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Mit freundlicher Empfehlung www.autoservicepraxis.de B43 385 D 10,90 EURO 10.2016 SPRINGER AUTOMOTIVE MEDIA TITELTHEMA Der VW-Abgasskandal: 1 Jahr danach AUTOMECHANIKA Nachlese: Messe-Highlights aus Frankfurt DIAGNOSE Trends im Kerngeschäft Fahrzeugdiagnose GW-BÖRSEN Geschäftsmodelle der Plattformen im Vergleich TÜV SÜD-AKTUELL Vor der Winterpause: Herbstcheck für Oldtimer www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 1

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DER NEUE KONZIPIERT FÜR IHRE SICHERHEIT IM WINTER Michelin Reifenwerke AG & Co. KGaA · Michelinstraße 4 ·76185 Karlsruhe · Deutschland Bildrechte: Getty Images · F. Berrué · JM. Labat · P. Soissons · Stand: 08/2016 Ausgezeichnet für den Einsatz auf Schnee (1) Hervorragend auf Eis (2) Exzellente Leistung auf nasser Straße (3) Bis zu 2,2m kürzerer Bremsweg (2) -2,2 m (1) 3 Peak Mountain Snow Flake (Schneeflockensymbol). Kennzeichnung für den Einsatz im Winter. M+S= Mud & Snow. (2) Im Vergleich zu seinem Vorgänger KLEBER Krisalp HP2. Interner Test in der Dimension 205/55 R16 91H, durchgeführt im Oktober 2014/Dezember 2014 (3) Eine Klasse besser (von C auf B), im Vergleich zu seinem Vorgänger KLEBER Krisalp HP2. Weitere Informationen erhalten Sie bei Ihrem Händler oder im Internet: www.kleber-reifen.de KLEBER denkt an Sie, Tag für Tag

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LEITARTIKEL Der Schnellere gewinnt uf der Automechanika in Frankfurt war selbstverständlich die Digitalisierung im Aftersales eines der zentralen Themen, nicht nur an den Ständen der Aussteller, sondern auch im begleitenden Rahmenprogramm. Irgendeine App für die Werkstatt mussten Aussteller schon anstandshalber präsentieren. Es stimmt: Die digitale Vernetzung in der Werkstatt macht die Prozesse in den Betrieben schneller und vermeidet Medienbrüche. Doch die große Chance für den Service liegt nicht in den internen Prozessen, sondern in den unglaublichen Möglichkeiten, die sich durch die Digitalisierung der Fahrzeuge und die Fixierung des Fahrers auf sein Smartphone ergeben. Die Langsamkeit der OEM ist die Chance für schnelle Serviceanbieter. Für Werkstätten gilt: Der Weg ins Fahrzeug und damit zum potenziellen Kunden führt bis auf Weiteres über das Smartphone. Während die Fahrzeughersteller noch über die ideale Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine im „Connected Car“ nachdenken und bei den großen Autoshows nur irgendwie futuristisch anmutende, aber nicht funktionsfähige Studien präsentieren, sind die serviceorientierten Drittanbieter von IT-Anwendungen und App-Entwickler schon einen Schritt weiter. Die Versicherungen mit ihren Schaden-Apps sind das beste Beispiel. Zu nennen wären auch die zahlreichen Anbieter von Service- und Telematik-Apps, die über die OBD-Schnittstelle gefüttert werden. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie sind dem Fahrer ganz nahe. Hier werden jetzt Fakten geschaffen und Standards gesetzt. Die Langsamkeit der OEM mit ihren langen Entwicklungszyklen ist die Chance für die schnellen Serviceanbieter. Das ist auch eine gute Nachricht für die freien Servicebetriebe. Die digitale Aussperrung im Service wird nicht stattfinden, weil sich die OEM noch durchs Menü kämpfen, während die Werkstatt das Auto schon repariert hat. Viel Spaß beim Lesen! Dietmar Winkler, Redakteur www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 3

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INHALT Foto: dpa/Julian Stratenschulte 12 Ein Jahr danach Rückruf-Stau und Klagewelle: Wie hat VW den Abgasskandal bislang bewältigt? 22 Messe-Rundgang Automechanika Zulieferer und Teilehersteller haben zahlreiche Neuheiten vorgestellt 30 Diagnose-Trends Worauf Werkstätten bei der Diagnose wirklich Wert legen TITEL 12 VW-Abgasskandal Ein Jahr nach Dieselgate gibt es noch viel zu tun 16 Abgasuntersuchung Die periodische AU auf dem Prüfstand 18 VW-Softwareupdate Schummelsoftware ade – so verläuft das Update WEITERBILDUNG 20 Auto Service Meister 2016 Die Gewinner des ASM-Wettbewerbs 2016 AUTOMOBILTECHNIK 22 Verschleißteile Diese Highlights wurden auf der Automechanika gezeigt 24 GKN Driveline Allrad-Antriebe sind auch bei Kompakten im Kommen 26 Batterie-Workshop Mitsubishi repariert Traktionsbatterien in E-Autos 28 Produkte Zubehör, Motorenöl und Automobiltechnik AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 WERKSTATTTECHNIK 30 Diagnose Entwicklungen in der Fahrzeugdiagnose 34 Automechanika Das waren die Highlights der Werkstattmesse 38 IT Messe-Neuigkeiten der IT-Anbieter 40 Lack Messe-Trends rund um das Thema „Lackieren“ 42 Waschen Die CarWash-City ist zum Dorf geschrumpft 44 asp vor Ort Warm-up-Talks auf dem Messestand der asp 47 Produkte Neues aus den Bereichen Einrichtung, Adblue & Co. BETRIEBSPRAXIS 50 GW-Börsen Die vier bekanntesten Online- Plattformen im Vergleich 52 Best Brands 2016 Loco-Soft: Sieger der Kategorie Dealer-Management-Systeme 54 Umfrage Werkstätten wollen in Equipment investieren 56 Best Practice Eine modernisierte Webseite für die GKK-Kfz-Werkstatt 58 Autofit Kongress Werkstatt-Partner profitieren von neuen Angeboten RUBRIKEN 03 Leitartikel 06 Nachrichten 29 ASA-News 48 TÜV SÜD-Aktuell 28 Impressum Spezial: Räder & Reifen § 29 AUTO SERVICE PRAXIS veröffentlicht regelmäßig sämtliche im Verkehrsblatt abgedruckten Mitteilungen des Bundesministers für Verkehr, soweit diese für § 29 StVZO relevant sind. AUTO SERVICE PRAXIS-Abonnenten verfügen damit über die im Sinne der AU-Anerkennungsrichtlinie erforderlichen Informationen und sind somit vom Bezug des ansonsten vorgeschriebenen Verkehrsblattes befreit. 48 Bremsprüfung Bei der Einbindung von Bremsprüfständen mittels ASA Livestream gibt es noch Klärungsbedarf www.autoservicepraxis.de

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DIE ERFOLGSFORMEL FÜR DAUERHAFTE HOCHLEISTUNG IM MOTOR DAS ERSTE MOTORENÖL AUF BASIS VON ERDGAS SHELL HELIX ULTRA MIT PUREPLUS TECHNOLOGY SHELL.DE/PUREPLUS

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NACHRICHTEN Foto: Daimler ELEKTROMOBILITÄT Daimler setzt auf E-Autos Der Autohersteller Daimler baut seine Elektro-Palette massiv aus. Bis 2025 wollen die Stuttgarter mehr als zehn reine Elektrofahrzeuge anbieten. Die Fahrzeuge sollen unter einer neuen Marke namens „EQ“ laufen. Noch vor 2020 soll das erste Fahrzeug in Form eines Stadtgeländewagens der neuen Marke in Serie gehen. Darüber hinaus soll „EQ“ ein laut Mercedes „umfassendes elektromobiles Ökosystem“ bieten, wozu neben E-Autos auch Wallboxen, Ladeservices bis zum privaten Energiespeicher für das Eigenheim gehören. Daimler bietet bislang nur den Smart und die B-Klasse als reine Elektroautos an. Zuletzt konzentrierte sich der Konzern vor allem auf die Mischung aus Verbrennungs- und Elektromotor: 2017 sollen zehn Modelle mit Hybrid-Antrieb verfügbar sein. dpa/sp-x ■ Meistgeklickte Artikel im September 1. Mobivia: Neuer Eigentümer für ATU 2. Mercedes: Fehlerhafte Verschweißung bei GLA, CLA und A-Klasse 3. VW-Unfall: Erdgas-Touran beim Tanken explodiert 4. Ford: Potenzielle Brandgefahr 5. Jeep: Viele Baustellen, wenig Fahrzeuge Meldung verpasst? Mit dem kostenlosen Newsletter von asp wäre das nicht passiert. Abo unter www.autoservicepraxis.de/newsletter. Frage der Woche (19. bis 25. September) Erdgastechnik: Geben Sie dieser alternativen Antriebsform nach dem schweren Unfall eines VW Touran mit einem explodierten Gastank noch eine Chance? ■ Ja, Erdgas-Fahrzeuge haben auch weiterhin eine Zukunft: 52 % ■ Nein, Erdgasfahrzeuge sind seit Jahren rückläufig und der Unfall hat das nochmals beschleunigt: 44 % ■ Ich kann es nicht beurteilen, ob diese Technik eine Zukunft hat: 4 % AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 TABLET-SOFTWARE VW validiert Check Advisor Der VW-Konzern hat erstmalig die Tabletanwendung „Check Advisor“ des Mindener Softwareanbieters Betzemeier Automotive Software für den Einsatz mit dem Dealer-Management-System „Werwiso“ validiert. Wie die Software-Schmiede mitteilte, erfüllt die mobile Applikation alle praxisrelevanten Anwendungen im modernen VW-, Audi-, Seat- und Skoda- Autohaus. Bei der digitalen Dialogannahme überzeuge die Webanwendung vor allem durch ihren übersichtlichen Aufbau, ihre Benutzerfreundlichkeit und die einfache Einbindung von Hersteller-Kampagnen, hieß es. Die Betzemeier Automotive Software GmbH in Minden ist ein Softwareentwickler für Autohäuser und Werkstätten. Aktuell beschäftigt das Unternehmen 30 Mitarbeiter und bedient mehr als 800 Kunden. asp ■ KOOPERATION Vertrag verlängert Zünd- und Glühkerzen von Beru wird es weiterhin exklusiv bei Federal Mogul Motorparts geben. Das Unternehmen hat mit BorgWarner Emissions Systems den weltweit exklusiven Vertrieb von Beru-Zündungsprodukten im Aftermarket für weitere fünf Jahre vereinbart. Durch das Abkommen bleibt Federal-Mogul der Foto: Beru weltweit einzige Vertriebspartner für Beru-Produkte im Ersatzteilmarkt. Federal- Mogul baut mit dem neuen Vertrag, der im Januar 2018 in Kraft tritt, seine Position im Ersatzteilgeschäft für Zünd- und Glühkerzen, Zündspulen, Zündkabeln, Steuerungseinheiten und Sensoren weiter aus. Das Beru-Glühkerzenprogramm spielt hierbei eine entscheidende Rolle, gilt es doch als die marktführende Zündungstechnologie für Dieselmotoren. Die Verlängerung des Vertrags ist ein Teil der Strategie von Federal-Mogul Motorparts, weltweit in seine Marken und sein Produktprogramm zu investieren, um Kunden sämtliche Zündungsprodukte aus einer Hand liefern zu können. Durch die Kooperation mit BorgWarner und die Logistik- und Lagerkapazitäten von Federal-Mogul erhalten Kunden einen einfachen Zugang zu einem großen Produktportfolio. Ab sofort ist das Beru- Zündungsangebot auch Bestandteil des europäischen „F-M-For-Me“-Programms. Das Programm bietet Produkttrainings für Monteure und Vertriebsunterstützung für Werkstattinhaber. aj ■ www.autoservicepraxis.de

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Franzosen schlagen zu Die Mobivia Groupe will die angeschlagene Werkstattkette ATU übernehmen. Eine entsprechende Vereinbarung sei jetzt unterzeichnet worden, teilte kürzlich ATU Auto-Teile-Unger in Weiden mit. Die geplante Transaktion solle bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Firmenchef Jörn Werner sieht Mobivia aufgrund der führenden Stellung im europäischen Kfz- Werkstattgeschäft als „idealen strategischen Eigentümer“. ATU hat bereits mehrere Besitzerwechsel hinter sich. Derzeit gehören die Ober pfälzer einer Gruppe von Finanzinves toren, darunter Centerbridge und Goldman Sachs – diese waren auf der Suche nach einem Käufer. Das Unternehmen kämpft seit Jahren mit wirtschaftlichen Problemen. Mit 577 Werkstätten in Deutschland sowie 25 in Österreich und sechs in der Schweiz wurde im vergangenen Geschäftsjahr (per 30. Juni 2016) ein Umsatz von rund einer Milliarde Euro erzielt. Die Zahl der Beschäftigten liegt bei rund 10.000. Mobivia ist nach eigenen Angaben die Nummer eins im europäischen Kfz-Service. Mit dem ATU-Deal wollen die Franzosen ihre Position weiter ausbauen – mit dann knapp 2.000 Werkstätten und mehr als 20.000 Mitarbeitern. Der gemeinsame Umsatz soll bei rund 2,7 Milliarden Euro liegen. Die Transaktion sei ein wichtiger Meilenstein für Mobivia, sagte Vorstandschef Olivier Mélis. „Deutschland ist der größte europäische Markt für unsere Branche und ein neuer Markt für uns.“ Stellenabbau oder Filialschließungen sind nach Angaben eines ATU-Sprechers im Rahmen der Übernahme nicht geplant. Allerdings steht der Verkauf der Kette noch unter Vorbehalt. Unter anderem ist eine kartellrechtliche Genehmigung notwendig. An den Deal knüpft Mobivia zudem eine wichtige Bedingung: Der Fast-Fitter muss sich mit den größten Vermietern der Filialen auf niedrigere Mietkosten einigen. „Die Reduktion der Mietkosten auf marktübliche Niveaus ist eine wesentliche Voraussetzung, um ATU wieder nachhaltig auf einen profitablen Wachstumskurs führen zu können“, hieß es. Darüber führe das Management bereits intensive Verhandlungen mit den Vermietern. ATU-Chef Werner betonte: „Wir werden den Prozess der Transformation von ATU hin zu einem profitabel wachsenden Unternehmen fortsetzen.“ Von dem Zusammenschluss verspreche er sich „wesentliche strategische Synergien, etwa in den Bereichen Einkauf, Logistik oder durch den Austausch von technischem Knowhow“. Innerhalb der Mobivia-Gruppe werde ATU weiterhin unter eigener Marke und als eigenständiges Unternehmen für den deutschen Markt agieren. Auch bleibe die Zentrale in Weiden. Ralf Padrtka ■ Foto: ATU Mit dem ATU-Deal will Mobivia seine Position am Markt weiter ausbauen. Dem Reifenhersteller Continental sind 83 Versuchsreifen vom Typ ContiSportContact 5 in der Größe 245/50 R 18 100 W aus einem Lkw gestohlen worden. Diese Versuchsreifen waren allerdings nicht für den Verkauf bestimmt und entsprechen nicht den Sicherheitsanforderungen. Continental warnt daher vor dem Kauf und ihrem Einsatz im Straßenverkehr. Die Reifen sind anhand von Größenbezeichnung und Produktionsdatum mit der Kennung „DOT 3716“ (Produktionsdatum 37. Kalenderwoche dieses Jahres), die beide auf der Seitenwand angegeben sind, sowie durch eine weiße Laufstreifenmarkierung zwischen den Profilrillen zu erkennen. Die Serienreifen dieses Typs sind normalerweise mit einer orange-gelben Laufstreifenmarkierung gekennzeichnet, die auf den betroffenen Versuchsreifen fehlt. Die amerikanische Vehicle Service Group (VSG), ein Unternehmen in der Fahrzeug-Service-Industrie, hat bekannt gegeben, dass es die italienische Ravaglioli S.p.A. Group erworben hat. VSG besitzt bereits neun Hebebühnen- und Unfallinstandsetzungsmarken, darunter Rotary Lift und Blitz. Ravaglioli aus Bologna ist Spezialist in der Werkstatt-Ausrüstungsindustrie und Hersteller von Hebebühnen, Reifenservice- und Diagnoseausrüstung für Pkw, Lkw und Motorräder. Chiphersteller Qualcomm hat in einer Studie deutsche Autofahrer nach ihren Einstellungen rund um das Connected Car befragt. Befragt wurden 1338 Autofahrer. 33,5 Prozent der Befragten gaben an zu wissen, was ein Connected Car ist. Der Rest war sich unsicher oder wusste es nicht. Männer scheinen sich hier besser informiert zu fühlen: 43 Prozent hatten eine klare Vorstellung vom Connected Car – bei den Frauen waren es dagegen nur 23,6 Prozent. Besonders häufig werden mit dem Begriff Fahrzeuge assoziiert, die mit anderen Geräten vernetzt werden können (42,3 Prozent) sowie Fahrzeuge, die mit einem Internetanschluss ausgestattet sind (26,8 Prozent). Das AUTOHAUS-Fachbuch „Rechtsfragen der Kfz-Werkstatt“ ist in einer überarbeiteten Auflage erschienen. Das Werk erläutert, wie mit rechtlichen „Handgriffen“ die Abläufe in der Werkstatt rechtssicher gestaltet werden, leistet Hilfestellung bei rechtlichen Stolperfallen und unterstützt den Leser dabei, rechtssicher entscheiden zu können. Das Buch berücksichtigt die im November 2015 aktualisierten Kfz-Reparaturbedingungen sowie die Gesetzgebung und Rechtsprechung bis Juli 2016. Das Buch ist direkt bei AUTOHAUS Buch & Formular für 73,83 Euro erhältlich. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 7

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NACHRICHTEN ZDK-Vizepräsident Wilhelm Hülsdonk auf der diesjährigen Bundestagung: „Als Schnittstelle zu den Kunden sind unsere Betriebe unverzichtbar.“ Fotos: Plate/AUTOHAUS BUNDESTAGUNG Vertrauen wird die neue Währung Der Abgasskandal lässt das Vertrauen der Kunden in die Autohersteller sinken. Der „Luftreinhalteplan“ des Kfz-Gewerbes mit der neuen Abgasuntersuchung erhält dadurch Auftrieb. KURZFASSUNG Digitalisierung, automatisiertes Fahren, Abgasuntersuchung und zunehmende Monopolbildung waren die zentralen Themen der 44. Bundestagung in Frankfurt am Main. Die Bedeutung der Autohäuser als Schnittstelle zum Kunden wurde unterstrichen. AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 o könnte es klappen. Gerd Billen, Staatssekretär im Ministerium für Justiz und Verbraucherschutz, machte den Vertretern des Kfz-Gewerbes anlässlich der Bundestagung im Vorfeld der Automechanika Hoffnung. Er begrüßte die Verbandsinitiative, die Abgasuntersuchung zu modernisieren. Das deutsche Kfz-Gewerbe (ZDK) stellte auf der Automechanika ein praxisgerechtes Messverfahren für Otto- und Dieselmotoren vor, das auch den Stickoxidausstoß berücksichtigt: Der „Luftreinhalteplan“ des Verbandes sozusagen, wie es NRW-Landesverbandspräsident Frank Mund auf den Punkt brachte. Die Kunden wollten eine solche unabhängige Untersuchung, weil sie seit dem Abgasskandal den Herstellern nicht mehr vertrauten, meinte Billen. Und auch ein anderer Umstand lässt den Spitzenbeamten an der Fahrzeugindustrie zweifeln: „Wer nicht verhindern kann, dass ein Tacho manipuliert wird, muss noch einige Hausaufgaben machen.“ Gute Chancen also, denn derzeit wird an einer neuen Fahrzeuguntersuchungsverordnung gearbeitet, in die die Überlegungen des Branchenverbandes zur neuen Abgasuntersuchung einfließen könnten. Schon im letzten Jahr hatten die ZDK-Vertreter Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt die Zusage abgerungen, sie in der Bemühung zu unterstützen, dass künftig wieder mehr am Endrohr gemessen werden soll. An diese Zusage hat ZDK-Präsident Jürgen Karpinski den Politiker schon erinnert. Gegen Monopolbildung Auch Billen liegt auf dieser Linie. Vor seiner Ernennung zum Staatssekretär war er Chef des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (VZBV). In seiner derzeitigen Position soll er Justizminister Heiko Maas in Verbraucherfragen unterstützen. www.autoservicepraxis.de

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Justiz-Staatssekretär Gerd Billen konstatierte einen Vertrauensverlust durch den Abgasskandal. Die AU der Zukunft diskutierten (v. l.) ZDK-Referentin Claudia Weiler, Gerhard Müller von TÜV SÜD, NRW-Landesverbandspräsident Frank Mund und ASA Vize-Präsident Harald Hahn. Dr. Jörg von Steinaecker: „Offliner haben in zehn Jahren auf 55 Prozent der Kunden keinen direkten Einfluss mehr.“ Da passt es, dass er anlässlich des Branchentreffens auch andere Themen hauptsächlich aus der Verbrauchersicht beleuchtete. So hält er zum Beispiel auch Standards für Schnittstellen für wichtig, um der großen Tendenz zur Monopolbildung entgegenzutreten. Auch hier traf er auf eine gleichlautende Forderung des ZDK: „Wir müssen die Servicefähigkeit unserer Betriebe erhalten und ihnen den Zugang zu Reparatur- und Wartungsinformationen ermöglichen“, sagte ZDK-Vizepräsident Wilhelm Hülsdonk in seiner Eröffnungsrede. Verlängerung der Beweislastumkehr Was den anwesenden rund 450 Verbandsvertretern allerdings Schauer über den Rücken laufen ließ, war die Erwähnung eines Vorschlages der EU-Kommission, die Beweislastumkehr zukünftig von sechs Monaten auf zwei Jahre zu verlängern. Das würde bedeuten, dass, wenn sich innerhalb von zwei Jahren nach Verkauf eines Gebrauchtwagens ein Sachmangel zeigt, vermutet wird, dass dieser bereits beim Verkauf mangelhaft war. „Damit würden wegen des Haftungsrisikos noch mehr Gebrauchte nicht mehr über den professionellen Handel verkauft werden können“, befürchtet ZDK-Vorstandsmitglied Thomas Peckruhn. Auch Billen sah diesen Vorstoß der EU-Kommission kritisch ebenso wie den Vorschlag, unterschiedliche Regelungen für Online- und Offline-Geschäfte zu treffen. Branchenfremde mischen sich ein Aber nicht nur neue Regelwerke, auch der zunehmende Wettbewerb im Service durch zum Teil branchenfremde Marktteilneh- mer wurde als Problem identifiziert: „Jeder, der einen Markt bündeln kann, versucht sich zwischen Werkstatt und Kunde zu stellen. Dem muss sich das Kfz-Gewerbe entschieden widersetzen“, forderte Hülsdonk. „Als Schnittstelle zu den Kunden sind unsere Betriebe unverzichtbar.“ Aus Sicht des Bundesinnungsmeisters stellt die Digitalisierung einen „stillen Angriff “ auf die bisherigen Geschäftsmodelle und analogen Strukturen dar. „Ich bin fest davon überzeugt, dass das Vertrauen zur neuen Währung in der digitalen Wirtschaft 4.0 werden wird“, betonte Hülsdonk. „Tesla Fall“ kein Problem Für den Laien etwas anstrengend, aber dennoch hochinteressant war auch der Vortrag von Prof. Dr. Eric Hilgendorf, Inhaber des Lehrstuhls für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtshistorie, Informationsrecht und Rechtsinformatik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Der Experte setzte sich mit dem Thema „Verschuldenshaftung bei automatisiertem Fahren“ auseinander. Der viel diskutierte „Tesla-Fall“, bei dem ein Fahrer eines Tesla tödlich verunglückte, weil das automatische Fahrsystem des Sportwagens die weiße Fläche eines vorausfahrenden Lkw nicht als Hindernis erkannte, stellt für ihn jedenfalls nach deutschem Recht kein Problem dar: „Das Einsetzen einer Beta-Version ist nach unserer Rechtsprechung fahrlässig.“ Der Hersteller habe eine Produktbeobachtungspflicht gegen Missbrauch und hafte daher hierzulande, wenn er ein noch nicht ausgereiftes Produkt auf den Markt bringe. Auch das vieldiskutierte Thema, wie ein automatisch fahrendes Fahrzeug eingestellt werden soll, wenn zum Beispiel zwei Gefahren gegeneinander abgewogen werden müssen, ist für ihn „praktisch ein Marginalproblem“. Wenn ein Hersteller sein Fahrzeug nach Stand der Technik optimal eingestellt habe, handele er nicht fahrlässig und hafte damit auch nicht. Diese Meinung will der Rechtsprofessor auch in den Expertenrat einbringen, den die Bundesregierung zu diesem Thema berufen hat. Für Hilgendorf ist auch vorstellbar, dass künftig Jugendliche, Blinde oder andere Personen, denen derzeit das Fahren eines Fahrzeugs nicht erlaubt ist, Passagier eines automatisch fahrenden Autos sein können. Die Führerscheinregeln müssten für diese Fahrzeuge dann eben geändert werden. Rein ins Netz Wie weit das Thema Digitalisierung in der Autobranche bereits vorgedrungen ist, machte Dr. Jörg von Steinaecker den Teilnehmern der Bundestagung an vielen Beispielen deutlich. Der beliebte AUTO- HAUS-Akademie Referent gab auch konkrete Handlungsempfehlungen und warnte diejenigen, die sich weiterhin weigerten, im Internet präsent zu sein: „Offliner haben in zehn Jahren auf 55 Prozent der Kunden keinen direkten Einfluss mehr“, so seine These. Höchste Zeit also, um sich dem Thema Digitalisierung zu stellen und für jedes Autohaus eine Antwort auf die wichtige Frage nach der eigenen Positionierung in diesem Umfeld zu stellen. Doris Plate ■ www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 9

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NACHRICHTEN AKTUELLE RÜCKRUFE (TAGESAKTUELL: WWW.AUTOSERVICEPRAXIS.DE/RUECKRUFE) Marke Modell Produktionszeitraum Gründe/Maßnahmen Fahrzeuge (D) interner Code Vollzug erkennbar an Ford Fiesta 2006 bis 2010 In das Glühkerzensteuerungsmodul kann Wasser eindringen/Eindringendes Wasser kann zur Überhitzung führen, es besteht potenzielle Brandgefahr/Einbau eines neuen Steuerungs moduls. Jeep Cherokee (KL) 30.09.2015 bis 02.10.2015 Cherokee (KL) 03.10.2015 bis 19.03.2016 Cherokee (KL) 10.09.2013 bis 06.08.2015 Cherokee (KL) 14.09.2015 bis 27.02.2016 Grand Cherokee (WK) 15.05.2015 bis 19.01.2016 Mazda Mazda2 21.10.2014 bis 15.10.2015 Mercedes-Benz Antriebswelle vorne links ggf. beim Herstellungsprozess unzureichend vergütet/Antriebswelle kann brechen, Bauteile am Unterboden beschädigen und einen Unfall verursachen/Austausch der Antriebswelle. 10.545 keine Angabe keine Angabe 10 S38 keine Angabe siehe oben keine Angabe S39 siehe oben Karosseriesteuergerät (BCM) hat möglicherweise falsche Parameter für die Leuchtweitenregulierung/Schalter für die Leuchtweitenregulierung muss ggf. gegensinnig zur gewünschten Änderung der Leuchtweite bedient werden/Die Parameter der Leuchtweitenregelung müssen im BCM neu programmiert werden. Aufroller des Sicherheitsgurts für den mittleren Rücksitz kann nach NAFTA-Spezifikationen (North American Free Trade Agreement) verbaut sein/ Dies kann in einigen Exportländern zu einer Nichtkonformität mit der von der Wirtschaftskommission für Europa erlassenen ECE-Regelung führen/Prüfung und ggf. Austausch des Aufrollers. Magnetventil der Bremsen- und Getriebeschaltsperre (BTSI) kann falsch gekrimpte Anschlussklemmen am Steckverbinder aufweisen/Verlust der BTSI-Magnetventilfunktion kann zur Sperre des Getriebewählhebels in der Stellung „Park“ oder „Neutral“ führen und einen Unfall nach sich ziehen/Austausch der Wählhebel-Baugruppe. Substrat im Inneren der Gleichstromwandler möglicherweise beschädigt/Kurzschluss möglich/ Austausch des Gleichstromwandlers gegen ein neues modifiziertes Bauteil. 10 S36 siehe oben 15 S23 siehe oben 68 S28 siehe oben 295 AF070A keine Angabe Mazda3 2007 bis 2015 Korrosion an der Gasdruckfeder der Heckklappe möglich/Bei Versagen des Bauteils Verletzungen durch umherfliegende Teile möglich. Mazda5 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Mazda6 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Mazda CX-3 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Mazda CX-3 22.02 bis 20.05.2015 Substrat im Inneren der Gleichstromwandler möglicherweise beschädigt/Kurzschluss möglich/ Austausch des Gleichstromwandlers gegen ein neues modifiziertes Bauteil. Mazda CX-5 2007 bis 2015 Korrosion an der Gasdruckfeder der Heckklappe möglich/Bei Versagen des Bauteils Verletzungen durch umherfliegende Teile möglich. A-Klasse (BR 176) B-Klasse (BR 246) C-Klasse (BR 205) (BR 156) März bis April 2016 Verschraubung in der Vorsicherungsdose im Motorraum evtl. lose/Brand und Stromausfall möglich/Verschraubung der Vorsicherungsdose überprüfen und ggf. austauschen. keine Angabe keine Angabe siehe oben 295 AF070A siehe oben keine Angabe keine Angabe siehe oben keine Angabe keine Angabe keine Angabe siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben September 2015 bis März 2016 März bis April 2016 Softwarefehler im Steuergerät der Elektrolenkung/Deaktivierung der elektrischen Lenkkraftunterstützung möglich/Softwareupdate am Steuergerät der Elektrolenkung nötig. Verschraubung in der Vorsicherungsdose im Motorraum evtl. lose/Brand und Stromausfall möglich/Verschraubung der Vorsicherungsdose überprüfen und ggf. austauschen. siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 www.autoservicepraxis.de

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ERWEITERTES PRODUKTPORTFOLIO Mahle stellt Werkstattausrüstung vor Erstmals präsentierte sich Mahle Aftermarket auf der Automechanika auch mit einem eigenen Stand in Halle 9 mit der neuen Produktsparte Werkstattausrüstung. Der Bereich Mahle Service Solutions ist dabei auf die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb von Werkstattausrüstung für den freien Ersatzteilemarkt sowie auf End-of-Line-Test und OE-Diagnose in der Automobilproduktion spezialisiert. Man nutze seine langjährige Erfahrung und die Vertriebsstrukturen aus dem Teilesegment, um die wichtige Sparte weiter auszubauen, heißt es von Mahle. „Der Bereich vereint die über 25-jährigen Unternehmenskompetenzen aus Fahrzeugklimatisierung, Fahrzeugdiagnose und Fluidmanagement. Das daraus entwickelte Portfolio unterstützt Werkstätten dabei, den Service und die Wartung schneller und effizienter abzuwickeln“, erklärt Olaf Henning, Mitglied der Konzernleitung und Geschäftsführer der Mahle Aftermarket GmbH. Das Portfolio reicht dabei von Klimaservicegeräten über Automatikgetriebespülstationen bis hin zu Stickstoff- Reifenbefüllsystemen. Highlights in Frankfurt waren das Diagnosesystem TechPro, das sich laut Mahle erfolgreich im US- Markt etabliert hat, sowie die Revocery- Only-Unit (ROU). Mit dieser neuen Technologie sollen sich kontaminierte Kältemittel effizient und sicher aus Fahrzeugklimaanlagen entfernen lassen. vg ■ Foto: Valeska Gehrke LET’S DRIVE DIE WINTERNEUHEIT EIT FÜR SUVS! DRIVE für SUV bietet das, was man von einer Felge mit diesem Namen erwartet: Einen kraftvollen Look und mit bis zu 21 Zoll ein hohes Maß an Temperament und Leidenschaft für SUVs. Ab sofort im Fachhandel erhältlich. DRIVE FÜR SUV metal-grey 19“ | 21“ www.alutec.de * 5 Jahre Garantie gemäß unserer Verkaufs-, Liefer- und Zahlungsbedingungen, abrufbar unter www.uniwheels.com/agb

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TITEL VW-ABGASSKANDAL Ein Jahr danach Im September 2015 gerät Volkswagen in die größte Krise der Unternehmensgeschichte: Das Schummeln beim TDI-Motor EA 189 fliegt auf. Die Folgen des „Dieselgate“ muss der Autobauer bis heute bewältigen. er 20. September 2015 ist der Tag, an dem sich alles ändert: Volkswagen gibt zu, „Manipulationen“ an Dieselmotoren des Typs EA 189 durchgeführt zu haben, die zu geschönten Abgaswerten auf dem Prüfstand führen. Dann geht es Schlag auf Schlag: Milliarden werden zurückgestellt, am 23. September tritt der Vorstandschef Martin Winterkorn von seinem Amt zurück. Die Affäre um Millionen manipulierte Dieselmotoren beschäftigt nun Scharen von Juristen, kostet Milliarden und stellt eine ganze Branche unter Verdacht. Bis heute sind die Nachwehen der Krise nicht ausgestanden, denn die Rückrufe bei VW, Audi, Skoda und Seat laufen nur schleppend an. Ein Jahr nach dem Ausbruch des Abgas-Skandals hat der VW- Konzern erst einen Bruchteil der manipu- lierten Autos in den Werkstätten nachgebessert. Laut VW-Manager Manfred Bort sind rund 60 Prozent der Umrüst-Genehmigungen für 8,5 Millionen Diesel-Fahrzeuge in Europa erteilt. Von den genehmigten Autos seien aber erst 10 Prozent umgerüstet worden, was nur 500.000 Fahrzeugen entspricht. Laut EU-Kommission hat VW versprochen, bis Herbst 2017 alle manipulierten Diesel-Fahrzeuge umzurüsten – alleine in Deutschland sind das KURZFASSUNG Der „Dieselgate“ hat zur größten Krise des Volkswagen-Konzerns geführt, die bis heute anhält. Der Konzern muss weiterhin Fahrzeuge nachrüsten und neben hohen Schadenersatzkosten ist es fraglich, ob der Selbstzünder eine Zukunft hat. rund 2,6 Millionen Autos. Die betroffenen Autofahrer sollen spätestens bis zum Jahresende 2016 eine Aufforderung für den Rückruf erhalten haben. Hintergrund der Verzögerungen bei den Freigaben sind laut VW die technischen Lösungen bei den Rückrufen, die Volkswagen ursprünglich schneller hatte umsetzen wollen. Da es von den betroffenen Motoren unterschiedliche Typen gibt, die sich in Gewicht, Getriebetyp und Ausstattung unterscheiden, muss das bei der Software-Entwicklung berücksichtigt werden. Zukunft des Diesels Als viel schwerwiegender für Volkswagen dürften sich ohnehin die finanziellen Folgen auswirken: Ein Minus von 1,6 Milliarden Euro steht 2015 für den größten Kommt VW aus der Dieselgate-Krise? AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 Fotos: dpa/Julian Stratenschulte, VW www.autoservicepraxis.de

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Schummel-Motor: der EA 189 von Volkswagen DIE HIGHLIGHTS DER AUTOMECHANIKA 2016 NOCH EINMAL ERLEBEN. Auf der Automechanika 2016 präsentierte ZF Ihnen nach dem Zusammenschluss mit TRW das bisher größte Produkt- und Service-Portfolio für den Aftermarket – natürlich auch zusammen mit den Marken SACHS, LEMFÖRDER und openmatics. Das besondere Messe-Highlight war unser exklusives 7D-Kino für alle Sinne. Die faszinierende Reise zu den ZF Kernkompetenzen haben Sie verpasst? Kein Problem! Hier können Sie noch einmal in unsere virtuelle Welt eintauchen: www.zf.com/enjoy360 Verlust in der VW-Geschichte. Zweistellige Milliardensummen dürfte die Krise am Ende kosten, Analysten halten bis zu 35 Milliarden Euro für realistisch. Allein in Deutschland hat sich die Zahl der Schadenersatz-Klagen von Anlegern auf 1.400 summiert. Insgesamt fordern die Kläger 8,2 Milliarden von dem Autobauer. Während VW die US-Käufer mit mehreren Tausend Dollar für die Abgasmanipulation entschädigt, gehen deutsche Autokäufer aufgrund einer anderen Rechtslage bislang leer aus. Dennoch gibt es Fälle, bei denen einige deutsche Käufer an Landesgerichten in erster Instanz Recht bekommen haben, jedoch fehlt hier noch ein abschließendes Urteil. Schadenersatzansprüche sind aber nur eine Seite der Medaille. Denn das Geld fehlt Volkswagen nun an entscheidenden Stellen, etwa für die Weiterentwicklung der Elektromobilität, Digitalisierung und Dienstleistungen, die zunehmend an Bedeutung gewinnen. Auch die Zukunft des Diesels selbst steht in den Sternen: Vor allem außerhalb Europas, wo der Marktanteil gering ist. Momentan ist in Deutschland noch kein Einbruch bei den Verkäufen zu spüren. Der neue WLTP-Fahrzyklus macht 2017 jedoch umfangreiche Abgasreinigungsmaßnahmen notwendig, die sich in Fahrzeugen der Kompaktklasse nicht mehr lohnen könnten, da sie zu teuer sind. Hier sind Hybridantriebe die bessere Wahl. Die Krise ist also nicht nur bei VW, sondern hat längst alle Autohersteller erreicht, die weiterhin stark auf den Selbstzünder setzen. Alexander Junk ■ www.autoservicepraxis.de

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TITEL INTERVIEW „Der Hype ist maßlos übertrieben“ Laut Branchenkreisen erscheinen nur ein Viertel der angeschriebenen Kunden zum VW-Rückruf. Serviceleiter Helmut Glasschröder vom Autohaus Ostermaier hat uns im Interview verraten, ob das stimmt. Helmut Glasschröder, Serviceleiter Autohaus Obermaier GmbH in Vilsbiburg asp: Wie wir aus Branchenkreisen erfahren haben, erscheinen derzeit nur rund ein Viertel der angeschriebenen Kunden des VW-Diesel-Rückrufs zum Software-Update. Offenbar warten die meisten Kunden bis zum nächsten offiziellen Wartungstermin. Bleibt der Ansturm auch in Ihrem Betrieb aus? H. Glasschröder: Das kann ich hundertprozentig bestätigen. Der ganze Hype um die VW-Abgasproblematik ist maßlos übertrieben. Den Großteil der Kunden interessiert das überhaupt nicht. Wenn die Kunden angeschrieben werden, fragen sie uns meistens, ob sie das Update beim nächsten Service oder Reifenwechsel mitmachen können. Fast keiner möchte sofort einen Termin. Das Update läuft auch meistens parallel mit, wenn wir irgendwelche Reparaturen durchführen. asp: Das Kraftfahrt-Bundesamt hat damit kein Problem? AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 Foto: Alexander Junk H. Glasschröder: Der Kunde wird zunächst von VW angeschrieben, das Update durchführen zu lassen. Wenn der Kunde nach einem halben Jahr immer noch nicht reagiert, lässt er sich anhand der Fahrgestellnummer herausfiltern, wenn diese noch nicht abgerechnet wurde. Er wird dann erneut schriftlich von VW aufgefordert, sein Fahrzeug updaten zu lassen. Kommt er auch dieser Aufforderung nicht nach, erhält er ein weiteres halbes Jahr später dann direkt ein Schreiben vom KBA, wo er darauf hingewiesen wird, dass er innerhalb einer bestimmten Frist das Update an seinem Fahrzeug durchführen muss. Ansonsten kann die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs erlöschen. asp: VW wollte ja ursprünglich das Update bis Ende 2016 über die Bühne bringen und spricht laut neuester Information nun vom Herbst 2017. H. Glasschröder: Bis Ende 2016 könnten wir das von der Stückzahl gar nicht schaffen. Dafür hätten die Updates für die verschiedenen Modelle so anlaufen müssen, wie es VW Anfang des Jahres angekündigt hat. Da war der Hersteller vielleicht etwas zu euphorisch und hat gedacht, dass die Fahrzeuge dann sofort in die Werkstätten fahren. Wir waren hier von Anfang an skeptisch und so ist es nun auch gekommen. asp: Haben Sie keine Sorge, dass die Kunden irgendwann geballt zu Ihnen in die Werkstatt kommen? H. Glasschröder: Nein, das ist ein fließender Prozess. Einen großen Ansturm könnte ich mir nur vorstellen, wenn Hersteller oder Gesetzgeber nun androhen, dass das Update zu einem bestimmten Zeitpunkt durchgeführt werden muss. Ansonsten läuft es die nächsten zwei Jahre lang einfach durch. asp: Haben Sie genügend Kapazitäten, falls doch ein großer Kundenansturm kommt? H. Glasschröder: Wir haben schon zu Beginn des Rückrufs Kapazitäten geschaffen, um auf einen Ansturm vorbereitet zu sein. Wir haben vier separate Flash-Plätze erstellt, um Updates parallel durchführen zu können. Auch im personellen Bereich haben wir uns eine Strategie zurechtgelegt. Bis dato haben wir das aber nicht gebraucht. Es könnte höchstens in der bevorstehenden Reifenwechselzeit, in der viele Termine dicht gedrängt abgearbeitet werden müssen, zu Engpässen kommen. Da haben wir dann aber schon eine entsprechende Strategie parat, um das Update mit dem Reifenwechsel zu kombinieren. asp: Wie viele Ihrer Kunden sind bislang schon zum Update erschienen? H. Glasschröder: Wir haben schon relativ viel gemacht, etwa 250 bis 300. Ich würde mir aber schon noch mehr wünschen. asp: Ihr Autohaus führt neben der Marke VW auch Seat, Audi und Skoda. Gibt es da eine unterschiedliche Bereitschaft der Kunden zum Update? H. Glasschröder: Da können wir keinen Trend feststellen. asp: Bekommen Sie von VW eigentlich die Arbeitszeit für den Rückruf angemessen erstattet? H. Glasschröder: VW ist dort relativ kulant. Wir können das frei durchlaufen lassen. An- und Abstempeln, was bei normalen Gewährleistungsfällen sehr strikt gehandhabt wird, wird speziell bei der Abgasthematik etwas lockerer gehandhabt. Interview: Alexander Junk ■ KURZFASSUNG Im Autohaus Ostermaier sind die Kunden laut Serviceleiter Helmut Glasschröder eher zurückhaltend, was den Rückruf der betroffenen VW-Dieselmodelle angeht. Dennoch ist der Betrieb vorbereitet, wenn der große Kundenansturm kommen sollte. www.autoservicepraxis.de

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NÄHER AN DER REALITÄT – WLTP UND RDE Voraussichtlich ab September 2017 wird ein international einheitlicher Prüfzyklus für die Emissionsmessung im Rahmen der Typgenehmigung eingeführt. Mit dem WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) streben die Vereinten Nationen (UN) einen verbindlichen Standard an, der den NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) ablöst. Dieser war in die Kritik geraten, weil Messergebnisse zwar vergleichbar, aber weit weg von der Realität sind. Ziel der globalen UN-Regelung ist die Bereitstellung eines weltweit harmonisierten Fahrzyklus, mit dem wiederholbare und reproduzierbare Messungen folgender Werte möglich sind: ■ Abgaskonzentration ■ Partikelmasse und Partikelzahl ■ CO2-Emissionen ■ Kraftstoffverbrauch ■ Stromverbrauch ■ Elektrische Reichweite Der neue Standard sieht eine Unterteilung nach verschiedenen Leistungsklassen vor, prüft bei höheren Geschwindigkeiten, auch über längere Zeit und berücksichtigt dynamische Fahrprofile sowie fahrzeugspezifische Schaltpunkte. Damit liegt der WLTP näher am realen Fahrverhalten als der NEFZ. Foto: TÜV SÜD Veränderter Fahrzyklus Für die Verbrauchs- und Emissionsermittlung werden die Fahrzeuge anders als beim NEFZ in drei Gewichts-/Leistungsklassen eingeteilt. Außerdem sind die Geschwindigkeiten höher. Für den WLTP werden die Fahrzeuge auf über 130 km/h beschleunigt. Gemessen wird in vier Phasen: bis 60, bis 80, bis 100 und über 130 km/h. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt mit knapp 47 km/h ein Drittel höher als beim NEFZ. Real Driving Emissions (RDE) Parallel zum neuen Prüfzyklus werden Realmessungen (Real Driving Emissions) im Fahrbetrieb eingeführt. Damit werden künftig neben der zyklusbasierten Zertifizierung am Prüfstand auch reale Straßenfahrten in die gesetzliche Abgasüberwachung von Pkw integriert. Die Europäische Union zieht mit der Einführung der RDE-Messungen die Konsequenz aus den großen Abweichungen zwischen Homologationsmessungen unter Laborbedingungen und Schadstoffmessungen im realen Fahrzeugbetrieb. Das stellt Motorenentwickler vor neue Herausforderungen. Der Grund: Einige Schadstoffe können nur unter realistischen Fahrbedingungen gemessen werden, wie etwa Stickoxide (NOx). Zum Einsatz kommen portable Emissionsmessgeräte, die am Fahrzeug installiert werden, um Abgasmessungen im realen Fahrbetrieb auf einer festgelegten Strecke durchzuführen. Wir setzen uns Ziele. Aber keine Grenzen. www.ate.de Unsere Mission: Unerwartetes erreichen Wir sind Bremsenspezialisten. Und Beschleunigungs-Experten. Weil wir immer wieder bahnbrechende Entwicklungen auf den Weg bringen. Das Beste ständig noch weiter verbessern wollen. Und dabei für unsere Partner die Zukunft immer im Blick haben.

