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Mit freundlicher Empfehlung www.autoservicepraxis.de B43 385 D 10,90 EURO 10.2017 SPRINGER AUTOMOTIVE MEDIA TITELTHEMA Die Vielfalt moderner Fahrzeugbeleuchtung KETTENTRIEB Hält die Kette ein Autoleben lang? DIAGNOSE Wichtigste Funktion: Schneller Autoscan BETRIEBSBERATUNG Warum das Autohaus Blatt seine Zahlen jetzt im Griff hat TÜV SÜD-AKTUELL Digitale Dienstleistungen auf der IAA in Frankfurt ERLEBEN, WAS DIE BRANCHE ANTREIBT 25.11. UND 26.11. 2017 MESSE FRANKFURT, HALLE 3 Unsere Erlebnismesse findet erstmals in Halle 3 (über 18.000 qm) der Frankfurter Messe statt. Das bedeutet: Mehr Platz, mehr Erlebnis, mehr Angebote, mehr Aussteller, mehr Live-Präsentationen, mehr Fachvorträge. Oder ganz einfach: Mehr Messe – für Sie! www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 1

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GEZIELTE POWER IM RICHTIGEN MOMENT. NGK GLÜHKERZEN // EXTREM BELASTBAR Vom Herausforderer zur Nr. 1 in der Erstausrüstung und im Aftermarket. Dauerleistung für langlebige und saubere Power. www.ngkntk.de

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LEITARTIKEL Nichts verschlafen - jetzt handeln chon tauchen in den Supermärkten die ersten Adventskalender auf – ein sicheres Zeichen dafür, dass sich das Jahr dem Ende zuneigt. Ende 2017 – da war doch was, wird mancher denken und auf sein altes Scheinwerfereinstellgerät in der Ecke blicken. Wären die Werkstätten bei der Einrichtung eines regelkonformen Lichteinstellplatzes ähnlich vorschnell wie der Einzelhandel bei der Weihnachtsdeko ... Dann müsste nicht geschätzt ein Drittel der kleinen Betriebe fürchten, im neuen Jahr keine Hauptuntersuchung mehr anbieten zu können, weil die Prüfmittel nicht den Anforderungen des Gesetzgebers entsprechen. Dass der Gesetzgeber noch einmal ein Auge zudrückt, darf nicht erwartet werden. Bei einer Podiumsdiskussion am Stand von TÜV SÜD auf der IAA wurde es noch einmal ganz explizit gesagt (siehe Seite 18): Nach aktueller Rechtslage darf der TÜV-Prüfer die HU nach dem 1. Januar 2018 in Werkstätten nur noch dann durchführen, wenn ein regelkonformer, heißt ausreichend ebener, Arbeitsplatz für die Scheinwerfereinstellung vorhanden ist. Viele lassen das Thema offenbar noch auf sich zukommen und hoffen auf eine weitere Übergangsregelung. Das ist ein ungewisses Spiel, denn schon einmal wurde die Frist verlängert. Dass der Gesetzgeber noch einmal ein Auge zudrückt, darf wohl nicht erwartet werden. Dabei gibt es pragmatische Wege, um den Prüfplatz jetzt auf Vordermann zu bringen. Wie das gehen kann, wird beim asp Werkstatt-Tag am 16. November in Bamberg gezeigt. Hier erfahren Teilnehmer alles zum Thema Scheinwerfereinstellung und Bremsenprüfstände. Viel Spaß beim Lesen! Dietmar Winkler, Chefredakteur www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 3

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INHALT Foto: Adobe Stock/olly 12 Fahrzeugbeleuchtung Mehr als reine Lichtquellen: Was moderne Scheinwerfer heute alles können. 36 Hebetechnik Modernes „Klassenzimmer“: Sechs neue Hebebühnen für die Berufsschule Cham 56 Best Practice Das Autohaus Blatt kann nicht nur schrauben, sondern auch rechnen. TITEL 12 Fahrzeugbeleuchtung Funktionen und Design moderner Scheinwerfer 16 Lichttuning Nachrüstlösungen und ihre Grenzen 18 Keine Schonfrist asp & ClassiC Day auf der IAA: Prüfmittel im Fokus WERKSTATTTECHNIK 36 Best Practice Neue Hebetechnik für die Berufsschule in Cham 38 Waschanlagen Portale mit speziellem Schnellprogramm 40 Aufbereitung Qualifizierte Spezialisten sind gefragt 42 Diagnose Jürgen Scherner meistert auch kniffelige Fälle 46 Produkte Neues aus den Bereichen Diagnose, Batterie & Co. BETRIEBSPRAXIS 50 Geld & Kredit Neues Geldwäschegesetz: Das gilt es zu beachten 52 Servicenetze Erfolgsgeschichte Global Automotive Service G.A.S. 54 Vermittlungsplattform Was das Start-up Caroobi anders macht 56 Best Practice Betriebswirtschaftliche Beratung beim Autohaus Blatt Spezial: Räder & Reifen § 29 AUTOMOBILTECHNIK 22 Kettentrieb Was die Lebensdauer der Kette reduziert 24 IAA-Nachlese Das waren die Highlights der IAA 2017 29 Kurz vorgestellt Der Hyundai i20 und der Subaru Levorg 32 Interview Prof. Peter Gutzmer, Schaeffler AG 34 Produkte Neues aus den Bereichen Zubehör, Pflege & Co. AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 RUBRIKEN 03 Leitartikel 06 Nachrichten 35 ASA-News 48 TÜV SÜD-Aktuell 46 Impressum AUTO SERVICE PRAXIS veröffentlicht regelmäßig sämtliche im Verkehrsblatt abgedruckten Mitteilungen des Bundesministers für Verkehr, soweit diese für § 29 StVZO relevant sind. AUTO SERVICE PRAXIS-Abonnenten verfügen damit über die im Sinne der AU-Anerkennungsrichtlinie erforderlichen Informationen und sind somit vom Bezug des ansonsten vorgeschriebenen Verkehrsblattes befreit. 49 Auszeichnung Auf der IAA prämierte TÜV SÜD die Gewinner- Betriebe des Service Quality Award. www.autoservicepraxis.de

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SEIN ZIEL IST DER ERFOLG Matthias Dolderer „Red Bull Air Race Worldchampion 2016“ setzt bei seinen Spitzenleistungen auf Power, Präzision und Performance. Genau wie TOTAL bei seinen QUARTZ Schmierstoffen. www.total.de

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NACHRICHTEN AUTOMATISIERTES FAHREN Klarheit im Cockpit Meistgeklickte Artikel im September 1. Kfz-Teilehandel: Steht Stahlgruber vor dem Verkauf? 2. Neuer Volvo XC 40: So sicher wie ein Großer 3. Diebstahlstatistik 2016: Auf diese Autos fahren Langfinger ab 4. Abgasuntersuchung: Endrohrmessung wird wieder Pflicht 5. Continental: Austausch von Reifen der PremiumContact-6-Serie Meldung verpasst? Mit dem kostenlosen Newsletter von asp wäre das nicht passiert. Abo unter www.autoservicepraxis.de/newsletter. Frage der Woche (18. bis 24. September) Sind mit den auf der IAA 2017 vorgestellten Neuheiten und Trends die Weichen für den Verkehr in der Zukunft gestellt worden? ■ Nein, die Zukunftsthemen lassen noch auf sich warten (69 %) ■ Ja, da sind einige gute Ansätze in diese Richtung dabei (10 %) ■ Dazu habe ich keine Meinung (21 %) AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 Continental hat ein Eingabegerät für das automatisierte Fahren entwickelt. „Smart Control“ informiert den Fahrer, ob das Fahrzeug einen automatisierten oder manuellen Fahrmodus erlaubt und kann zudem zur Steuerung von Fahrmanövern genutzt werden. Während manueller Fahrphasen verschwindet es in der Mittelkonsole, sodass der Fahrer nur das oben aufliegende Touchpad nutzen kann. Sobald sich das Fahrzeug auf einer automatisiert fahrbaren Strecke befindet, fährt das Gerät aus der Mittelkonsole heraus und der Fahrer kann die Automatisierung mit Hilfe des Eingabegeräts aktivieren. Das Gerät wird ähnlich einem Joystick bedient, unterstützt durch variables haptisches Feedback. Durch eine zusätzliche Farbcodierung schafft Smart Control Klarheit über den aktuellen Status. aj ■ URTEIL Zur Werkstatt des Vertrauens Der Geschädigte eines Unfalls kann sein Fahrzeug auch dann zur Werkstatt seines Vertrauens abschleppen lassen, wenn diese über 100 Kilometer vom Unfallort entfernt liegt. Er ist nicht dazu verpflichtet, die nächstgelegene Werkstatt aufsuchen zu müssen. Dies hat das Amtsgericht Rosenheim entschieden (AG Rosenheim, Az. 8 C 90/17). Das AG Rosenheim sprach einem Kläger die höheren Abschleppkosten als Schadensersatz zu und sah es als richtig an, dass er sich für die Werkstatt seines Vertrauens entschied, anstatt die Reparatur im nächstgelegenen Betrieb KOOPERATION Caruso gewinnt ATR Foto: Caruso durchführen zu lassen. Er muss sich damit keinen Verstoß gegen die ihm obliegende Schadensminderungspflicht entgegenhalten lassen. aj ■ Die Datenplattform Caruso hat ATR International als neuen Gesellschafter gewonnen. ATR ist ab sofort an der Datenplattform für Telematikdaten im Automotive Aftermarket beteiligt. Bisher hielt TecAlliance als Gründungsgesellschafter 100 Prozent der Unternehmensanteile. Mit dem ersten Gesellschafter aus dem Segment Handel kommt Caruso seinem Ziel, eine neutrale Gesellschafterstruktur aufzubauen, einen Schritt näher. Aktuell werden Gespräche mit zahlreichen weiteren potenziellen Gesellschaftern aus unterschiedlichen Marktsegmenten geführt. Im Bild von links nach rechts: Jürgen Buchert (Geschäftsführer der TecAlliance), Roland Dilmetz (Vorstand der ATR) und Kurt Schnyder (Aufsichtsratsvorsitzender der ATR). aj ■ www.autoservicepraxis.de Foto: Adobe Stock/naftizin Foto: Continental

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Foto: Bosch TECHNOLOGIE Neue Funktionen aus der Cloud Mit Software-Updates per Funk möchte Bosch die Autos in Zukunft ohne Werkstattbesuch auf dem aktuellen Stand halten und ihnen neue Funktionen beibringen. Für Datensicherheit der Overthe-Air-Technologie (OTA) sollen dabei Verschlüsselungstechnologien sorgen, die Bosch in seiner Tochtergesellschaft Escrypt entwickelt. Eine Sicherheitsarchitektur mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung soll die Datenübertragung vor unautorisiertem Zugriff schützen. An den Schnittstellen zwischen Auto und Cloud verhindern Protokolle und Filter, die wie eine Firewall funktionieren, Angriffsversuche. Damit Software-Updates auch schnell und zuverlässig funktionieren, setzt Bosch sogenannte „Fast-Update“- Technologien wie beispielsweise Kompressionsmechanismen ein. Die Updates laufen zudem in Sequenzen ab. Wenn Probleme auftreten, kann der Update- Prozess gestoppt werden. Technologische Basis für die Updates ist die Bosch Automotive Cloud Suite. Die Software macht alle Funktionen für Updates per Funk sowohl für Autofahrer als auch Hersteller und Fahrzeuge möglich. aj ■ DIESEL-NACHRÜSTUNG Teurer als gedacht? Laut des Online-Portals „Motor-Talk“ könnten Euro-5-Dieselfahrzeuge durch die Nachrüstung eines SCR-Katalysators auf Euro-6-Niveau gebracht werden. Allerdings würde das bis zu 15.000 Euro pro Fahrzeug kosten. Die Nachrüstung sei zudem nur in erster Linie für Modelle möglich, wo es die SCR-Technik bereits vor Einführung der Euro-6-Abgasnorm als aufpreispflichtiges Extra gab. Das wären vor allem deutsche Diesel-Pkw von VW, BMW oder Mercedes, die schon ab 2008 mit SCR-Katalysator verkauft wurden. Hier seien die nötigen Ersatzteile vorhanden. Bei Fahrzeugen ohne Euro- 6-Angebot würden die Kosten der Nachrüstung sogar noch höher sein – insofern es technisch überhaupt machbar wäre. Die Analyse steht im Gegensatz zur Aussage vom Abgas-Spezialisten Baumot-Twintec, der von Kosten in Höhe von 1.500 Euro für die Nachrüstung eines SCR-Katalysators für Euro-5-Fahrzeuge spricht und bereits erfolgreich einen Euro-5-Passat auf Euro-6-Niveau gebracht hat. aj ■ Foto: dpa/Hendrik Schmidt Seit Anfang September hat der Batteriehersteller Banner Batterien eine neue Marketingchefin an Bord. Die 30-jährige Wirtschaftswissenschaftlerin Katrin Hilpold war zuletzt bei Lohmann-Koester GmbH, einem Hersteller von Verschlusssystemen für Hygienetechnik, als Marketingleiterin tätig und betreute unternehmensweite strategische Projekte. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) warnt vor der Benutzung von Sprint-Fahrradträgern von Thule mit der Produktnummer „569000“, die seit der Produkteinführung im Zeitraum von März 2015 bis Mai 2016 hergestellt wurden. Ein Defekt der Klemmvorrichtung für die vordere Fahrradgabel kann dazu führen, dass das Fahrrad während des Transports aus seiner Verankerung rutscht und in den Verkehrsraum fallen kann. Die neuen und verbesserten Thule-Sprint-Fahrradträger sind durch das „Bringit! Garantie-Logo“ an der Unterseite der Schale identifizierbar. Die Autohersteller Mazda und Toyota sowie der Zulieferer Denso haben einen Vertrag zur gemeinschaftlichen Entwicklung grundlegender Technologien für Elektrofahrzeuge unterzeichnet. Zudem haben die drei Unternehmen die Gründung eines neuen Unternehmens vereinbart. Diesem sollen ausgewählte Ingenieure der drei Partner angehören, die eine effiziente Umsetzung der gemeinsamen Entwicklungsprojekte sicherstellen sollen. Bosch und Mahle wollen das Gemeinschaftsunternehmen Bosch Mahle Turbo Systems (BMTS) an den chinesischen Investor FountainVest Partners (Fountain- Vest) verkaufen. Der Käufer beabsichtigt, das gesamte Geschäft inklusive seiner rund 1.300 Mitarbeiter an allen Standorten zu übernehmen. FountainVest plant zudem, das Geschäft mit Turboladern weiter auszubauen und BMTS für nachhaltiges Wachstum aufzustellen. Schaeffler wird den Unternehmensbereich Automotive Aftermarket ab Januar 2018 zu einem eigenständigen Vorstandsressort machen. Mit der Etablierung des neuen Vorstandsressorts teilt die Schaeffler Gruppe ihr Geschäft zukünftig in die drei Sparten Automotive OEM, Automotive Aftermarket und Industrie. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat beschlossen, Michael Söding (55) mit Wirkung zum 1. Januar 2018 zum Mitglied des Vorstandes der Schaeffler AG zu bestellen. Er übernimmt ab dann auf Vorstandsebene die Verantwortung für das Automotive-Aftermarket- Geschäft. Michael Söding ist seit 2009 Vorsitzender der Geschäftsleitung des Unternehmensbereichs Automotive Aftermarket. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 7

