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Mit freundlicher Empfehlung www.autoservicepraxis.de SPRINGER B43 385 D 10,90 EURO 03.2018 AUTOMOTIVE MEDIA TITELTHEMA Bremsprüfstände: Engpass oder Panikmache? SCR-TECHNOLOGIE Diesel-Nachrüstung: Der ADAC zeigt die Machbarkeit KLIMASERVICE So funktioniert der Service bei CO 2 -Klimaanlagen VERKEHRSBLATT Aktuelle Auszüge bzgl. § 29 StVZO Digitalisierung kann so einfach sein ... iAutofinance bringt die Autofinanzierung für den Handel ins Netz. Checken Sie jetzt ein, um über www.iautofinance.de und unseren Kooperationspartner AutoScout24 qualifizierte Kundenanfragen zu erhalten. TÜV SÜD-AKTUELL Beliebte Tuningmaßnahmen und ihre Grenzen www.autoservicepraxis.de Foto: AdobeStock/Ikostudio Versprochen ... Es dauert nicht länger als drei Minuten, um sich jetzt kostenlos zu registrieren!

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© psdesign 1, AdobeStock TERMINE Donnerstag, 12. April 2018, in Frankfurt Mittwoch, 18. April 2018, in München Donnerstag, 19. April 2018, in Leipzig Information und Anmeldung unter: www.autohaus.de/akademie SEMINAR SCHADEN- UND KASKORECHT DER IMMERWÄHRENDE KAMPF UMS GELD Ihre Topthemen • Raus aus der Denkfalle: Das schadenrechtliche Dreieck • „Reparatur gemäß Gutachten“ ist der beste Schutz gegen Anspruchskürzungen; eindeutige Rechtsprechung • Verbringungskosten in der Rechtsprechung: Alles ist gut ... • Neue Versuche einiger Versicherer: Regress gegen Werkstätten. Erste Urteile • BGH zum Wiederbeschaffungswert bei Sonderfällen, auch mit Auswirkungen auf die 130-Prozent-Fälle • Standkosten, Entsorgungskosten und all das Kleinvieh, das auch Mist macht • Glanz und Elend mit den Mietwagenkosten • Kasko: Jeder Vertrag ist anders. Blindflug geht nicht • Kasko: Wie kann man sich bei Anspruchskürzungen durchsetzen? Neue rechtliche Entwicklungen Ihr Referent RA Joachim Otting www.rechtundraeder.de Rechtsanwalt und Lehrbeauftragter im Fachbereich Automobilwirtschaft an der Hochschule Nürtingen/Geislingen

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LEITARTIKEL Werkstätten sind alleingelassen ie Frage, ob es am Ende tatsächlich zu Produktionsengpässen und damit verbundenen langen Lieferzeiten bei Bremsprüfständen kommen wird, kann derzeit niemand beantworten. Denn niemand weiß genau, wie viele Prüfstände im Feld noch vor dem 1. Januar 2020 ausgetauscht werden müssen, weil sie den technischen Anforderungen der entsprechenden Richtlinie nicht genügen. Die Hersteller stellen ihre Produktionskapazitäten jedenfalls bereits auf die zu erwartende höhere Nachfrage ein. Die Unsicherheit im Markt geht zulasten der Werkstätten. Immerhin scheint sich die Situation beim Thema Kalibrierung entspannt zu haben. Die Bugwelle an fehlenden Kalibrierscheinen kann jetzt sukzessive abgearbeitet werden, weil endlich geschultes und auch befugtes Personal bei Herstellern, Prüforganisationen und Händlern bereitsteht. Das versichern uns sowohl die Prüfgesellschaften als auch der Kalibrierdienstleister Esz der als einer der wenigen akkreditierten Prüflabore Personal ausbildet und sich in Kooperation mit den Prüfstandherstellern um die Ausarbeitung der Kalibrierverfahren kümmert. Dass es so lange gedauert hat, bis akkreditierte Kalibriermethoden und -labore bereitstehen, hat viele Gründe. Jetzt den schwarzen Peter einer beteiligten Partei zuzuschieben, nach dem Motto „Die haben geschlafen“, macht wenig Sinn. Fakt ist, dass die Hürden für die Akkreditierung als Prüflabor durch die Deutsche Akkreditierungsstelle in Berlin extrem hoch sind. Kalibrierverfahren und Prozesse müssen ebenso wie alle verwendeten Messmittel sozusagen amtlich beglaubigt sein. Ärgerlich ist nur, dass die erzeugte Unsicherheit im Markt voll zulasten der Werkstätten geht. Ihnen fehlen valide Informationen und Handlungsanweisungen und so ist zu befürchten, dass die Mehrheit das Thema zunächst einmal aussitzen wird. Viel Spaß beim Lesen! Dietmar Winkler, Chefredakteur www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 3

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INHALT 16 Engpass oder Panikmache? Die Bestandschutzfrist für Bremsprüfstände endet 2019. Wie Hersteller und Werkstätten sich darauf vorbereiten. Foto: ATT Nussbaum Prüftechnik Foto: ADAC Württemberg 34 Großes Saubermachen SCR-Katalysatoren nachträglich einbauen: Der ADAC zeigt die Machbarkeit auf. 40 CO 2 als Kältemittel So funktioniert der Service mit der CO 2 -Klimastation in der Praxis. TITEL 16 Bremsprüfstände Hersteller warnen: Engpass in Sicht 20 Interview Thomas Sieber von TÜV SÜD über die Kalibrierung 22 Datenschnittstelle Ab 2020 Pflicht: Asanetwork-Livestream 24 Technik verstehen So funktioniert ein Bremsprüfstand 26 Best Practice Ein neuer Bremsprüfstand für Autohaus Engelbart AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 AUTOMOBILTECHNIK 28 Lenksysteme Elektromechanische Lenksysteme von Nexteer 30 Reifen Wie sich die Marke Falken Tyre positionieren möchte 32 Stoßdämpfer Tipps, um typische Fehler beim Einbau zu vermeiden 34 Diesel-Nachrüstung SCR-Katalysatoren: Die Technik funktioniert 37 Produkte Neues aus den Bereichen Stoßdämpfer, Zubehör & Co. WERKSTATTTECHNIK 40 Klimaservice So funktioniert das CO 2 - Klimaservicegerät von Texa 44 Werkstattgeschäft Zurückhaltung bei Digitalisierung 46 Verkehrsblatt-Info Mit dem asp-Abo stets auf dem aktuellen Stand 48 Produkte Neues aus den Bereichen Batterie, Werkzeug & Co. BETRIEBSPRAXIS 52 Finanzen Vorsicht Kassenschau: Worauf Betriebe achten sollten 54 Interview Carat-Geschäftsführer Thomas Vollmar über Mecanto25 56 Nachfolge, Teil 3 Wenn Externe den Betrieb übernehmen RUBRIKEN 03 Leitartikel 06 Nachrichten 39 ASA-News 50 TÜV SÜD-Aktuell 38 Impressum Spezial: Räder & Reifen Verkehrsblatt-Beilage asp-Abonnenten erhalten regelmäßig Änderungen bezüglich § 29 StVZO. Diesmal: die neue „HU-Richtlinie“ 51 Elektromobilität TÜV SÜD prüft im Auftrag von EnBW Ladesäulen für Elektrofahrzeuge an Autobahnen. www.autoservicepraxis.de

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© Copyrightholder/stock.adobe.com NEUE AUFLAGE Bestell-Nr.: 192 Softcover, 17 x 24 cm, farbig 218 Seiten, 2. Auflage 2018 € 69,00 (€ 73,83 inkl. MwSt.) Jetzt gleich bestellen! Tel.: 089/20 30 43 - 1900 Fax: 089/20 30 43 - 2100 eMail: vertriebsservice@springernature.com eShop: www.springer-automotive-shop.de Optimierte Prozesse, höhere Werkstattrendite! Bernhard Seilz Teile- und Lagermanagement Da steckt bares Geld drin! Das Teile- und Zubehörlager ist ein wesentlicher Vermögensbestandteil des Kfz-Betriebs und sollte professionell gemanagt werden. In diesem Buch werden alle hierfür wichtigen Faktoren beschrieben – von der Gestaltung eines zukunftsorientierten Teile- und Zubehörlagers über effiziente Prozesse bis hin zum aktiven Zubehörverkauf. Mit der 2. überarbeiteten Auflage dieses Buches bekommen Sie die Möglichkeit, kostenlos einen interaktiven Maßnahmenplan zu nutzen, mit dessen Hilfe Sie Ihre persönlichen Maßnahmen für Ihr Teile- und Lagermanagement bearbeiten können. Probieren Sie es – optimieren Sie dieses wichtige Geschäftsfeld Ihres Betriebes! Das ist neu: • Umgang mit automatischen Nachschubsystemen und „toten Teilen“ im Bestand • Optimales Zusammenspiel von Werkstatt und Teiledienst (Kennzahlen, Abläufe und Effizienzsteigerung) • Interaktiver Maßnahmenplan, z. B. mit automatischer Erinnerungsfunktion bei Zielterminüberschreitung

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NACHRICHTEN ELEKTROMOBILITÄT Abspecken nicht notwendig? Meistgeklickte Artikel im Februar 1. Citroën: Viele Probleme auch im zweiten Halbjahr 2. Ford: Überhitzte Zylinderköpfe 3. Metaller-Warnstreiks: Es trifft Zulieferer und Hersteller 4. Fiat: Verlust der Antriebskraft 5. ADAC-Test: Hardware-Diesel-Nachrüstung funktioniert Meldung verpasst? Mit dem kostenlosen Newsletter von asp wäre das nicht passiert. Abo unter www.autoservicepraxis.de/newsletter. Frage der Woche (05. bis 11. Februar) Um Fahrverbote künftig zu vermeiden, setzt die Politik auf technische Nachrüstungen bei Dieselfahrzeugen. Das lehnt die Autoindustrie bislang ab. Wer wird sich Ihrer Meinung nach durchsetzen? ■ Politik (22 %) ■ Autoindustrie (28 %) ■ Es wird auf einen Kompromiss herauslaufen (49 %) ■ Weiß nicht (1 %) AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 Durch den Einsatz von Leichtbaumaterialien wie Kohlefaser sollen Elektroautos eine höhere Reichweite haben, so die gängige Lehrmeinung. Eine Studie des Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen kann das nicht bestätigen. Die Wissenschaftler haben den Stromverbrauch eines Tesla S ohne Zusatzgewicht sowie mit 100, 200 und 300 Kilogramm Balast miteinander verglichen. Bei der Leerfahrt lag der Verbrauch bei 17,77 kW/h auf 100 Kilometern. Mit 300 Kilogramm extra stieg er lediglich auf 17,87 kW/h. Das Phänomen ließ sich auch beim Kleinwagen BMW i3 (siehe Foto) beobachten. Den Grund für den geringen Mehrverbrauch sieht die CAR-Studie in der Bremskraftrückgewinnung von Autos mit Elektromotor. Entscheidend sei auch ein intelligentes Energiemanagement. aj ■ KLIMATECHNIK Preisexplosion bei Kältemittel Durch die gesetzlich vorgegebene Mengenreduktion des Kältemittels „R134a“ stieg der Preis im Vergleich zum Vorjahr um 400 Prozent. Neben der Preissteigerung könnte es zu einem Engpass des Kältemittels kommen, da Hersteller fluorierter Treibhausgase ihre Kapazitäten auf andere Kältemittel verlagern. „Gashändler erwarten zum Ende der Klimasaison 2018 einen Preisanstieg bei R134a auf bis zu 60 Euro pro Kilo“, erklärt Klimaexperte Andreas Lamm von Klimacheck.com. „Sollte der Sommer 2018 heiß werden, dann besteht die Möglichkeit, dass zum Ende der Klimasaison kein Kältemittel R134a zur Verfügung steht.“ Ein Lösungsansatz liege laut Lamm im Umstieg von R134a auf R1234yf, was aber Probleme mit der Typengenehmigung zur Folge hat. Hier seien Lösungen vom Gesetzgeber gefordert. aj ■ AUTOHAUS-SEMINAR Neue Datenschutzvorschriften Ab Mai 2018 gelten die Regelungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung und des neuen Bundesdatenschutzgesetzes. Neben umfangreichen Dokumentationspflichten und steigenden Bußgeldern gewinnt auch die IT-Sicherheit weiter an Bedeutung. Auch Autohäuser und Werkstätten, die nach dem neuen Bundesdatenschutzgesetz nicht verpflichtet sind einen Datenschutzbeauftragten zu bestellen, müssen die neuen Datenschutzvorschriften einhalten. Wie das geht, zeigt das AUTOHAUS-Seminar „Datenschutz im Autohaus: Bußgelder vermeiden“, das mit dem Datenschutzbeauftragten Sebastian Tausch von Datenschutzwegweiser.de durchgeführt wird. Ziel des Seminars ist es, den Datenschutz eigenständig organisieren und dokumentieren zu können. Das Seminar findet jeweils von 9 bis 17 Uhr in Köln (20. April), Frankfurt (26. April), München (3. und 4. Mai) und Hannover (8. und 9. Mai) statt und lässt sich unter www.autohaus.de/akademie buchen. Die Teilnahmegebühr beträgt 329 Euro (zzgl. MwSt.). aj ■ Foto: Springer Nature www.autoservicepraxis.de Foto: BMW

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ÜBERNAHME Stahlgruber schluckt Rücker Teilehändler Stahlgruber hat das operative Geschäft der Karl Rücker Kraftfahrzeugteile GmbH & Co. KG in Heilbronn übernommen. Zu dem insolventen Unternehmen gehören drei Verkaufshaus-Filialen in Crailsheim-Roßfeld, Schwäbisch Hall und Eppingen. Alle Mitarbeiter sollen weiter beschäftigt werden. Die bisherigen Kunden von Rücker können zudem ohne Unterbrechung mit allen gewünschten Produkten weiterversorgt werden. Alle drei Filialen wurden dazu an das Logistikund Vertriebskonzept von Stahlgruber angeschlossen. Karl Rücker Kraftfahrzeugteile ist ein alteingesessener Traditionsbetrieb mit einer fast 90-jährigen Unternehmensgeschichte. Stahlgruber kann mit der Übernahme seine Wachstumsstrategie weiter fortsetzen und seine Marktposition ausbauen. aj ■ Foto: Stahlgruber RADSPIELDETEKTOREN Fünf Jahre Übergangsfrist Mit der Richtlinie 2014/45/EU vom 3. April 2014 wurden europaweit einheitliche Mindestanforderungen für die regelmäßige technische Fahrzeugüberwachung definiert. Diese tritt am 20. Mai 2018 in Kraft, erlaubt aber für Werkstätten eine Übergangsfrist von fünf Jahren für Prüfgeräte, die den neuen Anforderungen nicht entsprechen. Das teilte MAHA mit. Konkret handele es sich um die Prüfung sicherheitsrelevanter Komponenten wie beispielsweise Lenkung, Achsen, Aufhängung mithilfe eines Radspieldetektors. Der verwendete Detektor müsse mit zwei kraftgetriebenen Prüfplatten ausgestattet sein, die sowohl in Längs- als auch in Querrichtung entgegengesetzt voneinander bewegt werden können. Geräte mit nur einer Prüfplatte seien gemäß der Richtlinie spätestens ab Mai 2023 nicht mehr zulässig. Für die Prüfung von Fahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 t sind außerdem ein Gesamt-Verfahrweg jeder Prüfplatte von mindestens 95 mm sowie eine Verfahrgeschwindigkeit zwischen 5 cm/s und 15 cm/s vorgeschrieben, so MAHA. tm ■ Foto: MAHA Continental und der chinesische Automobilzulieferer und Batteriezellenhersteller CITC (Sichuan Chengfei Integration Technology Co., Ltd.) werden künftig in einem gemeinsamen Joint Venture 48-Volt-Batteriesysteme für die Automobilindustrie entwickeln und produzieren. Beide Partner haben den Vertrag über die Gründung eines gemeinsam geführten Unternehmens unterzeichnet. Das Joint Venture, an dem Continental zu 60 Prozent und CITC zu 40 Prozent beteiligt sind, wird global agieren und neben China und anderen asiatischen Märkten auch Kunden in Europa und Nordamerika beliefern. Die Online-Plattform Mobile.de hat ein neues Finanzierungsmodell auf den Markt gebracht. Ab sofort bekommen Autokäufer mit nur zwei Angaben für jedes Fahrzeug eine monatliche Finanzierungsrate angezeigt. Autokäufer sehen bei Angabe der Anzahlung und Laufzeit für jedes Fahrzeug eine monatliche Finanzierungsrate. Diese kommt entweder vom Handel und der angeschlossenen Bank oder über einen Vergleichsanbieter. Bisherige Kooperationspartner sind die BDK und Santander, weitere werden in Kürze folgen. Pünktlich zur Klimaanlagensaison bietet Automobilzulieferer Denso für Werkstätten wieder ein umfangreiches Klimaanlagen-Schulungsangebot, das vom Abendworkshop bis zum zweitägigen Intensivseminar für Klimaprofis reicht. Alle Schulungsangebote von Denso sind über den Fachhandel buchbar. Zur Verkaufsunterstützung stellt der Hersteller den Kfz- Betrieben zudem kostenfrei Werbemittel zum Thema Klimaservice zur Verfügung. Fahrzeuge mit Autogas (LPG) sind beliebt: Zum 1. Januar 2018 waren 421.283 Autogas-Fahrzeuge in Deutschland zugelassen. Das geht aus den aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) hervor. Damit ist LPG stärkster Alternativkraftstoff auf dem deutschen Markt. Erst mit großem Abstand folgen Hybride (236.710 Fahrzeuge), Erdgas (75.459 Fahrzeuge) und Elektro (53.861 Fahrzeuge). Alfred Weber, Chef des Filterspezialisten Mann + Hummel, hat das Unternehmen verlassen. Der Topmanager hatte bereits im vergangenen Sommer eine Vertragsverlängerung über 2018 hinaus ausgeschlossen. Ein Nachfolger soll in den nächsten Monaten bestimmt werden. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 7

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NACHRICHTEN VDA-KONGRESS Autonomes Fahren und E-Mobilität Auf den 20. Technischen Kongress des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) kamen über 900 Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. E-Mobilität und Digitalisierung standen im Mittelpunkt. er 20. Technische Kongress des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) fand dieses Jahr am 27. und 28. Februar im Berliner Maritim- Hotel statt. Über 900 Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik nahmen an dem Expertentreffen der Automobilindustrie teil – so viel wie nie zuvor. Das 20-jährige Jubiläum der Veranstaltung startete genau an dem Tag, an dem das Bundesverwaltungsgericht Leipzig sein Dieselurteil fällte. Der scheidende VDA-Präsident Matthias Wissmann kannte das Urteil bereits zum Zeitpunkt seiner Eröffnungsrede, nahm es jedoch nicht vorweg, da es erst um zwölf Uhr mittags offiziell verkündet wurde. KURZFASSUNG Auf dem 20. Technischen Kongress des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) in Berlin mit über 900 Teilnehmern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik standen die Themen E-Mobilität und Digitalisierung im Mittelpunkt. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 Der scheidende VDA- Präsident Matthias Wissmann hielt die Eröffnungsrede. Der VDA-Präsident machte jedoch keinen Hehl daraus, dass er von Fahrverboten in Städten wenig hält. „Die ambitionierten Vorgaben zur Luftqualität in den deutschen Städten können auch ohne Fahrverbote erreicht werden. Die NO 2 -Jahresmittelwerte sind 2017 in vielen Städten deutlich gesunken. Insgesamt sind die Stickoxidemissionen des Straßenverkehrs heute um 70 Prozent geringer als im Jahr 1990“, sagte Wissmann. Nach Ansicht des Verbandspräsidenten werde die Luftqualitätsfrage mittelfristig durch die zunehmende Flottendurchdringung von Fahrzeugen mit neuen Abgasstandards gelöst. Kurzfristig würden die auf dem Diesel-Gipfel vereinbarten Software- Updates reichen, die NO 2 -Emissionen in Städten zu reduzieren. Hardware-Nachrüstungen seien nicht sinnvoll, da hierdurch ein höherer Verbrauch und mehr CO 2 -Ausstoß zu erwarten seien. So stand auch nicht die Diesel-Problematik im Mittelpunkt des Kongresses, sondern Themen rund um die Mobilität der Zukunft, darunter Elektromobilität, Fotos: Alexander Junk alternative Antriebe, Car-Sharing und die Herausforderungen, die durch autonomes Fahren entstehen, beispielsweise die Fahrzeugsicherheit. Zusätzlich standen 33 Aussteller im Foyer bereit, darunter die Zulieferer Schaeffler, Bosch oder auch der Prozessorhersteller Nvidia, der die leistungsfähige IT-Infrastruktur für autonom fahrende Autos bereitstellt. Über 50 hochrangige Vertreter der Automobilindustrie referierten auf dem Kongress, darunter Professor Peter Gutzmer, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands und Vorstand Technologie der Schaeffler AG, Ulrich Eichhorn, Leiter Konzernbereich Forschung und Entwicklung des Volkswagen Konzerns, Markus Heyn, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH, und Gunnar Hermann, Vorsitzender des Vorstands der Ford Werke GmbH. Staatssekretär Rainer Bomba, Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, sprach ebenfalls ein Grußwort. Ausgeprägter Energiemix Professor Peter Gutzmer sagte in seiner Keynote: „Die Herausforderungen zur Mobilität für morgen erfordern ein Denken in Energieketten: die ganzheitliche Betrachtung von der Energieerzeugung über die Energiedistribution bis hin zur Energienutzung. Aktuelle Studien zeigen, dass es künftig einen ausgeprägten Energiemix geben wird, wobei der Anteil an erneuerbaren Energien rasant zunimmt. Die Bedeutung fossiler Kraftstoffe bleibt zunächst hoch.“ Systemisches Denken und Ambidextrie, also die Fähigkeit von Organisationen und Unternehmen, gleichzeitig effizient und flexibel zu sein, werden laut Gutzmer entscheidende Erfolgsfaktoren sein. Wer sich rechtzeitig öffne und wandele, wird erfolgreich sein. Ulrich Eichhorn, Leiter Konzernbereich Forschung und Entwicklung des Volkswagen Konzerns, betonte: „Die Elektromobilität wird entweder die oder eine Antriebstechnologie der Zukunft www.autoservicepraxis.de

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sein. Bereits heute existieren verschiedene, häufig auf segmentspezifischen Anforderungen basierende Technologien für den Serieneinsatz.“ Bei der Implementierung von E-Fahrzeugen spielen laut Eichhorn Kosten, Reichweite und Ladeinfrastruktur sowie global unterschiedliche Gesetzesanforderungen eine zentrale Rolle. Markus Heyn, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH, unterstrich in seinem Vortrag: „Vernetzung verändert grundlegend, wie wir uns in Zukunft fortbewegen und Verkehrsmittel nutzen. Sie ist der Schlüssel für neue digitale Mobilitätsdienstleistungen, die etwa vor Falschfahrern warnen, das Smartphone zum Autoschlüssel machen oder via App Menschen zusammenbringen, die den Weg zum gleichen Arbeits- oder Studienort gemeinsam zurücklegen wollen. Damit wird Mobilität stressfreier, emissionsfreier und unfallfreier.“ Auch die Sicherheit autonom fahrender Autos war ein Thema. Laut Lee Bauer, Vice President Vehicle Architecture vom amerikanischen Zulieferer Aptiv, brauchen Autos in Zukunft redundante Systeme bis hin zur Stromversorgung. Faye Francis, Executive Director Auto-ISAC (Automotive Information Sharing and Analysis Center), richtete einen Appell an die Autohersteller: Um zu verhindern, dass Hacker Zugriff auf das Auto bekommen, müssten die Hersteller künftig zusammenarbeiten, Informationen untereinander austauschen und Sicherheitsstandards etablieren. Alexander Junk ■ www.autoservicepraxis.de Auf dem Kongress präsentierten Zulieferer wie Schaeffler ihre Produkte. Professioneller Klimaservice mit Robinair Seit 1956 ist Robinair Weltmarktführer bei Servicegeräten für Rückgewinnung, Recycling und Wiederbefüllung von Kältemitteln sowie Ausrüstung und Zubehör für Kfz- Klimaanlagen Service. Jetzt stellen wir Ihnen unsere neue innovative Produktfamilie vor. NEUHEIT Die neuen Servicegeräte von Robinair überzeugen durch innovative Neuheiten, verbesserte Funktionen sowie Servicefreundlichkeit und bieten durch die perfekte Kombination von Präzision, Robustheit und Anwenderfreundlichkeit die besten Voraussetzungen für einen effizienten Klimaservice an R134aund R1234yf-Klimaanlagensystemen. Durch die neue schwenkbare Steuerkonsole wird ergonomisches Arbeiten sowie optimale Benutzerfreundlichkeit gewährleistet. Die verbesserte Bedienersoftware optimiert und vereinfacht Arbeitsabläufe und mit der innovativen Robinair App kann der Nutzer jeder Zeit den Arbeitsstatus und -fortschritt des Klimaservice in Echtzeit überprüfen. ROBINAIR.COM

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NACHRICHTEN BRANCHENBILANZ ZDK will Hardware-Nachrüstung Die Dieselkrise macht den deutschen Autohändlern zu schaffen. Trotz deutlich gestiegener Neuzulassungszahlen sank die Rendite. Mit der Hardware-Nachrüstung für Euro-5-Diesel soll es wieder aufwärts gehen. ZDK-Jahrespressekonferenz 2018 zu wichtigen Branchenthemen mit Vizepräsident Thomas Peckruhn, Präsident Jürgen Karpinski und Vizepräsident Wilhelm Hülsdonk (v.l.) Verluste im Gebrauchtwagensegment hinterlassen sichtbare Spuren im Geschäft der deutschen Autohändler. Trotz einer deutlich höheren Neuwagennachfrage ist der Umsatz im Kfz- Gewerbe im vergangenen Jahr nur leicht gewachsen. 2017 habe die Branche rund 174,4 Milliarden Euro erlöst, das sei lediglich ein Plus von 1,4 Prozent, sagte ZDK- Präsident Jürgen Karpinski am 15. Februar in Berlin. „Das ist eine Auswirkung der Dieselkrise. Die Umsatzverluste sind im Gebrauchtwagensegment zu verzeichnen.“ Profitabilität leidet Die Autokäufer seien weiter zutiefst verunsichert, betonte Karpinski. „Drohen de Fahrverbote in den Ballungsgebieten machen gebrauchte Diesel fast unverkäuflich.“ Wegen der zahlreichen Gebrauchtwagen auf Halde und der noch zu erwartenden Leasing-Rückläufer sei die Lage für einen Teil der Unternehmen inzwischen existenzbedrohend, so Karpinski. Diesel-Pkw würden inzwischen durchschnittlich 100 Tage beim Handel stehen, Benziner hingegen nur 80 Tage. Jeder Standtag koste rund 28 Euro pro Tag und Fahrzeug. Hinzu AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 komme der Wertverlust mit einigen Tausend Euro pro Fahrzeug. Karpinski sprach davon, dass der Rücknahmewert im Durchschnitt etwa 20 Prozent unter der Annahme von vor drei Jahren liege. Das hat Folgen für die Profitabilität: Die Durchschnittsrendite der Kfz-Betriebe lag nach vorläufigen Berechnungen 2017 bei 1,3 bis 1,6 Prozent – nach 1,7 Prozent im Jahr davor. Karpinski: „Daher ist es umso wichtiger, dass es auf politischer Ebene in Sachen Hardware-Nachrüstung älterer Diesel jetzt schnell vorangeht.“ Der ZDK-Präsident hielt ein flammendes Plädoyer für die Hardware-Nachrüstung: Es könne nicht angehen, dass Millionen von Fahrzeughaltern sozusagen kalt enteignet würden. Die Kfz-Werkstätten stünden bereit für eine Hardware-Nachrüstung. In den nächsten zwei Monaten erhofft ZDK-Vizepräsident Wilhelm Hülsdonk eine Entscheidung darüber, welche Maßnahmen zur Senkung der Stickoxid-Werte in den Städten ergriffen werden soll. Denn darum geht es. Als Mitglied der Expertengruppe I im „Nationalen Forum Diesel“ plauderte Hülsdonk aus dem Nähkästchen: Die Automobilin- Foto: ProMotor, Grafik ZDK dustrie mauert, die Politik ist in Zugzwang, so sein persönliches Fazit aus der bisherigen Diskussion. Wenn man die Hersteller zwingen wolle, sei ein langer Rechtsstreit vorprogrammiert. Bis das entschieden sei, seien die betroffenen Fahrzeuge längst verrostet. Moralisch sei derzeit auch nicht an die Industrie heranzukommen. Weil 70 Städte aber die Luftreinhaltegebote der EU nicht einhalten würden, müsse die Politik reagieren. Um einen Flickenteppich zu vermeiden, den es geben würde, wenn jede Stadt andere Verfügungen treffe, müsse eine Entscheidung in Berlin fallen. Pragmatischer Lösungsansatz Sein pragmatischer Lösungsansatz: „Es wäre das Beste, den Besitzern der Autos zu erlauben zu entscheiden, was sie tun möchten.“ Laut einer Umfrage des ZDK könnten sich 40 Prozent der Autofahrer vorstellen, eine Umrüstung auf eigene Kosten vorzunehmen – wenn sie dafür den Wert ihrer Fahrzeuge erhalten könnten. Die Kosten werden derzeit auf 1.500 bis 3.000 Euro pro Fahrzeug geschätzt, im Durchschnitt geht der Verband von 2.500 Euro aus. Um einen Anreiz für die Besitzer dieser Fahrzeuge zu geben, könnte es eine Förderung aus einem Dieselfonds geben, so der Ansatz des ZDK. Alleine die zu erwartenden Steuereinnahmen, so die Rechnung des Verbandes, könnten hierfür ein Grundstock sein. Rechne man fünf Millionen Dieselfahrzeuge der Schadstoffklasse Euro 5 mal 2.000 Euro, käme man auf zehn Milliarden Euro Umsatz für die Nachrüstung. Allein die Umsatzsteuer daraus schlage mit 1,9 Milliarden Euro zu Buche. KURZFASSUNG Mehr als 300.000 Euro-5-Diesel-Pkw auf den Höfen machen den Autohäusern derzeit das Leben schwer. Die Durchschnittsrendite sank auf 1,3 bis 1,6 Prozent. Das Kfz-Gewerbe hofft auf die Hardwarenachrüstung. www.autoservicepraxis.de

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Wenn die Nachrüst-Förderung nicht auf private Halter beschränkt sei, so Fabrikatssprecher und ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn, könne damit auch dem Handel geholfen werden. Die Autohäuser dürften nicht diskriminiert werden, fordert er. Gute Auslastung im Service 52 Prozent der vom ZDK in einer Blitzumfrage befragten Händler sehen in der Hardware-Nachrüstung eine wirksame Maßnahme zur Wert erhaltung der Bestände und zur Reduzierung der Standzeiten. Bislang müssen die Händler die Verluste überwiegend alleine stemmen: 93 Prozent der Händler sehen laut Umfrage keine ausreichende Unterstützung durch Hersteller und Importeure für die Rücknahme von Euro-5-Diesel-Pkw. Positiver fielen die Zahlen bei Neuzulassungen und Der Gebrauchtwagenabsatz ist eingebrochen: Im Markenhandel half noch die Eintauschprämie, die bei manchen Fabrikaten auch für junge Gebrauchte galt. Die freien Betriebe verloren aber mehr als ein Viertel ihres Absatzes. im Service aus: Rund 90.000 mehr verkaufte Neuwagen ließen den Umsatz in diesem Geschäftsfeld um fünf Prozent auf 64,1 Milliarden Euro steigen. Weiter auf hohem Niveau bewegte sich das Service- geschäft mit Erlösen von 32,1 Milliarden Euro (plus 0,5 Prozent). Im Durchschnitt waren die Werkstätten im vergangenen Jahr mit 86 Prozent ausgelastet, das ist ein Prozentpunkt mehr als 2016. Doris Plate ■ UMSATZ KFZ-GEWERBE 2017 Gesamt: 174,4 Milliarden € (+1,4 %) GW Pkw über GW-Händler 10,1 Mrd. € (-26,7 %) Service 32,1 Mrd. € (+0,5 %) GW Pkw über Markenhandel 56,2 Mrd. € (+4,4 %) NW Lkw 7,8 Mrd. € (+4,4 %) GW Lkw 4,0 Mrd. € (+4,2 %) NW Pkw und Pkw-Kombi 64,1 Mrd. € (+5,0 %) Quelle: ZDK Scannen & liken!

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NACHRICHTEN SCHADENSTEUERUNG Die Qualität hochhalten Bei der Mitgliederversammlung des Bundesverbandes der Partnerwerkstätten (BVdP) in Kassel wurde eine neue Marke vorgestellt, die dem Endkunden hohe Servicequalität signalisieren soll. Die BVdP-Netzwerkstatt ist in der Branche für Unfallreparaturen als Treffpunkt längst etabliert. Rund 380 Teilnehmer trafen sich Ende Februar bei der Netzwerkstatt des Bundesverbandes der Partnerwerkstätten (BVdP) in Kassel. Neben dem offiziellen Programm ging es dort vor allem ums Networking in den Gängen. Bereits am Vortag fand ebenfalls in Kassel die Mitgliederversammlung des Verbands statt. Die Mitglieder sind laut BVdP- Geschäftsführer Robert Paintinger mit eher gemischten Gefühlen ins neue Jahr gestartet. Einerseits freuten sich die Partner werkstätten über volle Auftragsbücher, andererseits fehlten Fachkräfte, um die Fahrzeugreparaturen zügig abzuarbeiten. „Unsere Konjunktur- und Stimmungsabfrage zeigt deutlich, dass die Produktivität der Mitarbeiter in den Betrieben sinkt, weil die meisten Partnerwerkstätten am Limit arbeiten“, erklärte Robert Paintinger. Zudem habe sich die Kostenentwicklung dramatisch verschlechtert. Im vergangenen Jahr seien vor allem die Arbeitskosten explodiert, auch die Gesamtkosten stiegen seit Jahren kontinuierlich. Eine Einigung mit dem größten Kfz- Versicherer HUK-Coburg konnte im Vor- AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 feld nicht mehr erzielt werden. Es geht in den Verhandlungen um die Entlohnung der Unfallreparaturbetriebe in der Schadensteuerung, insbesondere um die Verrechnungssätze bei Lackierarbeiten. Check von Kostenvoranschlägen Einig waren sich laut BVdP die 400 Mitgliedsbetriebe darin, dass die Stundenverrechnungssätze steigen müssen. Robert Paintinger: „Während uns die Kosten davonlaufen, kommen die Stundensätze nicht mehr hinterher.“ Auch bei der Beurteilung des Abwicklungsaufwandes einzelner Steuerer sieht der Verband negative Tendenzen. „Die Prozesse bei den Schadenvermittlern werden insgesamt als noch normal bewertet“, betonte Paintinger. „Aber auch hier ist deutlich erkennbar, dass es einzelne Ausreißer gibt, die seit Jahren immer schlechter beurteilt wurden, weil die Prozesse einfach nicht rundlaufen. Das muss sich ändern.“ Mit der Marke „QualiCar“ arbeiten die Partnerwerkstätten gemeinsam mit dem Bundesverband an der Optimierung der Reparaturprozesse. Die mit QualiCar ausgezeichneten Karosserie- und Lackier- Foto: Dietmar Winkler betriebe erfüllen besonders hohe Anforderungen an Prozesse und Qualität. Mit der Marke „QualiCheck“ wird das Konzept jetzt erweitert. QualiCheck ist ein vollständig digitaler Prozess, der die schnelle Bearbeitung von Kostenvoranschlägen ermöglicht. Im Rahmen von QualiCheck können alle am Prozess beteiligten Parteien gleichzeitig eine Datei online bearbeiten. Wie dies genau abläuft, erklärte Marco Senger, operativer Geschäftsführer: „Ein Betrieb schickt den Kostenvoranschlag mit Dokumentation zur BVdP Clearingstelle. Hier wird gecheckt, ob die Reparaturkalkulation in Ordnung ist. Bei Unklarheiten setzt sich die Clearingstelle mit dem Betrieb in Verbindung, klärt offene Fragen und korrigiert zudem auch mögliche fehlende oder unnötige Arbeitspositionen. Erst wenn alles passt, geht der Kostenvoranschlag über die Schnittstelle zum Schadensteuerer oder Versicherer.“ Nach außen hin können BVdP-Partnerwerkstätten ihren Qualitätsanspruch jetzt auch Richtung Endkunde zeigen. Dazu wurde das neue Siegel m.o.r.e. entwickelt (siehe Kasten). Dietmar Winkler ■ NEUES QUALITÄTSSIEGEL In Kassel stellte der BVdP die neue Leistungsmarke „m.o.r.e.“ vor. Die Buchstaben stehen für den Slogan „Mein optimales Reparaturerlebnis“. Das Markenzeichen richtet sich an den Endkunden und soll ihm signalisieren: Im gesteuerten Schadenfall erhalten Autofahrer hier eine besonders hochwertige Reparatur- und Servicequalität. „Wir wollen mit dieser neuen Wort-Bild-Marke erreichen, dass der Verbraucher sofort erkennt, dass er im Schadenfall sehr gut in dieser m.o.r.e.-Partnerwerkstatt aufgehoben ist“, erklärte BVdP-Geschäftsführer Robert Paintinger die Idee hinter dem Siegel. www.autoservicepraxis.de

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AUTONOMES FAHREN Lidar-Sensoren im Kommen Damit Autos zukünftig autonom fahren können, brauchen sie eine Vielzahl von Sensoren: Neben Kamerasystemen, Radar und Ultraschall sind das auch so genannte „Lidar“-Sensoren (Light Detection and Ranging), die mit Laserstrahlen zur optischen Abstandsmessung arbeiten. Ähnlich wie beim Ultraschall wird hier ein „Lichtsignal“ ausgesendet, das von Objekten reflektiert wird. Somit lässt sich genau bestimmen, wo sich ein Hindernis für das autonom fahrende Auto befindet. Im Gegensatz zu Kamera- und Radarsensoren ist der große Vorteil der Lidar-Sensoren ihre Genauigkeit bis auf wenige Zentimeter und ihre hohe Reichweite von mehreren Hundert Metern. Da die Laserscanner eine 360-Grad-Grad-Rundumsicht bieten, lässt sich so ein 3D-Bild der Umgebung erstellen. Eine Herausforderung ist es dabei noch, die riesigen Datenmengen, die dabei entstehen, mit anderen Sensoren zu kombinieren. Laut Velodyne Lidar, einem kalifornischen Unternehmen und Marktführer für Lidar-Technologie, sei das aber nur noch eine Frage der Zeit. Das Unternehmen zeigte jüngst, wie weit die Technik bereits ist und präsentierte den „VLS- 128“, der zu den genauesten seiner Zunft gehört und mit 128 rotierenden Laserstrahlen die Umgebung abtastet. Ebenfalls im Portfolio ist der „VLP-32C Ultra Puck“ (siehe rechts im Bild mit Dieter Gabriel, Marketing Manager EMEA bei der Velodyne Europe GmbH), der sich mit seiner platzsparenden Form leichter auf dem Fahrzeugdach montieren lässt. Beide Konzepte haben jedoch den Nachteil, dass dafür ein rotierendes Element für eine 360-Grad-Umsicht benötigt wird. Das sei laut Velodyne Lidar für Autohersteller aus Gründen des Designs und der Zuverlässigkeit keine Alternative. Deswegen haben die Kalifornier einen Sensor ohne beweg- liche Teile entwickelt, den „Lidar Velarray“, von dem mehrere an Vorder- und Rückseite des Autos benötigt werden. In drei bis fünf Jahren sollen Pkw damit ausgestattet sein, so die Schätzung des Unternehmens. Alexander Junk ■ Foto: Alexander Junk Upps! Haben Sie etwas vergessen? Vielleicht Ihren alten Prüfstand? Nur die wenigsten "älteren" Prüfstände in Deutschland entsprechen der neuen Richtlinie. Gehört Ihrer dazu? Wenn nicht, wird es langsam Zeit für einen neuen. Multiflex 06 Easy Der Gesetzgeber hat entschieden, dass der Bestandsschutz für Prüfstände, die die Mindestanforderungen (für PKW: Durchmesser der Laufrollen min. 200 mm, Prüfgeschwindigkeit größer als 4 km/h, ASA Livestream Schnittstelle) nicht erfüllen, am 1. Januar 2020 endet. Warten Sie nicht zu lange, sonst drohen lange Lieferzeiten und sogar der Verlust der HU-Durchführung. AHS Prüfstände überzeugen durch ... Zertifizierung nach neuer Richtlinie Hochwertige Qualität "made in Germany" Anpassung an bestehende Fundamente (keine teuren Fundamentarbeiten notwendig) bedienerfreundliche Ausstattung umfangreichen Standard-Lieferumfang vielfältige Optionsmöglichkeiten wie z. B. PC-Software, Hebeschwelle, AHS-Allradmodus, Pedalkraftmesser, Einbauwannen, etc. www.ahs-prueftechnik.de

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NACHRICHTEN AKTUELLE RÜCKRUFE (TAGESAKTUELL: WWW.AUTOSERVICEPRAXIS.DE/RUECKRUFE) Marke Modell Produktionszeitraum Audi A3 März bis August 2011 BMW 1er (3-Türer F21 mit elektronischer Sitzverstellung Memoryfunktion) Q3 September bis November 2016 26.06. bis 20.07.2017 750d xDrive Juli 2012 bis Juni 2015 Gründe/Maßnahmen Fahrzeuge (D) interner Code Vollzug erkennbar an Magnetschalter des Anlassers kann falsch eingebaut worden sein/Daueransteuerung des Anlas- 7.000 27F8 keine Angabe sers möglich, Anlasser kann überhitzen, Brandgefahr/Ersatz des Magnetschalters in der Werkstatt. Fehlerhafte Schweißverbindung am Gasgenerator/Beim Unfall mit Auslösung des Beifahrerair- 85 69U3 siehe oben bags könnte dieser nicht mit dem erforderlichen Gasvolumen gefüllt werden und das Schutzpotenzial vermindern/Austausch des Beifahrer-Airbagmoduls. Scheinverriegelung der Vordersitze kann ggf. 16 0052840100 keine Angabe Scheinverriegelung nicht erkennen/Lehne kann einseitig vorklappen oder vollständig versagen, beim Crash besteht Verletzungsgefahr/Ersatz der Sitzversteller der Vordersitze. Software wurde irrtümlich nicht geeigneten Modell-Versionen zugeordnet/Schlechtere Abgaswerte/Aufspielen einer anderen Software. keine Angabe 003760200 Speicherung in BMW-internen Datenbanken. 750Ld xDrive siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben M550d xDrive (Limousine) M550d xDrive (Touring) März 2012 bis Oktober 2016 März 2012 bis Februar 2017 Fiat Ducato 09.01.2015 bis 31.01.2018 Ford C-Max 02.06.2010 bis 22.12.2014 Fiesta ST 19.09.2012 bis 16.12.2014 Focus 23.07.2010 bis 21.09.2014 Kuga 08.05.2012 bis 21.11.2014 Transit Connect 10.06.2013 bis 20.12.2014 Honda Odyssey 2011 bis 2017 Zweite Sitzreihe nicht korrekt fixiert/Sitzreihe kann bei mittlerem oder starkem Bremsen nach vorne kippen und die Verletzungsgefahr für die Fahrzeuginsassen erhöhen/Abhilfe ist noch in Arbeit. Hyundai Ioniq 17.11.2016 bis 30.03.2017 Mercedes-Benz AMG GT Oktober 2016 bis März 2017 S-Klasse (BR 222) Januar bis Juli 2017 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Ladeluftkühlerstutzen kann sich vom Drosselgehäuse lösen/Aufleuchten der Kontrollleuchte für 69.389 6172 keine Angabe Motorausfall und Verlust der Antriebskraft möglich/Vorhandene Metallklammern am Ladeluftkühlerstutzen sind auszutauschen. Zu geringes Kühlmittel beim 1,6-Liter Ecoboost- keine Angabe keine Angabe keine Angabe Benzinmotor/Zylinderköpfe können im Betrieb überhitzen, in der Folge reißen, Ölaustritt möglich. Wenn Öl mit heißen Oberflächen in Kontakt kommt besteht Brandgefahr/Kühlsystem wird um einen Kühlmittelstands-Sensor ergänzt und die Software des Fahrzeugs aktualisiert. siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Unzureichende Versiegelung der Electronic Power Control Unit (EPCU)/Kühlwasser kann eintreten und zum Motorausfall führen/EPCU-Versiegelung wird überprüft, versiegelt oder ggf. erneuert. Fehlerhafte Codierung des Steuergerätes zur Sitzbelegungserkennung/Fehlerhafte Aktivierung und Deaktivierung des Beifahrerairbags möglich/ Software-Update und ggf. Austausch des Beifahrersitzkissens. Unterbrechung der Stromversorgung durch pyrotechnische Sicherung/Im Crashfall können automatisches Entriegeln der Türen sowie weitere Sicherheitsfunktionen verhindert werden/Anpassung der pyrotechnischen Sicherung in der Sicherungsdose. 362 6SH keine Angabe 302 keine Angabe keine Angabe 29 keine Angabe keine Angabe keine Angabe siehe oben siehe oben AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 www.autoservicepraxis.de