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TITEL ABGASUNTERSUCHUNG Wirksame AU? Nicht nur der Prüfzyklus im Rahmen der Typengenehmigung ist als realitätsfern in die Kritik geraten, auch über die Wirksamkeit der zweistufigen Abgasuntersuchung (AU) wird diskutiert. Foto: Fotolia.com/corepics Seit dem VW-Skandal sorgt das Thema Emissionsmessung für viel Gesprächsstoff. Im Bereich der Typengenehmigung soll der neue Prüfzyklus WLTP in Kombination mit RDE- Messungen bald für realistischere Verbrauchsangaben sorgen. Auch die aktuell zweistufige Abgasuntersuchung (AU) ist in die Kritik geraten. Denn bei OBD-Fahrzeugen, die nach 2006 erstmals zugelassen sind, muss nicht verbindlich eine Messung durchgeführt werden, sofern die OBD mit den Readiness-Codes eine fehlerfreie Funktion der Systeme bestätigt. „Im Falle Readiness-Codes in Ordnung ist nur noch KURZFASSUNG Die zweistufige Abgasuntersuchung mit OBD-Prüfung und Endrohrmessung steht aktuell auf dem Prüfstand. Der ASA-Verband fordert eine verbindliche Endrohrprüfung, der ZDK schlägt eine Weiterentwicklung des Verfahrens vor. AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 bei circa 10 bis 15 Prozent der AU eine Endrohrprüfung durchzuführen. So werden wichtige Abgaskomponenten, die defekt, manipuliert oder verschlissen sind, nicht erkannt. Die Abgaswerte im Endrohr können bei diesen Fahrzeugen signifikant auffällig sein, obwohl kein Fehler angezeigt wird und die Readinesscodes in Ordnung sind“, erklärt Harald Hahn, Fachbereichsleiter Abgasmessgeräte und Vizepräsident des ASA-Verbands die Schwachstelle. Einzig wirksame Methode Der ASA-Verband setzt sich daher schon lange für den Erhalt der Endrohrprüfung ein als „einzig wirksame Methode, um sowohl Manipulationen als auch defekte oder ausgebaute Teile im Abgasstrang zu erkennen“, so Harald Hahn. Die OBD sei nur eine indirekte Methode, die auf Basis eines hinterlegten Modells auf das Abgasverhalten schließt. „Zudem sind die Ansprechschwellen des OBD-Systems um den Faktor 10 höher als der jeweils gültige EU-Emissionswert“, erklärt der ASA- Vizepräsident. „Wichtig dabei ist jedoch auch, dass man die für die AU zu verwendenden Grenzwerte oder Sollwerte entsprechend anpasst. Es macht keinen Sinn, wenn Komponenten defekt oder entfernt sind und diese dann trotzdem nicht erkannt werden, weil die Grenzwerte zu hoch sind.“ Schließlich ist eine wirksame Abgasuntersuchung entscheidend, um „das dauerhafte Einhalten der Abgasemissionsvorschriften über die gesamte Nutzungsdauer des Kraftfahrzeugs zu gewährleisten“, heißt es auch in einer Mitteilung des Zentralverbands Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK). Allein 2015 führten die anerkannten AU-Betriebe 12,5 Millionen Abgasuntersuchungen an Pkw, Nutzfahrzeugen und Krafträdern durch. Knapp 275.000 Kraftfahrzeuge fielen durch die Untersuchung, wie aus dem Abschlussbericht zur AU-Mängelstatistik des ZDK hervorgeht. An 801.386 beanstandeten Fahrzeugen www.autoservicepraxis.de

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wurden im Durchschnitt 1,52 abgasrelevante Mängel pro Fahrzeug festgestellt. 526.550 dieser Fahrzeuge konnten jedoch mit einer Wartung, Inspektion oder Reparatur wieder instand gesetzt werden und das zulässige Emsissionniveau erreichen. Diese Ergebnisse zeigen laut ZDK-Präsident Jürgen Karpinski erneut, wie wichtig die regelmäßige Abgasuntersuchung für den Umweltschutz sei. Die Abgasuntersuchung dürfe nicht allein der On-Board- Diagnose überlassen werden. Der ZDK schlägt daher folgende Weiterentwicklung des zweistufigen Verfahrens mit OBD- Prüfung und Endrohrmessung vor: ■ Ab dem fünften Jahr nach der Erstzulassung oder nach 100.000 Kilometern Laufleistung müssen OBD-Prüfung und Abgasmessung Pflicht werden. ■ Die Abgas-Grenzwerte für Otto- und Dieselfahrzeuge ab der Abgasstufe Euro 5/Euro 6 sind anzupassen. ■ Weitere Parameter aus der Motorelektronik müssen herangezogen werden, um die Funktionsweise des OBD-Systems eindeutig prüfen zu können. Die Vorschläge sollen dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur präsentiert werden. NOx reproduzierbar messen Zudem sollte eine moderne Abgasuntersuchung zukünftig auch Stickoxide (NOx) einbeziehen. Derzeit werden unterschiedliche Lösungsansätze, wie eine solche NOx-Messung im Rahmen der AU aussehen könnte, untersucht. Doch für ein verbindliches NOx-Prüfverfahren wäre die An passung zweier entscheidender EU- Vorschriften – die Typengenehmigungsverordnung und die Vorschrift zur technischen Fahrzeugüberwachung – notwendig, heißt es vom ZDK. Erst dann könnte eine nationale Änderung anhand einer weiterentwickelten AU-Vorschrift erfolgen, die entsprechende Prüfverfahren und Prüfwerkzeuge definiere. Denn es sind unterschiedliche Methoden anwendbar, um reproduzierbar und effizient NOx zu messen, weiß auch Harald Hahn, Fachbereichsleiter Abgasmessgeräte beim ASA- Verband. „Eine NOx-Messung muss dabei nicht zwangsweise auf einem Rollenprüfstand durchgeführt werden“, erklärt er. Und eines steht für ihn fest: „Die AU sollte zukünftig wie bisher auch jede Werkstatt durchführen können. Ich denke, das ist Voraussetzung für die Akzeptanz einer möglichen NOx-Messung.“ Valeska Gehrke ■ www.autoservicepraxis.de PRO60 PROFESSIONELLES BATTERIEMANAGEMENT FÜR DIE MODERNE WERKSTATT ■ für alle Blei-Säure Batterien, einschließlich AGM- und EFB-Start/Stop Technologie ■ zusätzlicher Lithium-Lademodus ■ adaptive Ladecharakteristik mit breitem Batteriegrößenbereich: 10 Ah – 1600 Ah ■ einstellbarer Konstantspannungsausgang DISTRIBUTED BY

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TITEL SOFTWARE-UPDATE Schummelsoftware adé Dauert das Entfernen der Schummelsoftware bei VW tatsächlich nur eine halbe Stunde? asp AUTO SERVICE PRAXIS war beim Update eines betroffenen Autos in der Werkstatt dabei. olkswagen verspricht, dass das Software-Update zur Entfernung der Abgas-Schummelsoftware bei den betroffenen EA189-TDI-Dieselmotoren in weniger als einer halben Stunde erledigt ist. Wir wollten es genauer wissen und haben das Update eines VW Touran mit der Zweiliter-Variante dieses Motors Schritt für Schritt begleitet. Die Werkstatt, in der das Update durchgeführt wurde, möchte anonym bleiben. In wenigen Schritten zum Update Als ersten Schritt ist es wichtig, zunächst die Stromversorgung des Autos mit einem Batterieerhaltungsgerät zu unterstützen. Je nach Fahrzeugtyp kann es beispielsweise passieren, dass die stromhungrigen Lüfter anlaufen, was viel Energie benötigt. Hier ist eine externe Spannungsversorgung Pflicht, da das Update ansonsten abbrechen könnte. Nun wird das Notebook mit der VW-eigenen Diagnosesoftware „ODIS“ (Offboard-Diagnose-Informations-System) an die OBD-II-Schnittstelle des Fahrzeugs angeschlossen. Diese AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 befindet sich unterhalb des Armaturenbretts unter einer Kunststoffabdeckung (pinkfarbener Stecker). Eine Kabelanbindung ist empfehlenswert, denn die oft genutzte Bluetooth-Verbindung wäre hier zu unsicher. Nun sollten alle Verbraucher des Autos ausgeschaltet werden, um möglichst wenige Störungen auf dem Bordnetz zu haben. Die Zündung sollte aber eingeschaltet sein. Zündung, Datenverbindung, Verbindung zum Auto und die USB-Verbindung werden jeweils mit einem Icon in ODIS angezeigt. Nun werden zunächst die Daten des Fahrzeugs ausgelesen: Das Fahrzeug wird identifiziert und Fahrgestellnummer, Modell und Baujahr angezeigt. Nur der spezifische Motor – in unserem Fall ein CFJA 2.0l TDI-CR mit 125kW – muss noch extra ausgewählt werden. Anschließend werden alle Steuergeräte des Fahrzeugs angezeigt. Unter dem Punkt „Sonderfunktionen“ sollte der Eintrag „Software anpassen Diesel, Abgas EA189-Aktion 23R7“ zu finden sein. Nach dem Starten des Prozesses wird eine Ver- bindung zum Werkstattserver hergestellt. Es folgt nun nochmals der Hinweis, dass das Steuergerät „Motorelektronik“ auf den neusten Stand gebracht wird und es wird überprüft, ob Fehler auf dem Motorsteuergerät vorhanden sind. Die Ereignisspeichereinträge werden anschließend gelöscht. Nun sollte die Zündung ausgeschaltet werden. Weniger als zehn Minuten Anschließend werden die Daten programmiert: Der eigentliche Update-Vorgang nimmt dabei weniger als zehn Minuten in Anspruch. Beim Aufspielen der Software wird nämlich nicht die gesamte Software für die Motorsteuerung, sondern nur ein Teilbereich ausgetauscht. Ist dieser Vorgang beendet, wird das Update im System gespeichert und ein Protokoll erstellt. Nun kann ein Sticker mit dem Hinweis „23R7“ der Aktion im Kofferraum platziert werden. Nach Abschluss des Updates empfiehlt sich ein kurzer Fahrtest, denn in seltenen Fällen kann es sein, dass Systeme wie der KURZFASSUNG Das Entfernen der Schummelsoftware soll laut VW weniger als eine halbe Stunde betragen. Wir haben die Zeit gemessen: In der Praxis ging es tatsächlich noch schneller, lediglich die Vor- und Nachbereitung nahm ein bisschen Zeit in Anspruch. Über die OBD-II-Schnittstelle des VW Touran lässt sich die neue Software einspielen. www.autoservicepraxis.de

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Zündungstechnik Dieselkaltstarttechnologie Kühlung Sensorik BERU – Ihre Adresse für Glühkerzen. Ein Notebook mit ODIS-Software ist die einzige Voraussetzung für das Update. Fotos: Alexander Junk Tempomat oder das Start-Stopp-System nicht einwandfrei funktionieren. Eine Probefahrt gibt hier die Sicherheit. Kleine Entschädigung: Je nach Autohaus gibt es zum Abschied für den Kunden noch ein Give-away in Form eines Gutscheins oder Autopflegeprodukts. Alles in allem dauert die Aktion wie von VW angekündigt weniger als eine halbe Stunde. Der Hersteller hat also nicht zuviel versprochen. Alexander Junk ■ SONDERFALL CHIPTUNING Ein Chiptuning am Fahrzeug sollte der Kunde der Werkstatt mitteilen, wenn er das VW-Update aufspielen möchte. Denn das Fahrzeug muss zunächst in den Serienzustand versetzt werden. Im Klartext heißt dies: Eine Chiptuning-Box muss entfernt und bei einem Steuergeräte-Tuning die Original-Steuergerätesoftware wieder aufgespielt werden. Letzteres macht im Regelfall der Tuner. Nach erfolgreichem VW-Update kann das Tuning erneut aufgespielt werden, wobei meistens eine Anpassung der Parameter notwendig ist. Handelt es sich um ein seriöses und eingetragenes Chiptuning, übernimmt VW sowohl die Kosten für das Rückversetzen in den Originalzustand als auch das erneute Aufspielen des Chiptunings. Wenn der Fahrer das Chiptuning auf dem Steuergerät der Werkstatt nicht mitteilt, können zwei Dinge passieren: In den meisten Fällen wird das Diagnoseprogramm den Vorgang abbrechen, weil es die Adressierung der Motorsteuerung nicht mehr erkennt. Daraus kann ein großer Schaden resultieren, da das Motorsteuergerät nicht mehr „aufwacht“ und nur noch vom Tuner reaktiviert werden kann. Es kann aber auch passieren, dass das Update durchläuft. Dann funktioniert alles wie gehabt, das Chiptuning ist jedoch weg. www.autoservicepraxis.de BERU ist die weltweit führende Marke in der Dieselkaltstarttechnologie. Nahezu alle bekannten internationalen Automobilhersteller verlassen sich auf original BERU Glühkerzen und dem BERU Schnellstartsystem - Instant Start System (ISS). Durch die Versorgung des Handels- und Werkstattmarktes mit OE-Qualität, sind BERU Glühkerzen erste Wahl der Werkstätten weltweit. Bei einer Marktabdeckung von etwa 98% an verschleißbedingten Bedürfnissen in Europa, sind die Original BERU Glühkerzen bekannt für ihre Zuverlässigkeit und Sicherheit. Innovationen wie die Drucksensor-Glühkerze (PSG) reduzieren die CO 2 -Emissionen und sorgen für eine umweltfreundliche Verbrennung. Für mehr Informationen: n: beru.federalmogul.com/deom/de BERU® ist eine registrierte Marke der Borg Warner Ludwigsburg GmbH

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WEITERBILDUNG Torsten Bayer (Mitte) sicherte sich den 1. Platz beim Wissenswettbewerb Auto Service Meister. Mit ihm freuen sich Fabiola Wagner (ZF) und Ralph M. Meunzel (asp). Fotos: Dietmar Winkler AUTO SERVICE MEISTER 2016 Werkstatt-Held aus Nürtingen Im Rahmen der Automechanika wurden die Preise an die Gewinner des Wissenswettbewerbs Auto Service Meister vergeben. Torsten Bayer aus Nürtingen schaffte es auf Platz 1. Ulm gewinnt beide Klassenpreise. Mit 206 von 210 möglichen Punkten hat Torsten Bayer von der Technischen Schule in Nürtingen den ersten Platz beim Wissenswettbewerb Auto Service Meister 2016 errungen. 3.000 Euro Preisgeld waren der Lohn für die hervorragende Leistung des Erstplatzierten. Punktgleich, mit ebenfalls 206 Punkten, belegte Robert Beyer vom Berufsbildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer für Ostthüringen den zweiten Platz. Er darf sich über 1.500 Euro Preisgeld freuen. Am Ende musste das Los zwischen beiden punktgleichen Teilnehmern entscheiden. Platz drei und ein Preisgeld von 1.000 Euro sicherte sich Marcus Kögler von der Robert-Bosch- Schule in Ulm mit 202 Punkten. In insgesamt vier Fragebögen mit kniffeligen Fragen mussten angehende Kfz-Meister beweisen, was sie auf dem Kasten haben. In den Wissensgebieten Motor/Antriebsstrang, Fehlerdiagnose/Mess- und Prüf- AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 systeme, Unfallverhütungs-Vorschriften/ Umweltschutz/Arbeitssicherheit sowie Fahrwerk/Bremse mussten die Teilnehmer fleißig Punkte sammeln. Ralph M. Meunzel, Chefredakteur der Zeitschrift asp AUTO SERVICE PRAXIS, lobte in seiner Ansprache das Engagement der Meisterschüler und den hohen Wissensstand der insgesamt 151 Teilnehmer von 36 unterschiedlichen Meisterschulen. „Wir stellen in den Fragebögen Fragen auf Prüfungsniveau. Damit wollen wir angehenden Kfz-Meistern und Ausbildern in den Meisterschulen ein Werkzeug zur Wissensvertiefung an die Hand geben“, erklärte Meunzel. Neben den Preisen für die besten Einzelleistungen vergibt asp auch zwei Klassenpreise an diejenigen Meisterschulklassen, die den besten Durchschnitt erzielen. Die beiden Preise für die besten Meisterklassen gingen in diesem Jahr an zwei Klassen der Robert-Bosch-Schule in Ulm. Sie haben als Klassenverband den höchsten Punktedurchschnitt erzielt. Fabiola Wagner, Pressesprecherin Aftermarket beim Hauptsponsor ZF, freute sich für die Gewinner: „ZF gehört zu den Gründungsmitgliedern des Preises. Das zeigt, wie wichtig uns das Thema Weiterbildung ist. Die Kfz-Technologie ändert sich dramatisch, wir unterstützen die Branche daher auf vielfältige Weise mit eigenen Trainings, mit Werkstattkonzepten, aber eben auch mit dem Meisterpreis“, sagte Fabiola Wagner. Hohes Engagement der Teilnehmer Auto Service Meister ist der Nachwuchswettbewerb für alle Meisterschüler aus dem Kfz-Gewerbe und angehende staatlich geprüfte Techniker. Der Wettbewerb wurde von der Redaktion AUTO SER- VICE PRAXIS bereits zum zehnten Mal durchgeführt. Unterstützt wurde der Wettbewerb in diesem Jahr von ZF www.autoservicepraxis.de

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Klassensprecher der Siegerklasse, Chris Hugger, nahm den Scheck über 1.000 Euro von Fabiola Wagner (ZF) entgegen. Da strahlen auch Klassenlehrer Karl-Heinz Kränzle (2. v. r.) und Fachbereichsleiter Jürgen Seubert. Über 1.000 Euro für die zweitplatzierte Klasse freuten sich Klassensprecher Alexander Ruchti (2. v. l.) sowie Klassenlehrer Karl-Heinz Kränzle (2. v. r.) und Fachbereichsleiter Jürgen Seubert. DER WETTBEWERB Auto Service Meister ist der Nachwuchswettbewerb für alle Meisterschüler aus dem Kfz-Gewerbe und angehende staatlich geprüften Techniker. Die Teilnehmer mussten vier Fragebögen beantworten, die in asp AUTO SERVICE PRAXIS und der Schwesterzeitschrift AUTOHAUS erschienen sind. Jeder Fragebogen ist einem Fachthema gewidmet und umfasst jeweils sieben Fragen. Die Themen orientieren sich an den Inhalten der Meisterprüfung (Teil I und Teil II) sowie an den Lehrplänen. 151 Teilnehmer von 36 Meisterschulen haben mitgemacht. Unterstützt wird der Wettbewerb von ZF Services/ZF Friedrichshafen, MAHA Maschinenbau Haldenwang sowie Shell Deutschland. Services/ZF Friedrichshafen, MAHA Maschinenbau Haldenwang sowie Shell Deutschland. Der Gewinner Torsten Bayer macht derzeit seinen Vorbereitungslehrgang für die Meisterprüfung an der Technischen Schule in Nürtingen. Sichtlich stolz konnte der 33-jährige Meisterschüler die Siegerurkunde und den Geldpreis in Höhe von 3.000 Euro entgegennehmen. Mit 16 Jahren absolvierte er eine Berufsausbildung zum Kfz-Mechaniker, danach hat er seinen Servicetechniker bei VW über seinen Betrieb gemacht, anschließend den Diagnosetechniker bei Audi. „Die Teilnahme an dem Wettbewerb war für mich eine persönliche Herausforderung, ich wollte die vier Fragebögen unbedingt vollständig bewältigen“, verrät Torsten Bayer auf die Frage nach seiner Motivation zur Teilnahme am ASM. Wenn der sportliche Gewinner nicht gerade auf die Prüfung lernt oder im Betrieb arbeitet, geht er im Winter snow- Siegerbild (v. l.): Markus W. Weber (MAHA), Marcus Kögler (3. Platz) , Torsten Bayer (1. Platz), Robert Beyer (2. Platz), Ralph M. Meunzel (asp), Fabiola Wagner (ZF) und Matthias Klintzsch (Shell) boarden und im Sommer gerne wandern. Zudem ist er bei der Freiwilligen Feuerwehr. Nach seiner Meisterprüfung will er zunächst in dem Betrieb bleiben, in dem er auch jetzt noch eine halbe Stelle hat. Das Preisgeld kommt gerade recht: „Damit kann ich den Lohnausfall teilweise kompensieren“, erklärt Bayer. Sein Tipp an angehende Meisterschüler: „Nicht aufgeben, auch wenn es manchmal schwer ist.“ Sportliche Herausforderung Robert Beyer vom Berufsbildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer für Ostthüringen freute sich über den zweiten Platz. Er sah in dem Wettbewerb vor allem eine gute Möglichkeit seinen Wissensstand zu überprüfen. „Da ich sowieso recht ehrgeizig bin, habe ich es auch bis zum letzten Fragebogen durchgezogen“, sagte Beyer zu seiner Motivation. Es hat sich gelohnt: Für den zweiten Platz gibt es einen Geldpreis von 1.500 Euro. „Das Geld fließt wahrscheinlich in meine Hobbys“, verriet Beyer. Er interessiert sich für Autos und Motorsport. Seine Ausbildung zum Kfz- Mechatroniker absolvierte Beyer bei Mercedes-Unimog und in einem Renault- Autohaus. Seit Juni 2007 ist er in seinem jetzigen Betrieb als Baumaschinen- und Nutzfahrzeugschlosser tätig. Sein Chef habe ihn darauf angesprochen, ob er nicht seinen Meister machen wolle. Der Drittplatzierte Marcus Kögler von der Robert-Bosch-Schule Ulm liebt alles, was mit Schrauben zu tun hat. Der Dritte Platz hat ihn überrascht. Auch er hatte einen Überlebenstipp für alle Meisterschüler parat: „Augen zu und durch.“ Dietmar Winkler ■ www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 21

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AUTOMOBILTECHNIK AUTOMECHANIKA Messe-Neuheiten im Überblick Auf der diesjährigen Automechanika stellten Zulieferer und Teilehersteller wieder zahlreiche Neuheiten vor. Wir haben die Highlights beim Messe-Rundgang herausgesucht. Fotos: Messe Frankfurt Exhibition GmbH/Jochen Günther, Continental, Valeo, Alexander Junk uf der Automechanika 2016 haben die Zulieferer und Teilehersteller zahlreiche Innovationen vorgestellt. Wir stellen die Highlights vor. Von Bremsen bis Zündkerzen Continental forscht schon seit längerer Zeit an Löwenzahn als Kautschuk-Alternative für die Reifenherstellung. Nun hat KURZFASSUNG Zahlreiche neue Produkte aus dem OEund Aftermarket-Bereich wurden auf der Automechanika präsentiert. Auf dem Messerundgang haben wir die besten Highlights herausgepickt, die für Autohäuser und Werkstätten interessant sein könnten. AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 lie vor: Das HD3000 ist ein Tool zur Diagnose von Hochdruck-Treibstoffsystemen und ab 2017 bestellbar. Das „DS-Flash“- Tool für die Motorsteuerung gewährt freien Werkstätten hingegen Zugang zu den webbasierten technischen Daten der Hersteller. Es ist in einer englischen Version bereits verfügbar, weitere Sprachversionen wird es laut Delphi ab 2017 geben. Stoßdämpfer-Spezialist Tenneco stellte den neuen Aftermarket-Stoßdämpfer „Monroe OESpectrum“ vor. Laut Herstelder Zulieferer auf der Automechanika für das Projekt „Taraxagum – Reifen aus Löwenzahnkautschuk“ sowohl den Innovation Award wie auch den Green Award gewonnen. Die Hannoveraner planen langfristig, einen Teil des Gummis sowohl für Reifen als auch für andere Gummiartikel aus der Wurzel der Löwenzahnpflanze zu gewinnen. Zulieferer Delphi hat auf der Automechanika sein Bremsen-Programm präsentiert, das auf über 4.200 Teile ausgeweitet wurde und eine Marktabdeckung von 98 Prozent bietet. Delphi stellte auch die neuesten Mitglieder der Diagnosetool-Fami- Kein Turboloch: Der neue elektrische Kompressor von Valeo www.autoservicepraxis.de

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ler soll der Stoßdämpfer ein verbessertes Handling in zahlreichen Fahrszenarien und bei unterschiedlichsten Straßenbedingungen bieten. Zudem bietet Tenneco mit dem Monroe OESpectrum zum ersten Mal eine Fünf-Jahres-Garantie für einen Stoßdämpfer an. Zünd- und Glühkerzen-Spezialist NGK Spark Plug Europe hat ein neues Sensoren-Sortiment unter der Marke NTK Vehicle Electronics präsentiert. Das 350 Teilenummern umfassende Sortiment bietet Luftmassenmesser, Saugrohrdrucksensoren und Ladedrucksensoren. Zusätzlich stellte NGK neue Lambdasonden für Handelskunden und Werkstätten vor. Darüber hinaus hat der Hersteller sein Zündspulen-Sortiment für den Aftermarket auf 29 Zündspulentypen ausgebaut. Auch online sind die Japaner aktiv und haben eine Internetplattform an den Start gebracht, die eine breite Palette an Zündungs- und Sensoren-Technologie für Werkstattmitarbeiter, Lehrer und Bildungsinstitutionen offeriert. „TekniWiki“ ist frei zugänglich und bietet neben E-Learning technische Videos und Informationen. Unter dem Motto „For everything ahead of you“ stellte Osram Lichtlösungen für die Innen- und Außenbeleuchtung, einen neuen Voll-Scheinwerfer, LED-Ambiente-Beleuchtung sowie praktisches Kfz-Zubehör vor. Der LEDriving Xenarc Golf VI Edition eignet sich für Tuner, die den Golf VI von Halogen- auf Osram stellte einen Nachrüst-Xenonscheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht für den Golf VI vor. Der neue Tenneco-Stoßdämpfer Monroe OE- Spectrum soll das Fahrverhalten verbessern. Aus Löwenzahn-Kautschuk: Der Taraxagum-Reifen von Continental Xenonlicht mit KBA-Zulassung nachrüsten wollen. Mit der Night Breaker Laser, der Halogen Ultra Life und der Xenarc Ultra Life präsentierte Osram zudem leistungsstärkere und langlebigere Scheinwerferlampen. Zudem zeigte Osram fünf leistungsstarke LED-Arbeitsleuchten für die Instandhaltung, Reparatur und Wartung von Fahrzeugen. Sie lassen sich magnetisch oder mit flexiblen Haken direkt am Fahrzeug befestigen und eignen sich so besonders für Arbeiten, bei denen beide Hände dringend benötigt werden. Filterspezialist UFI Filters hat mit dem Komplettmodul Gen 2 Plus eine Technik für Dieselfilter vorgestellt, die für die FCA-Gruppe entwickelt wurde. Gen 2 Plus kann 96 Prozent der Partikel bis zu 4 μm aus dem Kraftstoff herausfiltern, ohne dabei die Motorleistung zu beeinträchtigen. Es eignet sich für die steigenden Anforderungen von Common-Rail-Dieselmotoren und erfüllt auch die Euro-6-Abgasnorm spielend. Zulieferer Valeo hat mit Scala einen LiDAR-Laserscanner für autonom fahrende Autos präsentiert. Dank der großen Sensorreichweite, des breiten Sichtfelds und der hohen Erkennungsgenauigkeit eignet sich Scala für hochautomatisiertes Fahren. Für konventionelle Verbrennungsmotoren bietet der Hersteller erstmals einen elektrischen Kompressor in Serienfertigung an. Durch den Elektromotor spricht der Kompressor schneller an, sodass das von herkömmlichen Turbomotoren bekannte Turboloch verschwindet. Der E-Kompressor ist für Netze mit 12 Volt sowie zukünftige Anwendungen in Fahrzeugen mit 48-Volt-Bordnetz ausgelegt und beinhaltet eine eigene elektronische Steuereinheit, die per CAN-Bus an die Fahrzeugelektrik angeschlossen wird. Klimatechnik- und Motorkühlungs- Spezialist Denso hat auf der Automechanika mehrere Programm-Erweiterungen für das laufende Jahr angekündigt. Das jüngste Update umfasst 212 neue Thermalkomponenten und 25 neue Klimakompressoren. Sechs neue Teilenummern ergänzen zudem das Lambdasonden- Programm für den Aftermarket. Damit ist ein Zugang zu Sensoren für 50 aktuelle Modelle der Marken Audi, Seat, Skoda und Volkswagen möglich. Mit den neuen Sensoren können rund drei Millionen Fahrzeuge bedient werden. Alexander Junk ■ Damien Germès, Senior Vice President bei NGK, präsentiert die neuen NTK-Produkte. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 23

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AUTOMOBILTECHNIK ANTRIEBSSYSTEME Driften oder Sprit sparen Automobilzulieferer GKN Driveline hat im Aldenhoven Testing Center seine neuesten Technologien vorgestellt. Darunter effiziente Allrad-Antriebe, Hybrid-Allrad-Antriebe und zweistufige Getriebe für E-Autos. Fotos: Alexander Junk, GKN Driveline as britische Unternehmen GKN Driveline ist nicht nur Technologielieferant für Antriebssysteme, sondern auch ein Experte auf dem Gebiet der konventionellen, hybriden und elektrischen Kraftübertragung. Um einen Einblick in die neuesten Technologien zu bekommen, hat das Unternehmen Ende September ins Aldenhoven Testing Center bei Aachen eingeladen. Dort konnte sich die Redaktion von asp AUTO SERVICE PRAXIS Das Multimode-eTransmission-Getriebe ermöglicht verschiedene Hybrid-Modi. AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 von der Innovationsfreudigkeit der Briten in verschiedenen Fahrtests selbst überzeugen. Allrad-Antrieb auch bei Kompakten Da auch in der Kompaktklasse immer mehr Fahrzeuge mit einem Allrad-Antrieb auf den Markt kommen, gibt es hier reichlich Entwicklungspotenzial, um den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren oder die Fahrdynamik zu verbessern. In Aldenhoven präsentiert GKN eine Allrad-Antriebs-Plattform für die FCA-Gruppe, die im Fiat 500X und im Jeep Renegade zum Einsatz kommt. Um den Auflagen eines kompakten SUV und eines Kleinwagens für den Stadtverkehr zu entsprechen, hat GKN zahlreiche Technologien in den Antriebssystemen integriert, die nicht nur Platz sparen, sondern auch die Kosten optimieren. Die Funktion „AWD Disconnect“ sorgt beispielsweie dafür, dass der Antriebsstrang an die Hinterachse komplett abgetrennt werden kann, was Kraftstoff spart. Um dem steigenden Bedarf an Hybridfahrzeugen gerecht zu werden, hat GKN zudem den hybrid-elektrischen Allrad- Antrieb (eAWD) entwickelt, der in Fahrzeugen wie dem Volvo XC90, dem Mitsubishi Outlander, dem Active Tourer der KURZFASSUNG Antriebsstrang-Spezialist GKN Driveline hat seine neuesten Technologien im Aldenhoven Testing Center bei Aachen präsentiert. Neben effizienten Allrad-Antrieben zeigte der Hersteller Hybrid-Allrad- Antriebe und Getriebe für Elektroautos. BMW 2er-Serie, dem BMW i8 und dem Porsche 918 Spyder eingesetzt wird. Der neue elektrische Achsantrieb ist ebenfalls für den Einsatz in Kompaktfahrzeugen optimiert worden und kann im rein elektrischen Betrieb Geschwindigkeiten bis zu 125 Kilometer pro Stunden erreichen. Im Allrad-Modus werden in Kombination mit dem Verbrenner Beschleunigungswerte erreicht, die deutlich über denen herkömmlicher Allrad-Antriebe liegen. GKN hat auch ein so genanntes Multimode-Getriebe für Hybridfahrzeuge vorgestellt, das beispielsweise im Mitsubishi Outlander PHEV zum Einsatz kommt. Der Antriebsstrang kann zwischen verschiedenen Betriebsmodi umschalten. So ist der Einsatz als reines Elektrofahrzeug, gespeist aus der Batterie, möglich. Im Modus „Serieller Hybrid“ wird bei hohem Leistungsbedarf oder bei geringem Ladezustand der Batterie der Generator durch www.autoservicepraxis.de

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Das erste zweistufige Getriebe „2-Speed-eAxle“ kam erstmals im BMW i8 zum Einsatz. Der Allrad-Antrieb im Fiat 500X und Jeep Renegade ist sehr platzsparend konstruiert. den Verbrennungsmotor unterstützt. Als „Paralleler Hybrid“ mit direkter Unterstützung durch den Verbrennungsmotor an der Vorderachse ist höchste Effizienz oder maximale Leistung möglich. Für Fahrspaß pur sorgt das Twinster- Torque-Vectoring-Allrad-System für den Ford Focus RS. Die Twinster-Technologie kann radselektiv Drehmoment an die Räder verteilen, was Torque Vectoring über den gesamten Geschwindigkeitsbereich ermöglicht. Wenn der Allrad-Antrieb aktiviert ist, treibt Twinster die Hinterräder schneller als die Vorderräder an. In Kurven ermöglicht die Technologie damit ein agileres Eindrehen des Fahrzeugs und ein direktes Ansprechen auf die Befehle des Fahrers. Im „Drift-Modus“ des Ford Focus RS verteilt das Allrad-System wiederum noch mehr Drehmoment an die Hinterachse. Somit wird genügend Leistung an die Räder des RS geliefert, um ein kontrolliertes Driften durch Kurven zu ermöglichen. Alexander Junk ■ Nachwuchsförderung auf ganzer Strecke: SACHS unterstützt künftige Meister. SACHS ist eine Traditionsmarke mit Zukunftsorientierung. Deshalb unterstützen wir Jahr für Jahr aktiv den Nachwuchs der Branche. Profitieren Sie von unserem fundierten Know-how und unserer langjährigen Erfahrung im Bereich Kupplungen und Stoßdämpfer! www.zf.com/sachs

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AUTOMOBILTECHNIK MITSUBISHI-WORKSHOP Batterie-Reparatur für E-Autos Mitsubishi bietet als erster Hersteller die Reparatur der Traktionsbatterie in E-Autos an. Dank modularem Aufbau lassen sich die Zellblöcke einzeln austauschen, was viel Geld im Vergleich zum Neukauf spart. KURZFASSUNG Austauschbar: Traktionsbatterien in E-Autos bestehen aus einzelnen Zellblöcken. ändler, die auch E-Mobilität im Portfolio haben, sind kritische Fragen ihrer Kunden zum – zumindest in Deutschland noch – ungewöhnlichen Antrieb gewohnt. Nicht selten geht es dann um die Reichweite des Fahrzeugs, aber auch um die Ladedauer und die Haltbarkeit der Batterie. Zumindest zu Letzterem glaubt man bei Mitsubishi eine gute Lösung für Autohaus und Kunde gefunden zu haben. Die Bedenken mancher Kaufinteressenten von Elektrofahrzeugen, mögliche Schäden an der Traktionsbatterie oder ein eventuell erforderlicher Austausch könnten hohe Folgekosten nach sich ziehen, sind nicht Ein Neukauf der Batterie in Mit subishis „Electric Vehicle“ würde mit 9.000 Euro zu Buche schlagen. von der Hand zu weisen: Rund 9.000 Euro würde der Austausch einer Batterie kosten, wie sie im Mitsubishi „Electric Vehic- Fotos: Martin Heying, Mitsubishi Mitsubishi bietet als bislang einziger Hersteller die Reparatur der Traktionsbatterie in Elektrofahrzeugen an. Dadurch lässt sich im Vergleich zum Neukauf der Batterie viel Geld sparen, da sich einzelne Zellblöcke austauschen lassen. le“ (EV) oder im Mitsubishi Plug-in-Hybrid Outlander verbaut sind. Das ist zwar deutlich weniger als die 24.000 Euro, die diese Batterie noch 2009 im Austausch gekostet hätte, aber immer noch viel Geld für dann ein in die Jahre gekommenes Fahrzeug. Da könnte die Vorstellung, unter Umständen nach der Garantiezeit fast 10.000 Euro in die Hand nehmen zu müssen, schon vom Kauf abschrecken. Denn so mancher Kunde würde sein Auto sicherlich auch nach der Garantie von fünf Jahren (oder 100.000 Kilometern) beim City- Flitzer und acht Jahren (oder 160.000 Kilometern) beim Outlander mit dem guten Gefühl weiter fahren wollen, dass ein Batterieschaden nicht gleich den wirtschaftlichen Totalschaden bedeutet. Modulares System spart Geld Mitsubishi bietet als einziger E-Automobil-Hersteller einen Reparaturservice für defekte Traktionsbatterien an. Der macht es möglich, anstelle eines Komplettaustauschs des Lithium-Ionen-Akkus lediglich defekte Teilmodule zu reparieren oder einzeln zu ersetzen – der modularen Bauweise der Batterie sei Dank. Doch wie funktioniert die Reparatur im Detail? Wir waren bei einer Demonstration bei Mitsubishi in Flörsheim dabei. Die Batterie eines Mitsubishi EV besteht aus acht Zellblöcken mit je zehn Zellen und zwei Blöcken mit vier Zellen, also 88 Zellen, die je nach Ladezustand eine Spannung von 315 Volt bis 365 Volt liefern. Die Batterie des Outlanders besteht aus 80 Zellen. Statt nun die ganze Batterie zu tauschen, AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 www.autoservicepraxis.de

