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Mit freundlicher Empfehlung www.autoservicepraxis.de B43 385 D 10,90 EURO 03.2016 SPRINGER AUTOMOTIVE MEDIA KLIMASERVICE Herausforderungen für das Werkstattgeschäft LEISTUNGS-PLUS Bringt Chip tuning wirklich mehr Power? SCHEINWERFER Neue HU-Prüfrichtlinie: kein Platz für Toleranz GELD & KREDIT Die richtige Strategie für den Banktermin TÜV SÜD-AKTUELL Übernahme von ATISAE: gestärktes Spanien-Geschäft » Ihre Pole-Position: 80 % Rückvergütung nicht genutzter Kosten.« ANDREW ECKSTEIN VORSTAND MENEKS Mit der MENEKS Gebrauchtund Neuwagen System-Garantie JETZT UNTERLAGEN ANFORDERN: www.meneks.de info@meneks.de Tel +49 7308 9283-0 www.autoservicepraxis.de

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LEITARTIKEL Begeisterung ist ansteckend ut ab! 3.500 Schüler in sieben Tagen – das ist eine beeindruckende Bilanz, die das Kraftfahrzeuggewerbe Bayern am Ende der Internationalen Handwerksmesse in München ziehen durfte. Das heißt 3.500 Mal Staunen und selbst mitmachen. Denn das ist das Konzept, mit dem das Bayerische Kfz-Gewerbe schon zum dritten Mal junge Menschen für Berufe rund ums Auto begeistert. Mit dem Auto Service Meister 2016 suchen wir die Helden der Kfz-Branche. Unter dem Motto „Willkommen an der Rennstrecke“ befinden sich die jungen Standbesucher in einer nachempfundenen Boxengasse. An mehreren Mitmachstationen dürfen sie unter der Anleitung von Auszubildenden des Kfz- Gewerbes selbst typische Arbeiten im Servicebetrieb ausprobieren: Radwechsel, Dellen ausbessern, schweißen oder ein Fahrzeug von unten auf einer Hebe bühne inspizieren. Die Begeisterung liegt in der Messehalle förmlich in der Luft, und jeder spürt sofort: Das ist der richtige Weg, um den jugendlichen Nachwuchs anzusprechen. Einfach zeigen, was man hat, ganz real, ganz echt und mit viel Engagement und kreativen Ideen bei der Präsentation. Auch wir wollen mit unserem Wissenswettbewerb „Auto Service Meister 2016“ junge Menschen begeistern, die sich für eine Weiterbildung zum Kfz- Meister entschieden haben. In dieser Ausgabe startet der von ZF, MAHA und Shell unterstützte Wettbewerb mit dem ersten von vier Frage bögen. „Be a Hero“ ist das Motto beim Auto Service Meister in diesem Jahr. Macht euch zum Helden, zeigt, was ihr schon wisst und seid ansteckend mit eurer Begeisterung für den Beruf! Alle Infos unter www.autoservicemeister.de Viel Spaß beim Mitmachen! Dietmar Winkler, Redakteur www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 3

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INHALT 12 Mindestens zwei Kältemittel Aktuelle Herausforderung: Mit mehreren Klimaservicegeräten den Markt abdecken. 28 Ohne Quietschen und Staub Neuigkeiten bei Bremsscheiben, Bremsbelägen und Bremstechnik 44 Kein Platz für Toleranz Strengere Anforderungen durch die neue HU-Prüfrichtlinie TITEL 12 Klimaservice Neue Klimaservicegeräte für R-134a und R-1234yf 16 Kältemittel Interview mit Mark Degenhardt, ASA-Verband 18 Klimaanlage Hintergrund: Technik und Funktion der Klimaanlage 22 Allergiker als Klientel Mit kompetenter Beratung punkten WEITERBILDUNG 24 Auto Service Meister 2016 Seite für den Chef – Mitarbeiter werden zu Kundenverstehern 25 ASM-Fragebogen 1 Wie fit seid ihr beim Thema Motor/Antriebsstrang? 26 Meisterschule im Porträt Bildungszentrum der Kfz-Innung Schwaben AUTOMOBILTECHNIK 28 Bremsen Aktuelle Entwicklungen bei Bremsscheiben & Co. 32 Best Brands 2016 Liqui Moly: Sieger in der Kategorie Schmierstoffe AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 34 Leistungssteigerung Mehr Power durch Chiptuning? 37 Vorstellung VW Golf GTI Clubsport: Rennbolide für den Alltag 38 Messe Genfer Autosalon: Newcomer am Lac Léman 40 Produkte Neues aus den Bereichen Zubehör, Ersatzteile und Co. WERKSTATTTECHNIK 42 Interview Im Gespräch mit dem neuen TÜV SÜD-COO Jürgen Wolz 44 Scheinwerfer Anforderungen an die Scheinwerferprüfung ab 2017 46 Prüffläche Nivellierbare Prüffläche LTB 100 von Bosch 47 Produkte Prüfstände von AHS Prüftechnik, Bosch und MAHA 48 Interview ASA-Vizepräsident Harald Hahn sieht Wachstumsfelder BETRIEBSPRAXIS 52 Geld & Kredit Die richtige Strategie für das Bankgespräch 54 Engagement Vorbildlicher Chef in der Flüchtlingsdebatte 55 Hintergrund So ist die Ausbildung von Flüchtlingen geregelt 56 Kfz-Gewerbe ZDK-Jahresgespräch: durchwachsene Bilanz für 2015 58 Werkstattsysteme Was der Versicherer HUK-Coburg plant RUBRIKEN 03 Leitartikel 06 Nachrichten 41 ASA-News 50 TÜV SÜD-Aktuell 57 Impressum Spezial: Räder & Reifen § 29 AUTO SERVICE PRAXIS veröffentlicht regelmäßig sämtliche im Verkehrsblatt abgedruckten Mitteilungen des Bundesministers für Verkehr, soweit diese für § 29 StVZO relevant sind. AUTO SERVICE PRAXIS-Abonnenten verfügen damit über die im Sinne der AU-Anerkennungsrichtlinie erforderlichen Informationen und sind somit vom Bezug des ansonsten vorgeschriebenen Verkehrsblattes befreit. 50 Service TÜV SÜD bietet Unterstützung beim Thema Schadenmanagement. www.autoservicepraxis.de

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KOMPROMISSLOS. Lenkungs- und Fahrwerksteile von Ruville halten jeder Herausforderung stand – dank kompromissloser Qualität. Ein einwandfrei funktionierendes Fahrwerkssystem ist für die Fahrsicherheit von großer Bedeutung. Daher unsere Empfehlung: Verbauen Sie Lenkungs- und Fahrwerksteile von Ruville. Denn in puncto Qualität gehen wir keine Kompromisse ein – für ein perfektes Zusammenspiel aller Komponenten und einen verschleißarmen Betrieb. Weitere Informationen: www.repxpert.de Service-Center: 00800 1 753-3333* *kostenfreie Rufnummer, Mo. – Fr. von 8.00 – 17.00 Uhr

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NACHRICHTEN INNOVATIVE LENKUNG Doppelt lenkt besser Meistgeklickte Artikel im Februar 1. Mercedes-Benz: Aktive Motorhaube kann sich in die Frontscheibe schieben 2. Dacia-Modelle: Bruch der Spurstange möglich 3. Fiat: Brandgefahr im Motorraum 4. Rotes Kennzeichen: Ausweitung der Fahrten angedacht 5. Dacia: Hinterachsfedern können herausspringen Meldung verpasst? Mit dem kostenlosen Newsletter von asp wäre das nicht passiert. Abo unter www.autoservicepraxis.de/newsletter. Frage der Woche (08. bis 14. Februar) Nehmen Sie als freie Werkstatt Aufträge von Kunden an, deren Fahrzeuge sich noch in der Garantiezeit befinden (bzw. als Markenbetrieb markenfremde Fahrzeuge in der Garantiezeit)? ■ Ja, weil ich streng nach Herstellervorgaben warte und repariere: 50 % ■ Nein, wegen möglicher späterer Reklamationen ist mir das zu unsicher: 27 % ■ Zu mir kommen meist Kunden mit älteren Fahrzeugen: 14 % ■ Keine Angabe: 9 % AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 ZF und TRW haben einen Prototyp entwickelt, der eine Vorder- und Hinterachslenkung kombiniert: Die elektrische Servolenkung Dual Pinion EPS („Electrically Powered Steering“) von ZF TRW an der Vorderachse ist dabei mit der aktiven Hinter achskinematik AKC („Active Kinematics Control“) von ZF vereint. Beide sind über eine gemeinsame Steuerungselektronik vernetzt. Um die Wirkungsweise von AKC im Zusammenspiel mit der Vorderachslenkung zu verdeutlichen, lässt sich die aktive Hinterachskinematik im Prototyp hinzuschalten. Bei niedrigen Geschwindigkeiten bewegt AKC dann die Hinterräder in Gegenrichtung zum Lenkeinschlag der Vorderräder: Der Wendekreis des Fahrzeugs verkleinert sich zugunsten des Fahrkomforts. Geht es zügiger voran, lenken die Hinter- und Vorderräder in dieselbe Richtung, was die Stabilität des Fahrzeugs verbessert. Auch die Sicherheit lässt sich damit erhöhen. aj ■ AUTOHAUS-SEMINAR Den maximalen Preis erzielen Jeder Kunde bewertet eine Inspektion des Autos anders – und damit auch den Preis, den er dafür bezahlen muss. Doch welcher Kunde hätte sogar noch mehr bezahlt und wäre trotzdem zufrieden? Antworten auf diese Frage gibt das AUTOHAUS-Seminar „Maximalpreise erzielen im Service – Wissen, was Kunden zahlen wollen!“. Referent Georg Hensch erklärt dort unter anderem, wann Kunden die Leistungen einer Werkstatt als gerecht empfinden, wie der Service richtig vermarktet wird oder sich gute Kunden erkennen lassen. Kurzum: Wie die Werkstatt den maximalen Preis bei hoher Kundenzufriedenheit generieren kann. Das Seminar findet am 11. April in Hannover, am 13. April in Frankfurt am Main und am 19. April in München jeweils von 10 bis 17 Uhr statt. Die Teilnahmegebühr beträgt 391,51 Euro. aj ■ IHM 2016 Anziehungspunkt Kfz-Gewerbe „Willkommen an der Rennstrecke“ – unter diesem Motto präsentierte das Kraftfahrzeuggewerbe Bayern auf der Internationalen Handwerksmesse in München die Vielfalt der Ausbildungsmöglichkeiten im Kfz-Gewerbe. Auf dem Messestand des Kraftfahrzeuggewerbes Bayern stand das Mitmachen und Ausprobieren im Vordergrund: Unterstützt von Kfz-Auszubildenden konnten interessierte Besucher an den einzelnen Mitmach-Stationen des Messestandes ihr Fingerspitzengefühl beispielsweise beim „Dellen drücken“ unter Beweis stellen oder selber einen Reifen auf eine Felge montieren. Das Konzept kam gut an: Über 3.500 Schüler beteiligten sich während der siebentägigen Messe an den moderierten Führungen am Stand. Schüler und Schulabgänger erhielten hierbei Antworten auf ihre Fragen zum Ausbildungsalltag „aus erster Hand“. Und weiterführende Fragen zu den Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Kfz-Gewerbe beantworteten Meister und Innungsvertreter am Stand in der Halle C 3. Experten aus der Praxis demonstrierten zudem die neuesten Arbeitstechniken in der Kfz-Branche. diwi ■ www.autoservicepraxis.de Foto: Kraftfahrzeuggewerbe Bayern Foto: ZF

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Zukunftsfähigkeit zu sichern bedeutet auch, die Werkstattkompetenz im Servicebereich auszubauen. Ein starker Partner bietet der Werkstatt umfassende Unterstützung: bei Wartung, Reparatur und Service. Wer mit dem technologischen Wandel Schritt halten will, braucht mehr als hochqualitative Ersatzteile: Komplettlösungen für die immer anspruchsvolleren Systeme. DIE ZUKUNFTSOFFENSIVE FÜR WERKSTATT UND HANDEL SMART SOLUTIONS www.mahle-aftermarket.com Die innovative Formel für Klimaservicegeräte von MAHLE: E³ = Ecological x Economical x Efficient. Zwei Kältemittel, eine Lösung: Die neue ArcticPRO Produktlinie mit den Modellen ACX 120 und 150 für R134a und ACX 220, 250 und 280 für R1234yf. Ihre Vorteile mit der MAHLE E³ -Technologie: E³ - FILL Immer Einsatzbereit - unabhängig von der Umgebungstemperatur. E³ - PUMP Longlife Serviceintervall - durch internen Reinigungsprozess der Vakuumpumpe. E³ - CONNECT Schont ihren Geldbeutel und die Umwelt - durch patentierte Servicekupplungen.

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NACHRICHTEN AKTUELLE RÜCKRUFE (TAGESAKTUELL: WWW.AUTOSERVICEPRAXIS.DE/RUECKRUFE) Marke Modell Produktionszeitraum BMW Soccer C 600 Sport 01.12.2011 bis 31.07.2015 Gründe/Maßnahmen Fahrzeuge (D) interner Code Vollzug erkennbar an Bremsschlauch des vorderen Radkreises (Bremsschlauch vom Verteiler zum ABS-Modulator) kann undicht werden/Austretende Bremsflüssigkeit kann die Bremswirkung am Vorderrad reduzieren/ Das entsprechende Teil der Bremsleitung wird gegen ein optimiertes Bauteil getauscht. keine Angabe 0000347000 Bremsschlauch vorne erneuern keine Angabe Soccer C 650 GT siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Citroën Jumper 2014 bis 2015 Eventuell nicht-konformer Anlassschalter verbaut/Dieser kann das unvermittelte Erlöschen der Anzeigen in der Instrumententafel verursachen/ Anlassschalter muss ausgetauscht werden. 4.849 keine Angabe keine Angabe Dacia Dokker 17.09.2015 bis 04.12.2015 Fiat Fuso Duster 4x2 Lodgy 13.03.2014 bis 02.06.2014 17.09.2015 bis 04.12.2015 Aufgrund eines Fertigungsfehlers können Risse bei den Spurstangen aufgetreten sein/Infolge Materialermüdung oder starker Beanspruchung kann die Spurstange des Lenkgetriebes brechen und zum Verlust der Lenkfähigkeit führen/Spurstange muss kontrolliert und ggf. ausgetauscht werden. Schwingungen der Hinterachse können zum Verrutschen der Federn in den Federtellern führen/ Federn können aus dem Federteller herausspringen/Austausch der Hinterachsfedern nötig. Aufgrund eines Fertigungsfehlers können Risse bei den Spurstangen aufgetreten sein/Infolge Materialermüdung oder starker Beanspruchung kann die Spurstange des Lenkgetriebes brechen und zum Verlust der Lenkfähigkeit führen/Spurstange muss kontrolliert und ggf. ausgetauscht werden. keine Angabe 0C7T Blauer Aufkleber am vorderen Stoßdämpfer, bei dem das Feld A2 angekreuzt ist. 3.201 0C4P Blauer Aufkleber am vorderen Stoßdämpfer, bei dem das Feld C6 angekreuzt ist. keine Angabe 0C7T Blauer Aufkleber am vorderen Stoßdämpfer, bei dem das Feld A2 angekreuzt ist. Logan II siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Sandero II siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Freemont (JF) 2,4-Liter-Benziner Professional Ducato M. Y. (Modell 290) Scudo mit 2.0-Mjt-Motor Canter TF und April 2011 bis April 2015 Oktober 2014 bis Juni 2015 Motorabdeckung vom Motor kann sich lösen/Bei anhaltender Berührung mit dem Katalysator besteht die Möglichkeit der Rauchbildung und Brandgefahr/Modifikation der Motorabdeckung und Installation eines Befestigungssystems. Nicht-konformer Zündschalter wurde verbaut/ Wackelkontakte mit Ausschaltung der Armaturenbrettbeleuchtung und Deaktivierung anderer elektronischer Systeme – wie beispielsweise ABS und Airbags – möglich/Zündschalter muss ausgetauscht werden. 2009 bis 2015 Kraftstoffrücklaufleitung kann sich aus ihrer Befestigung lösen/Leitung kann undicht werden/ Austausch des Deckels des beheizten Dieselfilters nötig. 2013 bis 2014 Mangelhafter Kipper kann vom Fahrzeugrahmen abknicken/Personen können gefährdet werden/ Gehäuseabdeckung der Kipper-Bedieneinheit muss getauscht werden. 84 keine Angabe keine Angabe 31.060 5956 keine Angabe 4.015 5944 keine Angabe keine Angabe keine Angabe keine Angabe Honda City 2006 bis 2010 Möglicher Überdruck im Zünder des Fahrerairbags/Bei einem Unfall können Metallsplitter frei- keine Angabe 5ZV keine Angabe gesetzt werden und Fahrer sowie Beifahrer verletzen/Fahrerairbag-Gasgenerator ist auszutauschen. Insight 2010 bis 2012 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Jazz 2007 bis 2008 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Nissan Micra (K13), nur mit 1.2-DIG-S- Motor-HR12DDR Note (E12), nur mit 1.2-DIG-S- Motor-HR12DR 09.07.2015 bis 05.01.2016 06.08.2015 bis 11.01.2016 Möglicher Kurzschluss kann zu Defekt in der Sicherung führen und einen Zündausfall zur Folge haben/Motor kann ggf. ausgehen und nicht mehr gestartet werden/Austausch Zündspule. keine Angabe keine Angabe keine Angabe siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 www.autoservicepraxis.de

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Peugeot Boxer 2014 bis 2015 Eventuell nicht-konformer Anlassschalter verbaut/Dieser kann das unvermittelte Erlöschen der Anzeigen in der Instrumententafel verursachen/ Anlassschalter muss ausgetauscht werden. Seat AKTUELLE RÜCKRUFE (TAGESAKTUELL: WWW.AUTOSERVICEPRAXIS.DE/RUECKRUFE) Marke Modell Produktionszeitraum Alhambra 7N (2.0) mit Dreiund Vier-Zylinder-Dieselmotor (EA189 EU5) Altea SP (1.6) mit 3- und 4-Zylinder-Dieselmotor (EA189 EU5) Altea SP (2.0) mit 3- und 4-Zylinder-Dieselmotor (EA189 EU5) Gründe/Maßnahmen Fahrzeuge (D) interner Code Vollzug erkennbar an 2009 bis 2015 Schummel-Software zur Aufbesserung der NO X - Emissionswerte verbaut/Abweichende NO X -Messergebnisse während einer Prüfsituation gegenüber den im realen Fahrbetrieb gemessenen Emissionen/Umprogrammierung des Motorsteuergerätes erforderlich. siehe oben Schummel-Software zur Aufbesserung der NO X - Emissionswerte verbaut/Abweichende NO X -Messergebnisse während einer Prüfsituation gegenüber den im realen Fahrbetrieb gemessenen Emissionen/Umprogrammierung des Motorsteuergerätes erforderlich sowie zusätzlicher Einbau eines Strömungsgleichrichters zwischen Luftmassenmesser und dem Luftfilteroberteil. siehe oben Schummel-Software zur Aufbesserung der NO X - Emissionswerte verbaut/Abweichende NO X -Messergebnisse während einer Prüfsituation gegenüber den im realen Fahrbetrieb gemessenen Emissionen/Umprogrammierung des Motorsteuergerätes erforderlich. 2.642 keine Angabe keine Angabe keine Angabe 23S1 Ein Aktions-Aufkleber wird in die Reserveradmulde angebracht. siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Augenzumachen geht nicht mehrdie neue HU ist da! Die zentrale Frage bei der HU lautet ab jetzt: Erreicht ein Fahrzeug die Mindestabbremsung mittels Bezugsbremskräfte*? Die einzigartige Prüfsoftware PICARO III ermittelt die Abbremsung in Bezug zum Gesamtgewicht, sollte diese weniger als 58% betragen, wird die Hochrechnung nach Herstellerangaben durchgeführt und eine aussagekräftige Graphik hilft bei der Beurteilung der Messergebnisse *Bezugsbremskräfte sind Vorgaben der Fahrzeughersteller, geeignet ist vor allem die Fuß-Pedalkraft Richtstr. 32 - 27753 Delmenhorst - Tel. 04221-9182-0 - Fax 04221-9182-20 www.ahs-prueftechnik.de

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NACHRICHTEN VOLKSWAGEN-SERVICENETZ Ausscheiden oder investieren Die Servicepartner der Volkswagen-Organisation konnten sich auf einer Veranstaltung des Händlerverbandes über die neuen Herausforderungen informieren, die auf sie zukommen. eahnt haben es die meisten schon lange. Auf der Servicepartner- Konferenz des Volkswagen und Audi Partnerverbands (VAPV) am 2. Februar in Kassel wurde es nun für knapp 500 Teilnehmer zur Gewissheit: Wer in Zukunft Servicepartner der größten deutschen Marke bleiben will, muss investieren. Und das nicht zu knapp. Größere Werkstatt, neue Werkstatteinrichtung, neue EDV – da kann schnell ein sechsstelliger Betrag zusammenkommen. „Wir wollten unseren Servicepartnern und kleineren Händlern aufzeigen, was da auf sie zukommt“, erläuterte VAPV-Präsident Dirk Weddigen von Knapp den Sinn der Veranstaltung, die auf Initiative der Servicedelegierten seiner Organisation zustande kam. Denn: „Ich möchte nicht, dass wir Familienbetriebe haben, die diese Investitionen nicht mehr zurückverdienen können.“ „Think new“ – mit dieser Kampagne gab Volkswagen einen Ausblick auf die kommenden Neuheiten in vielen Bereichen, auf die sich dann auch die Servicebetriebe einstellen müssen. In Kassel wurde den VW-Partnern das ganze Spektrum der Entwicklung präzise vor Augen geführt. So mancher kam dabei ins Grübeln. „Manche waren deprimiert, andere wollen die Herausforderung annehmen“, berichtete ein Teilnehmer. Größere Rolle von Nutzfahrzeugen Vor allem die neuen Nutzfahrzeugstandards sind ein gewaltiger Brocken für die kleinen Betriebe. Carsten Sass, Vertriebsleiter Deutschland VW Nutzfahrzeuge, informierte die Partner über die neuen Produkte und die daraus abgeleiteten neuen Anforderungen. Mit der Einführung des neuen Crafter, der 2017 kommt, werden wohl viele neue Hebebühnen und höhere Einfahrtstore für ihre Werkstätten benötigen. Außerdem werde der Crafter in größeren Stückzahlen als bisher zu den Händlern und dann auch in die Werkstatt rollen. Fotos: Volkswagen, VAPV Denn VW hat die Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz beendet und ein eigenes Werk errichtet. Die Möglichkeit, den Transporter fertig ausgestattet mit Kühloder Kipperaufbau als Ein-Rechnungs- Fahrzeug zu bestellen, wird VW neue Möglichkeiten bei der Kundenakquise eröffnen. Betriebskonzept 2018 Hinzu kommen große IT-Herausforderungen. Unter dem Titel „Betriebskonzept 2018“ informierten die Mitarbeiter der VAPS EDV, einer VAPV-Dienstleistungsgesellschaft, über die neuen Anforderungen. Für die neuen Fahrzeuggenerationen, Stichwort „funkende Autos“, müssen Betriebe über eine EDV verfügen, die unter anderem höheren Sicherheitsstandards genügt. Weddigen von Knapp geht davon aus, dass selbst kleinere Betriebe für die notwendige IT mindestens acht- bis zehntausend Euro ausgeben müssen, für größere könnten es leicht 25.000 werden, bei mehreren Betriebsstätten sogar sechsstellig. Alternativen überdenken Mit diesen Neuigkeiten ließ der Verband die Zuhörer aber nicht allein. Mit Reinhold Thalhofer zeigte ein Berater den Betrieben Alternativen auf. Sowohl Möglichkeiten, zusätzliche Arbeitsstunden zu verkaufen, wurden angesprochen als auch für diejenigen, die den Weg in die VW-Zukunft nicht mitgehen wollen, Werkstattsysteme für freie Betriebe. Ausstiegsszenarien wurden ebenfalls aufgezeigt. Diese Überlegungen werden wichtig, da der Vertrieb für die Servicepartner zunehmend wegbricht. Immer mehr verlieren ihren ständigen Vermittlervertrag für Neuwagen, mit dem bisher ein Vertriebspartner ihnen die Möglichkeit eröffnet hat, auch neue Autos zu verkaufen. Da auch die Standards ständig steigen und VW den Vertrieb nur in einem einstufigen Händlernetz sieht, bleibt vielen Servicepartnern nur die EU-Vermittlung. Das heißt: Sie suchen im Auftrag des Kunden und mit dessen Vollmacht ein Fahrzeug, das der Händler dann verkauft. Uwe Brossette von der Kanzlei Osborne Clarke informierte die Partner über ihre Rechte und Pflichten. Die Entscheidung über seine Zukunft innerhalb oder außerhalb der Organisation liegt jetzt bei jedem einzelnen Partner. Denn gerade in diesen Rückrufzeiten wird deutlich, wie wichtig die Arbeit der Servicebetriebe für die Gesamtorganisation ist. Doris Plate ■ AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 www.autoservicepraxis.de

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TITEL KLIMASERVICEGERÄTE Starke Nachfrage Sobald die Temperaturen im Frühjahr steigen, ist auch die Klimaanlage in vielen Fahrzeugen wieder verstärkt im Einsatz. Ist sie nicht voll funktionsfähig, wird nach der Winterpause häufig ein Klimaservice fällig. Fotos: WOW!, Hella Gutmann Solutions, Dometic Group, AVL Ditest WOW bietet Klimaservicegeräte für beide Kältemittel an, hier das neue WAC 2200 für R-134a. erkstätten, die auch neuere Fahrzeugmodelle betreuen, sehen sich im Klimaservice aktuell mit zwei Kältemitteln konfrontiert. Denn aufgrund der EU-Richtlinie 2006/40/EG, welche die Verwendung des Kältemittels R-134a ab Anfang 2017 in allen Neufahrzeugen verbietet, setzen schon heute viele Automobilhersteller auf das neue Kältemittel R-1234yf (siehe Interview Seite 16). Das führt zu notwendigen KURZFASSUNG Die Anzahl der Fahrzeuge mit dem neuen Kältemittel R-1234yf steigt. Werkstätten müssen sich daher auch im Service aktuell auf zwei Kältemittel einstellen: R-134a und R-1234yf. Die Hersteller haben sich entsprechend aufgestellt und bieten Klimaservicegeräte für beide Kältemittel an. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 Investitionen in entsprechende Klimaservicegeräte. Viele Hersteller, von AVL Ditest über ATH-Heinl, Bosch und Brain- Bee, bis TEXA, Mahle, Waeco, WOW oder Hella Gutmann Solutions, bieten mittlerweile eine Vielzahl spezieller Geräte an, teilweise auch als umrüstbare Kombisysteme. Erfolgreicher Start Diagnosespezialist AVL Ditest stellte auf der Automechanika 2014 erstmals zwei Klimaservicegeräte vor und stieg damit in das Geschäftsfeld Klimaservice ein. „Die Nachfrage nimmt zu, wir sind zufrieden“, resümiert Miklós Tomcsanyi von AVL Ditest. Das Besondere: Das ADS 120 (Air- Conditioning Diagnostic System) und ADS 130 sind sowohl für das Kältemittel R-134a als auch für das Kältemittel R- 1234yf einsetzbar. Bei Bedarf kann die Werkstatt die Klimaservicestation vom Hersteller entsprechend umrüsten lassen (R-134a auf R-1234yf) oder selbst umrüsten (R-1234yf auf R-134a). „Aktuell ist die Nachfrage nach R-134a-Geräten noch höher und liegt bei circa 60 bis 70 Prozent. Ich erwarte dieses Jahr aber einen Wandel auf 50 zu 50 Prozent“, erklärt Miklós Tomcsanyi. Bei der Entwicklung legte das Grazer Unternehmen großen Wert auf Nachhaltigkeit. Neben der Verwendung von umweltfreundlichen Materialien sorgt die innovative Technologie laut Hersteller für eine Minimierung des Kältemittelverlustes während des Klimaservice. „Wir folgen den Industrietrends und bringen auch zukünftig weitere Produkte auf den Markt. Auf der Automechanika werden wir definitiv etwas Neues präsentieren“, verrät Miklós Tomcsanyi. Vor knapp zwei Jahren präsentierte auch ATH-Heinl mit Einführung der Sparte „Diagnostic Systems“ die ersten Produkte im Bereich Klimaservice für das Kältemittel R-134a. Denn auch wenn der Anteil an Neufahrzeugen mit R-1234yf steigt, wird der Klimaservice mit R-134a noch viele Jahre zum Tagesgeschäft in Werkstätten gehören. Das Unternehmen aus Sulzbach-Rosenberg führt jetzt die beiden bisherigen Systeme Pro und Eco zusammen. „Dieses Neugerät werden wir auch auf der Automechanika vorstellen“, so Produktmanager Alexander Jazeschen. Der neue Vollautomat ATH AC134a ohne manuelle Ventile für das Kältemittel R- 134a weist eine vollautomatisierte Arbeitsablauffunktion, eine externe und interne Spülfunktion auf und unterstützt den Anwender mit einer selbsterklärenden Menüführung. BrainBee brachte vergangenes Jahr mit der Klimaservicestation Clima 6000 Eco 1234 hingegen ein halbautomatisches Einsteigermodell für R1234yf erfolgreich auf den Markt. „Letztlich fängt jeder mit R- 1234yf neu an und Werkstätten scheuen eine hohe Investition. Unser Gerät mit www.autoservicepraxis.de

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Kompakt: Klimastation Husky 150 von Hella Gutmann Solutions einem Preis von knapp über 3.000 Euro kommt richtig gut an“, erklärt Klimaexperte Michael John von Brainbee. Denn aktuell sei der Anteil an Fahrzeugen mit dem neuen Kältemittel noch überschaubar. „Für ein bis zwei R-1234yf-Klimaservice-Aufträge im Monat lohnt sich die Anschaffung eines teuren Vollautomaten meist noch nicht.“ Doch das Verhältnis von R-134a und R-1234yf wird sich in nächster Zeit weiter ändern, ist der Klimaspezialist überzeugt. Daher sind alle aktuellen Brainbee-Geräte für R-134a mit einem entsprechenden Nachrüstkit auf R- 1234yf umrüstbar. Für beide Kältemittel einsetzbar Bei TEXA kommt man mit der Produktion von Klimaservicegeräten für das neue Kältemittel kaum hinterher. „Durch die in den letzten ein bis zwei Jahren stark gestiegene Nachfrage nach R-1234yf-Geräten, vor allem im OEM-Bereich bei den Vertragswerkstätten, mussten wir sowohl die Produktion als auch die Lagerhaltung deutlich hochfahren“, so Werner Arpogaus, Geschäftsführer von TEXA Deutschland. Auch für freie Werkstätten bietet TEXA mit dem 707R ein preisgünstigeres Einstiegsmodell für R-1234yf an. Highlight sei aber das Klimaservicegerät 780R Bi-Gas, das als einer der wenigen Maschinen auf dem Markt gleichzeitig für beide Kältemittel einsetzbar sei, aber dennoch in den Abmessungen einem normalen Gerät entspricht. Die Klimastation ist mit zwei Kältemitteltanks sowie doppelten Kreisläufen Effizient: Waeco ASC 5500 RPA Low Emission für R-1234yf für Absaugung, Recycling und Wiederbefüllung ausgestattet, um mit R-134a und R-1234yf parallel arbeiten zu können. Mit den bedien- und wartungsfreundlichen Klimaservice-Geräten der Modellreihe Husky ist man bei Hella Gutmann Solutions in Sachen Klimaservice ebenso für mindestens zwei Kältemittel gerüstet. Denn auch Daimler hat nach jahrelanger Debatte angekündigt, neue Modelle zunächst mit R-1234yf auszustatten. Dabei sollen technische Maßnahmen die Gefahr der Entzündung bannen. Parallel dazu wird Daimler erste Modelle der S-Klasse und E-Klasse mit alternativen Klimaanlagen ausstatten, die Kohlendioxid (CO2) als Kältemittel nutzen. „Dass jetzt die ersten CO2-Klimaanlagen in Mercedes- Oberklasse-Modellen realisiert werden, zeigt, wo der Weg hingeht. Doch bis freie Werkstätten mit diesen Systemen konfrontiert werden, dürfte es noch einige Jahre dauern“, ist Klima-Spezialist Nicolas Bittante von Hella Gutmann Solutions überzeugt. Bestens vorbereitet Auch WOW Würth Online World (WOW) stellt sich breit auf und bietet mit der WAC 2000 Klimastation ein Gerät, das sowohl für den Einsatz mit R-1234yf als auch für Hybridfahrzeuge sowie für eine mögliche Umrüstung auf R-134a entwickelt wurde. „Aktuell sehen wir weiterhin die Gefahr, dass die Werkstätten den Einsatz des neuen Kältemittels unterschätzen und sich zu spät dafür rüsten. Jedoch werden bereits Bei Bedarf umrüstbar: das ADS 130 von AVL Ditest zum Modelljahreswechsel im Sommer 2016 die Fahrzeughersteller ihre Produktion auf R-1234yf umstellen. Unsere Aufgabe ist es, unsere Kunden darauf vorzubereiten und zu unterstützen“, erklärt Klimaservicespezialist Ulf Kotzerke von WOW. Die WAC 2000 Serie sei die optimale Basis, um jedem Kunden das passende Gerät zu bieten. Zudem werde die Serie durch weitere Systeme wie das neue WAC 2200 ergänzt, das die Besonderheit der Klima-Eingangsdiagnose mit dem Hinweis zur Fehlerbehebung ermögliche. „Die Neuheiten und Informationen werden wir auch in Frankfurt auf der Automechanika präsentieren“, verrät Ulf Kotzerke. Kältemittelanalyse inklusive Ebenfalls bestens vorbereitet auf R-134 sowie das neue Kältemittel R-1234yf ist man in Emsdetten bei Klimaspezialist Waeco. Die Servicestation „ASC 5500 RPA Low Emission“ für R-1234yf beispielsweise wurde in enger Zusammenarbeit mit der Automobilindustrie entwickelt und ist mit einem integrierten Analysetool ausgestattet, das die Reinheit des Kältemittels automatisch prüft. Denn R- 1234yf reagiert besonders empfindlich auf Kontaminierungen. Bekannt sind die Waeco Klimaservicegeräte der ASC-Serie zudem für ihre Füllmengen-Datenbank, ihre Eignung für Hybridfahrzeuge sowie das Niedrigemissionskonzept („Low Emission-Version“), das laut Hersteller ein Absaugen des Kältemittels von nahezu 100 Prozent sicherstellt. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 13

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TITEL Für Einsteiger und Profis: die neuen Klimaservicegeräte von Mahle Für R-134a: das AC134a von ATH- Heinl AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 Einsteigermodell für R-1234yf: das Clima 6000 Eco 1234 von BrainBee Für beide Kältemittel gleichzeitig einsetzbar: das 780R Bi-Gas von TEXA Mahle Aftermarket erweitert sein Programm für beide Kältemittel und startet gleich mit vier neuen Klimaservicegeräten in die Saison. Je ein Einsteiger- und ein Profigerät für R-134a sowie R-1234yf ergänzen die Produktlinie ArcticPRO. Die neuen Systeme zeichnen sich durch die so genannte E3-Technologie aus. Darunter versteht Mahle einen besonders ökologischen, wirtschaftlichen und effizienten Klimaservice. E3-Fill sorgt dafür, dass das Klimasystem unabhängig von Fahrzeugund Umgebungstemperatur befüllt werden kann. E3-Pump stellt die interne Reinigung der Vakuumpumpe sicher. Das verlängert laut Hersteller die Ölwechselintervalle auf bis zu 1.000 Betriebsstunden, der jährliche Ölwechsel entfällt. Zuletzt soll E3-Connect gewährleisten, das Kältemittel aus Schläuchen und Servicekupplungen restlos zurückzugewinnen. Das schont die Umwelt und reduziert Kosten. Die neuen Geräte sind zudem mit einer integrierten Ferndiagnose-Funktion ausgestattet. So lassen sich Bauteile jederzeit ansteuern, Fehlfunktionen diagnostizieren und Software-Updates durchführen, Fotos: ATH Heinl, Mahle, Brainbee, , TEXA, Hella Behr Services einfach und bequem per Online-Verbindung mit einem Service-Center. Mehr als Klimaservicegeräte Robinair, seit 2012 eine Marke der Bosch Gruppe, gilt als der Pionier im Bereich Klimaservice. 1956 als Tochter der Spezialwerkzeug-Hersteller Kent-Moore Corporation gegründet, brachte Robinair in den frühen 1970er-Jahren das erste Klimaservicegerät auf den Markt und gilt auch heute noch als Weltmarktführer. Je nach Einsatzzweck steht Werkstätten heute eine breite Palette an Klimaservicestationen für die Kältemittel R-1234yf sowie für R-134a zur Verfügung. Doch das Produktsortiment geht weit über Klima servicegeräte hinaus: auch Zubehör wie externe Kältemittelanalysegeräte, Diagnosesysteme, elektronische Lecksuch- oder Spülsysteme gehören zum Portfolio von Robinair. Ein weiterer Anbieter, der sich im Bereich Klima und Kühlung einen Namen gemacht hat, ist Thermo Management Experte Hella Behr Services. Das Unternehmen startet dieses Jahr wieder mit einer speziellen Kampagne in die Klimasaison. In Form von technischem Support, Materialien zur Verkaufsförderung sowie der so genannten „Kompressor-Garantie plus“ erhalten Werkstätten nützliche Unterstützung im Alltagsgeschäft. Denn der Kompressor-Austausch stellt eine komplexe Aufgabe dar. Hier möchte Hella Behr ansetzen und Werkstattmitarbeiter entsprechend schulen. Anschließend erhalten die Teilnehmer der eintägigen Kompressor-Schulung auf alle reklamierten Kompressoren, die innerhalb von zwei Jahren nach dem Training verbaut wurden, eine Gutschrift. Valeska Gehrke ■ KOMPRESSOR-AKTION Informationen und Teilnahmebedingungen zur Aktion „Kompressor Garantie plus“ von Hella Behr Services sind online unter hella.com/kompressorgarantieplus verfügbar. www.autoservicepraxis.de

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www.volkswagen-nutzfahrzeuge.de/ecoprofi-team Stark im Preis. Stark im Job. Das EcoProfi-Team. Profitieren Sie von besonders günstigen Leasingraten. Und zusätzlich von bis zu 4.400,– € Preisvorteil. Wer einen hohen Anspruch an seine Arbeit hat, braucht echte Profis. Mit dem EcoProfi- Team können Sie auf alle täglichen Herausforderungen reagieren – egal, wie vielfältig diese sind. Zu besonders günstigen Leasingraten gibt es den Crafter EcoProfi, den neuen Caddy EcoProfi und den neuen Transporter EcoProfi in zahlreichen Modellvarianten und damit immer genau den richtigen für Sie. Profitieren Sie beim Kauf eines Transporter außerdem von einem Preisvorteil von bis zu 4.400,– €. Zusätzlich sorgt auf Wunsch die CarePort Wartung & Verschleiß-Aktion 3 dafür, dass Ihr EcoProfi-Team jederzeit mobil ist. Jetzt scannen & mehr erfahren. Maximaler Nettopreisvorteil setzt sich zusammen aus: 2.000,– € Original-Prämie (gültig vom 04.01.2016 bis zum 31.03.2016) für den Transporter Kastenwagen, Kombi, Fahrgestell und Pritschenwagen sowie den Caravelle, jeweils mit kurzem und langem Radstand (mit Ausnahme des Transporter EcoProfi Kastenwagen, kurzer Radstand, mit 2,0-l-TDI- Motor mit 62 kW), und 2.400,– € Preisvorteil (gültig bis 31.03.2016) z. B. für den Transporter EcoProfi Kastenwagen, langer Radstand, mit 2,0-l-TDI-Motor mit 103 kW und mit 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe DSG. Für Großkunden steht die Original-Prämie in Einzelfällen gegebenenfalls nicht zur Verfügung. Ihr betreuender Volkswagen Nutzfahrzeuge Partner berät Sie hier gern hinsichtlich der Verfügbarkeit. 2 Dieses Angebot für gewerbliche Einzelabnehmer gilt bei allen teilnehmenden Händlern für den Caddy EcoProfi als Kastenwagen, 1,2-l-TSI-Motor mit 62 kW, den Transporter EcoProfi als Kastenwagen, 2,0-l-TDI-Motor mit 62 kW, und den Crafter EcoProfi 30 als Kastenwagen, kurzer Radstand, 2,0-l-TDI- Motor mit 80 kW. Gültig bis zum 31.03.2016 und für eine Laufzeit von 48 Monaten und 10.000 km Laufleistung pro Jahr, zzgl. Überführungskosten, Zulassungskosten und MwSt., ohne Sonderzahlung. Ein Angebot der Volkswagen Leasing GmbH, Gifhorner Straße 57, 38112 Braunschweig in Zusammenarbeit mit Volkswagen Nutzfahrzeuge. Die Aktion ist in der Stückzahl begrenzt, bitte sprechen Sie Ihren Volkswagen Nutzfahrzeuge Partner an. 3 Ein Angebot der Volkswagen Leasing GmbH, Braunschweig, nur in Verbindung mit einem Geschäftsfahrzeug-Leasingvertrag der Volkswagen Leasing GmbH. Abbildung zeigt Sonderausstattung gegen Mehrpreis.

