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Mit freundlicher Empfehlung www.autoservicepraxis.de B43 385 D 10,90 EURO 04.2016 SPRINGER AUTOMOTIVE MEDIA SCHADENSTEUERUNG Herausforderung für Kfz-Betriebe BATTERIETECHNIK Was das Mini-Kraftwerk fürs Auto alles leisten muss REINIGUNG & PFLEGE Glänzende Aussichten: professionelle Aufbereitung BAUEN Borgers-Neubau: untypisches Autohaus als Blickfang TÜV SÜD-AKTUELL Enorme Resonanz auf der Retro Classics Tretet auch als Klasse an und holt den Pokal an eure Schule! Be a Hero! Eine Initiative von Tolle Preise im Wert von 15.000 €! * Mach mit und werde Auto Service Meister 2016! * Geldpreise für die Heroes, Spezial-Werkzeug, Motorsport-Events, Schulungen und Werksführungen, … Unterstützt von Jetzt anmelden und einsteigen! Alle Infos unter: www.autoservicepraxis.de www.autoservicemeister.de AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 1

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DIE NEUE MARKE IN DER ERSATZTEILEWELT © by ad-AUTOTEILE CARGO GmbH & Co.KG 03/2016 COREXX: Exklusive Handelsware der ad-AUTOTEILE-CARGO GmbH & Co. KG ERSTE WAHL BEI PKW- UND NKW-TEILEN • Der neue Qualitätsstandard für Profis • �o�e �i��er�eit �u �o���onditionen • �r�ältli�� �ei ��re� �������ändler Das Gesamtprogramm auf www.corexx.eu THE WORLD OF AUTOMOTIVE EXCELLENCE

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LEITARTIKEL Autos unterscheiden nicht nach Leben as automatisierte und autonome Fahren ist in aller Munde: Auf dem Technischen Kongress des VDA in Ludwigsburg diskutierten Vertreter aus Industrie und Wissenschaft über die Innovationen in diesem Bereich. Die neue teilautomatisierte E-Klasse von Mercedes-Benz ist ein Anfang und zeigt, wohin die Reise geht. Die Technik scheint so weit zu sein, dass Autos schon in wenigen Jahren weitgehend autonom fahren können. Das deutsche Rechtssystem lässt eine Abwägung menschlichen Lebens nicht zu. Nicht geklärt sind jedoch die rechtlichen Aspekte, wenn das Fahrzeug komplett alleine fährt, während der Fahrer beispielsweise ein Nickerchen macht. Wer haftet, wenn das Fahrzeug dann einen Unfall baut? Der Hersteller des Autos? Der Softwareanbieter? Bislang war es laut Wiener Übereinkommen immer der verantwortliche Fahrzeugführer. Für mich sind hier noch viele Fragen zu klären. Diskutiert wurden auch ethische Fragen um den so genannten „Todes-Algorithmus“. Wenn gleichzeitig eine Oma und eine Frau mit Kinderwagen auf die Straße laufen und kein Ausweichen mehr möglich ist, was macht das autonome Fahrzeug in diesem Fall? Der Jurist Dr. Klaus Schartel von Daimler hat hier eine verblüffend einfache und überraschende Antwort: Es ist heute und auch in naher Zukunft nicht vorgesehen, dass autonome Fahrzeuge Leben gegeneinander oder das Alter der Personen abwägen. Das deutsche Rechtssystem lässt eine Abwägung menschlichen Lebens nicht zu. Eine Programmierung des Systems im Sinne der Entscheidung für einen Menschen und damit gegen einen anderen wäre dann per se nicht zulässig. Das Fahrzeug wird deshalb nur die Aktion durchführen, die realistisch machbar ist und den geringsten Schaden für alle Beteiligten verspricht. Zumindest in diesem Punkt scheint beim autonomen Fahren bereits Einigkeit zu herrschen. Viel Spaß beim Lesen! Alexander Junk, Redakteur www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 3

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INHALT 14 Das könnte sich rechnen ... Herausforderungen der Schadensteuerung und Unfallinstandsetzung für Kfz-Betriebe Foto: benjaminnolte/Fotolia 26 Mini-Kraftwerk für das Auto Batterien müssen immer mehr elektronische Systeme versorgen 40 Hoch hinaus Fünf neue Hebebühnen für Fuchs Automobile in Augsburg TITEL 10 Schadensteuerung Digitalisierung der Prozesse steckt in den Kinderschuhen 14 Unfallinstandsetzung Rentables Geschäftsfeld für Kfz-Betriebe? 16 Schadenabwicklung Schnelle Unterstützung mit dem TÜV SÜD-„Blue Button“ 18 Gastkommentar Robert Paintinger: Schadensteuerung am Scheideweg WEITERBILDUNG 20 Auto Service Meister 2016 Seite für den Chef – Tipps für die Unternehmensnachfolge 21 ASM-Fragebogen 2 Fehlerdiagnose/Messund Prüfsysteme 22 Meisterschule im Porträt Landesfachschule des Kfz-Gewerbes Hessen AUTOMOBILTECHNIK 24 Glüh- und Zündkerzen Neuigkeiten aus dem Bereich der Zündtechnik 26 Batterien Aktuelle Batterietechniken und Markttrends AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 28 Kamerasysteme Nissan Pulsar und Honda Jazz im Fokus 30 Vorstellung VW Caddy: Abenteurer für die Familie 32 Produkte Neues aus den Bereichen Ersatzteile, Reifen & Co. WERKSTATTTECHNIK 34 Reinigung & Pflege Perfektes Finish durch Lackaufbereitung 36 Autowäsche Autohaus Manz investiert in einen Waschpark 38 Unfallinstandsetzung Blackhawk stellt seine neue Unternehmensstrategie vor 40 Hebetechnik Best Practice: Fuchs Automobile in Augsburg 42 Produkte Neues aus den Bereichen Hebe technik, Werkzeug & Co. BETRIEBSPRAXIS 46 Räder & Reifen Reifen-Flatrate: neues Abo-Modell von Z-Tyre 48 Interview Die Geschäftsführer des Auto- Pflege-Zentrums im Gespräch 50 Aufbereitung Zwei neue Lehrgänge für das Berufsbild Fahrzeugaufbereiter 52 Werkstattumfrage Das sind die Ergebnisse der ICDP-asp-Werkstattumfrage 54 Motorenöl Shell-Fachtagung Motorenöltechnik 56 Bauen Außergewöhnlicher Neubau der Borgers GmbH RUBRIKEN 03 Leitartikel 06 Nachrichten 33 ASA-News 44 TÜV SÜD-Aktuell 58 Impressum Zusatzinhalte online im asp ePaper und unter autoservicepraxis.de § 29 AUTO SERVICE PRAXIS veröffentlicht regelmäßig sämtliche im Verkehrsblatt abgedruckten Mitteilungen des Bundesministers für Verkehr, soweit diese für § 29 StVZO relevant sind. AUTO SERVICE PRAXIS-Abonnenten verfügen damit über die im Sinne der AU-Anerkennungsrichtlinie erforderlichen Informationen und sind somit vom Bezug des ansonsten vorgeschriebenen Verkehrsblattes befreit. 44 Broschüre Zu den Anforderungen der Scheinwerfer-Prüf- Richtlinie hat TÜV SÜD eine Broschüre erstellt www.autoservicepraxis.de

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Deutsch ands be iebteste Serie 5 Jahre in Folge die Nr. 1 bei den Lesern der AutoBild Ausgabe 13/2016 6 Jahre in Folge die Nr. 1 bei den Lesern von auto motor und sport LESERWAHL BEST BRAND 2016 KATEGORIE Schmierstoffe Ausgabe 07/2016 5 Jahre in Folge die Nr. 1 bei den Lesern von Motor Klassik Ausgabe 06/2016 6 Jahre in Folge die Nr. 1 bei den Lesern der Auto Zeitung MARKE 2016 Ausgabe 05/2016 Made in Germany seit 1957

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NACHRICHTEN Foto: VDA VDA-KONGRESS Mobilität der Zukunft Der 18. Technische Kongress des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) am 17. und 18. März stand ganz im Zeichen der Mobilität der Zukunft. Über 600 Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik kamen in das Forum am Schlosspark in Ludwigsburg, um sich über die Neuheiten der Automobilindustrie zu informieren. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Matthias Wissmann, Präsident des VDA, der über die Herausforderungen der deutschen Automobilindustrie sprach. Darüber hinaus gaben viele hochrangige Vertreter der Automobilindustrie in ihren Keynotes Einblicke in die Innovationskraft der Branche. Drei Trends wurden auf der Veranstaltung diskutiert: automatisiertes und vernetztes Fahren, Elektromobilität sowie die Emissionsreduktion bei Verbrennungsmotoren. aj ■ Meistgeklickte Artikel im März 1. Mercedes-Benz: Rissbildung in Hochdruck-Kraftstoffleitung 2. PSA: Türproblematik bei Citroën und Peugeot 3. KBA-Warnung: Lebensgefahr durch Stoßdämpfer-Ausfall 4. Skoda: Elektronik-Ausfall beim Superb möglich 5. VW Crafter: Kleiner Rückruf, lange Reparaturzeit Meldung verpasst? Mit dem kostenlosen Newsletter von asp wäre das nicht passiert. Abo unter www.autoservicepraxis.de/newsletter. Frage der Woche (21. bis 27. März) Der Reifenhandel vermeldet aktuell wegen des milden Klimas einen Rückgang für den Absatz von Winterreifen. Wie lief Ihr Winterreifengeschäft? ■ Wir hatten tatsächlich weniger Winterreifen verkauft als im Vorjahr: 54 % ■ Bei uns blieb das Geschäft gleich: 25 % ■ Bei uns ist die Nachfrage sogar gestiegen: ■ Das weiß ich nicht: 14 % AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 BESCHICHTUNGSTECHNOLOGIE Längere Kolbenlebensdauer Automobilzulieferer Federal­Mogul Powertrain hat zwei neue Varianten der „EcoTough“­Kolbenschaft­Beschichtungen auf den Markt gebracht. Die neue Generation speziell für Ottomotoren und die eigens für Dieselmotoren entwickelte „EcoTough­D“­Beschichtung sorgen für eine noch stärkere Reduzierung von innermotorischer Reibung, Verschleiß und Geräuschbildung. aj ■ MESSE Reifen goes Automechanika Die Messegesellschaften Essen und Frankfurt vertiefen ihre Kooperation. 2018 nimmt die Fachmesse „Reifen“ Abschied aus Essen und findet vom 11. bis 15. September parallel zur Automechanika in Frankfurt statt. Dafür soll eine zusätzliche Halle gebaut werden. Darüber hinaus sollen die Aussteller stärker als bisher vom internationalen Netzwerk der Automechanika mit derzeit 14 weiteren Veranstaltungen in 13 Ländern profitieren: Ab sofort findet die Reifen auch dort zeitgleich statt. Das gaben die Organisatoren der beiden Messen jüngst bekannt. „Gemeinsam mit der Messe Frankfurt bringen wir die Reifenindustrie mit dem Automotive Aftermarket zusammen und präsentieren dessen komplette Prozesskette“, sagte Oliver Kuhrt, Geschäftsführer der Messe Essen (rechts). Der gemeinsame Standort in Frankfurt werde für mehr Besucher sorgen. Für Detlef Braun (links), Geschäftsführer der Messe Frankfurt, ist die Reifen die „ideale Ergänzung“ des Automechanika­Portfolios. rp ■ Foto: Messe Essen Foto: Federal Mogul www.autoservicepraxis.de

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SCHEINWERFER-TECHNOLOGIE Blendfreies Fernlicht Autohersteller Ford hat eine neue Scheinwerfer­Technologie entwickelt, die Autofahrern auf dunklen Straßen die Nutzung des Fernlichts ermöglicht, ohne im Bedarfsfall manuell abblenden zu müssen. Dabei erkennt eine an der Frontscheibe montierte Kamera entgegenkommende Scheinwerfer oder auch die Rückleuchten von vorausfahrenden Autos und Fahrrädern in bis zu 800 Metern Entfernung. Bei Bedarf wird eine Blende vor die Projektionslinse geschoben, die einen Lichtschatten auf das entgegenkommende oder vorausfahrende Fahrzeug legt, sodass der entsprechende Fahrer nicht geblendet wird. Das blendfreie Fernlicht ist für die neuen Ford­Baureihen S­Max, Galaxy und Edge entweder serienmäßig verfügbar oder optional als Bestandteil der adaptiven LED­Frontscheinwerfer lieferbar, deren Lichtkegel sich automatisch dem Straßenverlauf anpassen kann. aj ■ Foto: Ford Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) warnt vor möglichen Brüchen von Sonderrädern, die bei den Firmen TT Concepts oder Giovanna Design erworben wurden. Es besteht die Möglichkeit, dass die Sonderräder wegen unzureichender Festigkeit während der Fahrt brechen können. Es handelt sich um die Sonderräder „Magnum“, „Casino“, „YSM251“, „YSM320“ und „F5129“ in verschiedenen Größen. Das Unternehmen TEC Systems Systemhaus GmbH übernimmt ab sofort den Betrieb der Plattform „reifensystem.de“ und „reifensystem.at“ sowie das Online-Shop- System „reifenshopsystem.de“ wieder selbst. Laut Tec Systems haben sich der Geschäftsführer der b2system GmbH & Co. KG, Jürgen Benz, und der Geschäftsführer der TEC Systems GmbH, Claudius Debold, einvernehmlich zu diesem Schritt entschieden. Der Kontakt zwischen beiden Häusern soll jedoch bestehen bleiben. AKTUELLE RÜCKRUFE (TAGESAKTUELL: WWW.AUTOSERVICEPRAXIS.DE/RUECKRUFE) Marke Modell Produktionszeitraum Dodge Journey (JC) 21.04.2012 bis 14.04.2015 Mercedes-Benz Gründe/Maßnahmen Fahrzeuge (D) interner Code Vollzug erkennbar an Wasser kann in undichte Kabelzufuhr am Kabelbaum des rechten, vorderen Stoßdämpfers ein- keine Angabe R61 keine Angabe dringen/Ausfall von ABS und ESC möglich/ Abdichtung der Kabeldurchfuhr, Untersuchung des ABS-Moduls und des Kabelbaums auf Feuchtigkeit nötig, ggf. Teile-Austausch. RAM Truck (DS) 2015 bis 2016 Hintere linke Achswelle der Fahrzeuge am Lagerzapfen wurde nicht richtig wärmebehandelt/ Schleifgeräusche, Aufleuchten der ABS-Warnlampe und Fraktur der Achswelle möglich/Linke hintere Achswelle muss untersucht und ggf. ersetzt werden, evtl. auch Austausch der kompletten Baureihe nötig. A-Klasse mit Vierzylinder- Dieselmotor B-Klasse mit Vierzylinder- Dieselmotor C-Klasse mit Vierzylinder- Dieselmotor CLA mit Vierzylinder- Dieselmotor CLS mit Vierzylinder- Dieselmotor E-Klasse mit Vierzylinder- Dieselmotor GLA mit Vierzylinder- Dieselmotor SLK mit Vierzylinder- Dieselmotor siehe oben R59 siehe oben 2015 Hochdruck-Kraftstoffleitung kann Risse aufweisen/Kraftstoffaustritt und Brand möglich/Hochdruck-Kraftstoffleitung muss erneuert werden. keine Angabe keine Angabe keine Angabe siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 7

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NACHRICHTEN Marke Modell Produktionszeitraum Porsche Cayenne 15.01.2011 bis 11.01.2016 Renault Clio IV und RS 19.12.2012 bis 09.11.2015 Seat Skoda AKTUELLE RÜCKRUFE (TAGESAKTUELL: WWW.AUTOSERVICEPRAXIS.DE/RUECKRUFE) Kangoo II mit Gruau-Umbau 12.11.2009 bis 02.09.2014 Gründe/Maßnahmen Fahrzeuge (D) interner Code Vollzug erkennbar an Möglicherweise gelöster Sicherungsring am Lagerbock der Pedale/Lagerbolzen für das Fußhebelwerk kann aus beiden Lagerungen hinauswandern/Sicherungsring wird auf korrekte Montage überprüft, ggf. Einbau eines neuen Sicherungsrings. ca. 30.000 keine Angabe keine Angabe Dachspoiler-Oberteil wurde unzureichend befestigt/Es besteht die Gefahr des Verlustes des 1.770 0C6J keine Angabe Dachspoiler-Oberteils während der Fahrt/Als Abhilfemaßnahme muss der Dachspoiler neu verklebt oder komplett ausgetauscht werden. Befestigungsschraube der Sitzfläche mit Verbindung zur Rückenlehne unzureichend/Bei umge- 1.871 0C4F siehe oben legter Rückenlehne und beim Transport schwerer Güter unter Dauerbelastung kann die Befestigungsschraube der Sitzfläche an der Verbindung zur Rückenlehne brechen/Einbau verstärkter Befestigungsschraube. Zoe 2013 bis 2015 Möglicher Verschleiß durch Scheuern des Bremsschlauches vorne an der Radhausverkleidung/Es kann zu Bremsflüssigkeitsverlust kommen und somit die Bremswirkung beeinträchtigt werden/ Sichtprüfung des Bremsschlauches und Radhausverkleidung, ggf. Austausch von Bremsschlauch und Radhausschale. Exeo 3R (2.0) mit Drei- und Vierzylinder-Dieselmotoren (EA189 EU5) Ibiza 6J (1.2 und 2.0) mit Dreiund Vierzylinder- Dieselmotoren (EA189 EU5) Ibiza 6J (1.6) mit Drei- und Vierzylinder-Dieselmotoren (EA189 EU5) Leon II 1P (1.6) mit Drei- und Vierzylinder- Dieselmotoren (EA189 EU5) Leon II 1P (2.0) mit Drei- und Vierzylinder- Dieselmotoren (EA189 EU5) Toledo NH (1.6) mit Drei- und Vierzylinder- Dieselmotoren (EA189 EU5) Superb (dritte Generation) 2009 bis 2015 Schummel-Software zur Aufbesserung der NO X - Emissionswerte verbaut/Abweichende NO X -Messergebnisse während einer Prüfsituation gegenüber den im realen Fahrbetrieb gemessenen Emissionen/Umprogrammierung des Motorsteuergerätes erforderlich. 2.159 0C6W siehe oben keine Angabe 23S1 Ein Aktions-Aufkleber wird in die Reserveradmulde angebracht. siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Schummel-Software zur Aufbesserung der NO X - Emissionswerte verbaut/Abweichende NO X -Messergebnisse während einer Prüfsituation gegenüber den im realen Fahrbetrieb gemessenen Emissionen/Umprogrammierung des Motorsteuergerätes erforderlich sowie zusätzlicher Einbau eines Strömungsgleichrichters zwischen Luftmassenmesser und dem Luftfilteroberteil. siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Schummel-Software zur Aufbesserung der NO X - Emissionswerte verbaut/Abweichende NO X -Messergebnisse während einer Prüfsituation gegenüber den im realen Fahrbetrieb gemessenen Emissionen/Umprogrammierung des Motorsteuergerätes erforderlich. siehe oben Schummel-Software zur Aufbesserung der NO X - Emissionswerte verbaut/Abweichende NO X -Messergebnisse während einer Prüfsituation gegenüber den im realen Fahrbetrieb gemessenen Emissionen/Umprogrammierung des Motorsteuergerätes erforderlich sowie zusätzlicher Einbau eines Strömungsgleichrichters zwischen Luftmassenmesser und dem Luftfilteroberteil. 01.03.2015 bis 23.10.2015 Steckverbindung „T2a“ am Relaisträger „SC“ im Elektromodul kann sich lockern/Ausfall elektrischer Systeme möglich/Steckerverbindung muss hinsichtlich der Arretierung überprüft werden. siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben ca. 6.000 97BN Vermerk im Websystem des Volkswagens- Konzerns und im Serviceplan. AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 www.autoservicepraxis.de

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Suzuki Toyota Volvo Address UK110NE/NX L5 V-Strom DL1000A L4, L5 und L6 RAV4 ACA3 (dritte Generation) S60 Cross Country mit Fünfzylinder-Dieselmotor S60 mit Fünfzylinder-Dieselmotor 2015 Für Hauptscheinwerfer-Glühlampe wurde ein nicht spezifizierter Glühfaden verwendet/Glühfaden kann durch Vibrationen abknicken und Motor kann wegen durchgeschmolzener Fahrzeugsicherung während der Fahrt ausgehen/Hauptscheinwerfer-Glühlampe muss ausgetauscht werden. 2014 bis 2015 Zündschloss-Verbindungsstecker kann korrodieren/Korrosion kann zum Ausfall der Fahrzeugelektrik führen/Verbindungsstecker ist ggf. auszutauschen. November 2006 bis November 2012 V60 Cross Country mit Fünfzylinder-Dieselmotor V60 mit Fünfzylinder-Dieselmotor V70 mit Fünfzylinder-Dieselmotor XC60 mit Fünfzylinder-Dieselmotor XC70 mit Fünfzylinder-Dieselmotor VW Crafter 25.08.2015 bis 13.10.2015 Yamaha AKTUELLE RÜCKRUFE (TAGESAKTUELL: WWW.AUTOSERVICEPRAXIS.DE/RUECKRUFE) Marke Modell Produktionszeitraum Im Falle eines starken Frontaufpralles kann das Band der beiden hinteren Dreipunktgurte in Kontakt mit einer Metallkante des Sitzgestelles kommen/In solch einem Fall könnte der Sicherheitsgurt beschädigt werden/Jeweils links und rechts am Fondsitzgestell wird eine zusätzliche Schutzabdeckung installiert. 769 keine Angabe keine Angabe 2.511 siehe oben siehe oben 71.164 16OSD-014 keine Angabe 2016 Motorsteuerung kann sich kurzfristig zurücksetzen/Fehler kann zur Störung des Motors und der Fahrzeugelektronik führen/Software der Motorsteuerung ist zu aktualisieren. keine Angabe keine Angabe keine Angabe siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Materialfehler im Monohydrolack kann zu einem Haftungsverlust zwischen den Decklackschichten bzw. zu Lackablösungen führen/Bei einem Unfall können die Scheiben herausfallen und sich die Zurrschienen lösen/An Fahrzeugen mit Verzurrschienen im Laderaum werden diese herausgeschnitten, die Klebeflächen an der Karosserie ebenfalls vom Lack befreit und neu lackiert. Anschließend werden die Verzurrschienen neu eingeklebt. Passat 2014 bis 2015 Steckverbindung „T2a“ am Relaisträger „SC“ im Elektromodul kann sich lockern/Ausfall elektrischer Systeme möglich/Steckerverbindung muss hinsichtlich der Arretierung überprüft werden. Touareg 2011 bis 2016 Möglicherweise gelöster Sicherungsring am Lagerbock der Pedale/Lagerbolzen für das Fußhebelwerk kann aus beiden Lagerungen hinauswandern/Sicherungsring wird auf korrekte Montage überprüft, ggf. Einbau eines neuen Sicherungsrings. XJR1300 Typ RP19 Gründe/Maßnahmen Fahrzeuge (D) interner Code Vollzug erkennbar an 2006 bis 2015 Die Primärkette kann bei hohen Motortemperaturen gegen die Öldüse schlagen/Diese kann abscheren oder abbrechen, Teile der Öldüse könnten zu Motorschäden führen und den Motor festsetzen/Öldüse wird durch eine neue, modifizierte Düse ausgetauscht. 16 51F4 Dokumentation im Serviceheft und Aufkleber in der Nähe des Bordwerkzeuges. 63.000 keine Angabe keine Angabe 58.000 siehe oben siehe oben 2.261 keine Angabe keine Angabe www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 9

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TITEL SCHADENSTEUERUNG Papier ist geduldig, der Kunde nicht Eigentlich sollen digitale Prozesse in der Schadenabwicklung den Werkstätten das Leben leichter machen und Prozesse beschleunigen. Doch die Realität sieht häufig noch ganz anders aus. Foto: Fotolia/vege ie Digitalisierung von Geschäftsprozessen macht auch vor der Abwicklung von Kfz-Unfallschäden nicht Halt. Wo bis vor wenigen Jahren noch handgeschriebene Zettel ausgetauscht wurden und Faxe heiß liefen, gibt es heute onlinebasierte Plattformen, über die die beteiligten Parteien bei der Schadenabwicklung digitale Dokumente austauschen. Versiche- KURZFASSUNG In der Schadensteuerung müssen Werkstätten mit vielen unterschiedlichen IT- Plattformen zurechtkommen und viele Prozesse beherrschen. Das erhöht den administrativen Aufwand – bezahlen will den aber niemand. AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 rer oder Schadensteuerer legen einen Reparaturauftrag im System an und stellen diesen der Werkstatt über eine Plattform zur Verfügung. Die Werkstatt übernimmt den Auftrag in ihr eigenes EDV-System; Kostenvoranschläge, Sachverständigengutachten und Freigaben durch den Versicherer bzw. Schadendienstleister laufen ebenfalls digital über die Plattform. Und das alles ohne manuelle Doppeleingaben, ohne Faxe und gestapelte Ausdrucke – im Idealfall. Dass die Realität heute häufig noch ganz anders aussieht, wurde bei der „Netzwerkstatt“ in Kassel deutlich. Das vom Bundesverband der Partnerwerkstätten (BVdP) veranstaltete Treffen der an der Schadenabwicklung beteiligten Unternehmen bringt regelmäßig Versicherer, Werkstätten und Dienstleister in der Schadensteuerung zum Meinungsaustausch zusammen. Mehr administrativer Aufwand „Die Werkstatt wandelt heute zwischen Steinzeit und StarWars.“ So beschrieb BVdP-Vorstandschef Reinhard Beyer die Situation der Betriebe. Es sei zu beobachten, dass einerseits jeder Versicherer und jede Leasinggesellschaft eigene, sehr individuelle Prozesse definieren, wie im Schadenfall vorzugehen sei, andererseits die Werkstatt alle denkbaren Kommunikationswege bedienen müsse, sei es Fax, E-Mail oder die Anbindung an verschiedene Plattformen. „Wir müssen die elektronische High-Tech-Beauftragung mit digitaler www.autoservicepraxis.de