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AKTUELLE RÜCKRUFE (TAGESAKTUELL: WWW.AUTOSERVICEPRAXIS.DE/RUECKRUFE) Marke Modell Produktionszeitraum Seat Alhambra (7N) 13.09 bis 02.11.2016 Ateca (KH7) 24.08. bis 29.08.2017 Leon (SF) 19.09. bis 06.10.2014 Skoda Karoq Anfang 2017 bis 19.11.2017 VW CC September bis November 2016 (2,0-Liter-TDI) Golf (1,6- und 2,0-Liter-TDI) Jetta (1,6-Liter-TDI) Passat (Limousine und Variant mit 1,6- und 2,0-Liter- TDI) März bis Juni 2011 Passat CC (2,0-Liter-TDI) Scirocco (2,0-Liter-TDI) Sharan September bis November 2016 T6 09.11. bis 08.12.2017 Tiguan (2,0-Liter-TDI) Fehlerhafte Schweißverbindung am Gasgenerator/Beim Unfall mit Auslösung des Beifahrerairbags könnte dieser nicht mit dem erforderlichen Gasvolumen gefüllt werden und das Schutzpotenzial vermindern/Austausch des Beifahrer-Airbagmoduls. Radlagergehäuse der Hinterachse nicht korrekt gehärtet/Radlagergehäuse kann reißen/Austausch der Radlagergehäuse hinten links und rechts. Fehlerhafte Schweißnähte bei Beifahrerairbags möglich/Bei Aktivierung des Airbags können Insassen durch eventuell umherfliegende Teile verletzt werden/Austausch des Beifahrerairbag-Moduls. Fehlerhafte Verarbeitung der A-Säulenverkleidungen/Bei Aktivierung des Kopfairbags können abgebrochene Teile in den Fahrgastraum gelangen und Insassen verletzen/Ersatz der A-Säulenverkleidungen links und rechts. Fehlerhafte Schweißverbindung am Gasgenerator/Beim Unfall mit Auslösung des Beifahrerairbags könnte dieser nicht mit dem erforderlichen Gasvolumen gefüllt werden und das Schutzpotenzial vermindern/Austausch des Beifahrer-Airbagmoduls. Magnetschalter des Anlassers kann falsch eingebaut worden sein/Daueransteuerung des Anlassers möglich, Anlasser kann überhitzen, Brandgefahr/Ersatz des Magnetschalters in der Werkstatt. 44 69T1 Durchgeführte Maßnahme wird anhand eines Eintrags im Serviceheft vermerkt. keine Angabe 40M4 siehe oben 2 69U8 siehe oben 3.340 70 G7 Ein Vollzug ist erkennbar anhand eines Aktionsaufklebers Bordbuch und im Fahrzeug im Bereich des Kofferraumes. keine Angabe 69S9 keine Angabe siehe oben 27F9 Eintrag „27F9“ im digitalen Serviceplan, Nachweis Serviceheft. siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben März bis Juni 2011 Gründe/Maßnahmen Fahrzeuge (D) interner Code Vollzug erkennbar an Fehlerhafte Schweißverbindung am Gasgenerator/Beim Unfall mit Auslösung des Beifahrerairbags könnte dieser nicht mit dem erforderlichen Gasvolumen gefüllt werden und das Schutzpotenzial vermindern/Austausch des Beifahrer-Airbagmoduls. Fehlerhafte Faltung des Beifahrerairbags/Im Falle eines Unfalls kann es zu einer unzureichenden Schutzwirkung bei kleineren Beifahrern in der vorderen Sitzposition kommen/Ersatz des Beifahrerairbags. Magnetschalter des Anlassers kann falsch eingebaut worden sein/Daueransteuerung des Anlassers möglich, Anlasser kann überhitzen, Brandgefahr/Ersatz des Magnetschalters in der Werkstatt. siehe oben 69S9 keine Angabe 253 69U2 Nachweis der durchgeführten Reparaturmaßnahme im Bordbuch. keine Angabe 27F9 Eintrag „27F9“ im digitalen Serviceplan, Nachweis Serviceheft. Touareg (VR6) siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Touran (1,6- und siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben 2,0-Liter-TDI) www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 15

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TITEL BREMSPRÜFSTÄNDE Engpass oder Panikmache? Ab 2020 müssen Bremsprüfstände die technischen Vorgaben der Bremsprüfstandsrichtlinie erfüllen. Viele Werkstätten geben sich noch gelassen, doch die Hersteller warnen vor Liefer- und Installationsengpässen. Foto: ATT Nussbaum Prüftechnik remsprüfstand? Nein, haben wir noch keinen neuen, den brauchen wir ja erst 2020.“ So oder so ähnlich lautet oftmals die Antwort von Werkstätten auf die Frage nach einem richtlinienkonformen Bremsprüfstand. Der Grund dafür: Die leidgeplagten Werkstätten trauen den Vorgaben nicht (mehr). Werkstatt-Inhaber Thomas Holzinger aus Forstinning erklärt: „Man weiß ja nie, in zwei Jahren kann sich noch viel ändern. KURZFASSUNG Die Einschätzungen, wie viele Bremsprüfstände sich im Markt befinden und wie viele davon bereits der Bremsprüfstandsrichtlinie von 2011 entsprechen, gehen auseinander. Fakt ist: Bis spätestens 2020 müssen alle Werkstätten, die weiter die HU anbieten möchten, ihre Bremsprüfstände den technischen Vorgaben anpassen. Damit das 2019 nicht zum großen Engpass führt, sollten sich Werkstätten schnellstmöglich um das Thema kümmern, sind sich Verbände und Bremsprüfstands- Hersteller einig. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 Dann kaufe ich mir jetzt einen Bremsprüfstand und ein Jahr später sind die Vorgaben doch wieder anders. Die Automobiltechnik entwickelt sich schnell und auf einmal soll der Prüfstand dann weitere Vorgaben erfüllen.“ Sein Bremsprüfstand von MAHA ist jetzt rund zehn Jahre alt. Vielleicht könnte er aufgerüstet werden. Der Aufwand dafür würde sich aber vermutlich nicht rechnen, hat jedenfalls der Monteur bei der letzten UVV-Prüfung gesagt. Aber genauer hat sich Thomas Holzinger damit noch nicht befasst. Macht er auch nicht. Erst wenn es soweit ist, wird das Thema für ihn relevant. Abwartende Haltung Diese Einstellung mag für den einzelnen durchaus nachvollziehbar sein. Schließlich werden nicht zum ersten Mal Fristen verlängert oder Vorgaben angepasst. Als Beispiel sei hier nur die HU-Scheinwerfer- Prüfrichtlinie genannt, bei der es Unklarheiten bezüglich Fristen für die Kalibrierung gab (siehe Interview auf Seite 20). Kfz-Meister Thomas Holzinger erinnert sich: „Mein Vertreter hat mir letztes Jahr gesagt, dass ich ein neues digitales Scheinwerfereinstellgerät brauche. Dabei konnte ich mein analoges von 2010 weiter verwenden. Erst kürzlich war ein externer Prüfer da und hat es kalibriert.“ Kein Wunder also, dass der Werkstatt-Betreiber inzwischen skeptisch ist und beim Thema Bremsprüfstand vorerst abwartet. Das Problem dabei: Zögert die Mehrzahl der Werkstätten die Entscheidung für bzw. gegen einen neuen Bremsprüfstand bzw. eine Umrüstung bis zum Schluss hinaus, kann es gegen Ende der Bestandsschutzfrist 2019 zu Engpässen kommen. Dem wollen die Bremsprüfstands-Hersteller entgegenwirken. Selbstverständlich lassen sich ihre Produktionskapazitäten bis zu einem gewissen Maße erhöhen und sie stellen sich für die nächsten zwei Jahre bereits auf eine steigende Nachfrage ein. „Wir haben die Produktion vereinfacht, die Arbeitszeiten erhöht und Mitarbeiter eingestellt. Allerdings geht das auch nur bis zu einem gewissen Grad“, erklärt etwa Harald Schneider von AHS Prüftechnik. Der Her- www.autoservicepraxis.de

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steller hat erst im vergangenen Jahr gebaut und seinen Stammsitz von Delmenhorst nach Ganderkesse an einen größeren Standort verlagert. Begrenzte Produktionskapazitäten Auch die anderen Bremsprüfstands-Hersteller wie Autopstenhoj, Beissbarth/Bosch, Heka Auto Test, MAHA, ATT Nussbaum Prüftechnik oder Snap-On Equipment stellen sich auf die steigende Nachfrage in den nächsten zwei Jahren ein und haben entsprechend vorgesorgt. „Wir passen uns zwar an die höhere Nachfrage an, aber wie bei den anderen Kollegen auch, kann die Stückzahl nur begrenzt hochgefahren werden. Die Montage-Kapazitäten werden zu weiteren Engpässen führen“, gibt Herbert Kallinich, Geschäftsführer der Heka Auto Test GmbH, zu bedenken. Auch individuelle Anpassungen und das Thema Kalibrierung könnten zu Verzögerungen führen. Dazu Robin Spaans, Produktmanager für Prüftechnik bei Autopstenhoj: „Viele Werkstätten wünschen sich einen Prüfstand für ein vorhandenes Fundament, diese Prüfstände haben oft eine deutlich höhere Lieferzeit.“ Schon jetzt steige die Lieferzeit Monat für Monat an, gegen Ende der Bestandsschutzfrist gehen die Hersteller daher von einem Engpass aus. „Es wird vermutlich zu Engpässen kommen. Der Flaschenhals ist aber mehrschichtig, das heißt zum einen möglicherweise produktionsseitiger Engpass, zum anderen auch beim Thema Montage und vor allem bei der Stückprüfung/Kalibrierung“, so Markus Weber, Leiter Business Development & Marketing bei MAHA. Beim Thema Kalibrierung sind die Hersteller jedoch inzwischen entsprechend aufgestellt und können in Zusammenarbeit mit Partnern und akkreditierten Laboren die notwendige Kalibrierung anbieten (siehe Kasten rechts). Foto: V. Gehrke Werkstatt-Inhaber Thomas Holzinger lässt sich beim Thema Bremsprüfstand noch Zeit. standsrichtlinie entsprechen. Dass dieser Anteil nicht höher ist, liegt daran, dass Kfz- Werkstätten in den letzten Monaten/Jahren insbesondere mit den Kalibrierungen beschäftigt waren und zum Teil kurzfristig Nachrüstung prüfen Wie viele Bremsprüfstände im Markt aber tatsächlich noch an die neuen Vorgaben angepasst werden müssen, darüber gehen die Meinungen auseinander. Der ASA- Verband schätzt den Gesamtbestand auf rund 35.000 (siehe Interview Seite 18), rund 16.000 Bremsprüfstände müssten bis 2020 noch umgerüstet bzw. erneuert werden. Dem ZDK liegen keine belastbaren Zahlen vor, der Verband geht aber davon aus, „dass aktuell rund 50 Prozent der Bremsprüfstände in Kfz-Werkstätten der Bremsprüfzunächst in die Einrichtung der Flächen für die Scheinwerferprüfung investieren mussten. Darüber hinaus bestand bei den Kfz- Werkstätten im Zusammenhang mit einer möglichen Nachrüstung der ASA-Schnittstelle starke Verunsicherung.“ Denn nicht alle Bremsprüfstände müssen gleich ersetzt werden, Werkstätten sollten unbedingt die Nachrüstbarkeit bei ihrem Hersteller prüfen lassen. So sind etwa die Bremsprüfstände von AHS Prüftechnik ab Baujahr Mitte 2006 mit dem AHS-Livestream-Kit nachrüstbar, vorausgesetzt, sie erfüllen die mechanischen Voraussetzungen zum Beispiel hinsichtlich des Rollendurchmessers. „Zum Teil müssen auch die Laufrollen ausgetauscht werden, wenn der Rollendurchmesser keine Kalibrierung nach DAkkS – die nach der Nachrüstung erforderlich ist – zulässt“, erklärt Harald Schneider von AHS Prüftechnik weiter. KALIBRIERUNG Seit 1. Januar 2017 gilt die Kalibrierpflicht nach den Anforderungen des Verkehrsblatts 14/2016 für alle Bremsprüfstände, die für die Durchführung von Hauptuntersuchungen im Einsatz sind. Die Kalibrierung muss zusätzlich zur Stückprüfung durchgeführt werden. ■ Wie funktioniert die Kalibrierung? Die Kalibrierung kann nach verschiedenen technischen Verfahren erfolgen, die auch die Mitwirkung des Prüfstandherstellers erfordern (Erstellung einer Kalibrierbeschreibung, Bereitstellung der Kalibriertools und Schulung). Daneben gibt es auch Bestrebungen, herstellerunabhängige Kalibrierverfahren zu entwickeln. ■ Wer darf kalibrieren? Seit 1.1. 2018 dürften eigentlich Kalibrierungen nur noch von akkreditierten Prüflaboren gemacht werden. Tatsächlich gibt es aber bisher nur drei akkreditierte Labore für die Kalibrierung von Bremsprüfständen in Deutschland. ■ Wie funktioniert das Bevollmächtigtensystem? Viele Hersteller, Händler, Servicebetriebe und Überwachungsorganisationen bedienen sich zur Kalibrierung der Esz AG Calibration and Metrology, einem Kalibrierdienstleister im bayerischen Eichenau. Die Esz ist seit Juni 2017 von der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) als Prüflabor für die Kalibrierung von Bremsenprüfständen akkreditiert. Um die Masse an Kalibrierungen in geschätzt 40.000 Prüfstützpunkten bewältigen zu können, arbeitet man mit dem so genannten Bevollmächtigten-Konzept. Fachkundige Mitarbeiter erhalten durch die Esz eine umfassende Schulung sowie rückgeführtes Messwerkzeug. Danach sind sie befähigt, im Auftrag der Esz AG Kalibrierungen auszuführen. Über eine spezielle Kalibriersoftware prüft die Esz alle Kalibrierungen und gibt diese frei. Erst dann kann ein Kalibrierschein ausgedruckt werden. Derzeit sind 570 bevollmächtigte Techniker im Einsatz. Laut Esz wurden in Deutschland bisher knapp 13.100 Bremsprüfstände kalibriert. Eine Liste mit allen kalibrierbaren Modellen ist auf der Webseite der Esz unter www.esz-ag.de verfügbar. Werkstätten sollten hier zunächst prüfen, ob ihr Bremsprüfstand kalibrierbar ist. Anspruchsvoll: Kalibrierung eines Bremsprüfstandes in der Werkstatt Foto: Dietmar Winkler www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 17

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TITEL ATT Nussbaum Prüftechnik hat seine Bremsprüfstände bereits ab 2003 schrittweise mit einer neuen Elektronik ausgestattet. „Alle Prüfstände, die diese neue Elektronik besitzen und – für Pkw schon mit der Prüfgeschwindigkeit 5km/h und einer Achslast von 4 Tonnen ausgestattet sind – „DIE LIEFERZEITEN KÖNNTEN LÄNGER WERDEN“ Herbert Kallinich, ASA-Fachbereichsleiter Prüfstände, geht in Zukunft von weniger HU-Prüfstützpunkten aus. asp: Ab 1.1.2020 gilt die neue Bremsprüfstandsrichtlinie. Wie viele Prüfstände im Markt entsprechen schon den neuen Vorgaben und von welchem Gesamtbestand gehen Sie aus? H. Kallinich: Es stehen Zahlen im Raum, die liegen bei 40.000 bis 45.000. Realistisch sind aber eher 35.000 Bremsprüfstände. Aber die werden nicht bleiben. Wir gehen davon aus, dass es langfristig 28.000 Bremsprüfstände sein werden. Von den 28.000 entsprechen bereits 12.000 der aktuellen Richtlinie und 16.000 Prüfstände müssen 2018 und 2019 noch umgerüstet oder erneuert werden. asp: Das bedeutet, die Anzahl der Prüfstützpunkte könnte sich um rund 7.000 verringern? H. Kallinich: Ja, die 7.000 würden als HU-Prüfstützpunkt wegfallen, sei es weil sie keinen Nachfolger finden oder weil sie den Aufwand nicht mehr betreiben wollen. Aber nicht nur wegen des Themas Bremsprüfstand, sondern insgesamt wegen notwendiger Investitionen. asp: Inwiefern reichen die jährlichen Produktions- und Installationskapazitäten für die noch ausstehenden 16.000 Bremsprüfstände aus? H. Kallinich: Sie reichen nicht aus – selbst wenn sich die Produktionszahlen noch steigern ließen, wird es die Installationskapazität sein, die nicht zu schaffen ist. Schon jetzt liegen die Lieferzeiten bei einigen Herstellern bei drei bis fünf Monaten und es könnte noch länger werden. asp: Warum schieben Werkstätten das Thema möglicherweise vor sich her? H. Kallinich: Weil der Glaube und die Hoffnung besteht – wenn es dann eng wird – gibt es sicher eine Ausnahmeregelung. asp: Ist diese Hoffnung berechtigt? H. Kallinich: Nein, die neue Richtlinie gibt es seit 2011, nur das Interesse daran wächst erst jetzt. asp: Je nach Bremsprüfstand ist auch eine Nachrüstung möglich. Wie funktioniert diese? H. Kallinich: Ansprechpartner ist der Hersteller, er kennt die technischen Möglichkeiten, berät über die Wirtschaftlichkeit von Nachrüstung oder Austausch und steht für den Service und die zuverlässige Funktion gerade. Denn Ausfälle kann sich keiner leisten. Aber der Großteil der Prüfstände werden aufgrund der elektronischen Anforderungen Neuanschaffungen sein. Denn mit dem HU-Adapter wird jetzt auch die Elektronik ausgelesen und bewertet. Dafür muss der Bremsprüfstand im Rahmen der Referenzwertmethode mit dem HU-Adapter kommunizieren. asp: Wie wird diese Kommunikation über die Asanetwork-Livestream-Schnittstelle in der Praxis aktuell umgesetzt? H. Kallinich: Das funktioniert momentan noch nicht perfekt. Aber das sind Anlaufschwierigkeiten, das ist ganz normal. Jede Prüforganisation macht das ein bisschen anders und der Prozess kommt jetzt im praktischen Betrieb nach und nach ins Rollen. Da geht es teilweise um Anpassungen, die etwa die notwendige WLAN-Verbindung betreffen. Aber das Ziel ist klar: Die immer komplexeren HU-Prüfungen, in dem Fall die Bremsprüfung, sollen automatisiert, schnell und einfach für den Prüfer ablaufen. asp: Von wem erhält die Werkstatt hier Unterstützung? H. Kallinich: Der Hersteller des Bremsprüfstands ist der eine Ansprechpartner und die anderen sind die Prüfingenieure, die in den Betrieb kommen und gemeinsam mit der Werkstatt nach einer Lösung suchen. asp: Worauf sollte die Werkstatt bei dem aktuellen Thema Bremsprüfstand noch achten? H. Kallinich: Auf die Allrad-Eignung des neuen Prüfstands. Die Zulassungszahlen sprechen hier ein klares Wort, der Anteil an Allradantrieben wird immer größer. Und wer heute investiert, denkt besser auch an morgen. Interview: Valeska Gehrke AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 sind ohne Weiteres hochrüstbar“, erklärt Geschäftsführer Peter Beichter. Da es kein festes Datum für diese neue Elektronik gibt, müsse jeder Prüfstand anhand der Seriennummer individuell bewertet werden. Prüfstände ab Baujahr 2011 entsprächen grundsätzlich der Richtlinie. Herbert Kallinich, ASA-Fachbereichsleiter Prüfstände Foto: ASA Bei MAHA sind alle Bremsprüfstände ab dem Baujahr 2011 nachrüstbar. Bei älteren Prüfständen müsse die Nachrüstbarkeit im Einzelfall geprüft werden. „Um speziell produktionsseitigen Engpässen entgegenzuwirken, bieten wir unseren Kunden die Möglichkeit, bei entsprechender Hardware-Voraussetzung Nachrüstungen in der Fläche mit Prüfständen rückwirkend in die 90er-Jahre anzubieten“, ergänzt Markus Weber von MAHA. Heka Auto Test bestätigt die Nachrüstbarkeit für Prüfstände ab 2003. Bei Beissbarth/Bosch lassen sich Bremsprüfstände der BD600er-Reihe mittels Asanetwork- Livestream-Schnittstelle und zusätzlichem Speed-Sensor hochrüsten. Matthias Kaiser, Produktmanager bei Beissbarth, erklärt dazu: „Bei alten Prüfständen mit einer verringerten Rollengeschwindigkeit von 2,5 km/h ist eine Umrüstung oft nicht wirtschaftlich, da komplette Motor/Getriebeeinheiten getauscht werden müssten, um auf die vorgeschriebenen 4 km/h zu kommen. Prüfstände ausgeliefert seit 2011 sind bereits richtlinienkonform.“ Bei Snap-On Equipment bestätigt man die Aufrüstbarkeit für Prüfstände, die vor Veröffentlichung der Richtlinie 2011 ausgeliefert wurden, eigene Aufrüstlösungen seien verfügbar. Ausgenommen davon sind Prüfstände aus den 90er-Jahren und auch bei Prüfständen, die deutlich älter als zehn Jahre sind, rät das Unternehmen aufgrund von fehlender Ersatzteil-Verfügbarkeit von Aufrüstlösungen ab. Nachrüstung oder Neuanschaffung? Die Kosten der verschiedenen Nachrüstlösungen lassen sich nicht pauschal beziffern, sind aber in der Regel niedriger als eine Neuanschaffung, sofern die Aufrüstung technisch möglich ist. Dennoch muss im Einzelfall individuell geprüft werden, ob eine Nachrüstung oder Neuanschaffung wirtschaftlich sinnvoller ist. Auch die Kosten für einen neuen Bremsprüfstand sind abhängig von Umfang und Zubehör. Los geht es laut Autopstenhoj bei ca. 3.200 Euro für einen Plattenprüfstand und ca. 4.500 Euro für einen Rollenprüfstand. Doch wer neu investiert, möchte zukunftssicher sein und bestellt häufig die Allraderkennung, den feuerverzinkten Rollensatz etc. direkt mit. „Diese Prüfstände liegen mit Montage, Stückprüfung und Kalibrierung nach DAkkS bei ca. 6.000 Euro und mehr“, weiß Harald Schneider von AHS Prüftechnik. www.autoservicepraxis.de

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Foto: Beissbarth DIE WICHTIGSTEN ANFORDERUNGEN AN BREMSPRÜFSTÄNDE Technische Vorgaben nach der Bremsprüfstandsrichtlinie 2011 („Richtlinie für die Anwendung, Beschaffenheit und Prüfung von Bremsprüfständen“): ■ Rollenbremsprüfstände: Rollendurchmesser mind. 200 Millimeter, Prüfgeschwindigkeit mind. 4 km/h, Reibungskoeffizient zwischen Reifen und Rolle: trocken 0,7, nass 0,6, Prüfstandabschaltung bei 27 Prozent Schlupf (+/- 3 Prozent ) zwischen Tast- und Bremsrolle, standardisierte Datenschnittstelle zur Erfassung der Messwerte in Echtzeit ■ Plattenbremsprüfstände: Plattenlänge mind. 1,50 Meter, Reibbeiwert zwischen Platte und Reifen: trocken 0,7; nass 0,6, Auffahrgeschwindigkeit: ca. 8 bis 12 km/h, Messung bei ca. 5 km/h auf 2 km/h, Messzeit Minimum: 0,4 Sekunden; Verwerfung der Messwerte, wenn diese Parameter nicht eingehalten werden, standardisierte Datenschnittstelle (Asanetwork-Livestream) Prüfung anhand Bezugsbremskräfteverfahren, das auf Solldaten der Fahrzeughersteller beruht (weitere Infos ab Seite 22). Info-Flyer mit allen Vorgaben auf einen Blick unter www.tuev-sued.de/bremsen-pruefrichtlinie In dem Serviceschrank befindet sich die Asanetwork-Livestream-Schnittstelle. Alle befragten Hersteller empfehlen die Umrüstmöglichkeiten baldmöglichst prüfen zu lassen bzw. sich bei Bedarf für einen neuen Bremsprüfstand zu entscheiden. Denn die Annahme aller Abwartenden, gegen Ende könnte die Bestandsschutzfrist doch nochmal verlängert werden, verneint Herbert Kallinich, Leiter Prüfstände vom ASA-Verband. Nicht umsonst seien die Übergangsfristen entsprechend lang angesetzt worden. War seit Veröffentlichung der Bremsenrichtlinie 2011 zunächst keine steigende Nachfrage zu verzeichnen, hat sich dies spätestens 2017 verändert. „Durch die erhöhte Nachfrage werden Ressourcen auf jeden Fall knapp werden und die Lieferzeiten stark ansteigen. Spätentschlossene werden sehr lange auf ihre Lieferung warten müssen“, erklärt etwa Thomas Kramer, General Manager bei Snap-on Equipment GmbH aus Unterneukirchen. Peter Beichter von ATT Nussbaum Prüftechnik fasst es wie folgt zusammen: „Früher hieß es, ‚Wer nicht bestellt, wird nicht beliefert‘. Es könnte 2019 soweit kommen: ‚Auch wer bestellt, wird nicht beliefert‘.“ Valeska Gehrke ■ Die führende���������������für den Reifen, Felgen und ��������������������� Jetzt ��������� registrieren und gratis testen: �����������������

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TITEL INTERVIEW Sehr hohe Anforderungen Thomas Sieber, Leiter Überwachungsorganisation und Prüftechnik bei TÜV SÜD, erklärt, warum die Kalibrierung von Prüfmitteln wichtig ist und wo die Herausforderung für Kalibrierdienstleister liegen. asp: Die Kalibrierung von Prüfmitteln für die Hauptuntersuchung verlief im vergangenen Jahr nur schleppend. Wie ist die Situation für Werkstätten jetzt? T. Sieber: Seit 1.1 2018 dürften eigentlich Kalibrierungen nur noch von akkreditierten Prüflaboren gemacht werden. Tatsächlich gibt es aber bisher nur drei akkreditierte Labore für die Kalibrierung von Bremsprüfständen in Deutschland, für Scheinwerfereinstellgeräte sogar nur zwei. Tendenz steigend. Die Kapazitäten sind also immer noch begrenzt. Die Antragsteller konnten die Akkreditierung für die Kalibrierung von Scheinwerfereinstellprüfgeräten und Bremsprüfständen aus den unterschiedlichsten Gründen nicht früher erhalten. Zuständige Stelle für die Akkreditierung ist die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) in Berlin. asp: Warum ist die Akkreditierung so problematisch? T. Sieber: Zum einen mussten die Verfahren für die Kalibrierung erst erarbeitet werden, diese sind nicht vorgegeben. Vor allem beim Bremsenprüfstand besteht eine hohe Abhängigkeit vom Hersteller des Prüfstandes. Dieser muss für jeden Prüfstand die entsprechende Schulung anbieten, eine entsprechende Kalibrieranweisung erstellen und er muss teilweise die passenden Werkzeuge zur Verfügung stellen – ohne den Hersteller kann die Kali brierung nicht funktionieren. Da gab es auch auf Industrieseite teilweise Verzögerungen. Außerdem gibt es Bestrebungen, ein herstellerunabhängiges Verfahren für Bremsprüfstände zu entwickeln. Das ist ein sinnvoller KURZFASSUNG Noch im vergangenen Jahr war es schwer, einen geeigneten Dienstleister für die Kalibrierung eines Bremsprüfstandes zu finden. Das liegt unter anderem an den hohen Vorgaben der zuständigen Zertifizierungsstelle in Berlin. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 Ansatz, allerdings sind da noch nicht alle Probleme im Detail gelöst. Beim Scheinwerfer einstellgerät ist die Abhängigkeit vom Hersteller geringer, sie wird aber zunehmen, wenn mehr digitale Geräte in den Markt gelangen. Für digitale Scheinwerfereinstellgeräte ist teilweise eine herstellerspezifische Software notwendig. asp: Ist TÜV SÜD bereits als Prüflabor akkreditiert? T. Sieber: Wir streben wie alle Prüforganisationen die Akkreditierung als Prüflabor an und haben das entsprechende Audit durch die DAkkS bereits absolviert. Die Ergebnisse des Audits liegen uns jetzt vor und Nachbesserungen werden sukzessive umgesetzt. asp: Warum ist es für Prüforganisationen wichtig als Prüflabor akkreditiert zu sein? T. Sieber: Die Akkreditierung als Prüflabor ist die Voraussetzung dafür, dass wir unsere eigenen Messmittel selbst kalibrieren dürfen und diese Kalibrierungen auch von Dritten anerkannt werden können. Alle bei der Kalibrierung verwendeten Messmittel müssen selbst rückführbar kalibriert sein. Das geht nur in einem dafür geeigneten Labor mit den geeigneten Prüfmitteln, die selbst wiederum kalibriert sein müssen. Der Begriff Kalibrierlabor stammt aus der europäischen Norm DIN EN ISO 17025. asp: Was bedeutet Rückführbarkeit in dem Zusammenhang? T. Sieber: Der europäische Gesetzgeber hat entschieden, dass auch im Bereich der Kfz­ Überwachung alle eingesetzten Messmittel für die Kalibrierung eines Bremsprüfstandes oder eines Scheinwerfereinstellgeräts hohe Messgenauigkeiten besitzen müssen. Einfach erklärt geht es darum, dass alle Messmittel tatsächlich das Richtige anzeigen, dass beispielsweise ein Lineal tatsächlich einen Meter anzeigt und nicht etwa einen Millimeter mehr. Das System der Rückführbarkeit sieht vor, dass jedes ver­ Thomas Sieber ist Leiter der Überwachungsorganisation und Prüftechnik bei TÜV SÜD. wendete Messmittel mit einem anderen Messmittel verglichen wurde, das seinerseits anhand eines noch höherwertigen Messmittels kalibriert wurde. Die Reihe muss vollständig und nachweisbar sein, wenn sie so wollen, bis zum Urmeter in Paris. Ein ziemlich aufwändiges Verfahren. asp: Nur wenige Werkstätten konnten zu Jahresbeginn für ihre HU-Prüfmittel bereits eine Kalibrierung vorweisen. Wie gehen die Behörden damit um? T. Sieber: Die technische Überwachung ist im föderalen System Ländersache. Vor diesem Hintergrund haben alle Bundesländer für Scheinwerfereinstellprüfsysteme und Bremsprüfstände unterschiedliche Übergangsregelungen geschaffen. Fünf Länder haben sich an bestehende Regelungen angelehnt. Das heißt in der Praxis: Es existieren derzeit elf unterschiedliche Regelungen je nach Bundesland. Fakt ist, dass der Markt eine ungeheure Dynamik aufgenommen hat. Die Kalibrierkapazitäten www.autoservicepraxis.de Foto: TÜV SÜD

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wachsen permanent an, so dass anhängige Aufträge abgearbeitet werden können. asp: Was tut ein Prüfingenieur, wenn für die HU im Prüfstützpunkt kein regelkonformer Einstellplatz zur Verfügung steht. Dreht er dann auf dem Absatz um? T. Sieber: Die Situation in den Werkstätten ist noch immer nicht komfortabel. Vielerorts steht die Kalibrierung noch aus. Die Handhabung gestaltet sich je nach Bundesland derzeit unterschiedlich. In den meisten Bundesländern müssen wir für die Abnahme der HU bestimmte Dokumente einfordern. In Bayern beispielsweise muss die Werkstatt eine gültige Stückprüfung nachweisen und eine schriftliche Auftragsbestätigung für die Kalibrierung vorlegen. Unter diesen Voraussetzungen darf der Prüfer übergangsweise die HU mit dem vorhandenen Bremsprüfstand durchführen. Es gibt aber auch Werkstätten, die von sich aus sagen, sie tun sich das nicht an und verzichten künftig auf die HU im eigenen Betrieb. asp: TÜV SÜD ist bei den Prüfstützpunkten also auf die Eigeninitiative der Werkstätten angewiesen? T. Sieber: Genauso ist es. Die Prüfstützpunkte sind freie Unternehmer, die jeweils selbst entscheiden, wie sie mit dem Thema umgehen. Andererseits, und hier ist das System zu hinterfragen, obliegt es den Prüfgesellschaften, die Einhaltung der Vorgaben hinsichtlich Kalibrierung von Prüfmitteln in den Prüfstützpunkten zu überwachen. Unser einziges Druckmittel wäre die Beendigung des Geschäftsverhältnisses mit dem Betrieb. Das wiederum kann jedoch niemandem gefallen. asp: Wie viele Werkstätten müssen beim Bremsenprüfstand in eine Nachrüstung bzw. Neuanschaffung investieren? T. Sieber: Viele Werkstätten haben noch nicht auf dem Schirm, dass auch beim Bremsprüfstand die Kalibrierung gefordert wird. Hier lauten die Aussagen der Hersteller dahingehend, dass viele Geräte, die vor 2011 installiert wurden, nicht mehr kalibrierfähig sind. Wir können nur sagen, dass in unseren Prüfgebieten in ca. 75 Prozent der Werkstätten Prüfstände im Einsatz sind, die älter sind als acht Jahre. Hier ist also dringend angeraten, sich schnell darüber zu informieren, ob eine Kalibrierung in der geforderten Weise möglich ist. Interview: Dietmar Winkler ■ www.autoservicepraxis.de Kompletter Klimaservice top und up-to-date mit A/C-Servicelösungen vom Experten für Experten: MAHLE Service Solutions. Diagnose, Service, Reparatur und Entsorgung sind mit unseren A/C-Lösungen bei Ihnen in besten Händen. Auf jedem Level die richtige Lösung: Vom Einsteiger- bis zum Premium-Gerät für alle Kältemittel. ALLES RUND UM KLIMATECHNIK FÜR R134A UND R1234YF POWERED BY YOUR NEEDS. www.mahle-aftermarket.com Premium-Anwendung vom TÜV zertifiziert: ACX 255. Die Profigeräte: ACX 250 und ACX 150. Flushing Kit: Universelles Spülgerät. Smarter Einstieg: ACX 220 und ACX 120. Sofort, schnell, sicher: Die ROU (Recovery Only Unit) – Rückgewinnung unbekannter oder kontaminierter Kältemittel. Immer bereit: Ersatzteile, Zubehör und Verbrauchsmaterialien.

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TITEL ASANETWORK-LIVESTREAM Ausgebremst? Im Verkehrsblatt Nr. 9/2011 wurde die aktuelle Bremsprüfstandsrichtlinie veröffentlicht. Sie legt die Anforderungen fest, die ab Januar 2020 Pflicht sein werden. Schlüssel ist die Asanetwork-Livestream-Schnittstelle. is 2020 müssen Bremsprüfstände, die für die Hauptuntersuchung (HU) eingesetzt werden, den neuen Vorgaben entsprechen. Doch was genau unterscheidet nun die neuen Bremsprüfstände von den älteren Modellen? Konkret ist es die Fähigkeit die ermittelten Daten bei der HU an den HU-Adapter in Echtzeit zu übertragen. So ist es möglich eine Messung im mittleren Bremsbereich ohne Blockieren der Räder durchzuführen. Dabei werden über eine standardisierte Datenschnittstelle, genannt Asanetwork- Livestream, die am Rollen- oder Plattenprüfstand erfassten Messwerte in Echtzeit mit der über die OBD-Diagnose ermittelten Pedalkräfte ins Verhältnis gesetzt. Viele Werkstattbetreiber fragen sich, welchen Nutzen sie hiervon haben. Die Antwort: Die Prüfmethoden der aktuellen HU ermöglichen nur mäßig differenzierte Aussagen über die Bremskraftverteilung auf die Achsen eines Fahrzeugs. Gefahren, welche zum Beispiel durch minderwertiges Material entstehen, werden nicht sicher erfasst. Denn falsche Reibwerte können hier zu deutlich längeren Bremswegen führen. Um Sicherheit zu gewährleisten, werden bei der HU die Bremsprüfverfahren dem technischen Fortschritt angepasst. Sowohl für den Bremsprüfstand als auch für die Prüffahrt kommen jetzt Referenzwerte zum Einsatz. Diese grenzen einen Messbereich ein, in dem sich das Verhältnis von Brems- Foto: Bosch KURZFASSUNG Asanetwork-Livestream sollte spätestens seit Oktober 2011 jedem Kfz-Profi bekannt sein. Wer es nicht kennt, wird ab 1. Januar 2020 Probleme mit der HU auf dem Bremsprüfstand bekommen. Asanetwork- Livestream hilft dabei im Rahmen der Bremsprüfstandsrichtlinie, die Daten des Bremsprüfstands live an den HU-Adapter zu übertragen. Wie das funktioniert und was dabei zu beachten ist, erklärt unter anderem Peter Rehberg, Geschäftsführer der Asanetwork GmbH. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 Asanetwork-Livestream muss spätestens ab Januar 2020 in jedem Bremsprüfstand vorhanden sein, der für die HU verwendet wird. www.autoservicepraxis.de

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kraft beziehungsweise Verzögerung des Fahrzeuges zu Bremsdruck befinden muss, um eine ausreichende Bremswirkung sicherzustellen. Diese Referenzwerte werden für jeden Fahrzeugtyp bei der FSD (Fahrzeugsystemdaten GmbH) in Dresden und Radeberg separat ermittelt, um typspezifische Unterschiede zu berücksichtigen (siehe Kurzinterview mit Jürgen Bönninger). Die Vorteile der Messmethode liegen klar auf der Hand − dennoch taucht immer wieder die Frage auf, ob Asanetwork- Livestream eine Vernetzungssoftware im Sinne von Bosch Connected Workshop ist. Hierzu Peter Rehberg, Geschäftsführer der asanetwork GmbH: „Nein, Asanetwork- Livestream hat primär die Aufgabe, für den HU-Adapter Messwerte des Bremsprüfstands zu übertragen. Dazu wird die etablierte Infrastruktur des Asanetworks verwendet. Wenn man Asanetwork-Livestream vergleichen möchte, dann mit dem klassischen Asanetwork, das einen zeitlich unkritischen Austausch von Auftrags- und Fahrzeugdaten gewährleistet. Bei Asanetwork-Livestream geht es aber ausschließlich um die zeitlich schnelle (live) Übertragung von Bremskraft-Messwerten.“ Schnelle Übertragung Dabei ist Asanetwork-Livestream keine spezielle Software alleine nur für den HU- Adapter. Sie ist zwar Kommunikationsmittel zwischen Bremsprüfstand und HU- Adapter, „hat sonst aber keinen Bezug zum HU-Adapter“, wie Peter Rehberg erklärt. Denn, „ob ich die live übertragenen Messwerte im HU-Adapter oder in einer anderen Software verwerte, ist Asanetwork- Livestream egal.“ Nicht egal sind aber die Hardware-Voraussetzungen. Hier muss der Prüfingenieur prinzipiell einen Router zur Verbindung der Komponenten und einen PC mit einem Asanetwork-Netzwerkmanager bereitstellen. Auch das The- Diese Schnittstelle ist ab 2020 Pflicht für die HU. Foto: Bosch ma Updates ist differenziert zu betrachten. So ist nach Peter Rehberg „für den Bremsprüfstand der jeweilige Hersteller verantwortlich. Für den HU-Adapter ist es die FSD. Die asanetwork GmbH hingegen stellt sicher, dass der Netzwerkmanager immer mit den jeweils aktuellen Betriebssystemen funktioniert.“ In der Praxis läuft die Nutzung der Schnittstelle bislang zwar noch nicht perfekt, wie Herbert Kallinich vom ASA-Verband im Interview erklärt (siehe S. 18). Aber das seien normale Anlaufschwierigkeiten. Erich Brandl, der schon vor zwei Jahren in einen neuen Bremsprüfstand für seinen Betrieb investiert hat, bringt es auf den Punkt: „Obwohl die Schnittstelle bisher kaum genutzt wurde, wird sie spätestens 2020 enorm an Bedeutung für die HU gewinnen.“ Der Geschäftsführer des Auto-E. Brandl E.K. Kfz-Meisterbetrieb KURZINTERVIEW MIT JÜRGEN BÖNNINGER VON DER FSD asp: Weshalb ist es so wichtig, dass die am Bremsprüfstand erhobenen Daten in Echtzeit an den HU-Adapter via Asanetwork-Livestream übermittelt werden? Würde eine zeitversetzte Auswertung nicht auch genügen? J. Bönninger: Der HU-Adapter wird bereits seit dem Jahr 2015 bei der Prüfung der Bremsanlage eingesetzt. Die FSD stellt dafür die entsprechenden Vorgaben bereit. Grundsätzlich ist für die Nutzung des HU-Adapters kein Asanetwork-Livestream zum Bremsprüfstand erforderlich. Mittels HU- Adapter werden lediglich die über die Diagnoseschnittstelle des Fahrzeugs verfügbaren Daten (z.B. Druckwerte, Bremsanforderungssignale u.a.) genutzt und an die Produktionsanwendung des Prüfers übertragen. Der Prüfer hat die Möglichkeit, die auf dem Prüfstand gemessenen Bremskraftwerte entweder per Hand in seiner Produktionsanwendung einzugeben oder die Werte per Livestream vom Prüfstand an die Produktionsanwendung (u.a. Smartphone, Tablet oder Laptop) übertragen zu lassen. Für den Fall, dass der Prüfer bei der Prüfung auf dem Rollenprüfstand den komfortablen Weg über Livestream nutzt, soll die Übertragung der gemessenen Werte auf dem Rollenprüfstand an die Produktionsanwendung ohne signifikanten Zeitverzug geschehen, sodass die gemessenen Bremskraftwerte den entsprechenden Bremsanforderungssignalen zugeordnet werden können. Bei der Prüfung auf einem Plattenprüfstand ist ein Zeitverzug der Übertragung der auf dem Prüfstand gemessenen Bremskraftwerte an die Produktionsanwendung des Prüfers ohne Belang, da die Zuordnung der integralen Mittelwerte der Bremskräfte zu dem integralen Mittelwert der Bremsanforderung ohnehin erst nach dem Stillstand des Fahrzeugs erfolgt. asp: Welchen Nutzen haben Werkstätten von einer Datenübertragung in Echtzeit an den HU-Adapter? J. Bönninger: Laut Bremsprüfstandsrichtlinie und entsprechender Übergangsvorschriften sollen Bremsprüfstände ab 2020 unabhängig von einem Einsatz des HU-Adapters über eine standardisierte Datenschnittstelle verfügen. Das Vorhandensein einer Datenschnittstelle an einem Bremsprüfstand wird somit Voraussetzung für die Erfüllung der gesetzlichen Vorschriften. asp: Welche Erfahrungen haben Sie seit 2011 mit der Einführung der neuen Bremsprüfstandrichtlinie mit Asanetwork-Livestream gemacht? J. Bönninger: Die Funktionen von Schnittstelle und Netzwerkmanager werden seit 2011 von Jahr zu Jahr stabiler. Jürgen Bönninger, Geschäftsführer der FSD Peter Rehberg, Geschäftsführer der Asanetwork GmbH Foto: Asanetwork erklärt: „Es war abzusehen, dass mit der näherkommenden Umsetzung der Bremsprüfstandsrichtlinie Prüfstände mit Asanetwork-Livestream im Preis deutlich anziehen werden. Wir haben daher bereits im Jahr 2016 einen neuen Bremsprüfstand mit Schnittstelle, auch zu unserem PC, angeschafft.“ Marcel Schoch ■ Foto: FSD www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 23

