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Mit freundlicher Empfehlung www.autoservicepraxis.de B43 385 D 10,90 EURO 03.2017 SPRINGER AUTOMOTIVE MEDIA TITELTHEMA Jubiläum: 20 Jahre AUTO SERVICE PRAXIS FAHRWERK Per Knopfdruck zum Sportwagen KLIMASERVICE Mehr verkaufen durch gute Beratung WERKSTATTSYSTEM Starke Partner: Kfz Schnell GbR und 1a Autoservice TÜV SÜD-AKTUELL Neue Dienstleistungen für neue Kundenbedürfnisse Bremsenfest für die nächsten 20 Jahre Der neue Beissbarth Lkw-Bremstester mit hydraulischer Lastsimulation. Richtlinienkonform nach § 29. Ab 2020 Voraussetzung zur HU – auch für Pkw. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE MESSBAR PRAXIS 03/2017 BESSER 1

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GEMEINSAM FÜR QUALITÄT UND EXZELLENZ: ZF AFTERMARKET GRATULIERT ZU 20 JAHREN ASP. ZF Aftermarket bietet ein perfektes Lösungspaket für alle Werkstätten. Ersatzteile in Erstausrüsterqualität, innovative digitale Produkte, ein globales Partnernetzwerk, einzigartige Trainingsangebote und exklusive Servicekonzepte. Deshalb schätzen wir die Kooperation mit der AUTO SERVICE PRAXIS, die stets aktuelle Informationen für die Entscheider in der Werkstatt liefert und gratulieren zum 20-jährigen Jubiläum ! www.zf.com/aftermarket

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LEITARTIKEL Wer sich ändert, bleibt ir als asp-Team freuen uns, dass wir zum 20-jährigen Bestehen von asp AUTO SERVICE PRAXIS diese Jubiläumsausgabe produzieren durften. Es ist eine besondere Ausgabe, nicht nur rein äußerlich, sondern auch in ihren Inhalten. Zu einem Jubiläum gehört immer auch der Blick zurück auf das Erreichte und die vergangenen Jahre. Dazu haben wir im Archiv gestöbert und einiges gefunden, das wir in diesem Heft wieder ans Licht bringen. Die einzige Konstante über 20 Jahre war die Veränderung. Auf ihrem Weg habe ich die Zeitschrift bisher erst ein kleines Stück begleitet. Seit zwei Jahren gehöre ich der Redaktion von asp an. Zum 1. März habe ich nun als Chefredakteur Verantwortung für die inhaltliche Weiterentwicklung des Fachtitels übernommen. In dieser Rolle will ich den Blick vor allem nach vorne richten und das beherzigen, was mir der Blick in die Archive wieder einmal augenfällig gezeigt hat: die einzige Konstante über die Jahre ist die Veränderung. Es steht nicht nur alle paar Jahre ein Entstauben des Erscheinungsbildes an. Auch die Inhalte müssen immer wieder auf den Prüfstand. Manchmal sind Einschnitte dramatisch, denken Sie nur an den Einzug des Internets in der täglichen Informationsbeschaffung. Was für Fachzeitschriften gilt, ist doppelt wahr für Servicebetriebe. Sie müssen sich nicht nur auf die rasanten Veränderungen der Automobiltechnik einstellen, sondern auch auf Kunden mit sich wandelnden Ansprüchen. Wo holen Sie beispielsweise junge Menschen ab, die in einigen Jahren ihren Führerschein machen und seit Kindesbeinen mit dem Smartphone hantieren? Über eine Kleinanzeige? Sicher nicht. Ich freue mich jedenfalls auf viele interessante Gespräche mit Ihnen, den Praktikern in Werkstätten, bei Zulieferern, aber auch im Teilehandel. Viel Spaß beim Lesen! Dietmar Winkler, Chefredakteur www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 3

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INHALT 14 20 Jahre AUTO SERVICE PRAXIS asp feiert Geburtstag und blickt auf 20 spannende Jahre zurück. 44 Feinstaub-Gefahr? Spezielle Produkte und Beläge sollen den Bremsabrieb verringern. 76 Hier schlummert Potenzial Das TÜV SÜD ClassiC Barometer zeigt, wie die Branche tickt. TITEL 14 20 Jahre asp Zeit sich einmal umzudrehen – die Highlights aus 20 Jahren 16 Happy Birthday Die Verbände gratulieren asp zum 20. Geburtstag 24 Titelbilder aus 20 Jahren Gewinnspiel: Wählen Sie den schönsten asp-Titel 26 Das asp-Team Die Gesichter hinter der Zeitschrift 30 Werkstatt-Jubiläum I Der Betrieb von Romano Schäfer wird 20 Jahre alt 34 Branchenstimmen Das waren die schönsten Erlebnisse mit asp 40 Werkstatt-Jubiläum II 1997 gegründet: die Lambla GmbH aus Langenau AUTOMOBILTECHNIK 44 Feinstaub beim Bremsen Reduzierter Bremsabrieb dank spezieller Beläge 46 Interview Professor Klaus Augsburg über die Feinstaub-Gefahr AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 48 Adaptive Fahrwerke Per Knopfdruck zum Sportwagen 50 Neuauflage Der Suzuki Baleno: Fahrspaß und viel Ausstattung 52 Premiere Kompakter Familien-SUV: der Opel Crossland X 54 Produkte Neues aus den Bereichen Motorenöl, Bremsen & Co. WERKSTATTTECHNIK 56 Klimaanlagen-Wartung Verkauf durch gute Information 58 Klimaservice, Teil 1 Aktuelle Geräte für drei Kältemittel 62 Prüfstände Best Practice: A&W Kfz-Service aus Baiersdorf 64 Produkte Neues aus den Bereichen Einrichtung, Prüfstände & Co. BETRIEBSPRAXIS 68 Recht Zu beachten: Rechtliche Neuerungen für Betriebe 70 Schadenmanagement Innovation Group und Wintec Autoglas bauen Netz aus 72 Branchen-Treffen BVdP Netzwerkstatt 2017 in Kassel 74 Teilehandel Die Grenzen weichen auf: OE- versus IAM-Teile 76 Klassik-Studie Das TÜV SÜD ClassiC Barometer deckt Potenzial auf 78 Best Practice Starke Partner: Kfz Schnell GbR und 1a Autoservice 80 Interview Andreas Berents, Geschäftsführer Euromaster 82 Partnertagung Das Mercedes-Benz- Servicenetz schrumpft RUBRIKEN 03 Leitartikel 06 Nachrichten 55 ASA-News 66 TÜV SÜD-Aktuell 82 Impressum Spezial: Räder & Reifen § 29 AUTO SERVICE PRAXIS veröffentlicht regelmäßig sämtliche im Verkehrsblatt abgedruckten Mitteilungen des Bundesministers für Verkehr, soweit diese für § 29 StVZO relevant sind. AUTO SERVICE PRAXIS-Abonnenten verfügen damit über die im Sinne der AU-Anerkennungsrichtlinie erforderlichen Informationen und sind somit vom Bezug des ansonsten vorgeschriebenen Verkehrsblattes befreit. 67 Besucherrekord Die Retro Classics 2017 in Stuttgart war ein voller Erfolg – auch für TÜV SÜD. www.autoservicepraxis.de

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www.der-neue-crafter.de Der neue Crafter. Liefert alles. Vor allem Bestwerte. Größte Antriebsvielfalt, innovativste Assistenzsysteme und der modernste Fahrerarbeitsplatz. Der neue Crafter. Die neue Größe. International Van of the Year 2017: Der neue Crafter wurde genau auf die Bedürfnisse von Profis abgestimmt. Er ist der Erste mit 8-Gang-Automatikgetriebe* für alle Antriebsarten. Er bietet auf Wunsch mehr als 15 Fahrerassistenzsysteme wie zum Beispiel den optionalen sensorbasierten Flankenschutz. Und dank der größten Ablagenvielfalt und dem optionalen ergoComfort Schwingsitz ist er so komfor tabel wie nie. Erleben Sie den neuen Crafter jetzt bei Ihrem Volkswagen Nutzfahrzeuge Partner. 2017 * Setzt zu einem späteren Zeitpunkt ein. • www.van-of-the-year.com • Abbildung zeigt Sonderausstattung gegen Mehrpreis.

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NACHRICHTEN Foto: Opel ONLINE-HANDEL Opel Adam bei Amazon leasen Online-Versandhändler Amazon hat ab sofort auch Autos im Angebot: Opel bietet als erster Hersteller in Deutschland die Reservierung von Neuwagen über Amazon an. Das limitierte Adam-Sondermodell „Germany’s next Topmodel“ gibt es dort ab 99 Euro pro Monat als Leasing- Angebot. Der Kunde reserviert den Adam zunächst bei Amazon. Im ersten Schritt fällt eine Gebühr von 150 Euro an, die später verrechnet wird. Vertragsabschluss und Auslieferung erfolgen dann über einen Opel-Partner. Je nach Vorliebe können die Käufer aus mehreren Farbkombinationen und Motorisierungen ihr Leasingfahrzeug auswählen. Sobald der Leasingvertrag unterzeichnet ist, dauert es laut Hersteller drei Wochen, bis das Auto bei einem nahe gelegenen Opel-Händler zur Übernahme bereitsteht. aj ■ Meistgeklickte Artikel im Februar 1. BMW: Bruch der elastischen Gelenkscheibe möglich 2. Autoliv: Airbag-Probleme bei mehreren Herstellern 3. Ford: Unvorhersehbares Runterschalten während der Fahrt 4. Mercedes-Benz: Fehlerhafte Elektrolenkung und Sitzbelegungserkennung 5. Diesel-Skandal: Thermofenster-Lücke soll geschlossen werden Meldung verpasst? Mit dem kostenlosen Newsletter von asp wäre das nicht passiert. Abo unter www.autoservicepraxis.de/newsletter. Frage der Woche (20. bis 26. Februar) Bald werden die ersten Kunden Termine für den Wechsel der Winter- gegen die Sommerreifen anfragen. Sind Sie und Ihre Mitarbeiter fit für die RDKS-Technik? ■ Nein, da müssen wir noch schulen (11%) ■ Die Grundlagen sind uns bekannt, einige Details müssen wir uns aber noch aneignen (36%) ■ Wir sind gewappnet (53%) AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 ABGASUNTERSUCHUNG Comeback der Endrohrmessung Die Endrohrmessung soll schon bald wieder zum Pflichtprogramm der Abgasuntersuchung (AU) gehören. Das sieht ein aktueller Entwurf zur Änderung der AU- Richtlinie des Bundesverkehrsministeriums vor. Demnach soll die Sondenprüfung in Kombination mit der elektronischen On-Board-Diagnose (OBD) ab dem 1. Juli 2017 für alle Kraftfahrzeuge eingeführt werden. Der Entwurf liegt nun den zuständigen obersten Landesbehörden zur Anhörung vor. Bei Fahrzeugen mit einer Erstzulassung ab 2006 wird in der Regel auf eine Endrohrmessung verzichtet. Stattdessen verlassen sich die Prüfer auf die OBD-Werte. Ist laut dieser Angabe alles im grünen Bereich ist, bekommt das Fahrzeug seine neue Plakette. Eine Endrohrmessung erfolgt nur, wenn die OBD-Diagnose Fehler anzeigt. rp ■ HAUSMESSE Breites Angebot für Werkstätten Im Frühjahr können sich Kfz-Betriebe auf den Stahlgruber-Leistungsschauen über die aktuellen sowie künftigen Trends der Branche informieren. Der erste Termin fand bereits am 18. und 19. März in München statt. Zwei weitere Möglichkeiten gibt es am 01. und 02. April in Chemnitz sowie am 20. und 21. Mai 2017 in Frankfurt am Main. Eine Vielzahl von Ausstellern werden dort erwartet, die nahezu alle werkstattrelevanten Themenbereiche von Autoteilen über allgemeinen Werkstatt bedarf bis hin zu Werkstattausrüstung sowie Werkzeugen abdecken. Ein neu gestaltetes Kompetenz- Zentrum beinhaltet zudem Themen, die im Fokus des Werkstattall tages stehen. Besondere Beachtung gilt auch der neuen Scheinwerferprüfrichtlinie, Anforderungen bei Bremsenprüfständen, Telematik- Diensten sowie Fahrassistenzsystemen. Auch die neue Stahlgruber-Marke Audura ist mit eigenem Stand vertreten und stellt günstige Produkte für die zeitwertgerechte Reparatur vor. aj ■ www.autoservicepraxis.de

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Foto: Stahlgruber DIESEL-UMRÜSTUNG Nicht umsetzbar Stuttgart plant, ab 2018 Dieselautos ohne Euro-6-Abgasnorm an bestimmten Tagen aus Teilen der Stadt zu verbannen. Die Autobranche hält eine Umrüstung von Dieselautos wegen dieser Fahrverbote für kaum möglich. „Eine komplette Nachrüstung von Euro 5 auf Euro 6 wäre sehr komplex und würde umfangreiche und tiefe Eingriffe in die Motorsteuerung und Abgasanlage erfordern“, sagte der Verband der Automobilindustrie (VDA). Eine solche Nachrüstung von Gebrauchtwagen sei technisch sehr aufwendig und mit hohen Kosten verbunden. Viele Autohersteller bestätigen diese Aussagen. aj ■ FASE Expertenkreis Der FASE-Expertenkreis traf sich in der BMW Group Trainingsakademie in München, um über neue Ideen für den Masterstudiengang Master of Engineering in Fahrzeugtechnik-Service (FASE) sowie den weiteren Ausbau des Studiums zu diskutieren. FASE ist einer von mehreren möglichen Schwerpunkten im Rahmen des Studiengangs Fahrzeugtechnik an der Hochschule Esslingen. Prof. Norbert Schreier, Schwerpunktsprecher FASE, gab in München einen Überblick über den aktuellen Stand des Studiengangs. In diesem Jahr feiert FASE 20-jähriges Bestehen. diwi ■ Foto: Hochschule Esslingen Foto: Fotolia/fotohansel Eiskalte Innovationen vom führenden Hersteller von Klimaservicegeräten Robinair – Ihr Partner für Klimaservice heute und in der Zukunft Wenn es um Klimaservice ice geht, haben die Werkstätten mit Know-How und der richtigen Technologie die Oberhand. Durch die umfassende Produktpalette an bestehenden und neuen Klimaservicegeräte und -zubehör, ermöglicht Robinair eine noch einfachere und effizientere Wartung der Klimasysteme R134a und R1234yf. Mit jahrelanger Erfahrung im Klimaservice und umfassender Analyse von Kundenerfahrungen treibt Robinair die Produktentwicklung stetig voran – und das seit 1956. Sind Sie bereit für die neuen Standards der Klimaservicegeräte R1234yf und R134a? Demnächst erhältlich! ROBINAIR.COM www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 7

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NACHRICHTEN KFZ-BRANCHE Das große und das kleine Plus Mehr Fahrzeugverkäufe und Werkstattaufträge ließen den Umsatz im Kfz-Gewerbe 2016 um knapp zehn Prozent wachsen. Die vorläufige Durchschnittsrendite stieg aber nur geringfügig. ZDK-Jahrespressekonferenz 2017 mit (v. l.) Vizepräsident Ulrich Fromme, Präsident Jürgen Karpinski sowie Vizepräsident und Bundesinnungsmeister Wilhelm Hülsdonk as Jahr 2016 ist für Handel und Werkstätten sehr gut gelaufen. Sowohl bei Neuzulassungen als auch im Gebrauchtwagengeschäft gab es Zuwachsraten. Und auch das Servicegeschäft ist gewachsen. Diese Bilanz zog der Präsident des Deutschen Kfz- Gewerbes (ZDK), Jürgen Karpinski, bei der Jahrespressekonferenz des Verbandes Mitte Februar in Berlin. Mindestrendite von drei Prozent Der Umsatz in der Branche stieg um 9,9 Prozent auf knapp 172 Milliarden Euro (Vorjahr 156,5 Milliarden Euro). „Wenn sich die Umsatzrendite ähnlich entwickelt hätte, wäre die Freude noch etwas größer“, KURZFASSUNG Die Bilanz des Kfz-Gewerbes für 2016 ist durchweg positiv. Die Umsatzzahlen zeigen in allen Bereichen nach oben. Dennoch bleibt die Umsatzrendite auf zu niedrigem Niveau und die Dieselproblematik drückt auf die Stimmung. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 so der oberste Repräsentant der Autohäuser. „Auf diesem Feld kommen wir jedoch immer nur in Trippelschritten voran. Denn die vorläufige Durchschnittsrendite komme mit etwa 1,6 bis 1,9 Prozent nicht wirklich von der Stelle (Vorjahr: 1,6 Prozent). Er erneuerte seine Forderung, dass der Handel eine Mindestrendite von drei Prozent brauche. Nach den vom ZDK veröffentlichten Zahlen kommt das Wachstum aus einem um 4,9 Prozent gestiegenen Neuwagenmarkt bei höheren Preisen: In den alten Bundesländern waren die verkauften Neuen um durchschnittlich 870 Euro teurer als im Vorjahr, in den neuen Bundesländern sogar um 2.310 Euro. Erfreulich: Der Anteil der Privatkunden am Neuwagengeschäft wuchs erstmals seit Jahren wieder und liegt jetzt bei 35 Prozent (Vorjahr: 34,2 Prozent). Ob das eine Trendwende sei, wollte Karpinski noch nicht sagen. Im Gebrauchtwagengeschäft, das um ein Prozent stieg, erhöhte sich der Anteil der Autohäuser um sieben auf 68 Prozent. Das ergibt eine Steigerung von 17 Prozent Foto: ProMotor, Grafiken: ZDK im Vergleich zu 2015. Und auch hier stieg der Durchschnittspreis um 810 Euro. Im Werkstattgeschäft stiegen die Umsätze um 5,6 Prozent auf knapp 32 Milliarden Euro. Dabei waren die Werkstätten im Durchschnitt mit 85 Prozent ausgelastet, das sind zwei Prozentpunkte mehr als in 2015. „Pro Betrieb wurden durchschnittlich 1.864 Aufträge bearbeitet, das waren 192 Aufträge mehr pro Betrieb als im Vorjahr“, teilte Bundesinnungsmeister und ZDK-Vizepräsident Wilhelm Hülsdonk mit. 2017 bleibt auf hohem Niveau Auch im laufenden Jahr wird das Geschäft nach Einschätzung des ZDK auf hohem Niveau stabil bleiben. Lediglich bei den Neuzulassungen könnte es zu einem leichten Rückgang auf 3,2 Millionen Einheiten kommen. Ein Grund dafür sei die zunehmende Verunsicherung der Verbraucher durch die Diskussion um drohende Fahrverbote und blaue Plaketten. Das überschaubare Angebot an Elektrofahrzeugen mit akzeptablem Preis-Leistungs-Verhältnis und praktikabler Reichweite in Kombination mit der geringen Ladeinfrastruktur werde den Absatz von Elektrofahrzeugen auf geringem Niveau halten, so die Prognose des Verbandes. Weniger Betriebe im Fabrikatshandel Die um 660 Betriebe rückläufige Zahl der Autohäuser geht mit minus 650 fast ausschließlich auf Kosten des Fabrikatshandels. Die Gründe liegen hauptsächlich im fortschreitenden Konzentrationsprozess und der Bereinigung der Händlernetze durch Hersteller und Importeure. Dementsprechend sank die Zahl der Mitarbeiter um 5.300. Dafür gab es aber über 1.200 zusätzliche Auszubildende. Der im Verband für Fabrikatshandel zuständige Vizepräsident Ulrich Fromme wiederholte sein Statement vom Fabrikatshändlerkongress: „Wenn Automobilhersteller neue Geschäftsideen in die Tat umsetzen möchten, dann müssen die Fab- www.autoservicepraxis.de

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rikatshändlerverbände mit ihnen darüber sprechen, in welcher Form und in welchem Umfang der Handel daran partizipiert.“ Verunsicherung beim Diesel Die Tendenz einer zunehmenden Verunsicherung der Verbraucher beim Diesel hat der Verband durch eine Forsa-Umfrage bei Autofahrern festgestellt. Auf die Frage nach der bevorzugten Antriebsart beim Autokauf in diesem Jahr würden sich 51 Prozent für einen Benziner entscheiden. Für 28 Prozent käme ein Diesel in Frage. Immerhin zehn Prozent erwägen die Anschaffung eines Hybridfahrzeugs, und fünf Prozent wollen ein Elektrofahrzeug anschaffen. Drei Prozent denken über ein Fahrzeug mit Gasantrieb nach. Diese Verunsicherung führt der Verband auf die Diskussion um blaue oder weiße Plaketten und mögliche Fahrverbote in Innenstädten zurück. „Bis vor Kurzem war der Diesel noch die Top-Empfehlung der Umweltschützer, weil er für gute Werte beim CO 2 -Ausstoß prädestiniert ist. Ohne den Diesel ist das von der EU festgesetzte Klimaschutzziel eines Flottenverbrauchswerts von 95 Gramm CO 2 pro gefahrenem Kilometer ab dem Jahr 2020 wohl kaum zu erreichen“, so Karpinski. Bei der Feinstaubbelastung hätten zudem Industrie und Landwirtschaft den Löwenanteil, Haushalte und der Straßenverkehr kommen nur auf knapp über 14 Prozent Anteil. Karpinski fordert deshalb eine Politik mit Augenmaß, die die Mobilitätsbedürfnisse der Steuerzahler berücksichtige. Doris Plate ■ UMSATZ IM KFZ-GEWERBE 2016 Gesamt: 172,0 Milliarden € (+9,9%) Service 32,0 Mrd. € (+5,6 %) GW Pkw über Markenhandel 53,9 Mrd. € (+18 %) GW Pkw über GW-Händler 13,8 Mrd. € (+13,2 %) NW Lkw 7,5 Mrd. € (+12,1 %) GW Lkw 3,8 Mrd. € (+6,0 %) NW Pkw und Pkw-Kombi 61,1 Mrd. € (+4,9 %) Quelle: ZDK Großes Plus beim Umsatz. Am besten lief es im Gebrauchtwagenbereich beim Markenhandel. www.autoservicepraxis.de • AUTOPROMOTEC 2017 • HALLE 14 STAND E20 • BESUCHEN SIE UNS • AUTOPROMOTEC 2017 • HALLE 14 STAND E20 • BESUCHEN SIE UNS • AUTOPROMOTEC 2017 • HALLE 14 STAND E20 • BESUCHEN SIE UNS BRAIN BEE VON EXPERTEN ENTWICKELT, MADE IN ITALY EXPERT XL Diagnosesystem mit 10“ Tablett-PC LEASING AB € 89,99 (*) IN ZUSAMMENARBEIT MIT Interesse an einer Diagnoseschulung? Bitte kontaktieren Sie info.de@brainbee.com CLIMA 9000D-1234 mit Freigabe Daimler Konzern CLIMA 6000 ECO-1234 CLIMA 8500-1234 CLIMA 9000 BUS PLUS LEASING AB € 66,36 (*) (*) BIS 30.05.2017 OF YOUR AUTOMOTIVE MADE IN ITALY B-PS TUTOR Geführte Online-Fehlerdiagnose B-PS TUTOR PLUS Ausbaustufe BPS-TUTOR CLIMA 1234-HO mit Freigabe nach dem Lastenheft der deutschen Kfz-Hersteller BRAIN BEE DEUTSCHLAND GMBH Tel 07424 /98 232-0 Email: info.de@brainbee.com TEC 2017 • HALLE 14 STAND E20 • BESUCHEN SIE UNS • AUTOPROMOTEC 2017 • HALLE L 14 STAND E20 • BESUCHEN SIE UNS • AUTOPROMOTEC 2017 • HALLE 14 STAND E20 • BESUCHEN SIE UNS • AUTOPROMO

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NACHRICHTEN AKTUELLE RÜCKRUFE (TAGESAKTUELL: WWW.AUTOSERVICEPRAXIS.DE/RUECKRUFE) Marke Modell Produktionszeitraum Audi A4 August bis September 2016 BMW 1er (E8x) Dezember 2010 bis Juni 2011 Gründe/Maßnahmen Fahrzeuge (D) interner Code Vollzug erkennbar an Nicht korrekt ausgeführte Schweißnaht an den Rücklehnen der Vordersitze/Im Falle eines Heckaufpralls erhöhte Verletzungsgefahr, da ein Versagen der Lehnenstruktur möglich wird/Kontrolle und ggf. Austausch der Sitzlehnen. Elastische Gelenkscheibe kann brechen/Bauteile können in Verkehrsraum gelangen, Ausfall des Antriebs bei Fahrzeugen mit Heckantrieb möglich/Prüfen bzw. Tauschen der Gelenkscheibe. 2er Active Tourer 2016 Klinke-Mechanismus der hinteren Sitzlehne ggf. nicht ordnungsgemäß geschweißt/Hintere Sitzlehne kann brechen, Verletzungen der Passagiere möglich. 3er (E9x) Dezember 2010 bis Juni 2011 Elastische Gelenkscheibe kann brechen/Bauteile können in Verkehrsraum gelangen, Ausfall des Antriebs bei Fahrzeugen mit Heckantrieb möglich/Prüfen bzw. Tauschen der Gelenkscheibe. keine Angabe 72G1 keine Angabe keine Angabe keine Angabe Reparaturmaßnahme wird in BMW-internen Datenbanken gespeichert. siehe oben siehe oben keine Angabe siehe oben siehe oben Reparaturmaßnahme wird in BMW-internen Datenbanken gespeichert. 5er (F10) siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben 5er China-Ausführung (F18) 5er Gran Turismo (F07) siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben 5er Touring (F11) siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben 6er Cabrio (F12) siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben 6er Coupé (F13) siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben X1 (E84) siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Chevrolet X1 2016 Klinke-Mechanismus der hinteren Sitzlehne ggf. nicht ordnungsgemäß geschweißt/Hintere Sitzlehne kann brechen, Verletzungen der Passagiere möglich. Z4 (E89) Dezember 2010 bis Juni 2011 Aveo (mit Kraftstoffpumpenabdichtung Serviceteil) Cruze (mit Euro- 4-Dieselmotor) 05.04.2011 bis 21.01.2015 Silverado 2014 29.01.2013 bis 04.09.2014 Silverado 2015 21.04.2014 bis 21.01.2015 Elastische Gelenkscheibe kann brechen/Bauteile können in Verkehrsraum gelangen, Ausfall des Antriebs bei Fahrzeugen mit Heckantrieb möglich/Prüfen bzw. Tauschen der Gelenkscheibe. Kraftstoffpumpenabdichtung defekt/Im Falle eines Überschlages des Fahrzeugs könnte dies zu Kraftstoffverlust und einem Fahrzeugbrand führen. 2011 Lochfraßkorrosion an einer Anschlussklemme der Fahrzeugkontrolleinheit/Motor kann plötzlich absterben. siehe oben siehe oben keine Angabe siehe oben siehe oben Reparaturmaßnahme wird in BMW-internen Datenbanken gespeichert. keine Angabe keine Angabe keine Angabe siehe oben siehe oben siehe oben Unzureichende Spannung vom Sicherheitsgurt/ Insassen können sich aus Sicherheitsgurt lösen, Verschleiß möglich, beim Aufprall kann Gurt reißen. siehe oben 15822 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 www.autoservicepraxis.de

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AKTUELLE RÜCKRUFE (TAGESAKTUELL: WWW.AUTOSERVICEPRAXIS.DE/RUECKRUFE) Marke Modell Produktionszeitraum Chrysler Sebring 17.04.2000 bis 21.02.2005 Town & Country Februar 2007 bis September 2009 Dacia Logan II 21.09. bis 05.10.2016 (Rumänien) 03.10. bis 10.10.2016 (Russland) Logan 24.09. bis 04.11.2012, 10.12.2012 bis 20.01.2013, 12.04. bis 26.05.2013 und 06.11. bis 15.12.2013 Beifahrer-Sonnenblende kann bei Entfaltung des Beifahrer-Airbags je nach Neigungswinkel aus ihrer Halterung gerissen und in Richtung Beifahrersitz geschleudert werden/Erhöhte Verletzungs gefahr der Insassen auf den Vordersitzen. Korrosion innerhalb des Steuergerätes des Insassenschutzsystems (ORC-Modul)/Fehlfunktion der Airbags möglich. Verwendung eines nicht konformen Materials für Bremszylinder/Zylinder kann platzen und Bremssattel vorne abreißen/Kontrolle und Austausch des Bremssattels. Fehlerhaft verbaute Gasgenerator-Zünder möglich/Im Falle eines Aufpralls mit Auslösung des Airbags kann es passieren, dass sich der Fahrerairbag nicht entfaltet/Einbau eines neuen Airbags. keine Angabe R30 keine Angabe keine Angabe keine Angabe keine Angabe keine Angabe 0CG8 Maßnahme wird im internen Renault-Händlernetz vermerkt. siehe oben 0CDQ siehe oben Sandero siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Sandero II 21.09. bis 05.10.2016 (Rumänien) 03.10. bis 10.10.2016 (Russland) Verwendung eines nicht konformen Materials für Bremszylinder/Zylinder kann platzen und Bremssattel vorne abreißen/Kontrolle und Austausch des Bremssattels. siehe oben 0CG8 siehe oben Dodge Journey 19.07.2010 bis 26.05.2015 RAM (DR) 01.01.2002 bis 25.07.2003 Ferrari California Mai 2008 bis Dezember 2011 Motorabdeckung mangelhaft befestigt/Brand im Motorraum auch nach dem Abstellen des Fahrzeugs möglich. Auslösender Beifahrerairbag kann Metallfragmente freisetzen/Verletzungsgefahr der Fahrzeuginsassen. Fehler im Gasgenerator des Beifahrerairbags/Verletzungsgefahr durch unkontrollierte Entfaltung des Airbags bei Auslösung. Fiat Doblo Cargo Juli 2016 Mögliche Nichtkonformität des Pleuel-Materials der Vorderradaufhängung/Pleuel kann brechen und zu instabilem Fahrverhalten führen. Tipo Oktober 2015 bis Juli 2016 Ford Ranger 29.09.2011 bis 30.03.2012 Airbag-Verkabelung nicht korrekt/Kurzschluss und ungewollte Fahrerairbag-Auslösung möglich/Anbringung eines Schutzbandes und Neupositionierung der Verkabelung im Fahrzeug. Inkorrektes Signal des Antriebswellen-Drehzahl- Sensors/Unvorhergesehenes Herunterschalten vom 6. in den 1. Gang möglich/Kalibrierung des Getriebesteuergerätes. Hyundai Genesis 2011 bis 2015 Schrauben für die Aufhängung des Hinterachsdifferentials können sich lösen/Differential kann in den Verkehrsraum fallen. Tucson 2015 bis 2016 Fehlerhafter Fangbügel/Öffnen der nicht ordnungsgemäß verschlossenen Motorhaube während der Fahrt möglich. Jeep Cherokee Produktionsstart bis August 2015 Gründe/Maßnahmen Fahrzeuge (D) interner Code Vollzug erkennbar an Kabel der Frontaufprallsensoren können sich beim Unfall lösen, bevor das „Aufprallsignal“ erfasst wurde/In diesem Fall würden Gurtstraffer und Airbags nicht auslösen/Getriebesteuergerät (TCM) muss mit neuer Software programmiert und Kabelsatz des Fahrstufensensors muss ausgetauscht werden. keine Angabe keine Angabe keine Angabe siehe oben siehe oben siehe oben keine Angabe keine Angabe keine Angabe keine Angabe keine Angabe keine Angabe 4.054 6052 siehe oben 71 keine Angabe keine Angabe keine Angabe keine Angabe keine Angabe siehe oben siehe oben siehe oben keine Angabe S55 keine Angabe Renegade siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 11

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NACHRICHTEN Unzureichende Crimpverbindung an der Getriebeverkabelung/Unerwartetes Eindrücken der Schaltung auf Position N und somit Antriebsverlust möglich/Vorhandener Kabelsatz muss modifiziert und an einem anderen Ort befestigt werden. Lamborghini Aventador 2012 bis 2017 Fehlfunktion am Tanksystem/Austritt von Kraftstoffdämpfen am Heck möglich, die sich an den heißen Abgasen entzünden können/Austausch der fehlerhaften Teile. Maserati Levante MJ 2017 2017 Nicht der Spezifikation entsprechendes Mischungsverhältnis der Zündchemikalien/Beim Unfall könnten rechter Kopf- und Seitenairbag nicht auslösen/Betroffener Airbag wird ausgetauscht. Mercedes-Benz AKTUELLE RÜCKRUFE (TAGESAKTUELL: WWW.AUTOSERVICEPRAXIS.DE/RUECKRUFE) Marke Modell Produktionszeitraum Jeep Wrangler (BU) 14.06.2015 bis 13.08.2016 Levante S mit Benzinmotor C-Klasse (BR 205), Limousine und T-Modell seit Juni 2016 August 2012 bis Oktober 2015 Beim Abbremsen bei geringen Geschwindigkeiten kann Motordrehzahl zu weit absinken/Durch Softwarefehler ist automatisches Umschalten des Automatikgetriebes von D auf N automatisch möglich/Update der Motorsteuerungssoftware. Steuergerät der elektrischen Servolenkung fehlerhaft verschweißt/Verlust der Servolenkung und Brand möglich/Austausch der elektrischen Servolenkung. 794 S76 keine Angabe 430 keine Angabe keine Angabe 2 #350 Eine durchgeführte Reparatur ist nur systemseitig im Garantie- oder Servicesystem von Maserati sichtbar. 315 338 keine Angabe keine Angabe keine Angabe keine Angabe E-Klasse (BR 212) siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben E-Klasse Coupé siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben (BR 207) E-Klasse Oktober 2015 bis September 2016 Montagefehler beim Steuergerät für Sitzbelegungserkennung des Beifahrers/Beifahrerairbag könnte deaktiviert werden/Überprüfung und ggf. Verlegung des Druckschlauches vom Steuergerät für die Sitzbelegungserkennung unter dem Beifahrersitz. siehe oben siehe oben siehe oben GL (BR 166) Juli 2014 bis September 2016 Kalibrierung der automatischen Insassenklassifizierung der Beifahrersitzbelegung entspricht eventuell nicht der internen Spezifikation/Automatische Insassenklassifizierung erkennt Person nicht richtig und stuft Beifahrer als Kindersitz ein, Deaktivierung des Beifahrerairbags möglich/Softwareaktualisierung der Insassenklassifizierung siehe oben siehe oben siehe oben GLE (BR 166) siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben GLE Coupé siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben (BR 292) GLE Coupé (BR 292) September 2014 bis März 2015 Nicht ordnungsgemäß verschraubte Vorder- oder Hinterachse/Schrauben können brechen/Erneuern der Schrauben. siehe oben siehe oben siehe oben GLS (BR 166) Juli 2014 bis September 2016 Gründe/Maßnahmen Fahrzeuge (D) interner Code Vollzug erkennbar an Kalibrierung der automatischen Insassenklassifizierung der Beifahrersitzbelegung entspricht eventuell nicht der internen Spezifikation/Automatische Insassenklassifizierung erkennt Person nicht richtig und stuft Beifahrer als Kindersitz ein, Deaktivierung des Beifahrerairbags möglich/Softwareaktualisierung der Insassenklassifizierung siehe oben siehe oben siehe oben ML (BR 166) siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben ML (BR 166) September 2014 Nicht ordnungsgemäß verschraubte Vorder- oder siehe oben siehe oben siehe oben bis März 2015 Hinterachse/Schrauben können brechen/Erneuern der Schrauben. R-Klasse (BR 251) siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 www.autoservicepraxis.de

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AKTUELLE RÜCKRUFE (TAGESAKTUELL: WWW.AUTOSERVICEPRAXIS.DE/RUECKRUFE) Marke Modell Produktionszeitraum Mercedes-Benz S-Klasse (BR 222) August 2012 bis Oktober 2015 Gründe/Maßnahmen Fahrzeuge (D) interner Code Vollzug erkennbar an Steuergerät der elektrischen Servolenkung fehlerhaft verschweißt/Verlust der Servolenkung und Brand möglich/Austausch der elektrischen Servolenkung. keine Angabe keine Angabe keine Angabe SL (BR 231) siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Opel Vivaro B 14.05.2015 bis 21.01.2016 Verschraubung am hinteren Panhard-Stab zur Achse evtl. falsch angezogen/Panhard-Stab kann verbiegen oder brechen/Prüfung des Anzugsdrehmomentes und ggf. wechseln des Stabes und der kompletten Achse. 1.275 keine Angabe keine Angabe Renault Clio IV 26.09. bis 10.10.2016 (Türkei) und 28.09. bis 05.10.2016 (Frankreich) Fluence Z. E. 01.02. bis 17.02.2016 Verwendung eines nicht konformen Materials für Bremszylinder/Zylinder kann platzen und Bremssattel vorne abreißen/Kontrolle und Austausch des Bremssattels. Schrauben des Achsschenkelträgers nicht den Vorgaben entsprechend angezogen/Beeinträchtigung des Spurhaltevermögens/Kontrolle des Anzugsdrehmoments der Schrauben, ggf. Austausch der Hinterachse. 983 0CG8 Maßnahme wird im internen Renault-Händlernetz vermerkt. keine Angabe 0CBE siehe oben Mégane IV siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Toyota Mirai September 2014 bis Dezember 2016 Spannungsanstieg auf 650 Volt möglich/Brennstoffzelle schaltet sich aus Sicherheitsgründen ab, Antriebsverlust/Software-Update für Antriebsregelung. 35 17SMD-015 Instandsetzung wird im Garantiesystem beim Hersteller gespeichert. VOLLER FREUDE GRATULIEREN WIR ZUM JUBILÄUM! � PKW- und NKW-Ersatzteile � KFZ-Zubehör � Werkstattausrüstung � Werkzeug � Industriegestützte Konzepte � Lack und Lackierzubehör � Werkstatt-Software � Fahrzeugchemie www.wm.de

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TITEL 20 JAHRE ASP Ein Blick in die Werkstatt Seit 20 Jahren liefert asp AUTO SERVICE PRAXIS praxisnahe Brancheninformation für Servicebetriebe. Das Jubiläum ist ein guter Anlass, um auf 20 Jahre Berichterstattung zurückzublicken. Wir feiern Geburtstag! Die Fachzeitschrift asp AUTO SERVICE PRAXIS wird 20. Diesem runden Geburtstag widmen wir das Titelthema dieser Jubiläumsausgabe und nehmen dies zum Anlass, einmal zurückzublicken. Das Geburtstagskind ist längst den Kinderschuhen entwachsen und hat heute einen festen Platz in der Branche. In ihren Widmungen und Grußworten haben uns nicht nur der Herausgeber TÜV SÜD, die maßgeblichen Verbände der Branche, sondern auch zahlreiche Unternehmen aus den Bereichen Werkstattausrüstung, Handel, Service und Teilehersteller gratuliert und dazu beigetragen, dass dieses bunte Jubiläumsheft ent- stehen konnte. Es gehört Mut dazu, einen neuen Fachtitel am Markt zu platzieren. Der Verlag hat den Bedarf an unabhängiger und kritischer Brancheninformation zum Servicemarkt vor 20 Jahren erkannt und das nötige Durchhaltevermögen bewiesen. Es ist vor allem dem Engagement und dem unermüdlichen Einsatz der Redaktion zu Mit der Märzausgabe geht eine neue Zeitschrift an den Markt: Geburtsstunde von asp 1997 AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 1998 Beginn der Partnerschaft mit den TÜV, die asp als das Medium für Kfz-Betriebe schätzen www.autoservicepraxis.de

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verdanken, die den Titel in kurzer Zeit am Markt etablieren konnte und sich einen hervorragenden Ruf erarbeitet hat. Wenn man in den Archiven Jahr um Jahr zurückgeht, werden nicht nur die Frisuren auf den Fotos seltsamer, sondern auch so manches Thema mutet heute fast schon kurios an: Es gab eine Zeit, da waren Navigationssysteme im Auto eine echte Besonderheit und es ist noch nicht so lange her, da waren Preisangaben selbstverständlich in D-Mark zu rechnen. Abwrackprämie – erinnern Sie sich noch an das Konjunkturprogramm der Bundesregierung? Wir wollen aber nicht nur uns selbst bespiegeln, sondern den Blick auf unsere Leser lenken, die alle eine Geschichte zu erzählen haben. Für die Jubiläumsausgabe haben wir uns auf die Suche nach Servicebetrieben gemacht, die ebenfalls ihr 20-jähriges Jubiläum feiern. Wir wurden fündig, haben zwei Betriebe besucht und uns deren Geschichte von 20 Jahren Werkstattalltag erzählen lassen. Dietmar Winkler ■ asp macht auf die Gefahren durch Airbags für die Werkstatt aufmerksam Print allein reicht nicht: asp bekommt einen Onlineauftritt und liefert Lesern Infos auch digital 1999 2000 www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 15

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TITEL TÜV SÜD AUTO SERVICE 20 Jahre Brancheninformation Die Herausgeber von AUTO SERVICE PRAXIS blicken auf die langjähige Zusammenarbeit von TÜV SÜD und der Fachzeitschrift zurück und gratulieren zum 20-jährigen Jubiläum. eit März 1997 ist AUTO SERVICE PRAXIS die Fachzeitschrift für die Autobranche. Werkstätten und Autohäuser werden seit nunmehr 20 Jahren mit wertvollen Berichten, Reportagen und Fachinformationen von der Redaktion versorgt. Die gewonnenen Journalistenpreise und die Auflage von 20.000 Exemplaren zeigt: die Redaktion hatte und hat Augen und Ohren „an und in“ der 20 Jahre Partnerschaft. TÜV SÜD und asp arbeiten seit dem ersten Heft zusammen. Ein Grund zu feiern! Branche und trifft den Puls der Zeit. Auch beim Thema Digitalisierung ist asp „up to date“: mit der App, dem täglich erscheinenden E-Mail-Newsletter und der Website punktet das Fachmagazin beim Leser. Das asp-Jubiläum ist auch für uns ein Grund zu feiern! TÜV SÜD und asp arbeiten seit dem ersten Heft zusammen. 20 Jahre Partnerschaft, mit unzähligen Berichten, Reportagen und Interviews. Ein partnerschaftliches Zusammenspiel, das sich über die Jahre mehr als bewährt hat. Wir sagen Danke, stellvertretend für das gesamte TÜV SÜD-Team. Auch für viele unserer TÜV SÜD-Mitarbeiter ist die asp im Laufe der Jahre zu einer Pflichtlektüre geworden. Unser Dank gilt nicht nur der „Marke asp“, sondern besonders den Menschen, Lars Kammerer, Leiter Marketing, TÜV SÜD Auto Service GmbH die an und mit dem Fachmagazin arbeiten: den Redakteuren/innen, die manchmal Tag und Nacht in der Branche unterwegs sind und gewissenhaft, zielstrebig die nächste „Story“ recherchieren. Den Anzeigenverkäufern, die mit ihrer oft schwierigen Arbeit dafür sorgen, dass es asp auch finanziell gut geht. Der Grafik, die für einen guten Auftritt sorgt und der Herstellungsabteilung, die zusammen mit der Druckerei und den Logistikern für die schnelle Verbreitung verantwortlich ist. Ein Danke auch dem gesamten Online- asp fährt Toyota Prius, der 2001 als erster Hybrid auf den deutschen Markt kommt Jürgen Wolz, COO, TÜV SÜD Auto Service GmbH Team, das die Leser sekundenschnell via Newsletter, News-App und Internet mit wichtigen Informationen versorgt. Es ist uns eine besondere Freude, Ihnen zu 20 Jahren professionelle Berichterstattung in der Autobranche zu gratulieren. Zum Jubiläum können Sie mit Stolz auf Ihre vielfältigen Leistungen zurückblicken. Wir freuen uns schon jetzt auf die vielen Ausgaben, die in Zukunft noch kommen werden. Jürgen Wolz, COO, TÜV SÜD Auto Service Lars Kammerer, Leiter Marketing, TÜV SÜD Auto Service ■ Am 1. April 2002 wird die AU-OBD eingeführt. Dazu bringt asp ein Sonderheft Fotos: TÜV SÜD, Dietmar Winkler 2001 AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 2002 www.autoservicepraxis.de

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Die blauen Seiten der asp: Jeden Monat veröffentlicht TÜV SÜD auf einer Doppelseite spannende Themen aus dem Dienstleistungsportfolio der Prüforganisation. Das Layout hat sich im Laufe der Zeit stark gewandelt. Das erste Sonderheft zu Werkstattsystemen erscheint als Beilage zur asp 2003 www.autoservicepraxis.de

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TITEL ASA-VERBAND Kritisch, aber sachlich Eine besondere Zusammenarbeit verbindet den ASA-Verband mit asp. Auf Seiten der Werkstattausrüster schätzt man u.a. die fachkundige und ausgewogene Berichterstattung anstelle der schnellen Schlagzeile. eit 2002 arbeitet unser Verband eng mit der Redaktion asp zusammen. Lesern zeigt sich das über die monatlich erscheinenden Nachrichten aus dem Verband unter der Rubrik „ASA- News“. Als Verband sind wir in erster Linie der Neutralität verpflichtet, auch gegenüber der Fachpresse. Und doch ist die Zusammenarbeit mit der asp-Redaktionsmannschaft besonders. Besonders vor allem, weil das Redaktionsteam den Dingen auf seine Art auf den Grund geht und speziell technische Regularien, Vorgaben und Entwicklungen hinterfragt. Dabei immer darum bemüht, Dinge kritisch, aber sachlich und fair von allen Seiten zu betrachten und Lesern komplexe rechtliche und technische Themen verständlich und nachvollziehbar darzubieten. Diese Art der Bericht erstattung hilft auch uns und unseren Mit gliedern. Praktikable Lösungen im Blick Unser Verband arbeitet auf nationaler und internationaler Ebene aktiv an der praktischen Ausgestaltung gesetzgeberischer Vorgaben mit. Unsere Experten aus den Fachbereichen sind oft daran beteiligt, wenn aus Verordnungen, Richtlinien und Gesetzen von EU, Bundesregierung oder Landesbehörden praktikable und für den Arbeitsalltag in Werkstätten und Autohäusern finanziell vertretbare Prüf- und Überwachungsmethoden entwickelt werden. Diese Aufgaben gestalten sich oft Foto: ASA-Verband ASA-Präsident Frank Beaujean gratuliert anlässlich des 20-jährigen Jubiläums. langwierig, weil komplexe technische Themen viel Expertenwissen und Detailarbeit erfordern. Immer wieder betreten wir dabei auch Neuland. So ist die aktuell angekündigte Wiedereinführung der Endrohrmessung im Rahmen der Abgasuntersuchung nur ein Aufklärung und Wissensvermittlung sind verbindende Elemente zwischen asp und ASA-Verband. erster Schritt hin zu einer Emissionsuntersuchung, bei der in Zukunft auch der Stickoxidgehalt im Abgas regelmäßig im Feld überwacht werden soll. Der ASA-Verband arbeitet mit seinen Experten auch hier an der technischen Lösung mit, die im Rahmen der periodischen Untersuchung die Interessen von Umwelt, Verbrauchern und Werkstätten gleichermaßen berücksichtigt und die Vorgaben der Politik gesetzeskonform umsetzt. Qualität der Berichterstattung Solche Themen eignen sich nicht für die schnelle Schlagzeile, die im Journalismus generell und im Online-Journalismus im Besonderen heute die einzig gültige Währung darzustellen scheint. Das asp-Team hat – untypisch für Journalisten – häufig auf manch schnelle Schlagzeile verzichtet. Die Qualität der Berichterstattung erhält in der Regel den Vorrang vor der Geschwindigkeit der Veröffentlichung. Diese Tugend prägt auch die Arbeit unserer Experten und Mitglieder und begründet die besondere Beziehung zwischen der asp und dem ASA-Bundesverband. Ich wünsche dem asp-Team im Namen aller ASA-Mitglieder, dass es diese Tugend auch künftig erfolgreich pflegt und gratuliere zum 20-jährigen Bestehen der Zeitschrift. Frank Beaujean, Präsident des Bundesverbandes der Hersteller und Importeure von Automobil-Service Ausrüstungen e.V. (ASA) ■ Bosch stellt ein völlig neuartiges optisches Achsmess-System VW verabschiedet sich vom Pumpe-Düse- System im Motor KBA-Interview zu fragwürdigen Praktiken bei Rückrufaktionen 2004 AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 2005 2006 www.autoservicepraxis.de

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asp & CARAT: SEIT 20 JAHREN IM DIENSTE DER WERKSTATT asp liefert erstklassige Informationen, CARAT die gefragten Ersatzteile und mehr. Zuverlässig, schnell, auf der Höhe der Zeit.