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NACHRICHTEN JOURNALISTENPREIS asp gewinnt! Gold und Silber des Journalistenpreises Wort&Werkstatt gehen dieses Jahr an die asp-Redakteure Dietmar Winkler und Alexander Junk. Chefredakteur Dietmar Winkler (im Bild 3. v. l.) wurde mit dem ersten Preis für den Beitrag „Connected Car - Wie aus Daten Geschäfte entstehen“ geehrt. Der Beitrag beschreibt die Auswirkungen der Datenanbindung neuer Fahrzeuge auf den Aftersales und wirft einen Blick auf neue Geschäftsmodelle, die sich mit den „Connected Cars“ im Service ergeben. Einen hervorragenden zweiten Platz sicherte sich asp-Redakteur Alexander Junk (im Bild 3. v. r.) mit seinem Beitrag „Schummelsoftware adé“, der in der asp-Oktoberausgabe 10/2016 veröffentlicht wurde. Dazu besuchte der asp-Technik-Redakteur eine VW-Werkstatt und hat sich angesehen, wie das angeordnete Software-Update in Folge des Abgasskandals funktioniert. Der Journalistenpreis, der seit 2006 vergeben wird, ist zum festen Bestandteil der Kfz-Branche geworden. Mit dem Ziel, eine qualitativ Foto: Jürgen Rösner/KMK hochwertige Berichterstattung über die Kfz- Werkstätten in deutschsprachigen Medien zu fördern. Eine hochkarätig besetzte Jury wählte die Siegerbeiträge aus 50 Einsendungen aus. Sponsoren des angesehenen Wettbewerbs sind die Unternehmen Werbas, ZF Services und Kärcher. diwi ■ Foto: MAHA PARTNERSCHAFT Digitalisierung im Fokus Das Unternehmen MAHA hat die mehrheitliche Beteiligung an Gudat Consulting bekanntgegeben. Mit der Integration des IT-Anbieters will man das Produktportfolio um eine „umfangreiche, praxisorientierte Lösung für den digitalen Werkstattprozess“ erweitern, so Thomas Förg, Geschäftsführer von MAHA (links im Bild). Die Gudat-Portallösung „KIC Online Suite“ für Autohäuser und Werkstätten soll für mehr Transparenz, vereinfachte Abläufe und Zeitersparnis sorgen. Mit der Softwarelösung lassen sich Prozesse – von der Terminbuchung über die Werkstattplanung bis hin zur Dialogannahme – automatisiert abbilden. Jörg Gudat (rechts im Bild) wird auch künftig als Geschäftsführer der Gudat Consulting tätig sein. vg ■ JUBILÄUM Fahrzeugaufbereitung in der Praxis AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 Zum 20-jährigen Bestehen des Bundesverbandes Fahrzeugaufbereitung (BFA) gab es für die Mitglieder Praxistipps zur Fahrzeugaufbereitung, darunter auch von Vorstandsmitglied Mirko Albrecht. Auch Christoph Stein von der Handwerkskammer Hannover (HWK) sowie mehrere Aussteller boten wichtige Informationen für die BFA-Mitglieder. Mirko Albrecht betonte, dass es sich lohne, auch mal quer zu denken und nicht nur die Zielgruppe der Autohäuser im Blick zu haben. So biete er seine Dienstleistungen als Fahrzeugaufbereiter auch Fahrzeugherstellern und -Importeuren sowie Betreibern von Bussen, Straßenbahnen, Taxis oder Kinos an. Christoph Stein von der Handwerkskammer Hannover informierte über die Weiter- und Fortbildungsbereiche für Fahrzeugaufbereitung. Spannend ging es auch bei der diesjährigen Poliermeisterschaft zu: Auf präparierten Flächen zweier Fahrzeuge konnten die neun Teilnehmer ihr Können unter Beweis stellen, das anschließend von einer kompetenten Jury begutachtet wurde. aj ■ Foto: BFA www.autoservicepraxis.de

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JUBILÄUMSAKTION Bewerben für Tyre24-Digitalpaket Tyre24-Kunden, die ihre Geschäftsprozesse weiter digitalisieren wollen, haben jetzt die Chance auf eine einmalige Starthilfe. Die Reifenplattform Tyre24 bedankt sich für die Treue seiner Kunden. Angesichts des 15. Geburtstags winkt ein Digitalpaket in Höhe von 250.000 Euro. Damit will der B2B-Marktplatz einen Händler in Deutschland über einen Zeitraum von zwei Jahren bei der Digitalisierung unterstützen. Ob Digital-Beratung inklusive Online- Marketing-Maßnahmen, moderne Website oder High-End-Equipment im Verkaufsraum – der Händler wird in einem Zeitraum von 24 Monaten bei jedem Schritt von den Experten des IT- Unternehmens begleitet und mit Vollgas in die Digitalisierung gesteuert, heißt es in einer Mitteilung. „Wir glauben fest an die riesigen Möglichkeiten des digitalen Wandels. Und wir glauben an unsere Kunden. Egal ob Reifenhändler, Foto: Screenshot Werkstattservice oder Autohaus, in jedem steckt ein ungeahntes Potenzial in der Digitalisierung. Potenzial, das wir mit einem Kunden zusammen bei dem Projekt entfalten wollen“, beschreibt Michael Saitow, Gründer und CEO der Saitow AG, das Experiment. Mitmachen bei dem Projekt können alle Tyre24-Kunden in Deutschland, die Mut und Begeisterung für die Digitalisierung mitbringen. Interessierte Händler müssen bis zum 31. Dezember 2017 auf einer Bewerberseite im Internet in wenigen Sätzen überzeugend begründen, warum gerade sie das exklusive Digital-Paket verdienen und was die Saitow AG genau für sie tun kann. Unter allen Bewerbungen wird dann von einer Jury, bestehend aus Mitgliedern der einzelnen Fachbereiche der Saitow AG, der Gewinner des Digital- Paketes ermittelt. alle Infos online unter http://sales.tyre24.com/15-jahre diwi ■ TASC 2017 Neue Fachmesse in Düsseldorf Vom 27. bis zum 28 Oktober findet in diesem Jahr erstmals die Tasc statt (Trade Show for Automotive Glass, Smart Repair and Car Detailing). Die neue Fachmesse richtet sich speziell an Profis aus den Bereichen Autoglas, Smart Repair und Fahrzeugaufbereitung. Auf einer Fläche von insgesamt 3.200 Quadratmetern können Aussteller in der Kahlstahlhalle auf dem Areal Böhler ihre Produktneuheiten und Lösungen präsentieren. Die Messe Düsseldorf reagiert damit eigenen Angaben nach auf Veränderungen im Kfz-Dienstleistungsgewerbe. Eine entsprechende branchenübergreifende Plattform für die Bereiche Fahrzeugglas, Aufbereitung und Smart Repair habe bis dato gefehlt. Joachim Schäfer, Geschäftsführung Messe Düsseldorf: „Es lässt sich eine zunehmende Erweiterung der angebotenen Servicedienstleistungen über das klassische Kernangebot der Autoglasreparatur hinaus im Markt feststellen. Durch das Angebot von Leistungen im Bereich Smart Repair oder Fahrzeugaufbereitung bauen die Autoglaser ihre Wettbewerbsfähigkeit aus und im Umkehrschluss auch die Smart-Repair-Experten und Fahrzeugaufbereiter.“ Unterstützung erhält die neue Fachmesse von den Bundesverbänden BFA (Bundesverband Fahrzeugaufbereitung e.V.), BIV (Bundesinnungsverband des Glashandwerks e.V.) und BVA (Bundesverband Autoglaser e.V.). In Zusammenarbeit mit den Verbänden und Unternehmen wurde zudem ein informatives Rahmenprogramm entwickelt. Darunter etwa Vorträge zu „Weiterbildungsmöglichkeiten in der Aufbereitungsbranche“, zum Thema „Fahrerassistenzsysteme“ oder über „Ertragssteigerung durch Professionalisierung der Kleinschadenreparatur“. Jan Stecker, Sportmoderator und -kommentator, wird durch das Fachvortragsprogramm führen. Die Messe ist am Freitag von 9 bis 18 Uhr und am Samstag von 9 bis 16 Uhr geöffnet, ein Tagesticket kostet 20 Euro. Weitere Infos und Tickets gibt es online unter www.tasc-expo.de vg ■ Foto: Screenshot www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 9

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NACHRICHTEN AKTUELLE RÜCKRUFE (TAGESAKTUELL: WWW.AUTOSERVICEPRAXIS.DE/RUECKRUFE) Marke Modell Produktionszeitraum AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 Gründe/Maßnahmen Fahrzeuge (D) interner Code Vollzug erkennbar an BMW 4er Cabrio (F33) Juli 2017 Eventuell unzureichende Verschraubung an der keine Angabe keine Angabe keine Angabe Außenseite des Fahrersitzes/Im Falle eines Unfalls besteht Verletzungsgefahr/Verschraubung der Sitzmechanik wird überprüft und bei Bedarf erneuert. 6er Cabrio (F12) siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben 6er Coupé (F13) siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben 6er Gran Coupé siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben (F06) M4 Cabrio (F83) siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben M4 Coupé (F82) siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben M6 Cabrio (F12) Mai bis November 2012 Fehler im Gasgenerator des Fahrerairbags/Bei Airbagauslösung unkontrollierte Entfaltung möglich/Austausch des Fahrerairbags. siehe oben siehe oben siehe oben M6 Coupé (F13) siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben X1 (F48) Juni bis Juli 2017 Fehlerhafte Steckverbindung am Doppelkupplungsgetriebe/Verlust des Kraftschlusses möglich, Motor lässt sich eventuell nicht mehr starten/ Überprüfung und eventuelle Überarbeitung des Steckers des Doppelkupplungs-Getriebes. 16 0028040100 F48 (DKG-Stecker prüfen ggf. nacharbeiten) siehe oben Juli bis Dezember 2011 Dodge Journey 05.05. bis 12.07.2016 Fiat RAM 1500 08.06.2012 bis 10.07.2015 Fehler im Gasgenerator des Fahrerairbags/Bei Airbagauslösung unkontrollierte Entfaltung möglich/Austausch des Fahrerairbags. Unsachgemäß hergestellte Steckverbinderkontakte des Kurbelwellen- und des Nockenwellensensors können zu einer zeitweilig unterbrochenen Verbindung führen/Motor springt nicht an oder geht während der Fahrt aus/ Austausch der Steckverbindungen und Kontakte des Kurbelwellenstellungssensors. Software des Steuergerätes vom Insassen-Rückhaltesystem kann einen Fehlercode generieren/ Im Falle eines gesetzten Fehlercodes wird der Airbag- und Gurtstraffer-Einsatz für die Überschlagserkennung deaktiviert/Neuprogrammierung des ORC-Moduls notwendig. keine Angabe keine Angabe siehe oben keine Angabe keine Angabe keine Angabe siehe oben siehe oben siehe oben RAM 2500 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben RAM 3500 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Professional Ducato Punto (mit mechanischem Schlüssel) März bis Juni 2017 23.05.2016 bis 14.04.2017 Ford Kuga 17.07.2012 bis 19.06.2014 (gebaut im Werk Valencia) Jeep Compass (MK) 08.05. bis 12.07.2016 Fahrzeuge wurden mit falscher Bereifung ausgeliefert/Reifenschaden möglich/Bei allen Fahrzeugen muss ein korrigiertes Blatt mit Reifendruckangaben beigelegt werden, einige Fahrzeuge erhalten noch vier bzw. fünf neue Reifen in der konformen Größe. Fehlerhafte Vercrimpung des Mikro-Gasgenerators/Teile des pyrotechnischen Systems des Gurtstraffers können sich lösen und in den Fahrzeuginnenraum eintreten, es besteht Verletzungsgefahr für die Fahrzeuginsassen/Anbringung eines Service-Kits. Bei einem Aufprall mit Auslösung des Gurtstraffers kann durch Gurtaufrollmechanismus vorne eine starke Hitze-Einwirkung auf das Dämm-Material auf der Innenseite der unteren B-Säulenverkleidung auftreten/Dämm-Material kann sich entzünden und einen Brand auslösen/Dämm-Material wird an beiden B-Säulenverkleidungen eingekürzt. Unsachgemäß hergestellte Steckverbinderkontakte des Kurbelwellen- und des Nockenwellensensors können zu einer zeitweilig unterbrochenen Verbindung führen/Motor springt nicht an oder geht während der Fahrt aus/ Austausch der Steckverbindungen und Kontakte des Kurbelwellenstellungssensors. 67 6145 keine Angabe 989 6143 siehe oben 35.000 keine Angabe keine Angabe 240 589 keine Angabe www.autoservicepraxis.de

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Kawasaki Versys-X-300 (KLE300CH) Modelljahr 2017 Lancia Thema März 2011 bis Juli 2012 Land Rover Nissan Ypsilon Land Rover Discovery Range Rover Sport Range Rover Velar Micra (mit mechanischem Schlüssel) September bis Dezember 2016 15.02 bis 30.03.2017 Undichtigkeit des Kraftstoffrücklaufschlauchs/ Kraftstoffaustritt möglich, Verletzungs- und Brandgefahr/Austausch des Kraftstoffrücklaufschlauchs. keine Angabe N033 keine Angabe siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben 23.05.2016 bis 14.04.2017 Renault Kadjar bis einschließlich 11.05.2017 (bei Reprogrammierung Airbagsteuergerät während Werkstattbesuch) Seat AKTUELLE RÜCKRUFE (TAGESAKTUELL: WWW.AUTOSERVICEPRAXIS.DE/RUECKRUFE) Marke Modell Produktionszeitraum Jeep Patriot 08.05. bis 12.07.2016 Zoe Dezember 2012 bis einschließlich 26.01.2016 Ibiza (KJ) MJ 2018 31.01. bis 13.07.2017 Toyota Hillux 01.03 bis 28.09.2016 Zündschloss bei Fahrzeugen mit mechanischem Schlüssel ist eventuell nicht korrekt verbaut/ Steckverbindung kann sich lösen und zur Abschaltung des Motors führen/Verbindung wird überprüft und der Stecker bei Bedarf korrekt verriegelt. Problem mit dem Airbagkontrollmodul/Basis-, Thorax- und Window-Airbags lösen im Falle eines Unfalls nicht oder seitenverkehrt aus/Austausch des Airbagsteuergerätes. Störung beim Schalthebel/Getriebe kann nicht in Parkstellung P verriegelt werden/Austausch des Mechanismus der Parkbremse. Schraube der Lenksäule weist möglicherweise nicht das entsprechende Anzugsdrehmoment auf/Abweichung im Lenksystem und unsichere Fahrzustände möglich/Anzugsdrehmoment der Schraube der Lenksäule muss überprüft und bei Bedarf auf das korrekte Drehmoment angezogen werden. Einige Fahrzeuge sind nicht wie vorgesehen mit dem Energieabsorber in der vorderen Stoßstange ausgerüstet/Im Falle eines Zusammenstoßes besteht eine erhöhte Verletzungsgefahr für Fußgänger/Die fehlenden Energieabsorber werden nachgerüstet. Volvo XC90 Modelljahr 2017 Sicherheitsgurt der dritten Sitzreihe entspricht nicht den Vorgaben/Ein kleiner Teil des Sicherheitsgurt-Vorspanners kann sich lösen und in den Fahrgastraum gelangen/Ersatz des Sicherheitsgurtes. Gründe/Maßnahmen Fahrzeuge (D) interner Code Vollzug erkennbar an Unsachgemäß hergestellte Steckverbinderkontakte des Kurbelwellen- und des Nockenwellensensors können zu einer zeitweilig unterbrochenen Verbindung führen/Motor springt nicht an oder geht während der Fahrt aus/ Austausch der Steckverbindungen und Kontakte des Kurbelwellenstellungssensors. keine Angabe 589 keine Angabe Durch Vibrationen kann sich die Fassung der 300 DAH 122 keine Angabe Brems- und Rücklichtbirne im Lampengehäuse lösen/Ausfall des Rücklichtes möglich/Fassung wird durch eine neue ersetzt. Beifahrer-Airbag-Gasgenerator kann während der 446 6141 keine Angabe Airbag-Auslösung aufgrund eines übermäßigen Innendrucks bersten/Metallsplitter können Fahrzeuginsassen treffen und schwer verletzen oder sogar töten/Austausch des Gasgenerators notwendig. siehe oben 2 6142 siehe oben 262 keine Angabe keine Angabe 5 keine Angabe keine Angabe 583 siehe oben siehe oben 100 48N7 Eine durchgeführte Reparatur ist anhand eines Aktionsaufklebers mit dem Eintrag „48N7 Datum/Stempel“ in der Reserveradmulde oder im Inspektionsund Wartungsplan erkennbar. 1.250 16OSD-103 Durchgeführte Maßnahme wird im Hersteller- Garantiesystem gespeichert. 261 keine Angabe keine Angabe www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 11

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TITEL FAHRZEUGBELEUCHTUNG Intelligente Ausleuchtung Scheinwerfer können heutzutage nicht nur die Fahrbahn ausleuchten, sondern sind zunehmend Designelemente und passen das Licht selbstständig dem Gegenverkehr oder der Witterung an. Fotos: Adobe Stock/olly, ZKW, Hella ie Beleuchtung eines Fahrzeugs erfüllt vor allem eine Sicherheitsfunktion: Die Straße soll gut ausgeleuchtet werden, ohne den Gegenverkehr zu blenden. Über die Jahre hat sich die Technik der Frontscheinwerfer stetig weiterentwickelt. Kamen hier zu Beginn klassische Glühlampen zum Einsatz, sind in den meisten Autos heutzutage Halogenscheinwerfer zu finden, die im Grunde eine Weiterentwicklung der klassischen KURZFASSUNG Die Fahrzeugbeleuchtung ist heute viel mehr als nur ein Sicherheitsmerkmal. Mit neuen Entwicklungen wie der Matrix­LEDoder Lasertechnik lassen sich neue Scheinwerfer­Designs realisieren und das Licht intelligent der Fahrsituation anpassen. AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 Glühlampe darstellen. Die Halogenlampe besteht dabei aus einem Glaskolben, der mit Halogengas gefüllt ist. Ein gewendelter Wolframdraht wird darin per Stromzufuhr erhitzt und strahlt das Licht ab. Lampen für Halogenscheinwerfer gibt es als Einfaden-Glühlampe (H1), als Weiterentwicklung (H7) bis hin zum Zwei faden- Modell H4, das Abblend- und Aufblendlicht in einer Lampe vereint. Der Vorteil des Systems: Halogenscheinwerfer bieten ein angenehmes Licht und sind günstig in der Anschaffung. Leider haben sie auch eine begrenzte Lebensdauer und die Glühbirnen müssen im Laufe eines Fahrzeuglebens mehrmals ausgetauscht werden. Auch die Lichtausbeute ist im Vergleich zu moderneren Technologien nicht so gut. Dennoch haben sie sich als Standardbeleuchtung gerade in den unteren und mittleren Fahrzeugklassen etabliert und sind mit einem Anteil von gut 75 Prozent immer noch der Marktführer. Xenon als bessere Alternative Um eine bessere Lichtausbeute zu bekommen, kamen Anfang der 1990er-Jahre erstmals Xenon-Scheinwerfer bei BMW zum Einsatz, die mittlerweile in vielen Fahrzeugen der gehobenen Klasse zu finden sind. Statt einer Glühwendel setzt ein Xenon-Scheinwerfer auf zwei Elektroden, zwischen denen sich ein Lichtbogen durch Gasentladung bildet. Die enthaltenen Metallsalze und Zusätze helfen dabei, eine zusätzliche Ausleuchtung zu erzeugen. Das Xenon-Licht hat dabei im Gegensatz zur Halogenbeleuchtung ein eher kühleres, blaues Licht, das jedoch für eine www.autoservicepraxis.de