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TECHNIK VERSTEHEN BREMSPRÜFSTAND Auf der Rolle Mit einem Bremsprüfstand lässt sich die korrekte Funktion der Bremsanlage eines Pkw überprüfen. Wir zeigen anhand eines Rollenbremsprüfstandes von MAHA, wie das im Detail funktioniert. Näherungsschalter der Tastrolle zur Auswertung des Befahrensignals Drehzahlsensor der Tastrolle zur Auswertung der Radgeschwindigkeit und Schlupfüberwachung BREMSENPRÜFUNG IM DETAIL Rollenstart Beim Befahren des Prüfstandes drückt das Fahrzeugrad die Tastrollen nach unten. Die Prüfstandsteuerung wertet das Signal der beiden Näherungsschalter aus. Sind beide Tastrollen gedrückt laufen die Elektromotoren an. Die Kette überträgt die Antriebsleistung auf beide Rollen einer Prüfstandshälfte. Schlupfüberwachung Der Schlupf beschreibt die Differenz zwischen Radgeschwindigkeit und Laufrollengeschwindigkeit. Der Geschwindigkeitsunterschied entsteht durch das Abbremsen des Rades mittels der Bremseinrichtungen am Fahrzeug. Er wird nach einer speziellen Formel berechnet, wobei ein Schlupf von 0 Prozent bedeutet, dass das Fahrzeugrad und die Laufrollen dieselbe Geschwindigkeit haben, und ein Schlupf von 100 Prozent bedeutet, dass das Fahrzeugrad im Prüfstand steht und die Laufrollen sich unter dem Rad weiter drehen. Je höher der Schlupf, umso wahrscheinlicher sind Reifenschäden. Daher wird das Kettenrad und die Drehzahl des Rades mittels der drehbar gelagerten Laufrolle kontinuierlich überwacht. Gewichtskraftübertragung Die Gewichtskraft des Fahrzeuges wird vom Rad über die Laufrolle, Rollenlager und Rahmen in das Fundament übertragen. Rollenprüfstände bieten zudem oft die Möglichkeit zur Installation von Kraftmessdosen zur Achslastbestimmung zwischen Fundament und Rahmen. Bremsauswertung Beim Betätigen der Bremse am Pkw wird das Bremsmoment vom Rad über die Laufrolle und Kette, den Motor sowie die Messfeder in den Rahmen geleitet. Der Motor ist hierbei drehbar gelagert und die Messfeder dient als Drehmomentstütze, die sich proportional zum Bremsmoment verformt. Diese Deformation wird mittels Dehnmessstreifen ausgewertet. Drehzahlüberwachung der Laufrollen am Kettenrad Laufrollen 24 AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 www.autoservicepraxis.de

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Elektromotor zum Antrieb der Laufrollen TECHNISCHE DATEN MAHA MBT 2000 SERIE ■ Maße Rollensatz (L x B x H): 2.320 x 680 x 280 Millimeter ■ Achslast überfahrbar: 3 Tonnen (optional gibt es verstärkten Rollensatz für 4 Tonnen Achslast) ■ Laufrolle: Nenn-Durchmesser 200 Millimeter, Länge 730 Millimeter ■ Mittelabdeckung: rutschfeste Abdeckung ■ Gehäuselager: Drehbare Lagerung der Laufrolle ■ Gesamtgewicht: ca. 400 bis 600 Kilogramm je nach Option ■ Rollenkette: Übertragung der Antriebskraft auf beide Laufrollen und Synchronisation der Antriebsdrehzahl ■ Asynchron-Drehstrommotor: Leistung: 2 x 3 Kilowatt (optional ist auch eine Variante mit 2 x 4 Kilowatt erhältlich) ■ Einbaumöglichkeiten: Überflur mit Rampensatz oder unterflur mit Fundament (optional mit Schalung erhältlich, die nicht entfernt wird) Messfeder mit Dehnungsmessstreifen (DMS) Kette zur Kraftübertragung zwischen den Laufrollen Tastrollen www.autoservicepraxis.de Lagerung der Laufrollen AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 Grafik und Quelle: MAHA

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TITEL BEST PRACTICE Mehr Sicherheit auf den Straßen Das Autohaus Engelbart hat an seinem neuen Standort in einen modernen Bremsprüfstand investiert. Das spart Zeit, hilft bei der Qualitätssicherung und bringt Umsatz in den Betrieb. Im Juni 2017 eröffnet, ist der Delmenhorster Standort von Autohaus Engelbart technisch auf dem aktuellsten Stand. Fotos: Armin Wutzer it einem leisen, kaum vernehmbaren Ächzen der vorderen Stoßdämpfer rollt der anthrazitfarbene Mazda 6 in die kleine Vertiefung zwischen den beiden Rollen des Bremsprüfstands. Einen Moment später beginnen die Walzen sich zu drehen und der Gummi der Reifen quietscht für einen kurzen Moment harmlos auf. Im Anzeige- und Schaltschrank an der grau gestrichenen Wand am anderen KURZFASSUNG Viele Kunden beauftragen Reparaturen erst dann, wenn sie einen unabhängigen Nachweis haben, dass sie nötig ist. Den kann der Bremsprüfstand liefern. Er erspart den Mitarbeitern bei der HU zudem die Fahrt zum Prüfstützpunkt und hilft bei der Qualitätssicherung nach Reparaturen. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 Ende der Direktannahme-Halle beginnen währenddessen zwei Zeiger auszuschlagen und Kontrollleuchten bunt zu blinken. Karl-Heinz Duch, Aftersales- Leiter am Delmenhorster Mazda-Standort des Autohauses Engelbart, nickt schließlich und blickt vom Kontrollkasten aus hinüber zum Auto. Darin sitzt Harald Schneider, Geschäftsführer des Bremsprüfstandherstellers AHS Prüftechnik. Auch er nickt. Die Bremsprüfanlage hat ihren Test bestanden. Seit der Eröffnung des Autohauses im Juni 2017 ist sie bereits in Betrieb. „Obwohl der nächste TÜV-Prüfstand nur rund einen Kilometer entfernt ist, haben wir uns ganz bewusst entschieden, am neuen Standort die Voraussetzungen für die HU zu schaffen“, sagt Duch. Das hat mehrere Gründe. So rechnet das Unternehmen beispielsweise langfristig mit einem starken Zuwachs an Hauptuntersuchungen (HU), weil sich das neue Autohaus zunehmend in der Gegend etabliere. Darüber hinaus sei generell zu beobachten, dass immer mehr Autofahrer die Hauptuntersuchung in der Werkstatt erledigen lassen wollen. Trotz der kurzen Distanz werde es deshalb schnell zu aufwendig, die Fahrzeuge von Mitarbeitern für jede HU zum Prüfstützpunkt fahren zu lassen. „Manche Kunden sehen es zudem nicht gern, wenn ihr Auto in der Gegend herumgefahren wird“, sagt Harald Schneider. Bremsprüfstand als Verkaufshilfe Daneben dient der Bremsprüfstand auch der Qualitätssicherung. Erneuern die Mechaniker beispielsweise in der Werkstatt die Bremsen, können sie objektiv prüfen, ob sie ordnungsgemäß funktionieren. Dass es überhaupt erst zum Reparaturauftrag www.autoservicepraxis.de

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Sind mit dem neuen Bremsprüfstand (r.) zufrieden: Aftersales-Leiter Karl-Heinz Duch sowie Janna und Harald Schneider (v.l.) von AHS Prüftechnik kommt, ist häufig ebenfalls dem Prüfstand zu verdanken. Denn dieser fungiert auch als Argumentationshilfe gegenüber den Kunden. Der Grund: Viele Autofahrer bemerken es nicht, wenn ihr Fahrzeug im täglichen Gebrauch schleichend an Bremskraft verliert. So mancher schlägt entsprechende Hinweise der Servicemitarbeiter daher erst einmal in den Wind. Können diese allerdings anhand eines Prüfprotokolls belegen, dass beispielsweise die linke Bremse um 40 Prozent schwächer ist als die Rechte, sei die Bereitschaft, die notwendigen Reparaturen zu beauftragen wesentlich höher, weiß Duch aus Erfahrung. „Die Kunden glauben meist nur, was sie schwarz auf weiß sehen“, sagt er. Der objektive Nachweis von Problemen am Prüfstand führe darum letztlich zu mehr Sicherheit auf den Straßen und mehr Umsatz im Autohaus. Dadurch dürften sich auch die Kosten des „AHS Multiflex 06 Easy“ Prüfstands schnell amortisieren. Dieser hat inklusive Einbau, Stückprüfung und DAkkS-Kalibrierung 7.000 Euro gekostet, entspricht den Anforderungen der Bremsprüfstandsrichtlinie von 2011 und verfügt unter anderem AUTOHAUS ENGELBART ■ Standorte: Sechs (Delmenhorst, Oldenburg, Schortens und seit 02.01. Bremen) ■ Marken: Toyota, Lexus, Kia (seit 2014) und Mazda (seit 2016) ■ Mitarbeiter: 120; davon zehn am Mazda- Standort in Delmenhorst ■ Absatzziel 2018: 2.200 Neuwagen, 1.800 Gebrauchtwagen; davon 220 Neuwagen und 120 Gebrauchtwagen am Mazda- Standort in Delmenhorst über zwei 4,6 Kilowatt starke Motoren, eine Asanetwork-Livestream-Schnittstelle sowie eine automatische Allraderkennung. Prüfstände sollten nachrüstbar sein Über die Asanetwork-Schnittstelle können etwa die Prüfer vom TÜV, der beim Bau mit eingebunden war, Daten während des Prüfvorgangs in Echtzeit auslesen. „Mit dem Prüfstand erfüllen wir die aktuellen gesetzlichen Grund bedingungen und können bei Bedarf jederzeit nachrüsten“, sagt Duch. Es ist zum Beispiel nicht völlig ausgeschlossen, dass in sämtliche Bremsprüfstände Damit mit dem Bremsprüfstand die HU durchgeführt werden darf, ist eine DAkkS-Kalibrierung nötig. Der kleine schwarz-weiße Aufkleber auf dem Kontrollkasten (l.) belegt diese. Im Kasten befindet sich die Asanetwork-Livestream-Schnittstelle. Mit ihr lassen sich in Echtzeit Daten auslesen. Die Messwerte liefert der orange leuchtende Abnehmer an den Rollen des Bremsprüfstands (r.). irgendwann eine Waage oder eine Prüfsoftware integriert werden muss. In anderen Ländern der EU ist das zum Teil bereits vorgeschrieben. Die Voraussetzungen dafür sind nun auch in der Delmenhorster Niederlassung von Autohaus Engelbart vorhanden. Damit ist auch bei neuen gesetzlichen Vorgaben kein vollständiger Austausch der Hardware nötig. „Die Übergangsfrist für die Richtlinie von 2011 läuft zwar noch bis Ende 2019, über weitere neue Regelungen wird an einigen Stellen aber schon diskutiert, wir wissen aber selber noch nicht, wo die Reise hingeht“, sagt AHS- Geschäftsführerin Janna Schneider. Die Betriebe müssten sich darauf jedoch mittel- bis langfristig einstellen. Doch das ist aktuell noch Zukunftsmusik. Viele Autohäuser und Werkstätten müssen ihre Werkstattinfrastruktur erst noch für die aktuelle, ab übernächstem Jahr gültige Richtlinie fit machen. Die Zeit dafür wird langsam knapp. „Wer bis Anfang 2020 einen neuen Bremsprüfstand benötigt, sollte am besten bereits jetzt auf uns zukommen“, rät Janna Schneider. Da viele Betriebe jedoch nach wie vor zögern, befürchtet AHS kurz vor Fristende noch einen starken Anstieg der Nachfrage. Obwohl sich darauf sämtliche Unternehmen der Branche einstellen und beispielsweise Personal aufbauen sowie Arbeitszeiten verlängern, sind deutlich erhöhte Lieferzeiten zu erwarten. AHS Prüftechnik erwartet deshalb, dass etliche Werkstätten bis Anfang 2020 keinen HU-konformen Prüfstand haben werden. Kundenfahrzeuge müssen dann für die HU in die Prüfstützpunkte gefahren werden. Das bindet Mitarbeiter und kann Zusatzkosten verursachen. Im Autohaus Engelbart jedoch wird das wohl kein Thema werden. Armin Wutzer ■ www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 27

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AUTOMOBILTECHNIK LENKSYSTEME Richtungsweisend Nexteer Automotive ist ein weltweit agierender Hersteller von Lenk- und Antriebssystemen. Vor allem mit seinen elektromechanischen Lenksystemen hat der Zulieferer die Zukunft des Fahrens fest im Blick. Fotos: Nexteer ein erstes 12-Volt-EPS (elektromechanisches Lenksystem) stellte das US-Unternehmen Nexteer Automotive bereits 1999 vor. Im Januar dieses Jahres fertigte der mittlerweile größte Anbieter in Nordamerika und international auf dem dritten Platz geführte Hersteller für Lenksysteme sein 50-millionstes EPS. Die Lenksysteme kommen in den USA in neun von zehn Lkw und in Europa in jedem vierten Kleinwagen zum Einsatz. Rund 13.000 Mitarbeiter sind in 21 Pro- KURZFASSUNG Elektromechanische Lenksysteme (EPS) haben deutliche Vorteile gegenüber hydraulischen Lenkungen. Nexteer Automotive als weltweiter Anbieter entwickelt seine Systeme kontinuierlich weiter in Richtung autonomes Fahren. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 duktionsstätten, fünf regionalen Entwicklungszentren und zehn Kundenzentren in Nord- und Südamerika, Europa und Asien beschäftigt. Zu den Nexteer-Kunden zählen BMW, Fiat, Chrysler, Ford, GM, PSA, Toyota und VW sowie Automobilhersteller in Indien und China. So finden sich Nexteer-Lenksysteme beispielsweise im Mini, 1er BMW oder i3, im Fiat 500 oder in den Opel-Modellen Adam und Corsa. Der europäische Markt wird derzeit durch zwei Produktionsstätten in Tychy und Gliwice in Polen abgedeckt, Kundenservice-Zentren finden sich unter anderem in Rüsselsheim und München. Software immer komplexer Ebenfalls im Werk Tychy ist das Forschungs- und Entwicklungszentrum unter der Leitung von Rüdiger Hiemenz angesiedelt, der auch die Leitung der Kunden- service-Zentren verantwortet. „Zusätzlich zu den bisherigen 190 Entwicklungsingenieuren habe ich jetzt die Freigabe für weitere 42 Ingenieure erhalten“, sagt Hiemenz. Besonders stolz ist man auch auf die durch den Einsatz der elektromechanischen Lenksysteme erzielten Kraftstoffeinsparungen. Im Vergleich zu hydraulischen Systemen reduziert sich laut Hersteller der Verbrauch um sechs Prozent und spart bis zu acht Gramm CO 2 pro Kilometer. Steve Spicer, Vize-Präsident der weltweiten EPS-Produktlinie, betont außerdem, dass die EPS-Systeme als Gateway-Technologie eines der zentralen Elemente des autonomen Fahrens (ADAS) darstellen: „Sie ermöglichen Fahrerassistenzfunktionen wie Spurhalten, Parkassistenz, aktive Lenkungsrückstellung, Stauassistent und mehr. Schlussendlich werden EPS-Syste- www.autoservicepraxis.de

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me dazu beitragen, den Weg für zukunftsweisende Sicherheits-Features in halbund vollautonomen Fahrmodi zu ebnen“, so Spicer. Darüber hinaus ermöglicht EPS auch, über die Softwaresteuerung das Fahrgefühl am Lenkrad dem gewünschten Markenerlebnis des jeweiligen OEM anzugleichen. Die eingesetzte Software wird dadurch immer komplexer. So benötigt ein aktuelles, serienmäßiges Nexteer-EPS- System 4,3 Millionen Code-Zeilen, ein zukünftiges Steer-by-Wire-System für das autonome Fahren ab Level 3 sogar 13,5 Millionen Code-Zeilen. Zum Vergleich: Das erste Space-Shuttle musste mit rund 400.000 Code-Zeilen auskommen. Redundanz notwendig Aktuell werden bei Nexteer an den europäischen Standorten vier verschiedene EPS-Systeme hergestellt. Das kostengünstige „Column EPS“ kommt vor allem in Kleinwagen zum Einsatz. Hier sind die elektronischen Komponenten Antrieb, Steuerung und Sensoren direkt an der Lenksäule angebracht. Bei den sogenannten „Single/Double Pinion“-Systemen greift das EPS am Übergang von der Zwischenwelle zur Zahnstange, wo ein Elektromotor die Handkräfte vom Fahrer am Ritzel verstärkt. Das „Rack EPS“ wurde für große und schwere Fahrzeuge, Transporter und Lkw entwickelt. Hier sitzt der Motor parallel zur Zahnstange und treibt diese über einen Kugeltrieb per Zahnriemen Die Zukunft der Lenkung liegt jedoch im autonomen Fahren, das durch Steerby-Wire- beziehungsweise Steer-on- Demand-Systeme ermöglicht wird. Die Sicherheit der EPS-Systeme wird durch redundante, also doppelte Ausführung der wichtigsten Bauteile, wie Sensoren, Steuereinheiten oder Antriebe, gewährleistet. So verfügen die Antriebe über eine doppelte Wicklung, so dass im Falle eines Kurzschlusses in einer Wicklung eine Reserve zur Verfügung steht und die Lenkkräfte weiter unterstützt. Die Systeme sind, wie auch vom Gesetzgeber gefordert, so ausgelegt, dass sie im Falle eines Ausfalls ihre Grundfunktion, die Lenkbarkeit des Fahrzeuges, beibehalten. „Wir warten darauf, dass der Gesetzgeber die rechtlichen Rahmenbedingungen bezüglich der Sicherheit der Systeme exakt definiert und rechnen mit einer Markteinführung für das Jahr 2022“, blickt Rüdiger Hiemenz in die nahe Zukunft. Dieter Väthröder ■ Nexteer hat bereits 50 Millionen EPS-Lenksysteme produziert. INTERVIEW: „DIE REPARATUR WIRD EINFACHER“ asp: Sind elektromechanische Lenksysteme oder Teile davon reparabel oder ist immer ein Austausch nötig? R. Hiemenz: Letztlich ist es eine Herstelleranforderung, welche Teile sich reparieren lassen und welche als Ganzes ausgetauscht werden müssen. Ein typischer Fall für ein Reparaturteil ist die Spurstange, die beispielsweise durch Bordsteinkontakt verbiegen kann. Die elektrischen Systeme hingegen lassen sich im Servicefall, der etwa bei Ausfall eines Sensors gegeben sein kann, in der Regel nur als Ganzes austauschen. asp: Warum gibt es kaum Reparaturlösungen? R. Hiemenz: Jede bei uns gefertige Lenkung wird abschließend einem umfangreichen Systemtest unterzogen. Dabei wird jede Einzelfunktion, ob elektrisch, mechanisch oder logisch, geprüft. Das fordern die Kunden von uns. Im Falle einer Reparaturlösung wäre diese Sicherheit nicht mehr gegeben. asp: Ein Austausch kann sich aber schon auf einzelne Komponenten beschränken? R. Hiemenz: Natürlich kann jedes abgeschlossene System einzeln getauscht werden, beispielsweise die Lenksäule, die Zwischenwelle oder das Lenkgetriebe, wenn es durch einen Parkrempler Schaden genommen hat. asp: Welche Anzeichen für eine Fehlfunktion, etwa durch Verschleiß, kann es geben? R. Hiemenz: Einen Ausfall der Lenkung durch Verschleiß darf es per se nicht geben. Verschleiß kann aber beispielsweise Geräusche verursachen, die aber nicht sicherheitsrelevant sind. So kann Verschleiß zu einem Knacken in der Zwischenwelle oder Klappern im Lenkgetriebe führen. Andere Defekte sind verbogene Spurstangen. Der schlimmste spontane Defekt wäre ein kompletter System ausfall. Das spürt man durch erhöhte Handkräfte, die dann nötig werden – vor allem im Stand. Das Fahrzeug wäre aber immer noch lenkbar. asp: Braucht eine Werkstatt Spezialwerkzeuge oder -kenntnisse und gibt es Schulungen? R. Hiemenz: Spezialwerkzeuge braucht sie nicht, ein Austausch von Bauteilen sollte von jedem Mechaniker, bei elektrischen Bauteilen Mechatroniker, durchgeführt werden können. Schulungen werden über die Hersteller angeboten, die wir bei der Erstellung der Unterlagen unterstützen. Im Vergleich zu hydraulischen Lenksystemen ist die Arbeit eher einfacher geworden. Rüdiger Hiemenz, Executive Director Engineering bei Nexteer für Europa und Südamerika www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 29

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AUTOMOBILTECHNIK INTERVIEW „High-Tech und Excitement“ Markus Bögner (COO) und Stephan Cimbal (Head of Marketing) erklären im Interview, wie sie die relativ junge Reifenmarke Falken Tyre im hart umkämpften Markt für Pneus nach vorne bringen wollen. asp: Ganzjahresreifen werden bei Verbrauchern scheinbar immer beliebter. Wie beurteilen Sie diesen Trend? M. Bögner: Das ist in der Tat ein Thema in der Reifenbranche. Für die Werkstätten ist der Trend zum Ganzjahresreifen sicher nicht die erfreulichste Nachricht. Das ist auch der Grund, warum wir das nicht aktiv forcieren. Als Hersteller reagieren wir aber auf die Nachfrage der Endverbraucher, die das Produkt wünschen. Richtig ist: Wenn mehr Autofahrer Ganzjahresreifen montieren lassen, geht ein Teil der klassischen saisonalen Dienstleistungen wie Montage und Einlagerung verloren. asp: Ist der Ganzjahresreifen denn eine echte Alternative zum Saisonreifen? AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 COO Markus Bögner (rechts) und Stephan Cimbal, Marketing Falken Tyre Europe Foto: Dietmar Winkler M. Bögner: Für manche Kunden ist das sicher eine Alternative. Letztlich muss das der Verbraucher selbst entscheiden. Wir können ihm nur sagen, was für das eine oder das andere spricht und so bei der Auswahl helfen. Auf eine kurze Formel gebracht: Wenn man relativ viel in Schneegebieten unterwegs ist oder zu den Vielfahrern gehört, dann ist der Winterreifen im Winter und der Sommerreifen im Sommer immer noch das sicherere Medium. Wenn wir aber von einem Zweit- oder Drittwagen sprechen, der hauptsächlich in der Stadt bewegt wird, dann ist der Ganzjahresreifen eine Alternative. Das muss man aus Sicht des Endverbrauchers mit Blick auf die Kosten einfach sehen. asp: Was ist zur Haltbarkeit zu sagen, der Ganzjahresreifen nutzt sich deutlich schneller M. Bögner: Das kann man so pauschal nicht für alle Fabrikate sagen. Von der Mischung her hat der Ganzjahresreifen die Tendenz dazu, etwas weniger Laufleistung zu haben. Aber das hängt sehr stark vom Hersteller ab. asp: Wie wichtig ist das Marktsegment SUV-Reifen für Falken? S. Cimbal: Das ist ein wachsendes und immer noch margenstarkes Segment. Händler und auch der Hersteller können in diesem Segment auch noch Geld verdienen. Wir folgen mit unserem Angebot dem Trend der Autoindustrie. Und da sind SUV nun mal besonders gefragte Modelle. M. Bögner: Wir haben bereits 2016 einen neuen SUV-Reifen vorgestellt, der jetzt auch in allen Größen verfügbar ist. asp: Woran arbeiten Reifen-Hersteller derzeit? S. Cimbal: In der Entwicklung haben wir viele Punkte auf der Agenda. Wir müssen uns als Reifenhersteller beispielsweise dem Thema der Elektromobilität stellen. Beim Autosalon in Genf haben wir den Ecorun A-A vorgestellt, der aus einer Entwicklungspartnerschaft mit Toyota hervorgegangen ist. Dabei handelt es sich um einen rollwiderstandsoptimierten Energiesparreifen speziell für Hybridfahrzeuge. Die Bereifung ist beim Thema Kraftstoffverbrauch ein entscheidender Faktor. Der von uns entwickelte Reifen hat den Energieverbrauch nochmal dramatisch gesenkt. Im Flottenverbrauch sind bis zu fünf Prozent Einsparungen drin! asp: Wie ist das möglich? M. Bögner: Der Zielkonflikt besteht zwischen geringem Rollwiderstand und dem gewünschten Maß an Performance. Unser Reifen hat in beiden Disziplinen Bestnoten erhalten, was an der Gummi- www.autoservicepraxis.de

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KURZFASSUNG Der Name „Falken“ klingt ziemlich europatauglich, stammt aber in Wirklichkeit aus Asien – genauer gesagt aus Japan. Mit einer sportlichen Image-Kampagne soll die Reifen-Marke auch im Bereich Aftersales bekannt gemacht werden. mischung liegt. Einfach erklärt, nutzen wir ein Verfahren, das auf Molekülebene die Bewegungsfreiheit der Moleküle einschränkt. Das sorgt für mehr Stabilität im Material und damit für bessere Performance. Dazu kommen spezielle Produktionsverfahren, die wir in den Werken weltweit anwenden. asp: Wie machen Sie die Marke Falken Tyre im Markt bekannt? M. Bögner: Die Premiummitbewerber haben viele Jahre Vorsprung. Das aufzuholen, ist eine Herausforderung. Die Marke Falken wurde 1983 kreiert – ganz bewusst mit einem europäisch klingenden Namen. Der Name „Falken“ funktioniert überall sehr gut. Die großen Player haben sich sehr auf ihren Leistungen ausgeruht. In den letzten Jahren sind daher viele Wettbewerber auf den Plan getreten. Gerade beim Reifenkauf, einem Produkt, das für den Endverbraucher relativ undurchschaubar ist, ist die Kraft der Marke einer der wesentlichen Treiber. S. Cimbal: Wir wollen für Falken eine unverwechselbare Markenpersönlichkeit schaffen und eine einzigartige Geschichte erzählen. Unser Marketingkonzept baut auf zwei Säulen auf: High-Technology und Excitement. Daraus leiten wir eine sehr emotionale Markenpositionierung ab. Wir ticken da eher wie eine Automarke als ein klassischer Reifenhersteller. asp: Was heißt das konkret für Ihre Marketing-Strategie und Positionierung? S. Cimbal: Wir spielen die Marke auf drei großen Plattformen: Eine lange Tradition hat als „natürliches Habitat“ der Motorsport. Beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring mischen wir mit dem Falken Porsche und den Falken BMW erfolgreich mit. Als relativ kleines Rennteam sind wir dort in schöner Regelmäßigkeit sehr weit vorne. Fußball ist das zweite große Spielfeld, um die Marke emotional aufzuladen. Wir konzentrieren uns im Sponsoring nicht auf einen bestimmten Verein, sondern engagieren uns über mehrere Märkte hinweg www.autoservicepraxis.de unter anderem mit LED-Bandenwerbung. In England sind wir bei Liverpool einer der Hauptsponsoren. In Deutschland sind wir bei fünf Bundesligaclubs in der Bandenwerbung sowie beim FC Ingolstadt als Zweitligisten. Als dritte Plattform bespielen wir sehr stark das Thema Action und Lifestyle. Mit unserem Red-Bull-Air-Race- Team sind wir sogar Weltmeister geworden. Das ist zugegeben weit weg vom eigentlichen Produkt, aber sehr emotional und ganz nah an den Kernwerten der Marke. asp: Bei welchen Herstellern sind Sie in der Erstausrüstung? M. Bögner: Wir sind seit 2012 in der VW- Gruppe auf verschiedenen Fahrzeugen in der Erstausrüstung. Mit allen anderen Herstellern sind wir in Gesprächen oder konkreten Entwicklungsprojekten. asp: Wo liegt Ihr Marktanteil in Deutschland? M. Bögner: Für Deutschland haben wir eine Zielmarke und die liegt bei fünf Prozent Marktanteil. Da wollen wir hin. In Deutschland sind wir hier auf gutem Wege. asp: Welche Bedeutung hat das Geschäft im Autohaus für Sie? M. Bögner: Mit dem wachsenden OE Geschäft hat auch der Bereich Autohaus stetig zugelegt. Wir arbeiten im Handel mit zahlreichen Automobilherstellern zusammen, unter anderem mit der Volkswagen Gruppe, Toyota, Fiat Chrysler, Mitsubishi, Nissan, Mazda, Opel und Subaru. Speziell in Deutschland sind wir relativ gut aufgestellt. Für uns ist das ein Wachstumsmarkt. Dietmar Winkler ■ FALKEN TYRE Die Falken Tyre Europe GmbH ist die europäische Tochtergesellschaft des japanischen Reifenherstellers Sumitomo Rubber Industries Ltd. (SRI), dem mit rund 33.000 Mitarbeitern sechstgrößten Reifenhersteller weltweit. SRI ist in den Jahren 2011 und 2014 mit einem Platz auf der Thomson Reuters „Top 100 Global Innovators“-Liste der weltweit innovativsten Unternehmen ausgezeichnet worden. Vom Standort Offenbach am Main aus vermarktet und vertreibt Falken Tyre Europe GmbH ein komplettes Reifensortiment für Pkw, Lkw, Leicht-Lkw und SUV in der Erstausrüstung und auch im gesamten europäischen Nachrüstmarkt. ECOSTATIONplus Die ultraschnelle Art der Abgasmessung! Dank kabellosen Messtechnikmodulen und Fahrwagen mit hoch modernem Industrie-PC messen Sie jetzt noch schneller. Attraktive Preise und zukunftssichere Technologie. Verfügbar für Benzin- und Dieselfahrzeuge. Weitere Informationen erhalten Sie bei Ihrem TEXA Händler.

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AUTOMOBILTECHNIK STOSSDÄMPFER Stoßdämpfer richtig einbauen Der Einbau von Stoßdämpfern hat seine Tücken. asp AUTO SERVICE PRAXIS zeigt typische Fehler in der Werkstattpraxis, die immer wieder passieren – und erklärt, wie man sie vermeidet. er Einbau von Stoßdämpfern ist alltägliches Werkstattgeschäft. Trotzdem gilt es einige Fallstricke zu beachten. Max Karmel, Geschäftsführer des Kfz-Betriebes Max Karmel Karmexx GmbH in München, gibt Tipps für die Praxis: „Der erste Schritt ist ein Test der eingebauten Stoßdämpfer auf KURZFASSUNG Beim Austausch der Stoßdämpfer sollten Werkstätten einige Dinge beachten: Das umfasst neben dem Dämpfer selbst das Werkzeug für den Einbau und auch Besonderheiten wie Luftfederungen oder tiefergelegte Fahrzeuge. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 Fotos: Dietmar Stanka dem Prüfstand“, erklärt der Kfz-Meister. Wenn ein Defekt oder Verschleiß festgestellt wird, müssen die passenden Ersatz- Dämpfer bestellt werden. Dabei sollte die Werkstatt jedoch nicht nach der Devise „Golf ist Golf “ verfahren, denn es gibt je nach Modell große Unterschiede. Hilfreich sind hier die Kataloge oder Teilesysteme der Händler, um die richtige Zuordnung zu erleichtern. Eine Sicherheit bietet es zudem, vor dem Einbau die einzubauenden Artikel miteinander zu vergleichen. Wichtig sei es laut Karmel auch, immer hochwertige Markenprodukte zu verwenden. „Auch bei Stoßdämpfern ist es außerordentlich wichtig, auf Qualität zu achten. Wir verwenden in unserer Werkstatt nur Vor dem Austausch sollten Fahrwerk und Dämpfer zunächst gecheckt werden. Markenprodukte renommierter Hersteller wie Bilstein, Koni, KYB, TRW und ZF Sachs. Oder aber die Original-Ersatzteile des jeweiligen Automobilherstellers.“ Das richtige Werkzeug Beim Ein- und Ausbau muss immer das geeignete Werkzeug benutzt werden. Außerdem darf eine Zange nie an der Kolbenstangenoberfläche angesetzt werden. Der Einsatz eines Schlagschraubers kann den Stoßdämpfer beschädigen und später zu Geräuschen führen. Zudem besteht die Gefahr, dass sich die Verschraubung des Fahrzeuge mit Luftfederung sollten nie mit druckloser Luftfeder von der Hebebühne abgelassen werden. Arbeitskolbens an der Kolbenstange löst. Die Kolbenstange könnte dann bei einem Gasdruckstoßdämpfer aus dem Stoßdämpfer herausschießen, was sehr gefährlich werden kann. Oft werden auch nicht alle Bauteile des Fahrwerks richtig gecheckt. Zum Beispiel werden die Federn, die Stützlager, die Druckanschläge, die Schutzrohre, die Fahrwerkelektronik und eventuell vorhandene Kompressoren vernachlässigt. Daher rät Max Karmel: „Alle Komponenten müssen geprüft und gegebenenfalls ersetzt werden. Bei Fahrzeugen mit Luftfederung sollten zusätzlich die Kompressoreinheit mit Relais sowie die Druckluftleitungen überprüft werden.“ Falsche Anzugsdrehmomente Wenn beim Einbau von Fahrwerkkomponenten mit zu viel oder zu wenig Anzugsdrehmoment gearbeitet wird, kann es später zu Geräuschen, fehlerhaften Funktionen und sogar zu Beschädigungen am www.autoservicepraxis.de

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Mit hochwertigen Marken-Stoßdämpfern ist man auf der sicheren Seite. Fahrwerk kommen. Diese Fehler vermeidet man ganz einfach durch die Verwendung von geeigneten Werkzeugen und der exakten Kontrolle des richtigen Anzugsdrehmoments. Es ist zudem ein großer Fehler, die Stoßdämpfer schon fest anzuziehen, wenn das Fahrzeug noch auf der Hebebühne steht und die Räder frei hängen. „Federbeine und Dämpfer, die in Gummiaufhängungen gelagert sind, dürfen erst angezogen werden, wenn das Fahrzeug wieder auf dem Boden steht. Andere Befestigungen, wie zum Beispiel Schellen, müssen dagegen vor dem Herablassen des Fahrzeugs angezogen werden“, sagt Max Karmel. Ein Fahrzeug mit Luftfederung darf auch nie mit druckloser Luftfeder von der Hebebühne abgelassen werden, weil es sonst mit druckloser Feder auf dem Boden steht. Dadurch wird die Luftfeder beschädigt und fällt innerhalb kürzester Zeit aus. Deshalb ist es wichtig, sich nach den Herstellervorgaben zu richten. Dazu gehört der Einsatz eines Diagnosegerätes, um die Luftfeder zu entleeren, zu befüllen und den Fehlerspeicher auszulesen. Wichtig sind auch die Teile: Wird nicht auf alle Anbauteile geachtet, wie beispielsweise Federteller, Hülsen oder die Stützscheibe des Domlagers, kann das Fahrwerk oder sogar das Fahrzeug beschädigt werden. Eine aufmerksame Montage aller Teile ist daher unabdinglich, damit jederzeit die einwandfreie Funktion der Stoßdämpfer gewährleistet werden kann. TIPPS FÜR DEN STOSSDÄMPFER-EINBAU ■ Bei Bestellung auf richtige Teilenummer achten ■ Das geeignete Werkzeug benutzen ■ Vollständige Prüfung aller Fahrwerksteile ■ Passendes Anzugsdrehmoment verwenden ■ Stoßdämpferbefestigungen erst anziehen, wenn das Kfz auf dem Boden steht ■ Fahrzeug mit druckloser Luftfeder nicht von Hebevorrichtung nehmen ■ Auf die richtige und vollständige Montage von Anbauteilen achten ■ Verspannung eines tiefer- oder höhergelegten Fahrwerks vermeiden ■ Federtellerhöhe eines Gewindefahrwerks exakt einhalten ■ Abschließende Kontrolle der Achsgeometrie vornehmen Tiefer- oder höhergelegtes Fahrwerk Nach einer Tiefer- oder Höherlegung des Fahrzeugs müssen alle Komponenten des Fahrwerks an die neue Fahrzeughöhe angepasst werden. Dazu müssen alle Gummi-Metall-Verbindungen des Fahrzeugs gelöst und bewegt werden. Danach werden alle Fahrwerkkomponenten in der neuen Position mit dem vorgeschriebenen Drehmoment festgezogen. Eine falsche Federtellerhöhe kann dazu führen, dass die Feder keine Vorspannung hat. Bei einem System mit einer nebenstehenden Feder kann diese verkanten oder sogar herausfallen. Der Dämpfer geht in den Druckanschlag, weist einen schnellen Pufferverschleiß auf und lässt nicht genügend Einfederweg zu. Wenn der Federteller zu hoch eingestellt ist, geht der Dämpfer in den Zuganschlag und hat einen zu geringen Ausfederweg. Es besteht die Gefahr, dass die Feder auf Block geht. Die Folge einer falschen Federtellerhöhe ist ein schlechtes Fahrverhalten. Beim Gewindefahrwerk kann die Federtellerhöhe zwar verändert werden, jedoch nur in einem bestimmten Bereich. Die Daten stehen zudem im Gutachten und müssen zwingend eingehalten werden, da ansonsten keine Abnahme durch eine Prüfgesellschaft erfolgt. Achsgeometrie kontrollieren Die Achsgeometrie des Fahrzeugs muss ebenfalls beim Tausch der Fahrwerkkomponenten immer überprüft werden, denn Abweichungen führen zu einem schlechten Fahrverhalten sowie übermäßiger Beanspruchung der Fahrwerkkomponenten. „Sobald ein Teil aus dem Fahrwerk ersetzt worden ist, muss die Achsgeometrie mit dem dafür vorgesehenen Werkzeug oder einer geeigneten Maschine überprüft werden. Auch bei Fahrzeugen und Achsen, bei denen man die Achswerte nicht verändern kann, müssen diese überprüft und mögliche weitere Defekte am Fahrzeug behoben werden“, erklärt Karmel abschließend. Dietmar Stanka ■ Alle Anbauteile sollten bei der Montage vollständig sein. Wichtig: Check der richtigen Anzugsdrehmomente www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 33

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AUTOMOBILTECHNIK DIESEL-NACHRÜSTUNG Großes Saubermachen Die Abgase der Testautos wurden vor und nach dem Umbau am Prüfstand sowie auf der Straße gemessen. Der nachträgliche Einbau eines SCR-Katalysators kann die Stickoxidkonzentration im Abgas von Dieselfahrzeugen deutlich reduzieren. Der ADAC zeigt die Machbarkeit im Test. Wir erklären die Technik dahinter. er nachträgliche Einbau von Abgas-Reinigungsanlagen mit einer SCR-Technologie („Selective Catalytic Reduction“) kann den Ausstoß von Stickoxiden bei Dieselfahrzeugen der Schadstoffklasse Euro 5 im Stadtverkehr um rund 50 Prozent senken. Unter guten Bedingungen sind sogar über 70 Prozent drin. Das ist das Kernergebnis einer Testreihe, die der ADAC Württemberg mit Förderung des Verkehrsministeriums Baden-Württem- KURZFASSUNG Durch die Nachrüstung mit einem SCR- Katalysator können Stickoxide aus Dieselmotoren deutlich reduziert werden – das haben ADAC-Tests gezeigt. Eine behördlich zugelassene Nachrüstlösung gibt es noch nicht. Unklar ist, wer die Zeche zahlt. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 berg von September 2017 bis Februar 2018 durchgeführt hat. Für den Test hat der Autofahrerclub vier Euro 5-Dieselfahrzeuge auf dem Gebrauchtwagenmarkt erworben. Die ein bis fünf Jahre alten Fahrzeuge hatten eine Kilometerlaufleistung zwischen 20.000 und 95.000 Kilometer auf dem Tacho: ein Mercedes B 180 CDI 1,5 Liter, ein Opel Astra CDTI Sports Tourer mit 1,7 Litern Hubraum, ein VW T5 Multivan 2.0 TDI sowie ein Fiat Ducato 130 Multijet 2,3 D. Vor der Nachrüstung wurden im ADAC Technik Zentrum in Landsberg die Emissionen der vier Fahrzeuge im Serienzustand gemessen. Die Abgasmessung erfolgte sowohl auf dem Prüfstand im WLTC-Zyklus (Worldwide harmonized Light vehicles Test Cycle) als auch im Realbetrieb gemäß RDE-Standard auf der Straße. Danach haben die vier Nachrüstungs- Unternehmen die Testfahrzeuge übernommen und entsprechend umgebaut. Den Unternehmen wurde dabei nur wenige Wochen Zeit eingeräumt. Nach der Umrüstung wurden die Fahrzeuge wieder in das ADAC Technik Zentrum in Landsberg gebracht und deren Emissionen erneut gemessen – wiederum auf dem Prüfstand, um vergleichbare Ergebnisse unter Laborbedingungen zu erhalten und auch im realen Fahrbetrieb. Es wurde auf dem Prüfstand sowohl eine Messung mit kaltem Motor (WLTC kalt) als auch eine Messung mit betriebswarmem Motor durchgeführt. Deutlicher Rückgang der Stickoxide Besonders interessant waren die Messergebnisse im WLTC kalt, denn dieser Prüfzyklus lässt die besten Rückschlüsse www.autoservicepraxis.de

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Fotos: ADAC Württemberg auf den Stadtverkehr zu, wo die Autos in der Regel über kürzere Distanzen bewegt werden und gar keine hohen Betriebstemperaturen erreichen (siehe Grafik). So wurden auf dem Prüfstand NOx-Minderungsraten im Stadtverkehr (WLTC kalt 23 °C Phasen 1-3) bei einem Kaltstart je nach System zwischen 44 und 61 Prozent gemessen. Bei dem Außerortsteil (WLTC Phase 4) dieser Messung erreichen drei der vier Systeme sogar Minderungsraten zwischen 78 und 88 Prozent. Bei Erreichen der Betriebstemperatur (WLTC warm 23 °C Phasen 1-3) liegen die Reduktionsraten auch im Stadtverkehr bei über 70 Prozent. Technische Lösungen im Detail Die Nachrüster griffen bei ihren Systemen zum Teil auf eigenentwickelte Technologien zurück und zum Teil auf serienmäßig verfügbare Teile der Fahrzeughersteller. ■ Dr. Pley (Mercedes B): Nachrüstlösung aus vier Bauteilgruppen: SCR-Katalysator, Hydrolyse-Reaktor, Steuergerät und AdBlue-Tank. Die Kennfeldsteuerung erfolgt ausschließlich über Fahrzeugdaten aus der OBD-Schnittstelle ■ HJS (Fiat Ducato): Nachrüstlösung stützt sich weitgehend auf Komponenten des Euro-6-Abgassystems aus dem Fiat Ducato. Übernahme der originalen AdBlue-Aufbereitung und AdBlue-Betankung; der verbaute SCR-Katalysator ersetzt den serienmäßigen Nachschalldämpfer; zusätzlicher Einbau eines Heizkatalysators. ■ Oberland-Mangold (VW T5): Verbaut zwei SCR-Katalysatoren, der zweite ist mit einem Ammonikschlupfkatalysator versehen; SCR-Katalysatoren und Hydrolyse-Reaktor aus Eigenentwicklung; Tanksystem und AdBlue-Einspritzventil sind VW Originalteile; Steuerung erfolgt kennfeldbasiert (CAN Bus) und wird zusätzlich durch NO X -Sensoren gestützt. ■ TwinTec (Opel Astra): Zusätzlicher Einbau von SCR-Katalysator, NO X - Sensoren, Temperatursensoren und Drucksensoren. Kernstück ist der selbst entwickelte Hydrolyse-Reaktor, außerdem zusätzliches Steuergerät, AdBlue- Tank und Zusatzbatterie; Zugriff auf Fahrzeugdaten; zusätzliche Modifikation von Fahrzeugkomponenten (Teilstromentnahme Abgas, Kühlmittelabgriff). Das Prinzip der Nachrüst-Lösungen von Dr. Pley, Oberland-Mangold und TwinTec beruht auf einem Trick. Bei herkömmlichen SCR-Systemen wird die AdBlue- Harnstofflösung direkt in den Abgasstrom injiziert, wo das zur Abgasreinigung notwendige Ammoniak (NH 3 ) nur bei hohen Temperaturen (über 250 Grad Celsius) und bei ausreichend langer Verdampfungsstrecke durch Hydrolyse entsteht. Hersteller TwintecBaumot setzt auf einen BNO x -Ammoniak-Generator, in dem zunächst aus AdBlue Ammoniak-Gas (NH 3 ) erzeugt und erst anschließend in den Abgasstrom gespritzt wird. Für die Aufbereitung steht dem Generator Energie aus einem Abgasteilmassenstrom zur Verfügung, welcher aus dem Abgaskrümmer vor dem Turbolader abgezweigt wird. Zusätzlich wird elektrisch beheizt. Der NO X -REDUKTION IM KALTBETRIEB NOx-Emissionen (g/km) 0,406 -44 % 0,229 0,469 0,468 0,469 -44 % -53 % 0,273 0,222 -61 % 0,181 Dr. Pley (Mercedes B) (Fiat Ducato) Oberland-Mangold (VW T5) Twin Tec (Opel Astra) WLTC kalt (23 ˚C) innerorts Serienstand WLTC kalt (23 ˚C) innerorts SCR Quelle: ADAC KRAFTSTOFFMEHRVERBRAUCH PRO 100 KILOMETER Dr. Pley HJS 0,26 l Diesel 0,25 l Diesel 0,15 l AdBlue Gesamtkosten: 46 Cent Gesamtkosten: 35 Cent Oberland Mangold TwinTec 0,28 l AdBlue 0,07 l Diesel 0,18 l Diesel 0,27 l AdBlue 0,24 l AdBlue Gesamtkosten: 58 Cent Gesamtkosten: 46 Cent Kosten Diesel: 1,20 Euro/Liter; AdBlue: 1 Euro/Liter Quelle: ADAC www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 35