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TITEL ZENTRALVERBAND DEUTSCHES KRAFTFAHRZEUGGEWERBE „Motortester der Branche“ Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe ZDK schätzt asp als zuverlässige fachliche Orientierungshilfe für die Servicebetriebe. Der Informationsfluss wird in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen. ie asp ist für die Branche wie der Motortester in der Werkstatt: Regelmäßig bekommt die Leserschaft Updates der neuesten technischen Entwicklungen und deren Auswirkungen auf Werkstatt und Service. Die Redaktion recherchiert und analysiert die Trends, fasst zusammen und bewertet für die Leser, was wichtig ist. Diese seismographische Funktion wird in Zukunft eher noch wichtiger. Denn unsere Branche steht vor großen Herausforderungen. Wichtige Stichworte sind Digitalisierung und Vernetzung. Insbesondere im Bereich Werkstatt und Service sind viele der kleinen, mittelständischen Betriebe noch analog aufgestellt. Doch die Digitalisierung wird Schritt für Schritt Einzug halten in die tägliche Arbeit. Dabei können wir mit Fug und Recht sagen, dass unsere Betriebe bereits in der Vergangenheit zahlreiche Veränderungsprozesse erfolgreich gemeistert haben: Im Service durch den technischen Wandel von der Mechanik zur Mechatronik und nun hin zur Digitalisierung. Hohe Veränderungsgeschwindigkeit Dabei müssen wir uns vor Augen führen, dass es hier keinen Weg zurückgeben wird. Denn alles, was digitalisiert und in Information verwandelt werden kann, wird digitalisiert und in Information verwandelt. Das bringt eine hohe Veränderungsgeschwindigkeit mit sich. Bildlich gesprochen: Wer dreißig Schritte linear, Foto: ZDK Jürgen Karpinski, Präsident Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe das heißt Schritt für Schritt zurücklegt, kommt rund dreißig Meter weit. Wer die dreißig Schritte exponentiell gesteigert zurücklegen könnte, hätte die Erde 25-mal umrundet. Auch unter digitalen Vorzeichen müssen wir die Servicefähigkeit der Kfz- Betriebe erhalten und ihnen den Zugang zu Reparatur- und Wartungsinformationen ermöglichen. Weitere Treiber sind steigender Kostendruck und komplexere Arbeitsabläufe, aber auch gestiegene Kundenerwartungen. Sie fordern uns in der Organisation des Serviceprozesses, der zum Beispiel mit intelligenter Software komplett vernetzt werden kann. Das muss einhergehen mit der intensiven Schulung aller Mitarbeiter. Branche ist zukunftsfähig Wir kämpfen in Brüssel und Berlin dafür, dass die Kfz-Systeme offen und interoperabel sein müssen – mit frei zugänglichen Schnittstellen zu den On-Bord-Systemen der Fahrzeuge und den Servern der Hersteller, auf denen die für den sicheren Betrieb sowie für Reparatur und Wartung benötigten Informationen liegen. Und wir haben uns dem Thema alternative Antriebe und Elektromobilität zu stellen. Der Markt wird sich in den kommenden Jahren deutlich positiv entwickeln. Auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur geht voran. Im Service sind wir im Kfz-Gewerbe für die E-Mobilität gut gerüstet. Inzwischen haben bundesweit rund 12.300 Kfz-Mechatroniker die notwendigen Hochvolt-Schulungen absolviert. Die E-Mobilität kann also getrost kommen. Für all diese und viele weitere Herausforderungen benötigen wir in unseren Betrieben kompetente fachliche Information als Orientierungshilfe. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die asp diese Funktion auch weiterhin in gewohnt zuverlässiger und lesenswerter Weise erfüllt. Jürgen Karpinski, Präsident Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) ■ Das Konzeptauto Flextreme schafft rein elektrisch 55 Kilometer Gründung QM- Verein (Selbstüberwachung der Prüfer) Abwrackprämie startet im Januar. Abwicklung: BAFA-Institut 2007 AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 2008 2009 www.autoservicepraxis.de

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Wir gratulieren und sagen Danke für 20 Jahre branchenprägendes Engagement. MAHA Maschinenbau Haldenwang GmbH & Co. KG Hoyen 20 | 87490 Haldenwang | Germany maha.de

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TITEL GESAMTVERBAND AUTOTEILE-HANDEL Blick über den Tellerrand Der Präsident des GVA, Hartmut Röhl, stellt asp ein gutes Zeugnis aus: Er lobt die fachlich gut recherchierten, praxisnah aufbereiteten und verständlichen Fachbeiträge. eit nunmehr 20 Jahren begleitet AUTO SERVICE PRAXIS den Kfz- Aftermarket und informiert allmonatlich die interessierte Leserschaft etwa in den Servicebetrieben über wichtige Entwicklungen rund um die Themen des automobilen Kfz-Aftermarket. Zwischen der AUTO SERVICE PRAXIS und dem Gesamtverband Autoteile-Handel (GVA) hat sich bereits frühzeitig eine vertrauensvolle, gute Zusammenarbeit entwickelt und weiter verfestigt, die für alle – sowohl hoffentlich für die asp-Leser als auch sicher für die Redaktion sowie für den GVA mit seinen Mitgliedern – von Vorteil ist. Neben den fundierten Beiträgen zur Automobil- sowie Werkstatttechnik und zur Betriebspraxis zeichnet sich die asp blickt über das Tagesgeschäft hinaus auf die wettbewerbspolitischen Rahmenbedingungen des IAM. AUTO SERVICE PRAXIS vor allem auch dadurch aus, dass sie über den berühmten „Tellerrand“ hinausblickt, sich eben nicht nur auf das Aftermarket-Tagesgeschäft beschränkt, sondern vielmehr des Weiteren ein waches Auge auf die wirtschaftlichen und wettbewerbspolitischen Rahmenbedingungen für unsere Branche wirft. Das gilt etwa für die „disruptiven“ Faktoren neuer Technologien, wie Elektroantrieb, Digitalisierung und Telematik, Es hat sich frühzeitig eine vertrauensvolle, gute Zusammenarbeit entwickelt und weiter gefestigt. die das bisherige Geschäftsmodell einer funktionierenden Wertschöpfungskette im Kfz-Aftermarkt herausfordern. Die Gefahren aufzuzeigen, die in einem Missbrauch der neuen technischen Möglichkeiten liegen, mehr aber noch die neuen Chancen darzustellen, die sich bei Schaffung von fairen gesetzlichen Rahmenbedingungen ergeben, ist Aufgabe eines Fachmagazins mit dem Titel AUTO SERVICE PRAXIS. Keine bezahlte PR Gerade in Zeiten, in denen professioneller Journalismus im Allgemeinen und Fachjournalismus im Speziellen im Wettbewerb mit neuen Formen der Berichterstattung sowie bezahlter PR stehen, sind fachlich gut recherchierte, praxisnah aufbereitete und verständlich vermittelte, neutrale Informationen umso wichtiger. Hier hat die AUTO SERVICE PRAXIS in den vergangenen 20 Jahren hervorragende Arbeit geleistet und wir sind sicher, dass sie das auch in den nächsten Jahren tun kann und wird. Wir gratulieren der AUTO SERVICE PRAXIS und den „Machern“ hinter dem Blatt herzlich zum runden Jubiläum, freuen uns auf die kommenden Jahre und wünschen dafür weiterhin alles Gute! Hartmut Röhl, Präsident GVA ■ GVA-Präsident Hartmut Röhl setzt auf neutrale Informationen über den Aftermarket. Foto: GVA asp berichtet exklusiv aus der ersten deutschen Tesla-Werkstatt 2010 AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 2011 Erste Klimaservicegeräte für das neue Kältemittel R-1234yf www.autoservicepraxis.de

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ZENTRALVERBAND KAROSSERIE- UND FAHRZEUGTECHNIK asp gehört in die Branche Die Karosserie- und Lackierfachbetriebe stehen vor einigen Herausforderungen. Der ZKF wünscht sich von asp eine Begleitung des Wandels mit gewohnt verlässlichen Berichten über die Branche. Eine Fachzeitschrift, welche sich mit den Herausforderungen der freien Werkstatt beschäftigt, die sich im Schwerpunkt kompetent den Anforderungen dieses Bereiches widmet, steht zweifelsohne auch im Karosserie- und Fahrzeugbau hoch im Kurs. Ich sehe die asp oft auf den Schreibtischen der Mitglieder der Karosserie- und Fahrzeugbauer-Innungen Themen für den freien Markt stehen im Vordergrund und werden qualitativ hochwertig und sachlich bearbeitet. liegen und kann behaupten, die asp gehört in unsere Branche. Die freie Werkstatt kann hier Ausgabe für Ausgabe die Trends nachlesen, wird kompetent durch den Newsletter und die abrufbaren Daten auf der Webseite informiert. Dabei stehen die Themen für den freien Markt im Vordergrund und werden qualitativ hochwertig, sachlich und prägnant bearbeitet. Information über alle Kanäle Die Kombination der asp aus Zeitschrift, Newsletter, Webseite und Datenbank, welche für die freien Werkstätten recherchiert und anschließend über alle Kanäle die Markt- und Verbandsentwicklungen an die Werkstätten verteilt wird, ist auch für uns wichtig. Gerade die Unabhängigkeit der asp, die sie im Rahmen ihres Verlages ausspielen kann, bietet somit den Werkstätten ein informatives Medium. Wichtig sind dabei die unmittelbare Nähe an der Reparaturpraxis, die zahlreichen aktuellen Entwicklungen und Themen in der Branche sowie die Berichte über die neuen Werkzeuge für die Reparatur, die uns in den Betrieben das Leben leichter machen. Fahrzeuge werden immer komplexer Nicht nur der Karosserie- und Lackierfachbetrieb steht vor einigen Herausforderungen in der Zukunft. Die Fahrzeuge werden komplexer, in der Karosserie, in der Elektronik, im Lack und im Zusammenspiel aller Systeme an Bord. Die Fahrzeuge werden sich verändern im Antrieb, in der Konstruktion der Karosserie und ebenso in der Nutzung durch den Fahrer. Die Betriebe der Zukunft werden dann erfolgreich sein, wenn sie sich diesen Veränderungen anpassen. Der Kunde wird sich ebenso wie sein Verhalten verändern. Wir müssen uns dem anpassen und das Fahrzeug als einen Betriebe der Zukunft werden dann erfolgreich sein, wenn sie sich den Marktveränderungen anpassen. komplexen Bestandteil innerhalb eines Netzwerkes der Mobilität verstehen. Das System Fahrzeug dann auch über alle Anforderungen hinweg, kompetent und komplett reparieren zu können, ist dabei die Herausforderung und Pflicht der freien Werkstätten. Aus diesem Grund ist es erforderlich, dass sich die Betriebe heute schon mit allen Spezifikationen der Fahrzeugreparatur auseinandersetzen, denn fast jede Unfallreparatur betrifft auch die Mechanik und Elektronik. Die asp wird uns auf diesem Weg begleiten und hoffentlich auch die nächsten 20 Jahre weiterhin verlässliche Berichte über unsere Branche liefern. Der ZKF wünscht der asp in einem spannenden Marktumfeld weiterhin gute Recherchearbeit und erfolgreiche Veröffentlichungen der Nachrichten und Artikel. Peter Börner, Präsident ZKF ■ Peter Börner, Präsident Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik Foto: ZKF Start der exklusiven Kooperation zwischen asp und TÜV SÜD 20 Jahre AU: asp legt Argumente für die Wiedereinführung der Endrohrprüfung vor 2012 2013 www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 23

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TITEL GEWINNSPIEL Welcher Titel springt Sie an? Das Gesicht der Zeitschrift AUTO SERVICE PRAXIS hat sich über die Jahre verändert. Der Blick in die Archive fördert längst vergessene Ausgaben zutage. Wählen Sie mit uns das schönste Titelbild aus 20 Jahren. it dem Cover einer Zeitschrift ist es wie beim Menschen. Im Laufe der Jahre verändert sich das Aussehen. Der entscheidende Unterschied: die Zeitschrift bleibt jung, weil sie sich verändert und sich dem Stilempfinden der Zeit anpasst. Nicht alle Titelbilder konnten uns rückblickend aus heutiger Sicht überzeugen. Viele Motive waren aber einfallsreich und springen den Betrachter auch heute noch an. Stöbern Sie mit uns in der Galerie und wählen Sie das schönste Titelbild aus 20 Jahren asp. Zu gewinnen gibt es hochwertiges Werkzeug für die Werkstatt, das uns der Hersteller Hazet zur Verfügung gestellt hat, beispielsweise einen Knarren-Ring-Maulschlüssel-Satz oder den Steckschlüssel- und Bit-Satz „Smart Case“. Welches Titelbild gefällt Ihnen am besten? So können Sie gewinnen: Suchen Sie Ihren Favoriten und schreiben Sie uns eine E-Mail mit Betreff „Schönstes Titelbild“, Ihrem Namen und der Nummer Ihres Gewinnerbildes an die E-Mailadresse Springer.AutoServicePraxis@springernature.com. Gewinnspiel auch online Am Gewinnspiel können Sie auch online unter www.autoservicepraxis.de/gewinnspiel teilnehmen. Dort finden Sie auch die Teilnahmebedingungen. Einsendeschluss ist der 13.04.2017. Wir freuen uns auf Ihre Auswahl! Dietmar Winkler ■ Zu gewinnen gibt‘s hochwertiges Werkzeug, zum Beispiel einen Hazet Knarren-Ring- Maulschlüssel-Satz 606/5. 1 2 3 4 Der ADAC begräbt die Pläne für ein eigenes Werkstattnetz 2014 AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 2015 Diagnose: asp stellt die Pläne des ZDK zum Euro DFT im Detail vor www.autoservicepraxis.de

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5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 asp besucht nach dem Abgasskandal eine VW- Werkstatt zum Softwareupdate Immer und jederzeit informiert – asp stellt die neue kostenlose News-App vor 2016 2017 www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 25

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TITEL DAS TEAM Wir sind asp! Redaktion, Sales, Marketing, Online, Vertrieb oder Grafik – viele Menschen sorgen mit Herzblut dafür, dass sich Leser Monat für Monat auf ihre AUTO SERVICE PRAXIS verlassen können. Dietmar Winkler, Chefredakteur Ist seit 2000 bei Springer und als Chefredakteur für die Weiterentwicklung von asp zuständig. „Wir wollen für die täglichen Herausforderungen im Servicebetrieb relevante Information mit Nutzwert liefern – das ist Anspruch und Motivation zugleich.“ Alexander Junk, Redakteur Als technikbegeisterter Journalist liegen ihm die automobiltechnischen Themen besonders am Herzen. „Die Neuentwicklungen von heute schlagen morgen in den Werkstätten auf – darauf bereiten wir unsere Leser vor.“ Valeska Gehrke, Redakteurin Sie ist seit 2015 als Redakteurin mit an Bord und kümmert sich um das Ressort Werkstatttechnik. Außerdem ist sie für die Heftstruktur zuständig. „Mich begeistert die Vielseitigkeit der Branche sowie die Offenheit der Menschen.“ AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 Thomas Maier, Online-Redakteur Er ist seit 1999 im Verlag und seit drei Jahren im asp- Team. Als Online-Redakteur ist er immer up to date. „Mit dem täglichen asp-Newsletter erhalten Leser die wichtigsten Branchennews geliefert.“ Michael Harms, Anzeigen- & Marketingleiter Springer Automotive Media Er arbeitet seit 2000 bei Springer und kümmert sich um Sales und Marketing. „Ich finde es spannend, unsere Verlagsprodukte im digitalen Wandel in eine Medienmarke zu transformieren.“ www.autoservicepraxis.de

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Sanja Klöppel, Key Account Managerin Schon seit Oktober 2000 an Bord sorgt sie dafür, dass sich die Anzeigenkunden professionell betreut und gut aufgehoben fühlen. „Das Spannende dabei sind die Vielfalt der Produkte sowie die Begegnungen mit interessanten Menschen.“ Birgit Zipfel, Mediaberaterin Seit 2008 kümmert sie sich darum, dass Kunden ihr Produktportfolio erfolgreich in der asp bewerben können. „Die Branche ist besonders interessant, da sie ständig in Bewegung ist und ich den Wandel der Zeit hautnah miterleben kann.“ Fotos: Jan Scheutzow, privat Upps! Haben Sie etwas vergessen? Vielleicht Ihren alten Prüfstand? Nur die wenigsten "älteren" Prüfstände in Deutschland entsprechen der neuen Richtlinie. Gehört Ihrer dazu? Wenn nicht, wird es langsam Zeit für einen neuen. Multiflex 06 Easy Der Gesetzgeber hat entschieden, dass der Bestandsschutz für Prüfstände, die die Mindestanforderungen (für PKW: Durchmesser der Laufrollen min. 200 mm, Prüfgeschwindigkeit größer als 4 km/h, ASA Livestream Schnittstelle) nicht erfüllen, am 1. Januar 2020 endet. Warten Sie nicht zu lange, sonst drohen lange Lieferzeiten und sogar der Verlust der HU-Durchführung. AHS Prüfstände überzeugen durch ... Zertifizierung nach neuer Richtlinie Hochwertige Qualität "made in Germany" Anpassung an bestehende Fundamente (keine teuren Fundamentarbeiten notwendig) bedienerfreundliche Ausstattung umfangreichen Standard-Lieferumfang vielfältige Optionsmöglichkeiten wie z. B. PC-Software, Hebeschwelle, AHS-Allradmodus, Pedalkraftmesser, Einbauwannen, etc. www.ahs-prueftechnik.de

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TITEL Susanne Schwarzenböck, Marketingreferentin & Produktmanagerin Akademie Sie macht asp als Marke sichtbar – von Eigenwerbung im Print-Magazin bis zu Mailings. „Es gibt immer wieder neue Herausforderungen, wie beispielsweise diese Jubiläumsausgabe.“ Aylin Uysal, Anzeigen-Disponentin Print und Online Sie arbeitet seit vier Jahren bei Springer und stellt sicher, dass bei den Anzeigen alles glatt läuft. „Mir gefällt die Vielfalt. Ich bin nicht nur für Printpublikationen, sondern auch für diverse Online-Kampagnen zuständig.“ AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 Diane Laudien, Grafikerin „Die Redaktion liefert die Inhalte – ich bringe alles in die richtige Form und gestalte das Layout.“ Unsere Grafikerin hat asp fast von Beginn an begleitet. Tatjana Sachenbacher, Vertriebsleitung Fachzeitschriften Sie ist bei Springer Fachmedien dafür zuständig, dass die Zeitschriften pünktlich beim Leser ankommen. Was sie an ihrem Job liebt: „Dass ich mit vielen verschiedenen Menschen zu tun habe – ob Kunden, Kollegen oder Dienstleister.“ www.autoservicepraxis.de

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Marcel Schoch, freier Autor Seit 2002 schreibt er für asp. Sein Steckenpferd sind Oldtimerthemen, Werkstatt- und Fahrzeugtechnik sowie alternative Antriebe. „Alles, was einen Motor hat und sich bewegt, macht mir Spaß – egal auf wie vielen Rädern.“ Dieter Väthröder, freier Autor Er ist schon von Anfang an dabei und schreibt vor allem über Themen wie Waschen & Pflege, Aufbereitung, Räder & Reifen sowie Werkstattpraxis. „Die Entwicklungen der Branche zu begleiten und auf Terminen unterschiedliche Menschen zu treffen, das macht den Job so interessant.“ Anschluss verpasst? Mit regelmäßiger asp-Lektüre wäre das nicht passiert. Was wäre der Kfz-Werkstattmarkt ohne Fachmedien, die am Puls der Automobilbranche sind? Abgehängt. Die ATR beglückwünscht Auto Service Praxis für 20 Jahre guten Fachjournalismus, für tolle Geschichten, Hintergründe und Unterhaltung. Wir freuen uns schon riesig auf die kommenden Ausgaben. ATR SERVICE GmbH Otto-Hirsch-Brücken 17 70329 Stuttgart www.atr.de

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TITEL 20 JAHRE BETRIEBSJUBILÄUM Tradition mit Charme Zum 20-jährigen Jubiläum haben wir nach Gleichgesinnten aus dem Gründungsjahr 1997 gesucht. Und sind dabei auf Romano Schäfer mit seiner kleinen Werkstatt in Stuttgart-Weilimdorf gestoßen. upf d‘Fiess, sonscht fälscht uffd‘ Waffel“ – oder „Vorsicht Stufe“ sind die Infos an der Eingangstüre zur Werkstatt mit der Hausnummer 29c. Der Ton ist freundlich, der Dialekt schwäbisch. Weiße Kacheln und Wände? Fehlanzeige. An der Decke hängt ein Go-Kart, in der Ecke ein Motorrad. Alles feinstens drapiert, daneben Erinnerungsstücke und Geschenke. „Um es im Keller einstauben zu lassen, sind mir die Sachen zu schade“, sagt Romano Schäfer mit dem Spitznamen „Mome“. Nicht nur die Erinnerungsstücke in der Werkstatt, sondern auch die Fahrzeuge, die vor dem Eingang stehen, erzählen Geschichten. Grundsätzlich ist hier jeder Kunde willkommen. Zu 60 Prozent sind es Gebrauchtwagen-Reparaturen im klassischen Sinne, den Rest machen US-Fabrikate und Oldtimer aus. Der Hintergrund des Know-hows hat Tradition. Über 40 Jahre Erfahrung Alles fing mit einer Tankstelle plus Service an. Geführt von Momes Vater. „Dort habe ich etwa zwanzig Jahre mitgearbeitet und viel Erfahrung gesammelt. Mein alter Herr hat zuvor bei Staiger GM, einer etablierten Werkstatt, seine berufliche Karriere begonnen. Das ist schon ein paar Tage her und die Fahrzeuge, die heute als Klassiker gelten, waren damals ganz normale Autos.“ KURZFASSUNG Beständigkeit durch Fleiß, Kundenpflege und Zuverlässigkeit – das ist das Erfolgsrezept von Romano Schäfer, der 1997 seine eigene Werkstatt gründete. In dem 1-Mann-Betrieb stehen der Radwechselservice und Inspektionen im Mittelpunkt. Leider ging die Vater-Sohn-Ära nach gesundheitlichen Problemen und mit der Kündigung der Tanke zu Ende. Schäfer stand mit einem gut ausgestatteten Werkstatt-Equipment und einem Kundenstamm, allerdings ohne Räumlichkeiten, da. „Zusammen mit einem Freund hatte ich eine kleine Schrauberhalle nebenan. Auf 120 Quadratmetern Werkstattfläche geht es heimelig zu. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 Fotos: Anna Matuschek www.autoservicepraxis.de

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Romano Schäfer ist Berater, Mechaniker und Organisator. Ob freie oder markengebundene Werkstatt: MAHLE bietet die besten Geräte für Ihren Kundenservice. Diagnose, Service, Reparatur und Entsorgung von kontaminiertem Kältemittel. So zum Basteln. Dann wurde diese Räumlichkeit hier frei. Dummerweise musste ich erst umbauen, bevor die Zufahrt möglich war“, erinnert sich der Werkstattinhaber. Aller Anfang ist schwer Das Geld war knapp und so startete er 1997 mit Schulden und dem Eintrag als Kfz-Werkstatt bei der Handwerkskammer in die Selbstständigkeit. „Damals ging es immer bis spät in die Nacht. Heute versuche ich mir ein bisschen mehr Zeit freizuschaufeln.“ Wenn das gelingt, kümmert er sich um seinen Garten und um Pflanzen. Damit die Begrünung in Kübeln den Winter überlebt, wird sie über die kalte Jahreszeit in der Werkstatt zwischengelagert, was den Nebeneffekt hat, dass es eine kleine Dschungelecke gibt. Sympathisch, wie das restliche Ambiente. Oben auf den Trägerbalken des Daches hausen Pokale. Sicherlich Motorsporterfol- BETRIEBSPORTRÄT ROMANO SCHÄFER Gegründet: 1997 Mitglied bei: Kfz-Innung, Handwerkskammer, Bosch Schwerpunkte: Reparaturen aller Art, US-Car-Service Fläche Werkstatt: ca.120 Quadratmeter Fläche Außenbereich: ca. 390 Quadratmeter Hauptuntersuchung: 2 x wöchentlich Adresse: Heimsheimerstraße 29C, 70499 Stuttgart Öffnungszeiten: Mo-Fr: 8-18 Uhr Warum ich meinen Job mag: „Der Umgang mit den verschiedenen Kunden und ihren Ansprüchen ist jeden Tag aufs Neue spannend. Ich mag Menschen. Und natürlich die Vielseitigkeit der unterschiedlichen Fahrzeug-Modelle und ihre Technik.“ www.autoservicepraxis.de Einsteiger, Profi oder Premium? Unsere A/C-Lösungen bieten den passenden Service für Ihren Anspruch. VORNE SEIN BEIM KLIMASERVICE FÜR R1234YF POWERED BY YOUR NEEDS. www.mahle-aftermarket.com Das Profi gerät: ACX 250 für den anspruchsvollen Werkstattbedarf. Premium-Anwendung vom TÜV zertifiziert: ACX 255 inklusive Kältemittelanalyse. Smarter Einstieg: Mit dem ACX 220 nutzen Sie die MAHLE E³-Technologie von Anfang an. Sofort, schnell, sicher: Die ROU (Recovery Only Unit) – Rückgewinnung unbekannter oder kontaminierter Kältemittel.

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TITEL Witz und Charme in Kombination mit Tradition schafft Vertrauen. Die Zufahrt realisierte der Inhaber mit der Hilfe von Freunden. ge – oder, Herr Schäfer? „Nein, ich veranstalte einmal jährlich ein Tischkicker-Turnier, zu dem ich Helfer und Kunden einlade. Daher stammt die Pokalsammlung.“ Kerngeschäfte und Organisation Während der Audi TT Quatro darunter auf einer der beiden Hebebühnen während unseres Gesprächs noch auf seine neue Besohlung wartet, kommt die nächste Kundin mit dem gleichen Wunsch. Radwechselservice ist in den Stoßzeiten ein gutes Geschäft. Die Werkstatt ist unterkellert und bietet Platz für den Einlagerungsservice. Ansonsten liegt der Fokus auf Inspektionen und Fehlersuche. Mehr oder weniger täglich kommt ein Auto mit glimmendem Motorlämpchen rein. „Problemrecherche mache ich sehr gerne, neben Aufgaben, bei denen es richtig ans Schrauben geht. Motoren und Getriebe zum Beispiel.“ Allerdings sei es nicht einfach als 1-Mann-Betrieb mit gelegentlichen Aushilfen zu überstehen. „Es geht ja nicht nur um die Werkstatt, alles außenherum muss funktionieren, Rechnungen geschrieben und Aufträge organisiert werden. Die Ausgaben steigen und die richtig lukrativen Jobs wie Öl- oder Bremsenservice lassen viele Kunden zu ‚Schnäppchen- Preisen‘ bei großen Ketten erledigen.“ Eben die Dinge, mit denen sich gut Geld verdienen lässt. Zahlreiche Präsente von Kunden und Freunden erzählen Geschichten. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 Schwierig sei es auch gute Mitarbeiter zu finden. Mechaniker oder Mechatroniker, die bei einem Hyundai i30 ebenso im Thema sind wie bei einem Cadillac aus den 50er Jahren. „Vor Kurzem kam ein Kunde mit einem Golf 1, der gefragt hat, ob ich auch einen Unterbrecherkontakt einstellen kann. Klar, kann ich das. Aber das scheint nicht mehr selbstverständlich zu sein“, schmunzelt er. Zahlreiche aktuelle Fortbildungs- Zertifikate schmücken gerahmt den Aufgang zur „Zentrale“. Auf etwa 17 Quadratmetern sind die wichtigsten Einrichtungsgegenstände ordentlich untergebracht. Auf derselben Ebene gibt es eine kleine Toilette und einen Umkleideraum. Das war es. In Sachen Ersatzteile bezieht Romano Schäfer das Gros über Stahlgruber. Die sitzen gleich um die Ecke und liefern binnen einem Tag. Bei Oldtimern oder Exoten hat der Werkstattinhaber fundierte Quellen und nach 20 Jahren immer die richtige Telefonnummer parat. „Früher haben wir auch Autos ausgeschlachtet und die Teile gehortet, aber das lohnt sich kaum noch“, erzählt Romano Schäfer. Geld alleine macht nicht glücklich Trotz der vielen Reibungspunkte ist Mome glücklich mit seiner Werkstatt. Sein eigener Herr. Nette, treue Kunden. Zuverlässige Zulieferer. Und vor allem der Luxus auch mal „Nein“ sagen zu können, wenn die Anfrage einfach nicht passt. Anna Matuschek ■ www.autoservicepraxis.de

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20 JAHRE SERVICE AUF HÖCHSTEM NIVEAU TOTAL gratuliert AUTO SERVICE PRAXIS zum 20-jährigen Jubiläum. Die Leistungskraft und Zuverlässigkeit von TOTAL QUARTZ Schmierstoffen garantieren ein unbeschwertes Fahrerle bnis – zum Jubiläum und darüber hinaus. www.total-quartz.de Hält Ihren Motor länger jung

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TITEL BRANCHENSTIMMEN Happy Birthday 20 Jahre AUTO SERVICE PRAXIS – das ist der Moment, um innezuhalten und zurückzublicken. In diesem Sinne haben wir Branchenexperten befragt: was war Ihr schönstes Erlebnis mit der asp? b das erste Zusammentreffen mit der Redaktion, die redaktionelle Berichterstattung über wichtige Branchenveränderungen oder sogar Glückwünsche in Gedichtform. Die Antworten auf unsere Frage nach dem schönsten Erlebnis mit der asp waren so vielfältig wie die vergangenen 20 Jahre selbst. Individuelle Rückblicke Die Branchenexperten ließen sich nicht lange bitten, ein paar persönliche Worte und längst vergessene Anekdoten aus zwei Jahrzehnten zum Besten zu geben. Darunter viel diskutierte Themen wie die OBD- Einführung, der berühmte Elchtest oder ganz persönliche Erlebnisse mit AUTO SERVICE PRAXIS. Schließlich ist seit dem Gründungsjahr 1997 viel passiert, die Entwicklungen in der Branche sind und waren rasant. Wir freuen uns auf die nächsten 20 Jahre. asp ■ AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 Foto: Saitow Nach „gefühlten“ Jahren Was lange währt, muss gut sein. Dies drückt sehr gut mein Verhältnis zur asp aus. Als ich Tyre24 vor 15 Jahren gründete, war die asp schon ein wichtiges Medium für uns. Jedoch mussten wir zu Beginn unseres Marktplatzes nicht nur die Händler, Lieferanten und Verbände von der Leistung und den Vorteilen unserer Plattform überzeugen, sondern auch die Redakteure der asp. Und das war nicht einfach.;-) Einfach so über ein Thema zu schreiben, das gab es früher und auch heute nicht. Dementsprechend war die Freude über die erste redaktionelle Erwähnung im Heft nach „gefühlten” Jahren natürlich umso größer. Herzlichen Glückwunsch und Danke an die gesamte asp-Mannschaft für die umfassenden, unterhaltsamen und vor allem neutralen Berichte aus der Welt der Werkstätten in den letzten 20 Jahren. Michael Saitow, CEO und Gründer der Saitow AG www.autoservicepraxis.de

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Spannender Termin Die erfolgreiche Entwicklung von ATH-Heinl ist für uns eng mit der asp verbunden. Als wir nach dem schönsten Erlebnis mit der asp gefragt wurden, fiel uns spontan der erste Besuch des damaligen asp-Redakteurs bei ATH ein. ATH-Heinl ist bereits seit 1991 als Hersteller im Bereich Werkstattausrüstung tätig, aber erst 2010 kam erstmals eine Fachzeitschrift auf uns zu, um einen großen Artikel über ATH-Heinl und die Firmenentwicklung zu veröffentlichen. Für uns war dies ein sehr spannender Termin, da wir bis zu diesem Zeitpunkt fast nur im Direktvermarktungsbereich über das Internet bekannt waren. Zu dieser Zeit wurde ATH- Heinl vom Fachpublikum noch nicht als Hersteller von Werkstattausrüstung wahrgenommen. Als Herr Reich uns damals besuchte, unsere Produkte, das Unternehmen und die Mitarbeiter kennenlernte, bekamen wir von ihm direkt ein sehr gutes Feedback. Er war überrascht, wie zukunftsfähig das Unternehmen aufgestellt ist und lobte uns in vielen Bereichen. Der damals erschienene Artikel war sehr beeindruckend. Dieser Artikel hat nachhaltig unser Selbstbewusstsein als Unternehmen gestärkt und somit einen wichtigen Stellenwert in unserer Erfolgsgeschichte. Mittlerweile gehört ATH-Heinl zu den größten Herstellern für Werkstattausrüstung in Europa. Wir schätzen das Fachmagazin für die sehr tiefgehende und fachlich kompetente Berichterstattung und freuen uns auf eine Fortsetzung der gemeinsamen Erfolgsgeschichte. Herzlichen Glückwunsch für „20 Jahre asp“ überbringt die Familie Heinl und das gesamte ATH-Team der asp und seinen Mitarbeitern! Das ATH-Team gratuliert zum 20-jährigen Jubiläum der AUTO SERVICE PRAXIS. MADE IN GERMANY Since 1950 SONAX FelgenReiniger PLUS säurefrei Für alle Leichtmetall- und Stahlfelgen • Entfernt schnell und mühelos selbst hartnäckigste Verschmutzungen von verchromten und polierten Felgen. • Bei maximaler Oberflächenschonung erhalten die Felgen im Handumdrehen ihr neuwertiges Aussehen zurück. • Greift garantiert weder die Felgenoberfläche noch die Radbolzen an. • Mit innovativem Wirkindikator. Ausgabe 02/2015 *2 Produkte mit höchster Punktzahl Geprüft in der 750 ml Sprühflasche. Bitte bestellen Sie über Ihren zuständigen Großhändler! Und punkten Sie zusätzlich im extra Prämiensystem für alle SONAX Produkte! Jetzt eXtra punkten! Mit attraktiven Prämien & Sonderaktionen belohnen wir Ihre Treue. extra-praemien.de Foto: ATH-Heinl www.autoservicepraxis.de www.sonax.de

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TITEL Charmantester Moment Als Erstes möchte ich asp zum 20-jährigen Jubiläum herzlich gratulieren! Der für mich charmanteste Moment in der Partnerschaft mit asp war das Angebot, im Rahmen des Auto Service Meister (ASM) den Nachwuchs zu unterstützen und während der Siegerehrung innerhalb der IAA Frankfurt 2015 zum ersten Mal selbst zu sehen, mit welchem Engagement und welcher Leidenschaft die Meisterschüler sich selbst ein- und damit auch die Branche voranbringen. Die Meisterschüler brennen förmlich für ihre Aufgabe und die stetig wachsende Teilnehmerzahl sprach für die hervorragende, von asp maßgeblich gestaltete, Plattform. Auch der Hinweis von asp gemeinsam mit ZF Services, Shell und auch MAHA die erfolgreichsten Branchenvertreter als Sponsoren gewonnen zu haben, ehrte uns sehr. Markus Weber, Leiter Business Development & Marketing MAHA Foto: MAHA Foto: Carat Das Geburtsjahr 1997 20 Jahre asp! Dazu zunächst die besten Glückwünsche von Carat. 1997 war neben der Geburtsstunde von Carat und AUTO SERVICE PRAXIS ein interessantes Jahr für die Automobil- und Automotive-Branche. Am Himmel leuchtete „Hale Bopp“ 4 Wochen lang, Mercedes brachte die A-Klasse auf den Markt und machte mit dem Elchtest Schlagzeilen, Michael Schuhmacher landete in der Formel 1 auf dem letzten Platz und der Renault Megane wurde zum Auto des Jahres gewählt. Die asp begleitet die Branche nun seit 20 Jahren mit einer überragenden redaktionellen Qualität. Dies dokumentieren die mehrfach ausgezeichneten Redakteure mit den immer wieder interessanten Themen. Wir sagen „Herzlichen Glückwunsch“ und freuen uns auf die nächsten 20 Jahre Lesestoff. Thomas Vollmar, Carat-Geschäftsführer Der ASM-Wettbewerb Der asp-Redakteur beherrscht in der Regel mehrere Disziplinen: Er ist Autor, Mechatroniker, Entwicklungsingenieur usw. Seine Texte lesen schließlich Fachleute, die substanziell erarbeitete Inhalte erwarten und auch zu lesen bekommen. Dafür fragt der asp-Redakteur auch mal häufiger nach und ZF Aftermarket gibt gerne ausführlich Antwort: beispielsweise im Rahmen des Wettbewerbs Auto Service Meister (ASM), den wir von Beginn an unterstützt haben. Dieser Wettbewerb hat hohe Qualitätsstandards gesetzt und unmittelbar zur Weiterbildung im Kfz-Gewerbe beigetragen. Viele Fragen und Antworten des Wettbewerbs haben asp-Redakteure und ZF-Serviceingenieure gemeinsam erarbeitet. Welches Prinzip liegt der Planetensatzanordnung nach Lepelletier im 6-Gang-Automatikgetriebe vor? Ein einfacher und ein nachgeschalteter Ravigneauxsatz. Hätten Sie’s gewusst? Fabiola Wagner, Leiterin Kommunikation Aftermarket bei ZF AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 Foto: ZF www.autoservicepraxis.de

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20 aufregende Jahre 20 Jahre AUTO SERVICE PRAXIS markieren auch 20 aufregende Jahre Automobilentwicklung. Eingeprägt hat sich der Elchtest, weil dieser auch aufmerksamkeitsstark mit einer A-Klasse – auch ein Jubilar – in Szene gesetzt wurde. Nicht schön für Mercedes, aber für den Autofahrer ein echter Sicherheitsgewinn. Auch wenn es noch 17 Jahre dauerte, bis ESP Pflicht wurde. In den vergangenen Jahren ist fahrzeugtechnisch eine Menge passiert, was auch im deutschen Automotive Aftermarket seine Spuren hinterlassen hat. Exponentiell ansteigende technische Anforderungen haben die Branche und ihr Informationsbedürfnis verändert. Während vor 20 Jahren vor allem Motor, Bremsen, Karosserie und Fahrwerk im Mittelpunkt des Interesses standen, sind es heute Assistenzsysteme, Elektrik, Elektronik, Telematik und alternative Antriebe. Was wäre der Kfz-Werkstattmarkt ohne Fachmedien, die am Puls der Automobilbranche sind? Abgehängt. Mit klaren Analysen und klugen Kommentaren erleichtert die AUTO SERVICE PRAXIS es ihrer Leserschaft, wichtige Veränderungen nachzuvollziehen und in den technischen und wirtschaftlichen Kontext einzuordnen, um den automobiltechnischen Elchtest zu bestehen. Es ist gut zu wissen, dass AUTO SERVICE PRAXIS auch im digitalen Zeitalter auf ebenso hochwertigen wie ansprechenden Journalismus baut. Ich beglückwünsche daher die Verlagsleitung und alle Mitarbeiter für 20 Jahre guten Fachjournalismus, für tolle Geschichten, Hintergründe und Unterhaltung. Ich freue mich schon riesig auf die kommenden Ausgaben. Roland Dilmetz, Vorstand ATR International AG www.autoservicepraxis.de Foto: AATR KEINE FREISETZUNG VON KÄLTEMITTEL ... Für Groß fahrzeuge! ... BEIM EVAKUIEREN Das neue Klimaservicegerät ASC 3500 G Low Emission macht sich bezahlt. In Euro und für die Umwelt. So wird der Klima service an Großfahrzeugen richtig profitabel. Die Vorteile der WAECO Low Emission Technologie: nahezu 100 % Kältemittel-Rückgewinnung mit unserem bewährten vierstufigen Verfahren. Und die exakte Bestimmung der abgesaugten Kältemittelmenge sorgt im Betrieb für optimale Kühlleistungen. Individueller Benutzercode Um die unberechtigte Nutzung von WAECO Klimaservicegeräten auszuschließen Persönliche Füllmengendatenbank Füllmengendatenbank für 100 verschiedene Fahrzeuge Low Emission Es entweicht praktisch kein Kältemittel in die Umwelt USB-Anschluss Über den USB-Anschluss können Sie ganz einfach die Gerätesoftware aktualisieren KLIMASERVICEGERÄTE WAECO airconservice.de

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TITEL Etablierte Größe Wir von Haweka haben stets ein Ohr am Puls der Zeit und reagieren flexibel und individuell auf die Anforderungen des Marktes – Gleiches trifft auf Ihr Magazin zu. Ihre Publikation ist eine etablierte Größe und damit Pflichtlektüre. Alle wesentlichen Fakten und branchenrelevanten Nachrichten werden journalistisch einwandfrei aufbereitet und kompakt präsentiert. Insbesondere verfolgen wir mit großer Aufmerksamkeit Ihre Berichterstattungen aus den Bereichen Werkstattausrüstung, Ersatz teile, Zubehör & Reifen. Wir freuen uns auf viele weitere informative Ausgaben und gratulieren Ralph Meunzel und dem gesamten Team herzlich zum 20-jährigen Jubiläum! Macht weiter so! Foto: Haweka Dirk Warkotsch, Vorstandsvorsitzender der Haweka AG Vielfältiger Themenmix AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 Markteinführung begleitet Zur Markteinführung der neuen Marke Autopstenhoj fanden im Frühjahr 2016 europaweit Pressekonferenzen mit der Fachpresse aus dem automotiven Bereich statt. Da uns mit der asp schon seit Jahren eine gute Zusammenarbeit verbindet, durften wir bei unserem Presse-Event in Rheine daher auch die asp begrüßen, vertreten durch Frau Valeska Gehrke. Im Fokus dieses Presse-Events stand natürlich die neue Marke Autopstenhoj, über die detailliert berichtet wurde: neue Homepage, Produktkatalog, Produktpalette und Vertriebs-Strategie. Ein sehr positives Feedback wurde dann in ausführlichen Online-Pressemitteilungen im direkten Anschluss an die Veranstaltungen gegeben. Vielen Dank dafür und Gratulation zu 20 Jahren AUTO SERVICE PRAXIS! Karsten Meinshausen, CSMO – Autopstenhoj Chief Sales & Marketing Officer 20 Jahre ist es her, da freuten wir uns wirklich sehr! Auf einmal warst Du da, wir fanden es ganz wunderbar! Jetzt bist Du 20 und noch kein bisschen ranzig. Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum, liebe asp! Seit nunmehr zwei Jahrzehnten ist Ihr Magazin für die gesamte Automobilbranche ein unverzichtbares Medium. Monatlich überzeugt mich der vielfältige Themenmix, der neben gut recherchierten und praxisnahen Beiträgen auch fachlich fundierte Informationen aus allen Teilbereichen der Kfz-Branche bietet. Für uns als Werkstattausrüster ist asp eine wichtige Plattform in der Kommunikationsstrategie hin zu unseren Kunden. Allen Mitwirkenden wünsche ich für die Zukunft viel Erfolg, allen Lesern eine weiterhin nützliche und gleichsam angenehme Lektüre. Thomas Buchner, Geschäftsführer Kunzer Foto: BlitzRotary / ASA Foto: Autopstenhoj Vergessene Ereignisse Fachkompetenz und aktuelle Themen zählten schon immer zu den klaren Stärken der AUTO SERVICE PRAXIS. Eine führende Rolle wurde jedoch auch im Bereich der digitalen Medien übernommen. Und so freut es mich selbst heute noch, an längst vergessene Ereignisse wie vergangene ASA-Veranstaltungen zurückzudenken, die in Print und Online redaktionell begleitet wurden. Wolf-Erik Schmitt, Director of Marketing Strategy & IT Vehicle Service Group sowie Fachbereichsleiter Hebetechnik beim ASA-Verband Foto: Kunzer www.autoservicepraxis.de

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Gegenseitige Wertschätzung 20 Jahre asp lässt die Gedanken zurückschweifen an die Anfänge unserer Zusammenarbeit, an die damaligen Herausforderungen in der Branche und an unser gemeinsames Wachstum. Damals viel diskutierte und redaktionell aufgegriffene Themen waren zum Beispiel die Einführung der OBD und drastisch reduzierte Emissionswerte der Euro-3-Norm. Mit dem Ziel freie Werkstätten für Zukunftsthemen zu sensibilisieren und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, investierten die Redakteure der asp viel Zeit in Recherche. In fundierten redaktionellen Beiträgen wurden die Leistungen und Produkte für freie Werkstätten auf den Prüfstand gestellt, und in Interviews wurden auch unbequeme Fragen gestellt. Doch das ist wichtig für eine objektive Urteilsbildung. Unsere Marke konnte dadurch nur gestärkt werden. 20 Jahre asp erinnert uns an viele angenehme Begegnungen und Gespräche mit den Münchener Redaktions- und Anzeigenteams. Ob auf Messen, bei gegenseitigen Besuchen oder einfach nur am Telefon: Der fachliche Austausch mit persönlicher Wertschätzung macht die Zusammenarbeit mit den Bayern bis heute so angenehm. Dafür möchten wir uns ganz herzlich bedanken und wünschen alles Gute zum Geburtstag! Das Hella Gutmann Team gratuliert asp zum Jubiläum. Your partner for the future. Seit 1923. Reifenreparatur – Werkstattausrüstung – Verbrauchsmaterial – Konzeptlösungen www.rema-tiptop.com Foto: Hella Gutmann Solutions

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TITEL 20 JAHRE BETRIEBSJUBILÄUM LAMBLA GMBH Innovativ – sozial – kompetent 1997 war ereignisreich: Der Komet Hale-Bopp war monatelang zu sehen, der Meeresforscher Jacques-Yves Cousteau starb, Tony Blair wurde britischer Premier und in Langenau wird die Lambla GmbH gegründet. Fotos: Marcel Schoch (3), Lambla GmbH (1) atürlich haben die einleitend genannten Ereignisse nichts mit der Entscheidung des Lackierer­ Meisters Ottmar Lambla zu tun, im Jahr 1997 die alteingesessene Lackiererei Oechsler in Langenau zu übernehmen und diese in den Lackierfachbetrieb Lambla GmbH umzufirmieren. Vielmehr stand die Entscheidung, sich mit einem eigenen Betrieb vor 20 Jahren selbständig zu machen, bereits seit Längerem fest. Erfahrungen hatte Ottmar Lambla bis dahin genügend gesammelt, um schließlich diesen Schritt zu wagen. „Sehe ich heute zurück, waren für mich die Jahre bei der Firma Stadler, Tank­ und Fahrzeugbau in Neu­Ulm und anschließend die bei der Tiber Traub, Strahl und Lackier GmbH + Co. KG in Ehingen ausschlaggebend, dass meln. Auch die Verbindung der Firma Traub zum Kranfahrzeughersteller Liebherr in Ehingen hat mir ein großes Spektrum an Wissen im Nutzfahrzeugbereich vermittelt, das später für mich als Unternehmer sehr wichtig war.“ Weitblick bewies Ottmar Lambla übrigens auch mit der Wahl des Standorts seiner Firma. „Langenau bietet sich regelrecht durch seine gute infrastrukturelle Anbindung an die A8 und A7 in der Nähe des Autobahnkreuzes Ulm/Elchingen an, einen Lackierfachbetrieb für Lkw und Pkw anzusiedeln“, so Ottmar Lambla. „Diesen Standort­Vorteil, schnell erreichbar für zahlreiche Lkw­Hersteller, aber auch Speditionen zu sein, wollte ich ausbauen.“ Anders sah die Situation im Pkw­Bereich aus. Hier war die Konkurrenz der Mitbeich mich mit einem eigenen Lackierfachbetrieb selbständig machen konnte“, erzählt Ottmar Lambla. „Dort konnte ich als Lackierermeister und später als Betriebsleiter sehr viel Berufspraxis sam­ KURZFASSUNG 20 Jahre auf dem Markt mit einem Kfz- Lackierbetrieb zu bestehen, ist eine Leistung, der Respekt gebührt. Insbesondere wenn neben Pkw auch Lkw instand gesetzt und lackiert werden. Was alles in 20 Jahren geschehen kann, wie hierauf reagiert wurde und wie man die Zukunft meistern möchte, hierüber berichtet Ottmar Lambla, Geschäftsführer und -inhaber des Lackierfachbetriebs Lambla GmbH aus Langenau, an der Grenze von Bayern und Baden- Württemberg. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 www.autoservicepraxis.de