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können die Zellenblöcke einzeln entnommen und ersetzt werden. Die Folgekosten sinken drastisch, denn der Austausch eines solchen Zellenblocks ist mit rund 1.000 Euro zuzüglich der Arbeitsstunden zu veranschlagen. Misubishi schätzt, dass eine Reparatur einer Batterie auf diese Weise den Kunden zwischen 1.200 bis 1.500 Euro kosten wird. Doch so ganz ohne sind die Arbeiten an der Lithium-Mangan-Batterie nicht, denn mag sie auch nicht explosiv sein, so enthalten die Zellen doch selbst im entladenen Zustand in der Summe immer noch um die 300 Volt. Die Mechatroniker der „Green Mobility“-Betriebe von Mitsubishi sind für die Wartung der E-Mobilität von Mitsubishi zuständig. Sie sind entsprechend durch eine spezielle Hochvoltschulung für alle elektrotechnischen Arbeiten an den Rund 4.000 Mitsubishi Outlander sind mit E-Antrieb unterwegs. Ein einzelner Zellblock besteht aus bis zu zehn Zellen, die bis 365 Volt Spannung liefern. Um Komponenten in E-Autos warten zu dürfen, ist eine Hochvolt-Ausbildung Pflicht. Selbst im entladenen Zustand enthalten die Zellen in der Summe immer noch um die 300 Volt. Hochvoltanlagen moderner Elektrofahrzeuge berechtigt. Bei einer Kundenanfrage führen sie zunächst eine Ferndiagnose durch. Dann wird entschieden, ob das Fahrzeug beim Betrieb vor Ort repariert werden kann. Dies betrifft den Austausch oder die Reparatur von Komponenten wie Relais, Sensoren, Schalter, Klimaanlagenteile, Leiterbahnen und Kabelverbindungen mit Spezialwerkzeug. Batterie auf Reisen Diese Werkstätten können auch den Alterungsprozess der Batterie deutlich verzögern: Durch die vielen Ladevorgänge entsteht ein Spannungsungleichgewicht zwischen den Zellen. Resultat: Die Reichweite verringert sich und der Kunde wird sich melden. Bei täglicher Ladung gibt es einen Verlust von 2,5 bis drei Prozent pro Jahr. Die Green-Mobility-Werkstätten können diese Konditionierung der einzelnen Batteriezellen verbessern. Dabei werden die einzelnen Zellen untereinander elektrisch angeglichen und die Leistungsfähigkeit bleibt über einen längeren Zeitraum erhalten. Für einen Austausch eines oder mehrerer Batteriemodule muss die Batterie in eines der elf sogenannten Technik-Kompetenzzentren oder sogar in die Mitsubishi-Technik-Zentrale in Flörsheim bei Frankfurt am Main gebracht werden. Doch während die rund 400 Green-Mobility-Werkstätten recht gleichmäßig über Deutschland verteilt sind, konzentrieren sich die Kompetenzzentren im Süden und im Südosten Deutschlands. Für den Mitsubishi-E-Kunden kein Problem, denn dieser gibt sein Fahrzeug in seiner Werkstatt ab und bekommt einen Ersatzwagen, während die Batterie ihre Reise antritt. Solide Technik Doch eigentlich erwartet man in Flörsheim nicht, dass die nun seit 2010 auf Deutschlands Straßen kurvenden Mitsubishi-i-MiEV-Kunden (der heutige EV) oder Outlander-Fahrer schon bald an den Green-Mobility-Werkstätten Schlange stehen werden. Laut Angaben des Unternehmens gab es in der ganzen Zeit seit Einführung der Elektro-Fahrzeuge genau zwei Reklamationen wegen der Batterie. Das ist tatsächlich fast nichts, angesichts von insgesamt mehr als 5.000 Mitsubishi mit elektrischem Antrieb in Deutschland. 1.100 Fahrzeuge sind dabei Electric Vehicle und fast 4.000 Plug-in-Hybride vom Typ Outlander. Martin Heying ■ www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 27

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PRODUKTE SCHMIERSTOFFE Ideal für Downsizing-Motoren Das vollsynthetische Motorenöl Motul 8100 X-clean EFE 5W30 eignet sich besonders für Downsizing-Benzin- und Dieselmotoren. Der Zusatz EFE im Produktnamen steht dabei für „Extra Fuel Economy“ und soll das Kraftstoffeinsparungspotenzial verdeutlichen. Gleichzeitig erfüllt das Öl maximalen Verschleißschutz in Euro-4-, Euro-5- und Euro-6-Motoren sowie eine breite Markenabdeckung. Das Motorenöl erfüllt die Anforderungen nach ACEA C2 oder ACEA C3 in der Viskosität 5W30. Eine hohe Verträglichkeit mit Biodiesel (B7) und hohes Rußaufnahmevermögen gewährleistet darüber hinaus eine hohe Schmierfilmstabilität über das gesamte Serviceintervall. aj ■ Motul Deutschland GmbH www.motul.de Foto: Motul Foto: Anton Clemens Automotive DIEBSTAHLSCHUTZ Kampf dem Autodiebstahl Die Anton Clemens Automotive setzt dem Autodiebstahl ein Ende: Das OBD-Schloss verhindert zuverlässig, dass Autodiebe über das Fahrzeugdiagnosesystem (OBD) die elektronische Wegfahrsperre und das Lenkradschloss deaktivieren sowie den Motor starten. Der OBD-Protector ist ein wirksames und einfaches Gegenmittel. Eine stabile Metallkappe wird auf die OBD-Buchse aufgebracht und verhindert unberechtigten Zugang zum System. Der Einbau ist einfach und bequem in weniger als fünf Minuten erledigt. Sollte ein Zugang zur Schnittstelle notwendig sein, lässt sich die Kappe mit den mitgelieferten Spezial-Schlüsseln entfernen, ähnlich den Radsicherungs-Schrauben. aj ■ Anton Clemens Automotive GmbH www.anton-clemens.de IMPRESSUM ISSN NR. 1437-1162 Anschrift von Verlag und Redaktion Springer Automotive Media Springer Fachmedien München GmbH Aschauer Str. 30 · 81549 München Tel. 0 89/20 30 43-0 Fax Redaktion 0 89/20 30 43-12 18 Fax Anzeigen 0 89/20 30 43-12 40 http://www.autoservicepraxis.de Springer Fachmedien München GmbH ist Teil der Fachverlagsgruppe Springer Nature. Redaktion Herausgeber Dipl.-Ing. Jürgen Wolz (TÜV SÜD Auto Service GmbH), Lars Kammerer (TÜV SÜD Auto Service GmbH) Anschrift siehe Verlag Chefredaktion (V.i.S.d.P.) Ralph M. Meunzel Tel. 0 89/20 30 43-12 03 Koordination Patrick Neumann Tel. 0 89/20 30 43-11 84 Redaktion Valeska Gehrke (vg) Tel. 0 89/20 30 43-23 09 Alexander Junk (aj) Tel. 0 89/20 30 43-23 10 Dietmar Winkler (diwi) Tel. 0 89/20 30 43-27 92 Online-Redaktion Ralf Padrtka (Leitung) Tel. 0 89/20 30 43-12 84 Thomas Maier Tel. 0 89/20 30 43-23 11 Frank Selzle Tel. 0 89/20 30 43-11 08 E-Mail: autoservicepraxis@springer.com Ständige Mitarbeiter Eva-Elisabeth Ernst, Manfred Schlegel, Marcel Schoch, Dieter Väthröder, Erwin Wagner Gesamtleitung Herstellung Maren Krapp Tel. 0 89/20 30 43-14 18 Layout Diane Laudien Tel. 0 89/20 30 43-11 87 Verlag Geschäftsführer Peter Lehnert Tel. 0 89/20 30 43-22 54 Verlagsleiter Springer Automotive Media Ralph M. Meunzel Tel. 0 89/20 30 43-12 03 Anzeigen- und Marketingleitung Michael Harms Tel. 0 89/20 30 43-12 42 Anzeigenverkauf Sanja Klöppel Tel. 0 89/20 30 43-12 24 Birgit Zipfel Tel. 0 89/20 30 43-11 91 Fax 0 89/20 30 43-12 40 Marketing Alexandra Wutz (Fachliche Leitung) Tel. 0 89/20 30 43-21 05 Susanne Schwarzenböck Tel. 0 89/20 30 43-11 36 Fax 0 89/20 30 43-11 81 Anzeigenverwaltung Aylin Uysal Tel. 0 89/20 30 43-23 58 Gültig ist die Anzeigen-Preisliste ab 01.10.2015 Gelegenheitsanzeigen Doris Kester-Frey Tel. 0 89/20 30 43-11 33 E-Mail: kontakt.anzeigen@springer.com Leitung Vertriebskoordination Fachzeitschriften Tatjana Sachenbacher Tel. 0 89/20 30 43-16 27 Online-Medien Ute Sauermann Tel. 089/20 30 43-22 18 (Produktmanagerin Portale SAM) Abo-Service Tel. 0 89/20 30 43-15 00 Fax 0 89/20 30 43-21 00 Sitz: Aschauer Str. 30 , 81549 München E-Mail: vertriebsservice@springer.com Der Verlag übernimmt keine Haftung für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotomaterial, daher besteht auch kein Anspruch auf Ausfallhonorar. Mit dem Autorenhonorar gehen die Verwertungs-, Nutzungs- und Vervielfältigungsrechte an den Verlag über, insbesondere auch für elektronische Medien (Internet, Datenbanken, CD-ROM). Es werden nur solche Manuskripte angenommen, die an anderer Stelle weder veröffentlicht noch gleichzeitig angeboten sind. Für die mit Namen des Verfassers gekennzeichneten Beiträge übernimmt die Redaktion lediglich die pressegesetzliche Verantwortung; sie stellen also nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Erscheinungsweise 11 Ausgaben pro Jahr Bezugspreis Einzelheft: € 10,90 netto/€ 11,66 brutto inkl. MwSt.; inkl. Versand. Jahresabonnement Inland: 81,60 netto/€ 87,31 brutto inkl. MwSt.; inkl. Versand. Ausland (Europa): € 93,60 netto/ € 100,15 brutto inkl. MwSt.; inkl. Versand. Ausland (außerhalb Europa): auf Anfrage. Preisänderungen vorbehalten. Alle weiteren Aboangebote und -preise finden Sie unter www.autoservicepraxis.de. 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AUTO SERVICE PRAXIS-Abonnenten verfügen damit über die im Sinne der AU-Anerkennungsrichtlinie erforderlichen Informationen und sind somit vom Bezug des ansonsten vorgeschriebenen Verkehrsblattes befreit. Bei der Springer Fachmedien München GmbH erscheinen auch die Zeitschriften AUTOHAUS, Autoflotte, GW-trends und Sprit+. AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 www.autoservicepraxis.de

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ASA NEWS AUTOMECHANIKA 2016 Voller Erfolg für neuen Auftritt Der neue Auftritt des ASA-Bundesverbandes auf der Automechanika 2016 war ein voller Erfolg. Erstmals war der Stand in der Halle 8, mitten unter den Werkstattausrüstern, zu finden. Auch die neue und offene Gestaltung des Standes sowie das Lounge-Konzept wurden sehr gut angenommen. „Der Standort in Halle 8, die kurzen Wege und das neue Standkonzept haben sich bestens bewährt. Sie haben uns einerseits die Möglichkeiten geboten, in einem neutralen Umfeld interessante Gespräche mit Vertretern von nationalen Foto: ASA-Bundesverband und internationalen Verbänden zu führen. Andererseits konnten wir den ASA-Verband noch besser einem breiten Publikum vorstellen und neue Mitglieder gewinnen“, sagt Frank Beaujean, Präsident des ASA- Bundesverbandes. Auch zahlreiche Mitglieder des ASA-Bundesverbandes nutzten das neutrale Umfeld für Gespräche mit ihren Geschäftspartnern. Das Angebot, bei einem Cocktail vom „heißen“ Messegeschehen kurz abzuschalten, wurde rege genutzt. Zudem bot der ASA- Messestand genügend Raum und das Ambiente für viele interessante Begegnungen mit Vertretern der Presse und interessierten Fachbesuchern. „Insgesamt ziehen wir vom Messeauftritt des ASA-Bundesverbandes ein sehr positives Fazit. Unser herzlicher Dank gilt dem Automechanika- Team der Messe Frankfurt, das den neuen Standort in Halle 8 ermöglicht hat und allen, die sich bei der Planung, Realisierung und Betreuung des Messestandes eingesetzt haben“, sagt der ASA-Präsident. Mittendrin statt nur dabei: Der neue Messestand des ASA-Bundesverbandes auf der Automechanika 2016. REIFENDIENST Überarbeitete Richtlinie Die bestehende wdk-Richtlinie zur Konformitätsprüfung von Montagetechnik für UHP- und Runflat-Reifen wurde überarbeitet. „Wir gehen davon aus, dass das neue Regelwerk bis Ende des Jahres 2016 publiziert und umgesetzt wird. Die Richtlinie 2.0 passt den Ablauf, die Bedingungen und die Bewertungskriterien für die Konformitätsprüfung von Maschinen zur Reifenmontage und -demontage an die aktuellen Anforderungen an“, sagt Bernhard Hoffmann, Leiter des ASA-Fachbereichs Reifendienst und Achsmess geräte. Wesentliche Veränderungen zur bestehenden Richtlinie sind unter anderem die Kriterien für die Probemontagen im Rahmen der Konformitätsprüfung und die Vorgaben für die Beurteilung des Montageprozesses während der Zertifizierung. Zudem wurden die Felgen- und Reifengrößen für die Prüfung auf heute gängige Kombinationen aktualisiert. „Im Sinne einer hohen Transparenz soll die erfolgreiche Prüfung auf der Homepage des wdk veröffentlicht werden, sodass für alle Marktteilnehmer einsehbar ist, welche Maschine in welcher Konfiguration zertifiziert ist. Zudem hat der ASA-Verband vorgeschlagen, das wdk-Label für die Richtlinie 2.0 zu überarbeiten, um auch visuell die Zertifizierung nach dem neuen Standard zu signalisieren“, so Hoffmann. Foto: wdk KOMPAKT Bundesverband der Hersteller und Importeure von Automobil-Service Ausrüstungen e.V. Gudat Consulting ist neues Mitglied des ASA-Verbandes. Das in Bochum beheimatete Unternehmen beschäftigt 30 Mitarbeiter und entwickelt Softwarelösungen für die Digitalisierung der Serviceprozesse in Autohaus und Werkstatt. Das Dienstleistungsportfolio reicht von der Konzeption, Programmierung und Weiterentwicklung individueller Softwarelösungen über die Bereitstellung der passenden Serverarchitektur bis hin zur Gestaltung grafischer Benutzeroberflächen und Schulung der Mitarbeiter. WE4SALES aus Berg im Gau ist ebenfalls dem ASA-Verband beigetreten. Das Unternehmen importiert und vertreibt in Deutschland, Österreich und der Schweiz Bremsscheiben-Optimierungssysteme von Pro-Cut. Zudem bietet es den Service und Beratung rund um die Produkte an. Vom 31. Januar bis 2. Februar 2017 findet die Automechanika Jeddah in Saudi-Arabien statt. Erstmals wird es auf dieser Messe einen europäischen Gemeinschaftsstand geben. Er bietet Ausstellern eine noch bessere Unterstützung und zahlreiche Vorteile bei der Erschließung und beim Ausbau neuer Märkte. Nähere Informationen hierzu gibt es unter www.automechanikajeddah.com. KONTAKT Geschäftsstelle ASA Bundesverband Tel. 0 82 61/9 09 50-90 Fax 0 82 61/9 09 50-89 geschaeftsstelle@asa-verband.de www.asa-verband.de www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 29

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WERKSTATTTECHNIK Die Hersteller konzentrieren sich darauf, die Diagnose zukünftig noch komfortabler zu gestalten. Fotos: Marcel Schoch, ZDK/ProMotor BEST PRACTICE Quo vadis Diagnose? Die Fahrzeugdiagnose gehört ohne Zweifel zum Kerngeschäft der Kfz-Werkstätten. Entsprechend weit entwickelt sind heute die Diagnosegeräte. Doch wie kommt es zu neuen Trends und Entwicklungen? Ortstermin bei der Firma Lambla GmbH, einem Karosserie­ und Lackierfachbetrieb in Langenau. Der 1997 gegründete Meisterbetrieb mit heute 16 Mitarbeitern ist vor allem auf die Unfallinstandsetzung in der Schadensteuerung bei Pkw spezialisiert. Basis für dieses Kerngeschäft ist die digitale Schadensdiagnose und die Pkw­Karosserieinstandsetzung. „Bei allen in unseren Werkstätten durchgeführten Arbeiten benötigen wir KURZFASSUNG Diagnosegeräte-Hersteller sind im ständigen Kontakt mit Werkstätten. Wie dieser Prozess genau funktioniert, erklärt Klaus Schultheiß, Vertriebsleiter Deutschland bei WOW, am Beispiel der Firma Lambla GmbH, einem freien Kfz-Lackierfachbetrieb. AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 Diagnosegeräte, um nach Demontagearbeiten oder Reparaturen an der Karosserie oder im Glasbereich Sensoren neu zu kalibrieren oder zu justieren“, sagt Ottmar Lambla, Geschäftsführer der Lambla GmbH. Hinzu komme, dass man EN ISO 9001 (2008) zertifiziert sei. „Deshalb benötigen wir eine sehr leistungsfähige Mehrmarken­Diagnose, die auf dem neusten Stand ist.“ Ottmar Lambla hat hier vor allem die laufenden Kosten und die Qualität der Arbeit im Blick: „Jedes Fahrzeug, bei dem wir nicht selbst die Diagnose durchführen können, weil es zum Beispiel noch zu neu ist, muss in eine Markenwerkstatt gebracht werden. Das verursacht zusätzliche Kosten, die wir unseren Kunden in der Regel nicht in Rechnung stellen können.“ Um dieses, aber auch andere Probleme bei der Fahrzeugdiagnose zu lösen, hat sich Ottmar Lambla bei der Firma WOW Würth Online World GmbH in Künzelsau Unterstützung geholt. Feedback fließt ein „Da wir im ständigen Austausch mit freien Werkstätten über unseren Außendienst stehen, kennen wir die Bedürfnisse der Werkstätten hinsichtlich der Fahrzeugdiagnose sehr genau“, erklärt Klaus Schultheiß, Vertriebsleiter Deutschland bei WOW. „Bei der stetigen Verbesserung unseres Diagnosesystems der iQ­Serie fließt zudem das Feedback unserer Hotline mit ein, so dass wir es auf hohem Niveau halten können.“ Von essenzieller Bedeutung für die Fahrzeugdiagnose und die Zufriedenheit der Werkstattkunden steht hier auch zentral die Aktualität des www.autoservicepraxis.de

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Datenpools. „Wichtig ist es, den richtigen Mix aus Datenzukauf bei Fahrzeugherstellern und eigener Entwicklung zu finden. Darin liegt sicher das Geheimnis für eine aktuelle Diagnose, sodass unsere Kunden in der Regel schon wenige Monate nach Erscheinen eines Fahrzeuges die Diagnose daran durchführen können“, so Klaus Schultheiß. „Wenn es einen Trend gibt, den Datenpool noch weiter zu verbessern, dann diesen, die Zeit zwischen Modelleinführung und Bereitstellen der Daten weiter zu verkürzen.“ Plausible Reparaturvorschläge Ob ein Diagnosegerät von Werkstätten als gut beurteilt wird, hängt insbesondere bei neueren Fahrzeugmodellen auch davon ab, wie effektiv die Reparaturvorschläge des Gerätes sind. „Meldet zum Beispiel die Diagnose, dass die Lambda­Sonde nicht plausible Werte liefert, kann das eine Reihe von Ursachen haben“, erklärt Klaus Schultheiß. „Vom undichten Ansaugsystem über einen defekten Katalysator oder verstopften Luftfilter ist vieles möglich.“ Die Dockingstation ist gleichzeitig Ladestation. Modernste Akkutechnologie gewährleistet bei der iQ­Serie bis zu acht Stunden freies Arbeiten. Gibt dann das Diagnosegerät auch noch 20 oder 30 Reparaturlösungen vor, muss der Mechatroniker auf seine Erfahrung bauen, um möglichst schnell den richtigen Reparaturweg herauszufinden. „Schlägt das Gerät an erster, zweiter oder dritter Stelle die richtige Lösung vor, wird der Mechatroniker mit der Qualität seines Diagnosetesters sehr zufrieden sein“, so Klaus Schultheiß. „Steht die Lösung aber erst zum Schluss der Vorschlagsliste, ist er es meist nicht.“ Ein klarer Trend bei der Fahrzeugdiagnose ist es deshalb bei den Diagnosegeräteherstellern, die plausibelsten Lösungsvorschläge möglichst an erster Stelle der Vorschläge zu listen. Problem ist hierbei jedoch die nötigen Informationen über die erfolgreichsten Problemlösungen von den Werkstattkunden zu bekommen. „Wir nutzen daher das Feedback unserer Technischen Hotline und arbeiten zudem mit einem großen Kunden zusammen, der uns täglich mehrere Hundert Problemlösungen aus der Praxis meldet“, erklärt Klaus Schultheiß. „Hier bekommen wir die Informationen, um die plausibelsten und häufigsten Fehler im Fehlerranking ganz nach oben schieben zu können.“ Gleichzeitig bemüht man sich darum, die Erklärungen einfach und verständlich zu halten. „Versteht der Mechaniker die Erklärung nicht und muss zeitraubend nachrecherchieren, hilft nämlich auch das beste Fehlerranking nichts“, weiß Ottmar Lambla PJH20 LPL39X1 MDLS CRI LPL403MODX1 Sehen Sie Details und Farben wie bei Tageslicht Arbeitsleuchten mit realer Farbwiedergabe, entwickelt für Profis Philips MatchLine Arbeitsleuchten bieten Ihnen mit der neuesten Lumileds LUXEON® SMD LED-Technologie echtes weißes Tageslicht (6.000 K) für Ihre Arbeit. Sie können Ihre Lackierarbeiten erledigen, polieren, reinigen oder aufbereiten wie bei Tageslicht. Der hervorragenden Farbwiedergabe-Index von 92 und der integrierte Mattfilter zur gleichmäßigen Lichtverteilung ermöglichen eine klare und unverfälschte Farbdarstellung und somit optimale Arbeitsbedingungen. MatchLine www.philips.com/matchline

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WERKSTATTTECHNIK EURO DFT VERSUS KLASSISCHE DIAGNOSE Die Fahrzeugdiagnose ist auch zentrales Thema beim Zentralverband Deutsches Kfz­Gewerbe e. V. (ZDK) in Bonn. Das Euro DFT Diagnose­Tool soll zukünftig freien Werkstätten die Arbeit wesentlich erleichtern. Neofitos Arathymos, Geschäftsführer Technik, Sicherheit, Umwelt beim ZDK, nimmt Stellung zum Euro DFT und erklärt seine Vorteile. asp: Warum Euro DFT – die klasssische Diagnose leistet doch bereits sehr viel? N. Arathymos: Ja, Sie haben natürlich Recht mit Ihrer Aussage, dass die heutigen Mehrmarken-Diagnosesysteme bereits sehr viel leisten – aber sie leisten eben nicht alles, was ein Kfz-Betrieb heutzutage für die ordnungsgemäße Wartung und Reparatur von Kraftfahrzeugen benötigt. Das EuroDFT ist eine sinnvolle Ergänzung zum bestehenden Mehrmarken-Diagnosesystem, da mit dem Euro DFT alle – und AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 Neofitos Arathymos, ZDK­Geschäftsführer ich meine wirklich alle – Aufgaben im Kfz-Betrieb nach Herstellervorgaben durchgeführt werden können. asp: Wie tief geht die Diagnose mit Euro DFT? N. Arathymos: Es gibt einen Grundsatz und der lautet „Der Fahrzeughersteller stellt allen Werkstätten genau dieselben Reparatur- und Wartungsinformationen zur Verfügung, die er auch seinem autorisierten Servicepartner zur Verfügung stellt“. Das heißt, die Diagnose, das Flashen, Wartungspläne, Eintragungen in das digitale Serviceheft, Softwareupdates usw. sind ohne Limitationen möglich. asp: Welche Fahrzeuge sind abgedeckt? N. Arathymos: Zurzeit unterstützen wir mit dem Euro DFT fünf Fahrzeughersteller mit elf Marken; diese sind BMW und Mini, Daimler und Smart, VW, Audi, Seat und Skoda und natürlich auch Opel/ Vauxhall und Ford. Alle Kraftfahrzeuge dieser Marken werden unterstützt; sie müssen nur der Abgasnorm Euro 5 oder Euro 6 entsprechen. asp: Was ist mit älteren Fahrzeugen? N. Arathymos: Der ZDK hat mehrere Jahre auf europäischer Ebene mit vielen weiteren Verbänden den Zugang zu Reparatur- und Wartungsinformationen gefordert. Die Europäische Kommission hat mit der Euro-5- und Euro-6-Verordnung diese Forderung umgesetzt. Somit sind die Karten mit dieser Verordnung neu gelegt und der Zugang zu allen Reparatur- und Wartungsinformationen ist geöffnet worden. Aus diesem Grund beinhaltet das Euro DFT eigentlich nur die Kraftfahrzeuge nach der Euro-5- und Euro-6-Verordnung. Es gibt jedoch ein Aber. Viele Fahrzeughersteller stellen auch Reparatur- und Wartungsinformationen für ältere Kraftfahrzeuge, zum Beispiel der Euro-3- und Euro-4-Norm, zur Verfügung. In diesem Fall ist dann auch mit dem Euro DFT der Zugang möglich. Ich möchte nicht verschweigen, dass hierfür bestimmte Rahmenbedingungen bestehen. asp: Was kostet Euro DFT die Werkstatt? N. Arathymos: Der Preis hängt von vielen Faktoren ab. Unter www.eurodft.com kann der genaue Preis ermittelt werden. Das Euro DFT kann inklusive Wartungs- und Supportvertrag für unter 200 Euro (zzgl. MwSt.) pro Monat bei einer Laufzeit von 60 Monaten geleast werden. Somit rentiert sich das Euro DFT bereits für Werkstätten, die ein bis zwei Autos pro Monat in eine andere Werkstatt bringen müssen, weil sie die Arbeiten mit ihren Mitteln nicht selbst erledigen können. asp: Wie unterscheidet sich Euro DFT von der herkömmlichen klassischen Diagnose? N. Arathymos: Gar nicht! Damit meine ich, dass das Prinzip zur Durchführung der Diagnose nach dem gleichen Prinzip funktioniert. Jedoch ist der Funktionsumfang wesentlich größer. Ich kann erstmals das gesamte Kraftfahrzeug vollumfänglich diagnostizieren und nicht nur einzelne Steuergeräte. Weiterhin kann auch mit dem Euro DFT ein Softwareupdate durchgeführt werden. asp: Wo liegen die Vorteile von Euro DFT? N. Arathymos: Viele Vorteile habe ich Ihnen bereits genannt. Aber es kommt noch besser. Wir haben beim Euro DFT an alles gedacht. Nachdem der Kfz-Betrieb einen Euro DFT bestellt hat, werden für ihn alle Registrierungen durchgeführt, alle benötigten Softwarepakete der Fahrzeughersteller werden auf dem Rechner installiert und konfiguriert. Erst danach wird ein komplett betriebs bereites Gerät ausgeliefert. Der Kfz-Betrieb muss sich nur um Kleinigkeiten kümmern. Das System verfügt darüber hinaus über einen speziell darauf abgestimmten Antivirenschutz sowie über eine automatische Aktualisierung sämtlicher Softwarepakete auf dem Rechner. Letztere stellt stets die aktuelle Herstellersoftware zur Verfügung, ohne dass sich der Benutzer darum kümmern muss. Ich vergleiche das Euro DFT sehr oft mit einem 17er Schlüssel – der 17er Schlüssel kann jederzeit eingesetzt werden. Das Euro DFT soll genau diesen Anspruch erfüllen. von seinen Erfahrungen zu berichten. Der Trend zur Vereinfachung bei der Sprache umfasst aber auch die Mehrsprachigkeit der Diagnosegeräte. „Das WOW­ System ist in vielen Sprachen erhältlich. So kann der Anwender zum Beispiel eine türkische Version ohne weitere Kosten installieren und hat dann seine persönliche WOW­Version“, sagt Vertriebsleiter Klaus Schultheiß. Noch nützlicher wäre eine Funktion, bei der direkt während der Anwendung von der einen auf die andere Sprache umgeschaltet werden kann. „Wir haben im Betrieb, neben Italienern, auch Kroaten, Serben und türkische Mitarbeiter beschäftigt“, so Ottmar Lambla. „Trotz guter deutscher Sprachkenntnisse dieser Mitarbeiter wäre ein Umschalten von Deutsch in die jeweilige Landessprache bei Technik­ und Fehler­Erläuterungen ein sehr nützliches Feature, um Missverständnisse bei der Diagnose zu vermeiden.“ Hierzu Klaus Schultheiß: „Wir arbeiten zurzeit an Lösungen, denn die wahlweise Mehrsprachigkeit während des Einsatzes von Diagnosegeräten ist ein klarer Trend, dem sich zukünftig kaum ein Gerätehersteller verschließen kann.“ Verbesserungspotenziale Auch in Hinblick auf die Effizienz des Arbeitens mit Diagnosegeräten hat Ottmar Lambla Anmerkungen zur Leistungsfähigkeit einer guten Fahrzeugdiagnose. „Die Geräte müssen von der Menüführung leicht verständlich und gut ablesbar sein“, so Ottmar Lambla. „Ich erwarte nämlich, dass ein Lehrling am Ende seines ersten Lehrjahres bereits problemlos eine Diagnose an einem Kundenfahrzeug durchführen kann, ohne vom Meister ständig überprüft werden zu müssen.“ So sehen Ottmar Lambla und seine Mitarbeiter auch Verbesserungspotenzial bei der Ablesbarkeit der Bildschirmoberflächen. Besonders wenn Mitarbeiter mit dem Tablet draußen arbeiten müssen, reicht die Leuchtkraft und der Kontrast nicht aus, um den Bildschirm deutlich ablesen zu können. Hinzu kommt, speziell, wenn das Tablet gebraucht wird, dass ein Größerziehen der Schrift mit den Fingern meist nicht möglich ist. „Hierauf haben wir mit den neuen Geräten des iQ­Diagnosesystems (iQ 350 und iQ 400) bereits reagiert“, sagt Klaus Schultheiß. „Sie sind kontrastreicher, haben einen größeren Bildschirm, eine www.autoservicepraxis.de

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Dockingstation mit Ladestation und können bei Bedarf mit einer externen Tastatur angesteuert werden.“ Ottmar Lambla begrüßt vor allem auch die optionale externe Tastatur. Mit ölverschmierten Fingern an einer virtuellen Bildschirmtastatur zu arbeiten, hat uns in der Vergangenheit immer wieder vor große Herausforderungen gestellt“, schmunzelt der Werkstattchef. Fahrzeugdatenbank entscheidend Diagnosegeräte sind also bereits heute Alleskönner. Sie identifizieren selbständig über die VIN das Fahrzeug, führen einfachst Codierungen und Sensoreinstellungen durch, sind mit allen Geräten in der Werkstatt und mit der Buchhaltung verbunden und können bei Bedarf auch zur Teile­Bestellung verwendet werden. Auch haben die meisten Diagnosegeräte tiefgreifende on­ und/oder offline­Datenbanken, so dass es heute schon möglich ist, für beinahe jedes Fahrzeug, unabhängig ob Pkw, Kleintransporter oder Lkw, eine professionelle Diagnose mit einem Gerät durchzuführen. Trends und damit Weiterentwicklungen konzentrieren sich daher mehr auf die Handhabung, Bediensicherheit und Services der Geräte mit dem Ziel, die Arbeitsqualität weiter zu erhöhen und Arbeitszeiten zu verkürzen. Im Zentrum dieser Bemühungen steht auch der tiefgehende Ausbau der Fahrzeugdatenbank, wie das nebenstehende Interview mit Neofitos Arathymos vom ZDK bezüglich des neuentwickelten Euro DFT zeigt. Marcel Schoch ■ Exklusiv: „Die Zukunft der Diagnose“, Statements von ASA­Vizepräsident Harald Hahn im asp ePaper! Ottmar Lambla, Geschäftsführer der Lambla GmbH (links), lässt sich von Klaus Schultheiß von WOW in Sachen Diagnose beraten. Klarheit statt bla bla: 5 Jahre Garantie. Profis in der Kfz-Werkstatt brauchen keine leeren Versprechungen – sondern Qualität, auf die sie sich verlassen können. Deshalb gewähren wir registrierten Partnern 5 Jahre Garantie auf alle ContiTech Produkte für den Automotive Aftermarket. Jetzt registrieren: www.contitech.de/5 www.autoservicepraxis.de

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WERKSTATTTECHNIK AUTOMECHANIKA 2016 Werkstatt 4.0 statt 08/15 Augmented-Reality kann den Reparaturprozess unterstützen. Foto: Valeska Gehrke Die Leistungsschau für Werkstattausrüstung, Ersatzteile und Zubehör war in diesem Jahr noch internationaler. Im Mittelpunkt der Messe standen digitale Lösungen für den Kfz-Betrieb. illkommen in der Werkstatt von morgen oder besser: Welcome to „Tomorrow’s Service & Mobility“, wie es jetzt korrekt im Messesprech der Leitmesse für den „Independent Aftermarket“ heißen müsste. Denn die Automechanika war in diesem Jahr noch internationaler: 4.820 Aussteller aus 76 Ländern stellten in Frankfurt aus – wer hier nicht untergehen will, belegt am besten erstmal einen Englisch-Sprachkurs. Leitthema der Ausstellung war das Thema Digitalisierung. Die Branche bereitet sich auf die Welt der vernetzten Autos vor – das zeigte sich in allen Bereichen. Wenn das Auto künftig nicht nur mit anderen Autos und der Infrastruktur kommuni- Renn-Action am asp-Stand: Im Fahrsimulator konnten Besucher Rundenrekorde aufstellen. Foto: Patrick Neumann ziert, sondern auch mit der Werkstatt, müssen die Weichen für künftige Geschäftsmodelle jetzt gestellt werden. Eine Vorahnung der digitalen Zukunft konnten Besucher in Frankfurt erhalten. Die Hallen 8 und 9 waren traditionell wieder das Zentrum der Werkstattausrüster. Von großen Playern und langjährigen Wiederholungsausstellern wie Bosch, Maha oder AVL Ditest bis hin zu Erstausstellern wie Getac war alles vertreten. In Halle 9 zeigte Bosch – gefühlt auf der halben Hallenfläche – sein Produktportfolio. „Uns bewegt Digitalisierung“ war da groß auf einer Leinwand zu lesen. Die zunehmende Vernetzung in und um das Fahrzeug werde zu einer grundlegenden Verän- AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 www.autoservicepraxis.de

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Foto: Valeska Gehrke Foto: Alexander Junk Schaeffler bot Besuchern den Blick auf Produkte mittels Virtual-Reality-Technologie. ElringKlinger zeigte, wie Kundenschulungen der Zukunft durchgeführt werden. Bild links: Analyse des Hebebühneneinsatzes via App bei Maha Bild unten: Werkstattbetreuung „Smart Service 4.0“ von AVL Ditest Foto: Messe Frankfurt Foto: Alexander Junk www.autoservicepraxis.de 2016 • DANKE FÜR DAS GROßE INTERESSE A SSE AUF DER AUTOMECHANIKA 2016 • UF DER AUTOMECHANIKA 2016 • DANKE FÜR DAS GROßE INTERESSE AUF DER AUTOMECHANIKA 2016 • DANKE FÜR DAS GROßE INTERE BRAIN BEE EXPERT XL Diagnosesystem mit 10“ Tablett-PC IN ZUSAMMENARBEIT MIT VON EXPERTEN ENTWICKELT, MADE IN ITALY Interesse an einer Diagnose Schulung? Bitte kontaktieren Sie info.de@brainbee.com CLIMA 9000D-1234 mit Freigabe Daimler Konzern OMNIBUS800 Mit Freigabe vieler Markenhersteller, unter anderem Renault OF YOUR AUTOMOTIVE MADE IN ITALY B-PS TUTOR Geführte Online-Fehlerdiagnose B-PS TUTOR PLUS Ausbaustufe BPS-TUTOR CLIMA 1234-HO mit Freigabe nach dem Lastenheft der deutschen Kfz-Hersteller BRAIN BEE DEUTSCHLAND GMBH Tel 07424 /98 232-0 Email: info.de@brainbee.com • DANKE FÜR DAS GROßE INTERESSE AUF DER AUTOMECHANIKA 2016 • DANKE FÜR DAS GROßE INTERESSE AUF DER AUTOMECHANIKA

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WERKSTATTTECHNIK Foto: Dietmar Winkler Viele neue Anbieter in der Halle der Schmierstoffanbieter und alte Bekannte: Mittendrin der Stand von Liqui Moly mit dem gesamten Produktangebot in den Ausstellungsregalen derung in den Werkstätten und im Teilehandel führen, erklärte Uwe Thomas, Vorstandsvorsitzender des Bosch-Geschäftsbereichs Automotive Aftermarket, während der Pressekonferenz. „Wir haben unser Angebot rund um die Vernetzung konsequent ausgebaut. Vom Fahrzeug über die Werkstätten bis zum Handel“, so Thomas. Werkstätten könnten beispiels- weise mit Hilfe der Augmented-Reality- Anwendungen im Reparaturprozess unterstützt werden. Wichtige Zusatzinformationen, ob Texte, Anleitungen, Schaltpläne oder Multimedia-Inhalte werden ins reale Bild eingeblendet und erleichtern so die Fehlersuche. Mit der neuen Telematik-Lösung „Smart 4.0“ hat man auch in Halle 8 bei ASP-REDAKTEUR GEWINNT JOURNALISTENPREIS Auszeichnung für asp AUTO SERVICE PRAXIS: Fachredakteur Dietmar Winkler hat auf der Automechanika den renommierten Journalistenpreis „Wort und Werkstatt“ für seinen Beitrag „Jetzt spielen die Großen – Übernahmen im Teilemarkt“ in asp 12/2015 erhalten. Ebenfalls prämiert wurden Steffen Dominsky (Platz 1) und Torsten Schmidt (Platz 2). Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt, bezeichnete in seiner Ansprache den Journalistenpreis als „bedeutende Idee der Kfz-Branche“. „Wort und Werkstatt“ verfolge das Ziel, eine qualitativ hochwertige Berichterstattung über die Kfz-Werkstätten in deutschsprachigen Medien zu fördern. Insgesamt waren in diesem Jahr 41 Fachbeiträge eingereicht worden. Der Journalistenpreis, der seit 2006 jährlich vergeben wird, ist inzwischen zu einem festen Bestandteil der Automechanika geworden. Die auslobenden Unternehmen sind Werbas, Control- Expert und ZF Services. (pn/se) Preisübergabe (von li.): Tobias Feth, ControlExpert, Dietmar Winkler, asp (3. Platz), Harald Pfau, Werbas, Steffen Dominsky (1. Platz), Torsten Schmidt (2. Platz), Fabiola Wagner, ZF Services AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 Foto: Petra Welzel/Messe Frankfurt Armin Bolch (li.), Geschäftsführer Petronas Deutschland und Vertriebschef Sven Wentzien AVL Ditest auf Vernetzung gesetzt und den Automechanika Innovation Award 2016 gewonnen. Die prämierte Werkstätten- Betreuung behebe Probleme, bevor sie entstehen, erklärte Geschäftsführer Gerald Lackner in Frankfurt. Mittels Fernzugriff auf die Prüfgeräte wird der „State of health“ proaktiv kontrolliert und so etwa rechtzeitig prognostiziert, wann eine Komponente ausgetauscht werden muss. In der gleichen Halle präsentierte Maha auf seinem 1.500 Quadratmeter großen Messestand seine neue Zweisäulen-Hebebühnen-Familie Mapower II. Die Bühnen, repräsentativ im Spalier aufgebaut, gibt es mit elektromechanischem sowie mit elektrohydraulischem Antrieb. Dabei wurde das Design komplett überarbeitet und modernisiert. Der eigentliche Clou im Bereich Vernetzung ist auch hier die Internet-Anbindung. Bei Bedarf könne die Bühne selbstständig oder nach Aufforderung mit dem Servicedienstleister kommunizieren. Per Virtual Reality durchs Getriebe Digitalisierung war eines der großen Themen des Automobilzulieferers Schaeffler. Besucher konnten die Produkte des Herstellers mit der Virtual-Reality-Technologie erkunden. In einer simulierten Werkstatt wechselten die Besucher virtuell mit der Reparaturlösung „LuK RepSet 2CT“ eigenhändig eine trockene Doppelkupplung und steuerten ein Miniatur- Raumschiff durch das Innenleben eines Pkw-Motors, um mehr über die Motorenprodukte von INA zu erfahren. Ebenfalls im Fokus des Messeauftritts stand die Ser- Foto: Dietmar Winkler www.autoservicepraxis.de