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AUTOMOBILTECHNIK „HERSTELLER BENÖTIGEN EINE NACHRÜST-STRATEGIE“ asp: Die gezeigten Lösungen der Nachrüster sind noch im Pilotstadium – wie sehr unterscheidet sich die Technik? R. Kolke: Wir haben uns den Prozess bei allen vier Nachrüstern angesehen. Die Lösung von Dr. Pley beinhaltet neben Katalysator und Hydrolyse- Reaktor ein Pumpensystem, einen AdBlue-Tank und das elektronische Steuersystem mitsamt Kabelbaum. Wesentlich aufwändiger, vor allem was Temperatur-, Stickoxid- und Drucksensorik betrifft, ist z. B. das System von TwintecBaumot. Die Kosten insgesamt bewegen sich nach Auskunft der Anbieter bei den verschiedenen Lösungen zwischen 1.400 und 3.300 Euro mit Einbauzeiten von 2 bis 15 Stunden. asp: Was ist realistisch für die Werkstattpraxis? R. Kolke: Die Einbauzeit für ein zugelassenes Nachrüst-Kit dürfte vermutlich durchaus bei 6 bis 8 Stunden liegen. Die Nachrüstung muss auf jeden AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 Reinhard Kolke ist Leiter Test und Technik beim ADAC. Fall durch eine qualifizierte Werkstatt durchgeführt werden, pragmatisch wäre der Einbau durch eine Werkstatt mit AU-Anerkennung. Der Halter benötigt auf jeden Fall eine Einbaubestätigung durch einen Fachbetrieb. asp: Klingt nach einem attraktiven Zusatzgeschäft für Werkstätten. R. Kolke: Das Geschäft in den Werkstätten ist das eine. Aber die Händler werden schon aus Eigeninteresse alles versuchen, heute schwer verkäufliche Euro-5-Fahrzeuge in ihrer Attraktivität zu steigern. Bei Standzeitkosten von 25 Euro pro Tag und oft genannten 100 Tagen ist die Motivation sehr hoch. asp: Haben auch die großen Automobil-Zulieferer schon Nachrüstlösungen in der Schublade? R. Kolke: Neben den von uns beauftragten Nachrüstern gibt es auch die Großlieferanten wie Eberspächer, Faurecia oder Tenneco. Diese Unternehmen werden mit Sicherheit selbst sehr schnell ins Gespräch mit den Herstellern gehen oder auch eigene Lösungen für den Aftersales anbieten. Voraussetzung ist eine belastbare Nachrüstrichtlinie. Hier zeigt sich wieder das klassische Problem: Ohne Zulassung gibt es keinen Markt, und ohne Markt gibt es keine technische Lösung. Der nächste Schritt muss daher jetzt vom Bundesverkehrsministerium mit der entsprechenden Zulassungsgrundlage gemacht werden. Eine belastbare Regelung muss auch Garantien für Haltbarkeiten umfassen. Wenn Fahrzeughalter ihren Mercedes oder BMW mit einer Hersteller-Lösung nachrüsten könnten, wäre das ein ganz wichtiges Signal in den Markt. asp: Wie lange dauert die amtliche Zulassung für eine Nachrüstlösung? R. Kolke: Diese Frage kann letztlich nur das Ministerium beantworten. Für eine Nachrüstungsrichtlinie wird im gesetzgeberischen Verfahren sicher mindestens ein halbes Jahr benötigt. Parallel würden Nachrüster und auch die Automobilhersteller in die Bauraumbegutachtung gehen und schauen, welche Fahrzeugtypen überhaupt nachgerüstet werden können. Zum Teil gab es ja bereits Fahrzeuge, die optional mit Serien-SCR verfügbar waren. Hier liegen nicht alle, aber viele Bauteile und Freigaben für die SCR-Nachrüstung vor. Aber man darf nicht vergessen: Das Gesamtsystem ist freizugeben, alle Bauteile wie Steuergeräte, Katalysatoren etc. müssen produziert werden, also müssen entsprechende Hochlaufzeiten eingeplant werden. Immerhin sprechen wir von einem Potenzial von etwa 5 Millionen Fahrzeugen. asp: Würden die Automobilhersteller ihre eigene markenspezifische Lösung präsentieren oder wäre das ein optionales Angebot im freien Aftersales? R. Kolke: Man kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht absehen, ob es Lösungen geben wird, die Hersteller wie BMW oder VW alleine vertreiben oder ob diese Hersteller Freigaben an andere Zulieferer erteilen. Alle OEM müssen sich ihre Nachrüst-Strategie überlegen. Aber für die Politik ist es sehr wichtig, ein Signal von den Herstellern zu bekommen, dass sie bereit sind zu kooperieren. Sie müssten die relevanten Daten freigeben oder mit einem der einschlägigen Nachrüster im Sinne einer verlängerten Werkbank kooperieren. asp: Welche Daten benötigen die Nachrüster von den Automobilherstellern? R. Kolke: Da geht es beispielsweise um Motorkennfelder. Man sollte wissen, wie hoch die Stickoxidemissionen sind, welche Luftmassen vorliegen, Zugang zu Temperaturdaten und zu weiteren Sensordaten bekommen, um auf Grundlage dieser Daten die AdBlue-Lösung einzuspritzen. asp: Die Automobilhersteller argumentieren, dass bisher nur „Bastel-Lösungen“ gezeigt werden, die Entwicklungen einer eigenen Herstellerlösung aber 2-3 Jahre dauern würden. Ist das ein vorgeschobenes Argument der Industrie? R. Kolke: Wenn die Hersteller behaupten, sie benötigen 3 Jahre, um eine nachrüstbare Abgasnachbehandlung zu entwickeln, dann ist das deren Position, die ich hier nicht weiter kommentieren will. Vorteil: Das System funktioniert bereits ab einer Abgastemperatur von 150 Grad Celsius und es kommt zu keiner Kristallisation von Reduktionsmittel bei zu niedrigen Temperaturen oder wenn der Motor im Stadtbetrieb noch nicht die Betriebstemperatur erreicht hat. Die erforderliche Heizleistung und die Ammoniak-Dosiermenge werden bei der TwinTec-Lösung über das Abgassteuergerät aus den Betriebsdaten und der Systemsensorik aus Temperaturund NO x -Sensoren ermittelt. Damit ist das System deutlich aufwändiger als die Konkurrenz, die teilweise nur Daten aus dem CAN-Bus bzw. über die OBD-Schnittstelle abgreift. Kostenfrage ist ungelöst Die Abgasreinigung ist nicht ohne Kosten zu erreichen. Die Nachrüstung führt im Test zu leicht erhöhten Kraftstoffverbräuchen und macht zusätzlich die Betankung mit AdBlue notwendig. Kraftstoffverbrauch und CO 2 -Emissionen stiegen um ein bis sechs Prozent. Der Verbrauch der wässrigen Harnstofflösung AdBlue bewegte sich in einer Spanne von 1,5 bis 2,8 Liter pro 1.000 Kilometer. Die geschätzten Kosten einer Nachrüstung liegen je nach Anbieter zwischen 1.400 bis 3.300 Euro inklusive Einbau. Wer diese Kosten zu tragen hätte, sollte die neue Regierung tatsächlich eine Nachrüst-Richtlinie auf den Weg bringen, ist derzeit Gegenstand heftiger Debatten. Die Automobilindustrie lehnt die Kostenübernahme ab und verweist auf die zugesagten freiwilligen Software-Updates für ältere Diesel. Dieter Roßkopf, Vorstandsvorsitzender des ADAC Württemberg, sieht das anders und appelliert an die Politik, jetzt für klare Rahmenbedingungen zu sorgen: „Die Nachrüstung mit Softwareupdate führt zu maximal 25 Prozent weniger Stickoxiden im Stadtverkehr. Das wird nicht reichen, um die Forderungen aus Brüssel zu erfüllen. Wir brauchen daher dringend gesetzliche Rahmenbedingungen für die Hardware-Nachrüstung aus Berlin.“ Von den Fahrzeugherstellern erwarte er, dass diese jetzt aktiv an der weiteren Entwicklung von Lösungen mitarbeiten. Für den grünen Landes-Verkehrsminister Winfrid Herrmann ist der Fall ohnehin klar: „Die Bezahlverantwortung liegt beim Hersteller, zur Not ist auch eine Fondslösung denkbar – das ist immer noch besser als ein Jahr zu warten“, so der Minister. Dietmar Winkler ■ www.autoservicepraxis.de

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PRODUKTE STOSSDÄMPFER Hohe Fahrzeugabdeckung SCHMIERSTOFF Bremsenpflege Bremsenhersteller Brembo bietet ab sofort den Schmierstoff B-Quiet an, der auf beweglichen Bremskomponenten wie den Auflageflächen der Brems sättel, Gleitflächen des Sattels sowie Gleit hülsen und Stiften aufgetragen wird. Da der Schmierstoff cremig ist, verteilt er sich gleichmäßig auf dem Bremsträger und behält KYB hat zwei neue Kataloge zu Stoßdämpfern und Schraubenfedern veröffentlicht. Darin befindet sich das komplette Produktportfolio, inklusive aller neuen Fahrzeuganwendungen für das laufende Jahr. Der Stoßdämpfer-Katalog umfasst 100, sein Pendant für Schraubenfedern sogar 230 neue Teilenummern für Personenkraftwagen und leichte Nutzfahrzeuge. In Europa deckt der Hersteller somit sechs Millionen Fahrzeuge im Bereich Stoßdämpfer und neuneinhalb Millionen bei Schraubenfedern ab. aj ■ KYB Europe GmbH http://kyb-europe.com/deutschland lange seine Schmiereigenschaften. Die Mineralzusammensetzung auf Ölbasis ist frei von Metallen und Fettsäuren. Aus diesem Grund ist er nichtleitend und soll sich daher ideal für Fahrzeuge mit ABS eignen. Aufgrund seiner wasserunlöslichen Konsistenz ist er zudem bei hohen Foto: Brembo Foto: KYB Temperaturen und bei der Autowäsche beständig. Da der Schmierstoff auch nicht korrosiv ist, ist er kompatibel mit allen Metallen und NBR-Kunststoffen. aj ■ Brembo S.p.A. www.brembo.com/de Foto: TMD Friction SCHULUNGSUNTERLAGEN Auf dem neuesten Stand TMD Friction hat die Inhalte seiner Trainings für Werkstatt-, Service- und Vertriebsmitarbeiter weiterentwickelt. Das neueste Update der Schulungsunterlagen für die Marke Textar bietet eine verbesserte Visualisierung der Präsentationen, beispielsweise auf dem Tablet-PC. Dazu gibt es auch inhaltliche Aktualisierungen. Die Schulungen behandeln unter anderem generelle Informationen zu Arbeiten an der Bremse, zu Themen wie Schadensbeurteilung und Geräuschentwicklung sowie gesetzliche Grundlagen. aj ■ TMD Friction Services GmbH www.tmdfriction.com STOSSDÄMPFER Auch für tiefergelegte Autos Stoßdämpferhersteller Koni hat das Angebot an „STR.T“-Dämpfern (Abkürzung für „Street“) um mehr als 15 neue Anwendungen für gängige Fahrzeuge erweitert. Mit dabei: die Marken Audi, BMW, Mercedes, Kia und auch VW. Die mit STR.T-Dämpfern umgerüsteten Autos sollen sich durch ein besseres Handling und erhöhte Stabilität auszeichnen. Die neuen Koni-Dämpfer sind zudem für bereits tiefergelegte Autos geeignet. aj ■ Koni B. V. www.koni.de Foto: Koni www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 37

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PRODUKTE PFLEGEPRODUKTE Rabatte beim Frühjahrsputz Reinigungsspezialist Dr. Wack bietet mehrere Rabattaktionen im Frühjahr an: Auf Verkaufseinheiten (VE) des „CW1:100- Classic-Scheibenreinigers“ im Thekendisplay (50 Fläschchen) und beim 5-Liter- Kanister wird ein Nachlass von zehn Prozent bis Ende Mai 2018 gewährt. Beim P21S-Felgen-Reiniger „Power Gel“ im 750-Milliliter-Gebinde sind zudem 40 Milliliter Scheibenreiniger als kostenlose Zugabe enthalten. Das Felgen-Pflegepaket enthält drei VEs mit je sechs 750-Milliliter-Sprühflaschen und die P21S-„Erfolgs- Leiter“. Bei den „P21S-Felgen-Reiniger- Power-Gel-Werkstattpaketen“ gibt es bei der Abnahme eines 5-Liter-Kanisters eine Gratisdose „Bar´s Leaks Original“. aj ■ Dr. O. K. Wack Chemie GmbH https://wackchem.com Foto: Dr. O. K. Wack Chemie Foto: Meyle KEILRIPPENRIEMEN 13 neue Referenzen Teilehersteller Meyle hat 13 neue Referenzen für den Nkw-Keilrippenriemensatz veröffenlicht, um die Reparatur von Nutzfahrzeugen zu erleichtern. Somit verstärkt der Hamburger Hersteller sein Sortiment an Keilrippenriemensätzen auf insgesamt 18 Referenzen. Der Komplettsatz, bestehend aus Riemenspanner, Umlenk- und Führungsrolle sowie Keilrippenriemen, wird unter einer Meyle-Nummer geliefert und ist sofort bereit für den Einbau. Die Spann- und -Umlenkrollen sind aus Stahl gefertigt und sollen im Gegensatz zur Kunststoff-Variante für eine optimale Wärmeableitung sorgen. Damit bleibt die Rolle auch bei besonders hohen Temperaturbelastungen stabil. aj ■ Meyle AG www.meyle.com IMPRESSUM ISSN NR. 1437-1162 Anschrift von Verlag und Redaktion Springer Automotive Media Springer Fachmedien München GmbH Aschauer Str. 30 · 81549 München Tel. 0 89/20 30 43-0 Fax Redaktion 0 89/20 30 43-12 18 Fax Anzeigen 0 89/20 30 43-12 40 http://www.autoservicepraxis.de Springer Fachmedien München GmbH ist Teil der Fachverlagsgruppe Springer Nature. Redaktion Herausgeber Dipl.-Ing. Jürgen Wolz (TÜV SÜD Auto Service GmbH), Lars Kammerer (TÜV SÜD Auto Service GmbH) Anschrift siehe Verlag Chefredakteur (V.i.S.d.P.) Dietmar Winkler (diwi) Tel. 0 89/20 30 43-27 92 Redaktion Valeska Gehrke (vg) Tel. 0 89/20 30 43-23 09 Alexander Junk (aj) Tel. 0 89/20 30 43-23 10 Online-Redaktion Ralf Padrtka (Leitung) Tel. 0 89/20 30 43-12 84 Daniela Kohnen Tel. 0 89/20 30 43-11 21 Thomas Maier Tel. 0 89/20 30 43-23 11 E-Mail: autoservicepraxis@springer.com Ständige Mitarbeiter Eva-Elisabeth Ernst, Marcel Schoch, Dieter Väthröder, Erwin Wagner, Armin Wutzer Gesamtleitung Herstellung Maren Krapp Tel. 0 89/20 30 43-14 18 Layout Diane Laudien Tel. 0 89/20 30 43-11 87 Verlag Geschäftsführer Peter Lehnert Tel. 0 89/20 30 43-22 54 Verlagsleiter Springer Automotive Media Ralph M. Meunzel Tel. 0 89/20 30 43-12 03 Anzeigen- und Marketingleitung Michael Harms Tel. 0 89/20 30 43-12 42 Anzeigenverkauf Sanja Klöppel Tel. 0 89/20 30 43-12 24 Birgit Zipfel Tel. 0 89/20 30 43-11 91 Fax 0 89/20 30 43-12 40 Marketing Alexandra Wutz (Fachliche Leitung) Tel. 0 89/20 30 43-21 05 Susanne Schwarzenböck Tel. 0 89/20 30 43-11 36 Fax 0 89/20 30 43-11 81 Anzeigenverwaltung Aylin Uysal Tel. 0 89/20 30 43-23 58 Gültig ist die Anzeigen-Preisliste ab 01.10.2016 Gelegenheitsanzeigen Doris Kester-Frey Tel. 0 89/20 30 43-11 33 E-Mail: kontakt.anzeigen@springer.com Leitung Vertriebskoordination Fachzeitschriften Tatjana Sachenbacher Tel. 0 89/20 30 43-16 27 Online-Medien Ute Sauermann Tel. 089/20 30 43-22 18 (Produktmanagerin Portale SAM) Abo-Service Tel. 0 89/20 30 43-15 00 Fax 0 89/20 30 43-21 00 Sitz: Aschauer Str. 30 , 81549 München E-Mail: vertriebsservice@springer.com Der Verlag übernimmt keine Haftung für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotomaterial, daher besteht auch kein Anspruch auf Ausfallhonorar. Mit dem Autorenhonorar gehen die Verwertungs-, Nutzungs- und Vervielfältigungsrechte an den Verlag über, insbesondere auch für elektronische Medien (Internet, Datenbanken, CD-ROM). Es werden nur solche Manuskripte angenommen, die an anderer Stelle weder veröffentlicht noch gleichzeitig angeboten sind. Für die mit Namen des Verfassers gekennzeichneten Beiträge übernimmt die Redaktion lediglich die pressegesetzliche Verantwortung; sie stellen also nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Erscheinungsweise 11 Ausgaben pro Jahr Bezugspreis Einzelheft: € 10,90 netto/€ 11,66 brutto inkl. MwSt.; inkl. Versand. Jahresabonnement Inland: 86,50 netto/€ 92,56 brutto inkl. MwSt.; inkl. Versand. Ausland (Europa): € 98,50 netto/ € 105,40 brutto inkl. MwSt.; inkl. Versand. Ausland (außerhalb Europa): auf Anfrage. Preisänderungen vorbehalten. Alle weiteren Aboangebote und -preise finden Sie unter www.autoservicepraxis.de. Abonnementkündigung: schriftlich, nach einem Bezugsjahr, 6 Wochen zum Bezugszeitraums ende. Bankverbindung Hypo-Vereinsbank München (BLZ 700 202 70) Kto.-Nr.: 1 830 209 200 IBAN: DE02 7002 0270 1830 2092 00 BIC: HYVEDEMMXXX, UST-ID: 152942001 Druck L.N. Schaffrath GmbH & Co. KG DruckMedien Marktweg 42-50, 47608 Geldern Gerichtsstand und Erfüllungsort: München Handelsregister: Amtsgericht München HRB 110956 Angeschlossen der Informationsgemein schaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V. (IVW), Sicherung der Auflagenwahrheit. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung. AUTO SERVICE PRAXIS veröffentlicht regelmäßig sämtliche im Verkehrsblatt abgedruckten Mitteilungen des Bundesministers für Verkehr, soweit diese für §29 StVZO relevant sind. AUTO SERVICE PRAXIS-Abonnenten verfügen damit über die im Sinne der AU-Anerkennungsrichtlinie erforderlichen Informationen und sind somit vom Bezug des ansonsten vorgeschriebenen Verkehrsblattes befreit. Bei der Springer Fachmedien München GmbH erscheinen auch die Zeitschriften AUTOHAUS, Autoflotte, GW-trends und Sprit+. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 www.autoservicepraxis.de

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ASA NEWS WDK-ZERTIFIZIERUNG AKTUALISIERT Reifengeschäft – aber sicher Die Zertifizierung von Reifenmontiermaschinen dient der sicheren, fachgerechten und beschädigungsfreien Montage von Reifen. Für die Montage und Demontage von Ultra­High­Performance­ (UHP) und Runflat­Tires (RFT) hat der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie, wdk, seine Richtlinie zur Prüfung und Zertifizierung von Montiermaschinen jetzt aktualisiert und dem Stand der Technik angepasst. Die wichtigsten Änderungen im Überblick: 1. Vollständigkeit der Anträge Zertifizierungsanträge für Montiermaschinen werden nur bearbeitet, wenn sie vollständig sind. Das heißt, alle geforderten Dokumentationen zur Maschine und des zur Montage erforderlichen Zubehörs, Artikelnummern, Bilder etc. müssen lückenlos vorliegen. Anbieter von Reifenmontiermaschinen können den Antrag auf Zertifizierung ihrer Maschinen seit April 2017 ausschließlich online über die Internetseite http://maschinenzertifikat. wdk.de stellen. Über die Internetseite des wdk (www.wdk.de) erhalten Antragsteller jederzeit Auskunft über den aktuellen Prozessstand ihrer Zertifizierung. Sichere Reifenmontage wdk-zertifizierten Montiermaschinen Foto: Snap-On Equipment 2. RDKS-Schulung Pflicht Die bei der Prüfung der Maschinen anzuwendende Rad­Reifen­Kombinationen wurden dem aktuellen Ausstattungsstand bei Neufahrzeugen angepasst. Das gilt auch für die Schulungsunterlagen zur Ausbildung von Reifenmonteuren für die Montage/Demontage von UHP und RFT. Dazu gehört unter anderem, dass die korrekte Handhabung von Reifendruckkontrollsystemen zum Pflichtbestandteil der Montageschulungen wird. 3. Zertifizierte Ausbildung Der wdk hat zudem damit begonnen, Ausbildungsstätten, die Schulungen für die Montage/Demontage von UHP und RFT anbieten, zu zertifizieren bzw. bereits geprüfte Anbieter zu rezertifizieren. 4. Online-Übersicht Bis April 2018 sollen alle bisher wdk­zertifizierten Montiermaschinen, die noch produziert werden, von den Herstellern online auf der wdk­Seite eingetragen werden. Der wdk kategorisiert diese Maschinen als „Rezertifizierung“. Ab April 2018 veröffentlicht der wdk auf seiner Homepage alle zertifizierten Maschinen, inklusive der Maschinen, die zertifiziert sind, aber nicht mehr produziert werden. Werkstätten, die eine gebrauchte Montiermaschine erwerben wollen, haben so die Sicherheit, ein wdk­zertifiziertes Modell zu erwerben. In diesem Zusammenhang weist der Verband noch einmal auf die potenzielle Gefahr hin, die die unsachgemäße Montage von UHP­ oder RFT­Reifen birgt. Eine Beschädigung der Reifen bei der Montage/ Demontage kann drastische Folgen haben, im schlimmsten Fall schwere Unfälle. Zeitgleich mit der Überarbeitung der Zertifizierungsregeln für Pkw­Montiermaschinen hat der wdk eine Schritt­für­ Schritt­Anleitung zur Montage und Demontage von Lkw­Reifen veröffentlicht, die als Best­Practice­Darstellung Qualität und hohes fachliches Niveau von Werkstätten bei der Lkw­Reifenmontage fördern soll. Die Anleitung steht Werkstätten unter news.wdk.de (->Reifentechnik ->Montage- und Demontageanleitung für Nutzfahrzeugreifen) kostenlos zur Verfügung. KOMPAKT Bundesverband der Hersteller und Importeure von Automobil-Service Ausrüstungen e.V. Neues ASA-Mitglied Die esz AG calibration & metrology mit Sitz in München, Berlin, Steinfurt, Nürnberg, Karlsruhe, Wien und Budapest ist seit 1. März Mitglied im ASA-Bundesverband. Das Unternehmen gehört zu den führenden Metrologielaboren Europas. Arbeitsschwerpunkt ist die Kalibrierung industrieller Messtechnik (über 200 DAkkS-akkreditierte Messgrößen). Seit 2017 ist die esz AG als bundesweit erstes unabhängiges Labor für rückgeführte Kalibrierungen von Bremsprüfständen und Scheinwerfereinstellprüfgeräten akkreditiert. Eigens geschulte Techniker von Herstellern, Händlern und Servicebetrieben kalibrieren Kfz-Prüfstände im Namen der esz AG nach den neuen Richtlinien. Damit sichert das Kalibrierlabor Kfz-Servicebetrieben die Durchführung von Hauptuntersuchungen gemäß gesetzlicher Kalibriervorgaben. Weitere Infos: www.esz-ag.de KONTAKT Geschäftsstelle ASA Bundesverband Tel. 0 81 06/99 96 0-27 Fax 0 81 06/99 96 0-34 geschaeftsstelle@asa-verband.de www.asa-verband.de www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 39

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WERKSTATTTECHNIK BEST PRACTICE Cool bleiben Noch ist der CO2-Klimaanlagen-Service in den Werkstätten sehr selten. Das könnte sich aber bald ändern. Fotos: Schoch Neben Fahrzeugen, die mit R134a und R1234yf als Kältemittel befüllt sind, gibt es inzwischen auch Modelle mit CO2-Klimaanlagen. Wie der Klimaservice hier funktioniert, haben wir uns von Texa zeigen lassen. bwohl das Kältemittel CO2 schon Ende der neunziger Jahre für Pkw als mögliche Option galt, kann der Kunde heute erst wenige Pkw- Modelle mit CO 2 -Klimaanlagen kaufen (siehe Kasten Seite 38). Ein Grund für die Verzögerung war die notwendige Entwicklung und Erprobung neuer druckfester Komponenten für das Kältemittel CO 2 im Pkw-Einsatz und parallel hierzu die Bereitstellung passender Klimaservicegeräte. Hohem Druck standhalten „Bei allen Vorteilen, die CO 2 als Kältemittel bietet, sind es vor allem die hohen Betriebsdrücke von bis zu 160 bar, die den Entwicklungsaufwand in die Höhe getrie- AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 KURZFASSUNG Die hohen Betriebsdrücke von CO2 als Kältemittel machten Neuentwicklungen vieler Komponenten der Kfz-Klimaanlagen und auch der Klimaservicegeräte nötig. Trotzdem hat der Hersteller Texa ein Klimaservicegerät für Kohlendioxid auf den Markt gebracht. Was bei seiner Anwendung in der Praxis zu beachten ist, zeigen uns Christian Schüller und Oliver Schilling von Texa Deutschland. ben haben“, sagt Christian Schüller, Außendienst-Servicetechniker bei Texa Deutschland in Langenbrettach. „Unser Klimaservicegerät Konfort 744 wurde deshalb in Zusammenarbeit mit Mercedes entwickelt und ist aktuell eine der wenigen verfügbaren Lösungen im Markt, die für die Wartung und Befüllung der neuen CO 2 -Klimaanlagen verwendet werden kann.“ Der hohe Betriebsdruck ist auch der Grund, weshalb für den Klimaservice am Pkw ein eigenes R744-Klimaservicegerät benötigt wird. Das bedeutet, dass neben den R134a- und R1234yf-Geräten ein zusätzliches angeschafft werden muss. Kombisysteme, wie bei den gewöhnlichen Klimaservicegeräten, gibt es (noch) nicht. „Dafür sind die laufenden Kosten für den CO 2 -Klimaservice erfreulich niedrig“, sagt Oliver Schilling, Geschäftsführer von Texa Deutschland. „Wegen der besonderen Eigenschaften des Kohlendioxids benötigen die R744-Geräte keine Trockner- www.autoservicepraxis.de

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Für einen reibungslosen CO2-Klimaservice steht das Klimaservicegerät Konfort 744 und Formiergas bereit. Filtereinheit. Auch ist das Gas selbst sehr kostengünstig.“ Eine Zehn-Kilo-Verkehrsflasche, die für bis zu 15 Fahrzeuge genügt, liegt bei rund zehn Euro. Jedoch darf nicht jedes x-beliebige Kohlendioxid- Gas verwendet werden. „Wegen der Gewährleistung setzt sich als Standard CO 2 mit einem Reinheitsgrad von 4.5 zusehends durch“, so Oliver Schilling. „Es ist zu 99,995 Prozent rein und greift garantiert keine Dichtungen an.“ Der eigentliche Klimaservice unterscheidet sich vom Bereits an den speziellen Anschlüssen des Geräts ist ersichtlich, dass hier hohe Drücke anliegen. herkömmlichen mit R134a- und R1234yf- Servicegeräten kaum bis gar nicht“, so Christian Schüller. Füllmenge einstellen „An die dafür vorgesehenen Anschlüsse werden die Verbindungskupplungen der Hoch- und Niederdruck-Seite des Konfort 744 angeschlossen.“ Vorher hat Christian Schüller das Klimaservicegerät noch konfiguriert und auf die benötigte Füllmenge manuell eingestellt. „Grundsätzlich sollten Die Rückgewinnung des Kühlgases bedeutet beim Konfort 744 das kontrollierte Ablassen des Kohlendioxids in die Atmosphäre. Daten zur Befüllung immer tagesaktuell im Info-System des jeweiligen Herstellers abgefragt werden, besonders bei neuen Technologien, wie in diesem Fall CO 2 , rät der erfahrene Servicetechniker. „Eigene Datenbanken sind laut Lastenheft einiger Kfz-Hersteller auf OEM-Geräten nicht gewünscht und werden daher ab Werk schon nicht installiert.“ Im Fall der neuen S-Klasse von Mercedes sind das 420 Gramm Kältemittel. Das Fahrzeug wurde Texa von der Assenheimer und Mulfinger GmbH & Co. Werbung Zielgruppe verfehlt? Wir sorgen dafür, dass Ihre Botschaft ankommt. Wie erreiche ich meine Kunden? Ganz einfach: dort, wo sie sind. Mit den Digitalen Plakaten werben unsere Werkstattpartner an den Orten und Stellen, wo sich ihre Kunden aufhalten: im Supermarkt, in der Apotheke, im Fastfood-Restaurant, im Fitness-Center. Das geht ganz einfach und kostet nicht viel. ATR SERVICE GmbH Otto-Hirsch-Brücken 17 70329 Stuttgart www.atr.de www.cc-stuttgart.de

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WERKSTATTTECHNIK Wird die Konzentration von Kohlendioxid beim Ablassen in der Werkstatt zu hoch, schaltet das Gerät automatisch ab. Die Befüllmenge wird manuell voreingestellt. Konfort 744 befüllt dann die Pkw-Klimaanlage auf ±10 Gramm genau. KG, einem autorisierten Mercedes-Benz- Händler aus Heilbronn, zu Versuchszwecken zur Verfügung gestellt. Nachdem die Anschlüsse angeschlossen und die Ventile geöffnet sind, wird das Kohlen dioxid aus der Klimaanlage kontrolliert in die Umgebungsluft abgelassen. Dabei wird die Durchflussmenge gemessen und in Gramm umgerechnet. CO2-Konzentration im Blick Konfort 744 verfügt aus Sicherheitsgründen über ein genaues Messgerät zur Bestimmung der CO 2 -Konzentration in der Nach der Evakuierung des Kohlendioxids wird für den Lecktest Formiergas über das Konfort 744 der Klimaanlage zugeführt. Das Klimaservice-Protokoll wird dem Anwender am Ende des Klimaservice automatisch ausgedruckt. Umgebungsluft, das bei Annäherung an gefährliche Werte den Vorgang sofort unterbricht. Ist das Gas abgelassen, folgt die Vakuumphase. Sie dauert, je nach Herstellervorgabe, zwischen 20 Minuten und einer Stunde und entfernt die Restfeuchtigkeit aus der Klimaanlage. Wurde die Klimaanlage repariert, war sie undicht oder wurden Teile ausgetauscht, folgt jetzt der Lecktest mit Formiergas, das aus 95 Prozent Stickstoff und fünf Prozent Wasserstoff besteht. „Die Lecktesteinheit mit Gasflasche und Wasserstoffschnüffler ist eine eigene Geräteeinheit für R744, R134a und R1234yf und CO2 ALS KÄLTEMITTEL Kohlendioxid (CO2) hat sich seit Jahrzehnten bereits als Kältemittel für Kühlschränke und andere Kältegeräte bewährt. Für Pkw- Klimaanlagen hat Mercedes es als einer der ersten Fahrzeughersteller in seinen Klimaanlagen verwendet. Es war hier aber weniger die EU-Richtlinie, die fluorierte Treibhausgase mit einem Treibhauspotenzial über 150 in Autoklimaanlagen seit 2011 verbietet, die die Stuttgarter zu diesem Schritt bewog. Der Grund lag vielmehr in den Gefahren, die bei einem Unfall von R1234yf ausgehen können. Die Medien berichteten damals ausgiebig über das Brandrisiko von R1234yf im Falle eines Unfalls. Dabei war das Kältemittel bereits Ersatz für das wegen seiner Klimaschädlichkeit seit 2013 verbotene Kältemittel R134a. Nichts lag näher als CO2 in Pkw-Klimaanlagen einzusetzen. Als klimafreundliche und nahezu ungefährliche Alternative schädigt es das Klima 1.430-mal weniger als R134a und ist nicht feuergefährlich. Zudem hat CO2 eine hohe Kälteleistung, bildet keine Zerfallsprodukte und ist weltweit kostengünstig direkt aus der Atmosphäre, als Abfallprodukt von Kraftwerken oder der chemischen Industrie verfügbar. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 Eine Zehn-Kilo-Verkehrsflasche CO2 reicht für bis zu 15 Fahrzeuge. Das Gas hat einen Reinheitsgrad von 4.5. Ein Wasserstoff-Schnüffler detektiert auch geringste Mengen Wasserstoff. Er liegt dem Formiergas-Lecktest-Gerät bei. Nach Druckentlastung können die Anschlüsse gefahrlos von der Pkw-Klimaanlage abgenommen werden. wird von uns entweder als Trolley oder als praktischer Koffer angeboten“, so Oliver Schilling. Zum Test wird sie an die Pkw- Klimaanlage angeschlossen und anschließend mit dem Wasserstoffschnüffler nach Lecks gesucht. „Es empfiehlt sich, diese Arbeit bei ruhiger Luft durchzuführen, da Wasserstoff ungemein flüchtig ist“, erklärt Christian Schüller. „Sonst läuft man Gefahr nichts zu messen, obwohl ein Leck vorliegt.“ Spülen nicht möglich Muss die CO 2 -Klimaanlage gespült werden, weil sich etwa durch einen Defekt Späne im Klimasystem befinden, geht das nur mit R134a- oder R1234yf-Servicegeräten, die dazu an die CO 2 -Klimaanlage angeschlossen werden. Die Hersteller arbeiten hier an einer praxisorientierten Lösung zur Spülung der CO 2 -Anlagen. „Aber nur die Kältemittel R134a und R1234yf sind in der Lage Verschmutzungen oder Öl aus dem Kältekreislauf zu entfernen“, so Christian Schüller. „Das Unvermögen von CO 2, nichts aus dem Klimakreislauf herauszuspülen, hat aber auch Vorteile. So sind die Ölverluste beim Klimaservice extrem gering.“ Muss trotzdem Öl nachgefüllt werden, richten sich die Mengen nach den aktuellen Fahrzeugherstellervorgaben.“ Zuletzt wird wieder das Kältemittel in die Klimaanlage eingefüllt. Bei CO 2 -Klima- www.autoservicepraxis.de

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CO2-KLIMASERVICE ■ Niedrige Wartungskosten, da kein Wechsel von Trocknerfiltereinheiten nötig. ■ CO 2 ist sehr günstig in der Anschaffung. ■ Geringer Verlust von Kompressorenöl beim Klimaservice. ■ Zusätzliche Einnahmequelle durch Erweiterung des Service-Angebots. ■ Prestigeträchtige Zukunftstechnologie mit hohem Werbepotenzial. anlagen wird die Dauer des Füllvorgangs vom Temperaturunterschied des Fahrzeugs zur Umgebungstemperatur beeinflusst, da die CO 2 -Flasche als Druckbehälter nur auf maximal 50 Grad Celsius geheizt werden darf. Ist der Motor zu warm, dehnt sich das Gas zu schnell aus und der Füllvorgang dauert länger. Zur Beschleunigung des Füllvorgangs bei ungünstigen Temperatur-/ Druckverhältnissen bietet das Gerät die Möglichkeit CO 2 mit Unter stützung des Kompressors des Kfz-A/C-Systems zu füllen“, sagt Christian Schüller. Konfort 744 Oliver Schilling (rechts) und Christian Schüller sind bei der Texa Deutschland GmbH die Experten für CO2-Klimaanlagen. regelt dabei die Befüllmenge immer auf ±10 Gramm genau automatisch ein. Obwohl sich CO 2 -Klimaanlagen nur bei einigen Fahrzeugmodellen durchgesetzt haben, liegen ihre Vorteile klar auf der Hand. Für Oliver Schilling ist es daher nur eine Frage der Zeit, dass sie kommen werden. Werkstätten sollten sich seiner Ansicht nach darauf heute schon vorbereiten. Marcel Schoch ■ SPANNROLLEN-KIT MIT WASSERPUMPE. PERFEKTE MECHANIK Es gibt einen Teil des Motors, der die Zeit für alle Beteiligten einhält. Die Zahnriemensätze mit Wasserpumpe von Metelli und Graf stellen den richtigen Zeitpunkt für die beiden Antriebswellen des Motors ein und sorgen für eine korrekte Zirkulation der Kühlflüssigkeit, um bei jeder Motordrehzahl den richtigen Durchfluss zu gewährleisten. Alles mit höchster Präzision. Davon zeugen mehr als 250 Tests und Messungen an Bauteilen, darunter Riemenspanner und Spannrollen. Eine überlegene Qualität, die in über 50 Jahren Erfahrung in diesem Sektor erzielt wurde und von der Metelli Group 5 Jahre garantiert wird. Erfahren Sie mehr unter www.metelligroup.it Angebot gültig für jeden Einkauf vom 1. März bis 30. April 2018

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WERKSTATTTECHNIK DIGITALISIERUNG IM WERKSTATTGESCHÄFT Riskante Zurückhaltung Die Online-Plattform Drivelog hat mit einer Umfrage untersucht, wie digital Deutschlands Servicebetriebe aufgestellt sind. Das Ergebnis: Vor allem freie Werkstätten arbeiten noch häufig analog. as Telefon klingelt. Der Werkstattmeister legt die Ratsche beiseite, wischt sich die leicht öligen Finger an seiner Latzhose ab und geht hinüber zum Telefon auf einem in die Jahre gekommenen Schreibtisch. Am Apparat ist ein Kunde, der seinen zehn Jahre alten Golf nächste Woche in die kleine Werkstatt zur Inspektion bringen möchte. Zwei Minuten später steht der Termin – und der Werkstattmeister trägt ihn in ein von vielen Händen abgegriffenes Terminbuch ein. Was klingt wie eine Szene aus dem Jahr 1998, passiert so oder so ähnlich auch 2018 noch in rund der Hälfte der deutschen Kfz- Betriebe. Besonders freie Werkstätten verwalten ihre Termine mit einem Anteil von 64 Prozent noch überwiegend analog. Autohäuser verwalten ihre Termine bereits in neun von zehn Fällen bereits digital. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Bosch-Tochter Drivelog, an der insgesamt 412 Autohäuser, Konzeptwerkstätten (Werkstätten, die einem Werk- TERMINVERWALTUNG stattsystem angehören) und freie Werkstätten teil genommen haben. Unter dem Motto „Werkstattgeschäft im Wandel“ wollte die Online-Plattform herausfinden, wie und in welchem Umfang deutsche Servicebetriebe sich auf das zunehmend digitalisierte Werkstattgeschäft eingestellt haben. „Wir wollten mehr über den tatsächlichen Einsatz digitaler Lösungen im Servicebereich erfahren“, sagt Fabian Texdorf, Sales Manager bei der Drivelog GmbH. 14 Prozent ohne eigene Webseite Das Ergebnis offenbart – wie angedeutet – zum Teil klaffende Lücken. So verwaltet nicht nur die Hälfte der Betriebe Termine per Hand, 14 Prozent besitzen auch immer noch keine eigene Webseite. Besonders die freien Werkstätten arbeiten häufig noch analog. Von ihnen haben 16 Prozent keinen eigenen Internetauftritt – zehn Prozent mehr als bei den Autohäusern. „Dieser Wert hat uns überrascht. Einige Betriebe haben die Zeichen der Zeit offenbar noch immer nicht erkannt“, sagt Texdorf. KURZFASSUNG Vor allem freie Werkstätten auf dem Land verzichten häufig auf einen eigenen Internetauftritt oder eine digitale Terminverwaltung. Ursache sind meist eine nach wie vor loyale Stammkundschaft sowie Skepsis gegenüber digitalen Anwendungen. Autohäuser sind neuen Technologien gegenüber meist aufgeschlossener. Vor allem sehr kleine Werkstätten auf dem Land verzichten der Umfrage zufolge auf eine eigene Webseite mit Infos und Kontaktdaten. Das funktioniert derzeit noch, weil diese Betriebe häufig viele loyale Stammkunden haben und dementsprechend über Mund-zu-Mund-Propaganda weiterempfohlen werden. Mit Fortschreiten der Digitalisierung ändert sich das jedoch, ist Texdorf überzeugt. Die derzeitige Praxis dieser Werkstätten sei daher auf lange Sicht riskant. Als absolutes Minimum rät Texdorf, zumindest kostenlose Portale wie die Gelben Seiten oder Wie verwalten Sie gegenwärtig Ihre Termine? Autohaus Konzeptwerkstatt Freie Werkstatt 10 % 90 % 49 % 51 % 36 % 64 % ■ handschriftlich ■ digital ■ handschriftlich ■ digital ■ handschriftlich ■ digital Quelle: Drivelog GmbH AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 www.autoservicepraxis.de