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RDKS-Sensoren von VDO: Technologie für morgen. deutlich bessere Ausleuchtung sorgt. Hierbei zählen Bi-Xenonscheinwerfer mittlerweile zur Basisausstattung, die sowohl Abblend- als auch das Aufblendlicht vereinen. Die Technik hat jedoch noch weitere Vorteile: Der Energieverbrauch ist trotz der deutlich größeren Lichtausbeute besser als bei Halogenlampen und durch die automatische Leuchweitenregulierung ist eine manuelle Anpassung überflüssig, wenn das Auto mal schwerer beladen wird. Im Gegensatz zur Halogentechnik ist die Ausleuchtung der Xenonscheinwerfer nicht nur besser und weiter, sondern auch die seitliche Ausleuchtung besser – Objekte am Straßenrand werden so leichter erkannt. Mit der Einführung des dynamischen Kurven- und Abbiegelicht können die Scheinwerfer dem Kurvenverlauf folgen und teilweise auch die Lichtverteilung an Geschwindigkeit und Lenkeinschlag anpassen. Ein weiterer Vorteil gegenüber der Halogentechnik ist die längere Haltbarkeit: Xenon-Lampen halten deutlich länger als Halogenlampen und müssen im besten Fall nur einmal im Fahrzeugleben gewechselt werden. Ist ein Lampenwechsel erforderlich, sind Aufwand und Kosten jedoch deutlich höher als bei Halogenlampen, da beispielsweise auch Stellmotoren zum Einsatz kommen. Ein weiterer Nachteil ist die Anfälligkeit der Xenon-Scheinwerfer zu Streulicht, wenn sie verschmutzt sind. Das kann entgegenkommende Verkehrsteilnehmer blenden. Deshalb ist für alle Fahrzeuge mit Xenonbeleuchtung eine Scheinwerfer-Reinigungsanlage verpflichtend. www.autoservicepraxis.de Matrix-LED-Scheinwerfer können automatisch ab- und aufblenden. Das Laserlicht im BMW 7er und i8 leuchtet bis zu 600 Meter weit. Passgenaue Lösungen in OE-Qualität. Als Spezialist für Reifendruckkontrolle sind wir seit langem Partner von Ersatzteil-Handel und Automobilherstellern. Von dieser Erfahrung profitieren Sie: Ob Original-Ersatzteile oder die vorprogrammierte Mehrmarken-Lösung – alle RDKS- Sensoren von VDO lassen sich einfach, schnell und sicher einbauen. Für Ihren perfekten Reifenservice. www.vdo.de/reifendruck Typ 1C (Clamp-in) Typ 1D (Snap-in) REDI-Sensor (Glue-in)

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TITEL TECHNIK-VERGLEICH Halogen ■ Angenehmer Lichtton ■ Günstige Umsetzung ■ Hohe Verbreitung ■ Geringe Lichtausbeute ■ Kurze Lampen­Lebensdauer ■ Manuelle Lichtanpassung Xenon ■ Hohe Lichtausbeute ■ Lange Lebensdauer ■ Automatische Lichtanpassung ■ Lampenaustausch kompliziert ■ Reinigungsanlage erforderlich ■ Kühl wirkendes Licht ■ Hohe Lichtausbeute ■ Adaptive Ausleuchtung möglich ■ Lange Lebensdauer ■ Steuerungselektronik notwendig ■ Komplexität des Systems ■ Teurer Lampentausch Laser ■ Sehr hohe Leuchtweite ■ Hohe Lichtausbeute ■ Kompakte Scheinwerfer möglich ■ Geringe Verbreitung ■ Komplizierte Technik ■ Teurer Lampentausch AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 Sekundäroptik mit Zusammenführung der Lichtwege Polarisiertes Licht (vertikal) Polarisiertes Licht (horizontal) LCD- und LED-Steuerungselektronik LCD-Display mit 300 x 100 Pixel Spiegel zur Umlenkung des Lichtstrahls Polarisationsfilter LED-Matrix mit TIR-Linse Der LCD-Scheinwerfer von Hella kann die Lichtverteilung situationsbedingt und in Echtzeit an verschiedene Verkehrssituationen anpassen. Dabei ermöglichen die 30.000 Pixel des Scheinwerfers neben der Lichtverteilung auch die Projektion von beliebigen Symbolen. Da die Anlage Verunreinigungen nicht komplett entfernen kann, liegt es deshalb in der Pflicht des Fahrers, den Scheinwerfer regelmäßig auf Sauberkeit zu überprüfen.Trotz der vielen Vorteile befinden sich Xenon-Scheinwerfer momentan auf dem Rückzug. Experten rechnen damit, dass der Anteil der Autos mit Xenonbeleuchtung bis zum Jahr 2035 auf 15 Prozent Marktanteil zurückgehen wird. Zum Vergleich: 2015 waren noch weltweit 21 Prozent der Fahrzeuge mit der Lichtbogentechnik ausgestattet. LED-Technik nimmt Fahrt auf Das liegt daran, dass die neuere LED- Technik eine fast ebenso gute Ausleuchtung und deutlich mehr Möglichkeiten mit sich bringt. Der Marktanteil der LED- Technik befindet sich momentan aber noch im einstelligen Prozentbereich, soll aber in den nächsten Jahren deutlich zulegen. Im Gegensatz zur Halogen- und Xenontechnik sorgt eine Licht emittierende Diode für die Beleuchtung. LED-Lampen gibt es schon länger in Form von Blinkern, Tagfahrlicht und Rückleuchten, jedoch finden Sie immer mehr als Vollscheinwerfer Einzug in Autos. Ein großer Vorteil der LED-Technik ist neben ihrer Energieeffizienz die sehr gute Ausleuchtung und die gute Lenkbarkeit des Lichts. Die Lebensdauer der LED-Lampen ist zudem im Regelfall auf ein Fahrzeugleben ausgerichtet und sie sind unempfindlich gegenüber Erschütterungen. Ebenfalls ein Pluspunkt ist der Platzbedarf: LED-Scheinwerfer können im Vergleich zu anderen Leuchtmitteln deutlich kompakter konstruiert werden und ermöglichen damit neue Scheinwerferformen, die bislang nicht möglich waren. Als Nachteil erweisen sich die höheren Kosten für den Einbau und ein höherer Stromverbrauch der Elektronik. Im Falle eines Defekts lassen sich zudem einzelne LED nicht ersetzen, es muss im Regelfall das ganze Modul getauscht werden. Eine Weiterentwicklung der LED-Technik sind so genannte Matrix-LED-Scheinwerfer, die zwischen 25 und 85 Leuchtdioden besitzen, die wiederum einzeln angesteuert werden können. Dabei können die Dioden selektiv abgeschaltet oder gedimmt werden, eine Mechanik zur Steuerung des Lichtkegels entfällt. Mithilfe einer Kamerasteuerung lassen sich so entgegenkommende Fahrzeuge selektiv ausblenden und nur der Bereich um sie herum ausgeleuchten. Moderne Systeme sind zudem in der Lage, selbstständig zwischen Abblend- auf Aufblendlicht hin- und herzuschalten, um entgegenkommende Verkehrsteilnehmer nicht zu blenden. Die Entwicklung geht hier aber noch weiter: Bei Hella werkelt man gemeinsam mit Projektpartnern momentan an „LCD- Scheinwerfern“, die auf einem Liquid Crystal Display (LCD) basieren und 2020 zum Serieneinsatz kommen sollen. Bei den LCD-Scheinwerfern wird LED-Licht durch ein Display aus Flüssigkristallen gelenkt. Die Kristalle sind schaltbar – so lässt sich die Polarisationsrichtung des Lichtes lenken. Dabei werden bis zu 30.000 Pixel auf die Straße projiziert, zukünftig sollen bis zu 50.000 möglich sein. Der Scheinwerfer kann damit – entsprechende Sensorik vorausgesetzt – die Lichtverhältnisse intelligent, stufenlos und zielgerichtet an verschiedenste Fahrsituationen anpassen. Eine ähnliche Technik hat ZKW mit den hochauflösenden Scheinwerfern im Portfolio (siehe Interview). Eine weitere neue Technologie ist das Laserlicht. Wie bei der LED-Technik kommen auch hier Halbleiter zum Ein- www.autoservicepraxis.de

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satz, allerdings sind diese deutlich kleiner und ermöglichen eine höhere Leuchtdichte als bei LED. Damit lassen sich auch kleinere Scheinwerfer realisieren. Im Gegensatz zu LED-Scheinwerfern können mit Laser-Scheinwerfern höhere Reichweiten bis zu 600 Meter erzielt werden, allerdings ist ihre Verbreitung momentan noch sehr gering – vor allem BMW setzt auf die Technik. Alexander Junk ■ „LICHT ÜBERNIMMT EINE NEUE ROLLE“ asp: Herr Schubert, was sind die Trends im Bereich Scheinwerfertechnik bei Pkw? O. Schubert: Als neuesten Trend sehen wir so genannte hochauflösende Scheinwerfer. Diese basieren auf der Matrix­ LED­Technik, besitzen aber deutlich mehr einzelne LEDs und werden über DLP­Mikrospiegel von Texas Instruments gesteuert. Ziel ist dabei das digital anmutende Licht von Matrix­LED­Scheinwerfern, bei dem der Fahrer noch Stufen erkennen kann, analoger wirken zu lassen. Das DLP­System wird bereits im Premium­Segment von uns angeboten und könnte in drei Jahren in Serie gehen. Der nächste Schritt sind Laserscanner im Scheinwerfer, die zeitgleich unterschiedliche Objekte auf der Straße erkennen und das Licht dort ausblenden können. Diese Technik befindet sich jedoch noch in der Entwicklung. asp: Die LED-Technik als Leuchtmittel wird sich also durchsetzen? O. Schubert: Nicht nur, wir setzen auch auf die Lasertechnologie. LED­Scheinwerfer machen aktuell in unserem Premiumsegment aber den größten Anteil aus. Durch effiziente Herstellungsprozesse lässt sich die Technik mittlerweile auch im Einstiegssegment wirtschaftlich anbieten. asp: In Zukunft werden Autos autonom fahren können. Wie verändert sich in diesen Fahrzeugen die Lichttechnik? O. Schubert: Heute leuchtet der Scheinwerfer auf die Fahrbahn und kann im besten Fall entgegenkommende Verkehrsteilnehmer intelligent ausblenden. Der Fokus liegt auf der Sicherheit in Kombination mit maximaler Ausleuchtung. Licht wird beim autonom fahrenden Auto eine neue Rolle übernehmen. Autonom fahrende Fahrzeuge lassen sich beispielsweise mit Signallichtern ausstatten, die Verkehrsteilnehmern zeigen, wo sich ein Gefahrenbereich befindet oder in welche Richtung abgebogen wird. Wie wäre es einen Zebrastreifen auf den Boden zu projizieren, um Fußgängern zu zeigen, dass sie sicher die Fahrbahn passieren können? Ebenfalls vorstellbar wäre es, beim Kolonnenverkehr auf Autobahnen beispielsweise durch ein Licht zu signalisieren, dass man gefahrlos in eine Lücke einscheren kann. asp: Das hört sich technisch sehr aufwendig an. Was müssen die Autos mitbringen, um diese Funktionen zu erfüllen? O. Schubert: Voraussetzung hierfür ist natürlich die Verarbeitung von Informationen aus der Umgebung durch Sensoren und eine entsprechende Rechenleistung im Auto, um das Ganze an die Fahrzeugelektronik weiterzugeben. Das sehen wir als großes Zukunftsthema an und werden hier auch weiter in Sensorik und Elektronikkompetenz investieren. Oliver Schubert ist CEO der ZKW Group. www.autoservicepraxis.de

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TITEL LICHTTUNING Es werde Licht, viel Licht! Lichttechnische Verändungen sind gerade bei älteren Fahrzeugmodellen beliebt. Für LED-Tagfahrlichter, aber auch für Hauptscheinwerfer haben Hersteller spezielle Nachrüstlösungen im Angebot. ichttuning ist äußerst gefragt, aber oftmals sind die verwendeten Komponenten nicht erlaubt. Das kann nicht nur Bußgeld kosten, sondern auch eine zumindest vorübergehende Stilllegung des Fahrzeugs nach sich ziehen. Max Karmel, Geschäftsführer der in München ansässigen Karmexx Max Karmel GmbH, kennt die Grenzen: „Während das Nachrüsten von LED-Tagfahrlichtern für fast alle Fahrzeuge problemlos umsetzbar ist, warne ich vor der Folierung von Scheinwerfern und Rückleuchten sowie vor der Verwendung nicht zugelassener Leuchtmittel. Beim Kauf ist deshalb immer darauf zu achten, dass die Lampen ein E-Prüfzeichen sowie den Zusatz ‚RL‘ tragen. Beim Einbau nicht zugelassenen Zubehörs können Betriebserlaubnis und Versicherungsschutz des Fahrzeuges erlöschen.“ Das E-Prüfzeichen in einem Kreis mit einer ein- oder zweistelligen Nummer lässt sich dabei leicht erkennen. Nachrüsten von LED-Tagfahrlichtern Selbst wenn es recht einfach aussieht, eine Nachrüstung von LED-Tagfahrlichtern sollte man einer qualifizierten Kfz-Werkstatt überlassen. Das beste Ergebnis bringen Einbausätze, die speziell für ein Fahr- KURZFASSUNG Das Design von Front- und Rückscheinwerfern hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Während neue Automobile selbst im Kleinwagensegment über LED-Tagfahrlichter verfügen, stehen ältere Fahrzeuge im Fokus des Zubehörhandels. Aber es ist nicht alles erlaubt, was gefällt. asp AUTO SERVICE PRAXIS hat Nachrüstlösungen unter die Lupe genommen. zeugmodell konstruiert wurden. Sie sind in rund einer Stunde zu montieren und fügen sich nahtlos ein. Allerdings werden fahrzeugspezifische Tagfahrlichter fast Die Hauptscheinwerfer lassen sich beim Golf VI durch die LEDriving-Xenarc-Leuchten von Osram ersetzen. Fotos: Osram, Dietmar Stanka AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 www.autoservicepraxis.de