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App-Lösungen fürs Auto wie hier von Drivelog machen Fahrdaten sichtbar. Foto: Dietmar Winkler vicemarke Repexpert. Werkstätten konnten sich an sechs Werkbänken über das Online-Portal informieren. Der Automobilzulieferer ElringKlinger zeigte, wie Kundenschulungen der Zukunft durchgeführt werden. Mit Virtual Classroom werden Schulungen am PC möglich. Chris Valasek vom Uber Advanced Technology Center sprach über Hackerangriffe auf Autos. Dafür muss nicht mal ein Programm installiert werden: Der Nutzer wählt sich direkt über einen Link auf der Homepage in das Schulungsprogramm ein und kann an der Präsentation teilnehmen. Im Rahmen der Roadshow „Connected Mobility“, ein neues Format der Messe Foto: Dietmar Winkler Frankfurt, sprach Key-Note-Redner und Jeep-Hacker Chris Valasek vom Uber Advanced Technology Center über die Schattenseite der Digitalisierung: er zeigte, wie leicht es für Hacker ist, Lenk- oder Bremssysteme von Fahrzeugen ganz außer Kraft zu setzen. V. Gehrke, A. Junk, D. Winkler ■ EGAL WAS KOMMT, SIE SIND VORBEREITET. SIE HABEN DIE MARKEN, WIR DIE PASSENDEN WERKZEUGE! Mit unserem Spezialwerkzeug-Programm haben wir die richtigen Werkzeuge für die Mehrmarkenreparatur parat. Kennen Sie schon unser professionelles Sortiment im Bereich der Kfz-Spezialwerkzeuge? Nein? Dann wird es höchste Zeit! Besuchen Sie uns unter www.wuerth.de/toolcompass und lernen Sie unsere Spezialwerkzeug-Zeitung TOOLCOMPASS kennen. Überzeugen Sie sich selbst von der Qualität, der Vielfalt und der Attraktivität unserer neuen Produkte. Und testen Sie ebenfalls unseren leistungsstarken Service rund um das Thema Spezialwerkzeuge! wirverstehenauto@wuerth.com Adolf Würth GmbH & Co. KG · 74650 Künzelsau T 07940 15-0 · info@wuerth.com · www.wuerth.de

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WERKSTATTTECHNIK AUTOMECHANIKA – DAT SilverDAT 3 asp AUTO SERVICE PRAXIS sprach mit dem Sprecher der DAT-Geschäftsleitung Jens Nietzschmann über die Messe-News. asp: Was ist neu an SilverDAT 3? J. Nietzschmann: Die SilverDAT gibt es jetzt seit über 25 Jahren. Heute gibt es neue Technologien, neue Anforderungen. Wir haben heute die Möglichkeit einer professionelleren Identifizierung von Fahrzeugen. Das hilft bei der Wertermittlung, bei der Kalkulation von Serviceleistungen, bei Restwertprognosen, oder denken Sie an das große Thema Schadenmanagement. Hier legen wir separat den SilverDAT Mietspiegel auf, der Preise, Klassen und den Nutzungsausfall darlegt. Das alles hat verschiedene Konsequenzen. Die Digitalisierung macht vieles papierlos. Durch die Echtzeitdaten sind heute verschiedenste Verknüpfungen möglich. Man kann also verschiedene Systeme gleichzeitig bedienen und über ein zentrales System abwickeln. asp: Was steckt hinter der Offerte TCO? J. Nietzschmann: Die DAT hat sich viel zu lange in diesem Geschäftsfeld nicht betätigt. Wir haben jetzt alle Daten so gebündelt, dass wir die exakten Fahrzeugkosten pro Kilometer für das einzelne Fahrzeug inklusive dessen Ausstattungskomponenten für die ersten sechs Jahre vorlegen können. Steuer, Versicherung, Benzin, Reparaturkosten und vor allem den größten Verlust, den Wertverlust. Daraus lassen sich nun verschiedenste Geschäftsmodelle denken. Wir liefern dazu das Fundament. asp: Servicebörsen. Man hört nichts? Fair- Garage? J. Nietzschmann: Sie ist zum Standard geworden. Alle unsere 16.500 Betriebe sind dort enthalten. Die Frage ist, wie der einzelne Betrieb mit den Inhalten umgeht. Man kann dort einzig im Branchenverzeichnis mit dabei sein. Man kann aber auch seine Stundenverrechnungssätze und Teilezuschläge eingeben. Oder individuelle Aktionsangebote erstellen. Wir haben da zahlreiche Anwender, die uns von zusätzlichen Internet-Monatsumsätzen zwischen 10.000 und 15.000 Euro berichten. Was die Branche da noch stärker nutzen sollte, ist die Technik, die dahintersteht. Zum Beispiel eine Verknüpfung mit der eigenen Website. Es kann sich da jedes Autohaus seinen Maßanzug schneidern und diesen jetzt aktuell mit der SilverDAT 3 ver binden. Für das Gebrauchtwagengeschäft im Jahr 2017 gab sich der DAT-Chef sehr zuversichtlich. hb ■ AUTOMECHANIKA – LOCO-SOFT C-Teile-Management Loco-Soft stellte auf dem Stand von Förch, einem Wettbewerber von Würth und Berner, vor, wie man C-Teile, auch Kleinteile genannt, professionell in Rechnungsansatz bringt. Die Zeiten, als man das pauschal mit zwei Prozent vom Rechnungsbetrag angab, sind vorbei. Aufgrund der eingelesenen Förch-Artikelstammdaten und der festgelegten Aufschlagsfaktoren erfolgt eine automatische Übernahme aus dem Dealer-Management-System in die Rechnungsstellung und wird dort im Detail ausgewiesen. Tim Kastenholz, Vertriebsleiter Loco-Soft, erläuterte asp AUTO SERVICE PRAXIS anhand einer Beispielrechnung, welcher Ertragswert im Schnitt dahintersteht. Kleinvieh macht eben auch Mist! Loco-Soft hat außerdem aktuell als neue Funktion die Verbuchung von Bonus und Verkaufshilfen vorgestellt. hb ■ AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 Tim Kastenholz, Vertriebsleiter Loco-Soft www.autoservicepraxis.de Fotos: Brachat

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AUTOMECHANIKA – SOFT-NRG Digitale Signatur Soft-nrg Development gehört zu den führenden Softwareanbietern rund um den Service. Schwerpunkt auf der Automechanika bildete das Thema Online-Terminvereinbarung, Dialogannahme per iPad sowie die digitale Signatur. Soft-nrg-Geschäftsführer Ralph Landwehr offeriert die Online-Terminvereinbarung als Standardprodukt, das sich in das einzelne Autohaus integrieren lässt. Der Kunde macht künftig seine Termine selbst. Dennoch, so auch bei der papierlosen Dialog annahme, ist es für zahlreiche Hersteller selbstredend, dass hier einheitliche Lösungen für die Gesamtorganisation zum Zuge kommen. Auch das gilt als Beispiel digitaler Vernetzung. Die elektronische Signatur ist als weiterer Fortschritt in den formellen Abläufen zum Kunden hin zu werten. hb ■ Soft-nrg-Vertriebsleiter Bernd Wallner (r.), Geschäftsführer Ralph Landwehr (M.) und Toralf Jöhrend, Vertriebsleiter Nord Die elektronische Signatur von Soft-nrg AUTOMECHANIKA – INCADEA Händler 4.0 www.autoservicepraxis.de Sieglinde Walz, Geschäftsleitung von Incadea Deutschland, präsentierte zusammen mit ihrem Team auf der Automechanika den „Händler 4.0“, ein futuristisches Showroom-Konzept für den Automobilhandel. Ziel ist es, für internetaffine Interessenten eine erlebnisreiche, emotionale und interaktive Kauferfahrung in digitalisierter Form herzustellen. Der Kunde soll das Auto individuell erleben können, z. B. in einem Einkaufszentrum – Shop-in-Shop-System – und wird dabei von einem Produktexperten begleitet. Der Interessent betritt den Showroom und berührt den Bildschirm. Ab diesem Zeitpunkt wird alles per Big-Data-Analyse in Echtzeit festgehalten. Incadea steht dazu in strate gischer Partnerschaft mit Microsoft. Das bedeutet, kommt der Kunde wieder oder schaltet er sich später von zu Hause aus zu, kann er auf alles (z. B. seine Konfiguration) zurückgreifen. hb ■ Sieglinde Walz, Geschäftsführung Incadea Deutschland, mit der „Leinwand“ des echten Fahrzeugs im Hintergrund Frischer Wind im Klimaservice AVL DiTEST ADS SERIE Klimaservice für höchste Ansprüche AVL DiTEST GmbH Würzburger Straße 152, D-90766 Fürth Tel.: +49 911 47 57-540, Fax: +49 911 47 57-477 www.avlditest.com FUTURE SOLUTIONS FOR TODAY

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WERKSTATTTECHNIK AUTOMECHANIKA Das Beste rausholen In Halle 11 fanden Automechanika-Besucher alles rund um die Themen Lackiertechnik, Kleinschadenreparatur, Klebetechnik und Zubehör. Ein Streifzug durch die Neuheiten. eit ist Geld. Das gilt vor allem für die Lackierbranche. Auf der diesjährigen Automechanika zeigten in der Halle 11 deshalb viele Hersteller von Werkzeugen und Zubehör rund um das Thema „Lackierung“ neueste Techniken zum effizienten Arbeiten. Von der Lackiervorbereitung über Kleinschadenreparatur bis zum perfekten Finish. Völlig staubfrei war der Stand von Festool. Zum einen, weil die Feinstaubbelastung und deren Vermeidung beim Schleifen eines der Themen des Wend- KURZFASSUNG Von der Lackiervorbereitung über Kleinschadenreparatur bis zum perfekten Finish – auch in diesem Jahr konnten sich Werkstattchefs wieder auf der Leitmesse Automechanika über neue Trends und innovative Produkte informieren. AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 linger Herstellers war, zum anderen weil die virtuelle Realität auf dem Stand Einzug hielt. Mit der VR-Brille gelangte man auf Knopfdruck in eine virtuelle Werkstatt, wo die Besucher verschiedene Arbeiten erledigen konnten. Natürlich nicht, ohne vorher das passende Werkzeug zusammenzustellen. Festool sieht die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter als wichtigen Bestandteil für profitables Arbeiten, ein für zehn Tage erkrankter Mitarbeiter kann nach eigenen Berechnungen einen Umsatzverlust bis zu 7.000 Euro bedeuten. Das hat Festool bei seinen Neuentwicklungen berücksichtigt, etwa beim Exzenterschleifer ETS-EC 150. Der wurde nicht nur auf Langlebigkeit, sondern auch unter ergonomischen Gesichtspunkten entwickelt. Er ist außerdem das einzige Gerät, das erkennt ob ein Absaugschlauch aufgesteckt ist oder nicht und läuft ohne Schlauch gar nicht erst an. Fotos: Dieter Väthröder, Festool Name ist Programm Die SATAjet-Lackierpistolen standen Pate für das Stand-Motto des Herstellers, der sich auf einem Flughafen des Jet-Zeitalters der 1960er-Jahre präsentierte und mit der SATAjet 5000 B Aviator gleich ein passendes Sondermodell im Pop-Art-Look präsentierte (erhältlich bis 31. Oktober 2016). Daneben das Modell „Phaser“, dessen edler Look in Anthrazit gemeinsam mit dem Porsche Design Studio entwickelt wurde. Beide Pistolen sind natürlich voll funktionsfähig und weisen alle Features des Topmodells 5000 B auf. Mit der neuen Tageslicht-LED-Leuchte wird die Farbtonbestimmung sicherer. Mit ihr trifft man auch unter schlechten Lichtverhältnissen in der Halle immer den richtigen Farbton, neu lackierte Oberflächen können sicher bewertet werden. Das vermeidet Ärger und teure Nachbehandlungen. Der neue „air cooler“ und „air warmer“ ergänzen das Atemschutzprogramm SATA air vision 5000. Zur Montage auf dem „air regulator belt“ vorbereitet und an den „air regulator“ angeschlossen, sorgen die Geräte für gekühlte oder vorgewärmte Atemluft (Markteinführung Anfang 2017). Neues aus der Kabine Effizienz und Ergonomie waren auch zentrale Themen in der Lackierkabine Taifuno vision von Wolf. Sie verfügt bereits über intelligente Steuerungstechnik für den optimalen Ablauf der einzelnen Prozessschritte, ein Düsensystem zur Verkürzung von Ablüft- oder Aufheizzeiten, das Red-Eye-System zur Überwachung des optimalen Trocknungsprozesses oder die spezielle LED-Technik mit Lichtsteuerung. Erstmals auf der Messe wurde die neue „Power Stage“ gezeigt, die das Fahrzeug in der Kabine um bis zu 30 Grad seitlich neigen kann und so zum Beispiel eine optimale Erreichbarkeit des Schwellers ohne Bücken ermöglicht oder die durchgehende Lackierung des Daches erlaubt. Ein einfaches Filterwechsel- www.autoservicepraxis.de

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Konzept sowie eine durchgehende Filterfläche in jeder Stellung sind weitere Vorteile. Die Power Stage kann in Kabinen mit einer Grubentiefe von einem Meter auch nachgerüstet werden. Läuft nur mit Schlauch: Exzenter ETS-EC 150 von Festool Designerstück als Hingucker im Betrieb: SATAjet 5000 B „Phaser“ www.autoservicepraxis.de Schneller glänzen Auch bei den Schleifmittelherstellern stand mehr Profit durch schnelleres Arbeiten im Vordergrund. Menzerna zeigte mit Super Heavy Cut Compound 300 eine extrem abrasive Politur mit maximaler Schliffentfernung und lang anhaltender Polierwirkung. Highlight ist mit „3 in 1“ eine Politur zur Schliffentfernung, Hochglanzpolitur und Lackversiegelung in einem Arbeitsgang. Wachsende Nachfrage veranlasst Menzerna außerdem seine Produktionskapazitäten durch den Neubau einer Produktions- und Lagerhalle um 50 Prozent zu steigern. Mit der Einführung der neuen Teroson Polituren auf der Automechanika wird das Henkel-Produktportfolio um einen weiteren wichtigen Baustein ergänzt. Für unterschiedliche Anforderungen in den KaLa-Betrieben wurde eine Klassik-, Universal- und Premium-Linie entwickelt. Letztere mit ihren drei Produkten Teroson WX 159, Teroson WX 178 und Teroson WX 189 ermöglicht durch die Kombination von Schleif- und Polierschritt in einem für die Werkstätten eine Zeitersparnis von 30 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Poliersystemen. Weitere Innovationen im Bereich der Karosseriereparatur ist der 2K Polyurethan-Schaum Teroson PU 9161 zur Unterfütterung von Karosserieblechen. Zur Unterfütterung dünner Metallsubstrate wurde Teroson MS 222 entwickelt und kann bei Dachreparaturen, Hauben, Seitenwänden etc. zum Einsatz kommen. Bei der Reparatur von neuen Panoramadächern ermöglicht dieses Produkt die perfekte Ergänzung zum Hochleistungs-Klebstoff für Karosserie-Reparatur Teroson EP 5065. Die part GmbH zeigte mit den Sika- Produkten schnelle Lösungen zur Kunststoffreparatur. Mit SikaPower-2955 geklebte Kunststoffteile sind nach zehn Minuten schleifbar. Neu: die Powercure- Klebepistole zum schnellen und exakten Auftrag von Scheibenklebern. Das SprayMAX-System der Peter Kwasny GmbH eignet sich durch den Einsatz von Aersol-Spraydosen vor allem für die Kleinschadenreparatur und spart bis zu 50 Prozent Prozesskosten gegenüber einer konventionellen Reparaturlackierung mit Sprühpistole. Die 2K-Technologie bringt Lack und Härter in eine Dose. Auch Grundierungen und Füller sind erhältlich. Hände reinigen Makra stellte seinen Auftritt unter das Motto „Sicherheit und Schutz“ für Mensch und Umwelt und am Arbeitsplatz. Zur Handreinigung bei starker Verschmutzung beinhaltet die Waschpaste SensiEconut Reibemittel aus gemahlenen Walnuss-Schalen statt Kunststoff-Micropartikel. Der bekannte Universalreiniger Ecolution wird durch den Boden- und Werkstattreiniger Evo Hot sowie den Insektenreiniger Insect Clear ergänzt, die beide in Kürze das EU- Ecolabel erhalten. Dieter Väthröder ■ Rückenfreundlich lackieren mit der Power Stage von Wolf ERFAHRUNG JETZT IN IHREM ANGEBOT Die neue Brembo Produktlinie Xtra ist sofort an ihren speziellen Bohrungen zu erkennen. Diese verbinden spannende Optik mit exzellenter Leistung und sie sorgen für bestes Ansprechverhalten unter allen Witterungsbedingungen. Nur Brembo kann auf über 50 Jahre Partnerschaft mit den renommiertesten Autoherstellern und Rennteams zurückblicken. Diese Erfahrung stellen wir Ihnen zur Verfügung.

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WERKSTATTTECHNIK AUTOMECHANIKA CARWASH Reduziertes Waschergebnis Weniger Aussteller, kleinere Stände – die Waschbranche zeigte sich in Frankfurt deutlich reduziert. asp AUTO SERVICE PRAXIS fand trotzdem einige Neuheiten und interessante Lösungen für das Waschgeschäft. Nilfisk brachte mit der B5-Technologie neue modulare Lösungen für SB-Betreiber nach Frankfurt. s hatte fast etwas von Wochenmarkt-Atmosphäre. Während früher auf dem großen Freigelände der Automechanika die Branchengrößen auf ihren über 1.000 Quadratmeter großen Ständen sämtliche Waschanlagenmodelle in Aktion zeigten, Bürsten rotierten, duftende Sprühnebel über das Gelände waberten und die Trockner rauschten und so fast Jahrmarkt-Stimmung aufkam, ging es in diesem Jahr eher beschaulich zu. Die CarWash-City ist zum Dorf geschrumpft und stand entlang der „Hauptstraße“ zwischen Halle 9 und 11 Spalier. Zur Freude KURZFASSUNG Weniger Aussteller, kleinere Stände, trotzdem gab es interessante Neuheiten. Einige Hersteller zeigten Lösungen für das Waschgeschäft speziell in Autohaus oder Werkstatt, andere hoben das Wascherlebnis mit LED-Beleuchtung in den Vordergrund. AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 aller nur eine Übergangslösung, in zwei Jahren zieht die Branche in die neue Halle, die aktuell auf dem ehemaligen Freigelände gebaut wird. Die verbliebenen Aussteller – viele haben sich von Frankfurt verabschiedet und präsentieren sich nur noch auf Fachmessen wie der Tankstelle und Mittelstand in Münster sowie der Uniti Expo in Stuttgart – waren im Gegensatz zur Standsituation mit der Zahl der Besucher und der Qualität der Gespräche sehr zufrieden. Die Internationalität der Besucher, über 60 Prozent kamen aus dem Ausland, macht für die Branchengrößen den Messeauftritt unverzichtbar. Geschäftsmodell Autohaus WashTec konzentrierte sich in diesem Jahr auf die Autowäsche im Autohaus als Zusatzgeschäft und Frequenzbringer. „Wir helfen dabei, das Waschgeschäft im Autohaus noch profitabler zu gestalten, indem wir nicht allein die Waschanlage betrach- Fotos: Väthröder, Junk, Istobal ten, sondern über Geschäftsmodelle sprechen“, so Thomas Brenner, Leiter Marketing & Sales Support bei WashTec. „Mit dem richtigen Konzept kann ich mit Autowäsche richtig Geld verdienen.“ Der Messestand als „Profit Station“ beleuchtete deshalb alle möglichen Situationen, von der Restfläche, auf die noch ein SB- Waschplatz passt, über Business-Konzepte für die Portal-Anlage bis hin zur Aufwertung der Waschstraße. Pistolen und Lanzen Dazu zeigte WashTec auch entsprechende technische Lösungen, etwa die SoftCare Pro Classic Race, mit der eine Schnellwäsche in nur dreieinhalb Minuten möglich ist, etwa für die eigene Service-Wäsche. Für den Kundenverkehr lassen sich natürlich höherwertige Programme mit der lackschützenden ShineTecs-Chemie von WashTec-Tochter Auwa programmieren oder gar der Schaumvorhang „Foam Sensation“ mit LED-Beleuchtung zur Steigerung des Wascherlebnisses installieren. Zum Business-Plan gehören außerdem innovative Bedienkonzepte wie Drive-in (Kunde bleibt im Auto sitzen), Wash&Pay (Zahlen nach der Wäsche) oder iWash mit benutzerdefinierter Programmwahl. Kärcher zeigte in Frankfurt zwei auch für Autohäuser und Werkstätten interessante Neuheiten. Die neue Easy-Force- Hochdruckpistole haben wir bereits in asp 7-8 ausgiebig vorgestellt. Sie erleichtert durch die Verlegung des Auslösegriffs an den Handballen vor allem länger dauernde Reinigungsarbeiten mit dem Hochdruckstrahler, da statt Fingerkraft jetzt der Rückstoß des Wasserstrahls den Auslöser betätigt. Die weiteren Verbesserungen, wie das Keramik-Abschaltventil oder das neue Trapezgewinde, sorgen für längere Haltbarkeit und einfacheres Handling. Wer eine CB 3-Portalanlage betreibt oder die Anschaffung plant, kann ab Frühjahr 2017 das „Vorwaschmodul onboard“ nachrüsten oder optional mitbestellen. Es www.autoservicepraxis.de

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besteht aus Hochdrucklanze, Schlauch und Schlauchtrommel, wird direkt seitlich am Portal angebracht und an die Hochdruckpumpe des Portals, optional auch an das Chemiedosiersystem, angeschlossen. Das Zubehör lässt sich so zur Hallenreinigung, als Vorwäscher oder als Vorsprühgerät einsetzen, ohne in zusätzliche Geräte investieren zu müssen. Modulare Lösungen Nilfisk präsentierte die neue B5- Technologie für SB-Waschanlagen. Ausgelegt auf zwei bis neun Waschplätze bestimmt der Betreiber jeden Parameter der Technikcontainer- Waschanlage individuell nach seinem Bedarf, so etwa die Heizleistung, den Wasserbedarf oder die Osmosekapazität. Bestehende Anlagen können durch die modulare Bauweise problemlos erweitert oder auf die neue Technik umgerüstet werden. Als Spezialist für Hochdruckzubehör zeigte R+M/Suttner interessante Neuheiten im Bereich Hochdrucklanzen. Um eine vollflächige Unterbodenwäsche auch an SB-Anlagen zu ermöglichen, hat man das Unterbodenstrahlrohr ST-97.1 entwickelt. An einem abgewinkelten Strahlrohr kann der Anwender eine auf Kunststoffrollen geführte Achse mit integrierten Flachstrahldüsen unter das Fahrzeug führen, um so den Unterboden zu reinigen. Eine weiche Ummantelung des Rohres verhindert Schäden an der Karosserie. Die Premiere: Istobal brachte das neue Flaggschiff M´NEX32 mit zur Messe. neue Waschbürstenlanze turbofoam365+ erzeugt durch einen neuen Luftinjektor, der deutlich mehr Luft ansaugt als herkömmliche Injektoren, mehr und länger anhaltenden Schaum für bessere Reinigungsergebnisse. Istobal brachte als einziger Hersteller eine komplett neue Portalanlage mit. Das neue Flaggschiff heißt M´NEX32 und zeigt neben dem modernen Design eine Vielzahl technischer Neuheiten, die vor allem an den Problemstellen das Waschergebnis verbessern. Dem Trend der Zeit folgend, hat auch dieses Portal jetzt einen „Infinite Mousse Arch“, also einen LED-beleuchteten Schaumfall zur Vorwäsche. Der neue patentierte Radwäscher „Multi-disk wheel wash“ dringt mit acht kleinen separaten Zusatzgeschäft und Frequenzbringer: WashTec legte den Fokus auf die Autowäsche im Autohaus und zeigte Möglichkeiten für ein profitables Waschgeschäft. Rundbürsten in alle Zwischenräume moderner Alufelgen. Die Chemie dazu kommt aus der neuen Esens- Xtract-Dosiereinheit, wo bis zu acht Produkte als Superkonzentrat aus einfach aufzusteckenden 2-Liter- Flaschen exakt dosiert werden. Anzeigen aus bis zu drei LED-Bildschirmen, neueste SPS-Steuerung von Siemens und eine patentierte neue Wasserbatterie gehören ebenfalls zur neuen Anlage. Die M´NEX32 ist mit Waschhöhen von 2,30, 2,50 und 2,70 Meter sowie Waschbreiten von 2,50 und 2,70 Meter erhältlich. Außerdem neu: die SB-Anlage „n´joy experience“ mit Duft, Musik und LED- Licht mit Farbwechsel, auch als Motorrad- oder Fahrrad-Waschbox, sowie das Fernüberwachungssystem Istosmart. Detailarbeit Christ arbeitete an Detailverbesserungen und rüstet den Schaumvorhang Foam Splash mit einem Abtropfblech aus, das nachträglich Fleckenbildung verhindert. Maxi Flex plus erlaubt eine Schrägstellung der Seitenwalzen im Heckbereich um 25 Grad zur Reinigung schwer zugänglicher Stellen. Das dreistufige Turbo Dry-Trocknergebläse dosiert den Luftstrom je nach zu trocknender Stelle von Eco bis Turbo. Der Wheel-Master ermittelt sensorisch Radgröße und Achshöhe, verfährt dann horizontal und vertikal und trifft so Räder aller Größen immer optimal. Dieter Väthröder ■ Ab 2017 verfügbar: das „Vorwaschmodul onboard“ an Kärchers CB3. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 43

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WERKSTATTTECHNIK AUTOMECHANIKA Warm-up-Talks am Messestand Infobörse an der Rennstrecke – asp AUTO SERVICE PRAXIS hat am Messestand Experteninterviews zu den Themen Schadenmanagement, Reparaturfinanzierung und Kundenbeziehungsmanagement veranstaltet. ei den Warm-up-Talks am Messestand von AUTOHAUS und asp AUTO SERVICE PRAXIS sowie der Jobbörse autojob.de konnten sich Automechanika-Besucher auf spannende Experten-Vorträge, bayerische Brotzeit und erfrischende Drinks freuen. Zu Gast waren TÜV-SÜD-Experte Ralph Sander, der Auskunft zum komplexen Thema Schadenmanagement im Autohaus gab, Axel Berger, Vorstandsvorsitzender der CarGarantie (Thema: Kundenbeziehungsmanagement) und Marco Bentrup, Leiter Vertriebsbereich West bei der Bank11 in Neuss (Thema: Reparatur-Finanzierung). Wir haben die schönsten Eindrücke vom Messestand in Frankfurt festgehalten. diwi asp-Chefredakteur Ralph M. Meunzel (l.) erörterte mit Ralph Sander, Gebietsverkaufsleiter Baden- Württemberg der TÜV SÜD Auto Service, die Vorteile eines professionellen Schadenmanagements für Autohäuser und Werkstätten. Foto: Dietmar Winkler Professionelles Schadenmanagement zahlt sich aus Die Reparatur von Unfallschäden bietet für Kfz-Werkstätten ein attraktives Umsatzpotenzial. Mit der Instandsetzung allein ist es aber nicht getan. „Professionelles Schadenmanagement zahlt sich für Autohäuser und Werkstätten aus. Wer weiß, welche Leistungen abgerechnet werden dürfen, muss Kürzungen durch den Versicherer AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 Am Messestand informierte die TÜV SÜD Auto Service GmbH über das Thema Schadenmanagement. Für Werkstätten und Autohäuser bietet TÜV SÜD ein modulares Dienstleistungspaket. Ralph Sander: „Versicherer versuchen durch systematische Abschläge bei Haftpflicht- und Kaskoschäden ihr defizitäres Kfz- Geschäft zu entlasten.“ nicht hinnehmen“, sagte Ralph Sander, Gebietsverkaufsleiter Baden-Württemberg der TÜV SÜD Auto Service GmbH im Gespräch mit Ralph M. Meunzel. Versicherer versuchten durch systematische Abschläge bei Haftpflicht- und Kaskoschäden ihr defizitäres Kfz-Geschäft zu entlasten. Viele Betriebe akzeptierten diese Vorgehensweise. „Das signalisiert dem Versicherer, dass hier kein Widerstand zu erwarten ist und so werden auch beim nächsten Fall entsprechend Kürzungen gemacht“, warnte Sander. Für Werkstätten, die in die professionelle Schadenabwicklung einsteigen wollen, bietet TÜV SÜD ein modulares Dienstleistungspaket. diwi Fotos: Dietmar Winkler www.autoservicepraxis.de

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Fahrzeuggarantien stärker bewerben Die Fahrzeuggarantie als Kundenbindungsinstrument bietet weiterhin Potenzial. Denn immer noch werden ein Drittel der Gebrauchtwagen ohne Garantie verkauft. „Wir sind jetzt 45 Jahre im Markt und inzwischen liegt der Anteil bei zwei Drittel der Gebrauchtwagen. Das ist eine positive Gesamtentwicklung, aber wir sind noch nicht am Ziel“, erklärt Axel Berger, Vorstandsvorsitzender der CarGarantie, anlässlich des Warm-up-Talks von AUTO- HAUS und asp AUTO SERVICE PRAXIS auf der Automechanika. Dabei sollten Händler ihre Gebrauchtwagen schon aus Eigenschutz mit zwölf Monaten Gebrauchtwagengarantie im Bereich der gesetzlichen Gewährleistung ausstatten. „Interessant wird es aber gerade bei längeren Laufzeiten“, so Berger im Gespräch mit Chefredakteur Ralph M. Meunzel. Denn jeder Endverbraucher, der einen Gebrauchtwagen kaufe, habe die Sorge, dass mit dem Fahrzeug etwas nicht in Ordnung sei. Mit einer Garantieverlängerung als Leistungsbestandteil des Fahrzeugs könne der Händler dem Kunden die Bedenken nehmen. Dabei sei der Verkauf der Garantieverlängerungen nicht einfach, betonte der Experte. Die Mitarbeiter sollten miteinbezogen und beispielsweise mit Provisionen motiviert werden. Denn der Endverbraucher lege zwar viel Wert auf Garantie, aber der Begriff werde eher als Qualitätsaussage aufgefasst. Berger: „Jeder will Garantie, möchte sie aber nicht kaufen.“ In anderen Gruppenbild am Stand (v.l.): Patrick Neumann (asp/AUTOHAUS) zusammen mit Axel Berger, Dr. Marcus Söldner und Ina Berger (alle CarGarantie) sowie Ralph M. Meunzel (asp/AUTOHAUS) Fotos: Valeska Gehrke Bereichen hingegen, beispielsweise bei Elektrogeräten, würden Anschlussgarantien sehr professionell und hochpreisig vermarktet. „Davon könnte sich der Handel etwas abschneiden.“ Berger rät, direkt beim Verkauf eine zweijährige Garantie als Option mitanzubieten, damit der Kunde auch zum Service kommt, um das Qualitätsversprechen aufrechtzuerhalten. „Bei unseren Garantien bringen 89 Prozent der Kunden das Fahrzeug zur Reparatur in das verkaufende Autohaus“, so der Firmenchef. Dann gelte es dranzubleiben. vg ■ ControlExpert-Geschäftsführer Gerhard Witte (rechts) mit Ralph M. Meunzel, Chefredakteur asp/AUTOHAUS Axel Berger, Vorstandsvorsitzender CarGarantie (l.), erklärte die Bedeutung von Fahrzeuggarantien als Kundenbindungsinstrument. Das Thema Kundenbindung weckte das Interesse von vielen Messebesuchern auf der Automechanika. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 45

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WERKSTATTTECHNIK Hebel für mehr Ertrag Wie die Kreditvergabe für Reparaturen ganz unkompliziert ablaufen kann, war das Thema beim dritten Warm-up-Talk am Messestand. Kfz-Betriebe, die mehr Ertrag erwirtschaften möchten, sollten sich die Reparatur-Finanzierung EvoRepair der Bank11 einmal näher ansehen. „Unsere Reparatur-Finanzierung ist günstig, persönlich und händlernah“, sagt Marco Bentrup, Leiter Vertriebsbereich West bei der Bank11 im Gespräch mit asp-Redakteur Patrick Neumann beim Warm-up-Talk am Messestand. Mit EvoRepair haben Werkstätten und Servicebetriebe laut Bentrup zudem die Möglichkeit, mehr Teile und Zubehör zu verkaufen. Auch die Abwanderung der Kunden zu anderen Werkstätten ließe sich durch Reparaturfinanzierung verringern. Ein Vorteil bei EvoRepair sei die einfache Kreditvergabe: Der Serviceberater kann innerhalb von zwei Minuten die Finanzierung auf einer Webseite anfordern. Im Gegensatz zur Konkurrenz sei dafür kein Login notwendig und es werden nur elementare Angaben wie Namen und Anschrift des Kunden sowie sein Geburtsdatum benötigt. Ein weiterer Vorteil: Der Serviceberater muss den Point of Sale dafür nicht verlassen. Nach erfolgreicher Validierung ist es nur eine Sache von wenigen Minuten, bis der Finanzierungsvertrag maschinell erstellt und dem Serviceberater per Mail zugestellt wird. Diesen kann er dann ausdrucken. Die EvoRepair- Marco Bentrup (Bank 11): „Unsere Reparatur- Finanzierung ist günstig, persönlich händlernah.“ Reparatur-Finanzierung wird von der Bank11 für 24 Monate zinsfrei angeboten. 25 Euro muss die monatliche Tilgung mindestens betragen, maximal wird ein Betrag von 4.000 Euro gewährt. Außendienst-Mitarbeiter der Bank11 stehen zudem bereit, um Serviceberater in Kfz-Betrieben vor Ort zu schulen. Darüber hinaus unterstützt die Bank11 die Kfz- Betriebe mit entsprechendem Werbematerial. Der Gebietsleiter empfiehlt einen Hinweis direkt am Point of Sale anzubringen. Aber auch beim Zubehör wie Reifen, Dachboxen und Fahrradanhängern ist Werbung für EvoRepair gut aufgehoben. Produkte sollten laut Bentrup mit der niedrigen EvoRepair-Tilgungsrate von 25 Euro ausgezeichnet werden – so wie es auch die Elektronikmärkte vormachen. Die EvoRepair-Reparaturfinanzierung wächst laut Bentrup stetig. Mittlerweile gebe es auch Betriebe, die beispielweise die Finanzierung als Flatrate für Serviceinspektionen inklusive HU nutzen. „So etwas bindet den Kunden natürlich ungemein“, freut sich Bentrup. aj ■ Fotos: Alexander Junk Marco Bentrup, Leiter Vertriebsbereich West bei der Bank11 in Neuss, beantwortete die Fragen von Patrick Neumann (asp/AUTOHAUS) ... AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 ... und im weiteren Verlauf von so manchem Messebesucher, der sich für das Thema Reparaturfinanzierung interessierte. www.autoservicepraxis.de

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PRODUKTE Foto: Heni DIAGNOSE-COMPUTER Robuste Tablets Getac, Hersteller von robusten Computern, Tablets und Handhelds, präsentierte erstmals auf der Automechanika seine Produkte. Das Unternehmen ist auf Anwendungen im Automotive-Bereich spezialisiert und zeigte in Frankfurt beispielsweise die Notebooks der Reihe S410 sowie die Tablets F110, T800 und RX10. Dabei richten sich die Entwicklungen stets nach den Anforderungen der Branche: „Die Wünsche unserer Kunden sind absolut unterschiedlich. Während die einen nach einer robusteren Version ihrer bisherigen Alltagsgeräte suchen, sind die anderen auf einen hohen Grad an Individualisierung angewiesen. Hier rüsten wir Foto: Piusi WERKSTATTEINRICHTUNG Immer ein voller Akku In Werkstätten befinden sich häufig viele elektronische und akkubetriebene Geräte. Um diese einerseits sicher zu verwahren und andererseits während der Nichtnutzung aufzuladen, bietet Niemayer jetzt spezielle E-Schließfachschränke an. Das Besondere: Die einzelnen Fächer sind mit integrierter Stromversorgung in Form einer zweifach 230V-Steckdose ausgestattet. Somit können elektronische Geräte – ob Tester, Laptop, Tablet oder Kamera – ganz bequem aufgeladen werden. Gleichzeitig beispielsweise spezielle Hardwarekomponenten mit zusätzlichen Kommunikationsschnittstellen und anderen eigens entwickelten Technologien aus“, so Chris Bye, Automotive Sector Director EMEA. Im Diagnosebereich spielt dabei neben langen Akkulaufzeiten und verfügbaren Schnittstellen auch die Robustheit der Endgeräte und damit die Eignung für den Werkstattalltag eine große Rolle. Die Getac-Geräte sind daher für Einsatzbedingungen mit Staub, Feuchtigkeit oder starken Temperaturschwankungen ausgelegt und dank Thin- und Light-Technologie trotzdem sehr dünn und leicht, so der Hersteller. Das Multi-Touch-Display, das ADBLUE Sicher befüllen Das italienische Unternehmen Piusi stellte auf der Leitmesse in Frankfurt unter anderem seine neue Adblue-Lösung Delphin Pro vor. Das Gerät übernimmt die automatische Befüllung aktueller Fahrzeuge mit Adblue. Durch den vollständig automatischen und einfachen Einfüllmechanismus sei die Anwesenheit eines Technikers nicht erforderlich, so Piusi. Der Universal-Ausgabeanschluss am Tank sei an allen Fahrzeugtypen einsetzbar. Das Unternehmen sind sie sicher verwahrt. Denn jedes Fach verfügt über ein Zylinderschloss mit zwei Schlüsseln. Die robust verschweißte Stahlblechkonstruktion der Schränke eigne sich ideal für den rauen Werkstattalltag, heißt es bei Heni. Lieferbar ist der Schrank wahlweise mit acht oder zwölf E-Schließfächern, die jeweils 400 x 400 x 500 Millimeter groß sind. vg ■ Helmut Niemeyer GmbH www.heni.de Foto: Getac auch mit Handschuhen bedienbar sei, lasse sich auch im direkten Sonnenlicht gut ablesen. vg ■ Getac Technology GmbH www.getac.com setzt dabei beim Delphin Pro auf ein geschlossenes System, das eine eventuelle Verschmutzung der Flüssigkeit ausschließen und eine lange Lebensdauer des Katalysators gewährleisten soll. Zudem werde damit das Austreten von Dämpfen und die Entstehung von störenden Gerüchen beim Befüllvorgang vermieden. vg ■ Piusi S.p.a. www.piusi.de www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 47