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ONLINEPRÄSENZ Hat Ihre Werkstatt eine eigene Webseite? Autohaus Konzeptwerkstatt Freie Werkstatt 14 % 16 % 86 % 84 % ■ ja ■ nein ■ ja ■ nein ■ ja ■ nein Quelle: Drivelog GmbH Facebook zu nutzen und die Verantwortung für deren Pflege internetaffinen Mitarbeitern zu übertragen. Noch besser wäre jedoch zusätzlich eine eigene Webseite. Wie in vielen anderen Branchen hält dort die Online- Terminvereinbarung zunehmend Einzug. Der Umfrage zufolge bieten 81 Prozent der Autohäuser den Service bereits an. Freie Werkstätten und Konzeptwerkstätten hinken hier mit 43 und 44 Prozent hinterher. „Viele Betriebe scheuen den Aufwand, diesen Service einzurichten, weil sie glauben, dass eine E-Mail-Adresse reicht. Das ist nicht mehr zeitgemäß“, sagt Michael Scheider, Key Account Manager bei Drivelog. Das liegt an den veränderten Nutzergewohnheiten: Immer mehr Menschen erwarten online zu jeder Uhrzeit eine sofortige Reaktion auf ihre Handlungen. Eine E-Mail-Antwort, die an Werktagen im Idealfall innerhalb von sechs Stunden eintrifft, kann das nicht leisten. Internet vor allem zur Recherche Bislang setzen sich die Online-Terminvereinbarungen bei Werkstattkunden aber erst langsam durch. Die große Mehrheit der Umfrageteilnehmer gibt an, pro Woche lediglich eine bis fünf Terminbuchungen über die Webseite oder ein Werkstattportal zu erhalten. Die Konversionsrate von Webseite-Besuchern zu Kunden beträgt nach Angaben von Drivelog im Schnitt ein Prozent. Deshalb auf den Service zu verzichten, davon rät Scheider jedoch ab. Denn immer mehr Autofahrer informieren sich vor dem Besuch in der Werkstatt online und zeigen sich offen, Wartungen künftig dort zu buchen. Das belegt unter anderem der aktuelle DAT-Report. Sehen die Kunden auf der Webseite oder einem Werkstattportal regelmäßig den Terminservice, würden sie langsam Vertrauen fassen, ihn irgendwann schließlich nutzen und dann sogar voraussetzen, ist Scheider überzeugt. Das würden Erfahrungen aus anderen Branchen nahelegen – beispielsweise dem Bankensektor. Dort verdoppelte sich Immer mehr Kunden erwarten auch von ihrer Werkstatt digitale Services wie die Online-Terminvereinbarung. die Zahl der Online-Banking Nutzer zwischen 2007 und 2017 nahezu: von 22 auf rund 42 Millionen Nutzer. Bei der Online-Recherche und Terminvereinbarung spielen neben der Webseite auch Werkstattportale eine zunehmend größere Rolle. Diese nutzen jedoch vorwiegend freie Werkstätten und Konzeptwerkstätten. Rund drei Viertel von ihnen geben in der Umfrage an, auf solchen Portalen auf sich aufmerksam zu machen. Bei den Autohäusern ist es dagegen nur gut die Hälfte. Das liegt nach Ansicht von Fabian Texdorf auch an unterschiedlichen Vertriebsphilosophien: „Die Hersteller versuchen zunehmend, Services aus dem Auto heraus anzubieten, um die Kunden so direkt an den Vertragshändler zu vermitteln. Freien Werkstätten fehlt dieser Kanal. Sie sind auf die Werkstattsuche der Autofahrer angewiesen – und daher verstärkt auf Portalen aktiv.“ Vorurteile bremsen Digitalisierung Beim Blick auf die Gründe, warum manche Betriebe beim Thema Digitalisierung noch Lücken haben, offenbart die Umfrage oftmals große Skepsis gegenüber neuen Technologien. Von den 218 Betrieben, die beispielsweise angeben, auf eine digitale Terminverwaltung zu verzichten, nennen 91 als Grund, sie sei zu unübersichtlich und kompliziert. 56 Umfrageteilnehmer begründen ihre Ablehnung damit, dass dies für sie „Neuland“ sei. Und 42 Teilnehmer schließlich halten die Technik für unzuverlässig. Dass diese Argumente unbegründet sind, legen die 197 Betriebe in der Umfrage nahe, die ihre Termine bereits digital organisieren. Fast alle geben an, dass es übersichtlich, zuverlässig und effektiv sei, Termine digital zu verwalten. 123 Befragte konstatieren zudem, auf diese Weise Kosten zu sparen. „Wer sich auf Dauer der Digitalisierung verweigert, kann bei der Preisgestaltung und dem neuen Serviceverständnis irgendwann nicht mehr mit der Konkurrenz mithalten“, warnt Texdorf. Werkstätten und Autohäuser mit treuen Stammkunden, die es vor allem in ländlichen Gebieten noch oft gibt, bleibe bis dahin aber noch ein wenig Zeit. Die gilt es zu nutzen. Armin Wutzer ■ www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 45

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WERKSTATTTECHNIK TECHNISCHE MITTEILUNGEN Neuigkeiten zur HU Bereits im Dezember 2017 wurde im Verkehrsblatt die neue „HU-Richtlinie“ veröffentlicht. Ab 20. Mai 2018 gelten neue Vorgaben für die Mängeleinstufung bei der Hauptuntersuchung in der Werkstatt. enn Sie zu jenen Lesern gehören, die zuerst die Werbebeilagen aus Zeitschriften schütteln, dann sollten Sie diesmal vorsichtig sein. Denn es fällt Ihnen womöglich eine auffällig gelb gefärbte Beilage im DIN A5- Format entgegen. Für Abonnenten der asp AUTO SERVICE PRAXIS veröffentlichen wir darin die neue „HU-Richtlinie“ mit allen Änderungen bei der Hauptuntersuchung. Abonnenten profitieren doppelt: Denn sie sind damit automatisch auf dem neuesten Stand bei der HU und erfüllen gleichzeitig die Anforderungen der Informationspflicht im Sinne der AU-Anerkennungsrichtlinie. asp-Abonnenten sind mit dem Abo der Fachzeitschrift vom Bezug des Verkehrsblattes befreit (siehe Kasten). Mit dem jüngst veröffentlichten Regelwerk – Amtsdeutsch „Richtlinie für die Durchführung von Hauptuntersuchungen (HU) und die Beurteilung der dabei festgestellten Mängel an Fahrzeugen nach § 29, Anlagen VIII und VIlla StVZO“ – werden die Vorgaben aus der euro- SICHERHEIT MIT ABO asp AUTO SERVICE PRAXIS druckt regelmäßig alle Änderungen im Zusammenhang mit dem § 29 StVZO ab, die im Verkehrsblatt des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur veröffentlicht werden. Durch den Nachweis eines asp-Abos sind Werkstätten daher im Sinne der AU-Anerkennungsrichtlinie vom Bezug des Verkehrsblattes befreit. Sie haben noch kein Abo? Alle Infos zum Bezug der asp unter www.autoservicepraxis.de/abo AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 päischen PTI-Richtlinie in deutsches Recht um gesetzt (PTI = Periodical Technical Inspection). Dadurch ergibt sich eine erweiterte Mängeleinstufung bei der Hauptuntersuchung. Denn die europäische Regelung kennt eine Mängelkategorie mehr. In Deutschland gab es bislang die gewohnte Einstufung in folgende Mängel kategorien: ■ „Ohne festgestellte Mängel“ (OM): Der Pkw ist in einwandfreiem Zustand, die neue HU-Plakette wird ausgestellt. ■ „Geringe Mängel“ (GM): Einige wenige und eher kleine Defekte bedeuten nicht unbedingt eine Nachprüfung. Der Prüfer kann die HU-Plakette anbringen und die Beseitigung der Mängel innerhalb eines Monats fordern. Erfolgt dies nicht, wird bei einer Straßenkontrolle ein Verwarnungsgeld fällig. ■ „Erhebliche Mängel“ (EM): Werden schwerwiegendere Defekte festgestellt, gibt es auch keine neue HU-Plakette. Die Mängel müssen schnellstmöglich Foto: Springer Fachmedien/TÜV SÜD behoben werden, das Fahrzeug wird innerhalb eines Monats erneut geprüft. ■ „Verkehrsunsicher“ (VU): In diese Klasse fallen alle schwerwiegenden Mängel, die „eine unmittelbare Verkehrsgefährdung darstellen“. Sind diese vorhanden, wird die alte HU-Plakette entfernt und die Zulassungsbehörde informiert. Das Fahrzeug darf in diesem Zustand überhaupt nicht mehr genutzt werden. Die neue Klassifizierung gemäß EU-Recht kennt zusätzlich den „Gefährlichen Mangel“ (Abk. VM), den es bisher hierzulande nicht gab. Unter die neue Kategorie „Gefährlicher Mangel“ fallen solche Mängel, die zwar eine direkte und unmittelbare Verkehrsgefährdung darstellen, aber keine unmittelbare Untersagung des Betriebs des Fahrzeugs auf öffentlichen Straßen nach sich zieht. Derzeit gleicht eine Arbeitsgruppe aller Überwachungsinstitutionen die vorgegebenen EU-Prüfpunkte und Mängelzuordnungen mit dem bisher gültigen Mängelkatalog ab. Dietmar Winkler ■ www.autoservicepraxis.de

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© alphaspirit.adobe.com bis zu 100 % Gewerbekunden INTENSIVSEMINAR Gewerbekundengeschäft – Ihre Erfolgsfaktoren WIE SIE GEWERBLICHE KUNDEN GEWINNEN UND DAUERHAFT BINDEN Lernen Sie in diesem zweitägigen Intensivseminar die wesentlichen Erfolgsfaktoren kennen. Bauen Sie sich Ihr individuelles Gewerbekundengeschäft auf. Seien Sie schneller als die Konkurrenz – holen Sie sich im Training neue Impulse und wertvolle Tools, um im Gewerbekundengeschäft an der Spitze zu sein! Ihr Trainer: Jürgen Ohr ist Geschäftsführer der Weiterbildungsagentur TRIAS GmbH, deren Kernkompetenzen im Fuhrpark-/Flottenbereich liegen. Termine und Orte: 12.–13.04.2018 im Raum Düsseldorf 05.–06.06.2018 im Raum Frankfurt 10.–11.07.2018 im Raum München 18.–19.09.2018 im Raum Hannover 04.–05.12.2018 im Raum Leipzig Rendite steigern Information und Anmeldung unter: autohaus.de/gewerbekundengeschaeft

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PRODUKTE WERKSTATTLEUCHTE Perfekte Lackkontrolle Foto: Bosch Autolacke sollen glatt und makellos sein. Das stellt hohe Ansprüche an die Lackkontrolle. Der Lichtspezialist Pfeifer und Seibel hat dafür jetzt ein neues Lichtsystem auf den Markt gebracht. Das Besondere: Der „PS Mobile Light Inspector“ simuliert verschiedene Außenlichtsituationen, indem einzeln dimmbare LED- Leuchten mit kaltweißer und warmweißer Farbtemperatur kombiniert werden. So sollen selbst kleinste Lackierfehler wie Einschlüsse, Wolkenbildung oder Farbtonunterschiede sichtbar werden. Die Leuchten sind dabei auf einem fahrbaren Gestell mit Schwerlastrollen angebracht. Das ab April verfügbare Leuchtsystem sei gerade für Kleinbetriebe, Autohäuser mit Karosserieinstandsetzung und Werkstätten eine wirtschaftliche Alternative zu kostenintensiven Lichttunneln, so der Hersteller. vg ■ Pfeifer und Seibel GmbH www.ps-leuchten.de KLIMASERVICE Auch für R1234yf Seit acht Jahren ist das Robinair-Einsteigergerät ACM3000 für das Kältemittel R134a auf dem Markt. Jetzt bekommt es Zuwachs: Das neue ACM3000yf für R1234yf erweitert das Programm. Dieses Klimaservicegerät wurde speziell für den Einsatz an Klimaanlagen mit dem Kältemittel R1234yf entwickelt. Es führt die Rückgewinnung, das Recycling und die Befüllung des Kältemittels vollautomatisch durch und garantiert die vollständige Trocknung des Systems, so der Hersteller. In der integrierten Datenbank sind die Foto: Pfeifer und Seibel notwendigen Servicedaten für Pkw und Nutzfahrzeuge hinterlegt. Das ACM- 3000yf verfügt zudem über eine integrierte Öleinspritzflasche und über eine Funktion zum automatischen Ausspülen der nicht-kondensierten Gase. Um für den Kunden einen detaillierten Bericht auszudrucken, kann ein optional erhältlicher Drucker an das Klimaservicegerät angeschlossen werden. vg ■ Robert Bosch GmbH www.robinair.com TABLET-PC Per Fernsteuerung bedienen Mit dem neuen Funk-Touchscreen FTS 2018 von MAHA lassen sich die Bedienoberflächen der gängigen Prüfanwendungen mobil darstellen und bedienen. Ob Bremsprüfstand, Abgasmessgerät oder Leistungsprüfstand – der Anwender ist nicht mehr an das Bedienpult gebunden, sondern kann alle Funktionen bequem per Fernsteuerung starten. Das spart Laufwege und somit viel Zeit, so der Hersteller. Mit der Schutzklasse IP65 ausgezeichnet, ist das Touchscreen FTS 2018 AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 zudem staubdicht und gegen Strahlwasser geschützt. Die Darstellung der Ergebnisse ist dabei auf dem Tablet 1:1 dieselbe wie auf der Bedienstation. Die Messergebnisse werden anschließend per WLAN oder Blue tooth 4.1 übertragen. Auch eine Vernetzung mit weiterer Software ist möglich, sofern diese die Darstellung und Bedienung per Tablet erlauben. vg ■ MAHA Maschinenbau Haldenwang GmbH & Co. KG www.maha.de www.autoservicepraxis.de Foto: MAHA

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BATTERIEMANAGEMENT Richtig durchstarten Kälte, nicht ausgeschaltete Lichter oder längere Standzeiten, gerade in Autohäusern und Werkstätten, können zu leeren Batterien führen. Hier verspricht Berner Abhilfe und bringt drei neue Startergeräte auf den Markt. Alle drei Booster (Standard, Premium und Universal) zeichnen sich durch ein Spritzgussgehäuse aus rost- und korrosionsfestem Material aus. Die Premium-Variante (siehe Bild) enthält eine leistungsstarke absorbierte AGM-Batterie mit einer Spitzenstromstärke von 2.200 Ampere. Eine Digitalanzeige zeigt zudem den Ladestand der internen Batterie sowie die Spannung der Fahrzeugbatterie an. vg ■ Albert Berner Deutschland GmbH www.berner.de WERKZEUG Wie geschmiert Carolus stellt neue Werkzeuge für den Ölwechsel vor. Denn zu viele Verbrennungsrückstände und Motorabrieb schaden dem Motor und müssen entfernt werden. Nach bestimmten Intervallen ist der Ölwechsel fällig. Das Arbeiten im Motorraum wird aber aufgrund der platzsparenden Konstruktion der Fahrzeuge mehr und mehr zur Feinarbeit. Umso wichtiger sind da laut Carolus Werkzeuge, die für enge Motorzwischenräume geeignet sind. Im zwölfteiligen Öldienst-Schlüssel-Satz 3/8 Zoll befinden sich elf Einsätze, die für drei unterschiedliche, handbetätigte Antriebsarten geeignet sind. Der Gleitgriff mit 3/8 Zoll- Antrieb ist bereits enthalten. Damit lassen sich Ölablass-Schrauben auch bei engsten Platzverhältnissen lösen. vg ■ Gedore-Werkzeugfabrik GmbH & Co. KG www.carolus.de www.autoservicepraxis.de Foto: Berner Foto: Carolus KOSTEN SPAREN, UMWELT SCHONEN KLIMASERVICE MIT WAECO LOW EMISSION Alles aus einer Hand ASC 2500 G LOW EMISSION Fast 100 % Kältemittelrückgewinnung Wir haben etwas gegen drastische Preiserhöhungen und Lieferengpässe beim Kältemittel R 134a: Das Klimaservicegerät ASC 2500 G Low Emission mit einer Kältemittelrückgewinnung von nahezu 100 %. Das spart im Jahr Hunderte von Euro und schont obendrein die Umwelt. ASC Low Emission Technologie Es entweicht praktisch kein Kältemittel in die Umwelt Perfekt als Diagnosetool Exakte Bestimmung der abgesaugten Kältemittelmenge – keine Fehldiagnosen bei der Lecksuche Persönliche Füllmengen datenbank Füllmengen datenbank für 100 verschiedene Fahrzeuge Hochbelastbare Wiegezelle 8-fach gelagerte Konstruktion, keine Kalibrierung notwendig WAECO ASC Low Emission Klimaservicegeräte gibt es für R 134a, R 1234yf und speziell für großvolumige Klimaanlagen. airconservice.de

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TÜV SÜD-AKTUELL Fragen an ... AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 Foto: TÜV SÜD Philip Puls, Leiter Technische Prüfstelle für den Kfz-Verkehr in Bayern Worauf müssen Werkstätten beim Tuning achten? Die Werkstatt sollte vorab mit dem Kunden abklären, welche konkreten Wünsche vorliegen. Grundvoraussetzung sollte sein, dass gültige Prüfzeugnisse wie Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE), Teilegutachten oder EG/ECE Prüfzeugnis zu den verbauten Tuningteilen vorhanden sind. Werden Teile ohne Prüfzeugnisse verbaut, kann eine Begutachtung durch einen Sachverständigen oftmals nicht direkt stattfinden. Denn ohne solche Nachweise muss die Vorschriftsmäßigkeit durch eigene Versuche nachgewiesen werden. Manche davon können aber nur in speziellen Laboren durchgeführt werden. Es ist sehr zu empfehlen, ausgefallene Tuningwünsche mit einem amtlich anerkannten Sachverständigen zu besprechen. Mit einer sauberen Vorbereitung lässt sich so manches verwirklichen, was zuvor unmöglich erschien. Welche Maßnahmen ziehen eine Begutachtung durch TÜV SÜD nach sich? Hier kommt es darauf an, welche Art von Begutachtung durchgeführt wird und welches Prüfzeugnis dafür vorhanden ist. Teilegutachen führen immer zu einer Anbauabnahme beim amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfingenieur. Es ist aber auch möglich, dass mehrere Änderungen durchgeführt werden, welche sich gegenseitig beeinflussen und dies dann zu einer „Einzelabnahme“ (Begutachtung nach § 21 aufgrund § 19 Abs.2 StVZO) führt. Es ist sehr schwierig, allgemeine Informationen zu dieser Thematik zu geben, da sich die Fälle sehr unterschiedlich gestalten können. Auch hier ist anzuraten, sich vorab über alle geplanten Umbauten zu informieren. Wo leistet TÜV SÜD Hilfestellung? Werkstätten können sich im Zweifel jederzeit an die Sachverständigen der TÜV SÜD Auto Service GmbH wenden. TUNING Nicht jede Veränderung ist erlaubt Rund 800 Millionen Euro geben Deutschlands Autobesitzer jährlich für mehr Individualität am Auto aus. Besonders gefragt sind laut Verband der Automobil Tuner (VDAT) Rad-Reifenkombinationen. Es folgen Fahrwerkskomponenten, Schalldämpfer und Motoroptimierungen. Aber, die „Veränderung von in Verkehr befindlichen Fahrzeugen“, wie es behördlich korrekt heißt, muss im Einklang mit der StVZO stehen. „Unzulässige Veränderungen können zu empfindlichen Bußgeldern führen und im schlimmsten Fall versicherungstechnische Folgen nach sich ziehen“, warnt Philip Puls von TÜV SÜD. „Immer wieder stoßen die Sachverständigen auf unprofessionelle Tuning-Maßnahmen, von denen ein erhebliches Gefährdungspotenzial ausgeht“, berichtet der TÜV SÜD-Fachmann. Bei vielen Änderungen am Auto erlösche die Betriebserlaubnis, wenn der Umbau nicht durch eine Organisation wie TÜV SÜD abgenommen werde. „Grundsätzlich sind Veränderungen an sicherheitsrelevanten Teilen wie Motor, Antriebsstrang, Fahrwerk und Bremsanlage, aber auch an Airbags und elektrischen Anlagen nur etwas für Profis“, warnt Puls vor Do-it-yourself- Aktionen. Sinnvoll ist es zudem, schon vor dem ersten Tuningschritt fachlichen Rat einzuholen, was machbar und erlaubt ist. Insbesondere bei Leistungsänderungen des Fahrzeugs kann eine Anpassung der Versicherungspolice nötig sein. Nicht jede Änderung ist auch über die herkömmliche Kaskoversicherung abgedeckt. „Damit die Schönheits- oder Leistungs- OP keinen Makel hinterlässt, sollten Tuningfreunde zu Zubehör mit Allgemeiner Betriebserlaubnis (ABE), Allgemeiner Bauartgenehmigung (ABG), EG- oder ECE-Genehmigung oder aber Teilegutachten greifen“, so die Empfehlung von Philip Puls: „Werden Teile mit diesen amtlichen Prüfzeugnissen eingebaut, steht einem vorschriftsmäßigen Weiterbetrieb meist nichts im Wege.“ Wenn der Hersteller es ausdrücklich verlangt, wird die Vorstellung bei einem amtlich anerkannten Sachverständigen für die Ausstellung einer „Änderungsabnahme“ Pflicht. Problematisch sind viele Angebote aus dem Internet, wo oftmals preisgünstige Felgen aus Fernost ohne Prüfzeugnisse offeriert werden. Vorsicht ist auch bei so genannten Xenonbrennern und LED-Leuchten angebracht. Einfach die Halogen- mit der Xenon-Glühlampe zu tauschen oder LED-Leuchten einzusetzen, ist verboten. Foto: Adobe Stock/Jörg Vollmer Leistungsoptimierung gehört zu den beliebten Maßnahmen – sie muss aber professionell erfolgen. www.autoservicepraxis.de

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ELEKTROMOBILITÄT TÜV SÜD prüft Ladesäulen Das Laden der Akkus bei E-Fahrzeugen soll nicht nur schnell, sondern auch sicher sein. Foto: EnBW TÜV SÜD unterstützt die EnBW Energie Baden-Württemberg AG beim Ausbau des Netzes von Ladesäulen an Autobahnen. Die Sachverständigen haben im Auftrag von EnBW mehr als 70 Ladesäulen an Standorten des Raststättenbetreibers Tank & Rast geprüft. Dort können die Akkus von E-Fahrzeugen in kurzer Zeit für die Weiterfahrt aufgeladen werden. „Wir freuen uns sehr, dass EnBW bei diesem deutschlandweit einzigartigen Projekt zur Verbesserung der Ladeinfrastruktur auf unsere Kompetenz und unsere Erfahrungen in diesem Bereich vertraut“, sagt Markus Ruppert, Leiter der Abteilung Elektround Gebäudetechnik an der Mannheimer Niederlassung der TÜV SÜD Industrie Service GmbH. Um die für den Ladevorgang benötigte hohe Leistung zur Verfügung stellen zu können, müssen vor dem Aufstellen der Ladesäulen unter anderem zusätzliche Trafostationen errichtet, Erdkabel verlegt und Betonfundamente gegossen werden. „Aufgrund der hohen Leistung der Ladesäulen kommt der Sicherheit eine ganz besondere Bedeutung zu“, betont Ruppert. Aus diesem Grund überwachen die Sachverständigen von TÜV SÜD den elektrischen Anschluss der Schnellladesäulen und führen die notwendigen Messungen durch. Zusätzlich zu den üblichen Prüfungen an elektrischen Anlagen werden auch mögliche Fehler eines Elektrofahrzeugs simuliert, beispielsweise ein Kurzschluss zwischen Schutzleiter und Kommunikationskanal. Erst wenn es bei den Prüfungen keine Auffälligkeiten gibt, werden die Ladesäulen für den Betrieb freigegeben. WASSERSTOFF-TANKSTELLEN Das Netz wird immer dichter In Deutschland gingen im vergangenen Jahr 24 öffentliche Wasserstofftankstellen in Betrieb. Mit 45 Tankstellen besitzt Deutschland das zweitgrößte Netz weltweit, noch vor den USA (40 Tankstellen). Das deutsche Netz wird nur von Japan mit 91 öffentlichen Tankstellen übertroffen. Weltweit wurden im vergangenen Jahr insgesamt 64 Tankstellen eröffnet. Das ist ein Ergebnis der 10. Jahresauswertung von H2stations.org, einer Website von Ludwig-Bölkow-Systemtechnik (LBST) und TÜV SÜD. In ihrem gemeinsamen Wasserstoff- und Brennstoffzellenportal unter www.netinform.de/H2 finden professionelle Nutzer und Laien umfangreiche Informationen und Services. Neben www. H2stations.org umfasst das Portal auch die Website www.H2mobility.org mit einer Übersicht aller Wasserstofffahrzeuge seit 1807 sowie ausführliche Fachinformationen und einen Regelwerksservice. Autonomes Fahren TÜV SÜD und DFKI entwickeln „TÜV für Künstliche Intelligenz“ Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und TÜV SÜD starten eine Kooperation zur Zertifizierung von Systemen mit Künstlicher Intelligenz (KI) beim autonomen Fahren. Unter anderem soll ein „TÜV für Algorithmen“ entwickelt werden. Dazu erforschen die Experten das Lernverhalten der KI-Systeme. Kernstück ist die Entwicklung einer offenen Plattform für Automobilhersteller, Zulieferer und Technologieunternehmen. Die digitale Plattform „Genesis“ soll Module Künstlicher Intelligenz validieren und damit die Grundlagen für Zertifizierungen schaffen. „TÜV SÜD kümmert sich seit mehr als 150 Jahren um die Sicherheit und Akzeptanz technischer Innovationen – so auch beim autonomen Fahren. Wir freuen uns, das Fahren von morgen gemeinsam mit dem DFKI sicher zu machen und die Herausforderungen bei der Künstlichen Intelligenz anzunehmen“, sagt Dr. Houssem Abdellatif, Global Head Autonomous Driving bei TÜV SÜD. Systeme mit Künstlicher Intelligenz finden immer mehr Eingang in die Elektronik autonomer Fahrzeuge, um die enorme Zahl möglicher Verkehrssituationen jederzeit sicher meistern zu können. TÜV SÜD-Kontakt TÜV SÜD Auto Service Philip Puls Tel. 0 89/57 91-23 20, Fax -23 81 philip.puls@tuev-sued.de TÜV SÜD Auto Partner Thomas Gensicke Tel. 0 7 11/72 20-84 73, Fax -84 88 thomas.gensicke@tuev-sued.de Zentraler Vertrieb Tel. 07 11/7 82 41-246 vertrieb-as@tuev-sued.de Foto: TÜV SÜD www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 51

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BETRIEBSPRAXIS FINANZVERWALTUNG Vorsicht Kassen-Nachschau Die Politik geht derzeit mit Vehemenz gegen Steuerhinterziehung vor. Künftig kann die Finanzverwaltung unangekündigt Kassen prüfen. Die Kanzlei RAW – Partner WPG gibt einen Überblick. ereits im letzten Jahr haben wir Sie in der asp AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 über das verschärfte Geldwäschegesetz und das neu eingeführte Transparenz register informiert. Der Gesetzgeber hat sich dazu entschlossen, der Steuerhinterziehung verstärkt den Kampf anzusagen. Dazu wurde unter anderem der Schwellenwert für Bargeldgeschäfte auf 10.000 Euro herabgesetzt. Dies bedeutet, dass Bargeschäfte über 10.000 Euro zwar prinzipiell noch möglich, jedoch mit großen, schwer erfüllbaren Pflichten verbunden sind und man deswegen ganz die Finger davon lassen sollte. Nachfolgend wollen wir Ihnen ein weiteres „neues“ Instrument der Finanzverwaltung zur Bekämpfung der Steuerhinter ziehung näherbringen. Nach Umsatzsteuer-Nachschau und Lohnsteuer-Nachschau nun also die Kassen-Nachschau. Was ist die Kassen-Nachschau? Die Kassen-Nachschau ist ein von der Außenprüfung unabhängiges, eigenständiges Verfahren, das die Finanz verwaltungen seit dem 1. 1. 2018 dazu berechtigt, die Ordnungsmäßigkeit der Aufzeichnungen und Buchungen von Kasseneinnahmen und Kassenausgaben zu prüfen. Die Amtsträger der Finanz- behörden dürfen hierzu ohne vorherige Ankündigung während der üblichen Geschäfts- und Arbeitszeiten das Geschäftsgrundstück oder die Geschäftsräume von Steuerpflichtigen betreten, um Sachverhalte festzustellen, die für die Besteuerung erheblich sein können. Welche Systeme sind betroffen? Kurzum: alle! Neben den offenen Ladenkassen dürfen alle elektronischen Aufzeichnungssysteme (elektronische Registrierkassen) und auch Waagen mit Registrierkassenfunktion, Taxameter, Wegstreckenzähler oder Geld- und Warenspielgeräte geprüft werden. Fotos: stock.adobe. com/Patrick Daxenbichler, RAW AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 www.autoservicepraxis.de

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KURZFASSUNG ■ Seit dem 1. 1. 2018 gibt es neben der Umsatzsteuer- und Lohnsteuer-Nachschau auch die Kassen-Nachschau. ■ Nun hat die Finanzverwaltung die Möglichkeit, dass sie unangemeldet und fast zu jeder Tages- und Nachtzeit einen Finanzbeamten zu Ihnen schicken kann und Ihre Kasse auf Rechtmäßigkeit überprüfen lässt. ■ Bestehen Sie unbedingt darauf, dass sich der Beamte ausweist, und dokumentieren Sie die Angaben. Wie läuft die Kassen-Nachschau ab? Für eine Kassen-Nachschau bedarf es grundsätzlich keines konkreten Anlasses, sie kann einfach so durchgeführt werden. Auch Größe, Rechtsform, Branche des Unternehmens oder Art der Gewinnermittlung ist irrelevant. Somit kann es passieren, dass ohne jegliche Ankündigung ein Be amter in den Geschäftsräumen auftaucht und eine Kassen-Nachschau durchführen möchte. Selbst wenn der Steuerpflichtige das Betreten der Grundstücke und Räume verweigert, ändert das daran nichts. Ist der Steuerpflichtige selbst nicht anwesend, so hindert das den Beamten nicht an der Durchführung. Er wird dann vor allem das Kassenpersonal und andere Mitarbeiter mit entsprechenden Kenntnissen befragen. Eine zeitliche oder räumliche Verlegung der Kassen-Nachschau kann zwar beantragt werden, sie kommt jedoch nur aus wichtigem Grund in Betracht. Dementsprechend wird sie auch kaum gestattet werden, ansonsten würde der Überraschungseffekt verpuffen. Selbstverständlich kann der Steuerpflichtige seinen Steuerberater oder Rechtsanwalt hinzuziehen, allerdings muss der Amtsträger deren Eintreffen nicht abwarten und kann zuvor schon mit der Nachschau beginnen. Betretungsrecht Grundsätzlich dürfen die Amtsträger nur Geschäftsgrundstücke und -räume betreten. Wohnräume dürfen hingegen gegen den Willen des Inhabers nur betreten werden, wenn dies zur Verhütung dringender Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung erforderlich ist. Die Kassen-Nachschau ist im Regelfall während der üblichen Geschäfts- und Arbeitszeiten durchzuführen. Im Ausnahmefall kann sie jedoch auch außerhalb dieser Zeiten vorgenommen werden, wenn z. B. ansonsten der Geschäftsbetrieb beeinträchtigt werden würde. Legitimation des Amtsträgers Befinden sich Kassen in Räumlichkeiten, die der Öffentlichkeit zugänglich sind (z. B. Kasse in einem Verkaufsraum), so darf der Amtsträger deren Bedienung ohne Vorlage eines Dienstausweises beobachten. Sobald der Steuerpflichtige jedoch aufgefordert wird, Auskünfte zu erteilen oder Aufzeichnungen, Bücher oder sonstige Unterlagen vorzulegen, muss sich der Amtsträger ausweisen. Eine schriftliche Anordnung zur Kassen-Nachschau ist zwar nicht zwingend erforderlich, fragen Sie aber nach, ob eine solche Anordnung besteht, und lassen Sie sich diese gegebenenfalls zeigen. Prüfen Sie immer, ob die Ihnen gegenüberstehende Person berechtigt ist, die Kassen-Nachschau durchzuführen, und lassen Sie sich hierzu einen Dienstausweis vorlegen und dokumentieren Sie das, wobei die Anfertigung einer Kopie nicht zulässig ist. So können Sie das Risiko eindämmen, dass Kriminelle sich mit gefälschten Dokumenten Zutritt zu den Geschäftsräumen verschaffen. Vorlage von Unterlagen Sie sind als Steuerpflichtiger dazu verpflichtet, an der Sachverhaltsaufklärung mitzuwirken, und haben hierzu auf Verlangen Aufzeichnungen, Bücher und sonstige Organisationsunterlagen vorzulegen und Auskünfte zu erteilen. Der Amtsträger ist auch berechtigt, elektronische Aufzeichnungen und Bücher einzusehen und kann verlangen, dass ihm diese Daten auf maschinell auswertbaren Datenträgern zur Verfügung gestellt werden. Zulässige Prüfungsmethoden Der Amtsträger der Finanzbehörde darf zur Durchführung der Kassen-Nachschau verdeckte Beobachtungen und Testkäufe ohne vorherige Legitimation durch seinen Dienstausweis durchführen. Kassenstürze, Testbonierungen und Fotos sind hingegen erst nach einer Legitimation zulässig. Die Folgen einer Beanstandung Sollte der Amtsträger zu dem Ergebnis kommen, dass Kassenaufzeichnungen oder -buchungen zu beanstanden sind, so kann er ohne vorherige Prüfungsanordnung zur Außenprüfung übergehen. Dies gilt auch, wenn der Steuerpflichtige seinen Mitwirkungspflichten nicht nachkommt oder die Kassen-Nachschau ganz ablehnt. Das sollten Betriebsinhaber beachten Soweit noch nicht geschehen, müssen Sie nun schnellstmöglich Vorkehrungen treffen, die es Ihnen jederzeit ermöglichen, die geforderten Datenbestände unverzüglich lesbar und maschinell auswertbar zur Verfügung zu stellen. Die Zeit drängt jedenfalls und es ist Eile geboten, da ein Finanzbeamter jederzeit unangekündigt vor der Tür Ihres Betriebs stehen kann! Maximilian Appelt Rechtsanwalt, Steuerberater www.raw-partner.de ■ KOMMENTAR Ob Verschärfung des Geldwäschegesetzes, Einführung eines Transparenzregisters oder die Möglichkeit einer unangekündigten Kassen- Nachschau, die Politik geht derzeit mit Vehemenz gegen Steuerhinterziehung vor. Zudem kann man auch beoachten, dass auf Grund von Betriebsprüfungen immer öfter Meldungen an die Bußgeld- und Strafsachenstellen weitergegeben werden. Sachverhalte, die früher lediglich ein Mehrergebnis für den Betriebsprüfer bedeutet haben, aber sonst keine weiteren Auswirkungen hatten, werden heute oftmals unter bloßer Annahme eines Vorsatzes des Unternehmers als Steuerhinterziehung gewertet. Daher ist es für jeden Unternehmer an der Zeit zu handeln. So sollte in jedem Unternehmen, unabhängig von dessen Größe, ein Tax Compliance System integriert werden. Für kleinere Unternehmen wäre ein erster Schritt zum Beispiel schon, dass die Vertretungsregeln für die Buchhaltung etc. schriftlich niedergelegt werden oder dass das Vier-Augen-Prinzip eingehalten wird. Je größer das Unternehmen ist, desto höhere Anforderungen müssen auch an das innerbetriebliche Kontrollsystem gestellt werden. Barbara Lux-Krönig Wirtschaftsprüferin, Steuerberaterin www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 53

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BETRIEBSPRAXIS INTERVIEW Viel mehr als ein Onlineshop Mit einer neuen Plattform, die sich auch an Werkstattkunden richtet, will Carat den Teilehandel, aber auch Werkstätten stärken. Wie das geht, erklärt Carat-Geschäftsführer Thomas Vollmar. asp: Herr Vollmar, was steckt hinter der Onlineplattform Mecanto25? Thomas Vollmar: Als unsere Pläne in Kassel anlässlich der Leistungsmesse im Oktober letzten Jahres bekannt wurden, hat das unmittelbar zu heftigen Diskussionen im Werkstattbeirat geführt. Mecanto25 wurde zunächst als Onlineshop missverstanden, bei dem Endkunden Kfz- Teile günstig einkaufen und anschließend mit in die Werkstatt bringen sollten. Damit wären unsere Werkstattpartner natürlich nicht einverstanden. Ich habe das Gesamtkonzept daher nochmal ausführlich präsentiert. Nach zehn Minuten waren dann auch die letzten Kritiker überzeugt. asp: Womit konnten Sie überzeugen? T. Vollmar: Wir vernetzen über die Plattform bestehende Strukturen und bringen damit Angebot und Nachfrage zusammen. Dadurch generieren wir auch für Werkstätten einen Zusatznutzen, besonders im Hinblick auf Neukundengewinnung. Den klassischen Onlineshop, wo Endverbraucher Kfz-Teile kaufen, gibt es schon lange. Doch davon profitiert die Werkstatt nicht. Wir gehen daher einen Schritt weiter. Auf Mecanto25 kann der Kunde für sein Problem auch gleich den Service in der Werkstatt zu festen Preisen buchen. Die Terminvereinbarung läuft gleich digital per Smartphone. In der zugehörigen Smartphone-App zeigen wir dem Kunden sogar an, wie dringend der Handlungsbedarf bei einem Problem ist. Das ist möglich, weil wir über den OBD- Stecker Fahrzeugdaten auslesen und entsprechend aufbereiten. KURZFASSUNG Mit der Onlineplattform Mecanto25 startet die Handelskooperation Carat ein ehrgeiziges Projekt, das die Werkstattpartner näher an die Kunden bringen soll. Der mittelständische Teilehandel reagiert damit auf die Digitalisierung im Kfz-Service. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 asp: Wie der klassische Onlineshop richtet sich Ihr Angebot aber auch an den Endkunden? T. Vollmar: Der typische Kunde im Onlineshop ist nicht die Werkstatt und auch nicht der Autofahrer, das sind vor allem DIY-Kunden. Wir wollen uns nicht mit klassischen Onlineshops vergleichen. Wir bieten mit Mecanto25 eine Gesamtlösung für den Autofahrer zu einem Gesamtpreis, in dem alles abgedeckt ist. Unser Differenzierungsmerkmal ist jedenfalls nicht der niedrigste Preis für ein Ersatzteil. Thomas Vollmar ist Geschäftsführer der Carat Unternehmensgruppe in Deutschland. Foto: Dietmar Winkler asp: Welche Rolle spielt der OBD-Stecker für die Plattform? T. Vollmar: Der eigentliche Nutzen der Daten geht weit über die Dashboard- Funktion in der App hinaus. Fahrzeugdaten können auch an die Werkstatt weitergegeben werden oder an den Teilehändler. Wir koppeln die Dongle-Lösung mit allen anderen Teilnehmern der Wertschöpfungskette, also auch Werkstatt, Teile händler und Logistik. Der Dongle ist aber nur ein ergänzender Bestandteil. Mecanto25 ermöglicht auch ohne diese www.autoservicepraxis.de

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Brückentechnologie eine neue Problemlösung für den Bedarfsfall. asp: Wie weit ist die Dongle-Lösung? T. Vollmar: Wir haben uns Produktionskapazitäten gesichert, wollen uns aber nicht auf einen einzigen Produzenten festlegen, sondern technologisch offen bleiben. Viel wichtiger als der reine Stecker sind die Strukturen dahinter, damit sich aus den Daten auch ein Nutzen für alle Beteiligten ableiten lässt. asp: Welche Werkstätten können sich dem System anschließen? T. Vollmar: Wir sind offen für alle freien Werkstätten in Deutschland. Jede Werkstatt kann sich für Mecanto25 zertifizieren lassen, sofern die Standards erfüllt werden und die Bereitschaft besteht, die Online- Terminvereinbarung zu nutzen sowie die Preisvorgaben von Mecanto25 zu akzeptieren. Das ist ein wichtiger Punkt: Der Preis wird zentral festgelegt und ist vorgegeben. Kunden sehen auf der Plattform Festpreise für den Service. Das heißt, dass auch die angeschlossenen Großhändler in der Lage sein müssen, eine Mecanto25- Box samt Mecanto25-Lieferschein zu erstellen. Die Rechnungslegung erfolgt dann zentral durch uns. asp: Sie wollen sich auch als Problemlöser für unterwegs positionieren. Im Pannenfall denkt man zuerst an den ADAC … T. Vollmar: Die Smartphone-Generation tickt ganz anders. Die jungen Nutzer wollen eine schnelle Lösung mit ihrem Smartphone anstoßen und sie wollen immer die freie Wahl. Beim ADAC hat der Kunde keine Wahl. Ohne Aufbau eines Bekanntheitsgrades wird es natürlich nicht gehen – hier haben wir im Businessplan entsprechende Stufen in der Kommunikationspolitik berücksichtigt. asp: Wann startet Mecanto25? T. Vollmar: Wir starten im dritten Quartal 2018. asp: Welche Hilfe bekommen Kunden im Pannenfall unterwegs? T. Vollmar: Ein Vorteil von neuen digitalen Dienstleistern in einem traditionellen Markt ist ihre Herangehensweise: Sie denken ihr Geschäft auf einer grünen Wiese, frei von althergebrachten Strukturen und offen für alle Medien. Einen Pannendienst kann man heute beispielsweise ganz anders gestalten, als das bisher läuft. Man kann problemlos den Ort des Fahrzeugs automatisch lokalisieren, der ADAC fragt heute noch telefonisch nach, wo ich gerade stehe und wie meine Kartennummer lautet. Das ist doch nicht mehr zeitgemäß. asp: Wie viel soll der Dongle für den Endkunden kosten? T. Vollmar: Der Endverbraucher soll den OBD-Stecker umsonst bekommen. Letztlich müssen das aber die Werkstätten entscheiden, die für die Distribution zuständig sind. asp: Dann trägt die Werkstatt die Kosten für den Stecker selbst? T. Vollmar: Das ist noch nicht final entschieden. Entweder wird das im Beitrag abgegolten oder zu einem günstigen Einkaufspreis abgegeben. asp: Wie motivieren Sie Werkstätten, die Lösung im Tagesgeschäft auch tatsächlich zu vermarkten? T. Vollmar: Wir machen Schulungen, um den Point of Sale attraktiv zu gestalten. Die Erfahrung zeigt, dass sich manche Werkstattpartner im Verkauf zusätzlicher Produkte schwertun. Deshalb wird es auf jeden Fall zentrale Dienste geben, mit denen wir einen Teil der Vertriebsaufgaben übernehmen. Wir haben uns da ein anspruchsvolles Projekt vorgenommen, für das wir in den nächsten Jahren einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag investieren. Auf der anderen Seite haben die Werkstätten verstanden, dass unsere Lösung ein mächtiges Instrument zur Kundengewinnung und Kundenbindung sein kann, weil es einen direkten Zugriff auf den Autofahrer erlaubt. Mit einer „Call to Action“-Funktion kann die Werkstatt den Kunden sogar anlassbezogen aktiv ansprechen, beispielsweise für einen fälligen Reifenwechsel. asp: Die Konsolidierung im Markt für Kfz- Ersatzteile wird vermutlich weitergehen – was ist hier noch zu erwarten und wo finden mittelständische Teilehändler eine Nische? T. Vollmar: Es ist zu befürchten, dass die Konsolidierung im Teilehandel auch nach dem Verkauf von Stahlgruber an LKQ weitergeht. Der Handelsriese LKQ hat mittlerweile einen sehr hohen Grad an Internationalisierung erreicht, es gibt kaum ein europäisches Land, in dem die Gruppe nicht vertreten ist. Das hat auf der Einkaufsseite eine enorme Signalwirkung. Kein Lieferant kann es sich leisten, hier keine Zugeständnisse beim Preis zu machen. Das muss dann aber an anderer Stelle wieder hereingeholt werden, teilweise sicher zulasten mittelständischer Einkäufer. Dem Mittelstand bleibt nur die Wahl entweder aufzugeben oder sich selbst ebenfalls einer größeren Einheit anzuschließen. Wir versuchen, den Mittelstand mit neuen Ideen zu stärken. Interview: Dietmar Winkler ■ DAS STECKT HINTER MECANTO25 Unter dem Namen Mecanto25 will die Handelskooperation Carat ein B2C-Portal für Werkstattkunden schaffen. Das Angebot richtet sich gezielt an Endkunden im Werkstattbereich, die in einem Webshop nicht nur Teile kaufen können, sondern auf der Internetseite auch gleich die passende Werkstatt finden. Die Idee: Mit der Plattform will Carat die gesamte Wertschöpfungskette abbilden, also auch Werkstätten und Teilehandel miteinbeziehen. Das Angebot soll noch in diesem Jahr starten. In einem Teileshop soll das Ersatzteileangebot vollumfänglich abgebildet werden. Alle Marken werden verfügbar sein, mit Ausnahme der Carat-Eigenmarken. Endkunden, aber auch Werkstätten, können diesen Onlinekanal zum Einkauf von Ersatzteilen nutzen. Kunden haben zudem die Möglichkeit, auf alle Glieder der Wertschöpfungs- kette im Werkstattbereich zuzugreifen. Datenanbindung: Autofahrer erhalten über eine Datenanbindung Informationen zu einem Reparaturbedarf an ihrem Fahrzeug. Im ersten Schritt sollen die Fahrzeugdaten über einen Nachrüst- Stecker für die OBD-II-Schnittstelle geliefert werden. Werkstattsuche: Werkstätten, die die Reparatur zum Festpreis anbieten können, werden über eine Suchfunktion angezeigt. Nach dem Vorbild von Onlineportalen wie Uber (Taxibranche) oder Airbnb (Reisebranche) sollen Angebot und Nachfrage zusammengebracht werden. Foto: stock.adobe.com/Jane www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 55