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TITEL KLIMASERVICE Kontroverses Kältemittel Das Kältemittel R-1234yf gilt als nicht unumstrittene Alternative zu R-134a. asp sprach mit Mark Degenhardt, ASA-Fachbereichsleiter Klimaservice, über aktuelle Herausforderungen. asp: Wie hat sich der Bereich Klimaservice im letzten Jahr entwickelt? M. Degenhardt: Wir hatten im letzten Jahr bei den Klimaservicegeräten ein erfreuliches Wachstum zu verzeichnen. Aufgrund der teils sehr emotional geführten Diskussionen um klimafreundliche Kältemittel, mussten die Hersteller von Klimaservicegeräten ihre Umsatzerwartungen in den Vorjahren stark nach unten korrigieren. Nun kommen aber immer mehr Fahrzeuge auf den Markt, die das Kältemittel R- 1234yf an Bord haben. Damit steigt auch der Bedarf an entsprechenden Klimaservicegeräten. asp: Wie ist der aktuelle Stand zum Thema R-1234yf? M. Degenhardt: Laut EU-Richtlinie 2006/40/EG wird ab dem 1.1.2017 der Einsatz des herkömmlichen Kältemittels R- 134a bei allen Neufahrzeugen verboten sein. Wir gehen stark davon aus, dass die meisten Automobilhersteller zumindest in der Anfangsphase das Kältemittel R- 1234yf einsetzen werden. asp: Vor welchen Herausforderungen stehen Werkstätten aktuell und in Zukunft im Bereich Klimaservice? M. Degenhardt: Die Herausforderungen im Bereich Klimaservice orientieren sich am Stand der Entwicklungen bei der Fahrzeugtechnik. Hier geht der Trend zu immer geringeren Kältemittel-Füllmengen, um Gewicht und Kosten zu sparen. Das erfordert im Service sorgfältiges Arbeiten und leistungsfähige Geräte, die auch bei geringen Füllmengen die vorgegebenen KURZFASSUNG Mark Degenhardt, ASA-Fachbereichsleiter Klimaservice, spricht im Interview über Herausforderungen und Trends im Bereich Klimaservice. Aktuell erfordert das neue Kältemittel R-1234yf Investitionen in neue Klimaservice geräte. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 Mark Degenhardt, ASA-Fachbereichsleiter Klimaservice Foto: ASA Toleranzen einhalten. Außerdem müssen sich Kfz-Werkstätten darauf einstellen, dass die unterschiedlichen Kältemittelvarianten auch die Zahl der benötigten Klimaservicegeräte erhöhen werden. Nicht zuletzt müssen die Werkstätten die Sachkenntnis ihrer Mitarbeiter für den Umgang mit neuen Kältemitteln ständig auf dem aktuellsten Stand halten. asp: Welchen Stellenwert besitzt der Klimaservice im Werkstattgeschäft? M. Degenhardt: Einen sehr hohen. Die Klimaanlage ist ein wartungsbedürftiges System. Der regelmäßige Klimaservice stellt die langfristige Funktion der Klimaanlage sicher und spart dem Kunden hohe Reparaturkosten. Wer das seinen Kunden vermitteln kann, hat die Möglichkeit Auf- träge zu generieren und die Kundenbindung zu stärken. asp: Für welche Werkstätten lohnt es sich in neue Klimageräte zu investieren? M. Degenhardt: Das kommt ganz auf die vorhandene Ausstattung und den Fahrzeugbestand an, den die Werkstatt zu betreuen hat. Bei Neuinvestitionen denkt man gerne zuerst an R-1234yf-Geräte. Das ist grundsätzlich nicht falsch. Jede Werkstatt, die Kundenfahrzeuge mit dem neuen Kältemittel betreuen muss, wird an der Anschaffung eines solchen Gerätes nicht vorbeikommen. Gleichzeitig darf man aber nicht aus dem Blick verlieren, dass der Fahrzeugbestand überwiegend von Modellen mit R-134a-Klimaanlage geprägt ist. Das wird in den nächsten Jahren auch so www.autoservicepraxis.de

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Es kommen immer mehr Fahrzeuge auf den Markt, die das Kältemittel R-1234yf an Bord haben. bleiben. Deshalb lohnt es sich auf jeden Fall für Werkstätten, veraltete R-134a-Klimaservicegeräte auszutauschen. Denn mit einem ungenau arbeitenden Klimaservicegerät baut die Werkstatt unerkannt Fehler in Kundenfahrzeuge ein, die später zu Reklamationen und teuren Schäden führen können. Mit neueren Geräten lässt sich dies verhindern. Zudem haben neuere R-134a- Klimaservicegeräte sehr geringe Kältemittelverluste und sparen somit nicht nur Kosten, sondern schonen auch die Umwelt. Dieser Aspekt darf nicht vergessen werden. Interview: Valeska Gehrke ■ HINTERGRUND KÄLTEMITTEL-STREIT Seit 2011 verbietet eine EU-Richtlinie den Einsatz von FKW (Fluorkohlenwasserstoffe) mit einem GWP-Wert (Treibhauspotenzial) größer 150 (dazu zählt auch R-134a) in Kfz-Klimaanlagen. Ob in Zukunft stattdessen Kohlendioxid (R744) oder Tetrafluorpropen (R- 1234yf) zum Einsatz kommen, ist immer noch offen. Kohlendioxid hat ein sehr geringes Treibhauspotenzial (GWP von 1) und trägt nicht zum Ozonabbau bei. Jedoch können R-134a-Anlagen damit nicht betrieben werden. Einige Autohersteller setzten daher, um Entwicklungs- und Produktionskosten zu sparen, schon in der Vergangenheit auf Tetrafluorpropen (R-1234yf). Es ist uneingeschränkt in den bisherigen Klimaanlagen verwendbar. Obwohl R-1234yf zwar besser fürs Klima ist, birgt es aber auch Gefahren. Es entzündet sich bereits bei etwa 400 Grad Celsius. Kleinste Leckagen des Kühlmittelkreislaufs können genügen, dass sich das Kältemittel bei Kontakt mit heißen Motorteilen entzünden kann. Bei Fahrzeugbränden in Folge von Unfällen besteht zudem durch das Kältemittel Lebensgefahr für Rettungskräfte, Feuerwehr und Insassen. Denn als Verbrennungsprodukte entstehen giftige Flusssäure und das hochtoxische Carbonyldifluorid. Seit 2011 ist daher eine hitzige Diskussion zum Für und Wider des umstrittenen Kältemittels R-1234yf entbrannt (einen Überblick finden Sie unter asp online „Themenspecial“, „Neues Klimaanlagen Kältemittel“). Auch Daimler weigerte sich lange, R-1234yf in seinen Fahrzeugen einzusetzen, da bei einem hausinternen Test im Herbst 2012 ein Fahrzeug in Flammen aufgegangen war. Jetzt will der Konzern die umstrittene Chemikalie doch von 2017 an in großem Stil einsetzen. Hintergrund ist, dass Daimler nun das Gas Argon einsetzt. Es strömt bei einem Unfall aus und kühlt die erhitzten Bauteile des Motors. So soll die Gefahr einer Entzündung von R-1234yf vermindert werden. Trotzdem will Daimler von diesem Jahr an die Modelle der S- und E-Klasse mit Klimaanlagen ausstatten, die Kohlendioxid (CO2) als Kältemittel verwenden. Mit beiden Entscheidungen reagieren die Stuttgarter auf den Plan der EU-Kommission, ab kommendem Jahr klimaschädliche Chemikalien vollständig aus dem Kfz zu verbannen. Zudem läuft eine Schonfrist für ältere Fahrzeugmodelle, deren Klimaanlagen noch mit dem klimaschädlichen Kühlmittel R-134a betrieben werden, bis Ende 2016 aus. Lediglich bereits zugelassene Autos genießen Bestandsschutz. Marcel Schoch www.autoservicepraxis.de Klimaservicegeräte für Fahrzeug- Klimaanlagen seit 1956 Seit 1956 ist Robinair Weltmarktführer bei Geräten für Rückgewinnung, Recycling und Nachfüllen von Kältemittel sowie Ausrüstung und Zubehör für den Service an Fahrzeug-Klimaanlagen. Fahrzeughersteller (OEMs), Autohäuser, Werkstätten sowie Industrie- und Handelsunternehmen vertrauen seit 1956 auf Klimaservicegeräte von Robinair. ROBINAIR.COM

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TITEL KLIMAANLAGE Kreislaufwirtschaft Wartung und Reparatur von Klimaanlagen sind heute ein wichtiger Bestandteil des Werkstattgeschäfts. Wer ihre Technik und Funktionsweise gut kennt, hat gegenüber Kunden stichhaltige Argumente beim Klimaservice. fz-Klimaanlagen arbeiten in Fahrzeugen unter härtesten Einsatzbedingungen. Vergleicht man die Anforderungen mit einer stationären Klimaanlage in Gebäuden, zeigt sich, um wie viel schwieriger eine zufriedenstellende Klimatisierung eines Pkw ist. Vor allem Störfaktoren, wie Sonneneinstrahlung, Schatten, Niederschlag, Rücken- bzw. Gegenwind, Geschwindigkeit des Fahrzeugs, Motordrehzahl, aber auch die Anzahl der Mitfahrer, Beladung des Innenraums und die Wärmeabstrahlung von Motor und Getriebetunnel u.v.m., haben Einfluss auf die Wirkung der Klimaanlage. Um eine gute Klimatisierung des Fahrzeuges zu erreichen, geht daher heute ohne moderne elektronische Steuerungen nichts mehr. Alle heute eingesetzten Kfz-Klimaanlagen arbeiten gemäß dem physikalischen Prinzip, dass eine verdampfende Flüssigkeit der Umgebung Wärme entzieht und so Kälte produziert. Vom technischen Aufbau und damit ihrer Funktionsweise sind sie daher nahezu gleich. Lediglich Fotos: Behr, Daimler, Hella einzelne Komponenten können sich von ihrer Bauart unterscheiden. Prinzipiell besteht eine Kfz-Klimaanlage daher immer aus den Bauteilen Kompressor (ggf. mit Magnetkupplung), Verflüssiger (Kondensator), Sammler beziehungsweise Trockner, Expansionsventil, Verdampfer und Gebläse. Aufbau und Funktion Im so genannten Hochdruckteil der Klimaanlage verdichtet der vom Motor über eine Magnetkupplung angetriebene Kompressor das gasförmige Kältemittel (heute R-134a, R-1234yf, selten noch R-12), das sich hierbei erhitzt. In diesem Zustand wird es dem Kondensator zugeführt, wo das Kältemittel abkühlt und sich verflüssigt. Zur Erhöhung der Kondensationsleistung wird hier oft ein am Kondensator angebrachter Lüfter eingesetzt, um die vom Kältemittel zugeführte Wärme leichter an die Umgebung abzuführen. Anschließend gelangt das abgekühlte und verflüssigte Kältemittel über eine Leitung Einfache, selbsterklärende Bedienelemente sind heute bei Klimaanlagen selbstverständlich. Eine Klimaautomatik regelt den eingestellten Wert zonengenau. zum Sammler/Trockner. Dort werden Schwebestoffe und Feuchtigkeit ausgefiltert und das flüssige Kältemittel gesammelt. Danach wird es über ein Expansionsventil im so genannten Niederdruckteil der Klimaanlage in den Verdampfer eingespritzt. Die dort zur Verdampfung des Kältemittels notwendige Wärme wird über das Lüftungsgebläse aus der eintretenden Umgebungsluft entnommen. Dabei kühlt die Luft stark ab und kann dann zur Kühlung der Fahrgastzelle in das Fahrzeuginnere geleitet werden. Gleichzeitig fällt die von der Umgebungsluft mitgeführte Feuchtigkeit als Kondenswasser aus und wird über Schläuche abgeführt. Die so erzielte Trocknung der Luft ist erwünscht, da sich damit ein Beschlagen des Scheibeninneren verhindern lässt. Zur Regelung der Lufttemperatur befindet sich der Verdampfer im Frischluftstrom vor dem Heizungswärmetauscher. So kann die nur grob durch Ein- und Ausschalten des Kompressors (Magnetkupplung) regelbare, jedoch stets unterkühlte Luft im Heizungswärmetauscher feinfühlig wieder erwärmt werden. Nach dem Verdampfen wird das gasförmige Kühlmittel über eine Saugleitung mit zwischengeschaltetem Expansionsventil erneut dem Kompressor zugeführt und dort wieder komprimiert. Der Kühlmittelkreislauf schließt sich und beginnt von Neuem. KURZFASSUNG Heute gehören Klimaanlagen bei Pkw zur Standardausstattung. Kfz-Werkstätten müssen daher mit ihrer Technik bestens vertraut sein. Technisch betrachtet, funktionieren alle Klimaanlagen nach demselben Prinzip – unabhängig davon, welches Kältemittel eingesetzt wird. Unterschiede gibt es dennoch. Sie liegen in den Details der einzelnen Komponenten. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 www.autoservicepraxis.de

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Je nach Einsatzbedingung, Umweltfreundlichkeit und Fahrzeugtyp können sich die Komponenten heutiger Klimaanlagen deutlich unterscheiden. Um Kälteleistungen von 3 kW und mehr bei Motordrehzahlen zwischen ca. 500 bis 8000 U/min und bei Umgebungstemperaturen von maximal 120 °C zu erreichen, werden in Kfz nur kompakt bauende Kompressionskälteanlagen verbaut. Beim Kompressor kommen zwei Bauarten, die Hubkolben- (Reihen-, Radial-, Axial- oder Taumelscheiben-Bauweise) und Rotationsverdichter-Kompressoren (Flügelzellen-, Rotationskolben- und Spiralverdichter-Bauweise) zum Einsatz. Dabei handelt es sich immer um ölgeschmierte Verdrängungsverdichter, die direkt vom Verbrennungsmotor über Riementrieb oder eine einund ausschaltbare Elektromagnetkupplung angetrieben werden. Da die Verdichtung des Kältemittelgases viel Motorleistung benötigt, arbeiten Kompressoren neuerer Generation mit variablen Arbeitsdrücken. Der Druck wird hierbei im permanent angetriebenen Kompressor über den Kolbenhub geregelt. Allen Kompressoren ist gemeinsam, dass sie ein geringes Bauvolumen bei gleichzeitig niedriger Geräuschentwicklung und Gewicht haben müssen und mindestens 100.000 Kilometer oder 2.000 Betriebsstunden wartungsfrei arbeiten. Zur Verflüssigung des Kältemittels werden bei Kfz aufgrund der einfachen Bauart luftgekühlte Kondensatoren verbaut, die vom Aufbau einem Motorenkühler gleichen (Rohre mit Kühlrippen, Lamellen). Da er meist vor dem Motorkühler eingebaut wird, muss er möglichst flach sein und einen geringen Luftwiderstand aufweisen. Heute werden von den europäischen und amerikanischen Herstellern vorwiegend Rundrohr-Kondensatoren gebaut. Geregelte Kältemittelzufuhr Der Sammler (auch: Trockner) dient als Vorrats- und Ausgleichsgefäß für das verflüssigte Kühlmittel. Sein Aufbau ist bei allen Kfz-Klimaanlagen gleich. Im Sammler integriert ist die Trocknerflasche. Ein Sieb sorgt dort für die Filtrierung von Fremdkörpern, ein Trockenmittel für die Absorption von Feuchtigkeit, um den Kompressor vor Flüssigkeitsschlag zu schützen. Hinzu kommt ein Druckschalter, der den Kompressor abschaltet, falls der Druck auf der Hochdruckseite zu niedrig oder zu hoch ist. Ältere Klimaanlagen besitzen hier zudem ein Schauglas zur Überprüfung der Kältemittelmenge. Im Sammler wird die pulsierende Kühlflüssigkeit beruhigt und sammelt sich am Boden des Trockners. Dort sättigt sie sich mit dem gespeicherten beziehungsweise gesammelten Kältemittelöl und wird schließlich abgesaugt. Das dem Sammler nachgeschaltete Expansionsventil reguliert abhängig von der Temperatur des Kältemitteldampfs im Verdampfer den Kältemittelstrom zum Verdampfer. Es gelangt daher nur soviel Kältemittel in den Verdampfer, wie abhängig von der abgeforderten Kühlleistung dort auch verdampfen kann. Das Ventil stellt so das Gleichgewicht zwischen Zufluss und Absaugung her, um die wärmeübertragenden Verdampferflächen voll ausnutzen zu können. Das Expansionsventil ist zugleich Trennstelle zwischen Hoch- und Niederdruckteil der Klimaanlage. Klima-Kompressoren gibt es, je nach Anforderung, in verschiedenen Größen und Leistungsstufen. www.autoservicepraxis.de Frischer Wind im Klimaservice. AVL DITEST ADS 120 /130 Klimaservice für höchste Ansprüche: AVL DITEST GmbH Würzburger Straße 152, 90766 Fürth, DEUTSCHLAND Tel.: +49 911 47 57 - 540, Fax: +49 911 47 57 - 477 www.avlditest.com FUTURE SOLUTIONS FOR TODAY

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Ersatzteile in Erstausrüsterqualität www.zf.com/lemfoerder Die Komfortklimaautomatik moderner Klimaanlagen ist in der Lage, die Innentemperatur für Fahrer und Beifahrer getrennt zu regulieren. Alternativ hierzu kann auch eine so genannte Festdrossel verbaut sein. Diese Engstelle „drosselt“ den Durchfluss des flüssigen, verdichteten Kältemittels vor dem Verdampfer. Vor dieser Drossel befindet sich das warme Kältemittel unter hohem Druck (R-134a: ca. 8 bis 18 bar je nach Temperatur). Beim Passieren der Drossel (mit Sieb) erfolgt ein rapider Druckabfall (R-134a: ca. 1, 2 bis 2, 35 bar), wobei das Kältemittel aufgrund der Verdampfung stark abkühlt. Als Trennstelle zwischen Hochdruck und Niederdruckseite gewährleistet die Drossel durch eine speziell kalibrierte Bohrung, dass nur eine dem Druck entsprechende Menge Kältemittel fließen kann. Der Sammler befindet sich auf der Niederdruckseite. Zwei getrennte Sicherheitsschalter überwachen dabei den Nieder- und den Hochdruckteil und schalten bei Unter- (ca. 0,17 Mpa; 1,7 bar) oder Überschreiten (ca. 3,0 Mpa; 30 bar) des Drucks den Kompressor über die Magnetkupplung ab. Kühle Luft im Innenraum Im Verdampfer wird das flüssige Kältemittel in gasförmigen Zustand überführt. Hierbei entstehen Temperaturen, die weit unter dem Gefrierpunkt liegen können. Die zum Verdampfen nötige Wärme wird der angesaugten Umgebungsluft entzogen. Dabei kühlt diese ab und wird in das Fahrzeuginnere geblasen. Grundsätzlich gibt es zwei Bauarten von Verdampfern: Überflutete Verdampfer (Scheibenverdampfer) und Trockenexpansionsverdampfer (Rundrohr- und Serpentinenverdampfer). Das reibungslose Zusammenspiel der Klimaanlagenkomponenten wird bei modernen Fahrzeugen über die Klimaelektrik und/oder -elektronik gewährleistet. Sie www.autoservicepraxis.de

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wertet Informationen wie die Kühlmitteltemperatur, Drehzahl des Motors, Stellung der Außenluftklappen, die Gebläsestufe des Lüftergebläses, Temperatur im Innenraum, Außentemperatur oder die Druckzustände des Kühlmittels aus. Gleichzeitig werden Temperaturniveau des Kältemittelkreislaufs und der Heizungskreislauf überwacht und/oder je nach gewünschter Temperatur aufeinander eingeregelt. Vollautomatische Anlagen passen sogar über Wärmesensoren im Innenraum und Solarsensoren an der Fahrgastzelle sowohl die eingestellte Temperatur als auch das Gebläse und damit die Luftver teilung (warm und kalt) über eine Klappensteuerung an die momentanen Verhältnisse an. So ist es möglich verschiedene Wärme- oder Kältezonen im Fahrzeug einzustellen. Manuell geregelte Klimaanlagen sind dem Billig-Fahrzeugsegment vorbehalten. Hier müssen Gebläse, Luftverteilung und Temperatur, abhängig von Außentemperatur oder Fahrzeuggeschwindigkeit, von Hand eingeregelt werden. Marcel Schoch ■ Verdampfer, Kondensator und Gebläse finden sich so oder so ähnlich in jeder modernen Kfz-Klimaanlage. Detailansicht eines Behr-Klimageräts für die Mercedes-Benz S-Klasse mit geschnittenem Flachrohrverdampfer. www.autoservicepraxis.de LEMFÖRDER setzt Maßstäbe in Sicherheit und Qualität. Darauf vertraut die Automobilindustrie und dankt es der Marke mit einer bereits Jahrzehnte andauernden Partnerschaft in der Erstausrüstung. LEMFÖRDER – Sicherheit in Lenkungsund Fahrwerktechnik

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TITEL KLIMAANLAGEN-REINIGUNG Hilfe für Allergiker Als Kunde in der Werkstatt benötigen Menschen mit Pollenallergien besonders kompetente Beratung zur Hygiene bei Klimaanlagen. Mit dem regelmäßigen Austausch des Innraumfilters ist es meist nicht getan. llergien sind weltweit auf dem Vormarsch. In den Industrieländern hat sich die Anzahl der Menschen, die an Pollenallergien leiden in den letzten 30 Jahren verdoppelt. Bis 2040 werden 40 Prozent der europäischen Bevölkerung eine Veranlagung für allergische Erkrankungen aufweisen, warnen Allergologen. Für diese Menschen ist der regelmäßige Austausch des Innenraumfilters sowie die gründliche Reinigung der Klimaanlage entscheidend. Im Filter sammeln sich nicht nur Pollen, sondern auch Staubpartikel, Schimmelpilzsporen oder Bakterien. Die Pollenfilter können nur eine begrenzte Menge dieser Partikel aufnehmen und sollten deshalb einmal pro Jahr ausgetauscht werden. Die vom Filter zurückgehaltenen Partikel sammeln sich im Laufe der Zeit dort an und können dann von Schimmelpilzen durchwachsen werden. Filterhersteller bieten neuerdings polyphenolbeschichtete Produkte an, die Allergene weitgehend ausschalten und Bakterienbildung verhindern sollen. Aktivkohle im Filter kann helfen, unangenehme Gerüche zu binden. Vorgaben durch VDI-Richtlinie 6032 Der Blick auf den Filter ist aber nicht ausreichend. Auto-Klimaanlagen bieten Mikroorganismen einen idealen Lebensraum. Innen ist es warm, dunkel und ausreichend feucht. „Das Übel sitzt auf dem Verdampfer“, sagt Andreas Zahner, AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 Anwendungstechniker bei Liqui Moly. „Dort herrscht durch Kondensationsfeuchtigkeit ein angenehmes Klima für Bakterien und Schimmelpilze, die sich dort munter vermehren und dann über das Gebläse in den Fahrgastraum gepustet werden.“ Das riecht dann nicht nur unangenehm, sondern kann auch Allergien auslösen. Diese Gefahr lässt sich mit einer professionellen Klimaanlagenreinigung abwenden. Entscheidend für einen wirksamen Klimaanlagenservice ist laut Zahner der direkte Zugang zum Verdampfer und dessen Reinigung. „Alle Reinigungsmethoden, die ohne direkten Zugang zum Verdampfer auskommen, sind nicht gründlich“, erklärt der Techniker. HERSTELLER INNENRAUMFILTER UND REINIGUNGSSYSTEME Hersteller Produkte Website Bosch Innenraumfilter www.bosch-autoteile.de Hengst Innenraumfilter www.hengst.com Liqui Moly Verdampferreinigungssystem www.liqui-moly.de Mahle Innenraumfilter www.mahle-aftermarket.com Mann + Hummel Innenraumfilter (polyphenolbeschichtet) www.mann-hummel.de Sogefi Innenraumfilter www.sogefigroup.com Tunap Verdampferreinigungssystem www.tunap.de Valeo Innenraumfilter (polyphenolbeschichtet) www.valeo.de Waeco Ultraschallvernebler zur Klimagerätereinigung www.waeco.com Allergiker reagieren nicht nur auf Pollen, sondern auch auf Reizstoffe aus Reinigungsmitteln. Eine gründliche Reinigung sollte neben dem Verdampfer gleichzeitig die Filterumgebung und die Lüftungskanäle erfassen. Seit Mai 2015 regelt die VDI-Richtlinie 6032, Blatt 1 die Anforderungen an die Lüftungstechnik von Fahrzeugen. „Viele Reinigungsverfahren sind ungeeignet oder unvollständig, um mikrobiologische Bestandteile wie Bakterien und Schimmelpilze ausreichend aus Auto-Klimaanlagen zu entfernen“, warnt der Deutsche Allergieund Asthmabund (DAAB). Im Rahmen einer Untersuchung (2010) im Auftrag des DAAB, erreichten Reinigungssysteme, die in den Autoinnenraum gestellt und deren Inhaltsstoffe bei geschlossenen Türen über die eingeschaltete Klimaanlage eingesaugt wurden, nicht die gewünschte Wirksamkeit oder führten zu hohen Schadstoffkonzentrationen. Am besten schnitt in dem Test ein Reinigungssystem ab, bei dem eine Hochdruckreinigung direkt am Verdampfer erfolgte. Reinigungsmittel sollten laut DAAB möglichst keine hohen Schadstoffbelastungen mit Alkoholen, Aldehyden, Ketonen oder leichtflüchtigen organischen Stoffen (VOCs) erzeugen. Vor der Weiterfahrt ist zudem immer ein längeres „Auslüften“ des Fahrzeugs bei offenen Türen zu empfehlen. Dietmar Winkler ■ www.autoservicepraxis.de Foto: Fotolia/underdogstudios

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Be a Hero! Auto Service Meister 2016! Seite Seite Seite Inhalt Die Seite für den Chef So machen Sie Service-Mitarbeiter fit für den Umgang mit Kunden. Der erste Fragebogen (1/4) Motor/Antriebsstrang Meisterschule im Porträt Bildungszentrum der Kfz-Innung Schwaben Alle Infos zum Wettbewerb: autoservicemeister.de Eine Initiative von Unterstützt von

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WEITERBILDUNG DIE SEITE FÜR DEN CHEF Sie brauchen den Kundenversteher Der souveräne Umgang mit Kunden fällt manchen Mitarbeitern im Service oft schwer. Mit Technikwissen alleine lassen sich schwierige Situationen nicht meistern. Mit einem Kommunikationstraining schon. eitdruck, Angst vor einer saftigen Rechnung und komplexe Fahrzeugtechnik, die er nicht versteht – mancher Werkstattkunde ist da schnell überfordert. Im Autohaus kann es da schon mal zu hitzigen Diskussionen kommen. Kenntnisse und Fertigkeiten im professionellen Umgang mit solchen Situationen helfen hier enorm. Servicemitarbeiter im Autohaus oder bei der Direktannahme sind stets angehalten, geduldig auf die Belange der Kunden einzugehen. Was einfach klingt, setzt viel Ruhe, Erfahrung und Wissen voraus. Wem es gelingt, „heiß gelaufene“ Kunden herunterzufahren und eine akzeptable Lösung herbeizuführen, tut viel für das Image seines Betriebes. Doch nicht jedem Servicemitarbeiter ist der professionelle Umgang mit Kunden in die Wiege gelegt. Geschäftsführer oder Inhaber eines Kfz-Betriebs sind daher gut beraten, die Mitarbeiter entsprechend zu schulen. Speziell zum Umgang mit „schwierigen“ Kunden bietet beispielsweise die Akademie des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (TAK) das Seminar „Herausforderung Kunde – schwierige Gespräche meistern“ an. In dem Seminar werden vor allem Techniken im professionellen Umgang mit wütenden Kunden vermittelt. Auf AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 dem Lehrplan stehen Emotionsmanagement oder der souveräne Umgang mit persönlichen Angriffen. Seminarleiter Bernd Kerwien vermittelt dabei auch Tricks und Kniffe, wie schwierige Gesprächssituationen souverän gesteuert werden können. Hier wird speziell auf überzeugende Rhetorik, aber auch auf die Körpersprache im Konfliktgespräch eingegangen. Im Rahmen des Seminars werden typische Situationen mit Kunden nachbearbeitet. Bernd Kerwien zeigt, welche Schlüsse aus Konfrontationen für den Berufsalltag gezogen werden können. Abschließend beschäftigt sich das ganztägige Seminar auch mit den typischen Fettnäpfchen und Fehlern im Kundengespräch und wie diese vermieden werden können. Es ist eine Binsenweisheit im Verkauf: Nur wer mit dem Kunden im Gespräch bleibt, kann zusätzliche Umsätze generieren. Vertrauen muss erarbeitet werden. Wenn der Monteur schon bei der Fahrzeugannahme stumm den Kopf in den Motorraum steckt und konsequent den Augenkontakt mit dem Kunden vermeidet, läuft etwas falsch. Jedem Mitarbeiter sollten daher die standardisierten Abläufe wie Begrüßung mit Händedruck, Ansprache beim Namen und die Vorstellung der eigenen Person vertraut sein. Foto: Fotolia/corepics Häufig sind Konfliktsituationen mit Kunden nicht ein Problem einzelner Mitarbeiter. Im Betrieb kann es aufgrund innerer Reibungsverluste, zum Beispiel durch mangelnde Kommunikation zwischen Verkauf, Werkstatt und Annahme, zu Problemen mit Kunden kommen. Auch Konflikte innerhalb des Teams badet am Ende nicht selten die Kundschaft aus. Ein Training der Kooperations- und Teamfähigkeit im Kfz-Betrieb bietet das TAK mit dem Seminar „Erfolgreich im Team – den Alltag gemeinsam meistern“. Trainer Bernd Kerwien vermittelt darin Kenntnisse aus den Bereichen Kommunikation, Konfliktregelung und Umgang mit Stress anhand konkreter Situationen im Werkstatt-Alltag. Ziel des eintägigen Seminars ist es, das Betriebsklima, die Motivation und die Teamleistung zu fördern. Beide Seminare richten sich speziell an Autohausbetreiber, aber auch an Kfz- Werkstätten. Marcel Schoch ■ Kommunikation kann man lernen TAK-Seminar „Erfolgreich im Team - den Alltag gemeinsam meistern“, vermittelt Trainer Bernd Kerwien Kenntnisse und Fertigkeiten aus den Bereichen Kommunikation, Konfliktregelung und Umgang mit Stress anhand konkreter Situationen aus dem Autohaus- und Werkstatt-Alltag. Trainiert werden hier vor allem Kooperationsund Teamfähigkeit. Anmeldung: Tel. 0228-9127-216 Fax 0228-9127-159 E-Mail: kohl@tak.de www.tak.de Seminar www.autoservicepraxis.de

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ASM 2016 Fragebogen 1 Jetzt mitmachen unter: www.autoservicemeister.de Sponsorenfrage 1. In welchem normalen Betriebszustand wird die Torsionsdämpfung eines Zweimassenschwungrades (ZMS) in einem Pkw massiv beansprucht? ☐ In der Startphase, da hier der Eigenresonanzbereich des ZMS durchlaufen werden muss. ☐ Bei hoher Geschwindigkeit des Fahrzeugs und daraus resultierender hoher Motordrehzahl. ☐ Im Anhängerbetrieb, da hier eine erhöhte Zuglast am Antriebsstrang des Fahrzeugs ansteht, und hierdurch das Diese Frage wird übertragene Motormoment ansteigt. gestellt von: Punkte 2. Welche der folgenden Aussagen zu Ausgleichswellen in Hubkolbenmotoren ist richtig? ☐ In einem 90°-V6-Motor rotiert die Ausgleichswelle mit Kurbelwellendrehzahl in Drehrichtung der Kurbelwelle. ☐ In einem 4-Zylinder-Reihenmotor drehen 2 Ausgleichswellen gegenläufig mit doppelter Kurbelwellendrehzahl. ☐ In einem 4-Zylinder-Reihenmotor drehen 2 Ausgleichswellen gegenläufig mit Kurbelwellendrehzahl. 3. Moderne Benzin-Direkteinspritzmotoren verwenden oft Ladebewegungsklappen/ Saugrohrklappen. Welche Funktion haben diese Klappen? ☐ Die offene Ladebewegungsklappe erhöht die Drallbewegung der angesaugten Luft im höheren Drehzahlbereich. ☐ Die geschlossene Ladebewegungsklappe erzeugt eine Tumble-Bewegung der Luft im Brennraum, die besonders im unteren und mittleren Drehzahlbereich benötigt wird. ☐ Die geschlossene Ladebewegungsklappe reduziert die angesaugte Luftmenge im unteren Drehzahlbereich und verbessert dadurch die NOx-Emission. 4. Die Abgasrückführrate eines modernen Dieselmotors ist ... ☐ Im Teillastbereich hoch. ☐ In der Volllast hoch. ☐ Im Teil- und Volllastbereich niedrig. Meisterfrage 7. Bei der momentanen Diskussion um Softwaremanipulationen von Dieselmotoren (Pkw) geht es um welchen Schadstoff und wie hoch darf dieser bei Euro-5-Fahrzeugen sein? ☐ Nach der Verordnung 715/2007/EG darf der Stickoxidausstoß 180 mg/km betragen. ☐ Nach der Verordnung 715/2007/EG darf der Partikelausstoß 4,5 mg/km betragen. ☐ Nach der Richtlinie 98/69/EG darf der Kohlenmonoxidausstoß 1.000 mg/km betragen. Einsendeschluss 4. Juli 2016 5. Bei vielen Motoren müssen die Zahnriemen- oder Kettenräder der Nockenwellen beim Auflegen einer Kette oder Zahnriemens gelöst werden. Wozu dient diese Maßnahme? ☐ Um die Riemen-/Kettenlose über Vorspannen der Nockenwellenräder vom Riemen-/Kettenspanner aufnehmen zu können. ☐ Als Montagehilfe, um den Riemen oder die Kette besser montieren zu können. ☐ Um die Nockenwellen auf die Kurbelwellenposition OT 1. Zylinder ausrichten zu können. 6. Was unterscheidet die passive von der aktiven Dieselpartikelfilter regeneration? ☐ Die passive Dieselpartikelfilterregeneration wird durch das Motormanagement angeregt, eine aktive vom Diagnosegerät. ☐ Die passive Dieselpartikelfilterregeneration wird periodisch alle 800 km angestoßen, die aktive Regeneration nur bei Abgastemperaturen von 350-500°C. ☐ Die passive Regeneration findet immer dann statt, wenn ein Temperaturfenster von 350-500°C vorliegt, die aktive Regeneration wird durch das Motormanagementsystem angestoßen. Georg Ries Ausbildungsmeister Kfz-Innung Schwaben Im gesamten Wettbewerb sind 210 Punkte zu erreichen. Der Teilnehmer mit der höchsten Gesamtpunktzahl gewinnt. Bei gleicher Punktzahl wird der Gewinner per Losentscheid ermittelt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Teilnahmebedingungen unter: www.autoservicemeister.de/teilnahmebedingungen. Punkte je Frage Punkte

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WEITERBILDUNG MEISTERSCHULE IM PORTRÄT Bei den Schwaben Das Bildungszentrum der Kfz-Innung Schwaben in Augsburg ist für die Meisterausbildung zuständig. Die Einrichtung hat einiges zu bieten. Steckbrief Bildungszentrum Kfz-Innung Schwaben Termine: Juni 2017 - Dezember 2017 Wartezeit: derzeit 1,5 Jahre Lehrgangsinhalte: Meisterprüfung Teile I und II Teilzeit/Vollzeit: Vollzeit Unterrichtszeiten: 8:00 bis 16:00 Uhr Kosten: Teil I 2.190,- Euro; Teil II 2.750,- Euro Besonderheit: Eigene Wohnmöglichkeit im Jugendhotel „Blue Box“ mit 30 Zweibettzimmern Interview ell, modern und top ausgestattet – diesen Eindruck nehmen Besucher mit, die sich in den Räumen des Bildungszentrums der Kfz-Innung Schwaben umsehen. Nach dem aufwändigen Umbau des alten Gebäudes und dem Neubau eines zusätzlichen Schulungsgebäudes vor vier Jahren haben die Schwaben endlich wieder Platz. Die Schule verfügt über 27 Schulungsräume, in der Regel eine Kombination aus praktischer Arbeitsfläche und einem Bereich für die theoretische Schulung. Das Konzept bietet ideale Voraussetzungen für den Unterricht: Was der Ausbilder eben noch an die Wand projiziert hat, kann zwei Minuten später am Fahrzeug demonstriert werden. Das Bildungszentrum der Kfz-Innung Schwaben ist Lehrstätte für den Ausbildungs- und Weiterbildungsbereich. Geschult werden Auszubildende im Kfz- Techniker- sowie im Karosserie- und Fahrzeugbau-Handwerk. Zusätzlich bietet das Bildungszentrum Kfz-technische Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie Vorbereitungskurse auf die Meisterprüfung Teil I und II. Foto: Dietmar Winkler Ausbildungsleiter Helmut Schmid ist stolz auf das Niveau der Ausbildung: „Wir gehören sicher zu den am besten ausgestatteten Meisterschulen.“ Die Meisterausbildung profitiert hier von dem recht großen Ausbildungsbereich der Schule. Die Ausstattung mit Fahrzeugen ist exzellent. Alle gängigen Fahrzeugtypen sind vorhanden, vom Elektro-Smart bis zum Porsche 911. Schulungen zu den Themen Hochvolttechnik oder alternative Antriebe werden in Augsburg als Einzelseminare angeboten. Hochvolttechnik ist bereits Teil der Meisterausbildung. Zur Verfügung stehen unter anderem zwei Fahrzeuge mit Elektroantrieb sowie ein Toyota Auris Hybrid. Aktuell geben in Augsburg 20 fest angestellte Ausbilder ihr Wissen an den Nachwuchs weiter, davon zwölf in der Meisterausbildung. Ausbildungsmeister Georg Ries zählt die hohe Motivation der Dozenten und die gute technische Ausstattung zu den Pluspunkten der Einrichtung: „Beides passt zusammen und das eine nützt nichts ohne das andere.“ Wer sich für die Meisterausbildung interessiert, muss mit über einem Jahr Wartezeit rechnen. Dietmar Winkler ■ Foto: Dietmar Winkler Georg Ries, Ausbildungsmeister Kfz-Innung Schwaben asp: Warum lohnt sich die Weiterbildung zum Kfz-Meister? Georg Ries: Wer vorankommen will, hat mit Meisterbrief bessere Chancen. Man kann flexibel auf passende Stellenausschreibungen reagieren und hat eine sehr gute Qualifikation vorzuweisen. In der Regel sind Positionen, die mit einer höheren Verantwortung verbunden sind, auch besser vergütet. asp: Können Sie den Schritt in die Selbstständigkeit empfehlen? Georg Ries: Wenn die Rahmenbedingungen passen und Kfz-Meister den nötigen Ehrgeiz mitbringen, ist grundsätzlich nichts dagegen zu sagen. Viele Betriebsinhaber suchen einen geeigneten Nachfolger. Sofern die Ablöse nicht zu hoch ist, kann das eine gute Chance sein. Bewerber sollten auch Know-how zur Betriebsführung und Personalführung mitbringen. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 www.autoservicepraxis.de

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JETZT BESTELLEN! Fax 089/203043-2100 oder direkt im Online-Shop autohaus.de/reifenstudie STUDIE 2016 „So tickt der Reifenkunde“ Reifenstudie 2015/2016 Die Reifenstudie 2015/2016 untersucht das Käuferverhalten von Werkstatt- und Autohauskunden, wenn es um die Anschaffung neuer Räder und Reifen, aber auch um die Nutzung von Serviceleistungen geht. U.a. zeigt die Studie, dass mehr als die Hälfte der Befragten, die eine Vertragswerkstatt ihrer Marke als Stammwerkstatt aufsuchen, diese auch zum Reifenkauf nutzen. Außerdem verdeutlicht diese, dass ein individuelles und informatives Beratungsgespräch nicht nur häufig zum Reifenkauf, sondern auch zur Nutzung weiterer Leistungen führt. Ja, bitte senden Sie mir Exemplare »Reifenstudie 2015/2016« zum Preis von je € 34,90 zzgl. MwSt. und Versand. Art. Nr. 25015 Firma Straße PLZ, Ort Ansprechpartner Funktion Telefon, Fax E-Mail Datum, Unterschrift Preisänderungen vorbehalten Bestellungen auf noch nicht erschienene Titel werden ohne Auftragsbestätigung vorgemerkt. Springer Fachmedien München GmbH Aschauer Strasse 30 � 81549 München Telefon: 089/20 30 43-1900 Telefax: 089/20 30 43-2100 www.autohaus.de AUTOHAUS ist eine Marke von

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AUTOMOBILTECHNIK BREMSSYSTEME Ohne Quietschen und Staub Bremsen sollen nicht nur das Fahrzeug schnell zum Stehen bringen, sondern auch sehr leicht sowie wartungsarm sein und im Idealfall die Umwelt schonen. Wir haben uns aktuelle Entwicklungen angesehen. Fotos: Karin & Uwe Annas/fotolia, Hella Pagid, Brembo, Bosch, ZF TRW portliche Scheibenbremsen mit Belüftungslöchern in den Bremsscheiben und lackierten Bremssätteln sind inzwischen schon Standard in vielen Autos, die ein paar PS mehr unter der Haube haben. Doch Aussehen ist nicht alles: Ein geringes Gewicht der Bremse, eine hohe Beständigkeit gegen Wärmerisse und geringe Abnutzung der Bremsbeläge sind ebenfalls wichtige Eigenschaften. Innenbelüftete Bremsscheiben bieten hier Vorteile. Damit die Gefahr von Wärmerissen und Bruchstellen an der Oberfläche der Bremsscheibe nicht be- Form, was die Beständigkeit gegen Wärmerisse um bis zu 30 Prozent erhöht und die Nutzungsdauer der Scheibe verlängert. Ähnlich bewirkt die bessere Luftzirkulation eine Absenkung der Betriebstemperatur um bis zu 30 Prozent, was wiederum eine längere Nutzung der Bremsbeläge ermöglicht. Ein weiterer Vorteil ist die Verringerung der Masse der Bremsscheibe um bis zu 10 Prozent, die sich in geringerem Kraftstoffverbrauch und weniger Schadstoffemissionen niederschlägt. Vor allem bewirkt das geringere Gewicht der ungefederten Massen auch höhere Leissteht, setzt Bremsenexperte Brembo traditionell auf die Lamellenbelüftung. Der Hersteller hat jüngst die neue PVT-Plus- Technologie präsentiert. Bei dieser Technologie haben die Noppen eine längere KURZFASSUNG Bremsscheiben werden nicht nur leichter, sondern bieten auch neue Kühlkonzepte. Bei Bremsbelägen geht der Trend zur Reduzierung des schädlichen Bremsstaubs. E-Autos profitieren zudem von elektromechanischen Bremskraftverstärkern. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 www.autoservicepraxis.de

