grundvoraussetzung für jeden Betrieb. Die Liste der Erfolgsfaktoren ist gar nicht so lang und sie folgt oft dem gesunden Menschenverstand. Erstens: Zufriedenheit überträgt sich auf Kunden. Zufriedene Mitarbeiter überzeugen auch ohne viel „Verkaufsgeschick“. Zweitens: Planen Sie die Werkstattauslastung realistisch. Eine sinnvolle Terminplanung ist Voraussetzung für die saubere Ersatzteillogistik. Schlecht ist es dagegen, wenn Monteure morgens ohne die nötigen Ersatzteile dastehen. Drittens: Die Auftragsvorbereitung am Vortag schließt das Risiko einer „morgendlichen Überraschung“ aus. Dazu gehört neben der Ersatzteillogistik auch die Bereitstellung eines Leihfahrzeugs. Das erspart dem Kunden ein lästiges „Hin und Her“, um Dokumente und Fahrzeug zu organisieren. Und schließlich: Nutzen Sie die gut planbaren Vorlaufzeiten beim saisonalen Reifenwechsel oder kurz vor den Sommerferien. Wer hier einige Wochen im Voraus seine Kunden anruft und Termine vereinbart, muss die Fahrzeuge nicht nur „schnell durchschieben“. Stattdessen liegt darin auch eine Chance für manches Zusatzgeschäft und hervorragende Kundenbindung. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 47

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BETRIEBSPRAXIS COACHING Weniger Gerenne, weniger Stress Seit Jahren wachsen Kundenstamm und Auslastung bei Autodienst Schmid in Ulm kontinuierlich. Ein Coaching gab den Anstoß für kleinere Veränderungen, die viel bewirkten. Erfolgreiches Team: Ursula und Günter Schmid (Mitte) mit ihren Mitarbeitern. Natürlich waren sich Ursula und Günter Schmid darüber im Klaren, dass ihre Werkstatt, Auto dienst Schmid in Ulm, ihre Kapazitätsgrenzen erreicht hatte. Das war ja auch der Grund dafür, dass sie im April 2013 ein einwöchiges Coaching durch einen Berater der TÜV SÜD Consulting Auto Plus GmbH absolvierten. Dabei zeigte sich, dass selbst TÜV-SÜD-Berater Christoph Pantring von der Fülle der Werkstattaufträge beeindruckt war. An sein Erstaunen beim Durchblättern des Auftragsbuchs kann sich Ursula Schmid jedenfalls noch lebhaft erinnern: „Ich dachte für einen Moment, dass er gleich in Ohnmacht fällt.“ Aller- KURZFASSUNG Das Auftragsbuch von Autodienst Schmid platzte aus allen Nähten. Da kam das Coaching der TÜV SÜD Consulting Auto Plus GmbH gerade recht und liefert viele Hinweise und Tipps für ein strukturiertes Arbeiten im Werkstattalltag. AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 rund um die Optimierung der Serviceprozesse durch Berater der TÜV SÜD Consulting Auto Plus GmbH coachen zu lassen, nahmen Ursula und Günter Schmid daher gerne an. Zumal ATR die Organisation übernahm und sich der zeitliche Aufwand insgesamt in vertretbaren Grenzen hielt. „Das gesamte Coaching hat eine Woche gedauert“, erinnert sich Ursula Schmid. Vorbereitende Arbeiten mussten sie nicht erledigen. An seinem ersten Tag bei Autodienst Schmid beobachtete Christoph Pantring die Abläufe und warf dabei auch den bereits erwähnten Blick ins Auftragsbuch. Darüber hinaus sprach er mit Günter und Ursula Schmid über ihre größten Herausforderungen, bei denen sie sich Verbesserungen wünschten. An den folgenden Tagen führte Pantring außerdem noch mit jedem Mitarbeiter ein 15- bis 30-minütiges Gespräch. Das Team hatten die Schmids bereits im Vorfeld über das anstehende Coaching informiert. „Das stieß auf positive Resonanz. Schließlich haben ja auch die Mitarbeiter gemerkt, dass wir am Limit arbeiten“, so Ursula Schmid. Gemeinsam mit Günter Schmid erarbeitete der TÜV-SÜD-Berater anschließend einen Maßnahmenplan. An erster Stelle stand – wenig überraschend – die Einführung eines elekronischen Terminkalenders. Diesen Punkt nahmen die Schmids dann auch unmittelbar nach dem Coaching in Angriff. „Nach einer etwa dreimonatigen Umstellungsphase klappt die Arbeit mit dem Programm hervorragend und bietet allen Beteiligten einen deutlich besseren Überblick“, betont Günter Schmid. Auch den zweiten Vorschlag des TÜV- SÜD-Experten, ein neues Formular für die Werkstattaufträge zu entwickeln, setzten die Schmids prompt um. „Vorher hatten wir ein leeres Formular, auf dem nur die Fahrzeugdaten aufgedruckt waren. Jetzt sind viele Felder vorgegeben, die von den Werkstattmitarbeitern ausgefüllt werdings räumt sie ein, dass das Auftragsbuch damals tatsächlich wild aussah: Alle Spalten waren eng beschrieben und da der Platz trotzdem nicht ausreichte, waren am Rand noch zusätzliche Seiten angeklebt. Immer mehr Aufträge Im Jahr 2008 zog die Meisterhaft-Werkstatt in ihr frisch renoviertes Firmendomizil in der Herrlinger Straße, das einst ein Autohaus beherbergte. „Nach dem Umzug stieg die Zahl unserer Kunden langsam, aber kontinuierlich“, erzählt Ursula Schmid. „Im Jahr 2013 hatten wir schließlich doppelt so viele Kunden wie damals am alten Standort.