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nur für weit verbreitete Fahrzeugmodelle von Herstellern wie Dectane, Hansen Styling Parts, Hella, Nolden oder Vmaxx vertrieben. Die Kosten liegen zwischen 120 und 300 Euro. Deutlich günstiger wird der Einsatz von sogenannten universellen LED-Lichtern, die in unterschiedlichen Formen für rund 50 Euro angeboten werden – von rund, oval, eckig bis länglich. Hier muss jedoch geprüft werden, wo ein geeigneter Platz zur Verfügung steht. Denn bei manchen Automobilen kann es aufgrund einer nahezu geschlossenen Frontpartie zu Schwierigkeiten bei der Montage kommen. Die Montage – so geht‘s Bei der Montage der LED-Tagfahrlichter müssen elektrische Verbindungen hergestellt werden, zur Masse (Klemme 31), dem Zündungsplus (Klemme 15) und zum Standlicht (Klemme 58). Je nach Fahrzeug ist auch eine Verbindung zur Fahrzeugbatterie (Klemme 30) notwendig. Dabei ist darauf zu achten, keine minderwertigen Quetsch-Verbinder, die sogenannten Stromdiebe, zu verwenden. Erstens sind diese nicht dauerhaltbar und zweitens werden die Leitungen mechanisch geschwächt. Um bei Kurzschlüssen einen Kabelbrand zu vermeiden, sollte unmittelbar in der Nähe der Stelle, an der die Klemmen 15 und 30 abgenommen werden, eine Sicherung platziert sein. Zudem empfiehlt es sich, Steckverbindungen im Kabelstrang vorzusehen, damit beispielsweise bei einem unfallbedingten Abbau der Stoßstange die Tagfahrlichter nicht demontiert werden müssen. Auch gesetzliche Vorschriften gilt es bei der Montage zu beachten. Beim Einbau von Tagfahrlichtern nach der EG- Die LEDriving-Xenarc- Leuchten von Osram Richtlinie EG R97/28 bzw. ECE R48 sind drei Maße einzuhalten. Die Leuchten dürfen nicht höher als 1.500 Millimeter sein, müssen aber mindestens 250 Millimeter hoch montiert werden. Zudem muss der Abstand zwischen den beiden Leuchten mindestens 600 Millimeter betragen. An der Vorderseite müssen sie senkrecht sowie parallel zur Fahrzeugfront stehen. Sollten die Tagfahrleuchten in einem Luftgitter platziert werden, dürfen keine Kanäle für die Ansaugluft oder die Bremsenkühlung blockiert werden. Bei der Nachrüstung von LED-Tagfahrlichtern bringen fahrzeugspezifische Einbausätze das beste Ergebnis. Umrüstsätze für Hauptscheinwerfer Wem das noch weit verbreitete H4- oder H7-Halogenlicht nicht genügt, hat auch einige Möglichkeiten für bessere Lichtverhältnisse der Hauptscheinwerfer zu sorgen. Wer beispielsweise einen Golf VI oder einen Audi A4 B7 (dritte Serie, gebaut von 2004 bis 2008) besitzt, kann seine Hauptscheinwerfer durch die LEDriving-Xenarc-Leuchten von Osram ersetzen lassen. Für den Golf gibt es mit den Varianten GTI, Black und Chrome zudem weitere Individualisierungsmöglichkeiten. Da die LED-Scheinwerfer der ECE-Norm entsprechen, ist keine automatische Leuchtweitenregulierung oder Scheinwerferreinigungsanlage notwendig. Die unverbindliche Preisempfehlung für die LEDriving-Xenarc-Leuchten von Osram beträgt 799 Euro. Für den Land Rover Defender bietet beispielsweise Nolden 7-Zoll-Bi-LED Reflektor-Hauptscheinwerfer an. Die Investition in Höhe von 970 Euro ist für den Geländewagen dabei ein echter Gewinn in puncto Sicht und Sicherheit. Die Night-Breaker-Laser-Lampe (rechts) von Osram sorgt für bis zu 130 Prozent mehr Licht. Mehr Sicht auch ohne LED Wer nicht direkt seinen kompletten Scheinwerfer tauschen möchte, kommt mit dem Tausch klassischer Halogenlampen in leistungsstärkere wesentlich günstiger davon. Osram hat beispielsweise die Night Breaker Laser im Programm, die mit bis zu 130 Prozent mehr Licht im Vergleich zu Standardlampen überzeugen. Zudem gibt es für nahezu alle gängigen Lampentypen die Night Breaker Unlimited mit bis zu 110 Prozent höherer Lichtausbeute. Hella hat alternativ die „Performance + 120“ mit bis zu 120 Prozent mehr Licht und einem bis zu 50 Meter längeren Lichtkegel im Angebot. Diese Lampen sind in den Versionen H1, H4 und H7 verfügbar. Wer auf ein besonderes Design steht, wird sich mit dem Xenon-Effekt der Blue Light-Lampen von Hella anfreunden können. Das weißblaue Licht soll nach Angaben des Herstellers für eine bessere Konzentration sorgen. Max Karmel von der Karmexx GmbH warnt dabei vor dem Austausch von Halogen- durch LED- oder auch Xenon- Leuchten. „Diese projizieren das Licht nicht mehr dorthin, wo es tatsächlich gebraucht wird. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit einer starken Blendung des Gegenverkehrs deutlich. Werden solche unzulässigen Leuchtmittel verbaut, erlischt außerdem die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs.“ Von dubiosen Angeboten etwa auf Internetplattformen, die darüber hinwegtäuschen, dass diese Art von Beleuchtung nicht den Zulassungsbestimmungen entspricht, sollte man daher Abstand nehmen. Gute Qualität mit den entsprechenden Zulassungsvoraussetzungen kauft man am besten bei namhaften Herstellern. Dietmar Stanka ■ www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 17

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TITEL ASP & CLASSIC DAY IAA Keine Schonfrist beim Licht Beim „asp & ClassiC Day“ auf der IAA ging es um die Umsetzung der Scheinwerferprüfrichtlinie und die Kalibrierung von Prüfmitteln. Zudem stellte TÜV SÜD Ergebnisse des aktuellen ClassiC Barometers vor. Fotos: Michael Bolay, Dietmar Winkler ach aktueller Rechtslage darf die Hauptuntersuchung nach dem 1. Januar 2018 in Werkstätten nur noch dann durchgeführt werden, wenn ein regelkonformer Arbeitsplatz für die Scheinwerfereinstellung vorhanden ist. Das betonte Philip Puls, Leiter Technik Fahrzeugprüfungen bei TÜV SÜD, bei einer Podiumsdiskussion zum Thema TÜV SÜD-Experte Philip Puls beantwortete Fragen zur künftigen Hauptuntersuchung. AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 Prüfmittel am Stand von TÜV SÜD auf der IAA. Die Diskussion fand im Rahmen des „asp & ClassiC Day“ statt, den TÜV SÜD und die Redaktion asp AUTO SERVICE PRAXIS für Werkstätten und das interessierte IAA-Publikum veranstalteten. Gesprächspartner von asp-Chefredakteur Dietmar Winkler waren Philip Puls, Leiter Technik Fahrzeugprüfungen bei TÜV SÜD, und Christian Thalheimer, MAHA Produktmanagement, der für das Thema Prüftechnik bei dem Werkstattausrüster zuständig ist. Nach der HU-Scheinwerferprüfrichtlinie von 2014 muss der Scheinwerfereinstellplatz hohe Anforderungen erfüllen, das gilt insbesondere für die Ebenheit der Aufstellflächen für Fahrzeuge und das Prüfgerät selbst. Viele Werkstätten verfügen noch über alte Einstellgeräte. „Oft sind Jahrzehnte alte Geräte im Einsatz, die die hohen Anforderungen für die Vermessung moderner Lichttechnik in den Fahrzeugen nicht mehr gerecht werden“, er- KURZFASSUNG Ohne regelkonformen Prüfplatz für die Scheinwerfereinstellung keine HU mehr – auf diese kurze Regel läuft es ab 1.1.2018 hinaus. Das sollten Werkstätten wissen, die auch künftig die HU in ihrem Betrieb anbieten wollen. klärte Christian Thalheimer. Werkstätten, die ihren Einstellplatz jetzt noch auf Vordermann bringen wollen, sollten schnell den Kontakt zu einem Fachmann suchen und sich entsprechend beraten lassen, empfiehlt der Experte. Die Kosten für die Einrichtung eines regelkonformen Prüfplatzes variieren je nach örtlicher Situation in der Werkstatt zwischen 500 Euro und 10.000 Euro. Viele technische Lösungen In der Regel lasse sich ein ebener Prüfplatz mit Hilfe einer vorhandenen Fahrflächenhebebühne herstellen, erklärte der Werk- www.autoservicepraxis.de

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KALIBRIERUNG PRÜFMITTEL Die Kalibrierung von Prüfmitteln nach europäischen ISO-Normen bringt einige Veränderungen mit sich. Im Vergleich zur gewohnten Stückprüfung ist die Kalibrierung der Geräte viel aufwändiger. Bei der Stückprüfung macht der Prüfer in der Regel vor allem eine Sichtprüfung und überzeugt sich davon, dass das Gerät noch intakt ist. Bei einer Kalibrierung müssen zusätzlich Messwerte abgeglichen werden und es muss sichergestellt sein, dass die Messwerte auf Standardwerte zurückgeführt werden können. So müssen z.B. die Gewichte bei der Kalibrierung des Bremsenprüfstands selbst kalibriert sein. Scheinwerfereinstellprüfgeräte Seit 1.1.2017 sind Kalibrierungen/erweiterte Stückprüfungen gemäß den Anforderungen aus der Verkehrsblatt-Verlautbarung Nr. 115/2016 durchzuführen. Ab 1.1.2018 müssen Systeme zur Überprüfung der Einstellung der Scheinwerfer durch einen von der Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS) akkreditierten Dienstleister geprüft werden. Ab 1.1. 2018 ist eine Kalibrierung des gesamten Arbeitsplatzes vorgeschrieben, also Scheinwerfereinstellgerät (SEP) inklusive Aufstellfläche für das Gerät und Aufstellfläche für das Fahrzeug. Insbesondere für die Ebenheit der Aufstellfläche gelten enge Toleranzen. Die Neigung des gesamten Prüfsystems darf nicht größer als +/-1,5 Prozent sein. Die zulässige Unebenheit der Aufstellfläche für das Fahrzeug darf nur wenige Millimeter betragen. Mit der Mitteilung vom 5. Mai im Verkehrsblatt Nr. 10 hat der Gesetzgeber die Toleranzen noch einmal präzisiert. Die Aufstellfläche für das SEP darf ebenfalls nur eine Unebenheit von +/- 1 Millimeter/Meter aufweisen. Bremsenprüfstände Seit 1.1.2017 müssen eine erweiterte Stückprüfung und eine Kalibrierung durchgeführt werden. Darüber hinaus muss ein Kalibrierschein nach den DAkkS-Vorgaben erstellt werden. Seit 1.1.2017 gilt die Kalibrierpflicht nach den Anforderungen des Verkehrsblatts 14/2016 für alle Bremsprüfstände, die für die Durchführung der HU im Einsatz sind. Während der derzeit laufenden Begutachtungen der Kfz-Überwachungsorganisationen durch die DAkkS, muss die Validierung des Kalibrierverfahrens samt der messtechnischen Rückführung der verwendeten Messmittel nachgewiesen werden. Die Kalibrierung erhöht den Zeitaufwand im Vergleich zur Stückprüfung. AU-Geräte Abgastester unterlagen bislang der Eichpflicht. Die neue internationale Regelung kennt das deutsche System der Eichung nicht. Daher werden bei der AU trotz des vereinfachten Bescheinigungsverfahrens die Eichung und Kalibrierung gefordert. Ab 1.1.2019 müssen AU-Geräte nach DAkkS kalibriert sein. Derzeit ist noch nicht klar, ob Eichung und Kalibrierung zeitweise parallel laufen. www.autoservicepraxis.de Kompletter Klimaservice top und up-to-date mit A/C-Servicelösungen vom Experten für Experten: MAHLE Service Solutions. Diagnose, Service, Reparatur und Entsorgung sind mit unseren A/C-Lösungen bei Ihnen in besten Händen. Auf jedem Level die richtige Lösung: Vom Einsteiger- bis zum Premium-Gerät für alle Kältemittel. ALLES RUND UM KLIMATECHNIK FÜR R134A UND R1234YF POWERED BY YOUR NEEDS. www.mahle-aftermarket.com Premium-Anwendung vom TÜV zertifiziert: ACX 255. Die Profigeräte: ACX 250 und ACX 150. Flushing Kit: Universelles Spülgerät. Smarter Einstieg: ACX 220 und ACX 120. Sofort, schnell, sicher: Die ROU (Recovery Only Unit) – Rückgewinnung unbekannter oder kontaminierter Kältemittel. Immer bereit: Ersatzteile, Zubehör und Verbrauchsmaterialien.

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TITEL Am Nachmittag drehte sich am Stand von TÜV SÜD alles um das Thema Young- und Oldtimer. Lars Kammerer, Leiter Marketing TÜV SÜD Auto Service, stellte das TÜV SÜD ClassiC Barometer vor. stattausrüster. Hier müsse dann allerdings auf etwaige integrierte Radfreiheber geachtet werden, die den möglichen Messbereich in der Geometrie einschränken könnten. „Auch ohne Hebebühne lässt JETZT ANMELDEN BEIM ASP WERKSTATT-TAG Wenn Sie auch künftig die Hauptuntersuchung (HU) in Ihrem Betrieb anbieten wollen, müssen alle Prüfmittel den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Speziell bei der Bereitstellung eines regelkonformen Scheinwerfereinstellplatzes sind viele Betriebe noch nicht auf dem geforderten Stand. Laut HU-Scheinwerfer-Prüfrichtlinie müssen spätestens ab 1.1.2018 sowohl Scheinwerfereinstellprüfgerät als auch die Flächen, auf denen Fahrzeug und SEP bei der Prüfung stehen, strengen Anforderungen genügen. Für viele Servicebetriebe heißt es daher: jetzt muss in einen ebenen Prüfplatz investiert werden. Investitions-Kompass für Werkstätten Welche Lösungen sich in der Werkstatt anbieten, erklären ausgewiesene Fachleute beim asp Werkstatt-Tag in Bamberg am 16. November 2017. In parallelen Workshops zeigen unsere Workshop-Partner zusätzlich konkrete Lösungen und Produkte. Teilnehmer können hier im kleinen Kreis Fragen zu speziellen Problemen stellen und profitieren von Erfahrungen anderer Teilnehmer. Handlungsbedarf besteht bei vielen Betrieben, auch beim Bremsenprüfstand. Die Bremsprüfstandsrichtlinie gilt ab 1. Januar 2020 für alle Prüfstände und stellt bestimmte Anforderungen an die Geräte. Weitere Programmhighlights: Die DAkkSkonforme Kalibrierung von Prüfmitteln und Infos zum aktuellen Stand zur Zukunft der Abgasuntersuchung, für die sich die Spielregeln ab 1.1.2018 ändern. Der asp Werkstatt-Tag am 16. November 2017 findet im Welcome Kongresshotel Bamberg statt. Alle Infos und Anmeldung unter www.autoservicepraxis. de/werkstatttag2017 AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 Lars Kammerer gab TIpps zum erfolgreichen Oldtimer-Geschäft für Werkstätten. SWR-Moderator und Autofan Constantin Beims führte kurzweilig durch die Veranstaltung. sich der Werkstattboden für die Prüfung verwenden, beispielsweise durch Schienensysteme für das SEP oder Prüfplatten für die Fahrzeugaufstellfläche, die sowohl bodenaufliegend als auch unterflur verbaut werden können“, betonte Thalheimer. Diese Nachrüstsysteme lassen sich dann in der Werkstatt mit entsprechenden Einstellschrauben nivellieren. Wie Classic-Kunden ticken Am Nachmittag drehte sich am Stand von TÜV SÜD alles um das Thema Young- und Oldtimer. Lars Kammerer, Leiter Marketing TÜV SÜD Auto Service und Verantwortlicher für TÜV SÜD ClassiC, stellte das TÜV SÜD ClassiC Barometer vor, das vor allem für Werkstätten interessant ist, die den Bereich Classic als Geschäftsbereich bereits bedienen oder vorhaben, in das Thema einzusteigen. Moderiert wurde die Vorstellung von SWR-Moderator Constantin Beims – selbst bekennender Fan von alten und neuen Autos. Im Rahmen des ClassiC Barometers hat TÜV SÜD Kunden gefragt, was sie von ihrer Oldtimer-Werkstatt erwarten, welche Qualitätsansprüche sie haben und welche Gründe für den Besuch einer markengebundenen oder einer freien Werkstatt sprechen. „Es geht im ClassiC Barometer um die Bedürfnisse der Zielgruppe in puncto Service, Restaurierung und Reparatur“, erklärt Lars Kammerer. „Im Geschäft mit Young- und Oldtimern geht es immer auch um Emotionen und Enthusiasmus für die automobilen Schätze. Daher ist die persönliche Bindung an die Werkstatt besonders wichtig, das hat unsere Untersuchung gezeigt“, so Lars Kammerer. Dietmar Winkler ■ www.autoservicepraxis.de