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tung, mehr Fahrkomfort und bessere Wendigkeit. Die PVT Plus wird auf dem Ersatzteilmarkt für Limousinen im oberen Preissegment wie dem Audi A6, der BMW-5er-Modellreihe sowie der E-Klasse von Mercedes-Benz angeboten. Black is beautiful Trotz technischer Fortschritte sind Bremsscheiben fast immer im Metall-Einheitslook erhältlich. Und wenn sie eine Farbe haben, ist das nur bei der Erstausrüstung, nicht aber im freien Ersatzteilhandel der Fall. Eine willkommene Abwechslung sind da die hochgekohlten Carbonic-Bremsscheiben von Hella Pagid, denn damit lassen sich Räder komplett in Schwarz gestalten. Hella Pagid bietet damit laut eige ner Aussage als einer der ersten Hersteller schwarz lackierte Bremsscheiben zum Nachrüsten an. Hochgekohlte Bremsscheiben verfügen über einen prozentual höheren Anteil von Kohlenstoff im Gussmaterial. Laut Hella Pagid soll sich das nicht nur optisch auszahlen, sondern auch eine höhere Temperaturbelastbarkeit sowie ein besseres Dämpfungsverhalten ermöglichen. Letzteres reduziert wiederum die Bremsgeräusche. Dank einer schnellen Wärmeabfuhr wird eine gleichbleibend hohe Bremsleistung und geringeres Fading erzielt – auch in Extremsituationen oder bei sportlicher Fahrweise. Zudem wird das Risiko einer Verformung des Materials durch dessen verbesserte Wärmeleitfähigkeit deutlich verringert. Das Resultat: weniger Bremsenrubbeln und Scheibenschlag sowie ein insgesamt ruhigerer Bremsverlauf. Zusätzlich sind die Carbonic-Bremsscheiben schwarz lackiert. Bei der Beschichtung handelt es sich laut Hersteller um einen auf Wasserbasis hergestellten, ökologisch unbedenklichen Lack. Dieser Hingucker: Die schwarzen Bremsscheiben von Hella Pagid schützt auch vor Korrosion und ist resistent gegen Felgenreiniger. Durch die schwarze Beschichtung muss kein Schutzöl entfernt werden, wodurch die Bremsscheibe sofort einbaufähig ist. Weniger Staub produzieren Passend zur Bremsscheibe sollten auch die Bremsbeläge höchsten Ansprüchen genügen. Der japanische Automobilzulieferer TMD Friction hat Bremsbeläge entwickelt, die nicht nur möglichst geräuschlos sind, sondern auch weniger Bremsstaub produzieren. Der „epad“-Bremsbelag von Textar verringert beispielsweise die Verschmutzung der Felgen, was die Reinigung stark erleichert. Durch den ge- Nachwuchsförderung auf ganzer Strecke: SACHS unterstützt künftige Meister. SACHS ist eine Traditionsmarke mit Zukunftsorientierung. Deshalb unterstützen wir Jahr für Jahr aktiv den Nachwuchs der Branche. Profitieren Sie von unserem fundierten Know-how und unserer langjährigen Erfahrung im Bereich Kupplungen und Stoßdämpfer! www.zf.com/sachs

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AUTOMOBILTECHNIK Entwicklung der Brembo-Lamellenbelüftung in Bremsscheiben bis zur neuen PVT Plus ringen Abrieb vermindert sich auch der Verschleiß und die Lebensdauer der Beläge verlängert sich. Störende Quietsch- und Knarzgeräusche werden deutlich reduziert. Der neue Nfz-Leichtbau-Bremsbelag von Textar bietet zudem bei Nutzfahrzeugen ein Gesamteinsparpotenzial von bis zu 7,5 Kilogramm pro Fahrzeug bei einer Truck-Trailer-Kombination. Die damit erzielte Reduzierung der ungefederten Masse verringert den Verschleiß an Bremsen und Achsen, während die Gewichtseinsparung zu einem reduzierten CO 2 - Ausstoß führt. Möglich wurde diese Innovation durch eine neuartige mechanische Anbindung zwischen Reibbelag und Belagträgerplatte. Der gewichtsoptimierte Belag passt dadurch nach wie vor in gängige Bremssysteme. Stabilitätskontrolle wird überflüssig Laut ZF TRW hat die Entwicklung des „Colette“-Bremssattels indirekt auch zur Verbreitung von Scheibenbremsen in Pkw der Mittelklasse beigetragen, denn das Design verhalf der Scheibenbremse zum Durchbruch. Schon 1991 hat der Hersteller den ersten Bremssattel mit integriertem Kugel-Rampen-Parkbrems-Mechanismus auf den Markt gebracht. Diese Technologie dominiert nach wie vor die Produktion von hinteren Bremssätteln weltweit. ZF TRWs neueste Innovation bei Bremsen ist das System für vollständig integrierte Bremskontrolle (IBC). Dabei handelt es sich um eine vakuumunabhängige Technologie, die das Bremssystem vereinfachen und dabei die Leistungsfähigkeit steigern kann. IBC ersetzt das System für die elektronische Stabilitätskontrolle (ESC) und die Vakuumverstärkung sowie alle damit zusammenhängenden AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 Kabel, Sensoren, Schalter, elektronischen Steuerungseinheiten und Vakuumpumpen von Konfigurationen mit niedrigem oder keinem Vakuum durch eine einzige integrierte Einheit, was viel Gewicht spart. Bremsen mit Strom Gewicht spielt auch bei Hybrid- und Elektrofahrzeugen eine große Rolle. Um die angestrebten Kraftstoffeinsparungen und Reichweiten zu erzielen, müssen sie beim Bremsen möglichst auch viel Energie für das elektrische Fahren zurückgewinnen. Im Idealfall sollte das Auto nur mittels der E-Maschine durch die Umwandlung der Bewegungsenergie in elektrischen Strom abgebremst werden. So geht keine wertvolle Energie in der Bremse verloren. Mit dem „iBooster“ hat Bosch einen elektromechanischen Bremskraftverstärker entwickelt, der den Bremsbefehl des Fahrers situationsabhängig unterstützt. Der iBooster macht Hybrid- und Elektrofahrzeuge dadurch noch effizienter. Der iBooster ermöglicht eine nahezu vollständige Rekuperation, denn Verzögerungswerte bis 0,3 g werden ausschließlich über die elektrische Maschine erreicht. Der elektro-mechanische Bremskraftverstärker „iBooster“ von Bosch Dies deckt alle im normalen Straßenverkehr üblichen Verzögerungen ab. Muss dann doch einmal stärker gebremst werden, erzeugt der iBooster den zusätzlich erforderlichen Bremsdruck auf klassischem Weg über den Hauptbremszylinder. Ideal in Notsituationen Der Fahrer merkt von dem harmonischen Zusammenspiel von Generator und Bremse nichts, das gewohnte Pedalgefühl bleibt vollständig erhalten. Für die Bremsunterstützung hat Bosch im iBooster einen Elektromotor integriert, der über ein zweistufiges Getriebe die Verstärkung „on demand“ steuert. Der bislang vom Verbrennungsmotor direkt oder über eine Vakuumpumpe aufwändig und permanent erzeugte Unterdruck ist damit überflüssig. Dies allein spart Kraftstoff und darüber hinaus lassen sich verbrauchsreduzierende Funktionen wie Start/Stopp oder Segeln, bei denen der Motor zeitweise abgeschaltet wird, noch umfassender nutzen. Das elektromechanische Konzept bietet aber noch weitere Vorteile: Erkennt das vorausschauende Notbremssystem eine gefährliche Situation, kann der iBooster den vollen Bremsdruck ganz autonom in rund 120 Millisekunden aufbauen. Damit ist er fast dreimal schneller als bisherige Systeme. In Notsituationen verzögert der iBooster das Fahrzeug damit schneller als ein Fahrer mit herkömmlichem Bremskraftverstärker. Der iBooster kann aber auch das sanfte Abbremsen der Automatischen Distanzregelung (ACC) bis zum Fahrzeugstillstand übernehmen. Die Technik wird laut Bosch in vielen Fahrzeugen den herkömmlichen Bremskraftverstärker mittelfristig ablösen. Alexander Junk ■ Erfolgreich: Bremssattel aus der Colette- Familie von ZF TRW www.autoservicepraxis.de

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Der will doch nur spülen Neu bei Hella Gutmann: Alles für den professionellen Klima-Service. medienformer.de Husky-Klimaservicegeräte von Hella Gutmann sind der ideale Partner für alle Servicearbeiten an Klimaanlagen von Pkw, Lkw, Elektro- und Hybridfahrzeugen. Einfach Fahrzeug auswählen und Anschlüsse koppeln, den Rest erledigt Ihr Husky von ganz allein – vom Kältemittel evakuieren über die Leitungsreinigung bis zur HELLA GUTMANN SOLUTIONS GMBH Am Krebsbach 2, 79241 Ihringen Tel.: 07668-99 00-886 E-Mail: info@hella-gutmann.com klima.hella-gutmann.com hella-nussbaum.com Milliliter genauen Wiederbefüllung. Einfacher geht es nicht. Und wenn mal was fehlt, versorgt Sie Hella Gutmann Solutions in kürzester Zeit mit allen benötigten Werkzeugen, Verbrauchsmaterialien und Flüssigkeiten. Mehr Infos bei Ihrem Hella Gutmann-Vertriebspartner und unter klima.hella-gutmann.com

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AUTOMOBILTECHNIK SIEGERPORTRÄT BEST BRANDS 2016 Immer in Bewegung bleiben In einer Serie stellen wir die Sieger der Leserumfrage Best Brands vor. Liqui Moly hat den ersten Platz in der Kategorie Schmierstoffe/Öle belegt. In Ulm haben wir über das Erfolgsrezept der Marke gesprochen. enn man Peter Baumann fragt, wie er denn die Leistungsfähigkeit einer Schmierstoffmarke definiert, muss er nicht lange überlegen und fächert das Geheimnis erfolgreicher Markenpolitik auf. „Breite Produktpalette, persönliche Betreuung durch den Außendienst, sinnvolle Verkaufsunterstützung beim Kunden, intelligente Logistikkonzepte und als grundlegende Voraussetzung die hervorragende Produktqualität.“ Als Marketingleiter des Ulmer Schmiermittelproduzenten Liqui Moly muss er wissen, wovon er spricht. Immerhin hat sein Unternehmen gerade den ersten Platz beim Wettbewerb Best Brands in der Kategorie Schmierstoffe/Öle belegt. Die Auszeichnung wird von den Zeitschriften AUTOHAUS und asp AUTO SERVICE PRAXIS auf Basis einer repräsentativen Leserumfrage vergeben (siehe Kasten zu Best Brands). An Bekanntheit mangelt es der Marke sicher nicht. Liqui Moly hat im deutschen Aftermarket einen Marktanteil von 30 Prozent und ist damit Marktführer unter den Markenölen. Man muss aber auch sehen: In der breiten Masse kommen die vielen No-Name-Produkte volumenbezogen auf 50 Prozent Marktanteil. Von diesen Billigheimern will sich der Ulmer Schmierstoff- Produzent bewusst absetzen. Man versteht sich nicht nur als Markt-, sondern auch als Preisführer und steht dazu. BEST BRANDS 2016 Bereits zum zweiten Mal haben sich die Fachmagazine AUTOHAUS und asp AUTO SERVICE PRAXIS mit Hilfe ihrer Leser auf die Suche nach den beliebtesten Marken der Kfz-Branche gemacht. Die telefonische Befragung „Best Brands“, durchgeführt vom Marktforschungsinstitut puls, ermittelte auf der repräsentativen Basis von 900 AUTO- HAUS- und asp-Lesern die Anbieter mit dem besten Image in insgesamt zwölf Produktgruppen und drei Gesamtsieger über alle Sparten. Gefragt wurde nach dem Image einer Marke, außerdem wurde das Markenbild nach den Faktoren „Preis-Leistungs-Verhältnis“ und „Qualität“ differenziert. Sieger in der Sparte Schmierstoffe/Öle wurde das Ulmer Unternehmen Liqui Moly. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 Fotos: Jörg Schwieder/Rainer Wolfsfellner, Liqui Moly, Dietmar Winkler Als breit aufgestellter Hersteller vertreibt Liqui Moly seine Produkte über viele Kanäle. Man findet Produkte mit dem rotblauen Logo sowohl in Verbrauchermärkten als auch im Fachhandel und in Werkstätten. Für die professionellen Kunden, also Autohäuser und freie Werk stätten, bietet Liqui Moly jeweils eigene Produktlinien und Konzepte, um die Wertigkeit der Produkte noch zu verdeutlichen. Außerdem wird das Motorenöl dort in großen Gebindegrößen angeliefert. International in Bewegung Gerne werben die Ulmer damit, dass die Produkte ausschließlich in Deutschland produziert werden. „Made in Germany“ kommt offenbar auch international gut an. Mittlerweile verkauft man die Marke in 120 Ländern. Die Liqui-Moly-Familie wird dadurch noch bunter. Dietmar Winkler ■ Die begehrten Trophäen werden insgesamt in zwölf Kategorien vergeben. www.autoservicepraxis.de

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Klimaservicegeräte Profi-Tipps zur Fehlerdiagnose Kältemittel und Öle Klimaanlagen- Spülung Lecksuchtechnik Klimaanlagen- Reinigung Werkzeuge und Zubehör / 2016 Zubehör für R 1234yf LOW EMISSION SCHNELL, SPARSAM, UMWELTSCHONEND 2015 / 2016 Teilequalität gemäß Kfz-GVO 461/2010 INTERVIEW asp: Was macht Liqui Moly zur Nummer eins unter den Schmierstoff-Produzenten bei den asp-Lesern? P. Baumann: Liqui Moly ist v. a. eine Menschenmarke. Bei uns gibt es eine persönliche Betreuung mit einer großen Außendienstmannschaft, die den täglichen persönlichen Kontakt zum Kunden hat. Das ist unser allergrößtes Pfund und das unterscheidet uns von vielen Mitbewerbern. G. Hiermaier: Wir haben über 120 eigene Außendienstmitarbeiter, die für unsere unterschiedlichen Kundengruppen zuständig sind, also vor allem Betriebe im Kfz-Teilehandel, Groß- und Einzelhandel, Werkstätten und natürlich Autohäuser. Das sind alles Liqui-Moly-Leute, die mit Herzblut diese Marke leben. asp: Wie lautet Ihr Markenversprechen mit Blick auf das Produkt? P. Baumann: Wenn ich es auf den Punkt bringen müsste: Liqui Moly ist die Marke für die technische und optische Werterhaltung von Fahrzeugen. Das spiegelt sich auch in der breiten Produktpalette jenseits des Motorenöls wider. Die Werkstatt bekommt bei uns alles aus einer Hand: Schmierstoffe, Additive, die komplette Range an klassischen Autopflegeprodukten und alles, was man im chemischen Bereich in der Werkstatt benötigt. Für die markengebundenen Autohäuser haben wir eine eigene Motorenöllinie mit allen Freigaben der namhaften Automobilhersteller. Außerdem bieten wir allen Werkstätten eine Profi-Linie aus Additiven und Service-Produkten an. G. Hiermaier: Ein hochwertiges Motorenöl definiert sich heute vor allem über die Additive. Dort arbeiten wir mit den weltweit führenden Additivlieferanten zusammen. In modernen Motoren werden die Additivpackages immer wichtiger – ohne sie geht heute gar nichts mehr. Aktuelle Motorenöle bestehen daher bis zu 35 Prozent aus Additiven. asp: Wie viel Aufwand muss ein mittelständisches Unternehmen wie Liqui Moly betreiben, um die Marke bekannt zu machen? P. Baumann: Wir sind zwar ein mittelständisches Unternehmen, dennoch verstehen wir uns als Weltmarke. Wir haben in 120 Ländern aktives Geschäft. G. Hiermaier: Überall dort, wo das Produkt verarbeitet wird, also in den Werkstätten und im Handel, wollen wir sichtbar für den Kunden sein. Das ist eine ganz wichtige Säule, gerade in Deutschland, wo wir jedes Jahr um die 800 Betriebe maßgeschneidert mit dem Design unserer Marke versehen. Diese Betriebe profitieren dann von der Strahlkraft unserer Marke. asp: Wie wichtig ist das Engagement im Motorsport? P. Baumann: In der internationalen Wahrnehmung ist der Motorsport eine gute Möglichkeit, die Marke sichtbar zu machen, nicht nur bei den Rennteams, wo wir als Sponsor auftreten. Damit können wir uns als völkerverbindende Marke darstellen, die unabhängig von Religionen und Kulturen auf der ganzen Welt präsent ist. Freuen sich über die Auszeichnung bei Best Brands: Vertriebsleiter Günter Hiermaier (links) und Marketingchef Peter Baumann www.autoservicepraxis.de NEUES VON DEN KLIMA- PROFIS Komplett-Programm für die Werkstatt Im WAECO AirCon Service Sortiment finden Sie alles, was Sie für ein erfolgreiches Klimageschäft brauchen: Servicegeräte mit maximaler Kältemittel-Rückgewinnung (R 134a / R 1234yf), Verbrauchs material, Spezialöle, Werkzeug. Werkstattzubehör und originalersetzende Teile – das komplette Programm für eine erfolgreiche Klima-Saison 2016. Am besten gleich bestellen und durchstarten! NEU! Kataloge 2016 anfordern unter www.airconservice.de WAECO AirCon Service ALLES FÜR DIE KLIMAWERKSTATT 2015 NEU! KLIMASERVICEGERÄTE FÜR R 134A UND R 1234YF WAECO AirCon Service KLIMATECHNIK IN HERSTELLERQUALITÄT NEUHEITEN 2015 ORIGINALERSETZENDE TEILE KOMPLETT-SORTIMENT: ÜBER 38000 FAHRZEUGAPPLIKATIONEN Experten TIPP! SPAREN MIT „LOW EMISSION“ www.airconservice.de www.airconservice.de

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AUTOMOBILTECHNIK LEISTUNGSSTEIGERUNG Mehr Power durch Chiptuning? Mit Chiptuning lässt sich mehr Leistung aus dem Auto herauskitzeln. Besonders beliebt sind die Tuning­ Boxen, die sich ohne Fachkenntnisse einbauen lassen. Wir haben einen Selbstversuch gemacht. Fotos: Jörg Vollmer/Fotolia, ZDK, Alexander Junk Durch Chiptuning lassen sich die Reserven des Motors ausnutzen. as Angebot klingt verlockend: Mindestens 20 Prozent mehr Leistung und Drehmoment bei gleichzeitiger Spritersparnis. Das versprechen die Chiptuner, die nur durch Software-Manipulationen am Steuergerät die Reserven des Motors ausnutzen. asp AUTO SERVICE PRAXIS hat mit einigen Händlern gesprochen, die Chiptuning anbieten. Keiner wollte jedoch seinen Namen in der Zeitschrift lesen. Offensichtlich birgt dieses Thema Konfliktpotenzial, da die Fahrzeughersteller die Garantieleis- Der Ultimate Connect von RaceChip wird komplett mit Montagematerial geliefert. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 Race Chip bestellt, der seine Produkte hauptsächlich über das Internet vertreibt und zu den Großen der Branche gehört. Der Hersteller unterstützt laut eigenen Angaben mehrere Tausend verschiedene Fahrzeuge mit Diesel- und Benzinmotor. Voraussetzung ist lediglich, dass es sich um einen Turbomotor mit Direkteinspritzung handelt, was nahezu bei allen neuen Fahrzeugen der Fall ist. Das Funktionsprinzip ist simpel: Der Chip gaukelt der Motorsteuerung falsche Werte bei der Einspritzmenge vor, wortungen verwehren können (siehe Interview auf S. 36). Der Trend scheint momentan eher zu sogenannten Tuning- Boxen zu gehen. Ihr Vorteil: Sie lassen sich ohne Fachwissen einbauen und schnell wieder entfernen. Und sie lassen das Steuergerät unangetastet. Doch was taugen diese Tuning-Boxen im Vergleich zum klassischen Chiptuning? Direkteinspritzung Pflicht Wir wollten es genauer wissen und haben uns eine Tuning-Box vom Hersteller Der Chip lässt sich direkt am Common-Rail- Drucksensor des Motors befestigen. Per Smartphone kann die Leistungssteigerung aktiviert werden – auch mit Zeitschaltung. www.autoservicepraxis.de

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Im Serienzustand hat der Mondeo 148,9 PS und 340 Nm Drehmoment. Enttäuschend: Lediglich 1,3 PS und 35 Nm Mehrleistung mit Tuning aufhin diese die Menge erhöht, was mit einer Leistungssteigerung einhergeht. An einem Ford Mondeo, Baujahr 2008, haben wir ausprobiert, was an den Werbeversprechen dran ist. Im Serienzustand leistet der Zwei-Liter-Turbodiesel laut Fahrzeugschein 140 PS und 320 Newtonmeter Drehmoment. Die Tuning-Box „Ultimate Connect“ für rund 530 Euro verspricht ein Leistungsplus von 41 PS und 89 Newtonmeter Drehmoment. Die Box lässt sich sogar per Bluetooth-Funk mit dem Smartphone steuern und es können verschiedene Fahrstufen ausgewählt werden. Enttäuschendes Ergebnis Der Ultimate Connect wird mit sämtlichem Montagematerial und einer bebilderten Anleitung geliefert. Ein gesplittetes Kabel wird dabei direkt an den Common- Rail-Drucksensor des Motors und das Ursprungskabel angeschlossen. Am anderen Ende des Kabels hängt der Chip. Nun wird die RaceChip-App auf dem Smartphone installiert und anhand einer Seriennummer auf dem Chip eine Registrierung durchgeführt. Sobald die Zündung aktiv ist, kann der Chip nun per Bluetooth-Funk mit dem Smartphone kommunizieren und zeigt den aktuellen Status an. Wahlweise kann nun ein Programm ausgewählt oder der Chip auch deaktiviert werden. Alles in allem dauert die relativ www.autoservicepraxis.de einfache Installation nicht länger als 15 Minuten. Gespannt waren wir nun auf die erste Ausfahrt: Auf der Autobahn machten wir mehrere Beschleunigungsversuche mit aktiviertem Chip. Der erhoffte Leistungsschub blieb aus. Ein Test auf dem Leistungsprüfstand brachte dann Gewissheit: Lediglich ein Plus von 1,3 PS und 35 Newtonmeter mehr Drehmoment waren das Ergebnis der Leistungskur. Wir haben die Ergebnisse RaceChip vorgelegt. Dirk Bongardt, Managing Director bei RaceChip, hat dazu Stellung bezogen: „Einzelne Motoren einer bestimmten Motorisierung können sich vom Standardwert unterscheiden, so dass unsere Leistungssteigerung nicht den gewünschten Effekt erzielt. (...) Im konkreten Fall kann es am Fahrzeugalter liegen, aber auch an anderen Randbedingungen.“ Tatsächlich war bei unserem Mondeo die Serienleistung etwas höher als angegeben, was den Spielraum für Tuningmaßnahmen wohl minimiert hat. Hier handelt es sich laut Bongardt aber um Einzelfälle. Dennoch hat sich gezeigt: Eine Tuning-Box funktioniert nicht immer wie versprochen. Alexander Junk ■ Zeitverlust? Nö, kannst du knicken! Vorführung bei Ihnen vor Ort! www.algema.de

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AUTOMOBILTECHNIK „KEINE GARANTIE BEI CHIPTUNING“ Im Interview mit der asp AUTO SERVICE PRAXIS erklärt Ulrich Dilchert vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), was beim Chiptuning beachtet werden sollte. asp: Herr Dilchert, mit Chiptuning kann die Leistung eines Autos ohne mechanische Eingriffe am Motor erhöht werden. Wie wirkt sich das auf die Herstellergarantie des Fahrzeugs aus? U. Dilchert: Die meisten Garantiebedingungen der Hersteller enthalten Klauseln, wonach die Garantie nicht mehr besteht, wenn ein Schaden auf Teile zurückzuführen ist, die in das Fahrzeug eingebaut worden sind und deren Verwendung der Hersteller nicht genehmigt hat. Insofern dürfte die Garantie der Hersteller bei Schäden am Motor, die im kausalen Zusammenhang mit Chiptuning stehen, erlöschen. asp: Die Herstellergarantie greift aber weiterhin bei Schäden, die nicht mit Chiptuning im Zusammenhang stehen? U. Dilchert: Wenn beispielsweise an einem Auto mit Chiptuning die Beleuchtung ausfällt, hat das offensichtlich damit nichts zu tun und es wird die Garantie des Fahrzeugherstellers greifen. Bei einer defekten Zylinderkopfdichtung wird man aber sicherlich untersuchen, ob das im kausalen Zusammenhang mit dem Chiptuning steht. asp: Nicht alle Chiptuning-Hersteller informieren den Nutzer beim Kauf vor dem Garantieverlust. U. Dilchert: Das sollten sie aber, denn wenn der Chiptuner den Kunden nicht über solche Fragen aufklärt, dann wird er hierfür in der Regel auch haften müssen. Allerdings nicht wegen eines potenziellen Schadens, sondern wegen mangelhafter Aufklärungspflicht. Hier können vom Kunden Schadenersatzansprüche geltend gemacht werden. Das gilt übrigens auch für zulassungs­ und versicherungsrelevante Fragen. asp: Einige Chiptuner bieten eine eigene Garantie an, die durch die Leistungssteigerung verursachte Motorschäden abdeckt. Ist der Kunde damit nicht auf der sicheren Seite? U. Dilchert: Das kommt auf den Chiptuning­Anbieter an. Wenn der Anbieter eine Verantwortung von sich weist und auch der Fahrzeughersteller keine Garantie gewährt, sitzt der Kunde zwischen den Stühlen. Er wird schon einen Sachverständigen einschalten müssen, um die Schadensursache durch Chiptuning nachzuweisen. Das kann natürlich teuer werden. Chiptuning­Anbieter können aber im Schadenfall durchaus großzügig sein, um sich und ihr Geschäft nicht in Misskredit zu bringen. Kein seriöser Chiptuner wird seine Produkte zudem so auslegen, dass ein Motor schaden vorprogrammiert ist. Das würde sich in der Chiptuning­ Szene sehr schnell rumsprechen. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 asp: Wie sieht es mit der Betriebserlaubnis des Fahrzeugs bei Chiptuning aus? U. Dilchert: Die Zulassungsvorschriften besagen, dass an einem Fahrzeug keine Veränderungen vorgenommen werden dürfen, wenn andere Verkehrsteilnehmer gefährdet werden können oder sich das Abgas­ und Geräuschverhalten des Fahrzeugs verschlechtert. Gerade das Abgasverhalten wird beim Chiptuning in der Regel aber in irgendeiner Form beeinflusst. Dann erlischt grundsätzlich erst einmal die Betriebserlaubnis. Sie erlischt nur dann nicht, wenn eine Genehmigung der Änderung oder ein Teilegutachten vorhanden sind oder die Bestätigung von einem amtlich anerkannten Sachverständigen nach dessen Abnahme erteilt wird. Im Regelfall wird das dann in die Fahrzeugpapiere eingetragen. Der Kunde sollte also darauf achten, dass ein entsprechendes Gutachten mitgeliefert wird. asp: Muss das Chiptuning der Kfz-Versicherung ebenfalls mitgeteilt werden? U. Dilchert: Das sollte man auf alle Fälle tun. Es ist eine Obliegenheit in allen Versicherungsverträgen, dass gemeldet werden muss, wenn eine Gefahrerhöhung verursacht wird. Wenn ich beispielsweise einen Garagentarif für mein Auto habe und in eine neue Wohnung ohne Garage umziehe, muss ich das der Versicherung melden. Das Gleiche gilt für eine Leis tungssteigerung des Autos, denn das ist auch eine Gefahrerhöhung aus Sicht des Versicherers. Unter Umständen wird sich dann der Versicherungsbeitrag erhöhen. asp: Gibt es weitere rechtliche Besonderheiten, die beim Chiptuning beachtet werden müssen? U. Dilchert: Das OLG Düsseldorf hat geurteilt, dass mit Chiptuning eine höhere thermische Belastung und ein erhöhter Verschleiß gegeben sind, was wiederum eine geringere Gesamtfahrleistung des Autos bedeutet. Beispielsweise erreicht das Fahrzeug dann nicht mehr übliche 200.000, sondern nur noch 150.000 Kilometer. Das kann beim Weiterverkauf des Fahrzeugs Probleme verursachen, wenn das Chiptuning beispielsweise nicht in die Papiere eingetragen wurde und der Verkäufer den Käufer nicht darauf hinweist. Dann liegt ein Sachmangel vor und der Käufer kann vom Kaufvertrag zurücktreten. Gleiches gilt, wenn der Käufer das Chiptuning nachträglich erst erkennt. asp: Chiptuning mit Zusatzboxen lässt sich leicht entfernen und angeblich ist der Nachweis nur schwer zu führen, da das Steuergerät des Autos nicht angetastet wird. Sind solche Produkte nicht eine Einladung für Missbrauch? U. Dilchert: Da habe ich in der Tat ein bisschen Bauchgrimmen. Wir diskutieren derzeit sehr viel über Tacho­Manipulation, bei der ein echter volkswirtschaftlicher Schaden entsteht. Da handelt es sich mehr oder weniger um Betrug, wenn man wissentlich den Kilometerstand manipuliert. Wo liegt der Unterschied dann zum Chiptuning, wenn es verschleiert wird? Es tritt nach dem OLG Düsseldorf mehr Verschleiß am Motor auf, den es ohne das Tuning nicht gegeben hätte. Da liegt es nahe, den gleichen Bewertungsmaßstab anzusetzen. asp: Also raten Sie generell vom Chiptuning ab? U. Dilchert: Wer Spaß am Chiptuning hat, der soll es machen. Aber er sollte auch die rechtlichen Besonderheiten beachten und es beim Weiterverkauf des Fahrzeugs offenbaren. Dann ist da vom Ansatz her nichts dagegen einzuwenden. Wenn derjenige, der sein Fahrzeug tunen lässt, Spaß mit seinem Fahrzeug hat und auch der Gebrauchtwagenkäufer daran Spaß hat, dann gibt es keine Probleme. asp: Herr Dilchert, vielen Dank für das aufschlussreiche Gespräch und die interessanten Einblicke. Das Interview führte Alexander Junk. Ulrich Dilchert ist Geschäftsführer Recht, Steuern und Tarife beim ZDK in Bonn. www.autoservicepraxis.de

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AUTOMOBILTECHNIK VW GOLF GTI CLUBSPORT Rennbolide für den Alltag Pünktlich zum 40. Geburtstag des Kassenschlagers Golf GTI hat Volkswagen ein Jubiläumsmodell aufgelegt: Der GTI Clubsport leistet 265 PS und hat noch ein technisches Schmankerl für sportliche Fahrer parat. KURZFASSUNG Das Jubiläumsmodell Golf GTI Clubsport von Volkswagen wurde optisch dezent überarbeitet und bietet dank üppiger Leistung und dem elektronischen Sperrdifferenzial Rennsport-Feeling pur, gerade bei schnellen Kurvenfahrten. Fotos: Volkswagen, BorgWarner it dem neuen Golf GTI Clubsport bietet Volkswagen ab sofort ein neues GTI-Jubiläumsmodell an, das pünktlich zum 40. Geburtstag erscheint. Beeindruckend sind die Motorleistungen: Das Zwei-Liter- Triebwerk im GTI Clubsport schafft 265 Pferdestärken – 45 PS mehr als das normale GTI-Modell. Doch damit nicht genug: Dank der Boostfunktion kann der Fahrer für jeweils zehn Sekunden die Leistung des Motors auf mehr als 290 PS steigern. Das Leistungsplus wird einfach durch ein Kickdown des Gaspedals abgerufen. Damit erreicht der GTI Clubsport fast die Performance des R-Topmodells. Wahlweise ist der Rennbolide mit Sechs-Gang-Schaltgetriebe oder Sechs- Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) erhältlich und beschleunigt in nur 6,0 Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde – mit Doppelkupplungsgetriebe sogar in 5,9 Sekunden. Die Verbrauchswerte sind äußerst moderat, wenn man denVersprechen von VW glauben darf. Mit manuellem Getriebe soll sich der GTI Clubsport mit 6,9 Liter pro 100 Kilometer begnügen, mit DSG verringert sich der Wert sogar auf 6,7 Liter. Volkswagen hat aber nicht nur die Mo- Das Sperrdifferenzial von BorgWarner sorgt für Fahrspaß. Dezente Änderungen: Der GTI Clubsport lässt sich am größeren Dachkantenspoiler erkennen. torleistung verbessert, sondern auch das Design, die Ausstattung und die aerodynamische Abstimmung des Jubiläumsmodells modifiziert. Schneller in die Kurve fahren So drückt der groß dimensionierte Dachkantenspoiler den Wagen bei hohen Geschwindigkeiten auf die Straße. Mit den verbessertern Abtriebswerten kann der Golf GTI Clubsport in Sachen Fahrdynamik durchaus in Motorsport-Dimensionen vordringen. Für ein gutes Fahrverhalten des Fronttrieblers sorgt aber noch ein weiteres technisches Schmankerl: Das elektronische Vorderachs-Sperrdifferenzial (Front Cross Differential, FXD). Die von BorgWarner entwickelte und patentierte Technologie verhindert ohne Einbu- ßen bei der Motorleistung präventiv Schlupf sowie Untersteuern. Die FXD- Technologie nutzt dabei Daten wie Lenkwinkel, Motordrehmoment und Gierrate von Fahrzeugsensoren, um eine kontrollierte Sperrwirkung des rechten oder linken Vorderrads von bis zu 100 Prozent zu leisten. Dabei wird an das Rad mit der besten Traktion ein Großteil der Antriebskraft geleitet, noch bevor die Räder durchdrehen oder zu rutschen beginnen. Für ein besseres Kurvenfahrverhalten leitet FXD mehr Leistung an das kurvenäußere Rad und reduziert den Schlupf am kurveninneren Rad. Kurz gesagt: So kann der Fahrer am Scheitelpunkt der Kurve mehr Gas geben. Die FXD-Technologie ist übrigens auch im neuen Seat Leon Cupra 290 zu finden. Alexander Junk ■ Ein Video zur FXD-Technologie gibt´s unter autoservicepraxis.de. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 37

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AUTOMOBILTECHNIK GENFER AUTOSALON Newcomer am Lac Léman Auch auf dem Genfer Messeparkett wurde eines deutlich: Viele gezeigte Premieren sollen die große Nachfrage der Autofahrer nach SUV stillen. Acht ausgewählte Genf-Hauptdarsteller im Kurzporträt. ine Frage zu Beginn: Was haben der Audi Q2, der Maserati Levante und der Seat Ateca gemeinsam? Richtig, alle drei enterten in Genf die große Autosalon-Bühne und verdeutlichen, wo derzeit die größte Nachfrage herrscht: im SUV-Segment. So machte etwa Skodas Showcar VisionS Lust auf das neue große SUV im Herbst. Ferner lassen sich Novizen wie der aufgefrischte, nun mit X versehene Opel Mokka, der Toyota C-HR, der überarbeitete Ford Kuga, der geliftete Mitsu bishi ASX und das neue Crossover- Hybridmodell Kia Niro ebenfalls – mehr oder weniger – zu dieser angesagten Spezies zählen. Neuheiten-Parade Neben Technikschmankerln wie dem 500 PS starken Leichtbau-Porsche 911 R und Opels Konzeptauto à la GT drängten auch klassische Kombis wie die neue Generation des Renault Mégane Grandtour, der Kia Optima Sportswagon und der neue Volvo V90 in die erste Reihe. Und für Fans von Großraum-Vans brachten sich die Kinder der Kooperation von PSA und Toyota in Stellung: der Citroen Spacetourer, der Peugeot Traveller und der Toyota Proace. pn ■ Mehr Infos zu Genf finden Sie im Netz unter autoservicepraxis.de. Vorhang auf für den aufgefrischten Opel Mokka, der nun auf den Namen Mokka X hört und jetzt mit Infotainment-System Intellilink bestellbar ist. Ein Stelldichein gab auch der neue Renault Mégane Grandtour. Als GT fährt der Kombi etwa mit der dynamischen Allradlenkung 4Control vor. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 Einer der Hingucker: das Maserati-SUV namens Levante. Ein großer Schritt in der über 100-jährigen Geschichte des Sportwagenherstellers. Kompakt-SUV made in Ingolstadt: Der Audi Q2 möchte Connectivity, Infotainment und Assistenzsysteme auf Oberklasse-Niveau bieten. Fotos: Opel, Maserati, Renault, Audi, Hyundai, Ford, Volvo, Seat www.autoservicepraxis.de

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Drei auf einen E-Streich: Künftig wird es den präsentierten Hyundai Ioniq als Hybrid, Electric und Plug-in-Hybrid geben. Mit dem Showcar VisionS zeigte Skoda, womit das neue große SUV-Serienmodell ab Herbst für Aufsehen sorgen könnte. Weltpremiere feierte in Genf auch Volvos neuer V90. Ab Anfang 2017 soll es auch einen Benzin-Hybrid zu kaufen geben. Ateca heißt das neue Kompakt-SUV von Seat. Zwei Benziner mit 115 oder 150 PS oder drei Diesel mit 115, 150 und 190 PS gibt es. www.autoservicepraxis.de KLIMA BRAIN BEE KOMPLETTPAKETE • SPÜLSATZ • AUSSENWERBESCHILD • HYBRIDKIT • 250ML PAG 46 • GERÄTEHÜLLE • 250ML POE 100 AKTIONSPREIS CLIMA 6000PLUS €2.290,00(zzgl. Mwst) CLIMA 8500MULTI €2.990,00(zzgl. Mwst) CLIMA 9000MULTI €3.290,00(zzgl. Mwst) BRAIN BEE DEUTSCHLAND GMBH Tel 07424 /98 232-0 Email: info.de@brainbee.com

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PRODUKTE MOTORÖL Jetzt auch mit Ford-Freigabe Motul hat das vollsynthetische Motorenöl 8100 Eco-clean in der Viskosität SAE 0W30 neu formuliert. Damit erfüllt es nun die Spezifikation „Ford WSS M2C 950A“ und bietet eine bessere Herstellerabdeckung. Das Motorenöl wurde speziell für moderne Benzin- und Diesel-Fahrzeuge entwickelt, die die Abgasnorm Euro 4 bis 6 erfüllen und für die laut Hersteller ein Motorenöl mit abgesenkter HTHS- Viskosität sowie reduzierten Werten für Schwefel, Sulfatasche und Phosphor vorgeschrieben ist. aj ■ Motul Deutschland GmbH www.motul.de Foto: Motul ZUBEHÖR Interaktiver Tuningkatalog Foto: Premio Tuning Der Premio Tuning Katalog 2016 steht ab sofort nicht nur gedruckt, sondern auch online als Blätter-Katalog auf der Website zur Verfügung. Neben den 356 Seiten der Printversion enthält das kostenlose Online-Angebot eine Vielzahl interaktiver Elemente, beispielsweise einen 3D-Felgenkonfigurator. Der Katalog zeigt die angesagten Trends und Styling-Produkte rund ums Auto. Ausgewählte interessante Servicethemen machen den Premio Tuning Katalog zum idealen Begleiter durch die Tuningsaison. aj ■ GD Handelssysteme GmbH www.premio-tuning.de ERSATZTEILE Standard oder Premium AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 Foto: Willy Kunzer Optimal bietet ab sofort zwei Fahrzeugfeder-Serien an: Kunden können zwischen der AF-Federlinie „Optimal-Premium“ und der „IF-Standard“ wählen. Die Standard-Federlinie ist für einen universellen Einsatz ausgelegt, da sie mit weniger Referenzen die gleiche Fahrzeugpalette abdeckt wie die Optimal-Premium. Diese bietet hingegen mehr Abstufungen an. Bei der Premium stehen 4.500 anstatt 1.000 Referenzen zur Verfügung. aj ■ Optimal AG & Co. KG www.optimal-germany.com WERKZEUG Passender Schlüssel parat Foto: Optimal Der Werkstattausrüster Kunzer bietet ab sofort Felgenschloss-Schlüsselsätze für Original-Felgenschlösser der Hersteller Audi/VAG und BMW. Mit dem 22-teiligen Felgenschloss-Schlüsselsatz von Audi/ VAG und dem 20-teiligen Schlüsselsatz von BMW ist ab sofort immer der passende Adapter zur Hand, wenn der Originalschlüssel nicht mehr verfügbar ist oder beim Radwechsel vergessen wurde. Die Schlüsselsätze ermöglichen ein zerstörungsfreies Lösen sowie Festziehen von Felgenschlössern. aj ■ Willy Kunzer GmbH www.kunzer.de www.autoservicepraxis.de

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ASA NEWS KOMPAKT KONTAKT Geschäftsstelle ASA Bundesverband Tel. 0 71 56/95 83-87 Fax 0 71 56/95 83-88 geschaeftsstelle@asa-verband.de www.asa-verband.de Bundesverband der Hersteller und Der Schnittstellenstandard asanetwork findet eine immer weitere Verbreitung in der Kfz-Branche. „Nach dem TÜV Süd hat nun auch der TÜV Rheinland und der TÜV Hessen die Standardschnittstelle asanetwork übernommen. Damit sind die meisten Prüforganisationen in Deutschland sowie SGS in der Schweiz und Irland mit asanetwork vernetzt“, sagt Peter Rehberg, Geschäftsführer der asanetwork GmbH. Darüber hinaus bieten die Werkstattausrüster AVL DiTEST, Bosch und Hella Gutmann Solutions asanetwork standardmäßig in ihren Geräten an. Der Schnittstellenstandard asanetwork ermöglicht die Vernetzung der Werkstattgeräte mit kaufmännischer Software und Informationssystemen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Rationalisierung der Arbeitsabläufe in der Kfz-Branche. Auch ein weiteres Produkt der asanetwork GmbH, die Software asanetwork Validator, die bei der Stückprüfung von Bremsprüfständen eingesetzt wird, verbreitet sich laut Rehberg rasant beim Fachgroßhandel und bei den Prüforganisationen. Importeure von Automobil-Service Ausrüstungen HEBETECHNIK Revision der EN1493 Die Revision der technischen Norm für Fahrzeughebebühnen EN1493 nimmt Fahrt auf. Mitte Januar 2016 fand das erste Treffen der Arbeitsgruppe CEN TC98 WG3 „Vehicle lifts“ statt, bei dem Vertreter zahlreicher europäischer Nationen die eingegangenen Vorschläge zur Revision der Norm für Fahrzeughebebühnen diskutiert haben. Die deutsche Delegation stellte mit insgesamt vier Vertretern die stärkste Fraktion. „Im Wesentlichen wurden die Themen ,Einsatz von drahtlosen Fernbedienungen’ und ,Lastverteilung bei Zweisäulenhebebühnen’ intensiver diskutiert“, berichtet Wolf-Erik Schmitt, Leiter des ASA-Fachbereichs Hebetechnik. „Beim Thema drahtlose Fernbedienungen waren sich die Teilnehmer einig, dass der Einsatz dieser Einrichtungen bedeutende Vorteile für die Werkstatt bringen kann. Gleichzeitig müssten jedoch wirtschaftliche Lösungen gefunden werden, die verhindern, dass der Bediener unter der angehobenen Last steht“, so Schmitt. Zudem sei beschlossen worden, bei der Lastverteilung bei Zweisäulenhebebühnen künftig zwei Möglichkeiten anzubieten: Das bisherige Lastrechteck bezogen auf Normfahrzeuge und den Einsatz von Last-Kontroll-Einrichtungen. Letztere sollen das Einhalten der maximalen Lastverteilung ASA-UMFRAGE Rückenwind für Werkstattausrüster Die Werkstattausrüster konnten 2015 von der positiven Entwicklung der Wirtschaft und von einem freundlichen Investitionsklima in der Kfz-Branche profitieren. Das hat die traditionelle Umfrage des ASA-Verbandes unter seinen Mitgliedern ergeben. Demnach hatten knapp drei Viertel der Unternehmen, die an der Umfrage teilgenommen haben, ein Umsatzwachstum zu verzeichnen. „Nach einem stabilen Jahresauftakt hat die Konjunktur in der Foto: ASA e.V. Werkstattausrüstungsbranche deutlich an Fahrt aufgenommen. Die stärksten Impulse sind von neuen gesetzlichen Vorschriften und der gestiegenen Investitionsbereitschaft der Kfz-Werkstätten ausgegangen“, erklärt Harald Hahn, Vizepräsident des ASA- Verbandes das erfreuliche Ergebnis. Wie die ASA- ASA-Vizepräsident Harald Hahn erwartet, dass die Werkstattausrüstungsbranche auch 2016 auf Wachstumskurs bleibt. Foto: BlitzRotary Die Lastverteilung bei Zweisäulenhebebühnen ist ein wichtiges Sicherheitskriterium. an den Aufnahmepunkten während des gesamten Hubvorgangs sicherstellen. Ferner sollen die Einrichtungen das Lastmoment an den Hubsäulen ermitteln und das Überschreiten des zulässigen Maximalwertes steuerungstechnisch unterbinden. Umfrage weiter ergab, gehen die Werkstattausrüster 2016 in beinahe allen Produktsegmenten von weiteren Zuwächsen aus. Mit Blick auf die Entwicklung der Märkte erwarten sie das größte Wachstumspotenzial in Deutschland. In Westeuropa, Osteuropa und Asien rechnen sie überwiegend mit einer Stagnation. „Aus heutiger Sicht wird die Werkstattausrüstungsbranche 2016 auf Wachstumskurs bleiben. Der nach wie vor bestehende Investitionsbedarf bei Werkstätten und Prüf organisationen aufgrund der aktuellen Gesetzgebung und die Automechanika 2016 werden dem Markt weitere positive Impulse geben“, prognostiziert Hahn. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 41