“ Durch die Übernahme von Azubis sei zwar die Zahl der Mitarbeiter in der Werkstatt gewachsen. Doch die gesamte Fahrzeugannahme erledigte nach wie vor Günter Schmid gemeinsam mit einer Mitarbeiterin im Büro – und das wichtigste Hilfsmittel war das prall gefüllte Auftragsbuch. Das Angebot der Meisterhaft-Systemzentrale, der ATR Service GmbH, sich Fotos: Autodienst Schmid www.autoservicepraxis.de

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den müssen. Damit verhindern wir, dass gerade die kleinen Positionen vergessen werden“, sagt Ursula Schmid. In der ersten Zeit musste zwar öfter nachgehakt werden, damit wirklich alle Felder ausgefüllt wurden. Aber mittlerweile hat sich das eingespielt. Beim Schreiben der Rechnungen muss nun kaum noch in der Werkstatt nachgefragt werden. Das Coaching brachte auch Entlastung für Günter Schmid (rechts). INDIVIDUELLES COACHING Zur Steigerung der Servicequalität entwickelte die ATR Service GmbH für die Partner ihrer Werkstattsysteme Meisterhaft und AC Auto Check ein Coachingprogramm. Im Interview erläutert Thomas Sülzle, Leiter Marketing Services bei ATR, die Hintergründe. asp: Warum bietet die ATR Service GmbH ihren Partnerwerkstätten ein Coaching-Programm? T. Sülzle: Das ist Teil unserer Qualitätsoffensive, die wir vor zwei Jahren gestartet haben. Damit wollen wir den Betrieben helfen, ihre Abläufe besser zu strukturieren. Bei einem Coaching kann individuell auf die Bedürfnisse einer Werkstatt eingegangen werden. asp: Warum arbeiten Sie dabei mit dem TÜV SÜD zusammen? Thomas Sülzle, Leiter T. Sülzle: Wir schätzen den TÜV SÜD als neutrale und kompetente Organisation mit ausgezeichnetem Know-how im Werkstattbereich. TÜV SÜD Marketing Services bei der ATR Service GmbH führt daher auch die Qualitäts-Checks bei unseren Werkstattpartnern durch. Bei gemeinsamen Diskussionen, wie Prozesse durch Schulungen und Beratung verbessert werden können, haben wir das Coaching-Programm entwickelt, das speziell auf die Bedürfnisse freier Werkstätten zugeschnitten ist. Abhängig von der Betriebsgröße und dem Anforderungsprofil kann es sich dabei auch um ein Tagescoaching handeln. asp: Wie ist die Resonanz auf dieses Angebot? T. Sülzle: Seit zwei Jahren veranstalten wir sowohl für die Meisterhaft Werkstätten als auch die AC Auto Check Betriebe ein Tagesseminar zum Thema Werkstatt-Serviceprozesse, das übrigens ebenfalls vom TÜV SÜD gestaltet wird. Dabei handelt es sich um eine Pflichtveranstaltung für unsere Partner, die zudem die Basis für ein Coaching bildet. Nach ersten erfolgreichen Pilotprojekten steigen wir derzeit erst in die Vermarktung unseres Coaching-Programms ein. asp: Wie beurteilen die Partner, die bereits an einem Coaching teilgenommen haben, das Ganze? T. Sülzle: Die Inhaber der Pilotbetriebe fanden die Coachings hervorragend und haben alle davon profitiert. asp: Welchen Teil der Coachingkosten übernimmt ATR? T. Sülzle: Die Coachings werden von uns nicht direkt bezuschusst. Dass die Konditionen für den einzelnen Betrieb dennoch sehr günstig sind, liegt daran, dass wir mit TÜV SÜD einen Rahmenvertrag abgeschlossen und den Coachingprozess strukturiert und standardisiert haben. Schließlich kennen wir die Bedürfnisse unserer Partnerbetriebe. Das Interview führte Eva Elisabeth Ernst. Foto: ATR Service GmbH Strukturiertere Arbeitsweise Ein weiterer Punkt des Maßnahmenkatalogs, den die Schmids umgehend umsetzten, war die Planung der Weiterbildungsmaßnahmen für die Mitarbeiter. Sobald die Umstellungsphase vorbei war, zeigte sich, dass die Maßnahmen greifen. „Wir arbeiten seither deutlich strukturierter“, sagt Ursula Schmid. „Die Werkstattmitarbeiter erhalten nun ausgedruckte Reparaturlisten. Alles ist vorbereitet, jeder weiß, was er zu tun hat.