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AUTOMOBILTECHNIK KETTENTRIEB Hält die Kette ein Autoleben? Der Kettentrieb in modernen Verbrennungsmotoren ist für die Lebensdauer eines Fahrzeugs ausgelegt. In der Praxis stimmt das leider nicht immer: Verschmutzungen im Öl können für schnellen Verschleiß sorgen. er Steuertrieb ist der Taktgeber im Motor: Ob riemen- oder kettenbetrieben – er dient dazu, die Kurbel- mit der Nockenwelle zu verbinden und dadurch eine Synchronizität zwischen beiden Wellen herzustellen. Damit können Einund Auslassventile sowie die punktgenaue Zündung genau gesteuert werden. Nur minimale Abweichungen von den optimalen Steuerzeiten wirken sich negativ auf die Qualität des Motorlaufs aus. Grundsätzlich gilt: In Viertaktmotoren beträgt das Übersetzungsverhältnis immer 2:1. Das heißt, dass die Kurbelwelle während eines Taktes also immer eine halbe Umdrehung vollzieht, während die Nockenwelle – angetrieben von der Kurbelwelle – nur halb so schnell läuft. Schafft die Nockenwelle also eine ganze Umdrehung, hat die Kurbelwelle in der Zeit bereits zwei Umdrehungen zurückgelegt. Und genau hier muss der Steuertrieb Synchronizität sicherstellen: Während des ersten Taktes findet das Ansaugen der Frischluft durch das sich öffnende Einlassventil in den Zylinder statt. Danach folgen mit dem zweiten und dritten Takt die Verdichtungsund Verbrennungsvorgänge, bei denen die Ein- und Auslassventile von der KURZFASSUNG Der Kettentrieb verbindet Kurbel- und Nockenwelle im Motor und sorgt für eine reibungslose Verbrennung. Obwohl für die Lebensdauer eines Fahrzeugs ausgelegt, können Fahrstil und Ölqualität für frühzeitigen Verschleiß sorgen. AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 Nockenwelle verschlossen werden. Anschließend wird das gezündete Gasgemisch mit der Aufwärtsbewegung des Kolbens durch das geöffnete Auslassventil wieder ausgestoßen. Diese präzise Abfolge muss in jedem Betriebszustand unter sich ständig wandelnden Umgebungs-, Temperaturund Schwingungsverhältnissen bei jeder Motordrehzahl einwandfrei funktionieren. Diese Präzision entscheidet letztlich über die Qualität des Motorlaufs. Kette schlägt Riemen Bei Verbrennungsmotoren ist es eine Philosophiefrage, ob eine Kette oder ein Zahnriemen im Steuertrieb zum Einsatz kommen. Für was Autohersteller sich entscheiden, hängt von vielen Faktoren ab: Moderne Motoren verlangen dem Steuertrieb einiges ab. Traditionsgemäß sind Riementriebe eher in Dieselmotoren zu finden, während viele Benziner auf einen Kettentrieb setzen. Da der Trend zu immer kleineren Bauräumen geht, punkten Ketten, da sie sich schmaler als Riemen ausführen lassen. Ketten können zudem höhere Kräfte übertragen. Auch Nockenwellenversteller profitieren vom Kettentrieb, da sie sich leichter mit Kette kombinieren lassen. Es gibt auch historisch gewachsene Unterschiede: Japanische Autohersteller setzen generell auf Kettentriebe, während beispielsweise Volvo auch bei Benzinern ausnahmslos auf Riementriebe setzt. VW dagegen hat viele Jahre auf Riemen gesetzt, ist dann mit der Einführung der TSI-Motoren auf die Kette gewechselt und nun wieder zum Riemen zurückgekehrt. Automobilzulieferer Schaeffler sieht in den kommenden Jahren jedoch einen steigenden Bedarf an Kettentrieben. Denn durch die höhere technische Komplexität der Motoren, geringere Toleranzen und höhere Anforderungen an den Steuertrieb sieht der Zulieferer einen steigenden Bedarf in der Erstausrüstung. Waren im Jahr 2000 noch 80 Prozent der Autos in der Erstausrüstung mit einem Riementrieb und nur 20 Prozent mit Kette ausgestattet, hielt sich das Verhältnis 2015 bereits die Waage. Für 2030 rechnet Schaeffler damit, dass 80 Prozent der Motoren mit Kettentrieb und nur noch 20 Prozent mit einem Riementrieb ausgestattet sind. Grundsätzlich gilt, dass eine Kette im Gegensatz zum Riementrieb für die www.autoservicepraxis.de

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Fotos: Schaeffler, Alexaxnder Junk Lebensdauer des Fahrzeugs ausgelegt ist, während Zahnriemen in bestimmten Intervallen gewechselt werden müssen. Marcel Diedrich erklärt den Einfluss von verschmutztem Motoröl am Kettenprüfstand. Philosophiefrage: Links ein Motor mit Kettentrieb, rechts daneben mit Zahnriemen Ölzustand und Fahrstil entscheiden Das stimmt leider nur bedingt, denn die Lebensdauer einer Kette hängt vor allem vom persönlichen Fahrstil und der Wartung des Fahrzeugs ab. Wer das Auto moderat beschleunigt, oft Langstrecken fährt und die vorgeschriebenen Ölwechselintervalle einhält, für den stehen die Chancen gut, dass er mit einer Kette das gesamte Autoleben zurechtkommt. Wer hingegen sein Auto im kalten Zustand stark beschleunigt, oft Kurzstrecke fährt – der Fahrer vom Pizza-Lieferservice ist hier ein gutes Beispiel – und es mit dem Ölwechsel nicht so genau nimmt, bei dem kann die Kette vorher den Geist aufgeben. Auch die Qualität des Motoröls sollte nicht außer Acht gelassen werden: Feine Rußpartikel im Öl wirken wie Schleifpapier und verschleißen die Kette deutlich schneller. Ist das der Fall, längt sich die Kette durch den Materialabrieb und macht sich schließlich durch ein typisches „Kettenrasseln“ bemerkbar. Im schlimmsten Fall kann die Kette abspringen oder reißen, was einen Motorschaden zur Folge hat. Um das zu veranschauchlichen, hat Schaeffler Ende September nach Clausthal-Zellerfeld zum Unternehmensstandort „Schaeffler Engineering“ eingeladen. In der Niederlassung im beschaulichen Harz entwickelt und testet das Unternehmen Kettentriebe. Marcel Diedrich, Teamleiter Steuerkettenentwicklung und Dauerfestigkeitsuntersuchungen, erklärte dort unter anderem, wie verschmutztes Öl die Kette angreift. Dafür hat der Entwicklungsleiter Motorenöl mit Partikeln und Schmutz versehen und kann auf einer dafür eingerichteten Testmaschine sehen, wie sich das auf die Lebensdauer der Kette auswirkt. Eine konkrete Lebensdauerverkürzung durch das schmutzige Öl wollte der Entwicklungsleiter nicht nennen, da hier zu viele Faktoren eine Rolle spielen. Ein Einfluss ist jedoch unbestritten. Kurzstrecken und verschmutztes Öl verschleißen die Kette und reduzieren ihre Lebensdauer. Alles komplett in einer Box Sollte eine Reparatur des Kettentriebs einmal notwendig sein, bietet Schaeffler unter der Marke INA entsprechende Reparaturkits an, in denen sich neben der Steuerkette alle zur Reparatur benötigten Teile befinden. Schaeffler bietet diese Kits für zahlreiche Fahrzeuge auf dem Aftermarket an. Darin enthalten ist auch ein Schmierstoff, der auf die Kette aufgetragen wird und beim ersten Anlaufen den Einlaufverschleiß minimiert. Bei einer Reparatur sollte zudem immer das gesamte Steuertriebsystem ausgetauscht werden, um teure Folgereparaturen zu vermeiden. Für den Einbau bietet Schaeffler zudem das passende INA-Ketten-Spezialwerkzeug an. Das Werkzeug gibt es für verschiedene Fahrzeugmodelle und Motortypen. Da auch Kits für Fahrzeuge angeboten werden, die Schaeffler nicht in der Erstausrüstung beliefert, müssen die Ketten von Schaeffler für den jeweiligen Fahrzeugtyp entwickelt werden. Dabei muss die Kette laut Diedrich verschiedene Belastungstests überstehen, bevor sie als fertiges Produkt an den Kunden ausgeliefert werden kann. Dafür stehen bei Schaeffler Engineering verschiedene Prüfstände wie der Pulserprüfstand zur Verfügung, auf dem die Kette über einen gewissen Zeitraum in Schwingung versetzt und gespannt wird, bis sie schließlich reißt. Der Test wird mehrmals wiederholt, um sich dann dem gewünschten Soll-Belastungswert anzunähern. Auch ein Radio- Nuklid- Test wird durchgeführt. Alexander Junk ■ Mit der Marke INA bietet Schaeffler komplette Kits für den Ketten-Austausch www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 23

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AUTOMOBILTECHNIK IAA-HIGHLIGHTS Kurs auf die Mobilität der Zukunft Auf der IAA 2017 haben zahlreiche Zulieferer Neuheiten im Bereich Autonomes Fahren, Elektromobilität und Vernetzung präsentiert. Wir stellen die Highlights des Messe-Rundgangs vor. Foto: VDA ie IAA hat in diesem Jahr weniger Besucher als die Jahre zuvor angezogen. Obwohl die Autohersteller den einen oder anderen PS-Boliden vorgestellt haben, ist erkennbar, dass Elektromobilität, Vernetzung und Autonomes Fahren die Themen der Zukunft sind. Das wird besonders bei den Automobilzulieferern sichtbar, die an ihren Ständen zahlreiche Innovationen in diesen Bereichen vorgestellt haben. Wir waren in den Mes- KURZFASSUNG Die diesjährige IAA stand ganz im Zeichen der Mobilität der Zukunft. Die Zulieferer haben zahlreiche Entwicklungen und Produkte im Bereich der Elektromobilität, dem Autonomen Fahren und der Vernetzung vorgestellt. AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 Besonders platzsparend: Kompakte Antriebsachse eTwinsterX von GKN Foto: GKN Driveline www.autoservicepraxis.de

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Ladesäulen und Ladetechnik für Elektroautos wurden von vielen Herstellern präsentiert (im Bild Charge Point). Foto: Dietmar Winkler Die elektrische Achse von ZF kombiniert Antrieb, Motor, Elektronik, Bremsen und Dämpfer in einem. Foto: Dietmar Winkler sehallen unterwegs und stellen die wichtigsten Highlights vor. Zahlreiche E-Achsen Besonders auffällig war das Angebot an elektrifizierten Achsen, die von verschiedenen Herstellern gezeigt wurden. So präsentierte GKN Driveline die neue E-Antriebsachse „eTwinsterX“, die gegenüber konventionellen Elektroantrieben mehrere Vorteile bringen soll: Durch das koaxial-ausgeführte Design, bei dem eine der Antriebswellen durch die Nabe des E-Motors geführt wird, soll eine kompaktere Bauart als bei konventionellen Antrieben möglich sein. Die Abmessungen sorgen zugleich dafür, dass das komplette System für jeden Fahrzeugtyp vom kompakten Stadtfahrzeug bis hin zum SUV mit Plugin-Hybridantrieb adaptierbar ist. Auch Mahle hat eine E-Achsen-Einheit namens „Twin-Power“ vorgestellt, die auch im neuen Konzeptfahrzeug „Meet“ zum Einsatz kommt. Der Antrieb kombi- Ikone. Wir sind eine starke Marke, weil wir unser Unternehmen seit 140 Jahren immer weiter ausbauen. Doch wir ruhen uns nicht auf unseren Lorbeeren aus. Wir bauen darauf. Und wir wachsen noch heute. Sie kennen den Namen. Sie kennen die Farbe. Die älteste fortlaufend bestehende Handelsmarke für Autoteile der Welt. Schauen Sie sich unser gesamtes Sortiment auf der neuen, optimierten Website an: www.lucas.info/de

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AUTOMOBILTECHNIK niert zwei E-Motoren, das Getriebe und eine 48-Volt-Elektronik. Im Demonstratorfahrzeug schaffen die zwei Motoren jeweils 14 Kilowatt Dauerleistung und 36 Newtonmeter Drehmoment, was ausreichend für den Stadtverkehr ist. Auch ZF hat eine E-Achse vorgestellt. Das System integriert Antrieb, Motor, Elektronik, Bremsen und Dämpfer in einem. Neben der Technologie für Elektroautos kommt auch die Ladesäulen-Infrastruktur in Schwung: Webasto hat gleich mehrere neue Ladelösungen vorgestellt, darunter drei stationäre Ladestationen mit einer Leistung von 22 Kilowatt und eine mobile Ladelösung mit einer Leistung von 11 Kilowatt. Die stationäre Ladestation Webasto Pure ist die Einstiegs-Wallbox und lädt mit Wechselstrom. Webasto Next ist zudem Netzwerk- und SmartHome-fähig. Webasto Life ist vor allem für gewerbliche Kunden interessant. Neben der Elektrifizierung war auch die Hybridisierung des Antriebsstrangs ein Thema der IAA. BorgWarner stellte seinen elektrifizierten Turbolader „eBooster“ vor, der dank 48-Volt-Bordnetz in niedrigen Touren für Schub sorgt und das gefürchtete Turboloch beseitigt. Dazu kann der riemengetriebene Startergenerator („Integrated Belt Alternator Starter, kurz iBAS) dem Verbrennungsmotor unter die Arme greifen, was die CO 2 -Emissionen reduziert. Auch Brose stellte einen 48-Volt-Hilfsantrieb für Mild-Hybrid-Fahrzeuge vor, der bei Bedarf den Hauptmotor mit bis zu 80 Newtonmeter Drehmoment unterstützen und das Auto auch ohne Verbrennungsmotors im Stau oder Parkhaus bewegen kann. Sensoren für die Rundumsicht Auch das Autonome Fahren war einer der Schwerpunkte der IAA. Das kalifornische Unternehmen Velodyne Lidar hat Lidarsensoren der neuesten Generation vorgestellt, die deutlich kompakter an einem Fahrzeug montiert werden können. Mit ihnen sind Autos in der Lage, die Umgebung per Lichtstrahl zu scannen. Das Ganze wurde an einem Konzept-Bus demonstriert, der in Paris auf bestimmten Strecken bereits autonom unterwegs ist. Trotz der zahlreichen Zukunftsthemen kam auch das klassische Auto mit Verbrenner nicht zu kurz. So präsentiert Stoßdämpfer-Spezialist Tenneco die neue „Driv“-Dämpfertechnologie, die sich automatisch den Straßenbedingungen anpassen kann und für eine verbesserte Stra- AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 Am Stand von Zulieferer Bosch wurde die Zukunft des Fahrens hautnah erlebbar. Brembo präsentierte seine bunt lackierten Bremssättel und Brake-by-Wire-Technologie. Nexteer zeigte Steer-by-Wire-Lenksysteme für autonom fahrende Autos. Foto: Dietmar Winkler Foto: Brembo Foto: Nexteer www.autoservicepraxis.de

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ßenlage und besseres Fahrverhalten sorgen soll. Die adaptiven Dämpfer für den Aftermarket lassen sich dank integrierter Elektronik ohne Konstruktionsänderungen auch in bestehende Fahrzeuge einsetzen. Auch im Fahrwerksbereich angesiedelt ist der neue Bremsstaubpartikelfilter von Mann+Hummel, der direkt in den Bremssattel integriert werden kann. Als Filtermedium kommt ein temperatur- und korrosionsbeständiges Material zum Einsatz, das die unterschiedlichen Partikelgrößen effizient filtern soll. Steer-by-Wire Neue Wege gehen die Hersteller bei Lenkund Bremstechnologien. Diese werden fit gemacht für die kommenden Generationen intelligenter und (teil-)autonom fahrender Autos. Steer-by-Wire und Break-by-Wire heißen die Schlagworte neuer Lenk- und Bremstechnologien, die die hydraulischen Systeme ablösen sollen. Die Tage der hydraulischen Servolenkung scheinen gezählt. Bei der elektromechanischen Servolenkung (EPS) sorgen ein Elektromotor und ein Schneckengetriebe für die Lenkkraftunterstützung. EPS arbeitet ohne Hydraulikkomponenten und ist somit ein trockenes System. Die Lenkkräfte werden über die untere Lenkspindel an ein mechanisches Lenkgetriebe weitergeleitet, welches über die Spurstangen den Lenkeinschlag bewirkt. Während bei EPS immer noch eine mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Lenkgestänge existiert, wird diese bei Steer-by-Wire-Systemen durch Elektronik und Aktuatoren in Lenksäule und Zahnstange ersetzt. Lenkspezialist Nexteer Automotive stellte in Frankfurt ein Steerby-Wire-System (SbW) mit erweiterten Funktionen und verbesserter Sicherheit für das automatisierte Fahren vor. Ziel ist das „gut informierte Lenksystem der Zukunft“, Foto: Tenneco Tenneco hat die Driv-Dämpfertechnologie vorgestellt. Hightech-Gläser erlauben die Steuerung der Helligkeit in Panoramadächern. Foto: AGP Glass www.autoservicepraxis.de Professioneller Klimaservice mit Robinair Seit 1956 ist Robinair Weltmarktführer bei Servicegeräten für Rückgewinnung, Recycling und Wiederbefüllung von Kältemitteln sowie Ausrüstung und Zubehör für Kfz- Klimaanlagen Service. Jetzt stellen wir Ihnen unsere neue innovative Produktfamilie vor. NEUHEIT Die neuen Servicegeräte von Robinair überzeugen durch innovative Neuheiten, verbesserte Funktionen sowie Servicefreundlichkeit und bieten durch die perfekte Kombination von Präzision, Robustheit und Anwenderfreundlichkeit die besten Voraussetzungen für einen effizienten Klimaservice an R134aund R1234yf-Klimaanlagensystemen. Durch die neue schwenkbare Steuerkonsole wird ergonomisches Arbeiten sowie optimale Benutzerfreundlichkeit gewährleistet. Die verbesserte Bedienersoftware optimiert und vereinfacht Arbeitsabläufe und mit der innovativen Robinair App kann der Nutzer jeder Zeit den Arbeitsstatus und -fortschritt des Klimaservice in Echtzeit überprüfen. ROBINAIR.COM