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BETRIEBSPRAXIS Für das Autohaus Hahn in Wildberg geht es weiter – unter neuer Führung. Fotos: Autohaus Hahn SERIE NACHFOLGE TEIL 3 Wir haben den Nachbarn gekauft Es kommt nicht jeden Tag vor, dass ein langjähriger Kunde Nachfolger im Betrieb wird. Fatih Eski übernahm das Autohaus Hahn im schwäbischen Wildberg nach ausführlicher Vorbereitung. ls sich Mehmet Eski im Jahr 2008 als Transportunternehmer selbständig machte, ließ er sein Fahrzeug regelmäßig im Ford-Autohaus Hahn in Wildberg warten und reparieren. „Bereits damals habe ich mich gut mit dem Inhaber Fritz Hahn verstanden und er hat mich ab und zu mal zum Spaß gefragt, ob ich seinen Betrieb übernehmen möchte“, erinnert er sich. Das gute Verhältnis blieb auch dann bestehen, als sein Bruder Sedat Eski 2011 rund einen Kilometer entfernt eine kleine Kfz-Werkstatt eröffnete. „Fritz Hahn hat uns öfter Teile besorgt und Achsvermessungen für uns durchgeführt“, sagt Mehmet Eski, der bei seinem Bruder im Büro tätig war. In der Werkstatt arbeitete damals auch der dritte Bruder, Fatih Eski, als Kfz-Mechatroniker. Die zunächst eher spaßhaften Übernahmeangebote wurden im Lauf der Jahre KURZFASSUNG Wenn in der Familie kein Nachfolger bereitsteht, kann der Verkauf an einen externen Bieter sinnvoll sein. Genügend Vorlaufzeit sollte dabei eingeplant werden. Ein erfolgreiches Beispiel ist das Autohaus Hahn im baden-württembergischen Wildberg. intensiver. „Im Februar oder März 2016 fragte mich Fritz Hahn dann ernsthaft, ob ich nicht seine Nachfolge antreten möchte“, erzählt Fatih Eski, der sich gerade in der Meisterausbildung befand. „Wir haben das erstmal innerhalb der Familie besprochen, bevor wir Ja gesagt haben.“ Die Chance zur Vergrößerung wollten sie sich nicht entgehen lassen. Schließlich hatte ihre Werkstatt nur zwei Arbeitsplätze und war längst nicht so gut ausgestattet wie das Autohaus Hahn. Das verfügt über sechs Arbeitsplätze in der Werkstatt und dazu noch über rund 70 Parkplätze im Hof für das Gebraucht- und Neuwagengeschäft. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 www.autoservicepraxis.de

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Nach der grundsätzlichen Einigung dauerte es ziemlich genau ein Jahr, bis der Kaufvertrag unterschrieben und die Werkstatt endgültig übergeben war. Dabei wurden beide Parteien von Katja Rhotert, Unternehmensberaterin und Leiterin des Betriebsberatungsdiensts (BBD) des Verbands des Kraftfahrzeuggewerbes Baden- Württemberg, unterstützt. Die Beratung wurde vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau und dem Verband des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg gefördert. Laut Katja Rhotert ist ein Jahr eine relativ kurze Zeitspanne, um einen Werkstattverkauf abzuwickeln. „In der Regel dauert dieser Prozess bei einem mittelständischen Werkstattbetrieb eineinhalb Jahre“, sagt die Expertin. „Das liegt nicht zuletzt daran, dass viele Vorhaben an der Finanzierung scheitern. Zu wenig Eigenkapital der Käufer und das Zögern der Banken bei der Finanzierung, wenn es um den Kauf von Kfz-Betrieben geht, sind häufige Gründe.“ Die alte Werkstatt wurde mittler weile geschlossen, dort ist jetzt noch das Reifenlager untergebracht. Externer Blick war hilfreich Ein aussagekräftiger Businessplan, aus dem hervorgehen muss, dass der neue Inhaber Zins und Tilgung des Darlehens stemmen kann, sei daher unumgänglich. Fatih Eski konnte zehn Prozent des Kaufpreises aus eigener Tasche bezahlen. Den Rest finanzierte er über ein Bankdarlehen. Öffentliche Fördermittel nahm er nicht in Anspruch. Die Werkstattimmobilien pachtet Eski von Annemarie Hahn, der Ehefrau von Fritz Hahn. Beim Erstellen des Businessplans und der Vorbereitung der Bankgespräche unterstützte ihn Katja Rhotert. Sie weiß aus Erfahrung, dass nicht nur die Finanzierung ein kritischer Punkt bei Nachfolgelösungen im Kfz-Gewerbe ist. Auch die Phase davor, insbesondere die Ermittlung des Werts von Betriebs- und Geschäftsausstattung und des Teilebestands sowie die endgültige Einigung auf den Kaufpreis, dürfe nicht unterschätzt werden. „Die größte Herausforderung besteht jedoch darin, erst einmal einen qualifizierten Käufer zu finden. Das kann je nach Lage und Zustand des Betriebs Jahre dauern – und ist längst nicht immer erfolgreich“, sagt Rhotert. Gerade wenn kein Nachfolger aus der Familie parat steht, ist es daher wichtig, sich möglichst früh mit diesem Thema zu beschäftigen. Wer mit der Übergabe zu lange wartet, riskiert viel: Denn wenn ein Unternehmer plötzlich verstirbt oder schwer erkrankt, ist die Familie nicht nur wegen der privaten Ausnahmesituation extrem belastet, sondern muss sich auch noch um die Fortführung des Betriebs kümmern. Passende Hingucker für das Ford Autohaus: Bei der Eröffnung sorgten unter anderem diese zwei Mustangs für die richtige Atmosphäre vor der Türe. Besser ist es, wenn ein Unternehmer beim Stabwechsel an der Spitze seiner Leistungsfähigkeit steht. Denn für einen modernen, bestens geführten Betrieb findet sich auch leichter ein Nachfolger. Katja Rhotert empfiehlt, den Kreis der möglichen Kandidaten zunächst groß zu halten. Potenzielle Kandidaten direkt anzusprechen, wie es Fritz Hahn getan hat, hält die Beraterin daher für äußerst empfehlenswert (siehe Kasten: „Nachfolger suchen und finden“ Seite 58). Dass der Verkaufsprozess in diesem Fall so schnell und reibungslos über die Bühne ging, führt Fatih Eski maßgeblich auf die Unterstützung von Katja Rhotert zurück. „Frau Rhotert hat bereits Herrn Hahn beraten. Unsere ersten Bedenken, dass sie daher auf seiner Seite steht, haben sich allerdings schnell gelegt: Sie hat beide Parteien fokussiert und neutral unterstützt.“ Bewertung des Kaufpreises Noch heute erleichtere das von Rhotert aufgesetzte Reporting-System den Überblick über die Geschäftsentwicklung. „Das Honorar für die Beratung war eine ausgesprochen gute Investition“, zieht Fatih Eski Bilanz. Ein bisschen ärgert er sich allerdings heute noch darüber, dass das Inventar vor der Festlegung des Kaufpreises nicht ganz so gründlich bewertet wurde – entgegen des ausdrücklichen Rats der Beraterin. „Wir waren ungeduldig, weil wir den Betrieb möglichst schnell übernehmen wollten. Heute würden wir uns das Ersatz- Süßer Start im Betrieb: Fatih und Mehmet Eski schneiden die „Schrauber-Torte“ an. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 57

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BETRIEBSPRAXIS NACHFOLGER SUCHEN UND FINDEN Fünf Tipps von Unternehmensberaterin Katja Rhotert, wie Inhaber von Kfz-Betrieben einen Nachfolger außerhalb der Familie finden. ■ Fangen Sie früh an: Sobald feststeht, dass kein Nachfolger aus Ihrer Familie bereitsteht, sollten Sie sich um einen externen Käufer bemühen. Denn auch wenn es regionale Unterschiede gibt: Grundsätzlich stehen mehr Werkstattbetriebe aus Altersgründen zum Verkauf, als es Interessenten gibt. Und selbst wenn Sie einen ernsthaften Kaufinteressenten gefunden haben, dauert es in der Regel ein bis zwei Jahre, bis der Verkauf endgültig abgewickelt ist. Warten Sie nicht, bis Sie aus gesundheitlichen Gründen verkaufen müssen. Das wirkt sich negativ auf den Kaufpreis aus. AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 Unternehmensberaterin Katja Rhotert ■ Halten Sie Ihr Unternehmen in Schuss: Für eine super laufende Werkstatt in top Lage ist das Interesse potenzieller Käufer grundsätzlich größer. An der Lage lässt sich natürlich nicht viel verändern. Doch Sie können Ihren Betrieb mittelfristig attraktiver gestalten: Bringen Sie die Ausstattung auf den neuesten Stand und sorgen Sie dafür, dass der Betrieb die aktuellen technischen Vorschriften erfüllt. Wichtig ist auch, dass Sie Ihren Kundenstamm ausweiten, die Produktivität hoch halten und ordentliche Gewinne erzielen. Denn für einen heruntergewirtschafteten Betrieb mit veralteter Ausstattung findet sich heute kaum mehr ein Käufer. ■ Offen kommunizieren: Sprechen Sie offen darüber, dass Sie Ihr Unternehmen verkaufen möchten. Wenn keiner Ihrer Mitarbeiter in Frage kommt, sollten Sie Ihre Ansprechpartner bei der Innung, der Handwerkskammer, Ihrer Hausbank sowie Geschäftspartner oder auch den Betriebsberater konkret danach fragen, ob sie geeignete Kandidaten kennen. Auch Mitbewerber aus Ihrer Region kommen in Frage. Und schließlich kann auch ein Aushang im Kundenbereich des Büros oder in der Tankstelle – so vorhanden – weiterhelfen. ■ Veranschlagen Sie einen realistischen Kaufpreis: Rechnen Sie nicht damit, dass Ihnen ein Käufer Geld für Ihren Kundenstamm oder den guten Ruf Ihrer Werkstatt bezahlt. Im Wesentlichen bemisst sich der Wert und damit der Kaufpreis an der Ausstattung Ihrer Werkstatt. Altlasten im Teilelager sind meist wertlos. Falls Ihnen die Werkstattimmobilie gehört, sollten Sie über einen Pachtvertrag nachdenken. Denn für den Kauf von Grundstücken und Gebäuden reicht das Kapital potenzieller Nachfolger meist nicht aus. Sich bei der Festlegung einer realistischen monatlichen Pacht von einem branchenkundigen Unternehmensberater unterstützen zu lassen, ist durchaus empfehlenswert. ■ Know-how von Beratern nutzen: Bereits bei Anfragen und der Bewertung etwaiger Interessenten kann die Unterstützung eines branchenerfahrenen Beraters helfen. Zudem kann ein Berater als neutraler Dritter dazu beitragen, den gesamten Prozess des Unternehmensverkaufs ohne allzu große emotionale und finanzielle Reibungsverluste zu gestalten. Geglückte Übergabe an die Nachfolger (v.l.): Annemarie und Fritz Hahn mit Unternehmensberaterin Katja Rhotert und den Brüdern Fatih und Mehmet Eski, die den Betrieb jetzt führen. Foto: Rhotert Unternehmensberatung teillager gründlicher anschauen und besser verhandeln“, räumt Fatih Eski ein. Dennoch haben Fatih und Mehmet Eski nach wie vor ein sehr gutes Verhältnis zum Alteigentümer. Fritz Hahn war nach der Übergabe noch 14 Tage Vollzeit zur Einarbeitung im Büro. Danach kam er immer dann, wenn Kunden mit ihm persönlich sprechen wollten. Seine Frau Annemarie Hahn erledigt nach wie vor die Buchhaltung, worüber die beiden Brüder ausgesprochen froh sind. Darüber hinaus hat Fatih Eski noch einen Mechatroniker übernommen. Er selbst arbeitet in der Werkstatt, sein Bruder kümmert sich um das Büro und den Fahrzeughandel. Die alte Werkstatt haben sie mittlerweile geschlossen. Dort befindet sich jetzt das Reifenlager. Auch die Neuausfertigung des Agenturvertrags mit der Schwabengarage, mit der das Autohaus beim Neu- und Gebrauchtwagenkauf kooperiert, verlief reibungslos. Laut Mehmet Eski waren die Verantwortlichen dort froh, dass Fritz Hahn einen Nachfolger gefunden hat. Die Kunden sind treu geblieben „Der deutlich größere Betrieb, der Neuund Gebrauchtwagenhandel, die neue Werkstattsoftware – das alles war anfangs ungewohnt“, erinnern sich die Eski-Brüder. Der größte Unsicherheitsfaktor waren jedoch die Kunden: Würden sie auch nach dem Generationswechsel in die Werkstatt kommen? „Davor haben wir anfangs am meisten gezittert“, sagt Mehmet Eski. Doch bereits die ersten Monate haben gezeigt, dass der größte Teil der Kunden geblieben ist und auch Kunden der alten Eski-Werkstatt nun ins Autohaus Hahn kommen. Mittlerweile ist der Kundenbestand um rund zehn Prozent gestiegen und die Werkstatt damit gut ausgelastet. Lediglich um den Jahreswechsel herum war es etwas ruhiger. „Doch das war bei Fritz Hahn genauso“, sagt Mehmet Eski. Jetzt steht nur noch die Neugestaltung der Internetseite an. „Dann haben wir alles, was mit der Übernahme zu tun hat, erledigt. Das ist schon ein gutes Gefühl.“ Eva Elisabeth Ernst ■ SERIE NACHFOLGE In einer dreiteiligen Serie gibt asp Tipps für die Regelung der Nachfolge im Betrieb: asp 1: Übergabe in der Familie asp 2: Wenn ein Mitarbeiter übernimmt asp 3: Verkauf an Externe www.autoservicepraxis.de

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DAS SUPERTOOL für die Praxis rund um Werkstatt und Service asp-Magazin Werkstattinfos, Reportagen und Praxisbeispiele iele für Ihr Geschäft asp-App mobil immer bestens informiert: News, Heftarchiv, ePaper und mehr Digitales Heftarchiv alle Artikel der letzten 9 Jahre ePaper für den digitalen italen asp-Nutzer: digital.autoservicepraxis.de Newsletter alles Wichtige tagesaktuell Rückruf- Datenbank alle Infos auf einem Blick Weiter lesen Extra-Hefte wie „Räder & Reifen“ und „Freier Teilemarkt“ asp informiert Sie praxisnah und tages aktuell über alles, was der Werkstattprofi braucht. www.autoservicepraxis.de ist eine Marke von:

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SPEZIAL Räder 12 Sommerreifen-Neuheiten Nachfrage nach großen Pneus weiter ungebrochen 18 Reifenkonzept Reifen Ermler setzt auf das Sortiment von Reifen1Plus Sommer 2018 autoservicepraxis.de | autohaus.de Reifen 28 Felgenaufbereitung Pulverbeschichten als Alternative zur Lackierung EMPOWERING THE ENTIRE BUSINESS www.thetire-cologne.de DIE LEITMESSE DER REIFENINDUSTRIE NEUES PROFIL FÜR DEN HANDEL Köln, 29.05.–01.06.2018 JETZT KÖLN Ihr direkter Kontakt: Koelnmesse GmbH | Telefon +49 1806 121 000* | tirecologne@visitor.koelnmesse.de *(0,20 EUR/Anruf aus dem dt. Festnetz; max. 0,60 EUR/Anruf aus dem Mobilfunknetz)

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INHALT | LEITARTIKEL INHALT 04 Nachrichten Aktuelles aus der Branche 10 Nachrichten Countdown zur The Tire Cologne 12 Handel Sommerreifen-Neuheiten 16 Technik verstehen Reifen: Mehr als schwarz und rund 18 Handel Reifen1Plus bei Reifen Ermler 20 Handel Sportreifen für SUV 22 Handel Der intelligente Reifen 24 Handel Verschleiß contra Performance 26 Handel Tyre24 wird Alzura 28 Service Felgen pulvern statt lackieren 30 Service Reifeneinlagerung als Geschäft 32 Service Pannensets von Kunzer 34 Service Schnelle Montage mit ATH-Heinl 38 Produkte Neuheiten im Reifenservice 40 Produkte Reifen, Felgen & Co. IMPRESSUM Spezial Räder&Reifen, Sommer 2018 erscheint als Beilage der Fachzeitschriften asp AUTO SERVICE PRAXIS 03/2018 und AUTOHAUS 06/2018 Auflage: 45.000 Verlagsleiter: Ralph M. Meunzel Chefredakteur: Dietmar Winkler verantw. Redakteur: Alexander Junk Autoren: Valeska Gehrke, Marcel Schoch, Dietmar Winkler, Dieter Väthröder Anzeigen: Michael Harms (Leitung), Sanja Klöppel, Birgit Zipfel Herstellung: Maren Krapp (Leitung), Diane Laudien Druck: L.N. Schaffrath GmbH & Co. KG Druck-Medien, 47608 Geldern Verlag: Springer Fachmedien München GmbH, Aschauer Straße 30, 81549 München Internet: autoservicepraxis.de | autohaus.de Eine Frage des Alters Das Thema Profiltiefe beschäftigt die Industrie: Sind 1,6 Millimeter wirklich ausreichend? Geht es nach Jürgen John, Direktor von Michelin Deutschland, sollen moderne Reifen bis zur Mindestprofiltiefe abgefahren werden können, ohne an Leistung einzubüßen. Das steht im krassen Gegensatz zur gängigen Lehrmeinung, die von drei Millimeter bei Sommerreifen und vier Millimeter bei Winterreifen spricht. Auch die AutoBild stößt ins gleiche Horn und hat in einem Test von Ganzjahresreifen Ende letzten Jahres festgestellt, dass Michelins Reifen Cross Climate mit wenig Restprofil nahezu die gesamte Konkurrenz deplatzieren konnte. Die Leistung der Ganzjahresreifen wurde dabei im Neuzustand und sowohl bei vier als auch zwei Millimetern Profiltiefe unter verschiedenen Bedingungen untersucht (siehe Artikel S. 24). Der Aufschrei in der Branche war groß, schließlich konnte man aus dem Ergebnis schlussfolgern, dass andere Hersteller die Performance des Reifens nicht über die gesamte Lebensdauer sicherstellen können. Dabei wurde jedoch ein wichtiger Aspekt von den AutoBild-Kollegen vernachlässigt: das Alter des Reifens. Denn für den Test wurden Neureifen mit einer Maschine bis zur gewünschten Profiltiefe abgeraut, anstatt sie im „Normalbetrieb“ abzunutzen. Das Alter hat jedoch einen entscheidenden Einfluss auf das Fahrverhalten, da das Gummi im Laufe der Zeit härter wird. Das muss man bei der Interpretation der Testergebnisse wissen. Der Test ist also nur bedingt aussagekräftig. Alexander Junk, Redakteur asp AUTO SERVICE PRAXIS autoservicepraxis.de | autohaus.de RÄDER & REIFEN 01/2018 3

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NACHRICHTEN KURZMELDUNGEN Michael Lutz wurde bei der Cooper Tire & Rubber Company Europe Ltd. zum General Manager für die Region Deutschland, Österreich und Schweiz berufen. Lutz berichtet an Jaap van Wessum, Direktor Vertrieb der europäischen Organisation von Cooper. Lutz bringt über 30 Jahren Erfahrung in der Reifenindustrie mit und hatte zuvor eine Reihe verschiedener Aufgaben im Management und Verkauf inne. Unter anderem arbeitete er für Goodyear Dunlop. Zuletzt war er Managing Direktor von Apollo Vredestein in Deutschland. Marc Wolf (38) verantwortet ab sofort den Vertrieb des Reifengroßhändlers Tyre1 GmbH & Co. KG in Reutlingen. In seiner neuen Funktion berichtet Marc Wolf an Michael Borchert, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing der Muttergesellschaft European FinTyre Distribution Germany Holding GmbH. Wolf verfügt über fundierte Vertriebs- und Management-Erfahrung in der Reifen- Branche. Während der vergangenen Jahre führte der Diplom-Betriebswirt bei mehreren Reifenherstellern die Bereiche Auto haus und Reifenhandelsgeschäft in den D-A-CH-Märkten sowie in den Beneluxländern und Osteuropa. Reifenhersteller Bridgestone wird zum zweiten Mal vom Carbon Disclosure Project (CDP) geehrt: Die Nichtregierungsorganisation sammelt und verbreitet Umwelt informationen, auf deren Basis sie Unternehmen hinsichtlich ihres Nachhaltigkeitsengagements bewertet. Bridgestone gilt mit seinen Bestrebungen, den CO2-Ausstoß in der eigenen Lieferkette zu verringern und dem Klimawandel entgegenzuwirken, als weltweit führend. In diesem Zusammenhang nahm der CDP Bridgestone, wie schon im Vorjahr, in die eigene Bestenliste auf und vergab im Supplier Engagement Rating die Bestnote A für Klimaschutz in der Lieferkette. Gleichzeitig wurde Bridgestone als weltweit führend im nachhaltigen Umgang mit Wasser ausgezeichnet und dafür ebenfalls in die „Water A List“ des CDP aufgenommen. Die Reifenmarke Uniroyal hat ein freiwilliges Austauschprogramm für rund 500 Transporter-Winterreifen des Modells SnowMax 2 in der Größe 195/60 R 16 C angekündigt. Aufgrund einer nicht den Vorgaben entsprechenden Gummimischung können sich Teile der Lauffläche der Reifen aus einem bestimmten Produktionszeitraum lösen. Dies könnte zum Ablösen der Lauffläche sowie zu Einschränkungen im Fahrverhalten führen. Rund 220 der 500 betroffenen Reifen wurden in Deutschland ausgeliefert. RÄDER & REIFEN 01/2018 KONZEPTSTUDIE Das Moosgummi Goodyear hat dieses Jahr einen neuen Konzeptreifen mit der Bezeichnung „Oxygene“ vorgestellt. Das Besondere des Pneus: In seiner Seitenwand wächst echtes Moos. Aufgrund seiner offenen Struktur und mithilfe seines intelligenten Laufflächendesigns kann der Oxygene Wasser von der Fahrbahnoberfläche absorbieren und zirkulieren lassen. So wird der Prozess der Photosynthese in Gang gesetzt, der Sauerstoff freisetzt. In einer Stadt ähnlich des Großraums Paris mit rund 2,5 Millionen Autos würde der „Oxygene“ laut Goodyear auf diese Weise jährlich fast 3.000 Tonnen Sauerstoff produzieren und mehr als 4.000 Tonnen Kohlendioxid absorbieren. „Bis 2050 werden voraussichtlich mehr als zwei Drittel der Weltbevölkerung in urbanen Zentren leben. Der Bedarf nach Mobilitätslösungen für die Städte von morgen wird damit enorm ansteigen“, sagt Jürgen Titz, Vorsitzender der Geschäftsführung D-A-CH bei Goodyear. Der Konzeptreifen Oxygene lehnt sich an das Prinzip der Kreislaufwirtschaft an. Ziel sei es, Materialabfall, Emissionen und Energieverluste zu reduzieren. aj ■ Foto: Goodyear Dunlop VERKAUFSAKTION Servicekosten-Rückerstattung Vom 1. März bis zum 30. April 2018 läuft wieder die Pirelli Sommer-Promotion 2018. Mit der Kampagne will Pirelli Kunden frühzeitig zum Kauf von Sommerund Ganzjahresreifen animieren und zugleich die Partner im Reifenhandel beim Absatz hochwertiger Serviceleistungen unterstützen. Flankierend wird die Kampagne off- und online beworben und verursacht den Händlern keinen Aufwand. Die Aktion im Detail: Pirelli erstattet jedem Kunden bis zu 30 Euro der Servicekosten, der im Aktionszeitraum vier Pirelli-Sommerreifen oder Ganzjahresreifen bzw. Sommer- oder Ganzjahreskompletträder für Pkw, SUV und Vans mit 17 Zoll erwirbt. Die Reifen- und Service-Rechnung muss anschließend online oder offline an das Pirelli Promotion Center gesendet werden. Bis zu 50 Euro der Servicekosten erstattet Pirelli beim Kauf von Reifen und Rädern ab 18 Zoll Größe für dieselben Fahrzeugkategorien. Die Kunden genießen darüber hinaus ein Jahr die kostenfreie Reifengarantie „Tyrelife.“ Zudem hat jeder Kunde, der seine Unterlagen online an das Pirelli Promotion Center sendet, die Chance, zwei von 200 Wochenend- Tickets für eine Veranstaltung des ADAC GT Masters 2018 zu gewinnen. aj ■ autoservicepraxis.de | autohaus.de Foto: Pirelli

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NACHRICHTEN PARTNERSCHAFT Nachhaltiger Kautschuk Reifenhersteller Continental und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) setzen sich in einer Entwicklungspartnerschaft gemeinsam für mehr Nachhaltigkeit in der Lieferkette für Naturkautschuk in Indonesien ein, das weltweit der zweitgrößte Erzeuger ist. Da Kautschukbäume in Regenwaldgebieten wachsen, muss sichergestellt werden, dass der Anbau nicht zur Entwaldung führt. Ziel sei es, einen Kriterienkatalog für die nachhaltige Produktion von Naturkautschuk zu erarbeiten, Landwirte entsprechend dieser Kriterien in nachhaltigen Anbaumethoden zu schulen und die Rückverfolgbarkeit des Kautschuks von den Kleinbauern bis hin zum Einsatz in der Fertigung bei Continental sicherzustellen. Durch eine bessere Kautschukqualität, höhere Erträge und eine Optimierung der Lieferkette soll zudem das Einkommen der Kautschukbauern steigen. Die Partnerschaft wird durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt. aj ■ Foto: Continental ONLINE-PORTAL Für Smartphones optimiert Das Shopsystem „Reifenshop“ der Reifenboerse.de (Allportal GmbH) wurde überarbeitet und an die Anforderungen der Smartphone-Nutzer angepasst. Das Angebot soll nun auf dem Handy übersichtlicher wirken und einfacher bedienbar sein. Ziel war, dass sofort ersichtlich ist, wie viel der Reifen kostet, wo sich das Geschäft des Händlers befindet, wann es geöffnet hat und wie die Kontaktdaten lauten. Buchbar ist der Reifenshop bequem über die Verwaltung der Reifenboerse.de in zwei Varianten: Als Social Media und als Integration in die eigene Webseite (Facebook-Link inklusive). Mit Social Media ist eine eigenständige Webseite gemeint, die mit allen Gerätetypen aufrufbar ist und Foto: Allportal GmbH beispielsweise mit dem „Jetzt einkaufen“-Button auf Facebook verbunden wird. Es werden somit soziale Medien, auf denen sich Verbraucher austauschen und nach Informationen suchen, mit echten und relevanten Informationen des Reifenhändlers verbunden. Die zweite Variante als Integration für Webseiten ist für Händler mit eigener Homepage gedacht. Hier wird der Reifenshop im Idealfall auf der Startseite integriert, für den Besucher wirkt der Reifenshop wie aus einer Hand. Der lokale Händler bietet somit den gleichen Service wie die Konkurrenz aus dem Netz. aj ■ ERSTAUSRÜSTUNG VW Polo mit Giti-Reifen RÄDER & REIFEN 01/2018 Der Reifenherstelller Giti Tire aus Singapur hat eine Erstausrüstungsfreigabe (OE) für die Marke Giti beim Volkswagen-Konzern in Europa erhalten. Nach dem Seat Ibiza, der im spanischen Martorell produziert wird, stattet Giti Tire nun auch die neueste Generation des VW Polo, der in Pamplona vom Band läuft, mit dem Reifenmodell „GitiSynergyE1“ aus. Der Reifenhersteller liefert dafür Reifen der Größe 185/70 R14 88H, die in Deutschland entwickelt wurden. Die neue Laufflächenmischung und eine speziell entwickelte Konturauslegung sollen für gute Fahr- und Bremseigenschaften auf nasser und trockener Straße sorgen. Dank geringem Rollwiderstand sollen auch die CO 2 -Emissionen verringert werden. aj ■ Foto: Volkswagen autoservicepraxis.de | autohaus.de

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NACHRICHTEN REIFENHERSTELLER Lieferanten in der Pflicht Bridgestone hat die neue Richtlinie „Global Sustainable Procurement Policy“ bekanntgegeben. Ziel ist es, Mindestanforderungen für die Einhaltung von Menschenrechten, Umweltstandards und der Produktqualität zu gewährleisten. Im Fokus liegt die Selbstverpflichtung des Unternehmens zur nachhaltigen Beschaffungspolitik, die Maßnahmen zur Realisierung langfristiger ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Vorteile vorantreiben soll. Das umfasst auch alle zugekauften Materialien und Dienstleistungen und gilt für alle Lieferanten weltweit. „Von unseren Lieferanten und Partnern erwarten wir entsprechend, dass sie mit uns an einer nachhaltigen Lieferkette arbeiten“, sagte Masaaki Tsuya, CEO und Representative Executive Officer der Bridgestone Corporation in Tokio. aj ■ AKQUISITION Dänische Hochzeit Foto: Bridgestone PARTNERSCHAFT Digitaler aufstellen RÄDER & REIFEN 01/2018 Foto: Stenhoj Der dänische Hebebühnen-Hersteller Stenhoj hat die Thornac & Knarberg A/S aus Allerød in Kopenhagen übernommen. Das Unternehmen befand sich bislang im Besitz von Kim Christensen (links im Bild, zusammen mit Søren Vestergaard, CEO von Stenhoj DK A/S) und beliefert die dänische Reifen- und Automobilbranche seit mehr als 60 Jahren Der eCommerce-Softwarehersteller Speed4Trade ist neues Fördermitglied im Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV). Das Unternehmen unterstützt mit seinem Knowhow künftig Verbandsmitglieder bei Digitalisierungsprojekten. Denn Reifenhandel und -handwerk stehen vor der Aufgabe, Foto: Speed4Trade mit Ausrüstung und Verbrauchsmaterialien. Dazu gehören bekannte Marken wie Tech, Schrader oder Motometer. Die Geschäfte von Thornac & Knarberg sollen bis auf weiteres fortgeführt werden. Auch sollen alle Angestellten bei Stenhoj DK weiterbeschäftigt und alle vorhandenen Kundenverträge unverändert fortgeführt werden. aj ■ sich in Zukunft digitaler aufzustellen. Klassische stationäre Händler und Hersteller stehen in Konkurrenz zu bekannten Online-Handelsplattformen wie eBay oder Amazon. Die erfolgreiche digitale Vermarktung von Reifen stellt deshalb eine große Herausforderung dar. Es gilt, sich mit Datenqualität, digitalen Produktkonfiguratoren und Services vom Wettbewerb abzuheben. Speed4Trade kann mit seinem Know-how die Verbandsmitglieder bei der Automatisierung von Handels- und Serviceprojekten unterstützen. Das Unternehmen hat Erfahrungen aus Projekten für Händler und Hersteller der Reifen- und Kfz-Teile-Branche. aj ■ autoservicepraxis.de | autohaus.de

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Anzeige Wie Reifendiscount.de von Ratenzahlung Powered by PayPal profitiert Einfach, flexibel und sicher – für den Reifenspezialisten und seine Kunden hat sich Ratenzahlung Powered by PayPal als Erfolgsmodell bewährt. eden Herbst und Frühling ist er fällig: der kritische Blick auf die Reifen. Ist der Gummi noch weich genug und reicht das Profil für eine weitere Saison? Wer eine dieser Fragen mit nein beantwortet, benötigt einen neuen Satz Pneus. Was aber tun, wenn das aktuelle Budget den Kauf eigentlich nicht hergibt? Für solche Fälle bietet der Online-Reifenspezialist Reifendiscount.de die Möglichkeit der Ratenzahlung. Die Entscheidung, beim Ratenkauf auf PayPal zu setzen, fiel dem Shopbetreiber leicht, denn das Unternehmen arbeitet schon lange mit dem Zahlungsdienstleister zusammen: „PayPal ist ein zuverlässiger Partner, dem unsere Kunden großes Vertrauen entgegenbringen“, sagt Axel Albrecht, Leiter Sales & Operations bei Reifendiscount.de. Die Lösung Ratenzahlung Powered by PayPal punkte laut Albrecht durch ihre unkomplizierte Handhabung: „Die Abwicklung ist extrem einfach.“ Das beginnt schon bei der Integration in den Onlineshop, die über definierte Schnittstellen schnell zu bewerkstelligen ist. „Während der Implementierungsphase stehen dem Shopbetreiber technische Ansprechpartner bei PayPal mit Rat und Tat zur Seite“, sagt der Leiter Sales & Operations. Einmal implementiert, hat der Shopbetreiber keinen zusätzlichen Verwaltungsaufwand und geht auch kein Risiko von Zahlungsausfällen ein. „PayPal kauft die Forderung und übernimmt komplett das Debitorenmanagement“, erklärt Albrecht. „Wir bekommen bereits beim Kauf den vollen Betrag ausbezahlt.“ Der Händler kann außerdem flexibel wählen, welche Laufzeiten und welchen Jahreszinsen er seinen Kunden für die Finanzierung des Kaufs anbieten möchte. Auch Kunden profitieren von der unkomplizierten Handhabung: „Statt wie bei anderen Anbietern ein umständliches Postident-Verfahren durchlaufen zu müssen, genügt bei Ratenzahlung Powered by PayPal die Angabe von Namen, Anschrift, Bankverbindung und Geburtsdatum“, erklärt Albrecht. Der Kunde bekommt in wenigen Sekunden angezeigt, ob ein Ratenkauf möglich ist, und kann sich flexibel zwischen Laufzeiten von 6, 12, 18 oder 24 Monaten entscheiden. Die Vorteile haben auch die Kunden von Reifendiscount.de überzeugt: „Die Warenkörbe sind bei Ratenzahlung signifikant größer als bei allen anderen Zahlungsarten“, sagt Albrecht. Ratenzahlung Powered by PayPal – wie funktioniert das eigentlich? Der Händler schließt mit seinem Kunden wie üblich einen Kaufvertrag ab, bei dem er dem Kunden den Kaufbetrag zu bestimmten Zins- und Zahlungskonditionen stundet; dies nennt man auch Teilzahlungsgeschäft. Der Händler tritt dann die gesamte Forderung gegenüber dem Kunden an PayPal ab, bleibt aber Vertragspartner des Käufers. PayPal schreibt den gesamten Kaufpreis abzüglich der anfallenden Gebühren dem PayPal-Konto des Händlers gut und bucht die monatlichen Raten vom Bankkonto des Käufers ab. Vorteile für Händler: ■ Rasche Auszahlung des Kaufpreises (abzüglich Gebühren) ■ Direkter Versand möglich, kein Reservieren der Ware notwendig ■ Auslagerung von Forderungs- und Risikomanagement ■ Chancen auf Umsatzsteigerungen und höhere Warenkörbe ■ Möglichkeiten zur Neukundengewinnung Vorteile für Käufer: ■ Finanzielle Flexibilität ■ Antragsprozess komplett online und medienbruchfrei ■ Entscheidung in Echtzeit ■ Vertraute Marke ■ Keine versteckten Kosten Weitere Informationen unter www.paypal.de/ratenzahlung. Hier können interessierte Händler die neue Bezahllösung auch direkt beantragen.

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NACHRICHTEN MESSE Countdown in der Domstadt Die Reifenmesse „The Tire Cologne“ steht in den Startlöchern: Vom 29. Mai bis 1. Juni 2018 präsentieren rund 600 Aussteller auf dem Kölner Messegelände Neuheiten aus dem Reifen- und Werkstattbereich. och rund zwei Monate, dann eröffnet die neue Reifenmesse „The Tire Cologne“ vom 29. Mai bis 1. Juni 2018 ihre Pforten in der Messestadt Köln. In vier Hallen werden auf 70.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche rund 600 Aussteller aus den Bereichen Reifen, Reifenhandel, Felgenhersteller, Werkstatt und Kfz-Services sowie der Runderneuerung und des Recyclings ihre Produkte präsentieren – darunter auch die Top 10 der namhaften Reifenhersteller. Organisiert wird die Fachmesse von der Koelnmesse sowie dem Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV), der auch als ideeller Träger fungiert. Der BRV vergibt auf der KURZFASSUNG Die letzten Vorbereitungen für die The Tire Cologne laufen auf Hochtouren: Rund 600 Aussteller haben bereits für die neue Reifenmesse in Köln zugesagt, die dieses Jahr parallel mit der Reifen stattfindet. RÄDER & REIFEN 01/2018 Messe auch den Kreativpreis 2018, der seit vielen Jahren für Spitzenleistungen der deutschen Reifenbranche verliehen wird. Erstmals wird mit der Ausschreibung 2018 der Award in den zwei Rubriken „Kreativpreis Industrie“ und „Kreativpreis Handel“ vergeben. Großes Eventprogramm Darüber hinaus gibt es auch ein umfassendes Event- und Kongressprogramm. Organisiert und unterstützt von dem europäischen Runderneuerungs-Verband „Bipaver“ und der Koelnmesse findet am ersten Messetag die internationale Konferenz für die Runderneuerungs-Branche statt – die Global Retreading Conference. Der Kongress ermöglicht einen umfassenden Blick auf die entscheidenden Trends und Entwicklungen der Branche und bietet allen Teilnehmern zugleich die Chance, die wichtigsten Player der Branche an einem Ort zu treffen. Im Zentrum der Halle 9, mitten im Segment Reifenrund- Foto: Koelnmesse erneuerung, Altreifenverwertung und -entsorgung, bietet das Recycling Forum einen kompletten Überblick über die entscheidenden Aspekte zu diesem Themenkomplex. Was die Digitalisierung für alle Teilnehmer der Reifenbranche schon heute bedeutet und wie sie für ihr Business genutzt werden kann, zeigt die Themenfläche „Digital Reality“ in zahlreichen Facetten: Aussteller präsentieren Lösungen für einen erfolgreichen internetbasierten Handel, effektives Datenmanagement in der vernetzten Werkstatt und Fahrer assistenz-Systeme bis hin zu den spannenden Möglichkeiten der digitalen Vertriebs unterstützung. Die Tire Fleet Lounge bietet zudem im Rahmen der Reifenmesse ein Forum für Flotten- und Fuhrparkmanager. Denn diese Zielgruppe hat ein sehr großes Interesse, ihren Fahrzeugpark stetig zu optimieren. Praxiserfahrungen lassen sich hingegen an drei Demo-Fahrzeugen sammeln, die im Rahmen der The Tire Cologne in Halle 8 stehen. Dort werden Schulungen zur optimalen Montage von Nutzfahrzeugreifen stattfinden – eine Gelegenheit, aus erster Hand direkt von den Profis zu lernen. Alexander Junk ■ Allein drei Hallen der The Tire Cologne sind für Reifenhersteller, Handel und Felgen reserviert. autoservicepraxis.de | autohaus.de

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FÜR IHN GIBT ES NUR EIN ACCESSOIRE: IHR LIEBLINGSFAHRZEUG. (FAHRZEUG NICHT INBEGRIFFEN) DIE NEUE P ZERO™ GENERATION. ZUSATZCHANCE BEI ONLINE-REGISTRIERUNG: 200 WOCHENENDTICKETS FÜR DAS ADAC GT MASTERS 2018 Bei jeder Online-Registrierung haben Sie automatisch die Chance, zwei von 200 Wochenendtickets für ein Rennen des ADAC GT Masters 2018 zu gewinnen. Beim Kauf von vier PIRELLI Sommerreifen sowie Sommerkompletträdern in 18 Zoll oder größer erhalten Sie von Pirelli bis zu 50 € der Rad-/ Reifen-Servicekosten erstattet. Für vier PIRELLI Sommerreifen oder Sommerkompletträder in 17 Zoll erstattet Ihnen Pirelli bis zu 30 €. Diese Aktion gilt beim Kauf im Aktions zeitraum vom 01.03. bis zum 30.04.2018. Die ausführliche Aktions beschreibung und die Teilnahme bedingungen finden Sie unter pirelli.de/promotion.