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Rechnungstellung ebenso abbilden wie den klassischen Telefonanruf ode eine Whats- App-Nachricht vom Kunden“, so Beyer. Sein Forderung: Einheitliche Datenstandards und vereinheitlichte Prozesse. Beyer: „Ich wünsche mir einige Icons weniger auf meinen Bildschirm.“ Dahinter steht eine rein wirtschaftliche Frage, die – so die Meinung des BVdP – derzeit vor allem zulasten der Werkstattbetriebe gehe: Wenn der administrative Aufwand im Rahmen der Schadenabwicklung steigt, wenn die Investition in IT und Schulung der Mitarbeiter zusätzliche Kosten verursache, könnten diese Mehrkosten nicht auf die Betriebe allein abgewälzt werden. So seien beispielsweise häufig Doppeleingaben von Stammdaten nötig, weil es keine passende Schnittstelle zwischen der EDV-Lösung im Betrieb und dem Versicherer gibt. Wettbewerb der Systeme Mittlerweile tummeln sich mehrere Systeme am Markt, die zur Digitalisierung des Abwicklungsprozesses beitragen. Neben den Versicherern treiben vor allem die Schadensteuerer und beispielsweise die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) das Thema Digitalisierung weiter. Mit Silver DAT Myclaim Pro bietet die DAT ein webbasiertes Tool, das alle Beteiligten auf einer Plattform vereint. Das Programm, das auf der IAA 2013 als Ergänzung des Schadenkalkulationsprogramms Silver DAT vorgestellt wurde, steuert Schadenprozesse, indem es eine digitale Schadenakte anlegt. Je nach Rolle im Schadenprozess kann dies die Perspektive einer Werkstatt oder eines Autohauses, eines Versicherers, eines Sachverständigen oder eines Automobilherstellers sein. Audanet heißt die webbasierte Plattform, die vom Daten- und Prozessdienstleister Audatex Autoonline gehostet wird. Die Idee dahinter: Alle fünf Entscheidungsträger, also Autofahrer, Werkstatt, Kfz- Sachverständiger, Teilelieferant und Versicherung, sollen über die Plattform kommunizieren. Kostenvoranschlag, Gutachten, Reparaturkostenübernahme oder Bestellung der Ersatzteile sollen ohne Medienbruch über das System laufen. Mittlerweile 4.600 Werkstätten nutzen bei der Schadenabwicklung den PostMaster von Control Expert. Gutachten oder Rechnungen können damit im Dealer Management System der Werkstatt erstellt werden und über die Plattform an 130 unterschiedliche Beteiligte versendet werden, verspricht der Anbieter. Während die oben genannten Systeme eher aus der Reparaturkostenkalkulation kommen, hatte Control Expert nach eigenen Aussagen auch sehr stark die Rechnungsstellung in der Werkstatt und den elektronischen Rechnungsversand im Auge. Auch Versicherer sind daran interessiert, die Prozesse zu beschleunigen, Dunkelzeiten im Prozess zu minimieren und den Geldfluss nach einem Schaden zu beschleunigen. Die HUK-Coburg gilt als besonders innovativ, wenn es um Digitalisierung geht. Die Versicherung nutzt zur SO WILL CONTROL EXPERT PROZESSE BESCHLEUNIGEN asp: Werkstätten beklagen, dass es zu viele verschiedene Kommunikationswege mit jeweils unterschiedlichen Prozessen gibt. Ist die Klage berechtigt? Jörg Breuer: Ich kann die Perspektive der Werkstätten teilweise nachvollziehen. Jeder Großkunde, gleich ob Versicherer oder Leasinggesellschaft, definiert bestimmte Sonderprozesse. Es ist eine große Herausforderung für Werkstätten das Thema zu bewältigen. Unser Ansatz zielt daher auf eine Vereinfachung der Kommunikation: Über unser Kommunikationstool PostMaster können Werkstätten 130 Empfänger erreichen. Wir sind im Hintergrund diejenigen, die den richtigen Prozess des Versicherers oder der Leasinggesellschaft ansteuern. Für die Werkstatt ist der Prozess immer gleich und bietet somit erhebliche Handlingvorteile. asp: Wie viele Werkstätten sind an PostMaster angeschlossen? Jörg Breuer, Vertriebsleiter bei Control Expert Derzeit arbeiten 4.600 Standorte von Autohäusern und Werkstätten mit dem System. Zwei Drittel sind markengebundene Werkstätten, ein Drittel klassische Karosserie- und Lackbetriebe. Wichtig für uns ist, dass wir die relevanten Werkstätten mit an Bord haben. 70 Prozent der Top-100-Autohäuser nutzen den PostMaster. Die Tendenz ist weiterhin steigend und wir wachsen monatlich im zweistelligen Prozentbereich. asp: Ist die Werkstatt-Branche im Hinblick auf Digitalisierung von Kommunikationswegen zu träge? Grundsätzlich sind diejenigen K&L-Fachbetriebe und Autohäuser, die an der Schadensteuerung teilnehmen, bereits relativ gut aufgestellt. Diese sind es gewohnt auf die Prozesse der Großkunden einzugehen und unterstützen auch die Digitalisierung. Viele Betriebe befinden sich jedoch nach wie vor noch in dem Dilemma mit alten IT- und DMS-Systemen umzugehen, was sicherlich eine Herausforderung darstellt. Insbesondere im K&L-Bereich treffen wir fast durchgängig Windows-basierte Systeme an, die wir leicht per Schnittstelle an den PostMaster anbinden können. Bei älteren Rechnersystemen benötigt man dagegen sehr spezielles IT-Know-how, um die Schnittstellen zu programmieren. asp: Seit Anfang des Jahres ist die ehemals kostenlose Nutzung des PostMaster für Werkstätten kostenpflichtig. Haben Sie viele Nutzer verloren? Seit Einführung des PostMaster haben sich die Kunden- und Systemanforderungen an den Post Mas ter signifikant verändert. Insbesondere die direkte Anbindung der DMS in der doch immer noch sehr heterogenen Werkstattlandschaft verlangt tiefgreifendes IT-Know-how und eine permanente Weiterentwicklung der Kommunikationsplattform. In verschiedenen Prozessen, die wir gestalten dürfen, geht der PostMaster weit über eine bloße Kommunikationslösung hinaus. So sind auch Werkstattakkreditierungen und speziell abgestimmte Freigabeverfahren im Wartungs- und Schadenbereich bereits seit Jahren möglich. Durch die deutliche Erweiterung der Funktionalitäten und Möglich keiten der digitalen Abwicklung vereinfachen wir die internen Werkstattprozesse und unterstützen eine schnelle Vorgangsabwicklung bis hin zur automatisierten Zahlung. Unter diesen Gesichtspunkten ist es aus unserer Sicht vertretbar für die Nutzung der PostMaster-Plattform auch eine entsprechende Gebühr zu erheben. Die grundsätzliche Akzeptanz des PostMaster wird durch die Zahlen in den ers ten drei Monaten belegt. Die Nutzerzahlen steigen kontinuierlich und wir konnten die wesentlichen Werkstätten und Autohäuser von den Mehrwerten des PostMaster überzeugen. asp: Mit der Smartphone-App „Easy Claim“ bringen Sie die Schadenabwicklung aufs Smartphone. Was ist die Idee dahinter? Bei der Schaden-App Easy Claim geht es darum, den Versicherungsnehmer aktiv in den Schadenprozess zu integrieren. Dahinter steht die Frage, wie wir mit neuen Kommunikationsmöglichkeiten den Schadenprozess verändern können. In den USA sind ähnliche Systeme seit Jahren erfolgreich im Markt. Foto: Control Expert www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 11

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Kommunikation die GDV-Schnittstelle der Deutschen Versicherungswirtschaft. So wickelt die HUK alle Prozesse der Schadenabwicklung mit den eigenen Partnerwerkstätten von der E-Beauftragung bis zur Kalkulation und Rechnungsstellung über diese Plattform ab. Versicherungen mit veralteter IT Thomas Geck, Leiter Schaden- und Prozessmanagement bei der HUK-Coburg, sieht allerdings noch viel Aufholbedarf: „Insgesamt sind wir über die Branche gesehen erst ganz am Anfang“, sagte Geck in Kassel. „Bei der Kommunikation mit der Werkstatt ist unser System aber relativ weit. Dealer Management System und unser Versicherungssystem kommunizieren bereits über Schnittstellen.“ Der Coburger Versicherer hat in den letzten Jahren viel Geld in die eigene Infrastruktur zur Kommunikation mit den Partnerwerkstätten gesteckt. Bei vielen Versicherern seien die EDV-Systeme aber veraltet und bildeten eine in sich geschlossene Welt. Auf der anderen Seite, mahnte Geck, müsse man sich auch fragen, wie weit man es mit der Digitalisierung der Prozesse treiben wolle, die Versicherungswirtschaft dürfe nicht den gleichen Fehler machen wie die Banken: „Die Banken haben die Kunden zum Onlinebanking erzogen und jetzt suchen sie die Schnittstelle zum Kunden. Man darf den Kunden nicht verlieren.“ Man könne nicht alle Prozesse über eine App am Smartphone abwickeln. Schadenaufnahme per App Skeptisch sieht der HUK-Manager daher Smartphone-Apps, die der Autofahrer zur Schadenaufnahme nach einem Unfall verwenden kann. Konkurrent Axa experimentiert bereits mit einer solchen Schaden-App, die neben den wichtigen Notrufnummern auch eine Schadenmeldefunktion enthält. Über die Funktion „Schaden melden“ können alle wichtigen Informationen an den Versicherer geschickt werden. Mit einer Touch-Skizze auf dem Bildschirm lässt sich der Schaden am Fahrzeug markieren, der Unfallort kann per GPS lokalisiert werden. Noch einen Schritt weiter geht Control Expert mit der App Easy Claim zur Schadenaufnahme. Das Versprechen des Anbieters: Nach Schadenmeldung bekommt der Nutzer innerhalb von zwei Stunden ein Angebot für die fiktive Abrechnung seines Kfz-Schadens. Optional kann er sich auch in eine Partnerwerkstatt seines Versicherers leiten lassen. www.zf.com/sachs www.autoservicepraxis.de

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Der Autofahrer macht an Ort und Stelle mit dem Smartphone Fotos vom Schaden und schickt sie an Control Expert. Dort werden die Bilder von Schadenexperten unter die Lupe genommen und der Schadenwert geschätzt. Schwerpunkt der App ist die fiktive Abrechnung bei kleineren Schäden an der Außenhaut des Fahrzeugs. Aus Sicht des Versicherers praktisch: Bagatellschäden könnten auf diese Weise ohne viel administrativen Aufwand reguliert werden. Gut für den Kunden: Er erhält schnell sein Geld. Derzeit nutzen laut Control Expert vier Versicherer die Anwendung. HUK Coburg gehört nicht dazu. Thomas Geck sieht die Anwendung kritisch: „Wir müssen uns als Versicherer fragen, worin unsere Leistung liegt. Wollen wir uns damit begnügen, dass der Kunde innerhalb von zwei Stunden sein Geld bekommt oder wollen wir, dass sein Auto in der Fachwerkstatt mit einem Qualitätsversprechen repariert wird?“ Dietmar Winkler ■ KFZ-VERSICHERER STARTEN „E-CALL“ Die deutsche Versicherungswirtschaft hat ein automatisches Notruf-System entwickelt, das in Neu- und Gebrauchtwagen eingebaut werden kann. Das „Unfallmeldedienst“ genannte System erkennt eine Kollision und meldet den Unfall automatisch an eine Notrufzentrale. Der offizielle Start erfolgte am 4. April 2016. Kernstück des Notruf-Systems ist ein Stecker für die 12-Volt-Buchse im Auto. Beschleunigungssensoren im Stecker erkennen eine Kollision und die Stärke des Aufpralls. Registriert der Stecker einen Unfall, sendet er diese Information an eine Unfallmelde-App auf dem Smartphone des Autofahrers. Die App meldet den Unfall, die aktuelle Position des Fahrers und die letzte Fahrtrichtung an eine Notrufzentrale. Gleichzeitig wird eine Sprechverbindung mit dem Autofahrer am Unfallort hergestellt. Im Fall eines schweren Unfalls leitet die Notrufzentrale sofort Rettungsmaßnahmen ein. Technisch betrieben wird der Unfallmeldedienst von der GDV Dienstleistungs-GmbH & Co. KG (GDV DL). Aktuell beteiligen sich laut GDV DL zunächst 46 Kfz-Versicherer als Anbieter. Zur Markteinführung stehen rund eine halbe Million Unfallmeldestecker zur Verfügung. Der Meldedienst kann auch bei Bagatellschäden oder Pannen manuell betätigt werden und Kontakt zum Kfz-Versicherer herstellen. www.autoservicepraxis.de Foto: GDV Gestatten, das Beste für Fahrwerk und Antrieb. SACHS ist Ihr Spezialist für moderne Antriebs- und Fahrwerktechnik. Wir stehen für innovative Kupplungen und Stoßdämpfer, die dank hochwertigem Material und jahrzehntelang erworbenem Know-how deutlich mehr bieten als herkömmliche Produkte: mehr Zuverlässigkeit, mehr Leistungsstärke, mehr Ausdauer. Eine perfekte Mischung aus Komfort und Dynamik sorgt dabei für optimalen Fahrspaß auf allen Strecken. Mit Stoßdämpfern und Kupplungen von SACHS haben Sie die Besten an Bord!

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TITEL Foto: benjaminnolte/Fotolia UNFALLINSTANDSETZUNG Es könnte sich rechnen ... Jährlich werden bis zu 2,5 Millionen Kfz-Unfälle polizeilich erfasst. Schätzungen gehen aber von bis zu zwölf Millionen Karosserieschäden aus. Ist die Instandsetzung für Kfz-Betriebe also ein einträgliches Geschäftsfeld? ach wie vor ist das Unfallinstandsetzungsgeschäft durch die Maßnahmen der Kfz-Versicherer gesteuert. Ein Blick in die GDV-Statistik belegt, dass sich die Umsatzgrößen der durch die Versicherungsgesellschaften beglichenen Beträge mit rund 20,1 Milliarden Euro im Jahr 2010 nur geringfügig auf 20,7 Milliarden Euro im Jahr 2014 gestei- gert haben. In einer Langfristbetrachtung von 1995 bis 2014 ist zwar ein „nominaler“ Anstieg von ausbezahlten „Leistungen“ der Kfz-Versicherer von 22 Prozent nachvollziehbar. Unter Bezugnahme auf die allgemeinen Preissteigerungsraten in Deutschland wäre allerdings in diesem Zeitraum eine Steigerung von rund 29 Prozent notwendig gewesen, um die infla- HERAUSFORDERUNGEN ■ Investitions- und Risikobereitschaft in größere Betriebseinheiten zur Realisierung von Skaleneffekten ■ Zeitgemäße Qualifizierung und Betriebsausstattung hinsichtlich neuer Reparatur- und Instandsetzungsmethoden ■ Sicherstellung der „Grundauslastung“ durch erweitertes Angebots- und Leistungsspektrum (z.B. Smart-Repair) ■ Prozessuale und kompetenzseitige Optimierung mit Integration „digitaler“ Abläufe ■ Schaffung von Betreuungs- und Marketing-Kompetenzen hinsichtlich spezieller Kunden gruppen wie gewerbliche Abnehmer oder Freiberufler AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 tionäre Entwicklung auszugleichen. Selbstverständlich haben zu diesem „realen Rückgang“ nicht nur die Aktivitäten zur Schadensteuerung an die kostenoptimierten Netze der Kfz-Versicherer beigetragen. Wesentliche Entlastungseffekte sind den mittlerweile milden Wintermonaten, aber auch den Fahrerassistenzsystemen, die zu geringeren Schadenaufkommen führen, zuzurechnen. Volatilität des Schadenaufkommens Hinzu kommen die Schwankungen bei der Unfallhäufigkeit im Jahresverlauf. Daraus resultieren Auslastungsspitzen in den Monaten Mai und Juli sowie von Oktober bis Dezember. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes kommt es – entgegen der häufig anzutreffenden Meinung – sogar in den Wintermonaten Januar und Februar zu den wenigsten Unfällen. www.autoservicepraxis.de

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KURZFASSUNG Auf den ersten Blick scheint der Unfallinstandsetzungsbereich ein einträgliches Geschäftsfeld für Kfz-Betriebe zu sein. Auf den zweiten Blick zeigen sich zentrale Herausforderungen. Stagnierende – im vergangenen Jahr sogar rückläufige – Umsätze sowie die hohe Schwankungsbreite hinsichtlich der Auslastung stellen die Karosserie- und Lackierbetriebe vor spezifische Herausforderungen hinsichtlich der betriebswirtschaftlichen Tragfähigkeit. Insbesondere wird deutlich, dass auslastungsschwache Perioden durch neue Geschäfts-und Betätigungsfelder zu nivellieren sind. Eine Analyse des Angebotsverhaltens von Auto hausbetrieben zeigt, dass beispielsweise die Entfernung von Beulen zum üblichen Leistungsspektrum zählt. Allerdings führen solche Arbeiten nur etwa 41 Prozent der Betriebe selbst aus. Ein ähnliches Bild bei der Lackreparatur – der so genannten Spot-Lackierung. Rund 98 Prozent der befragten Autohaus-Verantwortlichen geben an, dass solche Reparaturumfänge durch ihre Betriebe angeboten würden. Hingegen führt nur ein Anteil von rund 39 Prozent solche Lackreparaturen selbst durch (siehe Grafik rechts unten). Kritische Betriebsgröße Die Analysen am Institut für Automobilwirtschaft zeigen zudem, dass die heute kleinbetrieblichen Strukturen zu ungünstigen Aufwands-/Ertragsrelationen führen. Der Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik weist heute eine durchschnittliche Betriebsgröße mit durchschnittlich 9,5 Produktivkräften aus. Der durchschnittliche Umsatz betrug im Geschäftsjahr 2013/14 rund 1,4 Millionen Euro – also etwa 143.800 Euro je Produktivkraft. Die überschlägige Kalkulation am Institut für Automobilwirtschaft zeigt hingegen, dass die betriebswirtschaftliche Tragfähigkeit auf lange Sicht erst bei rund 15 Produktivkräften gegeben ist. Ursächlich für diese Entwicklung hin zu größeren Betriebseinheiten ist vor allem die ungünstige Kostenhöhe und -struktur in Karosserie- und Lackierbetrieben. Sie ist nicht zuletzt verursacht durch zunehmende Investitionsvolumina in die Betriebsund Geschäftsausstattung bezüglich der Reparatur- und Umwelttechnik, aber auch durch zunehmende Personalkosten, die nicht zuletzt durch den Schulungsbedarf hinsichtlich neuer Reparatur- und Instandsetzungsmethoden auch künftig noch ansteigen werden. Vor diesem Hintergrund gelingt die Realisierung sogenannter Skaleneffekte erst ab wesentlich größeren Betriebseinheiten, als dies heute in der Branche üblich ist. Zentrale Herausforderungen Für Karosserie- und Lackierbetriebe ergeben sich zentrale Herausforderungen über die betriebswirtschaftliche Tragfähigkeit hinaus aus dem Einsatz neuer Medien bei der Schadensteuerung, aber auch im Angebotsverhalten: Denn Kunden werden das Autohaus oder den Instandsetzungsbetrieb nur dann auch im Schadenfall konsultieren, wenn etwa die Kfz-Versicherung bereits beim Betrieb des Vertrauens abgeschlossen wurde. Zudem sind spezielle Kundensegmente – beispielsweise gewerbliche Kunden oder Freiberufler, die hinsichtlich der Schadenabwicklung grundlegend auf die Sicherstellung der Mobilität angewiesen sind – zu berücksichtigen. Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass der Konzentrationsprozess im K&L-Bereich noch nicht abgeschlossen ist. Es wird einerseits zu größeren Betriebseinheiten kommen, andererseits werden die Vertriebsorganisationen der Hersteller – zusammen mit ihren Captive- Versicherern – stärker auf eine tragfähige Netzabdeckung auch im Karosserie- und Lackierbereich achten. Ebenfalls nicht zu vernachlässigen ist der Trend zur „Digitalisierung“ der Prozesse. Gerade kleinere Betriebe laufen mittlerweile Gefahr, im wahrsten Sinne des Wortes, „den Anschluss zu verpassen“. Prof. Dr. Stefan Reindl ■ SMART-REPAIR: ANGEBOTSVERHALTEN Welche der folgenden Smart-Repair-Methoden bieten Sie an? Welche der folgenden Smart-Repair-Methoden bieten Sie an? Entfernung von Beulen Entfernung Glasreparatur von Beulen Hagelschaden Glasreparatur Hagelschaden Lackreparatur Kunststoffreparatur Lackreparatur Arbeiten Kunststoffreparatur an der Polsterung 100 % 100 99 % 99 % 98 99 % 93 %98 % 93 % Arbeiten an der Polsterung 0 20 40 60 80 93 % Quelle: Institut für Automobilwirtschaft, Studie: Smart-Repair im Autohaus, Befragungszeitraum: Mai 2014, n gesamt = 275, puls Marktforschung GmbH 0 20 40 60 80 100 Eigene SMART Durchführung REPAIR: (intern) DURCHFÜHRUNG vs. Fremdvergabe (extern) Eigene Durchführung (intern) vs. Fremdvergabe (extern) Glasreparatur Kunststoffreparatur Glasreparatur 41 % 59 % 85 % 85 % 15 % 15 % Entfernung Kunststoffreparatur von Beulen 41 % 59 % Entfernung Lackreparatur von Beulen 3941 % 6159 %% Hagelschaden Lackreparatur Arbeiten an der Hagelschaden Polsterung 25 % 24 25 % 7539 %% 76 75 % 61 % Arbeiten an der Polsterung 24 % 76 % 40 60 80 100 0 20 40 60 80 100 Quelle: Institut für Automobilwirtschaft, Studie: Smart-Repair im Autohaus, Befragungszeitraum: Mai 2014, n gesamt = 275, puls Marktforschung GmbH www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 15

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TITEL TÜV SÜD Direktwahl-Taste Schadengutachten gehören seit jeher zur Kernkompetenz von TÜV SÜD. Mit „Blue Button“ unterstützt der Prüfkonzern jetzt Kfz-Betriebe umfassend und schnell bei der gesamten Unfallschadensabwicklung. ie Instandsetzung von Unfallschäden ist bekanntlich eines der lukrativsten Geschäftsfelder der Kfz- Branche. Vorausgesetzt, der Kunde fühlt sich professionell beraten und der Schaden wird schnell und unbürokratisch abgewickelt. Denn hakt es im System, können Werkstatt und Kunde auf offenen Rechnungen sitzen bleiben. In Folge meiden viele Werkstätten die Risiken des Unfallgeschäfts überlassen es oft Karosserie- und Lackbetrieben. Zwei Chancen winken Doch wer so handelt, dem entgehen gleich zwei Chancen: Einerseits würde nämlich eine schnelle und qualitativ hochwertige Abwicklung helfen, Bestands- und Neukunden an die Werkstatt zu binden, andererseits könnte die Werkstattauslastung und damit der Ertrag deutlich gesteigert werden. Auch wenn dies viele Werkstattchefs wissen, Jetzt neu: Blue Button für den Erstkontakt zu TÜV SÜD AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 Schnelle Rückmeldung Nach Aktivierung der App meldet sich TÜV SÜD binnen 120 Sekunden beim Werkstattbetreiber telefonisch, um die Beauftragung des Sachverständigen zu bestätigen. Sind bereits Kundendaten hinterlegt, greifen jetzt die vorkonfigurierten Services für diesen Kunden. Die weitere Kommunikation findet digital und datenschutzgeprüft statt, um die folgenden Prozesse einfach und kurz zu halten. Ist der Sachverhalt eindeutig, wird von hier an der Schaden schnell und zuverlässig abgefehlt es meist an Ressourcen und rechtlichem Know-how, um die Schadensabwicklungsprozesse effizient und schnell durchführen zu können. Fotos: nightfly84/Fotolia, TÜV SÜD Hier sieht TÜV SÜD ein neues Servicefeld und bietet Kfz-Werkstätten und Autohäusern Unterstützung bei der prozessualen Schadensabwicklung als Gesamtdienstleistungspaket an. Der selbstformulierte Anforderungskatalog ist dabei hoch gesteckt. Er umfasst die klassische Schadenkalkulation samt Gutachten, das gesamte Dokumentenmanagement (nach vorheriger Abtretungserklärung) bis hin zur Korrespondenz – in Summe also alles, was zur problemlosen Schadenregulierung notwendig ist. „Damit der Schadensabwicklungsprozess möglichst schnell anlaufen kann, wurde die Smartphone-App ‚Blue Button‘ entwickelt“, sagt Maximilian Küblbeck, Produktverantwortlicher Schadengutachten Division beim TÜV SÜD. „Sie stellt einen Erstkontakt zu TÜV SÜD her und dient als eine Art ‚Klingelknopf ‘, wenn eine Unfallschadenreparatur beauftragt wird.“ www.autoservicepraxis.de