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werber im örtlichen Markt groß. Trotzdem schaffte es Ottmar Lambla, sich in den ersten zwei Jahren mit seinem Lackierfachbetrieb in Langenau vollständig mit seinem Konzept zu etablieren. Quasi als Lohn für seine Mühen erhielt der Betrieb Mitte des Jahres 1999 den Förderpreis des deutschen Handwerks. Zusatzqualifikation und Ausbau „Das war ein echter Kick­off für uns, weil uns in Langenau und Umgebung durch die Berichterstattung in der Presse plötzlich jeder von einem Tag auf den anderen kannte.“ Dies führte auch dazu, dass die Anfragen nach Karosseriereparaturen und Lackierungen sprunghaft anstiegen. Um die Qualität der Reparaturen gewährleisten zu können, entschied sich Ottmar Lambla daher, die Zusatzqualifikation als Karosseriebauer zu erwerben. Im Jahr 2001 legte er hierzu vor der Handwerkskammer in Aachen seine Prüfung ab. Da hierauf die Kundenfrequenz weiter anstieg, jedoch die Kapazitäten nicht mehr ausreichten, erfolgte im Jahr 2005 der Ausbau der Firma mit Angliederung einer eigenen Karosserieabteilung auf dem Werksgelände. Dies ermöglichte es Ottmar Lambla auch in das Schadensregulierungs­ und ­steuerungsgeschäft einzusteigen. Als Partner konnte er hierfür die Innovation Group gewinnen. Das Schadensregulierungsgeschäft verlangte es auch, dass der Betrieb in den Jahren 2007 und 2008 nacheinander sowohl EN ISO 9001 (2008) als auch DEKRA­ und TÜV­ zertifiziert wurde. Gleichzeitig wurde ein weiterer Neubau einer Karosseriebauhalle für Unfallinstandsetzungen fertiggestellt. Da das Versicherungsgeschäft insbesondere nach den Zertifizierungen weiterwuchs, musste 2015 nochmals erweitert werden. Viele Standbeine Heute beschäftigt Ottmar Lambla 14 Mitarbeiter und ist vor allem auf die Unfallinstandsetzung in der Schadensteuerung bei Pkw spezialisiert. Basis für dieses Kerngeschäft ist die digitale Schadensdiagnose und die Pkw­Karosserieinstandsetzung. Daneben bietet der Betrieb aber auch Dienstleistungen, wie Achsvermessung, Hagel­ und Autoglasreparatur an. Weitere Standbeine sind Lkw­Lackierarbeiten und industrielle Oberflächenvergütungen. „Bei allen in unseren Werkstätten durchgeführten Arbeiten benötigen wir hoch qualifiziertes und motiviertes Personal“, sagt www.autoservicepraxis.de 2017 • HALLE 14 STAND E20 • BESUCHEN SIE UNS • A UTOPROMOTEC 2017 • HALLE 14 STAND E20 • BESUCHEN SIE UNS • AUTOPROMOTEC 2017 • HALLE 14 STAND E20 • BESUCHEN SIE UNS • AUTOPROMOTEC 201 7 • HALLE 14 STAND E20 • BESUCHEN SIE UNS BRAIN BEE VON EXPERTEN ENTWICKELT, MADE IN ITALY Interesse an einer Diagnoseschulung? Bitte kontaktieren Sie info.de@brainbee.com OF YOUR AUTOMOTIVE MADE IN ITALY OMNIBUS 800 EXPERT SSD60 • NEU PC MIT SSD FESTPLATTE 8 GB ARBEITSSPEICHER 23,8“ TFT-MONITOR • LASERDRUCKER • DREHZAHLERFASSUNG BLUETOOTH • SCANTOOL BLUETOOTH • AU LEITFADEN 5 • DIAGNOSEFREISCHALTUNG UNBEGRENZT • INKL. 5 JAHRE UPDATES • INKL. 5 JAHRE GEFÜHRTE DIAGNOSE • INKL. 5 JAHRE UPDATES AU DATENBANK • INKL. AU PLUS DATENÜBERGABE LEASING 60 MONATE OHNE ANZAHLUNG MONATL. € 209,95 (ZZGL. MWST) OMNIBUS 800 EXPERT SSD 48 (4 JAHRE) MONATL. € 239,95 (ZZGL. MWST) ACG 8100 NEU ACG 8200 • GETRIEBESPÜLGERÄT DER NEUSTEN GENERATION. • ÖLWECHSEL/SPÜLUNG • 230/12 VOLT (OPT.) • ZERO CROSS CONTAMINATION • FÜR VERMINDERTEN ÖLVERBRAUCH • TEMPERATURSENSOREN • 3 WAAGEN • 1 OD. 2 PUMPEN JE NACH MODELL • DRUCKSENSOREN • FAHRBAR LEASING AB MONATL. €74,00 (ZZGL. MWST) BRAIN BEE DEUTSCHLAND GMBH Tel 07424 /98 232-0 Email: info.de@brainbee.com • AUTOPROMOTEC 2017 • HALLE 14 STAND E20 • BESUCHEN SIE UNS • AUTOPROMOTEC 2017 • HALLE 14 STAND E20 • BESUCHEN SIE UNS • AUTOPROMOTEC

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TITEL Noch weht die Fahne mit dem 19-jährigen Betriebsjubiläum. Am 1. Juli wird die mit dem 20-jährigen Jubiläum gehisst. Ottmar Lambla, „Nur so lässt sich dauerhaft ein hohes Niveau aufrechterhalten.“ Dieser Qualitätsanspruch beginnt bereits bei der Direktannahme. Ein ausgiebiges Verkaufsgespräch informiert die Werkstattkunden bei der Auftragsannahme über alle auszuführenden Arbeiten bereits im Vorfeld. Es spiele keine Rolle, ob es sich um einen Privatkunden mit Pkw oder einen Lkw­Großkunden handelt. „Bei vielen Kunden aus der Lkw­Branche kommen mein Stellvertreter Pavle Stevanovic und ich persönlich zu Besprechungen ins Haus, um den Reparaturaufwand möglichst genau zu bestimmen.“ Unabhängig davon aber, ob bei der Lambla GmbH für einen der großen OEM oder für Privatkunden gearbeitet wird, legt Ottmar Lambla besonderen Wert darauf, dass vom gesamten Arbeitsprozess bis hin zur Termintreue alles genau stimmt und eingehalten wird. Ohne die Bereitschaft der Mitarbeiter, zum Teil in zwei Schichten und auch am Samstag zu arbeiten, wäre es für Ottmar Lambla jedoch nicht möglich, diese zahlreichen Aufträge abzuarbeiten. Mit seinem Stellvertreter und designierten Nachfolger Stevanovic setzt er daher seit der Firmengründung 1997 durch soziales Engagement, Fortbildungen und gute Berufsperspektiven auf konsequente Mitarbeiterbindung. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 Pavle Stevanovic (rechts) ist seit vielen Jahren die rechte Hand von Ottmar Lambla. Das Autohaus als Familie „Unser soziales Engagement beginnt bereits bei Kleinigkeiten, wie Tankkarten und freie Getränke für alle Mitarbeiter“, sagt Pavle Stevanovic. „Darüber hinaus ist uns das Betriebsklima sehr wichtig. Gibt es Probleme, unabhängig davon ob sie beruflicher oder privater Natur sind, stehen wir immer für einander ein. Wir sind seit Beginn an eine kleine Familie.“ Besonderen Wert legen Ottmar Lambla und Pavle Stevanovic auch darauf, dass alle Mitarbeiter flexibel an verschiedenen Arbeitsplätzen eingesetzt werden können. Dies ist hilfreich, falls ein Mitarbeiter wegen Krankheit ausfällt, und verhindert zudem Routine und Langeweile. Dazu werden Mitarbeiter regelmäßig in den verschiedenen Sparten des Karosserie­ und Lackierer­Handwerkes fortgebildet. Darüber hinaus können die Fahrer des Betriebes den Gefahrguttransport­Schein machen, um entsprechende Fahrzeuge auch in ungereinigtem Zustand für Reparaturen im Rahmen des firmeneigenen 24/7/365­Holund Bringservices zu fahren. Ottmar Lambla und Pavle Stevanovic nehmen sich bei den Fortbildungen nicht aus. So hat Pavle Stevanovic erst kürzlich im Rahmen des Standox Repanet die Fortbildungsinitiative „Next Generation“ absolviert und den so genannten „Unternehmensführerschein“ gemacht. „Was er hier gelernt hat, versetzt ihn in die Lage, den Betrieb auch alleine zu führen, wenn ich mal nicht da bin, wegen Krankheit ausfallen sollte oder eines Tages mich aus dem operativen Geschäft zurückziehen werde“, erklärt Ottmar Lambla. „Fahrzeug­Lackierer ist ein hochqualifizierter Beruf “, so Pavle Stevanovic, der als Lackierermeister auch für die Ausbildung der Mitarbeiter zuständig ist. „Geeignete Mitarbeiter zu finden, ist sehr schwer. Deshalb bilden wir unseren eigenen Nachwuchs aus und übernehmen die Lehrlinge.“ Bei der Auswahl unserer Lehrlinge setzen wir auf ein von uns entwickeltes Azubi­Casting, zu dem alle Bewerber eingeladen werden“, erklärt Ottmar Lambla. Einen Tag lang müssen sie sich dann in der Gruppe theoretischen und praktischen Übungen stellen.“ Dabei kommt es Ottmar Lambla nicht so sehr auf perfekte Prüfungsergebnisse an, als vielmehr auf die soziale Kompetenz der Bewerber. „Die Prüfungen bilden einen Rahmen, in dem die Bewerber, ohne dass sie es wissen, sich ‚menschlich‘ beweisen müssen. Sieht ein Bewerber, dass ein anderer Probleme bei einer Aufgabenstellung hat, und ist bereit zu helfen, werten wir dieses um ein Vielfaches positiver als eine perfekt gelöste Aufgabe auf dem Papier.“ Effizienz auf allen Ebenen Obwohl die Lambla GmbH auf Mitarbeiterseite konkurrenzfähig ist, verlieren Ottmar Lambla und Pavle Stevanovic nie die Werkstattausstattung aus den Augen. „Wir modernisieren regelmäßig die Lackier­ und Werkstatttechnik und achten besonders auf die Energieeffizienz“, so Pavle Stevanovic. „So stellen wir gerade alle Beleuchtungseinrichtungen auf LED um, um die Energiekosten noch weiter abzusenken. Auch die Heizanlage für die Lackierkabinen wurde vor Kurzem energie effizient auf Gasflächenbrenner umgestellt.“ Wenn alles klappt und die Genehmigungen werden erteilt, sei sogar ein eigenes Blockheizkraftwerk auf dem Betriebsgelände geplant. Ottmar Lambla sieht sich auch über den Betrieb hinaus in sozialer Verantwortung. „Als Mitte 2015 in Langenau der Schulförderverein ‚Kindern Zukunft ge­ www.autoservicepraxis.de

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ben – Freunde der Förderschule Langenau‘ gegründet wurde, war es für uns selbstverständlich, diesem als förderndes und aktives Mitglied beizutreten“, erzählt Ottmar Lambla. „Der Verein will insbesondere dazu beitragen, über die öffentlichen Etatmittel hinaus Veranstaltungen und (Lern­)Angebote aller Art an der Verbandsförderschule ‚Auf der Reutte‘ zu fördern und über Einblicke in die Arbeitswelt, die Chancen von Kinder zu verbessern, denen das Lernen besonders schwerfällt.“ Der Karosserie­ und Lackfachbetrieb Lambla in Langenau meistert seit 20 Jahren täglich erfolgreich die vielen Herausforderungen. Stringente Terminplanung, hochmotivierte und hervorragend qualifizierte Mitarbeiter, beste Werkstatttechnik und nicht zuletzt ein tragfähiges Nachhaltigkeitskonzept und soziales Engagement innerhalb und außerhalb des Betriebes sind hier die Schlüsseleigenschaften eines tragfähigen Unternehmenskonzeptes. Mit den geplanten Investitionen in die Energietechnik des Betriebes, konsequenten Schulungen der Mitarbeiter und stetigem sozialen Engagement ist auch der Weg in die Zukunft geebnet. Marcel Schoch ■ BESSER ALS DAS ORIGINAL. BETRIEBSPORTRÄT Lambla GmbH, Lackierfachbetrieb Standort: Langenau (bei Ulm) Geschäftsführer: Lackierermeister Ottmar Lambla Zusatzqualifikation: 2001 Karosseriebauer Gegründet: 1997 Mitarbeiter: 14 Ausbau: Karosserieinstandsetzung 2005 und 2015 Webseite: www.lackierfachbetrieb-lambla.de Ottmar Lambla setzt auf ein konstantes Wachstum. Heute zählt seine Belegschaft 14 Mitarbeiter. www.autoservicepraxis.de BILSTEIN B6. Keine Kompromisse: der ideale Gasdruckstoßdämpfer für alle, die auch unter erhöhter Belastung keine Kompromisse machen wollen – weder bei der Performance noch im Komfort. Unser gelber BILSTEIN B6 Stoßdämpfer bietet verbesserten Serienersatz für hohe Ansprüche. bilstein.com

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AUTOMOBILTECHNIK BREMSABRIEB Staubige Angelegenheit Feinstaub entsteht nicht nur in den Abgasen von Dieselfahrzeugen, sondern auch im Bremsabrieb. Die Hersteller von Bremsbelägen bieten deshalb spezielle Beläge an, die weniger Staub produzieren sollen. KURZFASSUNG Neben den Verbrennungsmotoren sind auch die Bremsen eines Autos für Feinstaub-Emissionen verantwortlich. Die Hersteller von Bremsen bieten deshalb Produkte an, die zumindest den Bremsabrieb deutlich reduzieren können. eit bekannt wurde, dass die Landesregierung in Baden-Württemberg Dieselfahrzeuge unterhalb der Euro-6-Norm bei Feinstaubalarm ab 2018 nicht mehr in die Stuttgarter Innenstadt lassen möchte, ist die Diskussion um Feinstaub wieder entbrannt. Dabei wird vielfach ausgeblendet, dass Feinstaubpartikel nicht nur im Verbrennungsmotor, sondern auch beim Bremsen eines Fahrzeuges entstehen (siehe Interview mit Professor Klaus Augsburg S. 46). Beim Bremsen lösen sich Bestandteile des Bremsbelags und der Bremsscheibe, in denen Partikel auch unterhalb der 200-Nanometer-Größe freigesetzt werden, die als potenziell gesundheitsschädlich gelten. Feinstaub-Gefahr: Im Bremsabrieb finden sich auch besonders kleine Partikel. Ferodo verzichtet in den Eco-Friction- Belägen auf Kupfer. Mit ATE-Ceramic-Belägen bleiben die Felgen laut Hersteller sauberer. Fotos: Continental, Federal Mogul, ZF Felgen bleiben sauber asp AUTO SERVICE PRAXIS hat bei den Bremsenherstellern nachgefragt, was sie für Produkte entwickeln, um das Feinstaubproblem in den Griff zu bekommen. Einige Bremsenhersteller haben Bremsbeläge im Portfolio, die deutlich weniger Abrieb produzieren sollen. Dabei steht jedoch nicht die Umwelt, sondern vor allem die Optik der Felge im Vordergrund. So hat beispielsweise die Continental- Marke ATE mit Ceramic spezielle Bremsbeläge im Portfolio, die weniger Abrieb auf der Felge hinterlassen sollen. Dabei bildet sich nach einer kurzen Einfahrphase ein Transferfilm auf der Bremsscheibe, der aus sehr harten und verschleißfesten Karbiden besteht. Laut Continental-Pressesprecher Christopher Schrecke lässt sich aktuell nicht eindeutig sagen, wieweit die Ceramic-Bremsbeläge helfen, Feinstaub AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 www.autoservicepraxis.de

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DTEC-Bremsbeläge von ZF/TRW sollen den Bremsabrieb um fast die Hälfte reduzieren. zu reduzieren. Erwiesen sei lediglich, dass sie deutlich weniger Staub emittieren als Standard-Bremsbeläge. Einen ähnlichen Effekt haben die White-Bremsbeläge der Federal-Mogul-Marke Jurid. In einem praxis tauglichen Test will der Hersteller nachgewiesen haben, dass sie nach einer Strecke von 1.560 Kilometern im Vergleich zu Standard-Bremsbelägen eine deutlich sauberere Felge hinterlassen und auch der Abrieb der Bremsscheibe um rund die Hälfte niedriger ausfällt als mit konventionellen Bremsbelägen. Weniger Bremsstaub auf den Felgen versprechen auch die DTEC-Bremsbeläge von ZF/TRW. Laut Hersteller können sie den Bremsstaub auf den Felgenoberflächen um bis zu 45 Prozent reduzieren. Bremsenhersteller Brembo forscht unter dem Projektnamen „Cobra“ momentan an einem neuen Bremsbelag, der anstelle von Phenolharzen auf Zement als Bindemittel setzt. Das soll laut Hersteller eine umweltfreundlichere Produktion der Beläge garantieren und in der Praxis auch den Bremsstaub reduzieren. Die Marktreife ist hier für 2018 geplant. Schadstoffe reduzieren Es geht den Herstellern aber nicht nur um die Reduktion von Staub: Ein wichtiger Bestandteil vieler Bremsbeläge ist Kupfer, der den Verschleiß von Belägen verringert und Geräusche sowie Vibrationen verhindert. Das Metall ist folglich auch ein Bestandteil des Abriebs. Die Eco-Friction- Bremsbeläge von Ferodo sollen kupferfrei sein und damit die Umwelt schonen. Hella Pagid setzt ebenfalls auf Bremsbeläge, die nur organische Materialien enthalten. Dafür wurde eine Mixtur aus Metallsulfiden, Mineralien, Abrasivstoffen, Fasern, Keramikpartikeln und Graphit entwickelt. Alexander Junk ■ Eine Bremsscheibe produziert auch Abrieb und damit Feinstaub. Was mein Baby drunter trägt? Nur die besten Teile. Die MEYLE AG gratuliert der asp zum 20-jährigen Jubiläum! MEYLE macht aus Autofahrern zufriedene Werkstattkunden. Denn durch die hohe Qualität der von uns entwickelten und gefertigten MEYLE-Ersatzteile bleiben PKWs auf der ganzen Welt einfach länger auf der Straße. Und das sorgt dafür, dass auch Ihre Werkstatt mit MEYLE einfach besser fährt. Mehr Infos auf www.meyle.com

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AUTOMOBILTECHNIK INTERVIEW „Den Problemlöser gibt es nicht“ Wie viel Feinstaub entsteht beim Bremsen und wie lässt sich das verhindern? Professor Klaus Augsburg von der Technischen Universität Ilmenau stand uns im Interview Rede und Antwort. asp: Herr Professor Augsburg, gibt es eine gesundheitliche Gefahr durch Feinstaub, der sich im Bremsabrieb befindet? Prof. K. Augsburg: Hier gibt es sehr unterschiedliche Theorien über die Gesundheitsgefährdung von Feinst- oder Nanopartikeln. Die meisten gehen davon aus, dass Partikel unter 200 Nanometer Größe das Potenzial haben, sich in der Lunge festzusetzen und von dort in den Blutkreislauf zu gelangen, was zu Herz-Kreislauf- Erkrankungen führen kann. Das haben Toxikologen bei der Untersuchung von Dieselabgasen festgestellt. Beim Bremsabrieb ist die Größe der Feinstaubpartikel ähnlich, also kann man von einer ähnlich hohen Gesundheitsgefährdung ausgehen. asp: Wie viel Feinstaub entsteht denn im Bremsabrieb? Prof. K. Augsburg: Wir müssen mit den Zahlen vorsichtig sein. In unseren Untersuchungen deutet sich an, dass wir mit konventionellen Bremsen nicht mehr Feinstaub produzieren, als im Abgas eines Dieselautos entsteht. Wenn man allerdings die Zyklen durch das WLTP-Messverfahren verschärft, muss man das neu bewerten. Wir müssen auch zwischen der Partikelanzahl und Partikelmasse unterscheiden. Ein Verbrennungsmotor muss laut NEFZ-Fahrzyklus in der Euro-6-Norm weniger als 6 x 10 11 Partikel pro Kilometer ausstoßen. Das überschreiten wir sehr wahrscheinlich mit den Bremsen nicht, jedoch kann es durchaus eine Zahl von 6 x 10 9 oder 6 x 10 10 beim Einsatz von vier Bremsen sein. Wir liegen hier vielleicht um den Faktor drei bis fünf unter den Verbrennungsmotoren. Wenn es um die Partikelmasse geht, sieht die Welt jedoch anders aus. Laut Euro-6-Norm sind 4,5 Milligramm pro Kilometer im Abgas erlaubt. Das können die Bremsen je nach Nutzungsbedingungen übertreffen. asp: Das sind interessante Erkenntnisse. Wie haben Sie das gemessen? AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 Professor Klaus Augsburg ist Leiter Kraftfahrzeugtechnik an der Fakultät für Maschinenbau der Technischen Universität Ilmenau. Er ist Experte für Bremsentechnik und Bremsabrieb. Foto: TU Ilmenau Prof. K. Augsburg: Wir nutzen in unserem Institut Geräte, die für die Messung der Partikel im Abgas von Verbrennungsmotoren ausgelegt sind. Wir haben spezielle Vorrichtungen an unseren Prüfständen entwickelt, um den Abrieb und die Partikel direkt an Bremsen messen zu können. Im Gegensatz zum Abgas, in dem viele Kohlenwasserstoffe enthalten sind, können im Bremsabrieb auch metallische Anteile vorhanden sein. Man muss deshalb bei der Bewertung der Messergebnisse etwas vorsichtiger sein und die Messgeräte speziell anpassen. asp: Was für Faktoren beim Bremsen begünstigen die Entstehung von Feinstaub? Prof. K. Augsburg: Je größer die Belastungen der Bremse bei Druck und Temperatur sind, desto mehr steigen die Abriebvolumina an. Die Anzahl der Partikel erhöht sich und sie werden auch kleiner. Wir reden hier von Partikelgrößen unter 30 Nanometer. Dabei sind nicht nur die Bremsbeläge, sondern auch die Bremsscheiben beteiligt. Die Eisenpartikel der Scheiben sind aber tendenziell größer und damit potenziell weniger schädlich. asp: Sind Sportwägen besonders prädestiniert für die Produktion von Feinstaub? Prof. K. Augsburg: Das muss nicht unbedingt eine Frage des Fahrzeugs sein, wohl aber der Fahrweise. Das kriegt man mit einem kleinen Auto auch hin. Entscheidend ist hier die Bremsentemperatur. In bestimmten Temperaturbereichen steigt die Menge an kleinen Feinstaubteilchen massiv an, was durch eine sportliche Fahrweise begünstigt wird. Wer vorsichtig mit seinem Auto unterwegs ist, erreicht diese Temperaturen vielleicht gar nicht. asp: Können die Bremsenhersteller die Bremsbeläge und Scheiben so optimieren, dass weniger Feinstaub entsteht? www.autoservicepraxis.de

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Prof. K. Augsburg: Ja, besonders für den amerikanischen Markt ist hier in den letzten Jahren viel geschehen. So genannte Non-Asbestos-Organic-Beläge produzieren deutlich weniger Feinstaub, vor allem im Stadtverkehr. Bei den kupferfreien Belägen muss man vorsichtig sein, denn Partikelanzahl und Masse des Feinstaubs müssen hier nicht unbedingt geringer ausfallen als bei konventionellen Belägen. Auch eine Kohlefaser-Siliziumkarbid- Bremsscheibe sorgt für weniger Feinstaub, ist aber sehr teuer. asp: Die Bremsenhersteller ATE oder Jurid haben Produkte im Angebot, die als besonders staubarm beworben werden. Was halten Sie von solchen Produkten? Prof. K. Augsburg: Die Zauberwirkung dieser Keramik-Bremsbeläge ist nicht erwiesen. Erwiesen ist, dass sie insgesamt weniger verschleißen und zweifellos eine Auswirkung auf die Sauberkeit der Felge haben. Wenn sie aber wiederum stärker die Bremsscheibe angreifen, dann werden mehr eisenhaltige Teile freigesetzt. Die sind dann weniger auf den Felgen sichtbar, müssen aber nicht für Mensch und Umwelt gut sein. asp: Der französische Hersteller Tallano hat eine Vorrichtung für Bremsen entwickelt, die den Bremsabrieb aufsaugt. Ist das eine Option? Prof. K. Augsburg: Ich kenne die Entwicklung, halte sie aber nicht für praxisgerecht. Natürlich kann man Partikel zu einer bestimmten Stelle leiten und sammeln. Tallano setzt zusätzlich noch auf Bürsten, die die Bremsscheibe putzen. Das halte ich für schwierig, denn jegliche Energie, die zusätzlich aufgebracht werden muss, produziert ein größeres Schleifmoment an den Bremsen. Ein größeres Schleifmoment wirkt wie ein Rollwiderstand, was wiederum mehr CO 2 -Ausstoß und damit mehr Verbrauch bedeutet. Das möchte sicherlich niemand. asp: Was wäre Ihrer Meinung nach die Lösung, den Feinstaub im Bremsabrieb am effektivsten einzudämmen? Prof. K. Augsburg: Das Einfachste wäre, an jedem Rad eine nasslaufende Lamellenbremse zu befestigen, dann hat sich das Feinstaubproblem erledigt. Die herkömmliche Technologie ist jedoch zu verbreitet, so dass sich dieses Verfahren nicht durchsetzen wird. Eine andere Möglichkeit wäre, jede Bremse zu kapseln. Letzteres lässt sich aber nur durch eine Zwangskühlung realisieren, was ebenfalls zu aufwendig wäre. Besser ist es, strömungstechnische Gegebenheiten so auszunutzen, dass die Partikel in eine bestimmte Richtung getrieben und dort aufgefangen werden. Das kann man über die Gestaltung des Unterbodens und des Autos machen. Alles, was am Auto hängen bleibt, ist eigentlich gut für die Umwelt. Jedoch wird man für diese Lösung nicht viel Akzeptanz finden. Den optimalen Problemlöser gibt es noch nicht. Die Elektromobilität wird das Feinstaub- Problem auch stark eindämmen, da durch Rekuperation weniger Arbeit für die Reibungsbremsen übrig bleibt. Interview: Alexander Junk ■ Freie Fahrt für perfekten Stillstand. Zukunftssichere Prüftechnik von AUTOPSTENHOJ. Innovationen bei Autos entstehen immer schneller. Wer mit dieser Entwicklung auch im Werkstattbereich mithalten will, darf selbst nicht auf der Stelle treten. Daher entwickeln wir zum Beispiel Bremsenprüfstände in allen entscheidenden Bereichen – von der Elektronik über die Mechanik bis zur Software – selbst. Und das so flexibel, dass mit jedem Innovationsschub Ihre Prüftechnik einfach angepasst werden kann. Prüftechnik Testmaster PT40 Testmaster RT40 Testmaster TL40 Mehr erfahren: www.autopstenhoj.com

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AUTOMOBILTECHNIK ADAPTIVE FAHRWERKE Per Knopfdruck zum Sportwagen Adaptive Fahrwerke sind inzwischen auch in der Mittelklasse angekommen. Mit der intelligenten Dämpfungstechnologie lässt sich nicht nur das Fahrverhalten anpassen, sondern auch die Sicherheit erhöhen. KURZFASSUNG Adaptive Fahrwerke versprechen eine sportliche oder komfortable Fahrwerksabstimmung auf Knopfdruck. Die Technik ist in vielen Modellen der Mittel­ und Oberklasse erhältlich und lässt sich auch in älteren Fahrzeugen nachrüsten. Sportlich oder komfortabel? Mit einem adaptiven Fahrwerk lässt sich das Fahrverhalten des Autos anpassen. as Fahrwerk eines Autos hat einen schweren Job: Einerseits muss es alle Unebenheiten wegstecken können, andererseits soll es aber auch einen direkten Kontakt zur Straße herstellen. Darüber hinaus gibt es verschiedene Geschmäcker: Der eine möchte lieber agiler und sportlicher fahren und präferiert ein härter abgestimmtes Fahrwerk, andere möchten mit ihrem Auto wie in einer Sänfte dahingleiten und sind mit einem weicher abgestimmten Fahrwerk glücklicher. Ein Standard-Fahrwerk stellt deswegen immer einen Kompromiss dar. Es soll möglichst viele Bedürfnisse befriedigen und die Sicherheitsanforderungen erfüllen. Fahrwerk nach Geschmack In immer mehr Autos der Mittel- und Oberklasse sind „adaptive Fahrwerke“ verbaut, die sich auf Knopfdruck an die Vorlieben des Fahrers anpassen lassen. Dabei ändert sich vor allem die Dämpfungscharakteristik des Fahrzeugs, das sich nun eher sportlich oder komfortabel fahren lässt. Meistens werden dabei auch die Gasannahme, das Ansprechverhalten der Lenkung und die Schaltcharakteristik angepasst. So lässt sich auf Knopfdruck ein Familienkombi zum Sportwagen oder auch zur komfortablen Reisekutsche umfunktionieren. Um das zu erreichen, sind in Autos mit adaptiven Fahrwerken Stoßdämpfer verbaut, die elektronisch geregelt sind und sich in ihrer Kennlinie verändern lassen. Im sportlichen Modus ist dann die Federung deutlich härter und direkter, im AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 Komfortmodus dagegen weicher. Die regelbaren Stoßdämpfer verfügen dabei neben einem Steuergerät über so genannte Proportional-Ventile, die den Ölfluss im Dämpferkolben verengen und damit eine weichere oder härtere Abstimmung ermöglichen. Audis „Magnetic-Ride“-Technologie funktioniert ähnlich, ist aber eine Zukunft der Dämpfungstechnologie: Mit Acocar von Tenneco fährt das Auto wie auf Schienen. Besonderheit: Das Öl im Stoßdämpfer ist dabei mit mikroskopisch kleinen Magnetpartikeln versetzt. Sobald dort Spannung angelegt wird, wird der Durchfluss des Öls gehemmt und somit die Dämpferhärte des Stoßdämpfers angepasst. Je nach Komplexität reicht das Spektrum der regelbaren Dämpfer von einer www.autoservicepraxis.de

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Fotos: KW Automotive, Tenneco. ZF simplen Verstellung von weichem zu hartem Dämpfungsniveau (beispielsweise im Ford Focus RS) bis hin zu intelligenten Systemen, die den Zustand der Fahrbahn erkennen und darauf aktiv reagieren können. Mit diesen teilaktiven Systemen lässt sich auch unerwünschten Wankbewegungen der Karosserie entgegenwirken, beispielsweise bei engen Kurvenfahrten, wenn sich das Chassis des Fahrzeugs zur Seite neigt. Auch beim Bremsen ist das System hilfreich, wenn beispielsweise das Nicken durch eine Gegenbewegung abgemildert wird. Die Sicherheit wird zusätzlich erhöht, da der Kontakt zur Fahrbahn verbessert wird, was sich gerade bei kritischen Fahrmanövern als hilfreich erweist. Auch der Bremsweg kann sich dank verbesserter Bodenhaftung verkürzen. Die Continous-Damping-Control-Technologie (CDC) von ZF Sachs passt die Dämpfung an die Fahrbahneigenschaften an. Kostenpflichtiges Extra Wo so viel Licht ist, muss zwangsläufig auch Schatten sein: Durch die Komplexität der adaptiven Fahrwerke sind sie teuer und nehmen auch zusätzlichen Bauraum im Fahrzeug in Anspruch. Es ist daher verständlich, dass solche Systeme eher in Fahrzeugen der Mittel- und Oberklasse als kostenpflichtiges Extra angeboten werden, das je nach Hersteller einen hohen dreistelligen Betrag bis mehrere Tausend Euro kostet. Volkswagen bietet beispielsweise die Adaptive Fahrzeugregelung (DCC) für zahlreiche Fahrzeugmodelle als optionales Feature. Auch BMW, Mercedes-Benz, Porsche und Opel haben entsprechende Systeme parat (siehe Kasten rechts). Wohin die Reise geht, zeigt Mercedes-Benz eindrucksvoll in der aktuellen S-Klasse. Das Oberklasse-Fahrzeug ist mit der Funktion „Magic Body Control“ ausgerüstet. In den Spiegeln integrierte Kameras scannen dabei den Untergrund auf Unebenheiten ab und leiten daraus Aktionen ab, die von dem Fahrwerk umgesetzt werden. Sobald eine Bodenwelle erkannt wird, können aktiv Gegenkräfte am Stoßdämpfer erzeugt werden. Somit lassen sich Unebenheiten fast komplett ausgleichen, das Fahrzeug schwebt nahezu über die Straße. Wachstumspotenzial Im Aftermarket scheinen die adaptiven Fahrwerke momentan noch keine große Rolle zu spielen. So hat TRW Aftermarket in einem Interview mit der asp AUTO SERVICE PRAXIS im letzten Jahr erklärt, dass das Unternehmen elektronisch geregelte Stoßdämpfer für den Aftermarket momentan nicht entwickelt. Ganz anders ADAPTIVES FAHRWERK ZUM NACHRÜSTEN Wenn ein Auto kein adaptives Fahrwerk besitzt, kann die Technologie nachgerüstet werden. Hersteller KW Automotive, der hauptsächlich für seine Gewindefahrwerke im Tuningbereich bekannt ist, bietet mit KW DDC ECU ein komplettes Gewindefahrwerk mit aktiver Dämpfertechnologie zum Nachrüsten an. Nach Montage können über den KW DDC Taster im Cockpit die Fahrmodi „Comfort“, „Sport“ und „Sport+“ ausgewählt werden, die jeweils auch mit eigener Farbe hinterlegt sind. Die adaptiven Ventile reagieren nun auf die Impulse des Fahrwerksteuergeräts, um beispielsweise im Comfort­Modus die Dämpfer je nach Fahrzeuggeschwindigkeit straffer zu regeln. Wird der jeweilige Fahrmodus ausgewählt, schaltet das adaptive Steuerventil in die vordefinierte Dämpferabstimmung. Der Clou: Die Abstimmung des Fahrwerks lässt sich auch per Smartphone einstellen. Neben den über den KW DDC Taster auswählbaren Fahrmodi können bis zu fünf Das KW DDC ECU ist Gewindefahrwerk und adaptiver Dämpfer in einem. Per App lassen sich unterschiedliche Fahrprofile auswählen und auch feinjustieren. SYSTEMÜBERSICHT Für adaptive Fahrwerke haben die Autohersteller unterschiedliche Bezeichnungen: ■ Audi: Magnetic Ride ■ BMW: Electronic Damping Control (EDC) ■ Mercedes-Benz: Active Body Control (ABM) ■ Opel: FlexRide ■ Porsche: Porsche Active Suspension Management (PASM) ■ VW: Adaptive Fahrzeugregelung (DCC) sieht das Tenneco, die im belgischen Sint- Trudien die laut eigenen Angaben größte Stoßdämpfer-Produktion Europas haben. Der Hersteller prognostiziert in den kommenden Jahren einen riesigen Markt für aktive Dämpfungssysteme: Von derzeit rund zwei Prozent Marktanteil soll der Anteil bis 2025 auf mehr als 15 Prozent wachsen. Tenneco hat mehrere Varianten adaptiver Dämpfungssysteme im Angebot, darunter das semiaktive CVSA/2- Dämpfungssystem, das Querstabilisatoren im Auto überflüssig macht. Das neueste Produkt in der Entwicklung ist das vollaktive Dämpfersystem „Acocar“, das in Premiumfahrzeugen zum Einsatz kommen soll. Auch ZF Sachs hat mit der Continous-Damping-Control-Technologie einen adaptiven Dämpfer im Programm. Alexander Junk ■ eigene Dämpferkennlinien per Smartphone erstellt werden. Dazu wird lediglich ein WLAN­ Modul mit dem KW­Fahrwerksteuergerät installiert, das anschließend eine WLAN­Verbindung mit dem Eingabegerät herstellt. Breite Abdeckung Neben dem Gewindefahrwerk mit adaptiven Dämpfern sind sämtliche zur Montage benötigten Teile im Lieferumfang des Sets enthalten. Auch ein Teilegutachten wird beigelegt. KW DDC ECU ist für zahlreiche Fahrzeugmarken erhältlich, darunter Aston Martin, Audi, BMW, Land Rover, Mercedes­Benz, Porsche, Seat, Tesla und Volkswagen. Die Kosten richten sich nach dem Modell, ein Set für den Audi A3 Sportback (8P) kostet beispielsweise 2.799 Euro (ohne Montage). Weitere Infos und Partner­Werkstätten lassen sich auf www.kwsuspensions.de abrufen. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 49

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AUTOMOBILTECHNIK SUZUKI Phoenix aus der Asche Der neue Suzuki Baleno bietet viel Ausstattung in der Kompaktklasse und dank seines spritzigen Drei zylinder-Motors mit 111 PS auch reichlich Fahrspaß. Fotos: Alexander Junk rsprünglich war der Suzuki Baleno ein Kind der 1990er-Jahre: Von 1995 an produzierten die Japaner den Kompaktwagen, den es als Schrägheck, Fließheck und sogar als Kombi gab. Nach einem Facelift im Jahr 1999 wurde die Optik des Baleno etwas aufgefrischt, wobei die Scheinwerfer in Fischaugen-Optik nicht jedermanns Sache waren. Dennoch zählte der Baleno neben dem Swift zu den beliebtesten Modellen KURZFASSUNG Die Neuauflage des Suzuki bietet viel Ausstattung und mit dem Radarsensor ein Technik-Feature, das in der Kompaktklasse noch selten anzutreffen ist. Der quirlige Dreizylinder-Motor liefert darüber hinaus reichlich Fahrspaß. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 von Suzuki. 2001 kam das jähe Ende des Kompaktwagens. Es sollte 14 Jahre dauern, bis Suzuki eine Neuauflage des Baleno auf der IAA 2015 in Frankfurt vorstellte. Der Newcomer mit Fließheck wurde optisch stark überarbeitet und hat mit seinem Vorgänger nichts mehr gemeinsam. Das Auto wirkt modern, ohne dabei jedoch besonders auffällig zu sein. Auch als Mild-Hybrid verfügbar Das Einstiegsmodell ist bereits ab 13.790 Euro erhältlich. Den neuen Baleno gibt es wahlweise mit zwei verschiedenen Motoren: Entweder mit 1,2-Liter-Benziner („Dualjet“) mit vier Zylindern oder mit einem 1,0-Liter-Benziner mit drei Zylindern („Boosterjet“). Von Ersterem gibt es auch eine Mild-Hybrid-Version, in der ein Elektromotor mit Lithium-Ionen-Akku bei der Beschleunigung hilft und für einen geringeren Verbrauch sorgt. Der massentauglichere Dreizylinder bietet mit 111 PS und 170 Newtonmeter Drehmoment sogar mehr Power als sein Vierzylinder- Bruder, der sich mit 90 PS und 120 Newtonmeter Drehmoment begnügen muss. Das liegt daran, dass der Dreizylinder einen Turbolader besitzt, während der Vierzylinder ein Saugmotor ist. Unser Testwagen mit dem Dreizylinder bot folglich auch reichlich Fahrspaß und den typischen Dreizylinder-Klang beim Beschleunigen. Nach 11,4 Sekunden durchbricht der Japaner die 100-Kilometer-Marke und erreicht sogar 200 Kilometer pro Stunde als Höchstgeschwindigkeit. Dabei ist er erstaunlich sparsam: Laut Suzuki soll der kombinierte Kraftstoffverbrauch bei viereinhalb Litern pro 100 Kilometer liegen, in der Praxis war es rund ein Liter mehr – dennoch ein guter Wert. www.autoservicepraxis.de

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TECHNISCHE DATEN Suzuki 1.0 Boosterjet Bauart: Dreizylinder-Turbomotor, 12 Ventile, zwei obenliegende Nockenwellen, Direkteinspritzung Hubraum: 998 cm³ Maximale Leistung: 82 kW (111 PS) Maximales Drehmoment: 170 Nm Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h Getriebe: Fünfgang-Schaltgetriebe Das Cockpit des Baleno wirkt aufgeräumt, die Verarbeitungsqualität ist in Ordnung. Platzsparend: Der Dreizylinder-Turbobenziner quetscht 111 PS aus einem Liter Hubraum. www.autoservicepraxis.de Unser Baleno war mit einem Fünf-Gang- Handschaltgetriebe ausgestattet, das sich teilweise aber recht hakelig bedienen ließ. Optional gibt es das Auto auch mit Sechsgang-Automatik. In der Variante „Comfort“ bietet der Suzuki eine gute Ausstattung. Sogar ein adaptiver Tempomat (AAC) mit Radar ist mit an Bord, was in dieser Fahrzeugklasse recht ungewöhnlich ist. Das System bietet auf Autobahnen eine Entlastung, denn bei eingeschaltetem Tempomat hält der Baleno den Abstand zum Vordermann konstant ein und der Fahrer muss sich nur noch auf das Lenken konzentrieren. Dabei kann das System aktiv beschleunigen und auch bremsen, was besonders bei Staus sehr hilfreich ist. Der Abstand zum Vordermann lässt sich dabei in drei Stufen regeln. In unserem Test funktionierte das zuverlässig, sofern das Wetter mitspielt. Denn schneit es kräftiger, versagt der Radarsensor seinen Dienst und deaktiviert den Autopiloten, bis der Schneefall nachlässt. Kommt man dem Vordermann zu nahe oder bremst dieser abrupt, warnt der Baleno den Fahrer zudem akustisch und optisch vor einem möglichen Zusammenprall. Die radargestützte aktive Bremsunterstützung des Baleno (RBS) leitet dann selbstständig eine Notbremsung ein, wenn ein Zusammenprall kurz bevor steht. Angetan waren wir auch von dem Infotainmentsystem des Baleno, das Navigation, Digitalradio und Telefonfunktionen übersichtlich vereint. Per Bluetooth-Funk lassen sich Smartphones koppeln und dank Freisprecheinrichtung Gespräche führen. Bei der Musikwiedergabe werden auch die Titel über das System angezeigt. Mit der Carplay- und Mirrorlink-Unterstützung lassen sich zudem ausgewählte Apps von Apple- und Android-Smartphones nutzen. Der Bildschirm dient zusätzlich auch zur Darstellung der Rückfahrkamera, was sich beim Einparken als hilfreich erweist. Ein weiteres Multifunktions-LCD-Display zwischen den Instrumenten zeigt zudem Infos wie Durchschnittsverbrauch, Geschwindigkeit und sogar die abgerufene Leistung und Drehmoment des Motors in einer schicken Grafik an. Auch die Beschleunigungskräfte lassen sich visualisieren – das konnte der Ur-Baleno nicht. Alexander Junk ■ Highlight des Baleno ist der adaptive Tempomat, der einen Radarsensor nutzt. Das Display des Infotainmentsystems gibt auch das Bild der Rückfahrkamera wieder. Frischer Wind im Klimaservice AVL DiTEST ADS SERIE Klimaservice für höchste Ansprüche AVL DiTEST GmbH Schwadermühlstraße 4, 90556 Cadolzburg Tel. +49 9103 7131 - 0, Fax - 477 www.avlditest.com FUTURE SOLUTIONS FOR TODAY

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AUTOMOBILTECHNIK OPEL Eine gute Mischung Opels neuer Crossland X ist ein kompakter SUV für die Stadt, der sich vor allem an junge Familien richtet. Die asp-Redaktion durfte in Frankfurt am Main einen Blick auf den Newcomer werfen. Fotos: Alexander Junk Zweifarbig: Dach und Karosserie lassen sich nach Gusto individualisieren. KURZFASSUNG rossover heißt das neue Zauberwort: Da die wenigsten Menschen mit einem SUV auch wirklich ins Gelände fahren und lieber auf Stauraum und Praktikabilität setzen, mixen die Autohersteller einfach verschiedene Bauformen. So ist der neue Opel Crossland X als Nachfolger des Meriva zwar in erster Linie ein kompaktes SUV mit bulliger Front und breitem Grill, enthält aber auch Elemente von einem Van und einem Kombi. Opel nennt dieses Karosseriekonzept Crossover Utility Vehicle, kurz: CUV. Die Rüsselsheimer haben den Newcomer im Februar in Fankfurt am Main vorgestellt. Das Auto entstand aus der Kooperation mit dem PSA-Konzern, die Opel seit 2012 eingegangen ist, und hat folglich auch viele Teile von PSA. Laut Jürgen Keller, Chef von Opel Deutschland, sollen allein in diesem Jahr sieben neue Modelle von Opel auf den Markt gebracht werden, darunter auch zwei neue X-Modelle, die in die Kategorie der neuen CUV-Definition fallen. Nach dem im Herbst 2016 vorgestellten Mokka X ist der Crossland X der zweite Vertreter dieser Modellfamilie. Der Newcomer ergänzt das Opel-Portfolio im boomenden SUV-B-Segment. Im Herbst 2017 soll dann noch der Grandland X (C-Segment) erscheinen, der noch mehr Platz zur Verfügung stellen soll. Flexibler Lademeister Der Crossland X richtet sich vor allem an junge Familien, die im „urbanen“ Umfeld zuhause sind und ein Auto benötigen, das kompakte Abmessungen besitzt. Der Crossland X hat im Gegensatz zum Mokka auch keinen Allradantrieb und muss sich mit einer überschaubaren Motorenpalette aus dem PSA-Konzern Mit dem Crossland X stellt Opel einen Nachfolger für den Meriva vor, der aus dem Programm gestrichen wurde. Das Crossover-SUV richtet sich vor allem an junge Familien, die mit dem Auto lieber in der Stadt als im Gelände unterwegs sind. zufriedengeben. Zur Auswahl stehen fünf Antriebe, davon drei Benziner und zwei Dieselmotoren, das stärkste Modell davon mit 130 PS. Die reine Motorpower ist für einen Cityflitzer auch weniger interessant, hier zählen vor allem die praktischen Eigenschaften. Und hiervon hat der Crossland X einige: Besonders pfiffig sind die um jeweils 150 Millimeter in Längsrichtung verschiebbaren Fondsitze – je nachdem, ob man lieber mehr Stauraum im Kofferraum oder mehr Beinfreiheit auf der Rückbank hat. Da die umklappbare Rücksitzlehne zudem im Verhältnis 40:20:40 geteilt ist und sich auch in der Neigung arretieren lässt, können die Platzverhältnisse noch flexibler angepasst werden. So Jürgen Keller, Chef von Opel Deutschland, stellte in Frankfurt am Main den Cross land X vor. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 www.autoservicepraxis.de

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Ein acht Zoll großer Touchscreen mit Smartphone-Einbindung ist optional erhältlich. steht ein Kofferraum-Volumen von 410 bis 1.255 Litern zur Verfügung. Wer sein Auto optisch individualisieren möchte, hat zudem die Möglichkeit wie beim Opel Adam, für das Dach eine separate Farbe neben der Karosseriefarbe zu wählen. Für einen guten Überblick über das Verkehrsgeschehen sorgt die SUV-typische, hohe Sitzposition. Ein Novum in dieser Fahrzeugklasse sind die von der Aktion Gesunder Rücken e.V. (AGR) zertifizierten Ergonomie-Sitze für Fahrer und Beifahrer, die den Rücken schonen sollen. Sehr gelungen ist auch das Glas-Panoramadach mit einer Fläche von 1.090 x 870 Pfiffig: Die Fondsitze lassen sich um 150 Millimeter in Längsrichtung verschieben. Unter dem Tankdeckel befindet sich auch eine AdBlue-Nachfüllmöglichkeit. Zentimeter, das freien Blick in den Himmel erlaubt. Damit man sich keinen Sonnenbrand holt, ist im Glas ein UV-Schutz integriert. Abends wiederum sorgen die adaptiven Voll-LED-Scheinwerfer dafür, dass die Straße gut ausgeleuchtet und der Gegenverkehr nicht geblendet wird. Optional lässt sich der Crossland X auch mit einem Head-up-Display ordern, das Geschwindigkeit und Verkehrsinformationen direkt in die Windschutzscheibe projiziert. Eine 180-Grad-Rückfahrkamera erleichtert zudem das Einparken. Hinzu kommen zahlreiche Fahrerassistenz-Systeme: Verkehrszeichen- und Müdigkeitserkennung, Einparkassistent, Frontkollisionswarner, Fußgängererkennung, Toter- Winkel-Warner, automatische Gefahrenbremsung sowie ein Spur-Assistent sind an Bord. Multimedia-Fans freuen sich auf ein Infotainmentsystem mit bis zu acht Zoll großem Touchscreen, das auch mit Opels Service-Assistent OnStar ausgestattet ist. Drahtloses Laden des Smartphones ist damit ebenso möglich wie auch die Einbindung von Apple-Smartphones per Carplay. Dank 4G-/LTE-Mobilfunk kann auch ein WLAN-Hotspot im Crossland X eingerichtet werden, mit dem die Insassen mobil surfen können. Alexander Junk ■ Gute Arbeit! Hella Gutmann Solutions sagt herzlichen Glückwunsch zu 20 Jahren asp AUTO SERVICE PRAXIS. www.hella-gutmann.com medienformer.de

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PRODUKTE MOTORENÖL Zur Hausmarke greifen Foto: B.W. Vertrieb Mit Oil-X hat die Winba GmbH bereits 2015 eine eigene Ölmarke vorgestellt, die exklusiv in Autohäusern verkauft wird. Das Handelsunternehmen bietet mit „Oil- X Individual“ den Kfz-Betrieben nun die Möglichkeit, zusätzlich ein eigenes Etikett mit Bild, Text und Grafik zu entwerfen. Ein-Liter-Gebinde lassen sich beispielsweise im Design des Autohauses als zusätzliche Ölreserve vermarkten. Laut Winba ist der Schmierstoff von führenden Automobilherstellern freigegeben und wird in Deutschland hergestellt. aj ■ Winba GmbH www.winba.eu STARTHILFE Fremdstarten leicht gemacht Die handlichen Starthilfen von B.W. Vertrieb eignen sich ideal zum Fremdstarten von Fahrzeugen, die eine 12-Volt-Starterbatterie haben. Neben einer 14.000-mAh- Variante bietet der Hersteller auch die 18.000mAh Pow All Starthilfe an. Letztere ist für alle Pkw ohne Hubraumbegrenzung Foto: Winba geeignet und somit ideal für Werkstätten. Die knapp 740 Gramm schwere Starthilfe wird in einem praktischen Koffer mit sämtlichem Zubehör ausgeliefert. aj ■ B.W. Vertrieb GmbH www.bwvertrieb.de Foto: TMD Friction REPARATUR-SET Unkomplizierte Reparatur Federal-Mogul hat das Fahrwerksteileprogramm der Marke Moog ausgebaut und bietet ab sofort Reparatur-Sets für Axialgelenke und Lenkmanschettensätze in OE-Qualität an. Die Reparatursätze enthalten alle zur Reparatur benötigten Teile wie Axialgelenk, Manschetten, Metallbinder und die richtige Menge an speziellem Schmierfett. Werkstätten sparen so AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 Arbeits zeit, da alle Teile sofort verfügbar sind. 78 Reparatursätze sind erhältlich, mit denen sich fast der gesamte Pkw- Bestand in Europa abdecken lässt. Darunter: Audi A3, 1er- und 3er-BMW, Renault Clio und Megane sowie der VW Golf. aj ■ Federal-Mogul Motorparts www.moogparts.de BREMSBELÄGE Neues Verpackungsdesign Bremsen-Spezialist TMD Friction möchte die Verpackung für Trommelbremsbeläge der Nutzfahrzeug-Marke Don, die bisher in einer durchsichtigen Folie verschweißt waren, aufhübschen. Die Beläge werden nun in einer robusteren Folie, die per Streudruck mit dem Don-Logo versehen ist, verkauft. Die bisherige Version wird sukzessive ersetzt. Das Lieferprogramm für Don-Trommelbremsbeläge umfasst mehr als 500 Referenzen. aj ■ TMD Friction Services GmbH www.don-brakes.com www.autoservicepraxis.de Foto: Federal-Mogul