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TÜV SÜD-AKTUELL Fragen an ... Philip Puls, Leiter Technische Prüfstelle für den Kfz-Verkehr Bayern Welche Erfahrungen macht TÜV SÜD bei der Einbindung der Bremsprüfstände mittels ASA-Livestream? TÜV SÜD ist gut vorbereitet und bindet in den nächsten Monaten im Rahmen der Umund Nachrüstungen seiner Prüfstellen mit modernen Bremsprüfständen gemäß der Richtlinie von 2011 den ASA-Livestream mit an. Die ersten sechs Prüfstellen wurden im Rahmen eines Piloten in der Region Sachsen erfolgreich angebunden. Die Prüfer in diesen Prüfstellen nutzen den Livestream bereits aktiv und wir sammeln damit erste Erfahrungen über die Zuverlässigkeit des ASA-Livestream sowie über die Robustheit unseres internen Netzwerkes, inklusive der Funkverbindungen. Viele Werkstätten klagen aber, dass die Anbindung ihres Bremsprüfstandes nicht richtig funktioniert. Was sagen Sie diesen Betrieben? Während wir schon eigene technische Lösungen der Anbindung in unseren Prüfstellen umsetzen, ist die Anbindung in den Prüfstützpunkten, also in den Werkstätten, wesentlich vielschichtiger und differenzierter zu betrachten. Die gute Nachricht ist, dass jeder Prüfstützpunkt, der seine Prüfstände gemäß der Richtlinie über die Beschaffenheit von Bremsenprüfständen von 2011 umrüstet, damit auch erst mal grundsätzlich die Anforderungen dieser Richtlinie erfüllt. Welche Hausaufgaben müssen nun gemacht werden, damit die Anbindung der Prüfstände bis 2020 problemlos funktioniert? Um die entsprechende Verordnung in dem verbleibenden Zeitfenster bis zum Jahr 2020 in den Werkstätten umzusetzen, ist es notwendig, dass sich alle Beteiligten, die Überwachungsinstitutionen, das Handwerk, sowie die Werkstattausrüster intensiv austauschen, um standardisierte und vor allem machbare technische Lösungen für die flächendeckende Nutzung des ASA-Livestream zu entwickeln. AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 Foto: TÜV SÜD BREMSPRÜFSTÄNDE Detailfragen sind noch offen Die 2011 veröffentlichte „Bremsprüfstandsrichtlinie“ stellt bestimmte Anforderungen an die Bauart neuer Bremsprüfstände. Vorgegeben wird beispielsweise der Rollendurchmesser der Prüfrollen oder der Reibungskoeffizient der Rollenbeschichtung. Alle Geräte, die nach dem 01.10.2011 installiert wurden, müssen diese Vorgaben bereits erfüllen. Für ältere Prüfstände gibt es eine Übergangsfrist bis 31.12.2019, in der sie nachgerüstet werden können. Spätestens ab 01.01.2020 müssen alle Bremsprüfstände unter anderem auch mit einer Datenschnittstelle für die Hauptuntersuchung (HU) ausgestattet sein. Über die so genannte ASA-Livestream-Schnittstelle soll es den Prüfgesellschaften möglich sein, mit einem Notebook während der Bremsenprüfung Daten auszulesen. Die manuelle Eingabe der Daten aus der Bremsprüfung kann damit entfallen. In der Praxis kommt es noch zu Problemen bei der Nutzung des ASA-Livestream. Das Zusammenspiel von Prüfstand, HU- Adapter und Software der Prüfgesellschaften läuft nicht reibungslos. Werkstätten, die ihren Bremsprüfstand bereits nachgerüstet haben, müssen nun feststellen, dass sich der Prüfingenieur nicht wie vorgesehen mit dem Prüfstand verbinden kann. Das Problem: In der Richtlinie ist nicht im Detail festgelegt, wie der ASA-Livestream in den Werkstätten für den Prüfer technologisch vorgehalten werden muss. Bis auf das „äußere“ Erkennungsmerkmal der ASA-Fähigkeit eines Bremsprüfstandes, eine RJ45 Datenschnittstelle, sind viele technische Spezifikationen, wie zum Beispiel das Datenübertragungsprotokoll oder die Kombinationen von verschiedenen Funkkomponenten, wie beispielsweise WLAN Router und deren Konfigurationen, nicht geklärt. Die physische Anbindung an das Produktivsystem des Prüfingenieurs macht es notwendig, dass der Bremsprüfstand aus dem bestehenden Werkstatt-Netzwerk herausgenommen und wieder neu mit dem Netz des Prüfingenieurs verbunden werden muss. Dieser Prozess ist nicht nur umständlich, sondern auch technisch eine große Herausforderung. Viele Netzwerke insbesondere in größeren Werkstätten oder Werkstattketten, die mit einem Dealer Management System (DMS) arbeiten, sind aus Gründen des Datenschutzes zudem nach außen hin abgesichert. Die Einbindung eines Systems einer Prüforganisation in ein derart gesichertes Hausnetzwerk wird daher gar nicht erst zugelassen. Foto: TÜV SÜD TÜV SÜD kann den ASA-Livestream in den eigenen Prüfstellen bereits anbieten. www.autoservicepraxis.de

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CLASSIC CARS Jetzt nochmal checken Klassiker benötigen besondere Pflege – dann kommen die Lieblingsstücke gut über den Winter. Die Saison der 350.000 Oldtimer hierzulande geht zu Ende. Der ideale Zeitpunkt, um die Schmuckstücke noch einmal zu überprüfen. TÜV SÜD-Experten können hier wertvolle Tipps geben. „Stoßdämpfer, Getriebeöl und Hohlräume sind Punkte, die man alle paar Jahre genauer unter die Lupe nehmen sollte“, rät Matthias Gerst, Oldtimerexperte von TÜV SÜD. Die letzten Ausfahrten der Saison eignen sich prima dafür, die Technik im Fahrbetrieb zu betrachten. Diesen Themen sollte besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden: ■ Stoßdämpfer sollten auf Dichtheit überprüft werden. ■ Öl: Auch wenn das Wechselintervall für Motorenöl längst nicht erreicht ist, lohnt sich die Investition. Im Betrieb bilden sich Säuren und andere aggressive Stoffe, die Metallteile und Dichtungen angreifen. Oldtimer kommen mit dünnen Ölen wie 0W-30 schlecht zurecht und ältere Dichtungen leiden oft unter synthetischem Schmierstoff. Auch die korrekte Füllmenge ist wichtig. Das stellt sicher, dass alle Zahnräder und Lager auch während des Stillstands optimal versorgt sind. ■ Rost: Alle paar Jahre sollte die Hohlraumversiegelung untersucht werden. Das gilt besonders für Fahrzeuge mit selbsttragender Karosserie, damit also für die meisten Nachkriegsmodelle, aber auch für ältere Fahrzeuge in Rahmenbauweise. Die Versiegelung muss unbeschädigt und intakt sein, sonst droht Korrosion. ■ Batterie: Empfehlenswert sind Ladegeräte, die den Ladezustand automatisch prüfen und nur bei Bedarf tätig werden. Foto: TÜV SÜD AUTOMECHANIKA 2016 Infos zu Schadenmanagement Auf der Leitmesse für Werkstattausrüstung, Teile sowie Management und Services gab TÜV SÜD Einblicke in das professionelle Schadenmanagement. Im Rahmen der „Warm-up-Talks“ am Stand von asp AUTO SERVICE PRAXIS und AUTOHAUS beantwortete Ralph Sander, Gebietsverkaufsleiter Baden-Württemberg der TÜV SÜD Auto Service GmbH Fragen zum Schadenmanagement im Interview mit asp-Chefredakteur Ralph M. Meunzel. Im Mittelpunkt standen neben den Services von TÜV SÜD Praxistipps für den Alltag in Werkstätten und Autohäusern. Den ausführlichen Bericht lesen Sie in dieser Ausgabe ab Seite 44. Personalie Peter Reiter-Machoi ist neuer CFO bei TÜV SÜD Auto Plus am Standort Leinfelden-Echterdingen Peter Reiter-Machoi hat zum 1. September 2016 die Aufgaben des Chief Financial Officers (CFO) bei TÜV SÜD Auto Plus am Standort Leinfelden-Echterdingen übernommen. Von 2009 bis 2013 war Peter Reiter-Machoi als CFO für die TÜV SÜD Automotive GmbH in Garching zuständig und verbrachte die letzten zweieinhalb Jahre in Istanbul, Türkei. Seine zentrale Aufgabe war der Aufbau einer Shared Service Organisation (SSO) für das Cluster Türkei, das aus den drei Einheiten TÜV SÜD TGK, TÜV SÜD Bursa und TÜV SÜD D-Experts besteht. Vor Ort betreute er außerdem ein Projekt für MAN Truck & Bus, bei dem Rücknahmegutachten für Busse und Lkw in zahlreichen Ländern erstellt wurden. Als CFO von TÜV SÜD Auto Plus und der Business Unit Car Business Services (CBS) ist er Ansprechpartner in allen kaufmännischen Belangen national wie international. In der CBS sind Services außerhalb des klassischen Kfz-Geschäfts wie Hauptuntersuchungen und Führerscheinprüfungen gebündelt. Das Spektrum reicht von Fahrzeugrücknahmen und -bewertungen über Schadenmanagement, Fahrzeugaufbereitung und Händlerberatung bis hin zum Zulassungsservice. TÜV SÜD-Kontakt TÜV SÜD Auto Service Philip Puls Tel. 0 89/57 91-23 20, Fax -23 81 philip.puls@tuev-sued.de TÜV SÜD Auto Partner Thomas Gensicke Tel. 0 7 11/72 20-84 73, Fax -84 88 thomas.gensicke@tuev-sued.de Zentraler Vertrieb Tel. 07 11/7 82 41-246 vertrieb-as@tuev-sued.de Foto: TÜV SÜD www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 49

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BETRIEBSPRAXIS ONLINE-ZUKAUFSPLATTFORMEN Fischen im Klaren Wer Gebrauchtwagenhandel betreibt und eine der neuen Online-Plattformen für den Zukauf nutzen will, sollte die Geschäftsmodelle kennen. Neue Onlineplattformen für Vermarktung und Zukauf von Gebrauchtwagen sind in letzter Zeit auf dem Markt aufgetaucht und werben damit, das Gebrauchtwagengeschäft zu vereinfachen und einen umfangreichen Pool an Fahrzeugen zu bieten. Für Betriebe, die auch im Gebrauchtwagenverkauf aktiv sind und die Möglichkeiten des neuen Online-Marktes gewinnbringend für ihren Zukauf nutzen wollen, ist es wichtig, sich vorher gründlich zu informieren. Dazu gehört auch, die Geschäftsmodelle der verschiedenen Anbieter in Augenschein zu nehmen. Tritt die Plattform als Händler auf oder ist sie als Vermittler aktiv? Fallen Gebühren oder Provisionen an? Da diese Modelle auf den ersten Blick AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 oft nicht erkennbar sind, hat asp AUTO SERVICE PRAXIS recherchiert und stellt die vier bekanntesten Platt formen mit ihren Hauptmerkmalen vor. Auto1.com Die Firma mit Sitz in Berlin versteht sich als Automobil-Großhändler, der jedes Fahrzeug selbst bewertet, ankauft und dann exklusiv an mittlerweile mehr als 25.000 registrierte Autohändler und Werkstätten verkauft. Werkstätten können sich registrieren, wenn im Gewerbenachweis ausdrücklich Kfz-Handel mit aufgeführt wird. Einmal registriert, bekommt man einen festen Ansprechpartner aus der Bestandskundenbetreuung, der rund um das Thema Zu- und Abverkauf betreut. Fotos: Ben Chams/Fotolia Alle Fahrzeuge werden durch Kfz-Experten geprüft und eventuelle Schäden ausführlich und transparent dokumentiert. Die aktuell über 10.000 Gebrauchtwagen stammen zum einen aus der Ankaufsplattform für privat genutzte Fahrzeuge „Wirkaufendeinauto.de“, zum anderen von Partnerhändlern, Leasinggesellschaften und Autobanken. Für 2016 hat sich das Unternehmen ein Jahresziel von 250.000 gehandelten Fahrzeugen gesetzt, das es nach eigenen Angaben wahrscheinlich übertreffen wird. Das neueste Produkt von auto1.com heißt „Null-Risiko-Bestand“. Registrierte Kfz-Händler können Gebrauchtwagen, die sie über die Online-Plattform europaweit zukaufen, bargeldlos und für die ersten 90 Tage zinsfrei in ihrem Bestand führen. Für diese neue Lösung arbeitet das Unternehmen mit dem langjährigen Kooperationspartner Bank11 zusammen. Die Finanzierungslinien beginnen bei 50.000 Euro und sind – je nach Bonität des Händlers – flexibel erweiterbar. Auto1. com übernimmt in den ersten 90 Tagen die Zinszahlungen. Bei Nichtverkauf des Fahrzeugs innerhalb dieser Frist hat der Händler ein Rückgaberecht. Es gibt keine Anmelde-, Mitgliedsoder Gebotsgebühren sowie Provisionen und es werden auch keine Mindestabnahmemengen gefordert. Erworbene Fahrzeuge werden für einen einheitlichen Tarif von 150 Euro (netto) aus den Auto1.com- Logistikzentren zum Käufer gebracht. Carebid Carebid mit Zentrale in Tönisvorst vermittelt Gebrauchtwagen im Bieterverfahren an registrierte Händler. Das Unternehmen bezieht seine Angebote von circa 60 Autohäusern und Autohausketten, Flottenvermarktern und Fuhrparkbesitzern – und ist somit rein im B2B-Geschäft tätig. Carebid verfügt über einen permanenten Bestand von 100 bis 150 Fahrzeugen pro Woche. Zwei Mal pro Woche gibt www.autoservicepraxis.de

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es neue Angebote. Die Gebrauchtwagen unterzieht Carebid vor Ort einer Sichtprüfung und einem sorgfältigen Check. Mängel und Schäden werden beschrieben und auf Fotos dargestellt. Auf Wunsch wird ein Gutachten erstellt. Die Einlieferer sind national aufgestellt, die Käufer international vertreten. Wenn die Registrierung mit den entsprechenden Dokumenten erfolgt ist, kann auf die Autos geboten werden. Kfz- Werkstätten können sich nach Angaben des Unternehmens ebenfalls problemlos registrieren. Durch ein Ampelsystem sieht der Käufer, ob er mit seinem Gebot im „grünen Bereich“ ist. Nach erfolgreichem Zuschlag am Ende der Auktion kann der Händler mit einem Abholschein das Auto vor Ort abholen. In der Regel sind die Gebrauchten drei Tage eingestellt. Kosten entstehen auf Käuferseite keine. Für Verkäufer gibt es eine Eingabe- und Auflösungsgebühr, die von den eingelieferten Stückzahlen abhängig ist und mit durchschnittlich 130 Euro pro GW zu Buche schlägt. KURZFASSUNG Aktiver Zukauf von Gebrauchtwagen belebt das Geschäft. Am Markt tummeln sich neue C2B- und B2B-Plattformen, die einfaches Handling und attraktive Angebote versprechen. Die vier bekanntesten Anbieter im Vergleich. Dealerdirect Die Dealerdirect-Gruppe, vertreten in den Niederlanden, Belgien und Deutschland, ist ein reiner C2B-Vermittler an gewerblich tätige Händler nach dem Bieterprinzip. Freie Kfz-Werkstätten können sich genauso registrieren. Stimmt der Verkäufer dem Gebot zu oder ist sein gewünschter Verkaufspreis erzielt, bekommt der entsprechende Händler den Zuschlag. Der Kaufvertrag wird zwischen privatem Verkäufer und Autohändler geschlossen. Über die Plattform werden die Kontaktdaten zwischen beiden Vertragsparteien ausgetauscht, Händler können angeben, ob sie die Autos abholen oder vom Verkäufer geliefert bekommen wollen. Die Bezahlung des Fahrzeugs erfolgt meist in bar vor Ort bei Übergabe. Sein Angebot bezieht Dealerdirect über länderspezifische C2B-Ankaufsplattformen, in Deutschland über „ichwillmeinautoloswerden.de“. Derzeit sind in den drei Ländern etwa 11.000 Autohändler registriert und haben Zugang zu über 2.000 Fahrzeugangeboten täglich. In Deutschland haben bis Ende Juni 2016 cirka 2.500 Händler über das Dealerdirect-Portal Gebrauchtwagen angekauft. Dealerdirect informiert detailliert über eventuelle Mängel am Fahrzeug, die die Verkäufer online dokumentieren oder im Telefongespräch mit den Autospezialisten benennen. Es gibt keine Werkstatt-Überprüfung. Sollten bei der Übergabe des Fahrzeugs Mängel auftreten, die der Verkäufer nicht angegeben hat, hat der Händler das Recht, einen anderen Kaufpreis vorzuschlagen oder vom Kauf zurückzutreten. Das Bieten ist kostenfrei, für die Kaufvertrags-Vermittlung zahlt der Händler einen prozentualen Anteil am Kaufpreis. Easyautosale Easyautosale ist eine Vermittlungsbörse für Gebrauchtwagen ausschließlich an Autohändler. Seit 2015 gehört die Plattform zu Auto Scout24 und ist voll in das Unternehmen integriert. Sowohl über die Website von easyautosale als auch über den „Expressverkauf “ bei Autoscout24 können private und gewerbliche Verkäufer kostenlos ihre Fahrzeuge inserieren. Registrierte Händler finden hier einen schnell wechselnden Pool von durchschnittlich 300 bis 500 Gebrauchtwagen. Durch konfigurierbare Suchaufträge werden die Händler in Echtzeit über Neuerscheinungen auf dem Laufenden gehalten. Jedes Fahrzeugangebot wird manuell auf Plausibilität und Qualität überprüft, bevor es in die Vermarktung gelangt. Die Angaben der Verkäufer sind dabei beim Verkauf verbindlich. Um die Qualität des Händlernetzwerks sicherzustellen, verlangt Easyautosale von Kfz-Händlern und -Werkstätten, die sich für den Zukauf registrieren, die Erfüllung bestimmter Kriterien. Dazu gehört der Nachweis des Gebrauchtwagenhandels als Haupterwerb sowie ein durchgängig wechselnder Bestand von etwa 20 Fahrzeugen. Im Registrierungsprozess werden außerdem stichpunktartige Leumundsprüfungen und ein Check von Kundenbewertungen des Händlers im Netz v orgenommen. Die Registrierung ist kostenlos. Aktuell sind ca. 1.400 Händler für den Zukauf angemeldet. Im Verkaufsprozess gibt der Händler verdeckt sein Maximalgebot ab. Für die Verkaufsentscheidung spielt neben der Gebotshöhe auch die Bewertung eines Händlers eine wichtige Rolle. Die Fahrzeuge sind im Schnitt ein bis fünf Tage online. Kosten fallen für den Käufer lediglich bei erfolgreichem Kauf eines Fahrzeugs an. Diese sind nach der Höhe des Fahrzeugpreises gestaffelt und reichen von 159 bis 599 Euro. Ab einem Kaufpreis von 30.000 Euro werden 2 Prozent davon als Provision berechnet. Andrea Haunschild ■ Ein Gruß der hilft! Bestellen en Sie jetzt Weihnachtskarten zur Unterstützung der Aktion Kinder-Unfallhilfe e.V. Klappkarten arten im 10er Set 12¤ „Hase“ gleich online bestellen „Rentier“ „Pinguin“ www.kinderunfallhilfe.de „Fuchs“ Aktion Kinder-Unfallhilfe e. V. | Heidenkampsweg 102 | 20097 Hamburg | info@kinderunfallhilfe.de | Telefon: 040 23606-4209

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BETRIEBSPRAXIS BEST BRANDS 2016 Vernetzt mit System Loco-Soft hat bei den „Best Brands 2016“ in der Kategorie „Dealer Management Systeme“ den ersten Platz belegt. Welche Faktoren neben dem Image dazu geführt haben, offenbart eine Spurensuche. Fotos: Loco-Soft, AUTOHAUS Anwenderservice und hohe Erreichbarkeit sind zwei Leistungen, mit denen Loco-Soft im Wett bewerb der DMS-Anbieter punkten kann und kontinuierlich gewachsen ist. Für Geschäftsführer Ralf Koke legen diese mit weiteren Diensten das Fundament für ein nachhaltiges Image, das sich über die Jahre aufgebaut hat. Kernelemente sind insbesondere die Möglichkeiten und Wege, die den Kunden für Weiterbildung, Fragen und Anregungen rund um das Dealer Management System (DMS) zur Verfügung stehen – von der Hotline, den Seminaren und Webinaren sowie Vor führungen und Installationen durch den Außendienst inklusive Bericht, der stets bis zur Geschäftsleitung geht, über Händlerverbandstagungen und Herstellerveranstaltungen bis hin zu Anwenderbesuchen der Geschäfts- und Entwicklungsleitung und die Begleitung der Installationen durch die Programmierer vor Ort. Das A und O ist AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 dabei der persönliche Kontakt, den 47 Mitarbeiter im Vertrieb gewährleisten und den aufgrund des Wachstums künftig vier weitere Mitarbeiter verstärken sollen. BEST BRANDS 2016 Bereits zum zweiten Mal haben sich die Magazine AUTO HAUS und asp AUTO SERVICE PRAXIS mit Hilfe ihrer Leser auf die Suche nach den beliebtesten Marken der Kfz-Branche gemacht. Die telefonische Befragung „Best Brands“, durchgeführt vom Marktforschungsinstitut puls, ermittelte auf der repräsentativen Basis von 900 AUTOHAUSund asp-Lesern die Anbieter mit dem besten Image in insgesamt zwölf Produktgruppen und drei Gesamtsieger über alle Sparten. Gefragt wurde zuerst allgemein nach dem Image einer Marke, außerdem wurde das Markenbild nach den Faktoren „Preis-Leistungs- Verhältnis“ und „Qualität“ differenziert. Sieger in der Sparte „Dealer Management Systeme“ wurde in diesem Jahr Loco-Soft. Gepaart mit der Prämisse „gute und zuverlässige Betreuung der Bestandskunden vor Neukundengewinnung“, gezielten Akquise-Aktionen und wöchentlichen Wolfgang Börsch (r.) und Ralf Koke mit der 2016er-Best-Brands-Trophäe www.autoservicepraxis.de

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Update-Bereitstellungen ohne Mehrkosten plus einer offenen Kommunikation beispielsweise via Homepage, Social Media & Co, mündet dies in Empfehlungen von Händler zu Händler und einem Netto-Zuwachs von rund 100 Autohäusern pro Jahr auf mittlerweile ca. 2.500 Kfz-Händler in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Als Koke vor 17 Jahren die Geschäftsführung antrat, waren es lediglich rund 600 gewesen. Kundenorientierte Ausrichtung Der Geschäftsführer hat die bisherige Strategie und künftige Stoßrichtung daher kürzlich in einem Dankes- und Motivations-Brief an die Mitarbeiter zusammengefasst: „Mein Ziel ist es, dass wir für uns ein Arbeitsumfeld erhalten und weiter ausbauen, in dem wir weiterhin erfolgreich wachsen und sich jeder entwickeln kann. Besonders gefällt es mir, dass wir dies nicht auf Kosten unserer Kunden tun, sondern unseren Anwendern ein Top- Produkt zu Top-Konditionen mit einem Top-Service bieten. Je besser, kreativer und effektiver wir arbeiten, desto sicherer ist auch unsere Zukunft und desto zufriedener sind unsere Anwender!“ Stabiles DMS als A und O Damit es überhaupt zur Mund-Propaganda als Instrument zur Gewinnung und Bindung von Kunden kommt, muss folglich eines stimmen: die Produktqualität. „Bei der Technik zählt die Zuverlässigkeit. Das System muss stabil laufen und die internen Prozesse unterstützen, damit die Kundschaft im Autohaus schnell und sicher bedient werden kann“, sagt Koke. „Zudem müssen die Funktionalitäten verständlich sein, die Bedienung einfach und durchgängig vonstatten gehen und es darf nur eine einmalige Datenerfassung notwendig sein.“ Dies geht wiederum einher mit der Evolution der Software. Loco-Soft gestaltet diese in einem Mix aus Impulsen von außen wie den Vorgaben von Herstellern/Importeuren und Kunden als auch internen Verbesserungs- und Erweiterungsvorschlägen durch Beobachtungen in den Betrieben vor Ort. Koke ergänzt: „Dabei wird auch die Nachhaltigkeit bei der Softwareentwicklung großgeschrieben. Denn umständliches Programmieren würde bei den Kunden und bei uns Energie binden sowie Zeit und Kapazitäten kosten. Daher achten wir auf Effizienz und Effektivität, um Ressourcen zu schonen.“ Konstante Preise Zugleich muss das Preis-Leistungs- Verhältnis im Lot bleiben. Koke betont hierzu: „Wir haben seit 1988 die gleichen Preise, gibt es da noch Fragen? Das gilt sowohl für die Schulungen als auch für das Produkt. Und die Leistungen für das Produkt haben sich in dieser Zeit ver-xfacht.“ Den Grund schickt er direkt hinterher: „Unsere Preise müssen zu unserer Zielgruppe passen und bei Umsatzrenditen von um ein Prozent wollen wir unseren Anwendern nicht das letzte Geld aus der Tasche ziehen.“ Ein weiteres Argument, das bei den Händlern für eine Nutzung des DMS sprechen dürfte – und das seinen Teil zum Sieg bei den Best Brands 2016 beigesteuert haben dürfte! Annemarie Schneider ■ TOHA Automobil- Vertriebs GmbH Deutschland LÖSUNGEN FÜRS AUTOHAUS-MANAGEMENT Der DMS-Anbieter Loco-Soft betreut von seinem Stammsitz in Lindlar und seit 2010 auch von Salzburg aus über die österreichische Tochter Loco-Soft Austria seine Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit insgesamt rund 50 Mitarbeitern. Die meisten sind in der Zentrale beschäftigt, wo Gründer Diplom-Ingenieur Wolfgang Börsch vor gut 28 Jahren mit dem DMS Loco-Soft gestartet ist. Das System auf Basis von Windows-Technologie wird ferner von einem kassenund systemgestützten Scanner-System flankiert und permanent weiterentwickelt. Jüngste Neuerungen sind die automatische Verbuchung von Boni und Verkaufshilfen sowie die scannergestützte Lösung zur Verwaltung von C-Teilen. Das Unternehmen ist für folgende 17 Marken empfohlen und zertifiziert: Alfa Romeo, Bent ley, Chevrolet, Citroen, Fiat, Hyundai, Jeep, Kia, Lada, Opel, Peugeot, Renault, Seat, Skoda, SsangYong, Subaru und Suzuki. Zudem ist Loco-Soft Spezialist für Daihatsu, Ferrari, Ford, Honda, Iveco, Jaguar/Land Rover, Mazda, Maserati, Nissan, Saab und Volvo sowie freie Werkstätten wie 1a-Autoservice, für die es Schnittstellen gibt. Derzeit wird Toyota ausgebaut. Loco-Soft-Geschäftsführer Ralf Koke: „Unsere Preise müssen zu unserer Zielgruppe passen.“

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BETRIEBSPRAXIS AUTOHAUS PULSSCHLAG Hohe Investitionsbereitschaft Im Vorfeld der Automechanika 2016 hatte unsere Schwesterzeitschrift AUTOHAUS erfragt, wie die Investitionsbereitschaft im Handel ist und wer in welche Art von Werkstattausrüstung investieren will. Die wirtschaftliche Situation im Aftersales-Geschäft ist in Summe derzeit sehr gut. Die Werkstattauslastung liegt weiterhin auf einem hohen Niveau, obwohl die Werkstattaufträge insgesamt seit Jahren rückläufig sind. Dennoch ist das Servicegeschäft weiterhin der wichtigste Ertragsbringer im Autohaus. Die Investitionsbereitschaft ist deshalb weiterhin hoch. Laut der August-Befragung im Rahmen des AUTOHAUS puls- Schlag planen 53 Prozent der Autohäuser, in den kommenden sechs Monaten in Werkstattausrüstung zu investieren, 14 Prozent sind noch unschlüssig (Grafik 3). Bei den Autohäusern mit deutschen Premiummarken sind 65 Prozent bereit für Investitionen in die Werkstatt (Grafik 4). 30 Prozent der Panelteilnehmer planen eine Investition zwischen 5.000 und 10.000 Euro (Grafik 5), knapp ein Fünftel wollen mehr als 50.000 Euro ausgeben. Alle aktuellen Ergebnisse und die Möglichkeit zum Download sowie zur Abo-Bestellung unter: www.autohaus.de/pulsschlag Vor allem bei größeren Händlern und Betrieben mit Premiummarken ist die Investitionsbereitschaft höher (Grafiken 6 und 7). Eingekauft werden sollen vor allem Werkzeuge, Hebetechnik und Ausrüstung für den Klimaservice (Grafik 8). 30 Prozent der Befragten wollten sich auf der Automechanika über die neueste Technik informieren (Grafik 1). Ralph M. Meunzel ■ 1 INFORMATIONS-QUELLEN Wie informieren Sie sich über Werkstattausrüstung? Besuche vom Außendienst der Anbieter Fachzeitschriften Empfehlungen des / der Autohersteller 57 % 56 % 54 % 47 % Online Automechanika Werkstattkataloge im Internet 30 % 28 % 42 % Hausmessen der Teilegroßhändler 21 % Newsletter der Anbieter/Teilegroßhändler 17 % Printausgabe 14 % Mehrfachnennungen möglich! AUTOHAUS PULSSCHLAG Der AUTOHAUS pulsSchlag wird mit Unterstützung der Santander Consumer Bank erstellt. Der AUTOHAUS pulsSchlag basiert auf einer monatlichen Online-Befragung von AUTOHAUS in Kooperation mit puls Marktforschung. Markenhändler und Händler ohne Vertriebsvertrag werden monatlich in einem fixen Teil zur konjunkturellen Entwicklung ihres Geschäfts befragt. Im variablen Teil geht es immer um ein hochaktuelles Thema. Das Jahres-Abo (12 digitale Ausgaben des AUTOHAUS pulsSchlag) kostet 58,74 € (inkl. MwSt. 69,90 €). 2 EINKAUFS-QUELLEN Wo beziehen Sie Ihre Werkstattausrüstung? Werkstattausrüstungshandel 79 % Serviceorganisation des Automobilherstellers Direktbezug bei Werkstattausrüstungshersteller 51 % 62 % Online-Shops 25 % Mehrfachnennungen möglich! Foto oben: Karin & Uwe Annas - Fotolia; Grafiken: AUTOHAUS pulsSchlag 08/2016, puls Marktforschung AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 www.autoservicepraxis.de

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3 INVESTITIONSPLÄNE Planen Sie in den kommenden sechs Monaten im Bereich Werkstattausrüstung zu investieren? Ja 53 % 33 % Nein 14 % We iß nicht 7 INVESTITIONSHÖHE NACH MARKENGRUPPE In welcher Höhe sind Investitionen geplant? Deutsche Premium- Hersteller Deutsche Volumen- Hersteller Große Import- Fabrikate Kleine Import- Fabrikate 12 % 12 % 18 % 35 % Antwort: „Mehr als 50.000 Euro“ Mittelwert: 19 % Basis: Betriebe, die Investitionen im Bereich Werkstattausrüstung planen 4 INVESTITIONSPLÄNE NACH MARKENGRUPPEN 8 WOFÜR INVESTIERT WERDEN SOLL Planen Sie in den kommenden sechs Monaten im Bereich Werkstattausrüstung zu investieren? Deutsche Premium- Hersteller Deutsche Volumen- Hersteller 49 % 65 % 37 % 19 % 17 % 14 % In welchem Bereich planen Sie Investitionen? Werkzeuge Hebetechnik Klimaservice 40 % 51 % 49 % Große Import-Fabrikate Kleine Import-Fabrikate 58 % 58 % 36 % 34 % Fahrzeugdiagnose Fahrwerkstechnik 39 % Ja Nein Weiß nicht 5 INVESTITIONSHÖHE EDV (Hardware) EDV (Software) 23 % 23 % In welcher Höhe sind Investitionen geplant? Reifenservice 22 % Bis zu 5.000 Euro 5.000-10.000 Euro 10.001-25.000 Euro 25.001-50.000 Euro Mehr als 50.000 Euro 30 % 23 % 19 % 19 % Bremsenreparatur 16 % Karosserie-Instandsetzung 14 % Umwelttechnik 10 % Lackierung 3 % Mehrfachnennungen möglich! Basis: Betriebe, die Investitionen im Bereich Werkstattausrüstung planen Basis: Betriebe, die Investitionen im Bereich Werkstattausrüstung planen 6 INVESTITIONSHÖHE NACH HÄNDLERGRÖSSE In welcher Höhe sind Investitionen geplant? Bis 100 NW - Kleine Händler 101 - 250 NW - Mittelgroße Händler 251 - 500 NW - Große Händler Über 500 NW - Sehr große Händler 14 % 17 % 42 % 9 ZUFRIEDENHEIT MIT WERKSTATTAUSRÜSTUNG Wie zufrieden sind Sie mit der Qualität Ihrer Werkstattausrüstung / Gerätschaften? Sehr zufrieden 15 % Zufrieden 84 % Weniger zufrieden Unzufrieden 0 % Antwort: „Mehr als 50.000 Euro“ Mittelwert: 19 % Basis: Betriebe, die Investitionen im Bereich Werkstattausrüstung planen www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 55

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BETRIEBSPRAXIS WEBAUFTRITT Modernisierung im Netz In der Region Gladbeck haben die Auto-Fachleute der GKK Kfz-Werkstatt GmbH einen ausgezeichneten Ruf. Mithilfe von „web4business“ überzeugen die Gladbecker jetzt auch durch einen modernisierten Internet-Auftritt. igentlich haben die GKK Geschäftsführer Klaus Eickmeier und Gregor Horstmann mit Internetpräsenzen wenig am Hut: Zehn Mitarbeiter sorgen in drei Hallen an sieben Hebebühnen dafür, dass Kunden aller Marken schnell und zuverlässig versorgt werden. Bis zu 15 Fahrzeuge aus dem Einzugsgebiet Gladbeck, Gelsenkirchen und Bottrop laufen so täglich durch den Betrieb. „Wir sind für unsere Kompetenz und Fairness bekannt“, berichtet Gregor Horstmann, „bei uns gibt es keine unnötigen oder unabgesprochenen Reparaturen, die Kosten halten wir immer transparent.“ Die Alltagsroutine hält alle gut auf Trab, denn die Qualität am Kundenfahrzeug muss stimmen, der Auftritt im Netz war lange nicht mehr als ein notwendiges Übel. Die Internetseite hatte man, weil es eben dazu gehört, aber mehr auch nicht. Veraltet und virenanfällig Das ändert sich, als Mitarbeiter Marco Norda sich die Seite einmal vornimmt: „Marco hilft im Büro, er hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass der Auftritt nicht nur umständlich und veraltet ist, sondern auch virenanfällig“, erzählt Klaus Eickmeier. Also entschloss man sich, die Homepage der GKK neu aufzusetzen. Allerdings war den beiden Geschäftsführern eine Überarbeitung durch ihren Admin zu aufwändig und zu kostspielig. Als „ad- AutoDienst“-Werkstatt hatten die Gladbecker schon traditionell einen guten Draht zur Kfz-Teilekooperation Carat. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet man schon vertrauensvoll zusammen: „Wir bekommen alles aus einer Hand, das ist für unsere Abläufe optimal, Probleme werden immer sofort gelöst“, lobt Eickmeier die Zusammenarbeit. Da lag es nahe, auch für die neue Homepage auf den Partner zurückzugreifen. Carat bietet über die Kölner Contentmanagement AG „web4business“ die Erstellung einer Homepage für ihre Werk- Die GKK Kfz-Werkstatt in Gladbeck gibt es schon seit 1985. Fotos: Martin Heying AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 www.autoservicepraxis.de

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Der Webauftritt der GKK Kfz-Werkstatt ist jetzt übersichtlich und bietet alle wichtigen Informationen auf einen Blick. Sind mit dem neuen Internetauftritt zufrieden: die GKK-Geschäftsführer Klaus Eickmeier (links) und Gregor Horstmann. stattpartner an. Mit einem modularen Baukasten-System, bilden die IT-Fachleute die Bedürfnisse der jeweiligen Werkstatt individualisiert ab, inklusive der Vernetzung zur Carat-Seite. Dieser Service war und ist für Eickmeier und Horstmann ideal: Die Vorlage lieferte web4business zusammen mit Carat, in Abstimmung mit GKK passte man sie an und GKK lieferte die nötigen Inhalte. Die Seite trägt nun die Handschrift beider Seiten, das Carat- Design einerseits, und die Hallenfront der GKK als Hintergrundbild andererseits. „Die Planung verlief im Wesentlichen telefonisch und per Internet“, erinnert sich Gregor Horstmann. KURZFASSUNG Der Webauftritt der GKK-Kfz-Werkstatt war etwas in die Jahre gekommen. Als Carat- Partner konnte man auf das Angebot der Kölner Contentmanagement AG „web- 4business“ zurückgreifen. Die IT-Spezialisten realisierten mittes modularem Baukastensystem einen zeitgemäßen, respräsentativen neuen Internetauftritt für GKK. www.autoservicepraxis.de Pflegeleichter Webauftritt Web4business bietet sein modulares System eigentlich allen Gewerbetreibenden unterschiedlichster Branchen an. Das Webseitenangebot, das die GKK nutzt, gilt exklusiv für alle Systempartner der Carat. Für die Carat-Gruppe kommt eine auf die Kfz-Branche spezialisierte Webseiten-Software zum Einsatz. Alle Systempartner von ad-AutoDienst, ad-truckdrive, Autoplus sowie die Carat- Auto teilewelt können so einen pflegeleichten Internetauftritt nutzen, der im besten Falle die regionale Online-Vermarktung unterstützt. Hinzu kommt ein einheit liches Erscheinungs bild mit deutlichem Wiedererkennungs wert. Nach der Befüllung mithilfe von web- 4business und Carat kümmert sich nun Mitarbeiter Norda um die Pflege der Seite. Die GKK hat direkten Zugriff auf die Seiteninhalte, ein Umweg über die Carat ist nicht nötig. Nun sei die Seite übersichtlich, gut aufgeteilt und gut geschützt, der Kundenkontakt verlaufe schnell und unkompliziert, freut sich Klaus Eickmeier. Gekostet hat die Einrichtung der Seite den Carat-Partner GKK gar nichts, die monatliche Aufwendung beläuft sich auf 35 Euro, web4business nennt diese Art der Finanzierung kompetitives Preis-Leistungs-Verhältnis. Für die GKK hat sich das Ganze jedenfalls schon jetzt, wenige Monate nach der Einrichtung der Seite, gelohnt. Stammkunden und Neukunden haben sich schon lobend geäußert: Leistungen sind ausreichend und klar gegliedert und beschrieben, vom Ölwechsel bis zum Leihwagen (übrigens auch über Carat geleast) bleibt keine Frage offen. Angebote, Ansprechpartner, Anfahrt zur Werkstatt, alles ist klar und übersichtlich zugängig. „Mit der neuen Homepage können wir auch schneller reagieren, Angebote ein- stellen, auf Veränderungen aufmerksam machen“, sind sich die beiden Geschäftsführer einig. Überdies sei der Auftritt nun zeitgemäß und repräsentativ. Schließlich will die GKK in Zukunft auch jüngere Kunden erreichen. Und da gewinnt eine durchdachte, gut funktionierende und gut aussehende Homepage deutlich an Bedeutung. Martin Heying ■ KENNZAHLEN GKK Kfz-Meisterbetrieb Ad – AutoDienst Alle Marken außer Elektro- und Hybrid- Fahrzeuge 7 Hebebühnen/3 Hallen Regale für 400 Reifensätze Hol- und Bringdienst Leihwagen/Werkstattersatzfahrzeug 10 Mitarbeiter 2 Geschäftsführer 1 Halbtagskraft 3 Azubis 2 Aushilfen

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BETRIEBSPRAXIS WERKSTATTSYSTEME Gemeinsam zur Werkstatt 4.0 20 Jahre Autofit-Werkstattsystem – ein Grund zum Feiern. PV Automotive lud seine Partner zum Kongress nach Hannover ein. Im Rahmen des Kongresses wurden die Autofit-Jubilare für 20 Jahre Treue zum System geehrt. ereits in den letzten zwei Jahren hat PV Automotive seine Autofit- Partnerwerkstätten einem Relaunch unterzogen. Evolution statt Revolution hieß die Maxime. Das Logo wurde modernisiert, das Marketing persönlicher und individueller. Heute stehen der Werkstattinhaber und sein Team im Mittelpunkt, die Marke Autofit erhält für den Autofahrer vor Ort ein Gesicht. Torsten Kluh, Geschäftsführer Vertrieb bei PV Automotive, präsentierte beim Autofit Kongress in Hannover aber vor allem auch neue Wege der Kundenkommunikation, etwa eine neue App für Autofahrer zur Online-Terminvereinbarung. Torsten Kluh erläuterte außerdem die Vorteile der PV-Mitgliedschaft in der Einkaufsgemeinschaft ATR, vor allem durch gemeinsam entwickelte Systemlösungen. Dazu gehören etwa die zusätzlich zum Bonus- und Prämiensystem PV:Plus erhältlichen Treue-Punkte für Markentreue, die ab nächstem Jahr auch für Systemleistungen eingelöst werden können. Außerdem stellte der Geschäftsführer weitere Neuheiten vor, wie den Fuhrparkservice „Regio-Fleet“, mit dem Autofit- Betriebe zukünftig verstärkt regionale Kundenflotten akquirieren können, oder die neue „Garantie- und Kulanzversicherung“, die den Autofit-Partner zukünftig im Falle einer Garantie- oder Kulanzablehnung durch den Hersteller absichert. Ab 2017 können außerdem die Auszubildenden am „Trainingscamp“ teilnehmen. Weitere Neuheiten kündigte Kluh für 2017 an. Mehr Chancen als Hürden Holger Hättich, Geschäftsführer Category Management bei PV, ging auf die fortschreitende Digitalisierung in der Werkstatt ein. Viele freie Betriebe seien verunsichert, dennoch biete die Digitalisierung mehr Chancen als Hürden, beruhigte Hättich. Auch hier hält PV Lösungen bereit, etwa die Telematik zum Nachrüsten. Das System wird über die OBD-2-Schnittstelle und Bluetooth mit dem Smartphone des Fahrers verbunden. Autofahrer können ihrer Autofit Stammwerkstatt erlauben, im Pannenfall, wenn ein Service fällig ist oder wenn eine Kontroll-Leuchte aufleuchtet, auf die Fahrzeugdaten zuzugreifen. Auch moderne Kommunikationswe- Foto: PV Automotive ge zum Kunden sind heute ein Muss. PV unterstützt seine Partner durch ein Social Media Team, das sich um die Facebook- Seiten der Betriebe kümmert, Beiträge und Bilder einstellt und Reaktionen auf Beiträge überwacht. Natürlich kann die Werkstatt selbst eigenes Material ergänzen. Digitale Zeitenwende Thomas Koch, Vertriebsleiter bei Bosch, erörterte den Gästen die digitale Zeitenwende im IAM und wie sie von der Digitalisierung und Vernetzung profitieren können. Er zeigte auf, wie gut ausgebildete und gut ausgerüstete Werkstätten schon heute von der Digitalisierung profitieren können, zum Beispiel mit der neuen Generation der Bosch KTS Diagnosegeräte mit Ethernet und PassThru, mit dem Bosch Drivelog System für Autofahrer, und dem Bosch Vehicle Link, eine Art Mini-OBD-2-Blackbox für Flottenkunden. Die Systeme werden über die OBD- 2-Schnittstelle und Bluetooth mit dem Smartphone des Autofahrers verbunden. Elmar Wenzel von der Trainmobil GmbH zeigte den Teilnehmern zum Abschluss den richtigen Umgang mit digitalen Serviceheften und OE-Portalen. Wenzel zeigte den Teilnehmern live anhand von Beispielen recht anschaulich auf, wie sie Inspektionen auf den Herstellerportalen eintragen. Die abschließende After- Congress-Party nutzten die rund 800 Gäste zum Dialog und Erfahrungsaustausch. PV ehrte außerdem die Autofit-Jubilare für ihre 20-jährige Treue zu Autofit. Dieter Väthröder ■ KURZFASSUNG PV Automotive stellte beim Autofit Kongress in Hannover das Thema Digitalisierung in der Werkstatt in den Mittelpunkt. Auch wenn viele Partnerwerkstätten verunsichert sind: Die gute Nachricht war, dass Digitalisierung viele Chancen bietet. AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 www.autoservicepraxis.de

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DAS SUPERTOOL für die Praxis rund um Werkstatt und Service asp-Magazin Werkstattinfos, Reportagen und Praxisbeispiele iele für Ihr Geschäft asp-App mobil immer bestens informiert: News, Heftarchiv, ePaper und mehr Digitales Heftarchiv alle Artikel der letzten 9 Jahre ePaper für den digitalen italen asp-Nutzer: digital.autoservicepraxis.de Newsletter alles Wichtige tagesaktuell Rückruf- Datenbank alle Infos auf einem Blick Weiter lesen Extra-Hefte wie „Räder & Reifen“ und „Freier Teilemarkt“ asp informiert Sie praxisnah und tages aktuell über alles, was der Werkstattprofi braucht. www.autoservicepraxis.de ist eine Marke von:

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So gut wie neu. EXCHANGE-Turbolader ■ Wiederaufbereiteter Ersatz für alle Marken vom weltweit führenden Produkthersteller ■ Die perfekte Wahl für qualitäts- und kostenbewusste Kunden ■ Neuteile in OEM-Qualität werden zum Ersatz von kleinen Bauteilen verwendet ■ Mit OEM-Geräten und -Methoden zusammengebaut, ausgewuchtet und getestet ■ Mit der gleichen hohen Performance und Zuverlässigkeit wie neu hergestellte Originalturbolader ■ Schützt die Umwelt und natürliche Ressourcen turbo.borgwarner.com feel good about driving

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zum ASP Inhalt

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Rang 1 von 8 autoservicepraxis.de | autohaus.de Zusätzlich in dieser ASP Ausgabe: Räder 12 Neue Winterreifen Trotz milder Winter gibt es zahlreiche Innovationen TESTSIEGER- PERFORMANCE – JETZT AUCH IN 16 NEUEN SUV-GRÖSSEN SPEZIAL 24 RDKS-Technik-Hotlines Hilfe bei Anruf – diesen Service bieten Hersteller Winter 2016 | 2017 Reifen 32 Reifenhändler-Suche Wie sich Kfz-Betriebe vor Ort richtig präsentieren ENTWICKELT FÜR DIE HERAUSFORDERUNGEN DES WINTERS. ASP SPEZIAL Räder & Reifen Winter 2016 Neue Winterreifen: Trotz milder Winter gibt es zahlreiche Innovationen RDKS-Technik-Hotlines: Hilfe bei Anruf – diesen Service bieten Hersteller Reifenhändler-Suche: Wie sich Kfz-Betriebe vor Ort richtig präsentieren [ mehr ... ] zum ASP Inhalt Sie haben Fragen zum AUTO SERVICE PRAXIS ePaper? Unser Vertriebsservice hilft Ihnen gerne weiter! vertriebsservice@springer.com 089 / 203043 - 1500

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SPEZIAL Winter 2016 | 2017 autoservicepraxis.de | autohaus.de Räder Reifen 12 Neue Winterreifen Trotz milder Winter gibt es zahlreiche Innovationen TESTSIEGER- PERFORMANCE – JETZT AUCH IN 16 NEUEN SUV-GRÖSSEN Rang 1 von 8 Rang 3 von 10 24 RDKS-Technik-Hotlines Hilfe bei Anruf – diesen Service bieten Hersteller 32 Reifenhändler-Suche Wie sich Kfz-Betriebe vor Ort richtig präsentieren ENTWICKELT FÜR DIE HERAUSFORDERUNGEN DES WINTERS.