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wickelt. TÜV SÜD übernimmt dabei die komplette Kommunikation und Abwicklung zwischen Kunde, Versicherung, Werkstatt, Sachverständigen und gegebenenfalls Rechtsanwalt. Muss die Rechtslage geklärt werden, wird auf Wunsch ein hochspezialisierter Verkehrsrechtsanwalt eingeschaltet. Dieser kümmert sich dann professionell auf Basis aktuellster Rechtsprechung um den Ausgleich berechtigter Ansprüche des Geschädigten und der Werkstatt gegenüber der Versicherung. Telefonischer Support inklusive Basis der neuen Dienstleistung ist eine neu entwickelte Schadenmanagementsoftware, die als Schnittstelle und Kommunikationsplattform mit den Versicherungen dient. Inkludiert sind auch ein telefonischer Support über speziell ausgebildete TÜV SÜD-Ansprechpartner. Unterstützt wird der Prozess zudem durch ein bundesweites Netzwerk an Verkehrsrechtspezialisten, die bei Bedarf die verkehrsrechtliche Gesamtabwicklung beziehungsweise Beratung gewährleisten. Das neue Serviceangebot Blue Button von TÜV SÜD ist dabei modular aufgebaut. Mit den einzelnen Dienstleistungspaketen sind somit auch kleine und mittlere Kfz- Unternehmen in der Lage, das lukrative Geschäft nach einem Unfall professionell und unbürokratisch zu betreiben. „Die Vorteile des Blue-Button-Konzeptes liegen für Werkstatt und Geschädigten klar auf der Hand“, erklärt Maximilian Kübl beck. „Es bietet für alle Seiten eine deutliche Arbeitsentlastung, da jegliche Korrespondenz mit Versicherungen und sonstigen Beteiligten übernommen wird. Auch zeitliche Verzögerungen durch fehlende Formulare oder Daten werden vermieden, denn bei Bedarf werden diese durch die Mitarbeiter des TÜV SÜD vervollständigt.“ Da sämtliche notwendigen Dokumente digital und online abrufbar Maximilian Küblbeck, Produktverantwortlicher TÜV SÜD Auto Service in der sogenannten Onlineschadensakte allen Beteiligten zur Verfügung stehen, sind zudem Transfer-Prozesse deutlich beschleunigt. Dies gewährleistet auch, dass Autohaus und Kfz-Werkstatt stets aktuell über den Fortlauf der Schadensabwicklung informiert sind. Mit professioneller Beratung und schnellerer Abwicklung von Unfallschäden bietet TÜV SÜD Kfz-Betrieben mit Blue Button die Möglichkeit, sich ein zusätzliches lukratives Standbein zu erschließen. Gezieltes Management und direkte Kommunikation mit allen Beteiligten sind dabei Garant für Kfz-Werkstätten und Autohäuser, erfolgreich das Geschäftsfeld Unfallschadensabwicklung zu betreiben. Marcel Schoch ■ Wir unterstützen die Meister von morgen Die jahrzehntelange Erstausrüsterkompetenz im Lenkungsund Fahrwerkbereich verpflichtet LEMFÖRDER seit jeher, aktiv den Nachwuchs an künftigen Meistern zu fördern. Profitieren Sie von unserem Know-How – denn Wissen sichert Ihre Zukunft sowie die Zukunft der Branche. zf.com/lemfoerder

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TITEL GASTKOMMENTAR Schadensteuerung am Scheideweg? Partnerbetriebe müssen nah am Markt bleiben und ihre Entscheidungen mit kühlem Kopf treffen. Der BVdP unterstützt sie dabei. Ein Gastkommentar von Robert Paintinger, Geschäftsführer vom BVdP. chadensteuerung – das dürfte eines der am widersprüchlichsten diskutierten Themen in der Kfz-Branche sein. Fluch und Segen liegen nah beieinander. Hohe Auslastung bei knappen Konditionen stellt die Partnerbetriebe vor die Herausforderung, extrem prozessorientiert und effizient zu arbeiten, um bei höchster Service- und Reparaturqualität noch Geld zu verdienen. Egal, wie es betrachtet wird: Fakt ist, dass Schadensteuerung nicht mehr verschwinden und sich der Trend hin zum Volumenkunden verstärken wird. Der BVdP als Interessenvertretung der Partnerbetriebe steht der Schadensteuerung grundsätzlich positiv gegenüber. Die Interessen müssen aber so ausgewogen berücksichtigt werden, dass am Ende jeder der Beteiligten profitiert. Wenn der Druck auf die Konditionen zu stark wird, könnte das zu Einbußen an der Reparaturqualität führen. Und daran kann wirklich niemand Interesse haben. Gestiegene Anforderungen Vor rund 15 Jahren, als die Schadensteuerung in Deutschland sozusagen das Laufen lernte, waren die Anforderungen an die Betriebe noch vergleichsweise überschaubar. Die Konditionen waren akzeptabel und Serviceleistungen, wie Ersatzfahrzeuge, wurden teils sogar noch vergütet. Im Laufe der Jahre wurden die Zügel immer straffer gezogen. An den Konditionen wurde geschraubt. Ersatzfahrzeuge sollten kostenlos herausgegeben werden, verunfallte Fahrzeuge kostenlos geholt und gebracht, Ersatzteile über bestimmte Plattformen bestellt werden. KURZFASSUNG Robert Paintinger vom BVdP über aktuelle Entwicklungen und wie der Verband seine Partnerbetriebe in der Entscheidungsfindung hinsichtlich des geplanten HUK-Coburg AutoService-Konzepts unterstützt. AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 Robert Paintinger, Geschäftsführer vom Bundes verband der Partnerwerkstätten e. V. Anfang 2010 wurde diese Spirale ständig neuer Forderungen gestoppt. Die Partnerbetriebe taten sich zusammen und bündelten ihre Interessen beim BVdP. Seitdem blieben diese von weiteren „Einschlägen“ weitgehend verschont und der deutsche Markt konnte sich dank der Lobbyarbeit des BVdP – anders als in vielen anderen europäischen Märkten – einigermaßen zufriedenstellend entwickeln. Das heißt nicht, dass sich die Betriebe bequem zurücklehnen konnten. Im Gegenteil. Steigende Kosten erforderten eine starke Fokussierung der Werkstätten auf Prozessoptimierung und Effizienzsteigerung. Dabei werden die Betriebe durch QualiCar und die Best- Practice-Zirkel des BVdP unterstützt. Nun erlebt der Markt aber einen Umbruch, der das Potenzial hat, viel Althergebrachtes komplett umzukrempeln. Die Rede ist vom Konzept HUK-Coburg AutoService. Bis 2018 möchte der Versicherer ein Mechanik-Werkstattnetz mit bis zu 300 Betrieben aufgebaut haben. Diese Betriebe sollen aus dem bisherigen K+L- Netz der HUK-Coburg kommen. „Die Partnerwerkstatt“, mit komplett ausgearbeitetem CI, soll das Erkennungsmerkmal Foto: BVdP des neuen Werkstattnetzes sein. Die HUK-Coburg begründet ihre Aktivität damit, sich in einem wandelnden Markt die Schnittstellen zum Kunden sichern zu wollen. Das klingt aus Sicht des Versicherers durchaus nachvollziehbar. Und für freie Partnerbetriebe könnte daraus die Chance erwachsen, sich unter dem Dach einer Endkundenmarke eines großen Partners strategisch aufzustellen. Entscheidung gut abwägen Die Positionierung des BVdP zu dieser Entwicklung ist sehr klar. Kein Fachbetrieb sollte am HUK-Coburg AutoService-Konzept teilnehmen, aus Angst davor, ein Zug könnte ohne ihn abfahren. Jede einzelne Werkstatt sollte ganz nüchtern rechnen, ob der Ertrag die Mühe lohnt. Und darauf wird es mehrere Antworten geben. Manche Betriebe werden bereits gut im Servicebereich unterwegs sein. Andere werden sowohl Prozesse als auch Know-how erst schaffen müssen. Gleiches gilt für Flächen, Werkzeuge, Betriebsausstattung, Gebäude usw. Der BVdP wird die Betriebe dabei unterstützen, eine für sie passende Entscheidung zu finden. In Gesprächen mit den Verantwortlichen der HUK-Coburg haben wir die Erwartungshaltung des BVdP dargelegt. Kein Betrieb darf zu einer Entscheidung „pro“ Teilnahme am HUK-Coburg Auto- Service gedrängt werden. Entscheidungsgrundlage muss ausschließlich die Erfüllung der betrieblichen Interessen sein. Daher darf es auch keine Nachteile für Betriebe geben, die sich letztlich gegen den HUK-Coburg AutoService entscheiden. Darüber scheint es zwischen dem Versicherer und dem BVdP keine grundsätzlich unterschiedlichen Meinungen zu geben. Dieser Konsens ist für die Zukunft der Partnerbetriebe überaus wichtig und muss auch weiterhin die Basis einer partnerschaftlichen und kooperativen Zusammenarbeit zwischen Steuerer und Werkstatt sein. www.autoservicepraxis.de

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Be a Hero! Auto Service Meister 2016! Seite Seite Seite Inhalt Die Seite für den Chef Tipps für die Unternehmensnachfolge im Betrieb Der zweite Fragebogen (2/4) Fehlerdiagnose/Mess- und Prüfsysteme Meisterschule im Porträt Landesfachschule des Kfz-Gewerbes Hessen in Frankfurt am Main Alle Infos: autoservicemeister.de Eine Initiative von Unterstützt von

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WEITERBILDUNG DIE SEITE FÜR DEN CHEF Stabwechsel in der Werkstatt Die Unternehmensnachfolge zu regeln, ist für den Geschäftseigentümer die größte Herausforderung seines Berufslebens. Es geht um die Bewahrung des Lebenswerks und auch um die Sicherung der Arbeitsplätze. Im Idealfall läuft die Geschäftsübergabe problemlos – das geht nur bei sorgfältiger Planung. rundsätzlich ist die Nachfolgeregelung, und alles was damit zusammenhängt, für den Übergeber und für den Übernehmer ein einschneidender Schritt im Leben. Der Übergeber gibt sein Unternehmen aus der Hand; auf der anderen Seite steht dem Übernehmer eine Existenzgründung bevor. Vieles ist hier zu beachten, soll dieser Prozess zur Zufriedenheit aller über die Bühne gehen. Um hierbei den Überblick nicht zu verlieren, ist ein schriftlicher „Fahrplan“ die beste Lösung. Klarheit über den zeitlichen Ablauf Klarheit sollte dabei vor allem über den Übergabezeitraum bestehen und welche Art von Nachfolge in Frage kommt. Je nachdem ob eine familieninterne Nachfolge angedacht ist, Fremdgeschäftsführung, die Übergabe an einen bewährten Mitarbeiter oder gar eine externe Nachfolge, sind hier verschiedene Schritte AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 einzuleiten. Gleiches gilt für die Form, in welcher Weise das Unternehmen übergehen soll. Vererben, Verschenken, Verkaufen, Vermieten und Verpachten sind ganz unterschiedliche Möglichkeiten. Vom jeweiligen Modell abhängig, sind dann wiederum verschiedene rechtliche Aspekte bei der Übergabe zu beachten, die entweder per Testament, Ehevertrag, Erbvertrag, Gesellschafts- oder sonstige Verträge zu regeln sind. Auch die Mitarbeiter sind auf die Übergabe vorzubereiten. Dabei sind arbeitsrechtliche Vorschriften und Vereinbarungen zu berücksichtigen. Letztlich ist auch das so genannte Rating bei der Übergabe wichtig. Damit ist die Taxierung des Geschäftwerts in Abhängigkeit von Geschäftsentwicklung, Management, Planung, Finanzierung, Investition, Beschaffung, Vorratswesen, technischer Ausstattung, Leistungen, Marktkonzept und Maßnahmen zum Umweltschutz gemeint. Foto: Fotolia/cirquedesprit Bereits die wenigen hier genannten Beispiele zeigen, dass der Unternehmer fachliche Unterstützung in allen Phasen der Übergabe in Anspruch nehmen sollte. Dienstleister wie Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Unternehmensberater, Kreditberater der Bank oder Experten der Kammern, Verbände und Berufsgenossenschaften können entscheidend an einer erfolgreichen Übergabe mitwirken. Dies gilt auch, wenn ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin noch fehlen. In einem solchen Fall bieten sich Nachfolgebörsen an (zum Beispiel: www.nexxtchange.org oder www.dub.de/unternehmensnachfolge). Hilfe bei den Innungen Auch einige Innungen haben mittlerweile die Probleme bei der Geschäftsübergabe erkannt und unterstützen ihre Mitglieder bei der Abwicklung mit Rat und Tat. So auch die Kfz-Innung Schwaben in Augsburg. „Viele Unternehmer unterschätzen den Aufwand, die eine Geschäftsnachfolge bedeutet“, sagt Petra Brandl, Geschäftsleiterin der Kfz-Innung Schwaben. „Wir bieten daher aktive Unterstützung an und vermitteln bei Bedarf Geschäftsinhabern und Unternehmern Experten, die bei der Übergabe helfen können.“ Wer für sein Geschäft die Unternehmensnachfolge ohne Fallstricke und Hürden lösen möchte, der kann heute auf umfangreiche Hilfe zurückgreifen. „Trotz aller Unterstützungsangebote ist das Wichtigste bei der Geschäftsübergabe, dass beide Seiten sich hierfür Zeit nehmen“, sagt Petra Brandl. „Erfahrungsgemäß dauert der Prozess einer erfolgreichen Geschäfts-Nachfolgeregelung zwei bis vier Jahre.“ Innerhalb dieses Zeitrahmens lassen sich alle juristischen Verpflichtungen und organisatorischen Aufgaben problemlos abarbeiten. Vielleicht aber noch wichtiger – das weitgesteckte Zeitfenster ermöglicht es auch beiden Seiten, sich schrittweise an die neue Situation zu gewöhnen. Marcel Schoch ■ www.autoservicepraxis.de

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ASM 2016 Fragebogen 2 Jetzt mitmachen unter: www.autoservicemeister.de Sponsorenfrage 1. Was ist neben dem Knickpunkt bei der Scheinwerfereinstellung eines Abblendlichtes noch zu beurteilen? ☐ Gierwinkel ☐ Hell-Dunkel-Grenze ☐ Lichtbündelmitte 2. Mit Einführung der Europäischen On-Board-Diagnose wurden alle Fahrzeuge mit einem genormten 16-poligen EOBD-Stecker ausgerüstet. Welche Pins sind bei dem 16-poligen EOBD-Stecker nach ISO-Norm für den CAN-BUS zuständig? ☐ CAN-High Pin 7 und CAN-Low Pin 15 ☐ CAN-High Pin 14 und CAN-Low Pin 6 ☐ CAN-High Pin 6 und CAN-Low Pin 14 3. Bei der Europäischen On-Board-Diagnose werden Readiness- Codes gespeichert. Aus wie vielen Stellen besteht ein Readiness- Code und wie wird er gelesen? ☐ Er besteht aus 11 Stellen und wird von rechts nach links gelesen. ☐ Er besteht aus 12 Stellen und wird von rechts nach links gelesen. ☐ Er besteht aus 11 Stellen und wird von links nach rechts gelesen. 4. Sie prüfen an einem Fahrzeug mit Common-Rail-Kraftstoffsystem einen Piezo-Inline-Injektor. Wie hoch ist die erwartete Ansteuerspannung des Injektors? ☐ Die Ansteuerspannung liegt im Bereich von 170–200 V. ☐ Die Ansteuerspannung liegt im Bereich von 110–150 V. ☐ Die Ansteuerspannung liegt im Bereich von 60–90 V. Meisterfrage Diese Frage wird gestellt von: 5. Um eine fehlerfreie Diagnose an einer Pkw-Klimaanlage (Kältemittel: R-134a) durchführen zu können, müssen die Drücke in der Anlage mit einem geeigneten Klimaservicegerät gemessen werden. Wie hoch sind die Soll-Drücke im Kältemittelkreislauf? ☐ Hochdruck: ca. 16 bar ☐ Hochdruck: ca. 20 bar ☐ Hochdruck: ca. 18 bar 8. Welche primäre Aufgabe hat der „Hydraulische Koppler“ in einem Diesel-Piezo-Injektor? ☐ Die Längenänderung des Aktormoduls wird vom Hydraulischen Koppler vergrößert und auf das Servo ventil übertragen. Somit wird der Rücklauf geschlossen. ☐ Die Längenänderung des Aktormoduls wird vom Hydraulischen Koppler verkleinert und auf das Servo ventil übertragen. Somit wird der Rücklauf geschlossen. ☐ Die Längenänderung des Aktormoduls wird vom Hydraulischen Koppler vergrößert und auf das Servo ventil übertragen. Somit wird der Rücklauf geöffnet. Niederdruck: ca. 1,2 bar Niederdruck: ca. 1,2 bar Niederdruck: ca. 2 bar 6. Bei Fahrzeugen mit EOBD erfolgt die Datenübertragung zwischen den Steuergeräten und dem Diagnosetester über das CAN-Bus System. Die CAN-Bus-Datenübertragung erfolgt in kurzen Botschaften mit einer Datenlänge zwischen 0 und 8 Byte. Welche 2 Formate lässt das CAN-Protokoll zu? ☐ Ein Standardformat mit einem 11 Bit langen Identifier und ein erweitertes Format mit einem 30 Bit langen Identifier. ☐ Ein Standardformat mit einem 12 Bit langen Identifier und ein erweitertes Format mit einem 29 Bit langen Identifier. ☐ Ein Standardformat mit einem 11 Bit langen Identifier und ein erweitertes Format mit einem 29 Bit langen Identifier. M. Grieger Ausbilder Landesfachschule des Kfz-Gewerbes Hessen Punkte Punkte je Frage Punkte Im gesamten Wettbewerb sind 210 Punkte zu erreichen. Der Teilnehmer mit der höchsten Gesamtpunktzahl gewinnt. Bei gleicher Punktzahl wird der Gewinner per Losentscheid ermittelt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Teilnahmebedingungen unter: www.autoservicepraxis.de www.autoservicemeister.de/teilnahmebedingungen. AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 21 Einsendeschluss 4. Juli 2016

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WEITERBILDUNG MEISTERSCHULE IM PORTRÄT Hessische Schmiede Die Landesfachschule des Kfz-Gewerbes Hessen blickt auf eine lange Tradition zurück. Die Meisterausbildung ist immer auf der Höhe der Zeit. Steckbrief Landesfachschule des Kfz-Gewerbes Hessen in Frankfurt am Main Termine: Vollzeit: Januar und Juli 2017 Teilzeit: Januar 2017 (noch freie Plätze) Wartezeit: Vollzeitkurs 6 Monate Lehrgangsinhalte: Meisterprüfung Teil I-IV Unterrichtszeiten: Vollzeit: Mo. - Fr. 7:30 - 16:30 Uhr, teilw. Sa. Teilzeit: Di. und Do.: 17:45 - 21:00 Uhr Sa. 7:30 - 14:45 Uhr Besonderheiten: Training Lerntechnik zu Beginn, Weiterbildung AU, Klima und Airbag enthalten. Internat Interview Durch das historische Tor des alten Hofguts der Stadt Frankfurt am Main gelangt man in den Hof der Landesfachschule des Kfz-Gewerbes Hessen. Vom alten Bauernhof mit eigener Schmiede zeugt heute nur noch eben dieses Backstein-Hoftor, aus den alten Stallungen wurden die modernen Räume eines Technologie-Zentrums mit neuester Kfz-Technik. Im Oktober beginnen die Bauarbeiten für vier zusätzliche Ausbildungswerkstätten und zwei Parkdecks. Über 12.000 Meisterinnen und Meister wurden seit Gründung der Schule 1964 ausgebildet, unterrichtet wird in zehn Werkstätten und acht Theorieräumen. Neben den Meisterschülern kommen angehende Kfz-Mechatroniker für die überbetriebliche Ausbildung in die Landesfachschule sowie Teilnehmer von Kursen und Weiterbildungslehrgängen; zusätzlich haben auch Karosseriebauer hier eine Heimat gefunden. Die theoretische Ausbildung der angehenden Meister findet unter anderem im Hörsaal sowie in Seminarräumen in Kleingruppen statt, während für den Praxisteil AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 den Werkstätten kleine „Lerninseln“ angegliedert sind, damit nach der Theorie die Unterrichtsinhalte direkt am Fahrzeug umgesetzt werden können. Vom Achsmessstand über neueste Diagnosegeräte, von der Lackiererei bis zum komplett ausgestatteten Hochvoltbereich ist alles vorhanden, was für eine exzellente und aktuellen Anforderungen genügende Ausbildung erforderlich ist. Der Fuhrpark besteht aus über 60 Schulungs-Kfz, darunter zwei Elektroautos und drei Hybride. Elf fest angestellte Meister und 24 nebenberuflich tätige Dozenten bilden das Lehrteam. In der neuen Kantine wird für alle Gäste der Landesfachschule frisch zubereitetes Essen angeboten. Übernachtungsmöglichkeiten für externe Schüler gibt es im Wohnheim – im einfachen Zimmer mit Gemeinschaftsduschen oder im komfortablen Einzelzimmer mit eigenem Bad. Die Geschäftsstelle berät zu allen Einzelheiten der Abendund Vollzeit-Kurse, und hilft auch bei den Anträgen zum Meister-BAföG oder bei der Anmeldung zur Meisterprüfung vor der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein- Main. Dietmar Winkler ■ Matthias Grieger, Stellvertretender Werkstattleiter und Ausbilder asp: Womit lassen sich ihre Kursteilnehmer am besten motivieren? Unser Motivationspaket basiert auf drei Strategien: Konsequenter Praxisbezug in allen Bereichen der Aus- bzw. Weiterbildung, Einsatz neuester Automotive-Technologien in allen Kursen sowie handlungsorientierte Fehlersuche an aktuellen Kfz-Systemen. asp: Was macht eine gute Schule aus? Die Meisterschule sollte nicht nur eine Bildungsstätte, sondern vielmehr ein Kompetenzzentrum sein und die Ausbilder sollten über tiefe Praxiserfahrung verfügen. asp: Ist Vollzeit oder Teilzeit besser? Beide Modelle haben ihre Berechtigung. Faktoren wie Zeitrahmen, Familie, Kosten, Verdienstausfall und Arbeitsplatzsicherung spielen eine maßgebliche Rolle. www.autoservicepraxis.de

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BUCHTIPP ERSCHEINUNG Bestell-Nr.: 205 Softcover, 16,8 x 24 cm, farbig, ca. 120 Seiten, 1. Auflage 2016 € 34,00 (€ 36,38 inkl. MwSt.) Leseprobe Jetzt gleich bestellen! Tel.: 089/20 30 43 - 1900 Fax: 089/20 30 43 - 2100 eMail: vertriebsservice@springer.com eShop: www.springer-automotive-shop.de In 6 Schritten auf Platz 1 bei Google Antje Socher SEO für Autohaus und Werkstatt Anleitung zur zielgerichteten Suchmaschinenoptimierung Die Suchmaschinenoptimierung (englisch: Search Engine Optimization, SEO) ist zu einem wichtigen Instrument der Kundenbindung und -gewinnung geworden, denn: Die beste Webseite nutzt nichts, wenn sie kein Kunde findet! In unserer Neuerscheinung „SEO für Autohaus und Werkstatt“ wird Ihnen Suchmaschinenoptimierung grundlegend und verständlich erklärt. Das Buch ist ein erstklassiger Leitfaden, der nicht nur zum einmaligen Lesen und Optimieren, sondern als Nachschlagewerk und Ideengeber für Ihre Website gedacht ist. Anhand von Checklisten am Ende jedes Kapitels können Sie die einzelnen Schritte einfach überprüfen.