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ASA NEWS ARBEITSSCHUTZ Neue Regeln für Stickoxide Die TRGS 900 (Technische Regeln für Gefahrstoffe) wurde im November 2016 überarbeitet. Diese Regelung ergänzt die TRGS 554, die sich speziell mit Dieselmotoremissionen beschäftigt. Nach der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) 1 ist der Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) der Grenzwert für die zeitlich gewichtete durchschnittliche Konzentration eines Stoffes in der Luft am Arbeitsplatz in Bezug auf einen gegebenen Referenzzeitraum. Er gibt an, bei welcher Konzentration eines Stoffes akute oder chronische schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit im Allgemeinen nicht zu erwarten sind (§ 2 Absatz 7 GefStoffV). Das Einhalten der Arbeitsplatzgrenzwerte dient dem Schutz der Gesundheit von Beschäftigten, die durch das Einatmen von Stoffen gefährdet sein kann. In die aktuelle Verordnung wurden unter anderem Stickstoffdioxid und Stickstoffmonoxid neu aufgenommen. Beide Schadstoffe sind in den Abgasen von Kraftfahrzeugen enthalten und treten in Werkstätten beim Einfahren auf den Arbeitsplatz und bei Tests aus. Der AGW beträgt für Stickstoffdioxid 0,5 ml/m³ (ppm) bzw. 0,95 mg/m³ und für Stickstoffmonoxid 2,0 ml/m³ (ppm) bzw. 2,5 mg/m³. Frühere Untersuchungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in Abstellbereichen für Kfz ergaben, dass je höher die Abgasnachbehandlung zur Reduzierung von Dieselpartikelfiltern war, also von EURO I­V, bei den Fahrzeugen vor allem die Werte für Stickstoffdioxid erheblich anstiegen. Daraus leitet sich ab, dass bei den meisten neu zugelassenen Pkw und Lkw, mit EURO V und VI, die neuen Grenzwerte der TRGS 900, ohne direkt angeschlossene Abgasabsauganlagen nicht eingehalten werden können. Dies hat verstärkt auch Auswirkungen auf Fahrbereiche in der Werkstatt zum Arbeitsplatz. VERNETZUNG asanetwork immer internationaler asanetwork wurde von Beginn an für den internationalen Markt konzipiert. 30 der aktuell mehr als 80 Lizenznehmer der asanetwork Standard­Schnittstelle stammen Foto: Texa aus dem Ausland. Auf der Werkstattmesse AutoZum wurde bekanntgegeben, dass künftig die EBV 2017 (Elektronische Begutachtungsverwaltung) zur Fahrzeugüberprüfung den asanetwork­manager integriert hat und für Werkstätten kostenlos anbietet. Neben EBV haben AVL, Bosch sowie Hella Gutman den asanetwork­manager integriert. Somit spart die Werkstatt dessen separaten Kauf zum Preis von 849,00 Euro. asanetwork geht davon aus, dass jede Werkstatt in Österreich ein Produkt aus dem Angebot dieser vier Unternehmen einsetzt. Damit ist jede Werkstatt in der Lage, mit asanetwork zu vernetzen, sofern die Dealer Management Software netzwerkfähig ist. In Kürze wird die Homepage www.asanetwork.de neben Englisch auch in Italienisch, in Spanisch und etwas später in Französisch zur Verfügung stehen. Viele Hersteller haben jetzt den asanetworkmanager integriert. KOMPAKT Bundesverband der Hersteller und Importeure von Automobil-Service Ausrüstungen e.V. AICA, der italienische Werkstattausrüster- Verband, vertritt seine Mitglieder auf nationaler und internationaler Ebene. Italien beherbergt die weltweit größte Konzentration von Herstellern von Werkstattausrüstungen. Der Exportanteil liegt bei rund 69 Prozent der Produktion. Die im AICA organisierten gut 100 Unternehmen repräsentieren mehr als 80 Prozent des Gesamtumsatzes der italienischen Hersteller von Werkstattausrüstungen. Im März 2017 wird der erweiterte ASA-Vorstand Gast der AICA in Bologna sein und über Möglichkeiten und Gebiete einer intensiveren Zusammenarbeit diskutieren. AICA und ASA-Verband teilen auf europäischer und internationaler Ebene viele Interessen im Bereich der Werkstattausrüstung und der periodischen Hauptuntersuchung. Zwischen den AICA- und ASA-Mitgliedern bestehen zum Teil enge Beziehungen. Dazu kommt, dass einige bedeutende deutsche und italienische Werkstattausrüster gesellschaftlich miteinander verbunden sind. KONTAKT Geschäftsstelle ASA Bundesverband Tel. 0 89/80 07 19 92 Fax 0 89/84 00 58 56 geschaeftsstelle@asa-verband.de www.asa-verband.de www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 55

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WERKSTATTTECHNIK KLIMAANLAGEN-WARTUNG Verkauf durch gute Informationen Wenn es um die Wartung ihrer Klimaanlage geht, haben viele Autofahrer mehr Fragen als Antworten. Daher ist die kompetente Aufklärung in der Werkstatt so wichtig. ie Klimaanlage ist ein Luxusgut, das mittlerweile in fast jedem Pkw für kühle Köpfe sorgt. Dass Luxus auch mit zusätzlichen Ausgaben verbunden ist, möchten Kunden häufig nicht akzeptieren. Allerdings basiert dies meist auf mangelnder Information. Während der Ölwechsel regelmäßig auf der Agenda steht, kommt die eigene Gesundheit erst ins Spiel, wenn die Kühlleistung nachlässt. Das liegt auch daran, dass die Hersteller Wartungsarbeiten an Klimaanlagen im Rahmen der Inspektion meist als Option und nicht als Pflicht anbieten. So ist es nicht verwunderlich, dass sogar recht junge Gebrauchtwagen einen Servicestau in Sachen Klimawartung haben. Aufklärung im direkten Kontakt mit dem Kunden ist beim Thema Klima wichtig, um langfristige Schäden an der Anlage und Unmut der Besitzer zu vermeiden. Das sagen Hersteller Ford schreibt eine Wartung der Klimaanlage im Zyklus von drei Jahren, oder aber 60.000 Kilometern, vor. Allerdings weist der Serviceplan keinen Termin für die Neubefüllung oder eine Reinigung auf. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 KOMMENTAR VOM ACE AUTOCLUB EUROPA Einige Bauteile der Klimaanlage können durch Kondenswasser zu einem Nährboden für Bakterien werden. Eine derart mit Bakterien infizierte Klimaanlage macht sich meist durch einen muffigen Geruch bemerkbar und sollte dann schnellstmöglich desinfiziert werden. Wir empfehlen, alle Innenraumfilter einmal im Jahr oder alle 15.000 Kilometer zu prüfen – und gegebenenfalls zu ersetzen. Ein guter Zeitpunkt dafür ist Ostern. Dabei geht es nicht nur um den Geruch – Aktivkohlefilter können zusätzlich Gase wie Ozon, Stickoxide oder Kohlenwasserstoffe filtern. Irgendwann setzen sich diese aber zu. Bei modernen Fahrzeugen steht diese Position auch auf dem Inspektionsplan – da besteht in der Regel kein Handlungsbedarf vor der Inspektion – höchstens es stinkt. Bei einfachen Anlagen sollte der Temperaturregler nicht über längere Zeiten am Anschlag des „blauen“ Bereichs genutzt werden, da die Constantin Hack, Pressesprecher ACE Europa ausströmende Luft zu einer Erkältung führen kann. Die Kühlluft sollte auch nie direkt auf den Körper gerichtet sein. Fast alle Werkstätten bieten einen sogenannten Klimacheck an. Bei regelmäßig gewarteten Fahrzeugen ist er in der Regel nicht nötig, wenn die Luft aus den Luftschlitzen müffelt, sollten Autofahrer über einen entsprechenden Service nachdenken. Jedem Autofahrer empfehlen wir, die Klimaanlage an heißen Tagen fünf bis zehn Minuten vor Fahrtende abzuschalten. Dann kann das entstandene Kondenswasser abtrocknen. Dies hilft, einem Bakterienbefall vorzubeugen. Zudem handelt es sich bei Arbeiten an der Klimaanlage um Zusatzoptionen, die der Kunde zum Beispiel bei einer Inspektion bestellen muss. Die Klimaanlage gehört zum Gesamtfahrzeug, daher gilt bei VW Folgendes: Im Wartungsprotokoll gibt es das Feld „Elektrik“, dort wird als fünfter Wartungspunkt Fotos: ACE Europe, Fotolia/Tyler Olson/herzform/bluedesign, Anna Matuschek www.autoservicepraxis.de

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Wie Sie dem Kunden den Klimaservice erklären, haben wir in einem Beispieldialog zusammengefasst. Werkstatt: Sollen wir auch einen Klimaservice machen? Werkstatt: Wenn Sie die Klimaanlage nicht warten lassen, kommt es zu Pilz und Schimmelbildung. Außerdem kann die Anlage ausfallen, das wird dann teuer. Werkstatt: Auf dem Verdampfer, der sieht so ähnlich aus wie ein Wasserkühler, bildet sich Kondenswasser und somit ein idealer Nährboden. Bei einer Desinfektion wird der vernichtet. Zudem bekommt der Wagen einen neuen Pollenfilter, damit die Luft im Innenraum sauber ist. Werkstatt: Das ist der Teil einer Klima-Wartung, den Sie als Fahrer enorm bemerken. Aber auch im Inneren des Systems braucht es Pflege. Werkstatt: Eine Sichtprüfung machen wir von außen. Das Kältemittel im System entweicht durch die minimalen Poren in den Schläuchen. Es wird also weniger. Zudem ist das Mittel hygroskopisch. Das bedeutet, dass es Wasser anzieht. Werkstatt: In dem System der Klimaanlage ist ein Filter verbaut, der bindet das Wasser. So ähnlich wie ein Luftentfeuchter. Dieser Filter muss regelmäßig getauscht werden, sonst bildet sich eine chemische Verbindung und das System rostet von innen. Werkstatt: Dann wird es teuer, weil Teile wie der Klimakompressor ausfallen. Werkstatt: Wenn Sie die Anlage nicht benutzen, kann es ebenfalls zu Defekten kommen. Werkstatt: Weil dem Kältemittel auch ein Teil Schmierstoff beigemengt ist. Dadurch werden die beweglichen Innereien mobil gehalten und vor Korossion geschützt. Wenn die Anlage lange aus ist, fehlt dieses Öl. Werkstatt: Nein, das Günstigste ist die regelmäßige Benutzung, Kontrolle, Reinigung und Befüllung. Kunde: Nein, wozu? Die Klimaanlage funktioniert. Kunde: Warum sollte mein Auto schimmeln, wenn ich keinen Zusatzservice buche? Kunde: Das hört sich grundsätzlich nicht schlecht an, wenn es damit getan ist, können wir das machen. Kunde: Und wie erkennen Sie, wie es im Inneren aussieht? Gibt es da ein Guck-Loch? Kunde: Na und? Kunde: Und was soll dann passieren? Kunde: Jetzt wo ich das alles weiß, spare ich einfach ein bisschen mit der Klimaanlage, anstatt auch noch für die Wartung zahlen zu müssen. Kunde: Warum das denn? Kunde: Es gibt also keine Lösung die Inspektion zu vermeiden? standardmäßig aufgeführt: „Staub-Pollenfilter/Geruchs- + Schadstofffilter ersetzen“. In diesem Bereich gibt es ggf. Indikatoren für Probleme wie etwa Schimmel/Zusetzung. Außerdem gibt es im Prüfungsbereich „Fahrzeug von unten“ den Wartungspunkt „Sichtprüfung auf Undichtigkeiten und Beschädigungen im Motorraum“. Zudem wird bei einer abschließenden Probefahrt die Funktion überprüft. Opel schreibt keine Wartung für Klimaanlagen vor. Ein jährlicher Check mit Sichtprüfung wird empfohlen. Zudem wird im Rahmen der Inspektion die Befüllung des Kältemittels überprüft und dieses bei Bedarf aufgefüllt. An sich ist die Befüllung aber eine „Lebensfüllung“. Handlungsbedarf besteht erst, wenn die Leistung der Klimaanlage nachlässt oder der Innenraum zu müffeln beginnt. KUNDEN EINBEZIEHEN Franziska Lehmann besitzt ihr Mercedes Sport Coupé seit zwei Jahren. Den Wagen hat sie von ihrer Oma bekommen, die Inspektion wurde immer in einer Fachwerkstatt jährlich erledigt. Ob die Klimaanlage gereinigt oder befüllt wurde, weiß die Besitzerin trotz lebenslang gepflegtem Service-Plan nicht. Grund dafür ist mangelnde Kommunikation der Werkstatt. Fazit Bei keinem der Hersteller, die wir stichprobenartig befragt haben, ist eine Desinfektion oder Neubefüllung der Klimaanlage Teil des Inspektionsplanes, lediglich die Filter und eine optische Überprüfung sind teilweise in den Service-Paketen enthalten. Kunden haben lediglich die Option Dienstleistungen dazuzubuchen. Allerdings werden sie dies – verständlicherweise – nur nach guter Aufklärung tun (siehe Beispieldialog links). Anna Matuschek ■ AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 57

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WERKSTATTTECHNIK KLIMASERVICEGERÄTE, TEIL 1 Für drei Kältemittel Ab diesem Jahr greift die EU-Richtlinie 2006/40/EG. In Neufahrzeugen kommt nun R1234yf, vereinzelt auch CO2 zum Einsatz. Werkstätten müssen im Service daher mit bis zu drei Kältemitteln arbeiten. ie Diskussionen um das Kältemittel R1234yf sind inzwischen abgeflaut. Seit diesem Jahr wird R1234yf in fast allen Neufahrzeugen eingesetzt. Lediglich Daimler setzt bei einigen Premium-Modellen auf die Alternative CO 2 als Kältemittel. Auch im Service ist das neue Kältemittel angekommen und die Nachfrage nach entsprechenden Klimaservicegeräten für R1234yf steigt, wie die Hersteller von Klimaservicegeräten bestätigen. Doch auch der Absatz von R134a-Geräten bleibt TEXA Auch für CO2 Texa ist für alle Kältemittel gerüstet: ob R134a, R1234yf oder CO 2 . Das neueste Gerät, die Konfort 744 für CO 2 wurde völlig neu entwickelt und ist von Daimler- Benz freigegeben. Bei Texa ist man überzeugt, dass sich auch andere Hersteller mit dieser Thematik beschäftigen und weitere Applikationen folgen werden. Die Anwendung des CO 2 -Geräts ist dabei mit der Bedienung von Servicegeräten für R134a oder AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 Foto: WOW auf einem relativ hohen Niveau. Denn selbst wenn R134a ab diesem Jahr nicht mehr in Neufahrzeugen verwendet werden darf, befinden sich die Fahrzeuge mit R134a noch viele weitere Jahre auf dem Markt und müssen in der Werkstatt entsprechend gewartet werden. Marktüberblick Der folgende Artikel stellt aktuelle Klimaservicegeräte für R134a, R1234yf und CO 2 vor. Der Markt für CO 2 -Klimaservicegeräte ist freilich noch überschaubar, R1234yf vergleichbar. Die Absatzzahlen der CO 2 -Geräte sind bislang selbstverständlich eher gering. Sollten aber in den nächsten Monaten steigen, wenn auch die Fahrzeuge der E-Klasse mit diesem Kältemittel ausgestattet werden, weiß man bei Texa. Die Verkaufszahlen der R1234yf-Geräte sind hingegen in den letzten Jahren deutlich gestiegen und lagen 2016 bereits bei 49 Prozent der verkauften Geräte. WÜRTH ONLINE WORLD (WOW) Neue Coolius Serie Aktuell entwickelt man bei WOW zwei neue Einstiegsgeräte für R134a sowie für das Kältemittel R1234yf. Denn die Nachfrage nach R134a-Geräten sei in den vergangenen Jahren relativ stabil gewesen. Bei Klimaservicegeräten für R1234yf hingegen konnte man gerade ab Mitte 2016 eine deutliche Steigerung verzeichnen. Die beiden neuen Geräte der Serie Coolius sollen könnte sich aber entwickeln, falls weitere Automobilhersteller in Zukunft neben R1234yf auch auf CO 2 setzen. Und auch das Kältemittel R1234yf bringt Herausforderungen mit sich. In der Branche geht man beispielsweise von einer steigenden Gefahr von kontaminiertem Kältemittel aus. Daher beschäftigt sich der zweite Teil dieses Artikels, der in der nächsten asp erscheint, mit dem Umgang mit kontaminiertem Kältemittel sowie mit aktuellen Trends und Entwicklungen im Bereich Klima service. Valeska Gehrke ■ Foto: Texa sich dabei vor allem durch ihre einfache Bedienung auszeichnen und sind ohne weitere Anpassungen international einsetzbar. Als Highlight bieten die Geräte außerdem die Möglichkeit, sich über ein Zusatzmodul online zu schalten. Im Bereich CO 2 beobachte das Unternehmen den Markt, um bei entsprechenden Entwicklungen zeitnah zu reagieren. www.autoservicepraxis.de

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ROBINAIR Eiskalte Überraschung Auch bei Bosch laufen die Vorbereitungen für eine neue Generation von Robinair Klimaservicegeräten auf Hochtouren. Das Unternehmen verspricht „eiskalte Innovationen“, die auf der Autopromotec im Mai in Bologna vorgestellt werden. Die neuen Geräte sollen schnelle und effiziente Wartungs- und Reparaturarbeiten an Fahrzeugklimaanlagen mit den Kältemitteln R134a und R1234yf ermöglichen. Foto: AVL Ditest Dabei entfielen im Jahr 2016 laut Herstellerangaben 60 Prozent der verkauften Klimaservicegeräte auf R134a, 40 Prozent auf R1234yf (aktuelles Gerät siehe Foto). Für dieses Jahr erwartet das Unternehmen ein Verhältnis von 50 zu 50 von R134a zu R1234yf. Bei CO 2 sei die zukünftige Nachfrage davon abhängig, wie viele Fahrzeughersteller neben Mercedes-Benz noch auf dieses Kältemittel setzen. AVL DITEST Gute Aussichten Mit der Entwicklung des Klimaservicegeräts ADS 310 für CO 2 -Klimaanlagen eröffnete sich das Grazer Unternehmen neue Marktperspektiven. Das Gerät, das 2016 in enger Abstimmung mit Daimler entwickelt wurde, zeichnet sich vor allem durch lange Ölwechselintervalle der Vakuumpumpe aus, dank smarter Ölregenerationsfunktion. Auch für R134a und R1234yf bietet das Unternehmen eine Foto: Bosch breite Produktpalette, darunter das ADS 130 für R1234yf. Dieses richtet sich mit einem vollautomatischen Ablauf an erfahrene Kfz-Techniker sowie Einsteiger im Bereich Klimaservice gleichermaßen. Zudem hat AVL das neue Druckprüfgerät DPG 1300 zur Lecksuche an Fahrzeugklimaanlagen auf den Markt gebracht. Dieses unterstützt alle drei Kältemittel: R134a, R1234yf und R744 (CO 2 ) . MAHLE Neues Profi-Modell für R1234yf Mahle Service Solutions hat die Produktlinie ArcticPRO um ein neues Modell erweitert. Das Gerät ACX 255 für das Kältemittel R1234yf entspricht den VDA-Vorgaben. Bei der Entwicklung standen Sicherheit, Präzision und die einfache Handhabung im Fokus, heißt es von Mahle. Highlight des neuen Geräts ist das so genannte Identifier-Konzept. Dieses sorgt dafür, dass die Kältemittelanalyse in einem extern angebrachten Analysegerät erfolgt, das über eine separate Leitung mit der Klimaanlage des Fahrzeugs verbunden ist. Erkennt das Gerät eine Kontamination, werden nur der Identifier und die Leitung automatisch entleert und gereinigt. Das Klimaservicegerät selbst ist sofort wieder einsatzbereit. Dabei kann das externe Analysegerät für mehrere Geräte der ArcticPRO-Serie parallel verwendet werden. Sobald die Kontaminationsprüfung an einem Gerät innerhalb von 20 Sekunden abgeschlossen ist, kann der Identifier an das nächste Gerät angeschlossen werden. Das spart der Werkstatt zusätzliche Investitionskosten. Selbstverständlich verfügt das neue Gerät auch über die bewährte Mahle E 3 -Technologie, die den Klimaservice ökologisch, wirtschaftlich und effizient machen soll. Um den Umgang mit kontaminiertem Kältemittel zu erleichtern, wurde in Abstimmung mit Automobilherstellern zudem die Recovery Unit Only entwickelt (siehe vorne rechts im Bild). Mit dem transportablen in sich geschlossenen Gerät kann Kältemittel sicher zurückgewonnen werden. Foto: Mahle www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 59

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WERKSTATTTECHNIK ATH-HEINL Automatisierter Ablauf Foto: Hella Gutmann Solutions Das neueste Gerät von ATH-Heinl ist das ATH AC1234yf. Es zeichnet sich durch seine hohe Funktionsausstattung aus und das zu einem attraktiven Preis, erklärt der Hersteller. Der vollautomatisierte Arbeitsablauf und die selbsterklärende Menüführung erleichtere dem Benutzer die Anwendung und sorge für effizientes Arbeiten. Mit dem intergrierten Thermodrucker lassen sich die erbrachten Leistungen schnell ausdrucken und dokumentieren. Nach wie vor ist aber die Nachfrage auch nach R134a-Geräten sehr hoch, heißt es von ATH-Heinl. HELLA GUTMANN SOLUTIONS Auch für E-Autos Foto: ATH-Heinl Das Klimaservicegerät Husky 1500 für R1234yf von Hella Gutmann Solutions erweitert die Husky-Familie. Mit seinem Ausstattungsumfang sei das Husky 1500 als wirtschaftliche Einsteigerlösung für das neue Kältemittel bestens geeignet. Das vollautomatische Klimaservicegerät verfügt unter anderem standardmäßig über einen Ticketdrucker. Zudem ist es auch für den Einsatz an Elektro- und Hybridfahrzeugen ausgestattet. Optional stehen ein intergriertes Kältemittel-Analysegerät, hermetische Öl- und UV- Kartuschen sowie ein Prüfgasanschluss zur effizienten Dichtheitsprüfung zur Ver fügung. BRAINBEE Vor Feuchtigkeit geschützt AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 Foto: Valeska Gehrke Der italienische Klima-, Diagnose- und Abgasspezialist Brainbee hat das Klimaservicegerät „Clima 1234-HO“ weiterentwickelt. Es entspricht jetzt den Vorgaben des vom VDA-Arbeitskreis „Klimatisierung“ entwickelten Lastenhefts für Klimaservicegeräte für R1234yf. Besonders interessant sind die neuen Oil Care Ölbehälter für Frischöl, Altöl und Kontrastmittel. Dank einer patentierten Technik werde das in den Behältern enthaltene Öl vor Feuchtigkeit geschützt. Die neuen Clima-Geräte verfügen ab März 2017 über die Ölbehälter, für ältere Geräte ist ein Upgrade-Kit für 99 Euro (UVP, zzgl. MwSt.) erhältlich. DOMETIC WAECO Mit Low-Emission-Konzept Kennzeichnend für die Dometic Waeco ASC-Klimaservicegeräte ist die Low-Emission-Technik, die dafür sorgen soll, dass die Verlustrate des Kältemittels bei nahezu null Prozent liegt. Damit dies gelingt, ist unter anderem der Altölbehälter druckdicht ausgelegt. Zudem werde beim Austreiben des Altöls entweichendes Kältemittel im Altölbehälter aufgefangen, abgesaugt und dem Kältemitteltank zugeführt. Dieser Low- Emission-Prozess wird auf dem schwenkbaren Display jetzt über eine zusätzliche Anzeige visualisiert. Denn um wirtschaftlich und nachhaltig zu arbeiten, ist ein möglichst geringer Kältemittelverlust bei R1234yf sowie R134a entscheidend. www.autoservicepraxis.de Foto: Brainbee

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Um Qualität machen wir ganz schön Wind. www.ate.de Mehr Tests, mehr Sicherheit Wir bieten Erstausrüster-Qualität vom Feinsten: Öfter und strenger getestet, als es die gesetzlichen Normen erfordern. Und auch nach der Auslieferung immer gut geschützt – unter anderem per Sicherheitsetikett. Denn schließlich gibt es nur ein Original.

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WERKSTATTTECHNIK BEST PRACTICE PRÜFTECHNIK „Bei jedem Service im Einsatz“ Fotos: Valeska Gehrke Am neuen Standort in Baiersdorf ist endlich genug Platz. Die Investition in den neuen Standort in Baiersdorf hat sich für die freie Werkstatt A&W Kfz-Service gelohnt: die Auftragsbücher sind voller denn je. Und auch der neue Bremsprüfstand kommt gut an. Nach dem Umzug im September vergangenen Jahres stapelten sich die Aufträge. Schnell wurde es bei A&W Kfz-Service Zeit für Verstärkung. Das Team, bestehend aus Inhaber Marc Wernet, seiner Frau Susanne, die im Büro arbeitet, und einem Mechaniker wurde erweitert. Seit Jahresbeginn arbeitet ein weiterer Mechaniker in der Werkstatt. „Durch die Mehrarbeit hatte mein Mann nicht mehr genügend Zeit sich mit den Kunden zu unterhalten oder auch mal eine längere Probefahrt zu machen“, erinnert sich Susanne Wernet. Doch genau das erwarte die Klientel. Digitale Dialogannahme, Online- Terminvereinbarung oder Ähnliches sei eher nicht gefragt, die Annahme werde meist schon telefonisch gemacht. Und KURZFASSUNG Mit dem Umzug an den neuen Standort in Baiersdorf investierte A&W Kfz-Service auch in die Ausstattung der Werkstatt. Inhaber Marc Wernet ist jetzt stolzer Besitzer eines eigenen Bremsprüfstands, der sich in der Praxis bewährt. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 Mundpropaganda und Empfehlung ist Susanne Wernet überzeugt: „Ich glaube, dass 80 Prozent zu uns kommen, weil sie entweder in der Nähe wohnen oder auf Empfehlung. Denn in Gesprächen merkt man dann, dass sich viele Kunden untereinander kennen.“ Das Erfolgsrezept bei A&W-Kfz-Service ist also die Kundenbeziehung und die baut man eben im persönlichen Kontakt, durch gute Leistung und qualitative Arbeit auf. Daher war es für Marc Wernet auch von Anfang an klar, dass mit dem Neubau eine Verbesserung der Werkstattausstattung einhergeht, um den Kunden einen noch besseren Service zu bieten. Denn der alte Standort war über die Jahre einfach zu klein geworden und mit nur einer Hebebühne an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen. Zumal das Ehepaar 2009 neben dem Kfz-Service in das Gebrauchtwagengeschäft einstieg – eine gute Entscheidung. Rund 60 Prozent des Gesamtumsatzes kommen inzwischen aus diesem Bereich. „Aber die Gebrauchtwagen haben uns nach und nach die Kundenparkplätze weggenommen“, erzählt Susanne Wernet. Zuwenn der Kunde kommt, wolle er den Schlüssel abgeben und bevorzuge bei Fragen den persönlichen Kontakt, am besten mit dem Chef selbst. „Wenn mein Mann sich an vorderster Front um die Kunden kümmert, fühlen sie sich gut aufgehoben“, weiß Susanne Wernet. Vertrauen spielt dabei eine große Rolle. So sind die Stammkunden aus Erlangen, wo sich die Werkstatt zuvor befand, auch alle nach Baiersdorf mitgekommen. „Aber auch hier aus dem Umkreis sind viele neue Kunden dazugekommen, deswegen haben wir jetzt auch gleich den neuen Mechaniker gebraucht“, erzählt Marc Wernet. 80 Prozent auf Empfehlung Viel Werbung habe man eigentlich nicht gemacht, erklärt Susanne Wernet auf Nachfrage. Zur Eröffnung eine Anzeige in der lokalen Zeitung und im Mitteilungsblatt. Zudem habe man in der Gegend Flyer für den Tag der offenen Tür verteilen lassen. Auch auf Google, Autoscout und Mobile.de ist A&W Kfz-Service vertreten und die eigene Homepage werde gut besucht. Dennoch, das meiste läuft über www.autoservicepraxis.de

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dem werden die Fahrzeuge selbst immer größer und benötigen mehr Platz. Am neuen Standort in Baiersdorf kein Problem: die neue Halle ist 13 mal 14 Meter groß und auch auf dem Außengelände ist ausreichend Platz für Kundenparkplätze und die Gebrauchtwagen. Musste man vorher mit einer Hebebühne auskommen und sonstige Arbeiten im Hof erledigen, befinden sich jetzt drei Arbeitsplätze inklusive einer größeren Hebebühne für Transporter in der Halle. Neu ist auch ein eigener Rollenbremsprüfstand. „Früher haben wir die Fahrzeuge einmal in der Woche zum TÜV gefahren“, erinnert sich Susanne Wernet. „Jetzt ist das auch für den Kunden besser, er kann auf sein Fahrzeug warten.“ „Ein Bremsprüfstand ist heute einfach zwingend erforderlich, ohne geht es nicht mehr“, fügt Marc Wernet hinzu, der 2001 als Kfz-Meister sein eigenes Unternehmen gründete. Gemeinsam mit ihm arbeiten zwei ausgelernte Mechaniker in der Werkstatt. Den neuen Bremsprüfstand von AHS Schneider bedient jedoch der Meister selbst und ist begeistert von der einfachen Anwendung: „Ich gehe auf Automatik und den Rest macht der Prüfstand. Er hat sogar eine Allraderkennung“, so Marc Wernet. Neben dem vollautomatischen Prüfablauf zeichnet sich der bei A&W verbaute Multiflex 06 Easy durch zwei kräftige 4,6 kW-Motoren sowie die gute Lesbarkeit der Anzeigeeinheit aus. Selbstverständlich fehlt auch die ASA-Livestream-Anbindung nicht, auch wenn diese aktuell vom TÜV-Prüfer noch nicht verwendet wird, da der benötigte Datenstand auf dem HU-Adapter noch nicht zur Verfügung stehe. Die kleine ASA-Box Die kleine ASA- Livestream- Box (links) befindet sich in dem Schaltschrank (rechts). ist dabei in den Schaltschrank des Prüfstands verbaut. Eine Anbindung wäre aber auch über einen externen PC möglich. Und mit der optionalen AHS Software Picaro können die Bremsprüfstand-Daten auch für eigene Archivierungs- und Auswertungszwecke genutzt werden. Das ist vor allem für größere Werkstätten, die beispielsweise eine komplette Prüfstraße einsetzen, von Vorteil. Bei A&W werden die abgelesenen Werte einfach auf dem entsprechenden Kundenauftrag vermerkt. Individuelle Sonderbauten „Der neue Bremsprüfstand ist bei uns bei jedem Kundendienst im Einsatz – vor und nach der Reparatur“, erklärt Marc Wernet. Denn die Bremse ist schließlich ein sicherheitsrelevantes Teil, das besonderer Pflege und Wartung bedarf. Das weiß man auch bei AHS Schneider, wo man seit über 60 Jahren Prüfstände – made in Germany – produziert. Gerade die daraus resultierenden individuellen Anpassungsmöglichkeiten der Prüfstände kommen bei vielen Werkstätten gut an, weiß Stefan Gabler, der bei Stahlgruber in der Region Nürnberg für den Bereich Werkstattausrüstung zuständig ist. Immer mehr Werkstätten setzen sich mit dem Thema Bremsprüfstand auseinander. Denn bis 2020 müssen alle Bremsprüfstände im Feld den Vorgaben der HU-Bremsenrichtlinie von 2011 entsprechen. „Und hier ist es von großem Vorteil, wenn der neue Prüfstand den Maßen des alten angepasst werden kann. Dann muss die Werkstatt nicht den kompletten Boden aufreißen“, weiß Stefan Gabler. Jeder zweite Prüfstand, den er anbiete, sei inzwischen ein Sonderbau. Und bis 2020 gebe es noch viel zu tun. Wie häufig verhalte sich die Branche etwas zögerlich, da gelte es die Kunden zu sensibilisieren. Denn auch wenn bei Themen wie der Scheinwerferprüfung teilweise noch Unklarheit herrsche, werde sich bei der Bremsenrichtlinie nichts mehr tun, so die Einschätzung von Stefan Gabler. Bei A&W jedenfalls ist man mit dem Neubau bestens aufgestellt und entspricht mit dem neuen Prüfstand schon jetzt den Vorgaben der Bremsenrichtlinie. Valeska Gehrke ■ Der Erfolg spricht für sich: Susanne und Marc Wernet freuen sich, dass die Werkstatt auch am Standort in Baiersdorf neue Kunden gewinnt. Der neue Prüfstand verfügt über einen vollautomatischen Prüfablauf. Der Rollensatz entspricht dabei den Details der HU-Bremsenrichtlinie. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 63

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PRODUKTE LACKSCHADENREPARATUR Schneller trocken Der neue Permasolid Express Füller Beschleuniger 9250 von Spies Hecker soll jetzt für eine noch schnellere Trocknung sorgen. „Der zuverlässsige Permasolid JS Express Füller 5250 ist normalerweise bei 20 Grad Celcius Lufttemperatur nach 60 bis 120 Minuten schleifbar. Setzt der Lackierer jedoch den neuen Permasolid Express Füller Beschleuniger 9250 ein, lässt sich die Trocknungsphase bei Raumtemperatur auf etwa 30 Minuten verkürzen“, erklärt Jörg Sandner, Trainingsleiter für WERKSTATTEINRICHTUNG Ordnung halten AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 Foto: Autopstenhoj Spies Hecker Deutschland. Der Schleiffüller ist dabei in den Tönen weiß, mittelgrau und schwarz lieferbar. Er kann mit HSsowie mit VHS-Härtern angemischt werden. In Kombination bieten die beiden Produkte Schleiffüller und Beschleuniger Karosserie- und Lackierbetrieben so eine schnelle und wirtschafltiche Lösung für die Lackinstandsetzung. vg ■ Spies Hecker GmbH www.spieshecker.de PRÜFSTÄNDE Für Pkw und jetzt auch für Lkw Bereits seit Sommer 2016 bietet Autopstenhoj auch den Bereich Prüftechnik im Produktportfolio an. Dabei erfüllen die Prüfstände die Anforderungen der HU-Bremsenrichtlinie, deren Übergangsfrist Ende 2019 ausläuft. Mit dem optionalen Zubehör von Autopstenhoj ist die Prüftechnik nachträglich aufrüstbar, durch einfaches „Plug and Play“ lassen sich neue Module schnell anbinden, so der Hersteller. Ab Frühjahr 2017 wird das Portfolio jetzt auch um die Sparte Lkw Prüfstände erweitert. Im Programm sind ein einteiliger Der praktische Werkzeugwagen von Kunzer aus Forstinning ist mit über 300 hochwertigen Werkzeugen gefüllt. In jeder der sechs Leichtlaufschubladen steckt ein umfangreicher Werkzeugsatz: ob 34 Gabelringschlüssel, 144-teiliger Knarren- Satz oder viele weitere nützliche Werkzeuge wie Hämmer, Hebelwerkzeuge, Zangen oder Innensechskantschlüssel. Die Schubladen sind mit zugeschnittenen Schaumstoffeinlagen ausgelegt und bieten so dem jeweiligen Werkzeug einen festen Platz. Zudem sind die Schubläden vollständig ausziehbar und verfügen über eine Arretierung. Der neue Kunzer Werkstattbutler namens Jumbo stellt sich so als stabiler und wendiger Begleiter heraus. Er ist aus Stahlblech gefertigt und lässt sich dank Kugellager bequem über den Werkstattboden bewegen. Die breiten Rollen bieten dabei eine erhöhte Kippsicherheit. Alle Fächer lassen sich zudem zentral verschließen. vg ■ Willy Kunzer GmbH www.kunzer.de Rollenprüfstand für 8 Tonnen sowie einteilige Rollenprüfstände für 10 bis 15 Tonnen. Diese zeichnen sich durch ihre kompakte Ausführung aus und könnten daher mit geringem Aufwand verbaut werden. Zudem steht ein umfangreiches Zubehör zur Verfügung wie Wiegezellen, Software oder SP-Datenschnittstelle. Bei den zweiteiligen Rollenprüfständen bietet das Unternehmen verschiedene Versionen von 13 bis 18 Tonnen vg ■ Autop Maschinenbau GmbH www.autopstenhoj.com Foto: Kunzer Foto: Spies Hecker www.autoservicepraxis.de

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TÜV SÜD-AKTUELL Fragen an ... AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 Foto: TÜV SÜD Patrick Fruth, Leiter Division Auto Service TÜV SÜD TÜV SÜD baut den Bereich automatisiertes Fahren weiter aus. Welche Bedeutung hat dieses Zukunftsthema? Das autonome als auch das assistierte Fahren betrifft uns als Prüforganisation und Dienstleister unmittelbar. Wir sind gerade dabei, uns hier personell massiv zu verstärken. Mit Dr. Abdellatif haben wir die optimale Besetzung für die Leitung des Bereiches Highly Automated Driving (HAD) gefunden. Er ist ein ausgewiesener Fachmann für Fahrassistenzsysteme, Software und Data Security. Was sind die Aufgaben des Teams? Automatisiertes Fahren betrifft die Homologation von Fahrzeugen in sehr starkem Maße. Hier geht es unter anderem um die teilweise Umstellung auf simulationsbasierte Prüfungen. Man wird künftig aufgrund der Komplexität nicht mehr alles im Feldversuch machen können. Letztlich ist es unsere Aufgabe, sichere Prüfmethoden für die Typzulassung zu entwickeln. Ergeben sich auch neue Geschäftsmodelle für Prüforganisationen? Das Geschäftsmodell verändert sich mit dem Nutzerverhalten. Die Nutzung einer Mobilität wird zunehmend wichtiger, der Besitz hingegen wird abnehmen. Im Bereich automatisierten Fahrens müssen wir es zusammen mit den Fahrzeugherstellern und dem Gesetzgeber schaffen, eine Plattform aufzubauen. Da noch keine Regeln existieren, gibt es noch keinen Zwang für die Hersteller, sich beim Thema Software weiter zu öffnen. Dabei ist der Handlungsbedarf offenkundig. Nehmen Sie die Software-Updates, die über die Funkschnittstelle, also over the air, aufs Auto gespielt werden. Wer prüft hier eigentlich die „IT Security“, wer die „Functional Safety“? Wer stellt sicher, dass die Software unverändert im Auto ankommt und wer prüft den Inhalt der Software, um eine Gefährdung im Verkehr auszuschließen? Es handelt sich bei solchen Updates im Grunde um eine Anpassung der Betriebserlaubnis des Fahrzeugs. STRATEGIE Neue Herausforderungen Digitale Services für Privat- und Geschäftskunden, automatisiertes Fahren und neue Dienstleistungskonzepte sind topaktuelle Themen für die Prüfgesellschaft TÜV SÜD. „Wir stellen uns darauf ein, dass Kunden die Hautptuntersuchung am Sonntagabend zu Hause vom Sofa aus auf ihrem Tablet vereinbaren wollen“, erklärt Patrick Fruth, Leiter Division Auto Service TÜV SÜD. Die Onlinebuchungen nehmen deutlich zu. Die Prüfgesellschaft hat viel getan, um die Erreichbarkeit zu verbessern, beispielsweise gibt es die Online- Terminvereinbarung über die Webseite jetzt „responsive“, um die optimale Darstellung auf Tablet und Smartphone zu gewährleisten. „Natürlich haben wir auch weiterhin jene Kunden im Blick, die ganz klassisch lieber telefonisch mit uns in Kontakt treten“, ergänzt Fruth. Auch im B2B-Bereich hat TÜV SÜD zuletzt mit dem „Blue Button“-Konzept ein effektives Tool für das Schadenmanagement im Autohaus entwickelt. „Zusammen mit unserem webbasierten Kundenportal verknüpfen wir den klassischen Prozess mit der digitalen Welt: Der Kunde, beispielsweise ein Autohaus, kann per personalisierter App seinen Bedarf im Schadenmanagement anmelden. Im Sinne eines Concierge-Service melden wir uns innerhalb von 120 Sekunden beim Kunden und disponieren den Auftrag“, erläutert Patrick Fruth den Prozess. Der Schadengutachter bekommt den Auftrag digital zugespielt, bearbeitet diesen und das Gutachten steht den Beteiligten ebenso in Echtzeit zur Verfügung wie die Archivierung und Abrechnung, die ebenfalls voll digital erfolgen. Im Bereich der periodischen Prüfung hat TÜV SÜD ein neues Prüfstellenkonzept in Modulbauweise vorgestellt. Patrick Fruth: „Die Blue Box ermöglicht es uns, sehr flexibel auf die Nachfrage zu reagieren. Wenn ein Autohaus gerne die Prüfstelle vor der Haustür hat, über entsprechendes Kundenpotenzial verfügt und uns einen Platz zur Verfügung stellt, können wir die Blue Box dort in kurzer Zeit mit überschaubarem finanziellen Aufwand aufstellen.“ Das Thema sei auch vor dem Hintergrund der Scheinwerferprüfrichtlinie zu sehen. Viele Betriebe wollen die Investitionen für einen richtlinienkonformen Prüfplatz nicht auf sich nehmen. Die Blue Box könne da eine Alternative sein, denn sie enthalte einen richtlinienkonformen Prüfplatz für die HU. Zudem gewinnen Autohäuser zusätzlichen Platz in der eigenen Werkstatt. „Wenn es sich um eine öffentlich zugängliche Prüfstelle handelt, schaffen wir damit sogar noch zusätzlichen Traffic für das Autohaus“, ergänzt Patrick Fruth. Die Blue Box mache auch als Shopin-Shop-Lösung Sinn, sofern man den Prüfstützpunkt mit HU, Schadenmanagement, aber auch Gebrauchtwagenbewertung ausreichend auslasten könne. Foto: Dietmar Winkler Mit der Blue Box hat TÜV SÜD ein neues, flexibel einsetzbares Prüfstellenkonzept entwickelt. www.autoservicepraxis.de

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RETRO CLASSICS Mit Besucherrekord aus der Nische Foto: TAlexander Junk Zurück in die Zukunft am Stand von TÜV SÜD: Der DeLorean DMC-12 war Publikumsmagnet. Jede Menge los – war auf dem TÜV SÜD Stand auf der Retro Classics 2017. Mehr als 90.000 Besucher kamen zur Messe für Old- und Youngtimer auf dem Stuttgarter Messegelände. Der, laut Messeleitung, neue Besucherrekord war auch auf dem TÜV SÜD-Stand erlebbar. „So viele Kunden, Interessierte und Old- und Youngtimerfans hatten wir noch nie auf dem TÜV SÜD-Stand“, so Lars Kammerer, Leiter Marketing, TÜV SÜD Auto Service und verantwortlich für TÜV SÜD ClassiC. Es zeigt sich, dass das Thema kein Nischenphänomen mehr ist. „Young- und Oldtimer sprechen sehr große Bevölkerungsschichten an – sie sind Sympathieträger und können Autohäusern und Werkstätten helfen ihre regionale Händlermarke zu stärken“, so Kammerer. Diese und weitere Erkenntnisse in Bezug auf Autohäuser und Werkstätten lesen Sie im TÜV SÜD ClassiC Barometer, das auf der Messe vorgestellt wurde. Es kann kostenlos unter www.tuevsued.de/classic angefordert werden. Das Motto am TÜV SÜD-Messestand lautete: Zurück in die Zukunft. Passend zum Filmklassiker gab es einen besonderen Klassiker auf vier Rädern zu sehen: ein DeLorean DMC-12, den ein Liebhaber filmreif umgebaut hat. Was beim Wertgutachten eines Oldtimers zählt, erfuhren Messebesucher am Stand von TÜV SÜD im Rahmen einer Live-Bewertung aus erster Hand. DIGITALISIERUNG Infos zu digitalen Autohaustools Kunden suchen heute zuerst im Internet, bevor sie den Weg ins Autohaus finden. Daher ist es für Betriebe wichtig, einen Fokus auf die eigene Onlineperformance zu legen. Autohäuser und Kfz-Betriebe werden erst durch eine leistungsfähige Internetseite sichtbar. Für eine gute digitale Performance ist es wichtig, bestimmte Kennzahlen im Auge zu behalten. Informationen über die wichtigsten Analysetools hat TÜV SÜD Consulting unter www.tuevsued.de/digitale-autohaus-tools zusammengestellt. Bei der Auswertung der Besuchsdaten auf Webseiten sind Google Analytics und Piwik weit verbreitet. Beide Tools haben jeweils eigene Stärken und Schwächen. Google Analytics ist das Analyse-Tool mit dem größten Marktanteil in Deutschland. Für Autohäuser bietet es eine Vielzahl von Funktionen und Auswertungsmöglichkeiten. Durch die einfache Bedienung eignet sich Google Analytics auch ohne Vorkenntnisse zum Monitoring der Webpräsenz. Das Website-Analysetool Piwik bietet als Open Source Software ähnliche Funktionen wie Google Analytics. Piwik bietet ebenfalls eine Echtzeitanzeige an sowie Informationen darüber, welche Seiten der User besucht hat, wie viele Aktionen er auf der Webseite gemacht hat und an welcher Stelle er die Website verlassen hat. In Deutschland ist Piwik die meist verwendete Alternative zu Google Analytics. Unter dem Gesichtspunkt der Datensicherheit und des Datenschutzes ist Piwik sogar die bessere Alternative. Bei Piwik werden die Daten auf dem eigenen Server gespeichert und die Datenhoheit obliegt einzig und allein dem Webseitenbetreiber. Mehr Info unter www.tuev-sued.de/digitale-autohaus-tools Kolumne Foto: TÜV SÜD Kurt Deppert, TÜV SÜD Auto Service: jetzt auch für Vertrieb verantwortlich Seit Jahresbeginn zeichnet Kurt Deppert (55), Leiter Business Development bei TÜV SÜD Auto Service, zusätzlich verantwortlich für den Vertrieb. Er übernimmt diese Funktion von Stefan Herzog, der für das Unternehmen nach Asien wechselt. Im Prüfkonzern hat Kurt Deppert schon mehrere Stationen durchlaufen: Ab 2005 Mitglied der Geschäftsführung von TÜV SÜD Auto Plus; ab 2009 Leiter Marketing und Vertrieb bei TÜV SÜD Auto Partner; seit Dezember 2014 verantwortlich für das Business Development bei der Division Auto Service. Zuvor war er bereits unter anderem in verschiedenen Führungspositionen für DEKRA und als Unternehmensberater tätig. Kurt Deppert zu seiner neuen Rolle: „Ich freue mich sehr auf diese neue Aufgabe und sehe in der engen Verzahnung von Business Development und Vertrieb große Chancen für die Weiterentwicklung unserer Services rund ums Auto auf der ganzen Welt.“ Der Geschäftsbereich Mobilität erzielte 2015 weltweit einen Umsatz von rund 640 Millionen Euro. In den letzten Jahren hat TÜV SÜD das Automobilgeschäft über ein Franchise- System in Deutschland flächendeckend ausgebaut. Aber auch international wächst dieser Bereich stark. TÜV SÜD-Kontakt TÜV SÜD Auto Service Philip Puls Tel. 0 89/57 91-23 20, Fax -23 81 philip.puls@tuev-sued.de TÜV SÜD Auto Partner Thomas Gensicke Tel. 0 7 11/72 20-84 73, Fax -84 88 thomas.gensicke@tuev-sued.de Zentraler Vertrieb Tel. 07 11/7 82 41-246 vertrieb-as@tuev-sued.de www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 67