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WERKSTATTTECHNIK TÜV SÜD-INTERVIEW Mann für die Zukunft Jürgen Wolz, neuer Leiter Operations (COO) bei der TÜV SÜD Auto Service GmbH, kennt die Fahrzeugprüfung aus dem Effeff. Eine wichtige Voraussetzung, um das operative Geschäft weiterzuentwickeln. ie Visitenkarte von Jürgen Wolz verrät, dass sich bei der TÜV SÜD Auto Service GmbH etwas getan hat: Leiter Operations (COO) steht hier nun als Funktion unter dem Namen. Denn seit Anfang Februar ist der 50­Jährige Mitglied der Geschäftsleitung. Grund genug für uns, sich mit ihm in der Münchner Westendstraße 199 zu treffen und über das Prüfgeschäft, aber auch freiwirtschaftliche Dienstleistung zu sprechen. asp: Herr Wolz, nach verschiedenen Stationen bei TÜV SÜD, zuletzt als Leiter der Technischen Prüfstelle für den Kfz­Verkehr in Bayern, wurden Sie kürzlich in die Geschäftsleitung der TÜV SÜD Auto Service GmbH berufen. Ist der Unterschied zwischen dem fachlichen Management und der Funktion des COO groß? J. Wolz: Als Leiter der Technischen Prüfstelle war ich vor allem in der fachlichen Verantwortung. Hier ging es unter anderem darum, in Fachgremien die Leitplanken zu setzen und die Zukunft zu gestalten, was Verordnungen und Richtlinien angeht. Natürlich waren hier auch der Austausch mit den Sachverständigen und das Einfließenlassen in die Weiterentwicklung der Vorschriften wichtig. asp: Bringt der neue Job nun auch thematisches Neuland mit sich? J. Wolz: Thematisch ist für mich alles, was über den amtlichen Bereich hinausgeht, wieder neu. Als Niederlassungsleiter damals in Öhringen hatte ich diese Themen natürlich schon auf dem Schirm, ich denke hier zum Beispiel an das Thema Schaden­ KURZFASSUNG Auch Händler­ oder Werkstattbetriebe mit zwei, drei Filialen verlangen von TÜV SÜD aktuell Dienstleistungs­Komplettpakete. Wie der Prüfkonzern hier aufgestellt ist, verrät der neue COO, Jürgen Wolz, im Interview. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 und Wertgutachten. Als COO bin ich jetzt für das gesamte operative Geschäft verantwortlich und steuere dieses draußen in unseren Niederlassungen – durch entsprechende Vorgaben und Regelungen. Bei der Position des COO ist es auf jeden Fall wichtig, dass man das Geschäft von der Basis her kennt. Wie ticken die Leute draußen? Was hilft ihnen? Darüber hinaus bin ich etwa verantwortlich für die Sicherstellung von Arbeitssicherheit und EDV. asp: Was gibt es denn Neues in puncto IT? J. Wolz: Wir arbeiten an einer neuen Produktionssoftware für unsere Sachverständigen, um draußen die HU und AU durchzuführen. Dabei handelt es sich um eine für unseren Bereich speziell entwickelte Lösung auf SAP­Basis. Da gibt es kein Produkt von der Stange, dafür ist unsere Dienstleistung einfach zu spezifisch. Jürgen Wolz ist der neue COO der TÜV SÜD Auto Service GmbH. Foto: Dietmar Winkler asp: Sie hatten eben das Prüfgeschäft angesprochen. Welchen Stellenwert hat es für TÜV SÜD verglichen mit vor zehn Jahren? J. Wolz: Das Stammgeschäft in Deutschland ist relativ konstant geblieben, wir sind nicht merklich gewachsen. Das gesamte amtliche Geschäft macht heute 80 Prozent des Umsatzes der TÜV SÜD Auto Service GmbH aus. Das eigentliche Wachstum fand in den Services statt, also zum Beispiel bei Car Business Services oder Fleetmanagement. asp: Wo sind bei diesen genannten Services derzeit die größten Wachstumsfelder? J. Wolz: Insbesondere bei Car Management und Flotte sind wir stark am Wachsen. Daneben gibt es aber auch anorganisches Wachstum, wie kürzlich mit der Übernahme von ATISAE (einer der führenden Prüfdienstleister auf der Iberischen www.autoservicepraxis.de

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Halbinsel, Anm. d. Red.) mit mehr als 1.300 Mitarbeitern geschehen. Und auch größere Autohäuser oder Gruppen respektive Fast­Fitter wollen von uns Komplettpakete haben – nicht nur die HU und AU. Im Verbund mit unseren Töchtern können wir diese Pakete schnüren. asp: Können Sie Letzteres bitte an einem konkreten Beispiel deutlich machen? J. Wolz: Autohäuser und Werkstätten wollen aktuell bei den Themen Schaden­ und Wertgutachten, Aufbereitung sowie Schaden­ und GW­Management ein einheitliches Niveau haben. Ein Vorteil für den Autohausunternehmer ist, dass er beispielsweise von uns eine Eingangsbewertung durch einen neutralen Dritten bekommt. Wichtig bei der Inzahlungnahme. Über unsere Division können wir die gesamte Dienstleistungskette abbilden. asp: Wie unterscheidet sich TÜV SÜD bei diesen angesprochenen Services vom Wettbewerb? J. Wolz: Wir sind einer der wenigen Anbieter von Komplettlösungen und agieren als zuverlässiger Partner, möglichst bundesweit. Für uns ist das eine Chance, sich über die HU hinaus fester an den Kunden zu binden. Im Verbund mit Auto Partner können wir auch außerhalb unseres Stammgebiets die bundesweite Marktabdeckung gewährleisten und über das amtliche Geschäft hinaus Dienstleistungen anbieten. Somit nutzen wir die Vorteile von eigenen Mitarbeitern und Franchise mit selbstständigen Büros, um erfolgreich am Markt zu agieren. Wir wollen den Bedarf vor Ort in den Betrieben erkennen und kompetent Dienstleistungen anbieten. asp: Klingt nach großen Auftraggebern. J. Wolz: Nein. Auch Händler­ oder Werkstattbetriebe mit zwei, drei Filialen wollen Komplettpakete. Vielleicht nicht in diesen Dimensionen, weshalb wir die Pakete auch modulartig anbieten. Was will der Unternehmer selber machen? Was können wir in den Prozess alles einbinden? asp: Aufgrund der Vielzahl der HU in den Kfz­Betrieben sind Sie sehr nahe dran an Ihrem Kunden. Wie kommt der Kfz­Betrieb vertriebstechnisch an diese Komplettpakete? www.autoservicepraxis.de Der HU-Adapter ist in den Prüfablauf integriert und wird von den Sachverständigen gut angenommen. J. Wolz: Durch unser Netz an Niederlassungen und Servicecenter sind wir im Stammgebiet flächenmäßig gut aufgestellt. Neben den Prüfingenieuren sind auch die Niederlassungs­ und Servicecenterleiter beim Kunden vor Ort. Darüber hinaus geht unsere Vertriebsabteilung gezielt Kunden an. So wollen wir es auch künftig schaffen, den Bedarf vor Ort in den Betrieben zu erkennen, kompetent Dienstleistungen anzubieten und ein, zwei Schritte weiter zu denken. Wir gehen diesen eingeschlagenen Weg konsequent weiter. asp: Die Vertrauensbasis vor Ort als Erfolgsgarant? J. Wolz: Ja, das beginnt im Gespräch zwischen Werkstattmeister und Prüfingenieur. Zudem darf man nicht vergessen, dass wir im Konzern viele Dienstleistungen haben, die außerhalb der TÜV SÜD Auto Service GmbH liegen. Beispielsweise, was die Unternehmerpflichten betrifft. asp: Kommen wir zur Fahrzeugtechnik, die offenbar schneller denn je voranschreitet. Wie wird das HU und AU verändern? J. Wolz: Bekanntlich haben wir vergangenes Jahr den HU­ Adapter eingeführt. Damit schaffen wir es, elektronische Bauteile zu überprüfen. Ein erster Schritt in die Zukunft, der gelungen ist. Der HU­Adapter ist in den Prüfablauf integriert und wird von den Sachverständigen gut angenommen. Die Untersuchungsumfänge und die Art der Fahrzeuguntersuchung wird sich in Zukunft ändern – angepasst an den technischen Fortschritt. Beispielsweise beim Thema eCall überlegen wir uns gerade eine Prüfprozedur. Wie kann man das in der HU schnell, einfach und effizient prüfen? Mit dem HU­Adapter wird man dann etwa einen Testanruf erzeugen können. TÜV SÜD: DER NEUE COO Ein Gespräch über TÜV SÜD fällt Jürgen Wolz, seit Februar Chief Operating Officer (COO) der TÜV SÜD Auto Service GmbH, leicht. Schließlich ist der studierte Diplom­ Ingenieur, Fachrichtung Maschinenbau, seit 1997 für den Münchner Konzern tätig. Vor seinem Wechsel in die Geschäftsleitung hatte der 50­Jährige seit 2011 die Leitung der Technischen Prüfstelle für den Kfz­Verkehr in Bayern inne. Weitere Stationen bei TÜV SÜD waren unter anderem Niederlassungsleiter in Öhringen von 2001 bis 2011 und ab 2009 Projektleiter für den Geschäftsbereich Mobiler Werkstattservice. Jürgen Wolz folgt als COO und Herausgeber von asp AUTO SERVICE PRAXIS auf Hans Peter Neppel, der nach über 35 Jahren bei TÜV SÜD zum 30. April in den Ruhestand geht. asp: Und das autonome Fah ren mit der Vielzahl an IT? J. Wolz: Auch hier geht es darum, Steuergeräte zu überprüfen. Wichtig ist, dass wir die HU dahingehend weiterentwickeln werden, um beispielsweise Software­Manipulationen zukünftig erkennen zu können. asp: Herr Wolz, vielen Dank für das interessante Gespräch! Interview: Dietmar Winkler, Patrick Neumann ■ Rostsanierung in 3 Schritten – mit BRUNOX ® Epoxy Roststopp und Grundierer in Einem! · in Gewerbe und Industrie · am Fuhrpark · im und ums Haus So wird es gemacht: 1. losen Rost entfernen 2. BRUNOX ® Epoxy 2 x auftragen 3. nach vollständiger Trocknung Decklack applizieren Bestes Kriechvermögen, kein Durchbluten, kein Abwaschen und kein Anschleifen! EINFACH GENIAL!!! Erhältlich im guten Fachhandel: Carlofon, CARPROFI GmbH, LIMORA, Seilo, Stahlgruber GmbH, Wessels+Müller AG, Info o. Händlernachweis: BRUNOX Korrosionsschutz GmbH, Tel. 0841 96129-04, Fax -13

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WERKSTATTTECHNIK HU-SCHEINWERFER-PRÜFRICHTLINIE Kein Platz für Toleranz Für die Scheinwerferprüfung im Rahmen der Hauptuntersuchung müssen Prüfstützpunkte spätestens ab 1. Januar 2017 den strengen Anforderungen der neuen Prüfrichtlinie entsprechen. ie Scheinwerfertechnik im Pkw hat eine rasante Entwicklung hinter sich. Und auch in den kommenden Jahren werden neue Technologien den Markt erobern, die Komfort und Sicherheit weiter verbessern. Halogenund Xenonscheinwerfer sind zwar noch weit verbreitet, aber längst nicht mehr State of the Art. In Rückleuchten, Blin- KURZFASSUNG Die HU-Scheinwerfer-Prüfrichtlinie stellt bestimmte Mindestanforderungen an den Prüfplatz und die Prüfgeräte. Werkstätten müssen vor allem darauf achten, dass der Messplatz die vorgegebenen Toleranzen für Unebenheiten nicht überschreitet. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 Foto: Fotolia/industrieblick, Hella kern, Stand- und Tagfahrlicht sind LED schon lange Stand der Technik. Inzwischen tauchen sie immer häufiger in Scheinwerfern neuerer Fahrzeuge auf (siehe Kasten ABC der Lichttechnik). Reaktion auf technische Entwicklung Mit der HU-Scheinwerfer-Prüfrichtlinie, die seit 1. Januar 2015 anzuwenden ist, hat der Gesetzgeber auf die technische Entwicklung bei der Fahrzeugbeleuchtung reagiert. Die „Richtlinie für die Überprüfung der Einstellung der Scheinwerfer von Kraftfahrzeugen bei der Hauptuntersuchung nach § 29 StVZO“ stellt bestimmte Mindestanforderungen an den Prüfplatz in den Werkstätten. Im Kern stellt die neue Richtlinie sicher, dass der Prüfplatz in der Hohe Anforderungen an die Messgenauigkeit dienen der Sicherheit im Straßenverkehr. Werkstatt eine hinreichend genaue Messung zulässt. Prüfstützpunkte, die nach dem 1. Januar 2015 neu in Betrieb genommen wurden, müssen die Voraussetzungen bereits erfüllen, alle anderen Prüfstützpunkte müssen dann ab 1. Januar 2017 den neuen Anforderungen entsprechen. TÜV SÜD gibt Praxistipps Die Prüfrichtlinie betrifft alle Bestandteile des Prüfsystems, also das Scheinwerfer- Einstell-Prüfgerät (SEP) selbst sowie die Aufstellflächen für das Fahrzeug und das Messgerät. So darf die Neigung des Bodens über die Länge des Prüfplatzes maximal 1,5 Prozent betragen. Auch für Unebenheiten der Stellflächen sind bestimmte Limits vorgegeben: So darf die Unebenheit der Aufstellfläche für das SEP nicht größer als 1 Millimeter pro Meter sein. Aufgrund der geringen Spurweite der Fahrwagen führen bereits kleine Unebenheiten zu Messfehlern. Das gilt vor allem dann, wenn das Messgerät zum Prüfen aller Scheinwerfer über die Fahrzeugbreite verschoben werden muss. Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass auch die Geräte zur Überprüfung der Scheinwerfer selbst alle zwei Jahre einer Stückprüfung durch einen Sachkundigen unterzogen werden. TÜV SÜD-Experte Jürgen Wolz hat für Werkstattbetreiber einen Praxistipp: Boden-Neigungen lassen sich gut durch geeignete Nivellierplatten aus Metall ausgleichen. Zudem sind schienengebundene Prüfgeräte eine praktikable Lösung. Auch eine Hebebühne mit mechanischem Endanschlag bietet laut TÜV SÜD-Experte gute Voraussetzungen für die Messung. „Wenn diese waagrecht ausgerichtet ist, hat man eine sehr gute Möglichkeit für die Scheinwerfereinstellung“, erklärt Wolz. Für alle Hebebühnen gilt: Eine Scheinwerferprüfung darf nur durchgeführt werden, wenn die Bühne in unterster Stellung auf www.autoservicepraxis.de

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fest eingestellten, massiven Endanschlägen aufgesetzt ist. In vielen Betrieben ist noch nicht angekommen, dass Handlungsbedarf besteht. Laut Einschätzung von TÜV SÜD erfüllen 70 bis 80 Prozent der Betriebe die Anforderungen an den Prüfplatz derzeit nicht. Dietmar Winkler ■ Tipp: TÜV SÜD hat einen Infoflyer zur neuen Scheinwerfer-Prüfrichtlinie erstellt. Er kann unter as-marketing@tuev-sued.de bestellt werden. ABC DER LICHTTECHNIK Blendfreies Fernlicht: Viele Autofahrer nutzen das Fernlicht zu wenig. Die blendfreie Variante bietet stets die optimal mögliche Reichweite. Eine Kamera erfasst Gegenverkehr, Vorausfahrende und sogar Radfahrer und steuert das Licht so, dass sie ausgeblendet werden. Blendfreies Fernlicht gibt es in Xenontechnik und mit LED. Adaptive Scheinwerfer: Der kleine Bruder des blendfreien Fernlichts. Je nach Fahrsituation passt er seine Lichtverteilung an, also beispielsweise für Stadt, Landstraße oder Autobahn. Auch das Kurvenlicht gehört in diese Kategorie. Leuchtdioden: In Rückleuchten, Blinkern, Stand- und Tagfahrlicht sind LED bereits lange Stand der Technik. Inzwischen tauchen sie immer häufiger in Scheinwerfern auf. Großer Vorteil der LED ist ihre lange Lebensdauer, die in der Regel die des Autos übertrifft. Matrix (Pixellicht): Der Scheinwerfer verfügt über 25 bis knapp unter einhundert einzeln ansteuerbarer Leuchtdioden. Jede leuchtet eine bestimmte Stelle der Straße aus. Der Scheinwerfer kann so das blendfreie Fernlicht und Kurvenlicht ohne mechanische Teile erzeugen. Laser: Auch bei dieser Technik kommt das Licht aus einem Halbleiter. Laserdioden richten ihre Strahlen auf einen Leuchtstoff. Dieses Plättchen oder Kügelchen ist der phosphoreszierende Konverter, der das monochromatische Laserlicht in weißes Licht umwandelt. Das Auto muss zusätzlich über normale Fernscheinwerfer mit einem breiteren Licht verfügen. DMD (Digital Micromirror Devices): Tausende winziger Spiegel können in Sekundenbruchteilen Licht an genau festgelegte Stellen lenken oder dort ausblenden. Das Ergebnis ist ähnlich wie beim Matrixlicht, nur feiner aufgelöst. Derzeit noch in der Entwicklungsphase. Organische Leuchtdioden (OLEDs): Stecken für Autoanwendungen noch in den Kinderschuhen. Für Scheinwerferlicht werden sie auch in Zukunft keine Rolle spielen. Ihr Anwendungsgebiet wird in ein paar Jahren im Innenraum, Rückleuchten und im Standlicht liegen. www.autoservicepraxis.de SERIENERSATZ? GANZ KLAR: BILSTEIN! Wir freuen uns auf Ihren Besuch: STAHLGRUBER Leistungsschau 09.–10.04.2016 Messe Chemnitz/ Chemnitz Arena BILSTEIN B4. Gasdruck macht den Unterschied! Vor über 60 Jahren haben wir den Einrohr-Gasdruckstoßdämpfer zur Serienreife entwickelt. BILSTEIN B4 ist heute für fast jedes PKW-Modell erhältlich – als Einrohr- und Zweirohr-Gasdruckstoßdämpfer! bilstein.de

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WERKSTATTTECHNIK PRÜFFLÄCHE Universell einsetzbar Bis Anfang 2017 läuft die Frist, den Scheinwerfer-Prüfplatz nach HU-Vorgaben einzurichten. Eine nivellier bare Prüffläche aus Stahlplatten ist eine mögliche Lösung. ie Vorgaben nach Anlage 4 §29 StVZO HU-Scheinwerfer-Prüfrichtlinie zu erfüllen, stellt Werkstätten vor eine Herausforderung. Einerseits herrscht in vielen Gebäuden chronischer Platzmangel, andererseits handelt es sich um eine nicht unerhebliche Investition, die bis Ende des Jahres fällig wird. „Auch kann der nivellierte Achsmessplatz nicht einfach für Scheinwerferprüfungen blockiert werden. Diesen Umsatzverlust kann sich keine Werkstatt leisten“, weiß VORTEILE ■ Geringerer Platzbedarf als für eine Viersäulenhebebühne ■ Geeignet zum Einbau auf Arbeitsgruben (mit optionalem Grubeneinfahrschutz) ■ Modulare Bauweise (4 m, erweiterbar auf 6 m) ■ Montage innerhalb von 5 Stunden lt. Herstellerangaben ■ Flexibel versetzbar, auch bei Standortverlagerung ■ Universeller Arbeitsplatz für HU-Prüfung und Einstellung von Scheinwerfer sowie Fahrerassistenzsysteme (FAS) AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 Foto: Bosch Matthias Kaiser, Produktmanager Prüfstraßentechnik von Bosch. Kein Wunder also, dass viele Betriebe diese Anschaffung bis zum Schluss hinauszögern. Schließlich ist auch der Leitfaden zur Scheinwerfer-Prüfrichtlinie noch immer in Bearbeitung. „Den großen Ansturm erwarten wir für das vierte Quartal. Denn die Frist läuft Ende des Jahres aus. Spätestens mit Veröffentlichung des Leitfadens sollten Werkstätten handeln. Ansonsten kann es vereinzelt zu Verzögerungen bezüglich Lieferung und Installation kommen“, so Matthias Kaiser. Auf den großen Ansturm hat man sich bei Bosch indes gut vorbereitet. Schließlich wurde mit der LTB 100 eine Fahrzeugprüffläche aus Stahlplatten entwickelt, die speziell den Anforderungen nach Anlage 4 §29 StVZO HU- Scheinwerfer-Prüfrichtlinie gerecht wird. Die auf einen Millimeter genau nivellierbare Prüffläche wird auf den Werkstattboden aufgeschraubt und gleicht Unebenheiten von bis zu 40 Millimetern auf einer Länge von vier bis sechs Metern aus. „Als schlanke Lösung eignet sich die LTB 100 für den nachträglichen Einbau auf Werkstattböden, aber auch für den Einbau auf Gruben. Für eine weitere Viersäulen-Hebebühne fehlt oft einfach der Platz in der Werkstatt“, KURZFASSUNG Die Prüffläche LTB 100 von Bosch leistet, was Werkstätten, die HU-Prüfungen durchführen, bis Ende 2016 sicherstellen müssen: ein nivellierter Prüfplatz nach Vorgaben der HU-Richtlinie. weiß Matthias Kaiser. Für etwa 4.000 bis 4.500 Euro (zuzüglich Montage) kann sich die Werkstatt so einen Multifunktions- Arbeitsplatz einrichten, der für die HU- Scheinwerferprüfung, die Einstellung von lichtbasierten Fahrerassistenzsystemen sowie für die Justage und Kalibrierung der FAS-Sensoren nutzbar ist. „Die Werkstatt muss über kurz oder lang in zwei Bereiche investieren: einerseits um im Rahmen der HU richtlinienkonform prüfen zu können, aber auch um Kameras und Radarsensoren für Fahrerassistenzsysteme kalibrieren zu können. Die LTB 100 kann da in Verbindung mit weiteren Lösungen wie dem Bosch DAS1000 als praktischer Universalarbeitsplatz dienen“, ist Matthias Kaiser überzeugt. Erweiterung geplant Für die Einstellung von FAS nach speziellen OE-Hersteller-Vorgaben erweitert Bosch das LTB Portfolio. Die LTB 300 mit integrierten Schiebeplatten und Drehtellern kommt voraussichtlich im Frühsommer auf den Markt. „Diese neue Prüffläche richtet sich vor allem an Karosseriebauer oder Werkstätten, die exakt nach Herstellervorgaben arbeiten müssen. Auf einer Arbeitsgrube installiert lassen sich zudem vollwertige Fahrwerkseinstellungen durchführen“, so Matthias Kaiser. Die neue Prüffläche stellt Bosch auf der Automechanika vor. Valeska Gehrke ■ Weitere Infos zur LTB 100 und zum Thema Scheinwerfer unter www.scheinwerfer-einstellgeraete.de www.autoservicepraxis.de

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PRODUKTE ROLLENPRÜFSTAND Zukunftssicher Foto: MAHA BREMSENPRÜFSTAND Neue Power-Box Mit dem AHS Multiflex 06 ist die Werkstatt für die Zukunft gut aufgestellt. Denn der Rollenprüfstand erfüllt aktuelle Anforderungen und ist schon jetzt mit der ASA-Livestream-Schnittstelle ausgestattet. Diese ist ab 2019 im Rahmen der Bremsenprüfstandsrichtlinie in Deutschland verpflichtend und kommt bei einer HU-Bremsenprüfung durch den Prüfer zum Einsatz. Mit zwei leistungsstarken 4,6 kW Motoren ist die 2.300 Millimeter große Prüffläche laut Hersteller ideal für die Prüfung von Pkw und Transportern geeignet. Der speziell von AHS entwickelte Allradmodus ermöglicht es zudem, Allradfahrzeuge auf dem einachsigen Rollenprüfstand zu prüfen. Dafür wird das jeweils rückwärts laufende Rad bei der Messung berücksichtigt, um so zu prüfen, ob die Bremsen auf Druck des Bremspedals auf beiden Seiten gleichmäßig reagieren. vg ■ AHS Prüftechnik www.ahs-prueftechnik.de SCHEITELROLLENPRÜFSTAND Präzise testen Die Power-Box von Bosch soll Betriebe bei der Umsetzung der Bremsenprüfrichtlinie unterstützen. In der Box, als Wandmontage oder Standsäule lieferbar, sind die ASA-Livestream-Schnittstelle sowie eine 230 Volt Stromversorgung bereits integriert. Denn wird die Bremswirkungsprüfung über die Schnittstelle mittels Bezugsbremskräften durchgeführt, benötigt der Prüfer neben der ASA-Livestream- Schnittstelle auch eine 230 Volt Stromversorgung, um seine Geräte wie Laptop und HU-Adapter anzuschließen. Die gemessenen Daten werden so vom Prüfer mit typspezifischen Referenzwerten verglichen. Laut Bosch ist Betrieben häufig nicht bewusst, dass sie als Betreiber des Prüfstands für die Bereitstellung der klar gekennzeichneten Schnittstelle sowie der Stromversorgung im Bereich des Prüfstands Sorge tragen müssen. Diese Lücke will der Hersteller mit der neuen Power- Box, die ab April verfügbar ist, schließen. Darüber hinaus liefert Bosch seit Oktober 2011 nur noch Prüfstände mit der standardisierten Ethernet-Schnittstelle mit RJ45-Anschluss (ASA-Livestream- Schnittstelle). vg ■ Robert Bosch GmbH https://de-ww.bosch-automotive.com Foto: AHS Leistung, Wiederholgenauigkeit und Reproduzierbarkeit – in diesen Werten muss ein Leistungsprüfstand überzeugen. Mit Wirbelstrombremsen und E-Motor-Antrieb sorgt der Scheitelrollenprüfstand MSR 500 von MAHA für eine effektive und präzise Prüfung von Allrad- sowie auch einachsgetriebenen Fahrzeugen. Der Prüfstand ist zudem besonders für Messungen an Fahrzeugen mit hoher Motorleistung sowie für Langzeittests ausgelegt. Die E-Maschinen sowie die leistungsstarken Wirbelstrombremsen gewährleisten den Synchronlauf der vorderen und hinteren Achse. Durch die Einzelsteuerung der Achsen können auch Hybrid- und Elektrofahrzeuge getestet werden. vg ■ MAHA Maschinenbau Haldenwang www.maha.de Fertig konfiguriert: In der Power-Box sind Schnittstelle und Stromversorgung bereits integriert. Foto: Bosch www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 47

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WERKSTATTTECHNIK INTERVIEW Auf der Höhe der Zeit Als stellvertretender ASA-Präsident weiß Harald Hahn, was die Branche bewegt. Im Interview mit asp zeichnet er aufgrund des erheblichen Investitionsbedarfs ein positives Bild für das Automechanika-Jahr 2016. KURZFASSUNG Harald Hahn, Vizepräsident des ASA-Verbands, spricht im Interview über die Zukunft der Werkstatt. Ob markengebunden oder frei – wer aktuellen Anforderungen mit Qualifikation begegnet, ist gut aufgestellt. Auch der ASA-Verband stellt die Weichen für die Zukunft und wählt im Mai einen neuen Präsidenten. asp: Im September findet die Automechanika statt – wie hoffnungsfroh gehen Sie in das Jahr? H. Hahn: Wenn ich mir die Themen ansehe, gibt es einige Bereiche, in denen der Gesetzgeber Einfluss genommen hat: ob Bremsen- oder Scheinwerfereinstellrichtlinie, AU-Leitfaden 5 oder im Bereich Klimaservice. In diesen Segmenten wird in den nächsten Jahren Wachstum vorhanden sein. Durch Fahrerassistenzsysteme wird es Bedarf an Equipment zum Einstellen dieser Geräte geben. asp: Welche Themen werden für Werkstattunternehmer in Frankfurt von besonderem Interesse sein? H. Hahn: Ich gehe davon aus, dass beispielsweise im Bereich „Service Klima“ Diskussionen entstehen werden – denn es gibt ja auch noch CO2 als Kältemittel, wenn auch nur von einem Fahrzeughersteller. Auch die Bremsenrichtlinie zieht bestimmte Änderungen nach sich, wodurch Substitutionsbedarf entsteht. Das Thema autonomes Fahren – da wird es im Bereich Einstellgeräte für Fah- rerassistenz- AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 systeme sicherlich Bedarf an Equipment zum Einstellen dieser Systeme geben. Aber die Fahrerassistenzsysteme werden auch immer intelligenter und vernetzter, so dass die Werkstatt – das ist unsere Einschätzung – in Zukunft viel weniger einstellen muss. Sicherlich werden die Mitarbeiter eine Grundeinstellung oder Aktivierung vornehmen müssen. Aber da Kamera-, Radar- und andere Systeme kombiniert und vernetzt sind, werden sie sich mehr oder weniger selbst justieren oder einstellen. asp: Durch die gesetzlichen Vorgaben kommen beachtliche Investitionen auf die Werkstatt H. Hahn: Ich mache es beispielhaft am Thema „Service Klima“ fest. Hat man vorher ein Klimaservicegerät benötigt, braucht man heute mindestens zwei, um den Markt halbwegs abzudecken. Und wenn das Thema CO2 um sich greifen sollte, dann brauchen die Werkstätten drei. asp: Markenbetriebe haben hier Vorteile, was den finanziellen Spielraum anbelangt H. Hahn: Ob Markenbetrieb oder freie Werkstatt, beide müssen investieren, je nachdem, welchen Service sie für welche Fahrzeuge anbieten wollen. Früher hieß es, die freie Werkstatt verschwindet, nur die Markenwerkstatt hat eine Zukunft. Aber was ist passiert? Der aktuelle DAT- Report zeigt: Die freien Werkstätten haben bei den Verschleißreparaturen zugelegt – in einem rückläufigen Markt. Interessant: In das Segment freie Werkstätten kommen nach meiner Einschätzung derzeit auch relativ hoch qualifizierte ehemalige Markenwerkstätten. Harald Hahn, Vizepräsident ASA-Verband www.autoservicepraxis.de

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Foto: Valeska Gehrke asp: Es geht also um Professionalität … H. Hahn: Genau, um die Qualifikation: Auf was hat sich der Betrieb spezialisiert oder fokussiert. Ob frei oder markengebunden, ist nicht die Frage. Ist der Betrieb am Zahn der Zeit, hat er sich auf die Themen, die zu bewältigen sind, gut eingestellt? Wenn ja, hat er, ob markengebunden oder frei, eine Chance und ist gut aufgestellt. asp: Welche Investitionen, Sie haben einige Vorgaben des Gesetzgebers angesprochen, dürfen Werkstätten nicht auf die lange Bank schieben? H. Hahn: In der Regel sind ja heute keine harten Termine mehr dahinter. Die Übergangsfristen sind relativ moderat. Wichtig ist, dass man zum richtigen Zeitpunkt in das Richtige investiert. Diese Investitionen versuchen einige hinauszuschieben, so lange es geht. Zum Beispiel bei Scheinwerfereinstellplätzen, die Investition ist ja Es geht um Qualifikation: Auf was hat sich der Betrieb spezialisiert oder fokussiert? nicht gerade unerheblich. Die Anforderungen – nicht an das Gerät selbst, sondern an die baulichen Maßnahmen – sind teilweise nur mit immensen Aufwänden umsetzbar. Im Bereich Abgasmesstechnik hingegen haben letztes Jahr schon erstaunlich viele investiert. Wir beobachten immer, dass zum gesetzgeberischen Zeitpunkt die markengebundenen Werkstätten und die Prüforganisationen oder Prüfstellen die ersten sind, die investieren. Der freie Markt kommt mit einem halben Jahr oder Jahr Verzögerung nach. Daher gehe ich davon aus, dass dieses Jahr noch Auswirkungen vom AU-Leitfaden 5 in positiver Richtung zu spüren sind. Natürlich nicht mehr im gleichen Niveau wie letztes Jahr. Von 2014 auf 2015 hatten sich die Stückzahlen mehr als verdoppelt. Davon gehen wir nicht mehr aus, aber schon von einer signifikanten Steigerung im Vergleich zu einem normalen Jahr. www.autoservicepraxis.de WACHSTUMSFELDER Klimaservice Die EU-Richtlinie 2006/40/EG verbietet den Einsatz des Kältemittels R-134a in Neufahrzeugen ab 2017. Viele Automobilhersteller setzen auf R-1234yf. Neue Klimaservicegeräte werden notwendig. Scheinwerfer Die Umsetzung der HU-Scheinwerfer-Prüfrichtlinie bis Ende 2016 stellt hinsichtlich der baulichen Maßnahmen besondere Herausforderungen an die Werkstatt. Bremsen Die HU-Bremsenrichtlinie führt nach und nach zum Austausch veralteter Bremsprüfstände. Abgasmesstechnik Der AU-Leitfaden 5, seit 1. Juni 2015 in Kraft, wird sich auch 2016 noch positiv auswirken. asp: Es gibt viele Wachstumsfelder. Was hat sich der ASA-Verband selbst für nächstes Jahr vorgenommen? H. Hahn: Themen gibt es viele, die uns als Verband bewegen, etwa die Gesetzgebung im Sinne unserer Mitglieder mitzugestalten. Denn es geht nicht nur darum, Geräte zu verkaufen, sondern auch darum, sinnvoll periodische Überwachungen oder Reparaturen durchzuführen. Aktuell sehe ich viele Themen mit einem gewissen Bedrohungspotenzial, wie die Diagnose oder den eCall. Da gibt es Tendenzen, dass bestimmte Märkte oder bestimmte Marktteilnehmer ausgegrenzt werden oder ausgegrenzt werden können. An das Fahrzeug oder an Fahrzeug-Daten zu kommen, wird immer schwieriger. Und eCall ist ja nur ein Vehikel, gut gemeint vom Verordnungsgeber, aber über so eine Schnittstelle im Auto ist viel mehr machbar, Service, Diagnose, alles Mögliche. Als Verband setzen wir uns dafür ein, dass bestimmte Reparaturmärkte und Herstellermärkte nicht ausgeschlossen werden. Wir haben uns auch auf die Fahne geschrieben, mit den anderen großen Verbänden intensiver zusammenzuarbeiten. Einmal mit der EGEA, als europäischem Dachverband, aber auch mit dem italienischen Verband AICA oder dem französischen GIEG. Die Interessen sind doch ähnlich. Da muss man das Rad nicht immer neu erfinden, sondern kann viele Dinge abstimmen. Das Gleiche mit Verbänden wie ZDK oder GVA. Da hatten wir letztes Jahr schon ein Branchengespräch, das werden wir dieses Jahr wieder durchführen. asp: Als Interimspräsident haben Sie also im Übergangsjahr viele Themen vorangebracht? H. Hahn: Ich gehe davon aus, dass es keinen Schwenk oder Bruch von einer Richtung in die andere geben wird. Wir sind ein stabiler Verband. Im letzten Jahr haben wir unser 100. Mitglied erreicht, das war positiv. Das 100. Mitglied war übrigens Christiani. Da kann man sich schon fragen, was hat Christiani mit Werkstattausrüstung zu tun? Christiani hat zwar auch Kfz-Aktivitäten und macht Lehrtafeln für die Aus- und Weiterbildung. Ein wichtiges Thema. Auch wir müssen schauen, wem wir uns in Zukunft mehr und mehr öffnen. asp: Im Mai steht die Wahl des neuen ASA- Präsidenten an. Was ist da zu erwarten? H. Hahn: Wir haben einen Kandidaten. Im Vorfeld hatten wir mehrere gefragt, das Als Verband setzen wir uns dafür ein, dass bestimmte Reparatur- und Herstellermärkte nicht ausgeschlossen werden. Amt bringt ja auch einen beachtlichen zeitlichen Aufwand mit sich. Aber ich gehe davon aus, dass wir ab Mai einen offiziellen neuen Präsidenten haben werden. asp: Herr Hahn, wir sind gespannt und vielen Dank für das interessante Gespräch! Interview: Patrick Neumann, Valeska Gehrke ■

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TÜV SÜD-AKTUELL Fragen an ... Maximilian Küblbeck, Produktverantwortlicher TÜV SÜD Auto Service Wo drückt Werkstätten beim Thema Schadengutachten häufig der Schuh? Die Abwicklung von Unfallschäden ist für viele Werkstätten ein wichtiges Instrument zur Ertragssteigerung und Kundenbindung. Die Kernkompetenz der Kfz-Betriebe liegt naturgemäß bei der Instandsetzung der Unfallschäden. Eine professionelle Schadenbearbeitung geht allerdings weit über das Thema Reparatur hinaus. Eine termingerechte und professionelle Koordination aller Prozesse rund um den Schadensfall, Verhandlungsgeschick mit Versicherungen sowie interne und externe Kommunikation mit allen Beteiligten, die auch noch juristisch wasserdicht und auf Basis aktuellster Rechtsprechung erfolgen muss, sind heute Grundvoraussetzungen für den Erfolg im Schadensgeschäft. Wie kann TÜV SÜD hier Hilfestellung leisten? TÜV SÜD versteht sich als Mehrwertpartner der Geschädigten und des Kfz-Gewerbes, der mit Rat und Tat zur Seite steht. Es geht darum, Autohäuser und Werkstätten dabei zu unterstützen, Chancen im Schadensfall nachhaltig zu nutzen und diesen Prozess betriebswirtschaftlich bestmöglich zu organisieren. Das TÜV SÜD-Netzwerk hilft hierbei genauso wie unsere Schaden- und Prozesskompetenz. Durch den täglichen Einsatz in den Autohäusern und Kfz-Werkstätten kennen unsere Sachverständigen die Herausforderungen in den Unternehmen sehr genau und verstehen sich als Partner des Kfz-Gewerbes. Sprechen Sie mit Ihren Dienstleistungen vor allem größere Unternehmen an? Durch flexible und modulare Leistungsbausteine sind wir in der Lage, für unterschiedliche betriebliche Situationen die jeweils optimale Unterstützung bei der Abwicklung des Unfallschadensprozesses anzubieten. Alle Unternehmen, egal ob Megadealer oder 1-Mann-Betrieb, können somit unsere Dienstleistungen maßgeschneidert nutzen. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 SCHADENMANAGEMENT Unterstützung nach dem Crash Mit einer professionellen Beratung und der schnellen Abwicklung von Unfallschäden können sich Kfz-Betriebe ein wichtiges zusätzliches Standbein erschließen. Vielen Werkstätten fehlt es aber an Ressourcen und rechtlichem Know-how, um alle Anforderungen zu erfüllen. Denn für die schnelle Abwicklung eines Schadens im Sinne des Kunden ist mehr notwendig als technisches Können am Fahrzeug. Das Management der administrativen Prozesse und die zielführende Kommunikation mit den beteiligten Parteien sind Voraussetzung für den Erfolg. An diesem Punkt setzt TÜV SÜD mit Dienstleistungen rund um das Schadenmanagement an. TÜV SÜD-Experten helfen Werkstätten und Autohäusern vor Ort auf Tagessatzbasis bei der kompletten Abwicklung und ermöglichen es, die notwendigen Prozesse betriebswirtschaftlich bestmöglich zu organisieren. Durch das modulare Angebot der Dienstleistungspakete sind auch kleine und mittlere Unternehmen in der Lage, das lukrative Geschäft nach einem Unfall professionell zu betreiben. Dabei stellt das neutrale Schadengutachten von TÜV SÜD nur die Basis für eine Vielzahl weiterer Dienstleistungen dar. So ermöglicht beispielsweise ein „Blue Button“ den Werkstätten, mit einem Klick einen Gutachter von TÜV SÜD zu beauftragen. Auf Wunsch kann hierbei auch automatisch ein hochspezialisierter Verkehrsrechtsanwalt mit eingeschaltet werden, der sich professionell um den Ausgleich aller berechtigten Ansprüche des Geschädigten und des Autohauses gegenüber der Versicherung kümmert. Dies geschieht auf Basis aktuellster Rechtsprechung und bewirkt durch effiziente Abläufe schnelle Vorschüsse durch den regulierenden Versicherer. Damit Reparaturbetriebe möglichst schnell an ihre Forderungen kommen, bietet TÜV SÜD das Modul Liquidität an. Eine Factoring-Gesellschaft kauft die Forderungen des Betriebs an und übernimmt das gesamte Forderungsmanagement. Die Factoring-Gesellschaft führt die Kommunikation mit der Versicherung und bezahlt dem Kfz-Betrieb die Reparaturkosten auf Basis der Reparaturrechnung und gemäß Vereinbarung mit der Factoring-Gesellschaft binnen 48 Stunden aus. Zur Entlastung der Mitarbeiter im Autohaus und zur Sicherstellung einer optimalen Kundenbetreuungsqualität kümmert sich auf Wunsch ein TÜV SÜD-Schadenmanager, um die gesamte Organisation des Schadensfalles im Betrieb. Neben der Erstellung von Kostenvoranschlägen und Schadengutachten führt er auch die digitalen Schadenakten, erledigt die Korrespondenz mit den beteiligten Parteien im Namen des Betriebes und kümmert sich um die innerbetrieblichen Abstimmungen. Somit ist er ein optimales Bindeglied zwischen Kunde und Serviceberater. Foto: B. Wylezich/Fotolia Das neutrale Schadengutachten ist nur ein Baustein im Servicebaukasten von TÜV SÜD. www.autoservicepraxis.de