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INHALT | LEITARTIKEL INHALT 04 Nachrichten Aktuelles aus der Branche 10 Nachrichten Reifen-Messe vs. The Tire Cologne 12 Handel Winterreifen-Neuheiten 14 Handel Goodyear setzt auf Ganzjahresreifen 16 Handel Neues UHP-Werk von Continental 18 Handel Pirelli nutzt Formel-1-Technologie 20 Service Reifen für Oldtimer 22 Service RDKS-Schulung von Huf 24 Service Was bieten RDKS-Hotlines? 26 Service Neubau für Reifeneinlagerung 28 Service Alte Reifen: Kein alter Schinken 32 Service Reifenhändler-Suchmaschine 34 Service Neuheiten von der Automechanika 38 Produkte Transporter-Reifen von GT Radial 40 Produkte Reifen, Felgen & Zubehör IMPRESSUM Spezial Räder&Reifen, Winter 2016/2017 erscheint als Beilage der Fachzeitschriften asp AUTO SERVICE PRAXIS 10/2016 und AUTOHAUS 20/2016 Auflage: 45.000 Chefredakteur: Ralph M. Meunzel verantw. Redakteur: Alexander Junk Autoren: Valeska Gehrke, Marcel Schoch, Dietmar Winkler, Dieter Väthröder Anzeigen: Michael Harms (Leitung), Sanja Klöppel, Birgit Zipfel Herstellung: Maren Krapp (Leitung), Diane Laudien Druck: L.N. Schaffrath GmbH & Co. KG Druck-Medien, 47608 Geldern Verlag: Springer Fachmedien München GmbH, Aschauer Straße 30, 81549 München Internet: autoservicepraxis.de | autohaus.de Messe-Doppel Als die Reifen-Messe im letzten Mai ihre Tore in Essen schloss, war das auch ein Abschied von der Ruhr-Metropole. 1960 zum ersten Mal veranstaltet, hatte sich die Reifen über die Jahre zum Branchenprimus und zur „Weltleitmesse“ gemausert und hielt Essen die Treue. Nun ist sie turnusmäßig auch 2018 wieder am Start, wird aber parallel zur Automechanika in Frankfurt am Main im September stattfinden. Neben dem Ortswechsel bekommt sie auch eine starke Konkurrenz: Die „The Tire Cologne“ in Köln schickt sich an, der Reifen das Wasser abzugraben. Mit dem Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV) als mächtigem Partner, der beste Kontakte in die Industrie hat, soll die Tire Cologne internationaler werden. Und sie soll sich als Messe für die gesamte Reifenindustrie positionieren, was die Reifen aus Sicht der Industrie wohl nicht mehr geschafft hat. Einigen Ausstellern gefiel es vielleicht auch nicht, dass die Reifen zukünftig ein „Anhängsel“ der Automechanika und keine eigenständige Messe mehr sein soll. Bislang gibt es laut Koelnmesse schon über 100 Zusagen der Aussteller für die The Tire Cologne und alle wichtigen Player sind mit an Bord. Darunter sowohl die großen Reifenhersteller als auch Werkstattausrüster, Reifenhändler oder RDKS-Anbieter. Auf der anderen Seite spricht die Messe Essen davon, dass 80 Prozent der Aussteller eine Anmeldung zur Reifen 2018 in Frankfurt am Main planen. Es bleibt spannend, welche der beiden Messen sich am Schluss durchsetzt oder ob es auch in Zukunft ein Messe-Doppel gibt. Alexander Junk, Redakteur asp AUTO SERVICE PRAXIS autoservicepraxis.de | autohaus.de RÄDER & REIFEN 02/2016 3

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NACHRICHTEN KURZMELDUNGEN Bridgestone EMEA hat Paolo Ferrari zum neuen Präsidenten und Chief Executive Officer (CEO) ernannt. Er verantwortet damit die Geschäfte des Unternehmens in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika. Paolo Ferrari ist in seiner Position auch Mitglied des Verwaltungsrates und der Konzernleitung der Bridgestone Europe NV/SA. Der bisherige CEO Franco Annunziato war bereits im Januar 2016 auf die Position des Executive Chairman und CEO von Bridgestone China Asia Pacific gewechselt. Torsten Gehrmann (45) ist neuer Senior Managing Director Europe bei Giti Tire. Gehrmann wird zudem seine Position als CEO der Giti Auto Parts Pte Ltd. beibehalten. Giti Auto und Giti Tire gehören zur in Singapur beheimateten Giti Group. Gehrmann ist ein erfahrener Manager in der internationalen Automobilbranche. Nach dem Beginn seiner Karriere bei der Continental AG trat er 2009 als General Manager bei Giti Tire ein. In 2014 wurde er zum Vice President bei Dura Automotive Systems für Europa und Asien ernannt. Seit Anfang 2016 ist er als CEO für Giti Auto tätig. Die Hankook Reifen Deutschland GmbH hat ihren Vertriebsbereich für Lkw-Reifen neu strukturiert. Zum neuen Vertriebsdirektor der Lkw- und Busreifen-Sparte für die deutschsprachigen Märkte (DACH) wurde Manfred Zoni (50) ernannt. In dieser Position berichtet Zoni direkt an Dietmar Olbrich, Hankook Vize-Präsident für Vertrieb und Marketing DACH. Der gebürtige Oberösterreicher Zoni verfügt über umfangreiche, internationale Vertriebserfahrung in leitenden Positionen in der Reifenindustrie. In seiner neuen Position wird er sich der Weiterentwicklung der Marke Hankook im Bereich der Lkw- und Busbereifungen in der Region DACH widmen. Mit dem neue Alcar Playground vom Felgen-Spezialist Alcar lässt sich das persönliche Traumauto virtuell ausstatten: Neben Produkten von Dotz und den Partnermarken AEZ, Dezent und Enzo stehen jedem Nutzer vom Bodykit über Spoiler bis hin zu Vinyls zahlreiche Optionen zur Verfügung. Die Bedienung des Alcar Playground ist laut Anbieter intuitiv und einfach: Ein Auto wird aus der Fülle an aktuellen und älteren Modellen ausgewählt und es kann loslegen. Die 3D-Qualität der Grafik ist dabei sehr realistisch, was die Kaufentscheidung erleichtert. Das Angebot ist unter www.alcar-play ground.de abrufbar. RÄDER & REIFEN 02/2016 Foto: Bridgestone TELEMATIK Proaktive Reifenwartung Bridgestone hat das Tirematics-Reifeninspektionssystem mit Sensortechnik präsentiert. Tirematics ist eine automatisierte Softwarelösung für vernetzte Reifen. IT-Systeme kontrollieren, übermitteln und analysieren mithilfe von Sensoren wichtige Informationen wie den Luftdruck und die Temperatur von Lkw- und Busreifen in Echtzeit. Flottenbetreiber profitieren von einer proaktiven Instandhaltung, bei der Maßnahmen ergriffen werden können, noch bevor tatsächlich Probleme auftreten. Die Lebensdauer der Reifen wird damit verlängert, die Ausfallquote reduziert und die Kraftstoffeffizienz erhöht. aj ■ B2B-ONLINESHOP Franchise-Richtlinien erfüllt Die mobile Reifenservice-Partnerschaft von Delticoms B2B-Onlineshop „Autoreifenonline.de“ erfüllt die Richtlinien des Deutschen Franchise Verbands e. V. (DFV). Ab sofort ist das Franchise-System mit dem Namen „Reifenservice vor Ort für jeden!“ zertifiziert und darf das entsprechende DFV-Gütesiegel führen. Das Zertifikat wurde von Jan Schmelzle (links) vom DFV an Tobias Ansel (rechts), Franchise Manager bei Autoreifenonline.de, übergeben. Die Delticom AG ist damit geprüftes Mitglied des DFV. Beurteilt wurden Franchisevertrag und -handbuch, Systemkonzept, Produkte, Leistungen, Strategie und Management. Zudem befragte der DFV alle Partner über ihre Zufriedenheit. Pünktlich zum Beginn des Winterreifen-Geschäfts erweitert Autoreifenonline.de zudem seinen Onlineshop um weitere nützliche Komfort-Funktionen. Foto: Delticom Damit wird der Einkauf für Reifenhändler und Werkstätten im B2B-Onlineshop von Delticom noch einfacher und schneller. Unter anderem gibt es eine komfortablere Reifensuche, Bonus für Autohäuser, Kundenbewertungen bei Reifendetails und eine Expressbestellung, die eine Lieferung am nächsten Werktag sicherstellt, sofern die Bestellung bis 15 Uhr eingeht. aj ■ autoservicepraxis.de | autohaus.de

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ContiTreuePrämie Ihre Einlagerungskunden sparen 30 €. Continental unterstützt die Reifeneinlagerung Ihrer Kunden mit bis zu 30 € beim Kauf von vier Continental Winterreifen ab 16 Zoll. Für eine bessere Kundenbindung. Aktionszeitraum: 15.09. – 31.10.2016 Mehr unter www.conti-treue-prämie.de

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NACHRICHTEN PANNENDIENST Europaweite Pannenhilfe Foto: Michelin Der neue Oncall-Pannenservice von Michelin für Spediteure und Transportunternehmer ist 24 Stunden erreichbar und bietet maßgeschneiderte Reifenpannendienstleistungen für Nutzfahrzeuge. Die europaweite Pannenhilfe für Lkw-Reifen ist speziell auf die Bedürfnisse von Transportunternehmen bei plötzlich auftretenden Reifenpannen abgestimmt. Im Falle einer Reifenpanne in Europa reicht ein Anruf, um diesen Service zu beauftragen – 3.000 Servicepartner stehen dafür zur Verfügung. Dabei kann der Transportunternehmer die Pannenhilfe zu festgelegten Preisen beauftragen, die voraussichtliche Ankunftszeit am Pannenort erfragen, seine eigenen Kunden über die Verzögerung informieren sowie die neue Auslieferungszeit vereinbaren. aj ■ REIFEN-FLATRATE Reifen mieten statt kaufen In der vergangenen Saison wurde die Reifen-Flatrate von Alzura und Z Tyre eingeführt. Die Idee dahinter: Reifen werden nicht verkauft, sondern im Abo vermietet. Zur Wintersaison bringt Z Tyre nun auch Winterreifen auf den Markt. Die Größenpalette des neu entwickelten Z8-Winterreifens reicht von 14 bis 18 Zoll. Neben dem Sommerreifen Z1 in Dimensionen von 15 bis 20 Zoll und dem SUV-Reifen Z UP bis 21 Zoll stehen jetzt bereits drei Profile zur Verfügung. Im kommenden Jahr wird die Produktpalette weiter ausgebaut. Mit dem „Z Tyre Kombi-Abo Sommer & Winterreifen“ ab 2,25 Euro monatlich pro Reifen erhält der Kunde vier Sommerreifen und vier Winterreifen. Es gibt auch Abos, die entweder nur Sommeroder nur Winterreifen enthalten. AH ■ Foto: Saitow AG CONTINENTAL-FORSCHUNGSZENTRUM Löwenzahnkautschuk erforschen Continental möchte das Projekt „Taraxagum – Reifen aus Löwenzahnkautschuk“ mit einem Forschungsbetrieb zum Anbau und zur Aufarbeitung des Löwenzahnkautschuks erweitern. Der „Taraxagum Lab Anklam“ genannte Forschungsstandort soll in Mecklenburg-Vorpommern entstehen. Der Reifenhersteller möchte in der ersten Projektphase rund 35 Millionen Euro in das Projekt investieren. In der Stadt mit rund 12.700 Einwohnern können so in den kommenden Jahren rund 20 neue Arbeitsplätze entstehen. aj ■ RÄDER & REIFEN 02/2016 Foto: Continental autoservicepraxis.de | autohaus.de

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NEU! KRISTALL CONTROL HP2 Schwarzfahrer bekommen, was sie verdienen: Denn sie werden jetzt noch besser verhaftet als je zuvor. Dank des neuen Fulda Kristall Control HP2! Der High Performance Winterreifen überzeugt durch exzellente Haftung auf beschneiten, nassen und trockenen Straßen sowie durch sein hervorragendes Preis-/Leistungsverhältnis. Beim Kauf des neuen Fulda Kristall Control HP2 können sich Ihre Kunden die Chance auf einen Bußgeldgewinn von bis zu 600 € sichern. * Aktionsende: 31.12.2016, Verlosung findet 3x im Jahr statt, mehr Informationen auf fulda.com.

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NACHRICHTEN Foto: Pirelli TYRE1-STAMMTISCH Reger Austausch Reifengroßhändler Tyre1 lud seine Kunden gleich zu zwei Stammtischen ein: Reifenhändler und freie Kfz-Werkstätten trafen sich Anfang Juni im Erzgebirge, Ende Juni auf der schwäbischen Alb. Durch den offenen Austausch profitierte Tyre1 von den Rückmeldungen der Teilnehmer. „Um kundenorientierte PIRELLI-AWARD Neun Zulieferer ausgezeichnet Pirelli hat seine Zulieferer geehrt: Der Reifenhersteller vergab neun Unternehmen für ihre besonderen Leistungen den Pirelli Supplier Award 2016. Glo bale Präsenz, Innovationen, Qualität, Schnelligkeit, Nachhaltigkeit sowie Service- Niveau waren die Kriterien für die Auszeichnung. Die fünfte Preisverleihung dieser Art seit 2012 fand Anfang September im Castello degli Arcimboldi am Mailänder Hauptsitz des Konzerns statt. Dort verliehen Marco Tronchetti Provera, CEO und Vizepräsident von Pirelli und Pierluigi de Cancellis (siehe Bild), Strategien erarbeiten zu können, ist der stetige Dialog mit unseren Kunden besonders wichtig. Nur so können wir ganz nah am Markt sein und uns auf die Kundenbedürfnisse ausrichten und auch in Zukunft innovative Konzepte bieten“, sagte Marco Schulz, Geschäftsführer von Tyre1. Laut Tyre1 findet das Direktor der Abteilung Einkauf des Konzerns, die Preise. Die ausgezeichneten Zulieferer agieren in ganz unterschiedlichen Branchen wie Event- Management oder Rohstoffproduktion. Ausgezeichnet wurden Glanzstoff Sicrem (Viskosegarne), Trinseo (synthetisches Gummi), Wuxi Quechen Silicon Chemical (Silica), Birla (Industrieruß), Prashida Aneka Niaga Tbk (natürliches Gummi), Hewlett Packard Enterprise (IT), Alpha Technologies (Laborinstrumente), Fandango (Events) und DHL Express (Logistik). aj ■ stetig erweiterte Exklusivmarkenkonzept des Großhändlers großen Anklang. Die Pkw-Profile der Marken Avon, Gislaved, Pneumant und Starmaxx aus europäischer Produktion vertreibt Tyre1 exklusiv in Deutschland. Die Reifen haben darüber hinaus eine kostenlose Reifenversicherung. aj ■ RATGEBER Kompakte Marktübersicht Die Großhandelsplattform TyreSystem der RSU GmbH präsentiert pünktlich zur beginnenden Wintersaison einen neuen Ratgeber für den Reifenverkauf: Der Winterreifen-Report umfasst Reifen, Felgen und Schneeketten. Das 28 Seiten starke Dokument unterstützt Reifenhändler, Kfz-Werkstätten und Autohäuser mit aktuellen Marktund Qualitätsdaten rund um das Thema Winterreifen. Die darin enthaltenen Rankings zu Profilen, Marken, RÄDER & REIFEN 02/2016 Preis-Leistungs-Verhältnis und Verkaufsrang für die gängigsten Reifengrößen bieten TyreSystem-Kunden die Möglichkeit, sich schnell und umfassend zu informieren. Die kostenlose Verkaufsempfehlung wird halbjährlich zur Winter- und Sommersaison exklusiv an TyreSystem-Nutzer herausgegeben. Als Basis dienen sowohl hauseigene Verkaufszahlen als auch durchschnittliche Testnoten aus mehr als 7.000 unabhängigen Einzel-Testberichten. aj ■ Foto: RSU autoservicepraxis.de | autohaus.de

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Huf Group Einer für alle, alles in einem. Das Reifendruckkontrollsystem, das vorausfährt. Mit der besten Abdeckung im Markt für alle Modelle und Typen. Überzeugen Sie sich jetzt von den vielen Vorteilen wie optimale Montage dank einzigartigem Ventilverschraubungskonzept, blitzschnelle Konfiguration und effizienteste Lagerhaltung: www.intellisens.com

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NACHRICHTEN REIFEN VERSUS THE TIRE COLOGNE Duell der Reifen-Messen 2018 gibt es mit der „Reifen“ in Frankfurt am Main und der „The Tire Cologne“ in Köln gleich zwei Reifenmessen in einem Jahr. Es steht momentan noch nicht fest, welche der beiden sich durchsetzen wird. er im Jahr 2018 eine Reifenmesse besuchen möchte, hat die Qual der Wahl: Mit der „Reifen“ und der „The Tire Cologne“ buhlen gleich zwei Messen um die Gunst der Kunden, die gerade einmal in einem Abstand von drei Monaten stattfinden – ursprünglich war sogar einmal ein Termin für beide Messen im selben Monat geplant. Internationaler Fokus Während die „The Tire Cologne“ eine gänzlich neue Messe ist und vom ideellen Träger Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV) auf dem Gelände der Koelnmesse veranstaltet wird, zieht die Reifen 2018 erstmals nach Frankfurt und findet parallel mit der Automechanika statt. Doch warum gibt es überhaupt zwei Messen? „Die Branche wollte eine Veränderung und braucht eine Weiterentwicklung. Die Koelnmesse kann diese gestellten Ansprüche erfüllen“, sagt Katharina C. Hamma, Geschäftsführerin der Koelnmesse GmbH. Die Tire Cologne böte eine stärkere internationale Ausrichtung. Auch wolle die Reifenindustrie nicht an die Automechanika „als Anhängsel angedockt“ werden. Der Erfolg scheint ihr Recht zu geben: Bereits über 100 Zusagen der Aussteller gibt es bereits zur The Tire Cologne, darunter viele große Player wie Continental, Goodyear Dunlop oder Pirelli. 40 Prozent der Fläche seien bereits ausgebucht. Die Reifen scheint dennoch genügend Zulauf zu haben: Knapp 80 Prozent der Aussteller wollen sich laut Befragung auch an der Reifen 2018 in Frankfurt beteiligen, so die letzte Meldung der Messe Essen. Es wird sich zeigen, wie das Duell ausgeht. Alexander Junk ■ RÄDER & REIFEN 02/2016 REIFEN Termin: 13. bis 15. September 2018 Standort: Messe Frankfurt, parallel zur Automechanika in Halle 12 Ideelle Träger: Messe Essen und Messe Frankfurt Foto: Messe Essen THE TIRE COLOGNE Termin: 29. Mai bis 1. Juni 2018 Standort: Koelnmesse Ideeller Träger: Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV), Bonn autoservicepraxis.de | autohaus.de

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HANDEL NEUHEITEN WINTER 2016 Schnee-Impulse Seit nunmehr fünf Jahren ist der Winterreifenmarkt rückläufig. Auch für die kommende Saison sind kaum positive Impulse zu erwarten. Die Reifenhersteller entwickeln trotzdem immer bessere Winterreifen. Nur 17,4 Millionen Winterreifen wurden im Geschäftsjahr 2015 verkauft. Foto: Nokian s kam nicht ganz so dick wie befürchtet, doch wirklich zufriedenstellend verlief das Geschäftsjahr 2015 nicht. Vor allem das Segment Winterreifen Pkw verlor erneut 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Eine Tendenz, die jetzt seit fünf Jahren anhält. Der BRV macht vor allem den milden Winter der letzten Saison dafür verantwortlich. 17,4 Millionen Winterreifen wurden verkauft, im Winter 2010 waren es noch über 26 Millionen. Einziger Lichtblick: Entsprechend den steigenden Zulassungszahlen wuchs der Gesamtanteil an Offroad-/SUV-Reifen in 2015 um stolze 12,7 Prozent (Sommer- und Winterreifen) auf 3,81 Millionen Stück, wobei auch hier die Winterreifen mit 7,5 Prozent den deutlich geringeren Anteil ausmachen (Sommer: 18,3 Prozent). Die gefragtesten Größen im Winter waren 195/65 R 15 (<=T), 205/55 R 16 H und 185/65 R 15 (<=T). Autohäuser konnten ihren Anteil am Reifenersatzgeschäft auf 23 Prozent erneut leicht steigern, freie Kfz-Betriebe kamen auf 16,1 Prozent, der Reifenfachhandel verlor erneut leicht mit 42,7 Prozent. Der Online-Vertrieb hielt sein Niveau mit 10,9 Prozent. Der BRV erwartet auch für die aktuelle Wintersaison keine nennenswerten Impulse, die Zahl der RDKS-Kunden dürfte jedoch zunehmen. Letztendlich dürfte das Wetter das Zünglein an der Waage sein. Bridgestone erweitert sein Winterreifen-Sortiment um einen Winterreifen mit Notlaufeigenschaften (siehe auch S. 40). Der DriveGuard Winter erlaubt im Pannenfall eine Weiterfahrt mit bis zu 80 Kilometer pro Stunde über eine Strecke von maximal 80 Kilometer. Neues Profildesign Mit dem WinterContact TS 860 hat Continental den Vorgänger TS 850 weiter verbessert. Vor allem der Bremsweg konnte auf Nässe, Eis und Schnee um weitere fünf Prozent verkürzt werden. Zuständig ist neben der neuen Laufflächenmischung „Cool Chili“, die dank neuer Harze für mehr Kälteflexibilität sorgt, auch ein neues Profildesign. Die „LiquidLayerDrainage“, ein in den Profilblock eingearbeiteter Wasserableitungskanal, beseitigt wirkungsvoll den Wasserfilm zwischen Eis und Reifen ohne umlaufende Entwässerungsrille. WINTERREIFEN-NEUHEITEN SAISON 2016/17* Marke, Baureihe Serie Breite (mm) Durchmesser (Zoll) Bridgestone DriveGuard Winter Continental WinterContact TS 860 RÄDER & REIFEN 02/2016 Speedindex Laufrichtung Asymmetrie Labelwerte (Bestwerte) Auslegung 65 - 45 185 - 225 15 - 17 H - V x - C/B/- Run-Flat-Winterreifen 70 - 45 155 - 225 14 - 17 T - V x - C/B/2 Kompakt- und Mittelklasse Dunlop Winter Sport 5 SUV bis 40 bis 275 bis 20 k. A. x - k. A. HP-Winterreifen für Fulda Kristall Control HP2 65 - 40 195 - 245 15 - 18 k. A. x - k. A. HP-Winterreifen Fulda MultiControl 70 - 45 155 - 225 13 - 17 k. A. x - k. A. Ganzjahresreifen Goodyear UltraGrip Performance SUV bis 40 bis 275 bis 21 k. A. x - k. A. HP-Winterreifen für GT Radial Maxmiler WT2 75 - 70 155 - 235 14 - 16 R - T - - C/B/2 Transporter-Winterreifen Hankook Winter i*cept evo 2 70 - 30 195 - 295 16 - 22 T - W - x k. A. UHP-Reifen für Pkw und SUV Kumho Wintercraft WP 71 k. A. k. A. 16 - 19 k. A. x - k. A. Winterreifen für Mittel- und Oberklasse Nokian WR A4 k. A. k. A. 16 - 21 H - W - x k. A. UHP-Winterreifen Pirelli Cinturato Winter 70 - 45 165 - 215 14 - 17 T - V x - C/B/1 Winterreifen für Klein-, Kompakt- und Mittelklasse *kein Anspruch auf Vollständigkeit autoservicepraxis.de | autohaus.de

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Für besseren Schnee-Grip wurden die 3D-Lamellen durch „SnowCurve+“ mit zusätzlichen Rillen zur Entwässerung und für mehr Greifkanten ergänzt. Dunlop bietet den Winter Sport 5 vom letzten Jahr jetzt auch in einer SUV-Version für sportliche SUV-Modelle vom Schlage eines Porsche Cayenne turbo, Audi Q7 oder BMW X5 an. Der Reifen verfügt über eine spezielle Lamellengeometrie mit 3D-Lamellen im oberen Bereich des Profils und 2D-Lamellen darunter, die sich unter Krafteinwirkung gegenseitig verriegeln. Das sorgt für Stabilität und präzises Einlenkverhalten, gleichzeitig erzielt die große Anzahl an Lamellen eine hohe Verzahnung mit dem Schnee. Für eine Nummer kleinere SUV, etwa Porsche Macan, Audi Q5 oder Mercedes GLC, hat Goodyear den UltraGrip Performance SUV entwickelt. Auch dieser Reifen verfügt über die selbst verriegelnden Hybridlamellen wie sein Dunlop-Bruder, außerdem über Blockaktivatoren für mehr Schneegrip, unterstützt durch eine größere Aufstandsfläche. Leisetreter für Elektroautos Konzerntochter Fulda bringt neben dem neuen Winterreifen Kristall Control HP2 auch erstmals einen Ganzjahresreifen auf den Markt. Der MultiControl verfügt dabei über die gleiche, selbst verriegelnde Lamellentechnologie wie der Kristall Control sowie spezielle Rillen zur Wasserableitung. Wichtiger wegen des breiten Temperaturfensters, in dem der Reifen arbeiten muss, ist die neue Gummimischung, die für konstante Haftung über einen großen Temperaturbereich sorgt. Von GT Radial kommt ein neuer Transporter-Winter reifen. Der Maxmiler WT2 (siehe auch S. 38) mit neuem Profildesign und neuer Laufflächenmischung überraschte bei Fahrversuchen mit einem Sprinter. Der neue Kumho Wintercraft WP 71 konnte sich beim Nassbremsen um 14 Prozent zu seinem Vorgänger verbessern. Und mit dem WR A4 bringt Nokian einen UHP-Winterreifen mit einer Freigabe bis zu 270 Kilometer pro Stunde. Pirelli komplettiert mit dem Cinturato Winter die Produktfamilie Cinturato um einen Winterreifen für Mittelklasse-Pkw und die immer beliebteren Kompakt-SUV. Mit einem Geräuschniveau von 66 dB zählt er zu den leisesten Winterreifen und ist deshalb auch für Elektrofahrzeuge besonders geeignet. Die Profilrillen steigern die Wasserverdrängung um 76 Prozent zum Vorgänger. Yokohama erweitert nicht nur die Dimensions-Range des W.drive 905 um weitere 19 Dimensionen auf insgesamt 80 Größen für Pkw und SUV, sondern offeriert erstmals auch ein Komplettradangebot für SUV-Winterreifen in Kombination mit Felgen der Marken Brock und RC Design. Dieter Väthröder ■ TPMS. FAST FIT. VOLLDIAGNOSE. ALLES IN EINEM SYSTEM. Die Zukunft im Blick – mit Diagnosegeräten von REMA TIP TOP. � www.rema-tiptop.com

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HANDEL INTERVIEW „Zweistelliges Wachstum“ Goodyear hat über 30 Jahre Erfahrung mit Ganzjahresreifen. Jürgen Titz und David Anckaert erklärten uns im Interview, warum sie noch große Wachstumschancen in diesem Segment sehen. Von links nach rechts: Jürgen Titz, Group Managing Director D-A-CH Goodyear Dunlop in Hanau und David Anckaert, Direktor Entwicklung Goodyear Deutschland in Hanau asp: Herr Titz, wie entwickelt sich der Markt für Ganzjahresreifen? J. Titz: Sehr gut. Wir sehen im Markt aktuell zweistellige Wachstumsraten im Bereich Ganzjahresreifen und profitieren mit Top­Produkten. Gerade unser Good­ KURZFASSUNG Ganzjahresreifen werden bei Goodyear Dunlop verstärkt nachgefragt. Laut Jürgen Titz ist das Wachstum zweistellig und soll bis 2020 anhalten. Der Grund für die Zunahme liegt unter anderem an milderen Wintern, aber auch an RDKS und der Urbanisierung. RÄDER & REIFEN 02/2016 year Vector 4Seasons oder der neue Fulda MultiControl werden verstärkt nachgefragt. Wir gehen davon aus, dass sich Verbraucher weiterhin vermehrt für Ganzjahresreifen entscheiden und sich das Wachstum bis mindestens ins Jahr 2020 fortsetzen wird. asp: Warum entscheiden sich immer mehr Verbraucher für Ganzjahresreifen? J. Titz: Den halbjährigen Wechsel von Sommer­ auf Winterreifen empfinden viele Autofahrer bisher schon als lästig, da er mit Zeit und Kosten verbunden ist. Dass Reifendruck­Kontrollsysteme mitt­ Fotos: Alexander Junk, Gooyear Dunlop lerweile bei Neuwagen gesetzlich vorgeschrieben sind, bedeutet inzwischen zusätzlich Aufwand und Kosten. Daher ist das Thema RDKS ebenfalls ein wichtiger Faktor, den Verbraucher bei der Entscheidung für Ganzjahresreifen in Betracht ziehen. asp: Also alles eine Kostenfrage? D. Anckaert: Nicht nur. Warme Winter oder Trends wie die zunehmende Urbanisierung sind ebenfalls relevante Treiber. Die Anforderungen der Verbraucher an die Allrounder sind sehr hoch, da sie im Spannungsfeld unterschiedlicher Witterungsbedingungen und Temperaturen funktionieren und höchste Sicherheit bieten müssen. Bei der Entwicklung unserer Ganzjahresreifen geht es daher um die optimale Balance der Fahreigenschaften im Sommer und im Winter. asp: Und dennoch verzichten einige Ihrer Mitbewerber auf Ganzjahresreifen und setzen auf eine strikte Trennung von Sommer- und Winterreifen. Warum? J. Titz: Das müssen Sie unsere Mitbewerber schon selbst fragen. Uns ist es wichtig, den unterschiedlichen Verbraucheranforderungen bestmöglich gerecht zu werden. Das gilt nicht nur für Sommerund Winterreifen, sondern auch für Ganzjahresreifen. Mit über 30 Jahren Erfahrung und entsprechend hoher Expertise in diesem Segment sind wir für die steigende Nachfrage mit vielfach ausgezeichneten Produkten sehr gut aufgestellt – eine wichtige Grundlage dafür, unsere Marktposition weiter zu stärken und auszubauen. asp: Braucht man überhaupt noch Sommer- und Winterreifen, wenn Ganzjahresreifen inzwischen so gut sind? autoservicepraxis.de | autohaus.de

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J. Titz: Ja, weil in bestimmten Regionen in Deutschland der Einsatz eines Winteroder Sommerreifens immer noch empfehlenswert ist. Bei viel Schnee brauchen Sie einen Spezialisten, der dieses Extra mehr an Performance als ein Ganzjahresreifen liefert. Fahrzeugspezifisch gibt es auch ganz klare Empfehlungen. Gerade bei leistungsfähigen und schweren Fahrzeugen ist der Wechsel zwischen Sommer­ oder Winterreifen absolut ratsam. asp: Was ist das Geheimnis der guten Eigenschaften von Goodyear-Ganzjahresreifen? D. Anckaert: Langjährige Erfahrung und Innovationskraft. Unsere aktuellen Ganzjahresreifen sind vollgepackt mit den neuesten Innovationen und Technologien. Wichtige Stellschrauben bei der Performance sind insbesondere die Profiltechnologie und eine moderne, hochleistungsfähige Gummimischung, die bei klirrender Kälte und heißen Temperaturen ein gutes Gripniveau gewährleistet. So verfügt beispielsweise der Goodyear Vector 4Seasons über die Smart TRED­ Technologie mit spezifischen Profilzonen, die sich den unterschiedlichen Straßenverhältnissen anpassen. Bei unserem neuesten Produkt, dem Fulda Warme Winter oder Trends wie zunehmende Urbanisierung sind Treiber für Ganzjahresreifen. MultiControl, nutzen wir eine Lamellentechnologie namens „3D­Bubble­Blade“. Sie sorgt für dauerhaft hohen Grip bei Schnee und Eis und gleichzeitig für gute Fahrstabilität auf trockener Straße. asp: Es gibt verschiedene Ganzjahresreifen im Goodyear-Dunlop-Konzern. Wodurch unterscheiden sich die Marken? J. Titz: Mit dem Goodyear Vector 4Seasons bieten wir denjenigen, die keine Kompromisse eingehen möchten, ein absolutes Premiumprodukt. Mit dem neuen Fulda MultiControl decken wir hingegen das Qualitätssegment in der Mitte ab und tragen damit den Ansprüchen derjenigen Rechnung, die etwas kostenbewusster sind und Wert auf ein entsprechendes Preis­Leistungs­Verhältnis legen. Verbrauchern, die sich ein günstiges Produkt wünschen, das dennoch die nötige Sicherheit gewährt, bieten wir mit unseren Budget­Marken Sava und Debica ebenfalls zuverlässige Produkte. Als Marktführer im Ganzjahressegment ist es unser Anspruch, dem Handel eine Produktpalette zu bieten, die es ihm ermöglicht, Bedürfnisse der Verbraucher möglichst breit bedienen zu können. Daher verfolgen wir den Ansatz, unterschiedliche Preissegmente für die Kunden abzudecken. Interview: Alexander Junk ■ GANZJAHRESREIFEN VON GOODYEAR Die Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH ist Teil des weltweit agierenden Reifenherstellers Goodyear. Das Unternehmen beschäftigt in Deutschland rund 7.600 Mitarbeiter an insgesamt sieben Standorten und betreibt hier unter anderem sechs Produktionsstätten sowie ein Zentrum für Forschung und Entwicklung. Darüber hinaus koordiniert es die Logistikaktivitäten der Unternehmensgruppe für den europäischen Raum. Zum Konzernportfolio gehören die Reifenmarken Goodyear, Dunlop, Fulda, Sava und Debica. Die Erstausrüstungsaktivitäten des Konzerns in EMEA werden ebenfalls aus Deutschland heraus gesteuert. Erfinder des Ganzjahresreifens Goodyear war der erste Reifenhersteller, der vor über 30 Jahren einen Ganzjahresreifen entwickelt und erfolgreich auf den Markt gebracht hat. Seither nutzt der Hersteller seine Expertise, um seine Produkte in diesem Segment dank immer neuer Technologien kontinuierlich weiter zu entwickeln und seine Innovationskraft so in den Dienst der Verbraucher zu stellen. Neben der neuesten Generation des Vector 4Seasons im Premiumsegment hat das Unternehmen auch im Budgetsegment unter der Marke Sava ein zuverlässiges Produkt im Angebot. Die neueste Entwicklung bringt Goodyear nun im mittleren Preissegment unter der Traditionsmarke Fulda auf den Markt, das ein besonders gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet und somit die Produktpalette abrundet. autoservicepraxis.de | autohaus.de