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BETRIEBSPRAXIS RECHTLICHE NEUERUNGEN Das müssen Sie beachten Ab diesem Jahr gelten neue rechtliche und steuerrechtliche Vorgaben, die jeder Werkstattbetreiber kennen sollte. Die Kanzlei Rath, Anders, Dr. Wanner & Partner WPG hat die wichtigsten Änderungen zusammengefasst. Seit 1. Januar 2015 gilt in Deutschland das Mindestlohngesetz (Mi- LoG). Zum 1. Januar 2017 wurde der Mindestlohn von Euro 8,50 brutto pro Stunde auf Euro 8,84 brutto erhöht. Somit ergibt sich nach dem Mindestlohnrechner des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales bei einer 40-Stunden-Woche und einem Mindestlohn von 8,84 Euro brutto ein monatlicher Mindestlohn von 1.532 Euro brutto. Mindestlohn und Minijobber Auch Minijobber werden vom Mindestlohngesetz erfasst. Bei Minijobs darf der monatliche Arbeitslohn die Grenze von 450 Euro nicht übersteigen. Da bei Minijobbern ein festes Monatsgehalt, aber auch die Bezahlung nach geleisteten Stunden üblich ist, ist wie folgt zu differenzieren: ■ Bei der Bezahlung nach den tatsächlich geleisteten Stunden sind diese mit dem Mindestlohn zu multiplizieren und die Grenze von 450 Euro monatlich darf nicht überschritten werden. ■ Ist ein festes Monatsgehalt mit einer bestimmten wöchentlichen Arbeitszeit vereinbart, dann ergibt sich nach dem Mindestlohnrechner eine „zulässige“ Arbeitszeit von 11,50 Stunden je Woche und ein Monatsentgelt von 441 Euro. In diesem Jahr ergibt sich auf Grund der Erhöhung des Mindestlohns eine kürzere Arbeitszeit von Minijobbern. Würde man die wöchentliche Arbeitszeit von 12 Stunden, wie im Jahr 2016, beibehalten, würde sich ein verstetigtes Monatsgehalt von 460 Euro ergeben und somit die 450 Euro Grenze überschritten werden. KURZFASSUNG Einige der seit Jahresbeginn geltenden Rechtsänderungen betreffen auch Kfz-Werkstätten in vollem Umfang. Dazu gehören Regelungen für Minijobber, neue Vorschriften für Kassensysteme ebenso wie Aufklärungspflichten zur Verbraucherschlichtung. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 Darüber hinaus ist auch zu beachten, dass es Neuerungen bei der Flexirente gibt, wenn man Rentner als Minijobber in seinem Betrieb anstellt. Grundsätzlich ist nämlich zu berücksichtigen, dass Arbeitnehmer mit einem Minijob auch rentenversicherungspflichtig sind. Davon aus genommen sind bisher Altersvollrentner, diese waren bisher grundsätzlich rentenversicherungsfrei. Hier gibt es aber Änderungen. Ab dem 1.1.2017 sind Altersvollrentner, die einer Beschäftigung nachgehen nur noch nach Erreichen der Regelaltersgrenze rentenversicherungsfrei. Vor Erreichen der Regelaltersgrenze muss ein Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht gestellt werden. Folgende Gruppen sind zu unterscheiden: ■ Minijob bereits in 2016 neben Altersvollrente (egal ob vor oder nach Erreichen der Regelaltersgrenze). Dieser Job ist auch 2017 rentenversicherungsfrei; es gibt aber die Möglichkeit auf Rentenversicherungsfreiheit zu verzichten ■ Minijob erst in 2017, Regelaltersgrenze noch nicht erreicht: Der Job ist rentenversicherungspflichtig; aber Möglichkeit zur Befreiung ■ Minijob erst in 2017, Regelaltersgrenze erreicht: Der Job ist rentenversicherungsfrei; es gibt aber die Möglichkeit, auf Rentenversicherungsfreiheit zu verzichten Zu beachten sind die Aufzeichnungspflichten, da ansonsten empfindliche Strafen drohen. Nach dem Mindestlohngesetz hat der Arbeitgeber Datum, Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit für geringfügig Beschäftigte (zum Beispiel Minijobber) aufzuzeichnen. Ausgenommen sind geringfügig Beschäftigte in Privathaushalten und Familienangehörige. Die Aufzeichnung muss spätestens am 7. Tag nach der Arbeitsleistung erfolgt sein und Aufzeichnungen sind www.autoservicepraxis.de Foto: Fotolia/Daniel Ernst

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zwei Jahre aufzubewahren. Dabei sind die Aufzeichnungen so zu führen, dass spätere Ergänzungen, Streichungen, Veränderungen etc. ausgeschlossen bzw. ohne Weiteres erkennbar sind. Informationspflicht zur Schlichtung Ab dem 1. Februar 2017 gibt es das Gesetz über die alternative Streitbeilegung in Verbrauchersachen. Das Thema betrifft auch Kfz-Werkstätten. Das neue Gesetz gilt für alle Betriebe, die eine Webseite betreiben, oder Allgemeine Auftragsbedingungen (AGB) verwenden. Nur Unternehmen, die am 31.12. des vorangegangenen Jahres zehn oder weniger Personen beschäftigt haben, sind von den Informationspflichten befreit. Der Unternehmer muss den Verbraucher in Kenntnis setzen, inwieweit er bereit ist an Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen und wenn er dazu bereit ist, muss er auf die zuständige Verbraucherschlichtungsstelle hinweisen. Die Information muss auf der Webseite des Unternehmens erscheinen und zusätzlich zusammen mit den AGB dem Verbraucher gegeben werden. Musterformulierung Es empfiehlt sich im Impressum der Webseite folgende Formulierung mit aufzunehmen, wenn der Betrieb nicht an einem Streitbeilegungsverfahren teilnehmen will: „Die Firma ... wird nicht an einem Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle im Sinne des VSBG teilnehmen und ist hierzu auch nicht verpflichtet.“ Dieser Hinweis muss auch in den verwendeten AGB enthalten sein. Die geltenden AGB sollten daher überprüft und der Hinweis gegebenenfalls in einem Beiblatt mit aufgenommen werden. In den AGB vom ZDK ist der Hinweis bereits aufgenommen. Kassensysteme Seit dem 1. Januar 2017 muss ein Kassensystem bestimmte Kriterien erfüllen. Grundsätzlich sind alle Einnahmen und Ausgaben einzeln aufzuzeichnen. Wird eine elektronische Kasse geführt, müssen diese Einzeldaten während einer Aufbewahrungsfrist von 10 Jahren jederzeit verfügbar, unverzüglich lesbar und maschinell auswertbar sein. Neben den vorgenannten Journaldaten sind u.a. auch die Auswertungs-, Programmier-, Stammdatenänderungsdaten sowie Handbücher, Bedienungs- und Programmieranleitungen aufzubewahren. Der maschinellen Auswertbarkeit liegt ein „standardisiertes“ Datenformat unter dem bekannten Kürzel GDPdU (seit 1.1.2015 GoBD) zugrunde. Können nicht alle Kasseneinzeldaten für zehn Jahre im Gerät gespeichert werden, ist die Kasse umgehend mit Speichererweiterungen auszustatten oder die Daten auf einem externen Datenträger zu speichern (Kassenexport). Ist das nicht möglich, darf die Kasse nicht mehr eingesetzt werden. Werden ab 2017 Kassen verwendet, die der Kassenrichtlinie nicht entsprechen und nicht aufrüstbar sind, kann die Finanzverwaltung eine oft nachteilige Steuerschätzung durchführen. So genannte offene Ladenkassen können aus steuerlicher Sicht weiterhin eingesetzt werden, wobei auch hier die Einzelaufzeichnungspflicht gilt. Die Einzelaufzeichnungspflicht entfällt nur dann, wenn nachweislich Waren von geringem Wert an eine unbestimmte Vielzahl nicht bekannter und auch nicht feststellbarer Personen verkauft werden. Kfz-Service betriebe zählen jedoch sicherlich nicht zu diesem Unternehmenskreis und etwaige Erleichterungen finden daher keine Anwendung. Maximilian Appelt, Rechtsanwalt, Steuerberater muc@raw-partner.de ■ KOMMENTAR Bürokratieabbau ist überall und immer in aller Munde. Sieht man sich aber die obigen Regelungen an, so gewinnt man immer mehr den Eindruck, dass die bürokratischen Pflichten für den Unternehmer immer mehr zunehmen, als dass diese abgebaut werden. So muss sich der Unternehmer mit Hinweisen auf der Homepage beschäftigen, anstatt seiner wirklichen Arbeit nachgehen zu können. Man sollte aber diese Hinweispflichten doch nicht auf die leichte Schulter nehmen, da bei einer Unterlassung kostenpflichtige Abmahnungen drohen können. Den Mehrwert für den Verbraucher hingegen, den er dadurch hat, dass er darauf hingewiesen wurde, dass der Unternehmer nicht zu einer Streitbeilegung vor einer Verbraucherschlichtungsstelle bereit ist, muss sich nicht jedem erschließen. Unternehmerfreundlichkeit sieht anders aus. www.autoservicepraxis.de Barbara Lux-Krönig Wirtschaftsprüferin Steuerberaterin GUTE LÖSUNGEN FÜR IHREN WERKSTATTALLTAG Tel. 0 81 21/ 22 00 • info@kunzer.de • www.kunzer.de

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BETRIEBSPRAXIS SCHADENMANAGEMENT Blechschäden nehmen zu Der Schadensteuerer Innovation Group und Wintec Autoglas bauen ihre Werkstattnetze weiter aus. Die Schadenabwicklung soll bald vollständig digital werden. ersicherer regulieren weniger schwerwiegende Schäden am Fahrzeug, dafür aber deutlich mehr Kleinschäden – so stellt sich die Situation für den Schadensteuerer Innovation Group dar. „Wir erwarten daher, dass es künftig mehr Kleinschäden geben wird“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Matthew Whittall anlässlich eines Pressegesprächs in Stuttgart. Insgesamt werde die Zahl der Schäden auf absehbare Zeit trotz weiterentwickelter Fahrerassistenzsysteme und autonomen Fahrens nicht zurückgehen. Eine Ursache für die Zunahme von Auffahrunfällen mit geringen Beschädigungen im Front- und Heckbereich sei der dichtere Stadtverkehr und die Ablenkung der Fahrer durch digitale Geräte wie Smartphone oder Navigationsgeräte im Auto. Allerdings werde es dafür auch zu Rückgängen bei den Strukturschäden kommen, die durch immer bessere Fahrerassistenzsysteme vermieden werden können. Darauf sollten sich die Kooperationsbetriebe einstellen Wachsender Markt Die Schadensteuerung sei ein weiter wachsender Markt, ist Whittall überzeugt. „Die Anzahl der gesteuerten Schäden wird weiter zunehmen“, so der Deutschlandchef von Innovation Group. Im vergangenen Jahr hat Innovation Group mit seinen rund 850 Partnerbetrieben – in der Mehrzahl freie K&L-Reparaturbetriebe – rund 200.000 Schäden abgewickelt. Der wichtigste Wachstumstreiber für die Schadensteuerung sei das Flottengeschäft. Im- KURZFASSUNG Der Schadensteuerer Innovation Group und die Tochter Wintec Autoglas investieren in die Digitalisierung des gesamten Schadenprozesses. Die Schadensteuerung wird aufgrund des Kostendrucks auch künftig ein Wachstumsmarkt sein. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 Foto: Dietmar Winkler Gemeinsam in die Zukunft (v. l.): Marco Weitner, Director Fleet & Network, Matthew Whittall, Vorstandsvorsitzender (beide Innovation Group) und Stefan Schmadtke, Vorstand Wintec AG mer häufiger werde aus Kostengründen auf die Reparatur in der Markenwerkstatt verzichtet, erklärt Whittall. Innovation Group betreut derzeit 150 Flotten. Versicherer sparten durch Schadensteuerung durchschnittlich 500 Euro pro Unfall, rechnet Whittall vor. Jeder Kostenvoranschlag wird maschinell durch den Schaden-Dienstleister Control Expert geprüft, etwa auf ungewöhnliche Abweichungen oder Inkonsistenz der Daten. Seit 2011 sei der Preis für Reparaturen im Markt um 15 Prozent teurer geworden, alleine die Teilepreise seien um 4 Prozent jährlich gestiegen. Im Netz des Glasspezialisten Wintec Autoglas wurden zudem im vergangenen Jahr 110.000 Autoglasschäden repariert. Das Franchisesystem Wintec mit 350 Stationen gehört seit 2011 zur Innovation Group und ist nach Carglas Nummer zwei im deutschen Markt. www.autoservicepraxis.de

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Das Thema Glasschäden werde für Versicherer immer wichtiger, glaubt Whittall: „Die Kosten für Reparatur und Tausch einer Scheibe sind immer weiter gestiegen. Der Austausch einer Scheibe kostet bei manchen Fahrzeugen über 2000 Euro inklusive Kalibrierung der Sensoren für Fahrerassistenzsysteme.“ Schadenbegutachtung live Bei Innovation Group und Wintec Autoglas steht die Digitalisierung der Schadenprozesse ganz oben auf der Agenda und soll weiter vorangetrieben werden. „In Zukunft werden nahezu alle Prozesse im Schadenmanagement digital ablaufen“, betonte Marco Weitner, Director Fleet & Network bei der Veranstaltung in Stuttgart. Neben dem Ausbau des webbasierten Auftragsportals SOOM wird in Stuttgart auch über die Live-Schadenbegutachtung bei unklaren Schadenbildern via Internet nachgedacht. Wintec Autoglas führt zudem Tablets bei der Schadenannahme ein. „Bei Flottenkunden ist außerdem eine Schaden- App im Einsatz“, erklärt Marco Weitner. Kfz-Haftpflichtschäden Mit der Übernahme des Unternehmens Claim Bees Anfang des Jahres soll jetzt auch das lukrative Schadenmanagement von Kfz-Haftpflichtschäden ausgebaut werden. Derzeit liege die Steuerungsquote in diesem Bereich gerade einmal bei 4 Prozent. Hier gebe es noch große Chancen für Dienstleister in der Schadensteuerung, erklärte Whittall. Dietmar Winkler ■ DIGITALISIERUNG DER SCHADENABWICKLUNG Auftragsbearbeitung mit der Webplattform SOOM, Live-Begutachtung des Unfallschadens über das Internet oder mobile Tablet-Lösungen in der Dialogannahme: Die Bedeutung digitaler Lösungen bei der Schadenabwicklung wächst. „Wir erleben einen fundamentalen Wandel durch die Digitalisierung von Schadenprozessen“, beschreibt Matthew Whittall, Vorstandsvorsitzender von Innovation Group, die Veränderung. Versicherer und Flotten setzen zunehmend auf webbasierte Informationssysteme.“ Innovation Group habe in den vergangenen Monaten an der Verbesserung des webbasierten Auftragsportals SOOM gearbeitet – nicht zuletzt als Reaktion auf Kritik von Anwendern. So wurden Schnittstellen zu den Systemen KSR und Carisma geschaffen, um Daten direkt aus den Systemen in das Auftragsportal zu laden. „Das Importieren reduziert den administrativen Aufwand deutlich“, ergänzt Marco Weitner, der als Director Fleet & Network auch für das Werkstattnetzwerk zuständig ist. Zudem lassen sich nun mehr Schadendaten wie Bilder, Vermessungsprotokolle oder Nachweise über den Einkauf von Ersatzteilen in das webbasierte System direkt einscannen. Mit der Implementierung eines „roten Knopfs“ in SOOM wurde eine Forderung der Kooperationsbetriebe nun erfüllt: Das System bietet nun die Möglichkeit, auf Ausnahmen aufmerksam zu machen und diese mit dem Team in Stuttgart persönlich zu klären. Auch Details wurden verbessert: Dokumente können im System einfach gedreht werden, wenn sie falsch eingescannt wurden. Über die zentrale Webplattform sollen künftig möglichst alle Arbeitsschritte zwischen den Kfz- Betrieben und dem Schadenmanager ablaufen. Das Auftragsportal sei das digitale Herzstück der Schadensteuerung zwischen Werkstatt, Schadenmanager und Versicherer. „Wir werden jedoch über SOOM nicht mehr Daten abfragen als bislang“, versichert Matthew Whittall. „Der Unterschied ist lediglich, dass die Daten im System während des Prozesses der Schadenbearbeitung eingegeben werden und nicht erst nach der erfolgten Reparatur.“ Darüber hinaus werden Innovation Group und Wintec Autoglas weitere digitale Neuerungen einführen. Im Flotten-Service spielt die Schaden-App schon jetzt eine immer größere Rolle. In Stuttgart wird die Live-Begutachtung via Internet von Unfallschäden mit unklaren Schadenbildern vorbereitet. Wintec Autoglas führt in diesem Jahr den Einsatz von Tablets in der Dialogannahme ein und wird damit eine 100-prozentig papierlose Schadenbearbeitung ermöglichen. Durch die Vernetzung und mobile Erfassung von Autoglasschäden sollen viele Prozessschritte, wie zum Beispiel die Fotodokumentation, vereinfacht werden. Foto: Innovation Group Wer gut schreibt, der bleibt! Wir gratulieren der AUTO SERVICE PRAXIS zu 20 Jahren Qualitätsjournalismus für und über unsere Branche! www.gva.de

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BETRIEBSPRAXIS BVDP NETZWERKSTATT Es wird noch komplizierter Bei der BVdP Netzwerkstatt 2017 in Kassel ging es um die spürbaren Veränderungen des Pkw-Bestandes und die Auswirkungen auf das Reparaturgeschäft. Schadensteuerung bleibt jedenfalls ein Wachstumsmarkt. Kassel ist Treffpunkt für Werkstätten, Versicherer, Flottenbetreiber und Schadendienstleister. er erwartete, dass der „Signalisationsstreit“ zwischen dem Versicherer HUK-Coburg und dem Schadensteuerer Innovation Group auf der Bühne der diesjährigen Netzwerk- Veranstaltung des Bundesverbandes der Partnerwerkstätten BVdP in Kassel fortgesetzt würde, hatte sich getäuscht. Bei einer Aussprache fanden beide Parteien kürzlich eine Einigung. Hintergrund der Unstimmigkeiten waren die Pläne der HUK-Coburg, den Partnerbetrieben des eigenen Werkstattnetzes mit der Marke „Die Partnerwerkstatt“ eine exklusive Signalisation nach außen hin zu ermöglichen. Stein des Anstoßes waren die auf den weithin sichtbaren Stelen angebrachten Logos der unter der HUK Schadenkooperation agierenden Versicherer. Dies war aus Sicht des Schadensteuerers Innovation Group, der Schäden teilweise in eben dieselben Partnerwerkstätten steuert, nicht hinnehmbar. Auch die von der Innovation Group betreuten Versicherer kritisierten das exklusive Branding. In Kassel spielte das Thema öffentlich keine Rolle mehr. Stattdessen wurde ganz brav über die „Mobilität der Zukunft“ gesprochen. Wachsende Mitgliederzahlen BVdP-Geschäftsführer Robert Paintinger eröffnete die Veranstaltung zunächst mit einem kurzen, aber aus Sicht des Verbandes erfreulichen Rückblick. „Es ist sehr viel passiert im letzten Jahr, aber wir als Verband sind auch für solche Ereignisse gut aufgestellt“, so Paintinger mit Blick auf die Ereignisse in der Versicherungswirtschaft, bei den Schadensteuerern und im Flottenmarkt. Dass die Partnerwerkstätten auf die Unterstützung des Verbandes bauen und vor dem Hintergrund der Entwicklungen am Markt einen starken Interessenvertreter brauchen, zeigt auch der Anstieg der Mitgliedszahlen. Waren es im gesamten Jahr 2016 noch 20 neue Mitglieder, so waren es von Januar bis Februar Foto: Dieter Väthröder 2017 schon 25. „Unser Ziel ist nie die Konfrontation, sondern immer die Kooperation. Wir sind alle aufeinander angewiesen. Wir sind kein politischer Verband, sondern in unserem Fokus steht vornehmlich das Business“, umschreibt Paintinger die Ausrichtung des Verbandes. Paintinger geht davon aus, dass der Zustrom von gesteuerten Flottenfahrzeugen im Vergleich zum Individualkunden proportional stärker wird. Dazu kommen digitale Zugänge zu den Autos, die eine riesige Datenflut erzeugen. In Zukunft sieht Paintinger deshalb neue Player wie Internet- und Kommunikationsunternehmen als feste Größen im Mobilitätsmarkt. Stagnierender Pkw-Markt ab 2025 Klaus-Jürgen Heitmann, Vorstandsmitglied der HUK-Coburg, sieht ebenfalls einen sich wandelnden Markt der Mobilität, geht aber davon aus, dass auf absehbare Zeit die individuelle Mobilität das prägende Format der breiten Masse bleiben wird. Allerdings sieht er für die Zeit ab etwa 2025 einen stagnierenden Pkw- Markt und aufgrund zunehmender Assistenzsysteme rückläufige Schadenhäufigkeiten. „Das war in den letzten Jahren schon deutlich zu spüren. Die Betriebe merkten das nur nicht, weil sich der Fahrzeugbestand verdreifacht hat“, so Heitmann, „das ist hochgradig relevant, weil es nichts anderes bedeutet, als dass der Markt für die Betriebe perspektivisch nicht mehr wächst.“ Zur Wettbewerbssituation mit den OEM sieht er eine deutliche Abschottungsstrategie. „Bindungsinitiativen der OEM wie Service-Flatrates sind nichts anderes als Schadensteuerung“, sagt Heitmann. Auch die zunehmende Komplexität bei Technik, Elektronik und Vernetzung fällt für ihn unter die Abschottung. „Wir Versicherer kämpfen dafür, dass die Daten, die heute ein modernes Auto produziert, morgen dem gesamten, auch dem freien Markt, zur Verfügung stehen.“ Er AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 www.autoservicepraxis.de

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führt zusammenfassend aus: „Wir kommen immer stärker in einen Verdrängungsmarkt, es gibt zukünftig kein Wachstum mehr zu verteilen.“ Es sei für den Versicherer HUK-Coburg ein fundamentales Anliegen, dass der freie Markt liefer- und reparaturfähig bleibt, auch wenn die Welt „systematisch komplexer gemacht“ werde. Er wünsche sich, dass die Akzeptanz für Reparaturwerkstätten steigt, die kein Markenlogo tragen. Heitmann warnte: „Die Betriebe müssen weitere Standbeine und Umsatzfelder aufbauen, um diese Rückgänge aufzufangen.“ Gesteuerte Schäden nehmen zu Matthew Whittall, alter und neuer Vorstandsvorsitzender der Innovation Group, hielt es zunächst mit Mark Twain: „Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie für die Zukunft sind.“ Bezüglich rückläufiger Fahrzeugbestände und Unfallzahlen stimmte er Klaus-Jürgen Heitmann zu. „Unsere Herausforderungen sind ähnlich derer der Versicherungswirtschaft, aber unser Markt der gesteuerten Schäden wird weiter deutlich wachsen, auch wenn der Gesamtmarkt schrumpft. Solange Autos fahren, egal wer sie besitzt, gehen sie kaputt und brauchen einen Dienstleister.“ Den Partnerbetrieben sagte er: „Wir sind in puncto Service, Reparaturgeschwindigkeit und Flexibilität den Markenbetrieben weit überlegen, bis auf die Vermarktung. Trotzdem stellen wir fest, dass immer mehr Kunden in freie K&L-Betriebe gehen“, so Whittall. DAS SIND DIE KERNAUSSAGEN FÜR K&L-BETRIEBE ■ Prozesse bei Dienstleistern und Versicherern werden immer komplexer ■ Pkw-Bestand stagniert ab ca. 2025 ■ Rückläufige Schadenhäufigkeit ab ca. 2020 ■ Markt der gesteuerten Schäden nimmt zu ■ Teilnehmende Betriebe profitieren ■ Flottenbetreiber brauchen Netzwerk aus freien K&L-Betrieben ■ Betriebe müssen sich breiter aufstellen ■ Komplexität und Technik der Fahrzeuge nimmt zu Die professionelle Schadenabwicklung im Flottenbereich wird noch wichtiger. Foto: Fotolia/juefraphoto ■ Telematikdaten müssen für den freien Markt zugänglich sein ■ Assistenzsysteme und Kalibrierung sind zunehmend bedeutsam ■ Anzahl der Flottenfahrzeuge sinkt durch steigende Effizienzbetrachtungen ■ Organisation und Nutzung von Flotten ändern sich ■ Fuhrpark „on demand“ ■ Individuelle Mobilität bleibt erhalten Aus Sicht der Flottenbetreiber stellte als Abschlussredner Christian Braumiller, Geschäftsführer der FlottenMeister GmbH fest: „Das Auto wird zukünftig als Motivation in der Flotte nicht mehr die Wertigkeit haben wie heute. Immer häufiger verlangen die Kunden keine dauerhaften Dienstwagen, sondern Mobilität, wenn sie nötig ist. Langzeitmiete und Carsharing werden an Bedeutung gewinnen.“ Auch hält er die Telematik für wichtig. „Sie kann zukünftig die Fuhrparksteuerung und Schadenabwicklung erleichtern. Für unsere Branche wird entscheidend sein, wer die besten Prozesse und elektronischen Lösungen hat.“ Fazit der Veranstaltung: Veränderungen in der Mobilität und damit verbundene Auswirkungen auf die Branche kommen Schritt für Schritt, nicht schlagartig. Der Markt für gesteuerte Unfallreparaturen wird weiter wachsen. Die teilnehmenden Betriebe sind in einem lukrativen Segment unterwegs, müssen aber mit der raschen Entwicklung Schritt halten. Dieter Väthröder ■ Wir gratulieren zu 20 Jahren Besuchen Sie uns auf unseren Leistungsschauen. Wir freuen uns auf Sie! CHEMNITZ 01. – 02.04.2017 FRANKFURT 20. – 21.05.2017 Sa. 10:00 – 18:00 Uhr · So. 09:00 – 17:00 Uhr

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BETRIEBSPRAXIS TEILEHANDEL Grenzen verschwimmen Autohersteller und Autohandelsgruppen verkaufen verstärkt OE-Teile an freie Werkstätten. Auch der Teilegroßhandel bedient das Geschäft mit Originalteilen. Ehemals feste Grenzen weichen auf. WICHTIGE FAKTOREN BEIM EINKAUF VON PKW-TEILEN Wichtigkeit von Faktoren beim Einkauf von Pkw-Teilen bei Vertragsund IAM Mechanikwerkstätten (Summe aus ,,sehr wichtig“ und ,,wichtig“) Hohe Produktqualität Lieferschnelligkeit Teileverfügbarkeit Teileidentifikation gute Kundenbeziehung zum Teilehändler/Lieferanten Unterstützung bei Kalibrierung & Diagnostik Günstige Preise/ Rabatte Einbauanleitungen Technische Hotline/ Meisterrat Verkaufsunterstützung (Marketing) 38 % 48 % 74 % 73 % 83 % 90 % 99 % 97 % 98 % 98 % 97 % 97 % 95 % 96 % 74 % 78 % 59 % 69 % 67 % 68 % 0% 20% 40% 60% 80% 100% ■ Vertragswerkstätten ■ IAM Werkstätten Quelle: Wolk Aftersales Experts Beim Teileeinkauf steht für Werkstätten nicht der Preis an erster Stelle. Viel wichtiger für die Auswahl des Lieferanten sind die Qualität der eingekauften Teile, die Schnelligkeit der Lieferung, Teileverfügbarkeit und deren eindeutige Identifizierbarkeit. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter 1.000 Werkstätten, die im Auftrag von Wolk Aftersales Experts durchgeführt wurde. Das Kriterium Preis steht nur an siebter Stelle. Die Ergebnisse wurden beim Aftermarketforum 2017 in Bonn vor knapp 200 Teilnehmern aus den Bereichen Teilehandel, Automobilhandel, Hersteller und Service vorgestellt. Leitthema der Veranstaltung war die zunehmende Vermischung der Vertriebswege von Originalersatzteilen und IAM­ Teilen im Kfz­Service. „Der Renditedruck AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 veranlasst Autohersteller und Autohandelsgruppen verstärkt OE­Teile an IAM­Werkstätten zu verkaufen. Andererseits beginnen mehr und mehr freie Teilegroßhändler auch OE­Teile in ihr Lieferprogramm aufzunehmen“, erklärte Helmut Wolk. Am Ende des Tages stand die klare Botschaft: Die Mauer, die bisher die beiden Bereiche Originalteilevertrieb und Vertrieb von IAM­Teilen strikt voneinander trennt, beginnt zu bröckeln. In Markenwerkstätten liegt der Anteil an verbauten Originalteilen – kaum erstaunlich – heute bei 85 Prozent. In den freien Werkstätten liegt dieser Anteil durchschnittlich bei 32 Prozent – Tendenz steigend. Bei den reinen K&L­Betrieben werden zu 82 Prozent OE­Teile verbaut. Der hohe Anteil ist einfach erklärt: In der Schadenregulierung werden standardmäßig Originalteile verbaut. Zudem unterliegen viele Teile der Karosserie dem Designschutz. Das könnte sich bald ändern. Thomas Geck vom Versicherer HUK Coburg machte deutlich, dass die im Vergleich zum Teile­Gesamtmarkt überproportionalen Preisanstiege bei OE­Crashparts nicht hinnehmbar seien. Während die Preise für Kfz­Teile über den Gesamtmarkt in vier Jahren um neun Prozent gestiegen sind, haben die OE­Crashteile um 17 Prozent zugelegt. „Wir sind über unsere HUK­Einkaufsplattform derzeit der größte Einkäufer von Crashteilen in Deutschland und beschäftigen uns mit dieser Thematik“, erklärte Geck. Das könnte man auch als Drohung an die Adresse der OEM verstehen. Geld verbrennt in den Prozessen Björn Böttcher, Geschäftsführer der Autohandelsgruppe Dello und der Dürkop Teile & Logistik, erläuterte in seinem Vortrag, warum der Vertrieb von OE­Teilen an freie Werkstätten ein lukratives Geschäft sein kann – vorausgesetzt, es wird professionell aufgezogen. „Freie Werkstätten möchten einen All­inclusive­Service haben, möglichst mehrere Marken aus einer Hand“, erklärte Böttcher. Effiziente Lieferprozesse und die schnelle Prozessabwicklung seien dabei wichtiger als der Preis des Ersatzteils. „Wer als Werkstatt immer nur das günstigste Teil kauft, spart zwar am Teil, verbrennt aber jede Menge Geld in ineffizienten Prozessen“, sagte Böttcher an die Adresse der Schnäppchenjäger gerichtet. Kritik war an der Preispolitik der OEM zu hören: „Der KURZFASSUNG Steigender Margendruck und der Kampf der Autohersteller um Kunden im Aftersales verändern die gewohnten Strukturen im Teilehandel. Am Ende dieser Entwicklung könnte die Mauer zwischen OE-Teilen und IAM ganz wegfallen. www.autoservicepraxis.de

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Foto: Dietmar Winkler René Tchamendje (PSA): „Wir wollen alle Kunden unabhängig von Kaufkraft, Fahrzeugmarke oder Fahrzeugalter bedienen.“ Björn Böttcher (Ernst Dello): „Wer immer nur nach Schnäppchen schaut, verbrennt viel Geld in den Prozessen.“ Frank Achenbach (ad Auto Dienst Frank Achenbach): „Teilebestellungen im Internet nehmen rapide zu.“ Thomas Geck (HUK-Coburg): „Wir sind der größte Einkäufer von Crashteilen in Deutschland.“ Independent Aftermarket ist auch deshalb entstanden, weil die Autohersteller vor 20 Jahren die Preise für Ersatzteile bewusst hochgehalten haben.“ In der Markenwerkstatt stehe das OE­Teil an erster Stelle. Allerdings sei es gerade für ältere Fahrzeuge durchaus sinnvoll, nicht um jeden Preis das Originalteil zu verkaufen, sondern ein Produkt des IAM. Dieser Gedanke sei allerdings nur sehr schwer in die Köpfe der Serviceberater zu kriegen. Dass die Autohersteller viel Energie darauf verwenden, auch am Service an älteren Autos zu verdienen, die nicht mehr in die Markenwerkstatt kommen, zeigen die zahlreichen Aktivitäten der OEM im Bereich Economy Service. Die Aftermarket­Strategie des PSA­Konzerns hat René Tchamendje, Projektleiter Euro Repar Car Service, skizziert. Mit der Servicemarke Euro Repar Car Service – derzeit gibt es 250 Stationen in Deutschland – hat PSA eine eigene Marke geschaffen, die Fahrzeuge aller Fabrikate repariert. Ziel ist es, bis Ende des Jahres 400 Werkstätten unter die Marke zu ziehen. Bis 2020 sollen es bis zu 900 Werkstätten in Deutschland sein. Das Angebot richte sich explizit auch an freie Kfz­Betriebe. Angebot richtet sich an freie Betriebe Anfangs sei das Konzept auf große Skepsis innerhalb des Konzerns gestoßen. Erst langsam habe sich der Gedanke durchgesetzt, das es besser ist, ein günstiges Teil zu verkaufen, als den Kunden ganz zu verlieren. Mittlerweile umfasst das Sortiment 40 Produktgruppen, davon stammt etwa ein Drittel von PSA, der Rest sind Fremdfabrikate. Die Marke Euro Repar Car Service ist aber nur ein Teil der IAM­Strategie von PSA. Eine Investition in die digitale Zukunft sieht Tchamendje in der Mehrheitsbeteiligung an dem Werkstattportal Autobutler. „Mit dem Werkstatt­Portal schaffen wir eine Plattform, die Kunden mehr Transparenz liefert, wenn sie im Internet Angebote vergleichen möchten.“ Ergänzt werde die Strategie durch den Kauf von Mister Auto, eine Online­Teileplattform, die sich mit günstigen Kfz­Teilen vor allem an Do­it­Yourself­Kunden wendet. In Frankreich hat sich PSA zudem an der Internet­Gebrauchtwagenbörse Aramisauto.com beteiligt. Frank Achenbach, Geschäftsführer der freien Werkstatt ad Autodienst Achenbach in Bochum, ist davon überzeugt, dass die Onlinebestellung von Kfz­Teilen bald „rapide zunehmen“ wird. „Die alte Einteilung, OE­Teile vom Markenhändler nebenan und IAM­Teile vom Großhändler gilt heute nicht mehr“, so der Unternehmer. Dietmar Winkler ■ DIE RICHTIGE BREMSE AN BORD? SETZEN SIE AUF BREMBO: DIE WELTWEITE NUMMER 1 BEI BREMSSICHERHEIT! Gehen Sie bei Bremsen keine Kompromisse ein: Entscheiden Sie sich für Brembo, den weltweiten Marktführer – und Partner führender Automobilhersteller und Rennställe. bremboparts.com

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BETRIEBSPRAXIS KLASSIK Hier schlummert Potenzial Das neue TÜV SÜD ClassiC Barometer zeigt, wie Klassik-Liebhaber „ticken“ und wo Young- und Oldtimer- Fans Service, Reparatur oder Restaurierung ihrer Fahrzeuge vornehmen lassen. Foto: TÜV SÜD er begeistert sich für Old- und Youngtimer? Welche Faktoren spielen beim Kauf eine Rolle? Wer lässt wo Services durchführen und warum? Die Antworten der 246 Kunden, die TÜV SÜD ClassiC erstmals im Frühjahr rund um klassische Fahrzeuge befragt hat, geben wichtige Hinweise für Autohäuser und Werkstätten, wie diese im Geschäft mit Oldtimern beim Kunden besser punkten können. Das TÜV SÜD ClassiC Barometer zeigt, was Oldtimer-Besitzer von Autohäusern und Werkstätten erwarten und mit welchen Leistungen und Services Autohäuser Oldtimer-Kunden für sich gewinnen und loyalisieren können. Beispiel Service: Knapp 60 Prozent der befragten Besitzer von historischen Fahrzeugen schließen Werkstattarbeiten in einer Vertrags- oder Markenwerkstatt aus. Lediglich 15 Prozent nutzen das Angebot bereits. Hauptgründe für Privatkunden, sich gegen die Werkstatt zu entscheiden: 36 Prozent der Befragten geben an, dass dies zu teuer sei. 32 Prozent schrauben lieber selbst und 29 Prozent glauben, dass moderne Markenwerkstätten keine Ahnung von historischer Technik haben. Für Lars Kammerer von TÜV SÜD ClassiC ein klares Signal für Markenwerkstätten, POTENZIAL FÜR MARKENWERKSTÄTTEN Gesamt Vertrags-/Markenwerstatt ... ... kommt in Frage 27 % ... wird bereits genutzt 15 % ... kommt nicht in Frage 58 % Gründe für die Ablehnung der Durchführung von Reparatur-/ Wartungsarbeiten in einer Vertrags-/Markenwerkstatt Preis (zu teuer) Lust am Schrauben/Selbst Reparieren/Eigene Kenntnisse Fehlende Kompetenz/ Kenntnisse über alte Fahrzeuge 36 % 32 % 29 % Schlechte Qualität Standort/Keine Werkstatt vor Ort Kein Vertrauen Fehlende Ersatzteile Basis: variiert Quelle: TÜV SÜD AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 www.autoservicepraxis.de

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hier gegenzusteuern: „Wenn Autohäuser und Werkstätten beispielsweise einen besonderen Service für Oldtimer anbieten und entsprechend Profis bereitstellen, die beim Kunden für Vertrauen sorgen, dann ergibt sich für Vertrags- und Markenwerkstätten ein hohes Kundenbindungsund Kundengewinnungspotenzial.“ Das etwa 6,5 Millionen Fahrzeuge umfassende Marktsegment älterer Fahrzeuge ab 15 Jahren hat Wachstumspotenziale und eine hohe Emotionalität: Oldtimer sind Sympathieträger, Wunschobjekt sowie Imagebotschafter ihrer Marken. Freie Werkstätten können punkten Die Untersuchung gibt auch Auskunft darüber, wie Besitzer von Young- und Oldtimern ticken: Der Fahrspaß steht für die meisten Besitzer an erster Stelle – das geben 78 Prozent der Befragten an, gefolgt von der Begeisterung für klassisches Fahrzeugdesign (73 Prozent). 61 Prozent geben an, dass die Freude am Schrauben und Basteln im Vordergrund steht. Überraschend angesichts weiter steigender Preise für Klassiker: Nur bei 19 Prozent steht der Aspekt einer soliden Geldanlage im Vordergrund. Bei der Frage, wie zufrieden Kunden mit Services in freien und markengebundenen Werkstätten sind, haben freie Werkstätten bei Wartung und Inspektion die Nase klar vorne (siehe Grafik). Sehr zufrieden mit der Dienstleistung freier Werkstätten sind 64 Prozent. Bei Markenwerkstätten ist dieser Wert etwas geringer ZUFRIEDENHEIT DER KUNDEN Wie zufrieden waren Sie insgesamt mit der Durchführung von ... durch ...? Wartung/Inspektion Vertrags-/Markenwerstatt 52 % 39 % 9 % Freie Werkstatt 63 % 31 % 4 % 2 % Verschleißreparaturen Vertrags-/Markenwerstatt Freie Werkstatt Restaurierungsarbeiten Freie Werkstatt* Reparaturen bei Fahrzeugdefekten 55 % 54 % 49 % 40 % 39 % 38 % Freie Werkstatt* 41 % 59 % ■ 1 = sehr zufrieden ■ 2 ■ 3 ■ 4 ■ 5 ■ 6 = überhaupt nicht zufrieden Basis: variiert | *n < 20 13 % Quelle: TÜV SÜD (52 Prozent). Die klare Botschaft an Markenbetriebe: Hier ist noch Luft nach oben. Bei Verschleißreparaturen liegen freie und markengebundene Betriebe mit 54 bzw. 55 Prozent in etwa gleichauf. Der Blick auf die Klientel, die sich gegen den Besuch einer Vertrags- oder Markenwerkstatt aussprechen, zeigt, dass die Befragten tendenziell jünger sind und im Durchschnitt über ein geringeres Haushaltsnettoeinkommen verfügen. Die Repräsentanten dieser Gruppe besitzen häufiger Old-/Youngtimer der Volumenmarken wie VW oder Opel. Bei den Kunden der Markenwerkstätten handelt es sich dagegen tendenziell um Besitzer von Premiummarken wie Mercedes-Benz oder Porsche. Sie haben ihren Old-/Youngtimer häufiger im Autohaus gekauft. Das TÜV SÜD ClassiC Barometer kann unter www.tuev-sued.de/classic angefordert werden. Dietmar Winkler ■ In den besten Händen! FEDERAL-MOGUL gratuliert der asp AUTO SERVICE PRAXIS zum 20jährigen Bestehen!

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BETRIEBSPRAXIS Fahrzeugidentifikation und Ersatzteilbestellungen gehen Hand in Hand. Deshalb braucht es einen zuverlässigen Werkstattpartner. Fotos: Marcel Schoch BEST PRACTICE Starker Partner Mit dem 1a Autoservice als Werkstattpartner erhält die Kfz Schnell GbR in Pöttmes-Grimolzhausen für den Mehrmarkenservice uneingeschränkten Informationszugang zu jedem Fahrzeugtyp. on freien Werkstätten, die sich auf den Mehrmarkenservice spezialisiert haben, erwarten die Kunden, dass sie schnell, flexibel und kostengünstig arbeiten. Um konkurrenzfähig zu sein, sind daher zuverlässige Geschäftspartner überlebenswichtig. 34.000 Pkw- und Motorradtypen Ortstermin bei der Kfz Schnell GbR, einem freien Kfz-Meisterservice in Pöttmes-Grimolzhausen nordwestlich von München. Die Gesellschafter Gerhard und Karl Schnell führen gemeinsam die 1976 gegründete freie Kfz-Werkstatt. KURZFASSUNG Mehrmarken-Werkstattkonzepte wie 1a Autoservice sind heute unverzichtbar für freie Werkstätten. Sie garantieren erst die Zukunfts- und Konkurrenzfähigkeit. Der Werkstattpartner hat dabei die Möglichkeit, aus verschiedenen Angeboten die für ihn passenden herauszusuchen und langfristig zu nutzen. Wie das genau geht, zeigt unser Beispiel der Kfz Schnell GbR, einem freien Kfz-Meisterservice in Pöttmes- Grimolzhausen. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 Heute beschäftigen Vater und Sohn fünf Mechaniker und drei Bürokräfte in ihrem Werkstattbetrieb. „Egal ob Audi, BMW, Opel, Ford, VW, Peugeot, Toyota oder Mercedes – wir müssen uns mit jedem Fahrzeug auskennen, das bei uns auf den Hof fährt“, sagt Karl Schnell, Senior-Chef der Kfz Schnell GbR. Das setzt uneingeschränkten Informationszugang zu jedem Fahrzeugtyp voraus. Aus diesem Grund haben sich Karl und Gerhard Schnell bereits im Jahr 2000 für das Mehrmarken-Werkstatt-Konzept 1a Autoservice entschieden, das von WM SE, der Coler GmbH & Co. KG, der Knoll- Gruppe, der Ernst Lorch KG sowie der Küblbeck GmbH & Co. KG getragen und angeboten wird. „Ob Neuwagen oder Youngtimer, ob Otto oder Diesel. Mit den technischen Informationen, die wir über den 1a Autoservice erhalten, haben wir stets alle Infos zur Hand, die für Reparatur oder Service notwendig sind“, sagt Gerhard Schnell, Kfz-Mechaniker-Meister und Leiter der Werkstatt. „Hierdurch werden wir in die Lage versetzt, Wartung und Service für alle gängigen Marken im deutschen Fahrzeugmarkt durchzuführen.“ Neben Wartungsinformationen nach Herstellerrichtlinien erhält der 1a-Autoservice-Partnerbetrieb aber auch Werkstatthandbücher, Schaltpläne oder Informationen zu Rückrufaktionen, so dass für den laufenden Werkstattbetrieb alle wichtigen zusätzlichen Informationen für Wartungs- und Reparaturarbeiten stets zur Verfügung stehen. „Aktuell sind Wartungsdaten, technische Einstellwerte, Reifen- und Felgendaten, spezielle Informationen zu Zahnriemen sowie Innenraumfilter und Serviceintervall-Rückstellinformationen für über 34.000 Pkw und Motorradtypen abrufbar“, ergänzt Thomas Bruder, Systemberater Werkstattkonzepte 1a Autoservice für Teile Südbayerns und das östliche Baden-Württemberg. „Auch zu über 17.800 Nfz steht diese Fülle an Daten zur Verfügung.“ Möglich ist die Informationsvielfalt, weil in die Software regelmäßig die neusten Herstellerdaten eingepflegt werden. Dies gewährleistet stets eine sehr gute Fahrzeug- und Teileidentifizierung und ist Basis für nach Herstellervorgabe durchgeführte Inspektionen, Wartungen oder Reparaturen. www.autoservicepraxis.de

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Um alle diese Informationen, von der Teileverfügbarkeit bis hin zu den Stammdaten der Kunden, verwalten zu können, wird bei der Schnell GbR das DMS Centrofaktura eingesetzt. „Diese Softwarelösung, die vom 1a Autoservice angeboten wird, nimmt uns einen Großteil der Verwaltungs- und Organisationsarbeiten ab“, erklärt Karl Schnell. „So können wir zum Beispiel für einen Kunden in nur zwei Minuten einen qualifizierten Kostenvoranschlag erstellen.“ Doch auch wenn es während des Service oder der Reparatur zu Problemen kommen sollte, auf die die Software keine Antwort findet, hilft das Mehrmarken-Werkstattkonzept 1a Autoservice weiter. Dann kann die technische Hotline angerufen werden: Alle vom Team der Firma TecRMI gegebenen Service-Informationen stehen 1a-Autoservice-Partnern kostenfrei zur Verfügung. „Besonders wichtig für uns als freie Werkstatt ist das Informationssystem ‚Aktuelle Info‘, das uns hilft, zeitnahe Information zu den jeweiligen Fahrzeugen zu bekommen“, so Gerhard Schnell. „Dadurch stehen uns zum Beispiel kurzfristig geänderte Zahnriemenwechselintervalle oder offizielle Rückrufaktionen zum ausgewählten Fahrzeug tagesaktuell zur Verfügung.“ Eine Erweiterung ist hier auch das S.O.S.-System, bei dem diverse Service aktionen vieler Fahrzeughersteller, so genannte „Stille Rückrufe“, zusammengefasst und fahrzeugspezifisch angezeigt werden. So können zum Beispiel bei Wartungsarbeiten die fälligen Serviceaktionen eines Fahrzeugs eingesehen werden. Diese Bei der Fahrzeugdiagnose vertraut Gerhard Schnell seinem Werkstatt-Konzeptpartner. 1A AUTOSERVICE IM ÜBERBLICK 1a Autoservice ist ein Full-Service-Konzept für Mehrmarken-Werkstätten, dem sich bis heute rund 1.500 Werkstattpartner in Deutschland, Österreich und der Schweiz angeschlossen haben. Die Systemgeber (WM SE, Coler GmbH & Co. KG, Knoll-Gruppe, Ernst Lorch KG und Küblbeck GmbH & Co. KG) von 1a Autoservice sind seit vielen Jahrzehnten im Werkstattmarkt aktiv und bieten einen flächendeckenden Service aus über 100 Stützpunkten zwischen Flensburg, Wien und Bern. Als Kraftfahrzeugteile-Großhändler arbeiten sie eng zusammen und gewährleisten so die langfristige strategische Weiterentwicklung der Marke 1a Autoservice. Egal, ob bei einer defekten Einspritzpumpe, einer Mitarbeiterschulung, einer Werkstatterweiterung oder einer Werbeaktion − durch ihre Erfahrungen haben die Konzeptteilnehmer immer einen kompetenten Spezialisten für die Werkstätten zur Hand. 1a Autoservice ist seit nunmehr über 15 Jahren im Markt und in der Kfz-Branche zu einer verlässlichen und erfolgreichen Größe gewachsen. Das bestätigt auch eine Studie des renommierten Marktforschungsunternehmens GfK. Gemäß dieser hat es 1a Autoservice innerhalb weniger Jahre geschafft, zu einem der bekanntesten Mehrmarken-Werkstattsysteme zu werden. Funktion ist auch wichtig, wenn es darum geht, Fehler zu finden, die aufgrund einer vom Kunden nicht wahrgenommenen Rückruf- bzw. Serviceaktion entstanden sind. Umfassend geschult Sehr wichtig für eine freie Werkstatt sind auch regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter. Hier bietet das Werkstattkonzept 1a Autoservice zu allen relevanten Gebieten technische Schulungen an. „Da wir sehr breit aufgestellt sind und von der Unfallinstandsetzung über die Achsvermessung und Rahmenrichtarbeiten alles rund ums Autoglas und Services wie Klimakühlmittel-Wechsel, Getriebespülungen für Automatik- und Schaltgetriebe sowie HU und AU im Hause anbieten, müssen alle im Team umfassend geschult sein“, sagt Gerhard Schnell, der seine Mitarbeiter deshalb regelmäßig schulen lässt. Auch im Geschäftsbereich Fahrzeughandel, den die Kfz Schnell GbR betreibt, nutzt der Betrieb den 1a Autoservice. „Wir bereiten alle Arten von Fahrzeugen auf und bieten sie zum Verkauf an“, so Karl Schnell. „Das können Leasing-Rückläufer, aber auch mal ein Youngtimer sein. Damit die Käufer immer auf der sicheren Seite stehen, bieten wir die 1a-Fahrzeug- und Mobilitätsgarantien an.“ Mit den Garantien stellt die Schnell GbR zudem sicher, dass Gebrauchtwagenkäufer auch dann zufrieden sind, wenn das Fahrzeug wider Erwarten doch einmal einen Defekt haben sollte. „Mit den Serviceleistungen von 1a Autoservice sind wir seit Anfang an sehr zufrieden“, sagt Karl Schnell. „Die Zusammenarbeit hat auch den Bekanntheitsgrad der Werkstatt in unserem Einzugsgebiet deutlich erhöht“, so der Senior-Chef zufrieden. Marcel Schoch ■ Thomas Bruder (links), Systemberater Werkstattkonzepte bei 1a Autoservice, berät Gerhard und Karl Schnell (MItte und rechts) zu allen relevanten Werkstattfragen. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 79