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ÜBERNAHME TÜV SÜD stärkt Spanien-Geschäft ATISAE zählt zu den führenden Anbietern von Prüfdienstleistungen auf der Iberischen Halbinsel. Foto: TÜV SÜD TÜV SÜD hält zukünftig 100 Prozent der Anteile der spanischen ATISAE-Gruppe. Mit mehr als 1.300 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von über 80 Millionen Euro handelt es sich um die bislang größte Übernahme in der Unternehmensgeschichte. ATISAE zählt zu den führenden Anbietern von Prüfdienstleistungen auf der Iberischen Halbinsel. „Durch die Übernahme können wir unser Spanien-Geschäft und unsere Position in Westeuropa nachhaltig stärken“, sagt Prof. Axel Stepken, Vorsitzender des Vorstands der TÜV SÜD AG. Spanien sei nicht nur die fünftgrößte Volkswirtschaft in der Europäischen Union, sondern auch das zweitgrößte EU-Herstellerland für Kraftfahrzeuge, habe das längste Autobahnnetz in Europa und stehe weltweit an vierter Stelle bei der installierten Kapazität von Windenergieanlagen. Mit ihrem breiten Leistungs angebot sei die ATISAE-Gruppe in vielen Branchen tätig und füge sich damit hervorragend in den TÜV SÜD-Konzern ein. Der Konzern beschäftigt nach dem Erwerb von ATISAE weltweit rund 24.000 Mitarbeiter, von denen mehr als die Hälfte außerhalb Deutschlands tätig ist. Der weltweite TIC-Markt für Testing, Inspection und Consulting befindet sich in einer anhaltenden Konsolidierungsphase. „Die aktuelle Übernahme eines großen Prüfdienstleisters wie ATISAE unterstreicht nachhaltig unseren Anspruch, einer der weltweit bedeutendsten Anbieter in diesem Markt zu sein“, erklärt Prof. Stepken. Dafür hat TÜV SÜD die Anteile an der spanischen Unternehmensgruppe von 45 auf 100 Prozent aufgestockt. Die 1964 gegründete Asistencia Técnica Industrial S.A.E. (ATISAE) mit Sitz in Madrid ist in den drei Geschäftsfeldern Industrieprüfungen, Fahrzeuguntersuchungen und Automotive Consulting tätig. Mehr als 1.300 Mitarbeiter erwirtschaften einen Umsatz von über 80 Millionen Euro. Die größten Umsatzanteile entfielen dabei auf Prüfungen und Zertifizierungen im Industriebereich sowie auf Hauptuntersuchungen von Kraftfahrzeugen. „Wir haben uns in Spanien einen hervorragenden Ruf erarbeitet“, erklärt Javier García-Atance, Präsident der ATISAE-Gruppe. Im Geschäftsfeld Fahrzeugprüfungen unterhält ATISAE mit ihren Tochtergesellschaften landesweit 34 Prüfstellen, die gesetzlich vorgeschriebene Hauptuntersuchungen durchführen. Im Bereich Automotive Consulting bieten die ATISAE- Spezialisten umfangreiche Beratungen und Trainings für Automobil-Hersteller, Zulieferer und Handel an. Zu den Dienstleistungen von ATISAE im Geschäftsfeld Industrie zählen unter anderem Prüfungen von Industrieanlagen, Umwelt- und Werkstoffprüfungen sowie die Unterstützung bei der Einführung von Qualitätsmanagement-Systemen. Koppelmanns Kolumne Michael Koppelmann, Leiter Geschäftsfeld Consulting bei TÜV SÜD Möchten wir eine Antwort auf die Frage geben, wie sich die Automobilbranche in den nächsten Jahren verändert, wird ziemlich sicher das Stichwort Digitalisierung fallen. Ein Begriff, der derzeit in aller Munde ist und über dessen Konsequenzen es sich nachzudenken lohnt. Das Internet hat z.B. das Informations- und Suchverhalten der Kaufinteressenten jeden Alters massiv verändert. 2009 besuchte jeder Neuwagenkäufer vor seiner Kaufentscheidung das Autohaus vier Mal, 2014 nur noch 1,25 Mal. Genauso verhält es sich im Aftersales-Bereich: Die Kunden sind informierter und wissen genau, was sie wollen. Was bedeutet das für uns? Es gibt verschiedene Erfolgs- und Risikofaktoren der Onlinepräsenz, z.B. der richtige Umgang mit Kundenbewertungen auf Facebook, Twitter und Co. Sicher ist, dass die nächste Generation von Kunden ganz neue Ansprüche haben wird, auf die ein Großteil der Autohäuser und Werkstätten derzeit nicht vorbereitet ist, wie viele Studien zeigen. Nicht die Großen fressen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen. Nur wer auf die Trends schnell reagieren kann und die Verantwortlichkeiten klar definiert, kann die Digitalisierung für seine Erfolgsgeschichte nutzen. TÜV SÜD-Kontakt TÜV SÜD Auto Service Jürgen Wolz Tel. 0 89/57 91-23 20, Fax -23 81 juergen.wolz@tuev-sued.de TÜV SÜD Auto Partner Thomas Gensicke Tel. 0 7 11/72 20-84 73, Fax -84 88 thomas.gensicke@tuev-sued.de Zentraler Vertrieb Tel. 07 11/7 82 41-246 vertrieb-as@tuev-sued.de www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 51

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BETRIEBSPRAXIS BANKTERMIN Die richtige Gesprächsstrategie Die gute Vorbereitung ist die halbe Miete: Doch Werkstattchefs sollten beim anstehenden Bankgespräch weitere Feinheiten beachten – etwa in puncto Investitionsvolumen. Vier Tipps unserer Experten. Fotos: Jeanette Dietl/fotolia.com, RAW Ein ausgearbeitetes Eckpunktepapier für die Bank hilft im Gespräch. ie meisten Unternehmer sind darauf angewiesen, beispielsweise Neuinvestitionen in Maschinen oder andere technische Anlagen wie etwa eine Hebebühne über ein Kreditinstitut zu finanzieren. In Zeiten niedriger Zinsen scheint es oftmals interessant zu sein, eine Investition zu 100 Prozent fremd zu finan­ KURZFASSUNG Für viele Unternehmer ist das anstehende Bankgespräch nicht gerade der Lieblingstermin in der Arbeitswoche. Doch wenn man einige Grund regeln beachtet, wird die gewünschte Kreditaufnahme erfolgreich gelingen. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 zieren. Doch vor der erfolgreichen Aufnahme eines Kredits steht erst einmal das Bankgespräch an. Es gibt einige Grundregeln, die zu beachten sind, mit deren Hilfe die Kreditaufnahme erfolgreich gelingen wird. Eine grundsätzliche Entscheidung liegt schon darin, mit welcher Bank man ein Gespräch führen will. Haben Sie schon eine Hausbank, dann wird diese sicherlich die erste Anlaufstelle sein. Aber auch hier gilt die Devise, vergleichen lohnt sich. So schadet es nicht, mehrere Gespräche zu führen, um die verschiedenen Angebote vergleichen zu können. Informieren Sie sich darüber, welches Kreditinstitut auf Ihre Branche spezialisiert ist, oder mit welchen Banken zum Beispiel Ihr Berater bisher gut zusammen gearbeitet hat. Tipp 1 Das A und O für jedes erfolgreiche Bankgespräch ist eine gute Vorbereitung im Vorfeld. Beschäftigen Sie sich intensiv mit Ihren betriebswirtschaftlichen Auswertungen, sodass Sie die wichtigsten Kennzahlen kennen. Beziehen Sie Ihren Steuerberater in die Vorbereitung mit ein und arbeiten Sie zusammen ein Eckpunktepapier für die Bank aus. Für die Banken sind natürlich die Abschlüsse der letzten Geschäftsjahre, wenn die Bank diese sowieso nicht schon hat, interessant. Neben diesen Vergangenheitswerten sind aber Planungen für die Zukunft des Unternehmens, etwa Investitionsplan beziehungsweise Businessplan, Liquiditätsplanung etc., mindestens genauso wichtig. Sollte es mehrere Gesellschafter in dem Unternehmen geben, so ist es unerlässlich, dass Sie sich vor dem Bankentermin intern über die Strategie abstimmen. Nichts ist schlimmer, als wenn die Gesellschafter in dem Bankgespräch Uneinigkeit zeigen. Gesellschaftern, die nicht über die Investitionen im Einklang sind, wird die Bank keinen Kredit zur Verfügung stellen. Tipp 2 Stellen Sie sicher, dass das Investitionsvolumen groß genug bemessen ist. Sie müssen für den Kredit auch einen gewissen Sicherheitsaufschlag berücksichtigen. Es macht bei der Bank keinen guten Eindruck, wenn über einen Kredit nachverhandelt werden muss, weil man im Laufe der Investition merkt, dass die Kalkulation für den Kredit zu knapp war. Neben einer guten Vorbereitung auf ein Bankgespräch, ist es genauso wichtig, dass der Werkstattunternehmer auch in dem Bankgespräch nicht nur mit den Fakten, sondern auch persönlich überzeugen kann. Treten Sie selbstbewusst auf und zeigen Sie dem Bankberater, dass Sie zu www.autoservicepraxis.de

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100 Prozent von Ihrer Investition überzeugt sind. Dabei sollte immer die Maxime einer vertrauensvollen Zusammenarbeit gelten. Für ein erfolgreiches Bankgespräch ist es auch hilfreich, wenn Sie sich im Vorfeld einen Gesprächsleitfaden zurechtlegen, anhand dessen Sie in dem Gespräch, die für Sie wichtigen Punkte abarbeiten und besprechen können. Tipp 3 Nehmen Sie, wenn es Ihnen Sicherheit gibt, Ihren Berater mit zum Bankgespräch. Er kann Sie in dem Gespräch unterstützen und darauf achten, dass alle wesentlichen Punkte beleuchtet werden. Sie sollten aber das Gespräch nicht Ihrem Berater überlassen. Sie müssen selbst über die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen Auskunft geben können. Es ist Ihr Unternehmen und Ihre Investition. Wir hatten Sie in einer unserer letzten Artikel darauf hingewiesen, dass es bestimmte öffentliche Förderprogramme gibt. Informieren Sie sich über diese Fördermittel und sprechen Sie direkt den Bankberater an, dass Sie für Ihre Investition ein derartiges Programm in Anspruch nehmen wollen. Auch hier gilt es wieder, sich mehrere Angebote einzuholen und diese zu vergleichen. Tipp 4 Machen Sie sich während des Gesprächs Notizen und halten Sie die Gesprächsinhalte beziehungsweise ­ergebnisse nach dem Gespräch fest. So schadet es auch nicht, dass Sie oder Ihr Berater ein Schreiben an die Bank, unter Auflistung der Gesprächsergebnisse, verfassen. Im Nachgang zu den Gesprächen sollten Sie regen Kontakt zu Ihrem Bankberater halten. Die Zusammenarbeit mit der Bank kann nur dann erfolgreich sein, wenn auf vertrauensvoller Ebene die Entwicklung des Unternehmens mitgeteilt und ausgetauscht wird. Maximilian Appelt Rechtsanwalt, Steuerberater, muc@raw-partner.de ■ KOMMENTAR Eine Grundregel in Bezug auf Banken, egal, ob es um die Auswahl einer Bank oder den Abschluss eines Kreditvertrages geht, sollte immer beachtet werden: Vergleichen Sie! Nur anhand von Vergleichsangeboten kann die für Sie individuell beste Bank oder das beste Kreditangebot herausgefunden werden. Verschiedene Banken und Bankbetreuer haben auch verschiedene Modelle, Konditionen und Ideen. Eine gute Vorbereitung im Vorfeld ist schon die halbe Miete. Beziehen Sie Ihren Berater in die Vorbereitung mit ein, sodass Sie eine gut aufbereitete Zahlenbasis haben, die aussagekräftig ist. Am Ende ist nicht immer unbedingt das Angebot mit den vermeintlich geringsten Zinskonditionen auch das Beste. Auch Faktoren, wie Sicherheiten, die der Bank gegeben werden sollen, oder Verlässlichkeit und Vertrauen spielen eine wichtige Rolle. Barbara Lux-Krönig Wirtschaftsprüferin Steuerberaterin Technik- Hotline Wir helfen mit professionellem Rat – in fast allen Lebenslagen. Die Mitarbeiter unserer Technik- Hotline sind hochspezialisiert und -motiviert. In Sachen Kfz-Technik bekommen wir jedes Problem in den Griff. Die Hotline unterstützt unsere Werkstattpartner schnell, umfassend, kompetent, herstellerund markenübergreifend. ATR SERVICE GmbH Otto-Hirsch-Brücken 17 70329 Stuttgart www.atr.de

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BETRIEBSPRAXIS FLÜCHTLINGSDEBATTE Ein vorbildlicher Chef Unternehmer Thomas Lundt beschäftigt in seinem Berliner Kfz-Betrieb Flüchtlinge. Wir wollten von ihm wissen, warum ihm gerade dieses Engagement so wichtig ist. nternehmer Thomas Lundt übernimmt Verantwortung. Berlins Obermeister und somit Chef der dortigen Kfz-Innung schiebt in der aktuellen Flüchtlingsdebatte alle Bedenken beiseite und macht das, was den Menschen aus den Krisenregionen derzeit am meisten hilft. Thomas Lundt gibt ihnen einen Job. Und zwar nicht in irgendeiner Hinterhofwerkstatt, sondern bei Lundtauto SportwagenService, weit über die Hauptstadtgrenzen für PS-starke Hingucker bekannt. „Man muss aus diesem Thema Schärfe herausnehmen“, betont Thomas Lundt. Der Unternehmer möchte als Obermeister mit gutem Beispiel vorangehen. Als neuntes von elf Kindern weiß er, wie wichtig Unterstützung sein kann. „Natürlich muss man sich als Chef kümmern.“ In diesem Fall um Hasan Hesso, einen 32-jährigen kurdischen Syrer, der seit November im Karosseriebau arbeitet. Bevor der neue Lundt-Mitarbeiter das Bürgerkriegsland verließ, reparierte er dort zwölf Jahre lang Fahrzeuge. Natürlich eine andere Welt als in der Autonation Deutschland. „Herr Hesso lernt eine Menge dazu“, AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 Foto: Patrick Neumann sagt Thomas Lundt. Doch er glaubt an das Potenzial der Flüchtlinge, auch für die Kfz-Branche, solange der Staat die nötigen Voraussetzungen schaffe. Gesellschaftliche Relevanz Im Gespräch mit Thomas Lundt, der seit dem Jahr 2004 Obermeister in der Hauptstadt ist, wird schnell klar, wie sehr ihn die sogenannte Flüchtlingskrise beschäftigt – nicht nur als Unternehmer. Er spricht ganz offen an, dass die Gesellschaft zusehen müsse, wie sie mit den 1,2 Millionen Flüchtlingen klarkomme. „Wir Unternehmer müssen dann die Arbeits- oder Ausbildungsplätze bieten.“ Froh ist der Obermeister über den Partner Arrivo Berlin, der ihm die ganzen organisatorischen Themen abnimmt. Dabei handelt es sich um eine Ausbildungsund Berufsinitiative, die geflüchtete Menschen in den Berliner Arbeitsmarkt integriert. „Das Team vermittelt die jeweiligen Interessenlagen, begleitet die beiderseitige Kontaktaufnahme, unterstützt den Kennenlernprozess durch die Betreuung von Praktika und steht als Ansprechpartner für jegliche Rückfragen zur Verfügung“, KURZFASSUNG Als Obermeister von Berlin vertritt Thomas Lundt die Auffassung, dass die große Zahl an Flüchtlingen auch Potenzial für die Kfz- Unternehmer bietet. Die Voraussetzung: Man nimmt das eigene Team mit. Wie bei Lundtauto SportwagenService geschehen. heißt es in einer Broschüre. Wichtig für Thomas Lundt war, dass die Flüchtlinge, die in seinen Betrieb kommen, Deutsch sprechen, eine Arbeitserlaubnis und ein Bleiberecht haben. Von seinen 21 Mitarbeitern bei Lundtauto Sportwagen Service hat er zwei Plätze für Flüchtlinge reserviert. Kein Geheimnis ist es, dass es bei diesem Thema auch Rückschläge gibt. So musste sich der Unter nehmer erst kürzlich von einem Flüchtling wieder trennen. Doch das bremst Lundts soziales Engagement nicht. Team mitnehmen Entscheidend bei der Integration der neuen Mitarbeiter in den Betrieb: Das Team muss sie von Anfang an akzeptieren. Als Chef sollte man im Vorfeld ganz offensiv sein und die eigene Mannschaft über die Beweggründe und Vorteile aufklären. Sätze wie „Ich erwarte von Euch die volle Unterstützung!“ helfen Thomas Lundt zufolge bei der Akzeptanz in der Werkstatt. Sprich der Chef vertritt seine Einstellung klar und deutlich und geht mit gutem Beispiel voran – seine Mitarbeiter können ihm dann besser folgen. So nun auch Hasan Hesso aus dem umkämpften Syrien.Thomas Lundt: „Er fühlt sich bei uns wohl.“ Klingt ganz nach einem Happy End. Patrick Neumann ■ Infos zu Arrivo Berlin findet man im Netz unter www.arrivo-berlin.de. www.autoservicepraxis.de

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Foto: Picture Alliance/dpa/Martin Schutt FLÜCHTLINGE IN AUSBILDUNG Keine Frage der Herkunft Mit einer Ausbildung im Kfz-Gewerbe können geflüchtete junge Menschen eine berufliche Perspektive erhalten. Betriebe, die eine Lehrstelle oder einen Praktikumsplatz anbieten, müssen aber Regeln beachten. rei für eine gute Sache: In ihrer gemeinsamen Erklärung haben sich die Bundesbildungsministerin, die Bundesagentur für Arbeit (BA) und der Zentralverband des Deutschen Handwerks für die berufliche Ausbildung geflüchteter Menschen stark gemacht. Mit der Initiative „Wege in Ausbildung für Flüchtlinge“ wollen die Initiatoren ein Zeichen für die Integration in den Arbeitsmarkt setzen. Ziel der Initiative ist es, bis zu 10.000 Flüchtlinge in eine Handwerksausbildung zu bringen. Das Bildungsministerium stellt dafür 20 Millionen Euro zur Verfügung. Rund die Hälfte der Flüchtlinge ist unter 25 Jahre und viele haben eine gute Bleibeperspektive. Das Kraftfahrzeuggewerbe gilt als prädestiniert, um jungen Flüchtlingen eine Bleibechance zu geben. Kfz-Gewerbe ist aufgeschlossen Birgit Behrens, ZDK-Geschäftsführerin Berufsbildung, gibt sich aufgeschlossen: „Auch wir fühlen uns verpflichtet den oft allein geflüchteten jungen Menschen zu helfen, in Deutschland Fuß zu fassen und sich zu integrieren. Dazu gehört, dass sie so schnell wie möglich die deutsche Sprache erlernen. Wer gewillt und motiviert ist, mit uns gemeinsam den Weg in der Ausbildung zu gehen, dem stehen alle Türen offen.“ Die Chancen stehen nicht schlecht, denn bei der Vermittlung in ein Praktikum oder in eine betriebliche Ausbildung entfällt die so genannte Vorrangprüfung. Das heißt, es muss nicht vom Arbeitsamt ge- prüft werden, ob deutsche Bewerber oder Bewerber aus der EU zur Verfügung stehen, die dann bevorzugt würden. Das ist der Fall, wenn eine offene Stelle mit einem Flüchtling besetzt werden soll, der nur geduldet ist oder den Status der Aufenthaltsgestattung besitzt (siehe Kasten). Eine weitere Möglichkeit für Betriebe kann eine Einstiegsqualifizierung sein, in der der Arbeitgeber die Fertigkeiten eines an der Ausbildung interessierten Bewerbers zunächst für sechs bis zwölf Monate testen kann. Dietmar Winkler ■ Mehr Infos in der Broschüre „Potenziale nutzen – geflüchtete Menschen beschäftigen“ www.arbeitsagentur.de DAS MÜSSEN AUSBILDUNGSBETRIEBE WISSEN Möglicher Aufenthaltsstatus von geflüchteten Menschen: ■ Asylbewerber, deren Verfahren noch nicht abgeschlossen ist, erhalten i.d. Regel zunächst eine Aufenthaltsgestattung. ■ Anerkannte Flüchtlinge, deren Asylantrag positiv entschieden wurde, erhalten eine Aufenthaltserlaubnis. ■ Menschen, deren Asylantrag abgelehnt wurde, können den Status der Duldung erhalten. Das ist bei einer betrieblichen Ausbildung zu beachten: ■ Eine betriebliche Berufsausbildung können Asylbewerber ab dem vierten Monat und Geduldete, sofern kein Arbeitsverbot vorliegt, ab der Erteilung der Duldung beginnen. Voraussetzung ist die Erlaubnis der Ausländerbehörde. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) muss bei anerkannten Ausbildungsberufen nicht zustimmen. ■ Die Ausländerbehörde wird für die Aufnahme einer Berufsausbildung die Duldung zunächst für ein Jahr erteilen. Wenn die Berufsausbildung fortdauert, können die Ausländerbehörden die Duldung für jeweils ein Jahr verlängern. Rechtssicherheit gibt es aber nicht. ■ Geduldete Flüchtlinge müssen die Berufsausbildung vor Vollendung des 25. Lebensjahres aufnehmen und dürfen nicht aus einem sicheren Herkunftsstaat (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Ghana, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Senegal und Serbien) stammen. Für anerkannte Asylbewerber gibt es keine Altersgrenze. ■ Nach erfolgreichem Abschluss einer Berufsausbildung können Geduldete eine befristete Aufenthaltserlaubnis erhalten, sofern sie eine passende Stelle finden. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 55

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BETRIEBSPRAXIS KFZ-GEWERBE Nicht locker lassen beim Kartellamt Die Bilanz des ZDK für 2015 ist durchwachsen. Beim Thema Internetvermittler will der Verband deswegen seine Position gegenüber den Wettbewerbshütern weiter mit Nachdruck vertreten. Nachdenkliche Gesichter bei der Jahrespressekonferenz in Berlin: ZDK-Präsident Jürgen Karpinski (Mitte), Vizepräsident Ulrich Fromme (l.), Bundesinnungsmeister Wilhelm Hülsdonk (2. v. r.) und Pressesprecher Ulrich Köster. ehr verkaufte Autos, mehr Serviceaufträge: Das Jahr 2015 hat sich für Autohäuser und Werkstätten besser entwickelt als erwartet. Der Branchenumsatz stieg um 6,2 Prozent auf 156,5 Milliarden Euro, wie der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) Mitte Februar in Berlin mitteilte. „Das Jahr 2015 ist sehr gut gelaufen, trotz des Skandals um manipulierte Emissionswerte“, sagte Präsident Jürgen Karpinski. „Sowohl bei den Neuzulassungen als auch im GW-Geschäft haben wir Zuwachsraten zu verzeichnen. Und auch das Servicegeschäft hat sich nach dem Einbruch in 2014 wieder erholt und ist gewachsen. Insofern ist beim Umsatz alles okay.“ Allerdings habe die Rendite davon leider nicht entsprechend profitiert. Vor allem KURZFASSUNG Mehr Umsatz, aber keine zufriedenstellende Rendite. Der Kfz-Spitzenverband nennt als Grund Preisnachlässe und macht u. a. Internetvermittler und zu viele Tageszulassungen dafür verantwortlich. Der Service hat sich wieder erholt. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 die Preisnachlässe drückten auf den Gewinn. Die Umsatzrendite stieg nur leicht von 1,3 Prozent auf 1,4 Prozent. Notwendig seien jedoch drei Prozent, betonte Karpinski, „um in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter, in moderne Werkstatttechnik und nicht zuletzt in Glas, Stahl und Steine nach den Vorgaben der Hersteller für den Neuwagenvertrieb zu investieren“. Kein fairer Wettbewerb Als Vertreter des fabrikatsgebundenen Automobilhandels in Deutschland sprach denn auch ZDK-Vizepräsident Ulrich Fromme die Internetvermittlung von Neuwagen an, die diese Misere mit zu verantworten hat. „Die Internetvermittler drängen sich zwischen Händler und Kunden und beuten die Investitionen des stationären Handels in teure Immobilien, qualifiziertes Personal und große Vorführwagenflotten aus.“ Anschließend führten sie die Kaufinteressenten den eigenen Kooperationspartnern zu, die nur noch den Vertrag auszufertigen brauchten. „Mit einem fairen Wettbewerb hat das nichts mehr zu tun.“ Fromme prangerte die Entscheidung des Bundeskartellamts als völlig unverständlich an. Das Amt hatte die Verwal- Foto: Doris Plate/AUTOHAUS; Grafiken: ZDK tungsverfahren gegen Ford, Opel und PSA Peugeot Citroën wegen Beschränkung des Wettbewerbs nur deshalb eingestellt, weil sich die Hersteller der Rechtsauffassung der Behörde gebeugt hatten. Danach sollen die Internet-Neuwagenvermittler im Kundenauftrag tätig sein. Einer Zusammenarbeit von Händlern des jeweiligen Vertriebsnetzes mit solchen Vermittlern stünden deshalb weder Händlerverträge noch eigens etablierte Internetstandards entgegen. Weitere Gespräche angekündigt „So begrüßenswert die Einstellung des Verfahrens ist, so falsch ist die Begründung“, sagte ZDK-Hauptgeschäftsführer Dr. Axel Koblitz. „Tatsächlich bestanden nie Anhaltspunkte für ein kartellrechtswidriges Verhalten der betroffenen Hersteller. Dass diese dem Druck des Bundeskartellamts nachgegeben und die Plattform-Betreiber als Vermittler im Kundenauftrag bezeichnet haben, ist mehr als bedauerlich.“ Die Auffassung der Behörde wird laut ZDK einem Gerichtsverfahren nicht standhalten. „In Wirklichkeit verhält es sich genau anders herum: Über die Plattformen werden den kooperierenden Händlern ständig Kunden zugeführt. Und genau das müssen die Hersteller nicht dulden – weder zivil- noch kartellrechtlich.“ Fromme sagte, dass der ZDK sich gegenüber Politik, Behörden und gegebenenfalls Gerichten weiter gegen eine ungerechtfertigte Privilegierung von Internet-Neuwagenvermittlern einsetzen werde. Es werde in Kürze ein Gespräch zwischen Bundeskartellamt und ZDK geben, in dem der ZDK seine Position mit Nachdruck vertreten werde. Und noch ein schwieriges Thema für den Handel sprach der Verband an: Im Neuwagengeschäft verkauften die Autohäuser zwar fast 170.000 Wagen mehr, der Umsatz stieg entsprechend um 4,5 Prozent auf 58,2 Milliarden Euro (2014: 55,7 Milliarden Euro). Getragen wurde der Zuwachs aber von den gewerblichen Zulassungen der Vermieter, Autoflotten, Hersteller und Händler mit einem Anteil von 65,8 Prozent (Vorjahr: 63,8 Prozent). Die Zahl der Privatkunden ist seit 2010 von 42,7 Prozent auf inzwischen nur noch 34,2 Prozent zurückgegangen. Sie bedienen sich immer häufiger im Bereich der jungen Gebrauchtwagen oder aus den Tageszulassungen. Renditebringer Servicegeschäft Erholt zeigte sich das Werkstattgeschäft. Die Umsätze stiegen um 1,2 Prozent auf www.autoservicepraxis.de

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UMSATZ KFZ-GEWERBE 2015 Gesamt: 156,5 Milliarden € (+6,2%) GW Pkw über GW-Händler 12,2 Mrd. € (-7,4%) Service 30,3 Mrd. € (+1,2%) GW Pkw über Markenhandel 45,6 Mrd. € (+17,7%) NW Lkw 6,7 Mrd. € (+4,3%) GW Lkw 3,6 Mrd. € (+2,9%) NW Pkw und Pkw-Kombi 58,2 Mrd. € (+4,5%) Quelle: ZDK BETRIEBE/BESCHÄFTIGTE 462.000 460.800 38.500 38.400 Betriebe (-0,3 %) Beschäftigte (-0,3%) 88.910 89.500 davon Azubis (+0,7%) 2014 2015 2014 2015 2014 2015 Quelle: ZDK Für den Markenhandel fiel die Bilanz 2015 durchweg positiv aus, nur die Gebrauchtwagenhändler verloren gegenüber Vorjahr. 30,3 Milliarden Euro (2014: 29,9 Milliarden Euro). Im Durchschnitt waren die Betriebe 2015 um zwei Prozentpunkte besser ausgelastet als 2014. Nach Einschätzung des ZDK wird sich der Automobilmarkt in Deutschland auch im laufenden Jahr stabil zeigen. So rechnet der Verband für das Jahr 2016 wieder mit insgesamt 3,2 Millionen Pkw-Neuzulassungen. Der Schwerpunkt dürfte sich jedoch weiter auf den gewerblichen Bereich verlagern. Zugleich geht der ZDK für 2016 von 7,3 bis 7,4 Millionen Pkw-Besitzumschreibungen und von einem stabilen Werkstattgeschäft auf dem Niveau des vergangenen Jahres aus. In der anhaltenden Debatte über die Einführung einer Kaufprämie für Elektrofahrzeuge bleibt der ZDK bei seiner ablehnenden Haltung. Sobald die von der Industrie angekündigten massiven Fortschritte bei Gewicht und Leistungsfähigkeit der Weniger Betriebe und Mitarbeiter, aber mehr Auszubildende gab es im Kfz-Gewerbe 2015. Batterien sowie Ladedauer und Fahrzeugreichweite tatsächlich erzielt würden, mache das Elektroauto auch ohne direkte Kaufanreize seinen Weg. Die Kaufzurückhaltung liege ja nicht nur im Preis von Elektrofahrzeugen begründet. Ziel müsse es deshalb sein, die Vorbehalte der Kunden durch Produktverbesserungen und einen Ausbau der Ladeinfrastruktur auszuräumen, statt durch Geldprämien ein Strohfeuer zu entfachen. Doris Plate ■ IMPRESSUM ISSN NR. 1437-1162 Anschrift von Verlag und Redaktion Springer Automotive Media Springer Fachmedien München GmbH Aschauer Str. 30 · 81549 München Tel. 0 89/20 30 43-0 Fax Redaktion 0 89/20 30 43-12 18 Fax Anzeigen 0 89/20 30 43-12 40 http://www.autoservicepraxis.de Springer Fachmedien München GmbH ist Teil der Fachverlagsgruppe Springer Science + Business Media Redaktion Herausgeber Dipl.-Ing. Jürgen Wolz (TÜV SÜD Auto Service GmbH), Lars Kammerer (TÜV SÜD Auto Service GmbH) Anschrift siehe Verlag Chefredaktion (V.i.S.d.P.) Ralph M. Meunzel Tel. 0 89/20 30 43-12 03 Koordination Patrick Neumann Tel. 0 89/20 30 43-11 84 Redaktion Valeska Gehrke (vg) Tel. 0 89/20 30 43-23 09 Alexander Junk (aj) Tel. 0 89/20 30 43-23 10 Martin Schachtner (msh) (Elternzeit) Dietmar Winkler (diwi) Tel. 0 89/20 30 43-27 92 Online-Redaktion Ralf Padrtka (Leitung) Tel. 0 89/20 30 43-12 84 Thomas Maier Tel. 0 89/20 30 43-23 11 Frank Selzle Tel. 0 89/20 30 43-11 08 E-Mail: autoservicepraxis@springer.com Ständige Mitarbeiter Eva-Elisabeth Ernst, Manfred Schlegel, Marcel Schoch, Dieter Väthröder Gesamtleitung Herstellung Maren Krapp Tel. 0 89/20 30 43-14 18 Layout Diane Laudien Tel. 0 89/20 30 43-11 87 Verlag Geschäftsführer Peter Lehnert Tel. 0 89/20 30 43-22 54 Verlagsleiter Springer Automotive Media Ralph M. 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Abonnementkündigung: schriftlich, nach einem Bezugsjahr, 6 Wochen zum Bezugszeitraums ende. Bankverbindung Hypo-Vereinsbank München (BLZ 700 202 70) Kto.-Nr.: 1 830 209 200 IBAN: DE02 7002 0270 1830 2092 00 BIC: HYVEDEMMXXX, UST-ID: 152942001 Druck Phoenix Print GmbH Alfred-Nobel-Str. 33, 97080 Würzburg Gerichtsstand und Erfüllungsort: München Handelsregister: Amtsgericht München HRB 110956 Angeschlossen der Informationsgemein schaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V. (IVW), Sicherung der Auflagenwahrheit. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung. AUTO SERVICE PRAXIS veröffentlicht regelmäßig sämtliche im Verkehrsblatt abgedruckten Mitteilungen des Bundesministers für Verkehr, soweit diese für §29 StVZO relevant sind. AUTO SERVICE PRAXIS-Abonnenten § 29 verfügen damit über die im Sinne der AU-Anerkennungsrichtlinie erforderlichen Informationen und sind somit vom Bezug des ansonsten vorgeschriebenen Verkehrsblattes befreit. Bei der Springer Fachmedien München GmbH erscheinen auch die Zeitschriften AUTOHAUS, Autoflotte, GW-trends und Sprit+. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 57

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BETRIEBSPRAXIS WERKSTATTKONZEPT Autoservice in Schwarzgelb Der Versicherer HUK-Coburg hat nun erklärt, wie das bundesweit geplante Servicenetz aussehen soll. Mit dem Konzept „Die Partnerwerkstatt“ soll es mehr geben als nur die reine Unfallreparatur. Offiziell ging es um das Thema Digitalisierung in Kassel, inoffiziell um die Pläne von HUK. iele Werkstattbetriebe sind unsicher, wie sie sich zu den Plänen von HUK-Coburg positionieren sollen. Der Versicherer plant ein eigenes Servicenetz mit Betrieben aus dem Pool seiner Select-Partnerbetriebe – meist reine Karosserie- und Lackbetriebe. Das Thema sorgte für Diskussionen bei der vierten „Netzwerkstatt“, die der Bundesverband der Partnerwerkstätten (BVdP) in Kassel veranstaltete. Bei der eintägigen Veranstaltung diskutierten insgesamt 370 Teilnehmer, darunter 200 Teilnehmer aus Werkstätten, die als Partner der Versicherungswirtschaft in der Schadensteuerung tätig sind. Während viele K&L-Betriebe in der Ankündigung des Versicherers eine Chance KURZFASSUNG Bei der BVdP-Veranstaltung „Die Netzwerkstatt“ in Kassel war das geplante Servicenetz des Versicherers HUK-Coburg DAS Thema in den Ganggesprächen. Die Kernfrage für viele K&L-Betriebe lautet: Lohnt sich das teure Upgrade zum Servicebetrieb? AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 sehen, das eigene Werkstattgeschäft um den Bereich Mechanik/Elektronik auszubauen, scheuen andere das damit verbundene unternehmerische Risiko. „Der Schritt vom reinen K&L-Betrieb zur Servicewerkstatt ist anspruchsvoll“, gab BVdP- Geschäftsführer Robert Paintinger zu bedenken. „Es wird viele Betriebe geben, die die Transformation stemmen werden, aber auch viele, die das nicht können.“ Um wie von HUK-Coburg geplant, Servicedienstleistungen wie Inspektion nach Herstellervorgaben, Haupt- und Abgasuntersuchung oder Bremsenservice zu Fixpreisen anbieten zu können, müssen viele Betriebe erst in Equipment und Personal investieren. Einen direkten Investitionszuschuss soll es laut HUK nicht geben. ZDK hat scharfe Kritik geübt Der Versicherer hatte erst kürzlich bei Informationsveranstaltungen in Hannover und Coburg den Select-Partnerwerkstätten das Konzept des geplanten Werkstattnetzes vorgestellt. In den nächsten zweieinhalb bis drei Jahren wolle man Foto: Dietmar Winkler ein Servicenetz mit bundesweit 250 bis 300 Werkstätten anbieten. Ein Pilotversuch mit zehn Werkstätten sei positiv verlaufen. Jetzt habe man den Startschuss gegeben, um das Konzept größer aufzuziehen, gab ein Unternehmenssprecher gegenüber asp AUTO SERVICE PRAXIS zu verstehen. HUK-Coburg hat sich dazu die Marke „Die Partnerwerkstatt“ eintragen lassen. Das Konzept sieht den Zentraleinkauf von Ersatzteilen (Stahlgruber/PV), Reifen (Gettygo) und Schmiermitteln (Petronas) ebenso vor wie eine eigene Corporate Identity in den HUK-Coburg-Farben Gelb und Schwarz. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat auf die Pläne der HUK-Coburg mit scharfer Kritik reagiert. Der Versicherer versuche, Preise in den Markt zu drücken, die für die Werkstätten betriebswirtschaftlich nicht darstellbar seien. Außerdem bestünden aus Sicht des ZDK kartellrechtliche Bedenken. Dietmar Winkler ■ DAS WERKSTATTSYSTEM In drei bis vier Jahren will der Kfz- Versicherer HUK- Coburg ein flächendeckendes Werkstattnetz aufbauen, in dem HUK-Kunden neben Reparatur von Unfallschäden auch Servicedienstleistungen zu Festpreisen angeboten werden. Dazu zählen unter anderem Inspektion nach Herstellervorgaben, Hauptuntersuchung, Reifenwechsel. HUK-Coburg hat sich dazu die Marke „Die Partnerwerkstatt“ eintragen lassen. Das Konzept sieht den Zentraleinkauf von Ersatzteilen (Stahlgruber/PV), Reifen (Gettygo) und Schmiermitteln (Petronas) ebenso vor wie eine eigene Corporate Identity in den HUK-Coburg-Farben Gelb und Schwarz. Angestrebt sind im ersten Schritt bis zu 300 Partnerwerkstätten. www.autoservicepraxis.de

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© fotomek, fotolia MAXIMALPREISE ERZIELEN IM SERVICE WISSEN, WAS KUNDEN ZAHLEN WOLLEN! Die Frage ist einfach: Wissen Sie, welcher Kunde sogar mehr für Ihre Leistung bezahlt hätte und trotzdem zufrieden wäre? Hier liegt die Chance zu Mehrertrag! Der Kunde bewertet aufgrund seines individuellen Nutzens und Empfindens die Leistung – und damit auch den gefühlt gerechten Preis. Wie man aus diesem Wissen knallharten Umsatz machen kann, zeigt dieses Seminar. Ihre Topthemen • Gerechter Preis – Preis ist nicht nur Geld • Leistungs-Zusatznutzen-Preis-Prinzip – Wortwechsel mit großem Effekt • Wertvoller „Service“ – Schluss mit dem Verschenken • EKG – wissen, wer mehr bezahlen würde • Barfuß oder Lackschuh – Kunden, die Sie brauchen, und Kunden, die Sie definitiv nicht haben sollten Ihr Referent „Die Aufgabe eines Unternehmens ist es, dem Kunden die Leistungen so zu vermitteln, dass dieser den Preis dafür ohne Nachlass bezahlen will.“ Georg Hensch, Geschäftsführer, 1A! Die Medienwerkstatt Information und Anmeldung unter autohaus.de/akademie Mit freundlicher Unterstützung von:

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SPEZIAL erscheint mit asp AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 und AUTOHAUS 06/2016 Sommer 2016 10 Neue Sommerreifen Darauf setzen die Pneu- Produzenten dieses Jahr 20 Best Practice Den Einlagerungsservice professionell nutzen 26 RDKS-Service So meistert man die Herausforderungen autoservicepraxis.de | autohaus.deRäder&Reifen

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Final-Tickets für Ihre Kunden zur UEFA EURO 2016™. Sofortprämie: adidas Fanschal. 40 x 2 Tickets zum Finale, Halb- finale oder zum Eröffnungsspiel gewinnen. Inklusive Flug und Hotel. Nur vom 15.03.–15.05.2016 für Endverbraucher bei Kauf von 4 Sommerreifen ab 17 Zoll. www.getyourcontiticket.de

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INHALT | LEITARTIKEL Inhalt 04 Nachrichten Aktuelles aus der Branche 10 Handel Pkw-Sommerreifen-Neuheiten 12 Handel Ganzjahresreifen – Für und Wider 14 Handel So geht Reifenmarketing 16 Handel Übersicht Reifen-Online-Plattformen 20 Service 4Wheels hilft bei Reifeneinlagerung 24 Service Tipps für RDKS 26 Service RDKS-Beispiele aus der Praxis 29 Service Fehler bei der Reifenmontage vermeiden 30 Produkte Neuheiten der Werkstattausrüster 32 Service Radwaschmaschinen im Fokus 36 Service Reifenmontage in der Praxis 38 Produkte Neue Winterreifen Impressum Spezial Räder&Reifen, Sommer 2016 erscheint als Beilage der Fachzeitschriften asp AUTO SERVICE PRAXIS 03/2016 und AUTOHAUS 06/2016 Auflage: 45.000 Chefredakteur: Ralph M. Meunzel Koordination: Patrick Neumann Autoren: Prof. Hannes Brachat, Valeska Gehrke, Alexander Junk , Marcel Schoch, Dieter Väthröder, Dietmar Winkler Anzeigen: Michael Harms (Leitung), Sanja Klöppel, Birgit Zipfel Herstellung: Maren Krapp (Leitung), Diane Laudien Druck: Phoenix Print GmbH, 97080 Würzburg Verlag: Springer Fachmedien München GmbH, Aschauer Straße 30, 81549 München Größenwahn roße Felgen liegen im Trend: Waren vor zehn Jahren die meisten Autos noch auf 14- oder 15-Zoll-Felgen unterwegs, sind es heute mindestens 16 Zoll. Laut Michelin betrug der Anteil der an den Handel verkauften Reifen 2015 mit 17 Zoll und mehr sogar rund ein Drittel. Besonders SUV scheinen diesen Trend zu beflügeln, denn ein großes Auto auf kleinen Felgen sieht einfach nicht gut aus. Aber auch viele sportlich orientierte Fahrer montieren sich lieber eine größere Felge und nehmen dafür einen Reifen mit geringerer Seitenwandhöhe. Das berücksichtigen inzwischen auch die Autohersteller. Der neue Größenwahn stellt Werkstätten vor Herausforderungen: Es ist viel schwieriger, 18-Zoll-Räder auf den Reifenwagen zu wuchten. Wer es mit den Bandscheiben hat, wird darüber nicht glücklich sein. Auch für junge Azubis ist das nicht gut fürs Kreuz. Reifen-Montiermaschinen müssen zudem mit einem entsprechend großen Drehteller ausgestattet sein, damit sich die Pneus überhaupt aufziehen lassen. Wuchtmaschinen und Räderwaschmaschinen sollten auch entsprechend konzipiert sein. Also alles schlecht? Mitnichten! Die Riesen bieten auch eine Chance für den Markt: Mit größeren Pneus und größeren Felgen lässt sich auch mehr Umsatz generieren. Und das ist in Zeiten von Ganzjahresreifen und der Konkurrenz durch Online-Shops so wichtig wie nie zuvor. Argumente für den Kauf gibt es genug: Wer eine schicke Felge hat, greift gerne auch zu größeren Bremsscheiben. Und auch der Fahrspaß zieht als Argument: Zwar sind größere (und breitere) Reifen anfälliger für Aquaplaning, dafür können sie auf trockener Straße einen Tick besser bremsen und haben allgemein ein besseres Handling. Der Größenwahn kann also auch lukrativ sein. Alexander Junk, Redakteur asp AUTO SERVICE PRAXIS autoservicepraxis.de | autohaus.de Räder&Reifen 01/2016 3