“ Unterm Strich, so Ursula Schmid, gebe es seither wesentlich weniger Gerenne und weniger Stress für alle Mitarbeiter – insbesondere aber für Günter Schmid, der seine nach wie vor langen Arbeitstage wenigstens etwas entspannter angehen kann. Dennoch fehlt die Zeit, sich jenseits des Tagesgeschäfts mit weiteren Maßnahmen zu beschäftigen, die auf der Liste des TÜV-SÜD-Beraters standen. Einer dieser Punkte sind Veränderungen im Lager. „Wir arbeiten aber zumindest peu à peu daran, die Ersatzteile umzusortieren, so dass sich kürzere Wege ergeben und der Aufbau logischer ist“, berichtet Ursula Schmid. Auch das regelmäßige Aussortieren steht auf der Agenda. Darüber hinaus empfahl Christoph Pantring, einen zweiten Werkstattleiter als Co-Organisator einzustellen, der unter anderem die Werkstattaufträge koordinieren und Günter Schmid entlasten soll. Denn für eine Werkstatt dieser Größenordnung, so ein Fazit des Beraters, gebe es zu wenig administrative Mitarbeiter und Führungskräfte. „Doch gutes Personal zu finden, ist eine Herausforderung, in die man entsprechend Zeit investieren muss“, unterstreicht Ursula Schmid. „Und mit der Suche nach einem Werkstattleiter ist es ja nicht getan – anschließend muss er auch noch eingearbeitet werden.“ Auch wenn Ursula und Günter Schmid ab und zu das schlechte Gewissen plagt, weil im Alltag einige gute Vorsätze, die sie nach dem Coaching gefasst haben, verblassen, bereuen sie es ganz und gar nicht, sich Rat von außen geholt zu haben. „Das Coaching hat uns rund 2.500 Euro gekostet – aber das hat sich mittlerweile doppelt und dreifach rentiert“, betont Ursula Schmid. Besonders angenehm fand sie die Bestätigung des Beraters, dass ihr Mann und sie im Grunde alles richtig machen und vieles sogar ausgesprochen gut. Gute Vorsätze „Natürlich lässt sich immer wieder etwas optimieren. Aber erstaunlicherweise sind es viele Kleinigkeiten, die Erleichterung bringen.“ Nicht zuletzt, um die guten Vorsätze wieder aufzufrischen, planen Ursula und Günter Schmid eine weitere Coaching runde. „Wir wachsen schließlich weiterhin“, sagt Günter Schmid abschließend. „Und es gibt bestimmt noch einige Stellschrauben zur Verbesserung unserer Prozesse.“ Eva Elisabeth Ernst ■ www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 49

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BETRIEBSPRAXIS Fotos: Jörg Schwieder/Rainer Wolfsfellner NEUJAHRSEMPFANG Feierlaune Impressionen von der Isar: Springer Automotive Media lud zum traditionellen Jahresauftakt nach München. Marion Langheld und Georg Wallus (beide Techno) Klaus Dieter Breitschwert (Kfz-Gewerbe Bayern) und Prof. Hannes Brachat (AUTOHAUS) as haben die deutsche Politprominenz und die heimische Automobilwirtschaft gemeinsam? Richtig, beide versammeln sich dieses Jahr am Münchner Nockherberg. Die einen, um hier das traditionelle „Derblecken“ über sich ergehen zu lassen. Und die anderen, um beim Neujahrsempfang des Fachverlags Springer Automotive Media (SAM), in dem auch asp AUTO SERVICE PRAXIS erscheint, zu feiern. Impressionen vom Event. pn ■ Auf www.autohaus.de/ neujahrsempfang einfach durch die Bilder klicken! Patrick Neumann (asp) und Klemens Schmiederer (TÜV SÜD) Ralph M. Meunzel (Verlagsleiter Springer Auto motive Media und asp-Chefredakteur, Mitte) mit Ina und Axel Berger (beide CarGarantie) Peter Schumann (Autohaus Schumann), Antje Woltermann (ZDK) und 50Manfred AUTO Eggert SERVICE (Autohaus PRAXIS Eggert) 02/2016 Ulrich Ruckenbauer und Jan Welken (beide www.autoservicepraxis.de Lukoil)

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Peter Harbauer, Gerhard Duile, Barbara Lux-Krönig (alle RAW), Prof. Hannes Brachat (AUTOHAUS), Horst Neubacher und Maximilian Appelt (beide RAW) Treue Sponsorenpartner: Axel Berger (CarGarantie), Michael Hansen (Castrol) und Horst Neubacher (RAW) André Preiß (AP Connections), Franz Fischer (Sonax) und Walter Bley (RAW) Hubert Seebauer (Stahlgruber) und Patrick Neumann (asp) Prof. Stefan Reindl (IFA), Michael Bergmann (Audatex), Ralph M. Meunzel (asp) Gettogether ........................... Gemeinsam mit den treuen Sponsoren Axel Berger, CG CarGarantie, Michael Hansen, Castrol, und Horst Neubacher, Rath, Anders, Dr. Wanner & Partner (RAW), begrüßte asp-Chefredakteur Ralph M. Meunzel Mitte Januar