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BETRIEBSPRAXIS EUROMASTER Digitale Dienste Erwartungen der Kundschaft und die Wege zur erfolgreichen Online- Geschäftsanbahnung sind komplex. Darauf weiß auch die Reifen- und Autoservicekette Euromaster zu reagieren. Die IT-Abteilungen platzen aus allen Nähten, ein Blick in die Stellenbörsen zeigt, geeignete Kräfte sind gefragt wie nie. Angestellte IT-Spezialisten entwickeln heutzutage ganze Geschäftsmodelle. Zudem haben es die Digitalisierer bis in die Chefetagen geschafft. Auch in der Automobilindustrie findet man zunehmend den Posten des Chief Digital Officer (CDO). Seit vergangenem Jahr gibt es bei der Reifenservice-Kette Euromaster eine vergleichbare Personalie. Es ist spürbar Bewegung in die Reifenservicebranche gekommen. So rief Andreas Berents, Geschäftsführer für Deutschland und Österreich, während der Nationaltagung im Februar 254 deutsche Niederlassungen sowie 80 Franchisepartner auf, Potenziale noch stärker zu nutzen und Prozesse zu optimieren. Das Unternehmen sieht sich mit digitalen Tools insbesondere für gewerbliche Kunden gut aufgestellt. Auch im Privatkundenbereich setze man auf Digitalisierung: So soll der E-Shop weiter ausgebaut werden. Zudem verbindet das Programm „MeinEuromaster“ Kunden und Unternehmen. Der Mehrwert für Kunden liegt im Abruf aktueller Verschleißdaten, hieß es in Mainz. Adressat der Ansprache waren darüber hinaus 350 Betriebe der Einkaufs gesellschaft Freier Reifenfachhändler (EFR), die ebenfalls zum Netz gehören. asp hat sich mit Andreas Berents über aktuelle digitale Herausfor- KURZFASSUNG Die Michelin-Tochtergesellschaft Euromaster betreut in Europa ein Netz aus 2.460 Standorten und 2.600 mobilen Einheiten. Die Digitalisierung gehen die Mannheimer ehrgeizig an. Für das Team um Geschäftsführer Andreas Berents bedeutet das zuvorderst Kundenbedürfnisse verstehen und automatisieren zu können. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 derungen im Reifen- und Autoservicegeschäft unterhalten. asp: Zum Ausmaß der digitalen Transformation war neulich Folgendes zu lesen: „Es ist noch nicht lange her, da haben die IT- Mitarbeiter die PCs der Kollegen gewartet, neue Software aufgespielt und alle paar Jahre modernere Handys ausgeteilt. Inzwischen entwickeln die IT-Spezialisten ganze Geschäftsmodelle.“ Wie haben sich Prozesse, Marketing und die Services im Euromasternetz verändert? A. Berents: Offline funktioniert nicht mehr ohne online, und online funktioniert nicht ohne offline. Die Weiterentwicklung der digitalen Euromaster-Welt und digitaler Angebote stehen daher in Digitalisierung heißt für uns, Kundenbedürfnisse zu verstehen und sie zu automatisieren. den kommenden Jahren im Fokus. Der Kunde und seine Customer Journey werden immer digitaler. Das stellt uns vor große Herausforderungen, bietet uns aber gleichzeitig große Wachstumschancen. Unser umfassendes Service- und Produktportfolio, unsere Werte Leidenschaft, Ehrlichkeit und Kompetenz – all das können wir online deutlich breiter und nachhaltiger kommunizieren. Auch Online-Kooperationen werden uns dabei zukünftig noch stärker unterstützen. Mutig in die Digitalisierung asp: Die Autoindustrie schafft gerade die Chefposition des Chief Digital Officer (CDO) neu, um die Rolle von Daten und IT zu betonen. Seit September hat Euromaster mit Carsten Weiskopf einen neuen Leiter Retail Marketing, Digital und E-Commerce. Darf man dies auch mit der wachsenden Bedeutung des Digitalen deuten? Fotos: Euromaster Andreas Berents, Geschäftsführer Euromaster A. Berents: Nun, einen CDO hätte wohl jede Firma gern, die mutig in die Digitalisierung schreitet. So weit sind wir noch nicht, aber wir haben ein schlagkräftiges Team um Carsten Weiskopf gebildet und mit unseren nationalen wie europäischen Kollegen aus dem IT- und Marketingbereich erfahren wir eine tolle Unterstützung. Allerdings geht das nicht ohne den Vertrieb, weshalb unsere Marketing- Mannschaft eng mit Operations und Sales zusammenarbeitet. Digitalisierung heißt für uns, Kundenbedürfnisse zu verstehen und sie zu automatisieren. Und da sind alle Beteiligten im Prozess des Verkaufs und der Beratung gefragt. asp: In der Pressemitteilung fällt der Begriff „Preis-Erlebnis-Verhältnis“ – was heißt das? A. Berents: Wir wollen den Kundenbesuch bei Euromaster noch komfortabler gestalten. Als Rund-um-Shopping-Werkstatt wollen wir Kunden möglichst alles abnehmen. Natürlich spielt das Preis-Leistungs- Verhältnis auch immer eine wesentliche Rolle, bei Euromaster nehmen wir aber das Preis-Erlebnis-Verhältnis ebenso in den Fokus, weil wir überzeugt sind, dass Kunden weniger aufgrund der Produkte, Services oder des Preises bei uns kaufen, sondern vielmehr, weil sie glauben, woran wir glauben. Sie spüren unsere Werte, und das ist entscheidend für das Erlebnis. asp: Wie wichtig ist die Online-Terminbuchung? A. Berents: Die Online-Terminbuchung gewinnt zunehmend an Bedeutung, mitt- www.autoservicepraxis.de

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lerweile werden schon rund zehn Prozent aller Termine online vereinbart. Tendenz stark steigend. Das System haben wir selbst entwickelt. Weiterbildung Online wie Offline asp: Seit drei Jahren gibt es eine unternehmenseigene Akademie. Welche Kurse haben Sie im Angebot? Planen oder bieten Sie E-Learning-Möglichkeiten, also Möglichkeiten der Online-Fortbildung? A. Berents: Grundsätzlich steht unsere Akademie auf drei Säulen: Fachwissen, Verkauf und stärkenorientierte Personalführung. Materialkunde sowie Produktkenntnis sind für uns unabdingbare Voraussetzungen für das Leben unseres Markenversprechens und unserer Firmenstandards. Das Angebot ist vielfältig, es wird offline wie online genutzt, zentral wie dezentral trainiert. Hierbei arbeiten wir eng mit der Industrie und externen Trainings agenturen zusammen. Unsere Investition in Fort- und Weiterbildungen lag 2016 bei rund zwei Millionen Euro. asp: Dass die Digitalisierung auch an den eigentlichen Analogprodukten Räder/ Reifen nicht spurlos vorübergeht, zeigen die Regelungen und Technologien zum Reifendruckkontrollsystem. Sind RDKS im Tagesgeschäft eine Herausforderung für die Werkstattplanung? A. Berents: Wir haben diese Herausforderung gerne angenommen und RDKS reibungslos in unseren Arbeitsalltag integriert. Alle Euromaster-Servicecenter sind mit jeweils zwei RDKS-Geräten und Zubehör ausgerüstet, fast alle Mitarbeiter haben an theoretischen und praktischen Schulungen in den Servicecentern teilgenommen. Mit kontinuierlichen Qualitätskontrollen wird überprüft, wo noch weiterer Schulungsbedarf besteht. Zusätzlich tauschen wir uns natürlich regelmäßig mit Herstellern von Geräten und Sensoren aus, um zeitnah eventuelle Problemfälle im Markt zu erkennen und entsprechende Lösungen zu testen. Wir pflegen alle Informationen dazu in einer Wissensdatenbank ein, so dass alle Mitarbeiter davon profitieren. Alle Euromaster-Servicecenter haben auch Zugriff auf eine technische RDKS- Hotline, so dass sie auch ad hoc Unterstützung erhalten können. Lkw-Pannenservice asp: Ihr Unternehmen verfügt hierzulande über 334 Servicecenter und 110 mobile www.autoservicepraxis.de Einheiten. Was versteht man bei Euromaster unter mobilen Einheiten? A. Berents: Wir haben seit Jahren einen sehr erfolgreich arbeitenden Breakdown- Service für Lkw-Pannen etabliert. Hierfür nutzen wir voll ausgestattete Pannenfahrzeuge. Darüber hinaus haben wir verstanden, dass es unsere Kunden im Transportgewerbe gern sehen, wenn wir durch unseren Reparaturservice ihre Mobilität vor Ort erhalten, d.h. wir fahren immer mehr direkt zum Kunden. Aber auch im Glasbereich haben wir mobile Einheiten mit ausgebildetem Personal, die Scheiben sowohl für Endverbraucher als auch für Geschäftskunden dort reparieren oder tauschen, wo es für unsere Kunden bequem ist. asp: Welchen Stellenwert haben Gewerbekunden? A. Berents: Gewerbliche Kunden machen rund 70 Prozent unseres Geschäfts aus und haben daher natürlich einen sehr hohen Stellenwert. asp: Welche speziellen Angebote haben Sie für diese Kundengruppe? A. Berents: Wir machen jedem Kunden ein besonderes Angebot, da wir das Kooperationsvolumen und die Inhalte mit jedem Unternehmen individuell nach Größe und Bedürfnissen festlegen. Für alle bieten wir digitale Tools an, mit denen die Fahrer beispielsweise wie vorher erwähnt bequem einen Termin online vereinbaren können und zur nächsten Servicefiliale navigiert werden. Oder wir bieten Fuhrparkverantwortlichen mit unserem Hilfsprogramm „Flottenmaster“ die Möglichkeit, jederzeit und aktuell online sämtliche Fahrzeugdaten seines Fuhrparks abzurufen. Auch der Autorisierungsprozess, wie im Bereich der Unfallverhütungsvorschriften notwendig, ist bei unseren Flottenkunden komplett digitalisiert. asp: Herr Berents, wir danken für das Gespräch! Martin Schachtner ■ Mehr Infos ���������������������� ������������� ������������� ����� �� ������������� ���� ������� ���� ���� ���������������� ����� ����� ����������� ��������� ��� �������������������������� �� ������� ����������� ��� ����� ������� ����� ����� ��������� ����������� ����������������� �� ��� ��������������� ��� ������������������������ ������ ��� ��� ��� ������� ������ �� ������� �������������� ��� ���������������� ��������� ��� ����������� ����� ��� ������������������� ������� ��� ��� ������������ ���������������� ��������� ����� ������� ��� ����� ��� ������������� ����������������� ����������� ����� ����������� �������� �� ����������� ��������� ������������� ������������� ��� ����� ������� Satteldachhalle Typ SD11 (Breite: 11,01m, Länge: 10,00m) • Traufe 4,00m, Firsthöhe 5,90m • mit Trapezblech, Farbe: AluZink • incl. Schiebetor 4,00m x 4,20m • feuerverzinkte Stahlkonstruktion • incl. prüffähiger Baustatik Aktionspreis € 13.990,- ab Werk Buldern; excl. MwSt. Schneelastzone 2, Windzone 2, a. auf Anfrage www.tepe-systemhallen.de · Tel. 0 25 90 - 93 96 40

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BETRIEBSPRAXIS MERCEDES-BENZ SERVICEPARTNERTAGUNG Wege in die Zukunft Die Partnerbetriebe im Mercedes-Benz-Servicenetz müssen sich der zunehmenden Digitalisierung der Service-Prozesse stellen. Und das Servicenetz soll noch weiter schrumpfen. an könnte es einen Rückzugskampf nennen, den die Betriebe der Mercedes­Benz Servicepartner führen. Denn das Netz der Servicebetriebe soll weiter eingedampft werden – so will es der Hersteller. Daraus macht Thomas Bartmann, stellvertretender Vorstandssprecher Verband der Vermittler und Servicepartner für Mercedes­Benz (VVMB) auch gar kein Hehl: „Natürlich gibt es Bestrebungen des Herstellers, das Servicenetz neu zu Foto: VVMB Thomas Bartmann: „Wir müssen einen Weg finden, uns weiterhin in den stationären Service einzubringen.“ strukturieren und damit auch zu verkleinern. Mercedes­Benz hat heute in Deutschland insgesamt ca. 1.000 Servicestandorte. Unsere Mitglieder besetzen davon knapp die Hälfte.“ Der VVMB vertritt mehrheitlich die kleineren Betriebe, deshalb sei man auch am meisten sensibilisiert. „Trotzdem verschließen wir uns nicht solchen Diskussionen mit dem Hersteller, auch wenn sie nicht populär sind“, erklärt Bartmann. „Wir haben auch eine Verpflichtung gegenüber jenen Betrieben, die tatsächlich nicht zukunftsfähig sind, sei es, weil kein Nachfolger da ist, der Standort überbesetzt ist oder eine Region langfristig nicht genügend Potenzial besitzt. Wir versuchen, dies in einer intelligenten partnerschaftlichen Weise zu lösen.“ Konkrete Zahlen stehen nicht fest, tendenziell wird es aber künftig deutlich weniger Betriebe geben. Redebedarf sieht der VVMB bei der Strategie des Herstellers, die Schnittstelle zum Kunden selbst zu besetzen. Die Aufgabe, die sich daraus für den Verband ergebe, sei klar: „Wir müssen einen Weg finden, uns als Retailer weiterhin in den stationären Service einzubringen und den Kontakt zum Kunden zu halten“, so Bartmann. Fehlermeldungen oder anstehende Servicetermine werden heute schon aus den Fahrzeugen in Xentry Portal überspielt und dem eingetragenen Servicebetrieb angezeigt. Jetzt folgen die nächsten Schritte: In Berlin wurde der Startschuss für den Rollout von Xentry Portal Pro gegeben. Das überarbeitete Portal ist die zentrale Schnittstelle, die alle Daimlerservicesysteme und die Systeme der Servicebetriebe zusammenbringt, um Medienbrüche zu vermeiden. Dietmar Winkler ■ IMPRESSUM ISSN NR. 1437-1162 Anschrift von Verlag und Redaktion Springer Automotive Media Springer Fachmedien München GmbH Aschauer Str. 30 · 81549 München Tel. 0 89/20 30 43-0 Fax Redaktion 0 89/20 30 43-12 18 Fax Anzeigen 0 89/20 30 43-12 40 http://www.autoservicepraxis.de Springer Fachmedien München GmbH ist Teil der Fachverlagsgruppe Springer Nature. Redaktion Herausgeber Dipl.-Ing. Jürgen Wolz (TÜV SÜD Auto Service GmbH), Lars Kammerer (TÜV SÜD Auto Service GmbH) Anschrift siehe Verlag Chefredakteur (V.i.S.d.P.) Dietmar Winkler (diwi) Tel. 0 89/20 30 43-27 92 Redaktion Valeska Gehrke (vg) Tel. 0 89/20 30 43-23 09 Alexander Junk (aj) Tel. 0 89/20 30 43-23 10 Online-Redaktion Ralf Padrtka (Leitung) Tel. 0 89/20 30 43-12 84 Thomas Maier Tel. 0 89/20 30 43-23 11 Frank Selzle Tel. 0 89/20 30 43-11 08 E-Mail: autoservicepraxis@springer.com Ständige Mitarbeiter Eva-Elisabeth Ernst, Martin Schachtner, Marcel Schoch, Dieter Väthröder, Erwin Wagner Gesamtleitung Herstellung Maren Krapp Tel. 0 89/20 30 43-14 18 Layout Diane Laudien Tel. 0 89/20 30 43-11 87 Verlag Geschäftsführer Peter Lehnert Tel. 0 89/20 30 43-22 54 Verlagsleiter Springer Automotive Media Ralph M. Meunzel Tel. 0 89/20 30 43-12 03 Anzeigen- und Marketingleitung Michael Harms Tel. 0 89/20 30 43-12 42 Anzeigenverkauf Sanja Klöppel Tel. 0 89/20 30 43-12 24 Birgit Zipfel Tel. 0 89/20 30 43-11 91 Fax 0 89/20 30 43-12 40 Marketing Alexandra Wutz (Fachliche Leitung) Tel. 0 89/20 30 43-21 05 Susanne Schwarzenböck Tel. 0 89/20 30 43-11 36 Fax 0 89/20 30 43-11 81 Anzeigenverwaltung Aylin Uysal Tel. 0 89/20 30 43-23 58 Gültig ist die Anzeigen-Preisliste ab 01.10.2016 Gelegenheitsanzeigen Doris Kester-Frey Tel. 0 89/20 30 43-11 33 E-Mail: kontakt.anzeigen@springer.com Leitung Vertriebskoordination Fachzeitschriften Tatjana Sachenbacher Tel. 0 89/20 30 43-16 27 Online-Medien Ute Sauermann Tel. 089/20 30 43-22 18 (Produktmanagerin Portale SAM) Abo-Service Tel. 0 89/20 30 43-15 00 Fax 0 89/20 30 43-21 00 Sitz: Aschauer Str. 30 , 81549 München E-Mail: vertriebsservice@springer.com Der Verlag übernimmt keine Haftung für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotomaterial, daher besteht auch kein Anspruch auf Ausfallhonorar. Mit dem Autorenhonorar gehen die Verwertungs-, Nutzungs- und Vervielfältigungsrechte an den Verlag über, insbesondere auch für elektronische Medien (Internet, Datenbanken, CD-ROM). Es werden nur solche Manuskripte angenommen, die an anderer Stelle weder veröffentlicht noch gleichzeitig angeboten sind. Für die mit Namen des Verfassers gekennzeichneten Beiträge übernimmt die Redaktion lediglich die pressegesetzliche Verantwortung; sie stellen also nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Erscheinungsweise 11 Ausgaben pro Jahr Bezugspreis Einzelheft: € 10,90 netto/€ 11,66 brutto inkl. MwSt.; inkl. Versand. Jahresabonnement Inland: 84,00 netto/€ 89,88 brutto inkl. MwSt.; inkl. Versand. Ausland (Europa): € 96,00 netto/ € 102,72 brutto inkl. MwSt.; inkl. Versand. Ausland (außerhalb Europa): auf Anfrage. Preisänderungen vorbehalten. Alle weiteren Aboangebote und -preise finden Sie unter www.autoservicepraxis.de. 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AUTO SERVICE PRAXIS-Abonnenten verfügen damit über die im Sinne der AU-Anerkennungsrichtlinie erforderlichen Informationen und sind somit vom Bezug des ansonsten vorgeschriebenen Verkehrsblattes befreit. Bei der Springer Fachmedien München GmbH erscheinen auch die Zeitschriften AUTOHAUS, Autoflotte, GW-trends und Sprit+. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 www.autoservicepraxis.de

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DAS SUPERTOOL für die Praxis rund um Werkstatt und Service asp-Magazin Werkstattinfos, Reportagen und Praxisbeispiele iele für Ihr Geschäft asp-App mobil immer bestens informiert: News, Heftarchiv, ePaper und mehr Digitales Heftarchiv alle Artikel der letzten 9 Jahre ePaper für den digitalen italen asp-Nutzer: digital.autoservicepraxis.de Newsletter alles Wichtige tagesaktuell Rückruf- Datenbank alle Infos auf einem Blick Weiter lesen Extra-Hefte wie „Räder & Reifen“ und „Freier Teilemarkt“ asp informiert Sie praxisnah und tages aktuell über alles, was der Werkstattprofi braucht. www.autoservicepraxis.de ist eine Marke von:

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Vor 20 Jahren aus dem Ei geschlüpft: asp TÜV SÜD gratuliert zu 20 Jahren professioneller Berichterstattung und technisch informativen Fachreportagen zu Trends und Weiterentwicklungen der Automobiltechnik. Wir bedanken uns für die gute Partnerschaft und freuen uns auf die vielen weiteren Jahre, die noch kommen werden. www.tuev-sued.de TÜV SÜD Auto Service GmbH Westendstraße 199 80686 München www.tuev-sued.de 0800 888 44 44

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autoservicepraxis.de | autohaus.de Zusätzlich in dieser ASP Ausgabe: SPEZIAL Räder Sommer 2017 Reifen 12 Neue Sommerreifen SUV- und Transporterpneus im Aufwind 20 RDKS Segen oder Fluch? Das sagen Werkstätten 30 Interview Rema Tip Top Reifen verkaufen reicht nicht mehr aus ASP SPEZIAL Räder&Reifen 1/2017 Neue Sommerreifen: SUV- und Transporterpneus im Aufwind RDKS: Segen oder Fluch? Das sagen Werkstätten Interview Rema Tip Top: Reifen verkaufen reicht nicht mehr aus [ mehr ... ] zum ASP Inhalt Sie haben Fragen zum AUTO SERVICE PRAXIS ePaper? vertriebsservice@springer.com Unser Vertriebsservice hilft Ihnen gerne weiter! 089 / 203043 - 1500

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SPEZIAL Räder Sommer 2017 autoservicepraxis.de | autohaus.de Reifen 12 Neue Sommerreifen SUV- und Transporterpneus im Aufwind 20 RDKS Segen oder Fluch? Das sagen Werkstätten 30 Interview Rema Tip Top Reifen verkaufen reicht nicht mehr aus

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ENTWICKELT FÜR MEHR SICHERHEIT – MONTIERT VOM PROFI. UND IHRE KUNDEN SPAREN BIS ZU 40 € SERVICEKOSTEN. DIE ZUSATZCHANCE FÜR IHRE KUNDEN: Nach dem Reifenkauf die Registrierung online vornehmen und eines von 200 ADAC Fahrsicherheits-Trainings gewinnen! Beim Kauf von vier PIRELLI Sommerreifen oder Sommerkomplett rädern in 17 Zoll oder größer erhalten Ihre Kunden von Pirelli bis zu 40 € der Rad-/Reifen-Servicekosten erstattet. Diese Aktion gilt beim Kauf im Aktionszeitraum vom 1. März bis zum 30. April 2017. Die ausführliche Aktions beschreibung und die Teilnahme bedingungen finden Sie unter pirelli.de/promotion.

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INHALT | LEITARTIKEL INHALT 04 Nachrichten Aktuelles aus der Branche 08 Nachrichten Online-Handel mit Mondo Media 10 Nachrichten The Tire Cologne – Zwischenstand 12 Handel Sommerreifen-Neuheiten 16 Handel Neue Marke von Giti Tires 18 Handel Ganzjahresreifen in Flotten 20 Handel RDKS: Segen oder Fluch? 24 Handel Servicekonzepte der Reifenhersteller 26 Handel Amazon mischt den Markt auf 28 Service Premio kann mehr als Reifen 30 Service Was tun gegen stagnierende Umsätze? 32 Service Boxenstopp hilft beim Reifenwechsel 34 Service Arbeitssicherheit bei Euromaster 36 Service Reifen reparieren statt austauschen 38 Produkte Neuheiten im Reifenservice 40 Produkte Reifen, Felgen & Co. IMPRESSUM Spezial Räder&Reifen, Sommer 2017 erscheint als Beilage der Fachzeitschriften asp AUTO SERVICE PRAXIS 03/2017 und AUTOHAUS 06/2017 Auflage: 45.000 Chefredakteur: Dietmar Winkler verantw. Redakteur: Alexander Junk Autoren: Valeska Gehrke, Martin Schachtner, Marcel Schoch, Dieter Väthröder Anzeigen: Michael Harms (Leitung), Sanja Klöppel, Birgit Zipfel Herstellung: Maren Krapp (Leitung), Diane Laudien Druck: L.N. Schaffrath GmbH & Co. KG Druck-Medien, 47608 Geldern Verlag: Springer Fachmedien München GmbH, Aschauer Straße 30, 81549 München Internet: autoservicepraxis.de | autohaus.de Titelbild: Nokian Tyres Jetzt wird`s bunt ei Reifen sind Innovationen in Sachen Optik eine Seltenheit: Für die meisten Menschen sind die Pneus schlichtweg rund und schwarz. Kaum einer weiß die technischen Innovationen zu schätzen, die in jahrelanger Arbeit in die Gummimischung und das Profildesign geflossen sind. Eine homogene Mischung der einzelnen Reifenbestandteile herzustellen, die aus bis zu 200 Zutaten besteht, ist eine große Herausforderung in der Massenproduktion. Jede neue Modellgeneration der Reifen wird zudem immer besser und sicherer – nur ist das auf den ersten Blick nicht ersichtlich. Offenbar möchte Pirelli das Image des Reifens deshalb etwas aufpolieren und hat auf dem Genfer Autosalon eine neue Serie des P Zero und Winter Sottozero vorgestellt, die einen farbigen Streifen auf der Reifenflanke haben. Zunächst nur in Rot, Gelb, Weiß und Silber erhältlich, soll die Palette bis Ende des Jahres ausgebaut werden. Dem Kunden soll so die Möglichkeit gegeben werden, das Fahrzeug nach seinem Geschmack zu individualisieren. Laut Hersteller sollen „innovative Materialien und wegweisende Schutzsysteme“ dafür sorgen, dass sich die Farben nicht nach kurzer Zeit wieder abrubbeln und auch die Farbkraft dauerhaft erhalten bleibt. Bleibt zu hoffen, dass Pirelli mit seiner Strategie Erfolg hat. Farbige Reifen gab es auch schon einmal von Continental, jedoch haben sie sich laut Unternehmen nicht verkauft und wurden wieder eingestellt – vielleicht waren sie einfach ihrer Zeit voraus. Alexander Junk, Redakteur asp AUTO SERVICE PRAXIS autoservicepraxis.de | autohaus.de RÄDER & REIFEN 01/2017 3

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NACHRICHTEN KURZMELDUNGEN Aufgrund steigender Rohstoffkosten kündigt Bridgestone Europe eine Preiserhöhung von durchschnittlich bis zu acht Prozent für Reifen im Bereich Pkw, 4x4, Transporter und Motorräder an. Die Erhöhung gilt für alle Marken und soll ab April 2017 für Sommerreifen sowie ab Mai 2017 für Winterreifen in Kraft treten. Verstärkung für den Bereich Geschäftskunden beim Online­Reifenhändler Delticom: Seit Januar 2017 verantwortet Nathalie Kronenberg das Key Account Management B2B des börsennotierten Unternehmens mit Sitz in Hannover. Von dort aus wird die 38­Jährige das weltweite Schlüsselkunden­Geschäft leiten und strategisch weiterentwickeln. Mit „Connesso“ hat Pirelli eine Plattform entwickelt, mit der Reifen mithilfe einer App mit dem Autofahrer kommunizieren. Möglich macht das ein an der Innenwand des Reifens eingebetteter Sensor, auf den das Smartphone zugreifen kann. Die App liefert dem Fahrer wichtige Informationen über den aktuellen Zustand des Reifens wie Reifendruck und Temperatur. Im Gegensatz zu Reifendruck­Kontrollsystemen (RDKS) ist Connesso sowohl während der Fahrt als auch während der Standzeiten des Fahrzeugs aktiv. Zudem bietet die Connesso­App personalisierte Service­Leistungen. Sie kann beispielsweise den Verschleiß des Reifens erkennen und einen Termin im Autohaus vereinbaren. Connesso soll zunächst nur auf dem Aftermarket für die UHP­Reifen Pirelli P Zero und Pirelli Winter Sottozero, die es in den Größen ab 19 Zoll gibt, verfügbar sein. Der Start ist im Sommer in den USA geplant, anschließend soll Connesso auch nach Europa kommen. Maic Dressen ist ab sofort neuer Vertriebsleiter beim Reifen­Großhändler Tyremotive. Dressen war nach seinem Studium unter anderem bei ZF, Schrader und Eucon in leitenden Positionen tätig. Die Cooper Tire & Rubber Company Europe Ltd. hat mit Jaap van Wessum einen neuen Director Sales Europe gewonnen. In seiner neuen Aufgabe wird van Wessum für den Vertrieb in Europa und dessen Weiterentwicklung verantwortlich sein. Er berichtet an Luis Ceneviz, den Managing Director der europäischen und lateinamerikanischen Aktivitäten bei Cooper. Zuletzt war van Wessum beim Reifenhersteller Apollo Vredestein als Director Sales und Marketing im Einsatz. RÄDER & REIFEN 01/2017 KONZEPTREIFEN Reifen mit Gehirn Reifenhersteller Goodyear hat auf dem Genfer Autosalon seinen neuesten Konzeptreifen „Eagle 360 Urban“vorgestellt. 2016 hatte der Hersteller bereits einen vernetzten Reifen in Kugelform präsentiert, der in alle Richtungen manövrieren kann. Der neue Konzeptreifen sieht ähnlich aus, geht aber noch einen Schritt weiter: Er soll laut Goodyear mit einer Foto: Goodyear künstlichen Intelligenz ausgestattet sein, die in der Lage ist, Entscheidungen im Straßenverkehr zu treffen. Dank seiner bionischen Außenhaut, die mit einem Sensornetzwerk durchzogen ist, kann der Reifen Informationen sammeln und daraus Schlüsse ziehen. Dazu zählen beispielsweise den Zustand der Fahrbahnoberfläche zu bewerten oder Daten von anderen Fahrzeugen in Echtzeit zu analysieren. Aufgrund seiner künstlichen Intelligenz soll er aus früheren Erfahrungen lernen und kann sein Verhalten fortlaufend optimieren. Laut Goodyear soll er sogar in der Lage sein, seine Lauffläche zu verändern und kleinere Schäden an seiner Außenhaut, die aus elastischen Polymeren besteht, selbstständig zu reparieren. Gefertigt wird der smarte Reifen in einem 3D-Drucker. aj ■ REIFENPRODUKTION Neues Werk in Thailand Continental möchte in der Provinz Rayong in Thailand ein neues Werk zur Reifenproduktion errichten und plant dafür zunächst eine Investition von rund 250 Millionen Euro. Bis 2022 sollen dort jährlich etwa vier Millionen Reifen für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge für Thailand und die gesamte Asien-Pazifik-Region (APAC) produziert werden. Damit möchte das Unternehmen die weltweite Produktion erweitern, um Kunden in allen Regionen optimal bedienen zu können. Der Bau des Reifenwerks ist noch für 2017 geplant, der Betrieb soll 2019 aufgenommen werden. Continental spricht von fast 900 neuen Arbeitsplätzen, die dadurch in Thailand entstehen. aj ■ Foto: Continental autoservicepraxis.de | autohaus.de

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THE LEGEND IS GROWING FREIGEGEBEN FÜR PORSCHE CAYENNE NEXEN TIRE EUROPE GMBH Mergenthalerallee 79-81, D-65760 Eschborn, T +49 (0) 6196-95486-0, F +49 (0) 6196-95486-77 E marketing.nte@nexentire.com www.nexentire.com

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NACHRICHTEN REIFEN-APP Per Smartphone bestellen Der Online-Shop autoreifenonline.de der Delticom AG launcht eine eigene App. Die Anwendung für iOS- und Android-Geräte bietet einen mobilen Zugriff auf das gesamte Reifensortiment des Anbieters. Das erleichtert Reifenhändlern und Kfz-Betrieben die Beratung ihrer Kunden: Direkt am Fahrzeug kann mit Smartphone oder Tablet der passende Reifen gefunden, ausgewählt und gleich bestellt werden. Auf den Produkseiten sind zusätzlich Tausende Kundenbewertungen der Reifentest-Plattform Reifentest.com aufgeführt, die eine zusätzliche Hilfe bei Beratung und Kaufentscheidung bieten. Aufgepasst: Die ersten 500 Händler, die ihren Einkauf über die App abwickeln, bekommen zudem gratis eine USB- Powerbank, mit der sich Smartphones und Tablets auch ohne Stromquelle in der Nähe aufladen lassen. aj ■ Foto: Delticom Foto: Ronal Group ÜBERNAHME Schmiederäder gefragt Felgenhersteller Ronal hat das italienische Unternehmen APP-Tech Srl. erworben. Die Firma in der Nähe von Padova (Italien) stellt geschmiedete Räder für Premium-Automobilmarken, Aftermarket-Anbieter, Tuner und Motorsportteams her. Die steigende Kundennachfrage in diesem Bereich war laut Ronal der Grund für die Übernahme. Die Schmiedetechnologie bietet neben neuen Designvarianten auch Potenziale in der Gewichtsreduktion bei der Herstellung von Leichtmetallrädern. Durch die Akquisition von APP-Tech kann das Schweizer Unternehmen sein Produktportfolio für Pkw-Räder zudem ausbauen und die Kapazitäten in diesem Bereich erweitern. Unter der Leitung von Francesca De Boni wird APP-Tech als eigenständiges Unternehmen weitergeführt. Sämtliche Mitarbeiter werden übernommen. aj ■ WEITERBILDUNG Kostenlose RDKS-Trainings RDKS-Sensor-Hersteller Schrader hat seine RDKS-Trainings optimiert und bietet ab sofort auch kostenlose Kurse an. „Inhalt und Aufbau der Seminare werden dabei ständig an die tatsächlichen Gegebenheiten im Werkstattalltag angepasst und berücksichtigen technische Veränderungen“, erklärt Markus Schmid, Head of Marketing Global Aftermarket. Mit der jüngsten Reform hat Schrader die Seminare mehrheitlich auf ein kompaktes und kostenfreies Format RÄDER & REIFEN 01/2017 von maximal zwei Stunden verkürzt und auch die Inhalte leicht verändert. So wird der Fokus noch stärker auf RDKS-Programmiergeräte gerichtet. In den Kursen werden verschiedene Systeme und ihre Vor- und Nachteile dargestellt. Auch die Sensormontage kommt nicht zu kurz. Weiterhin bietet Schrader wie gewohnt auch sogenannte RDKS - Experten-Schulungen zu vergünstigten Konditionen an. Informationen dazu gibt es auf der Schrader-Homepage. aj ■ Foto: Schrader autoservicepraxis.de | autohaus.de

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NACHRICHTEN MONDO MEDIA Reifen clever online verkaufen Mit Mondo Media haben Werkstätten und Autohäuser die Möglichkeit, unkompliziert in den Online­ Reifenhandel einzusteigen. Die eCommerce­Lösung greift dabei direkt auf die Daten von Tyre24 zu. er als Werkstatt oder Autohaus einen eigenen Online-Reifenhandel aufziehen möchte, sollte sich die eCommerce-Komplettlösung Mondo Media einmal näher ansehen. Das von der Omeco GmbH (gehört zur Saitow AG) entwickelte System ermöglicht es, einen Auf der Startseite von reifenschnorrer.de kann der Kunde Suchkriterien festlegen. RÄDER & REIFEN 01/2017 Fotos: Adobe Stock/vege, Saitow AG eigenen Onlineshop einzurichten, der per Schnittstelle direkt auf die Daten des Reifenportals Tyre24 zugreifen kann. Damit können Händler auch in ihrem eigenen Onlineshop die Daten für Reifen und Felgen inklusive 3D-Felgenkonfigurator einbinden. Mondo Media bietet zudem spezielle Automotive-Pakete, Die Suchergebnisse lassen sich anschließend noch verfeinern und filtern. die sich monatlich buchen lassen. Den Einstieg in den elektronischen Handel bietet das Komplettpaket „Starter“, das für 99 Euro monatlich eine Lizenz für einen Arbeitsplatz beinhaltet. Gegen Gebühr übernimmt Mondo Media zusätzlich auch die Konzeption, Umsetzung und Integration eines Standarddesigns. Ein Beispiel für eine gelungene Mondo-Media-Umsetzung ist der Online-Shop www.reifenschnorrer.de. Der Shop wurde als zweites Standbein eines stationären Reifenhandels 2014 gegründet, um zusätzlichen Umsatz über das Online-Geschäft zu generieren. Die Gestaltung des Shops wurde dabei von Mondo Media nach den Wünschen des Kunden übernommen. Das klappte reibungslos. „Die Mitarbeiter bei Mondo Media sind sehr freundlich und telefonisch immer erreichbar“, sagt Vlatko Vodnik, der verantwortlich für reifenschnorrer.de ist. Die Reifen des Shops werden bundesweit vertrieben und lassen sich über Google finden. Der Umsatz passt: „Seit dem „Start des Shops ist eine kontinuierliche Steigerung vorhanden“, resümiert Vodnik. Alexander Junk ■ Ist der gewünschte Reifen gefunden, liefert die Detailseite weitere Infos. autoservicepraxis.de | autohaus.de

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NACHRICHTEN THE TIRE COLOGNE 2018 Die Konzeptfrage Kommendes Jahr lockt zum ersten Mal die neue Reifenmesse „The Tire Cologne“ Besucher in die Domstadt. Ein erster Zwischenstand. KURZFASSUNG Das neue Branchenevent The Tire Cologne möchte ab 2018 Profil zeigen. as Profil des neuen Players kommt offensichtlich an. So scheint das Konzept, in der Domstadt 2018 eine Leitmesse für die gesamte Reifenindustrie an den Start zu bringen, auch den Großen der Branche zu gefallen. Wie der Veranstalter Ende Januar mitteilte, sind mit Bridgestone, Michelin, Goodyear, Continental, Pirelli, Sumitomo/Falken, Yokohama, Maxxis und Giti neun der zehn Top­Reifenhersteller dabei. Zudem würden die Gespräche mit Hankook laufen, so die Koelnmesse. Fast 60 Prozent der zur Verfügung stehenden Hallenkapazität sei mit festen Anmeldungen ausgelastet, zahlreiche weitere Reservierungs anfragen würden aktuell bearbeitet. Größere Messepräsenzen „Für die großen Reifenhersteller ist die The Tire Cologne 2018 der wichtigste internationale Messeauftritt“, sagte der verantwortliche Projektmanager Ingo FAST FACTS Termin: 29. Mai bis 1. Juni 2018 Hallen: 6, 7, 8, 9 und Nordgelände Öffnungszeiten: Di. bis Do.: 10 Uhr bis 18 Uhr Fr.: 10 Uhr bis 16 Uhr Website: www.thetire­cologne.de Im nächsten Jahr wartet der Messekalender mit einem brisanten Duell auf: Ende Mai findet zum ersten Mal The Tire Cologne statt, wenige Monate später die Automechanika mit der Reifen als Co­located Show. Riedeberger. „Die Unternehmen beteiligen sich zum Teil auf bis zu 50 Prozent größeren Flächen als zur Vorgängerveranstaltung.“ Zum Hintergrund: Vor drei Jahren wurde bekannt, dass sich das Branchenevent samt seinem ideellen und fachlichen Träger, dem Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur­Handwerk (BRV), aus Essen verabschiedet und ab 2018 als „The Tire Cologne“ die Pforten öffnet. „Wir sind überzeugt davon, dass die Koelnmesse ein ideales Umfeld für die Weltleitmesse einer zukunftsorientierten Branche bietet, die mit ihren intelligenten Hightech­Produkten und Dienstleistungen wesentlich dazu beiträgt, dass die Gesellschaft mobil bleibt“, betonte Peter Hülzer, geschäftsführender Vorsitzender des BRV, Ende 2014 in einer offiziellen Verlautbarung. Komplette Prozesskette Diesen Schritt konterte die Messe Essen gemeinsam mit der Messe Frankfurt und gab der „Reifen“ als Co­located Show der Automechanika in der neuen Halle 12 eine Heimat. Ebenfalls ab 2018. Das neue Duo mit Pneu­ und Aftermarket­Kompetenz führt vor allem das geballte Know­how an und argumentiert damit, dass man am Main Top­Entscheider treffen, international netzwerken, neue Märkte erschließen und Zielgruppen erweitern könne. RÄDER & REIFEN 01/2017 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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Fotos: Koelnmesse Gut gelaunte Partner: Peter Hülzer (BRV, links) und Gerald Böse (Koelnmesse) Somit müssen sich Aussteller wie Fachbesucher kommendes Jahr entscheiden, wo sie ihre Neuheiten präsentieren respektive sich darüber informieren möchten. In der Domstadt finden Messegäste Hereinspaziert: Das Kölner Messegelände bietet dann Fachbesuchern in vier Hallen Neuheiten, Innovationen und Trends aus dem Reifenmarkt. dann in den vier Hallen Reifenhersteller, Großhandel und Felgenproduzenten (Hallen 6/7/8), Werkstattbedarf (Halle 8) sowie Runderneuerung, Altreifenverwertung und ­entsorgung (Halle 9). Laut der Koelmesse verfolgt man das Ziel, dass die komplette Aufplanung und Vermarktung bis Mitte des Jahres steht. Es bleibt also spannend. Patrick Neumann ■ KOMPLETTRÄDER.PORTAL SPART ZEIT. BRINGT GELD WWW.ALCAR.DE

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HANDEL SOMMERREIFEN-NEUHEITEN 2017 Die Macht der Marke Der Pkw-Reifenabsatz der Industrie an den Handel zeigte bis Ende 2016 eine leicht rückläufige Tendenz. Laut einer BBE-Studie dominieren weiterhin die Premiummarken. Neue Sommerreifen gibt es in allen Preissegmenten. KURZFASSUNG Der Reifenhandel steht durch Internetanbieter und Online-Shops unter Druck, sieht das Jahr 2017 aber überwiegend positiv. Zuwächse zeigen sich vor allem bei SUV- und Transporterreifen. aut einer ersten Umfrage 2017 zur Stimmung im Reifenfachhandel durch die BBE Automotive sieht sich jeder zweite Betrieb aktuell in einer guten Lage und rechnet auch in Zukunft mit einer ordentlichen Branchensituation. Gleichwohl fühlen sich die Betriebe unter Druck: Sei es durch Preisdruck durch Internetanbieter oder die zunehmende Konkurrenz von Online-Shops und Vertragswerkstätten mit Rundum-Sorglos-Paket. Im Reifenservice, insbesondere der Reifeneinlagerung, der Reifenwäsche und der Achsvermessung, verzeichnen die Reifenfachhandelsbetriebe hingegen zum Vorjahr Zuwächse. Der Gesamtmarkt im Reifenersatz geschäft zeigt sich zwiespältig. Während die Stückzahlen bei den Pkw-Reifen (Sommer und Winter) leicht um 0,5 Prozent zurückgingen, verzeichnet der Markt für SUV-Reifen weiter eine steigende Tendenz und legte 2016 insgesamt um 5,9 Prozent zu, wobei das Segment der Winterreifen deutlich stärker wuchs als die Sommerreifen. Erfreulich auch das Wachstum bei den Transporterreifen mit insgesamt 6,7 Prozent. Premiummarken gefragt Eine weitere Studie von BBE Automo tive und BRV („Der Markt für Pkw-Ersatzreifen 2016“) stellt unter anderem fest, RÄDER & REIFEN 01/2017 dass die Markenbekanntheit der zehn führenden Marken (Premiummarken) in den letzten Jahren weiter gestiegen ist, nicht zuletzt aufgrund von kostspieligen Marketingmaßnahmen. So haben diese zehn Marken allein 2015 über 50 Millionen Euro in Markenaufbau und -pflege investiert. Eine Analyse der Kaufkriterien zeigt, dass die Kunden überwiegend nach Empfehlungen des Verkäufers, aber auch über den Anschaffungspreis und positive Testergebnisse entscheiden und dabei markenorientiert, aber nicht markenfixiert sind. Premiummarken haben weiterhin eine dominierende Marktstellung, Budgetmarken rangieren auf niedrigem Niveau, verzeichnen aber Zuwächse vor allem bei älteren Fahrzeugen. Neuer Player aus Indonesien Ab dem Frühjahr ist der neue Premium- Contact 6 von Continental in 70 Größen verfügbar, der sowohl den Premium- Contact 5 als auch den SportContact 5 ablöst und die Eigenschaften eines komfortablen Limousinen- als auch eines sportlichen Reifens vereint. Handling, Rollwiderstand, Laufleistung und Komfort konnten zum Vorgänger um bis zu 15 Prozent gesteigert werden. Außerdem erweitert Continental sein Angebot an SUV- und Allradreifen um den Cross- Contact ATR mit einer Straßen- und Geländeeignung von 70 und 30 Prozent. Falken bringt mit dem Linam Van01 einen Transporterreifen, der gegenüber dem Vorgänger durch deutlich höhere Lebensdauer und 16 Prozent niedrigeren Rollwiderstand glänzt. Der Akzensis FK510 ist das Spitzenmodell der Marke im UHP-Bereich. Firestones neuer Roadhawk überzeugt vor allem bei der Nasshaftung mit dem Labelwert A, der TÜV SÜD bescheinigt außerdem hohe Leistung beim Trockenbremsen und Verschleiß. Der Vanhawk 2 wurde von Firestone auf den harten Alltag eines Transporterreifens abgestimmt, bietet gleichzeitig eine hohe Nasshaftung und geringen Rollwiderstand. Aus dem Goodyear-Dunlop-Konzern kommen zwei neue Sport- und zwei neue Transporterreifen. Der SportControl2 der Konzernmarke Fulda für kostenbewusste Fahrer sportlicher Autos punktet bei Fahrdynamik, Sicherheit und Rollwiderstand. Im Budget-Bereich bringt Sava mit dem Intensa UHP 2 eine preiswerte Alternativbereifung im UHP-Segment. Goodyears EfficientGrip Cargo reduziert mit hoher Laufleistung und geringem Rollwiderstand die Betriebskosten für Transporter, ebenso wie der Fulda Conveo Tour 2. Erstmals auf dem deutschen Markt erhältlich sind ab Frühjahr drei Modelle des indonesischen Herstellers Giti, der im asiatischen Markt seit Jahren erfolgreich auch in der Erstausrüstung unterwegs ist. Im neuen Forschungs- und Entwicklungszentrum in Hannover werden die Reifen für den europäischen Markt und dessen Anforderungen entwickelt. Sport S1, Sport S1 SUV, Premium H1 und Synergie E1 decken die Bandbreite vom sportlichen UHP-Reifen, auch für SUV, über das komfortable Premiumsegment bis zum Leichtlaufreifen ab. Die Nische der Supersportwagen und leistungsstarken Limousinen bedient Michelin mit dem neuen Pilot Sport 4 S autoservicepraxis.de | autohaus.de Fotos: Continental, Michelin, Nokian

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Für den professionellen Einsatz in Bergbau oder Steinbruch, aber auch den harten Offroad-Fan: Nokians Rockproof mit Aramid-Seitenwand Ersetzt sowohl den PremiumContact 5 als auch den SportContact 5: der neue PremiumContact 6 von Continental. Bis zu 400 km/h verträgt der neue Michelin Pilot Sport 4S. als Nachfolger für den Super Sport. Lenkpräzision, maximaler Grip bei Nässe und trockener Straße und eine hohe Stabilität bei Geschwindigkeiten bis 400 Kilometer pro Stunde zeichnen den nur in 19 und 20 Zoll erhältlichen Reifen aus. Für 2018 sind Versionen in 21 und 22 Zoll geplant. Für den harten, professionellen Geländeeinsatz, etwa im Bergbau, aber auch für ambitionierte Offroad-Fans ist der Nokian Rockproof ausgelegt. Vor allem die Aramid-verstärkte Seitenwand schützt vor Stichen, Stößen und Schnitten, ebenso die zähe Laufflächenmischung. Mit dem Comtrac 2 bringt Vredestein einen Ganzjahres-Transporterreifen, der den Vorgänger deutlich übertrifft. So konnte zum Beispiel der Bremsweg bei Nässe aus 80 Kilometer pro Stunde um 11,7 Meter verkürzt werden. Yokohama wird nicht nur 100 Jahre alt, sondern bringt gleich drei neue Modelle: Der Advan Fleva V701 ist ein Sportreifen, der sich für die Kompaktklasse ebenso eignet wie für Sportwagen. Der Geolandar A/T G105 ist überwiegend für den Geländeeinsatz ausgelegt, vor allem als LT-Version, zeichnet sich aber auch auf der Straße durch hohen Aquaplaningschutz aus. Dieter Väthröder ■ INNOVATION DRIVEN DAS PERFEKTE RDKS-DUO Mit dem innovativen EZ-Sensor Pad und dem besten Universalsensor EZ-Sensor 2.0 von Schrader sind Sie bei RDKS immer einen Schritt voraus. • Einfache und kostengünstige Programmierung • Automatische und kostenlose Updates • Windows PC und Android/iOS App kompatibel • Maximale Fahrzeugabdeckung • Nur ein Sensortyp im Lager notwendig autoservicepraxis.de | autohaus.de 0049-8254-27-999-33 www.tpmseuroshop.com a brand of Sensata Technologies