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HANDEL WERKSERÖFFNUNG Reifenproduktion 4.0 Continental eröffnete im Juni das neue High Performance Technology Center im Werk Korbach und führt erstmals Verfahren nach „Industrie 4.0“ in den Reifenbau ein. Fotos: Dieter Väthröder ie riesige Produktionshalle wirkt, als sei sie zum Eröffnungstermin noch nicht fertig eingeräumt. Vereinzelte Maschinen und Mitarbeiter verlieren sich fast in der Halle. Und doch sollen hier 350.000 Reifen im Jahr entstehen. Reifen für leistungsstarke und technologisch anspruchsvolle Fahrzeuge aus dem UHP-Segment in Größen ab 19 Zoll. Der erste Reifen wurde Anfang Juni zur Eröffnung des High Performance Technologie Centers (HPTC) im Continental-Werk im hessischen Korbach produziert, nachdem die Anlage zuvor feierlich eröffnet wurde. Und ja, die neue Produktionsanlage war fertig und nahm pünktlich zum 7. Juni offiziell die Arbeit auf, der erste Eindruck hat getäuscht. Zum einen hat man bei der Planung der rik und Software. Dieses unter dem Stichwort Industrie 4.0 bekannte, alle Prozesse abbildende Verfahren lässt die lückenlose Dokumentation aller Produktionsschritte sowie des Verhaltens der Materialien während ihrer Verarbeitung zu. Dabei dient die neue Produktionsanlage nicht nur der Serienfertigung der UHP-Reifen, sondern auch zur Herstellung von Versuchsreifen im Testbetrieb. Diese „Forschungsabteilung in der Fabrik“ dient der Entwicklung und Erprobung neuer Produktionsprozesse und -verfahren, die in allen Reifenwerken von Continental weltweit eingeführt werden. Dazu wurde neueste Maschinentechnologie installiert, die höchste Präzision bei der Fertigung der einzelnen Reifenbauteile sicherstellt. „Damit können unsere Fachleute aus dem Reineuen Produktions- und Forschungsanlage vorausschauend Raum für zukünftige Erweiterungen berücksichtigt, zum anderen startete Continental mit dem HPTC ins digitale Zeitalter und läutete unter dem Stichwort „Industrie 4.0“ eine neue Stufe in der Reifenproduktion ein. Vernetzte Maschinen Erstmals setzt Continental auf die vollständige Vernetzung aller Maschinen des HPTC untereinander mittels Senso- KURZFASSUNG Continental hat Anfang Juni eine Produktions- und Forschungsanlage für UHP-Reifen im hessischen Korbach eröffnet. Die hochmoderne Anlage soll im Jahr 350.000 Reifen ab einer Größe von 19 Zoll produzieren können. RÄDER & REIFEN 02/2016 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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fenbau, Chemiker und Physiker neueste Verfahren konzipieren und ihre Tauglichkeit für die Serienproduktion von Reifen von Beginn an detailgetreu nachverfolgen“, erläutert Georg Reichert, Projektleiter für den Bau des HPTC. Startschuss: Das High Performance Technology Center nimmt seinen Betrieb auf. Wichtiger Standort Die feierliche Eröffnung des Hochtechnologie-Produktionszentrums wurde in Anwesenheit von Gästen aus der Bundes-, Landes- und Lokalpolitik sowie Mitarbeitern aus dem Reifenwerk vorgenommen. Vom Betriebsratsvorsitzenden Jörg Schönfelder über den Chef der hessischen Staatskanzlei Axel Wintermeyer bis hin zum Bürgermeister Klaus Friedrich und Landrat Dr. Reinhard Kubat betonten alle Gäste die Bedeutung des Werks Korbach und des neuen HPTC für den Standort. Mit rund 3.400 Mitarbeitern, darunter 80 neue im HPTC, sowie rund 150 Auszubildenden ist das Werk in Korbach größter Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb. Für das neue 12.000 Quadratmeter große „Werk im Werk“ wurden 45 Millionen Euro investiert. „Das HPTC verdeutlicht eindrucksvoll die intensive technologische Ausrichtung sowie konsequente Weiterentwicklung von Continental“, sagte Nikolai Setzer, der im Vorstand der Continental AG für die Reifen-Division verantwortlich ist. „Mit diesem nächsten substantiellen technologischen Meilenstein vollziehen wir einen weiteren großen Schritt der Umsetzung unserer Vision 2025, innerhalb derer wir unsere Kapazitäten zur Reifenfertigung weltweit kontinuierlich ausbauen. Dazu haben wir seit 2011 über zwei Milliarden Euro weltweit in Produktion, Forschung und Entwicklung sowie in Arbeitsplätze und neue Produkte investiert.“ Dieter Väthröder ■ Hier sollen anspruchsvolle UHP-Reifen ab 19 Zoll Größe entstehen. Die Revolution in der Fahrwerkvermessung Hunter HE421 – Das schnellste Achsmessgerät auf dem Markt 1. Fahrzeug positionieren 2. QuickGrip Adaptoren montieren 3. Fahrzeug vorwärts rollen 4. QuickGrip Adaptoren entfernen 5. Ausdruck entnehmen FERTIG PATENTIERT Beurer Straße 25a · 86926 Greifenberg Deutschland · Tel: +49-8192-933 99-0 Fax: +49-8192-933 99-19 www. hunter-d.de · info@hunter-d.de Erstmals setzt Continental auf die vollständige Vernetzung aller Maschinen untereinander. autoservicepraxis.de | autohaus.de

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HANDEL INTERVIEW Formel 1 wird noch schneller Über das Engagement in der Königsserie, wie Autofahrer davon profitieren und was sich nächste Saison alles ändert, sprach asp AUTO SERVICE PRAXIS mit Pirelli Racing Manager Mario Isola. asp: Herr Isola, wo lässt Pirelli die Formel-1-Reifen produzieren? M. Isola: Unsere Formel-1-Reifen werden in Izmit, Türkei, in einer ausschließlich dafür eingerichteten Fabrik hergestellt. Ein zweites Werk mit der exakt gleichen Einrichtung steht zur Sicherheit in Slatina, Rumänien, bereit. Forschung und Entwicklung finden in Italien statt. asp: Wie viele Reifen liefert Pirelli pro Wochenende an die Rennstrecke? M. Isola: Circa 1.900 Reifen stellen wir pro F1-Wochenende bereit, mit den Klassen GP2 und GP3 sind es rund 3.200 Stück. Außerdem rüsten wir die offiziellen Fahrzeuge wie Safety und Medical Car aus. asp: Wie profitieren die Pirelli-Straßenreifen von dem F1-Engagement? M. Isola: Die Formel 1 ist unser größtes Forschungs- und Entwicklungslabor, wir lernen sehr viel aus dem Wettbewerb – auch aus den anderen rund 300 Meisterschaften weltweit, in denen sich Pirelli engagiert. Diese Erfahrungen fließen regelmäßig in unsere aktuellen Produkte ein, aber ebenso in die Design- und Produktionstechnologie. asp: Welche Bedeutung hat das F1-Engagement aus Marketing-Sicht für das Image von Pirelli und den Reifenhandel? KURZFASSUNG Reifenhersteller Pirelli ist mit 80 Prozent Marktanteil im UHP-Bereich Marktführer und engagiert sich auch in der Formel 1. Die dort gewonnenen Erkenntnisse sowie die Design- und Produktionstechnologien fließen wiederum in die Entwicklung neuer Reifen für Endkunden ein. RÄDER & REIFEN 02/2016 Mario Isola ist Racing Manager beim Reifenhersteller Pirelli. M. Isola: In Bezug auf das Marketing ist die Formel 1 ein Volltreffer. Sie steht für Leistung, Technik und Lifestyle genauso wie unsere Marke und Produkte. Im UHP-Bereich sind wir Weltmarktführer, über 80 Prozent der Premium- und Luxusautomobilhersteller wählen uns für die Erstausrüstung. Da liegt ein F1-Engagement nahe. asp: Welche Änderungen gibt es im Reglement bezüglich Reifen in der nächsten F1-Saison und welche Auswirkungen wird das haben? M. Isola: Die Reifen werden um 25 Prozent breiter. Die Vorderreifen sind dann so breit wie die aktuellen Hinterreifen. Daraus resultieren viele Änderungen am Fahrzeug mit mehr Anpressdruck und höhere Kurvengeschwindigkeiten. Deshalb müssen wir auch unser Reifenkonzept von der Mischung bis zum Aufbau komplett neu überdenken. Interview: Dieter Väthröder ■ Foto: Pirelli autoservicepraxis.de | autohaus.de

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EMPOWERING THE ENTIRE BUSINESS www.thetire-cologne.de SHOW PROFILE! Köln, 29.05.–01.06.2018 Wir sind dabei: (Auszug) Valves & Sensors Ihr direkter Kontakt: Koelnmesse GmbH | Messeplatz 1 | 50679 Köln | Deutschland | Telefon +49 221 821 2213 | s.horst@koelnmesse.de

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HANDEL YOUNG- UND OLDTIMERREIFEN In der Spur bleiben Young- und Oldtimer erfreuen sich seit Jahren wachsender Beliebtheit. Die Reifenhersteller haben reagiert und bringen neue Reifentechnologien im historischen Gewand. Fotos: Vredestein, Pirelli, www.bjooli.com b Klassikertreffen oder Oldtimer-Rallye – der Zustrom sowohl seitens der stolzen Besitzer als auch des interessierten Publikums reißt nicht ab. Alleine im Oldtimermarkt wuchs der Bestand an Fahrzeugen laut einer Statistik des VDA vom 1. Januar 2001 bis 1. Januar 2015 um rund 290.000 Stück auf 351.000 Fahrzeuge. Mit H-Kennzeichen wohlgemerkt, denn viele Besitzer verzichten auch auf die historischen Kennzeichen derner Technologie. Das beginnt beim Unterbau, wo in der Karkasse moderne Materialien zum Einsatz kommen, und reicht bis zur Gummimischung, die dem heutigen Stand der Technik entspricht. Dies ist im Old- und Youngtimer-Bereich umso wichtiger, da die Modelle in der Regel mit schwächeren Bremsen ausgestattet sind und gleichzeitig keinerlei Regelsysteme vorhanden sind. Trotzdem werden sportliche Klassiker gerne im Grenzbereich bewegt, wenn es im Rahmen von Veranstaltungen auch mal auf die Rennstrecke geht. Doch „kalt verformtes“ Blech will kein Oldie-Besitzer, die Reifen brauchen gute Haftung. Rund 70 Prozent aller jemals gebauten Porsche sind heute noch in fahrbeund werden so nicht erfasst. Dazu kommt ein wachsender Markt für sogenannte Youngtimer: Fahrzeuge also, die zwischen 20 und 30 Jahren alt sind, noch bezahlbar und einen Wertzuwachs versprechen. Während Oldtimer in der Regel überwiegend zu gezielten Ausfahrten benutzt werden, kommen viele Youngtimer noch im Alltag zum Einsatz. Trotzdem achten die Besitzer auf Originalität, auch bei der Bereifung. Sicherheit zählt So wächst die Nachfrage nach zeitgenössischen Profilen parallel zum Fahrzeugmarkt kontinuierlich an. Doch die Reifen sollen nicht nur optisch zum Gesamtkunstwerk passen, sondern möglichst heutige Anforderungen bezüglich der Sicherheit erfüllen. Das haben auch einige Reifenhersteller registriert und produzieren Reifen mit klassischen Profilen, aber mo- Der Vredestein Sprint Classic ist sogar bis zu 270 Kilometer pro Stunde freigegeben. KURZFASSUNG Die Zahl der Old- und Youngtimer wächst stetig an. Das haben auch die Reifenhersteller erkannt und bieten für die Fahrzeuge spezielle Pneus im historischen Gewand, die aber dank neuester Technik auch sicher sind. RÄDER & REIFEN 02/2016 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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reitem Zustand. Die Sportwagen werden häufig bei Klassiker-Rennen bewegt und benötigen entsprechende Reifen. Extrem kurzer Bremsweg Wie leistungsfähig so ein Reifen dann sein kann, zeigt das Beispiel des „neuen“ Pirelli Cinturato CN 36, der in Zusammenarbeit mit Porsche-Ingenieuren entwickelt wurde und sogar die Porsche-Kennung „N“ besitzt. Montiert auf einem Porsche 911 E 2.4, erreichte er bei einem Test der „Auto Bild Klassik“ einen Trockenbremsweg von 35,37 Metern aus 100 Kilometer pro Stunde. Das entspricht heutigen Bremswegen moderner Autos. Pirelli hat jüngst verschiedene, speziell auf Porsche-Fahrzeuge abgestimmte Reifen entwickelt und hat 32 Klassik-Reifen für die Modelle 356 B und C, Boxster, 911 und 914 und die Transaxle-Baureihen 924, 928, 944 und 968 aufgelegt. Breites Angebot Hersteller wie BF Goodrich, Michelin oder Vredestein haben mittlerweile ein umfangreiches Angebot an historischen Profilen. Sommer-, Winter- oder Geländereifen sind heute kein Problem mehr. Vredestein bietet etwa den Sprint Classic mit Freigaben bis 270 Kilometer pro Stunde und in Größen von 13 bis 16 Zoll an. Der Grip Classic ist ein Spezialreifen für klassische Geländewagen mit Allrad, verfügbar in 205 R16 T XL. Selbst für Transporter wie den Citroen HY oder den Renault Saviem hat Vredestein einen Transporterreifen (17 R 400C 103/102 M, 16 Zoll) im Angebot. Den autoservicepraxis.de | autohaus.de BF Goodrich Radial T/A mit seiner typischen weißen Beschriftung findet man vor allem auf amerikanischen Klassikern, vor allem im Bereich Muscle Cars. Michelin führt 18 Modelle von Straßenreifen und vier Modelle historischer Rennreifen im Programm. Für Werkstätten, die Besitzer klassischer Fahrzeuge zu ihren Kunden zählen, kann sich ein Beratungsgespräch durchaus auszahlen. Laut der Online-Plattform Bjooli.com, die auf Teile, Zubehör und Reifen für Old- und Youngtimer spezialisiert ist, geben die Oldie-Fans bis zu 1.600 Euro für einen Reifensatz aus. Die Vielzahl an Bezugsquellen sowie die neu aufgelegten Produktionen sorgen normalerweise für eine gesicherte Versorgung mit Klassikreifen. Haben die Besitzer früher noch einen Satz vorrätig in der Garage gelagert, besteht dafür heute kein Anlass mehr, was auch die Gefahr der Überalterung mindert. Allerdings erreichen die „Schätzchen“ selten hohe Laufleistungen, sodass das Reifenalter ebenso im Blick behalten werden muss wie die Profiltiefe. Experten empfehlen gerade bei Oldtimern eine Mindestprofiltiefe von drei Millimetern. Es kann sich also lohnen, als Werkstatt beim nächsten Besuch eines „Oldies“ genauer hinzuschauen. Ein Gesamtbestand von momentan über zwei Millionen Fahrzeugen bietet viel Potenzial. Dieter Väthröder ■ Der Pirelli Cinturato schafft einen Bremsweg, der mit aktuellen Pneus vergleichbar ist. Einige Oldtimerfans geben bis zu 1.600 Euro für Reifen aus. DBV EASY Qualitäts-Komplettrad mit Stahlfelge zum sensationellen Preis! in 3 Größen (14, 15, 16 Zoll) erhältlich, optional mit Radzierblenden und RDKS. DBV-GARANTIE: ab49,80€ * * netto zzgl. MwSt. bis 12 Uhr bestellt - Versand noch am selben Tag! Super Preis- Leistungsverhältnis! Reifen aus Produktion 2016 WINTER- AKTION! DBV Würzburg GmbH Paradiesstraße 14b · D-97080 Würzburg Tel: +49 931 97004-0 · Fax: +49 931 97004-90 kontakt@dbv.eu · www.dbv.eu direkt bestellen!

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SERVICE RDKS-SCHULUNG Anlernphase Von der RDKS-Verordnung betroffene Fahrzeuge tröpfeln bislang nur vereinzelt in die Betriebe. Es fehlt häufig die praktische Erfahrung. asp AUTO SERVICE PRAXIS war live bei einer Schulung dabei. Trainer Udo Ginsterblum von Huf erklärt den Teilnehmern die verschiedenen RDKS. eit der Verabschiedung der EU-Verordnung im November 2012 zur verpflichtenden Ausrüstung aller Neufahrzeuge ab November 2014 mit RDKS-Systemen wurde viel darüber geschrieben, geschult und Ausrüstung verkauft. Auch Udo Ginsterblum, Produkt-Trainer bei Sensorhersteller Huf, hält seit 2012 zwischen 80 und 100 Schulungen im Jahr, die von Huf selbst oder über den Großhandel angeboten werden. Praxis gefragt Auch er findet, dass 2012 noch zu früh für die Schulungen war: „Mit Inkrafttreten der EU-Verordnung wurden von den Herstellern und im Großhandel schon 2012 eine Vielzahl an Schulungen angeboten, gleichzeitig wurden reichlich Startersets verkauft. Schon im Folgejahr kamen Anfragen aus den Betrieben, wo die RDKS-Autos denn blieben. Etliche Betriebe haben sich auch für viel Geld mit Sensoren und Servicekits bevorratet, RÄDER & REIFEN 02/2016 bis heute aber nur einen kleinen Teil verbraucht.“ Genau darin liegen aber die meisten Probleme begründet, die Werkstätten und Reifenhandel mit RDKS haben: mangelnde Übung und Erfahrung aufgrund noch zu weniger Anwendungen. Unterschiedliche Systeme, eine schier unüberschaubare Vielzahl an Sensoren, verschiedene Programmiergeräte und -möglichkeiten – all das lässt sich in einer Schulung vermitteln. Doch ohne die regelmäßige Anwendung in der Praxis geht das erworbene Wissen schnell wieder verloren. Das bestätigt auch Schulungsteilnehmer Franz-Josef Schilling vom 1A-Autoservice in Hasselroth: „Es hilft nur Learning by doing. Das Thema ist komplex und es gibt viele Optionen, da ist die noch seltene Anwendung ein Problem. Deshalb sind ich und mein Sohn hier, um im Umgang geübter zu werden.“ Großes Gewicht legte Trainer Udo Ginsterblum deshalb auch auf den praktischen Teil der Schulung, die er im Som- Fotos: Dieter Väthröder mer im Stahlgruber-Verkaufshaus in Wiesbaden abhielt. An verschiedenen Stationen konnten die Teilnehmer typische Aufgabenstellungen bewältigen, die zuvor in der Theorie besprochen wurden. „Jetzt, wo noch wenige Autos mit RDKS in die Betriebe kommen, ist die ideale Zeit, sich mit der Materie zu beschäftigen. Wer aber jetzt den Kopf in den Sand steckt, ist verloren“, so Ginsterblum. Zeitmanagement-Probleme Aus seiner Erfahrung weiß er auch, dass es im Umgang mit dem Thema große Unterschiede zwischen Reifenhandel und Kfz-Werkstatt gibt, auch bei der Verrechnung der Mehrarbeit oder dem Verkauf von Service-Kits: „Der Reifenhändler will viel wegschaffen, die Werkstatt will mit ihrer Kompetenz Geld verdienen. Viele im Reifenhandel haben das Prinzip nicht verstanden, die Mehrarbeit und Service-Kits zu verkaufen, sondern sehen nur den Mehraufwand. Die Werkstatt ist dagegen den Umgang mit elektronischen Bauteilen eher gewohnt und tut sich insgesamt leichter.“ Probleme sieht er auch im Zeitmanagement beim Reifenhandel. „Ohne Wechseltermine, in die der Zeitaufwand für RDKS eingeplant ist, hat der Betrieb ein Problem, wenn beim ersten Schnee alle vor der Tür stehen. Die Praxis der Terminierung hat sich aber im Reifenhandel noch nicht überall durchgesetzt.“ Theorie lehrreich Schon den theoretischen Teil gestaltete Udo Ginsterblum anschaulich mit Beispielen und Problemen aus der Praxis, so auch bei der Rechtslage. So wollen viele Kunden Geld sparen, indem sie etwa beim Winterreifensatz auf RDKS verzichten wollen und die Warnleuchte autoservicepraxis.de | autohaus.de

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Im praktischen Teil der Schulung mussten die Teilnehmer verschiedende Aufgaben lösen. Universalsensoren lassen sich leicht mit entsprechendem Programmiergerät anlernen oder die Daten klonen. autoservicepraxis.de | autohaus.de ignorieren. Doch während ein nicht funktionsfähiges RDKS bei der Hauptuntersuchung bis 19. Mai 2018 noch als geringer Mangel eingestuft wird, gilt es ab dem 20. Mai 2018 als erheblicher Mangel – die Plakette wird verweigert. Kommt es gar zum Unfall durch unbemerkten Druckverlust, gilt vor Gericht die Werkstatt immer als Fachmann, der Autofahrer als Laie. Nach den Unterschieden zwischen direkten und indirekten Systemen ging Udo Ginsterblum auf die verschiedenen Sensortypen und deren Programmierung ein. So sind alleine rund 150 unterschiedliche OE-Sensoren ab Werk in den Fahrzeugen verbaut. „Im Moment ist in der Regel noch Zeit, Original-Teile beim Vertragshändler zu besorgen. Die Lösung in Zukunft heißt jedoch Universalsensor“, so Ginsterblum. Diese werden sich voraussichtlich auch im Ersatzmarkt durchsetzen, auch weil sie von den OE-Sensoren geklont werden können, was viel Zeit spart. „Der Bedarf an verschiedenen Sensoren richtet sich stark nach dem lokalen oder regionalen Fahrzeugbestand. Ein Betrieb sollte deshalb wissen, welche Typen für ihn relevant sind“, empfiehlt Udo Ginsterblum, rät aber momentan noch von einer Bevorratung ab, da die Sensoren auch in nicht eingebautem Zustand einen geringen Stromverbrauch haben und überaltern können. Außerdem ist nicht nur das Fahrzeug entscheidend, sondern auch die Zuordnung zu den Felgen, insbesondere bei Nachrüstfelgen. Wertvolle Tipps zum Schluss Vor dem Praxisteil gab es noch wertvolle Hinweise zu den Werkstattabläufen. So empfiehlt Udo Ginsterblum eine Eingangskontrolle über die Funktion der Sensoren vor einem Radwechsel oder Manuel Blöser, Kfz-Service A. Hain, Schönegg: „Ich wollte hier Tipps und Erfahrungen zu Programmierung, Montage und Rechtsfragen sammeln – das ist gelungen.“ der Demontage sowie einen protokollierten Ausgangstest zur eigenen Absicherung. Bei jeder Umbereifung muss außerdem ein neues Service-Kit verbaut werden. Will der Kunde seine Reifen mit nach Hause nehmen, sollten ihm abgeschirmte Reifentüten gestellt werden, weil sonst acht Reifen an das RDKS funken und Fehlermeldungen auftreten. Abschließend hat Udo Ginsterblum noch einen Tipp: „Zur exakten Berechnung des Mehraufwands hat der BRV eine Refa-Studie erstellt, in der Zusatzarbeiten und Zeitaufwand detailliert aufgeführt sind. Sie dürfen die Kosten nicht auf sich sitzen lassen“. Dieter Väthröder ■ ATH-Reifenmontiermaschinen jetzt WDK-zertifiziert ATH M92 ATH M72 + A34 ATH M52 + A34 • Hochpräzise, verwindungssteife Konstruktion durch Laserbrennschneiden und Roboterschweißen • Sehr widerstandsfähige Hammerschlag-Pulverbeschichtung WDK-fähig • Pneumatische Montagekopf-Spannung mit einstellbarer, automatischer vertikaler und horizontaler Felgenentfernung • Jetzt auch WDK-zertifiziert (nur in Verbindung mit optionalem WDK-Kit) Typ M92 M72+A34 M52+A34 Preis* € 6.995,- € 2.814,- € 2.399,- Preis WDK-Kit* € 487,- € 499,- € 499,- * Werkseitig montiert, steckerfertig geliefert. Alle Preise verstehen sich zzgl. Fracht und MwSt. Angebot gültig bis 31.12.2016. Verkauf nur über ATH-Vertriebspartner. ATH-Heinl GmbH & Co. KG | www.ath-heinl.de | Tel.: 09661 87764 00

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SERVICE HOTLINES Hilfe bei Fragen rund um RDKS Autos mit Reifendruckkontrollsystemen trudeln nach und nach in die Werkstätten ein. Doch wie sieht es mit dem Support der Hersteller aus? Wir haben nachgefragt, was die Hotlines konkret bieten. Fotos: Rido/fotolia.com, Huf, Schrader uch wenn RDKS schon eine Weile ein großes Thema ist, trudeln Fahrzeuge mit Reifendruckkontrollsystemen erst langsam in den freien Werkstätten ein. Durch den verpflichtenden Einsatz in allen jüngeren Autos dürfte sich die Lage 2016 jedoch weiter zuspitzen. Viele Montagebetriebe sind damit überfordert, und wenn der Wechsel auf die Winterräder ansteht, herrscht ohnehin wieder der Ausnahmezustand. Hilfe im RDKS-Wirrwarr bieten RDKS-Kurse (siehe S. 22). Die Hersteller bieten aber auch auf ihren Webseiten Informationen und Videos zu ihren Systemen an. Die gute alte Hotline ist jedoch oftmals das Mittel der Wahl, Nummer „00800-5555-TPMS“ oder „00800-55558767“ stehen die Schrader- Experten direkt in Deutschland zwischen 8 und 17 Uhr zur Verfügung. Auch RDKS-Hersteller Huf hat seine Hotline pünktlich zum Wintergeschäft in Zusammenarbeit mit der holländischen Mivar Group verbessert. „Mit der neuen Service-Hotline können wir schneller und effektiver Kundenanfrawenn der Mechaniker gerade mit dreckigen Händen in der Werkstatt steht. Wir haben bei den RDKS-Herstellern nachgefragt, ob die Hotlines die Wünsche der Kunden abdecken und umfassende Informationen liefern können. Im Winter länger erreichbar RDKS-Profi Schrader International unterstützt die Montagebetriebe mit einer aus dem deutschen Festnetz kostenfreien „XXL-Hotline“. Dort wird laut Hersteller eine schnelle Hilfe bei allen Fragen rund um RDKS-Sensoren und Peripherie geboten. Die technische Schrader-Kundenhotline ist für das kommende Wintergeschäft sogar eine Stunde länger erreichbar. Unter der KURZFASSUNG Um Fragen zu Reifendruckkontrollsystemen zu beantworten, haben die Hersteller kostenlose und kostenpflichtige Hotlines eingerichtet. Einige bieten zur Winterzeit auch eine längere Erreichbarkeit oder den Service in Englisch an. RÄDER & REIFEN 02/2016 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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gen beantworten“, sagt Rob Viset, Account Manager und Product Trainer IAM, Europa. Gerade in der Hauptsaison im Frühjahr und Herbst kommen viele Anfragen bei dem Hersteller an, die nun europaweit beantwortet werden können. Die Hotline deckt technische Anfragen zu RDKS, beispielsweise zur Montage und Inbetriebnahme der Sensoren, Abdeckung, Konfiguration sowie Kompatibilität mit Diagnosegeräten ab. Die Hotline ist unter der Telefonnummer „02051-2726006“ erreichbar und auf Deutsch und Englisch verfügbar. Speziell geschultes Personal Continental-Marke VDO ist unter der Rufnummer „01805-221242“ erreichbar. Dort werden Fragen rund um Sensoren, Diagnoseprodukte, Spezialwerkzeuge oder Arbeitsschritte im Zusammenhang mit RDKS und anderen VDO-Aftermarket-Produkten beantwortet. Die Hotline ist werktags von 9 bis 12 Uhr Huf bietet Hilfe für RDKS sowohl in deutscher als auch englischer Sprache an. sowie zwischen 13 und 17 Uhr erreichbar und kostet 0,14 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz sowie maximal 0,42 Euro pro Minute aus dem deutschen Mobilfunknetz. Alcar bietet seinen Kunden ebenfalls eine RDKS-Hotline unter der Telefonnummer „0180-5500775“ an. Die Hotline ist von speziell geschultem Personal besetzt und montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr erreichbar. Sie bietet laut Schrader hat pünktlich zum Wintergeschäft die Erreichbarkeit der Hotline verlängert. Hersteller Infos zum Thema Reifendruckkontrollsysteme, Sensorik, Diagnosetools und verschiedene Anlernverfahren der Fahrzeuge. Ebenfalls eine RDKS-Servicehotline bietet der Ventil-Spezialist Alligator, der mit „sens.it“ eine spezielle Produktlinie für programmierbare RDKS-Sensoren hat. Das Unternehmen aus Giengen an der Brenz ist unter der „07322-130415“ erreichbar. Alexander Junk ■ REIFEN UND FELGE GEHÖREN ZUSAMMEN ... ... wie Berlin und Brandenburger Tor. Testen Sie JETZT unseren neuen Webshop auf www.tysys.de Stets die neuesten Trends, die größte Auswahl und der beste Service. 100% gebührenfrei! autoservicepraxis.de | autohaus.de 4 Fleet Group GmbH Abt. TYSYS · Xantener Straße 105 · 50733 Köln · Fon: + 49 (0) 221/97666-287 · Fax: + 49 (0) 221/97666-214 · E-Mail: info@tysys.de · Web: www.tysys.de

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SERVICE REIFENEINLAGERUNG Aufgestockt Zur Grundsteinlegung kamen (v. l. n. r.): Martina Thater-Rebel von der Wirtschaftsförderung, Geschäftsführer Udo Wehren, Bürgermeister Jürgen Rogg und Ralf Linse vom Generalunternehmer Akado GmbH. Der Reifeneinlagerungs-Dienstleister Wheels in Stock vergrößert seine Lagerkapazitäten. Im hessischen Dietzenbach wurde der Grundstein für eine neue Einlagerungshalle gelegt. it einer Investitionssumme von insgesamt 2,4 Millionen Euro reagiert das Reifeneinlagerungsunternehmen Wheels in Stock auf das wachsende Kundeninteresse KURZFASSUNG einem Grundstück von knapp 4.500 Quadratmetern entsteht eine moderne, 1.500 Quadratmeter große Halle, die dank einer Höhe von 7,5 Metern und verfahrbaren Reifenregalen eine Kapaund eigene Expansionspläne. Der Dienstleister mit seinen Wurzeln im Rhein-Main-Gebiet legte Ende Juli den Grundstein für eine neue Einlagerungshalle in Dietzenbach bei Offenbach. Auf Der Reifeneinlagerungs-Dienstleister Wheels in Stock hat in Dietzenbach den Grundstein für eine neue Einlagerungshalle gelegt. Das Gebäude soll im Januar 2017 in Betrieb genommen werden und Platz für 10.000 Reifensätze bieten. Bundesweit hat der Anbieter dann fünf Lager-Standorte. RÄDER & REIFEN 02/2016 Foto: Wheels in Stock So soll es aussehen: Computerskizze der neuen Halle mit Platz für 10.000 Reifensätze. autoservicepraxis.de | autohaus.de

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Reifeneinlagerung liegt im Trend: Die Anbieter bauen ihre Kapazitäten sukzessive aus. Die externe Lagerung entlastet Autohäuser und Werkstätten in ihrem Tagesgeschäft. zität von 10.000 Reifensätzen aufnehmen kann. Schon in der letzten Novemberwoche ist der Umzug aus den bisherigen drei Miethallen in Dietzenbach geplant, wo bislang 7.500 Radsätze eingelagert sind. Die Miethallen sind auch einer der Hauptgründe für den Neubau, verschlangen sie doch bisher alleine Mietkosten in Höhe von 25.000 Euro im Monat. „Die Nebenkosten lagen teilweise über den Mieten, das frisst einen auf “, sagt Geschäftsführer Udo Wehren. „Die Finanzierungskosten für das neue Objekt sind nicht nur geringer, sondern auch planbarer.“ Außerdem hat man jetzt einen zentralen Standort und muss nicht mehr zwischen drei Hallen pendeln. Weitere Standorte Neben dem Standort Dietzenbach betreibt Wheels in Stock noch weitere Lager in Elsenfeld bei Aschaffenburg, Gera, Fulda und Mannheim. Weitere Standorte nicht ausgeschlossen. „Ab zirka 2.500 Radsätzen, die natürlich aus mehreren Betrieben kommen können, lohnt sich die Einrichtung eines neuen Lagers für eine Region. Die Kundennähe ist uns sehr wichtig“, betont Vertriebsleiter Sebastian Wehren. Doch jetzt freut man sich erst mal auf das neue Objekt, dessen offizielle Eröffnung Ende Januar 2017 stattfinden soll, wenn der Umzug und das Saisongeschäft bewältigt sind. Dieter Väthröder ■ autoservicepraxis.de | autohaus.de Fotos: Dieter Väthröder INNOVATION DRIVEN DAS PERFEKTE RDKS-DUO Mit dem innovativen EZ-Sensor Pad und dem besten Universalsensor EZ-Sensor 2.0 von Schrader sind Sie bei RDKS immer einen Schritt voraus. • Einfache und kostengünstige Programmierung • Automatische und kostenlose Updates • Windows PC und Android/iOS App kompatibel • Maximale Fahrzeugabdeckung • Nur ein Sensortyp im Lager notwendig 0049-8254-27-999-33 www.tpmseuroshop.com PERFORMANCE SENSORS a brand of Sensata Technologies

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SERVICE ALTE REIFEN Kein alter Schinken Vielfahrer kennen die Problematik um überalterte Reifen nicht. Sie sind längst abgefahren, bevor es zu altersbedingten Sicherheitseinbußen kommt. Ganz anders sieht es jedoch bei Wenigfahrern aus. och vor einigen Jahren waren viele Autofahrer der Überzeugung, dass alte, gut profilierte Reifen am Fahrzeug eher gut als schlecht sind. Vor allem ihr Verschleiß würde mit zunehmendem Alter abnehmen, da sie, wie ein alter, gut abgehangener Schinken, ausgehärtet seien. Mit dieser Argumentation hatten solche Autofahrer noch nicht mal ganz unrecht. Tatsache ist, dass alte Reifen tatsächlich weniger Abrieb haben, weil schlicht dem Gummi KURZFASSUNG Reifen unterliegen neben der Abnutzung Alterungsprozessen, die durch UV-Licht, Frost oder Hitze verursacht werden. Bei ordnungsgemäßer Lagerung dürfen sie dennoch bis zu zehn Jahren verwendet werden. RÄDER & REIFEN 02/2016 mit zunehmendem Alter verschiedene Weichmacher verloren gehen. Dass solche Reifen eine massiv herabgesetzte Haftung bei trockener und besonders bei nasser Fahrbahn haben, wurde dabei aber gerne übersehen. Mit steigendem Sicherheitsbewusstsein, aber auch durch Aufklärung der Prüforganisationen und Automobilclubs, hat sich diese Ansicht völlig geändert. UV-Licht, Frost und Hitze Die Folge: Heute können zum Beispiel Reifenhändler im Extremfall bereits Probleme mit Kunden bekommen, wenn sie Neureifen aus dem vergangenen Produktionsjahr verkaufen wollen. Ob Kunden das Recht auf produktionsfrische Reifen haben und was letztlich einen Neureifen ausmacht, bedarf einer vielschichtigen Antwort. Hierzu muss zuerst geklärt werden, welchen Alterungsprozessen Reifen unterliegen und welche Einflüsse besonders schädlich sind. „In erster Linie sind es, neben betriebsbedingten Belastungen (Verformungskräfte), physikalische und chemische Prozesse wie UV- Licht, Frost oder Hitze, die einen Reifen mit der Zeit altern lassen“, sagt Stefan Dittmar, Tea mleiter Räder im Bereich Reifen & Räder der TÜV SÜD Product Service GmbH. „Egal, ob er gefahren wird oder nicht.“ Genau betrachtet sind es Luftschadstoffe wie Ozon, die zusammen mit dem UV-Licht der Sonne und dem Sauerstoff der Luft eine unterschiedlich starke Mikrokristall- und Clusterbildung bei zusätzlicher Weichmacherdiffusion in der Reifenmischung bedingen. Die Fotos: TÜV SÜD, Marcel Schoch autoservicepraxis.de | autohaus.de

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Reifen verspröden beziehungsweise werden hart. Kommen dann noch Wasser (Regen) und der Kontakt mit reaktiven Metallen (zum Beispiel Kupfer) dazu, beschleunigt sich der Alterungsprozess noch. Dies liegt vor allem an den im Regenwasser gelösten Säuren (Schwefelsäure). „Die Gummi-Versprödung zeigt sich dann in Form von kleinen Rissen, die besonders gerne an mechanisch hochbelasteten Stellen des Reifens auftreten“, so Stefan Dittmar. Durch die kleinen Risse kann dann Wasser in den Reifen eindringen und im Inneren bei Stahlkarkassen Rost verursachen − das schwächt den Reifen zusätzlich. Ein Reifenplatzer ist dann nur eine Frage der Zeit beziehungsweise Belastung. „Die Reifenhersteller kennen diese Phänomene nur zu gut und mischen dem Reifengummi so genannte statische und dynamische Alterungsschutzmittel bei“, erklärt Stefan Dittmar. Die Ersteren bewirken an der Reifenoberfläche einen Wachsfilm, der Ozonrisse verhindert. Dynamische Mittel sind meist Antioxidantien, die mit Ozon und Sauerstoff reagieren und diese so für den Gummi unschädlich machen. Trotz des Altersschutzes empfehlen Reifenexperten jedoch, die Reifen, wenn sie eingelagert werden (zum Beispiel: Sommer-, Winter- und Neu-Reifeneinlagerung), möglichst allen schädlichen Einflüssen zu entziehen und sie sachgerecht zu lagern. Lagerung im Freien vermeiden Maßgeblich hierfür ist die DIN 7716 (Richtlinie für Lagerung, Wartung und Reinigung von Gummierzeugnissen) beziehungsweise ISO 2230:2002-04 (Produkte aus Gummi – Leitlinie für die Lagerung). Gemäß diesen sind Reifen (auch Kompletträder) stets kühl (< 25° Celsius), trocken, sauber und vor Sonnenlicht oder starkem künstlichen Licht geschützt, einzulagern. Zu beachten ist Reifen müssen kühl, stehend und vor Licht geschützt gelagert werden. auch, dass sich keine Öle, Fette, Lacke oder Kraftstoffe im unmittelbaren Umfeld des Reifenlagers befinden, da direkter Kontakt oder Ausdünstungen den Gummi angreifen können. Gleiches gilt für elektrische Geräte. Sie können Ozon produzieren, das besonders schädlich für Gummi ist. Ozon und direkte Sonneneinstrahlung sind auch Gründe, weshalb auch eine Reifenlagerung im Freien 100% RDKS ALCAR PLUG & DRIVE DIE SICHERE & EINFACHE LÖSUNG FÜR IHREN KFZ-BETRIEB • ANBAUFERTIG MONTIERT UND GEWUCHTET • AUCH MIT RDKS-SENSOR LIEFERBAR • KEINE PROGRAMMIERUNG DES SENSORS NÖTIG • SCHNELLSTE LIEFERUNG ZU TOP-PREISEN • EINFACHSTE KONFIGURATION ÜBER ALCAR WEBSHOP • REGISTRIERUNG UNTER WWW.ALCAR.DE/MEMBERS WWW.ALCAR.DE

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SERVICE An Sportwagen haben alte Reifen nichts verloren. Ihr Zustand muss einwandfrei sein. ALTE REIFEN AUS DER SICHT DES TÜV SÜD asp: Verändert sich aus der Sicht des TÜV SÜD die Qualität von sachgerecht gelagerten Reifen? S. Dittmar: Bei sachgemäßer Lagerung (liegend, kühl, dunkel) verändert sich die Qualität von Reifen kaum. Sie können auch nach Jahren noch benutzt werden. Allerdings sollten auch sachgemäß gelagerte Reifen spätestens nach zehn Jahren ersetzt werden. Durch lange Lagerzeiten werden allerdings Entwicklungsschritte ausgelassen. asp: Wie verändern sich die Fahreigenschaften von Reifen mit zunehmendem Alter im Fahrbetrieb? S. Dittmar: Hierzu liegen uns keine fundierten Erkenntnisse vor, die eine belastungsfähige Aussage ermöglichen. asp: Ab welchem Alter wird das Fahrverhalten kritisch? S. Dittmar: Eine pauschale Aussage ist hier auch nicht möglich, weil viele Faktoren auf den Alterungsprozess und damit auf den Zustand des Reifens einwirken. asp: Ab welchem Reifenalter werden Reifen bei der HU beanstandet? S. Dittmar: Im nationalen Gremium, Fachausschuss Kraftfahrzeugtechnik (FKT), wurde im Oktober 2014 darüber beraten. Im Ergebnis der Beratung ist festzustellen, dass derzeit keine Notwendigkeit gesehen wird, Reifen ab einem bestimmten Alter generell zu bemängeln, sondern Reifen weiterhin entsprechend ihres Zustandes zu beurteilen. Laut EU-Gesetzgebung sollten Reifen gewechselt werden, wenn das Reifenprofil auf die gesetzliche Mindestprofiltiefe abgefahren ist, es Schnittstellen, Risse, Beulen oder Sonnenschäden gibt oder Anzeichen eines unsachgemäßen Einsatzes, wie zu geringer Druck oder Überbelastung, erkennbar sind. asp: Kann es zu einer Beanstandung bei der HU kommen, weil der Reserve-Reifen überaltert ist? S. Dittmar: Nach der StVZO ist ein Reserverad gar nicht vorgeschrieben. Der Zustand eines Reservereifens kann demnach auch keine Beanstandung im Rahmen der HU bedingen. Bei Auffälligkeiten des Reserverads wird der Prüfer aber sicher einen Hinweis zu dessen Zustand geben. asp: Was ist bezüglich des Reifenalters zu beachten, wenn ein einzelner Reifen am Fahrzeug aufgrund eines Reifendefekts ersetzt werden muss? S. Dittmar: Für optimale Leistung und Sicherheit sollte stets auf allen vier Rädern der gleiche Reifentyp montiert werden. Das heißt auch, die Reifen sollten technisch demselben Stand entsprechen. Das Interview führte Dr. Marcel Schoch. RÄDER & REIFEN 02/2016 Stefan Dittmar, TÜV SÜD Product Service GmbH vermieden werden sollte. Wenn diese notwendig ist, sind die Reifen zumindest mit einer lichtundurchlässigen Plane zu schützen. Bei kurzer Lagerung (drei bis vier Monate) in einem Lager können vier bis fünf Reifen liegend übereinandergestapelt eingelagert werden. Bei längerer Einlagerung sind Reifenregale zu verwenden. In diesen stehen die Reifen senkrecht. Bei dieser Art der Einlagerung müssen die Reifen aber einmal im Monat gedreht werden, um Verformungen vorzubeugen. Kompletträder sind hängend oder auf Holz liegend einzulagern. „Rechtlich betrachtet darf ein Reifen, wenn die Vorgaben der DIN 7716 beziehungsweise ISO 2230 erfüllt sind, bis maximal fünf Jahre gelagert werden“, sagt Johannes Wiesinger, Automobil- Experte aus Ingolstadt und Betreiber des Kfz-Technik-Informationsportals www.kfztech.de. „Er gilt dann immer noch als Neureifen, weil er in seiner Verwendungstauglichkeit nicht beeinträchtigt ist.“ Der Verkauf und die Montage sind somit technisch unbedenklich. Anspruch auf Preisminderung Dies muss aber auch nachgewiesen werden können. Beim Verkauf solcher langgelagerten Neureifen ist zudem zu beachten, dass Käufer auch solche erhalten, die dem neuesten, werbemäßig angepriesenen Stand der Technik entsprechen. Das bedeutet, ist das Nachfolgemodell bereits auf dem Markt, hat der Käufer Anspruch auf Preisminderung (siehe: Amtsgericht Starnberg, Urteil vom 16. Dezember 2009; AZ: 6 C 1725/09). Dies bestätigt auch der Bundesverband für den Reifenhandel und das Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV), wobei, vorausgesetzt eine sach- und fachgerechte Lagerung, Reifen bis zu einem Alter von drei Jahren als fabrikneu und solche bis zu maximal fünf Jahren Alter als neu bezeichnet werden dürfen. Bleibt letztlich noch die Frage zu klären, wie lange Reifen am Fahrzeug verbleiben dürfen, bevor sie aus Altersgründen (nicht wegen Verschleiß) zwingend gewechselt werden müssen. Der BRV nimmt auch hierzu klar Stellung (siehe: http://www.brv-bonn.de/ver- autoservicepraxis.de | autohaus.de