führende Vertreter aus Handel, Industrie, Politik und von Dienstleistern. Peter Baumann und Günter Hiermaier (beide Liqui Moly) Christian Ritter (Torpedo-Gruppe), Michael Saitow (Saitow), Torsten Kühne (Saitow) Thilo von Ulmenstein (Fleetcompetence), Roland Vogt und Hans Peter Neppel (beide TÜV SÜD) Jürgen Immer (TÜV SÜD), Walter K. Pfauntsch (Presse + PR Pfauntsch) und Dietmar Neubauer (Veedol) Ralph M. Meunzel (asp), Malte Krüger, Daniel Breves Birgit Zipfel (SAM) mit Marco Castrucci (Bosch) (beide Mobile.de) www.autoservicepraxis.de und Peter Lehnert (Springer Fachmedien München) und Johannes Wanka (Beissbarth) AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 51

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BETRIEBSPRAXIS Fotos: Jörg Schwieder, Rainer Wolfsfellner BEST BRANDS 2016 Imageträger Die strahlenden Sieger der diesjährigen Imageumfrage von AUTOHAUS und asp AUTO SERVICE PRAXIS stehen fest. o sonst die Politprominenz des Landes beim „Derblecken“ rustikal und leidenschaftlich durch den Kakao gezogen wird, erhielten kürzlich die diesjährigen Best-Brands-Champions ihre Pokale. Die Rede ist vom Münchner Nockherberg, der den würdevollen Rahmen für die Auszeichnung der imagestärksten Marken der Kfz-Branche stellte. Für die Befragung hatte puls 900 Leser der Fachzeitschriften AUTOHAUS und asp AUTO SERVICE PRAXIS interviewt. asp ■ Bester DMS-Anbieter: Ralf Koke (l.) und Wolfgang Börsch von Loco-Soft Neugierig? Dann schnell www.autoservicepraxis.de/ bestbrands aufrufen. AUTOHAUS-/asp-Chefredakteur und Verlagsleiter Springer Automotive Media 52 (SAM), Ralph AUTO M. SERVICE Meunzel, führte PRAXIS durch 02/2016 die Preisverleihung. Stärkste Marke bei den GW-Garantieanbietern: Axel und Ina Berger sowie Dirk Heinemann von der CarGarantie (v. l. n. r.) Applaus, Applaus: Die Preisverleihung fand im Rahmen des traditionellen SAM-Neujahrsempfangs www.autoservicepraxis.de statt.

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Santander an der Spitze der freien Autobanken: Jascha Bräuer, Sönke Roggenbuck, Thomas Hanswillemenke und Maik Kynast (v. l. n. r.) Teile-Händler: Hubert Seebauer von Stahlgruber mit dem Pokal Mobile.de ganz vorne: Daniel Breves, Malte Krüger, Torsten Wesche und Christian Maas (v. l. n. r.) Sieg für BCA bei den Auto-Auktionshäusern – zur Freude von Matthias Quadflieg (BCA, r.). Michael Harms (SAM) gratulierte. Top-Werkstattausrüster und -Teile-Hersteller: Johannes Wanka und Marco Castrucci (r.) von Bosch Beste Schmierstoffmarke: Peter Baumann (l.) und Günter Hiermaier von Liqui Moly freut‘s. Puls-Chef Konrad Weßner erläuterte die Umfrageergebnisse. Triumph für Sonax: Franz Fischer freut sich über die Auszeichnung. Daumen hoch: Tyre24 von Michael Saitow ist der Top-Reifen-Händler. So sehen Sieger aus: Die Fachzeitschriften AUTOHAUS und asp AUTO SERVICE PRAXIS haben am Münchner Nockherberg www.autoservicepraxis.de den Markenpreis „Best Brands 2016“ verliehen. AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 53

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BETRIEBSPRAXIS VERJÄHRUNGSFRISTEN Ein Jahr bleibt ein Jahr Mit den vom ZDK empfohlenen angepassten Kfz-Reparaturbedingungen ändert sich für die Werkstätten nichts bei den Verjährungsfristen. Es gilt weiterhin die verkürzte Frist von einem Jahr. it den angepassten Kfz-Reparaturbedingungen, die im November 2015 vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) veröffentlicht wurden, reagierte der Verband auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom April vergangenen Jahres. Das Gericht hatte die Verkürzung der Verjährungsfrist für Sachmängelhaftung auf ein Jahr in den Gebrauchtwagenverkaufsbedingungen (Fassung 3/2008) für unwirksam erklärt. Die im Kfz-Gewerbe übliche Verkürzung der Sachmängelhaftung auf ein Jahr fand sich analog in den Neuwagenverkaufsbedingungen sowie in den Kfz-Reparaturbedingungen. Die Begründung der Richter: Die Regelungen zur Verjährungsverkürzung in den alten AGB verstießen gegen das Transparenzgebot. Zu Deutsch: Die Regelungen zur Verjährungsfrist waren für den juristisch nicht vorgebildeten Kunden kaum zu durchschauen. Insbesondere war nicht ersichtlich, ob Schadenersatzansprüche wegen Verletzung der Pflicht des Verkäufers zur Nacherfüllung bereits