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AUTOMOBILTECHNIK das die Sicherheit des Fahrers weiter erhöht. Hierfür werden Daten von Fahrer, Fahrzeug, Straße und Umfeld gesammelt, um sichere Lenkmanöver zu garantieren. Auch die Bremsen werden intelligent und verabschieden sich von der Hydraulik. Der norditalienische Nobel-Bremsenhersteller Brembo zeigte auf seinem Stand ein 3-D- Modell seiner jüngsten Brake-by-Wire- Variante. Das System erreicht laut Brembo Bremswerte, die gleichwertig denen eines mit einer konventionellen Anlage ausgestatteten Fahrzeugs sind. Neue Glastechnologien Der auf Hightec-Gläser spezialisierte amerikanische Glashersteller AGP eGlass zeigte in Frankfurt Gläser, die speziell auf autonome und elektrische Fahrzeuge zugeschnitten sind. Die High-Tech-Gläser ermöglichen Panorama-Windschutzscheiben mit Maßen von bis zu vier Quadratmetern und zeichnen sich durch extrem niedriges Gewicht aus. Die Helligkeit kann variabel eingestellt werden. Auch Webasto zeigte ein Panoramadach mit der neuartigen Liquid-Crystal-Technologie, mit der die Lichtdurchlässigkeit im Innenraum elektronisch geregelt werden kann. Ein weiteres wichtiges Thema war die Cybersecurity. In neuen Fahrzeuggenerationen finden sich intelligente Technologien für Fernwartung, Telematik, autonomes Fahren und ferngesteuerte Fahrerassistenzsysteme. Die Fahrzeugkontrolle erfolgt inzwischen über komplexe Systeme mit zahlreichen Sensoren und Kontrollelementen, die in Kontakt zu anderen Fahrzeugen und mit der Außenwelt stehen. Das macht vernetzte Fahrzeuge zunehmend auch zum Ziel von Cyberangriffen. Einen Einblick in Sicherheitslösungen aus Sicht eines Zulieferers gaben Continental und die IT-Sicherheitsexperten von Kaspersky Lab. Dietmar Winkler, Alexander Junk ■ Valeo präsentierte seinen Scala-Laserscanner, der noch 2017 in Serie gehen soll. AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 Foto: Valeo Dank Lidarsensoren von Velodyne Lidar kann der Bus vollautonom fahren. UPDATES OVER-THE-AIR Der Zulieferer Bosch zeigte am Stand zahlreiche Innovationen aus dem Bereich Elektronik und Software. Mit dem Fahrzeug-Zugangssystem Perfectly Keyless wird der Autoschlüssel durch das Smartphone ersetzt. Das Öffnen des Fahrzeugs und Starten des Motors erfolgt mit dem Handy. Weiteres Highlight waren die Lösungen zu Software-Updates, die Over-the-Air aufs Fahrzeug gespielt werden. Wir sprachen mit Harald Kröger, Geschäftsführer des Geschäftsbereichs Automobilelektronik bei Bosch. asp: Welches Potenzial hat die Datenübertragung Over-the-Air? H. Kröger: In diesem Bereich werden wir sehr viel Neues sehen. Moderne Autos haben heute bis zu 100 Steuergeräte; selbst in Kleinwagen sind es zwischen 30 und 50. Die Software muss stets aktuell gehalten werden. Es geht dabei längst nicht mehr nur um Updates von Karten im Navigationssystem. Durch den immer größeren Anteil der Software in den Autos wird es künftig eine wichtige Eigenschaft sein, dass sich Fahrzeuge immer selbst auf den neuesten Stand bringen. Harald Kröger, Geschäftsführer Automobilelektronik bei Bosch asp: Wie geht das technisch? H. Kröger: Im einfachsten Fall wird der Fahrer während der Fahrt informiert, dass ein Updatebedarf besteht. Über eine Online-Schnittstelle des Autos wird dann im Hintergrund damit begonnen, ein Softwarepaket herunterzuladen. Sobald das Datenpaket vollständig übertragen und sichergestellt wurde, dass das Paket intakt ist, wird der Kunde gefragt, ob die neue Software installiert werden kann. Sobald er zustimmt, startet die Installation und nach ein paar Minuten oder über Nacht am nächsten Morgen ist z. B. die Einparkhilfe auf dem neuesten Stand. asp: Und man muss dazu gar nicht in die Werkstatt? H. Kröger: Die Software-Updates durch die Luft werden in Zukunft Servicetermine in der Werkstatt nicht ersetzen, sondern ergänzen. Selbstverständlich werden Software-Updates über eine Luftschnittstelle auch in der Werkstatt möglich sein. Dann direkt über WLAN, damit Daten schnell geladen werden. Damit Over-the-Air-Updates reibungslos funktionieren, muss auch das Bus-System in den Fahrzeugen auf den neuesten Stand gebracht werden. Die teilweise langen Ladezeiten haben damit zu tun, dass der CAN-Bus nicht für hohe Datenmengen ausgelegt ist. asp: Bleiben in den Werkstätten die Kunden aus? H. Kröger: Ich glaube nicht, dass sich die Anzahl der Werkstattbesuche verringern wird, denn die Kunden werden nach wie vor alle mechanischen Themen mit ihrer Werkstatt besprechen und zu den regulären Serviceterminen vorbeikommen. Aber der Bedarf an schnellen kurzfristigen Updates wächst so stark an, da wäre es dem Kunden gar nicht zuzumuten, dafür jedes Mal in die Werkstatt zu fahren. asp: Wie kann man sicherstellen, dass die Datenübertragung sicher ist? H. Kröger: Hierzu haben wir ein ganzes Maßnahmenpaket entwickelt – von einer komplexen Sicherheitsarchitektur mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bis zu sicheren Protokollen und Filtern, die wie eine Firewall funktionieren und jeden Versuch eines Angriffs verhindern. Als weiteren Baustein haben wir sehr gute definierte Verfahren, wie man die Unversehrtheit eines Datenpaketes im Auto messen kann. Es werden Daten gesammelt, bis das Paket vollständig ist. Jedes Datenpaket hat einen unverwechselbaren digitalen Fingerabdruck. Es ist unmöglich, Software zu manipulieren, ohne diesen Fingerabdruck zu verändern. Interview: Dietmar Winkler Foto: Bosch Foto: Alexander Junk www.autoservicepraxis.de

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AUTOMOBILTECHNIK HYUNDAI I20 Sparsam und flott zugleich Mit dem i20 hat Hyundai einen Kleinwagen im Angebot, der sich durch eine gute Verarbeitung und ein großzügiges Platzangebot auszeichnet. Unser Testwagen war die „Blue“-Variante, die mit einem 1,1-Liter-Dieselmotor vom Typ CRDi ausgestattet ist und 75 PS sowie 178 Newtonmeter Drehmoment leistet. Der zu Beginn etwas rau klingende Dreizylinder ist ideal für den Stadtverkehr und flott unterwegs, allerdings geht ihm auf der Autobahn schnell die Puste aus. Das macht das Auto mit seinem niedrigen Verbrauch von 3,5 Liter (kombiniert) wieder wett. aj ■ Fotos: Alexander Junk Downsizing: Der Dreizylinder-Diesel ist genügsam und gleichzeitig sehr quirlig. AUTO-CHECK ■ Niedrige Verbrauchswerte ■ Temperamentvoller Dreizylinder ■ Gute Verarbeitungsqualität ■ Motor nagelt beim Kaltstart ■ Etwas unpräzise Lenkung SUBARU LEVORG Einzigartig in vielerlei Hinsicht Der Subaru Levorg ist in vielerlei Hinsicht eine Besonderheit: Den Anfang macht der Boxermotor des Kombis, der sich durch seine besondere Laufruhe auszeichnet und das Markenzeichen des Herstellers ist. Unser 1,6-Liter-Benziner in der GT- Version leistet 170 PS und verhilft dem Auto mit Allrad-Antrieb zu guten Fahrleistungen. Leider setzt Subaru auf ein CVT-Automatikgetriebe, das zwar stufenlos schaltet, jedoch bei der Beschleunigung etwas zögerlich reagiert. Gewöhnungsbedürftig ist auch die Lufthutze in der Motorhaube, die den sportlichen Charakter herausstellen soll, jedoch optisch stark polarisiert. Gut gelungen ist dagegen die Platzausbeute des Kombis, der sich auch für den Familienurlaub eignet. aj ■ Vielfalt statt Verzicht: Subaru setzt entgegen dem Trend auf reichlich Schalter im Cockpit. Fotos: Alexander Junk AUTO-CHECK ■ Laufruhiger Boxermotor ■ Überzeugende Fahrleistungen ■ Gute Platzausbeute ■ Verwirrende Schaltervielfalt ■ CVT-Getriebe reagiert zögerlich www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 29

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© industrieblick/AdobeStock.com RENN-WOCHENENDE GEWINNEN! Werden Sie ein Wochenende Mitglied in einem Rennsport-Team! Ihre Themen • Prüfmittel in der Werkstatt: Kalibrierung von Bremsenprüfständen und Scheinwerfereinstellprüfgeräten • Zukunft periodische Abgasuntersuchungen • Überblick über die Änderungen ab 2018 • Best-Practice – Beispiele • Workshops Information und Anmeldung unter: www.autoservicepraxis.de/werkstatttag2017 Mit freundlicher Unterstützung von:

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asp Werkstatt-Tag 2017 IHR INVESTITIONSKOMPASS: FIT FÜR DIE KÜNFTIGEN ANFORDERUNGEN DER HU 16. November 2017 in Bamberg Ab 2018 ändern sich die Anforderungen für die HU. Wer diese nicht erfüllt, kann im eigenen Betrieb keine HU mehr durchführen. Beim asp Werkstatt-Tag am 16. November in Bamberg erfahren Sie alles zur Kalibrierung von Bremsenprüfständen, Scheinwerfereinstellprüfgeräten (SEP) und Abgastestern. Für alle die wissen müssen, auf was es bei der HU ab 2018 jetzt wirklich ankommt – unsere Experten bringen Sie fachlich auf den neuesten Stand. In den Workshops stellen Anbieter ihre Lösungen für einen regelkonformen HU-Arbeitsplatz vor. Die Teilnehmer erhalten einen praxisnahen Überblick, wie sie die gesetzlichen Anforderungen erfüllen können. Der asp Werkstatt-Tag ist DIE Veranstaltung für den Werkstatt-Profi mit Vorträgen, Workshops und vielen Praxis-Tipps für das tägliche Geschäft! Experten und Praktiker beim asp Werkstatt-Tag helfen bei der Auswahl der passenden Lösung.

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AUTOMOBILTECHNIK INTERVIEW Man muss die ganze Kette sehen Die Elektrifizierung des Antriebsstranges ist für klassische Automobilzulieferer eine Herausforderung. Wir sprachen mit Prof. Peter Gutzmer, Technologievorstand Schaeffler AG, über die jüngsten Entwicklungen. asp: Wie positioniert sich Schaeffler angesichts der dramatischen Veränderungen in der Automobiltechnik? P. Gutzmer: Wir bei Schaeffler haben immer schon sehr den Blick auf den gesamten Antriebsstrang und die Optimierung aus ganzheitlicher Sicht forciert. Der Antriebsstrang wiederum setzt sich ja aus vielen einzelnen Komponenten, wie Verbrennungsmotor, Getriebe, Kupplung, Schwingungsdämpfer und zukünftig auch dem E-Antrieb, zusammen. Und jeder einzelne Bestandteil des Gesamtsystems Antrieb bietet weiterhin Optimierungspotenziale. In unserem Unternehmen legen wir dann KURZFASSUNG Der nächste Schritt nach dem rein verbrennungsmotorischen Antrieb sind verschiedene 48-Volt-Hybridsysteme. Zulieferer Schaeffler will hier mit Systemkompetenz punkten, um das komplexe Zusammenspiel der Bausteine zu meistern. AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 jeweils fest, was in die eigene Wertschöpfung aufgenommen oder eben zugekauft wird. Die Zukunft der Automobil-Entwicklung wird definitiv noch komplexer, Elektronik- und Software-Kompetenz kommen hinzu. Das erfordert mehr denn je, in verschiedenen Disziplinen zu Hause zu sein. Aber die Königsdisziplin, um diese Komplexität zu beherrschen, ist die Systemkompetenz, also der Blick auf das Gesamtsystem mit Fragen zu Effizienz, Gewicht, Dynamik, Schwingungstechnik und wie daraus abgeleitet die optimale funktionale Zuordnung und Ausführung der Bausteine aussieht. asp: Welche Themen standen beim Messeauftritt in Frankfurt im Vordergrund? P. Gutzmer: In Frankfurt spiegelte sich die Veränderung der Mobilität wider. Es gibt – im Wesentlichen politisch getrieben – eine starke Fokussierung im Antriebsstrang auf den Verbrauch über die CO 2 -Bewertung, aber auch auf das Thema der weiteren Foto: Schaeffler Emissionen. Der Bedarf an technischen Lösungen für das emissionsfreie Fahren in den Städten nimmt zu. Das ist ein sehr starker Treiber im Hinblick auf die Elektromobilität. Das rein batterieelektrische Fahrzeug impliziert noch zahlreiche Herausforderungen wie Kosten, Gewicht, Reichweite oder Ladeinfrastruktur. Wir glauben daher, dass in der nächsten Dekade, also bis 2030, der Hybridantrieb stark sein wird. Die Hybridisierung des Antriebsstranges realisiert eine Optimierung des gewohnten verbrennungsmotorischen Fahrens mit der des emissionsfreien Fahrens. Das ist aus unserer Sicht der sinnvollste Kompromiss. Und da der Verbraucher dabei auch nicht allzu viele Abstriche bei der gelebten Nutzung machen muss, wird er ihn auch akzeptierten. asp: Welches Hybridsystem wird seitens der Industrie favorisiert? P. Gutzmer: Das hängt stark von der Fahrzeugklasse und dem konstruktiven Aufwand ab. Vermutlich werden sich zwei Lösungswege auf Dauer herauskristallisieren: Das eine ist die 48-Volt-Hybridisierung des Antriebs, die andere Lösung sehen wir in Hochvolt-Plug-in-Hybriden. Bei 48 Volt sind in der ersten Generation Die Zukunft der Automobil-Entwicklung wird noch komplexer, Elektronikund Softwarekompetenz kommen dazu. Startergeneratoren im Einsatz, die im Riementrieb des Motors sitzen und dank der erhöhten Spannungslage mehr Potenzial zur Verfügung stellen. Konkret bringt das sechs Kilowatt Leistung statt der zwei bis zweieinhalb Kilowatt eines Standard- 12-Volt-Systems. Das 48-Volt-Konzept kann man zum Rekuperieren nutzen sowie zu weiteren Funktionen wie Start-Stopp und ‚Segeln‘. Wir arbeiten mittlerweile an der zweiten Generation dieser Hybridisierung, bei der die E-Maschine in einer P2- www.autoservicepraxis.de