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AUTOMOBILTECHNIK ZÜND-/GLÜHKERZEN Zündende Innovationen Fotos: Fotolia/pit24, BorgWarner, Bosch, NGK Zünd- und Glühkerzen müssen nicht nur zuverlässig arbeiten und eine lange Lebensdauer aufweisen, sondern auch den Verbrauch des Autos reduzieren und zur Emssionsminderung beitragen. ie Zündkerze in Ottomotoren hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Unterschiedliche Motorenkonzepte haben zu verschiedenen Zündkerzenkonstruktionen geführt. Ziel ist dabei eine höhere Lebensdauer und Zündsicherheit sowie ein niedriger Verbrauch und geringere Emissionen, um die strengen Euro-Normen einzuhalten. Zuverlässige Zündung Liegen die Spitzendrücke im Brennraum bei regulärer Verbrennung zwischen 100 und 120 bar, können es in modernen Turbo-Motoren auch 250 bar werden. Durch die höheren Arbeitsdrücke steigt auch der Zündspannungsbedarf. Wichtig ist hier eine zuverlässige Zündung und Entflammung des Luft-Kraftstoff-Gemisches. Besonders die Standfestigkeit der Elektroden KURZFASSUNG leistungen von Denso auf dem Gebiet der Zündkerzentechnologie zählen beispielsweise die weltweit erste Zündkerze mit Platinelektrode und die feinste Iridium- Mittelelektrode der Welt mit einem Durchmesser von nur 0,4 Millimetern. Diese Innovationen sind auch auf dem Aftermarket mit dem Zündkerzen-Programm „Speed-Line“ erhältlich: Das Programm umfasst 150 Zündkerzenreferenzen, die über 90 Prozent des aktuellen Fahrzeugbestandes abdecken. Mit Nickel-, Iridium- und Platinkerzen beinhaltet Speed-Line die unterschiedlichsten Zündkerzen-Technologien und stellt mit jeder einzelnen Referenz die passgenaue Technik für jede Motoranforderung bereit. NGK entwickelte über die Jahre ebenfalls eine Vielzahl unterschiedlicher Zündkerzen-Typen. Hinzu kamen Edelmetall- und Doppeledelmetall-Zündkerist unter diesen schwierigen Bedingungen gefordert. Hohe Abgasrückführungsraten und hohe thermische und elektrische Lasten müssen überstanden werden. Durch die Werkstoffentwicklung der Keramik und gezielte Anpassungen des Designs wurde die High-Performance-Zündkerze von Bosch für diese Belastungen ausgelegt. Die Kopfbiegefestigkeit wurde durch die Erhöhung der Wandstärke des Isolators verbessert. Gleichzeitig hat die High- Performance-Zündkerze eine Durchschlagsfestigkeit von mehr als 45.000 Volt und erfüllt die Verschleißanforderungen der Erstausrüstung. Bosch bietet die High- Performance-Zündkerzen für aufgeladene Motoren mit Benzin-Direkteinspritzung auch im Werkstattprogramm an. Auch Automobilzulieferer Denso bietet Zündkerzen für die Erstausrüstung und den Aftermarket an. Zu den Pionier- Durch das Downsizing der Motoren und die höheren Drücke müssen Zündkerzen höhere Leistungen erbringen. Gleichzeitig sollen sie länger halten. Auch bei Dieselmotoren werden höhere Anforderungen an moderne Glühkerzen gestellt. AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 Links: Keramikglühkerze (CGP), rechts zum Vergleich eine Stahlglühkerze (beide von BorgWarner) www.autoservicepraxis.de

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zen. Hybridzündkerzen und Gleitfunkenzündkerzen, die bereits vor Erreichen der Selbstreinigungstemperatur Ablagerungen am Isolator entgegenwirken, wurden für verrußungsanfällige Motoren konzipiert. Und Zündkerzen mit mehreren Masseelektroden wirkten der mit zunehmender Laufleistung abnehmenden Zündleistung selbst ohne Einsatz teurer Edelmetalle entgegen. Die Edelmetall-Zündkerze hat die Standard-Zündkerze übrigens in der Erstausrüstung europäischer Hersteller so gut wie verdrängt. Auch Gleitfunken-, Halbgleitfunken- und Hybridkerzen oder Zündkerzen mit mehreren Masseelektroden kommen für moderne, hochaufgeladene Motoren nicht mehr infrage. In der Erstausrüstung sind nur noch unterschiedliche Typen von Einmasse-Edelmetall-Zündkerzen erhältlich. Der Grund: Nur diese bieten die Zündsicherheit, die es zur Einhaltung der Schadstoffnormen erfordert. Zudem haben sich lange, schlanke Gewinde durchgesetzt: M12- Zündkerzen mit Langgewinde sind heute Standard. Gleiches gilt für die neue Zündkerzenkontaktierung im Tassendesign. Alle deutschen Automobilhersteller rüsten ihre neuen Motoren mit der Technologie aus, die in hoch aufgeladenen Motoren extreme Zündspannungen ermöglicht, ohne dass das Durchschlags- oder Überschlagsrisiko steigt. Ein gutes Beispiel, wie viel Hightech in einer Zündkerze steckt, ist die „SILZKFR8D7S“ von NGK. Sie wird exklusiv für den Mercedes A45 AMG geliefert, den mit 360 PS stärksten Vierzylinder-Turbo der Welt. Höhere Temperatur in kürzerer Zeit In Dieselmotoren finden sich zwar keine Zündkerzen, dafür müssen die Glühkerzen im Zuge des Downsizings Höchstleistungen erbringen. Glühkerzen müssen in einer möglichst kurzen Zeit eine hohe Temperatur zur Zündunterstützung bereitstellen – und diese Temperatur unabhängig von den Randbedingungen halten oder sogar in Abhängigkeit von diesen Die High-Performance-Zündkerze von Bosch hält 45.000 Volt stand. anpassen. Wer sich heutige Dieselmotoren anschaut und mit früheren vergleicht, dem fällt auf: Moderne Diesel arbeiten mit niedrigeren Verdichtungen. Aktuell stellen Kompressionsverhältnisse von 16:1 den Standard dar. Einzelne Hersteller setzen bereits auf 14:1. Der Vorteil: Der Verbrauch sinkt – und damit der CO 2 -Ausstoß. Doch auf der Kehrseite verschlechtert sich nicht nur die Zündwilligkeit. Auch die Stickoxid- und Partikelemissionen steigen an. Deshalb sind die mit der Einführung von Euro 6 im Herbst 2014 noch strengeren Grenzwerte eine große Herausforderung, die sich mit keramischen Glühkerzen meistern lässt. NGK hat beispielsweise die keramische Hochtemperatur-Glühkerze („NHTC“) nochmals verbessert. Die NHTC 2 erreicht in nur einer Sekunde 1.000 Grad Celsius und ermöglicht einen otto-ähnlichen und umweltfreundlichen Kaltstart. Die optimierten Nach- und Zwischenglüheigenschaften der Glühkerze minimieren die Geräuschentwicklung von Dieselmotoren. Trotz deutlich gesteigerter Leistungswerte kommt die NHTC 2 mit wesentlich weniger Strom aus. Gegenüber der ersten Generation sank die Leistungsaufnahme von 44 auf 40 Watt. Mit der Drucksensor- Glühkerze PSG („Pressure Sensor Glow Plug“) von Beru lassen sich hingegen in modernen Downsizing-Motoren höhere Spitzendrücke realisieren, Standard- und zukünftige Brennverfahren noch weiter an ihre Grenzen heranführen sowie eine langzeitstabile Emissionskontrolle über die gesamte Motorlebensdauer darstellen. Die PSG ermittelt hierzu zylinderselektiv den sich zyklisch schnell ändernden Brennraumdruck und meldet ihn kontinuierlich an die Steuerungselektronik des Motors, welcher die Verbrennung darauf einstellen kann. Alexander Junk ■ Hebetechnik für Profis Bezug über den autorisierten Fachhandel. NHTC2-Glühkerze von NGK (links) und NGK-Zündkerze für den Mercedes A45 AMG (rechts) www.autoservicepraxis.de info@longus.de • www.longus.de

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AUTOMOBILTECHNIK BATTERIETECHNIK Mini-Kraftwerk für das Auto Die Rolle der Fahrzeugbatterie hat sich stark gewandelt: Da immer mehr Verbraucher versorgt werden müssen, sind die Stromspeicher mehr denn je gefordert. Wir stellen die aktuellen Entwicklungen vor. Fotos: Johnson Controls, Midtronics rüher ließen sich die Aufgaben der Autobatterie an einer Hand abzählen: Sie musste Strom für den Anlasser des Autos, die Beleuchtung, den Scheibenwischer und vielleicht noch ein Autoradio liefern. Heutzutage sind zahlreiche Aufgaben hinzugekommen. Je nach Ausstattung des Autos muss der Stromspeicher bis zu 40 elektrische Verbraucher versorgen. Hinzugekommen sind vor allem Komponenten in der Motorsteuerung und Komfortfunktionen wie die Klima- KURZFASSUNG Batterien in modernen Fahrzeugen müssen bis zu 40 elektrische Verbraucher versorgen. Das bringt konventionelle Blei- Säure-Batterien an ihre Grenzen. Als Alternative stehen EFB-, AGM- oder Lithium- Ionen-Batterien für Hybride zur Verfügung. AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 Glasfaservlies statt Flüssigkeit Einen Schritt weiter gehen die sogenannten AGM-Batterien, die sich besonders gut für stromhungrige Fahrzeuge der Oberklasse eignen, die mit vielen elektronischen Komfortfunktionen und Bremsenergierückgewinnung ausgestattet sind. AGM steht für „Absorbent Glass Mat“. In der Batterie befindet sich ein Glasfaservlies, das mit Schwefelsäure gesättigt ist und somit die Elektrolyt flüssigkeit bindet. AGM-Batterien haben eine dreifach höanlage oder Entertainment-Systeme. In Zukunft kommen noch weitere Anforderungen an die Batterie hinzu, denn moderne Start-Stopp-Systeme, regenerative Bremssysteme und Elektro- sowie Hybridantriebe verlangen einer Batterie einiges ab, da die Energiespeicher deutlich mehr Lade- und Entladezyklen ausgesetzt sind. Diese Entwicklungen haben dazu geführt, dass die koventionellen Blei-Säure-Batterien an die Grenze ihrer Kapazität stoßen. Die Batteriehersteller haben darauf reagiert und für Fahrzeuge mit einfachen Start-Stopp-Systemen Batterien mit EFB- Technik („Enhanced Flooded Batterie“) entwickelt. Bei der EFB-Technologie ist die positive Elektrodenplatte mit einem Polyestergeflecht („Scrim“) beschichtet. Das aktive Material bekommt dadurch zusätzlichen Halt an der Platte. Laut Batteriehersteller Johnson Controls bietet die EFB-Technik eine doppelt so hohe Teilund Tiefentladungsleistung im Vergleich zu konventionellen Batterien. Johnson Controls verkauft EFB-Batterien unter dem Varta-Markenlabel „Blue Dynamic EFB“. Der österreichische Batteriehersteller Banner hat sie als „Running Bull EFB“ und Exide als „EL“-Serie im Angebot. www.autoservicepraxis.de

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here Zyklenlebensdauer als konventionelle Batterien und unterstützen eine größere Zahl von Lade- und Entladezyklen bei begrenztem Leistungsverlust. Unter der Varta-Marke von Johnson Controls sind AGM-Batterien mit der Bezeichnung „Silver Dynamic“ erhältlich. Banner vertreibt AGM-Batterien unter der Produktbezeichnung „Running Bull AGM“ und Exide als „EK“- Serie. 48-Volt-Systeme im Kommen Lithium-Ionen-Batterien sind in konventionellen Autos aufgrund ihrer kompli zierteren Ladetechnik noch nicht verbreitet. Ganz anders sieht es jedoch bei Hybridfahrzeugen aus: Hier sind Bat terien mit Lithium-Ionen-Technik oder eine Kombination aus Blei-Säure - Bat terien mit Lithium-Ionen-Technik sinnvoll. Johnson Controls bietet beispielsweise eine 12- Volt-Lithium-Ionen- Eine 48-Volt-Lithium- Ionen-Batterie von Johnson Controls. Batterie mit kombinierter Blei batterie an, die eine gesteigerte Energieaufnahme aus dem 12-Volt-Netz beim Bremsen bringt. Noch in der Entwicklung sind 48-Volt- Systeme, die gerade bei Hybridfahrzeugen deutlich mehr Energie beim Bremsen speichern und auch stromhungrige Komponenten besser versorgen können. Johnson Controls hat eine Batterie für Mikro-Hybrid-Fahrzeuge entwickelt, die für einen auf 48 Volt ausgelegten Generator und das passende Elektroniksystem konzipiert ist. Die Batterie soll für eine 15 Prozent höhere Kraftstoffeffizienz als in konventionellen Fahrzeugen sorgen. Für Vollhybride bietet der Hersteller ein Batteriesystem einschließlich Zellen, Zellmodulen, Batterie- sowie Temperaturmanagement Alexander Junk ■ BATTERIE-TIPPS: DAS SOLLTEN WERKSTÄTTEN BEACHTEN In neuen Fahrzeugen ist ein Austausch der Batterie sehr aufwändig und nimmt im Regelfall eine Stunde Zeit in Anspruch. Folgende Punkte sollten Werkstätten beachten: ■ Position der Batterie: Eine Starterbatterie muss nicht zwangsläufig im Motorraum untergebracht sein, sie kann sich auch im Kofferraum befinden. Möglich sind auch zwei Batterien, die sich an unterschiedlichen Positionen befinden. Ein Blick in die Fahrzeugdaten hilft weiter. ■ Daten aufschreiben: Bei einem Batteriewechsel gehen im Regelfall bestimmte Einstellungen wie die Position der Sitze oder die Radio einstellungen verloren. Es ist deshalb sinnvoll, die Einstellungen aufzuschreiben, um sie nach dem Batteriewechsel wieder einstellen zu können. Auch die Endposition der Fensterheber muss nach dem Batteriewechsel neu festgelegt werden. ■ Sleep-Modus: Vor dem Batteriewechsel ist es wichtig, dass sich das Fahrzeug im Sleep-Modus befindet. Der Sleep-Modus lässt sich bei einigen Automarken initialisieren (beispielsweise BMW), bei anderen hilft es nur, wenn das Fahrzeug abgesperrt und mindestens 30 Minuten ohne Aktion stehengelassen wird. Dabei sollte sich der Fahrzeugschlüssel am bes ten nicht in Reichweite des Fahrzeugs befinden. Ein wichtiger Indikator für den Sleep-Modus ist die Stromaufnahme: Weniger als 100 Milliampere Stromstärke deuten auf den Sleep-Modus hin. ■ Batterietyp beachten: Einige Fahrzeughersteller schreiben beim Batteriewechsel den genauen Batterietyp oder die Seriennummer einer Batterie vor, andere setzen sogar eine Batterie mit der exakt gleichen Kapazität voraus. ■ Bordnetz anlernen: Nach dem Batteriewechsel muss sich das Bordnetz auf die neue Batterie einstellen. Bei einigen Automarken wie Mercedes-Benz geschieht das automatisch. Bei anderen wiederum müssen die Daten der Batterie in das Steuergerät des Fahrzeugs geschrieben werden. Wichtig ist es auch den Fehlerspeicher und den Ereignisspeicher zu löschen. Das Batterietestgerät DSS-7000 von Midtronics hilft bei der Batteriediagnose. www.autoservicepraxis.de

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AUTOMOBILTECHNIK KAMERASYSTEME Für die Tiefe des Raumes Nissan hat für den kompakten Pulsar ein cleveres Kamerasystem entwickelt. Wir haben uns den Around View Monitor des japanischen Autobauers einmal genauer angesehen. Auch im Test: der neue Honda Jazz. KURZFASSUNG Ein Quartett aus vier Kameras sorgt im kompakten Nissan Pulsar dafür, dass selbst enge Parklücken kein größeres Problem mehr darstellen – insofern man sich an die im Mittelkonsolen-Display vorgegebenen Orientierungshilfen hält. Serienmäßig bei Tekna: der Around View Monitor des Nissan Pulsar uf diese Eigenentwicklung ist Nissan besonders stolz. Denn mit dem im Pulsar verbauten Around View Monitor und seiner 360-Grad- Rundumsicht lässt sich die Tiefe des Raumes beim Einparken richtig gut abschätzen. Zumindest bei Tageslicht. Der 4,39-Meter-Japaner fährt in der höchsten Ausstattung Tekna in Serie mit dem elektronischen Kameraassistenten vor, ansonsten ist er Teil des 850 Euro teuren Technology-Pakets. Interessant: Im Schnitt verkauft der japanische Autobauer eigenen Angaben Links neben dem Display lässt sich via „Camera“-Taste die Ansicht wechseln. Rechts im Display kann sich der Fahrer anhand der Vogelperspektive orientieren. AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 zufolge rund zwei Kameras pro Minute, was unterm Strich insgesamt 3.400 Stück pro Tag bedeutet. Jeweils vier davon – eine vorne am Kühlergrill, eine oberhalb des hinteren Nummernschilds und je eine in den Außenspiegeln – sorgen im von uns getesteten Pulsar für den nötigen Durchblick beim Manövrieren oder Einparken. Ein Sicherheits-Goodie, das auch hierzulande gefragt ist. Die Take-Rate liegt derzeit laut Nissan bei 15 Prozent. Bessere Orientierung Wer nun im Pulsar den Rückwärtsgang einlegt oder links neben dem Mittelkonsolen-Display die „Camera“-Taste drückt, kann sich etwa mithilfe der Vogelperspektive, der Entfernungsrichtlinien oder speziellen Führungslinien besser orientieren – und das Fahrzeug kinderleicht in die vorhandene Lücke zirkeln. Zugebenermaßen ist das zunächst – gerade bei der Vogelperspektive – etwas gewöhnungsbedürftig und der Pkw-Lenker muss den einen oder anderen eingeübten Parkautomatismus ad acta legen, doch man gewöhnt sich relativ schnell an die Art der Darstellung und somit an das Komfortplus. Ein vielseitiger Assistent, der dem kompakten Japaner gut zu Gesicht steht – keine Frage. Damit das System dann bei Bedarf optimal funktioniert, haben sich die Entwickler eine kleine technische Raffinesse einfallen lassen: Sobald die Linse verschmutzt ist, merkt das die Heckkamera und säubert sich selbstständig mit Wasser und Druckluft. Und bei der professionellen Reinigung in der Waschanlage? Gibt es hier Probleme? „Bisher sind uns bei keiner der vier vorhandenen Kameras Probleme beim Fahren durch die Waschanlage bekannt“, heißt es dazu vom Importeur aus Brühl. Nur im Winter oder bei Sauwetter sollten penible Pkw-Halter vorsichtig sein, wenn sie die Linse der Infrarotkamera von Schnee und Schmutz befreien möchten, so der Tipp des Handbuchs. Nicht, dass die Linse verkratzt und das Bild später im Sieben-Zoll-Screen nicht mehr ganz so scharf daherkommt. Patrick Neumann ■ www.autoservicepraxis.de Fotos: Alexander Junk, Patrick Neumann

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HONDA JAZZ: MULTIVIEW-KAMERA Drei verschiedene Kamerawinkel stehen im neuen Honda Jazz zur Wahl. Hier zu sehen: „Normal View“ samt Führungslinien. Keine Frage: Wie es Honda beim neuen Jazz kommuniziert, steckt der vielseitige Japaner voller Überraschungen. So erweist sich der von uns gefahrene Jazz 1.3 i-VTEC mit 102 PS in der Ausstattung Elegance als praktischer Zeitgenosse, sobald es unter anderem ans Einparken geht – der Multiview-Rückfahr kamera sei Dank. Entscheidet man sich nämlich am Volant für die Stufe R der CVT-Automatik, erscheint im übersichtlichen wie in der Mittel konsole platzierten Sieben-Zoll-Touchscreen automatisch die Rückfahran zeige. Gut: Da Hondas Innenarchitekten bewusst auf ein funktionales Cockpit setzen, lenkt einen nichts am Lenkrad ab. Voll konzentriert kann es also mit dem Ein parken losgehen – stets mit dem Hinweis „Achten Sie auf Ihre Umgebung“ vor Augen. Links neben dieser Warnung kann der Pkw-Lenker mit einer einfachen Fingerübung zwischen „Wide View“, „Normal View“ oder „Top Down View“ wählen. Die drei kleinen, eingeblendeten Symbole helfen dabei, den für die jeweilige Situation passenden Winkel zu finden. Abgesehen von festen Führungslinien kann sich der Autofahrer auch von dynamischen Linien führen lassen, sprich die Führungslinien bewegen sich in Fahrtrichtung mit. Ein Komfort-Feature, das offenbar auch bei den Kunden der Honda-Partner ankommt. Laut Honda Deutschland liegt die Take-Rate bei 25 Prozent. Dabei fährt der Jazz mit einer über dem hinteren Nummernschild angebrachten Kamera vor, die sich von ihrer robusten Seite zeigt. Auf Nachfrage zu Problemen beim Waschanlagen-Besuch heißt es aus Frankfurt: „Die Kamera des Honda Jazz wird auch in anderen Honda-Fahrzeugen verbaut und läuft absolut problemlos. Die Kamera selbst ist wasserdicht und die Linse kratzfest.“ Der Reinigungs-Tipp aus dem Handbuch: ein weiches, feuchtes Tuch nehmen. pn So sieht das Bild im Display aus, wenn sich der Fahrer für den „Top Down View“-Modus entscheidet. www.autoservicepraxis.de Wir heben Ihre Ansprüche Perfekter Service und praxisorientierte Lösungen zum Anheben von Fahrzeugen aller Art. SLIFT – eine Marke der MAHA Maschinenbau Haldenwang GmbH & Co. KG Hoyen 20 · 87490 Haldenwang · Tel.: +49 8374 585 0 · www.slift.de

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AUTOMOBILTECHNIK Der VW Caddy Alltrack ist nur mit Allradantrieb ein Typ fürs schwierige Gelände. Fotos: Dietmar Winkler VW CADDY ALLTRACK Abenteurer der Familie Der Caddy Alltrack ist in erster Linie ein Lifestyle-Produkt und Volkswagen Nutzfahrzeuge macht daraus auch keinen Hehl. Ein echter Geländewagen will er gar nicht sein, aber er will sich ein bisschen so anfühlen. er Nachfolger des VW Caddy Cross heißt Caddy Alltrack und kommt schon rein äußerlich etwas abenteuerlicher daher als seine braven Geschwister aus der restlichen Familie: 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, schwarze Beplankung der Radhäuser und Schweller sowie der Design-Unterfahrschutz fallen gleich ins Auge, ebenso die silbern eloxierte Dachreling und die silber-matte Einstiegsleiste. Der Alltrack ist sowohl als Pkw-Variante als auch als Kastenwagen erhältlich. Vorgestellt wurde der Caddy- Neuzuwachs bereits auf der IAA 2015, seit Februar ist er bestellbar. Für die beiden Zweiliter-Motoren (122 und 150 PS) ist der Caddy Alltrack auch mit Vierradantrieb zu haben, der das optische Versprechen der Geländetauglichkeit dann auch tatsächlich weitgehend einlöst. Herzstück des Vierradantriebs beim Caddy 4Motion ist die hydraulische Allradkupplung von BorgWarner. Das System ist elek- tronisch gesteuert. Die Berechnung übernimmt das integrierte Steuermodul, basierend auf den Daten der Bordelektronik. Abhängig von der Lastverteilung des Fahrzeugs und den Straßenverhältnissen, lässt sich in Sekundenbruchteilen die Traktion bedarfsgerecht verteilen. Bei geringer Last oder im normalen Fahrbetrieb auf normaler Fahrbahn erfolgt der Vortrieb vor allem über die Vorderachse, die Hinterachse ist praktisch entkoppelt. Die kann im schwierigen Gelände allerdings sofort stufenlos hinzugeschaltet werden. Das Steuergerät berechnet permanent das ideale Antriebsmoment der Hinterachse und regelt entsprechend die Ölpumpe der Hydraulik. Elektronische Sicherheits-Assistenten Das Fahrwerk des Caddy Alltrack ist auf unterschiedliche Lasten ausgelegt. Dafür sorgt die für den Caddy typische starre Hinterachse mit Blattfedern mit lastabhängigen Dämpfern. Stabilisatoren an beiden Achsen reduzieren zudem den Rollwinkel des Fahrzeugs. Überhaupt verfügt der Caddy Alltrack über eine Vielzahl von elektronischen Assistenten. Serienmäßig mit an Bord sind das Umfeld-Beobachtungssystem „Front Assist“, die City-Notbremsfunktion und die Multikollisionsbremse. Front Assist warnt den Fahrer vor einer drohenden Kollision und bereitet das Fahrzeug im Notfall auf eine Notbremsung vor bzw. leitet diese selbst ein. Als wachsames Auge fungiert ein Radar-Sensor, der die Verkehrssituation bis zu einer Entfernung von 120 Metern vor dem Fahrzeug überwacht. Der Caddy Alltrack ist als Benziner in den drei Motorisierungen 1.0, 1.2 und 1.4 TSI mit 102, 84 und 125 PS erhältlich. Als Diesel-Motorisierungen stehen vier 2.0-Liter-TDI mit 75, 102, 122 und 150 PS zur Verfügung. Außerdem gibt es den Alltrack mit Erdgas-Motorisierung als 1.4 TGI mit 110 PS. diwi ■ AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 www.autoservicepraxis.de

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4MOTION VS. FRONTANTRIEB Manchmal muss es Allradantrieb sein Die 4Motion-Version macht in jeder Lage eine gute Figur, egal, ob nasse Strecke, Matsch oder Schotter. Huf Group Auf der Off-Road-Teststrecke zeigt sich der Vorteil des Allrad-Antriebs im direkten Vergleich mit dem Frontantrieb. Alle Gemeinheiten der Teststrecke meistert der VW Caddy Alltrack 4Motion deutlich besser als die Modelle mit Frontantrieb. Auf der Schotter-Steilstrecke geht dem Frontantriebler auf halbem Weg die Puste aus. Da bleibt nur noch rückwärts nach unten rollen. Für den Allradantrieb, der sich bei Bedarf automatisch zuschaltet, ist die Steigung kein Problem. Im 4Motion sorgt eine hydraulisch gesteuerte Lamellenkupplung für die richtige Verteilung des Drehmoments auf die vier Räder. Die Kupplung ist ein Patent des schwedischen Herstellers Haldex, der 2011 von BorgWarner übernommen wurde. Die überarbeitete Version der Kupplung ist noch einmal 1,4 Kilogramm leichter als die Vorgänger-Generation und arbeitet unter anderem auch im aktuellen Golf 4x4. Der Caddy Alltrack 4Motion ist nur in Kombination mit den 2.0-Liter-TDI (122 oder 150 PS) zu haben. In der 150-PS- Version ist außerdem das 6-Gang-Doppelschaltgetriebe obligatorisch. Der Fahrspaß mit 4Motion kostet laut Liste 3.000 Euro Aufpreis. Ohne Allradantrieb ist auf halber Strecke Schluss – die Räder drehen auf der Schotterpiste durch. Erster.* Schnellster.** Bester.*** Das Reifendruckkontrollsystem, das vorausfährt. * Erster mit Red Dot-Auszeichnung für herausragende Designqualität. ** Schnellste Konfiguration in unter 3 Sekunden. *** Beste Abdeckung im Markt – ein Sensor für alle Modelle und Typen. Jetzt von allen Vorteilen überzeugen: www.intellisens.com