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HANDEL SOMMERREIFEN-NEUHEITEN 2018 Bewegung im Markt Der BRV stellt in seiner jüngsten Marktuntersuchung ein verändertes Informations- und Kaufverhalten der Endverbraucher fest. Der Reifenfachhandel baut seinen Vorsprung gegenüber Autohäusern und Werkstätten aus. er klassische Reifenfachhandel ist nach wie vor die führende Einkaufsstätte der Endverbraucher. Das ist nicht neu, auffällig sind jedoch die veränderten Kräfteverhältnisse am Markt. Konnten freie Werkstätten und vertragsgebundene Betriebe ihre Position gegenüber dem Reifenfachhandel in den vergangenen Jahren festigen und zusammen fast die Hälfte des Endverbrauchermarktes abdecken, verzeichnet der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur- Handwerk (BRV) in der neuesten Auswertung der Marktdaten vom Sommer 2015 bis Sommer 2017, basierend auf Endverbraucherbefragungen, hier einen deutlichen Rückgang. Gleichzeitig konnte der Reifenfachhandel spürbar zulegen. Vor allem im Vergleich Winter 2016 zu Sommer 2017 ging der Anteil der freien und Vertragsbetriebe von 47 auf 39 Prozent zurück, während der Reifenfachhandel seinen Anteil um fünf Prozentpunkte von 29 auf 34 Prozent ausbauen konnte. Weitere drei Prozentpunkte konnte der Kfz-Zubehörhandel zulegen, während die Online-Bestellungen mittlerweile 15 Prozent Anteil erreicht haben. Das Internet nutzen heute über 50 Prozent der Endverbraucher als Informationsquelle. Laut BRV geht der Trend zum „Ropo“-Kunden (research online, purchase offline), der sich im Internet informiert, aber im Handel kauft. Auch lässt er sich zusätzlich beim Händler beraten (74 Prozent) und folgt zu 85 Prozent dessen Empfehlungen. KURZFASSUNG Laut BRV-Umfrage ist der Reifenverkauf über freie und markengebundene Werkstätten rückläufig, der Reifenfachhandel konnte seine Position ausbauen. Im Trend liegen dabei immer größere Reifendimensionen, besonders im SUV-Bereich. RÄDER & REIFEN 01/2018 Der Dunlop Sport Maxx Race 2 ist für den Porsche 911 GT2 RS freigegeben. Die über Jahre durch Kampagnen und Medienberichte erreichte Umrüstquote von über 80 Prozent ist durch die Auswahl und verbesserte Leistungsfähigkeit von Ganzjahresreifen leicht rückläufig und fiel von 79 Prozent im Winter 2016 auf 77 Prozent im Sommer 2017. Umrüstung bevorzugt Der Anteil der Ganzjahresreifen liegt derzeit bei rund 14 Prozent, mit einem Großteil davon in Stadtgebieten und mit deutlichem Nord-Süd-Gefälle. Der BRV rechnet mit einem weiteren Anstieg für 2018 um rund eine Million verkaufte Ganzjahresreifen, vor allem im Bereich der 4x4-Fahrzeuge. Trotzdem bevorzugen weiterhin mehr als drei Viertel der Autofahrer die Umrüstung. In seiner Vorhersage für 2018 sieht der BRV weiter einen Rückgang bei den Sommerreifen-Verkäufen von drei bis vier Prozent, lediglich bei den SUV-Sommerreifen wird ein Wachstum von drei Prozent prognostiziert. Bei den meistverkauften Pkw-Dimensionen findet langsam eine Wachablösung statt: Die bisherige „Standardgröße“ 195/65 R 15 H wird immer häufiger durch 205/55 R 16 V ersetzt, wie sie vermehrt in der Erstausrüstung zum Einsatz kommt. Der Trend zu immer größeren Rädern setzt sich auch im SUV-Segment fort. Neue Größen und Profile Apollo hat den neuen AspireXP-Sommerreifen vorgestellt, der mit 20 neuen Größen das Pkw- und SUV-Segment von 17 bis 19 Zoll abdeckt. Bridgestone hat den neuen Turanza T005 als Nachfolger des T001 Evo vorgestellt. Das hohe Rillenvolumen im Schulterbereich und die optimierte Verteilung der Hauptprofilrillen in der Mitte des Reifens tragen laut Hersteller zu einer effizienten Wasserableitung bei. Durch eine neue Mischtechnologie und die patentierte NanoPro- Tech-Lauf flächenmischung konnte der Verschleiß des T005 minimiert sowie der Grip und die Kraftstoffeffizienz maximiert werden. Keine neuen Profile, dafür eine deutlich ausgebaute Lieferpalette für die Modelle SportContact 6, Premium- Contact 6 und EcoContact 5 vermeldet Continental. Der UHP-Reifen SportCon- autoservicepraxis.de | autohaus.de Foto: Goodyear Dunlop

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tact 6 ist jetzt in fast 80 Größen von 18 bis 23 Zoll mit Freigabe bis 350 Kilometer pro Stunde verfügbar. Gar 120 Artikel umfasst das aktuelle Angebot des PremiumContact 6 in Größen zwischen 16 und 22 Zoll für Pkw und SUV. Der neue Goodyear Eagle F1 Asymmetric 3, ein UHP-Reifen für SUV, bietet eine optimierte Bremsleistung und besseres Handling auf nasser und trockener Fahrbahn. Neben neuer Laufflächenmischung und Unterkonstruktion soll die „UHP-Cool-Cushion“-Lage im Aufbau die Erwärmung des Reifens reduzieren und so laut Hersteller Rollwiderstand und Handling verbessern. Kumho bringt zum Sommer den neuen Ecowing ES31 für Klein- und Kompaktwagen, der im Vergleich zum Vorgänger (ES01 KH27) eine verbesserte Laufleistung und nochmals reduzierten Rollwiderstand bietet. Der Ökoreifen ist zum Marktstart in 38 Größen von 14 bis 17 Zoll erhältlich. Der Primacy 4 von Michelin verspricht eine hohe Laufleistung sowie Sicherheit bis zum Erreichen der Verschleißgrenze von 1,6 Millimeter. Gleiches gilt für den neuen Agilis CrossClimate, einen Ganzjahresreifen für Transporter und leichte Nutzfahrzeuge. Ein zusätzlicher Flankenschutz schützt vor Beschädigungen durch Bordsteine, besonders im Stadtverkehr. Yokohama bringt zwei neue Modelle: Der BluEarth-Van RY55 ist ein Transporterreifen, der laut Hersteller 50 Prozent verschleißresistenter als sein Vorgänger sein soll. Der BluEarth ES 32 für die Kompaktklasse und kleine Vans setzt auf verringerten Rollwiderstand. Orangenöl soll zudem den Erdölanteil im Reifen reduzieren, was die Umweltbilanz des Reifens verbessern soll. Hankook erweitert das Produktportfolio des Ventus S1 evo2 und evo2 SUV um 13 Dimensionen, darunter die Größen 285/35R22 106Y, 275/30R20 97Y, 265/35ZR19 98Y und 245/45R18 96W. Auch Nokian erweitert die Dimensionen im Bereich der Weatherproof-Ganzjahresreifen um acht Größen, gleichzeitig werden weitere Transporter- und SUV-Reifen mit der Aramid-Seitenwand-Technologie ausgerüstet. Dieter Väthröder ■ autoservicepraxis.de | autohaus.de Sei eins mit Deinen Reifen. Und die Straße wird eins mit Dir. EINS MIT HANKOOK www.hankookreifen.de Hankook Reifen Deutschland GmbH Siemensstraße 14 63263 Neu-Isenburg, Deutschland Tel.: +49 6102 4318-000

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HANDEL SOMMERREIFEN-NEUHEITEN SAISON 2018* Hersteller Produkt Querschnitt Breite (mm) Durchmesser (Zoll) Speedindex Laufrichtung Asymmetrie Labelwerte (Bestwerte) Auslegung Apollo Aspire XP 65 - 35 205 - 275 16 - 19 V - Y - x k. A. Pkw- und SUV-Reifen mit Schwerpunkt auf Sicherheit und Komfort Bridgestone Turanza T005 65 - 35 185 - 275 14 - 21 T - Y - x B/A/1 A/B/1 Touring-Reifen, bis 2019 in über 140 Größen Hankook Kinergy Eco2 80 - 55 145 - 215 13 - 16 T - V - x k. A. Klein-, Kompakt- und Mittelklasse-Pkw Kumho Ecowing ES 31 k. A. k. A. 14 - 17 k. A. - x k. A. Leichtlaufreifen für Klein- und Kompaktwagen Michelin Primacy 4 k. A. k. A. 15 - 18 k. A. - x k. A. HP-Reifen Agilis Cross Climate Yokohama BluEarth-Van RY55 BluEarth ES32 75 - 60 185 - 235 15 - 16 R - H x - k. A. Ganzjahresreifen für Transporter und leichte Nutzfahrzeuge 80 - 55 185 - 235 14 - 17 R - H - - C/B/2 Transporterreifen mit optimiertem Verschleißverhalten k. A. k. A. 13 - 18 k. A. k. A. k. A. k. A. Kompaktwagen und kleine Vans UHP-REIFEN FÜR SUV* Hersteller Produkt Querschnitt Breite (mm) Durchmesser Speedindex Laufrichtung Asymmetrie (Zoll) Continental SportContact 5 65 -35 195 - 315 17 - 22 - Y - x Giti Sport S1 SUV 60 - 35 235 - 295 18 - 21 - Y - x Hankook Ventus S1 evo2 65 - 30 225 - 315 17 - 22 - Y - x Michelin Latitude Sport 65 - 35 235 - 315 17 - 21 - Y x - Nokian zLine SUV 65 - 30 235 - 295 17 - 22 - Y - x Pirelli P Zero SUV 55 - 35 235 - 325 18 - 22 - Y - x Yokohama Advan Sport V105 * kein Anspruch auf Vollständigkeit RÄDER & REIFEN 01/2018 65 - 25 205 - 305 17 - 23 - Y - x autoservicepraxis.de | autohaus.de

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TECHNIK VERSTEHEN Mehr als rund und schwarz Pkw-Reifen mögen unscheinbar aussehen. Unter der Lauffläche kommt jedoch ein kompliziertes Innen leben zum Vorschein. Auch die Anzahl der verwendeten Materalien ist beeindruckend. SEITENSTREIFEN Der Seitenstreifen schützt den Reifen vor äußeren Beschädigungen, etwa durch Kontakt mit dem Bordstein. WULSTVERSTÄRKER Mit dem Wulstverstärker werden die Fahrstabilität des Reifens und ein präzises Lenkverhalten sichergestellt. KERNPROFIL Das Kernprofil begünstigt ebenfalls die Fahrstabilität des Reifens und verbessert das Lenk- und Komfortverhalten. REIFEN – DER VERNACHLÄSSIGTE LASTENTRÄGER Für die meisten Menschen sind Reifen nur schwarz und rund. Dabei steckt jede Menge Know-how und Technik in den Pneus, die in jahrzehntelanger Entwicklungsarbeit bis zur heutigen Reife entwickelt wurden. Auf folgende Punkte sollte zudem geachtet werden: ■ Richtiger Luftdruck: Die passenden Werte lassen sich in der Betriebsanleitung des Fahzeugs oder auf dem Aufkleber am Türholm bzw. im Kofferraum ablesen ■ Profiltiefe überprüfen: 1,6 Millimeter Profiltiefe sind gesetzlich vorgeschrieben, jedoch steigt die Aquaplaning-Gefahr bereits bei weniger als drei Millimetern ■ Seitenwand-Check: Mögliche Schäden an der Seitenwand sollten umgehend von einem Fachmann behoben werden ■ Betrieb mit Wohnwagen und Anhänger: Auch hier sollten mögliche Schäden behoben werden. Der richtige Luftdruck und auch das Reifenalter sind zudem entscheidend RÄDER & REIFEN 01/2018 STAHLKERN Um den Reifen mit einem festen Sitz auf der Felge montieren zu können, kommt ein Stahlkern zum Einsatz. autoservicepraxis.de | autohaus.de

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LAUFSTREIFEN Der Laufstreifen des Reifens sorgt für den guten Kontakt zur Straße, eine hohe Laufleistung und er leitet das Wasser ab. SPULBANDAGEN Um mit dem Reifen hohe Geschwindigkeiten sicher fahren zu können, werden Spulbandagen eingesetzt. STAHLCORD-GÜRTELLAGEN Mit den Stahlcord-Gürtellagen wird die Fahrstabilität des Reifens erhöht. Darüber hinaus senken sie den Rollwiderstand. BESTANDTEILE DES REIFENS 41 % Kautschuk (Natur- und Synthesekautschuk) 30 % Füllstoffe (Ruß, Silica, Kohlenstoff, Kreide) 15 % Festigkeitsträger (Stahl, Polyester, Rayon, Nylon) 6 % Weichmacher (Öle und Harze) 6 % Chemikalien für die Vulkanisation (Schwefel, Zinkoxid, diverse andere Chemikalien) 2 % Alterungsschutzmittel (und sonstige Chemikalien) TEXTILCORD-EINLAGEN Die Textilcord-Einlagen halten den Innendruck des Reifens im Zaum und sorgen dafür, dass er seine Form behält. INNENSCHICHT (UNTER TEXTILCORD-KARKASSLAGE) Die Innenschicht unter der Textilcord-Karkasslage stellt sicher, dass im Reifen die Luftdichtigkeit gewährleistet ist. Foto und Quelle: Continental autoservicepraxis.de | autohaus.de RÄDER & REIFEN 01/2018 17

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HANDEL Beim Kfz-Betrieb Ermler weisen die Reifen1Plus-Schilder die Partnerschaft hin. Fotos: Interpneu, Alexander Junk REIFENHANDEL Damit alles rund läuft Mit dem Reifen1Plus-Konzept der Interpneu Handelsgesellschaft hat der Kfz-Betrieb und Reifenhändler Ermler in Neu-Ulm einen starken Partner gefunden, der viele Vorteile bietet. ietmar Ermler kennt sich aus im Reifengeschäft: Seit fast 30 Jahren verkauft der Geschäftsführer des Kfz-Betriebs und Reifenhändlers Ermler Pneus. Zusammen mit seiner Frau und zwei weiteren Mitarbeitern bietet der Betrieb in Neu-Ulm neben dem Reifenverkauf und der Montage auch eine Reifen einlagerung an. Daneben werden auch Arbeiten rund ums Auto erledigt und Hauptuntersuchungen abgenommen. KURZFASSUNG Mit dem Reifen1Plus-Konzept der Interpneu Handelsgesellschaft hat der Kfz-Betrieb und Reifenhändler Ermler Zugriff auf über eine Million Reifen, die im Regelfall am nächsten Tag geliefert werden. Auch Kompletträder gibt es im Portfolio. RÄDER & REIFEN 01/2018 „Früher haben wir unsere Reifen direkt beim Großhändler Ihle in Günzburg gekauft“, erinnert sich der Geschäftsführer. Nach und nach wurden die Reifen dann direkt bei den Herstellern bezogen. Mitte der 1990er-Jahre nutzte Ermler erstmals die Vorzüge einer Handelskooperation mit dem damaligen Partner „Reifen Ring“, der schließlich in der Point-S aufging. 1,2 Millionen Reifen auf Lager Über die Jahre änderte sich das Geschäft jedoch: Waren früher von einer Reifengröße maximal vier bis fünf Varianten eines Herstellers erhältlich, gibt es nun eine schier unüberschaubare Zahl an Modellen bis hin zu speziell angepassten OE-Reifen. „Das hat dazu geführt, dass eine Lagerhaltung in den meisten Fällen nicht mehr sinnvoll ist“, erklärt Ermler. Weniger Lagerhaltung bedeutet aber auch, dass Reifen nach Bestellung schnell verfügbar sein müssen. Und hier zeigten sich laut Ermler Defizite beim bisherigen Partner, da der Händler über kein großes Zentrallager verfügte. Ermler kam über einen Bekannten und Verkaufsleiter Andreas Burk schließlich mit dem Reifenkonzept Reifen1Plus der Interpneu Handelsgesellschaft in Kontakt. Aufgrund der zahlreichen Vorteile kehrte er seinem bisherigen Systemanbieter den Rücken und wechselte zu Reifen1Plus. Dort kann Ermler nun auf einen Bestand von 1,2 Millionen Reifen aller gängigen Marken zugreifen, die im Lager in Speyer auf 70.000 Quadratmetern zur Verfügung stehen. Darunter auch die Eigenmarke „Platin“ für Reifen und Felgen. Als„Premium-Plus“-Partner (siehe Kasten) hat autoservicepraxis.de | autohaus.de

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PARTNER-STUFEN ■ Premium Plus: Mind. 50.000 Euro Umsatz (weitere Vorteile: Anbindung an Reifenindustrie, Mitgliedschaft im BRV, Flottenmanagement, Partnertagungen) ■ Premium: Mind. 30.000 Euro Umsatz ■ Basic: Mind. 10.000 Euro Umsatz Ermler aber nicht nur Zugriff auf das Zentrallager, sondern kann auch das Angebot direkt bei der Industrie abrufen, sollte ein Reifen einmal nicht verfügbar sein. Führt auch das nicht zum Ziel, besteht darüber hinaus noch die Möglichkeit, auf den Bestand der Online-Plattform Gettygo zuzugreifen. „Mit Reifen1Plus bekomme ich den gewünschten Reifen zu 99 Prozent“, freut sich Ermler. Bei Bestellung bis ca. 15 Uhr werden die Reifen im Regelfall am nächsten Werktag geliefert. Auch Kompletträder lassen sich inklusive vormontierten RDKS-Sensoren ordern. Der Bestellvorgang ist dabei sehr einfach und lässt sich online über einen Konfigurator erledigen. „Die Montage ist zudem kostenlos, was mir 15 Minuten Arbeit spart“, sagt Ermler. Mit dem optional erhältlichen E-Commerce-Paket kann Ermler das Reifenangebot von Reifen1Plus kombiniert mit seinen Preisen direkt in seine Homepage einbinden. Die Kundenbetreuung von Reifen1Plus ist laut Ermler ebenfalls sehr gut: Er hat einen direkten Ansprechpartner, der mindestens einmal pro Jahr den Betrieb besucht und auch telefonisch erreichbar ist. Mittlerweile haben sich über 600 Partner dem Reifen1Plus-Konzept angeschlossen. autoservicepraxis.de | autohaus.de Dietmar Ermler (links) mit Andreas Burk, Verkaufsleiter Partnersysteme bei Interpneu. Um Konzeptpartner zu werden, genügt es bereits, eine Signalisation in Form eines Schildes am Kfz-Betrieb anzubringen und einen gewissen Umsatz – je nach Partnerstufe – zu erfüllen. System- oder Nutzungsgebühren werden dabei nicht fällig. Weiterer Vorteil: Vorhandene Kfz-Werkstattkonzepte werden ebenfalls geduldet und haben keinerlei Einfluss auf eine Partnerschaft mit der Reifen1Plus. „Das Schöne an Reifen1Plus ist, dass man seine Eigenständigkeit behält“, sagt Ermler. „Ich bereue es keine Minute, zu Reifen1Plus gewechselt zu haben.“ Alexander Junk ■ Bei Reifen1Plus kann Dietmar Ermler auch Kompletträder bestellen. �������������������� ������������������� Service.Vertrauen.Leidenschaft. ��������������������������� ������������������������ ����� �������������� ����������������������� ����������������������������������� ��������������������� �������������������������������� ������������������ ������������������ ��������������������������� ��������������������� ����������������������������� ��������������������� ������������������������������� �����������������������

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HANDEL SUV-REIFEN Bergsteigen mit Stöckelschuhen Der SUV-Markt boomt – und mit ihm das entsprechende Reifensegment. Der Trend geht eindeutig in Richtung Straßenprofile. Geländeeignung ist kaum gefragt, immer größere Räder dagegen schon. ie SUV-Welle rollt weiter und rettet so manchem Hersteller die Verkaufsstatistik. Die bringen immer mehr kleine und kompakte SUV heraus, die anscheinend genau den Nerv vieler Autofahrer treffen. Mit einer Steigerung von 17,3 Prozent bei den Neuzulassungen im Januar 2018 im Vergleich zum Vorjahresmonat weist das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) für das Segment der SUV das zweitstärkste Wachstum nach der Kompaktklasse in der Zulassungsstatistik KURZFASSUNG Der Markt für SUV boomt. Dabei kommen die Geländewagen hauptsächlich im Stadtverkehr zum Einsatz und benötigen deshalb auch Straßenprofile. Die Reifen müssen dennoch widerstandsfähiger als bei normalen Pkw sein. RÄDER & REIFEN 01/2018 Selbst waschechte Offroader wie die G-Klasse von Mercedes werden selten im Gelände verwendet. Innere Werte So vielfältig das Fahrzeugangebot im SUV-Bereich mittlerweile ist, so differenziert sind auch die Anforderungen an die passenden Reifen. Generell spielen Straßenprofile die größte Rolle im SUV- Markt. Auch wenn sich manche SUV- Reifen äußerlich nicht von ihren Pkw- Brüdern unterscheiden, sind sie doch auf die speziellen Eigenschaften eines Geländewagens optimiert. So sind sie in Aufbau und Gummimischung zunächst auf die höheren Fahrzeuggewichte hin ausgelegt. Wesentlich mehr Einfluss auf den Reifen als das Fahrzeuggewicht hat jedoch der hohe Schwerpunkt der SUV, der insbesondere in Kurven und beim Bremsen zum Tragen kommt. Vor allem in Kurven wirkt die dynamische Radlastverschiebung auf die Außenschultern, weil sich die Fahrzeuge darüber mehr abstützen als bei einem Pkw mit niedrigerem Schwerpunkt. Zusätzlich wirken sich die großen Federwege aus, die vor allem an der Vorderachse eine permanente Spuränderung bewirken. Diese physikalischen Gesetze gelten für große und kleine SUV gleichermaßen. In der Folge nutzen sich vor allem die Vorderreifen im Bereich der Außenschulter schneller ab, als man es von Pkw-Reifen kennt. Diese Besonderheiten werden bei der Konstruktion von SUV-Reifen insbesondere für die Erstausrüstung berücksichtigt. Verstärkte Kernreiter, stärkere Garne oder doppelte Lagen im Karkass- Aufbau und ebenso verstärkte Seitenwände sollen dem vorzeitigen Verschleiß vorbeugen. Gleichzeitig kommen wideraus. Als SUV sieht das KBA dabei Modelle wie den Audi Q2, BMW X1 und X2, Ford Edge und Kuga, Hyundai Kona, Kia Stonic, Mercedes GLA und GLK, Opel Crossland und Grandland, Seat Arona oder Skoda Karoq. Also überwiegend Mittelklasse-Modelle, die in vielen Fällen auch als reine Fronttriebler zu haben sind. Deren Käufer schätzen vor allem den bequemen Einstieg und die Übersicht, Geländeeigenschaften interessieren dagegen kaum. Dies gilt auch für die meisten der beim KBA als Geländewagen geführten Modelle mit Allradantrieb, wie die Q3- bis Q7-Modelle von Audi oder X3- bis X6-Modelle bei BMW, aber auch die komplette Jeep- oder Range Rover-Palette oder die gerade erneuerte G-Klasse von Mercedes. Dieses Segment stieg im Januar 2018 um 9,9 Prozent zum Vorjahresmo- Foto: Mercedes-Benz, Continental nat. Analog dazu sieht auch der BRV das Segment der SUV-Reifen als das mit den größten Wachstumsraten, vor allem in Richtung UHP-Segment mit einem Trend zu größeren Durchmessern. autoservicepraxis.de | autohaus.de

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Bei SUV stehen Reifen mit Straßenprofil im Vordergrund. ist jetzt zertifiziert von standsfähigere Gummimischungen zum Einsatz, die auch einen gelegentlichen Geländeeinsatz überstehen. Nur für die Straße Noch extremere Anforderungen stellen leistungsstarke SUV vom Schlage eines Porsche Cayenne, BMW X5/X6 oder Lamborghini Urus an die Reifen. Hohes Gewicht, hohes Drehmoment und hohe Geschwindigkeiten belasten die Reifen bis ans Limit. Viele Reifenhersteller haben deshalb ihre UHP-Produkte aus dem Pkw-Bereich in Dimensionen und Traglast den Anforderungen der leistungsstarken SUV angepasst. Geländetauglichkeit rückt immer weiter in den Hintergrund, dafür werden die „Hochsitze“ gerne mal tiefergelegt und mit über 20 Zoll großen Rädern bestückt. Selbst das deutsche Urgestein der Kraxler, das Mercedes G-Modell, wird als AMG-Modell mit 23-Zoll-UHP-Bereifung zum Straßendienst verdonnert. Das ist zwar so sinnvoll wie eine Bergwandertour in Stöckelschuhen, sieht aber gut aus. Dieter Väthröder ■ Snap-In starrer Winkel Clamp-In starrer Winkel MONTAGE-TIPPS FÜR UHP-REIFEN ■ Das Equipment für Montage/Demontage muss für entsprechende Rädergrößen geeignet sein. ■ Die Reifen sollten auf Montagetemperatur gebracht werden, also mindestens 15 Grad Celsius. Ideal sind 23 Grad Celsius. ■ Felgenbett und Reifenwulst sollten großzügig mit Montagepaste bestrichen werden. ■ Auf trockene und ölfreie Luftfüllung achten (Wasser- und Ölabscheider sollten in der Druckluftanlage vorhanden sein). ■ Bei Montage und Demontage muss besonders sorgfältig gearbeitet werden, um Reifenschäden zu vermeiden. Die genauen Richtlinien wurden vom Wirtschaftsverband der Kautschukindustrie (wdk) gemeinsam mit Reifen- und Fahrzeugherstellern sowie Fachinstituten erstellt und können auf der Webseite www.wdk.de in der Rubrik „Download“ nachgelesen werden. autoservicepraxis.de | autohaus.de Clamp-In variabler Winkel www.SchraderSensors.com

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HANDEL DIGITALISIERUNG Der interaktive Reifen Auf das vernetzte Auto folgt der vernetzte Reifen. Digitale Plattformen wie das Conesso-System von Pirelli sorgen für mehr Sicherheit, senken die Kosten und fördern die Kundenbeziehungen. Conesso überwacht Temperatur, Fülldruck und Belastung. Fotos: Pirelli, Goodyear Dunlop er Reifen als einzige Verbindung zwischen Fahrzeug und Straße ist eines der wichtigsten Bauteile am Auto. Trotzdem wird er nach wie vor von den meisten Autofahrern stiefmütterlich behandelt. Zwar hat sich mit Einführung der Reifendruckkontrollsysteme die Luftdruckproblematik entschärft, doch kann ein Reifen weit mehr Informationen liefern. Ausgerüstet mit einem eingebetteten Sensor und verbunden mit einer IT­Plattform bietet er nicht nur dem Fahrer Zustandsinformationen in Echtzeit, sondern kann diese auch an den Reifendienst oder Flottenmanager übermitteln. KURZFASSUNG Mit intelligenten und vernetzten Reifen können Informationen wie etwa zum Luftdruck und Zustand der Pneus direkt an eine Zentrale geschickt werden. Das ermöglicht Flottenkunden ein vorausschauendes Reifen-Management. RÄDER & REIFEN 01/2018 Pirelli stellte im letzten Jahr mit Conesso ein solches IT­System vor, das nach der Testphase in den USA jetzt im europäischen Markt eingeführt wird. Die neue digitale Plattform des Reifenherstellers informiert und unterstützt Autofahrer mit einer Fülle wichtiger Reifen­Informationen und individuell festlegbarer Dienstleistungen. Conesso besteht aus einem Sensor, der in die Reifenwand eingebettet ist, der Pirelli Cloud sowie einer Smartphone­App. Derzeit ist Conesso für die Produktfamilien P Zero und Winter Sottozero ab einer Größe von 17 Zoll auf dem Ersatzmarkt vorgesehen. Eine Lösung für die Erstausrüstung mit weiteren Funktionalitäten ist derzeit in Entwicklung. Reifen kommuniziert Jeder der Sensoren ermittelt kontinuierlich relevante Eigenschaften des Reifens wie Temperatur, Fülldruck und die statische Belastung, auch dann, wenn das Fahrzeug geparkt ist. Zudem erfasst er die Zahl der zurückgelegten Kilometer und errechnet den Reifenabrieb. Die Daten sendet der Sensor an eine zentrale Steuereinheit sowie an die Pirelli Cloud. Dort werden die Informationen verarbeitet und daraufhin an die Pirelli App auf dem Smartphone des Autofahrers übermittelt. Das System warnt bei Druckverlusten oder Erreichen der Verschleißgrenze, kontaktiert auf Wunsch den nächstgelegenen Reifendienst und vereinbart online einen Termin. Autofahrer, die Conesso nutzen, können sich außerdem innerhalb der Community austauschen, etwa über Erfahrungen mit einzelnen Reifendiensten. Das System kann sich künftig mit anderen Apps verbinden, etwa für Landkarten oder Dienstleistungen, um deren Inhalte zu nutzen. In einer Folgeversion wird das System die geschätzte Restlaufzeit des Reifens in Kilometern angeben und beim Aufpumpen des Reifens als zu­ autoservicepraxis.de | autohaus.de

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sätzliches Druckmessgerät fungieren. Das ermöglicht ein schnelles und genaues Ablesen des Fülldrucks, ohne dass die Reifen sich abkühlen müssen. Außerdem soll Conesso künftig in der Lage sein, einen nahenden Druckabfall zu erkennen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. So kann durch Übermittlung des Standorts ein Reifenwechsel an der aktuellen Park­Position durchgeführt werden. Das ermöglicht Flottenbetreibern und Car­Sharing­Dienstleistern ein vorausschauendes Reifen­Management. Angeschlossene Werkstätten und Reifenhändler können laut Pirelli so ihren Service verbessern, neue Dienstleistungen anbieten, besser vorausplanen und nicht zuletzt die Kundenbeziehungen festigen. Conesso wird künftig einen Druckabfall im Reifen erkennen und ent - sprechende Maßnahmen einleiten. Fuhrparkkontrolle Auch Goodyear präsentierte einen Prototyp eines intelligenten Reifens. Das System ist speziell auf die Kommunikation zwischen Reifen und Flottenmanagern konzipiert. „Informationen zur Reifen­Performance und zur Abnutzung werden in Realzeit dem Flottenbetreiber angezeigt und signalisieren, wann ein Reifen gewartet werden muss. Nur so kann seine Laufleistung voll ausgeschöpft werden, der Pneu maximal kraftstoffeffizient rollen und seine Performance bestmöglich auf die Straße gebracht werden“, so David Anckaert, General Director Entwicklung bei Goodyear Deutschland. „Diese Form der proaktiven Wartung macht es Flottenbetreibern möglich, reifenbezogene Unregelmäßigkeiten und mögliche Servicefälle präzise zu identifizieren und zu beheben, bevor es zu einer Reifenpanne kommt“, so Anckaert weiter. Speziell für den Einsatz in Lkw­ und Busflotten ist das Tirematics­System von Bridgestone ausgerichtet. Auch hier werden wichtige Reifendaten der Flottenfahrzeuge in Echtzeit an den Betreiber übermittelt. „Tirematics von Bridgestone ist autoservicepraxis.de | autohaus.de eine praktische, kosteneffiziente Lösung für Flottenbetreiber. Die Software hat positive Auswirkungen auf die Reifenperformance, den Kraftstoffverbrauch und die Pannenstatistik“, erklärt Neil Purves, Senior Manager Solution Business Systems von Bridgestone Europe. So berichten laut Bridgestone einige Lkw­Flotten von 75 Prozent weniger Reifenpannen seit Einführung des Systems sowie einer Kraftstoffeinsparung von 0,5 Prozent durch ständige Sicherstellung des optimalen Luftdrucks. Michelin unterstützt mit der Funktechnik RFID ebenfalls Nutzfahrzeug­Flotten. In Europa gehen laut Michelin etwa ein Drittel aller Lkw­Pannen auf Reifenschäden zurück. In 90 Prozent dieser Fälle ist die Ursache ein falscher Reifenfülldruck. Wenn im Fuhrpark sofort auf die Meldung des RFID­Chips reagiert wird und der Luftdruck regelmäßig korrekt angepasst wird, reduzieren sich unvorhergesehene Standzeiten, der Reifen Der intelligente Reifen von Goodyear erkennt, wann die Wartung fällig ist. hält länger und der Kraftstoffverbrauch wird optimiert. In Verbindung mit der digitalen Wartungslösung „iManage“ können außerdem alle Reifendaten in einem elektronischen Wartungsheft gesammelt und ausgewertet werden. Die Datenanalyse ermittelt laut Michelin frühzeitig notwendige Wartungsmaßnahmen, was Reifenpannen vermeidet und Standzeiten so kurz wie möglich hält. Dieter Väthröder ■

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HANDEL REIFENTECHNIK Eine Frage von Millimetern Ein Reifentest und zwei Interviews versetzten Ende letzten Jahres die Reifenbranche in Aufregung. Es geht um Leistung über die Produktlebensdauer, Profilgrenzen und einen Hersteller im Clinch mit dem Rest der Branche. ber viele Jahre war sich die Reifenindustrie einig: Sommerreifen sollten ab einer Profiltiefe von drei Millimetern, Winterreifen schon ab vier Millimetern im Sinne der Sicherheit durch neue Reifen ersetzt werden. Letzteres ist in Österreich sogar gesetzlich verankert. Eindeutig auch die Empfehlungen zum Reifentyp: Sommerreifen im Sommer, Winterreifen im Winter. Ganzjahresreifen nur, wenn es die Region und das Nutzungsprofil zulassen. Damit konnte die Branche bislang gut leben. Erste dunkle Wolken zogen auf, als immer mehr Her- KURZFASSUNG Sind Reifen mit geringer Profiltiefe genauso gut wie Neureifen? Obwohl das ein Reifenhersteller behauptet, hat die Performance des Reifens auch viel mit dem Alter zu tun. Ohne Profil steigt zudem die Anfälligkeit für Aquaplaning. RÄDER & REIFEN 01/2018 steller Ganzjahresreifen auf den Markt brachten und sich selbst hartnäckige Verfechter der klaren Trennung von Sommerund Winterreifen dem Druck eines wachsenden Marktsegments beugen mussten. Schließlich bangte die Branche um Umsätze aus Verkäufen und Einlagerungserlösen. Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV) rechnete vor, dass der Umstieg auf Ganzjahresreifen kostenseitig eher Nachteile für den Verbraucher bringt. Also doch Ganzjahresreifen Auch Michelin sprang auf den „All Season“-Zug auf, vermied aber stets den Begriff „Ganzjahresreifen“, sondern betitelte seinen Cross Climate immer als Sommerreifen mit Wintereigenschaften. Bis der oberste Michelin-Chef Jean-Dominique Senard in einem Interview in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung äußerte, dass in den meisten Regionen Deutschlands Ganzjahresreifen völlig ausreichten. Bereits zuvor hatte sich Jürgen John, Direktor Michelin Deutschland, in einem Focus-Interview weit aus dem Fenster gelehnt: „Es ist nicht statistisch belegbar, dass ein Reifen mit vier Millimetern Profiltiefe besser ist als einer mit 1,6 Millimetern. Moderne Reifen können problemlos bis zur gesetzlichen Mindestprofiltiefe genutzt werden.“ Als im November die AutoBild einen Reifentest mit Ganzjahresreifen veröffentlichte, der die Leistungen im Neuzustand, bei vier und bei zwei Millimetern Profiltiefe im Trockenen, auf Nässe und im Schnee untersuchte und dabei der Michelin Cross Climate die Konkurrenz vor allem mit wenig Restprofil nahezu deklassierte, zogen die Franzosen den Unmut der ganzen Branche auf sich. Auch weil man indirekt der Konkurrenz eine ab- Fotos: Adobe Stock/fotohansel, Continental, Sumitomo autoservicepraxis.de | autohaus.de

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„DAS REIFENALTER HAT EINEN ERHEBLICHEN EINFLUSS“ Sind Reifen mit wenig Profil sicher? Bernd Löwenhaupt, Geschäftsführer der Sumitomo Rubber Europe, hat es uns erklärt. asp: Welche Faktoren beeinflussen die Reifen-Leistungsfähigkeit? B. Löwenhaupt: Der Alterungsprozess hat erheblichen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit eines Reifens. In früheren Tests hat sich außerdem eindeutig gezeigt, dass bei geringer Profiltiefe die Aquaplaning-Reserven deutlich nachlassen. Bei einer nassen Fahrbahn ohne Aquaplaning-Effekte beeinflusst der Alterungsprozess eines Reifens und dessen Auswirkungen das Fahrverhalten deutlich. Für das Nassverhalten ist die Alterung und damit verbundene Aushärtung ganz entscheidend. Wenn man einen Reifen abschleift, hat das nicht viel damit zu tun, wie er sich beim Fahren abnutzt. Dies ist auch abhängig von Fahrzeug und Antrieb. asp: Was wirkt sich auf die Haftung mehr aus, Alter oder Profiltiefe? B. Löwenhaupt: Wenn man nur den Nassgrip berücksichtigt, wie es zum Beispiel für den Labelwert ausschlaggebend ist, also nasse Fahrbahn, kein Aquaplaning, ist überwiegend die Mischung ausschlaggebend und hier ist der Alterungsprozess das wesentliche Element. Profiltiefe hat bei nassen Straßen, auf denen kein Wasser steht, nur geringen Einfluss. Das Profil ist nur dazu da, Wasser, das auf der Straße steht, zu verdrängen. sichtlich geplante Verringerung der Produktlebensdauer unterstellte. Viele sprachen von einer aggressiven Vermarktungsstrategie sowie teilweisen Ungereimtheiten beim Reifentest. autoservicepraxis.de | autohaus.de Alter nicht zu vernachlässigen So wurden alle Reifen, um die unterschiedlichen Profiltiefen testen zu können, auf einer Maschine abgeraut und anschließend zur Regeneration 1.000 Kilometer auf der Straße gefahren. Ein durchaus übliches Verfahren, das allerdings einen wichtigen Punkt vernachlässigt: Neben der Profiltiefe hat auch das Reifenalter entscheidenden Einfluss auf die Leistungsfähigkeit eines Reifens, insbesondere bei Nässe und Schnee (siehe Interview Kasten). Im Laufe eines Reifenlebens härtet dieser zum einen durch Entweichen von Ölen und Weichmachern, zum anderen durch Umwelteinflüsse wie UV-Strahlung aus, verliert dadurch seine Geschmeidigkeit und die Fähigkeit zur Mikro-Verzahnung mit der Oberfläche. Mit abnehmender Profiltiefe steigt die Aquaplaning-Gefahr. Quelle: Continental asp: Wie groß ist der Unterschied zwischen einem neuen und einem älteren Reifen, wenn beide volles Profil haben? B. Löwenhaupt: In Bezug auf das Nassverhalten wird der alte Reifen schlechter sein, aufgrund diffundierter Öle und Weichmacher. Bei den Schneeeigenschaften kommen zwei Kriterien dazu: zum einen hängt der Schneegrip auch mit der Weichheit der Mischung zusammen und wird bei älteren Reifen somit schlechter sein, da aber die Profiltiefe und die Lamellen noch erhalten sind, ist die Verzahnung mit dem Schnee für die Traktion noch gegeben. Das heißt, bei den Nässeeigenschaften wird der Bernd Löwenhaupt, Sumitomo Rubber Europe ältere Reifen schlechter als bei den Schneeeigenschaften, weil hier das Profil noch mitwirkt. Im Aquaplaning gewinnt er jedoch eher, weil die Mischung härter ist und sich dadurch die Profilrillen weniger verschließen, weil der Block steifer geworden ist. Die Aquaplaning-Sicherheit ist bei Reifen an der Profilgrenze nicht mehr gegeben, es kann nicht mehr so viel Wasser aufgenommen und abgeleitet werden. Daneben zeigte der Reifentest, dass auch der Testsieger von Michelin beim Aquaplaning-Test mit zwei Millimetern Restprofil wie alle anderen die Segel streichen musste. Dieter Väthröder ■ Die RDKS-Experten. Gut beraten. Einfach bestellt. artikelstärkstes Sortiment mit allen gängigen Marken passende Sensoren über Schlüsselnr. einfach finden beste Preise und frachtfreie Lieferung bereits ab 4 Stück Service-Kits, Ventile, Diagnosegeräte, Software-Updates hilfreiche Montageanleitungen und Produktvideos markenunabhängige Beratung durch unsere RDKS- Experten: rdks@tyresystem.de | 07122 / 825 93 -78 RDKS-Schulungen 07122 / 825 93 -40 RSU GmbH · vertrieb@tyresystem.de Hier kaufen Profis! Das Reifen- & Felgenportal für Händler und Kfz-Betriebe!

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HANDEL ONLINE REIFENHANDEL Neue Struktur bei Tyre24 Die Reifenplattform Tyre24 ist künftig Teil der Branchenplattform Alzura. Mit der neuen Einkaufsplattform für B2B-Kunden will die Saitow AG das Erfolgsrezept aus der Reifenbranche auf andere Bereiche übertragen. Foto: Saitow AG, Fotolia/nmedia; Montage: Diane Laudien ine deutliche Veränderung gibt es bei der B2B-Plattform Tyre24. Der Online-Marktplatz für Reifen, Felgen, Werkstattzubehör und Verschleißteile ist fortan unter dem Namen Tyre24. alzura.com Teil der neugeschaffenen B2B-Plattform Alzura.com. Alzura.com vereint mehrere Branchen unter einem Label. Tyre24.alzura.com deckt dabei die Branche „Reifen, Felgen und Verschleißteile“ ab. Unter carwash.alzura werden zudem Lösungen für Waschstraßen bei der Autowäsche angeboten. Weitere Branchen sollen laut Saitow AG folgen, beispielsweise cars.alzura (Neu- & Gebrauchtwagen, Leasingangebote, etc.), gastro.alzura (Gastronomie-Artikel), office.alzura (Büro-Artikel), tools.alzura (Handwerker-Bedarf), beauty.alzura (Friseur & Kosmetik-Bedarf und flowers.alzura (Blumen-Bedarf) werden folgen. Bei allen Branchen wird Alzura.com nie selbst als Verkäufer tätig werden, sondern in der Vermittlerrolle bleiben. Für alle Branchen wird es weiterhin eine eigene Produktda- tenbank geben, die Produkte werden dabei von den Verkäufern selbst angelegt und gepflegt. Zudem werden alle Produkte fotografiert und bei Bedarf in 3D visualisiert. DIE PLATTFORM ALZURA Die B2B-Plattform für Reifen, Felgen, Werkstattzubehör und Verschleißteile, Tyre24, ist fortan unter dem Namen Tyre24.alzura. com in die neugeschaffene branchenspezifische B2B-Plattform Alzura.com integriert. Mit der Plattform Alzura.com hat Saitow eine B2B-Plattform geschaffen, unter der verschiedene Branchen unter einem Label eingegliedert sind. Tyre24.alzura.com deckt dabei die Branche „Reifen, Felgen und Verschleißteile“ ab. Die Idee hinter Alzura lässt sich mit einem Einkaufszentrum vergleichen, in dem es mehrere Shops für verschiedene Branchen gibt. Das Geschäftsmodell ähnelt Amazon Business. Als Vergleich zur Größenordnung: Im Jahr 2015 erzielte der Tyre24-Marktplatz alleine in Deutschland mit insgesamt 4 Produktgruppen etwa 10 Prozent des Außenumsatzes (eine Milliarde Euro) des Amazon-B2C-Marktplatzes in Deutschland, der zu diesem Zeitpunkt mit etwa 100 Produktgruppen am deutschen Markt vertreten war. Das Design ist jetzt noch klarer Im Zuge der Weiterentwicklung wurde auch das Design von Tyre24 angepasst. Insbesondere die Startseite glänzt jetzt in einem neuen Look. Die Seite wurde optisch noch ansprechender und moderner gestaltet und das neue Logo integriert. Angepasst wurden auch die Filter-Icons auf der Reifendetailseite. Der Händler erkennt anhand der Icons nun noch deutli- RÄDER & REIFEN 01/2018 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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cher, welche Leistungen sich dahinter verbergen und der Lieferant anbietet. An der Funktionalität selbst wurde nichts verändert, alle bestehenden Funktionen bleiben weiterhin vorhanden. Premium-Account bringt Vorteile Verändert wurde im Zuge der Umstellung auch die Preisstruktur der Reifenplattform (siehe Interview). Der bisherige Vollzugang für 22 Euro (netto) wurde durch den neuen Basic-Account ersetzt. Zusätzlich können sich Kunden für den Premium- Account entscheiden, der für 59 Euro (netto) im Monat noch zusätzliche Leistungen bietet, beispielsweise den Käuferschutz, die Multi-User-Lizenz oder deutlich geringere Auftragsprovisionen bei den Portalen bei Reifen-vor-Ort und bei Autoreparaturen.de. Dietmar Winkler ■ DIE WICHTIGSTEN ÄNDERUNGEN BEI TYRE24 asp: Mit der Einführung von Alzura ändert sich auch die Preisstruktur für Tyre24-Kunden. Was ändert sich konkret? M. Saitow: Preise und Accounts werden übersichtlicher gestaffelt. Neben dem kostenlosen Test-Account stehen den Kunden ab sofort ein Basic- und ein Premium-Account zur Verfügung. Der bisherige Vollzugang für 22 Euro (netto) wird dabei durch den neuen Basic-Account ersetzt. Im Account sind die bekannten Funktionen von Tyre24, wie direkte Bestell möglichkeit bei mehr als 2.000 Lieferanten, 3D-Konfigurator, SameDay- und Expresslieferung und der Beratungsmodus enthalten. Zudem werden den Händlern jeweils die Live-Bestände bei den Lieferanten angezeigt. Außerdem ist künftig im Basic-Account die Profillistung bei Reifen-vor-Ort schon dabei – das war vorher eine kostenpflichtige Zusatzleistung. Die Provisionskosten für Reifen-vor-Ort, Autoreparaturen.de und alle anderen Partnerseiten liegen künftig fix bei 5,9 Prozent. asp: Was bekommen die Premium-Kunden? M. Saitow: Für 59 Euro netto monatlich erhält der Händler zusätzlich zu den Leistungen des Basic-Accounts weitere Vorteile. Mit dabei ist eine Multi-User-Lizenz, so dass mehrere Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz den Account nutzen können. Außerdem bekommen die Händler durch einen Käuferschutz ihr Geld zurückerstattet, wenn ein Artikel nicht eintrifft oder nicht wie beschrieben ist. Auch bei den Provisionskosten haben die Premium-Kunden einen Vorteil: Die Auftragsprovision bei erfolgreicher Auftragsvermittlung beträgt nur 2,9 Prozent bei Reifen-vor-Ort und bei Autoreparaturen.de. asp: Wie funktioniert der Käuferschutz genau? M. Saitow: Wenn ein Händler beispielsweise einen bestimmten Reifentyp bestellt hat und es kommt dann versehentlich eine andere Version oder der Artikel wird nicht geliefert, dann bekommt er sein Geld sehr schnell zurückerstattet. Das geht jetzt schneller und einfacher. Der Händler kann es ab sofort einfach direkt melden, zuvor musste er sich mit seinem Großhändler auseinandersetzen. Der Vorgang läuft jetzt direkt über die Saitow AG und eine Stornierung entfällt dadurch. asp: Was hat es mit der Bestpreisgarantie auf sich? M. Saitow: Wenn der Händler das gleiche Produkt auf einem anderen Marktplatz günstiger sieht und trotzdem bei uns bestellt, bekommt er den Differenzbetrag erstattet. Die Bestpreisgarantie ist für uns ein gutes Mittel, um sicherzustellen, dass ein Lieferant uns und damit auch unsere Kunden nicht benachteiligt. asp: Was unterscheidet Alzura von Amazon? M. Saitow: Wir haben ausschließlich Geschäftskunden im Blick, Alzura ist eine reine B2B-Plattform. Wir wollen das Plattform-Prinzip von Tyre24 auf weitere Branchen ausbauen, in denen wir entsprechendes Potenzial sehen. Immerhin haben wir 16 Jahre Erfahrung mit B2B-Plattformen gesammelt. Weitere Branchen werden sukzessive dazukommen, zunächst weitere Bereiche im Automotive-Bereich wie Gebrauchtwagenhandel, Autowäsche oder Leasingangebote. Im Prinzip ist Alzura eine Shopping-Mall mit vielen Shops für unterschiedliche Branchen. Für alle Branchen gilt aber unser Prinzip, nur als Vermittler aufzutreten und nicht selbst als Verkäufer. Somit sind wir auch keine direkte Konkurrenz zum Handel. Zudem können auf Alzura nur registrierte und bezahlende Abo-Geschäftskunden teilnehmen. Somit fallen die Transaktionskosten für die Lieferanten/ Großhändler extrem niedrig aus und machen die Plattform für den Verkauf von Waren im Vergleich zu Wettbewerbern hochgradig attraktiv. autoservicepraxis.de | autohaus.de Michael Saitow, CEO der Saitow AG DRESDEN ������������������������ ������������������������������������������ 5 ABE ��������������Š����������������� ����������������������� ��������������������� ����������������������������

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SERVICE FELGENREPARATUR Pulvern statt Lackieren Ist die Lackschicht der Felge durch unsanften Bordsteinkontakt verkratzt, wird oft nachlackiert oder galvanisch veredelt. Pulverbeschichten ist hier jedoch die kostengünstigere und beständigere Reparaturmethode. ede Oberflächenbeschichtung – und nichts anderes ist Lack oder eine galvanische Beschichtung – erfüllt zwei Aufgaben. Sie schützt vor Korrosion und erzeugt eine optisch ansprechende Oberfläche. Außerdem soll sie möglichst lange halten. „Hier beginnen meist die Probleme − besonders bei Felgen“, weiß Josip Barbir, Geschäftsführer und -inhaber der Firma Barbir Pulverbeschichtungen in Geretsried, südlich von München. „Da sie dynamisch hoch beansprucht sind, können sie bereits nach wenigen Monaten sehr alt aussehen.“ Der teuer und mühsam aufgebrachte Lack zeigt dann durch Steinschlag, Reibbeanspruchung, häufiges Waschen oder Witterung sehr schnell Beschädigungen. Sind kleine Abplatzer vorhanden, beginnt auch meist das offen liegende Metall zu korrodieren. Matte und glänzende Oberflächen Galvanische Beschichtungen hingegen sind dauerhafter und halten meist viele Jahre. Doch sie haben einen entscheidenden Nachteil: Mechanisch belastete Teile wie Felgen dürfen oft nicht galvanisch behandelt werden, weil durch Polieren und durch die galvanische Schicht ein verändertes Zug- und Bruchverhalten gegenüber der unbehandelten Felge entstehen kann. Der Materialexperte spricht hier von einer Gefügeveränderung. Die meisten Prüforganisationen lehnen daher galvanisch überarbeitete Komponenten im Fahrwerks- oder Bremsenbereich kategorisch ab und verweigern die Zulassung beziehungsweise die HU. Eine gute Alternative ist jedoch Pulverbeschichten. Obwohl diese Methode seit Jahren erfolgreich in der Industrie angewendet wird, stößt sie oftmals bei Fahrzeug-Besitzern auf Widerstand. „Grund ist das vermeintlich kunststoff- bzw. plastikartige Finish der Oberflächen und die zu geringe Farbauswahl“, erklärt Barbir. „Das stimmt jedoch nicht, denn das Fi- RÄDER & REIFEN 01/2018 Josip Barbir hat über 20 Jahre Erfahrung mit Pulverbeschichtungen. Selbst große Automobilhersteller lassen bei ihm beschichten. autoservicepraxis.de | autohaus.de Foto: Marcel Schoch

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PULVERBESCHICHTUNG – SO GEHT’S Unsanfter Bordsteinkontakt hat diese Felgen stark in Mitleidenschaft gezogen. Im ersten Arbeitsschritt wird schwarzes Farbpulver auf die Felge aufgebracht. nish der Beschichtung gleicht einer sehr guten Lackierung“, so Barbir. Dabei sind sowohl matte wie glänzende Oberflächen möglich. Auch bieten die Hersteller der Pulverlacke heute die gesamte Palette der RAL-Farbtöne an. Selbst Lackeffekte wie Hammerschlag und Metallic bei fein oder grob strukturierten Oberflächen sind möglich. Einzig Zwischen-Farbtöne können derzeit mit Pulverlacken nicht selbst umgesetzt werden, da die Farbpulver nicht mischbar sind. Wer aber einen bestimmten Farbton braucht, hat die Möglichkeit, beim Pulverlackhersteller sich den gewünschten Farbton mischen zu lassen. Sorgfältige Vorbereitung Wie beim Lackieren muss auch das Pulverbeschichten sorgfältig vorbereitet werden. „Egal ob Felge oder anderes Bauteil, der alte Lack bzw. Beschichtungen und Rost müssen restlos runter“, erklärt Barbir. Dies geschieht durch Abbeizen, Sandstrahlen oder Phosphatieren. Vor allem Phosphatieren hat sich bei Stahlfelgen bewährt, da es eine rund sieben bis 15 Mikrometer dünne Metallphosphatschicht Kratzer bis zu einem Millimeter Tiefe können aus der Felge herausgeschliffen werden. Anschließend kommt die Felge für 20 Minuten bei 200 Grad Celsius in den Ofen. auf dem Grundwerkstoff bildet, die ein Unterrosten zuverlässig verhindert und zudem ein idealer Untergrund für die Pulverbeschichtung ist. Alufelgen werden hingegen sandgestrahlt, gründlich gereinigt, entfettet und dann mit einer oder mehreren Farbpulverbeschichtungen behandelt. Gewindebohrungen, Passungen und Masseanschlüsse müssen vor der Beschichtung zudem sehr sorgfältig verschlossen oder abgeklebt werden, da die Kunststoffschicht hinterher nur unter hohem mechanischen Aufwand entfernt werden kann. Damit das Farbpulver beim Pulverlackieren haften bleibt, wird das Werkstück in einen speziellen Pulverlackierstand mit Absaugung aufgehängt und elektrisch geerdet. In der Druckluft-Pulversprühpistole hingegen wird das Pulver elektrostatisch geladen. Aufgrund des elektrischen Feldes werden die positiv geladenen Pulverteilchen vom negativ geladenen Werkstück angezogen und bleiben daran gleichmäßig haften. Überschüssiges Farbpulver („Overspray“) wird im Lackierstand abgesaugt. Bei nicht leitfähigen Werkstücken Kontaktflächen und Schraubenlöcher müssen vor dem Pulvern abgeklebt werden. Sobald die Felgen abgekühlt sind, können die Reifen aufgezogen werden. kann die elektrische Leitfähigkeit mit speziellem Primer, der als elektrostatischer Haftvermittler für den Pulverlack dient, hergestellt werden. „Die fertig gepulverte Felge beziehungsweise das Werkstück hänge ich in eine Einbrennkammer“, erklärt Barbir. „Bei Temperaturen zwischen 150 bis 200 Grad Celsius vernetzt sich dort das Pulver und bildet nach rund 15 bis 20 Minuten eine glatte Kunststoffschicht aus.“ Nach einer kurzen Abkühlphase sind die beschichteten Felgen ohne weitere Nachbehandlung sofort montagefertig. Gegenüber konventionellen Lackierungen oder galvanischen Methoden verbessert die Pulverbeschichtung merklich die Oberflächeneigenschaften des Werkstücks, ohne dabei eine dickere Schicht als herkömmlicher Lack auszubilden. Die Flächen sind dauerhaft vor Korrosion geschützt (Korrosionsschutz bis zur Korrosionsklasse C5), kratzfest, hoch schlagfest, chemikalienbeständig, witterungsfest und abriebfest. Für Felgen sind sie somit die dauerhafteste und mechanisch belastbarste Oberflächenversiegelung. Marcel Schoch ■ Fotos: Marcel Schoch autoservicepraxis.de | autohaus.de RÄDER & REIFEN 01/2018 29

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SERVICE REIFENEINLAGERUNG Service für den Kunden Reifenservice heißt schon lange nicht mehr nur Radwechsel: Wer in diesem Geschäft konkurrenzfähig sein will, muss zahlreiche Services anbieten. Reifeneinlagerung gehört bei OTS Reifenservice dazu. s ist gar nicht so lange her, da haben viele Autobesitzer den Winterund Sommerreifenwechsel selbst vorgenommen. Spätestens mit Einführung von RDKS wird diese Arbeit aber zunehmend den Profis überlassen. „Der Reifenservicemarkt hat sich in den letzten Jahren stetig entwickelt“, sagt Aleksandar Simic, Geschäftsführer und Inhaber von OTS Reifenservice, einer freien Reifenwerkstatt in München. „Neben der Einführung des RDKS hat dies auch mit der veränderten Wohnsituation der Menschen in Großstädten zu tun. Nur wenige haben noch die Möglichkeit, Reifen selbst zu wechseln und diese dann einzulagern.“ Reichlich Lagerkapazität ist die Voraussetzung für die Reifeneinlagerung. Gute Organisation wichtig Neben Reifenservice und Reifeneinlagerung hat sich das Unternehmen auch noch auf die Fahrzeugaufbereitung und Kfz-Reparatur spezialisiert. Kerngeschäft ist aber der Reifenservice. „Der Reifenservice ist ein sehr anspruchsvolles Geschäft, denn neben hohen Lagerkapazitäten ist vor allem viel Organisation nötig“, so Simic. „Kernwerkzeug dieser Organisation ist eine von mir selbst eingerichtete und spe- KURZFASSUNG Wer heute einen professionellen Reifenservice betreiben will, braucht vor allem große Lagerflächen, um genügend Reifensätze einlagern zu können. Das setzt schon viel Know­how und Organisation voraus, doch zusätzlich müssen auch die Services rund um den Reifenwechsel stimmen. Sie gehen meist Hand in Hand mit der Einlagerung von Winter­ oder Sommerreifen, wie das Beispiel RDKS zeigt. Stimmt die Verzahnung von Reifenservice und Reifeneinlagerung, ist das ein Garant für zufriedene Kunden. Was hier alles zu beachten ist, erklärt Aleksandar Simic vom OTS Reifen service in München. RÄDER & REIFEN 01/2018 ziell auf meine Bedürfnisse zugeschnittene Software, mit der sich übersichtlich und schnell Kunden-, Fahrzeug- und Reifenbeziehungsweise Räderdaten verwalten lassen.“ Jeder Kunde, der bei OTS seine Winter- oder Sommerreifen wechseln und einlagern lässt, bekommt dennoch einen Fotos: Marcel Schoch Einlagerungsschein ausgestellt. „Auf diesem Schein sind alle Eckdaten für den Kunden vermerkt“, sagt Simic. „Neben den Reifen- und Fahrzeugdaten sind dies vor allem auch der genaue Lagerort und die Lagernummer.“ Diesen Schein bringt der Kunde dann wieder zum nächsten Reifenwechsel mit. Doch selbst wenn der autoservicepraxis.de | autohaus.de

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Die Video-Überwachung verrät, was im Reifen-Außenlager gerade geschieht. Kunde den Merkzettel verlieren sollte, ist das kein Problem, da über die Fahrzeugdaten und den Namen des Kunden sofort über die Software ermittelt werden kann, wo genau der Rädersatz eingelagert ist. Für die Einlagerung betreibt OTS Reifenservice in Oberschleißheim im Norden von München ein großes Hochregal- Außenlager. „Unser Reifenlager hat eine Kapazität von 2.200 Reifensätzen“, erklärt Simic. „Es bietet damit genügend Puffer, auch Großaufträge zu verwalten.“ Videoüberwachung im Lager Besonderen Wert legt der erfahrene Geschäftsführer dabei auf die Sicherheit des Lagers. „Wir haben eine Video-Überwachung installiert, die alle Bereiche des Lagers abdeckt“, sagt Simic. Sind keine Mitarbeiter vor Ort, schaltet sie sich durch Bewegungssensoren gesteuert sofort ein, Aleksandar Simic (links) und Geschäftspartner Vedran Milinovic sind ein eingespieltes Team. wenn Unbefugte das Gelände oder die Halle betreten sollten. Gleichzeitig erhält der Geschäftsführer eine SMS-Warnmeldung auf sein Handy und ein Sicherheitsdienst wird benachrichtigt. Damit Reifen und Felgen durch die Einlagerung nicht leiden, werden sie bei OTS Reifenservice vorher immer gründlich gewaschen und getrocknet, damit weder Salz noch Straßenstaub die Reifen oder Felgen angreifen können. Dazu gehört es auch, dass bei jedem Räderwechsel Reifen, Felgen, Fahrwerk und Bremsen des Kundenfahrzeugs auf Beschädigungen und Verschleiß untersucht werden. Werden Schäden festgestellt, wird dem Kunden noch vor Ort ein detailliertes Reparaturangebot gemacht. Reifen müssen mit leicht erhöhtem Luftdruck, möglichst stehend und vor Licht geschützt bei Temperaturen zwischen 16 und 20 Grad eingelagert werden. „Ganz wichtig ist, dass sie alle paar Wochen weitergedreht werden und der Luftdruck geprüft wird, sonst droht ein Standplatten im Regal“, weiß Simic. Zum Service gehört es auch, dass bei OTS die Batteriekapazität der RDKS-Sensoren nach Ende der Einlagerungszeit vor jeder Reifenmontage gemessen wird. „Ist die Kapazität am Ende oder bereits weit abgefallen, wechseln wir den Sensorsatz, bevor die Reifen montiert und die Sensoren angelernt werden“, erklärt Simic. Gerade Gewerbekunden wie Pflegedienste, Fahrschulen oder Taxiunternehmen schätzen den RDKS-Service von OTS bei Reifenwechsel und -einlagerung. Mittlerweile machen sie rund 50 Prozent der Kunden bei den OTS-Gewerbe kunden aus. Marcel Schoch ■ EINLAGERUNGSTIPPS ■ Räder stehend lagern ■ Räder nur gereinigt einlagern ■ Werden Räder liegend gelagert, nie mehr als vier Räder stapeln ■ Luftdruck um ca. 0,5 bar erhöhen ■ Vor direktem Sonnenlicht schützen ■ Nicht in der Nähe von Heizungen lagern ■ Lagerort sollte trocken und nicht wärmer als 16 bis 20 Grad Celsius sein ■ Tragfähigkeit des Reifenregals beachten Sportlich unterwegs – nicht nur auf dem Platz P 85 grey, polished 18–20 Zoll P 84 silber 15–17 Zoll P 79 black shiny 18–19 Zoll Ihr Großhändler für Reifen, Felgen und Kompletträder – www.interpneu.de

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SERVICE INTERVIEW Reparaturkits rechtzeitig ersetzen Thomas Buchner, Geschäftsführer des Werkstattausrüsters Kunzer aus Forstinning, erklärt im Interview, warum sich viele Kfz- Betriebe das Geschäft mit Reifenreparatursets ohne Not entgehen lassen. eifenreparatursets wie der Airman (siehe Kasten rechte Seite) befinden sich heute statt Reserverad in vielen Fahrzeugen. Sei es, weil der Fahrzeughersteller seine Neufahrzeuge damit ausgeliefert oder sich der Auto- KURZFASSUNG Wer konsequent bei der Inspektion, beim Urlaubscheck oder beim Reifenwechsel vorhandene Reifenreparatursets prüft, kann damit zusätzliches Geschäft machen, erklärt Thomas Buchner, Geschäftsführer von Kunzer, im Interview. RÄDER & REIFEN 01/2018 fahrer bewusst für ein solches Reparaturset entschieden hat. In jedem Fall muss das Dichtmittel nach einiger Zeit ersetzt werden. Darin sieht Thomas Buchner, Geschäftsführer der Firma Kunzer, die solche Reparatur-Kits vertreibt, ein mögliches Zusatzgeschäft für Werkstätten. asp: Inwiefern können Werkstätten mit Reifenreparatursets zusätzlichen Umsatz erreichen? T. Buchner: Das Dichtmittel der Reparatursets ist nach vier bis fünf Jahren abgelaufen. Es flockt und dichtet nicht mehr ab. Dann muss es ersetzt werden. Mar- Foto: Valeska Gehrke Thomas Buchner ist überzeugt: für das Reparaturset besteht Bedarf bei Autofahrern. kenbetriebe tauschen das Dichtmittel teilweise auch aus, aber viele Werkstätten vernachlässigen das Thema leider noch. Dabei ist es so einfach: ein Blick in den Kofferraum, und wenn das Dichtmittel abgelaufen ist, dem Kunden eine Nachfüllflasche anbieten. Wenn man das konsequent durchführt, kann man damit durchaus Geschäft machen. Und Werkstätten können das mit gutem Gewissen anbieten. Denn die Entscheidung, dass das System im Auto liegt, hat der Kunde entweder selbst getroffen oder das Set war bereits im Fahrzeug vorhanden. Auf jeden Fall sollte es für den Notfall funktionieren. Schließlich haben Autofahrer im Durchschnitt alle zehn Jahre eine Reifenpanne. asp: Gerade in der Rädersaison ist für solche zusätzlichen Verkaufsaktionen oft keine Zeit … T. Buchner: Der Mechaniker, der die Reifen wechselt, hat dafür vielleicht nicht die Zeit. Aber der Kunde muss warten und in dieser Zeit kann der Servicemitarbeiter ihn darauf ansprechen. Das Thema ist aber nicht nur für Reifenfachbetriebe beim saisonalen Reifenwechsel interessant, auch im Rahmen der Inspektion und vor allem beim Urlaubs check kann das Dichtmittel überprüft werden. Denn ein bisschen Sicherheit will jeder, gerade bei längeren Urlaubsreisen, dabei haben. Übrigens wird auch bei Werkstatt-Tests, zum Beispiel vom ADAC, überprüft, ob Werkstätten das Dichtmittel ersetzen, wenn es abgelaufen ist. asp: In welchen Fällen verspricht ein Pannenreparaturset Hilfe? autoservicepraxis.de | autohaus.de

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SO FUNKTIONIERT DIE ANWENDUNG Mobil trotz Panne Rechtlich ist es weder verpflichtend, ein Reserverad mitzuführen, noch ein Pannenreparaturset. Dennoch statten viele Fahrzeughersteller ihre Neuwägen optional mit einem solchen Set aus. Bei einer Reifenpanne kann mit dem abgedichteten Reifen zumindest bis zur nächsten Werkstatt gefahren werden, allerdings mit reduzierter Geschwindigkeit. Das maximal zulässige Tempo (80 km/h) und die maximale Entfernung sind in der Bedienungsanleitung angegeben. Einfache Anwendung Den Airman von Kunzer gibt es in verschiedenen Varianten für Motorräder, Pkw und Nkw. Die Reifenreparatursets von Kunzer sind in der Regel für Löcher in der Lauffläche mit einem Durchmesser von maximal sechs Millimetern geeignet. Beim Einsteigerset, der Valve-Out-Variante, muss der Anwender den Ventileinsatz herausdrehen, um das Dichtmittel einzufügen. Das Ventil wird anschließend wieder eingesetzt und der Reifen mit einem Kompressor gefüllt. Einfacher ist die Anwendung bei der Valve-In-Variante, darunter der Bestseller „ResQ Tire Repair Kit Valve In“. Hier verbleibt der Ventileinsatz im Ventil. Die Druckflasche ist mit dem Kompressor verbunden, Luft und Dichtmittel werden gleichzeitig eingebracht. Der 12-Volt-Kompressor kann über den Zigarettenanzünder betrieben werden. Der Druck lässt sich auf dem integrierten Druckmanometer ablesen. Das Set ist für kleinere und mittlere Pkw geeignet. Mit den enthaltenen Adaptern lassen sich auch Fahrradreifen, Bälle oder Luftmatratzen aufpumpen. Foto: Kunzer T. Buchner: Das Loch im Reifen darf nicht größer als sechs Millimeter sein und muss sich in der Lauffläche befinden. Diese Einschränkungen muss man einfach machen. Man kann deswegen ein Reserverad bevorzugen, aber in den wenigsten Fahrzeugen ist heute noch eines vorhanden. Und ein Reserverad bedeutet Gewicht und damit Spritverbrauch. Das Reparaturset hingegen ist leichter und bietet die Möglichkeit sich selbst zu helfen. asp: Wie funktioniert die Anwendung? T. Buchner: Wenn man einen Platten hat, ist keine Luft mehr im Reifen. Der Luftdruck wird durch einen Kompressor aufgebaut. Die Dichtmasse des Reparatur-Kits wird dann an der Stelle fest, an der die Strömungsgeschwindigkeit der Luft hoch ist. Die Flüssigkeit verbleibt zwar im Reifen, aber sie ist wasserlöslich. Auch im Zusammenhang mit RDKS-Systemen ist das Dichtmittel unproblematisch. Interview: Valeska Gehrke ■ DOTZ Revvo Farbe: bronze/poliert 7,5 x 17 | 8,0 x 18 | 8,0 x 19 | 8,5 x 19 9,5 x 19 | 8,5 x 20 | 9,5 x 20

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SERVICE REIFENMONTAGE Flexibler wechseln Bei der Reifenmontage sind schnelle Rüstzeiten sowie eine hohe Flexibilität und Arbeitspräzision wichtig. Die Reifenmontiermaschine M72 von ATH-Heinl erfüllt diese Voraussetzungen. oderne Niederquerschnitts-, UHP- und Run-Flat-Reifen wiegen viel, haben einen komplexen Reifenaufbau und sehr steife Gummiflanken, was die Montage erschwert. „Speziell wenn es um die beschädigungsfreie Montage der RDKS-Sensoren geht“, sagt Michael Wehnert, Geschäftsführer und Kfz-Mechaniker-Meister der Sportwagen Wehnert GmbH in München. Reifenmontiermaschinen müssen deshalb sehr flexibel sein – und einfach zu bedienen. „Viele Werkstattbetreiber erkundigen sich daher bei uns nach einfach aufgebauten, schnell rüst baren und variabel einsetzbaren Reifenmontiermaschinen“, sagt Hubert Lumaßegger, verantwortlich für den Vertrieb beim Werkstattausrüster ATH-Heinl und selbst Kfz-Mechani- Fotos: Marcel Schoch ker-Meister. „Wir empfehlen dann die M72-Reifenmontiermaschine mit den Montage-Erweiterungen A34 und A31.“ Langlebig und bedienerfreundlich Die M72 ist speziell für den harten Profieinsatz konzipiert und wird optional mit WdK-Zertifizierung in Deutschland vertrieben. „Bei der Entwicklung der M72 wurde bewusst auf elektronische Komponenten oder Computersteuerungen verzichtet“, erklärt Lumaßegger weiter. „Für uns stand Langlebigkeit und einfache Bedienbarkeit in Vordergrund, ohne dabei Abstriche bei den montierbaren Reifen machen zu müssen.“ Der technische Aufbau der Maschine besteht daher im Wesentlichen aus elektrischen und pneumatischen Elementen. Die Funktionsschal- Hubert Lumaßegger (links) mit Daniel Schafranek (Mitte) und Michael Wehnert (rechts). tungen erfolgen über analoge elektrische Fuß- und Handschalter und pneumatische Ventile. Für den Betrieb genügen daher ein 400-Volt-Anschluss und eine Werkstatt-Pressluftversorgung mit 10 bar. „Die einfache Bedienbarkeit gewährleistet zudem, dass selbst ungeübte Mitarbeiter nach einer dreistündigen Einweisung mit der M72 schon am ersten Tag voll arbeiten können“, so Lumaßegger. Von der einfachen Handhabung der Reifenmontiermaschine sind auch Wehnert und sein auf Reifenmontagen und Fahrwerkstechnik spezialisierter Mitarbeiter Daniel Schafranek nach der Einweisung durch Lumaßegger überzeugt. Um bei der Reifendemontage den luftlosen Reifen von der Felge abzudrücken, ist die M72 mit einem seitlich an der Maschine angebrachten pneumatischen Wulstabdrücker ausgerüstet. Mit ihm lassen sich Reifen zwischen 83 und 350 Millimeter Breite problemlos von der Felge abdrücken. Die Abdrückbreite lässt sich jedoch zur Schonung von Felge und Reifen voreinstellen, so dass auch das Abdrücken von kleinen schlauchlosen Reifen kein KURZFASSUNG Die Anforderungen bei der Reifenmontage nehmen zu. Vor allem die fachgerechte Demontage und Montage aller Arten von Pkw-, Kleintransporter- und Motorradreifen erfordert immer mehr Sorgfalt und Zeit. Nicht zuletzt auch wegen RDKS. Reifenmontiermaschinen müssen daher schnelle Rüstzeiten, hohe Flexibilität und Arbeitspräzision gewährleisten. Die Reifenmontiermaschine M72 von ATH-Heinl erfüllt diese Voraussetzungen. Ein Erfahrungsbericht aus der Praxis. RÄDER & REIFEN 01/2018 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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Problem ist. Zur weiteren Reifendemontage wird das Rad auf den Spannteller gelegt. Nach dem Drücken des Fuß-Spannpedals erfassen vier gummibeschichtete Spannklauen von außen das Felgenhorn und zentrieren es auf dem Spannteller. Dabei wirkt der Spannmechanismus gleichmäßig auf das Rad, bis alle vier Klauen die volle Spannkraft erreicht haben. „Oft ist die Gummiflanke des Reifens so hart, dass sie die Klauen behindern“, sagt Lumaßegger. „Aus diesem Grund kann über den zusätzlichen Montagearm A34 die Felge auf dem Spannteller niedergedrückt werden, so dass die Klauen das Felgenhorn greifen können.“ Die Größe des Spanntellers erlaubt es Felgen mit Außendurchmessern zwischen 9 bis 26 Zoll und einem Innendurchmesser von 11 bis 30 Zoll sicher zu halten. „Optional bietet ATH-Heinl für die M72 noch eine spezielle Erhöhung der Spannklauen für Motorradfelgen mit zwei Bremsscheiben an“, sagt Lumaßegger. RDKS-Beschädigung ausgeschlossen Erst wenn das Rad sicher arretiert ist, kann die Drehbewegung des Montagetellers durch das Bedienpedal ausgelöst werden. Zum Abziehen des Reifens muss anschließend der senkrecht über der liegenden Felge befindliche Demontage-/ Montage-Kopf entsprechend dem Felgendurchmesser oder der Felgenbreite in Position gebracht werden. Die Mechanik des Abdrückschafts ist dabei so ausgelegt, dass nach der Arretierung des Kopfes immer der richtige Abstand zur jeweiligen Felge eingehalten wird. Eine Beschädigung der Felge und des RDKS-Sensors durch das Mit dem Montagearm kann die Felge auf die Spannvorrichtung herabgedrückt werden. autoservicepraxis.de | autohaus.de TECHNISCHE DATEN M72 Spannbereich innen: 11 bis 30 Zoll Spannbereich außen: 9 bis 26 Zoll Felgenbreite: 4 bis 13 Zoll Raddurchmesser max.: 1.050 mm Abdrückbereich: 83 bis 330 mm Abdrückkraft: 2.800 kg Montagegeschwindigkeiten: 6 bis 12 U/min Druckluftanschluss: 10 bar Antriebsleistung: 0,75 kW Antriebsspannung (elektrisch): 3 / 400 V / 50 Hz Abmessungen Maschine (B x T x H): 1.150 x 1.000 x 1.800 mm Geräuschpegel: 70 dB(A) Gewicht: 361 kg Werkzeug wird so sicher ausgeschlossen, selbst bei straffen und harten Gummimischungen. Um das Demontagewerkzeug unter den Felgenrand von UHP- und Runflat- Reifen einfädeln zu können, befindet sich noch zusätzlich ein schwenkbarer Abdrückarm mit Rolle an der M72. „Der Demontagekopf wurde von uns so gestaltet, dass der mitgelieferte Montierhebel zum Herausheben des Reifenrands auf einem Hebelbett zum Liegen kommt und somit die Felge nicht beschädigen kann“, ergänzt Lumaßegger. Für empfindliche Felgen und Runflat-Reifen empfiehlt sich der mitgelieferte Felgenhornschutz zum Schutz des inneren Felgenhorns und des Reifenwulstes. Herkömmliche Reifenund Felgenkombinationen (Stahl- und Leichtmetallfelgen) können ohne Hilfsmittel und sogar ohne Montiereisen in herkömmlicher Art und Weise demontiert und montiert werden. Marcel Schoch ■ Für die M72 von ATH-Heinl stehen die Montageerweiterungen A34 und A31 zur Verfügung. Die Revolution in der Fahrwerkvermessung Hunter HE421 – Das schnellste Achsmessgerät auf dem Markt 1. Fahrzeug positionieren 2. QuickGrip Adaptoren montieren 3. Fahrzeug vorwärts rollen 4. QuickGrip Adaptoren entfernen 5. Ausdruck entnehmen FERTIG PATENTIERT Beurer Straße 25a · 86926 Greifenberg Deutschland · Tel: +49-8192-933 99-0 Fax: +49-8192-933 99-19 www. hunter-d.de · info@hunter-d.de

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RUBRIK DAS SUP für Werkstatt & Service: jetzt asp-Magazin Werkstattinfos, Reportagen und Praxisbeispiele für Ihr Geschäft asp-App mobil immer bestens informiert: News, Heftarchiv, ePaper und mehr Digitales Heftarchiv alle Artikel der letzten 9 Jahre ePaper für den digitalen italen asp-Nutzer: digital.autoservicepraxis.de Rückruf- Datenbank alle Infos auf einem Blick Newsletter alles Wichtige tagesaktuell asp informiert Sie praxisnah und tages aktuell über alles was der Werkstattprofi braucht. www.autoservicepraxis.de/themenspecials 36 Räder&Reifen 2/2014 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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ERTOOL mit Online - Themenspecials RUBRIK THEMENSPECIAL ERSATZ- TEILE Zubehör, Verschleißteile und mehr autoservicepraxis.de | autohaus.de ist eine Marke von: Räder&Reifen 2/2014 37

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PRODUKTE WUCHTEN Gewichte exakt positionieren Auf der Reifenmesse The Tire Cologne steht bei Snap-On Equipment unter anderem die Auswuchtmaschine „Geodyna 7800-2p“ im Fokus, die für Werkstätten mit hohem Durchsatz entwickelt wurde. Daten eingabe und Auswahl des Wuchtprogramms erfolgen automatisch. Der Laserpointer „Easy Weight“ zeigt die Position zum Anbringen der Auswuchtgewichte. vg ■ Snap-On Equipment GmbH https: //eu.hofmann-equipment.com/de REINIGEN Sauberer Räderwechsel Foto: Snap-On Equipment Foto: KS Tools KATALOG Infos von A bis Z Mit dem neuen Radnaben-Schleifer- und Radnaben-Zentrierbohrungs-Schleifer- Satz von KS Tools lassen sich Radnabe und Radzentrierung abschleifen und von Rost und Schmutz befreien. Der rotierende Aufsatz wird einfach an die entsprechenden Stellen gehalten und schon sind die Kontaktflächen glänzend sauber, heißt Haweka Werkstatt-Technik Glauchau präsentiert den neuen Produktkatalog 2018/2019. Dieser informiert auf rund 100 Seiten über das aktuelle Spannmittelangebot sowie über das Wucht-, Montier-Radwaschmaschinen- und Hebetechnikprogramm. Der Katalog ist kostenfrei bestellbar per E-Mail unter info@ hawekaglauchau.de vg ■ Haweka Werkstatt-Technik Glauchau GmbH www.haweka.com WERKZEUG Keine Kratzer mehr Die neue Klebegewichtezange von Hekum soll für ein beschädigungsfreies Entfernen von Auswuchtgewichten sorgen. Das zeitaufwendige und oft mühevolle Ablösen der Klebegewichte mit Schraubendrehern oder Messern gehört somit der Vergangenheit an. Denn das speziell geformte RÄDER & REIFEN 01/2018 Zangenmaul mit schmalen Greifkanten und gegenseitig verzapften Auflagebacken soll verhindern, dass die Greifkanten beim Lösen Foto: Hekum Tools es von KS Tools. Das Set besteht dabei aus einem tellerförmigen Aufsatz, auf dem mit Klettband grobe Schleifscheiben befestigt werden. Eine Scheibe soll für rund 100 Fahrzeuge reichen. vg ■ KS Tools Werkzeuge-Maschinen GmbH www.kstools.com die Aluminiumfelgen berühren. Für die einfache Anwendung ist die Zange mit einer Öffnungsfeder und einem Öffnungsbegrenzer versehen. vg ■ Hekum Tools www.hekum-tools.de Foto: Haweka autoservicepraxis.de | autohaus.de

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REIFENPROFILMESSUNG Potenziale im Vorbeifahren erkennen Die Reifenprofilmessung „Easy Tread“ von Beissbarth prüft mittels hochauflösender Kameras und farbkodiertem Licht in Sekunden die Profiltiefe von Reifen. Dabei wird die Messung automatisch gestartet, sobald ein Fahrzeug beim Überfahren der Messleiste erkannt wird. Easy Tread ist als Überflur-Version mit gummierten Auffahrrampen und auch als Unterflur-Version erhältlich. Die Installation erfolgt mit Schrauben und Dübeln. Dank der geringen Höhe eignet sich das System auch für Sportfahrzeuge. Die Profiltiefenmessung lässt sich dabei als Stand-Alone-Lösung einsetzen, oder beispielsweise auch in die Dialogannahme integrieren. So kann die Reifenprofiltiefe bei jedem Fahrzeug automatisch mit überprüft werden. Das zeigt Potenziale auf. Bei ungleichmäßig ausgefahrenen Reifenprofilen kann die Werkstatt dem Kunden etwa eine Fahrwerkvermessung vorschlagen. Die Ergebnisse der Profiltiefenmessung lassen sich optional auf drei verschiedenen Anzeigen darstellen: auf einem Smart-TV-Display (diese Variante ist vor allem für Durchfahrtbereiche geeignet), auf dem klassischen Werkstatt-PC mit Fahrwagen (hier kann direkt auf Kundendaten zugegriffen werden) oder auf einem Tablet für mobile Messungen. Seit Juli 2017 ist das System inzwischen auf dem Markt. Im Oktober 2017 konnte das technisch baugleiche System von Bosch auf der Equip Auto in Paris direkt den Innovationspreis in der Kategorie Ausrüstung für das Reifengeschäft abräumen. Das Interesse sei groß, heißt es auch von Beissbarth. Gerade für Elektrofahrzeuge, deren Reifen durch das höhere Drehmoment der E-Motoren schneller abnutzen, könnte das System in Zukunft an Bedeutung gewinnen. vg ■ Beissbarth GmbH www.beissbarth.com Foto: Beissbarth

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PRODUKTE FELGE Größere Fahrzeugabdeckung Das Raddesign „R59“ von Ronal ist ab sofort auch in den Größen 7,0 x 16 Zoll und 6,0 x 15 Zoll für verschiedene Fahrzeuge mit Vierloch-Anbindung erhältlich. Die 16-Zoll-Variante ist unter anderem für den neuen Ford Ecosport und den aktuellen Ford Fiesta verfügbar, in der 15-Zoll-Version beispielsweise für den Opel Crossland X und den Kia Stonic. Die Felge mit fünf Doppelspeichen und extravagantem Tiefbett-Design gibt es mit drei verschiedenen Oberflächen: Foto: Alcar Neben den frontgedrehten Ausführungen „Jetblack-frontkopiert“ und „Jetblack-matt-hornkopiert“ ist auch die mehrfarbige Ausführung „Jetblackmatt-red rim“ im Programm. Die Felgenserie passt außerdem zur Serienbereifung, wird mit allgemeiner Betriebszulassung (ABE) ausgeliefert und ist TÜV-geprüft. aj ■ Ronal Group www.ronalgroup.com FELGE Asymmetrie im Design Das neue Raddesign „CP5 dark“ von Dotz mit dem schwarzen frontpolierten Finish sorgt mit fünf Speichen und einer Asymmetrie im Design für eine spezielle Dynamik, die durch die parallel laufenden Speichenkanten zusätzlich verstärkt wird. Das Rad ist in Größen von 7,0 x 16, 7,0 x 17, 8,0 x 17, 8,5 x 18, 8,5 x 19, 9,5 x 19, 8,5 x 20 und 9,5 x 20 Zoll erhältlich. Durch die einteilige Bauweise mit Fünfloch-Anbindung werden zahlreiche Foto: Ronal Fahrzeugmodelle abgedeckt, eine ABE-Zulassung wird ebenfalls mitgeliefert. Die hohe Traglast von bis zu 730 Kilogramm pro Rad eignet sich auch für schwere Fahrzeuge. Darüber hinaus ist CP5 dark zu 100 Prozent mit RDKS-Sensoren kompatibel. Die Felge wird mit einer dreijährigen Garantie in Deutschland ausgeliefert. aj ■ Alcar Wheels GmbH www.dotz-wheels.com REIFEN Ideal für Kleinwagen RÄDER & REIFEN 01/2018 Der neue CS7 von Cooper ist der Nachfolger des beliebten Pkw-Reifens CS2. Der Newcomer soll sich gegenüber seinem Vorgänger durch verbesserten Rollwiderstand auszeichnen. Dank der optimierten Laufflächenkontur ist die Druckverteilung laut Cooper in der Bodenaufstandsfläche besonders gleichmäßig, was auch für einen geringeren Verschleiß und hohe Laufleistungen sorgt. Dank einer geräuschdämpfenden Struktur in den Profilrillen ist das Abrollgeräusch mit nur 68 dB(A) zudem besonders leise. Der CS7 soll außerdem eine gute Traktion sowie verbesserte Bremsleistungen, Seitenhaftung und Lenkreaktionen bei Nässe bieten und schafft den Labelwert B in der Nasshaftung. Er ist in insgesamt 30 Größen mit Speed-Index T und H in Größen von 14 und 15 Zoll erhältlich. aj ■ Cooper Tire & Rubber Deutschland GmbH www.coopertires.de Foto: Cooper autoservicepraxis.de | autohaus.de

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FELGE Klassische Linienführung Der sauerländische Leichtmetallrad-Hersteller Borbet bietet das LV4-Raddesign ab sofort neben der Ausführung „black glossy“ auch in der Variante „crystal silver“ an. Die Felge ist für zahlreiche gängige Fahrzeugmodelle mit Vierloch-Anbindung in verschiedenen Größen von 14 bis 15 Zoll verfügbar. Das Rad lässt sich auch mit verschiedenen Einpresstiefen ordern. Die klassisch anmutende Felge besticht durch eine dynamische und robuste Optik. Die acht Speichen schließen mit leichter Wölbung an die Radmitte an, wodurch die laut Hersteller klassische Linienführung einen eleganten Akzent erhält. aj ■ Borbet Vertriebs GmbH www.borbet.de FELGE Die macht mächtig Dampf Foto: Borbet Foto: Alcar Das neue AEZ-Design „Steam“ macht gehörig Dampf: In der Trendfarbe „gunmetal“ hebt sich das Vielspeichenrad deutlich von der Masse der Aluräder ab. 15 kantige Speichen sollen dabei Eleganz und sportliches Design vereinen, ein ausgewogener proportional abgestufter Mittenbereich den Blick auf das Zentrum der Felge leiten. Die neue Alufelge ist in elf verschiedenen Dimensionen und in Größen von 18 bis 20 Zoll für zahlreiche Fahrzeuge der Marken Audi, BMW, Jaguar, Mercedes, Land Rover, Volvo oder auch Alfa Romeo erhältlich. Die Traglast beträgt dabei beachtliche 810 Kilogramm pro Rad. Dank ECE-Gutachten ist eine zusätzliche Eintragung in die Fahrzeugpapiere durch den TÜV oder eine andere offizielle Prüfstelle nicht notwendig. aj ■ Alcar Wheels GmbH www.aez-wheels.com FELGE Jetzt auch in 16 Zoll erhältlich autoservicepraxis.de | autohaus.de Leichtmetallradhersteller Autec hat die Fahrzeugabdeckung für das Felgendesign „Hexano“ erweitert und bietet es in Kürze in einer zusätzlichen Größe an. Das Rad ist dann auch in der Dimension 7,0 x 16 Zoll mit Vier- und Fünfloch-Anbindungen verfügbar. Bislang war es lediglich in den Größen 7,5 x 17 und 8,0 x 18 Zoll erhältlich. Laut Hersteller überzeugt das Rad durch sein extrovertiertes Design. Es ist zudem in zwei Farben erhältlich: Zur Auswahl stehen „Schwarz matt poliert“ und „Schwarz metallic“. Die polierte Variante soll für ein Wechselspiel zwischen dunklen und glanzgedrehten Flächen sorgen, die Metallic-Ausführung wiederum für funkelnde Lichtreflexe. aj ■ Autec GmbH & Co. KG www.autec-wheels.de Foto: Autec Reifenlager-Lösungen Reifenregale - Reifencontainer Reifenlagerhallen - made in Germany Tel. 05151-80 98 76 / info@hacobau.de / www.hacobau.de

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PRODUKTE REIFEN Passend zu Ostern Foto: Pirelli Pirelli bringt Farbe ins Spiel: Reifen der P-Zero- und Winter-Sottozero-Serie sind ab sofort in einer speziellen „Color Edition“ erhältlich. Farbige Seitenstreifen zieren dabei die Reifen, die in Rot, Gelb, Weiß und Silber erhältlich sind. Es lassen sich aber auch individuelle Farben ordern. Lau Pirelli soll die Farbe auf den Reifenflanken besonders haltbar sein, da sie auf den Erfahrungen aus der Formel 1 aufbaut, in denen farbige Pirelli-Reifen bereits seit 2011 eingesetzt werden. Dabei werden die Reifenflanken mit einem speziellen Material versiegelt, bevor die Farbschicht aufgetragen wird. Diese Schicht wiederum wird durch chemische Substanzen vor dem Verblassen geschützt und trotzt der Sonneneinstrahlung und dem täglichen Gebrauch. aj ■ Pirelli Deutschland GmbH www.pirelli.de FELGE Trend zu großen Rädern Der Reifengroßhändler Interpneu bietet mit „Platin“ eine Eigenmarke für Felgen und Reifen. Im Frühjahr startet das Unternehmen mit neuen Felgen-Designs: Die Modelle „P79“ und „P85“ sind in den Farben „black shiny“ und „grey polished“ für zahlreiche Automodelle verfügbar. Das Design P79 steht dabei in den Größen 8 x 18 und 8,5 x 19 Zoll in den drei Lochkreisen 5/108, 5/112 und 5/114,3 zur Verfügung. Die Reihe P85 gibt es in den fünf Größen 8,0 x 18, 8,5 x 19, 9,5 x 19, 8,5 x 20 und 9,5 x 20 Zoll für den Lochkreis 5/112 mit diversen Einpresstiefen. Bis Sommer ist noch die Einführung des neuen Designs P84 in gängigen 15-, 16- und 17-Zoll-Größen geplant. Auch für weitere Ausführungen der über 30 aktuellen Platin-Alufelgenmodelle sollen 2018 wieder zahlreiche neue Größen und Anwendungen auf den Markt kommen. aj ■ Interpneu Handelsgesellschaft mbH www.interpneu.de Foto: Interpneu FELGE Sportliche Anmutung Foto: DBV Nach erfolgreicher Markteinführung der DBV-Felge „5SP 001“ in der Lackierung „shadow silber“ im vergangenen Jahr präsentiert der Großhändler aus Würzburg das Rad nun auch in der Farbe „schwarz glänzend front poliert“. Die polierte Front und die fünf Doppelstreben sollen dem Rad dabei eine sportliche Anmutung verleihen. Zudem soll es durch eine hohe Festigkeit bei einem geringen Gewicht punkten. Erhältlich ist die Felge ab sofort für gängige Fahrzeuge sowohl mit Vierals auch Fünfloch-Anbindung in den Dimensionen 6,0 x 15, 6,5 x 16, 7,0 x 16, 7,0 x 17, 7,5 x 17 und 8,0 x 18 Zoll. aj ■ DBV Würzburg GmbH www.dbv.eu RÄDER & REIFEN 01/2018 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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