nach einem Jahr oder aber erst nach Ablauf der gesetzlichen Verjährungsfrist von zwei AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 Foto: fotolia/Yvonne Weiss Jahren nicht mehr geltend gemacht werden können. Geklagt hatte eine Frau, die einen gebrauchten Pkw gekauft hatte und nach einem Jahr Korrosionsschäden festgestellt hat. Sie forderte die Beseitigung des Mangels plus Kostenübernahme. Bei der Frage, ob sich bei den Verjährungsfristen mit den neuen AGB etwas zum Nachteil der Werkstätten verändert hat, kann der ZDK beruhigen: „Für die Werkstätten ändert sich bei den Verjährungsfristen nichts“, sagt Rechtsanwalt Patrick Kaiser vom ZDK. „Vielmehr unterfallen nach den neuen AGB nunmehr auch Schadenersatzansprüche aus Sachmängeln regelmäßig der Verjährungsfrist von einem Jahr.“ Keine Nachteile für Werkstätten Ausgenommen von der Verjährungsverkürzung sind Schadenersatzansprüche u.a. bei Verletzung von Leben, Körper, Gesundheit oder bei einer grob fahrlässigen oder vorsätzlichen Verletzung von Pflichten. Auch das regeln die AGB. In den neuen AGB ist die Haftung wegen Sachmängeln, also auch etwaige Schadenersatzansprüche, die sich aus einem Sachmangel ergeben, in Abschnitt VIII „Haftung für Sachmängel“ geregelt. Sonstige Haftungsansprüche sind im Abschnitt IX geregelt und verjähren in der regelmäßigen Verjährungsfrist. Hierzu zählen z.B. vertragliche Nebenpflichtverletzungen, erklärt Kaiser. Dietmar Winkler ■ NEUE FORMULARE Nach Absprache mit dem VDA und VDIK und der Zustimmung des ADAC hat der ZDK seine Texte zu den Verkaufsbedingungen von Neu- und Gebrauchtwagen sowie die Kfz-Reparaturbedingungen neu formuliert. Bereits im November 2015 hat der ZDK die neuen Texte veröffentlicht. Folgende Formulare und Produkte sind bei Springer Automotive mit den neuen Bedingungstexten lieferbar: ■ GW-Bestellung ohne Garantie (Art. 6503) ■ GW-Bestellung mit Garantie (Art. 6535) ■ Werkstatt-Reparaturbedingungen als Tafel (Art. 6060) ■ Werkstatt-Reparaturbedingungen als Block (Art. 6061) ■ Neuwagen-Bestellung mit Verbraucherunterrichtung bei Darlehensvermittlung (Art. 6502) ■ Verbindliche Bestellung eines neuen Kfz (Art. 6001) Bestellbar sind sie unter der jeweiligen Artikelnummer im Shop unter www.springer-automotive-shop.de www.autoservicepraxis.de

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BETRIEBSPRAXIS INTERVIEW Die alte neue Veedol Zwei Jahre nach Wiedereinführung der Schmierstoffmarke Veedol in Deutschland zieht Vertriebsleiter Dietmar Neubauer eine positive Bilanz und erklärt, warum er Öl nicht am Wühltisch verramschen will. asp: Vor ziemlich genau zwei Jahren ist die Traditionsmarke Veedol in Deutschland wieder gestartet. Was waren die wichtigsten Meilensteine bislang? D. Neubauer: Wir haben Anfang Februar 2014 mit dem Vertrieb in Deutschland begonnen, zunächst mit mir als Einzelkämpfer. Der Aufbau einer Vertriebsmannschaft war daher die wichtigste Aufgabe. Bereits zum 1. Juli 2014 kam Matthias Plath für Norddeutschland dazu, im Oktober hat Jens Knabe die Vertriebsverantwortung für den östlichen Teil Deutschlands übernommen und zuletzt konnten wir zum 1. Mai 2015 Thomas Zwerenz für Süddeutschland verpflichten. asp: Damit sind Sie nicht gerade üppig besetzt … D. Neubauer: Die „alte“ Veedol hatte Ende der 90er-Jahre knapp 100 Außendienstmitarbeiter. Das ist mit der neuen Eigentümerstruktur nicht mehr darstellbar. Deshalb arbeiten wir mit Großhändlern zusammen, die sich ausschließlich mit Schmierstoffen beschäftigen. Das ist wichtig, denn Motorenöl ist mittlerweile ein so spezialisiertes Produkt, da brauchen Sie unbedingt Beratung. Unsere Großhandelspartner verfügen über einen eigenen Außendienst. Auf diese Weise kommen wir heute auf geschätzt 60 Leute im Außendienst. asp: Sind Sie damit nahe genug am Kunden? D. Neubauer: Ja, absolut. Unsere Großhandelspartner verfügen über eine eigene Lagerhaltung. Neben der guten Beratung KURZFASSUNG Die traditionsreiche Schmierstoffmarke Veedol will sich im deutschen Markt wieder einen festen Platz erobern. Statt auf das Volumengeschäft konzentriert sich Veedol ausschließlich auf den Verkauf über den Fachhandel. AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 ist aus meiner Sicht auch die regionale Nähe zum Kunden entscheidend. Veedol