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NACHRICHTEN Kurzmeldungen Continental hat ein freiwilliges Austauschprogramm für rund 500 Reifen des Typs „ContiSportContact 5 P“ in der Größe 235/35 ZR 19 (91Y) EXTRA LOAD angekündigt. Aufgrund einer fehlerhaften Materialauswahl können sich diese Reifen im Profilbereich verformen. Dies kann zu einem Kontakt zwischen Reifen und Fahrzeug sowie zu Einschränkungen in Fahrverhalten und Hochgeschwindigkeits-Performance führen. Die betroffenen Reifen wurden ausschließlich an Kunden innerhalb des europäischen Ersatzteilgeschäftes verkauft. aj Auch Goodyear Dunlop ruft 1.084 Sommerreifen vom Typ „Dunlop Sport- Maxx GT“ für Personenkraftwagen in der Größe 255/40 ZR 19 100Y XL zurück, die in den Wochen 37 und 38 des Jahres 2015 produziert wurden. Einige haben eine falsche Gummimischung in der Lauffläche. Die betroffenen Reifen sind an der DOT-Nummer „DN5W JC1R 3715“ oder „DN5W JC1R 3815“ in der Seitenwandmarkierung erkennbar. aj Mit einem attraktiven Angebot eröffnet Michelin die Motorradsaison: Beim Kauf eines Satzes Power SuperSport Evo, Pilot Power 3, Pilot Road 4 (Standard, GT und Trail) oder Anakee III erhalten Biker einen Tankgutschein im Wert von 30 Euro oder die gleiche Summe als Gutschrift überwiesen. Die Aktion gilt vom 1. März bis 31. Mai 2016 in Deutschland und Österreich. Oliver Bussick (45) trägt ab sofort neben Christoph Gerigk die Verantwortung als Geschäftsführer des Räderservice-Anbieters 4Wheels Services GmbH. Er tritt die Nachfolge von Helmut Wuttke an, der das Unternehmen über 10 Jahre erfolgreich mitgestaltet hat und in den verdienten Ruhestand wechselt. Als Geschäftsführer verantwortet Oliver Bussick die Bereiche Vertrieb, Marketing und Finanzen. Bussick kennt den Automobilhandel und damit die Seite der Kunden aus eigener Erfahrung. Er hatte operative Standortverantwortung und viele Jahre als Vorstand erfolgreich die Integrationsund Wachstumsstrategie einer großen deutschen Handelsgruppe im Premiumsegment mitverantwortet. aj Eine runde Sache Foto: RSU Foto: Goodyear Goodyear hat mit dem „Eagle-360“ einen Konzeptreifen vorgestellt, der die Form einer Kugel besitzt. Er soll sich für selbstfahrende Fahrzeuge eignen und wird im 3D-Druckverfahren hergestellt. Bei der Entwicklung standen laut Goodyear eine erhöhte Konnektivität, verbessertes Handling und vor allem Sicherheit im Fokus. Durch die Kugelform des Reifens lässt sich das Fahrzeug in alle Richtungen manövrieren – zugunsten der Fahrersicherheit. Zudem kann sich der Reifen aufgrund aktiver Technologie auch an schwierige Fahrkonditionen wie Blitzeis oder Aquaplaning anpassen. Zusätzlich bietet die Kugelform des Goodyear Eagle-360 eine angenehme Fahrt durch eine gleichmäßige, laterale Bewegung. Dies hilft dem Auto, Hindernisse zu überwinden, ohne dabei seine Fahrtrichtung zu ändern. Zudem erleichtert der Eagle-360 das Einparken, da aufgrund der Kugelform auch 360-Grad- Drehungen möglich sind. Der Reifen ist durch Magnetfelder vom Fahrzeug getrennt, ähnlich wie bei einer Magnetschwebebahn. Dies verbessert den Komfort für die Mitfahrer und reduziert gleichzeitig die Geräuschentwicklung. Darüber hinaus registrieren Sensoren im Inneren die Fahrbahneigenschaften, Witterungsbedingungen oder die Abnutzung des Profils und leiten diese Informationen an das Auto sowie an andere Fahrzeuge weiter. aj Reifenportal mit Zertifizierung Der TÜV SÜD hat die Reifen-Großhandelsplattform TyreSystem der RSU GmbH mit dem „S@fer-Shopping“-Gütesiegel ausgezeichnet. „Mit geprüfter Qualität, Sicherheit und Transparenz ist www.tyresystem. de in hohem Maße vertrauenswürdig“, so der Wortlaut des Zertifikats. Geschäftsführer Simon Reichenecker berichtet stolz: „Nach einem ausführlichen Prüfverfahren wurde unser Reifen- und Felgenportal auf Herz und Nieren untersucht. Wir freuen uns, nun das S@fer-Shopping-Prüfzeichen vom TÜV SÜD tragen zu dürfen – als erstes und bislang einziges B2B-Portal in der Kfz- Branche.” Während eines mehrwöchigen Verfahrens musste die RSU GmbH ihre technische und organisatorische Zuverlässigkeit sowie die hohen Ansprüche an Sicherheit und Service-Qualität unter Beweis stellen. Damit für die Kunden ein Höchstmaß an Transparenz gewährleistet werden kann, erfolgte neben einer fundierten Online-Bewertung auch eine Prüfung der internen Prozesse vor Ort im Unternehmen. Dabei konnte sich der TÜV SÜD von der Einhaltung aller Prüfkriterien überzeugen. Als Grundlage hierfür diente ein umfassender Katalog mit mehr als 100 Einzelkriterien in den Bereichen Organisation, Datensicherheit, Datenschutz sowie Online-Inhalte und Unternehmensprozesse. Unter anderem wurde TyreSystem von der Prüfungskommission auf einfache Gebrauchstauglichkeit, hohe Benutzerfreundlichkeit, Transparenz des kompletten Bestellvorgangs, Verwendung aktueller Technik-Standards und Sicherheit hin untersucht. aj Geschäftsführer Simon Reichenecker mit TÜV SÜD-Auszeichnung 4 Räder&Reifen 01/2016 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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Fahren hoch hinaus! Sommerreifen von Semperit für Pkw und Transporter. Wer dem Ruf der Berge folgt, hat einen beschwerlichen Weg vor sich – steile Straßen, enge Kurven und anspruchsvolle Witterungsverhältnisse. Reifen, die hier zu Hause sind, tragen mit Stolz das Prädikat „alpen-bewährt“, wie die Sommerreifen von Semperit. Die Empfehlung für Ihre Kunden!

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NACHRICHTEN UHP-geeignet Viele Fahrzeuge werden bei ihrer Auslieferung mit UHP- und Runflat-Reifen bestückt. Dazu passend hat ATH-Heinl nun seine Reifenmontiermaschinen mit dem Qualitätssiegel vom Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. (wdk) zertifizieren lassen. Damit seien die ATH-Montiermaschinen für die sach- und fachgerechte Montage der sensiblen Reifen geeignet, hieß es in einer Mitteilung. Dazu gehört beispielsweise die Reifenmontiermaschine ATH M72 mit Hilfsmontagearm A34 und dem optionalen wdk-Kit. Der Hilfsarm ermögliche es, UHP- und Runflat-Reifen beschädigungsfrei und einfach zu montieren. Die verwindungssteife Konstruktion hat eine widerstandsfähige Hammerschlag-Pulverbeschichtung. Eine 2-Speed-Montagegeschwindigkeit mit 7 oder 14 Umdrehungen pro Minute fördere ein schnelles Arbeiten am Reifen. Die Maschine besitzt eine pneumatische Montagekopf-Spannung mit einstellbarer automatischer vertikaler und horizontaler Felgenentfernung. Der Spannbereich beträgt dabei innen zwischen 11 bis 30 Zoll und außen zwischen 9 und 26 Zoll. Die Abrückkraft ist 2.800 Kilogramm. Eine Liste aller wdk-zertifizierten Reifenmontiermaschinen ist online auf der Internetseite des wdk ab rufbar. tm Der unplattbare Autoreifen Foto: Bridgestone Mit dem neuen „DriveGuard“-Reifen von Bridge stone müssen sich Autofahrer keine Sorgen mehr bei einer Reifenpanne machen: Verstärkte Seitenwände tragen das Fahrzeuggewicht auch bei plötzlichem Druckverlust im Reifen. Dadurch behält der Fahrer die Kontrolle über das Auto und kann weitere 80 Kilometer mit bis zu 80 Kilometer pro Stunde weiterfahren – ausreichend, um den Reifen sicher zu wechseln oder zu reparieren. Die DriveGuard- Technologie basiert auf Hightech-Kühlrippen („Cooling Fins“) sowie stützenden, verstärkten und sehr strapazierfähigen Seitenwänden. Der Reifen bietet zudem eine hohe Sicherheit bei Nässe, viel Fahrkomfort und eine hohe Treibstoffeffizienz. Er besitzt das EU-Reifenlabel „A“ für die Nasshaftung und „C“ für Rollwiderstand. Er kann auf nahezu alle Pkw montiert werden, die mit oder ohne Reifendruckkontrollsystem (RDKS) ausgerüstet sind. Der Drive- Guard soll in Europa ab sofort erhältlich sein. Peu à peu sollen 19 Sommer- und elf Wintergrößen von 185/65 R15 bis 245/40 R18 auf den Markt gebracht werden. aj Automatisiertes Reifenhotel Im saisonalen Wechselgeschäft ist die Reifeneinlagerung ein wichtiger Bestandteil des Umsatzes. Viele Werkstätten und Autohäuser lagern die Reifen aus Kapazitätsoder Platzgründen aus. Kardex Remstar bietet hier eine automatisierte Lager- und Bereitstellungslösung, die Platz spart und vor allem das Reifenhandling vereinfachen soll. Das Umlauflagersystem Intermat von Intertex verspricht einen schnellen Warenzugriff und transportiert die eingelagerten Reifen auf Knopfdruck zur Person. Der Vorteil: kein Suchen, kurze Wege sowie eine rückenschonende Ein- und Auslagerung. Zudem lässt sich das System laut Hersteller flexibel an Raumverhältnisse anpassen, um so die komplette Höhe und Tiefe eines Raums oder auch verwinkelte Ecken für die Lagerung zu nutzen. Dabei werden die Reifen nach Kennzeichen und Fahrzeugidentifikationsnummer eingelagert. Nach dem Reifenwechsel lässt sich das Reifen-Set wieder am selben Platz verstauen. Über die Software sind sämtliche Informationen wie Datum der Ein- und Auslagerung sowie das Alter der Reifen ersichtlich. vg Foto: ATH-Heinl Foto: Kardex Remstar Jetzt mit Qualitätssiegel wdk ausgezeichnet: die ATH M72. 6 Räder&Reifen 01/2016

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MEIN ZIEL? DIE NÄCHSTE HERAUSFORDERUNG. Dunlop Reifen sind für echte Fahrer gemacht. Für alle, die an ihre Grenzen gehen. Die nie aufgeben. Und ganz besonders für alle, die die pure Leidenschaft des Fahrens genießen. SPORT MAXX RT 2 Rang 3 von 14

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NACHRICHTEN Essener Erlebniswelten Alle zwei Jahre lockt die Fachmesse „Reifen“ ins Ruhrgebiet. Vor allem mit ihrem breiten Ausstellungsspektrum – von der Produktion über den Handel bis zum Recycling – punktet das Branchentreffen beim internationalen Fachpublikum. Ende Mai ist es wieder so weit. Messe-Facts in Novum bei der „Reifen“: Aufgrund der großen Nachfrage spendiert die Messe Essen den Reifenherstellern in diesem Jahr mehr Platz. In Zahlen bedeutet das: 22.000 Quadrat meter, sprich zwei Hallen, und somit rund ein Drittel der kompletten Ausstellungsfläche. Laut der Messegesellschaft haben die 20 größten Pneuproduzenten ihr Kommen zugesagt und demnach einen Stand gebucht. Auf den übrigen zwei Dritteln informieren dann vier Tage lang – vom 24. bis 27. Mai – etwa Felgenhersteller, Händler und Werkstattausrüster über ihre Neuheiten Der Veranstalter rechnet in diesem Jahr mit rund 20.000 Entscheidern aus 130 Nationen. Fotos: Messe Essen und Dienstleistungen. Darunter einerseits Unternehmen wie Bosch, Rema Tip Top, ASE Corghi und Snap-on oder andererseits aus der Felgen-Fraktion Uniwheels, Ronal, BBS und Momo. Und die bekannte Leistungsschau baut ihren internationalen Charakter weiter aus. So rechnet die Messe Essen damit, dass bei der 2016er-Ausgabe drei von vier Ausstellern aus dem Ausland ins Ruhrgebiet reisen. Gleiches gilt auch für die prog nostizierten 20.000 Entscheider, die sich voraussichtlich aus 130 Nationen rekru tieren. Digitales Schnäppchen Autohaus- oder Werkstattchefs, die sich den einen oder anderen Euro sparen möchten und ihren Messebesuch schon fest im Smartphone-Kalender notiert haben, sollten über die Online-Registrierung nachdenken (siehe Infokasten). Egal, ob bei Tages-, Zweitages- oder Dauerkarte: Gegenüber der Vor-Ort-Registrierung lassen sich hier durch die Bank zehn Euro sparen. Die sind vor Ort gut in einen Snack und ein Getränk angelegt. pn Termin: 24. bis 27. Mai 2016 Ort: Messe Essen Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag 10.00 bis 18.00 Uhr Freitag 10.00 bis 16.00 Uhr Eintrittspreise: Online-Registrierung Tageskarte: 28 Euro Fachschüler: 14 Euro Zweitageskarte: 47 Euro Dauerkarte: 84 Euro Vor-Ort-Registrierung Tageskarte: 38 Euro Fachschüler: 24 Euro Zweitageskarte: 57 Euro Dauerkarte: 94 Euro Anreise: Mit dem Pkw über die Rhein-Ruhr- Autobahnen A52, A3, A40 und A42. Parkplätze gibt’s direkt an der Messe. Die Adresse fürs Navi: Norbertstraße 2, 45131 Essen. Mit der Bahn bis zum Hauptbahnhof Essen. Dort in die U-Bahn-Linie 11 um- und fünf Minuten später wieder aussteigen. Mit dem Flieger bis zum Flughafen Düsseldorf, der 20 Autominuten vom Essener Messegelände entfernt ist. Anreise mit dem Wohnmobil zu Parkplatz 2. Von dort geht es zu Fuß oder per Shuttle-Bus weiter. Internet: www.reifen-messe.de 8 Räder&Reifen 01/2016 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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Leicht schwere Reifen wechseln: Bosch TCE 4470 mit Ergo Control Ergo Control: Einfacher und schneller Reifenwechsel. Leicht und präzise lässt sich der Ergo Control Reifenabdrücker mit dem Abdrückhebel steuern. Die ergonomische Arbeitsposition erhöht dabei die Sicherheit für das Bedienpersonal. Mit der TCE 4470 werden auch große und schwierige Reifen sicher montiert. Sanftanlauffunktion zum Schutz von RDKS Assistenzsäule mit zwei Hilfsarmen und wdk-Kit Stabile Konstruktion durch G-Frame-Konzept Räder bis 28“ Außenspannung

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HANDEL Götterdämmerung Unwucht im Reifenmarkt: Rückrufe, Test-Schummeleien und rückläufiger Absatz beschäftigen die Branche. Zur Sommersaison soll es aufwärts gehen. Die Hersteller liefern dazu neue Produkte. Fotos: Continental, Dunlop, Goodyear, Michelin Sommerreifen-Neuheiten Saison 2016* Marke, Baureihe Serie Breite (mm) Durchmesser (Zoll) Speedindex Laufrichtung Asymmetrie Labelwerte (Bestwerte)** un hat es auch die Reifenbranche erwischt. Auf „Dieselgate“ folgt „Reifengate“. Mit dem Eingeständnis, mit speziell vorbereiteten Reifen Einfluss auf die Ergebnisse der Reifentests genommen zu haben, hat der finnische Hersteller Nokian seine Glaubwürdigkeit zumindest vorübergehend in Frage gestellt. Immerhin kam die Meldung vom Nokian-Präsident und CEO Ari Lehtoranta selbst, der gleichzeitig betont, dass nach den neuen internen Regeln für Testreifen jedes Planen oder Herstellen speziell für Reifentests präparierter Reifen verboten Auslegung Bridgestone DriveGuard 65 - 40 185 - 245 15 - 18 V - Y - - C/A/- Run-Flat, nur mit RDKS, alle in XL BF Goodrich Urban Terrain T/A BF Goodrich All-Terrain T/A K02 Continental SportContact 6 75 - 50 205 - 265 15 - 18 H, V - - C/C/2 Allwetterreifen für SUV und Crossover 85 - 70 215 - 285 15 - 18 S, R, Q - - E/A/2 Robuster Allrounder, Offroad, Allwetter 40 - 25 225 - 335 19 - 23 ZR, Y - x E/A/2 UHP, Super-Sportreifen Dunlop Sport Maxx RT 2 55 - 30 205 - 285 17 - 21 ZR - x C/A/1 UHP-Reifen Goodyear Eagle F1 Asymmetric 3 k.A. k.A. k.A. k.A. - x k.A. UHP-Reifen Hankook Ventus Prime3 65 - 40 185 - 245 15 - 18 H, V, W, Y - - k.A. HP-Komfort-Reifen Kleber Citilander 75 - 50 205 - 265 15 - 18 H, V - - C/C/2 SUV-Ganzjahresreifen Laufenn S FIT EQ k.A. k.A. 15 - 19 k.A. - - k.A. HP-Reifen Laufenn G FIT EQ k.A. k.A. 13 - 17 k.A. - - k.A. Touring-Reifen Laufenn X FIT Van k.A. k.A. 14 - 16 k.A. - - k.A. SUV- und Van-Reifen Michelin Pilot Sport 4 45 - 35 205 - 275 17 - 19 W, ZR (Y) - x C/A/2 UHP-Reifen, alle in XL Nokian eLine 2 k.A. k.A. 15 - 16 H, W - - A/A/- für Mittelklasse Nokian iLine k.A. k.A. 13 - 16 T, H - - k.A. Kleinwagen, Mittelklasse Yokohama Geolandar G056 75 - 50 215 - 285 15 - 20 S - V - - E/C/1 SUV-Reifen Vredestein Ultrac Satin k.A. k.A. 16 - 18 (später bis 20“) W, Y - - B/A/2 UHP-Reifen für Sportwagen und SUV *kein Anspruch auf Vollständigkeit **Rollwiderstand/Nasshaftung/Geräusch 10 Räder&Reifen 01/2016 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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HANDEL sei. Unklar ist weiterhin, welche Reifenmodelle betroffen sind, ebenso deren genaue Herkunft oder in welchen Reifentests sie zum Einsatz kamen. Seit Jahren kaufen große Testorganisationen im freien Handel, der ADAC beispielsweise bis zu 28 Sätze eines Modells aus verschiedenen Quellen, um solche Einflussnahmen auszuschließen. Nokian betont, dass die im Handel befindlichen und verkauften Reifen keine Qualitäts- oder Sicherheitsmängel aufweisen. Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk (BRV) wird das Thema Reifentests in den nächsten Sitzungen aufgreifen. Hoffen auf Wachstum 1,66 Millionen Autos nahmen 2015 an Rückrufen teil. Dagegen sind die Reifen- Rückrufe von Continental und Goodyear ein laues Lüftchen. Jeweils wenige Hundert Reifen waren aufgrund fehlerhafter Materialien für die Laufflächenmischung zurückgerufen und ersetzt worden. Laut BRV dürften alle betroffenen Reifen mittlerweile ausgetauscht sein. Und dann ist da noch das Wetter, das erneut dem Winterreifengeschäft einen Strich durch die Rechnung machte, nachdem schon der Sommer 2015 hinter den Erwartungen zurückblieb. Laut vorläufigen Marktdaten des BRV (Handel an Verbraucher) weist das Jahr 2015 insgesamt einen Rückgang von zwei Prozent im Pkw- Segment aus, davon im Sommer minus ein Prozent und im Winter minus 3,3 Prozent. Ganzjahresreifen haben weiter zugelegt, werden allerdings bei den Sommerreifen mit eingerechnet, sonst wäre das Ergebnis hier noch schlechter. Positiv einzig die Sparte der 4x4-oder SUV-Reifen mit plus 12,7 Prozent gesamt, davon 18,3 Prozent bei Sommerreifen inklusive Ganzjahresreifen und plus 7,5 Prozent im Wintersegment. Der Transporter- und Lkw-Bereich verzeichnet mit minus 1,9 Prozent gesamt ebenfalls einen Rückgang. Vorsichtig hofft der Verband für 2016 auf ein Wachstum autoservicepraxis.de | autohaus.de Supersportler­Trio: der Dunlop Sport Maxx RT 2, der Goodyear Eagle F1 Asymmetric 3 und der Michelin Pilot Sport 4. von rund zwei Prozent. Auch Michelin erwartet nach einem leichten Rückgang in 2015 für 2016 wieder steigende Absatzzahlen im Consumer-Segment (Pkw, 4x4 und Lkw), insbesondere bei SUV- und Reifen größer als 17 Zoll. Immer größere Dimensionen In Deutschland betrug der Anteil an den Handel verkaufter Reifen in 17 Zoll und größer 32,2 Prozent. Der Anteil dieser Dimensionen, die bereits ab Werk verbaut werden, nimmt weiter zu. In dieses Bild passt der neue Michelin Pilot Sport 4, der ab Frühjahr in den Handel kommt. Der in Aufbau, Profilgestaltung und Gummimischung weiterentwickelte UHP-Reifen soll bei herausragenden Leistungen auf trockener und nasser Fahrbahn (Labelwert A) gleichzeitig eine hohe Laufleistung bringen. Bereits seit Herbst 2015 am Markt ist der neue Continental SportContact 6. Er zielt auf das Supersport-Segment ab, wo er in 41 Dimensionen von 19 bis 23 Zoll angeboten wird. Dank „Black Chili“-Mischung für bessere Oberflächenverzahnung, abstützenden Profilblöcken für direktes Handling und einer neuen Aralon- 350- Faser für die Festigkeit eignet er sich für hochkarätige Sportwagen. Neue Sportler kommen auch von Dunlop und Goodyear. Mit dem Dunlop Sport Maxx RT 2 sowie dem Goodyear Eagle F1 Asymmetric 3 bringt der Konzern zwei UHP-Reifen für leistungsstarke Mittel- und Oberklassefahrzeuge mit verbesserten Grip-, Handling- und Bremsleistungen. Bridgestone bringt mit dem DriveGuard einen Runflat-Reifen, der nicht auf bestimmte Fahrzeuge beschränkt ist, sondern auf nahezu alle Pkw-Modelle mit RDKS montiert werden kann. Trotz verstärkter Seitenwand erreicht er ein „A“ für die Nasshaftung und ein „C“ im Rollwiderstand. Weitere Neuheiten, darunter die neue „Budget-Marke“ Laufenn aus dem Hankook-Konzern, finden Sie in der Übersichtstabelle. Dieter Väthröder Die RDKS-Lösungen nicht nur für das Lesen, Kopieren und Programmieren von RDKS-Sensoren. • Schnelles Auslesen der Sensor-ID • Anzeige von Sensor-Parametern • Kopieren von Sensor IDs • Schreiben von kopierten oder manuell eingegebenen Sensor-IDs • Autoscan von Universalsensoren • Optional mit Multimarkendiagnose • Kabellose Bluetooth ® Kommunikation mit TEXA Diagnosesystemen Axone S TPS texadeutschland.com/tps

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HANDEL Konsequent beraten Der Räder- und Reifenwechsel gilt als wichtige Ertragsstütze und sicherer Kundenkontakt – wäre da nicht die steigende Verbreitung von Ganzjahresreifen. Proaktive Beratung ist gefragt, um sich den saisonalen Wechsel zu sichern. Tiemo Emig, Geschäftsführer von RR-Team GmbH ie Räder-Wechsel-Saison ist für Auto häuser und Werkstätten nicht nur ein essenzielles Geschäftsfeld, sondern vor allem auch ein zweimal jährlich wiederkehrender Kundenkontakt. „Beim Räderwechsel prüfen Autohäuser und Werkstätten direkt auch Verschleißteile und generieren so zusätzliche Roherträge, auf die sie angewiesen sind“, weiß Tiemo Emig, Geschäftsführer von RR-Team GmbH. Fällt dieser Bereich durch die steigende Verbreitung von Ganzjahresreifen weg, gehen wertvolle Kundenkontakte und damit Zusatzaufträge verloren. „Konsequente Beratung ist die richtige Reaktion“, sagt Tiemo Emig. Schließlich sind Ganzjahresreifen immer nur ein Kompromiss. „In den meisten Fällen bin ich mit dem Ganzjahresreifen vermutlich gut unterwegs, aber in extremen Wettersituationen bei schneebedeckter Fahrbahn brauche ich in Notsituationen eine optimale Bremsleistung. Hier wird der Ganzjahresreifen den Winterreifen nie ersetzen können.“ Keine Kompromisse eingehen Konsequente Beratung ist das Wichtigste, um Kunden die Vorteile von Sommer- und Winterreifen aufzuzeigen. „Die Message lautet: Geht keine Kompromisse ein, sondern rüstet euer Fahrzeug optimal aus. Und optimal heißt, Winterreifen im Winter und Sommerreifen im Sommer“, so Tiemo Emig. Die milden Winter sowie die Kosten für Räder und Radwechsel führen gerade im Norden und in großen Städten zur steigenden Verbreitung von Ganzjahresreifen. Für Vielfahrer oder in bergigen Gebieten kommen Die Kunden proaktiv informieren und argumentativ überzeugen. Fotos: RR-Team, Fotolia.com/Karin & Uwe Annas Sicherheit & Performance „Sommer- und Winterreifen sind … … die optimale Ausrüstung für extreme, auch unvorhergesehene Wetterverhältnisse. … für die jeweiligen Straßenverhältnisse entwickelt, Ganzjahresreifen bleiben immer ein Kompromiss. … von den Herstellern in Kooperation mit der Reifenindustrie ausgiebig getestet und freigegeben. Ganzjahresreifen häufig nicht.“ sie nicht infrage. „Es gibt vorsichtige Schätzungen dazu. Bei einem Marktvolumen von 43 Millionen Pkw-Reifen, die jedes Jahr verkauft und verbaut werden, fallen circa zehn Prozent auf Ganzjahresreifen. Tendenz steigend“, erklärt Tiemo Emig. Auch die Reifenindustrie kommt verstärkt mit Ganzjahresreifen auf den Markt. „Inzwischen wird die All-Season-Option sogar schon ab Werk angeboten, das wird den Trend zusätzlich befeuern“, weiß Tiemo Emig. Zweischneidiges Schwert Diesen nicht unbedeutenden Marktanteil kann keiner völlig vernachlässigen. „Es ist ein zweischneidiges Schwert. Händler müssen mitmischen in dem Segment, da es wächst, aber ich würde den Trend nicht zusätzlich befeuern“, sagt Tiemo Emig. Werkstätten sollten das Thema proaktiv angehen und „Kunden zu Sommer- und Winterreifen beraten sowie beispielsweise Informationen und Testergebnisse im Verkaufs- oder Wartebereich auslegen.“ Valeska Gehrke 12 Räder&Reifen 01/2016 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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Be a Hero! Tretet auch als Klasse an und holt den Pokal an eure Schule! Tolle Preise im Wert von 15.000 €! * Mach mit und werde Auto Service Meister 2016! * Geldpreise für die Heroes, Spezial-Werkzeug, Motorsport-Events, Schulungen und Werksführungen, … Jetzt anmelden und einsteigen! Alle Infos unter: www.autoservicemeister.de Eine Initiative von Unterstützt von

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HANDEL Fotos: Screenshots asp, Hannes Brachat, Fotolia.com/Zentilia, Montage: Diane Laudien Aktives Management Das Kundenloyalisierungsinstrument aktives Sommer-Räder- und Reifen-Management (RRM) ist bestechend. Zwei besondere Schwerpunkte gilt es zu setzen: Reifen-Marketing und Reifen-Prozesse! OW! Die Reifen-Sommersaison ist eröffnet. Wer eine „Reife Leistung“ bringen will, wer dem Kunden zur „richtigen Spur“ verhelfen will, wer dafür sorgen möchte, dass dem „Kunden mit Sicherheit die Luft nicht ausgeht“, der sei ihm persönlich, vor Ort wie online ein guter „Rad-Geber“. Beim Sommerreifen dominieren als Vorteile: • sehr gutes Fahrverhalten bei nasser und trockener Straße • geringer Kraftstoffverbrauch gegenüber Winter- oder Ganzjahresreifen • geringer Verschleiß, vor allem bei hohen Geschwindigkeiten und Temperaturen WOW! Der Kunde kommt über den saisonalen Reifenwechselrhythmus zweimal pro Jahr ins Autohaus. Gewiss, ein ideales Kundenloyalisierungsmittel, zu dem die Branche Kompetenz in Sachen Service unter Beweis stellen kann. Außerdem ist jeder vierte verkaufte Reifen im Autohaus heute ein UHP- bzw. Runflat-Reifen, genannt Ultra High Performance (Hochgeschwindigkeits-) und/oder Runflat-Reifen. Runflat meint einen Reifen mit Pannenmobilität, der die Weiterfahrt nach dem Abbildung 1: Die klassischen Reifen- und Felgen-Marken Abbildung 2: Elektronische Reifenprofiltiefenmessung von MAHA Reifendefekt gewährleistet. Und 30 Prozent des Reifenvolumens vermarktet die Branche inzwischen mit ordentlicher Ertragsmasse als Kompletträder. Rücken wir einige zentrale Fragen zum RRM ins Zentrum: Wie wichtig ist das Reifengeschäft für das eigene Autohaus? Welche Bedeutung haben dabei eine bestimmte oder mehrere Reifenmarken? Wie treten wir nach außen, wie in der inneren Gestaltung, wie im Internet in Sachen Reifen auf? Wie gelingt es, dass nicht nur der Preis die Kaufentscheidung des Kunden ausmacht, sondern die Gesamtleistung? Wer sind im Autohaus die Räder-& Reifenverantwortlichen, die das „Reifenprofil“ für das Autohaus aktiv schärfen? Abbildung 1 zeigt die führenden Pkw- Reifen- und Felgen-Marken. Diese werden von ATU über den Reifen-Fach handel bis zu den Markenhändlern offline und online (!) angeboten. Unter markenprägenden Gesichtspunkten ist diese Vertriebsstrategie der Reifenhersteller nicht nachzuvollziehen. Mercedes-Benz – siehe Abbildung 6 – offeriert über seine Partner „Gutscheine von unseren Premium-Reifenpartnern“. Das reicht von einem Tankgutschein (Michelin) 14 Räder&Reifen 01/2016 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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HANDEL von 30 Euro bis zu einer Boxenstopp-Prämie (Dunlop) bis zu einer Service-Kostenerstattung (Pirelli) von 40 Euro, klar, beim Kauf von vier neuen Sommerreifen. RRM-Reifen-Marketing WOW! Das markante Reifen-Marketing spielt sich für den Handel inzwischen übers Netz ab. Man richte seine Blicke auf die „reinen“ Reifen-Börsen: • Reifen Discount • Pneus Online • Reifen Direkt • reifen com • popgom • tirendo & Co. Dagegen ist der Reifen-Auftritt der Automobilhersteller und ihrer Vertriebsorganisationen völlig unterbelichtet. Immerhin vermarktet eine Marke wie MB über seine deutschen Servicepartner pro Jahr 1,1 Mio. Stück Reifen. Unter den Reifen-Börsen sticht Tirendo hervor. Abbildung 4 zeigt beispielsweise das Sommerreifen-Angebot. Abbildung 3 dokumentiert, dass die Kunden bei Tirendo nicht nur die Reifen direkt ordern können, sondern über 12.000 Montagepartner in Deutschland montieren lassen können. Und da sollte sich jedes Autohaus entscheiden, dabei zu sein. Die Chance besteht darin, einen neuen Kunden zu gewinnen und über die Gesamtleistung im Autohaus zu loyalisieren. RRM-Prozesse WOW! Wer die Preise für den Reifenwechsel – 15 bis 25 Euro – analysiert, kommt zur Erkenntnis, dass sich das gemessen am zeitlichen Gesamtaufwand nicht rechnet. Bitte, bei aller Wertschätzung für den Kundenkontakt. Einige Betriebe konzentrieren daher das Reifen-Wechselgeschäft auf den letzten Boxenstopp vor dem Frühling, zeitversetzt an drei Samstagen. Also, Montage vom Band! Andere laden samstags zu einem „Reifenfrühstück“ ein und offerieren gar eine Reifennacht mit „Tyres in the night“, von 18 bis 22 Uhr. Das Abbildung 6: Rundum vorteilhaft, Mercedes-Benz sind durchaus gute Aktionen. Wer aber sein RRM auf einen zukunftsgerichteten Sockel stellen möchte, dem sei eine ISO- Zertifizierung seines Reifen-Geschäftes empfohlen, in der sämtliche Abläufe mit System durchgepflügt werden. Das beginnt bei der Reifen-Terminplanung des Kunden und reicht bis zur Frage, ob die Rädereinlagerung besser intern oder extern zu gestalten ist. Und das endet dann bei der Antwort, weshalb – wie in Holland – für die Altreifenentsorgung pro Reifen nicht 2 Euro in Rechnung gestellt werden. Die neuesten Dialog annahmen – Abbildung 2 MAHA – zeigen dem Kunden schon bei der Auffahrt auf die Bühne elektronisch das Reifenprofil seines Fahrzeuges an. Dies gelingt über eingebaute Kameras und den digitalen Bildschirm. Wenn das keine Kompetenz darstellt! Wenn das kein Vertrauen beim Kunden schafft! Online-Terminanmeldung WOW! Schauen wir, wie sich heute der Radwechsel online buchen lässt. Abbildung 7 zeigt den Aufruf von „pitstop“. Oder verfolgen wir das bei www.reiff.de, dann findet dort der Kunde die Offerte „24 Stunden- Online-Terminbuchung für ALLE!“ Es wird dann differenziert zwischen Radwechsel mit Kompletträdern – Dauer 30 Minuten – oder Radwechsel von losen Reifen – Dauer 50 Minuten. Und jetzt kommt’s: Abbildung 5 ermöglicht die exakte Angabe des Termins, Samstag 10 Uhr! Manche integrieren schon einen SMS- Reminder und kommen so an die Handynummer des Kunden! Es geht heute nicht mehr nur um die reine Bedarfsdeckung, sondern die Bedarfsweckung. Der Reifenwechsel ist das eine, zeitgleich sollte man Frühjahrscheck, Fahrzeugreinigung, Ölwechsel, Klimaservice, Smart-Repair, Achsvermessung, HU und AU, Sichtprüfung, Pannen-Set, Flüssigkeitsstände, Wischerblätter thematisieren. Aktuell führt die Branche den eCheck im Service, die papierlose Annahme, ein. Morgen Abbildung 7: Pit-stop Online-Terminbuchung Abbildung 3: Montagepartner von Tirendo Abbildung 4: Sommerreifen bei Tirendo Abbildung 5: Reiff-Online-Terminvereinbarung wird dort eine Checkliste enthalten sein, die systematisch die einzelnen Prüfpunkte aufzeigt. Eine großartige Perspektive! Fazit Gegenwärtig lassen 25 Prozent der Stammkunden eines Autohauses ihre Reifen im Räder-Hotel liegen. Das können morgen 30, übermorgen 35 Prozent sein. Wer mit Leidenschaft das Wunderwerk Reifen verkauft, der wird auch im Reifen- Verkauf offline wie online mit Ertragsfreude dabei sein! Prof. Hannes Brachat autoservicepraxis.de | autohaus.de Räder&Reifen 01/2016 15

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HANDEL Foto: Fotolia/vege Handel im Wandel Der Reifenhandel kommt am Internet schon lange nicht mehr vorbei. Die Bestellung von Reifen per Mausklick in einem Online-Marktplatz gehört für gewerbliche Kunden zum Alltag. Aber auch Privatkunden nutzen immer häufiger Webshops, wenn der Räderwechsel ansteht. eifen gibt es an jeder Ecke – oder im Internet. Der Online-Handel mit Pkw-Reifen ist nach wie vor ein Wachstumssegment. Immer mehr Reifen werden im Internet ausgesucht und bestellt. Das betrifft sowohl den B2B-Bereich, also den Handel mit gewerblichen Kunden, als auch den B2C-Bereich, der sich direkt an den Endverbraucher wendet, wenn er neue Pneus für sein Auto sucht. Im B2B-Bereich dominieren Reifen- Marktplätze die Landschaft, bei denen mehrere angeschlossene Großhändler ihre Produkte in einem Webshop anbieten. Der Betreiber des Webshops stellt hier vor allem die Infrastruktur für die Abwicklung des Geschäfts zur Verfügung und betreibt das Marketing. Vertragspartner sind aber Großhändler und geschäftlicher Kunde. Der Marktplatzbetreiber übernimmt daher auch keinerlei Haftung, wenn die vertraglichen Verpflichtungen des Verkäufers nicht erfüllt werden. Als Platzhirsch unter den B2B-Portalen gilt der Marktplatz Tyre24 des Webshopbetreibers Saitow AG. Mit über 2.000 angebundenen Lieferanten in ganz Europa haben gewerbliche Kunden Zugriff auf rund 250.000 verschiedene Reifenartikel online, über 5 Millionen Verschleißteilartikel und über 4 Millionen verschiedener Alufelgenartikel. Der Marktplatzbetreiber gilt als innovativ und hat unter anderem mit seinem TAB 1, einer eigenen Verkaufslösung auf Basis eines Tablet-Computers, den Verkaufsprozess im Autohaus im Fokus. Über das Tablet kann der Verkäufer zusammen mit dem Kunden direkt im Angebot von Tyre24 suchen, inklusive 3-D-Felgenkonfigurator. Das Angebot ist für angeschlossene Betriebe ab 29 Euro im Monat zu haben. Mit dem Lieferservice „Express now“ setzt der Reifenmarktplatz neue Standards bei Liefergeschwindigkeit. Vor allem in Ballungsräumen sollen die Schnelllieferungen innerhalb von 90 Minuten nach Bestellung dem Marktplatz zusätzliche Reifenkäufe per Mausklick sichern. Mit www.reifen-vor-ort.de bietet die Saitow AG zusätzlich einen Marktplatz, der sich als Bindeglied zwischen Einzelhandel und Endkunde versteht. Das Prinzip erklärt Tyre24-Chef Rolf Beissel folgendermaßen: „Reifen-vor-Ort ist für den Endkunden wie 16 Räder&Reifen 01/2016 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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HANDEL die Gelben Seiten plus Shopangebot.“ Privatkunden haben über das Preisvergleichsportal die Möglichkeit, Reifenhändler in ihrer Nähe nach Postleitzahl zu suchen. Angeschlossene Autohäuser oder Werkstätten können auf dem Portal selbst als Reifenhändler in Erscheinung treten und ihren Kunden unter Rückgriff auf die Infrastruktur des Marktplatzbetreibers Tyre24 das entsprechende Know-how signalisieren und den Räderwechsel vor Ort anbieten. Tyre24 lebt von der Umsatzprovision. Dabei besteht für den Einzelhändler kein Zwang, die Ware über Tyre24 zu beziehen. Das Konzept basiert auf einer Community von über 7.000 angeschlossenen Reifenhändlern. Webshops sprechen Privatkunden an Unter den B2C-Webshops ist reifendirekt. de die Nummer eins unter zahlreichen Angeboten im Netz. Hinter dem Webshop steht das Unternehmen Delticom, ein Pionier im Online-Verkauf von Reifen für Pkw, Lkw und Motorrädern. Das Unternehmen, das heute in 42 Ländern mit 163 Onlineshops tätig ist, erzielt einen Jahresumsatz von über 500 Millionen Euro – den Großteil in den Märkten der EU. Seit 2013 gehört auch der Webshop Tirendo zu Delticom. Der Online-Händler beliefert Kunden sowohl aus eigenen Lägern als auch aus den Lägern des Großhandels. Diese Reifen werden entweder direkt vom Lieferanten zum Kunden geliefert oder per Paketdienst im Auftrag von Delticom. Der Kun- Reifenwebshops B2C – Die Top 10 Webseite reifendirekt.de tirendo.de reifen.com haemmerling.de goodtires.de tyrexpert.de vergoelst.de reifendiscount.de reiff-reifen.de reifentiefpreis.de Anbieter Delticom AG Tirendo Deutschland GmbH (Delticom) Reifencom GmbH Hämmerling - The Tyre Company GmbH Scooter Autoservice GmbH RS Exclusiv Großhandel für Reifen, Räder & Autoteile GmbH Vergölst GmbH Reiff Reifen und Autotechnik GmbH Reiff Reifen und Autotechnik GmbH MD Tuning Der größte unter den Webshops für Privatkäufer zählt über 740.000 Bestandskunden, die wiederholt im Shop eingekauft haben. Auch die Reifenindustrie bedient Käufer im Internet. B2B-Marktplätze Webseite tyre24.de gettygo.de tyresinstock.de tyre100.de autoreifenonline.de dbv.eu reifenboerse.de tyresystem.de tyremotive.de reifen.de Anbieter Saitow AG Gettygo Tyres in Stock GmbH Camodo Automotive AG Delticom AG DBV Würzburg GmbH Allportal GmbH RSU GmbH Tyremotive GmbH TyresNET GmbH Bei den Marktplätzen für gewerbliche Käufer müssen sich Betriebe anmelden, teilweise werden auch monatliche Beiträge fällig. Jetzt -PremiumPartner werden und limitiertes EM-Retro-Trikot sichern! Bestellen Sie jetzt 20 €xklusivmarken- Reifen und sichern Sie sich Ihr EM-Trikot*: www.tyre1.com/EM Sie wollen mehr? Dann werden Sie tyre1-PremiumPartner und profitieren Sie von � preislicher und regionaler €xklusivität � umfassender VIP-Betreuung � erstklassiger Marketingunterstützung � kundenorientierten Rückgabe- und Umwandlungsregelungen � attraktiven Prämien Alle €xklusivmarken inkl. kostenloser Reifenversicherung! * Nur solange der Vorrat reicht. Abbildung ähnlich. Jetzt anrufen und informieren: 0800 − tyreone | 0800 − 8973663 | service@tyre1.com