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HANDEL SOMMERREIFEN-NEUHEITEN SAISON 2017* Hersteller Produkt Querschnitt Breite (mm) Durchmesser (Zoll) Speedindex Laufrichtung Asymmetrie Labelwerte (Bestwerte) Auslegung Continental Premium Contact6 CrossContact 65 - 40 195 - 275 16 - 21 bis Y - x C/A/2 HP-Reifen mit sportlicher Auslegung 80 - 40 205 - 275 15 - 20 bis V - - k. A. SUV-Reifen für Straße und Gelände Falken Akzensis FK510 50 - 30 225 - 245 17 - 20 Y - x C/A/1 UHP-Reifen Linam Van01 80 - 60 165 - 235 14 - 16 R - H - - B/A/1 Van- und Transporterreifen Firestone Roadhawk k. A. k. A. 15 - 19 k. A. - x C/A/- Pkw-Reifen für Kompaktklasse und Limousinen Vanhawk 2 k. A. k. A. k.A. k. A. - - C/B/- Van- und Transporterreifen in 20 Größen Fulda SportControl 2 55 - 30 205 - 275 17 - 20 k. A. k. A. k. A. k. A. UHP-Reifen Conveo Tour 2 80 - 60 185 - 235 14 - 16 k. A. k. A. k. A. k. A. Transporterreifen Giti Sport S1 45 - 30 225 - 275 17 - 20 Y - x C/A/2 UHP-Reifen für Pkw Sport S1 SUV 60 - 35 235 - 295 18 - 21 W, Y - x C/A/2 UHP-Reifen für SUV Premium H1 65 - 50 215 - 235 16 - 18 H - Y - x C/A/2 HP-Reifen für Pkw Sinergy E1 70 - 45 175 - 225 14 - 17 H - W - x B/B/2 Leichtlaufreifen Goodyear Efficient Grip Cargo 80 - 55 185 - 235 14 - 17 R - H k. A. k. A. k. A. Transporterreifen Michelin Pilot Sport4 S 45 - 30 225 - 345 19 - 20 Y - x C/A/2 UHP-Reifen für Supersportwagen Nokian Rockproof 80 - 70 225 - 315 16 - 17 Q - - k. A. Geländereifen für schwierige Bedingungen Sava Intensa UHP 2 55 - 30 205 - 265 17 - 20 k. A. - x k. A. UHP-Reifen Vredestein Yokohama Comtrac 2 All Season Advan Fleva V Geolandar A/T G015 75 - 65 195 - 235 15 - 16 R - T - x C/B/1 Ganzjahres- Transporterreifen 55 - 30 195 - 255 15 - 20 V - W x - -/A/- HP-Reifen für Kompaktklasse bis Sportwagen k. A. k. A. 15 - 20 k. A. k. A. k. A. k. A. SUV-Reifen, als LT auch Offroad, mit Schneeflockensymbol Advan A052 k. A. k. A. 16 - 18 k. A. - x k. A. Semi-Slick mit Straßenzulassung * Kein Anspruch auf Vollständigkeit RÄDER & REIFEN 01/2017 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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HANDEL GITI TIRE Neuer Player auf dem Markt Reifenhersteller Giti Tire stellt in Abu Dhabi seiner Händlerschaft nicht nur die neue Reifenmarke Giti vor, sondern präsentiert auch ein Vermarktungskonzept, das ihnen eine gesunde Marge beschert. on der Rennstrecke auf die Straße – entsprechend diesem Motto haben die Verantwortlichen von Giti Tire die Markeneinführung der Marke Giti an einem besonderen Ort durchgeführt. Der Reifenhersteller hatte die Gesellschafter der Tyre Alliance sowie deren Handelskunden nach Abu Dhabi eingeladen. Auf dem weltweit bekannten Yas Marina Circuit konnten die geladenen Gäste die neuen Reifenlinien, welche in dem europäischen Entwicklungszentrum in Hannover entwickelt wurden, live erleben. Giti Tire mit Hauptsitz in Singapur ist im asiatischen Markt seit Jahren mit einem Umsatz von über 3,2 Milliarden Dollar die Nummer eins unter den Reifenherstellern und bei zahlreichen Automobilherstellern, vor allem in China, in der Erstausrüstung vertreten. Außerdem konnte man bereits zahlreiche Motorsporterfolge in Asien feiern. Vor rund drei Jahren begann man mit Fotos: Dieter Väthröder dem Aufbau eines neuen Forschungsund Entwicklungszentrums in Hannover und damit dem vierten weltweit, um Reifen speziell für die europäischen Märkte zu entwickeln. Verantwortlich für das „German Engineering“ ist die Mannschaft rund um Stefan Fischer, Managing Director Product Technology, und Chefentwickler Matthias Hartwig. High-Tech-Gummis Man legt bei Giti Tire Wert auf die Tatsache, dass die Reifen nichts mit Billigimporten aus Asien zu tun haben, außer dass sie in den fünf Produktionsstätten in China produziert werden wie so viele andere Marken auch. Sämtliche Reifen der neuen Reifenlinien (siehe Sommerreifen-Neuheiten, S. 12) wurden am Standort in Hannover entwickelt. Insofern tragen diese Reifen den Schriftzug „German Engineering“ auf der Flanke. Der hohe Qualitätsanspruch zeigt sich auch in den Ergebnissen der Tests des Die Giti-Modelle Synergie E1, Sport S1 und Premium H1 überzeugten auf der Rennstrecke mit guten Leistungen. TÜV SÜD. Alle neue Reifen linien der Marke Giti wurden vom TÜV SÜD erfolgreich gegen namhafte Wettbewerber getestet und am Ende mit dem begehrten TÜV-Zertifikat ausgezeichnet, welches zudem auch die Auditierung der Produktionsstätten beinhaltet. Endlich wieder Marge Neben der Reifenentwicklung hat Giti auch nach einem besonderen Vermarktungskonzept gesucht und mit der Tyre Alliance einen etablierten Verbund von fünf bundesweiten Großhändlern überzeugen können. Dabei handelt es sich mit den Firmen Burkhardt, Semex, Reifen Specht, Reifen Straub und Reifen Tanski ausschließlich um Eigentümerund familiengeführte Unternehmen mit jeweils eigener Lager- und Logistikkompetenz. Eugen Straub von Reifen Straub ist vom Erfolg der neuen Reifenmarke überzeugt: „Es handelt sich um eine unverbrauchte Marke, die es bislang noch nicht zu kaufen gab“, so der Geschäftsführer. Die Händler bekommen ein hochwertiges Produkt, das mit „German Engineering“ von erfahrenen Technikern entwickelt wurde, zum attraktiven Preis. Außerdem möchte Giti sehr stark die Preise ihrer Produkte im Markt kontrollieren und so dafür sorgen, dass der Händler nachhaltige Margen erzielen kann. Sales & Marketing Director für die DACH-Region, Tobias Stöckmann, dazu: „Wir arbeiten mit einer unverbindlichen Preisempfehlung und achten darauf, dass sich die Händler daran halten. Kein Autofahrer soll dem RÄDER & REIFEN 01/2017 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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Händler Preise aus dem Internet vorhalten können, die sein Angebot unterbieten. Damit sichern wir eine veritable Marge für unsere Partner sowie eine nachhaltige Preisstruktur im Gesamtmarkt.“ Netzwerk für den Handel Reimund Wolfmüller, Geschäftsführer der Tyre Alliance, erklärt: „Unser Verbund ist keine Einkaufskooperation, um bessere Preise beim Hersteller zu erzielen, sondern wir wollen die Kunden bedienen, die der Hersteller nicht direkt erreicht. Dazu gehören auch freie Autohäuser, freie Werkstätten, bis hinunter zur Tankstelle mit Reifenservice, die von uns regional zuverlässig beliefert werden mit Produkten, aber auch Vermarktungshilfen und Produktinformationen. Wir wollen Vermittler sein zwischen Hersteller und unseren Kunden, denen wir künftig mit den Giti-Reifen ein noch besseres Leistungspaket bieten können. Giti hat außerdem ein Vermarktungskonzept gesucht, das eine möglichst schnelle Marktpräsenz der neuen Marke ermöglicht und auch die nötige Distribution leisten kann. All das leistet unser Retail-Netzwerk der angeschlossenen Gesellschafter.“ Die Ernsthaftigkeit des Markteintritts von Giti untermauert eine weitere aktuelle Meldung. Der erste Schritt in die Erstausrüstung ist vollzogen. Giti liefert künftig für eine neue Fahrzeugplattform von Volkswagen ans Band. Im Großhandel sind die Reifen ab sofort verfügbar. Dieter Väthröder ■ autoservicepraxis.de | autohaus.de „Unverbrauchtes Produkt“: Eugen Straub freut sich auf die Vermarktung Giti-Reifen. Sei eins mit Deinen Reifen. Und die Straße wird eins mit Dir. EINS MIT HANKOOK www.hankookreifen.de Hankook Reifen Deutschland GmbH Siemensstraße 5a 63263 Neu-Isenburg, Deutschland Tel .: 06102 599 82-00

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HANDEL GANZJAHRESREIFEN Besser wechseln? Aus Kostengründen setzen Flottenbetreiber häufig auf Ganzjahresreifen im Fuhrpark. Dabei ist eine strikte Trennung von Winter- und Sommerreifen durchaus sinnvoll. anzjahresreifen sind eine amerikanische Erfindung: Die Auto fahrer wollten dort schon in den 1950er-Jahren nicht mehr regelmäßig zwischen Sommer- und Winterreifen wechseln. 1980 kamen Ganzjahresreifen schließlich auch auf den deutschen Markt. Aufgrund ihrer technischen Fortschritte und der milden Winter der letzten Jahre haben sie einen regelrechten Boom erfahren. Besonders in Fuhrparks erfreuen sich die Pneus großer Beliebtheit, da ein saisonaler Reifenwechsel entfällt und somit Kosten eingespart werden. In Zeiten von RDKS-Systemen ist das umso relevanter, denn beim Einsatz von einem aktiven RDKS müssen zu jedem Satz Reifen auch die Kosten für die Sensoren addiert werden, die mehrere hundert Euro betragen. Von der Wechselzeit und Einlagerung ganz zu schweigen. Es ist verständlich, dass Fuhrparkmanager gerne zu Ganzjahresreifen tendieren. Immer ein Kompromiss Ob das immer sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt. Ganzjahresreifen INTERVIEW: „WIR REDEN GANZ EINFACH ÜBER SICHERHEIT“ asp: Flottenbetreiber setzen oft auf Ganzjahresreifen, da ein saisonaler Reifenwechsel entfällt und Kosten gespart werden. Welche Argumente würden Sie anführen, um Flottenbetreiber vom Einsatz von Sommer- und Winterreifen zu überzeugen? K. Engelhart: Ich würde die größere Sicherheit der jeweils passenden Bereifung, die zu einer größeren Mobilität und damit zu einer höheren Flexibilität sowie Wirtschaftlichkeit der eingesetzten Fahrzeuge führt, als Argumente anführen. Ein Flottenbetreiber muss sicherlich höhere Kosten als einen Satz Reifen kalkulieren, wenn der Wagen bei widrigem Wetter nicht weiter kommt oder gar im Graben landet. asp: Was sind aus Ihrer Sicht die Vorteile der Trennung von Sommer- und Winterreifen? K. Engelhart: Wir reden hier ganz einfach über Sicherheit. Sommerund Winterreifen bieten kürzere Bremswege in der jeweils passenden Jahreszeit, ein präziseres Handling und damit die Möglichkeit, Hindernissen besser auszuweichen. Auch der geringere Rollwiderstand und damit weniger Kraftstoffverbrauch sowie die Schonung natürlicher Ressourcen sprechen für einen Wechsel. RÄDER & REIFEN 01/2017 Klaus Engelhart ist Pressesprecher für Pkw- und Zweiradreifen für Deutschland, Österreich und Schweiz bei der Continental Reifen Deutschland GmbH in Hannover asp: Ist eine Trennung von Sommer- und Winterreifen für alle Fahrzeug- und Leistungsklassen sinnvoll? K. Engelhart: Ganzjahresreifen können an kleineren und Fahrzeugen der Mittelklasse sinnvoll sein, wenn überwiegend im städtischen Bereich und auf geräumten Straßen gefahren wird. Dem tragen wir beispielsweise mit Ganzjahresreifen unserer Marken Uniroyal, General Tire, Viking und Matador Rechnung. Schon bei einer Fahrt ins Mittelgebirge kann Winterbereifung jedoch sehr hilfreich sein. Wer wirklich unter allen Bedingungen mobil sein will oder muss, ist mit Winter- und Sommerreifen bestens ausgestattet. asp: Wird es in Zukunft Ganzjahresreifen der Marke Continental geben? K. Engelhart: Wir beobachten den Markt und schließen dabei keine Option aus. Allerdings bleibt unsere Empfehlung in jedem Fall, zugunsten der Sicherheit auf die jeweils passende Bereifung zu setzen. KURZFASSUNG Obwohl Ganzjahresreifen technologisch weiterentwickelt wurden, sind sie immer noch ein Kompromiss zwischen Sommer- und Winterreifen. Es kommt jedoch auch auf das Fahrzeug, den Einsatzzweck und das Sicherheitsbedürfnis an, ob ein Wechsel sinnvoll ist. sind von ihrer Konzeption her immer ein Kompromiss zwischen Sommerund Winterreifen. So ist im Winter beispielsweise eine andere Gummimischung wichtig. Sommerreifen verhärten sich schon bei niedrigen Plusgraden und das beeinträchtigt damit negativ die Verzahnung des Pneus auf matschigem und vereisten Untergrund. Der Ganzjahresreifen muss deshalb den Spagat hinbekommen, sowohl bei Minusgraden als auch sommerlicher Hitze gleich gut zu funktionieren. In Tests zeigt sich häufig, dass er weder die Leistungen der Winterreifen noch die der Sommerreifen erreicht. Einsatzzweck entscheidet Ob Ganzjahresreifen tatsächlich eine brauchbare Alternative zu Sommer- und Winterreifen sind, kommt aber auch auf den Einsatzzweck an. Wer häufig in winterlichen Gefilden unterwegs ist, sollte auf alle Fälle Winterreifen verwenden. Auch leistungsstarke Autos sollten aus Sicherheitsgründen immer mit Pneus bestückt sein, die auf den jeweiligen Einsatzzweck genau abgestimmt sind. Ganz anders sieht es beispielsweise bei Kleinwagen mit maximal 100 PS aus, die hauptsächlich im Stadtverkehr bewegt werden und die man im Zweifelsfall bei schlechten Witterungsbedingungen auch einmal stehen lassen kann. Auch autoservicepraxis.de | autohaus.de

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Fotos: Adobe Stock/psdesign1, Continental Ein Reifenwechsel ist mit Zeitaufwand und Kosten verbunden. Auch die Einlagerung belastet das Konto. die Geographie spielt eine Rolle: Wer sich hauptsächlich im Flachland bewegt, braucht nicht unbedingt einen Winterreifen. Hier reichen die Sicherheitsreserven eines Ganzjahresreifens meistens aus. Wer dagegen seinen Wagen täglich nutzt und Termine pünktlich wahrnehmen möchte – und das tun Geschäftsleute im Regelfall –, sollte die Leistungsund Sicherheitsreserven seines Wagens stets zur vollen Verfügung haben. Das ist selbst dann empfehlenswert, wenn die Reserven nicht permanent erforderlich sind. Apropos Reserve: Die Fahrweise spielt auch eine große Rolle. Wer stets so fährt, dass er die letzten Sicherheitsreserven eines Sommer- oder Winterreifens ausnutzt, der kann einen Ganzjahresreifen schnell an seine Grenzen GANZJAHRESREIFEN: JA ODER NEIN? ■ Ganzjahresreifen eignen sich gut für den Einsatz im flachen Land und für Autos, die hauptsächlich im Stadtverkehr bewegt werden. ■ Ganzjahresreifen sind besonders für Kleinwagen und Zweitautos prädestiniert, die in einem Leistungsbereich bis maximal 100 PS liegen. ■ Ganzjahresreifen bieten meistens genügend Reserven bei einer witterungsangepassten Fahrweise. ■ Beim Kauf von Ganzjahresreifen sollte eine Ware mit hoher Qualität bevorzugt werden. autoservicepraxis.de | autohaus.de bringen. Wer der Witterung angepasst fährt, für den sind Ganzjahresreifen keine schlechte Wahl. Eine Ausnahme ist die Notbremsung: Um schnell zum Stehen zu kommen, braucht man die besten Eigenschaften. Und das heißt: Je nach Jahreszeit sollte ein Sommer- und Winterreifen montiert sein. Alexander Junk ■ Reifen kann jeder – der Mensch macht‘s. Service.Vertrauen.Leidenschaft. Persönliche Ansprechpartner Mo.–Fr.: 7.30–18.30 Uhr Sa.: 8.00–12.00 Uhr Umfangreiches Sortiment 1 Mio. Reifen und Felgen auf Lager Zuverlässige Logistik Bis zu 2 x täglich Anlieferung mit eigener Flotte � Onlineshop XXL www.reifengundlach.de/shop Reifen Gundlach GmbH Talstraße 1–3, 56316 Raubach Tel.: 02684 9450-100 E-Mail: info@reifengundlach.de www.reifengundlach.de

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HANDEL RDKS Interessenskonflikte Das Thema RDKS polarisiert: Die EU sieht darin einen erheblichen Sicherheitsgewinn, Autofahrer ärgern sich oft nur über die erheblichen Mehrkosten beim Reifenwechsel. Dazwischen steht die Werkstatt. eit dem 1. November 2014 ist RDKS für alle Neuwagen vorgeschrieben. Das bedeutet jetzt − gut zweieinhalb Jahre später −, dass immer mehr Fahrzeuge mit einem Reifendruckkontrollsystem zum Reifenservice kommen. Es wird daher nicht mehr KURZFASSUNG RDKS ist mittlerweile in der Werkstatt angekommen. Das System gehört jetzt zum Werkstattalltag der Reifenservicebetriebe. Der tägliche Umgang deckt jetzt deutlich auf, wo noch immer die Probleme mit RDKS liegen. Im nachfolgenden Artikel berichten Euromaster und Vergölst sowie der Obermeister der Landesinnung des bayerischen und sächsischen Vulkaniseur- und Reifenmechanikerhandwerks, Michael Immler, von ihren Erfahrungen mit RDKS. RÄDER & REIFEN 01/2017 lange dauern, bis RDKS täglicher Standard beim Reifenservice ist. „Wie selbstverständlich RDKS jetzt bereits schon geworden ist, zeigt der Umstand, dass es sehr schnell in die Lehrpläne der Berufsschulen des Kfz­Handwerks übernommen wurde“, sagt Michael Immler, Obermeister bei der Landesinnung des bayerischen und sächsischen Vulkaniseur­ und Reifenmechanikerhandwerks und Lehrer für Reifen und Vulkanisationstechnik an der Berufsschule für Kfz­Technik in München. „Auf Reifenmonteure, die mit RDKS nichts anzufangen wissen, werden Autofahrer bei den allermeisten Werkstätten jedenfalls nicht mehr treffen.“ Das bestätigen auch die beiden großen Reifenservice­Ketten Euromaster und Vergölst. Hier wurden in den letz­ Fotos: Continental, Würth, Euromaster, Marcel Schoch Direkte RDKS-Systeme haben mit einer schnelleren und genaueren Messung technische Vorteile gegenüber den indirekten Systemen. Dafür sind sie teurer. ten zwei Jahren und bereits im Vorfeld der Einführung verstärkt theoretische und praktische Schulungen zum Thema RDKS durchgeführt (einen allgemeinen Überblick zum Schulungsangebot siehe auch Kasten „RDKS-Schulungen“ auf S. 22). So haben an den Schulungen der beiden Werkstattketten mittlerweile fast alle Mitarbeiter des Reifenservice teilgenommen. Darüber hinaus bemüht man sich im Rahmen regelmäßiger Qualitätskontrollen festzustellen, wo noch weiterer Schulungsbedarf besteht. Um dabei Probleme von vornherein zu lösen, steht vor allem Euromaster regelmäßig mit Herstellern von Geräten und Sensoren in Kontakt, um zeitnah eventuelle Problemfälle im Markt zu erkennen und entsprechende Lösungen zu testen. „Die Ergebnisse werden dann in eine Wissensdatenbank eingepflegt, so dass alle Mitarbeiter hierauf jederzeit zugreifen können“, weiß Hans­Joachim Köhler, Leiter Technik & Qualität bei Euromaster, zu berichten. „Genügt dies nicht, haben alle Euro master­Service center auch Zugriff auf eine technische RDKS­Hotline, so dass sie auch ad hoc­Unterstützung erhalten können.“ 30 Minuten für das Programmieren Der Aufwand, der in die Weiterbildung der Mitarbeiter investiert wird, verwundert Immler jedenfalls nicht: „Es gibt immer wieder Probleme rund um das Anlernen der Sensoren.“ Das liegt unter anderem laut Reifenprofi an schlechten Handbuchanweisungen. „Woher soll ein Reifenmonteur wissen, dass bei einigen autoservicepraxis.de | autohaus.de

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Porsche­Modellen vor der Montage der Winterreifen die Sensoren der Sommerreifen deaktiviert werden müssen, solange die Reifen noch montiert sind?“, fragt Immler. „Wer das nicht beachtet, kann die Winterreifen nach ihrer Montage nicht anlernen.“ Ähnliches weiß Immler auch von Opel zu berichten. „Wer hier nicht die voreingestellten Reifendrücke ‚Eco‘, ‚normal‘ und ‚beladen‘ bei der Programmierung beachtet, riskiert, dass der Kunde im Fahrbetrieb Fehlermeldungen erhält.“ Besondere Probleme bereiten Systeme, die, wie es Immler formuliert, „die Programmierung erst nach 20 bis 30 Minuten nach Eingabe vollständig gefressen haben.“ Hier stellt sich dann für den Obermeister und Berufsschullehrer die Frage, wer diesen zeitlichen Mehraufwand zahlt. Ähnlich sieht man das auch bei Euromaster. „Die Arbeitszeiten für das Anlernen sind sehr unterschiedlich“, weiß Köhler. „Bei indirekten Systemen über ABS­Sensoren sind sie gleich null. Bei sensorgestützten Systemen, so genannten direkten Systemen, gibt es aber sehr große Unterschiede. So kann beispielsweise durch die Verwendung programmierter Universalsensoren oder Originalsensoren die Programmierzeit entfallen. Auf der anderen Seite ist das Anlernen der Sensoren an das Steuergerät ein Zeitfresser, wenn man Michael Immler unterrichtet in München den Kfz-Profi-Nachwuchs. RDKS steht auch bei ihm im Lehrplan. zahlreiche manuelle Schritte durchführen oder über die OBD ins Steuergerät eingreifen muss. Dann können schon mal 30 bis 60 Sekunden pro Sensor benötigt werden“, so Köhler weiter. Wirrwarr ums Modelljahr Aber nicht nur die Programmierung und das Anlernen, auch die Bestellung von Sensoren kann zum Problem werden. Vor allem die Zuweisung der Sensoren zu einem Fahrzeug stellt sich immer wieder schwierig dar. „Die Sensorhersteller unterscheiden nach Hersteller, Modell und Baujahr“, sagt Köhler. „Wir kennen aber oft nur das Zulassungsdatum, das um Monate später sein kann. Dadurch erkennt man nicht immer sofort das richtige Modelljahr und den verbauten Sensor.“ Das führt immer wieder zu Kundenärger, da insbesondere bei Neukunden es manchmal sehr schwierig ist, die im Fahrzeug verbauten Sensoren auszulesen und zu überprüfen. „Ein weiterer Grund für Anlernprobleme ist, dass einige Hersteller während der laufenden Produktion den OE­ Sensor­Hersteller gewechselt haben“, erklärt Immler. „Es hilft dann nur, die Herstellerwoche des Fahrzeugs genau zu kennen, um die Sensoren sicher zuzuordnen.“ Da das aber nicht immer gelingt, empfiehlt Immler die Verwendung von Universalsensoren. Sie haben sich auch bei Euromaster bewährt, da „sie immer häufiger eine verbesserte Abdeckung der verschiedenen Techniken und Protokolle haben“, weiß Hans­Joachim Köhler zu berichten. Unterm Strich bedeutet dies, dass sich mit ihnen bei Problem fällen viel Arbeitszeit und Geld sparen lässt. Ähnlich sieht man das auch bei Vergölst. Hier favorisiert man ebenfalls den Einsatz von frei programmierbaren Sensoren. Der hautpsächliche Grund, neben ihrem universellen Einsatz, ist hier aber die effizientere Lagerhaltung. Trotzdem ist auch bei einem reibungslosen Arbeitsablauf im Vergleich zu einem konventionellen Radwechsel ohne RDKS­Sensoren der Zeitaufwand deutlich größer geworden. Dies betrifft Der neue Onlineshop: www.tyre .com Jetzt registrieren! fache, intuitive & umfassende Suchmöglichkeiten satzfreude – schnelle Bestellung mit nur wenigen Klicks maliger, innovativer Felgen- & Komplettradkonfigurator Wöchentlich attraktive Gewinnchancen und tolle Aktionen!

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HANDEL RDKS-SCHULUNGEN IM ÜBERBLICK Anbieter Inhalte Kontakt Continental Aftermarket GmbH TrainingsCenter Schrader International GmbH Stahlgruber Gesellschafter-Stiftung TAK Akademie Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe Adolf Würth GmbH & Co. KG RDKS-Infoveranstaltung ■ Warum Reifendruckluftkontrolle? Gesetzeslage ■ RDKS-Technik ■ Aftermarket-Sensoren und ihre Konzepte ■ Tester und Werkzeuge für RDKS ■ Programmieren von Sensoren und Anlernen von Fahrzeugen Dauer: 2, 5 Stunden Kosten: 30 Euro RDKS-Experten-Schulung Theorie: ■ Erklärung EU-Verordnung ECE R-64 ■ Was ist RDKS? Welche Arten gibt es? ■ Welche unterschiedlichen Sensoren gibt es? ■ Was ist ein Schrader EZ-Sensor? ■ Veränderung der Arbeitsabläufe in der Werkstatt „test before touch“ ■ Welche Möglichkeiten zur Schadensdiagnose gibt es? Werkstattpraxis: ■ Fahrzeugdirektannahme ■ Schrader EZ-Sensor und Begriffe wie „Sensor kopieren/klonen“ sowie „neu erstellen“ richtig verwenden ■ Korrekte Montage und Demontage von Reifen und Service-Kit ■ Unterscheidung nach Anlernverhalten Dauer: eintägig Kosten: 129 Euro RDKS – neuester Stand ■ Reifendruckkontrollsysteme ■ Rechtliche Grundlage/Gesetzliche Vorgaben ■ Umgang mit Reifendruckkontrollsystemen ■ Veränderungen der Arbeitsprozesse ■ Unterschiede und Funktionsweise der Systeme (direkt, indirekt) ■ Übersicht verschiedener Auslese- und Programmiergeräte ■ Übersicht verschiedener Sensoren (OEM-/Universal-Sensoren) ■ Identifizierung und Wartung der Sensoren ■ Klonen/Kreieren und Anlernen der Sensoren ■ Montage/Demontage der Reifen nach WDK ■ Praxisvorführung Dauer: eintägig, 9 bis 16 Uhr Kosten: 45 Euro pro Person Reifendruckkontrollsysteme (RDKS) – Sachkunde-Schulung ■ Aufbau und Funktion der Systeme ■ RDKS-Systeme erkennen und unterscheiden ■ Erforderliche Werkstattausrüstung für Arbeiten an den Systemen ■ Arbeitsumfang und Materialaufwand bei Arbeiten an den Systemen ■ Systemdaten/Sensordaten auslesen und bewerten ■ Ersetzen von Komponenten der Kontrollsysteme ■ Sensoren/Systeme codieren ■ Umgang mit universellen Sensoren ■ Diagnose/Umgang mit Störungen Dauer: eintägig Kosten: Normalpreis 320 Euro, ermäßigt 200 Euro Reifendruck-Kontrollsystem (TPMS) Theorie: ■ Erläuterungen EU Verordnung 661/2009 ■ Was ist RDKS? Welche Arten gibt es? Welche verschiedenen Sensoren gibt es? ■ Was ist ein RDKS-Sensor? ■ Servicepflicht an Sensoren und Ventiltechnik ■ Veränderung der Arbeitsabläufe in der Werkstatt „test before touch“ ■ Mehraufwand beim Reifenwechsel durch RDKS ■ Diagnose von RDKS-Sensoren mit dem IQ 50 ■ E-Training RDKS Werkstattpraxis: ■ Fahrzeugdirektannahme: „test before touch“ ■ Kopieren und Kreieren eines EZ Sensors mit dem IQ 50 ■ Korrekte Montage und Demontage von Reifen- und Service-Kit ■ Unterscheidung nach Anlernverhalten Dauer: eintägig Kosten: 149 Euro http://www.morecontinental.com/de-DE/training/ contact http://www.tpmseuroshop. com/schulung http://www.stahlgrubergesellschafter-stiftung.de/ kontakt Vanessa Schäfer Telefon: 0228/9127-145 Telefax: 0228/9127-159 E-Mail: vschaefer@tak.de https://www.wuerth.de/ web/media/downloads/pdf/ rdks/tranining_schulungen/ Seminaranmeldung.pdf RÄDER & REIFEN 01/2017 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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vor allem die Arbeitsabläufe bei Fahrzeugen mit direktem RDKS. „Hier müssen zunächst bei der Direktannahme die Sensorfunktionen geprüft werden“, so Köhler. „Dazu kommt der Zusatzaufwand beim Einbau von Ventilen mit Sensoren, insbesondere bei Kompletträdern, und auch beim Ersetzen der Dichtungen in den Sensorventilen bei Montage neuer Reifen.“ Die RDKS­ Hersteller bieten diese Dichtungen als so genannte Service­Kits an. Bei der Auslagerung der Räder beim Saisonwechsel ist zudem eine zusätzliche Funktionsprüfung der Sensoren rechtzeitig vor dem Montagetermin nötig, um Reklamationen und Standzeiten auf der Bühne zu vermeiden. Letztlich kommt noch das Anlernen der Sensoren hinzu. „Der schnelle Räderwechsel gehört damit ein für alle Mal der Vergangenheit an“, fasst Immler die Entwicklung zusammen. Teurer Elektroschrott Die meisten Kunden erkennen jedoch, wie Euromaster und Vergölst bestätigen, den Mehraufwand und damit die längeren Wartezeiten an. Nach wie vor schmerz haft werden aber die Zusatzkosten von vier oder fünf Sensoren beim Kauf von Kompletträdern wahrgenommen. „Dabei müssten die Sensoren nicht so teuer sein“, sagt Immler. Das Problem Wichtige Investitionen: Reifenservices und Kfz-Werkstätten benötigen neue Spezialwerkzeuge zur fachgerechten Montage von RDKS-Sensoren und -Ventilen. autoservicepraxis.de | autohaus.de sind hier Sensoren, bei denen sich die Batterie nicht wechseln lässt und die dann als komplette Einheit getauscht werden müssen. „Umwelttechnisch betrachtet, ist es eine Verschwendung, funktionierende Sensoren wegzuwerfen, nur weil die Batterie leer ist“, meint Immler hierzu. Doch nicht nur die Umwelt leidet unter solch einem Konzept, auch der Endkunde ist hiervon betroffen, denn der Reifenservicebetrieb muss sein Entsorgungskonzept um den Punkt „Elektronikschrott“ mit und ohne Batterien erweitern. Bei Vergölst wurden zum Beispiel in jedem Betrieb spezielle Behälter aufgestellt, in denen die Sensoren mit verschweißten Batterien zur Entsorgung gesammelt werden. Dies verursacht weitere Unkosten, die letztlich der Hans-Joachim Köhler, Leiter Technik & Qualität bei Euromaster, legt viel Wert darauf, dass alle Werkstattabläufe rund um das RDKS reibungslos funktionieren. Kunde tragen muss. Trotz solcher Probleme rechnet sich RDKS für die Werkstätten. Köhler von Euromaster formuliert es wie folgt: „Wenn man alles rund um das RDKS sicher abarbeiten kann, was bedeutet, dass die Prozesse von der Bestellung über den Einbau bis hin zum Anlernen optimal funktionieren, dann kann eine Werkstatt mit dem neuen System auch den wirtschaftlichen Ertrag steigern.“ Das bestätigt auch Vergölst. Hier sieht man im RDKS zudem auch ein gutes Instrument, um Kompetenz zu zeigen und so die Markenbindung zu stärken. Marcel Schoch ■ ÜBER 5 MILLIONEN VERSCHLEISSTEILE IM SORTIMENT! 200,-€ Verschleißteile-Gutschein! * Jetzt Tyre24 Vollzugang beantragen: sales.tyre24.com/gutschein *Aktion nur bis 31.03.2017 gültig.

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HANDEL MARKETING Hochdruckbereich Viele Reifenhersteller sind mit eigenen Servicekonzepten auf dem Markt. Das Reifenhandelsgeschäft steht unter hohem Wettbewerbsdruck. Ein struktureller Überblick. Foto: Euromaster ie Vereinbarung der oftmals gegensätzlichen Kundenanliegen Preissensibilität sowie Qualitätsbewusstsein ist eine Herausforderung für die Kfz-Branche. Das gilt auch und besonders für die überregionalen, herstellergeführten Reifen- KURZFASSUNG Das Markenbewusstsein spielt auch im Reifenservice eine große Rolle. Die Systemgeber geben den Betrieben ein Gesicht bei den Privatkunden und treten in Verhandlungen mit den überregionalen Flottenbetreibern. Zumeist wird auch das Marketing zentral gesteuert. RÄDER & REIFEN 01/2017 handelskonzepte in Deutschland. Im Wettbewerb um private Autohalter und Flottenbetreiber drehen die Systemgeber stetig an der Leistungsschraube. Somit ist das Dienstleistungsportfolio in den eigenen Niederlassungen und bei Partnerbetrieben immer weiter angewachsen. Bei Euromaster (Michelin), First Stop (Bridgestone), Premio (Good year Dunlop) und Vergölst (Continental) gehen die Anforderungen für die Mitarbeiter mittlerweile weit über Verkauf und Montage von Rädern und Reifen hinaus (vgl. Seite 28). In der vorliegenden Betrachtung zu Struktur und Marketing findet sich zudem die Pneuhage Reifen- dienste Süd/Ost GmbH, die ab Juni 2017 die Verantwortung bzw. Betreuung der 202 First Stop-Betriebe übernimmt. Dazu hieß es von Pneuhage: „Bridgestone bringt 2017 die deutschen First Stop-Betriebe und -Partner in Form eines Joint Ventures mit unserer Tochtergesellschaft Pneuhage Partners Group GmbH & Co. KG ein.“ 90 Jahre Reifenfachhandel Bei zunehmendem Wettbewerb wird meist an der Marketingschraube gedreht. Einige Beispiele: Im Hause Vergölst verknüpft man die Werbung mit dem 90. Geburtstag. Das Unternehmen autoservicepraxis.de | autohaus.de

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wurde 1926 von Hubert Vergölst gegründet und ist seit 1975 Tochter der Continental AG. Die andauernde Jubiläumskampagne „Aus Tradition für Sie da“ hat die Systemzentrale in Hannover für 450 deutsche Stützpunkte sowie Partner entwickelt. Dabei setzt das Unternehmen insbesondere auf Social Media-Marketing und bespielt die Portale Facebook, Twitter und Youtube. Ein weiterführender Schritt, um die Offlineund Online-Welt miteinander zu verbinden und Internetsurfer in die Betriebe zu lotsen, ist die Online-Terminvereinbarung. Seit zwei Jahren können die Nutzer auf der Homepage buchen. Offline-Online-Brücke Auch die Goodyear Dunlop Handelssysteme GmbH setzt 2017 verstärkt auf Internetkampagnen. Die Kölner verantworten mit den Konzepten Premio und Quick Reifendiscount zwei klassische Franchise-Systeme ohne eigene Niederlassungen. Zudem unterstützt das Unternehmen die Handelsmarketing- Initiative HMI. Dabei vertraglich angeschlossene Reifenfachhändler mit Eigenmarke, das heißt, ohne einheitliche CI-Vorgaben. Zwar sind die Unternehmer selbst für die betrieblichen Abläufe an den 570 HMI-, 282 Premio- und 59 Quick-Standorten zuständig, doch unterstützt die Systemzentrale u. a. im Bereich IT, Warenwirtschaft und beim Marketing. „Im Zeitalter der Verknüpfung von Offline- und Online-Vertrieb gerade auch im Segment Reifen wird es immer wichtiger, die Kunden dort abzuholen, wo sie sich informieren – nämlich im Netz“, hieß es. Premio plant zusätzlich den Schulterschluss mit dem Goodyear- Marketing und präsentiert sich im Umfeld der Sendungen „Sportschau“ und „Doppelpass“. Zur Pneuhage-Unternehmensgruppe zählen gegenwärtig die gleichnamigen Reifendienste, Ehrhardt Reifen + Autoservice (27 eigene Standorte) sowie das Partnersystem Reifen1+ (558 Standorte). Die Pneuhage Reifendienste umfassen 90 Standorte und vermarkten neben den Eigenmarken Platin und Premada alle Reifenmarken sowie Autoservice- Dienstleistungen. Ab Juni erwartet die Unternehmensgruppe eine noch höhere Abdeckung durch die Mehrheitsübernahme von 47 First Stop-Niederlassungen sowie die Betreuung der 155 First Stop-Partner. Alle Marketingaktionen, die über die Frühjahrs- und Herbstaktionen hinausgehen, stimmt man für alle Konzepte derzeit noch ab, hieß es auf Anfrage. Eine wichtige zentrale Funktion erfüllt die Pneuhage Service GmbH. Diese kümmert sich um Organisation und Abrechnung im Bereich Flottengeschäft. Offenbar sehr erfolgreich: Schließlich erhielten die Pneuhage Reifendienste von unserer Schwesterzeitschrift „Autoflotte“ die Auszeichnung „TopPerformer 2016“ für das beste Image in der Kategorie Reifenservice. Martin Schachtner ■ AUSWAHL REIFENSERVICEKONZEPTE MIT HERSTELLERBEZUG Marke Niederlassungen in D Konzernmutter Firmensitz Euromaster 334 (254 eigene Servicecenter und 80 Franchisebetriebe) Michelin Bislang Kaiserslautern – aktuell Umzug nach Mannheim. First Stop Reifen Auto Service Pneuhage Reifendienste Premio Reifen + Autoservice Vergölst 202 (47 eigene Stützpunkte und 155 Franchisepartner) 90 eigene Niederlassungen (schwerpunktmäßig im Süden und Osten) 282 Franchise-Partner in ganz Deutschland 450 (200 eigene Betriebe und 250 Franchiseunternehmer) Bridgestone Pneuhage Unternehmensgruppe Goodyear Dunlop Handelssysteme Continental AG Bad Homburg Karlsruhe Köln Hannover autoservicepraxis.de | autohaus.de Hunter TCR 1 Revolution Die Reifenmontage war noch nie so automatisiert. Rufen Sie uns an! Und die Unterlagen kommen auf Ihren Tisch. Beurer Straße 25a · 86926 Greifenberg Deutschland · Tel: +49-8192-933 99-0 Fax: +49-8192-933 99-19 www. hunter-d.de · info@hunter-d.de

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HANDEL AMAZON BUSINESS Unternehmenskunden im Visier Amazon hat den Handel zwischen Unternehmen und Endkunden revolutioniert. 2012 startete der Gigant sein B2B-Geschäft. Seit vergangenem Dezember sollen auch deutsche Unternehmen anbeißen. Allein für das Handwerk will Amazon mehr als fünf Millionen Artikel im Lager haben. mazon entdeckt den Handel mit Geschäftskunden. Einen ersten Versuch unternahm der Onlinehändler bereits 2012 in den USA mit „Amazon Supply“, in 2015 folgte „Amazon Business“. Eigenen Angaben zufolge bedient man damit auf dem Heimatmarkt über 400.000 Unternehmen. Seit vergangenem Dezember beackert das KURZFASSUNG Amazon bietet seit Dezember einen Service zum Verkauf an Gewerbekunden. Mit Unternehmer-Konditionen will man sich einen Teil des B2B-Kuchens sichern. Zum Start ist bei „Amazon Business“ ein abgespecktes Produktportfolio gelistet. RÄDER & REIFEN 01/2017 Unternehmen auch den deutschen B2B-Kanal. Im B2B-Bereich stehen Produkte im Fokus, die jedes Unternehmen benötigt, hieß es, von Laptops über Lager- und Büroeinrichtung bis zu elektronischem Zubehör und Reinigungsgeräten. Für das Handwerk bietet Amazon den Angaben zufolge mehr als fünf Millionen Artikel, darunter Werkzeuge, Sicherheitsbrillen, Hörschutz, Klebstoffe sowie Schleif- und Befestigungsmittel. Vermittlung durch Amazon Die Amazon-Erfolgsstrategie im Endkundengeschäft wird dabei übertragen: Ein Teil der Verkäufe erfolgt über unabhängige Händler, die Produkte gegen Gebühr durch die Amazon-Logistik ver- Fotos: Amazon schicken lassen. Partnerunternehmen ködert man dabei mit der Beliebtheit des Online-Marktplatzes sowie der Marke Amazon und stellt Umsatzsteigerungen durch eine so genannte „Multi-Channel-Strategie“ in Aussicht. Dabei setzen Händler neben ihren Direktvertrieb Online bzw. Offline auch auf die Dienste einer Vermittlungsplattform. Dabei haben Unternehmen die Möglichkeit, Logistik, Retourenmanagement und Kundenservice an Amazon auszulagern. Besondere Konditionen Dr. Markus Schöberl, Director Amazon Seller Services in Deutschland, wirbt: „B2C-Kunden genießen Amazons große Auswahl, Komfort und die attraktiven autoservicepraxis.de | autohaus.de

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Preise. Mit Amazon Business gilt das nun auch für Geschäftskunden.“ Florian Böhme, Senior Manager Amazon Business Deutschland, erklärte: „Dank des Kontos für mehrere Nutzer und des integrierten Genehmigungsprozesses können Unternehmen nun ganz leicht ihren kompletten Einkaufsprozess optimieren.“ Diese „Multi-User-Accounts“ für Unternehmen können zum Einkauf von einzelnen Personen oder Abteilungen genutzt werden – bei Bedarf muss vor dem Verkaufsabschluss noch die Genehmigung einer weiteren Abteilung im Unternehmen eingeholt werden. „Amazon Business“ bietet Händlern Zugang zu weiteren im B2B-Geschäft gängigen Funktionen. Darunter fällt beispielsweise die Möglichkeit, Mengenrabatte zu gewähren und Produkte und Preise exklusiv auf den Bedarf der Geschäftskundschaft zuzuschneiden. Unternehmen profitierten bei Bestellungen über 29 Euro von der kostenlosen Lieferung für Millionen Artikel, hieß es von Amazon. „Viele gewerbliche Kunden bestellen bereits heute bei Amazon.de – jetzt kommen neue, auf sie zugeschnittene Funktionen hinzu“, fasste Florian Böhme zusammen. Handelsstrukturen in Gefahr? Neben der Angebotsgröße können auch Transportflotte, Infrastruktur und Lagerlogistik-Know-how von Amazon einschüchternd wirken: Das Unternehmen betreibt einen Flughafen, eigene Containerschiffe, Lagerroboter und experimentiert mit Drohnen. Nicht alles liest sich wie PR und Image-Werbung. Vergleichbare Online-B2B-Marktplätze gibt es in Deutschland jedenfalls nicht. autoservicepraxis.de | autohaus.de Die meisten sind auf einzelne Bereiche, wie etwa Delticom bei Reifen oder Würth und Berner im Bereich Werkzeug sowie Werkstattbedarf, spezialisiert. Ein Vollsortimenter ist die Mercateo AG. Die Münchener bedienen auch die Sparte Kfz-Teile und setzten im Jahr 2015 200 Millionen Euro um, wie das „Handelsblatt“ im Dezember 2016 vermeldete. Im Vergleich zu Amazon ist das freilich wenig. Die US-Amerikaner versenden jährlich allein mehr als sieben Milliarden Pakete. Wer sich zudem das Amazon-Selbstverständnis vergegenwärtigt, der muss zumindest einen wachsamen Seitenblick nach Seattle, Luxemburg (Europazentrale) bzw. dem Sitz der Deutschlandtochter in München richten. Schließlich tritt das Unternehmen an, komplette Märkte umzugestalten, neudeutsch Disruption genannt – nicht nur der lokale Buchhandel weiß ein Lied davon zu singen. Auf der anderen Seite gilt insbesondere der B2B-Bereich als Beziehungsgeschäft. Kunden erwarten prompten telefonischen Service bei Unklarheiten oder eine umfassende Außendienstbetreuung. Auch aus diesem Grund startet Amazon mit verhältnismäßig einfachen Produkten. Komplexe Teile und Werkstatt-Equipment sind nicht gelistet. Ein weiterer Aspekt, der die traditionellen Anbieter zumindest bis auf Weiteres ruhig schlafen lässt, bezieht sich auf den Workflow in deutschen Werkstätten: Das Beschaffungssystem vieler Unternehmen ist heutzutage elektronisch vernetzt – diese Verbindung wird E- Procurement genannt. Manfred Bayer-Lemerz, General Manager DACH vom B2B-eCommerce-Anbieter Sana Commerce, gab zu bedenken, dass man die „Amazon Business“-Plattform über Schnittstellen ins ERP-System integrieren muss. Das bedeute einen nicht unerheblichen Mehraufwand. Martin Schachtner ■ ATH-Reifenmontiermaschinen ���������������������� ATH M92 ATH M72 + A34 ATH M52 + A34 Kunden erhalten Einkaufsreports. Das erleichtert den Überblick. • Hochpräzise, verwindungssteife Konstruktion durch Laserbrennschneiden und Roboterschweißen • Sehr widerstandsfähige Hammerschlag-Pulverbeschichtung WDK-fähig • Pneumatische Montagekopf-Spannung mit einstellbarer, automatischer vertikaler und horizontaler Felgenentfernung • �������������������������������������������������������������� WDK-Kit) ��� M92 M72+A34 M52+A34 Preis* € 6.995,- € 2.814,- € 2.401,- Preis WDK-Kit* € 487,- € 499,- € 499,- * Werkseitig montiert, steckerfertig geliefert. Alle Preise verstehen sich zzgl. Fracht und MwSt. Angebot gültig bis 31.08.2017. Verkauf nur über ATH-Vertriebspartner. ATH-Heinl GmbH & Co. KG | www.ath-heinl.de | Tel.: 09661 87764 00

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SERVICE PREMIO Alles aus einer Hand Der Autoservice gewinnt zunehmend an Bedeutung für den klassischen Reifenhandel. Das Werkstattkonzept Premio der Goodyear Dunlop Handelssysteme unterstützt seine Partner mit passenden Tools. er klassische Reifenhandel vermeldet seit Jahren rückläufige Anteile am Reifenersatzgeschäft. Vor allem Autohäuser und Vertragswerkstätten, aber auch freie Werkstätten nagen kontinuierlich am Kundenstamm der Reifenhändler. So erreichen die Kfz-Betriebe zusammen laut Distributionsanalyse des Bundesver bandes Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) mittlerweile nahezu die gleichen Anteile am Ersatzgeschäft wie der Reifenfachhandel, beide liegen bei rund 40 Prozent. Dazu kommt Druck aus dem wachsenden Online- Handel, der mittlerweile über 10 Prozent am Gesamtmarkt ausmacht. Als Reaktion auf die rückläufigen Markt anteile ist der Reifenfachhandel seit längerem bestrebt, den Autoservice als Ausgleich zu forcieren. Beim Werkstattkonzept Premio der Goodyear Dunlop Handelssysteme (GDHS) hat sich dieser Wandel längst vollzogen. 2009 erfolgte ein Relaunch von Logo und Konzept name, vom Premio Reifenservice zum Premio Reifen + Autoservice, auch um den Autoservice stärker in den Markt zu kommunizieren. Das Leistungsangebot wie Achsvermessung, Bremsen-, Stoßdämpfer- und Klimaservice, aber auch Inspektionen, war da schon längst vorhanden. Weitblick zahlte sich aus Von Anfang an setzte Premio auf Kfz-Meisterbetriebe als Konzeptpartner, denn der Autoservice war schon immer Bestandteil des Konzeptes. Dies kam Joachim Hirschkorn und seinem Partner Burkhard Zink sehr entgegen, als sie sich zur Jahrtausendwende entschlossen, einen eigenen Betrieb zu gründen. Nachdem sie verschiedene Konzepte am Markt selektiert hatten, fiel die Entschei- RÄDER & REIFEN 01/2017 Entstand 2000 auf der grünen Wiese: der Premio-Betrieb in Friedberg dung für Premio. „Wichtig war uns, dass ein großer Konzern dahintersteht. Mir war damals schon klar, dass man ohne Anbindung an einen starken Industriepartner in Zukunft nicht bestehen kann“, so der Geschäftsführer. So entstand im Jahr 2000 in einem Friedberger Gewerbegebiet ein neuer Premio-Betrieb auf der grünen Wiese. „Der Bereich Auto service war neben dem Reifenhandel für mich unabdingbar, weil mir damals schon bewusst war, dass man langfristig ohne Autoservice nicht bestehen kann“, erinnert sich Hirschkorn. Und sollte Recht behalten: „In der An- KURZFASSUNG Mit dem Premio-Werkstattkonzept der Goodyear Dunlop Handelssysteme (GDHS) konnte der Kfz-Betrieb von Joachim Hirschkorn sinkende Erträge durch das Reifengeschäft mit unterschiedlichen Kfz-Services ausgleichen. fangszeit konnten wir über das Reifensegment gut wachsen, es sind auch heute noch gute Erträge möglich, aber in den ruhigen Zeiten reicht es nicht mehr aus. Für ein gutes Betriebsergebnis, aber auch um qualifiziertes Personal an den Betrieb binden zu können, braucht es heute den zusätzlichen Ertrag aus dem professionellen Autoservice“, so der Geschäftsführer. Deswegen beschäftigt er auch keine Reifenmonteure, sondern ausschließlich Mechatroniker, denn „die Komplexität beim Reifenwechsel nimmt zu, erst recht bei der Fahrzeugelektronik“, sagt Hirschkorn. Gut aufgehoben Schon damals, zum Zeitpunkt der Firmengründung, agierte Premio mit innovativen und professionellen Bausteinen im Autoservice-Bereich, etwa mit Klimaservice, ATE-Bremsencenter oder Sicherheitschecks, aber auch einem Angebot für Kundenersatzfahrzeuge. „Die autoservicepraxis.de | autohaus.de