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PRODUKTE ERSATZTEILE Durchblick garantiert Heyner hat das neue Heckwischerblätter- Sortiment „Rear Flat“ vorgestellt. Geeignet sind sie für alle Fahrzeuge mit Wischerarmkonstruktionen für Flachbalkenwischer. Die dauerhafte, streifenfreie Wischerleistung des Gummis wird durch die Verwendung von hochwertigen Werkstoffen erreicht. Die Nano-Beschichtung macht das Wischergummi noch flexibler. Optimaler Druck auf die Heckscheibe entsteht durch die Hybridtechnologie. Rear Flat ist in Längen von 25 bis 40 Zentimeter erhältlich. aj ■ Alca Mobil Logistics + Services GmbH www.heyner-germany.de Foto: Alca Mobil Logistics + Services ZUBEHÖR Jetzt auch in Gold erhältlich REIFEN Passenden Reifen finden AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 Foto: Liqui Moly Foto: Borbet Die neue GTX-Felge von Borbet mit zehn Speichen überzeugt durch ihre sportliche Erscheinung. In gerader Linienführung breiten sich die schlanken Speichen sternförmig von der Radmitte zum äußeren Rand aus. Die Speichen laufen bis zum Felgenhorn und setzen hierdurch die volle Größe des Rades in Szene. Neben „titan Der „Sommerreifen-Report“ vom B2B- Onlineportal TyreSystem enthält eine transparente und übersichtliche Darstellung von aktuellen Markt- und Qualitätsdaten über Reifen. Hierfür wurden anhand hauseigener Verkaufszahlen die Top 10 der meistverkauften Reifengrößen ausgewertet, welche die Basis für weitere Rankings in den Kategorien Preis-Leistung und Verkaufsrang bilden. Auch Testberichte sind enthalten. aj ■ RSU GmbH www.tyresystem.de AUTOPFLEGE So macht Putzen Spaß Autopflege mal ganz anders: Liqui Moly hat Reinigungsmittel im Playboy-Design vorgestellt. Das Sortiment mit dem berühmten Hasen-Signet umfasst acht Produkte zur Autopflege, Öle und Kraftstoffzusätze. Für Rad- und Autopflege gibt es jeweils Sets, beispielsweise besteht das Autopflege-Set aus Scheibenreiniger- glossy“ und „black rim polished matt“ steht das GTX jetzt auch in der Farbe „gold matt“ zur Verfügung. Erhältlich ist es in den Größen 8,5 x 19, 9,5 x 19, 8,5 x 20 und 10 x 20 Zoll. aj ■ Borbet GmbH www.borbet.de Schaum, Glanzpolitur und Kunststoff- Reiniger. Beim Radpflege-Set sind Reifen- Glanzschaum und Felgen-Reiniger enthalten. Im eigens kreierten Display stechen sie am Point of Sale hervor. aj ■ Liqui Moly GmbH www.liqui-moly.de www.autoservicepraxis.de Fotos: RSU GmbH

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ASA NEWS KOMPAKT Bundesverband der Hersteller und Importeure von Automobil-Service Ausrüstungen e.V. Vom 24. bis zum 27. Mai 2016 wird die Messe Essen anlässlich der weltweit führenden Messe REIFEN zum Neuheiten-Schaufenster der Reifenbranche. In diesem Jahr werden deutlich mehr als 600 Aussteller ihre Neuheiten für Handel und Werkstatt präsentieren. Auch zahlreiche Werkstattausrüster werden unter den Ausstellern in Essen zu finden sein. Sie werden dem Fachpublikum innovative Produkte und Leistungen für den effizienten und sicheren Reifenservice vorstellen. Die besten Produkte und Dienstleistungen wird die Messe Essen und der Bundes verband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk bereits zum sechsten Mal mit dem Innovation Award prämieren. KONTAKT Geschäftsstelle ASA Bundesverband Tel. 0 71 56/95 83-87 Fax 0 71 56/95 83-88 geschaeftsstelle@asa-verband.de www.asa-verband.de ABGASABSAUGANLAGEN Zuverlässige Abgaserfassung Bei Werkstattarbeiten an Fahrzeugen mit laufendem Motor ist das Anschließen einer Abgasabsauganlage mit Blick auf den Gesundheitsschutz der Mitarbeiter Pflicht. Doch bei modernen Fahrzeugmodellen entwickelt sich das zuverlässige Erfassen der Abgase zu einer wachsenden Herausforderung. „In Sachen Auspuffendrohr haben bei den Fahrzeugherstellern die Designer das Sagen, nicht mehr die Techniker“, berichtet Jürgen Spieker, Leiter des ASA- KLIMASERVICE Qualität schafft Prozesssicherheit Fachbereichs Abgasabsauganlagen. Bei immer mehr sportlichen Modellen seien oft mehrere und teils in die Heckschürze integrierte Endrohre zu beobachten. „Bei umweltfreundlichen Modellen, wie zum Beispiel Hybridfahrzeugen, verstecken die Autobauer den Auspuff meist komplett“, ergänzt Spieker. Diese Situation führt dazu, dass für die sichere Abgaserfassung in der Werkstatt eine Vielzahl an Adaptern benötigt wird. Werkstätten, die als Alternative Die Zeit der R-134a-Klimaanlagen in Neufahrzeugen läuft demnächst ab. Laut EU- Richtlinie 2006/40/EG wird ab dem 1.1.2017 der Einsatz von R-134a bei allen Neufahrzeugen verboten sein. „Wir gehen stark davon aus, dass die meisten Automobilhersteller in der Anfangsphase das alternative Kältemittel R-1234yf einsetzen werden“, sagt Harald Hahn, Vizepräsident des ASA-Verbands. Jetzt schon sei zu beobachten, dass immer mehr Fahrzeugmodelle mit R-1234yf auf den Markt kommen. Das hat unmittelbare Folgen für den Service: Kfz-Werkstätten benötigen für den Klimaservice an R-1234yf-Anlagen ein spezielles Klimaservicegerät. Bei der Anschaffung eines solchen Gerätes empfiehlt Hahn Kfz- Werkstätten auf eine hohe Qualität zu achten. Nur so sei die Prozesssicherheit in der Werkstatt gewährleistet und das Risiko für hohe Folgekosten minimiert. Langfristig geht Hahn davon aus, dass Kfz-Werkstätten neben dem R-134a- und dem R-1234yf- Gerät auch ein CO2-Klimaservicegerät benötigen werden. „Die meisten Automobilhersteller beschäftigen sich mit der CO2- Klimaanlage. CO2 hat den besten GWP- Wert, ist nicht giftig, nicht brennbar und kostengünstig herzustellen. CO2-Klimaanlagen werden sich zunächst in der Oberklasse und später auch in Volumenfahrzeugen durchsetzen“, prognostiziert Hahn. Die Mitglieder des ASA-Verbands werden zeitnah zur Markteinführung der ersten Fahrzeuge mit CO2-Klimaanlage geeignete Servicegeräte zur Verfügung stellen. externe Standtrichter einsetzen, müssen mit längeren Rüstzeiten rechnen. Schwierig wird die Abgaserfassung auch, wenn der Motor bei angehobenen Fahrzeugen betrieben werden muss. „Als Lösung für diese Probleme haben die ASA-Mitglieder auspuffunabhängige Abgaserfassungssysteme entwickelt. Einige davon bewegen sich mit dem Fahrzeug, wenn es auf der Hebebühne angehoben oder abgesenkt wird, so dass ein Umsetzen nicht erforderlich ist“, so Spieker. Foto: AVLDiTEST www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 33

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WERKSTATTTECHNIK LACKPFLEGE Verjüngungskur Glänzt der Lack, freut sich der Kunde. Ob Neu- oder Gebrauchtwagen, ein perfektes Finish ist verkaufs- und beziehungsfördernd. Wirtschaftliches Arbeiten sichert den Ertrag. ei verkratzten, verwitterten oder ausgeblichenen Lacken schmilzt das Kundeninteresse spürbar. Die Lackaufbereitung spielt deshalb im Fahrzeugverkauf eine große Rolle, doch es ist nicht alles Gold was glänzt. Umtriebige Händler lassen für wenig Geld bei dubiosen Aufbereitern den schnellen Glanz auf den Lack zaubern, mit silikonhaltigen Mitteln, deren Wirkung mit dem ersten Regen sprichwörtlich verblasst. Verärgerte Kunden sind so vorprogrammiert. Ohne Frage muss eine Lackpolitur in Zeitaufwand und Materialverbrauch wirtschaftlich sein, egal, ob bei einer Lackreparatur im Lackierbetrieb oder bei der Fahrzeugaufbereitung. Wer jedoch Wert auf langfristige Kundenbindung legt, sollte lieber in hochwertige Produktsysteme investieren, die lange nachhalten, sparsam im Verbrauch und schnell zu verarbeiten sind. Gute Vorbereitung spart Ärger Eine hochwertige Lackaufbereitung beginnt mit der richtigen Vorbereitung. Zunächst gilt es den Lackzustand sowie die AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 Lackdefekte zu identifizieren, um die weitere Vorgehensweise festzulegen. Ist der Lack stark verwittert, matt und hat tiefe Kratzer, ist er nur leicht verkratzt oder hat er Verätzungen durch Vogelkot, wurde er bereits poliert und braucht eine Auffrischung oder geht es ums perfekte Finish? Die Beurteilung des Lackzustandes ist nicht nur entscheidend für die Auswahl der Poliermaschine, des richtigen Pads oder der Schleifpaste, die je nachdem mehr oder weniger Material abtragen. Vielmehr gilt es festzustellen, ob noch genügend Substanz für einen entsprechenden Lackabtrag vorhanden ist, ohne Gefahr zu laufen auf das Blech durchzupolieren. Aktuelle Wasserbasis lacke sind im Vergleich zu früheren Acryllacken dünner und nur noch zwischen 80 und 120 µ stark, können also nicht beliebig oft poliert werden. Holger Knauth von „Knauth carfinish“ ist Aufbereitungsexperte und Trainer in den Ausbildungsgängen zum Fahrzeugaufbereiter am Förderungs- und Berufsbildungszentrum Garbsen: „Auf jeden Fall sollte vor der maschinellen Politur die Dicke der Lackschicht Fotos: Menzerna, Sonax, Dieter Väthröder mit einem Schichtstärkenmesser überprüft werden, an mehreren Stellen rund um das Auto. Das ist in wenigen Minuten passiert und kann Schadensersatzansprüche vermeiden. In grenzwertigen Fällen sollte man den Kunden auf das Risiko hinweisen und, falls er trotzdem darauf besteht, sich schriftlich auf dem Auftrag, besser noch über eine entsprechende Klausel in den AGB, absichern.“ Schichtstärkenmesser arbeiten standardmäßig auf Stahl- und Aluuntergründen, es gibt aber auch Geräte, die auf Kunststoff messen können. Wichtig für eine Beurteilung der Lackstärke ist außerdem die Programmierung der Geräte bezüglich der Messpunkte, sprich: misst das Gerät am höchsten oder tiefsten Punkt der Lackschicht. Aggressive Rotation Sind diese Punkte geklärt, empfiehlt Holger Knauth einen weiteren Vorbereitungsschritt, der eine professionelle Lackaufbereitung ausmacht: „Alle an Lackflächen angrenzenden Gummi- oder Kunststoffteile, aber auch der Übergang zu Textilverdecken am Cabrio, müssen vor der Politur abgeklebt werden. Zum einen entsteht an den Rändern der Polierteller die größte Wärme, sodass Gummi oder Kunststoff beschädigt werden können. Außerdem spart man sich so die mühsame Beseitigung von Politurresten auf diesen Teilen.“ Bei der Wahl der Poliermaschine kommt es auf den Lackzustand, den Einsatzzweck und die gewünschte Abtragsleistung an. Rotationsmaschinen gehen relativ aggressiv zu Werke und eignen sich etwa für die Beseitigung tiefer Kratzer, stark verwitter- KURZFASSUNG Aufbereitungsexperte Holger Knauth weist auf wichtige Details in der Lackaufbereitung hin, die in der Praxis gerne mal „vergessen“ werden, aber für den nachhaltigen Erfolg und die Wirtschaftlichkeit von Bedeutung sind. www.autoservicepraxis.de

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ter Lackschichten oder im Lackiererbereich zur Entfernung von Staubeinschlüssen, Lackläufern oder Orangenhaut. „Allerdings entstehen bei nicht fachgerechter Anwendung sehr schnell Hologramme. Vor allem sehr dunkle Lacke sind mit einer Rotationsmaschine schwierig zu bearbeiten“, so Holger Knauth. Hier sind Exzentermaschinen besser geeignet, neben den zwangsgesteuerten eignen sich besonders die freilaufenden Exzenter für die Beseitigung von Hologrammen auf dunklen Lacken. Nachteil der Exzentermaschinen: Sie bewirken kaum Lackabtrag, sind also eher im Lackfinish einsetzbar. Für jede Politur ein Schwamm Holger Knauth weist außerdem noch auf unterschiedliche Qualitäten bei den Polierpads hin, die großen Einfluss auf das Ergebnis haben: „Hochwertige Schaumstoffpads sind retikuliert, haben also eine offenporige Zellstruktur. Sie können das Poliermittel besser und tiefer aufnehmen und bieten einen längeren Verarbeitungszeitraum. Außerdem leiten sie die Wärme besser ab.“ Billige Pads erkennt man in der Regel an einem weißlichen Oberflächenschimmer. Außerdem sollte man niemals ein Pad für unterschiedliche Polituren verwenden, weil sich die verschiedenen Schleifpartikel vermischen und so die Schleifwirkung nicht mehr definiert ist. Wichtig ist auch die sofortige Reinigung der Schwämme nach jeder Anwendung, entweder mit einem automatischen Padwascher, speziellen Schwammbürsten oder per Hand. Trotzdem sollten die Pads regelmäßig ausgetauscht werden, da die Polituren tief eindringen und sich ablagern. Politur mit System Um die einleitend angesprochene Wirtschaftlichkeit zu unterstützen, bieten die einschlägig bekannten Hersteller von Schleif- und Poliermitteln aufeinander abgestimmte Systeme an, die in wenigen Schritten zum perfekten Finish führen. Der Einsatz spezieller Polierkörner, die sich im Verarbeitungsprozess immer weiter teilen, erlaubt beispielsweise beim Super Heavy Cut Compound 300 von Menzerna das Arbeiten von der Schliff- und Kratzerbeseitigung durchgängig bis zum www.autoservicepraxis.de Gut vorbereitet: Exaktes Abkleben vermeidet Nacharbeiten und Schleifschäden. Finishbereich, wo die One-Step-Polish 3in1 aufsetzt und feinste Schleifspuren beseitigt, ein optimales Finish erzeugt und als Wachspolitur den Lack schützt. Makrapido von Makra ist ein System, das mit nur einem Mittel (Heavy Cut & Polish) die Schritte Reinigen, Glätten und Polieren abdeckt und den Schleifgrad über unterschiedliche Polierpads steuert. 3M bietet seine Schleif- und Politurpasten jetzt auch in kleinen 500ml-Flaschen an und hat mit Cubitron II die neueste Generation von Schleifscheiben Vom Kanister zur Abfüllstation: Sonax Systemkanister. Speziallampe statt Sonne: Künstliches Tageslicht spürt letzte Schleifspuren auf. mit deutlich höherer Standzeit aufgelegt. Die Profi Line-Produkte von Sonax sind ab sofort in Gebinden von 250 ml bis fünf Liter erhältlich. Zum sauberen Abfüllen dient die neue Wandhalterung für die Fünf-Liter-Systemkanister. Außerdem haben die Hersteller mittlerweile entsprechende Endverbraucherprodukte auf den Markt gebracht, die als Give-away nach einer Lackreparatur oder Aufbereitung die Kundenbindung oder als Shop-Produkt den Ertrag steigern. Glänzende Aussichten. Dieter Väthröder ■

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WERKSTATTTECHNIK REINIGUNG & PFLEGE Ein sauberer Frequenzbringer Autohausunternehmer Herbert Manz hat in einen modernen Waschpark investiert. Ein Ortsbesuch in Schwarzenfeld. ass die Entscheidung richtig war, merkt man nach wenigen Minuten. Stolz zeigt einem Unternehmer Herbert Manz den modernen, öffentlichen Waschpark mit autark laufender Portalanlage, zwei SB-Plätzen und intuitiver Bedientechnik, während er freundlich im Vorbei gehen eine Waschkundin begrüßt. Dabei immer ein Lächeln auf den Lippen. Und das liegt nicht nur am perfekten Waschwetter. Denn mit der Entscheidung, rund 500.000 Euro in den eigenen Angaben zufolge modernsten Autowaschpark der Re- gion zu investieren, lag der Unternehmer offenbar richtig. Seine zwei Beweggründe: erstens Geld zu verdienen, zweitens die Fahrzeuge der Werkstattkunden zu waschen. Schließlich wünschen sich die Hersteller Volkswagen und Audi, dass ihre Partner die Autos nach der Reparatur sauber übergeben. Das Autohaus Manz stellt diese Vorgabe neuerdings vor keine Probleme mehr, vorbei also die Zeiten, als die Kfz-Betrieb- Azubis zwischen der örtlichen Tank stellen- Portalanlage und der Böttgerstraße 50 in Schwarzenfeld pendelten – mehrmals am AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 Betreiber Herbert Manz ist auf die Qualität seiner SofTecs­ Fahrzeugreinigung stolz. Fotos: Patrick Neumann Tag. Ein enormer Zeitaufwand, der Herbert Manz störte. Frühaufsteher können nun beobachten, dass die Fahrzeuge, die beim VW- und Audi-Partner zum Kundendienst sind, oftmals als Erstes am Tag eines der sechs Waschprogramme durchlaufen. „Die Fahrzeuge werden vor dem Kundendienst gewaschen“, erklärt Herbert Manz. „Hier muss der Werkstattmeister mitdenken.“ Ab 7.00 Uhr geht es los, das entzerrt den gesamten Werkstattprozess. Mitarbeiter ziehen mit Im Jahr 1966 machte sich der gleichnamige Seniorchef Herbert Manz gemeinsam mit seiner Frau Renate mit einer Gasolintankstelle samt Werkstatt selbst- KURZFASSUNG Mit dem Waschpark Schwarzenfeld hat sich Unternehmer Herbert Manz in der Oberpfalz ein zweites Standbein geschaffen. Ein lukratives Geschäftsfeld mit Kundenbindungspotenzial. www.autoservicepraxis.de

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Hereinspaziert: Seit dem 23. Oktober 2015 stehen Portalanlage und SB­Wasch plätze von WashTec den Kunden zur Verfügung. Seit 1970 existiert der Standort in der Böttgerstraße 50, vor zehn Jahren wurde die neue Ausstellungshalle gebaut. Guter Austausch: Herbert Manz (Mitte) mit Thomas Brenner (links) und Günther Kollmer von WashTec. Einfach zu bedienen: Von 7.00 bis 20.00 Uhr können Pkw­Halter ihren Fahrzeugen eine Wäsche gönnen – montags bis samstags. ständig. Seit 1984 existiert die VW- und Audi-Werksvertretung. 2010 übernahm dann der Sohn und jetzige Inhaber, Herbert Manz, mit seiner Frau Marion den Betrieb im oberpfälzischen Schwarzenfeld. Heute beschäftigt man 40 Mitarbeiter, die das neue Standbein sehr positiv aufgenommen haben. Zu dritt teile man sich die Arbeit mit der SoftCare Pro und den JetWash-SB-Plätzen von WashTec, das klappe wunderbar. Vor allem den sehr guten Service der Augsburger hebt der Betreiber hervor, zudem schätzt er den tollen Austausch mit Günther Kollmer, Gebietsverkaufsleiter Portalanlagen. Doch nun zur Technik: Herbert Manz hat sich nach der Analyse des Marktpotenzials für den Klassiker SoftCare Pro mit der Sonderwaschbreite und -höhe von 2,60 Metern entschieden, der auf 80.000 bis 120.000 Wäschen ausgelegt ist. Neben technischen Features wie ideale Geschwindigkeit, optimale Vorwäsche oder angepasste Seitenwäscher überwacht die Anlage die wichtigsten Bauteile. „Dank Selbstdiagnostik sind Störungen im Vorfeld vermeidbar, Stillstandzeiten lassen sich minimieren“, heißt es in der Broschüre. Gut für Unternehmer. „Wenn ich mich darum kümmere, kann ich mit Autowäsche richtig Geld verdienen“, erklärt WashTec-Marketingchef Thomas Brenner. Deshalb wählte Herbert Manz auch die Premiumprogramme ShineTecs und Rain- Tecs. Mit diesem Upgrade lassen sich laut Günther Kollmer die Durchschnittserlöse im Waschpark steigern. Potenzielle Kunden Und eben dieser Waschpark fungiert auch als Kundenmagnet fürs Autohaus. So verteilt Herbert Manz beispielsweise beim Autokauf gerne 50-Euro-Guthabenkarten als Goodie oder nutzt Waschkarten als Give-aways, sobald im Betrieb viel los ist. Das schafft Kundenbindung. Herbert Manz: „An der Waschanlage kann man ganz einfach mit potenziellen Kunden aus der Region ins Gespräch kommen.“ Auch die offerierte Kanne Tee im Winter sorgt für ein gutes Gefühl bei den Kunden. Seine fünf Tipps für Kollegen, die über den Einstieg in die professionelle Fahrzeugpflege nachdenken: erstens ein vernünftiger und großzügiger Platz, zweitens ein durchdachtes Farbkonzept, drittens zielgerichtete Werbung, viertens das Team mitnehmen und anfangs einen Mitarbeiter extra dafür abstellen und – last, but not least – fünftens in der Waschhalle auf Beschichtung setzen. Schon allein wegen der späteren Reinigung der Portalanlage. Herbert Manz ist zuversichtlich: „Ich bin sehr, sehr guter Dinge.“ Patrick Neumann ■ „Wenn im Autohaus richtig viel los ist, kann ich an die Kunden Waschkarten verteilen“, sagt Herbert Manz. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 37

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WERKSTATTTECHNIK UNFALLINSTANDSETZUNG Lücken geschlossen Blackhawk will den deutschen Markt verstärkt erobern und hat dafür sein Produktportfolio angepasst: Neben einem kompletten Lkw-Programm ergänzt die neue Minipost-Richtbank das Sortiment. Blackhawk, Tochtergesellschaft von Snap-on Equipment, stellt sich neu auf. Geschäftsführer Klaus Kirstätter erläuterte in Straßburg die Neuausrichtung des Unternehmens, die auf den Eckpfeilern guter Kundenservice, wettbewerbsfähige Produkte, gute Marktdurchdringung und weltweite Partner basiert. „Wir wollen noch näher an den AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 Kunden ran“, so Klaus Kirstätter. Getreu dem Snap-on-Slogan „Mache die Arbeit des Mechanikers einfacher und biete guten Kundenservice“, stehe dabei nicht nur der Verkauf, sondern vor allem auch die Beratung und die Installation der Unfallinstandsetzungssysteme im Mittelpunkt. Dafür baue man ein entsprechendes Partnernetzwerk in Deutschland auf, um be- Fotos: Blackhawk, Valeska Gehrke darfsgerechte Lösungen anzubieten. Aber nicht nur in Deutschland, weltweit sieht Klaus Kirstätter, der seit letztem Jahr die Gesamtverantwortung für Blackhawk innehat, gute Wachstumschancen für das Produktportfolio: „Mit unserer Messtechnik Shark sind wir bereits ganz vorne dabei. Zudem besitzen wir weltweit eine der besten Datenbanken.“ Und die installierten Systeme sprechen für sich: 35.000 Korek-Vermessungsrahmen, 10.000 P188- Messsysteme und 9.000 Shark-Messsysteme sind weltweit im Einsatz. Der asiatische Markt entwickle sich gut, vor allem in der traditionellen Fahrzeuginstandsetzung. Der europäische Markt hingegen habe sich verändert. Klein- und Oldtimerreparaturen Um in Europa und vor allem in Deutschland verstärkt Fuß zu fassen und Marktanteile zu gewinnen, wurde das bestehende Sortiment daher genauestens unter die Lupe genommen und den Marktbedürfnissen angepasst. „Wir haben im letzten Jahr alle Lücken geschlossen“, ist Klaus Kirstätter überzeugt. Blackhawk setzt bei den Produkten zwar weiterhin stark auf das Bodenbefestigungssystem Korek, doch auch für Richtbänke sieht Klaus Kirstätter durchaus einen Markt. Mit der neuen kleinen Werkbank Minipost reagiert das Unternehmen beispielsweise auf die veränderte Nachfrage nach Kleinreparaturen. Immer mehr Werkstätten richten sich eine Werkstattecke für schnelle und kleine Reparaturen ein, beschreibt Klaus KURZFASSUNG Blackhawk stellt seine neue Unternehmensstrategie und das erweiterte Produktportfolio vor. Mit einer kleinen Hebe- und Richtbank kommt das Unternehmen der wachsenden Nachfrage nach Klein- und Schnellreparaturen nach. Auch die Bereiche Oldtimer- und Aluminiumreparaturen seien stark im Kommen. www.autoservicepraxis.de