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Die tiefen Risse wurden durch betriebsbedingte Belastungen verursacht. braucher-start/reifenkauf) und empfiehlt, Reifen, die älter als zehn Jahre sind, nur dann noch zu fahren, wenn sie bis dahin unter normalen Bedingungen im Einsatz waren und noch nicht die Verschleißgrenze erreicht haben. Solche Reifen können dann noch im laufenden Betrieb abgefahren werden (abweichende Empfehlungen der Reifenhersteller sind hier zu beachten). Anders liegt der Fall für so genannte Standfahrzeuge (zum Beispiel: Wohnwagen, Wohnmobile oder Anhänger). „Da Extremfall: Ein Reifen von 1985, der bis vor kurzem an einem Fahrzeug montiert war. solche Fahrzeuge nicht regelmäßig bewegt werden, altern die Reifen besonders schnell“, weiß Johannes Wiesinger. „Grundsätzlich sind diese Reifen nach längeren Standzeiten und vor Reisen (inklusive Ersatzrad) auf Funktionstauglichkeit zu prüfen.“ Die Reifenhersteller empfehlen hierzu, dass Reifen nach sechs Jahren, spätestens jedoch nach acht Jahren auf jeden Fall zu ersetzen sind. „Bei Anhängern, die bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 100 Kilometer pro Stunde verwendet werden dürfen, darf Trotz gutem Profil musste dieser 14 Jahre alte Reifen dringend gewechselt werden. das Reifenalter maximal sechs Jahre betragen“ (Grundlage StVO AusnV 9, §3), sagt Stefan Dittmar. „Allerdings würde selbst bei Anhängern mit 100-km/h - Pla kette ein Reifen, der älter als sechs Jahre ist, bei der HU lediglich als Hinweis im Prüfbericht aufgeführt werden (kein Mangel). Das bedeutet, dass der Anhänger immer noch betrieben werden darf. Die 100 Kilometer pro Stunde auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen dürfen dann aber nicht mehr gefahren werden.“ Marcel Schoch ■

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SERVICE ONLINE-REIFENHANDEL Der Händler am Platz Über die Reifenhändler-Suchmaschine Reifen-vor-Ort können sich Kfz-Betriebe als Fachmann vor Ort präsentieren. Zwei Kunden berichten über ihre Erfahrung mit den gelben Seiten des Reifenhandels. KURZFASSUNG Werkstätten und Autohäuser nutzen die Plattform Reifen-vor-Ort hauptsächlich als Instrument zur Kundengewinnung. Mit dem reinen Verkauf von Reifen kann man im Internet heute kaum noch Geld verdienen – die Preise sind zu niedrig. Am Reifen selbst ist nichts verdient – aber der Kunde kommt wenigstens in die Werkstatt ebshops für Autoreifen gibt es mittlerweile viele – sowohl für private als auch gewerbliche Kunden. Während sich Online-Marktplätze wie Tyre24 oder gettygo ausschließlich an gewerbliche Nutzer richten, haben Angebote wie reifendirekt.de, tirendo.de und reifen.com den privaten Käufer im Blick, der hier unter Hunderttausenden von Reifen auswählen kann. Werkstätten und Reifenbetriebe können sich auf diesen Plattformen zwar als Montagepartner registrieren, werden in der Suchfunktion jedoch wenig repräsentativ als einer unter Simon Zeisberg, Autohaus Zeisberg: „Wir wollen mit der Plattform Reifen-vor-Ort in erster Linie unsere Bekanntheit erhöhen.“ RÄDER & REIFEN 02/2016 Den Suchradius erweitern Händler können bei Reifen-vor-Ort auch eine Umkreisfunktion nutzen. „Unabhängig von der Basis- oder Profilistung können sie den Umkreis, in dem sie für Endkunden angezeigt werden möchten, bis zu einem Radius von 20 Kilometer indivi duell festlegen“, erklärt Torsten Kühne, Pressesprecher der Saitow AG. Das kostet dann allerdings extra. Der Aachener Werkstattbetrieb Kfz-Hermanns hat eine Profi-Listung bei Reifen-vor-Ort: „Alles andere macht wenig Sinn, weil man sonst nicht ganz oben gelistet wird“, rät Werkstattleiter Michael Naudet. Um möglichst oft und möglichst weit oben im Suchergebnis zu erscheinen, hat der Betrieb den Postleitzahlen-Radius deutlich erweitert. Das kostet das Untervielen gelistet. Einen etwas anderen Ansatz verfolgt die Reifensuchmaschine Reifen-vor-Ort.de. Hinter dem Angebot steht die Saitow AG, Betreiber des B2B-Marktplatzes Tyre24. Der Anbieter versteht Reifen-vor- Ort als „Gelbe Seiten plus Shopangebot“. Reifenhändler, Werkstätten und Autohäuser können unter eigenen Namen ihre Reifen-Kompetenz vermarkten. Ziel ist es, sich als Reifenhändler in der Nähe zu positionieren. Käufer haben daher die Möglichkeit, über eine Suchmaske nach Postleitzahlen zu suchen. Als Suchergebnis werden alle bei Reifen-vor-Ort registrierten Händler innerhalb eines 20-Kilometer-Radius angezeigt. Foto: privat Foto: Fotolia/industrieblick Im grundgebührenfreien Basispaket bezahlen Händler, Autohäuser und Werkstätten eine Umsatzprovision in Höhe von acht Prozent an den Shopbetreiber. Im Profi-Paket, das monatlich um die 30 Euro kostet, liegt die Umsatzprovision bei sechs Prozent. Dafür bekommt man eine Menge an Leistung: bevorzugte Positionierung im Suchergebnis, Darstellung der eigenen Dienstleistungen und Preise, Upload-Möglichkeit von Bildern und detaillierte Kontaktdaten. Zudem werden bei der Profi-Listung die Bewertungen der Kunden angezeigt. Grundsätzlich gilt: Jeder gelistete Händler kalkuliert seine Preise selbst. autoservicepraxis.de | autohaus.de

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nehmen eine zusätzliche Gebühr zuzüglich Umsatzprovision von sechs Prozent pro verkauften Reifen für den Betreiber. Für den Servicebetrieb steht der Marketingaspekt im Vordergrund, bestätigt Werkstattleiter Michael Naudet: „Die Reifenplattform bringt uns neue Kunden, die sonst vielleicht gar nicht auf uns aufmerksam geworden wären.“ Die Präsenz im Netz hilft dem Betrieb, trotz seiner etwas versteckten Lage mitten in der Aachener Innenstadt, für ein breites Publikum sichtbar zu sein. „Wir haben schon immer aktives Marketing betrieben, Werbung auf Bussen beispielsweise oder Bestandskundenmarketing.“ Mittlerweile wurde aus einem reinen Saisongeschäft ein wichtiges Standbein. autoservicepraxis.de | autohaus.de SO FUNKTIONIERT REIFEN-VOR-ORT Die Suchmaske auf der Internetplattform Reifen-vor-Ort ist bewusst einfach gehalten und funktioniert auf allen Endgeräten. Derzeit sind 6.462 Händler gelistet, davon hat ein Drittel eine Profi-Listung. ■ Schritt 1: Gesuchte Reifengröße und Postleitzahl eingeben – schon kann die Suche nach einem Händler vor Ort losgehen. ■ Schritt 2: Im Suchergebnis werden die Händler in der Reihenfolge ihrer Entfernung mit Entfernungsangabe angezeigt. Profi-Mitglieder haben hier einen Vorteil, weil sie in der Ergebnisliste bevorzugt ganz oben angezeigt werden. Käufer haben die Möglichkeit, die Kontaktdaten des Händlers einzusehen – Telefonnummern und E-Mail-Adresse werden aber nur bei Profi-Partnern angezeigt. ■ Schritt 3: Auf Mausklick erstellt das System auch gleich ein Angebot mit Briefkopf des Händlers für das ausgewählte Produkt. Das PDF-Dokument kann ausgedruckt und mitgebracht werden. Vertrauensbildende Maßnahme aus Sicht des Kunden: Auf Wunsch kann die Bezahlung der Reifen vor Ort beim Reifenhändler erfolgen. Die Eingabe von Kontoangaben ist daher online nicht nötig. Bewertungen Bei Profi-Mitgliedern sind alle Bewertungen durch Kunden sichtbar – wer hier positive Stimmen einsammelt, kann zusätzlich punkten. Außerdem können Profi-Mitglieder Angaben zum Profil ihres Betriebs, angebotene Dienstleistungen und Preisen hinterlegen. Sparfüchse ins Haus holen Viel Spielraum bei der Preisgestaltung gebe es aber nicht. Das Internet stellt Transparenz her und viele Kunden schauen auch bei Reifen auf jeden Euro. Das ist auch der Grund, weshalb Hermanns ausschließlich bei Tyre24 aktiv ist. „Wenn ich den gleichen Reifen woanders für einige Cent teurer anbiete, kommen schnell Nachfragen.“ Einen Effekt hat Naudet unterschätzt: „Mit der Neukundenakquise über die Plattform holt man sich besonders preissensible Kunden in die Werkstatt“, erklärt der Kfz-Fachmann. Mancher Sparfuchs komme dann auch auf die Idee, Ersatzteile gleich selbst mitzubringen. „Aus Gewährleistungsgründen lassen wir uns darauf grundsätzlich nicht ein“, betont Naudet. Auch für Simon Zeisberg, Inhaber und Gründer des Autohaus Zeisberg in Oberdischingen, steht der Marketingaspekt im Vordergrund: „Wenn wir neue Kunden in unser Autohaus kriegen, bedeutet das immer auch die Chance auf Folgegeschäft“, argumentiert Simon. Dahinter steht eine Mischkalkulation des jungen Unternehmers, der den modernen Betrieb zusammen mit seinem Vater vor drei Jahren gegründet hat und sieben Mitarbeiter beschäftigt. „Wir verdienen am Reifen selbst nichts. Durch das Folgegeschäft ist es aber möglich, die Preise im Onlineshop so niedrig zu halten.“ Die Rechnung geht auf: Kunden, die über die Onlineplattform Reifen bestellen, lassen diese fast ausnahmslos bei Zeisberg montieren. Die bestellten Pneus bezieht Zeisberg fast ausschließlich über die Reifenplattform Tyre 24. Sein Betrieb ist auch als Montagepartner auf anderen Reifenplattformen gelistet. „Allerdings ist nicht jedes Angebot erfolgversprechend“, warnt der Autohändler. Bei einem Werkstattportal habe man teures Lehrgeld bezahlt. „Wir haben das wieder gekündigt, die Vermittlungsquote lag bei Null.“ Dietmar Winkler ■ Günstig direkt vom Hersteller Inkl. kostenfreier Typenstatik Erdnagelbefestigung Reifenregale zu Top-Koditionen Verkaufspavillons für Gebrauchtwagenplätze Günstig und variabel durch Systembauweise Repräsentativ, modern, hochwertig Optisch individuell gestaltbar Auf Wunsch inkl. Bauantrag Reifenlagerhallen & Reifencontainer & Reifenregale Werkstatthallen und Direktannahmen ab 30 m 2 Günstig + variabel durch Systembauweise Inkl. kostenfreier Typenstatik Kurze Lieferzeiten Auf Wunsch inkl. Bauantrag Über 500 Referenzen im Automobilbereich Hacobau GmbH · 31785 Hameln · Tel. 0 51 51- 80 98 76 · info@hacobau.de · www.hacobau.de

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SERVICE REIFENSERVICE Ergonomisch und schnell Auf der Automechanika 2016 präsentierten Werkstattausrüster auch ihre Neuheiten im Bereich Reifenservice – vom Einsteiger- über das Profigerät bis hin zum Highend-Diagnosezentrum. Ergonomie im Fokus: die geodyna 7750p von Snap-on Equipment mit vielen Ablagefächern Geschwindigkeit spielt in Werkstätten eine große Rolle. Dabei kommt es einerseits auf die Schnelligkeit der maschinellen Abläufe selbst an. Beispielsweise erfassen Auswuchtgeräte die Raddaten automatisch und Reifenmontiermaschinen mit einem vollautomatischen Ablauf sollen die Arbeit erleichtern und beschleunigen. Andererseits geht es um den gesamten Prozess und wie er weiter optimiert werden kann. Hier rücken ergonomische und sicherheitsrelevante Aspekte immer mehr in den Fokus. KURZFASSUNG Ab 2018 findet die Reifen Messe gemeinsam mit der Automechanika in Frankfurt statt. Doch auch schon auf der Automechanika 2016 konnten wir Trends und Neuheiten im Bereich Reifenservice aufspüren. RÄDER & REIFEN 02/2016 Das Unternehmen Snap-on Equipment stellte auf der Automechanika zwei neue Serien Auswuchtmaschinen vor, die sich neben technischen Features vor allem durch ergonomische Details auszeichnen. Die Serie geodyna 7700 wurde dabei vor allem für den hohen Durchsatz in Reifenservicebetrieben und Vertragswerkstätten konzipiert. Die zweite Serie geodyna 7340 richtet sich hingegen an freie Werkstätten, eher kleinere Reifenservicebetriebe sowie Vertragswerkstätten. Beiden gemeinsam ist die neue Geotouch-Technologie, ein robuster Touchscreen, der sich mit großen Ziffern und einer kontrastreichen Anzeige bestens für das Werkstattumfeld eignet. „Mit der neuen Digitalanzeige ist alles sehr intuitiv und schnell erlernbar“, erklärt Marco Gandolfi, Senior Produktmanager bei Snap-on Equipment. Beschreibungen, Piktogramme und Hilfefunktionen sol- Fotos: Valeska Gehrke, Hunter, Beissbarth, Texa, ATH-Heinl, Rema Tip Top len das Anlernen neuer Techniker erleichtern. Zudem können zwei Anwender gleichzeitig die Maschine nutzen, indem die Raddaten von zwei verschiedenen Rädern gespeichert werden. Die halbautomatische Dateneingabe mit hilfe des Messarms soll den Anwender zusätzlich unterstützen. Mit der Funktion Easy-Alu erkennt die Maschine automatisch den Gewichtsmodus, wenn der Messarm die Position des Gewichts berührt. Dank Smart Sonar wird die Breite der Felge automatisch berührungslos erfasst und der Messlauf bei Schließen des Radschutzes automatisch gestartet. In drei Versionen verfügbar Die Versionen der geodyna 7340 unterscheiden sich hinsichtlich der weiteren Funktionen. Die Standardversion 7340s verfügt über die beschriebene halbautomatische Datenerfassung, Easy-Alu und Smart Sonar. Darüber hinaus kann die 7340I auch die Funktion Easy-Weight aufweisen. Diese punktförmige Laseranzeige soll die präzise Platzierung der Klebegewichte erleichtern und beschleunigen. Die geodyna 7340p ist zudem zusätzlich mit der elektronischen Aufspannhilfe Power-Clamp ausgestattet, welche eine konstante Spannkraft garantieren und die Notwendigkeit des „Nachwuchtens“ reduzieren soll. Bei der Profiserie geodyna 7700, die je nach Ausstattung ebenso in drei Versionen erhältlich ist, drehte sich schon bei der Entwicklung neben technischen Funktionen alles um ergonomische Fragestellungen. „Wie können wir den Arbeitsplatz so gestalten, dass der Anwender alle Daten, Werkzeuge sowie das notwendige Zubehör im Blick hat. Damit er keine Zeit verliert und der gesamte Ablauf produktiver wird“, erläutert Bern- autoservicepraxis.de | autohaus.de

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hard Hoffmann, Leiter Produktmanagement und OEM bei Snap-on Equipment den Grundgedanken. Heraus kam eine Maschine, die nicht nur durch Funktionen wie Smart Sonar, Easy-Alu, Easy- Weight oder Power-Clamp auffällt, sondern vor allem auch durch ergonomische Features. „Jeder versucht den Auswucht-Prozess an sich schneller zu machen. Aber es geht auch um die Arbeit drum herum. Wo finde ich die Gewichte oder wie lange dauert beispielsweise das Aufspannen?“, so Bernhard Hoffmann. Ergonomie im Fokus Daher habe man bei der geodyna 7700 eine große Ablagefläche mit verschiedenen Fächern realisiert. Hier haben beispielsweise Klebegewichte, Bremsenreiniger, Scheren, Schraubendreher oder die Gewichtezange einen festen Platz. Auch Halterungen zum Einhängen von pneumatischem Werkzeug sind vorhanden. Optional ist eine Gewichterolle erhältlich, von der sich die Gewichte direkt abschneiden lassen. Selbst an eine ausreichend große Fläche als Schreibunterlage für den Auftrag oder als Ablage für Tablets oder Mobiltelefone habe man gedacht. Und auch der Radheber sollte nicht ungenutzt bleiben. Häufig sei dieser den Anwendern zu langsam. „Bei der geodyna 7700-Serie ist der Radheber daher elektrisch und direkt in die autoservicepraxis.de | autohaus.de Bedienung der Maschine eingebunden“, erklärt Bernhard Hoffmann. Auch Hunter setzt mit der neuen Road Force Elite (RFE) auf eine verbesserte Arbeitsgeschwindigkeit. Die Diagnose-Radauswuchtmaschine erfasst laut Die neue 7,5-Tonnen Version des Radgreifheber Hydrolifts von BlitzRotary Die neue Auswuchtmaschine Road Force Elite von Hunter ☎ 07122 / 825 93 -40 RSU GmbH · vertrieb@tyresystem.de Die neue Auswuchtmaschine MT 849 AD von Beissbarth Hersteller sämtliche Raddaten wie Breite, Durchmesser und Kontur der Felge automatisch und wählt daraus das geeignete Auswuchtprogramm. Die Position der Speichen sowie der Felgenrundlauf werden ebenso automatisch erkannt. Das Reifen- & Felgenportal mit System. Für ein ertragreiches Wintergeschäft! 260 Reifengroßhändler, 60 Alufelgen-Marken 1 Sammelrechnung, 1 Ansprechpartner keine Nutzungsgebühr, keine vertragliche Bindung günstige Einkaufspreise, hohe Warenverfügbarkeit Passgarantie für Alufelgen, automatische Gutachtenprüfung umfangreiche Schnittstellen zu Warenwirtschaftssystemen

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SERVICE Zur Reifenreparatur bietet Rema auch lösungsmittelfreie M-RCF-Pflaster an. Die neue Maschine ist damit das Spitzenmodell der GSP 9700-Reihe, die mit der bewährten Lastrolle arbeitet. Diese drückt mit einer Kraft von bis zu 560 Kilo automatisch gegen den Reifen und simuliert so den Straßenbetrieb. Für einen Messlauf mit gleichzeitiger Analyse der Unwucht und von Radialschwankungen benötigt die RFE laut Hersteller nur rund eine Minute und liefert bei Bedarf danach die erforderlichen Daten für das Matchen eines Rads. Das neue TPS 2 von Texa vervollständigt jetzt das Angebot im Bereich RDKS. RÄDER & REIFEN 02/2016 Zum wiederholten Male ausgezeichnet: das Raddiagnosezentrum Uniformity von Corghi Berührungslos messen Beissbarth präsentierte auf der Automechanika seine Neuigkeiten im Reifenservice, darunter das Reifenmontier gerät MS 670. Mit dem Reifenabdrücker Ergo Control und dem praktischen seitlichen Radlift werden hier erneut auch ergonomische Aspekte berücksichtigt. Zudem ist das MS 670 mit dem hebellosen Montagekopf und der Assistenzsäule mit zwei separat betriebenen Hilfsarmen für die sichere und schnelle Montage von UHPund Runflat-Reifen geeignet. Als weiteres Highlight stellte das Unternehmen eine neue Radwuchtmaschine vor, welche die Radbreite berührungslos misst. Mit dem schnellen Messzyklus, der Schnellverriegelung und der Direktauswahl der wichtigsten Auswuchtprogramme sei die MT 849 AD besonders für Reifenspezialisten die richtige Wahl. Komplette TPS-Familie Bei Texa vervollständigt das neue TPS 2-Gerät (Tyre Pressure Service) das Portfolio der RDKS-Geräte. Es richtet sich vor allem an den klassischen Reifendienst, wie Werner Arpogaus, Geschäftsführer von Texa Deutschland, anlässlich der Pressekonferenz auf der Automechanika erklärte. „Mit dem TPS 2 ist die Familie jetzt komplett.“ Denn das bereits vorhandene Basisgerät TPS sei für alle Tätigkeiten direkt am Sensor geeignet, wohingegen das Profigerät Axone S oder Axone 4 in Verbindung mit dem TPS-Key die komplette Diagnose ermögliche. Das neue TPS 2 wurde einerseits für die professionelle An wendung an RDKS entwickelt und könne zudem die Steuergeräte- Diagnose speziell der RDKS übernehmen, so Werner Arpogaus in Frankfurt. Das robuste Gerät zeichnet sich darüber hinaus durch seine Konnektivität aus. Neben einem Wi-Fi- Modul zur Aktualisierung der Software ist das TPS 2 auch mit dem Bluetooth Dual Mode ausgestattet, das die Vernetzung mit der Texa-Fahrzeugschnittstelle sowie mit einem Drucker ermöglicht. „Das Beste ist aber die Kamera, mit der beispielsweise QR-Codes eingescannt werden können“, erklärte Werner Arpogaus begeistert. Denn auf der Rückseite des handlichen Geräts befindet sich eine 5-Megapixel-Fotokamera. Diese kann dafür genutzt werden, Kundenberichten Fotos anzufügen, und eröffnet zudem die Möglichkeit, in Zukunft weitere Funktionen umzusetzen. Denkbar sei beispielsweise die Wartung und Überwachung der Reifen. Ein auf dem eingelagerten Reifen angebrachter QR-Code werde einfach in der nächsten Saison eingescannt und sofort stehen alle Daten wieder zur Verfügung, skizzierte Werner Arpogaus eine mögliche zukünftige Anwendung. Mobiler Arbeitsplatz Auch BlitzRotary hat einige Produkte im Portfolio, die das Handling rund ums Rad vereinfachen sollen, beispielsweise den Master Wheel 50, ein akkubetriebener Radmontagewagen. Ganz neu im Programm und auf der Automechanika erstmals präsentiert sind der Reifenfüller Pneurex 2 sowie der Lkw-Radgreif heber Hydrolift S2 7,5 Tonnen. Der neue Rad- autoservicepraxis.de | autohaus.de

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greifheber ergänzt die Hydrolift-Familie, die bisher aus einer 6,2- und einer 8,2-Tonnen-Variante besteht. Bei der neuen 7,5-Tonnen-Version habe man einen guten Kompromiss zwischen ausreichender Tragkraft und dem einfachem Handling gefunden, heißt es bei Blitz- Rotary. Denn umso höher die Tragkraft, umso mehr Stahl werde benötigt, was sich auf das Gewicht und die Manövrierfähigkeit auswirke. Dank der modularen Bauweise lassen sich bis zu acht Säulen kombinieren. So bietet auch die neue akkubetriebene, drahtlose Hydrolift Radgreifanlage S2 7,5 Tonnen eine flexible Möglichkeit, einen zusätzlichen mobilen Arbeitsplatz zu schaffen. Die Reifenmontagemaschine ATH M 92 ist wdk-zertifiziert. Trend große Reifen In Halle 8 zeigte ATH-Heinl auf der Automechanika seine Produktpalette im Bereich Reifenservice, darunter auch die wdk-zertifizierten Modelle. „Für unsere Reifenmontiermaschine ATH M92 und für unsere beiden Maschinen ATH M72 und M52 in Kombination mit unserem Hilfsmontagearm A34 (ATH M72+A34, ATH M52 + A34) ist es uns gelungen, die wdk-Zertifizierung für die einfache und sichere Montage von Runflat- und UHP-Reifen zu erhalten. Diese Zertifizierung ist ein Qualitätssiegel, das unsere Maschinen auszeichnet. In der heutigen Zeit ist solch eine Auszeichnung allerdings auch Voraussetzung, die vom Markt gefordert wird“, erklärt Michael Heisler, Produktmanager ATH-Reifenservice. Denn eine aktuelle Herausforderung bestehe in den immer größeren Reifen und immer härteren Reifenmischungen, heißt es bei ATH. Serviceangebot erweitern Bei Rema Tip Top sieht man in dem steigenden Anteil von Ganzjahresreifen einen aktuellen Trend. „Saisonwechsel heißt deshalb immer seltener auch Reifenwechsel. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Reifenhändler ihr Serviceangebot auf andere Fahrzeugkomponenten erweitern“, ist Jan Wilke, Projekt manager Diagnose & TPMS überzeugt. „Wer nicht nur Reifenservice, sondern auch Klimaanlagenwartung oder Achsvermessung anbieten kann, holt sich Kunden zurück, die früher für den Reifenwechsel gekommen sind“, erklärt er weiter. Im Reifenservice selbst würden intelligente Funktionen und Ergonomie für den Bediener immer entscheidender. Bei der Reifenreparatur seien die Universalpflaster und Minicombi-Gummikörper zum Abdichten von Reifenschäden immer gefragter. „Die schnelle, sichere Kaltreparatur wird bei den Werkstätten offenbar immer beliebter“, so Detlef Witt, Globales Produktmanagement bei Rema Tip Top. Und zu guter Letzt kam auf der Automechanika das Raddiagnosezentrum Uniformity von Corghi wieder groß raus. Nach dem „Grand Prix der Kfz-Innovationen“ auf der Equip Auto in Paris und dem Innovation Award der Reifen in Essen gewann Corghi mit der Uniformity in der Kategorie Repair & Maintenance jetzt auch den Automechanika Innovation Award 2016. Valeska Gehrke ■

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PRODUKTE TRANSPORTER-WINTERREIFEN Mit guter Seitenführung Auf der Driving Experience 2016 stellte Reifen Gundlach nicht nur die aktuellen Produkte der Hausmarke GT Radial vor, sondern auch seine Leistungsfähigkeit als Großhändler. as ADAC-Fahrsicherheitszentrum im hessischen Gründau war der Austragungsort der diesjährigen GT Radial Driving Experience, zu der Großhändler Reifen Gundlach Handelspartner einlud. Auf dem Programm standen neben einer Unternehmenspräsentation vor allem Fahrversuche mit den aktuellen Sommerund Winterprofilen für Pkw sowie mit dem neuen Transporter-Winterreifen Maxmiler WT 2 (siehe S. 12). Der Newcomer beeindruckte die Gäste bei Slalom und Vollbremsung auf der Gleitstrecke mit beladenem und unbeladenem Sprinter mit guter Seitenführung und kurzen Bremswegen. Vergleichsfahrten mit dem Champiro WinterPro HP oder mit dem UHP-Reifen Sportactive standen ebenfalls auf dem Programm und sorgten für Fahrspaß. Europäische Entwicklung Zunächst aber begrüßten Sebastian Bell, technischer Verantwortlicher für die Hausmarke GT Radial in der DACH-Re- RÄDER & REIFEN 02/2016 Bei Sprinter-Fahrtests musste der Maxmiler WT 2 sein Können beweisen. gion, sowie Phillip Hünzel, Vertriebsleiter bei Reifen Gundlach, die Teilnehmer und gaben einen kurzen Unternehmensabriss über die Geschichte vom Familienbetrieb zum europäischen Systemlieferanten. Der 1973 gegründete Familienbetrieb startete 1979 mit dem Großhandelsgeschäft. 1994 nahm man Reifen der Marke GT Radial exklusiv ins Portfolio auf und entwickelte sie unter dem Dach des Herstellers Giti Tire mit Hauptsitz in Singapur kontinuierlich für den europäischen Markt weiter. So werden die Reifen zwar in China und Indonesien produziert, das Entwicklungszentrum befindet sich jedoch in Hannover und das Testzentrum in England, um den europäischen Ansprü- KURZFASSUNG Auf der diesjährigen GT Radial Driving Experience stellte Reifen Gundlach nicht nur den neuen Transporter-Winterreifen Maxmiler WT 2 vor, sondern erläuterte den anwesenden Gästen auch ausführlich das Handelskonzept. Foto: Dieter Väthröder chen gerecht zu werden. 2001 startete Gundlach mit einer eigenen Felgenentwicklung und besitzt verschiedene Markenrechte. Mit dem Start einer automatischen Komplettradmontage in 2008, die täglich 4.500 Kompletträder auswirft, begann der Weg in die Erstausrüstung, wo man seit 2009 diverse Hersteller beliefert. Die geforderte gleichbleibende Qualität hat man 2015 mit der ISO-Zertifizierung TS 16949 bestätigt. Rundum-Service Während man sich so in die Liga der Automobilzulieferer hineingearbeitet hat, hat Gundlach seine Wurzeln nicht vergessen. Neben dem Reifenfachhandel bedient man seit über 10 Jahren auch Autohäuser verschiedenster Marken. Wesentlicher Punkt hierbei sind die Serviceleistungen, die über das reine Verkaufen hinausgehen. Dazu steht ein Expertenteam mit profunden, individuellen Markenkenntnissen bereit, sodass man auf Augenhöhe mit dem Inhaber oder Einkäufer eines Autohauses beraten und verhandeln kann. Gerade beim Thema RDKS zeigt Gundlach seine Kompetenz, hat man doch schon über eine Million Sensoren in Kompletträder verbaut. Nahezu alle Sensor-Typen sind abrufbar, einzeln oder im Komplettrad verbaut und individuell programmiert. Eine kostenlose Hotline steht für Problemfälle bereit. Da Wartezeiten dem Servicegedanken widersprechen, pflegt man eine Just-intime-Logistik mit eigener Flotte und professionellen Logistikdienstleistern, die eine bundesweite Belieferung innerhalb von 24 bis 48 Stunden sicherstellen. Marketingunterstützung und Schulungen für die Verkaufsteams der Kunden runden das Paket ab. Dieter Väthröder ■ autoservicepraxis.de | autohaus.de

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PRODUKTE KOMPLETTRAD Günstige Kombination DBV bietet pünktlich zum Räderwechsel in seinem Online-Shop das günstige Komplettrad „DBV Easy“ an. DBV Easy besteht aus einer Stahlfelge in Erstausrüster-Qualität und einem Reifen der Marke Goldline. Es ist in den Größen 14, 15 und 16 Zoll lieferbar. Optional ist die passende Radzierblende „Milano silber“ gegen einen geringen Aufpreis erhältlich. Das Rad lässt sich auch mit Reifendruckkontrollsystem (RDKS) ausstatten. Das RDKS kann während der Bestellung entsprechend konfiguriert werden. DBV Easy zeichnet sich laut DBV auch durch eine einfache Handhabung aus. Bei einer Bestellung bis 12 Uhr erfolgt der Versand noch am selben Tag – das sorgt für einen schnellen Verkaufsprozess. Reifenfachbetriebe, Autohäuser und Werkstätten können das Rad ab 49,80 Euro beziehen. aj ■ DBV Würzburg GmbH www.dbv.eu Foto: DBV RDKS Keine Programmierung nötig Foto: Autec Autec bietet den RDKS-Sensor „iM TPMS“ ab sofort zu besonders attraktiven Konditionen an. Der iM TPMS ist laut Hersteller der erste ventilbasierte Aftermarket-Sensor im Sortiment, der nicht programmiert werden muss. Er muss lediglich am Fahrzeug angelernt werden, da die Fahrzeugprotokolle bereits auf dem Sensor aufgespielt sind. Mehrere Sensorarten mit unterschiedlichen Protokollen decken nahezu alle Fahrzeuge am Markt mit direkt messendem RDKS ab. Der iM TPMS kann einfach montiert werden und verfügt über ein geringes Gewicht. Zudem kann der Sensor mit gängigen Programmiergeräten ausgelesen werden. aj ■ Autec GmbH & Co. KG www.autec-wheels.de REIFEN Auch im Winter pannensicher Bridgestone hat den DriveGuard-Reifen in einer Winterversion auf den Markt gebracht. Wie die Sommerversion hat der DriveGuard Winter verstärkte Seitenwände sowie Hightech-Kühlrippen („Cooling Fins“), die entstehende Hitze bei Druckabfall verringern. Fahrer können so, unabhängig von der Größe der Beschädigung, nach einer Reifenpanne noch 80 Kilometer bei einer Geschwindigkeit von bis zu 80 Kilometer pro Stunde sicher weiterfahren. Die hornartig geformten Rillen des DriveGuard RÄDER & REIFEN 02/2016 Winter transportieren Wasser und Matsch zudem schnell aus der Kontaktfläche ab. In Verbindung mit der „Nano- Pro-Tech“-Mischung bietet der Reifen Foto: Bridgestone laut Hersteller so eine außergewöhnliche Nasshaftung sowie präzises Handling auf trockenen oder nassen Straßen. Der Reifen passt auf nahezu jeden Pkw mit Reifendruckkontrollsystem (RDKS) – unabhängig von Fahrzeughersteller und -modell. Der Bridgestone Drive Guard Winter ist in zehn Größen in der 45erbis 65er-Serie für Felgen von 15 bis 17 Zoll erhältlich. aj ■ Bridgestone Deutschland GmbH www.bridgestone.de autoservicepraxis.de | autohaus.de

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KATALOG Tuning für die kalte Jahreszeit REIFEN Gut im Gelände Cooper Tire Europe hat mit dem Discoverer A/T3 Sport einen Geländereifen speziell für den europäischen Markt entwickelt. Er ist ab sofort für viele SUV und leichte Nutzfahrzeuge in 15 bis 18 Zoll Durchmesser verfügbar. Das neue Profil des Discoverer A/T3 Sport sorgt für ein verbessertes Abrollgeräusch und optimierte Handling-Eigenschaften. Dabei blieb die Ganzjahreseignung des Vorgängers erhalten, wofür die feinen Profileinschnitte (Lamellen) ebenso sorgen wie die Laufstreifenmischung. Protektoren in den Umfangsrillen schützen zudem vor Steinen, um Dauerhaltbarkeit zu gewährleisten. aj ■ Der Katalog „Premio Tuning Winter News“ liegt ab sofort bei mehr als 500 Partnern aus. Er liefert auf 32 Seiten viele Produkte namhafter Marken für Tuning-Fans. Hauptaugenmerk liegt auf aktuellen Felgentrends und zahlreichen Raddesigns für den Winter. Darüber hinaus beinhaltet der Katalog nützliche Zubehörartikel wie beispielsweise Radzierblenden, Standheizungen und Pflegemittel. aj ■ GD Handelssysteme GmbH www.premio-tuning.de Foto: GD Handelssysteme KURZMELDUNGEN Die Bridgestone-Marke Bandag, Spezialist für Runderneuerungen, hat mit dem BDR-WXT (Bandag Drive Regional Winter Extreme) einen neuen Winter-Laufstreifen für die Antriebsachse im Sortiment. Laut Hersteller bietet er eine sehr gute Laufleistung, sogar unter extremsten Winterbedingungen. Neben dem BDR- WXT bringt Bandag auch eine Vielzahl neuer Größen für andere Laufstreifenprofile auf den Markt. Der Reifendruck-Spezialist Ventech Systems hat mit „Pneuscan On ground“ eine Bodenaufbauvariante seines Reifendruck-Mess-Systems für Nutzfahrzeuge entwickelt. Damit bietet der Hersteller eine flexible und wirtschaftliche Variante von Pneuscan an, die ohne Tiefbauarbeiten in kurzer Zeit montiert werden kann. Die nur 50 Millimeter hohe Trägerplatte kann selbst von tieferliegenden Fahrzeugen und Schwerlast-Anhängern problemlos überfahren werden. Ein weiterer Vorteil: Sie kann umpositioniert werden und lässt sich so optimal auf die Infrastruktur ausrichten. Cooper Tire & Rubber Company Europe Ltd. www.coopertires.de autoservicepraxis.de | autohaus.de Foto: Cooper Tire HAWEKA AG Kokenhorststr. 4 · 30938 Burgwedel Telefon +49 (0)5139 8996-0 · Fax +49 (0)5139 8996-222 info@haweka.com · www.haweka.com

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PRODUKTE REIFENREPARATUR Hält den Luftdruck stabil Reifenhersteller Michelin hat mit „Reifendicht“ ein Mittel für die Reifenreparatur präsentiert. Mit dem Reparaturset lassen sich in einem Arbeitsgang die undichte Stelle verschließen und der Reifendruck erhöhen. Reifendicht eignet sich zur Reparatur von Stichverletzungen im Reifen für Dimensionen bis 245/55 R17. Im Falle einer Reifenpanne wird die 500-Milliliter-Sprühdose über eine Schlauchverbindung mit dem Reifenventil per Hand verschraubt. Weitere Werkzeuge werden nicht benötigt. Anschließend genügt leichter Druck auf den Behälter, um den Reifen zu befüllen. Dadurch wird der Reifendruck in dem beschädigten Reifen auf einen fahrbaren Zustand erhöht. Somit ist die sichere Weiterfahrt mit einer maximalen Höchstgeschwindigkeit bis 80 Kilometer pro Stunde problemlos möglich. aj ■ Michelin Reifenwerke AG & Co. KGaA www.michelin.de Foto: Michelin Schont Reifen und Boden Foto: Bridgestone Mit der kostenlosen Smartphone-App „Firestone Tyre Pressure Calculator“ lässt sich der korrekte Luftdruck für Landwirtschaftsreifen errechnen. Die App ist sowohl für Apple- als auch Android-Smartphones erhältlich. Mit dem neuesten Update hat Firestone die Luftdruckdaten des neuen Firestone Maxi Traction 65 hinzugefügt und verspricht sich davon eine zusätzliche Steigerung der Zugriffszahlen. Der richtige Reifenluftdruck ist für Landwirte entscheidend: Ein falscher Wert kann die Lebensdauer des Reifens verkürzen und den Boden unnötig verdichten. Mit der App von Firestone haben Landwirte die Möglichkeit, den Reifendruck genau an die Traglast anzupassen und den Boden zu schonen. aj ■ Bridgestone EMEA www.firestone.de REIFEN Schmaler statt breiter Die Goodyear-Reifen „EfficientGrip Performance“ und „Vector 4Seasons“ gibt es für den Renault Scenic als so genannte „Tall-and-Narrow“-Reifen in der Sondergröße 195/55 R20. Sie sind schmaler als Standardreifen und haben einen größeren Durchmesser. Dies hat mehrere Vorteile: Aufgrund des größeren Außendurchmessers des Reifens wird die Verformung des Pneus beim Abrollen verringert und damit weniger Hitze im Reifen erzeugt. Dies führt zu RÄDER & REIFEN 02/2016 einem niedrigeren Rollwiderstand und weniger CO 2 -Emissionen sowie Kraftstoffverbrauch. Zudem bietet der Reifen einen besseren Komfort, da dank des größeren Durchmessers Unebenheiten in der Fahrbahn besser abgefedert werden können. Gleichzeitig hat die Bauform einen positiven Einfluss auf Aerodynamik und Aquaplaning. aj ■ Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH www.goodyear.de Foto: Goodyear Dunlop autoservicepraxis.de | autohaus.de

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BUCHTIPP NEUE AUFLAGE VOLLSTÄNDIG ÜBERARBEITET Bestell-Nr.: 099 Hardcover, 16,8 x 24 cm, farbig, 440 Seiten, 6. Auflage 2016 € 89,00 (€ 95,23 inkl. MwSt.) Leseprobe Jetzt gleich bestellen! Tel.: 089/20 30 43 - 1900 Fax: 089/20 30 43 - 2100 eMail: vertriebsservice@springer.com eShop: www.springer-automotive-shop.de Die Zukunft der Automobilwirtschaft – Starten Sie jetzt! W. Diez, S. Reindl, H. Brachat (Hrsg.) Grundlagen der Automobilwirtschaft Das Standardwerk der Automobilbranche In der bereits 6. Auflage dieses Buches geben Ihnen 13 Branchenexperten fundierte Antworten auf aktuelle Fragen und vermitteln Ihnen Orientierung. Neben Basiswissen zu Management-, Rechts-, Personal-, Controlling- und Finanzfragen finden Sie u.a. Informationen zu aktuellen Themen wie: • Aktuelle Einflussfaktoren: Globalisierung, Elektrifizierung und Digitalisierung • Automobilwirtschaftliche Vertriebssysteme und die Rolle des Automobilhandels • Kundenbeziehungsmanagement und das Internet • Mobilitätsdienstleistungen in der Automobilwirtschaft • Neu: Aftersales-Management im Automobilhandel autoservicepraxis.de | autohaus.de

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