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HANDEL de merkt von den unterschiedlichen Lieferwegen nichts, alle Produkte werden in den Shops gleich präsentiert. Die eigene Lagerhaltung in angemieteten Lagern ist wichtig, um Ware für die anstehende Saison verfügbar zu halten und jederzeit lieferbereit zu sein. Der Online-Spezialist stellt sich auf einen zunehmend härteren Wettbewerb im Reifengeschäft ein. Der Grund: Die Markteintrittsbarrieren werden dank zahlreich verfügbarer Shoplösungen laut Delticom immer niedriger. Reifenhändler und Werkstattketten bieten ihre Waren verstärkt auch über das Internet an, als Ergänzung des stationären Hauptgeschäfts. Insgesamt werde der Vertriebskanal Internet weiter an Bedeutung gewinnen. „WIR MACHEN NICHT DIE PREISE“ Wie funktioniert das Geschäftsmodell von Tyre24? Rolf Beissel: Wir betreiben den größten europäischen Online- Marktplatz für Reifen. Neben Reifen und Felgen haben wir inzwischen auch Verschleißteile und Werkstattzubehör im Sortiment. Wir stellen hohe Anforderungen an Lieferanten und Großhändler in Bezug auf Warenqualität, Logistik, die Liefergeschwindigkeit oder das Payment. So können wir dem Kunden eine hohe Qualität bieten. Wir besuchen jeden Kunden und Lieferanten in ganz Europa persönlich. Die Funktion als Marktplatz ist allerdings nur ein Teil unseres Geschäftsmodells. Über Schnittstellen und Shopsysteme bedienen wir noch etwa 2.000 sogenannte „White Label-Lösungen“. Rolf Beissel, Leiter des Geschäftsbereichs Tyre24 Der klassische Großhandel wirbt mit der guten Kundenbetreuung vor Ort. Der Online-Handel gilt dagegen als anonym. Ich habe es eben schon angeschnitten: Auch wir sind beim Kunden flächendeckend vor Ort. Das ist eines unserer Kennzeichen. Unser Vertriebsteam ist derzeit in Benelux, Frankreich, Italien, Polen, Österreich und selbstverständlich in Deutschland aktiv. Hier werden übrigens noch weitere Länder hinzukommen. Sie gelten als größter unter den Marktplätzen. Wie hoch ist Ihr Marktanteil konkret? Die Frage nach dem Marktanteil ist sehr schwer zu beantworten. Unser Umsatzvolumen bei Reifen könnten wir auf 1 Milliarde Euro beziffern. Aber wie beziffern wir den Gesamtmarkt? Das Marktgeschehen ist sehr komplex, deshalb kann niemand genau sagen, wie groß der Kuchen wirklich ist, und deshalb kann ich auch unseren Marktanteil nicht verlässlich beziffern. Ich schätze, dass wir unter Einbeziehung der oben genannten Schnittstellen direkt oder indirekt bei 50 Prozent der in Deutschland gehandelten Reifen in irgendeiner Form beteiligt sind. Das ist auch unser Ziel im Segment Verschleißteile. Was macht die Sache so kompliziert? Bis ein Reifen beim Endverbraucher ankommt, kann er bereits drei- bis viermal verkauft worden sein, auch länderübergreifend ins Ausland gelangt und am Ende wieder reimportiert worden sein. Auch wenn beispielsweise der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie (wdk) das gesamte deutsche Reifengeschäft inklusive Erstausrüstung auf ein Volumen von 4,235 Milliarden Euro schätzt, so melden doch längst nicht alle Anbieter ihre Zahlen – von Importen des Handels mal ganz abgesehen. Online-Marktplätze müssen sich den Vorwurf der Preistreiberei gefallen lassen. Sind Sie ein Preistreiber? Wir sind nicht so mächtig, dass wir die Preise bestimmen. Als Betreiber der Plattform greifen wir gar nicht in die Preisgestaltung ein und verkaufen selbst keinen einzigen Reifen. Und unsere Kunden unterliegen den Marktgesetzen von Angebot und Nachfrage, die die Preise bestimmen. Und hier ist die Situation so, dass die Reifenhersteller im Wettbewerb in eine Überproduktion geraten sind. Eines aber ist wichtig: Wir machen Preise transparent durch die Angabe von Nettopreisen und nicht durch KB-Preise, die durch Rabatte verschlüsselt sind. Experten schätzen, dass europaweit mindestens acht Prozent der Reifen online an den Endverbraucher verkauft wurden. Dabei ist der Anteil des Online-Kanals im Reifenhandel von Land zu Land unterschiedlich. In Deutschland lag der Anteil der im Internet verkauften Reifen bei elf Prozent (2014). Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk (BVR) sieht weiteres Potenzial: Bis 2020 könnte der Anteil online verkaufter Reifen auf 15 bis 20 Prozent steigen. Online zielt auf jüngere Käufer Die aktuelle Reifenstudie 2016 „So tickt der Reifenkunde“ in Auftrag von AUTOHAUS in Koperation mit Pirelli Deutschland, RR Team und Tyre & Wheel Systems hat das Einkaufsverhalten von Kunden untersucht, die angeben, Reparatur- und Wartungsarbeiten an ihrem Fahrzeug vornehmlich in einer Vertragswerkstatt durchführen zu lassen. Von diesen Vertragswerkstattkunden nutzt jeder zweite Reifenkäufer die Vertragswerkstatt auch zum Reifenkauf. Im Rahmen der Befragung wurden insgesamt 611 Interviews mit Kunden einer Vertragswerkstatt geführt. Rund ein Drittel (32 Prozent) dieser Kunden bedienen sich im freien Markt, 16 Prozent der Befragten gaben an, ihre neuen Pneus im Internet zu kaufen. Diese Kunden nutzen vor allem Reifenportale wie Reifen.com (7 Prozent) oder Reifen direkt (4 Prozent). Dagegen spielen allgemeine Verkaufsportale wie Ebay oder Amazon eine geringe Rolle. Und noch ein Befund der Umfrage: Es ist vor allem die jüngere Zielgruppe unter 30, die die Möglichkeiten des Online-Einkaufs nutzt. Starke Präsenz der Reifenindustrie Im Online-Reifenhandel haben sich die Reifenhersteller über ihre Ketten einen starken Einfluss im B2C-Geschäft gesichert, erklärt Antti Wolk, Berater bei Wolk After Sales Experts. Dies unterscheide den Reifenmarkt vom klassischen Ersatzteilemarkt. „Diesen Wettbewerbsvorteil nutzen die Reifenhersteller zur gezielten Führung der Kunden in die eigenen Werkstätten.“ Beispiel Vergölst: Über den Online- Reifenshop kann der private Käufer auch gleich einen Termin zum Räderwechsel bei einer passenden Vergölst-Filiale in der Umgebung vereinbaren. „Auf den Reifenhandel spezialisierte Webshops sind stark in der Kundenzuführung, selbst wenn sie keine eigenen Werkstätten haben“, erklärt 18 Räder&Reifen 01/2016 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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HANDEL Wolk, der unter anderem eine umfangreiche Studie zum Online-Geschäft im Kfz- Aftermarket erstellt hat. Großhändler bieten nicht nur die Lagerund Logistikfunktion, sondern agieren auf den Weltmärkten auch als Broker, um zeitlich versetzte Nachfragespitzen und regionale Unterschiede auszugleichen. Der Blick des Großhandels ist zwiespältig. Einerseits kommt kein Großhändler mehr am Vertriebsweg Internet vorbei, andererseits begibt man sich im Internethandel in ein „ruinöses Preissegment“, wie es ein Branchenkenner ausdrückt. Dies gilt vor allem für Lieferanten, die auf Marktplätzen anbieten, die dem Kunden privat oder geschäftlich volle Preistransparenz garantieren. Teuer lässt sich hier nur schwer verkaufen. Großhandel positioniert sich Großhändler wie Tyre1 (Reiff-Gruppe) suchen ihr Heil daher in zusätzlichen Services für die Geschäftskunden und eine möglichst enge Kundenbindung und teilweise in spezialisierten Produktsegmenten, die es woanders so nicht gibt. Direktanbindung der Kundenbetriebe übers Warenwirtschaftssystem, Marketingaktionen, Verkaufsunterstützung für den Einzelhandel und schnelle Lieferzeiten runden das Angebot ab. Tyre 1 ist durch den Zusammenschluss der vier Großhändler Reifen Krupp, Hanse Trading Reifenservice, Reifen und Räder und R.TEC hervorgegangen. Am Webshop im B2B-Bereich kommt auch die Reiff-Gruppe nicht vorbei: Im Internet betreibt sie vier Online-Shops für die vier eigenständigen Brands der Gruppe. Dahinter steht allerdings die gleiche Technologie. Zusätzlich verspricht eine technische Hotline schnelle Hilfe für gewerbliche Kunden. Zusätzlich adressiert die Reiff-Gruppe mit den Webshops reifendiscount.de und reiffreifen.de den Endkunden. autoservicepraxis.de | autohaus.de Wachstumspotenzial ist begrenzt Dass sich B2C- und B2B-Geschäft allzu sehr in die Quere kommen, glaubt Tyre24-Chef Rolf Beissel nicht: „Der Wettbewerb der B2C-Portale hält sich gegenüber dem B2B- Portal in Grenzen, zumal die Zahl der gelieferten Reifen begrenzt ist. Die Zahl der Kunden, die sich online informieren, um Kaufentscheidungen zu treffen, wächst dagegen brutal.“ E-Commerce-Pionier Delticom bricht bereits zu neuen Ufern auf und will künftig neben dem Reifengeschäft vor allem Internetservices im boomenden Lebensmittelbereich schaffen. Während man die Wachstumschancen im Online-Reifenhandel langfristig eher schwach einschätzt, sollen die Umsätze bei Online-Bestellungen von Lebensmitteln bis zum Jahr 2020 in Europa auf 20 Milliarden Euro wachsen (2016: 9,1 Milliarden Euro). Im Reifenhandel schätzt man das mögliche Marktwachstum in Europa auf höchstens 100 Millionen Euro pro Jahr auf 17,3 Milliarden bis 2020. Hinzu kommen skeptische Marktaussichten für den B2C-Bereich bei rückgängigen Verkaufszahlen. Dietmar Winkler Verkaufspavillons für Gebrauchtwagenplätze Günstig und variabel durch Systembauweise Repräsentativ, modern, hochwertig Optisch individuell gestaltbar Auf Wunsch inkl. Bauantrag Reifenlagerhallen & Reifencontainer & Reifenregale Günstig direkt vom Hersteller Inkl. kostenfreier Typenstatik Erdnagelbefestigung Reifenregale zu Top-Koditionen Werkstatthallen und Direktannahmen ab 30 m 2 Günstig + variabel durch Systembauweise Inkl. kostenfreier Typenstatik Kurze Lieferzeiten Auf Wunsch inkl. Bauantrag Über 500 Referenzen im Automobilbereich Hacobau GmbH · 31785 Hameln · Tel. 0 51 51- 80 98 76 · info@hacobau.de · www.hacobau.de ATH-Reifenmontiermaschinen jetzt WDK-zertifiziert ATH-Heinl ATH M92 ATH M72 + A34 ATH M52 + A34 • Neue verwindungssteife Konstruktion mit hochpräziser Laserschnittverarbeitung • Sehr widerstandsfähige Hammerschlag-Pulverbeschichtung WDK-fähig • Pneumatische Montagekopf-Spannung mit einstellbarer, automatischer vertikaler und horizontaler Felgenentfernung • Jetzt auch WDK-zertifiziert (nur in Verbindung mit optionalem WDK-Kit) Typ M92 M72+A34 M52+A34 Preis* € 7.436,- € 2.924,- € 1.995,- Preis WDK-Kit* € 525,- € 550,- € 550,- * Werkseitig montiert, steckerfertig geliefert. Alle Preise verstehen sich zzgl. Fracht und MwSt. ATH-Heinl GmbH & Co. KG | www.ath-heinl.de | Tel.: 09661 87764 00

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SERVICE Die Auto-Scholz-Gruppe hat ihren Hauptsitz im fränkischen Bamberg. Fotos: Dieter Väthröder, 4Wheels Kerngeschäft im Fokus Wenn im Räder- und Reifengeschäft aus Kapazitätsproblemen ein wirtschaftlicher Vorteil wird, hat oftmals 4Wheels seine Hände im Spiel. Die Auto-Scholz-Gruppe in Oberfranken setzt auf den Einlagerungsservice und kann so eigene Kapazitäten produktiver einsetzen. as Räder- und Reifengeschäft wird für Automobilbetriebe immer wichtiger. Das ist in der Branche nichts Neues und immer mehr Betriebe bieten ihren Kunden einen Einlagerungsservice an. Hauptargument ist dabei die Kundenbindung, denn so kommen die Fahrzeuge zweimal jährlich in die Werkstatt, was aufgrund langer Inspektionsintervalle, abnehmender Laufleistungen und steigender Zuverlässigkeit sonst kaum der Fall wäre. Demgegenüber steht ein hoher Aufwand rund um die Einlagerung im eigenen Betrieb, allem voran der ganzjährige Platzbedarf, aber auch notwendige Investitionen in Lagerregale und Maschinen sowie der Personalaufwand während der Wechselsaison, sodass letztendlich mit dem Einlagerungsservice selbst kaum Geld verdient wird. Der wirtschaftliche Nutzen liegt vielmehr in den während des Räderwechsels entdeckten Mängeln am Fahrzeug und den daraus resultierenden Werkstattaufträgen. Allerdings hängt der Erfolg auch von der Herangehensweise ab. Es gibt nach wie vor Betriebe, die den Einlagerungsservice in Eigenregie kostenlos oder zu einem eher symbolischen Dumpingpreis anbieten, Hauptsache die Kunden kommen ins Haus. Dies ist betriebswirtschaftlich fragwürdig, denn langfristig wird die Rechnung unter Einbeziehung der entstehenden internen Kosten nicht aufgehen. Doch auch wenn man einen externen Einlagerungsservice nutzt, sollte man sich über den Preis, den man vom Kunden verlangt, Gedanken machen. Ein Premium-Händler in der Großstadt kann sicher mehr verlangen als ein kleiner Betrieb auf dem Land, zumal die Nachfrage in der Stadt größer ist als auf dem Land, wo viele Autofahrer noch Platz für ihre Reifen haben. Qualität hat ihren Preis Die Auto-Scholz-Gruppe mit Hauptsitz in Bamberg vertritt mit sieben Betrieben auf der „Frankenachse“ von Höchstadt über Bamberg bis nach Bayreuth und Kulmbach die Marken Mercedes-Benz, Porsche, 20 Räder&Reifen 01/2016 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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SERVICE Volkswagen, Audi, Smart und Skoda. Vier der Betriebe, darunter die Mercedes-Benz- Vertretung in Bamberg, nutzen den Einlagerungsservice von 4Wheels. Hier trafen wir den für alle Betriebe verantwortlichen Gesamt-Serviceleiter Wolfgang Wich sowie seinen Assistenten Thomas Großmann, der gleichzeitig stellvertretender Werkstattleiter und Leiter der technischen Berufsausbildung im Hause ist. „Der Marke Mercedes-Benz haftet ja ein gewisses Hochpreis-Image an, wovon wir hier am Standort Bamberg mit hiesigen marktüblichen Preisen ein Stück weit abrücken wollen, weil wir uns trotz Stadtlage in einer ländlich geprägten Region befinden“, erklärt Wolfgang Wich. Die Räder werden nach Kundenterminen sortiert. autoservicepraxis.de | autohaus.de Reparaturen anbieten Trotzdem ist die Qualität sehr wichtig, und die hat nun mal ihren Preis, in diesem Fall rund 50 Euro pro Radsatz inklusive Reinigung, Wuchten und Radinspektion. „Gerade bei hochpreisigen und stark beanspruchten Reifen ist es wichtig, eine hohe Professionalität an den Tag zu legen“, fährt der Serviceleiter fort, „wenn wir das alles selbst machen wollten, braucht es entsprechendes Personal, Lagerkapazität, Maschinen und Geräte. Das ist aber nicht unser Kerngeschäft. Auf der einen Seite wird ohne Frage auch bei uns das Thema Räder und Reifen immer wichtiger. Doch wenn wir einen Dienstleister haben, der uns neben der Lagerung noch Arbeiten wie Überprüfen, Reinigen und Wuchten abnimmt, können wir uns intensiver um das Fahrzeug selbst kümmern. Vom Reifenwuchten für 25 Euro werde ich nicht reicher und nicht ärmer. Wenn ich aber beim Räderwechsel die Bremse, den Stabilisator oder defekte Achsmanschetten gründlich checken kann, kann ich dem Kunden Reparaturen anbieten, die mehr Erlös erwirtschaften als Wuchten und Montage.“ Thomas Großmann ergänzt: „Die Zeit, die wir früher für die Reifenverbringung vom und ins Lager oder das Auswuchten brauchten, setzen wir heute für einen intensiven, kostenlosen Fahrzeugcheck während des Räderwechsels ein. Gefundene Mängel, anstehende Termine für die Haupt- und Abgasuntersuchung oder saisonale Angebote führen zu 90 Prozent zu einem Werkstattauftrag und damit höherer Werkstattauslastung in der Folgezeit.“ Darüber hinaus entfallen auch zeitraubende „Nebenkriegsschauplätze“ wie etwa die Suche nach verschollenen Radsätzen. Der Zeitgewinn und die Konzentration auf das Kerngeschäft waren der Grund für die Entscheidung, die Einlagerung der insgesamt 1.500 Radsätze einem externen Dienstleister zu übergeben. Sicherheit geht vor Die Entscheidung für 4Wheels als Einlagerungsservice hat für Wolfgang Wich einen weiteren wichtigen Grund. „Wir nutzen generell das Full-Service-Paket von 4Wheels, das neben Reinigung und Wuchten der Räder auch eine Räderinspektion mittels 3D-Laser-Technologie anbietet. Damit stellen wir sicher, dass jeder Reifen auf eingefahrene Fremdkörper oder Karkassschäden untersucht wird. Dies ist insbesondere bei den komplexen Rad-/Reifenkombinationen unserer leistungsstar-

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SERVICE ken Modelle wichtig, um die Sicherheit für unsere Kunden zu gewährleisten“, betont der Serviceleiter, „das sind wir den Produkten der Marke Mercedes-Benz, den vielen sehr hochwertigen Rädern und der Sicherheit der Kunden einfach schuldig.“ Bei einer Eigenlösung ist dem Serviceleiter das Fehlerrisiko zu groß: „Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Ein Mitarbeiter, der täglich mit zig Reifen hantiert, hat schnell mal einen Reifenschaden übersehen. Das passiert der Maschine nicht.“ Reibungslose Abläufe Die im Rahmen der Räderinspektion angefertigten Prüfprotokolle dienen außerdem als Argumentationshilfe und steigern die Preisakzeptanz beim Kunden. Denn von dem seitens 4Wheels betriebenen Aufwand und den Abläufen im Hintergrund bekommt der Kunde nichts mit, auch weil die Wechseltermine zuverlässig eingehalten werden können. „Wenn wir bis 19 Uhr einen Radsatz bei 4Wheels anfordern, ist er bis spätestens 11 Uhr am Folgetag da – garantiert“, so Wolfgang Wich. Die Bestellung erfolgt dabei direkt aus dem Terminplanungsprogramm, wo in den Stammdaten die eingelagerten Räder aufgeführt sind und die Mitarbeiterin schon während der Terminvereinbarung die Anforderung an 4Wheels online versendet. „Das funktionierte bisher tadellos. Die Räder werden sogar in der Reihenfolge der Kundentermine auf den Rollregalen vorkonfiguriert. Unsere Mitarbeiter stellen nur den getauschten Radsatz mit dem Auftrag ins Regal zurück – fertig“, lobt Wolfgang Wich die unkomplizierten Abläufe. Risiko minimieren Der Serviceleiter sieht außerdem eine steigende Tendenz zur Rädereinlagerung. Die Räder werden immer größer und schwerer, vor allem im boomenden SUV-Bereich. Thomas Großmann (links, stellvertr. Werkstattleiter) und Gesamt-Serviceleiter Wolfgang Wich Der Einlagerungskunde braucht sich keine Gedanken zu machen über Platzbedarf oder schmutzige Räder. „Ein weiterer Aspekt, den viele Kunden vergessen, ist das Thema Ladungssicherung beim Eigentransport der Räder“, so Wolfgang Wich. Weiterer Vorteil für den Betrieb: Da die Räder nicht vor Ort gelagert werden, geht auch das Einbruchrisiko zurück. Die Anforderungen an ein Reifenlager sind seitens der Versicherungen enorm gestiegen und verursachen hohe Kosten, auch das entfällt. Bei 4Wheels sind die Räder hingegen automatisch mitversichert. Der Platz, den ein eigenes Reifenlager bräuchte, kann zudem anderweitig genutzt werden. Häufig führen Betriebe als Argument gegen eine externe Einlagerung auf, dass sie befürchten, die Kontrolle über das Geschäft mit Reifen und Rädern aus der Hand zu geben. Wolfgang Wich sieht das genau anders herum: „Wir haben stets Zugriff auf die Datenbank von 4Wheels. Dort sind die Räder, die einen Mangel haben, in Gelb oder Rot gekennzeichnet. So können wir rechtzeitig abgefahrene Reifen oder beschädigte Felgen selektieren und dem Kunden neue Reifen oder eine Felgenreparatur anbieten. Diese führen wir – im gesetzlich vorgegebenen Rahmen – in unserem eigenen LaKaZe durch und können 4Wheels bietet neben Wuchten und Reinigen eine Räderinspektion mit 3D-Laser-Technik. dem Kunden so einen Vollservice anbieten.“ Stellt 4Wheels einen gröberen Felgenschaden fest, etwa einen Taumel - schlag, der nicht mehr gewuchtet werden kann, wird das Rad ins Haus geholt und im Detail überprüft. Kundenakzeptanz Außerdem werden nicht nur Profiltiefen dokumentiert, sondern auch Laufflächenbilder, die auf einen Fahrwerksschaden schließen lassen. Das alles bringt nicht nur Folgeaufträge für die Werkstatt, sondern die Behandlung und Überprüfung der Reifen bei 4Wheels wird auch von den Kunden akzeptiert. „Unsere Kunden wissen, dass ihre Räder außer Haus gelagert werden, aber auch, dass sich ein Experte darum kümmert“, so Thomas Großmann. Mit der Einführung des externen Einlagerungsservice 2014 mussten zwar vereinzelt Kunden „angelernt“ werden, die mit den ersten Schneeflocken auf dem Hof standen und sofort Reifen gewechselt haben wollten, nach der ersten Saison wussten aber alle, dass eine Terminvereinbarung nötig ist. Und im Notfall? „In Einzelfällen“, erklärt Thomas Großmann, „etwa bei einem Reifenschaden, können wir aber auch selbst einen Radsatz aus dem Zentrallager von 4Wheels innerhalb kurzer Zeit abholen. Andernfalls bieten wir unsern Kunden immer eine unkomplizierte Mobilitäts lösung an.“ Dieter Väthröder 22 Räder&Reifen 01/2016 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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SERVICE Die besten Tipps zu RDKS Das Thema Reifendruckkontrollsysteme (RDKS) gewinnt weiter an Relevanz: Peu à peu kommen Fahrzeuge in die Werkstatt, die mit einem direkten oder indirekten System ausgestattet sind. Damit bei der Montage und Programmierung alles glattläuft, geben wir hilfreiche Tipps. eifendruckkontrollsysteme (RDKS) sind zwar schon seit dem 1. November 2014 Pflicht in Neufahrzeugen, kommen aber erst nach und nach in den freien Werkstätten an. Oftmals sind die Betriebe noch gar nicht auf die Technik vorbereitet, die einen deutlich höheren Aufwand beim Reifenwechsel bedeutet. Auch wenn das Thema sehr komplex ist, sollte man sich schon heute damit beschäftigen, denn es winken auch zusätzliche Erlöse. RDKS-Vielfalt: Direkt oder indirekt? Reifendruckkontrollsysteme lassen sich grob in direkte und indirekte Systeme unterteilen. Erstere sind deutlich einfacher, da hier im Regelfall keine zusätzliche Technik benötigt wird: Das ESP-System des Autos Fotos: Karin & Uwe Annas/fotolia, Huf Feingefühl: RDKS-Sensoren benötigen Spezialwerkzeug. registriert die Radumdrehungen und kann daraus Rückschlüsse auf den Luftdruck ziehen. Komplizierter sind dagegen direkte RDKS-Systeme. Dabei wird im Regelfall ein Sensor direkt am Ventil des Reifens befestigt, der per Funk mit dem Fahrzeug kommuniziert und den Luftdruck mitteilt. Es gibt vereinzelt auch Sensoren direkt im Reifen (z. B. VDO Redi) oder auf der Felge. Die Krux an der Sache: Jeder Fahrzeughersteller nutzt eigene Sensoren, die wiederum eigene Protokolle unterstützen. So kommen schnell hunderte verschiedener Sensoren zustande. Neben den OE-Sensoren der Hersteller gibt es aber auch Universalsensoren (beispielsweise von Schrader und Huf), die den gleichen Funktionsumfang bieten und eine Fahrzeugabdeckung von bis zu 90 Prozent haben. Trigger, Lowline oder Highline? Je nach Fahrzeughersteller lassen sich Sensoren auch noch nach den Varianten Trigger, Highline und Lowline unterscheiden. Trigger-Sensoren haben den geringsten Marktanteil und sind eher in hochpreisigen Marken wie Bentley zu finden. Ihr Vorteil: Der Anlernprozess geschieht automatisch über eine Probefahrt. Highline- Sensoren funktionieren ähnlich, jedoch muss hier neben einer Probefahrt ein bestimmter Menüpunkt im Bordcomputer aufgerufen werden. Auf dem Vormarsch sind hingegen Lowline-Sensoren, die über ein Programmier-Tool programmiert werden müssen. Da es sich um die günstigste Technik handelt, werden Lowline-Systeme wahrscheinlich den Markt weiter erobern. Lowline-Systeme zeigen oft auch nur das Unterschreiten des Reifendrucks mit einer RDKS-Symbol-Warnlampe im Auto an, während Highline- und Trigger-Systeme eine grafische Anzeige der Reifenposition und den jeweiligen Druck in bar anzeigen. Doch wie lässt sich ein RDKS-Sensor am Ventil erkennen? Früher waren Metall- 24 Räder&Reifen 01/2016 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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SERVICE ventile mit großen Überwurfmuttern ein sicherer Hinweis auf einen RDKS-Sensor. Die Hersteller bieten inzwischen aber auch Gummiventile an. Darüber hinaus gibt es unterschiedliche Befestigungsarten. Fährt das Fahrzeug schneller als 210 Kilometer pro Stunde, werden oft sogenannte Clamp-In-Ventile mit starrer Anbindung verwendet. Snap-In-Ventile sind hingegen spezielle Gummiventile, die über ein verlängertes Messingrohr verfügen. Um diese Ventile zu erkennen, gibt es einen Trick: Wird das Ventil in Richtung Felgenhorn gebogen, verrät sich ein dahinter befindlicher Sensor durch ein Klicken beim Berühren des Felgenbetts. RDKS-Diagnosegerät zur Hand? Ein wichtiger Helfer sind RDKS-Diagnosegeräte, die per Funk mit dem Sensor kommunizieren und sofort anzeigen, was für ein Modell verwendet wird. Das setzt natürlich voraus, dass die Batterie des Sensors und der Sensor selbst einwandfrei funktionieren. Moderne Programmiergeräte, beispielsweise von Alcar, VDO oder Universal-RDKS-Sensoren (im Bild von Huf) sind oft günstiger als OE-Sensoren. Würth, haben im Regelfall auch eine Datenbank hinterlegt, in der Autohersteller und Modelle aufgelistet sind. Dazu geben die Geräte Tipps, was für alternative Sensoren funktionieren und wie sich diese einrichten lassen. Die Geräte sind in der Lage, sowohl Sensoren anzulernen als auch vorprogrammierte Sensoren zu aktivieren. Eine hilfreiche Funktion ist auch das Klonen: Beim Wechsel von Winter- auf Sommerräder können die Daten der Sensoren einfach kopiert und auf andere übertragen werden. Wichtig für die Zukunftstauglichkeit der Geräte ist es, dass sie sich mit Software-Updates auf dem neuesten Stand halten lassen. Und im praktischen Arbeitsalltag sollte ein RDKS- Diagnosegerät auch mit einer Akkuladung den ganzen Tag durchhalten. Passendes Werkzeug parat? Muss ein RDKS-Sensor ausgetauscht oder ein neuer eingebaut werden, ist Spezialwerkzeug notwendig. Hersteller wie Hazet, Wera oder Würth haben entsprechende Werkzeugsets parat, die nahezu alle RDKS-Sensoren und -Ventile abdecken. Service-Kits mit Ventileinsätzen, Dichtungen, Kappen und Überwurfmuttern sind ebenfalls bei jeder Montage notwendig. Die Drehmomente sind dabei extrem niedrig und reichen von 0,2 bis 8,5 Newtonmeter. Vorsicht ist auch bei der Reifenmontage geboten, damit der Sensor nicht beschädigt wird. Alexander Junk DOTZ Revvo Farbe: bronze/poliert 7,5 x 17 | 8,0 x 18 | 8,0 x 19 | 8,5 x 19 9,5 x 19 | 8,5 x 20 | 9,5 x 20

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SERVICE RDKS-Service? Kein Problem! Seit dem 1. November 2014 müssen alle neu zugelassenen Fahrzeuge in der EU über ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS) verfügen. Für Werkstätten bedeutet dies eine neue Herausforderung bei der Diagnose der unterschiedlichen RDK-Systeme. Für Walter Mayer, Kfz-Mechaniker-Meister und Inhaber der Kfz-Werkstatt Auto Mayer KG, ist das TPM-Tool eine echte Arbeitserleichterung. Hält man das TPM-Tool neben das Sensor-Ventil, bekommt man alle Informationen zum RDKS. Foto: Hella Gutmann, Alligator, Continental, Huf RDK-Systeme sind ein weiterer Schritt zu mehr Sicherheit auf der Straße. Doch damit sie einwandfrei und zuverlässig funktionieren, sollten im Reifen integrierte Drucksensoren regelmäßig überprüft werden. Insbesondere die Batterien (Knopfzellen) müssen stets genügend Leistung haben, um die Funksignale mit den Druckdaten an eine spezielle Antenne am Fahrzeug übermitteln zu können. Doch bevor überhaupt eine Diagnose durchgeführt werden kann, muss der Mechaniker wissen, ob das Fahrzeug ein RDKS an Bord hat oder nicht – und wenn ja, welches? Denn wenn ein indirektes System verbaut ist, besteht kein weiterer Handlungsbedarf. Diese relativ einfach aufgebauten Systeme nutzen nämlich die Signale des ABS und ziehen daraus den Rückschluss auf den Luftdruck. Dahinter steht das Prinzip, dass bei geringerem Reifendruck der Reifenumfang abnimmt und das Rad dann schneller dreht. Weit verbreitet Da diese Messmethode quasi „narrensicher“ funktioniert und sehr günstig in der Produktion ist – es muss nur das ABS- Signal ausgewertet werden –, sind viele Modelle der Volkswagen-Gruppe, BMW mit Runflat-Reifen und Modelle in kleineren Fahrzeugsegmenten mit diesen Systemen ausgestattet. Jedoch haben sie zwei entscheidende Nachteile. Einerseits arbeiten sie nicht sehr genau und andererseits können sie Daten zum Reifendruckverlust nur verzögert liefern. Aus diesem Grund werden häufig direkt messende RDK-Systeme verbaut. Sie arbeiten sehr viel genauer, da die jeweiligen Reifendrücke von sendefähigen Sensoren gemessen werden, die entweder mit dem Reifenventilen gekoppelt sind, in die Lauffläche eingeklebt (VDO) oder (als heute eher seltene Nachrüstungslösung) mit einem Spannband auf der Felge fixiert werden. Je nach Funktionsprinzip senden die Sensoren die erfassten Daten entweder an je eine Antenne im Radhaus oder an eine zentrale Antenne, die sich meist in der Fahrzeugmitte befindet (Schrader). Unabhängig vom System ist jeder der vier Radsensoren mit einem individuellen Identitäts-Code (ID) programmiert und wird nach dem einmaligen Anlernen dieser ID im Steuergerät von diesem erkannt. Die zur Sendung der Informationen nötige Energie beziehen die heute gängigen Sensoren aus einer in ihrem Gehäuse integrierten Knopfzelle – und dies, obwohl schon vor rund 13 Jahren Patente zur induktiven Spannungsversorgung der Sensoren angemeldet wurden (Oberland Mangold). Schlecht für die Umwelt, gut für die Hersteller! Denn spätestens nach sieben Jahren muss man damit rechnen, dass die Batterien ihr Lebensende erreicht haben. Aber auch mechanische Beschädigungen können die Sensoren lahmlegen. „Wenn ein Kundenfahrzeug mit einem direkt messenden RDKS ausgestattet ist, prüfen wir die Funktion der Sensoren nicht nur beim Räder- oder Reifenwechsel, sondern 26 Räder&Reifen 01/2016 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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SERVICE grundsätzlich bei jedem Werkstattbesuch“, sagt Walter Mayer, Kfz-Mechaniker- Meister und Inhaber der Kfz-Werkstatt Auto Mayer KG in Aschau. „Es wäre sehr ärgerlich, wenn der Kunde sein Fahrzeug kurze Zeit nach einem Service wegen einer Fehlermeldung des RDKS noch einmal zu uns in die Werkstatt bringen müsste.“ Da die Knopfzellen in den Sensorgehäusen verschweißt sind, muss bei zu geringer Leistung stets der gesamte Sensor getauscht werden. Je nach Hersteller sind dann für einen einzelnen OE-Sensor mehr als 100 Euro fällig. Für das Fahrzeug kompatible, frei programmierbare Universalsensoren aus dem freien Ersatzteilhandel gibt es hingegen für circa 30 Euro/Stück. Sensoren richtig prüfen Der Preisunterschied macht deutlich, dass es sich lohnt, beim Reifenwechsel zu wissen, welche OE-Sensoren durch Universalsensoren ersetzt werden können. „Bei jedem Kundenfahrzeug mit direkt messendem RDKS, das zum Räder- oder Reifenwechsel in die Werkstatt kommt, gilt es daher zu prüfen, ob die Sensoren alle noch intakt sind und wie viel Restkapazität die Sensorbatterien haben“, sagt Mechatroniker-Meister Alexander Kley von der Kfz-Werkstatt Auto Mayer KG. „Wenn diese nicht mehr für eine Saison ausreicht, stellen sich weitere Fragen, wie zum Beispiel, welche Universalsensoren sind kompatibel? Können die IDs vorhandener Sensoren einfach kopiert oder müssen neue Sensor-IDs programmiert werden – und wie läuft der Anlern-Prozess im betreffenden Modell ab?“ Seit rund einem Jahr arbeitet das Werkstatt-Team Mayer deshalb mit einem kleinen Handheld-Gerät, dem TPM-Tool von Hella Gutmann Im Markt befinden sich zahlreiche alternative RDKS-Sensoren. Welche passen, darüber informiert das TPM-Tool. autoservicepraxis.de | autohaus.de (TPM: Tyre Pressure Management). Das Tool liefert alle Antworten, die für die Überprüfung oder das Ersetzen der RDKS- Sensoren notwendig sind. So können mit dem kleinen Diagnosegerät bereits vor der Arbeit am Fahrzeug unter dem Menüpunkt „Fahrzeugüberprüfung, Fahrzeuginformationen“ alle im Markt erhältlichen Sensoren herausgesucht werden, die für einen Wechsel in Frage kommen. Eine Alias-Liste zeigt hierbei die Teilenummern des OE-Sensors und der kompatiblen Universalsensoren. Des Weiteren erhält man Informationen über Service-Kits, Sensoren (zum Beispiel: Drehmomente), Position der OBD-Schnittstelle sowie Servicetipps (unter anderem über die RDKS-Kontrollanzeige oder häufige mechanische Fehler) zum ausgewählten Fahrzeug. Zur reinen Überprüfung der im Rad verbauten Sensoren wählt man im Hauptmenü den Punkt „Fahrzeug überprüfen > Herstellerauswahl“ und hält dabei gleichzeitig das TPM-Tool neben der Felge ans Ventil. Wird dann die Test-Taste (mit Funksymbol) gedrückt, erscheinen auf dem Bildschirm die Art des getesteten Sensors, der Zustand der Batterie, die Sensor-ID, die Temperatur und der Druck. „Zusätzlich ist es auch möglich, mit dem TPM-Tool im Steuergerät Fehlercodes auszulesen beziehungsweise zu löschen“, sagt Alexander Kley. „Hierzu muss im Menüpunkt ‚Fahrzeugüberprüfung‘ der Unterpunkt ‚Werkzeugkasten‘ angewählt werden.“ Dabei wird man automatisch zum ausgewählten Fahrzeug geführt und kann direkt mit der OBD-Diagnose beginnen. Das TPM-Tool erläutert die weitere Vorgehensweise, beginnend mit der Position der OBD-Schnittstelle, an die es angeschlossen wird, und der erforderlichen Stellung des Zündschlüssels, sowie alle weiteren Schritte. Eine wichtige Funktion, die besonders häufig benötigt wird, ist die Inbetriebnahme eines zweiten Rädersatzes (Winter/ Sommer). Handelt es sich um einen bestehenden Rädersatz mit bereits programmierten Sensoren, müssen diese nach dem saisonalen Räderwechsel lediglich im RDKS-Steuergerät des Fahrzeugs angelernt werden. Im Menü des TPM-Tools wird hierzu „Sensoren anlernen“ aufgerufen. Nach der „Herstellerauswahl“ und der Auswahl des richtigen Fahrzeugmodells wird man durch die herstellerspezifisch unterschiedlichen Schritte geführt.