soll heute genau wie in alten Zeiten nahe beim Kunden sein. Bei der Belieferung sind wir im Branchenvergleich sehr schnell, dank dezentraler Läger, bei den Handelspartnern. asp: Warum ist Öl ein kompliziertes Produkt? D. Neubauer: Künftig wird die Wahl des richtigen Öls noch komplizierter und selbst in den Autohäusern müssen die Mitarbeiter genau gucken, was sie einfüllen. Heute ist Öl ein Konstruktionselement im Fahrzeug. Wir haben jetzt schon eine hohe Vielfalt an Ölen, und das wird künftig noch zunehmen. Zum einen gibt es bei vielen Herstellern wieder den Trend zur Trennung nach Otto- und Dieselmotorenölen. Zum anderen sehen wir bei fast allen Herstellern den Trend zu immer hochwertigeren synthetischen Motorenölen auf Basis von Polyalphaolefinen (PAO) oder Estern. Getrieben ist dieser Trend natürlich von der Suche nach weiteren Einsparungspotentialen beim Kraftstoffverbrauch und damit der Emissionssenkung. asp: Welche Zwischenbilanz ziehen sie nach zwei Jahren am Markt? D. Neubauer: Das ist teilweise harte Aufbauarbeit, die aber auch sehr viel Spaß macht. Es ist ein gutes Gefühl, für eine Firma zu arbeiten, die wirkliche Fans hat. Und die Geschäfte entwickeln sich prächtig. asp: Sie haben Fans, was meinen Sie damit? D. Neubauer: Unsere Kunden fühlen sich emotional an die Marke gebunden. Das entscheidende Differenzierungsmerkmal gegenüber anderen Marken ist die Exklusivität, die wir bieten. Veedol gibt es weder im Baumarkt noch im Supermarkt. Als erklärungsbedürftiges Produkt sollte Motorenöl grundsätzlich nicht am Wühltisch, sprich im Internet, verkauft werden. Un- Dietmar Neubauer, Vertriebsleiter Veedol Deutschland, sieht die Marke auf gutem Weg. sere Strategie trägt letztlich dazu bei, der Werkstatt die Marge bei Schmierstoffen zu erhalten. asp: Wie wichtig ist Emotion bei Ihrem Produkt? D. Neubauer: Dass wir im Markenauftritt auf die Schlittschuhläuferin gesetzt haben, hat sich als Glücksgriff erwiesen. Wir werden oft darauf angesprochen. Das Motiv wurde übrigens schon 1952 von dem Werbezeichner Heinz Fehling aus Scheeßel kreiert. Die Schlittschuhläuferin macht den sogenannten „Quarter-Turn“ und symbolisiert das problemlose Starten eines Motors durch die Vierteldrehung des Zündschlüssels. www.autoservicepraxis.de

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Foto: Veedol asp: Die Dame hat ja jetzt auch einen Namen … D. Neubauer: Ja, die Veedol-Fans haben sich in einem Wettbewerb für den Namen Greta entschieden. Sehr passend, wie ich finde. Greta ist ein alter Name (siehe Greta Garbo), wird aber seit den 80er-Jahren zunehmend wieder an Mädchen vergeben. Zudem hat Greta die Bedeutung „Perle“. asp: Haben Sie denn wirtschaftlich Ihre Ziele in Deutschland erreicht? D. Neubauer: Die Zielsetzung war ein Prozent Marktanteil bis Ende 2015. Das haben wir knapp verfehlt. In dem Geschäft ist viel Kernarbeit nötig. Da es sich um einen reinen Verdrängungsmarkt handelt, sind potenzielle Abnehmer in der Regel in bestehenden Verträgen mit Wettbewerbern gebunden. Aber wir haben gute Argumente in Gesprächen mit Kunden und erhalten sehr viele positive Rückmeldungen von den Verkaufspunkten. Man freut sich dort über zufriedene Autofahrer, die gerne wiederkommen. Ich würde es so formulieren: Der Samen fängt an zu keimen. asp: Welche Rolle spielen Autohäuser auf der einen und freie Werkstätten auf der anderen Seite für den Vertrieb? D. Neubauer: Veedol ist seit jeher für alle Kfz-Betriebe da und so soll es auch künftig sein. Es gibt sowohl Markenbetriebe, die mit Veedol arbeiten, aber auch den kleinen freien Werkstattbetrieb. Wir gehen mittelfristig von einem weiteren Wachstum der freien Werkstätten aus. Veedol ist hier gut Die Marke Veedol soll heute genau wie in alten Zeiten möglichst nahe beim Kunden sein. gerüstet, gerade die freien Werkstätten auf allen Ebenen mit den notwendigen Produkten, Schulungen, aber auch bei Investitionen oder Aktionen zur Kundenbindung zu unterstützen. asp: Stichwort Schulung. Was bieten Sie Kfz-Betrieben? D. Neubauer: Über die Veedol-Akademie bieten wir den Autohäusern und Werkstätten verschiedene Schulungen an. Das fängt an mit einer Basis-Ölschulung für Mitarbeiter im Autohaus. Um auch im Verkauf die Aufmerksamkeit für das Thema Öl zu steigern, bieten wir ein