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Anordnung zwischen Verbrennungsmotor und Getriebe sitzt. Mit einer Leistung von 16 bis 20 Kilowatt lässt sich nochmals mehr Brems-Energie zurückgewinnen. Und auch die weiteren Funktionalitäten lassen sich nochmal erweitern bis hin zum elektrischen Kriechen. 48-Volt-P2-Lösungen haben das Potenzial die klassischen Hochvolthybride teilweise abzulösen. asp: Wie viel Spriteinsparung lässt sich damit realisieren? P. Gutzmer: Das bewegt sich in der Größenordnung von rund 20 Gramm weniger CO 2 -Emissionen pro Kilometer oder umgerechnet über 20 Prozent. Das haben wir zusammen mit Continental in einem Konzeptfahrzeug realisiert. Mit dem ‚Gasoline Technology Car II‘ haben wir gezeigt, wie sich die CO 2 -Emissionen in diesem Fall von 117 Gramm pro Kilometer auf 85 Gramm senken lassen. asp: Wann kommen diese Hybride auf die Straße? P. Gutzmer: Verschiedene Fahrzeughersteller haben jetzt begonnen, die 48-Volt-Hybridisierung in P0-Anordnung auf den Markt zu bringen. Modelle mit P2-Positionierung erwarten wir im Zeitraum beginnend 2019 bis 2021. Heute schon eingeführt ist, wie bekannt, der klassische Hybrid auf Hochvoltbasis beim Toyota Prius und auch anderen Herstellern. Wir denken, dass 48-Volt-P2-Lösungen das Potenzial haben diese klassischen Hochvolthybride teilweise abzulösen, insbesondere auch als ottomotorische kostenoptimierte Hybridlösung zum viel diskutierten Dieselantrieb. Künftig wird es dann ergänzend bevorzugt Hochvolt-Plug-in-Hybrid- Lösungen in P2-, P3- aber auch P4-Anordnung mit einer Leistung bis zu 100 kW oder sogar mehr geben. Insbesondere die P2-Lösung, bei der die Hochleistungs-E- Maschine – über eine Kupplung getrennt – zwischen Verbrennungsmotor und Getriebe sitzt, gewinnt an Bedeutung. Diese Lösung wird von der Mittelklasse aufwärts bis ins Top-Segment sowie der SUV- Klasse weiter wachsen. Speziell für die Mobilität in den belasteten urbanen Bereichen sind diese Lösungen mit beschränkter elektrischer Reichweite ein Kompromiss, www.autoservicepraxis.de der lokal emissionsfreies Fahren ermöglicht, ohne auf die gewohnte Nutzung und Infrastruktur verzichten zu müssen. asp: Welchen Anteil hat der rein batterieelektrische Antrieb künftig? P. Gutzmer: Der rein batterieelektrische Antrieb macht insbesondere für lokal emissionsfreies Fahren Sinn. Er wird abhängig vom Fortschritt in der Leistungsund Kostenentwicklung der Batterien, dem Aufbau der Versorgungs- und Ladeinfrastruktur sowie den politischen Rahmenbedingungen an Bedeutung gewinnen. Mit zunehmender Durchdringung mit Elektrofahrzeugen gewinnt die Erzeugung des elektrischen Stroms sicherlich in einer gesamtheitlichen CO 2 -Bewertung, also in einer Well-to-Wheel-Betrachtung an Bedeutung. Wenn der Strom zu 100 Prozent regenerativ erzeugt wird, dann ist das eine sinnvolle Lösung. Heute ist das noch nicht der Fall. Auch die CO 2 -Emission bei der Herstellung der Batterien ist noch sehr hoch. Zudem kann ein batterieelektrisches Fahrzeug heute die gewohnte Fahrleistung und Nutzung nicht bieten, wie wir sie vom verbrennungsmotorischen Antrieb mitsamt seiner Infrastruktur her kennen. Hier können Hybride ihre Stärken ausspielen. asp: Wird sich die Batterietechnik nicht dramatisch verbessern? P. Gutzmer: Ja, die Batterietechnik wird sich bis 2025 deutlich verbessern. Wir sehen das Potenzial einer Halbierung der heutigen Kosten. Auch bei der Reichweite werden wir eine deutliche Verbesserung von heute 150 Kilometer auf dann vielleicht 500 Kilometer sehen. In unserer eigenen Schätzung, in der wir die weitere Entwicklung der E-Mobilität insbesondere in Europa und China beispielsweise sehr positiv bewerten, würden bereits 2025 bei einem Gesamtvolumen von angenommenen 111 Millionen dann weltweit gebauten Fahrzeugen rund 20 Prozent rein elektrisch sein. Die meisten Prognosen rechnen hier eher konservativ mit 10 bis 15 Prozent. Wir schätzen zudem, dass mindestens 30 Prozent der Fahrzeuge hybridisch sein könnten und entsprechend nur noch 50 Prozent oder sogar weniger rein verbrennungsmotorisch sein werden. Hier spielt neben den technologischen und infrastrukturellen Fortschritten auch die politische Rahmensetzung eine große Rolle, wie das Beispiel China zeigt. Interview: Dietmar Winkler ■ GUTE LÖSUNGEN FÜR IHREN WERKSTATTALLTAG Tel. 0 81 21/ 22 00 • info@kunzer.de • www.kunzer.de

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PRODUKTE ELEKTRISCHE PUMPE Spült ohne Vakuum Um Kraftstoffdämpfe aufzufangen, hat Pierburg eine neue elektrische Pumpe entwickelt, die den Kohlebehälter auch ohne das bislang nötige Vakuum im Ansaugrohr spülen soll. In der Vergangenheit sei das Vakuum, das beim Ansaugen von Frischluft in den Motoren entstand, ausreichend gewesen. Bei heutigen Motorengenerationen ohne ausreichende Vakuumversorgung sei jedoch eine Lösung notwendig, die aktiv zur Reinigung des Behälters beiträgt, so der Hersteller. vg ■ Pierburg GmbH www.rheinmetall-automotive.com Foto: Rheinmetall Automotive REPARATURKABEL Große Abdeckung Foto: Herth + Buss Herth + Buss bietet die Reparaturkabel RepLine jetzt auch im Sortiment an. Darin enthalten sind 300 Millimeter lange Kabel mit 14 verschiedenen Crimpverbindern, die etwa bei der Volkswagen-Gruppe, Mercedes-Benz, BMW oder Opel zum Einsatz kommen. Der Vorteil für Werkstätten: Crimpverbinder und Kabelleitung sind bereits vercrimpt, dadurch entfällt ein kompletter Arbeitsvorgang. Auch die Anschaffungskosten für eine Crimpzange sowie den Crimpzangeneinsatz spart sich die Werkstatt. vg ■ Herth+Buss Fahrzeugteile GmbH & Co. KG www.herthundbuss.com CHIPTUNING Für leistungsstarke Motoren Das Unternehmen Racechip bringt ein neues Chiptuning-Produkt auf den Markt. Der GTS Black richtet sich dabei speziell an Fahrer von leistungsstarken Benzinund Dieselmotoren ab 200 PS. Mit dem Chip sollen bis zu 30 Prozent mehr PS und Newtonmeter Drehmoment möglich sein, so der Hersteller. Die neue Version 2.0 der AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 Foto: K&K Handelsgesellschaft Optimierungssoftware mache ein Siebenstufiges Finetuning möglich. Der GTS Black ist ab 649 Euro erhältlich, eine optionale Steuerung per Smartphone-App gibt es für 50 Euro Aufpreis. vg ■ Racechip Chiptuning GmbH & Co. KG www.racechip.de PFLEGE Glanzvoller Auftritt Foto: Racechip Unter der Marke „PS Profipflege“ bietet die K&K Handelsgesellschaft aus Oftersheim eine breite Palette an Pflegeprodukten an. Diese führen laut Hersteller nicht nur zu einem guten Ergebnis, sondern sollen auch besonders einfach in der Handhabung sein. Darunter beispielsweise der PS Innenreiniger mit Geruchskiller oder der PS-Hochleistungs-Felgenreiniger, der Öl, Gummireste und selbst Bremsstaub zu Leibe rückt. vg ■ K&K Handelsgesellschaft mbH www.ps-profiprodukte.de www.autoservicepraxis.de

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ASA NEWS ABGASANALYSE Abgas-Endrohrmessung ab 2018 Am 22. September hat der Bundesrat in seiner letzten Sitzung vor der Bundestagswahl die Wiedereinführung der generellen Messung der Abgase im Endrohr beschlossen. Wie der Pressemitteilung des Verkehrsministeriums zu entnehmen ist, sollen damit bei der AU Defekte und Manipulationen zuverlässig erkannt werden. Der ASA-Bundesverband plädiert seit mehr als zehn Jahren genau mit diesen Argumenten für die Wiedereinführung der generellen Endrohrprüfung. „Ab 1.1.2018 wird wieder das gemessen und bewertet, was auch wirklich aus dem Auspuff rauskommt“, freut sich Harald Hahn, Vizepräsident und Leiter des Fachbereiches Abgas und Diagnose im ASA-Bundesverband. Hahn sieht mit dem Bundesratsbeschluss außerdem eine weitere Forderung seines Verbands erfüllt. Denn ein Jahr nach Wiedereinführung der generellen Abgasüberprüfung im Endrohr werden zum 1. Januar 2019 auch die bei der Abgasuntersuchung zulässigen Grenzwerte für Benzin- und Dieselmotoren deutlich abgesenkt. 2021 folgt eine weitere Stufe zur Verbesserung der Abgasuntersuchung. Für bestimmte Fahrzeuge wird dann das Verfahren der Partikelzählung eingeführt. Die Mitglieder des Verbandes arbeiten bereits intensiv an den neuen Partikel-Messgeräten. „Der ASA-Verband wird auch künftig eng mit den Ministerien und anderen Organisationen an der Weiterentwicklung der Abgasuntersuchung mitwirken“, so Harald Hahn. ABGASABSAUGLÖSUNGEN Herausforderung Endrohrmessung Besondere Herausforderungen stellt die Wiedereinführung der Abgasmessung im Endrohr an die Mitglieder des Fachbereichs Abgasabsauganlagen im ASA- Verband. Die müssen bis zum Start zuverlässig arbeitende, Fahrzeugtyp übergreifend verwendbare und für das Werkstattpersonal sicher und einfach zu handhabende Absauglösungen entwickeln. Erschwert wird diese Aufgabe durch die modernen Designs der Abgasendrohre bei Pkw und Lkw. Andreas Weber, Vertriebsleiter bei der Norfi Absaugtechnik GmbH, Foto: BMW leitet den Fachbereich Abgasabsaugung. „Gerade bei Lkw erleben wir abenteuerliche Arten der Endrohrführung und -gestaltung. Das geringste Problem sind dabei in die Heckschürzen integrierte Endrohre“, sagt Weber. Blind-Auspuffblenden, fehlende Möglichkeiten zur Klemmung der Absaugeinrichtung oder Endrohre, die am Unterboden des Fahrzeugs enden, erschweren den Absaugexperten die Befestigung ihrer Anlagen. „Bei einigen Fahrzeugen wandern die Endrohre immer weiter von der Heckschürze in Richtung Hinterachse. Servicearbeiten mit laufenden Motoren lassen sich dann nur im angehobenen Zustand erledigen“, so Weber. „Wir erarbeiten im Verband optimale technische Lösungen für alle Anforderungen. Werkstattunternehmer sollten bald prüfen, ob ihre Abgasabsaugung aktuellen und künftigen Anforderungen entspricht. Denn sie ist ein wesentlicher Teil bei der Endrohrprüfung und unentbehrlich für den Gesundheitsschutz und sicheres Arbeiten in der Werkstatt“, empfiehlt Weber. Modernes Design bei Endrohren kann die Anbringung der Absauganlagen erschweren. KOMPAKT Bundesverband der Hersteller und Importeure von Automobil-Service Ausrüstungen e.V. Foto: ASA Frank Beaujean bleibt ASA-Präsident Frank Beaujean wird sein Amt als ASA-Präsident bis auf Weiteres fortführen. „Ich habe zusammen mit meinen Vorstandskollegen Harald Hahn und Jens-Peter Mayer seit Mai 2016 viele Projekte angestoßen und möchte noch weitere in den nächsten Wochen erfolgreich für den Verband auf den Weg bringen.“ ASA-Präsident Beaujean trat damit Spekulationen entgegen, er habe wegen der einvernehmlichen Trennung von seinem bisherigen Arbeitgeber mit sofortiger Wirkung alle Ämter im Verband niedergelegt. Ob er das Präsidentenamt überhaupt niederlegen muss, hängt von seiner beruflichen Zukunft ab. „Frank Beaujean ist für eine vertraglich vereinbarte Zeit noch Mitarbeiter seines alten Arbeitgebers. Bindet ein anderes ASA-Mitgliedsunternehmen ihn in den nächsten Wochen vertraglich, kann er sein Amt bis zum regulären Ende seiner Amtszeit im Juni 2018 und bei einer Wiederwahl auch darüber hinaus fortführen“, stellte ASA-Vizepräsident Harald Hahn klar. KONTAKT Geschäftsstelle ASA Bundesverband Tel. 0 89/80 07 19 92 Fax 0 89/84 00 58 56 geschaeftsstelle@asa-verband.de www.asa-verband.de www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 35

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WERKSTATTTECHNIK Die neue Werkstatt bietet sechs Arbeitsplätze sowie einen kleinen Theoriebereich (hinten). Fotos: Valeska Gehrke HEBETECHNIK Nach neuesten Erkenntnissen Der Bereich Kfz-Mechatronik der Berufsschule Cham ist in Sachen Werkstattausrüstung bestens aufgestellt. Mit der neuesten Technik werden die Auszubildenden auf die Anforderungen in der Praxis vorbereitet. n der Staatlichen Berufsschule Cham haben in diesem Schuljahr 45 neue Auszubildende ihre Mechatronik-Lehre begonnen. Eines der ersten Themen, das auf dem Stundenplan steht, ist die Hebetechnik. „Die Auszubildenden haben in den Betrieben direkt mit Hebebühnen zu tun, daher ist es wichtig, dass sie hier geschult sind“, weiß Daniel KURZFASSUNG Der Bereich Mechatronik der Berufsschule Cham ist top ausgestattet. Unter anderem sechs neue Hebebühnen, von der Flachträger- bis zur Vierstempel-Fahrbahnbühne, bereiten die Auszubildenden auf aktuelle Anforderungen in der Berufspraxis vor. AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 Zimmermann, Fachlehrer Mechatronik. Besonders die Sicherheitsaspekte stehen dabei im Fokus, damit der richtige Umgang von Beginn an verinnerlicht wird. Moderner Neubau Die Berufsschüler lernen zudem die Besonderheiten, Vor- und Nachteile verschiedener Hebebühnen-Arten kennen. „Um die Auszubildenden auf den Praxisalltag vorzubereiten, haben wir die gängigsten Hebebühnen, die man auch in den Betrieben findet, bei uns in der Werktstatt“, so Daniel Zimmermann. Eine Schule müsse schließlich technisch auf dem neuesten Stand sein. Und hier kann sich die Berufsschule Cham sehen lassen. Denn der Landkreis hat kräftig investiert, erst im Sommer wurde der Neubau in der Badstraße 23 bezogen. Auch die Werkstatt erhielt in dem Zuge eine komplett neue Ausstattung. Im Bereich Hebetechnik sind insgesamt sechs neue Hebebühnen der Herrmann AG im Gesamtwert von rund 150.000 Euro verbaut. Firmengründer Johannes Herrmann freut sich, dass die Ausbildung im Landkreis einen hohen Stellenwert hat. „Für Unternehmer ist es wichtig, dass die jungen Leute hier ausgebildet werden und in der Region bleiben.“ Bei der Einrichtung der Werkstatt musste dabei besonders auf geänderte Anforderungen geachtet werden. „Auf unsere alten Zweisäulen-Hebebühnen haben viele neue Fahrzeuge gar nicht mehr draufgepasst. Zudem benötige ich heute www.autoservicepraxis.de

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VERBAUTE HEBETECHNIK ■ Vierstempel-Fahrbahnhebebühne „Alu Track Lift 4.40“ mit aerone, zur Achsvermessung, FAS- und Lichteinstellung ■ Zweistempel-Fahrbahnbühne „Alu Track Lift 2.35 Duplo Uni plus“ mit Radfreihub und Gelenkspieltester als Annahme- und HU-Bühne ■ Zwei Schwenkarmbühnen „Lift 2.35“, eine Schwenkarmbühne „Lift Sport 2.30 Sport“ mit 74 mm Einschwenkhöhe für tiefergelegte Fahrzeuge ■ Flachträgerbühne „Uni Lift 2.35“ für Reparaturarbeiten, Reifenwechsel Fachlehrer Daniel Zimmermann (mitte) mit Johannes Herrmann (links) und David Herrmann von der Herrmann AG. nicht mehr nur eine Hebebühne zum Anheben des Fahrzeugs, sondern die Möglichkeit das Fahrzeug für Lichteinstellarbeiten oder zum Einstellen von Fahrerassistenzsystemen exakt waagerecht zu positionieren“, erklärt Daniel Zimmermann. Die neue Vierstempel Fahrbahnbühne „Alu Track Lift 4.40“ sorgt jetzt für die geforderte Präzision. Dank der integrierten luftgelagerten Platten lässt sich das angehobene Fahrzeug zudem leicht verschieben, wie eine der Auszubildenden erstaunt feststellt. Integrierte Prüfstraße Um die HU-Prüfung und die Dialogannahme nachzubilden, wurde auch eine komplette Prüfstraße in die Werkstatt integriert. Die darin enthaltene Zweisäulen- Fahrbahnbühne „Duplo Uni 2.35 plus“ ist mit Radfreiheber und Gelenkspieltester ausgestattet. Für schnelle Reparaturen und Reifenwechsel steht zudem eine klassische Flachträger-Bühne bereit. Auch drei Schwenkarmbühnen gehören zur Ausstattung. „Mit dieser Bühne lassen sich auch Fahrzeuge anheben, die tiefergelegt sind“, weiß Philipp Obergaßner, Auszubildender im ersten Lehrjahr, und zeigt auf die „Schwenkarm Lift Sport 2.30“ mit 74 Millimeter Einschwenkhöhe. Die anderen beiden verfügen hingegen über eine Einschwenkhöhe von 96 Millimeter. Praktische Steuerung Alle verbauten Hebebühnen lassen sich über Energieampeln steuern. „Das ist praktisch und kommt der Sicherheit zugute“, so David Herrmann, zuständig für Marketing bei der Herrmann AG. Denn von der Raummitte hat man einen besseren Überblick, ob sich beispielsweise noch jemand unter dem Fahrzeug befindet. Das eigentlich Besondere in Cham ist allerdings die Unterflurtechnik. Alle Bühnen lassen sich komplett versenken. Denn nicht nur die Anforderungen an die Werkstattausrüstung, auch der Unterricht hat sich verändert. „Wir gehen heute immer mehr weg vom Frontalunterricht zur Gruppenarbeit“, so Daniel Zimmermann. „Da ist es natürlich von Vorteil, wenn wir die Bühnen versenken können, um den Raum doppelt zu nutzen.“ Ohne Stolperund Verletzungsgefahr kann etwa ein Versuchsmotor in den Raum geschoben Mit luftgelagerten „aerone“ Platten lassen sich die Fahrzeuge leicht verschieben. werden, an dem zwei bis drei Berufsschüler spezielle Aufgaben durchführen. Auch die Zwischen-Theorieprüfung im Sommer wurde in der Werkstatt durchgeführt. „Wir haben die Autos rausgefahren, die Hebebühnen im Boden verschwinden lassen und einfach mobile Tische reingeschoben“, erzählt der Fachlehrer. „Das ist ein wunderbarer Synergie effekt und wir benötigen keinen separaten Prüfungsraum mehr.“ Valeska Gehrke ■ Weitere Bilder der Berufsschule Cham gibt‘s online im asp ePaper. Philipp Obergaßner gefällt die Schwenkarmbühne mit niedriger Einschwenkhöhe. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 37