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SERVICE RDKS-Prüfung mit TPM-Tool Im ersten Diagnose-Schritt kann mit dem TPM-Tool das RDKS im Fahrzeug überprüft werden. Über das Menü „Herstellerauswahl“ können fahrzeugspezifisch alle Informationen abgefragt und Diagnose- und Anlernprozesse gestartet werden. Das TPM-Tool liefert alle Informationen zu den verbauten OE-Sensoren. Nach den fahrzeugspezifischen Voreinstellungen kann der Anlernprozess gestartet werden. Frei programmierbare Sensoren können mit dem TPM-Tool programmiert werden. Während jeder Arbeitsphase des Reifen- oder Räderwechsels kann Mechatroniker-Meister Alexander Kley das TPM-Tool einsetzen und spezifische Informationen abfragen. Auch die Inbetriebnahme eines komplett neuen, zusätzlichen Radsatzes mit frei programmierbaren Universalsensoren ist möglich. Hierzu wird im Menü der Punkt „Sensoren programmieren“ aufgerufen. Nach der Auswahl des Herstellers und des richtige Fahrzeugtyps kann der neue Sensorentyp aus der angebotenen Liste selektiert werden. Hierauf folgt die Auswahl „Sensordaten löschen“ oder „Sensordaten programmieren“. Wird „Programmieren“ gewählt, kann im Anschluss den einzelnen Rädern ihr Platz am Fahrzeug zugeordnet und eine neue ID erstellt werden. Vorprogrammierte Sensoren Als Alternative zu nicht programmierten Universalsensoren bietet der Räder-/Reifen-Großhandel vorprogrammierte Universalsensoren an. „Obwohl das Programmieren mit dem TPM-Tool recht einfach ist, nutzen wir diesen Service sehr oft, denn er spart Zeit“, erzählt Alexander Kley. „Schon bei der Bestellung der Sensoren geben wir einfach die Fahrzeugdaten mit an und erhalten dann die Sensoren fertig programmiert mit einer für dieses Fahrzeug geeigneten ID.“ Diese Sensoren müssen nur noch aktiviert, sprich nach der Montage im Fahrzeugsteuergerät angelernt werden. Dazu wird im Menü des TPM-Tools „Sensoren anlernen“ nach der Herstellerauswahl das richtige Modell gewählt. Anschließend führt das Gerät Schritt für Schritt durch den Anlernprozess. Abhängig vom Hersteller werden die Sensoren hierbei entweder stationär, dynamisch (beim Fahren) oder über die OBD angelernt. Muss lediglich ein einzelner defekter Sensor ersetzt werden (OE und universal), lässt sich als Alternative zum Programmieren eines neuen Universalsensors mit einer neuen ID auch einfach die ID des defekten Sensors kopieren (klonen). „Der Vorteil ist, dass der neue Sensor einfach mit der bereits im Steuergerät bekannten ID versehen wird und somit erst gar nicht als neuer Sensor erkannt wird und angelernt werden muss“, weiß Alexander Kley. Der Kopierprozess ist sehr einfach gehalten: Im Ablauf des Menüs wird „Sensoren programmieren“ aufgerufen und nach der Auswahl des neuen Sensortyps „Sensoren lesen“ gewählt, um die IDs zu kopieren. Bei „ID kopieren“ fordert das Tool zum Scannen des defekten Sensors auf. Danach wird ein neuer, frei programmierbarer Sensor mit dessen ID überschrieben. Um die durchgeführten Arbeiten auch gegenüber den Kunden belegen zu können, verfügt das TPM-Tool über eine Dokumentationsfunktion. Die erhobenen Daten können dabei entweder auf dem Gerät oder nach Übertragung via Bluetooth oder USB auf einem PC verwaltet werden. Das TPM-Tool ist eine kompakte, günstige und leistungsstarke Lösung für Werkstätten, die mit unterschiedlichen RDKS verschiedener Marken und Hersteller klarkommen müssen. Damit dies auch zukünftig so bleibt, stellt Hella Gutmann nach einer einmaligen Registrierung regelmäßige Updates für das TPM-Tool zur Verfügung, die via WLAN auf die Geräte- Software übertragen werden können. Marcel Schoch 28 Räder&Reifen 01/2016 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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SERVICE Praxistipps Reifenservice Immer wieder kommt es beim saisonalen Reifenwechsel zu Schäden an Rädern und Reifen. In einer Checkliste stellen wir praktische Tipps vor, wie sich die größten Fehler im Alltag vermeiden lassen. Checkliste Rad-/Reifen-Kombination beachten Ein 08/15-Reifenwechsel wird immer seltener. Die Vielzahl unterschiedlicher Rad-/Reifen-Kombinationen erfordert eine angepasste Vorgehensweise an die jeweiligen Reifen und Felgen. Bei einem harten Runflat oder UHP-Reifen beispielsweise ist ein sorgfältigeres Arbeiten von Nöten, um den Reifenwulst nicht zu überdehnen. Richtige Reifentemperatur Der wdk empfiehlt eine optimale Reifentemperatur von 15 bis maximal 25 Grad. Denn je wärmer und damit weicher der Reifen ist, desto leichter lässt er sich montieren. Geschwindigkeit ist nicht alles Sorgfältiges Arbeiten zahlt sich aus. Wer die Montage Schritt für Schritt durchführt und Zubehörteile wie pneumatische Wulstniederdrücker oder mechanische Wulstklemmen auch nutzt, vermeidet zu viel Stress auf dem Wulst sowie Beschädigungen am Reifen. Einschmieren ist das A und O Nicht an der Reifenmontagepaste sparen – sorgfältig eingeschmierte Reifen gleiten besser in die Felge und werden so weniger leicht beschädigt. Schadenfrei abdrücken Abdrückschaufeln mit sogenannter Wegbegrenzung verhindern eine Beschädigung des Reifens oder der Felge. Der Abstandshalter begrenzt den Weg der Abdrückschaufel und wird entsprechend der Felgenbreite eingestellt. RDKS-Sensoren nicht beschädigen Bevor es losgeht, die Position möglicher Reifendruckkontrollsysteme prüfen und diese bei der Montage und Demontage nicht beschädigen. Auch sollten RDKS-Sensoren nicht mit Montagepaste zugeschmiert werden. „Kopf einschalten“ „Das Wichtigste ist: Erst denken und dann arbeiten. Je nach Rad-Reifen- Kombination muss ich eine leicht abgeänderte Prozedur anwenden und vielleicht sorgfältiger arbeiten. Der Ablauf nach Schema F ist nicht mehr gefragt.“ Bernhard Hoffmann, ASA-Fachbereichsleiter Reifendienst Auf der sicheren Seite Der wdk (Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V.) setzt sich für eine sichere Reifenmontage ein. Denn die wachsende Anzahl an UHP- und Runflat-Reifen führte auch zu veränderten Anforderungen. „Mit einer wdk-zertifizierten Maschine sind Werkstätten auf der sicheren Seite und haben alle Werkzeuge an der Hand, um jegliche Sorten von Reifen beschädigungsfrei zu montieren“, weiß Bernhard Hoffmann. Die Hersteller dieser Maschinen liefern auch eine wdk-Montage-Kurzanleitung mit. Zusätzlich sollte der Monteur eine spezielle Schulung besuchen. Informationen dazu gibt es beim wdk. Denn nur qualifizierte Mitarbeiter sind in der Lage, eine beschädigungsfreie Montage zu garantieren und mögliche Folgeschäden zu vermeiden. „Die wdk-Zertifizierung entspricht dem aktuellen Stand der Technik und Betriebe gehen so kein Risiko im Rahmen der Produkthaftung ein“, so Bernhard Hoffmann. Gerade im Bereich der Mitarbeiterqualifizierung sieht der Experte noch großen Nachholbedarf. vg Foto: ASA Verband Foto: Fotolia.com/seen autoservicepraxis.de | autohaus.de Räder&Reifen 01/2016 29

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PRODUKTE Multitalent Die neue elektrisch-pneumatische Reifenmontiermaschine TCE 4400-22 S40 von Bosch ist jetzt mit einem 22-Zoll-Drehteller ausgestattet. Zudem verfügt sie über zwei Drehgeschwindigkeiten, die über das Fußpedal steuerbar sind. Die Maschine mit kippbarer Montagesäule und Reifen abdrücker ist für die Montage von Reifen für Pkw und leichte Nfz geeignet. Das bewährte G-Frame-Konzept von Bosch sorgt für erhöhte Stabilität: Der Montagekopf bleibt exakt in Position. Die Foto: Haweka Mit Adleraugen „Was der Techniker nicht sieht, sieht un sere Geodyna“ – so der Slogan von Hoffmann, einer Marke von Snap-on Equipment. Dafür greift die Diagnose- Radauswuchtmaschine Geodyna 9000p auf moderne Lasertechnik zurück. Fünf CCD-Kameras scannen den Reifen und die Felge aus verschiedenen Perspektiven und erkennen so Defekte am Reifen: ob Flat Spots, Unwucht oder andere Schäden etwa an der Reifenseitenwand. Die Ergebnisse visualisiert die Diagnose- und Auswuchtmaschine auf einem Touchscreen. Das 3D-Radmodell hilft dem Techniker mögliche Schäden zu erkennen. Eine vormontierte Assistenzsäule TCE 330 mit zwei unabhängigen Druckpunkten kann getrennt angesteuert werden. Die wdk-zertifizierte TCE 440-22 S40 ist so für alle gängigen Reifengrößen (Felgenspannung 10 bis 22 Zoll) – ob Standard-, UHP oder Runflat – einsetzbar. Sie ist seit Dezember 2015 bestellbar, die ersten Auslieferungen erfolgten im Januar 2016. Robert Bosch GmbH www.bosch-tirechanger.com/de Für große Räder Die richtige Pflege ist wichtig – auch für Räder und Reifen, nicht nur für das Fahrzeug selbst. Die neue Radwaschmaschine Haweka 500 HP wurde speziell für große Reifen entwickelt. Räder mit einer Breite von bis zu 490 Millimetern sowie einem maximalen Durchmesser von bis zu 1.200 Millimetern finden in ihr Platz. Dabei benötigt die Haweka 500 HP nach einem einmaligen Aufheizvorgang laut Herstellerangaben weniger als fünf Minuten, um ein Rad zu waschen und zu trocknen. Zum Einsatz kommt eine Kombination aus Granulat und Waschflüssigkeit, die Farbgrafik zeigt den Zustand der Lauffläche, problematische Bereiche sind so schnell ersichtlich. Nach der Messung wählt die Geodyna 9000p das richtige Auswuchtprogramm und zeigt dem Anwender auf dem Bildschirm, wie das Rad ausgewuchtet werden muss, um Laufruhe zu erreichen. Für ein bestmögliches Fahrverhalten ordnet die optionale Funktion OptiLine zudem jedes Rad einer bestimmten Position am Fahrzeug zu. Snap-on Equipment GmbH www.hofmann-deutschland.com Foto: Bosch Wassertemperatur beträgt maximal 50 Grad Celsius. Eine Sicherungssperre sorgt dafür, dass das Wasser nicht überhitzt. Der Anwender profitiert von einer pneumatischen Hebeanlage, die das Heben des Rads in die Radwaschmaschine übernimmt. Auch in Sachen Lärm soll die Haweka 500 HP besonders schonend sein. Dank doppelter Lärmisolierung sowie Anti-Vibrations-Gummifüßen beträgt der Lärm pegel laut Hersteller nur 86 Dezibel. HAWEKA Werkstatt-Technik Glauchau GmbH www.haweka-glauchau.de Foto: Snap-on Equipment 30 Räder&Reifen 01/2016 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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PRODUKTE PERFORMANCE SENSORS Schnell & klein Besonders platzsparend und noch schneller – das unterscheidet die neue Revolution TCR1S von ihrem Vorgänger- Modell. Statt wie bisher 3,1, benötigt die neue Revolution von Hunter jetzt nur noch 2,2 Quadratmeter. Der Grund: Die Bedienkonsole ist direkt an der Maschine befestigt. Das spart wertvollen Platz in der Werkstatt. Ansonsten weist die vollautomatische Reifenmontiermaschine alle Vorteile ihres Vorgängers auf. Alle Rad-Reifen-Kombinationen werden vollautomatisch ohne Montagehebel montiert. Die Maschine speichert beispielsweise auch die Position von RDKS-Sensoren und verhindert so, dass diese beschädigt werden. Der Anwender steuert die Revolution über ein Fußpedal. Hält er das Pedal gedrückt, läuft der Vorgang automatisch durch, lässt er das Pedal los, wird der Vorgang gestoppt. Alle Arbeitsschritte werden zudem auf dem Touchscreen-Display – welches sich jetzt direkt an der Maschine befindet – übersichtlich angezeigt. Ein Radlift unterstützt den Anwender zusätzlich im Handling und hebt den Reifen direkt in die richtige Arbeitsposition. Die Revolution TCR1S stellt Hunter im Mai auf der „Reifen“ in Essen vor. Schraders neuester programmierbarer RDKS Sensor Erster Sensor mit der Fähigkeit 100% aller Fahrzeuge abzudecken Unterstützt zu 100% die positionsabhängige Druckwertanzeige im Fahrzeug Erfüllt OEM Anforderungen zu 100% Clamp-in starrer Winkel Hunter Deutschland GmbH http://de.hunter.com autoservicepraxis.de | autohaus.de Foto: Hunter Snap-in Schrader International GmbH Gewerbepark 15 85250 Altomünster, DE E-mail: aftermarket@schrader.co.uk tpmseuroshop.de sensata.com The World Depends on Sensors and Controls Clamp-in variabler Winkel

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SERVICE Das hat sich gewaschen Immer häufiger wird im Rahmen der Einlagerung auch eine Radwäsche gewünscht. Zur maschinellen Wäsche sind verschiedene Systeme mit unterschiedlichen Philosophien am Markt. Eine Übersicht über die gängigsten Radwaschmaschinen. Fotos: Dieter Väthröder, Herkules Hebetechnik, Haweka, Tiresonic, Performtec ls unser Mitarbeiter für die Aufbereitung in den Vorruhestand ging, hatten wir niemanden mehr, der die Kundenräder mit der Hand wusch. Es musste eine Maschine her“, erzählt Karl Heinz Moser vom gleichnamigen Renault- Autohaus in Deggendorf. Bis letztes Jahr wurden die Kundenräder manuell gereinigt, seit dieser Saison erledigt dies eine Maschine. Auch im Autohaus Raith in Nörten-Hardenberg wurden bis vor einem Jahr die Kundenräder per Hand gewaschen. Serviceleiter Andreas Schenke: „Die Kunden verlangen immer häufiger die Radwäsche, das war manuell nicht mehr zu bewältigen.“ Also entschloss man sich auch hier zur Anschaffung einer Radwaschmaschine. Viele Betriebe lagern auch generell nur gewaschene Räder ein, was durchaus sinnvoll ist. Vor allem die Felgeninnenseiten sind häufig mit Bremsstaub, Ölen und Fetten verschmutzt, da auch die beste Autowaschanlage Felgen 32 Räder&Reifen 01/2016 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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SERVICE nur von außen reinigt. Das ist nicht nur für den Mechaniker beim Radwechsel unangenehm, sondern der Schmutz wird auch ins Reifenlager getragen, wo er sich als Feinstaub auf allen Oberflächen niederschlägt. Bei Winterrädern kommt noch aggressives Salz dazu, das sowohl die Felgen als auch die Lagerregale angreift. Wer die Wahl hat Doch mit der Entscheidung für eine maschinelle Lösung beginnt die Qual der Wahl. Jeder Anbieter vertritt eine eigene Philosophie, wie die Räder am effektivsten zu reinigen sind, und jeder Anwender hat seine Vorlieben bezüglich Handling, Wasserverbrauch oder Chemieeinsatz. Für Sebastian Wehren, Geschäftsführer von WIS – Wheels in Stock, einem Dienstleister für externe Rädereinlagerung – war neben dem Durchsatz auch die Ökologie wichtig: „Wir wollten ein System mit geschlossenem Wasserkreislauf und ohne Chemie, aus Umwelt- und Kostengründen.“ Bereits 1999 testete man als Pilotbetrieb die ersten Radwäscher von Drester, die über die Herkules Hebetechnik GmbH vertrieben werden. Heute laufen sieben Maschinen in drei Niederlassungen und waschen pro Saison tausende Radsätze. Trotz der überdurchschnittlichen Belastung laufen die Maschinen problemlos, von einigen Verschleißteilen abgesehen, „was aber dem extrem hohen Durchsatz pro Saison geschuldet ist“, so Wehren. „Neben den geringen Betriebskosten war für uns natürlich der Durchsatz wichtig, autoservicepraxis.de | autohaus.de allein am Standort Elsenfeld werden pro Saison rund 4.500 Radsätze gewaschen. Dazu haben wir zwei Maschinen, die dank der halbautomatischen Zuführung von einem Mitarbeiter bedient werden können“, erklärt er. Spezielle Transportwagen werden mit jeweils einem Radsatz bestückt und an die Maschine angedockt. Die holt sich automatisch jedes Rad in die Waschkammer, gibt es nach dem Waschen zurück auf den Wagen, rückt ihn eine Position weiter und holt sich das nächste Rad. Warm oder kalt Die Drester-Maschinen arbeiten mit einer Granulat-/Wasserreinigung ohne Chemie, sind standortunabhängig (kein Wasseranschluss) und verfügen über vier Waschprogramme von 30 bis 120 Sekunden pro Rad. Räder bis zu 350 Millimeter Breite und 800 Millimeter Durchmesser passen in die Maschine vom Typ W-750. Das geschlossene System muss nach rund 300 Waschdurchgängen gereinigt werden, wobei durch Sedimentation Wasser und Schmutz getrennt werden. Nach der Wäsche wird Die Maschinen von Haweka nutzen neben Wasser und Granulat auch eine Reinigungschemie. Wasser und Granulat per Druckluft vom Rad geblasen. Ein ebenfalls geschlossenes System, das allerdings neben Wasser und Granulat noch eine Reinigungschemie einsetzt, kommt bei den Maschinen von Haweka zum Einsatz. Zusätzlich kann das Wasser Die Drester W-750 von Herkules Hebetechnik GmbH Qualität ist kein Zufall! Einziges B2B-Reifenportal mit TÜV SÜD-Zertifikat. Mit geprüfter Qualität, Sicherheit und Transparenz ist www.tyresystem.de in hohem Maße vertrauenswürdig. Zitat aus dem s@fer-shopping-Zertifikat des TÜV SÜD ☎ 07122 / 825 93 -40 RSU GmbH · vertrieb@tyresystem.de

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SERVICE auf 50 Grad Celsius aufgeheizt werden, was die Reinigungszeit verkürzt, falls mehr Durchsatz gewünscht ist. Serviceleiter Andreas Schenke: „Wir waschen 220 Radsätze pro Saison mit der Maschine. Reinigungsleistung und Durchsatz sind sehr gut, die Betriebskosten sind überschaubar.“ Zur Reinigung wird auch hier das Granulat aufgefangen und das Wasser ausgetauscht. Das Topmodell Haweka 3600HP verfügt zusätzlich über ein Trocknungsgebläse. „Bei uns werden alle Räder nach der Wäsche mit einem Microfasertuch einmal kurz nachgewischt, um letzte Tropfen und eventuell je nach Wasserverschmutzung einen leichten Grauschleier zu entfernen.“ Hochdruck gegen Bremsstaub Einen anderen Ansatz verfolgt Performtec mit der Kombination von Chemie und Hochdruck, laut Hersteller die einzig wirksame Methode gegen eingebrannten Bremsstaub. Dabei wird das Rad in der Maschine zunächst mit einem Felgenreiniger behandelt, anschließend folgt die Reinigung mit Hochdruck und frischem Wasser, das über einen Wasseranschluss für jeden Waschvorgang zugeführt wird. Der Wasserverbrauch schlägt sich kostenseitig laut Hersteller mit nur 0,08 Euro pro Rad nieder, dafür entfällt der Aufwand für den turnusmäßigen Wasseraustausch. Performtec bietet Maschinen in modularer Bauweise für ein oder zwei Räder sowie die Big-Wheel-Maschine für vier Räder an. Georg Gross senior, Geschäftsführer im gleichnamigen Volvo-Autohaus in Kirchheim, betreibt seit vielen Jahren eine Einzelradmaschine: „Wir waschen pro Saison rund 400 Radsätze, die Maschine läuft problemlos, mit der Reinigungsleistung sind wir sehr zufrieden.“ Ganz ohne mechanische Einwirkung arbeiten die Radwäscher von Tiresonic. Ein Radlift hebt die Räder in ein Warmwasserbecken, wo die Reinigung mittels Ultraschall und Beigabe einer biologisch abbaubaren Reinigungslösung erfolgt. Karl Heinz Moser hat die Maschine seit einer Saison im Einsatz: „Ein Händlerkollege hat die Maschine seit zwei Jahren im Einsatz und ist davon überzeugt. Nachdem ich mir andere Systeme angeschaut habe, fiel auch mein Entschluss. Tiresonic ist zwar die teuerste Lösung, aber die einzige, die mich überzeugt hat.“ Schnelle Amortisation Apropos teuer: Die Investition in eine Radwaschmaschine ist nicht unerheblich, denn je nach Hersteller und Modell werden Preise zwischen rund 7.000 und 15.000 Euro fällig. Dennoch: Im Vergleich zur Handwäsche unter Einbeziehung von Personalkosten, Chemie- und Wasserverbrauch rechnet sich die Anschaffung nach wenigen Jahren. Man sollte allerdings die Investition und deren Rentabilität ins Verhältnis zur Zahl der eingelagerten Räder setzen. Dieter Väthröder Performtec setzt auf Hochdruck, um eingebrannten Bremsstaub sicher zu entfernen. Tiresonic nutzt Ultraschall und eine biologisch abbaubare Reinigungslösung. 34 Räder&Reifen 01/2016 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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FÜR IHN GIBT ES NUR EIN ACCESSOIRE: IHR LIEBLINGSFAHRZEUG. (FAHRZEUG NICHT INBEGRIFFEN.) PIRELLI PRÄSENTIERT DEN NEUEN P ZERO™ REIFEN. P ZERO™. Maßgeschneiderte Performance seit 1986. Seit mehr als 30 Jahren statten die wichtigsten Automobilhersteller weltweit ihre besten Fahrzeuge mit dem P ZERO™ aus. Diese Tatsache sowie die technische Expertise und die Spitzentechnologie von Pirelli führten zur Entwicklung des neuen P ZERO™. Der maßgefertigte Reifen für Fahrzeuge einer neuen Generation wurde entwickelt, um Ihnen ein noch breiteres Spektrum an Emotionen erlebbar zu machen. Maßgeschneiderte Performance heißt P ZERO™. Erfahren Sie mehr auf pirelli.de.

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SERVICE Vier Operationssäle Die Jura-Reifenservice GmbH in Neumarkt positioniert sich klar als Premium-Fachbetrieb. Nicht ohne Grund – wie Ausstattung, Service, Qualifizierung der Mitarbeiter sowie der eigene Qualitätsanspruch zeigen. Fotos: Valeska Gehrke air, schnell und zuverlässig. Wir schicken keinen Kunden wieder weg, das ist unser Motto“, erklärt Rainer Frauenschläger von der Jura-Reifenservice GmbH in Neumarkt in der Oberpfalz. In vier Operationssälen, wie er es nennt, kommen in der Wechselsaison die Fahrzeuge im 30-Minuten-Takt in die Halle. Zwei Arbeitsplätze sind für vorgebuchte Termine reserviert. Die anderen beiden stehen für Laufkundschaft zur Verfügung. Nach einem einfachen Nummernkreislauf kommen die Fahrzeuge an die Reihe. So muss kein Kunde sein Auto unverrichteter Dinge wieder mitnehmen, aber je nach Andrang etwas Zeit mitbringen. „Für die Wartezeit stellen wir Zeitungen, Kaffee und etwas zum Naschen bereit. Wenn ein paar Kunden zusammensitzen, ergeben sich schnell interessante Gespräche“, erzählt Georg Frauenschläger, der für die Werkstatt zuständig ist. Jeder der vier Umsteck-Plätze ist vollständig ausgestattet und besteht aus einer Hebebühne, einer Montier- und einer Wuchtmaschine. Auch notwendiges Werkzeug und Zubehör wie Gewichte – nach Farbe und Größe sortiert – oder RDKS-Sensoren liegen griffbereit in Reichweite. Hoher Anspruch „Wir bekommen viele Premium-Fahrzeuge in die Werkstatt und legen daher großen Wert auf Sauberkeit und Ordnung“, so Georg Frauenschläger. Einerseits mache das einen besseren Eindruck beim Kunden, der jederzeit mit an den Arbeitsplatz kommen könne, und andererseits erleichtere es den Monteuren die Arbeit. „Und wenn Die Arbeitsplätze sind mit je einer Montageund einer Auswuchtmaschine ausgestattet. der Monteur glücklich ist, sind wir es auch“, fügt sein Bruder Rainer, der den Innendienst verantwortet, hinzu. In dem Familienbetrieb – neben den beiden Brüdern Rainer und Georg ist auch Senior Willi Frauenschläger noch in der Geschäftsleitung – spielen Unternehmensklima und Teamgeist eine große Rolle. „Man muss mit dem Herz dabei sein und das sind wir“, sagt Georg Frauenschläger begeistert. Insgesamt zwölf Mitarbeiter sind bei Jura-Reifenservice tätig: sechs in der Werkstatt, zwei im Büro plus die vier Familienmitglieder. Denn neben den Söhnen und dem Senior hilft auch die Seniorchefin im Büro noch mit. „Unsere Eltern haben das Unternehmen 1974 gegründet und zu dem gemacht, was es heute ist“, weiß Georg Frauenschläger. Zudem profitiere man von der Verbundgruppe Point-S. „Die Einkaufsgemeinschaft unterstützt uns im Bereich EDV, Werbung oder hinsichtlich der Einkaufskonditionen. Ohne diese Bausteine könnten wir allein gar nicht mehr existieren“, ist Rainer Frauenschläger überzeugt. Denn in den letzten zehn Jahren habe sich viel Seit über zehn Jahren mit Herzblut dabei: Georg Frauenschläger von Jura-Reifenservice 36 Räder&Reifen 01/2016 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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SERVICE Eingespielter Familienbetrieb: Senior Willi (Mitte) mit den beiden Söhnen Rainer (l.) und Georg Frauenschläger Bei Jura-Reifenservice eine Selbstverständlichkeit: Alle eingelagerten Kundenräder werden vor dem Wechsel gewaschen und gereinigt. getan, „der Markt schläft nicht“. Gerade dem Verkauf von Pkw-Reifen über das Internet stehen die Brüder eher kritisch gegenüber. „Die Onlinevermarktung macht bei uns nur einen ganz kleinen Anteil aus. Der Wettbewerb ist zu groß und die Margen zu gering. Wir verkaufen unsere Reifen lieber im Hofgeschäft. Dann steht unsere Dienstleistung im Vordergrund und wir können unsere Kunden zufrieden stellen. Diese Nähe ist uns wichtig und schafft Vertrauen“, so Rainer Frauenschläger. Spezialisierung Lkw In den letzten Jahren hat das Unternehmen sein Geschäftsfeld zunehmend erweitert. „Wir haben uns auch auf Bereiche spezialisiert, in denen die Beratung noch intensiver ist, von Zweirad, Ackerschlepper und Lkw bis Industrie-, Stapler- und EM- Reifen“, erklärt Rainer Frauenschläger. Als Vollsortimenter fehlt es Jura-Reifenservice so nie an Arbeit. Und auch im Kfz-Service, ob Fahrwerktieferlegung, Vermessung oder Klimaservice, kommen zusätzliche Aufträge rein. So kann selbst die „saure Gurkenzeit“, wie Georg Frauenschläger die Monate Januar und Februar schmunzelnd nennt, leicht überbrückt werden. Zu Beginn des Jahres sind die Monteure zudem damit beschäftigt, alle 1.000 eingelagerten Kundenräder zu waschen und zu reinigen – das gehört bei Jura zum Kundenservice dazu. autoservicepraxis.de | autohaus.de Am Puls der Zeit Durch Entwicklungen wie UHP- und Runflat-Reifen oder die Verbreitung von RDKS sind Montagearbeiten nicht einfacher geworden. Hier setzt Jura auf qualifiziertes Personal und den neuesten Stand der Technik: „Moderne Maschinen erleichtern den Monteuren beispielsweise mit Zusatzhebeln die Arbeit. Aber man muss die Maschinen auch richtig bedienen können“, weiß Georg Frauenschläger. „Unsere Mitarbeiter haben daher je nach ihrem Aufgabengebiet alle relevanten wdk- Schulungen für Runflat-, UHP-, Lkw- oder Motorrad-Reifen besucht“, erklärt Georg Frauenschläger, selbst Kfz-Meister. Im Bereich Montage und Wuchten vertraut Jura von Beginn an auf Hofmann- Maschinen von Snap-on Equipment. „Seit mein Vater die Firma 1974 gegründet hat, haben wir Hofmann-Maschinen im Einsatz. Wir haben einmal einen anderen Hersteller ausprobiert, waren aber nicht zufrieden“, erinnert sich Georg Frauenschläger. Doch nicht nur die Qualität überzeugt, auch der Service ist entscheidend: „Meistens geht eine Maschine genau dann kaputt, wenn man sie am meisten braucht, in der Hochsaison“, weiß Georg Frauenschläger. Ein Anruf genügt, und der Ansprechpartner von Snap-on Auf dem neuesten Stand der Technik: mit der Montiermaschine Monty 8300 von Hofmann Equipment kümmert sich um das Problem. Großer Vorteil: die räumliche Nähe. Denn der zuständige Mitarbeiter des Ausrüsters sitzt nur 15 Kilometer entfernt. Fünf-Sterne Reifenservice Zudem ist Jura sprichwörtlich in den Entwicklungsprozess neuer Maschinen involviert. „Jura-Reifenservice testet neue Hofmann-Maschinen und gibt uns wertvolle Informationen für Weiterentwicklungen“, bestätigt Robert Seufert vom Technischen Support Snap-On Equipment. So kamen zuletzt die Montiermaschine Monty 8300 sowie die Auswuchtmaschine Geodyna 7850 mit integriertem und vollautomatischem Radheber als Testgeräte in die Werkstatt. Inzwischen sind beide im freien Markt erhältlich und auch bei Jura noch voll im Einsatz. „Wir sind sehr zufrieden“, erklärt Rainer Frauenschläger und fügt hinzu: „Wir wollen einen Reifenhandel haben wie ein Fünf-Sterne Wellnesshotel, da sind Qualität und Service das Wichtigste.“ Valeska Gehrke Reifentechnik für Profis leverless Verkauf über den autorisierten Fachhandel. info@longus.de • www.longus.de

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PRODUKTE Fotos: Continental Besser auf Schnee und Eis Continental hat Mitte Februar den neuen Winterreifen WinterContact TS 860 im österreichischen Schladming vorgestellt. Der Reifen soll eine bessere Performance auf vereisten Straßen und Schnee bringen. Die asp-Redaktion konnte sich davon selbst im Test überzeugen. iele Reifenhersteller haben inzwischen Ganzjahresreifen in das Produktportfolio aufgenommen. Ganz anders Continental, die konsequent auf die Trennung von Winter- und Sommerreifen Wert legen. Auch bei den Marken Semperit und Uniroyal wird es weiterhin keine Ganzjahresreifen geben. Continental begründet dieses Vorgehen mit der Performance: Winterreifen müssen auf trockenen, nassen, verschneiten und vereisten Straßen gleichermaßen zuverlässig sein und Haftung übertragen können. Und in Mitteleuropa dominiert im Winter nasskaltes Wetter, zwischen Oktober und März können monatlich zehn Regentage erwartet werden. Gerade bei Temperaturen um den Gefrierpunkt steigt damit das Der neue WinterContact TS 860 ist ab Herbst 2016 verfügbar. Risiko von Glatteis und überfrorener Nässe. Jeder vierte Unfall mit Personenschäden wird durch Glätte verursacht. Daher lag der Schwerpunkt des Pflichtenheftes für den neuen Winterreifen „WinterContact TS 860“ auf höchsten Sicherheitsanforderungen gerade auf Glätte und Nässe. Mitte Februar hat Continental das neue Modell im österreichischen Schladming vorgestellt. Der Skiort in der Steiermark bot trotz der geringen Schneemenge eine schöne Kulisse für die Präsentation. Bremsweg kürzer Der WinterContact TS 860 ist als Winterreifen für Fahrzeuge der Kompakt- und Mittelklasse konzipiert und der Nachfolger des erfolgreichen Vorgängers WinterContact TS 850. Dieser hatte während der letzten vier Jahre insgesamt 47 Testsiege bei Produktvergleichen eingefahren und war damit bislang der erfolgreichste Continental-Winterreifen. Der neue Pneu bringt vor allem bei der Sicherheit Fortschritte mit: Laut Continental soll die Leistung beim Bremsen auf nasskalter Straße den Vorgänger TS 850 um fünf Prozent toppen. Der WinterContact TS 860 soll aber auch auf Eis einen vier Prozent kürzeren Bremsweg haben und auch beim Schnee-Handling, der Traktion auf Schnee sowie in Sachen Komfort Fortschritte bringen. Gleichzeitig sollen Laufleistung und Rollwiderstand auf dem gleichen Niveau wie beim Vorgängermodell liegen. Möglich werden die besseren Leistungen durch die Kombination einer neuen Laufflächenmischung mit einem neu entwickelten Profil-Design. Die „Cool Chili“ genannte Mischung hat einen hohen Silica-Anteil, der die Bremswege durch seine besonderen Dämpfungseigenschaften auch auf nassen Straßen verkürzt. Die sehr flexible Polymer-Matrix hebt die Haftungs- 38 Räder&Reifen 01/2016 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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PRODUKTE eigenschaften auf allen winterlichen Straßenoberflächen spürbar an und liefert so ein Plus an Grip. Ebenfalls neu sind spezielle Hochleistungsharze, die die Kälteflexibilität der Mischung auch bei niedrigen winterlichen Temperaturen aufrechterhalten und so die Bremswege auf nasskalten, vereisten und verschneiten Untergründen anheben. Um auch auf vereisten Strecken wirkungsvoll bremsen zu können, haben die Reifeningenieure von Continental die sogenannte „LiquidLayerDrainage“ entwickelt. Beim Bremsen auf Eis entsteht unter dem Profil ein Wasserfilm, der die Kontaktfläche des Reifens mit dem Untergrund deutlich verringert. Die neue Technologie – ein zusätzlicher, in den Profilblock eingeformter Wasserableitungskanal – lässt das Wasser schneller als bisher möglich abfließen, sodass der Bremsweg auf vereister Straße kürzer ausfällt. Neu im laufrichtungsgebundenen, v-förmigen Profil ist auch die „SnowCurve+“-Technologie mit ihrer griffigen 3D-Rillenwand-Struktur. Mit einer zusätzlichen Rille in der Wand der Profilblöcke verstärkt sie die Verzahnung mit dem in der Profilrille zusammengedrückten Schnee und sorgt so für verbesserte Haftung und höhere Kraftübertragung auf schneebedeckten Straßen. Der WinterContact TS 860 soll ab Herbst 2016 im Handel verfügbar sein. Zunächst wird es 36 Varianten in 21 Dimensionen für Felgen zwischen 14 und 17 Zoll Durchmesser geben. Mindestens weitere 20 Versionen sind für das Jahr 2017 geplant. Beim EU-Reifenlabel erreicht der neue Continental-Winterreifen die Werte „C“ für Rollwiderstand und „B“ für Nassgriff. Im Markt sieht Continental gute Chancen für den neuen Winterreifen für die Kompakt- und Mittelklasse. Während die Nachfrage nach Reifen mit 14-zölligem Durchmesser sinkt und bei den 15-Zöllern der Bedarf europaweit bei rund 20 Millionen Stück auf hohem Niveau stagniert, erwarten die Hannoveraner in den kommenden Jahren im Bereich der 16- und 17-Zöller eine weiterhin steigende Nachfrage. Vier Millimeter Minimum Nach der Vorstellung des Reifens konnte sich die asp-Redaktion von den Qualitäten der Neuentwicklung auf speziell präparierten Strecken selbst überzeugen. So stand der WinterContact beispielsweise mit verschiedenen Profiltiefen von acht bis zwei Millimeter an Testfahrzeugen zur Verfügung, um die Unterschiede beim Grip zu erkennen. Eine niedrige Profiltiefe machte sich besonders bei der Traktion auf der Schneefläche bemerkbar: Während ein TS 860 mit vier Millimeter Profiltiefe im Vergleich zum Neureifen nur zehn Prozent Traktionsverlust aufwies, waren es bei zwei Millimeter über 30 Prozent Verlust. Gerade beim Bremsen kann das für den entscheidenden Meter mehr sorgen. Continental plädiert deshalb für eine Profiltiefe von mindestens vier Millimeter. Ein besonders interessanter Test war auch der Vergleich des neuen Winter- Contact-Reifens mit einem älteren Continental-Winterreifen aus der Zeit um die Jahrtausendwende („ContiWinterContact TS 790 V“), der extra für die Fahrpräsentation „nachkonstruiert“ wurde. Die Unterschiede zwischen den beiden Probanden waren deutlich spürbar. Alexander Junk Martin Vennebörger (Projektleiter Winterreifen-Entwicklung) zeigt Fakten zur Profilskalierung. autoservicepraxis.de | autohaus.de Hunter TCR 1 Revolution. Die Reifenmontage war noch nie so automatisiert. • Vollautomatischer Ablauf spart Zeit und verhindert Bedienerfehler • Der Bediener startet ohne weitere Handgriffe den vollautomatischen Montage- und Demontagevorgang über die Betätigung des „Go“-Fußpedals • Gleiche Handhabung für alle Räder und Reifen sorgt für Effizienz • Montage und Demontage ohne Felgenberührung • Maschine stoppt automatisch mit Loslassen des „GO“-Pedals Rufen Sie uns an! Und die Unterlagen kommen auf Ihren Tisch. Beurer Straße 25a · 86926 Greifenberg Deutschland · Tel: +49-8192-933 99-0 Fax: +49-8192-933 99-19 www. hunter-d.de · info@hunter-d.de

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PRODUKTE Beim Rüttelplatten-Test musste der neue Nokian WR A4 seine Performance beweisen. Finnischer Winterspezialist Mit dem Winterreifen WR A4 hat Nokian den Nachfolger des WR A3 vorgestellt. Der Newcomer soll dank neuer Konstruktion und Gummimischung eine fünf Prozent bessere Performance auf Schnee erreichen. Im österreichischen Saalfelden musste der Reifen zeigen, was er kann. Fotos: Alexander Junk, Nokian er finnische Hersteller Nokian hat kürzlich den neuen Winterreifen „WR A4“ im österreichischen Saalfelden vorgestellt. Der Nachfolger des Nokian WR A3 soll eine besonders gute Performance auf Schnee und nassen Straßen liefern. Er ist ab Herbst 2016 in Größen von 16 bis 21 Zoll erhältlich und unterstützt Geschwindigkeiten von 270 Kilometer pro Stunde. Optional ist er auch mit Runflat-Technologie und als XL-Variante für große Lasten erhältlich. Tausendfüßler-Lamellen Die verbesserten Schneegriff- und Schneematschgriff-Eigenschaften des Nokian WR A4 werden durch ein asymmetrisches Laufflächenmuster erreicht. Griff und Handling sollen über fünf Prozent besser sein als beim Nokian WR A3. Der Nokian WR A4 hat zudem einen sehr niedrigen Geräuschpegel. Ein technisches Highlight des Reifens ist dabei die Lamellentechnologie: Inspiriert von der Natur ähneln die „Tausendfüßler“- Lamellen auf der Mittelrippe dem festen Die speziell angeordneten Lamellen sorgen für mehr Grip und ein besseres Lenkgefühl. Kontakt eines Tausendfüßlers auf dem Boden und maximieren Schneegriff und stabiles Handling. Die feste und steife Außenschulter garantiert zudem ein stabiles und kontrolliertes Handling bei höheren Geschwindigkeiten. Die unterschiedlich großen Profilblöcke können sich bei ansteigender Geschwindigkeit nicht bewegen, weil sie fest miteinander verbunden sind. Der Mittelbereich wird von einer festen Längsrippe dominiert. Das Muster der Innenschulter mit funktionellen Blöcken und Messer-Rillen ähnelt einem Ventilator und leitet Schnee und Schneematsch von der Kontaktfläche weg. Die in verschiedenen Winkeln abgestuften Lamellen geben festen Längsgriff und insbesondere Beschleunigungsgriff auf Schnee. 40 Räder&Reifen 01/2016 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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PRODUKTE Der Wintergriff wird darüber hinaus durch das Blockmuster an der Innenschulterseite der Mittelrippe verbessert. Es ist teilweise mit Gelenken und Lamellen ausgestattet. Die kleinen, stark lamellierten Profilblöcke sind so geformt, dass die Lamellen abwechselnd auf der linken Seite und auf der rechten Seite angebunden sind. Die Schulterblöcke haben dabei viele starke Lamellen, die auf jeden Laufflächenblock zugeschnitten sind und deren Tiefe von der Mitte in Richtung Schulter abnimmt. Polierte Querrillen Die neue „Coanda“-Technologie minimiert zudem das Aquaplaning-Risiko. Ein spezielles Element wurde an jeder Ecke der Laufflächenblöcke auf der Innen- und Außenschulter des WR A4 konstruiert. Dieses Element leitet den Wasserfluss effektiver in die Querrillen. Das Entfernen von Wasser und Schneematsch wird auch durch die polierten Längsrillen beschleunigt – und zum ersten Mal auch durch die Huf Group Der WR A4 ist in Größen von 16 bis 21 Zoll und auch als Runflat- und XL-Variante erhältlich. Keine speziellen Testreifen Nokian-CEO Ari Lehtoranta hat jüngst zugegeben, dass der Hersteller für Reifen tests in der Presse spezielle Pneus bereitgestellt hat, die nicht der Serie entsprachen. Nokian hat versichert, dass diese Praxis der Vergangenheit angehört, und bedauert das Vorgehen. polierten Querrillen, die den Wasserstrom noch schneller ableiten. Die Laufflächen- Gummimischung des neuen Reifens kombiniert zudem funktionale Elastomere, Naturkautschuk, Silica und Rapsöle. Der Nokian WR A4 hat dadurch einen extrem niedrigen Rollwiderstand, bessere Kraftstoffeffizienz und geringere Emissionen. Die „Leise-Seitenwand-Technologie“ verbessert wiederum den Fahrkomfort. Pfiffig ist auch der Sicherheits-Anzeiger mit Schneeflocke: Er gibt die vorhandene Profiltiefe in Zahlen von vier bis acht Millimetern an. Die Zahlen verschwinden nacheinander, wenn sich der Reifen abnutzt und seine Profiltiefe geringer wird. Die Schneeflocke bleibt bis zu einem Profil von vier Millimetern sichtbar. Wenn sie nicht mehr zu sehen ist, sollte der Reifen ausgetauscht werden. Die Montageposition- und Luftdruckanzeiger im Informationsfeld auf der Seitenwand bringen zusätzliche Sicherheit. Dort können Druck und die Position des Reifens beim Wechsel eingetragen werden. Alexander Junk Einer für alle, alles in einem. Das Reifendruckkontrollsystem, das vorausfährt. Setzen Sie auf das Reifendruckkontrollsystem mit der allerbesten Abdeckung im Markt – für alle Modelle und Typen. Überzeugen Sie sich auch von den vielen Stärken: optimale Montage dank einzigartigem Ventilverschraubungskonzept, blitzschnelle Konfiguration und effizienteste Lagerhaltung. Mehr unter www.intellisens.com

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PRODUKTE Hingucker am Fahrzeug Das neue Leichtmetallrad „Vienna“ von DBV ist in den Lackierungen „glossy black“ und „matt blue/gun metall“ erhältlich. Das Rad überzeugt durch seinen sportlich eleganten Chic sowie eine dynamische Anmutung. Fünf rotationspolierte Doppelstreben sind das optische Highlight der Felge und machen aus jedem Fahrzeug einen Hingucker. Erhältlich ist das Rad in der Größe 8,0 x 18 Zoll mit den Einpresstiefen 30, 40 und 48 Millimeter. Das Vienna verfügt wie alle angebotenen DBV-Räder über ein KBA-Prüfzeichen sowie eine ABE. Zur Markteinführung wird das Rad zu Sonderkonditionen angeboten. DBV Würzburg GmbH www.dbv.eu Foto: DBV Würzburg Foto: Hermann Zerver GmbH & Co. KG Einfache RDKS-Montage Unter der Produktnummer 669/11 bietet Hazet ein Werkzeug-Set zur Montage von Reifendruckkontrollsystemen (RDKS) an. Damit ist eine einfache Montage von Sensor und Ventil an jeder Felge möglich. Der Satz beinhaltet unter anderem den neuen Drehmoment-Schraubendreher „6001- 0.6/3“, mit dem alle Ventileinsätze mit dem korrekten Drehmoment eingedreht werden können. Auch der Drehmoment- Schlüssel „5107-2 CT“ ist Teil des Sets. Er eignet sich für alle auf dem Markt erhältlichen Ventil- und Sensor-Verschraubungen von 0,1 bis 9 Newtonmeter. Das Set ist nicht nur für originalverbaute RDKS-Systeme der Autohersteller, sondern auch für Aftermarket-Lösungen geeignet. Hermann Zerver GmbH & Co. KG www.hazet.de Ohne Lanzenwechsel einsetzbar Der alkalische Felgenreiniger CP 901 von Kärcher entfernt bereits nach kurzer Einwirkzeit schonend auch hartnäckigen Schmutz wie eingebrannten Bremsstaub, Reifenabrieb oder Wintersalzablagerungen. Dank der grünen Färbung des Mittels ist auf den ersten Blick ersichtlich, welche Bereiche schon eingesprüht wurden. Der Felgenreiniger ist für alle Stahl- und lackierten Aluminiumfelgen geeignet. Er wird über die Hochdrucklanze als Schaum aufgesprüht und haftet dadurch sehr gut an senkrechten Flächen. Alfred Kärcher Vertriebs-GmbH www.kaercher.com/de Foto: Kärcher Felge im Turbinen-Design Foto: Autec Das neue Vielspeichenrad „Typ O – Oktano“ von Autec hat 14 angeordnete Speichen, die bis an den äußersten Radius des Felgenhorns angebunden sind. Die tiefer liegenden Kanten an Speichen und Felgenrand bringen die asymmetrische Linienführung des Rades perfekt zur Geltung und der ausdrucksstarke Mittenbereich erzeugt Lichtreflexe. Oktano ist neben der Oberflächenausführung „Schwarz poliert“ auch im trendigen „Gunmetal matt“ verfügbar. Das Rad ist mit Fünf-Loch-Anbindung in 8,0 x 18 und 8,0 x 19 Zoll erhältlich. Autec GmbH & Co. KG www.autec-wheels.de 42 Räder&Reifen 01/2016 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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Gemeinsam sind wir mit Sicherheit noch besser. Der FC Bayern München setzt auf Goodyear als offiziellen Reifenpartner. Setzen auch Sie auf uns. Unsere 1. exzellenten Testergebnisse – 63 Top 3 Platzierungen in unabhängigen Reifentests in den Jahren 2011–2015 2. sehr guten Labelwerte – führend bei A/A, A/B und B/A im Januar 2016 3. Markenstärke – Top 3 bei Kaufpräferenz und Bekanntheitsgrad* liefern Ihnen überzeugende Verkaufsargumente. *Quelle: MillwardBrown Studie, Sommer 2015, im Auftrag von Goodyear Dunlop, gestützte Markenbekanntheit ZG Trust Seeker: Goodyear 92%, Michelin 95%, Continental 91%, Bridgestone 89%; Kaufpräferenz ZG Trust Seeker: Goodyear 67%, Michelin 68%, Continental 68%, Bridgestone 49%. MADE TO FEEL GOOD. Rang 2 von 14

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