spezielles Schulungsmodul für Serviceberater. Das sind zwar häufig gute Techniker, aber nicht immer gute Verkäufer. Leider höre ich selbst von Inhabern einer Werkstatt manchmal den Spruch, dass es doch egal sei „welche Brühe man da hineinkippt“! Das wird dem Produkt nicht gerecht, das 30 Euro pro Liter kostet und immer noch einer der wichtigsten Umsatzbringer in der Werkstatt ist. Da fehlt ganz klar das Wertebewusstsein. asp: Wie sind die Absatzprognosen für Motoröle im Pkw-Bereich? D. Neubauer: Downsizing bei den Motoren und damit einhergehende Mehrbelastung auch des Motorenöls veranlassen Hersteller zu Überlegungen die überlangen Ölwechselintervalle wieder zu überdenken. Sollte sich hieraus ein Trend zu geringeren Ölwechselintervallen durchsetzen, könnte sich der Absatz von Motorenölen stabilisieren. Derzeit verringert sich der Markt jährlich um ca. zwei Prozent. asp: Ihr Mutterkonzern sitzt in Indien. Welche Erwartungen hat man für den europäischen Markt? D. Neubauer: Die indische Tide Water Oil Company hat seit 2011 die weltweiten Markenrechte für Veedol und will die Erfolgsgeschichte der Marke weiterführen. Dabei ist auch klar: Das Ölgeschäft ist bei Weitem nicht mehr so lukrativ, wie es einst war. Nach zwei Jahren ist abzusehen, dass wir in Deutschland erfolgreich sein werden, auch wenn wir nicht noch einmal 24 Prozent Marktanteil im Werkstattgeschäft erreichen, die Veedol einst als Marktführer hatte. Wir wollen aber wieder zu den wichtigen Mitspielern gehören. Veedol ist in Deutschland zu Hause und am Bedarf deutscher Meisterwerkstätten ausgerichtet. asp: Wo finden Forschung und Entwicklung statt? D. Neubauer: Veedol hat fünf Produktionswerke und vier Forschungs- und Entwicklungszentren in Indien. Es lohnt sich bei unserem Volumen derzeit noch kein eigenes Blendingwerk in Europa. Wir arbeiten mit Blendern in Europa zusammen, die ganz klare Vorgaben von uns bekommen. Mit diesen Partnern haben wir eine starke Technik im Rücken. Es ist mittelfristig nicht ausgeschlossen, dass wir auch in Europa wieder eine Produktion eröffnen. asp: Was steht bei Ihnen für die nächsten zwei Jahre an? D. Neubauer: Wir wollen auf jeden Fall den Bekanntheitsgrad und den Marktanteil weiter steigern. Zudem werden wir den Vertrieb weiter ausbauen und die weißen Flecken in Deutschland abdecken. Veedol hat kürzlich das neue Veedol Sintron V 0W20 auf den Markt gebracht, welches speziell für neue Volvo-Motoren Mittelfristig ist es nicht ausgeschlossen, dass wir auch in Europa wieder eine Produktion eröffnen. entwickelt wurde und freigegeben ist nach der neuen Norm Volvo VCC RBS 0-2 AE. In der Umsetzung sind derzeit außerdem ein Motorenöl für die neuen Peugeot-Anforderungen in der Viskosität 0W30 sowie ein Doppelkupplungsgetriebeöl für ein breites Anwendungsgebiet. Da der Classicbereich ein wachsender Teilmarkt im Werkstattgeschäft ist, plant Veedol 2016 auch hier eine Produktlinie. Interview: Dietmar Winkler ■ DAS UNTERNEHMEN Veedol ist in Deutschland seit den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts ein Begriff. Nach zehnjähriger Abstinenz ist die traditionsreiche Schmierstoffmarke Veedol vor zwei Jahren wieder auf den deutschen Markt zurückgekehrt. Seit Februar 2014 bietet die Veedol Deutschland GmbH mit Sitz in Hamburg ein breites Sortiment an Schmierstoffen für Pkw, Nutzfahrzeuge, Motorräder und Getriebe. 2011 wurde Veedol von der indischen Tide Water Oil Company übernommen, die die Marke bereits seit 1928 in Indien und Asien führt und heute in 20 Ländern aktiv ist. Die Marke Veedol soll künftig weltweit vermarktet werden. Die deutsche Gesellschaft setzt konsequent auf den Vertrieb über den Fachhandel. Als professionelle Marke soll Veedol ausschließlich über Werkstätten und Autohäuser vermarktet werden. Veedol blickt auf eine reiche Tradition zurück: Unter anderem waren Motoröle von Veedol bei Charles Lindberghs legendärer Atlantiküberquerung 1927 als auch bei der ersten Nonstop-Pazifiküberquerung 1931 mit an Bord der Flugzeuge. Die Marke nutzt die Tradition bewusst in der Markendarstellung. Die deutsche Werbefigur ist schon über 50 Jahre alt, auch wenn man es ihr nicht ansieht. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 02/2016 57