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Foto: Dieter Väthröder innovativen und professionellen Bestandteile des Premio-Konzeptes haben uns seinerzeit überzeugt, außerdem gab es uns ein Gefühl der Sicherheit, in eine große Gruppe eingebunden zu sein“, blickt Hirschkorn zurück. Wichtigstes Werkzeug damals wie heute ist aber das Warenwirtschaftssystem Tiresoft, das heute in der Version 3 bei rund 400 Premio-Partnern läuft. „Es gibt sicherlich viele Warenwirtschaftssysteme, die den Reifenhandel gut abdecken. Aber zu Tiresoft 3 gibt es meines Erachtens nach nichts Vergleichbares, das die Komplexität von Reifenhandel und Autoservice so präzise abdeckt“, so Hirschkorn. Vollintegriertes System Seit 2012 ist Tiresoft 3 am Start, das Entwicklungsziel lautete: „Alles aus einer Hand“. Die Vollintegration ist das strategisch und technisch hervorstechendste Merkmal des IT-Bausteins der GDHS. Vollintegration bedeutet die technische und organisatorische Anbindung verschiedenster IT-Tools des Reifenfachhändlers, die er täglich benötigt. Tiresoft 3 wird damit zu einer allumfassenden Plattform von Systemwerkzeugen, die der Händler aus einer Hand beziehen Langfristig kann ein Reifenhändler ohne zusätzlichen Autoservice nicht bestehen. kann. Über einen Beratungsbildschirm mit allen wichtigen Kunden-, Produkt-, Preis- und Lagerdaten gelangt man per Knopfdruck auf alle notwendigen integrierten Anbindungen, die früher über individuelle Verträge mit jedem einzelnen Anbieter wie Autoteilelieferanten, Katalogherstellern, Herstellern von Bühnenplanern, Komplettradkonfiguratoren sowie Herstellern von B2C- oder B2B-Shops geregelt wurden. Daten mussten oft doppelt und dreifach gepflegt werden. Heute werden einmal eingegebene Daten automatisch in den nächsten Prozess übernommen. Mittlerweile sind sämtliche Autoservice-Daten mit den Arbeitswerten direkt hinterlegt. autoservicepraxis.de | autohaus.de Unter anderem bietet Tiresoft 3 ein Reporting mit Datev-Schnittstelle, Berichtswesen, Preis-Analyse-Tool, CRM-System mit Mailingvorlagen, integrierte Anbindung an FOS für die Abwicklung mit der 4Fleet Group im Flottenmanagement, integrierte Stammdatenpflege, automatische Nachschubsteuerung aufgrund der Daten im Warenwirtschaftssystem und die Anbindung der individuellen Online-Shops. Alle Module sind vernetzt, um Zeit und Prozesskosten zu sparen. Erfolgreich im Netz Mit dem Angebot lokaler Web-Shops für die angeschlossenen Reifenfachbetriebe gibt Premio den Partnern seit letztem Jahr einen attraktiven Baustein mehr an die Hand. Mit dezentralen Shops und Preisschienen sowie Produkt-Angeboten passend für den jeweiligen Händler in seiner Region bietet die GDHS den Premio-Reifenfachbetrieben die Möglichkeit, neue Kunden über das Internet zu erreichen und so zusätzliche Verkäufe zu generieren – und diese sogar noch für die Montage zu sich auf den Hof zu routen. Gleichzeitig bietet die GDHS ihren angeschlossenen Partnern und damit auch deren Kunden einen zentralen 3D- Komplettradkonfigurator zur Auswahl der auf das Fahrzeug passenden Reifen-Felgen-Kombination an. Zusätzlich zu den hinterlegten Hersteller- und Die drei Arbeitsplätze in der Werkstatt sind gut ausgebucht. Felgendaten werden ihm nach der Eingabe seiner Wünsche auch noch die passenden RDKS-Sensoren inklusive der Felgenfreigaben angezeigt. Dieser zentrale Konfigurator konnte jetzt in die dezentralen Web-Shops der einzelnen Premio-Partner integriert werden. Über 80.000 Konfigurationen wurden alleine zum Start im Oktober 2016 von den Kunden über die lokalen Web-Shops generiert. Die emotionale Komponente bei der Auswahl einer schönen Felge spielt hier eine große Rolle und hilft gleichzeitig den passenden Reifen mit zu verkaufen. Ein Werkzeug, das auch Joachim Hirschkorn entgegenkommt, bietet er doch als weiteres Standbein auch Tuningmaßnahmen im Bereich Räder und Fahrwerk an. Dieter Väthröder ■ Günstig direkt vom Hersteller Inkl. kostenfreier Typenstatik Erdnagelbefestigung Reifenregale zu Top-Koditionen Verkaufspavillons für Gebrauchtwagenplätze Günstig und variabel durch Systembauweise Repräsentativ, modern, hochwertig Optisch individuell gestaltbar Auf Wunsch inkl. Bauantrag Reifenlagerhallen & Reifencontainer & Reifenregale Werkstatthallen und Direktannahmen ab 30 m 2 Günstig + variabel durch Systembauweise Inkl. kostenfreier Typenstatik Kurze Lieferzeiten Auf Wunsch inkl. Bauantrag Über 500 Referenzen im Automobilbereich Hacobau GmbH · 31785 Hameln · Tel. 0 51 51- 80 98 76 · info@hacobau.de · www.hacobau.de

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SERVICE INTERVIEW „Existenzielle Frage“ Der Reifenhandel kämpft mit stagnierenden Verkaufszahlen. Kein Grund zur Sorge, sagt Jan Wilke von Rema Tip Top. Der Fachhandel müsse sich aber neu aufstellen und sein Angebot erweitern. it seinen Reifenreparatur- Systemen hat sich Rema Tip Top in der Branche einen Namen gemacht. Doch inzwischen bietet das Unternehmen weit mehr. Mit dem erweiterten Produktportfolio im Bereich Werkstattausrüstung will man den Reifenhandel dabei unterstützen, sich neu zu positionieren. Im Interview erklärt Jan Wilke, Produktmanager Diagnose und TPMS, warum dies notwendig ist. Der Reifenhandel muss das Portfolio um Serviceleistungen rund um das Fahrzeug erweitern. asp: Mit welchen Herausforderungen ist der Reifenhandel derzeit konfrontiert? J. Wilke: Mit dem stagnierenden Absatz von Reifen. Im Winterreifengeschäft liegt ein Grund darin, dass immer mehr Ganzjahresreifen auf den Markt drängen. Selbst ein Marktteilnehmer, der sich jahrelang gewehrt hat, hat jetzt auch einen Ganzjahresreifen vorgestellt. Das saisonabhängige Geschäft Sommer- und Winter-Reifen ist dadurch etwas aufgeweicht. Die Reifen werden zudem länger gefahren und verfügen über höhere Laufleistungen. Daher ist das Reifengeschäft insgesamt seit einigen Jahren eher rückläufig. KURZFASSUNG Jan Wilke von Rema Tip Top erklärt im Interview, wie sich der Reifenhandel zukunftsfähig aufstellen kann. Seine These: Um aktuelle Herausforderungen zu meistern, muss das Leistungsspektrum ausgebaut werden. RÄDER & REIFEN 01/2017 asp: Sind auch neue Vermarktungsmodelle wie Reifenabos sinnvoll? J. Wilke: Das kommt sehr darauf an, wie ein Händler aufgestellt ist. Meine Erwartung wäre eigentlich, dass die großen Reifenketten da eher einsteigen. Vereinzelte Kunden sind da auch schon ziemlich weit vorne dabei und stellen eben stärker das Thema Service in den Mittelpunkt und nicht nur das Produkt. Aber wenn man sich den Markt ansieht, dann sind viele Teilnehmer da noch weit von entfernt. Entsprechend versuchen wir das Verständnis dafür zu weasp: Welche Entwicklungen kommen hinzu? J. Wilke: Es spielt natürlich eine Rolle, dass immer mehr freie Kfz-Werkstätten ins Reifengeschäft einsteigen, genauso wie die Niederlassungen der Kfz-Hersteller, die ganz massiv in das Reifengeschäft drängen. Vergangenen Winter gab es wieder eine schöne Werbeoffensive von Fahrzeugherstellern: wenn man ein neues Fahrzeug kauft, bekommt man einen Satz Winter-Kompletträder dazu. Das Feld weicht auf, der Reifenfachhandel hat neue Mitbewerber. Die Zahl der Mitbewerberbetriebe wächst stetig. asp: Wie kann sich der Reifenhandel zukunftsfähig aufstellen? J. Wilke: Der Reifenhandel sollte das Portfolio um Serviceleistungen rund um das Fahrzeug erweitern. Dazu gehören Fahrwerkvermessungen, Klimaservice, einfache Inspektion oder Bremsenwartung. Natürlich muss dann auch die Qualifikation der Mitarbeiter ausgebaut werden. Viele einfache Service arbeiten können heute ohne ein Diagnosegerät nicht mehr richtig durchgeführt werden. So kann ich dafür sorgen, dass mein Betrieb nicht mehr saisonabhängig ist und eben nur zum Sommer und Winter ausgebucht ist. Damit kann ich auch Kundenbindungsmöglichkeiten schaffen. asp: Dafür sind einige neue Kompetenzen erforderlich. Wie bewerkstelligt ein Betrieb das? J. Wilke: Wenn das Kerngeschäft Reifen immer kleiner wird, ist das eine existenzielle Frage, dann sollte ich mein Portfolio ausweiten auf neue Aktivitäten. Dazu gehört ganz klar auch, dass ich die Kompetenz meiner Mannschaft dahingehend ausbaue. Da sind wir bei unserem Schu- Jan Wilke ist Projektmanager Diagnose und TPMS bei Rema Tip Top. lungsangebot. Wir haben bei der Stahlgruber-Gesellschafter-Stiftung ein umfangreiches Schulungsangebot, das sich weg vom reinen Reifenschulungskurs hin in alle Richtungen bewegt. Mit Inhalten aus dem Kfz-Handwerk wie Diagnose, Prüftechnik, Klimatechnik. Damit wollen wir die Betriebe unterstützen und ihnen die notwendigen Informationen an die Hand geben. Foto: Rema Tip Top autoservicepraxis.de | autohaus.de

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cken und die Möglichkeiten aufzuzeigen. Die Situation ist ja nicht nur eine Bedrohung, sondern man sollte sie als Chance sehen: die Anforderungen ändern sich und entsprechend müssen wir uns auch ändern. asp: Genauso wie der Reifenhandel sich anpassen muss, hat auch Rema Tip Top sein Portfolio um Bereiche wie die Diagnose erweitert ... J. Wilke: Ja, genau. Über das Thema Diagnose und die Möglichkeiten, die darin liegen, sprechen wir schon seit über einem Jahr und haben unser Portfolio entsprechend erweitert. Denn das sind Bereiche, in denen sich auch der Reifenhandel noch stärker engagieren sollte. Dass etwa mit Carglass nicht mal ein direkter Wettbewerber vom Reifenhandel plötzlich in das Thema Kameraund Sensorkalibrierung einsteigt, würde ich als Weckruf sehen. Wenn man sich zukunftsfähig aufstellen will, steigt man da mit ein. Sonst gibt es andere Märkte, die schneller sein könnten. Genau deswegen bieten wir als Unternehmen auch nicht mehr nur das Reifenreparaturgeschäft an, sondern weitere Konzepte und Lösungen für Anforderungen, die jetzt kommen. Wenn man nur bedenkt, welche umfangreiche und weitreichende Elektronik inzwischen in den Fahrzeugen verbaut ist – und das nicht mehr nur in der S-Klasse. Die Anforderungen ändern sich und entsprechend müssen wir uns auch ändern. autoservicepraxis.de | autohaus.de Wir bieten Lösungen, die auf die Bedürfnisse im Reifenhandel zu geschnitten sind. asp: Welche Möglichkeiten eröffnet diese Zunahme an Elektronik für den Reifenhandel? J. Wilke: Das bietet die Chance, sich vom Reifendienstleister oder Reifenfachhandelspartner zum Autoservicepartner zu qualifizieren und sich entsprechend dem Kunden gegenüber zu präsentieren. Viele Tätigkeiten, die heute sowieso schon im Reifendienst stattfinden, funktionieren nicht mehr nur mit dem Schraubenschlüssel, da brauche ich einen elektronischen Schraubenschlüssel, ein Diagnosegerät. Das ist eine Chance, sich vom Reifenhandelsbetrieb zu einem kompetenten Autoservicepartner zu qualifizieren. Und es ist eine Möglichkeit, den Kunden an sich zu binden. Denn wenn ich bei einem Kunden beispielsweise eine neue Rad-Reifen-Kombination verbaue und ihn anschließend zur notwendigen Fahrwerkvermessung und Kamerakalibrierung zu seiner Niederlassung schicke, sehe ich ihn nie wieder. Der andere Marktteilnehmer wird seine Chance nutzen, um den Kunden an sich zu binden. Einen Kunden zur Bearbeitung der Elektronik wegzuschicken, das funktioniert schon heute nicht mehr. asp: Um sich als Autoservicepartner zu qualifizieren, sind eine Reihe von Investitionen in die Werkstattausrüstung notwendig ... J. Wilke: Das ist auch richtig. Wir sind mit unserem erweiterten Portfolio aber gut aufgestellt und bieten Lösungen, die auf die Bedürfnisse im Reifenhandel zugeschnitten sind. Denn man muss nicht mit einem teuren, komplexen Diagnosegerät anfangen. Bei uns geht das schrittweise. Ich kann zunächst ein Gerät kaufen, das nur für Reifendruckkontrollsysteme und das entsprechende Steuergerät einsetzbar ist. Bei Bedarf lassen sich diesem dann über ein Softwareupgrade Diagnosefunktionen bis hin zum vollwertigen Diagnosesystem hinzufügen, das auch Kamerasysteme, Radar- und Abstandssensoren kalibrieren kann. asp: Herr Wilke, vielen Dank für das Gespräch. Interview: Valeska Gehrke ■ Zeiten ändern sich. Wechseln Sie jetzt zum Reifenund Felgenportal mit System! europaweites Lieferanten-Netzwerk 1 Sammelrechnung – 1 Ansprechpartner beste Preise – hohe Warenverfügbarkeit 220 Reifen-Marken – 60 Alufelgen-Marken keine Nutzungsgebühr – keine vertragliche Bindung umfangreiche Schnittstellen zu Warenwirtschaftssystemen automatische Gutachtenprüfung – Passgarantie für Alufelgen einziges TÜV SÜD zertifiziertes B2B-Portal in der Kfz-Branche 07122 / 825 93 -40 RSU GmbH · vertrieb@tyresystem.de Hier kaufen Profis!

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SERVICE Zwei Hebebühnen waren für den Räderwechsel reserviert, die Kundenräder standen „just in time“ bereit. REIFENGESCHÄFT Hin und weg Die Räderwechselsaison zum Winter bindet Kapazitäten und blockiert die Werkstatt. Mit dem Boxenstopp-Konzept hat das RR-Team eine Lösung, die Kunden und Werkstatt gleichermaßen begeistert. ls die Automobilhersteller vor Jahren begannen, die Wartungsintervalle ihrer Fahrzeuge auf zwei Jahre auszudehnen, freute das zwar die Kunden, doch Autohäuser und Werkstätten bangten um die regelmäßigen Kundenkontakte und die daraus resultierenden Geschäfte. Als Ersatz bauten die Betriebe ihr Räder­ und Reifengeschäft kontinuierlich aus, denn Reifenkunden kommen mindestens zweimal im Jahr in den Betrieb. Das bedeutet zusätzliche Kontakte zu Kunde und Fahrzeug, aber auch mindestens einmal enormen Stress: Gerade der Wechsel von Sommer­ auf Winterbereifung erfolgt in der Regel innerhalb eines KURZFASSUNG Um Kfz-Betriebe während der Räderwechselsaison zu entlasten, hat Reifenvertriebsspezialist RR-Team den „Boxenstopp“ entwickelt. Bei einem Opel-Vertragshändler in Tuttlingen sorgte das Konzept für Begeisterung. RÄDER & REIFEN 01/2017 Druck rausnehmen Auch im Autohaus Nothhelfer, Opel­ Vertragshändler in Tuttlingen, hatte man mit den Räderwechseln zu kämpfen. Service­Berater Gerhold Grotzki: „Früher hatten wir in der Wechselsaison immer drei bis vier Wochen puren Stress, weil viele Kunden sehr spontan kamen und am liebsten auf ihr Fahrzeug warteten. Die letzten Jahre haben wir dann umgestellt auf vier Service­Samstage, wo von 8 bis 15 Uhr nur Räder gewechselt wurden, einfach, um den Druck unter der Woche herauszunehmen.“ Als er im letzten Jahr von Oliver Seel, Distrikt leiter Service bei Opel, und Dirk Gonka vom Boxenstopp­Kooperationspartner Pirelli das Konzept vorgekurzen Zeitraums und zu den vereinbarten Terminen kommen nach wie vor viele Spontan­Kunden, die bis zur ersten Schneeflocke warten. Hinzu kommt, dass während der Räderwechsel­Saison die Werkstattplätze für höherwertige Arbeiten blockiert sind. Das Ziel der zusätzlichen Kundenkontakte und möglicher Folgeaufträge wird so zwar erreicht, aber eben unter enormem Aufwand. Wie es besser und effektiver gehen kann, darüber machte sich das RR­ Team, Reifenvertriebs­Spezialist aus Laubach, Gedanken und entwickelte das Boxenstopp­Konzept. Damit soll die Rädermontage an einem oder zwei speziellen Radwechsel­Tagen abgewickelt und so die Werkstatt entlastet werden, ohne auf Kundenkontakte oder Folgegeschäfte verzichten zu müssen. Im Gegenteil: Durch Optimierung der Werkstattabläufe, striktes Zeitmanagement und gezielten Personaleinsatz können während des Räderwechsels gleichzeitig ein Sicherheitscheck sowie kleinere Servicearbei­ ten durchgeführt werden. Und während der TÜV in einer Untersuchung ermittelte, dass Autohäuser beim Räderwechsel unter Berücksichtigung aller Prozessschritte pro Kunde 61 Minuten aufwenden, ermöglicht das Boxenstopp­Konzept eine Taktung von wenigen Minuten. autoservicepraxis.de | autohaus.de

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Foto: RR-Team stellt bekam, war er sofort überzeugt und begann umgehend mit der Planung für die bevorstehende Wechselsaison. Auf Basis der Boxenstopp­Vorgaben entwickelte er ein Konzept für den Betrieb und stellte es in einer Mannschaftsbesprechung den Mitarbeitern vor. Für die Räderwechsel wurde ein Zehn­Minuten­Takt geplant, an zwei Stationen kümmerten sich jeweils zwei Monteure um die Radmontage sowie die Kontrolle der umliegenden Bauteile. Mehrere Fahrer rangierten die Fahrzeuge und führten gleichzeitig während der Radmontage den Sicherheitscheck durch. Daneben wurden Frostschutz geprüft und ein Lichttest durchgeführt. Grotzki selbst kümmerte sich um die Bereitstellung der tags zuvor vorbereiteten Radsätze an den Montagestationen, den Abtransport der demontierten Räder und deren Transport zur Räderwäsche. „Alle Radsätze wurden in der gleichen Reihenfolge entsprechend der Position am Fahrzeug von vorne links nach hinten links bereitgestellt, so dass die Monteure nicht erst nach der richtigen Position der einzelnen Reifen suchen mussten“, so der Service­Berater. Zusätzlich gab es einen Springer, der unvorhergesehene Zusatzarbeiten erledigte. Die Kunden selbst wurden nach Reihenfolge der Termine in zwei Gruppen mit geraden und ungeraden Nummern eingeteilt, die jeweils wiederum genau einer der beiden Montagestationen zugeordnet waren. Die Reparaturannahme erfolgte an einem BILANZ BOXEN-STOPP 78 Räderwechsel 65 Radsätze gewaschen 48 Radsätze eingelagert 29 Radsätze gewuchtet (im Vorfeld) 14 Winterreifen verkauft (Ersatz) 12 große Winterchecks 2 x Bremsbelagwechsel 2 x Ölwechsel 4 x Wischerblätter ersetzt Alle Arbeiten wurden während des Wechseltermins von einem Springer und zwei Lehrlingen durchgeführt. provisorischen Schalter im Hof. Alle Aufträge waren bereits vorgeschrieben, um die Abwicklung zu beschleunigen. Erfolgreicher Tag Grotzki, seine Mitarbeiter und die Kunden waren von dem Boxenstopp­Tag begeistert. „Die Kunden wurden bewusst auf den Tag gesteuert und auf unbedingte Pünktlichkeit hingewiesen. Das hat super geklappt“, resümiert er. Die Abwicklung der Aufträge hat so gut funktioniert, dass der Takt sogar auf sieben Minuten hätte verkürzt werden können. „Wir wollten die Intervalle aber nicht zu kurz anlegen, damit Luft für Zusatzarbeiten blieb“, so Grotzki. Die Aktion wird zur nächsten Wintersaison wiederholt. Dieter Väthröder ■ Am Ende des erfolgreichen Tages war die Mannschaft rund um Geschäftsführerin Corina Nothhelfer (stehend, fünfte von links) vom Boxenstopp begeistert. Eine Wiederholung zum nächsten Winter ist fest eingeplant. autoservicepraxis.de | autohaus.de Ihr kompetenter Partner für Automotive Lagertechnik Der Räderwagen – ideal zum Rädertransport, zur Bestückung des Arbeitsplatzes, zur Steigerung der Einlagerkapazität im Container, als Ergänzung zu starren Regalen und vielem mehr. Die Rauscher F.X. Produktpalette: | Fachbodenregale | Räder- | Reifenregale | Geschossanlagen | Palettenregale | Automotives Regalzubehör Franz X. Rauscher KG Bürgermeister-Raab-Straße 23 86470 Thannhausen Telefon +49 (0) 8281 9995-0 Fax +49 (0) 8281 9995-25 info@rauscher-fx.de www.rauscher-fx.de

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SERVICE ARBEITSSICHERHEIT Vorbeugende Maßnahmen Die Themen Sicherheit und Gesundheit werden bei Euromaster großgeschrieben. Jeder Mitarbeiter trägt deshalb die Verantwortung für sich, sein Team und die Kunden. er tägliche Umgang mit Reifen führt zwangsläufig irgendwann einmal zu einer Unterschätzung des mit der Montage verbundenen Risikos. „Reifen sind druckluftgefüllte und manchmal recht schwere Druckbehälter, die im Gegensatz zu den meisten anderen Druckluft-Behältnissen kaum einer Regelung unterliegen“, sagt Triantafillos Angelakoudis, Kfz-Mechaniker- Meister und Euromaster-Service center- Leiter in Augsburg. „Lediglich in einem kleinen Abschnitt in der ‚BG-Regel Fahrzeug-Instandhaltung BGR 157‘ und in der ‚BGI884/DGUV-Information 209-064 Sichere Reifenmontage‘ wird auf Reifen eingegangen.“ Dies wundert den Laien, denn durch unsachgemäßen Umgang besteht beim Platzen eines Reifens eine erhebliche Verletzungsgefahr durch fortschleudernde Teile und die Möglichkeit einer Gehörschädigung durch Knalltrauma. Auch die hohen Gewichte von Reifen oder Kompletträdern − SUV-Räder wiegen bis 25 Kilogramm – schädigen beim täglichen Umgang mit ihnen auf Dauer die Gesundheit des Reifenmonteurs. Um solche schwerwiegenden Unfälle und Gesundheitsgefährdungen weitestge- KURZFASSUNG Beim Arbeitsschutz geht es schon längst nicht mehr nur um die alleinige Gefahrenabwehr und um die Vermeidung von Risiken für die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter. Es geht vielmehr um die vorbeugende Bewahrung der Gesundheit und um ein menschengerechtes Arbeiten unter sich ständig ändernden Bedingungen. Wie ein solcher moderner Arbeitsschutz funktioniert, zeigt unser Beispiel des Euromaster- Servicecenters in Augsburg. RÄDER & REIFEN 01/2017 gelakoudis. Überhaupt wird bei Euromaster Unfall- und Gesundheits-Prävention permanent betrieben, um Unfälle und Krankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen. Neben der mindestens einmal pro Jahr stattfindenden Unterweisung aller Mitarbeiter in die tätigkeitsbezogenen Arbeitschutzrichtlinien findet auch ein tägliches zehnminütiges Gespräch vor Arbeitsbeginn statt. „Zentraler Anlaufpunkt für uns ist hier die so genannte Säule der Ehrlichkeit“, erklärt Stephan Gottwald, Kfz-Mechatroniker-Lehrling im zweiten Lehrjahr. „Sie ist für uns alle das Kommunikationsinstrument Nummer eins und steht in jeder Euromaster-Niederlassung.“ Bei der Säule handelt es sich um eine Art schwarzes Brett, das wie eine Litfaßsäule rund gestaltet ist und mitten im Sozialraum steht. Die Flächen der Säule sind thematisch unterteilt. So findet sich neben den Themenbereichen „Kundenhend zu vermeiden, wurden bei Euromaster verschiedene Maßnahmen eingeführt. „Sie beruhen auf Auswertungen von Unfällen, Krankheitsberichten und den Erfahrungen, die man hierbei gemacht hat“, sagt Angelakoudis. „Hinzu kommen die gesetzlichen und behördlichen Vorgaben sowie Gefährdungsbeurteilungen der Arbeitsplätze von speziellen Fachkräften für Arbeitssicherheit oder Sicherheitsbeauftragten.“ Säule der Ehrlichkeit Klare Anweisungen beschreiben dabei unter anderem die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) für alle Arbeitsbereiche. Damit die PSA auch wirklich zum Einsatz kommt, wird sie in hoher Qualität und ausreichender Anzahl allen Mitarbeitern kostenlos in allen Euromaster-Werkstätten zur Verfügung gestellt. „Vor allem die hohe Qualität der PSA erhöht die Trageakzeptanz“, so An- Fotos: Marcel Schoch, Euromaster Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sind ein wichtiges Thema bei Euromaster. autoservicepraxis.de | autohaus.de

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erlebnis“, „Team“ oder „Produktivität“ auch der Bereich „Sicherheit“. „Gab oder gibt es ein Problem bei der Arbeitssicherheit, haben wir die Möglichkeit, dies auf speziellen Zetteln, die dort hängen, zu vermerken“, sagt Gottwald. „Bei den täglichen Besprechungen können dann die jeweiligen Probleme des Vortages anhand der an der Säule hängenden Notizen besprochen werden.“ Aus Fehlern lernen Neben Themen wie beispielsweise neuen Regeln bei der Ersten Hilfe, dem Brandschutz oder Umgang mit Gefahrstoffen wird auch abgefragt, ob jeder stets seine PSA trägt und ob es gefährliche Handlungen und Situationen oder Beinahe-Unfälle gegeben hat. „Wir besprechen auch Unfälle aus anderen Centern, um daraus zu lernen“, ergänzt Timur Akay, der gerade dabei ist, seine Ausbildung zum kaufmännischen Angestellten bei Euromaster abzuschließen. „So analysieren wir die Gründe, die zu einem Fehlverhalten geführt haben, und definieren aus diesen Erkenntnissen Maßnahmen, die eingeleitet werden müssen.“ Die Besprechungen an der Säule der Ehrlichkeit laufen dabei immer im Dreiklang von Wissen, Verstehen und Handeln ab. Aber auch die − wie es bei Euromaster formuliert wird – „kulturellen Themen“ sind für die Arbeitssicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter wichtig. „Unter kulturellen Themen verstehen wir Buddycheck und Bodycheck“, erklärt Angelakoudis. „Buddycheck bedeutet, wir achten auf unsere Kollegen und Kunden und bewahren sie durch direkte Ansprache vor riskanten Handlungen und weisen sie auf Einhaltung der Vorgaben hin, beispielsweise das Tragen der PSA. Schutzbrille, Handschuhe, Anstoßkappe, Gehörschutz und Sicherheitsschuhe gehören zur Grundausstattung.“ Unter Bodycheck wird bei Euromaster hingegen die Prüfung der eigenen Person hinsichtlich Verantwortung, Handeln und Tragen der PSA verstanden. Unfälle und Krankheiten sollen bei Euromaster durch Prävention gar nicht erst entstehen. Diese Vorgehensweise steht auch im Einklang mit der Geschäftsführung von Euromaster. Andreas Berents, Geschäftsführer Euromaster Deutschland und Österreich, formuliert es wie folgt: „Sicherheit steht vor Umsatz. Wir dürfen uns zu keinen gefährlichen und unsicheren Handlungen verführen lassen, nur um des Umsatzes willen. Regelmäßige Unterweisungen der Mitarbeiter, insbesondere der neuen, Ersthelferausbildungen, turnusmäßiger Besuch vom Betriebsarzt und Gefährdungsbeurteilungen sind bei uns Standard.“ Es ist daher nur konsequent, wenn eines der Andreas Berents, Geschäftsführer Euromaster Deutschland und Österreich, postuliert: „Arbeitssicherheit steht vor Umsatz.“ Unternehmensziele lautet, dass die Mitarbeiter von Euromaster das Recht haben, in einer sicheren und gesunden Umgebung zu arbeiten. „Dies kann jedoch nur durch die strikte Befolgung der Arbeits- und Gesundheitspolitik des Unternehmens erreicht werden“, so Angelakoudis. „Nicht zuletzt aber zählt die berühmte Ordnung in der Werkstatt zum Geheimtipp Nummer eins, um Unfälle zu vermeiden.“ Ordnung ist wichtig Alle Werkzeuge, Geräte und Teile müssen immer am gleichen Platz gelagert werden. Dabei sollte spitzes oder scharfkantiges Werkzeug in separaten Ablagen seinen Platz finden. Stromkabel müssen unter Einsatz von Mehrfachsteckdosen sauber am Rande des Raumes verlegt werden. Gleiches gilt auch für Druckluftleitungen. Nicht zuletzt sorgen Mülleimer direkt neben jedem einzelnen Arbeitsplatz für stete Sauberkeit. „Damit sich vor allem neue, junge Mitarbeiter an die Ordnung gewöhnen, hängen an jedem Arbeitsplatz Bilder, wie der Arbeitsplatz nach getaner Arbeit wieder aufgeräumt aussehen muss“, sagt Gottwald. „Auch wenn die Belegschaft heute die Bilder als Ordnungsvorlage nicht mehr benötigt, ermahnen sie uns täglich, die Arbeitssicherheit ernst zu nehmen.“ Marcel Schoch ■ Kfz-Mechaniker-Meister Triantafillos Angelakoudis (links) mit Lehrlingen an der „Säule der Ehrlichkeit“ Pultdachhalle Typ PD4 (Breite: 15,00m, Länge: 8,00m) • Höhe 4,00m, Dachneigung ca. 3° • mit Trapezblech, Farbe: AluZink • Schiebetor 5,00m breit, 3,30m hoch • feuerverzinkte Stahlkonstruktion • incl. prüffähiger Baustatik Mehr Infos Aktionspreis € 12.990,- ab Werk Buldern; excl. MwSt. Schneelastzone 2, Windzone 2, a. auf Anfrage www.tepe-systemhallen.de · Tel. 0 25 90 - 93 96 40 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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SERVICE Till Gerhard ist bei Reifen Nabholz fürs Marketing und die Ausbildung zuständig. BEST PRACTICE 100-prozentige Reparatur Bei Nabholz in Gräfelfing sind Reifenreparaturen als kostengünstige Alternative immer gefragter. Doch das Handwerk muss gelernt sein. Denn die mobile Sicherheit hat höchste Priorität. Fotos: Valeska Gehrke ie Heinrich Nabholz Auto reifen GmbH ist ein gewachsenes Unter nehmen mit mittlerweile 20 Standorten in Bayern, allein elf davon im Wirtschaftsraum München. „Seit 90 Jahren positionieren wir uns als Fachbetrieb mit unseren Leistungen im Markt“, erklärt Till Gerhard, der seit über 30 Jahren im Bereich Marketing tätig ist. Zudem ist der 57-Jährige auch für die Ausbildung zuständig. Insgesamt arbeiten 160 Angestellte sowie rund 16 Auszubildende bei Nabholz. „Unser Ziel ist es, die Mechaniker nach ihrer Ausbildung bei uns zu halten. Denn in Boom-Regionen wie München ist es schwer, gutes Perso- nal zu finden“, weiß Till Gerhard. Gerade im Vulkaniseurhandwerk sei eine gute Qualifikation das A und O. Denn das Arbeiten mit Runflat-Reifen oder die Durchführung von Reifenreparaturen erfordern Know-how und Erfahrung. Am Standort in Gräfelfing ist Vulkaniseurmeister Patrick Köber für die Rei- KURZFASSUNG Wer sich eine Schraube in den Reifen gefahren hat, benötigt nicht zwingend einen neuen. Eine Reifenreparatur kann eine günstige Alternative sein, vor allem in der Premiumklasse. Bei Nabolz in Gräfelfing kommt der Service gut an. fensparte zuständig. Um auch reifenschwache Zeiten zu überbrücken, bietet man aber auch Servicearbeiten rund ums Fahrzeug an, darunter Fahrwerkvermessungen, Klimaservice oder HU-Abnahme. Neben Vulkaniseurmeister Patrick Köber ist auch ein Kfz-Meister angestellt, insgesamt besteht das Team aus acht Mechanikern und zwei Auszubildenden. In der lichtdurchfluteten Werkstatt, einer ehemaligen Runderneuerungshalle, ist ausreichend Platz für sieben Hebebühnen, eine Achsmessbühne sowie 13 Reifenmontier- und Wuchtmaschinen. Hier in der „Reifenecke“ befindet sich auch der Arbeitsplatz für RÄDER & REIFEN 01/2017 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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die Reifenreparatur, eines der Aushängeschilder von Reifen Nabholz. „Es kommt immer wieder vor, dass Kunden mit einem Reifen zur Überprüfung zu uns kommen, weil sie von einer anderen Werkstatt weggeschickt wurden“, erklärt Patrick Köber. Aber: Bei Nabholz werden Reifenreparaturen nur durchgeführt, wenn der Reifen wirklich reparabel ist. „Wir machen nur 100-prozentige Reparaturen, sonst lassen wir die Finger davon“, so Patrick Köber, der bereits seit seiner Lehre bei Nabholz tätig ist. Das heißt zum einen: Reifenreparaturen werden nur von qualifiziertem Personal durchgeführt und der Meister prüft die Reparaturen alle noch mal selbst. Zum anderen wird jeder Reifen vorher genau unter die Lupe genommen. Minicombi oder Heißvulkanisation Der Reifen wird dabei auf vorhandene Beschädigungen geprüft. Reifen, die älter als sieben Jahre sind, werden bei Nabholz generell nicht repariert. Je nach Geschwindigkeitsklasse des Reifens und Lochgröße kommt ein Minicombi oder eine Heißvulkanisation zum Einsatz. Eine Schadenstabelle gibt dabei Aufschluss, welche Reparatur bei welcher Art von Beschädigung (Seitenwand oder Zunächst prüft Vulkaniseurmeister Patrick Köber den Reifen auf Beschädigungen. Der Minicombi wird in den Schadenskanal geschoben und der Teller angerollt. autoservicepraxis.de | autohaus.de Lauffläche) anzuwenden ist. Darin sind auch die Lochgröße und der Speed- Index des Reifens berücksichtigt. „H-Reifen bis 210 km/h werden bis zu einer Lochgröße von sechs Millimeter mit einem Minicombi repariert. Alles was über 210 km/h liegt, wird per Heißreparatur repariert“, so Patrick Köber. „Dabei ist der Minicombi eine Art Reparaturpflaster mit Stift, der in den Reifen eingezogen wird. Bei der Heißreparatur wird warmes Rohgummi in das Loch verfüllt“, erklärt er den Unterschied. Bei den Reparatursystemen vertraut Nabholz seit jeher auf den gleichen Hersteller. „Wir vermischen auch keine Materialien von verschiedenen Lieferanten, sondern setzen ganz auf Rema Tip Top“, so Till Gerhard. Und wenn doch etwas passieren sollte? „Für den Fall haben wir natürlich eine Haftpflichtversicherung. Aber bisher hatten wir noch keine Probleme.“ „Wenn wir eine Reparatur durchführen, ist der Reifen wieder zu 100 Prozent fahrtüchtig“, fügt Patrick Köber hinzu. Bei immer höherwertigeren Rad-Reifen-Kombinationen kommt die Reifenreparatur bei den Kunden gut an. „In vielen Fällen ist eine Reparatur einfach günstiger, als sich einen neuen Reifen zu Bei der Minicombi-Reifenreparatur wird das Loch mit einem Fräser aufgefräst. Der außen überstehende Teil des Minicombi lässt sich mit dem Messer leicht zuschneiden. Bei der Heißvulkanisation kommt ein Vulkanisiergerät zum Einsatz. kaufen, vor allem, wenn man achsweise rechnen muss oder beim Allrad sogar vier neue Reifen benötigt“, weiß Till Gerhard. Denn eine Reparatur mit dem Minicombi kostet rund 49 Euro, eine Heißvulkanisation ab 69 Euro je nach Reifengröße. Die Kosten für einen komplett neuen Reifensatz können in der Pre miumklasse hingegen schnell bei über 500 Euro liegen. Valeska Gehrke ■ Nachdem die Fläche mit Spezialzement eingestrichen ist, muss sie eine Weile trocknen. Reifenregale stabiles Stecksystem schnell montiert Reifenlagerhallen und Reifencontainer Top-Preise direkt vom Hersteller Zu 100% in Deutschland produziert Ab Lager lieferbar Abgerundete Traversen zur schonenden Lagerung Hacobau GmbH · Tel. 0 51 51 - 80 98 76 info@hacobau.de · www.hacobau.de

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PRODUKTE WASCHEN Gründlich und sanft Mit der neuen Radwaschmaschine 850 Twin von Haweka lassen sich laut Hersteller alle Arten von Rädern von Pkw, SUV, Geländewagen und leichten Nutzfahrzeugen reinigen. Die Waschkammer eignet sich dabei für Reifen mit einem Durchmesser bis maximal 850 Millimeter, einer Breite von bis zu 360 Millimeter und einem Gewicht bis zu 60 Kilogramm. Zwei Antriebsrollen ohne Spikes sollen zudem verhindern, dass Einlagerungs-Etiketten auf der Lauffläche abgelöst werden. Ein dreifarbiges Granulat mit unterschiedlichen Härtegraden sorgt in Verbindung mit angewärmtem Wasser und einem Spezialreiniger für eine gründliche und schonende Entfernung von Bremsstaub und Schmutz. vg ■ HAWEKA Werkstatt-Technik Glauchau GmbH www.haweka-glauchau.de Foto: Haweka MONTIEREN Besonders platzsparend Foto: Fasep/Auswuchtwelt Die Reifenmontiermaschine „Rase. Top.2146“ soll dank der seitlichen Kippbewegung des Montagearms besonders für kleinere Betriebe oder für Fahrzeuge im mobilen Einsatz geeignet sein. Ihr patentierter „Lever-Less“-Montagekopf, der per Joystick gesteuert wird, sitzt auf einer extra-festen Montagesäule. Der Spannbereich der wdk-zertifizierten Maschine reicht von 10 bis 25 Zoll. Die Automatikvorrichtung TPH soll Anwender auch bei der Montage und Demontage von besonders schwierigen und abgeflachten Runflat-Reifen unterstützen, so der italienische Hersteller. Standardmäßig wird die Rase.Top.2146 als 2-Speed-Version ausgeliefert. Die Reifenmontiermaschine und weitere Fasep-Produkte sind in Deutschland exklusiv über die Auswuchtwelt erhältlich. vg ■ Auswuchtwelt Ltd. & Co. KG www.auswuchtwelt.de WUCHTEN Keine manuelle Eingabe mehr RÄDER & REIFEN 01/2017 Die Auswuchtmaschine Road Force Elite von Hunter erfasst jetzt alle Reifen- und Felgendaten automatisch. Zudem ist sie laut Hersteller nochmals fünf Sekunden schneller als ihr Vorgängermodell Road Force Touch. „Es werden auch alle Informationen für die radialen und lateralen Kraftschwankungen direkt mit dem ersten Messlauf erfasst, und sollte eine erhöhte Kraftschwankung vorliegen, wird dies angezeigt und der Matchvorgang kann direkt gestartet werden“, erklärt Rolf Lapp, Key Account Manager von Hunter Deutschland, die Vorteile der Auswuchtmaschine. Über das intuitive Touchscreen ist die Road Force Elite bequem bedienbar, On-Demand- Videos sollen die Schulung neuer Mechaniker vereinfachen. vg ■ Hunter Deutschland www.hunter.com Foto: Hunter autoservicepraxis.de | autohaus.de

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WERKZEUG Ruinierte Felgen ade Um geklebte Auswuchtgewichte von Alufelgen schonend zu lösen, gibt es von KS Tool eine neue praktische Lösezange. „Richtig schön sind Alufelgen nur dann, wenn sie keine Macken haben“, findet Boris Peters von KS Tools. Aber oft genug rutschen sogar geübte Werkstattprofis beim Entfernen der Auswuchtgewichte ab. Die speziell geformte Zange sorgt dank der mit Kunststoff geschützten Greifprofile für eine besonders schonende Entfernung der geklebten Gewichte. Sie verfügt über zwei Arretierstufen für schmale und breite Gewichte. Durch den mit einer Feder ausgestatteten Griff öffnet sich die Zange nach dem Zudrücken wieder von selbst, so der Hersteller. Zudem ist ein Hammer zum Aufschlagen integriert. vg ■ KS Tools Werkzeuge-Maschinen GmbH www.kstools.com Foto: KS Tools Foto: Carolus WERKZEUG Der richtige Zug Der Werkzeughersteller Gedore-Werkzeugfabrik bietet mit Carolus eine Reihe von Tools, welche die sicherheitsrelevanten Arbeiten am Rad in der Rädersaison erleichtern sollen. Darunter der Drehmomentschlüssel 1/2". Dieser zeigt das eingestellte Drehmoment mit einem akustischen Signal an und soll so ein Überdrehen der Schraube verhindern. Zur Standardausstattung jeder Werkstatt gehört zudem der Kreuzschlüssel. Der aus Chrom-Vanadium-Stahl gefertigte Pkw-Kreuzschlüssel von Carolus ist dabei für Radmuttern in metrischen sowie Zoll-Maßen geeignet. Die robuste Mittelverstärkung garantiert dabei Stabilität beim Arbeiten. vg ■ Gedore-Werkzeugfabrik GmbH & Co. KG www.carolus.de

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PRODUKTE Der neue Speed-Grip 3 zeigt im Praxiseinsatz seine Stärken bei Schnee und Eis. SEMPERIT Schneehandling verbessert Mit dem neuen Speed-Grip 3 hat Semperit einen Winterreifen im österreichischen Schladming vorgestellt, der bessere Leistungen beim Eisbremsen und im Schnee bieten soll. Fotos: Alexander Junk, Continental interreifen der österreichischen Marke Semperit gibt es schon sehr lange: Bereits 1936 wurde mit dem „Goliath“ der erste Pneu für unwegsames Gelände vorgestellt. Über 80 Jahre später steht mit dem Speed-Grip 3 ein Winterreifen der neuesten Generation zur Verfügung. Grund genug für den Continental-Mutterkonzern, zu dem die Semperit-Marke seit 1985 gehört, den Newcomer im steirischen Schladming vorzustellen. Bremst gut auf Eis Ziel bei der Entwicklung des Reifens sei es laut Robert Dworczak, Produktentwickler von Semperit, gewesen, die guten Eigenschaften des Vorgängers Speed- Grip 2 beizubehalten und die Leistungen nochmals zu verbessern. So soll der Reifen gerade bei winterlichen Verhältnissen beim Eisbremsen um vier Prozent verbessert worden sein. Dazu wurden das Handling und die Traktion im Schnee nochmals gesteigert und auch RÄDER & REIFEN 01/2017 Robert Dworczak, Produktentwickler bei Semperit, stellt den Speed-Grip 3 vor. beim Aquaplaning macht der Speed- Grip 3 eine bessere Figur als sein Vorgänger. Ermöglicht wird dies durch ein laufrichtungsgebundenes Profildesign und neue Profilelemente wie „Wischkanten“, die Wasser besser abführen. Griffkanten an der Profil-Außenseite und so genannte „Schneehaken“ in den Schulternuten sorgen für mehr Grip im Schnee. Auch das Design wurde aufgefrischt: Durch die Hervorhebung der umgebenden Fläche auf der Seitenwand wird das Markenlogo betont. Schneeflocken als 3D-Effekt-Schraffur sollen den Reifen deutlich als Winterreifen erkennbar machen. Ein Winter-Profiltiefenanzeiger zeigt zudem an, wann es Zeit für einen Austausch des Reifens ist. Der Speed-Grip 3 soll ab Herbst 2017 in 42 Dimension im Handel verfügbar sein. Alexander Junk ■ Der Reifen soll ab Herbst 2017 in 42 Dimensionen erhältlich sein. autoservicepraxis.de | autohaus.de

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FELGE Sportlich und aggressiv Mit dem neuen Leichtmetallrad „Crest dark“ im doppelten Kreuzspeichen-Design setzt AEZ auf Autofahrer, die eine sportliche und aggressive Optik bevorzugen. Laut AEZ passt das besonders gut für Fahrzeuge im Premium-Segment. Der Mittenbereich des Rads wird von einem vertieften Pentagon dominiert. Das Leichtmetallrad ist in der Farbe „Gunmetal-Matt“ lackiert. REIFEN Foto: Alcar Kann was wegstecken Der polierte Außenrand („polished lip“) schafft die Abgrenzung zum Reifen als klare Lichtkante und lässt die Alufelge größer wirken. Das neue Rad ist ab sofort in den Größen 7,5 x 17, 8 x 18, 8 x 19, 9 x 19, 8 x 20, 9 x 20 und 9 x 21 Zoll erhältlich. aj ■ Alcar Leichtmetallräder GmbH www.aez-wheels.com Foto: Michelin Der X Force ZL von Michelin eignet sich für extreme Herausforderungen wie den Einsatz in Forstbetrieben, bei der Brandbekämpfung oder auch für Militäreinsätze. Der widerstandsfähige Reifen mit seinen verstärkten Reifenschultern ist für zivile und militärische Lastwägen von 7 bis 13 Tonnen Gesamtgewicht ausgelegt und verfügt über die höchste Traglast seiner Klasse: 3.350 Kilogramm pro Reifen kann er stemmen – 775 Kilogramm mehr als der Vorgänger. Dazu besitzt er Notlaufeigenschaften und ist für Geschwindigkeiten bis 110 Kilometer pro Stunde ausgelegt. Der X Force ZL ist ab sofort in der Dimension 335/80 R20 erhältlich. aj ■ Michelin Reifenwerke AG & Co. KGaA www.michelin.de FELGE Illusion von Tiefe Das neue Leichtmetallrad „0215“ von Rondell bietet zehn Doppelspeichen mit extravaganter Linienführung, die eine optische Tiefenwirkung erzielen soll. Das Rad ist ab sofort mit silberner Lackierung in den Größen 6,5 x 16 und 7 x 17 Zoll erhältlich. aj ■ R.O.D. Leichtmetallräder GmbH www.rondell.de autoservicepraxis.de | autohaus.de Foto: R.O.D. Leichtmetallräder www.KAGUMA.com ... kauf gutes Material! Keine Nutzungsgebühr — Kostenlos ! Rechnung aus einer Hand — Zentralfaktura ! Europaweite Reifenlager in Echtzeit — Alle Hersteller ! Alufelgen 2D + 3D — PDF-Gutachten online ! Werkstattausrüstung und Reifenmontage-Zubehör — Preise vergleichen ! Beratungsmodus inkl. Kalkulation — Thekenverkauf ! Sonderlösungen für Flotten, Verbände und Einkaufsorganisationen möglich! Interesse? Kontaktieren Sie uns jetzt unter info@kaguma.com.

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PRODUKTE FELGE Passend für den Toyota Prius Borbet hat mit dem „Borbet Y“ ein Leichtmetallrad präsentiert, das sich speziell für den Toyota Prius eignet. Das neue, allwettertaugliche Rad ist in der Ausführung „titan matt“ und „chrystal silver“ in der Größe 7,5 x 17 Zoll erhältlich. Mit dem Y-Rad-Design verlaufen die betonten Speichen mit einem leichten Knick vom Radkranz zur Radmitte. Diese Neuinterpretation der klassischen Sternform sowie die dezente Optik sollen die Performance des japanischen Hybrid-Pioniers ergänzen. aj ■ Borbet Vertriebs GmbH www.borbet.de Foto: Borbet REIFENTECHNOLOGIE Jetzt noch widerstandsfähiger Foto: Nokian Fünf weitere SUV-Reifenmodelle von Nokian sind ab sofort mit Aramid- Technologie ausgestattet. Die robusten Fasern verstärken die Seitenwände des Reifens und sorgen so für zusätzlichen Schutz vor Stich- und Schnittschäden. Zum Einsatz kommen sie im Hakkapeliitta LT2, Rockproof, Rotiiva AT, Rotiiva AT Plus und Rotiiva HT. aj ■ Nokian Tyres Deutschland GmbH www.nokiantyres.de FELGE SUV-Leichtgewicht Die neue SUV-Felge SL7 Gladiatore stammt aus dem Speedline-Corse-Programm vom Schweizer Hersteller Ronal. Die Felge soll laut Hersteller eine sportliche und kraftvolle Ausstrahlung bieten und ist dank Flowforming-Herstellungsverfahren zudem sehr leicht. Zu den Highlights der Felge zählt auch eine Lasergravur, die den sportlichen Charakter unterstreichen soll. Die SL7 Gladiatore wird zunächst in der Größe 8,5 x 18 Zoll und der Oberfläche „Ferric anthrazit-matt“ angeboten. aj ■ Ronal AG www.ronalgroup.com Foto: Ronal REIFEN Breite Fahrzeug-Abdeckung Foto: Interpneu Reifen- und Felgengroßhändler Interpneu hat sein Sortiment mit dem neuen Ganzjahresreifen Platin RP 100 Allseason ergänzt. Den Reifen wird es zunächst in Größen von 13 bis 17 Zoll und in 40 verschiedenen Dimensionen geben, was eine große Abdeckung verspricht. aj ■ Interpneu Handelsgesellschaft mbH www.platin-wheels.com RÄDER & REIFEN 01/2017 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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