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Enorme Kräfte: Die HD-Korek-Türme mit einer Zugkraft von bis zu 23 Tonnen Kirstätter die Situation. Aktueller Verkaufsschlager sei die für Schnellreparaturen entwickelte Heberichtanlage Postlift. Denn der Bedarf an Ausrüstung zur Reparatur größerer Unfallschäden sei geringer geworden, da hierzulande kaum noch jemand ein Fahrzeug fahren wolle, das einen schweren Unfall hatte. „Was aber bei uns ganz stark kommt, sind Aluminiumoder Oldtimerreparaturen.“ Für Oldtimer sind die Ersatzteile häufig nicht mehr verfügbar, weshalb sie mühsam repariert und restauriert werden müssen. Die Instandsetzung von Aluteilen dagegen ist eine völlig andere Art der Reparatur. „Hier wird geschnitten, genietet, geklebt und ersetzt“, weiß der Geschäftsführer. Blackhawk plane zusammen mit einem Partner eine Applikation für Highend-Reparaturen. Mehr will er dazu noch nicht verraten und verweist auf die Automechanika. Shark ist stark Die Nachfrage nach Messtechnik ist im Gegensatz zur klassischen Unfallwagenreparatur hoch. „Denn vermessen werden die Fahrzeuge direkt nach dem Unfall schon noch, um die Schadenshöhe zu ermitteln. Mit unserem Messsystem Shark sind wir hier gut gerüstet“, so Klaus Kirstätter. 1993 kam das elektronische Karosserie- Vermessungssystem erstmals auf den Markt. Seit vergangenem Jahr ist die weiter entwickelte Ver sion Shark 3 mit einer neuen Konsole und einer aktualisierten Software verfügbar. Bis zu zwölf Ultra schall-Sender lassen sich dabei mit Magne ten an definierten Messpunkten befestigen. Die präzisen Ergebnisse der Mehrpunktmessung und der mögliche Karosserieverzug werden auf dem Display aus jedem www.autoservicepraxis.de Hat viel vor: Klaus Kirstätter, Geschäftsführer von Blackhawk gewünschten Blickwinkel benutzerfreundlich angezeigt. Ob für Pkw, Allrad- und Geländefahrzeuge, kleine bis mittlere Nutzfahrzeuge oder Schwerlastfahrzeuge – die Produkte von Blackhawk richten sich an die gesamte Fahrzeugpalette. Auch der Lkw-Bereich wurde im letzten Jahr entsprechend vervollständigt. So ergänzt neben der neuen Hebebühne Power Pro XL für Pkw die neue Power Pro XXL für Nutzfahrzeuge das Portfolio – beide sind mit dem Messsystem Shark verwendbar. Mit HD Korek bietet Blackhawk außerdem einen Bodenrahmen für Lkw an, der mit verschiedenen Richtsystemen kombinierbar ist und mit einem kompletten Paket an Zubehör und Zusätzen daherkommt. Zudem erweitern drei Induktionsheiz geräte das Programm. Wachsender Markt Blackhawk vervollständigt so sein Angebot im Bereich Nutzfahrzeuge. „Auch hier bieten wir jetzt ein komplettes Programm an“, so Klaus Kirstätter. Nicht ohne Grund. „Denn der Nutzfahrzeugmarkt wächst weltweit.“ Die Kabinen sind dabei mit dem Richtsystem Shark vermessbar, die Rahmen mit dem System HDC40 mit Funkübertragung. Zudem ergänzt ein Laser-Achsmessgerät mit Funkübertragung die Lkw-Ausrüstung. Auch eine entsprechende Datenbank für Lkw sei bereits im Aufbau. Hier mache man gute Fortschritte, so der Geschäftsführer in Straßburg. Valeska Gehrke ■ Eine Bildergalerie finden Sie online im AUTO SERVICE PRAXIS ePaper. Sie haben einen guten Grund, wir die passenden Ideen! Borgers GmbH · Stadtlohn · Rödermark · Potsdam Zentrale: Tel. 0 25 63 - 407 - 0 E-Mail: info@borgers-bau.de Aktuelle Projekte finden Sie auf unserer Website. www.borgers-bau.de

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WERKSTATTTECHNIK HEBETECHNIK Hoch hinaus In Werkstätten geht ohne Hebeeinrichtungen nichts. Sie sind zentrales Arbeitsmittel bei Reparaturen am Fahrzeugunterboden und Fahrwerk. Abgestimmt auf die Werkstatt-Bedürfnisse erleichtern sie wesentlich die Arbeit. KURZFASSUNG Für seinen Werkstatt-Neubau holte sich Johann Fuchs aus Augsburg professionelle Hilfe. Im Bereich Hebetechnik vertraute er auf die Herrmann AG aus Pösing. Fünf neue Hebebühnen sowie tatkräftige Unterstützung waren das Ergbnis. icht jede Hebeanlage ist für alle Arbeiten in Kfz-Werkstätten gleichermaßen geeignet. Viele Betreiber fragen sich daher bei der Anschaffung einer Hebebühne, ob für ihre Bedürfnisse eine Säulen-, Scheren- oder Unterflur-Hebebühne die richtige ist. Oder soll es doch ein Grubenheber sein? Hinzu kommt ein fast unüberschaubares Angebot an Hebebühnen im Markt. Vor dieser Herausforderung stand auch Johann Fuchs, Kfz-Mechatroniker- und Spengler-Meister, als er im Jahr 2013 den Neubau seiner Werkstatt plante. „Als freie Kfz-Werkstatt ist unser Serviceangebot sehr breit gefächert“, sagt der erfahrene Geschäftsinhaber der Fuchs Automobile Kfz-Meisterbetrieb GmbH in Augsburg. „Neben Pkw haben wir auch viele Kunden, die ihre Kleintransporter bei uns zum Service oder zur Reparatur bringen.“ Darüber hinaus bietet der Betrieb auch Restaurierungen von Oldtimern an. Für Johann Fuchs, der seit 1997 seine Kfz- Werkstatt mit angeschlossenem Fahrzeughandel im Nordosten von Augsburg betreibt und heute elf Mitarbeiter beschäftigt, war es daher bei der anstehenden Betriebsvergrößerung von vornherein klar, dass er bei der Anschaffung der notwendigen Hebebühnen die Unterstützung von Profis benötigt. Gefunden hat sie Johann Fuchs bei der Herrmann AG aus Pösing im Bayerischen Wald. Das westlich von Cham ansässige Unternehmen ist auf den Bau von Kfz-Hebebühnen spezialisiert. Vielen Kfz-Profis ist die Herrmann AG auch bekannt als Hersteller besonders Drei Herrmann-Hebebühnen des Typs Uni Lift 2.35 sind bei Fuchs Automobile im Einsatz. umweltfreundlicher Hebebühnen, die anstatt mit einer Öl- mit einer Wasserhydraulik betrieben werden. „Von Anfang an haben wir Johann Fuchs bei der Vergrößerung seines Betriebes unterstützt und den Planungs- und Bauprozess bis hin zur Inbetriebnahme der Hebebühnen begleitet“, erzählt Harald Bauer, Vertriebsleiter bei der Herrmann AG. „In einem ersten Schritt haben wir zusammen mit Johann Fuchs das Arbeitsprofil seiner Werkstatt genau unter die Lupe genommen.“ Fünf Bühnen müssen her Schnell war klar, um die zu erwartende Auftragssituation abarbeiten zu können, sind fünf Hebebühnen notwendig. Eine hiervon bei der Direktannahme, drei als Arbeitsplätze für Pkw und die fünfte als Spezialbühne für Kleintransporter. Hin- Fotos: Marcel Schoch zu kam die Anforderung, dass an allen fünf Bühnen die Räder frei zugänglich sein müssen, um an jeglichen Fahrzeugtypen auch Wartungs- und Servicearbeiten an Rädern und Reifen durchführen zu können. Bei der Direktannahme kam deshalb die Herrmann-Hebebühne Alu Track Lift 2.50 Duplo Uni plus zum Einsatz. Als Fahrbahnhebebühne, gefertigt aus beständigen eloxierten Aluminium-Hohlkammer-Profilen, verfügt sie zusätzlich über einen überfahrbaren Reifenfreihub, der an den Schweller-Hebepunkten des Fahrzeugs ansetzt. „Diese Hebebühne ist als hydraulische Stempel-in-Stempel-Hebebühne ausgelegt“, erklärt Harald Bauer. „Jede Fahrbahnseite ist dabei als Zwillingssystem ausgelegt. Das garantiert eine sehr hohe Stand- und Rüttelfestigkeit.“ AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 www.autoservicepraxis.de

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Der jeweils zweite Hubzylinder dient dabei gleichzeitig auch als Hebehydraulik für den Reifenfreihub. Mit einer Gesamttragkraft von 5.000 Kilogramm, einer Fahrbahnlänge von 4.800 Millimetern und einem Nutzhub von über 2.000 Millimetern können auf ihr nahezu alle Pkw- Typen sowie Kleintransporter angehoben werden. Für den Reifen- und Bremsenservice Als Pkw-Reparatur-Bühnen wurden bei Fuchs Automobile drei Herrmann Uni Lift 2.35 plus eingebaut. Bei diesem Typ handelt es sich um eine Zweistempel-Hebebühne mit schienenartigen Stahlflachträgern, die direkt an den Hebepunkten der Fahrzeugschweller ansetzen. „Um die Stahlflachträger an die Fahrzeuge anpassen zu können, sind an ihren Enden längsund querverstellbare Aluminiumschieber angebracht“, so Harald Bauer. „Zur Schonung der Fahrzeugsubstanz werden zwischen den Schiebern und dem Unterboden rutschhemmende Gummiauflagen verwendet.“ Mit einer Tragkraft von 3.500 Kilogramm und einem dadurch erreichten Nutzhub von mindestens 1.990 Millimetern ist dieser Typ Hebebühne besonders für den Reifen- und Bremsenservice geeignet, da die Räder völlig frei zugänglich sind. Sie eignet sich aber auch für Reparaturen an Unterboden, Motor, Getriebe oder Differential. Mit einer Überfahrhöhe von nur 60 Millimeter kann sie nahezu von jedem Fahrzeug bequem überfahren werden, auch von Sportwagen. Im Werkstattbereich für den Kleintransporterservice hat sich Johann Fuchs für die Herrmann-Hebebühne Vario Lift 2.50 entschieden. Sie ist ebenfalls eine hydraulische Unterflurhebebühne. Jedoch sind auf den Hydraulikzylindern jeweils zwei Hebearme montiert, die einzeln Die längs- und querverstellbaren Aluminiumschieber der Uni Lift 2.35 von Herrmann können an jedes Fahrzeug angepasst werden. schwenkbar, teleskopartig ausgezogen und zusätzlich quer zur Fahrzeugachse verstellt werden können. „Da die Hebearme von außen unter das Fahrzeug greifen, bieten sie besonders viel Platz bei Arbeiten am Fahrzeugboden“, sagt Harald Bauer. „Mit einer Tragkraft von 5.000 Kilogramm kann sie sogar beladene Kleintransporter noch bis auf eine Höhe von mindestens 1.970 Millimeter anheben.“ Der Einbau der Herrmann-Hebebühnen ist im Vergleich zu ähnlichen Systemen vom Aufwand sehr überschaubar. Der Werkstattausrüster liefert fertig zusammengebaute Kassetten mit der Hubhydraulik, die lediglich im Boden versenkt werden müssen. Da diese bereits im Werk auf Dichtheit und korrekte Funktion getestet wurden, fallen aufwändige Montagearbeiten auf der Baustelle weg. Keine versteckten Kosten Lediglich die Endabnahme vor der ersten Inbetriebnahme muss noch durchgeführt werden. Dies erledigt ein vom Hersteller zertifizierter Servicepartner oder, wie im Falle von Fuchs Automobile, der Werkskundendienst. „Ich habe mich für die Herrmann-Hebebühnen aus verschiedenen Gründen entschieden“, sagt Johann Fuchs. „Zunächst einmal hat mich das Preis-Leistungs-Verhältnis nach Angebotsabgabe überzeugt, denn es enthielt keine versteckten Nebenkosten wie Inbetriebnahme oder fehlendes Zubehör, dass später dann noch dazugekauft werden muss.“ Auch von der Technik der Hebebühnen ist Johann Fuchs begeistert. „Alle fünf Hebebühnen bieten meinen Mechanikern ausreichend Platz, um unter den Fahrzeugen zu arbeiten“, sagt der Kfz- Profi. „Selbst Oldtimer lassen sich mit den Hebebühnen problemlos anheben. Hier muss man besonders vorsichtig sein, um die Fahrzeuge nicht zu beschädigen“, weiß Johann Fuchs aus Erfahrung zu berichten. „Die variabel einstellbaren Tragwerke der Hebebühnen lassen sich nämlich an jeden Fahrzeug-Typ leicht anpassen.“ Guter Service Letztlich waren es auch die After-Sales- Services von Herrmann, die für Johann Fuchs mit kaufentscheidend waren. „Wir bieten eine Hotline mit sofortiger technischer Unterstützung und hundertprozentiger Ersatzteilversorgung an“, sagt Harald Bauer. „So garantieren wir bundesweit, dass Werkstattbetreiber innerhalb von 24 Stunden von uns Hilfe bekommen.“ Die Kaufentscheidung für das wichtigste Werkzeug in der Werkstatt will gut überlegt sein. Umso wichtiger ist es daher, von Anfang an Unterstützung hierbei zu bekommen. Ansonsten läuft man Gefahr, viel Geld für Hebesysteme auszugeben, die den Anforderungen und Wünschen der Werkstatt auf Dauer nicht genügen. Marcel Schoch ■ Von der Planung bis zur Inbetriebnahme hat Harald Bauer (links) Johann Fuchs beim Neubau seiner Werkstatt begleitet. Die Hebebühne Vario Lift 2.50 hat eine Hubkraft von 5.000 Kilogramm. Selbst beladene Transporter können mit ihr angehoben werden. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 41

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PRODUKTE HEBETECHNIK Elegantes Design Autopstenhoj stellt die neu designte Hebebühne Maestro 35 mit einer Tragfähigkeit von 3,5 Tonnen vor. Die zweimotorige, elektromechanische Zweisäulen­Hebebühne zeichnet sich durch verkantete Säulen und den gleitgelagerten Hubstuhl aus. Das asymmetrische Design schafft Platz, die Schwenkarme sorgen für Flexibilität. Die Hebebühne steht in mehreren Ausführungen zu Verfügung: in den Portalhöhen 4350 und 5050 Millimeter sowie mit den Aufnahmen Flex, Combiflex oder Combiflex 08. vg ■ autop Maschinenbau GmbH www.autop.de Foto: autop NEUER KATALOG Viel Neues bei HENi Foto: Endlich ist er da, der neue Katalog von HENi: Mehr als 270 Seiten mit allem, was das Werkstatt­Herz begehrt – von Handund Verschleißwerkzeug über Geräte und Maschinen bis hin zu kompletten Anlagen und Werkstatteinrichtungen. Von der Struktur unverändert, wurde der Katalog inhaltlich hingegen komplett überprüft. „Querbeet durch das ganze Sortiment haben wir unsere Produkte aktualisiert und auf den neuesten Stand gebracht“, heißt es bei HENi. Viele Spezialwerkzeuge und unzählige Neuheiten aus den Bereichen Öl­, Licht­ und Reifentechnik, Karosserie, Klimaservice oder Kundenschutz sind eingeflossen. Etliche Werkzeuge biete man jetzt beispielsweise in einer kurzen und langen Ausführung an, da der Platz im Fahrzeug immer geringer werde und Monteure auf engstem Raum arbeiten müssten. Auch im Bereich Lichttechnik seien aufgrund technischer Entwicklungen viele, deutlich leistungsfähigere und preisgünstigere Produkte im Portfolio, so der Systemlieferant aus Remscheid. Wie gewohnt sind alle Produkte auch weiter online zu finden. Einfach im Webshop den gewünschten Suchbegriff eingeben oder über die Rubriken „Handwerkzeuge“, „Verschleißwerkzeuge“ etc. im Artikelsortiment schmökern. Der neue Werkstatt­Katalog ist online als PDF­Download abrufbar unter www.hidrive.strato.com/lnk/sCmRBkpS oder direkt bei HENi als Printversion bestellbar. vg ■ Helmut Niemeyer GmbH www.heni.de WERKZEUG Stromfressern auf der Spur Vieles funktioniert in modernen Fahrzeugen nur noch dank der Elektrik. Um Defekte an elektrischen Verbrauchern, Sensoren und Aktoren zu entdecken, bietet KS Tools ein neues Digital­Amperemeter mit Zangenfunktion. So lassen sich laut Hersteller zuverlässig Strommessungen von 0,01 bis 200 Ampere durchführen, ohne den Stromkreis zu unterbrechen. Das integrierte Multimeter ersetzt zudem ein zusätzliches Messinstrument. Auf dem AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 LCD­Display werden alle Messewerte mit Digital­ und Bargraph­Anzeige dargestellt und können bei Bedarf auch für eine spätere Ansicht eingefroren werden. Mit der Zange lässt sich zudem der Spitzen strom bei Stoßbelastungen von Motoren ermitteln, so KS Tools. vg ■ KS Tools Werkzeuge-Maschinen GmbH www.kstools.com Foto: KS Tools www.autoservicepraxis.de

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KLIMASERVICE Mit VW-Freigabe Texa Deutschland erhält von der Volkswagengruppe die Freigabe für das Klimaservicegerät Konfort VAS 582 003 für die Märkte in Europa und im Nahen Osten. Speziell nach den Vorgaben und Wünschen der VW­Techniker entwickelt, ermöglicht das Klimaservicegerät beispielsweise eine Kältemittelanalyse, die gefährliche Vermischungen unterschiedlicher Gase verhindert, so der Hersteller. Insgesamt besteht die Konfort­Baureihe aus neun unterschiedlichen Klimaservice­ Modellen, darunter auch das Konfort 780R Bigas, das als eines der wenigen Geräte auf dem Markt für das Kältemittel R­134a sowie für R­1234yf gleichzeitig einsetzbar ist. vg ■ TEXA Deutschland GmbH www.texadeutschland.com WERKZEUG Ohne Kratzer Die neue Clip­Entfernerzange von Kunzer löst Clips und Kunststoffnieten von Abdeckungen und Verkleidungen im Motorund Innenraum des Fahrzeugs. Mit der Zange lassen sich bis zu 17 Millimeter große Clips und Nieten ohne Beschädigungen aufnehmen und entfernen. Mit einer Gesamtlänge von 245 Millimetern, dem 90 Grad schwenkbaren Kopf und den gummierten Griffen ist die neue Zange laut Hersteller auch gut für schwer zugängliche Bereiche oder bei geringem Arbeitsplatz geeignet. vg ■ Willy Kunzer GmbH www.kunzer.de www.autoservicepraxis.de Foto:Kunzer Foto: TEXA VIEL BRAUCHT BESSER. BILSTEIN B6. Liebt die Herausforderung: der ideale Gasdruckstoßdämpfer für alle, die auch unter erhöhter Belastung keine Kompromisse machen wollen – weder bei der Performance noch im Komfort. Unsere gelben BILSTEIN B6 Stoßdämpfer bieten verbesserten Serienersatz für hohe Ansprüche. bilstein.de

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TÜV SÜD-AKTUELL Fragen an ... Lars Kammerer, Leiter Marketing und verantwortlich für „TÜV SÜD ClassiC“ Was raten Sie Neueinsteigern, die sich ein Classic-Fahrzeug zulegen möchten? Neueinsteiger sollten sich vor dem Kauf zuerst über ihre Motive und Bedürfnisse im Klaren sein: Was kann und will ich mir leisten? Bin ich eher der „Schraubertyp“, der selbst restauriert und repariert. Bin ich der „Fahrer“, der Wartung und Reparatur/Restauration der Werkstatt überlässt? Wie groß ist mein Budget? So vielschichtig die Modelle, Baureihen und Baujahre bei Classic Cars sind, so vielschichtig sind die Absichten der Käufer. Eines sollte allerdings klar sein: Leidenschaft sollte vorhanden sein, denn wer auf eine reine Wertanlage spekuliert ist nicht gut beraten. Sind denn verfügbare Preis- und Bewertungslisten eine Hilfe für Laien? Preis- und Bewertungslisten geben einen ersten Eindruck, in welchem Rahmen man sich bewegt. Über den tatsächlichen Fahrzeugzustand sagen sie nichts aus – und dieser ist bei Klassikern entscheidend. Die angebotenen Fahrzeuge, die Kaufbedingungen und der Zustand jedes einzelnen Klassikers ist zu individuell, um hier nach Liste zu gehen. Ein Zustands- und Wertgutachten von den TÜV SÜD ClassiC-Experten kann helfen, einen tatsächlichen Eindruck vom Fahrzeug zu bekommen. Welche Hilfestellung erhalten Werkstätten von TÜV SÜD, die in dem Bereich Classic arbeiten möchten? TÜV SÜD ClassiC bietet Werkstätten beim Einstieg in das Oldtimergeschäft neben Tipps und Tricks eine klare Übersicht der wichtigsten Erfolgsfaktoren im Classic Car Business. Das „Magische Dreieck“ hilft bei der Risikobewertung vor einem Einstieg ins Classic Car Business. Selbstverständlich bieten die ClassiC- Experten auch eine entsprechende Fachberatung an. Wenn sich die Werkstatt für den Einstieg entschieden hat, kann sie sich als TÜV SÜD ClassiC-Fachbetrieb zertifizieren lassen. AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 RETRO CLASSICS 2016 Die Preisspirale dreht sich weiter Für Liebhaber von Old- und Youngtimern ist die Messe RETRO CLASSICS in Stuttgart ein besonderes Highlight. Die Spezialisten von TÜV SÜD ClassiC waren vom 17. bis 20. März in Stuttgart mit einem eigenen Stand vertreten. „Der von der Messe kommunizierte Besucherrekord von über 90.000 Fach- und Publikumsbesuchern war auf dem TÜV SÜD ClassiC-Stand deutlich spürbar. Die Resonanz war überwältigend“, bilanziert Lars Kammerer, Leiter Marketing und verantwortlich für TÜV SÜD ClassiC und den Messeauftritt. Viele Besucher haben sich bei den Experten von TÜV SÜD umfassend zum Hauptthema Wertgutachten und der aktuellen Marktlage informiert. Fragestellungen in Bezug auf H-Kennzeichen, Zulassungen, Schadengutachten, Wiederaufbaugutachten, Import von Klassikern sowie zur Haupt untersuchung wurden am Stand kompetent vom TÜV SÜD ClassiC-Team beantwortet. Der Trend der letzten Jahre zu weiter steigenden Preisen für einige begehrte Modelle wird sich laut TÜV SÜD auch in diesem Jahr fortsetzen. Wie sich Volumenmodelle entwickeln, bleibt abzuwarten. Die Gründe für den Wertanstieg sind vielschichtig, aber – nach den Marktgesetzen – ganz einfach zu erklären. „Seit über zehn Jahren steigt Jahr für Jahr das öffentliche Interesse der Bevölkerung an klassischen Automobilen. Old- und Youngtimer sind ‚Hip‘“, erklärt Lars Kammerer. Das zeige unter anderem auch die steigende Anzahl von H-Zulassungen in der Statistik des Kraftfahrtbundesamtes (KBA). Ein weiterer Einflussfaktor sind die derzeit niedrigen Zinsen. „Geld ist vorhanden und neben dem Immobilienmarkt wird – bei ausgewählten Modellen und Baureihen – auch zunehmend in ‚Garagengold‘ investiert“, stellt ClassiC-Experte Kammerer fest. Vor allem bei „schwäbischen“ Klassikern seien hier in verschiedenen Sparten steigende Preise zu verzeichnen. Kammerer: „Das ist kein Wunder, denn das Angebot ist begrenzt und Fahrzeuge, die in Sammlungen verschwinden, sind dem Markt entzogen.“ Auch viele Werkstätten entdecken das Classic-Segement als lukrative Geschäftsmöglichkeit. Vor dem Einstieg in das Restaurations- und Reparaturgeschäft mit Oldtimern sollte jedoch die sorgfältige Analyse der Marktchancen stehen. Mit Rat und Tat stehen die Experten von TÜV SÜD ClassiC als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung. Eine Beratung durch Kenner des Marktes sollte in jedem Fall vor einer möglichen Investition stehen. Foto: TÜV SÜD Publikumsmagnet: Die Live-Fahrzeugbewertung am Stand von TÜV SÜD ClassiC www.autoservicepraxis.de

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TÜV SÜD CAR REGISTRATION SERVICES Wechsel in der Geschäftsführung Andreas Schreiber (39) wurde in die Geschäftsführung der TÜV SÜD Car Registration Services GmbH berufen. Er übernimmt das Ruder vom langjährigen Geschäftsführer Dr. Roland Vogt, der das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlässt. Partner in der Geschäftsführung bleibt Karsten Storch. „Mit seinen Erfahrungen bei TÜV SÜD, vor allen Dingen auf dem Gebiet Car Management, ist er genau der richtige Mann für diese Position“, unterstreicht Axel Bischopink, Geschäftsführer der TÜV SÜD Auto Plus GmbH, zu deren Geschäftsbereich die TÜV SÜD Car Registration Services gehört. Der erfahrene Auto-Mann ist seit 2005 für TÜV SÜD tätig – darunter in unterschiedlichen Führungspositionen. Bereits seit Mitte 2015 zeichnet er verantwortlich für das operative Geschäft in den Bereichen Car Management und Car Registration, wofür er auch weiterhin zuständig sein wird. In seiner neuen Position will Schreiber vor allem die Flotten ins Visier nehmen: „Unsere Registrierungsservices sind gerade für die Betreiber großer Fuhrparks interessant. Wir bieten ihnen dafür den gesamten Service aus einer Hand. Auf dieser Basis wollen wir das Geschäftsfeld weiter ausbauen“, sagt Schreiber zu seiner neuen Hauptaufgabe bei TÜV SÜD. Foto: TÜV SÜD Andreas Schreiber ist neues Mitglied in der Geschäftsführung der TÜV SÜD Car Registration Services. TÜV SÜD-Kontakt TÜV SÜD Auto Service Philip Puls Tel. 0 89/57 91-23 20, Fax -23 81 philip.puls@tuev-sued.de TÜV SÜD Auto Partner Thomas Gensicke Tel. 07 11/72 20-84 73, Fax -84 88 thomas.gensicke@tuev-sued.de Zentraler Vertrieb Tel. 07 11/7 82 41-2 46 vertrieb-as@tuev-sued.de SCHEINWERFERPRÜFUNG Info-Broschüre Die neue HU-Scheinwerfer-Prüfrichtlinie stellt bestimmte Mindestanforderungen an den Prüfplatz in den Werkstätten. Laut Einschätzung von TÜV SÜD erfüllen 70 bis 80 Prozent der Betriebe die Anforderungen an den Prüfplatz derzeit nicht. TÜV SÜD hat einen Infoflyer zur neuen Scheinwerfer-Prüfrichtlinie erstellt. Er kann unter as-marketing@tuev-sued.de bestellt werden. Koppelmanns Kolumne Michael Koppelmann, Leiter Geschäftsfeld Consulting bei TÜV SÜD Erfolgsfaktor Zeitmanagement Schon seit Jahren steigen die Stundenverrechnungssätze nicht im gleichen Verhältnis wie die Betriebskosten im Kfz-Betrieb. Daher wird es immer wichtiger, die Prozesse im täglichen Betriebsablauf zu optimieren. Strikte Zeitvorgaben der Hersteller bei Garantiearbeiten, Vorgaben in der Zusammensetzung von Inspektionspaketen sowie Preisvorgaben der Versicherungen in der Schadensteuerung zwingen die Betriebe zur konsequenten Umsetzung optimierter After-Sales-Prozesse. Ob ein bestimmter Stundenverrechnungssatz betriebswirtschaftlich noch rentabel ist, hängt von vielen Faktoren ab. Zeitoptimiertes Arbeiten ist ein besonders wichtiger Stellhebel. Schon in der telefonischen Terminvergabe liegt ein hohes Potenzial, um bei einem Werkstattauftrag Zeit zu sparen. Es lohnt sich, nach Abgleich der Kunden- und Fahrzeugdaten auch ein besonderes Augenmerk auf den Wortlaut der durch den Kunden geäußerten Beanstandung zu legen. Je mehr Informationen an dieser Stelle erfasst werden können, desto zielgerichteter kann die Arbeitsvorbereitung umgesetzt werden. Das zahlt sich später auch im Annahmeprozess aus, der im Beisein des Kunden zielgerichteter durchgeführt werden kann. Die gezielte Arbeitsvorbereitung hat noch einen positiven Effekt: Wenn der Mechaniker weiß, was er zu tun hat, verringert sich der Anteil nicht verrechenbarer Leistungen, der Produktivitätsfaktor der Mitarbeiter steigt. Die Terminvereinbarung ist ein weiterer wichtiger Schlüsselpunkt. Je besser die Terminentzerrung durch eine konkrete Terminvorgabe an den Kunden gelingt, desto geringer ist der selbstproduzierte Stressfaktor. Wenn nur vier von zehn Kunden dem vorgegebenen Terminvorschlag folgen, liegt die betriebliche Erfolgsquote bei 40 Prozent. Das heißt konkret: Der Serviceberater kann mit vier Kunden einen effektiveren Annahmeprozess gestalten. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 45