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BETRIEBSPRAXIS SCHMIERSTOFFE Mit Ölen richtig umgehen Werkstattunternehmer müssen ihre Mitarbeiter, die mit Schmiermitteln arbeiten, hinsichtlich der korrekten Handhabung und der Gefahren im Umgang mit Ölen unterweisen. erkstattchefs aufgepasst: Die Mitarbeiteranweisung „Betriebsmittel Öl“ thematisiert neben den rechtlichen Grundlagen, der Bestellung, dem Einkauf und der Lagerung, dem Umgang mit Schmierstoffen am Arbeitsplatz, der Lagerung und Ent­ Für 3,95 Euro netto ist die Anweisung bestellbar. sorgung von Altöl und den Maßnahmen bei Ölbränden auch die wichtigen Gebots­, Hinweis­ und Verbotsschilder inklusive Rettungszeichen. Die zwölfseitige DIN­A4­Broschüre lässt sich im Online­Shop von Springer Fachmedien München für 3,95 Euro netto unter der Artikelnummer 6166 bestellen. Die zehn wichtigsten Punkte ■ 1. Prüfen Sie, ob sich gefährliche Stoffe durch unbedenklichere ersetzen lassen. ■ 2. Fordern Sie zu jedem Öl das passende Sicherheitsdatenblatt an. ■ 3. Führen Sie Ihre Gefahrstoffdokumentation sorgfältig. ■ 4. Beachten Sie bei jeglichem Umgang mit Öl das Wasserhaushaltsgesetz (WHG). ■ 5. Beim Umgang mit Ölen ist stets eine geeignete persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen. ■ 6. Hautkontakt mit Altöl ist unter allen Umständen zu vermeiden. ■ 7. Transportieren und lagern Sie alle Arten von Ölen nur in geeigneten Behältern. ■ 8. Essen, trinken oder rauchen Sie keinesfalls bei Arbeiten mit Öl. ■ 9. Hitze und Zündquellen sind allen Arten von Ölen fernzuhalten. ■ 10. Zum Löschen eines Ölbrands sind nur CO2, Schaum oder Trockenlöschmittel einzusetzen – niemals Wasser. Wichtig: Mit der an der Anweisung angehängten Karte kann die Unterweisung des Mitarbeiters bestätigt werden. asp ■ Interesse? Infos gibt‘s unter www.springerautomotive-shop.de. IMPRESSUM ISSN NR. 1437-1162 Anschrift von Verlag und Redaktion Springer Automotive Media Springer Fachmedien München GmbH Aschauer Str. 30 · 81549 München Tel. 0 89/20 30 43-0 Fax Redaktion 0 89/20 30 43-12 18 Fax Anzeigen 0 89/20 30 43-12 40 http://www.autoservicepraxis.de Springer Fachmedien München GmbH ist Teil der Fachverlagsgruppe Springer Science + Business Media Redaktion Herausgeber Dipl.-Ing. Hans Peter Neppel (TÜV SÜD Auto Service GmbH), Lars Kammerer (TÜV SÜD Auto Service GmbH) Anschrift siehe Verlag Chefredaktion (V.i.S.d.P.) Ralph M. Meunzel Tel. 0 89/20 30 43-12 03 Koordination Patrick Neumann Tel. 0 89/20 30 43-11 84 Redaktion Valeska Gehrke (vg) Tel. 0 89/20 30 43-23 09 Alexander Junk (aj) Tel. 0 89/20 30 43-23 10 Martin Schachtner (msh) (Elternzeit) Dietmar Winkler (diwi) Tel. 0 89/20 30 43-27 92 Online-Redaktion Ralf Padrtka (Leitung) Tel. 0 89/20 30 43-12 84 Thomas Maier Tel. 0 89/20 30 43-23 11 Frank Selzle Tel. 0 89/20 30 43-11 08 E-Mail: autoservicepraxis@springer.com Ständige Mitarbeiter Eva-Elisabeth Ernst, Manfred Schlegel, Marcel Schoch, Dieter Väthröder Gesamtleitung Herstellung Maren Krapp Tel. 0 89/20 30 43-14 18 Layout Diane Laudien Tel. 0 89/20 30 43-11 87 Verlag Geschäftsführer Peter Lehnert Tel. 0 89/20 30 43-22 54 Verlagsleiter Springer Automotive Media Ralph M. Meunzel Tel. 0 89/20 30 43-12 03 Anzeigen- und Marketingleitung Michael Harms Tel. 0 89/20 30 43-12 42 Anzeigenverkauf Sanja Klöppel Tel. 0 89/20 30 43-12 24 Birgit Zipfel Tel. 0 89/20 30 43-11 91 Fax 0 89/20 30 43-12 40 Marketing Alexandra Wutz (Fachliche Leitung) Tel. 0 89/20 30 43-21 05 Susanne Schwarzenböck Tel. 0 89/20 30 43-11 36 Fax 0 89/20 30 43-11 81 Anzeigenverwaltung Aylin Uysal Tel. 0 89/20 30 43-23 58 Gültig ist die Anzeigen-Preisliste ab 01.10.2015 Gelegenheitsanzeigen Doris Kester-Frey Tel. 0 89/20 30 43-11 33 E-Mail: kontakt.anzeigen@springer.com Leitung Vertriebskoordination Fachzeitschriften Tatjana Sachenbacher Tel. 0 89/20 30 43-16 27 Online-Medien Stefan Griessmann (Leiter Portale) Tel. 0 89/20 30 43-11 57 Ute Sauermann Tel. 0 89/20 30 43-22 18 (Produktmanagerin Portale SAM) Abo-Service Tel. 0 89/20 30 43-15 00 Fax 0 89/20 30 43-21 00 Sitz: Aschauer Str. 30 · 81549 München E-Mail: vertriebsservice@springer.com Der Verlag übernimmt keine Haftung für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotomaterial, daher besteht auch kein Anspruch auf Ausfallhonorar. 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