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BETRIEBSPRAXIS Z-TYRE 25 Prozent Handelsmarge Die neue Z-Tyre GmbH möchte das Reifengeschäft revolutionieren und sucht für ihr Abo-Modell engagierte Handelspartner. Die Verantwortlichen sprechen von einer Win-win-Situation. KURZFASSUNG Neues Abo-Modell: Die Z-Tyre GmbH verspricht Autofahrern in puncto Reifen 100 Prozent Kostenkontrolle. Doch diese Flat rate bringt auch handfeste Vorteile für Kfz-Betriebe mit sich – einerseits die in Aussicht gestellten 25 Prozent Handelsmarge, andererseits die feste Bindung des Fahrzeughalters an den Betrieb. uf den ersten Blick haben ein Smartphone und ein Sommerreifen nicht viel gemeinsam. Doch das könnte sich nun ändern, sobald sich das Spar­Abo der neuen Z­Tyre GmbH am Markt herumspricht. Denn die Idee ist so einfach wie bestechend. Flat rate lautet das Schlagwort. So kommt jetzt mit dem neuen Player ein Modell in den Reifenhandel, das viele Endkunden bereits von ihrem Handy­ oder Fitnessstudio vertrag kennen. Und nicht nur das: Sie praktizieren es bereits, sprich zahlen ihre Rate. Monat für Monat. Die Macher hinter diesem neuen Ansatz sind Tyre24­Chef Michael Saitow und Stephan Nungess, General Manager – Central Europe Zenises Europe Ltd, mit ihrer Z­Tyre GmbH. Sie versprechen den Autofahrern 100 Prozent Kostenkontrolle. Denn von 4,99 bis 9,99 Euro brutto im Monat können Pkw­Lenker ihre Premiumpneus im Abo­System fahren – egal, ob Sommer­ (15 bis 21 Zoll) oder Winterreifen (15 bis 20 Zoll). Praktisch: Sind die Reifen abgefahren oder etwa durch einen Nagel beschädigt, gibt’s einfach einen neuen. Michael Saitow und Stephan Nungess strahlen im Gespräch mit AUTO SERVICE PRAXIS viel Pioniergeist aus und wissen genau, wen sie für dieses ambitionierte Projekt ins Boot holen müssen – nämlich interessierte Handelspartner. „Wir bieten 25 Prozent Handelsmarge“, betont Michael Saitow. Klingt natürlich verlockend. Zumal sich der Pkw­Halter via Flatrate fest an den Möchten das Reifengeschäft auf eine neue Stufe heben: Stephan Nungess, General Manager – Central Europe Zenises Europe Ltd (links), und Tyre24-Chef Michael Saitow Kfz­Betrieb bindet, wodurch sich leichter Zusatzgeschäfte machen lassen. Man denke nur an die Montage und Einlagerung sowie die kostenlose Reifeninspektion. Alles Kundenkontakte, die der Unternehmer für sich nutzen kann. „Das ist eine Win­win­ Situation für Händler und Verbraucher“, ergänzt Stephan Nungess. Partner gesucht „Im ersten Step wollen wir 600 Z­Stores anschließen“, erklärt Michael Saitow. Im ersten Schritt sollen 600 Z-Stores angeschlossen werden. Fotos: Patrick Neumann, Z-Tyre AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 www.autoservicepraxis.de

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„Wichtig ist, dass ich das als Unternehmer will und das Modell verstehe.“ Damit das leichter gelingt, sind bundesweit derzeit zehn Außendienstmitarbeiter damit beschäftigt, Produkte, Software & Co. interessierten Händlern zu erklären. Und natürlich auch die Voraussetzungen, um sich Z­Store nennen zu dürfen. Eigentümer der neuen Z­Tyre ist stets die Z­Tyre GmbH, zum Start werden dem Händler 20 Reifen als Konsignationsware kostenfrei zur Verfügung gestellt. Man erwarte, so das Unternehmen, dass der Händler im Jahresdurchschnitt mindestens ein Abo pro Woche abschließe. Er selbst muss demnach keine Pneus einkaufen, auf Lager legen und finanziell in Vorleistung gehen. „Gegen eine Bankbürgschaft können aber auch 200 oder 500 Reifen ins Lager genommen werden“, heißt es von dem neuen Player. Braucht er aber eigentlich nicht. Denn Michael Saitow und Stephan Nungess versprechen, dass dank des eigenen Zentrallagers der gewünschte Reifen innerhalb von 24 Stunden vorhanden ist. Die Reifen gelangen quasi direkt von der Fabrik zum Kunden, kein Großhändler sitzt mehr dazwischen. Ein weiterer Pluspunkt: der Wegfall des DOT­Risikos. SIEBEN VORTEILE Diese sieben Argumente sollen Pkw-Halter überzeugen. 1. Die richtigen Reifen für die entsprechende Saison 2. Finanzielle Unabhängigkeit und Sicherheit 3. Reifengarantie 4. Mehr als 600 Z-Stores in Deutschland 5. Option „Zahlpause“ 6. Sonderkündigungsrecht 7. 24 Monate Mindestlaufzeit RÄDER & REIFEN 01/16 Sie haben unser Sonderheft „Räder & Reifen“, das Ausgabe 03/16 beilag, verpasst? Dann schnell auf autoservicepraxis.de das ePaper aufrufen und in den Inhalten stöbern. Viel Spaß! Mit Marketing- und POS-Material unterstützt die Z-Tyre GmbH ihre Z-Store-Händler. Und: „Bei uns hat der Endkunde immer einen verkehrssicheren Reifen“, so Stephan Nungess. Insgesamt stehen 31 Größen zur Wahl. Kommendes Jahr soll zudem ein Runflat­Reifen mit dem „Z“ auf den Markt kommen. Zusätzlich sollen Marketing­ und POS­Material die eingängigen Botschaften unterstützen. Doch wie kommt der Autofahrer denn an seine gewünschten 15­, 18­ oder 21­ Zöller? Er geht ins Internet, wählt seine Reifengröße und vereinbart einen verbindlichen Termin im Z­Store. Alternativ kann er diesen auch direkt ansteuern. Sobald der Kunde die georderte Ware erhalten hat, bezahlt er per Kreditkarte, Paypal oder Sepa­Lastschrift. Neue Premiummarke So viel zum Modell. Dass es sich bei Z­ Tyre um eine neue Premiummarke handelt, die der Autofahrer nicht kennt und die noch in keinem der viel beachteten Reifentests auftaucht, macht das Ganze zunächst erklärungsbedürftig. „Wir wollen den guten Reifen bauen“, sagt Michael Saitow. Z­Tyre sei ein europäisches Projekt, die Reifen seien in Europa entwickelt und in einer modernen Fabrik mit VMI­ oder Kraus­Maffei­ Maschinen in China produziert worden. „Das sind unsere Formen, das ist unsere Gummimischung“, betont Reifenexperte Stephan Nungess. „Da steckt sehr viel Know­how dahinter. Jeder Reifen mit dem Z­Logo auf der Seitenwand muss höchsten Ansprüchen genügen.“ Beide Manager sprechen davon, dass ein High­Performance­Reifen keine Frage des Geldes sein dürfe. Wenn das die Endkunden auch so sehen, haben Smartphones und Pneus künftig doch eine Menge gemeinsam. Patrick Neumann ■ „Das Spar-Abo für cleveres Autofahren“ – das soll preisbewusste Pkw-Lenker anlocken. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 47

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BETRIEBSPRAXIS APZ CARMOTION „Mehr Herzblut geht nicht“ Der Trend geht bei den Aufbereitungsprofis in Richtung Fulfillment-Dienstleister: Neun Fragen an Peter Klingenmeier und Peter Hirner, beide Geschäftsführer von APZ Carmotion. KURZFASSUNG Bei APZ Carmotion sind aktuell die klassische Komplettaufbereitung und Smart-Repair-Leistungen bei kleinen Rangierschäden an lackierten Bauteilen am gefragtesten – gefolgt von Hol- und Bringdienst respektive Fotoservice. asp: Aufbereitung sichert Erträge – ein Satz, den man von Ihnen gerne hört. Wie schnell überzeugen Sie damit aktuell Unternehmer? P. Klingenmeier: Diese pauschale Erkenntnis ist für das Autohaus sicher nicht neu, genauso wie die Erkenntnis „Das Auge kauft“. Eine spürbare Ertragsverbesserung liefert der Aufbereitungsprozess aber nur, wenn er abgestimmt, zeitnah und nachhaltig durchgeführt wird. Auch um die Standzeit 1 innerhalb von fünf Arbeitstagen zu AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 halten und ein optimales Ergebnis nach Herstellervorgaben zu garantieren. asp: Warum sollten Kfz-Betriebe über das Thema professionelle Fahrzeugaufbereitung intensiv nachdenken? P. Klingenmeier: Weil es das kleine Einmaleins für die Präsentation von gebrauchten Fahrzeugen und in der heutigen Zeit eine Pflichtveranstaltung für jedes Autohaus ist. Fotos: APZ Carmotion P. Hirner: Bei der Inanspruchnahme eines externen Dienstleisters ergeben sich organisatorische und monetäre Vorteile, die mit einer internen Fahrzeugaufbereitung in den meisten Fällen nicht zu leisten sind. Dazu gehören zum Beispiel die Flexibilität bei schwankenden Auslastungen, die Einhaltung der fünftägigen Standzeit 1 und eine durchgängig hohe Qualität der Aufbereitungsleistungen. Externe Dienstleister wie APZ Carmotion sind zudem bereit, in eine verbesserte Infrastruktur wie Waschanlage oder Halle zu investieren. Bei der Inanspruchnahme eines externen Dienstleisters ergeben sich organisatorische und monetäre Vorteile. asp: Sie stellen ordentliche Renditen in Aussicht … P. Hirner: Die Renditen beginnen mit der Einsparung von Kosten gleich nach der Hereinnahme durch eine zeitnahe stückzahlunabhängige Präsentation der Fahrzeuge. Dazu kommt der optische Mehrwert von rund fünf Prozent durch die erfolgte professionelle Aufwertung. P. Klingenmeier: Ein 20.000-Euro-Fahrzeug verursacht pro Tag durchschnittlich Kosten in Höhe von zehn bis 15 Euro. Dieser Betrag setzt sich aus Kapitalbindungskosten, Wertverlust, Lagerkosten, Reinigungskosten, Kosten bei Standschäden sowie den Marketingkosten zusammen. Das bedeutet bei einer Standzeit 1 und 2 von 60 Tagen einen Betrag von 600 bis 900 Euro pro Fahrzeug. www.autoservicepraxis.de

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Peter Hirner: „Externe Dienstleister sind bereit, in eine verbesserte Infrastruktur zu investieren.“ asp: Welche Ihrer Dienstleistungen sind aktuell am meisten gefragt? P. Hirner: An erster Stelle stehen die klassische Komplettaufbereitung und Smart-Repair-Leistungen bei kleinen Rangierschäden an lackierten Bauteilen und Felgen mit Bearbeitung nach Herstellervorgaben. Dazu kommen der Hol-und Bringdienst, unser Fotoservice mit zeitnaher täglicher Durchführung. asp: Geht der Trend am Markt derzeit eher zu Full-Service oder zu Detaillösungen wie das von Ihnen angebotene Hagelschadenmanagement, die Vertriebsunterstützung oder den Fotoservice? P. Klingenmeier: Trendrichtung ist ganz klar der Fulfillment-Dienstleister, der alle Erfordernisse von der Fahrzeugpflege über Smart-Repair, Hol- und Bringdienste und Fotoservice bis hin zur Eventbetreuung bei der Markteinführung neuer Modelle und der Filiallogistik erfüllen kann. Und dies kontinuierlich und auf hohem Niveau 52 Wochen im Jahr. www.autoservicepraxis.de Peter Klingenmeier: „Wir verfolgen mit unseren Kunden immer das ‚Win-win-Prinzip‘.“ asp: APZ arbeitet als Dienstleister im Hintergrund. Welcher Philosophie haben Sie sich dabei verschrieben? P. Klingenmeier: Wir sind seit über 30 Jahren mit einer guten Strategie erfolgreich am Markt und wollen unserem Kunden ein möglichst umfassendes Rundum-Sorglos-Paket zu einem fairen Preis-Leistungs- Verhältnis bieten. Wir verfolgen mit unseren Kunden immer das „Win-win Prinzip“. Wir bieten unseren Kunden alle Vorteile eines Spezialisten, die sie für ihre Kunden nützen können. Die Vorteile reichen von der Investition in neueste Waschtechnik bis hin zu professionellen Verkaufspaketen für den Servicebereich. Mehr Herzblut geht nicht! asp: Ihren Beschäftigten in den Betrieben vor Ort kommt dabei eine wichtige Rolle zu, oder? P. Hirner: Wir sind ein eingespieltes Team, ein Großteil der Beschäftigten ist bereits seit zehn Jahren oder länger bei uns tätig. Das bündelt viel Erfahrung und sorgt für einen außerordentlich guten Teamgeist. Wir haben ein Weiterbildungsprogramm entwickelt, um bei allen APZ-Beschäftigten einen hohen Qualitätsstandard zu sichern. So lässt sich für jeden dieser Spezialisten garantieren, dass er nicht nur in Sachen Fahrzeugpflege und Fahrzeugaufwertung versiert ist, sondern darüber hinaus immer serviceorientiert und im Sinne des Kunden agiert. Unser Highlight 2016 ist die Eröffnung der B26 Oldtimer Manufaktur in Schwäbisch Gmünd. asp: Blicken wir ein wenig voraus: Dieses Jahr steht bei Ihnen das Thema Oldtimeraufwertung auf der Agenda. Wie weit sind Sie hier? P. Klingenmeier: Unser Highlight 2016 ist sicher die Eröffnung der B26 Oldtimer Manufaktur in Schwäbisch Gmünd Mitte des Jahres, in der wir ein Oldtimeraufbereitungszentrum für Kundenfahrzeuge und der ausgestellten Exponate installieren werden. APZ ist bestens vorbereitet. Wir schulen und trainieren für die neuen Aufgaben derzeit bundesweit APZ-Mitarbeiter zu Oldtimerexperten, um überregional bei Kundenanfragen professionelle Ansprechpartner zu haben. Für die Stationslogistik und Einzelaufträge der Kunden wird ein neuer geschlossener 18-Meter-Fahrzeugtransporter in Betrieb gestellt und in der B26 Manufaktur Schwäbisch Gmünd stationiert. asp: Und die Resonanz bisher aus der Oldtimerszene? P. Hirner: Bekräftigt durch diese Investitionen in den Oldtimerbereich, sind unter anderem ernsthafte Anfragen und Aufträge aus dem Bereich unserer Premiumkunden wie Porschezentren, Mercedes- Benz-Vertretungen und dem Mercedes Museum in Stuttgart sowie bundesweite interessante Anfragen von Privatpersonen vorhanden. asp: Herr Hirner, Herr Klingenmeier, vielen Dank für die interessanten Einblicke. Interview: Patrick Neumann ■ ATH-Heinl Reifenmontiermaschine ATH M52 mit Hilfsmontagearm ATH A34 WDK-fähig für nur € 1.995,- zzgl. Fracht und MwSt. • Mit pneumatischem Heckschwenker • Neue verwindungssteife Konstruktion mit hochpräziser Laserschnittverarbeitung • Spannbereich außen bis 22“, zusätzlich verstellbar um - 2“ • Jetzt auch WDK-zertifiziert (nur in Verbindung mit optionalem WDK-Kit) ATH-Heinl GmbH & Co. KG www.ath-heinl.de Tel.: 09661 87764 00 13. - 17.09.2016 Halle 8.0, Stand A41

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BETRIEBSPRAXIS FAHRZEUGAUFBEREITUNG Berufsbild fördern Die Handwerkskammer Hannover und der Bundesverband für Fahrzeugaufbereitung bieten zwei Lehr gänge an, um das Berufsbild „Fahrzeugaufbereiter“ zu stärken. Fördermittel stehen bereit. Fotos: Handwerkskammer Hannover, Dieter Väthröder KURZFASSUNG Die Handwerkskammer Hannover will gemeinsam mit dem Bundesverband für Fahrzeugaufbereitung (BFA) das Berufsbild „Fahrzeugaufbereiter“ etablieren. Denn professionell ausgeführt, können Werkstätten so wichtige Zusatzerträge erzielen. Die Erkenntnis, dass sich Neu- und Gebrauchtwagen während der Standzeiten sowie zum Zeitpunkt des Verkaufs in einem optisch perfekten Zustand präsentieren müssen, hat sich quer durch die Republik durchgesetzt. Doch die Wege zum glänzenden Auftritt sind so unterschiedlich wie die Ergebnisse einer Aufbereitung. Viele Händler sehen darin immer noch ein notwendiges Übel, das schnell und günstig erledigt sein muss, AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 und geben die Aufträge oft an externe Dienstleister ab. Dabei steht häufiger der günstige Preis als ein gutes und anhaltendes Ergebnis im Vordergrund. Das kann sich einerseits negativ auf die Kundenzufriedenheit auswirken, andererseits geben die Betriebe damit auch die Möglichkeit aus der Hand, sich selbst als qualitativ hochwertiger Dienstleister zu präsentieren und zusätzliche Erträge zu erwirtschaften. Die Handwerkskammer Hannover und der Bundesverband für Fahrzeugaufbereitung (BFA) haben sich deshalb auf die Fahnen geschrieben, ein entsprechendes Berufsbild für Fahrzeugaufbereiter und einen Qualitätsstandard zu etablieren. Christoph Stein, Weiterbildungsberater am Förderungsund Bildungszentrum Garbsen der HWK Hannover, nennt mehrere Gründe für das Engagement: „Es passieren durch Unwissenheit immer noch viele Fehler bei der Aufbereitung, wodurch mehr beschädigt als aufbereitet bzw. nur auf kurzfristigen Erfolg hingearbeitet wird. Auf der anderen Seite haben wir festgestellt, dass in der breiten Öffentlichkeit kein Bewusstsein dafür herrscht, welche Technik und welcher Aufwand hinter einer hochwertigen Aufbereitung steckt. Und schließlich möchten wir Christoph Stein, Weiterbildungsberater am Förderungs- und Bildungszentrum Garbsen der HWK Hannover www.autoservicepraxis.de

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neben den Aufbereitungsbetrieben auch den Autohäusern, Werkstätten und Karosserie- und Lackierbetrieben die Gelegenheit geben, das Geschäftsfeld lukrativ zu betreiben.“ Zwei Ausbildungsmodelle Um diesem Qualifizierungsbedarf gerecht zu werden, bietet die Handwerkskammer Hannover den Lehrgang „Fachkraft für innovative Fahrzeugaufbereitung“ an. In vier Modulen werden in Theorie und Praxis die Themen allgemeine Fahrzeugaufbereitung, lackschadenfreie Ausbeultechnik, Smart-Repair-Technik und Spot- Repair-Technik vermittelt. Jedes Modul wird mit einer schriftlichen und praktischen Prüfung sowie einem Fachgespräch abgeschlossen, nach vier Modulen mit insgesamt 280 Lehrgangsstunden ist die Fortbildung zur „Fachkraft für innovative Fahrzeugaufbereitung“ bewältigt. Parallel zu dieser umfassenden Ausbildung bietet die HWK Hannover gemeinsam mit dem BFA das Qualifizierungsprogramm „Zertifizierte/-r Fahrzeugaufbereiter/-in (BFA/HWK)“ an. In 80 Stunden lernen die Teilnehmer die Beurteilung und Aufbereitung von Fahrzeugen, den Einsatz geeigneter Geräte, wie man systematisch und damit zeitsparend vorgeht, welche technischen Innovationen es gibt und welche technischen, wirtschaftlichen und umweltgerechten Gesichtspunkte zu berücksichtigen sind. Der Lehrgang konzentriert sich auf die Lackaufbereitung, den Innenraum, Textil- und Lederreinigung, Oldtimerpflege und Cabrioverdecke. Richtig argumentieren Ganz wichtig ist auch der Punkt Kommunikation und Nutzenargumentation, „damit die Teilnehmer ihre Leistung vernünftig verkaufen können, aber auch dem Kunden die Grenzen der Aufbereitung und die Risiken vermitteln können“, so Christoph Stein. Dazu gehört zum Beispiel auch die Ausgestaltung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen, um finanzielle Risiken auszuschließen. „Das große Problem“, so Stein weiter, „sind oft die Marktpreise. Wird zu wenig gezahlt, bleibt zu wenig Zeit für eine qualitativ gute Aufbereitung. Uns geht es darum, dass die Teilnehmer wissen, wo die Risiken liegen und dies auch kommunizieren können.“ Bei bestandener Prüfung kann der Lehrgang als Modul 1 der Ausbildung zur Fachkraft für innovative Fahrzeugaufbereitung anerkannt werden. Für Betriebe aus Niedersachsen stellt die Investitionsund Förderbank Niedersachsen Nbank im Rahmen des Programmes „WIN – Weiterbildung in Niedersachsen“ außerdem Fördermittel in Höhe von bis zu 80 Prozent der Lehrgangskosten bereit. Die HWK Hannover bietet dazu eine Fördermittelberatung Dieter Väthröder ■ WEITERFÜHRENDE INFOS Informationen zu den Lehrgängen unter www.bfa­net.de www.hwk­hannover.de/smartrepair Informationen zu Fördermitteln für Betriebe aus Niedersachsen über die HWK Hannover oder www.nbank.de MWF_BOX: BOX HEADING_ÜBERSCHRIFT BALKEN MWF_Box: Para_Box Standard MWF_Box: Para_Box Standard MWF_Box: Para_Box Standard MWF_Box: Para_Box Standard MWF_Box: Para_Box Standard MWF_Box: Para_Box Standard MWF_Box: Para_Box Standard MWF_Box: Para_Box Standard MWF_Box: Para_Box Standard MWF_Box: Para_Box Standard MWF_Box: Para_Box Standard MWF_Box: Para_Box Standard MWF_Box: Para_Box Standard MWF_Box: Para_Box Standard MWF_Box: Para_Box Standard MWF_Box: Para_Box Standard MWF_Box: List unordered 1_Box Aufzählung Vierecke ■ MWF_Box: List unordered 1_Box Aufzählung Vierecke ■ MWF_Box: List unordered 1_Box Aufzählung Vierecke MWF_Box: Para_Box Standard Info MWF_TABELLE: TABLE HEAING_KOPF Table_links Zwiti xxxxxxxx xxxxxx xxxxxxxx Table_libü xxx xxx xxx xxxxx xxx xxxx xxx xxxxx xxx xxxx xxx xxxxxxxxx xxx xxxx xxx www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 51

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BETRIEBSPRAXIS WERKSTATTUMFRAGE Wettbewerbsvorteil erzielen Die asp-Werkstattumfrage deckt auf: Wer zusätzliche Leistungen wie einen Fahrzeug-Hol- und -Bringservice anbietet, kann sich einen Wett bewerbsvorteil verschaffen. Foto: Fotolia.com/DOC RABE Media, Icons: Fotolia.com/rashadashurov as International Car Distribution Programme (ICDP) und asp führten gemeinsam eine Umfrage durch. Jetzt stehen die Ergebnisse fest. Insgesamt 132 Werkstätten nahmen an der Online-Befragung teil, allein 82 Teilnehmer kamen aus dem Bereich der freien Werkstätten. Die befragten freien Betriebe reparieren im Durchschnitt täglich 8,6 Fahrzeuge mit 3,3 Technikern. Die Umsatzverteilung (siehe Abbildung Seite 53) zeigt: Die Zugehörigkeit zu einem Werkstatt-Konzept lohnt sich. Denn von den 18 Prozent der freien Kfz-Betriebe, die einen jährlichen AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 ANGEBOTENE ZUSATZLEISTUNGEN FREIER WERKSTÄTTEN Fahrzeug-Hol- und -Bring-Dienst Online-Terminbuchung über die eigene Webseite Spezialisierung auf Elektro- und Hybrid-Fahrzeuge 45 % 19 % 11 % Foto/Video-Dokumentation der defekten Teile Verlängerte Öffnungszeiten/Übernachtservice 2 Mechaniker am gleichen Fahrzeug, schneller 50 % 21 % Welche der folgenden Leistungen nutzen Sie, um neue Kunden zu gewinnen? Insgesamt bieten 45 Prozent aller freien Werkstätten zusätzliche Leistungen an. www.autoservicepraxis.de

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Umsatz von über 500.000 Euro generieren, gehören 80 Prozent einem Werkstatt-Konzept an. Sie reparieren mit durchschnittlich fünf Technikern 14,2 Fahrzeuge am Tag. Als Gründe für den Beitritt zu einem Werkstatt-Konzept nannten die Teilnehmer etwa die „Möglichkeit der Kundengewinnung“, den „Zugang zu technischen Informationen“ oder die „hohe Marken- Bekanntheit des Werkstatt-Konzepts“. Lieferant des Vertrauens Freie Werkstätten bestellen ihre Ersatzteile vor allem über Ersatzteilhändler, Vertragswerkstätten hauptsächlich über den OEM- Kanal. Dabei nutzen freie Werkstätten regelmäßig 2,9 Teilehändler, beziehen aber 72 Prozent aller Käufe bei ihrem Hauptlieferanten. Reine Webshops nutzen lediglich 53 Prozent aller befragten Werkstätten, der Preis und die Lieferfähigkeit sind dabei ausschlaggebende Gründe. 28 Prozent der freien Werkstätten akzeptieren selbst mitgebrachte Teile, was sich in 3,1 Reparaturen pro Monat niederschlägt. Freie Werkstätten, die zusätzliche Leistungen wie einen Hol- und Bring-Service anbieten, reparieren zwei weitere Fahrzeuge täglich mit der gleichen Anzahl an Mitarbeitern im Vergleich zu freien Werkstätten ohne zusätzliche Leistungen. Umfrage-Verlosung Im Rahmen der asp-Werkstattumfrage haben wir ein iPad Mini unter allen Teilnehmern verlost. Der Gewinner wird in der nächsten asp bekannt gegeben. vg ■ KERNAUSSAGEN Aus der asp-Werkstattumfrage lassen sich vier Hauptaussagen für freie Werkstätten im Umgang mit zukünftigen Herausforderungen ableiten: ■ Freie Werkstätten sollten sich einem Werkstatt-Konzept anschließen, um Zugang zu technischen Informationen und zu Flottenkunden zu erleichtern. ■ Um von Werkstatt-Plattformen zu profitieren, sollten freie Werkstätten diese proaktiv nutzen. ■ Die meisten freien Werkstätten nutzen regelmäßig circa drei Teilehändler, um Preise vergleichen zu können und eine zeitnahe Belieferung zu gewährleisten. ■ Zusätzlich angebotene Leistungen können einen Wettbewerbsvorteil generieren, und dabei zu mehr Aufträgen führen. UMSATZ IM JAHR 2015 (IN TAUSEND EURO) 25 % 20 % Ganze 80 Prozent 25 % 20 % der Werkstätten mit 15 % einem Umsatz von 20 %15 % mehr als 500.000 10 % Euro gehören zu 15 %10 % einem Werkstatt- Konzept. 10 5 % < 100 € 100 - 200 € 200 - 300 € 300 - 500 € > 500 € 5 % 0 % < 100 € 100 - 200 € 200 - 300 € 300 - 500 € > 500 € Die befragten freien Werkstätten reparieren täglich 8,6 Fahrzeuge mit 3,3 Technikern. 18 Prozent generieren < einen 100 € jährlichen 100 - 200 Umsatz € 200 - von 300 mehr € 300 als - 500 500.000 € > 500 Euro. € 70 % 60 % 60 % 70 50 % 50 % 60 40 % 40 % 30 % 20 % 30 % 40 10 % 20 % 30 % 0 %10 % 20 % 10 % NUTZUNG VON WERKSTATTPORTALEN ODER WEBSHOPS Keine Registrierung Keine Registrierung ReifenDirekt.de Drivelog Reifen-Vor-Ort.de Autoservice.com AutoScout24 - Werkstattportal Tirendo.de Autobutler.de FairGarage.de Motoso.de Autoreparaturen.de Reifen-Pneus-Online.de Übersicht 80 % der Werkstattportale oder Webshops mit Werkstatt-Wahl, bei denen ■ Freie die Werkstätten befragten Werkstätten registriert sind. Rund 65 Prozent sind bisher bei keinem Portal oder ■ Vertragswerkstätten Webshop angemeldet. 70 %80 % ■ Freie Werkstätten ■ Vertragswerkstätten 60 %70 HERKUNFT % DER TEILE 50 %60 % 40 %50 % 60 30 %40 % 50 20 %30 % 40 10 %20 % 0 %10 % 20 % 10 % 25 % 70 % Keine Registrierung ReifenDirekt.de Drivelog ReifenDirekt.de Autoservice.com AutoScout24 - Werkstattportal Drivelog Autoservice.com AutoScout24 - Werkstattportal OEM Kanal Einzelhändler/ Distributor OEM Kanal Einzelhändler/ Distributor OEM Kanal Einzelhändler/ Distributor Reifen-Vor-Ort.de Reifen-Vor-Ort.de Tirendo.de Autobutler.de Tirendo.de Reiner Webshop im Internet Autobutler.de Reiner Webshop im Internet Reiner Webshop im Internet FairGarage.de FairGarage.de Motoso.de Autoreparaturen.de Motoso.de Online-Vermittlungs- Plattform von Händlern Autoreparaturen.de Online-Vermittlungs- Plattform von Händlern Online-Vermittlungs- Plattform von Händlern Reifen-Pneus-Online.de Reifen-Pneus-Online.de ■ Freie Werkstätten ■ Vertragswerkstätten Verwerter/ Recycler Verwerter/ Recycler Verwerter/ Recycler Freie Werkstätten beziehen ihre Teile meist über Distributoren, autorisierte Werkstätten und Werkstattkonzept-Werkstätten bevorzugen den OEM-Kanal. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 53

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BETRIEBSPRAXIS 4. FACHTAGUNG MOTORENÖLTECHNIK Wer offline bleibt, verliert den Kunden Bei der Fachtagung von Shell erfuhren die Teilnehmer, was den Schmierstoff der Zukunft ausmacht und wie das Geschäft mit Motorenöl für Werkstätten auch im digitalen Zeitalter ein Gewinnbringer bleibt. er Trend zu kleineren, aber leistungsstarken Motoren im Pkw führt zu einer deutlich höheren Beanspruchung des Motorenöls. Dies habe zwangsläufig kürzere Wechselintervalle zur Folge. „Ölwechselintervalle von 50.000 Kilometern sind künftig nicht mehr machbar“, erklärte der Chemiker Helmut Leonhardt, Leiter der Motorenöl-Entwicklung anlässlich der 4. Fachtagung Motorenöltechnik von Shell in Hamburg. Sinnvoll wäre ein Ölwechsel schon nach 15.000 Kilometern, vor allem wenn das Öl durch hohe Temperaturen im Motorraum, gestiegene Biodieselanteile in Kraftstoffen und Zusätze wie Harnstoff zur Erfüllung der Abgasnorm Euro 6 immer höherer Beanspruchung unterliege. Fahrzeughersteller müssten daher die Balance zwischen kundenfreundlichen Serviceintervallen und sinnvollem Ölmanagement finden, so Leonhardt. Ein weiterer Faktor, der häufigere Wechsel erforder- lich mache, sei die Verdampfung der Motorenöle, die zur Reduzierung von Reibung immer niedrigviskoser formuliert würden. Der Verlust durch Ölverdampfung werde umso problematischer, je niedrigviskoser ein Motorenöl ist, lautet die Faustformel. Als besonders stabil, weil besonders rein, erweisen sich laut Leonhardt die von Shell produzierten Grundöle aus Erdgas. Die Shell Helix Ultra Motorenöle werden im Gas-to-Liquid-Verfahren produziert. Dabei wird aus Erdgas durch chemische Umwandlung flüssiges Öl hergestellt. Shell ist weltweit der einzige Schmierstoffproduzent, der das Verfahren in großem Maßstab anwendet. Vermarktet wird das Konzept unter dem Begriff „PurePlus-Technology“. Konkrete Tipps zur Vermarktung Shell hatte den Teilnehmern der Fachtagung aber nicht nur Neuigkeiten aus dem Labor zu bieten: Neben den technischen Neuerungen ging es vor allem um die erfolgrei- AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 Fotos: Dietmar Winkler Viel Input auch jenseits der reinen Technik: Bereits zum vierten Mal hat Schmierstoffhersteller Shell Kunden und Geschäftspartner zu der Fachkonferenz Motorenöltechnik eingeladen. che Vermarktung von Motorenöl im Kfz- Betrieb und die Herausforderung der zunehmenden Digitalisierung von Geschäftsprozessen. Kalt wie eine „Ice-Bucket-Challenge“ mögen manchem Autohändler die Erkenntnisse des Beraters und Digitalexperten Jörg von Steinaecker den Rücken heruntergelaufen sein. Sein Thema ist die Veränderung des Kfz-Handels durch die Digitalisierung. Händler, die angesichts der Veränderungen im Handel den Kopf in den Sand stecken, könnten innerhalb von zehn Jahren die Hälfte ihrer Kundenkontakte verlieren, prognostizierte von Steinaecker. „Angesichts der Tatsache, dass bereits heute Kunden vor dem Autokauf nur durchschnittlich 1,2 Mal ins Autohaus kommen, kann sich jeder ausmalen, was das bedeutet“, so der Berater. Folgende Veränderungen betreffen den Kfz-Handel massiv: ■ Kunden werden digitale Angebote beim Autokauf künftig noch stärker nutzen. ■ Fahrzeughersteller vermarkten Autos selbst noch stärker über das Internet – und dies am Handel vorbei. ■ Digitale Regelbrecher wie die Gebrauchtwagen-Plattform wirkaufendeinauto.de verunsichern durch neue Geschäfts modelle und mit starker Kapitalausstattung den Markt. Die Plattform kauft pro Jahr immerhin 150.000 Gebrauchtwagen sowohl von Privatkunden als auch von Firmenflotten und www.autoservicepraxis.de

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verkauft sie in den Kfz-Handel weiter. Autohäusern rät von Steinaecker, eine konkrete Digitalstrategie zu entwickeln. Dazu gehört die professionelle Website ebenso wie eine sinnvolle Optimierung des digitalen Erscheinungsbildes im Web, beispielsweise bei der Suche über Suchmaschinen. „Unterschätzen Sie nicht die Bedeutung von Kundenbewertungen über soziale Medien und setzen Sie sich damit konstruktiv auseinander“, lautet der dringende Rat des Experten. Laut einer Umfrage von Autoscout24 sind Händlerbewertungen auf sozialen Medien für fast 40 Prozent der 18- bis 29-Jährigen kaufentscheidend. Überflüssig sei die Beratungsfunktion des Autohandels auch in Zukunft nicht, gab sich Ralph M. Meunzel, Chefredakteur asp AUTO SERVICE PRAXIS, überzeugt. „Es ist doch etwas anderes, ob man ein Auto verkauft oder ein Buch.“ Der Autohandel könne daher im Internet nur bedingt abgebildet werden, so seine These. Allerdings: Autohäuser sind bei digitalen Serviceangeboten nicht Spitzenreiter. Das belegen Umfragen im Rahmen des AUTOHAUS puls- Jörg von Steinaecker, Inhaber des Beratungsunternehmens Steinaecker Consulting: „Autohäuser sollten eine eigene Digitalstrategie verfolgen.“ Schlags, der monatlichen Online-Umfrage der asp-Schwesterzeitschrift AUTOHAUS. Marketingexperte Erwin Wagner gab den Teilnehmern Tipps für die erfolgreiche Vermarktung der Ertragsperle Motoren öl mit auf den Weg. Die optimale Erwin Wagner, Inhaber der Marketingagentur für die Automobilwirtschaft: „Die Chancen, die im Ölverkauf liegen, werden vom Handel sträflich vernachlässigt.“ asp-Chefredakteur Ralph M. Meunzel: „Onlineanfragen sollten beim Händler genauso selbstverständlich beantwortet werden wie ein Telefonanruf.“ Helmut Leonhardt, Leiter der Motorenöl-Entwicklung Shell: „Heute experimentieren Autobauer bereits mit extrem niedrigviskosen 0W8-Ölen.“ Platzierung des Schmierstoffs im Verkaufsraum und die konsequente Kundenansprache im Service lohne sich. Derzeit schöpften viele Betriebe das mögliche Potenzial nur zu einem Drittel aus, ist Wagner überzeugt. Dietmar Winkler ■ Sie wollen in der Automobilbranche durchstarten? Jobs für alle Bereiche der Branche fi nden Sie auf autojob.de – schnell, direkt und einfach. Auch als autojob.de App erhältlich: gratis im iTunes Store und bei Google Play. WIR SIND DIE BRANCHE Unterstützt von

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BETRIEBSPRAXIS BAUEN Das untypische Autohaus Autohandel und -reparatur zählten bisher nicht zum Kerngeschäft der Car Service Erkens GmbH. Trotzdem baute man einen Komplex, der stark an ein Autohaus erinnert, wäre da nicht ein leuchtend blauer Anbau. KURZFASSUNG Mit einem außergewöhnlichen Neubau der Borgers GmbH zieht die Car Service Erkens GmbH nicht nur alle Blicke auf sich, sondern nutzt die neuen Kapazitäten auch zur Unternehmensexpansion. ie Einwohner von Wachtendonk, nahe der holländischen Grenze zu Venlo, waren verwirrt. Da entstand im neuen Gewerbegebiet ein Komplex aus Werkstattbau und Verkaufshaus, der Hof voll mit Neuwagen, doch es wurden weder Autos verkauft noch repariert, obwohl das Firmenlogo mit der Aufschrift „Car Service“ an den Wänden prangt. Und dann ist da noch dieser ominöse Anbau in leuchtendem Blau, der zwar schon von Weitem ins Auge fällt, dessen Funktion aber von außen weder ersichtlich noch erklärbar ist. Doch seit dem 19. März, als die Brüder Jörg und Joachim Erkens die Hallentore zum Tag der offenen Tür öffneten, ist das Rätsel gelüftet und die Neugier der Bevölkerung befriedigt: Es ist doch ein Autohaus, wenn auch kein typisches, mit einer ebenso untypischen Entstehungsgeschichte. 1993 legte Jörg Erkens mit seiner Schwägerin Heike Erkens in Neuss den Grundstein für das heutige Unternehmen. Man kümmerte sich zunächst um die Vor­ AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 bereitung von Pressefahrzeugen verschiedener Hersteller und deren Auslieferung. 2001 stießen Bruder Joachim Erkens mit Schwägerin Sabine Erkens mit der Car Service Erkens GmbH dazu, 2007 verschmolzen beide Firmen zur gleichnamigen GmbH. Mit wachsender Nachfrage nach den Dienstleistungen wuchs auch der Mitarbeiterkreis, der Standort Neuss geriet an seine Grenzen, sodass 2001 der Umzug nach Krefeld erfolgte. Die Brüder erweiterten in der Folge ihr Dienstleistungsangebot um die Durchführung von Homologationen, führen Fahrzeugtypprüfungen durch und erstellen die Zulassungspapiere (Teil II) für diverse Fahrzeughersteller. Es folgte die administrative Durchführung von Rückrufaktionen, die bis heute in elf europäischen Ländern mehrsprachig abgewickelt werden. Seit 2010 zählen telefonische Kundenzufriedenheitsbefragungen nach einem Werkstattaufenthalt sowie die deutschlandweite Kundenbetreuung für Kia Motors Deutschland zum Dienstleistungsangebot, außerdem die Homologation von Lkw für Hyundai Motors Deutschland und die Erstellung der europäischen Gesamtbetriebserlaubnis für Krankenwagen. Wachsender Platzbedarf Mit der Erweiterung der ursprünglichen Leistungen in den Bereichen Technik und Homologation um die Kundenzufriedenheitsbefragungen und die Kundenbetreuung wuchs der Bedarf an Personal und Platz für das Call­Center. Der Firmensitz in Krefeld wurde bald zu klein, und da auch die Anforderungen der Kunden stiegen, entschloss man sich zum Neubau. Der Dirk Graefe (l.) traf mit dem ersten Entwurf den Geschmack von Joachim (Mitte) und Jörg Erkens. Fotos: Dieter Väthröder www.autoservicepraxis.de

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Blaue Telefonzelle: Das Call-Center als Blickfang ist von Weitem erkennbar. KENNZAHLEN Die Aufenthalts- und Küchenbereiche, hier im Call-Center, sind hell, modern und farbenfroh gestaltet. Die Fakten Car Service Erkens GmbH 47669 Wachtendonk Im Müldersfeld Maßnahme: Neubau Bauzeit: 3/2015 – 12/2015 Planung: Borgers GmbH Bauausführung: Borgers GmbH Grundstück: 11.800 qm Überbaute Fläche: 1813 qm Gesamtkosten inkl. Grund: 3,6 Millionen Euro Funktionsflächen Verkaufsfläche GW (indoor): 324 qm Fläche mechanische Werkstatt: 180 qm (4 Plätze) Grundfläche Teilelager (x 2 Etagen): 38,5 qm Direktannahme: 160 qm (2 Plätze) Fahrzeug-Stellplätze (outdoor): 140 Schulungsraum: 47 qm Pflegehalle: 80 qm Sozialräume: 52 qm Grundfläche Call-Center (x 2 Etagen): 270 qm Kennzahlen ■ Mitarbeiter Werkstatt: 6 ■ Mitarbeiter Verwaltung: 5 ■ Mitarbeiter Call-Center: 31 ■ Azubi: geplant, 1 Werkstatt, 1 Verwaltung ■ Werkstattdurchgänge: in Planung Besonderheiten ■ Call-Center für Kundenbetreuung/ Kundenzufriedenheitsabfrage ■ Vorbereitung von Pressefahrzeugen ■ Homologation ■ Webasto-Standort ■ 2 Ladestationen für E-Fahrzeuge sollte nicht nur mehr Platz bieten, sondern auch eine Neupositionierung des Unternehmens unterstützen und vor allem repräsentativ sein. Die Standortwahl fiel auf das Gewerbegebiet „Im Müldersfeld“ in Wachtendonk, ca. 25 Kilometer vor der holländischen Grenze: „Für das neue Gewerbegebiet haben wir uns aufgrund der guten Infrastrukur, der Nähe zu den Niederlanden, dem attraktiven Umfeld und nicht zuletzt der noch erschwinglichen Grundstückspreise entschieden. Außerdem gibt es eine sehr gute Verkehrsanbindung in Autobahnnähe“, erklärt Joachim Erkens. Mit dem Projektentwickler Dirk Graefe vom Generalbauunternehmer Borgers GmbH besprach man sprichwörtlich die Inhalte des Neubaus: „Zum einen wollten wir viel Licht in den Gebäuden. Außerdem hatten wir detaillierte Vorstellungen, wie die Werkstatt aufgebaut werden sollte, insbesondere der Bereich der Direktannahme, in dem auch die Homologationen durchgeführt werden“, so Joachim Erkens zu den Vorgaben. Beim Außendesign vertraute man ganz dem Gespür von Borgers­ Mitarbeiter Dirk Graefe, der das Unternehmen seit vielen Jahr kennt. „Bereits der erste Entwurf wurde von uns abgesegnet, der hat uns ohne Diskussion gleich angesprochen“, erinnert sich Joachim Erkens. Der Eye-Catcher Dirk Graefe setzte sich im Anschluss mit der Borgers­Planungsabteilung zusammen: „Meine Vorgaben lauteten: kein typisches Autohaus, sondern etwas Besonderes. So entstand der technische Bereich des Gebäudes mit Werkstatt, Ausstellungs­ und Verkaufsbereich zwar im Stil eines klassischen Autohauses, der Dienstleistungsbereich mit dem Call­Center Zukunftsträchtig: Ladesäule mit zwei Anschlüssen für Hybrid- und Elektrofahrzeuge www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 57

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BETRIEBSPRAXIS Gut gerüstet: Direktannahme auf dem neuesten Stand der Technik Alles im Blick: Verglastes Meisterbüro in der Werkstatthalle aber klar abgehoben und atypisch. Zusammen mit der farblichen Gestaltung entstand so ein Eye­Catcher. Das Blau der Fassade ist nicht nur im Firmenlogo enthalten, sondern fällt auch von Weitem ins Auge“, so der Projektleiter. Damit das auch in Zukunft so bleibt, hat man sich bereits das Vorkaufsrecht auf das angrenzende Grundstück gesichert. Ein weiteres Grundstück an der Zufahrt zum Firmengelände wird für mögliche Kapazitätserweiterungen vorgehalten, denn weitere Expansionsbestrebungen sind vorhanden. So fiel mit dem Tag der offenen Tür der Startschuss für das Werkstattgeschäft und den Verkauf von jungen Gebrauchtwagen für die Öffentlichkeit. Die machte regen Gebrauch von der Möglichkeit, sich über das etwas andere Autohaus zu informieren. Mit Erfolg, konnten doch gleich drei Autoverkäufe und mehrere Werkstattaufträge notiert werden. In die Planungen des Neubaus waren sowohl die Werkstatt­ als auch die IT­ Mitarbeiter eingebunden. Beide Bereiche wurden komplett neu aufgebaut. „Wir konnten im Call­Center im alten Betrieb bis Freitagabend arbeiten und Montagfrüh im Neubau weitermachen. Unsere Kunden haben vom Umzug nichts gemerkt, auch wenn es ein Kraftakt war. In der Werkstatt ist bis hinunter zum Schraubenschlüssel ebenfalls alles neu“, so Joachim Erkens. So finden sich in der Direktannahme eine bodengleiche Messbühne zur Achsvermessung, ein neuer Lichteinstellplatz und Bremsenprüfstand entsprechend neuen gesetzlichen Regelungen sowie ein Leistungsprüf­ bzw. Messstand. Die Haustechnik entspricht dem aktuellen Stand, mit LED­Technik, Gas­Brennwertheizung, Regenwasserversickerung und wasserfreier Werkstatt. Gebäudestatik und Installationen sind außerdem für eine Photovoltaikanlage vorbereitet. Expansionsbasis Mit dem Neubau sieht Joachim Erkens viele Möglichkeiten zur weiteren Expansion. Das Werkstatt­ und Gebrauchtwagengeschäft ist angelaufen, eine angemietete Halle in der Nähe soll als Reifenhotel fungieren. Die neuen Schulungsräume will man zukünftig für Garantie­ und Technikschulungen oder Kundenveranstaltungen anbieten. Auch das Dienstleistungsangebot des Call­Centers wollen die Gebrüder Erkens ausbauen. „Blaumachen“ hat in Wachtendonk eine neue Bedeutung. Dieter Väthröder ■ IMPRESSUM ISSN NR. 1437-1162 Anschrift von Verlag und Redaktion Springer Automotive Media Springer Fachmedien München GmbH Aschauer Str. 30 · 81549 München Tel. 0 89/20 30 43-0 Fax Redaktion 0 89/20 30 43-12 18 Fax Anzeigen 0 89/20 30 43-12 40 http://www.autoservicepraxis.de Springer Fachmedien München GmbH ist Teil der Fachverlagsgruppe Springer Science + Business Media Redaktion Herausgeber Dipl.-Ing. Jürgen Wolz (TÜV SÜD Auto Service GmbH), Lars Kammerer (TÜV SÜD Auto Service GmbH) Anschrift siehe Verlag Chefredaktion (V.i.S.d.P.) Ralph M. Meunzel Tel. 0 89/20 30 43-12 03 Koordination Patrick Neumann Tel. 0 89/20 30 43-11 84 Redaktion Valeska Gehrke (vg) Tel. 0 89/20 30 43-23 09 Alexander Junk (aj) Tel. 0 89/20 30 43-23 10 Martin Schachtner (msh) (Elternzeit) Dietmar Winkler (diwi) Tel. 0 89/20 30 43-27 92 Online-Redaktion Ralf Padrtka (Leitung) Tel. 0 89/20 30 43-12 84 Thomas Maier Tel. 0 89/20 30 43-23 11 Frank Selzle Tel. 0 89/20 30 43-11 08 E-Mail: autoservicepraxis@springer.com Ständige Mitarbeiter Eva-Elisabeth Ernst, Manfred Schlegel, Marcel Schoch, Dieter Väthröder, Erwin Wagner Gesamtleitung Herstellung Maren Krapp Tel. 0 89/20 30 43-14 18 Layout Diane Laudien Tel. 0 89/20 30 43-11 87 Verlag Geschäftsführer Peter Lehnert Tel. 0 89/20 30 43-22 54 Verlagsleiter Springer Automotive Media Ralph M. 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Bei der Springer Fachmedien München GmbH erscheinen auch die Zeitschriften AUTOHAUS, Autoflotte, GW-trends und Sprit+. AUTO SERVICE PRAXIS 04/2016 www.autoservicepraxis.de

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3 top workshops – 3 top locations – 2 top networking areas Zum dritten Mal veranstaltet AUTOHAUS das Event für junge Führungskräfte und Manager im Autohaus. Diesmal findet der Young Business Day – Zukunft Autohaus in fünf Frankfurter Top Locations statt: Fiat Zentrale Deutschland – Commerzbank Arena – Oosten Realwirtschaft – Klassikstadt – Autoschmitt Frankfurt. Dort diskutieren, kommunizieren und networken die Teilnehmer über die Trends im Autohaus. Ausführliche Informationen und Anmeldung unter: www.autohaus.de/ybd sponsored by:

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