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WERKSTATTTECHNIK WASCHANLAGEN Portale auf Speed Ob und wie man eine eigene Waschanlage in der Werkstatt oder im Autohaus betreibt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Kapazität der Anlage sollte sich immer an den Stoßzeiten orientieren. ie Servicewäsche nach einem Werkstattbesuch gehört heute in Autohaus und Werkstatt zum kundenfreundlichen Standard. Darüber hinaus muss auch der eigene Fahrzeugbestand an Neu-, Gebraucht- und Vorführwagen regelmäßig gepflegt werden. Voraussetzung ist eine Waschanlage, deren Fahrzeugdurchsatz auch in Spitzenzeiten ausreicht, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Vor allem am frühen Nachmittag, wenn die meisten Werkstattdurchgänge KURZFASSUNG Ob eine Waschanlage nur intern oder auch kommerziell eingesetzt wird, hängt von vielen Faktoren ab. Die Waschanlagenhersteller bieten schnelle Maschinen für entsprechende Kapazitäten. AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 Fotos: Washtec, Christ, Väthröder erledigt sind, drängen sich die Kundenfahrzeuge vor der Waschhalle. Hier werden bei der Planung oft zwei grundsätz liche Fehler begangen. Um die notwendige Kapazität zu ermitteln, sollte man sich einerseits nicht an den durchschnittlichen Waschzahlen pro Woche oder Tag orientieren, sondern an den Spitzenwerten eines Tages. Andererseits ist die vorherrschende Meinung, dass für die Servicewäsche im Autohaus eine günstige Anlage ausreicht, nicht zielführend. Entscheidend ist nämlich nicht die Ausstattung oder die Zahl der Waschprogramme, sondern die maximale Stundenkapazität der Anlage. Wartezeiten vermeiden In Kfz-Betrieben stellt sich schnell mal die Frage, ob man die für die Servicewäsche vorhandene Anlage auch öffentlich zu- Sieht schon im Stand schnell aus: Softcare Pro Classic Race von Washtec. gänglich macht. Dazu gibt es jedoch viele Aspekte zu überdenken. Zunächst stellt sich natürlich die Frage, ob die Anlagenkapazität ausreicht für die interne Servicewäsche und eine kommerzielle Wäsche. Dies wird mit zunehmender Größe des Unternehmens und damit steigender Zahl der Werkstattdurchgänge mit anschließender Servicewäsche immer schwieriger. Schließlich will man vermeiden, dass sowohl die Werkstattkunden als auch die Waschkunden lange Wartezeiten ertragen müssen, weil sich vor der Waschhalle eine lange Schlange gebildet hat. Dies wäre kontraproduktiv, weil einerseits die internen Abläufe gestört würden, andererseits die Waschkunden bei langen Wartezeiten schnell abwandern. Auch die Platzierung der Anlage auf dem Betriebsgelände spielt eine Rolle. Ist die Zufahrt zu kompliziert, schreckt das nicht nur Waschkunden ab, sondern führt auch zu erhöhtem Verkehrsaufkommen auf dem Gelände, das sowohl die Abläufe stören kann, als auch das Unfallrisiko erhöht. Bedarfsorientierte Ausstattung Auch für die Ausstattung der Anlage spielt der Einsatzzweck eine Rolle. Werden ausschließlich Servicewäschen durchgeführt, kann auf Show-Effekte wie LED-Bling- Bling verzichtet werden, der Kunde sieht die Anlage in der Regel eh nicht. Wichtiger sind hier schon Durchfahrtshöhen und -breiten, bei denen man den Bestand an Kundenfahrzeugen, hier vor allem Lieferwagen, aber auch große SUV, berücksichtigen sollte. Bedienelemente und Programmstruktur können für den internen Gebrauch ebenso einfach gehalten werden. Dies ändert sich, sobald die Waschanlage für den kommerziellen Betrieb zugänglich ist. Anhand unterschiedlicherAusstattungsoptionen an der Maschine lässt sich www.autoservicepraxis.de

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eine Waschprogrammstruktur erzeugen, die man zu verschiedenen Preisen vermarktet. Ein Programm mit Unterbodenwäsche lässt sich beispielsweise im Winter besonders gut verkaufen und ist für den Autofahrer auch nachvollziehbar teurer als das reine Waschen und Trocknen. Das Pendant während der Sommermonate kann mit Spezialprogrammen gestaltet werden, die eine Ablösung hartnäckiger Insektenrückstände oder Pollen beinhalten. Im Premium-Preissegment der Waschprogramme finden sich dann Elemente wie Wachsversiegelungen mit „Repair-Effekt“ oder Politurprogramme. Zum Handwerkszeug der kommerziellen Autowäsche gehört darüber hinaus allerdings auch das entsprechende Säbelrasseln – mit attraktiv designten LED-Anzeigen, modernen Dekors an der Anlage und natürlich imposanten technischen Arbeitsabläufen der Maschine bietet man den zahlenden Waschkunden die Show, die zum Preisniveau der Dienstleistung passt. Außerdem muss ein Bedien- und Startsystem installiert werden, damit die Anlage vom Kunden bedient werden kann. Organisationsfrage Zwei Praxisbeispiele verdeutlichen die unterschiedlichen Anwendungen. Bei BMW Reisacher mit vier Betrieben in Ulm, Memmingen, Landsberg und Krumbach, rund 15.000 Bestandskunden und zwischen 70 und 100 Werkstattdurchgängen CHECKLISTE Christ Vario Speed: auf das Nötigste reduziert, aber funktionell und vor allem sehr schnell Vor der Entscheidung sollten sich Betriebe mit folgenden Fragen auseinandersetzen: ■ Reicht die Stundenkapazität der Anlage auch in Spitzenzeiten aus? ■ Soll die Anlage öffentlich zugänglich gemacht werden? ■ Welche bedarfsorientierte Ausstattung nach individuellem Einsatzzweck ist notwendig? am Tag, laufen an zwei Standorten gleich zwei „Quantus“-Portalanlagen von Christ. Trotz einem Durchsatz von 18 Fahrzeugen pro Maschine und Stunde kommt eine kommerzielle Wäsche nicht in Betracht. Zu straff sind die Abläufe durchorganisiert, zu den Kundenfahrzeugen kommen noch Vorführ- und Ausstellungsfahrzeuge sowie die Autos aus der hauseigenen Aufbereitungsfirma dazu, so dass die Anlagen voll ausgelastet sind. Ein hoher Aufwand, der sich aber rechnet, weil ein Outsourcen der Wäschen einen noch höheren, vor allem logistischen Aufwand bedeutet hätte. Ganz anders der Ansatz im Autohaus Sedlmair, einem Skoda-Händler mit VW- Service in Eching-Weixerau bei Landshut. Hier werden kommerzielle Wäschen aktiv vermarktet, indem man einerseits jedem Käufer eines Fahrzeugs die Autowäschen über die Laufzeit des Fahrzeugs zum halben Preis anbietet, andererseits fremden Waschkunden Zehnerwaschkarten zum Preis von acht Wäschen oder Wertkarten für 60 Euro zum Preis von 50 Euro anbietet. Damit belohnt man nicht nur die eigenen Kunden für ihre Treue, sondern „lockt“ auch markenfremde Autofahrer in den Betrieb. Da die Wäschen im Autohaus gekauft werden müssen, kommen so auch potenzielle Autokäufer ins Haus. Die Anlage muss soviel Ertrag generieren, dass die Leasing- und Wartungskosten gedeckt sind und somit die Servicewäschen ohne Preisaufschlag durchgeführt werden können. Einfach schnell Waschanlagenhersteller wie Christ, Washtec oder Kärcher haben aktuelle Anlagen im Programm, die speziell auf schnelle Durchlaufzeiten getrimmt sind. Die Vario Speed von Christ ermöglicht eine Programmstruktur von der einfachen Wäsche in 3,20 Minuten bis zum Politurprogramm in 5,20 Minuten. Auch die Softcare Pro Classic Race von Washtec beinhaltet eine Expresswäsche mit nur dreieinhalb Minuten Laufzeit. Die Portale der CB Line von Kärcher sind ebenfalls mit einem Schnellwaschprogramm ausgerüstet, von der Drei- über die Fünfbürsten- bis zur Taktanlage. Die schnellen Waschgänge werden erreicht, weil man jeden Überlauf, egal ob Vor- oder Rücklauf, mit Programmschritten belegt hat und somit keinen Leerlauf hat. Damit sind schnelle Abläufe, ob Service- oder kommerzielle Wäsche, garantiert. Dieter Väthröder ■ CB Line von Kärcher mit drei oder fünf Bürsten oder als Takt-Anlage und immer mit Schnellprogramm www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 39

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WERKSTATTTECHNIK AUFBEREITUNG Qualifizierte Spezialisten Die professionelle Fahrzeugaufbereitung sieht sich immer häufiger mit der technologischen Entwicklung im Fahrzeugbau konfrontiert. Nur eine fachgerechte Qualifikation bringt nachhaltige Ergebnisse ohne Risiko. er Bundesverband Fahrzeugaufbereitung (BFA) feierte im September 2017 sein 20-jähriges Bestehen. Seit seiner Gründung hat er sich die Wahrnehmung und Förderung der Interessen seiner Mitglieder zur Aufgabe gemacht und bietet dazu die Qualifizierung zum zertifizierten Fahrzeugaufbereiter an. Das langfristige Ziel ist jedoch die Anerkennung als Ausbildungsberuf, denn es steckt weit mehr dahinter, als nur Autos aufzuhübschen. Markus Herrmann, seit 2012 Präsident des BFA, begründet dies: „In den vergangenen Jahren hat sich fahrzeugspezifisch vieles verändert. Hier braucht es echte Profis mit handwerklichem Geschick und Know-how. Fahrzeugaufbereiter müssen sich mit den verbauten Materialien, der Lacktechnik und der Chemie bestens auskennen.“ Seit Jahren arbeitet der BFA bei der Qualifizierung der Fachkräfte mit der Handwerkskammer Hannover (HWK) zusammen. Christoph Stein, Weiterbildungsberater im Förderungs- und Bildungszentrum (FBZ) der HWK, nennt einige Beispiele, warum unter anderem eine qualifizierte Ausbildung wichtig ist: „Wir vermitteln in AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 unseren Lehrgängen nicht nur Methoden zur Aufbereitung, sondern auch Hintergrundwissen. Welche ungelernte Kraft weiß heute schon, wie ein Sitz mit integriertem Airbag oder ein Armaturenbrett voller Elektronik und Digitaltechnik zu reinigen ist, ganz zu schweigen vom fachgerechten Umgang mit teil- oder vollelektrifizierten Fahrzeugen, ohne dass es zu Folgeschäden kommt?“ Ein wichtiger Bestandteil der HWK-Lehrgänge ist deshalb auch das Thema Kundenkommunikation. „Man muss dem Kunden einerseits den Aufwand einer professionellen Aufbereitung vermitteln können, ihn aber auch auf eventuelle Risiken hinweisen, um rechtlich abgesichert zu sein“, so Stein weiter. Beliebtes Beispiel hier ist die Entfolierung, wo es selbst bei fachgerechter Vorgehensweise zur Ablösung der Klarlackschicht kommen kann. Über 370 Lehrgangsstunden Der BFA bietet in Zusammenarbeit mit der HWK die Ausbildung zum/zur „Zertifizierten Fahrzeugaufbereiter/-in BFA/HWK“ an. Diese behandelt in 80 Stunden die Beurteilung und Aufbereitung von Fahrzeugen, Foto: Koch-Chemie Qualifizierung wird für die Fahrzeugaufbereitung immer wichtiger. Industriepartner wie zum Beispiel Koch­Chemie leisten hier wertvolle Unterstützung. geeignete Geräte, systematisches Vorgehen, innovative Techniken sowie die Berücksichtigung technischer, wirtschaftlicher und umweltgerechter Gesichtspunkte. Dieser Abschluss kann auf die Weiterbildung zur „Fachkraft für innovative Fahrzeugaufbereitung (HWK)“ angerechnet werden, die in Inhalt und Tiefe noch deutlich weitergeht. In vier Modulen mit insgesamt über 370 Lehrgangsstunden werden technische, wirtschaftliche, Marketing- und Umweltaspekte zur Aufbereitung, Ausbeultechnik, Smart- Repair inklusive Glas sowie Spot-Repair im Detail vermittelt. Die Kursgebühren hierfür werden zumindest für Betriebe aus Niedersachsen mit bis zu 80 Prozent gefördert. Die Schulungen für die Fachkraft werden exklusiv an der HWK angeboten, während die Zertifizierung bundesweit durchgeführt werden kann. Hierbei ist die Theorie online zu erlernen, die Praxis findet im jeweiligen Betrieb statt. Die abschließende Prüfung wird bei diversen Industriepartnern im Markus Herrmann, Präsident BFA: „Wir brauchen echte Profis, die sich mit verbauten Materialien, der Lacktechnik und der Chemie bestens auskennen.“ Foto: BFA www.autoservicepraxis.de

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Bundesgebiet durchgeführt, etwa bei Koch- Chemie in Unna oder Makra in Göppingen. Diese und weitere namhafte Unternehmen wie Sonax oder die CleanAkademie bieten ihrerseits eigene Ein- oder Zwei-Tagesseminare an, in denen in erster Linie Grundwissen rund um die Lack- und Innenraumaufbereitung vermittelt wird. Die könnten die ideale Basis für die BFA-Zertifizierung sein, wo Vorkenntnisse der Aufbereitung erwartet werden. Die Ausbildung zur Fachkraft bei der HWK verlangt hingegen eine abgeschlossene Berufsausbildung oder den Nachweis vergleichbarer Fertigkeiten und Kenntnisse, die eine Zulassung zur Prüfung rechtfertigen (zum Beispiel mehrjährige Berufserfahrung). Die Lehrgänge sind sowohl für Mitarbeiter in Autohäusern und Werkstätten, im Gebrauchtwagenhandel oder in Fuhrparks sowie in K&L-Betrieben und reinen Aufbereitungsbetrieben zu empfehlen, aber auch für Auto-affine Quereinsteiger (siehe Kasten) mit entsprechenden Vorkenntnissen geeignet. Lehrgangstermine findet man auf www.bfa-net.de und auf www.hwk-hannover.de/smartrepair oder den Internetseiten der Industriepartner. Dieter Väthröder ■ MIT HERZBLUT UND FACHWISSEN Nach der Ausbildung zur „Fachkraft für innovative Fahrzeugaufbereitung“ profitiert Anja Stohr und ihr Unternehmen von der zusätzlichen Qualifikation. Sie hat viel Gefühl für feine Oberflächen und einen pragmatischen Sinn für Sauberkeit. Seit 2014 verfügt Anja Stohr aus Annaberg-Buchholz zudem über jede Menge Fachwissen, denn da hat die 36-Jährige ihr Know-how in Sachen Fahrzeugaufbereitung an der Handwerkskammer Hannover (HWK) erweitert und besuchte den Lehrgang zur „Fachkraft für innovative Fahrzeugaufbereitung“, den die Handwerkskammer Hannover (HWK) in Kooperation mit dem Bundesverband Fahrzeugaufbereitung (BFA) anbietet. Die 2014 ausgestellte Urkunde prangt seitdem an präsenter Stelle auf ihrer Startseite. „Sie verdeutlicht den Qualitätsanspruch, den ich an meine Arbeit stelle“, betont Anja Stohr. Und das Siegel wirkt auch bei den Kunden. „Ich habe schon häufig in Gesprächen mit meinen Kunden erfahren, dass meine Qualifikation den Ausschlag dafür gegeben hat, dass sie zu mir statt zu einem Mitbewerber gegangen sind.“ Ihre Begeisterung für Fahrzeuge half ihr ebenso wie die ursprüngliche Ausbildung zur Malerin und Lackiererin sowie eine weitere zur Verkäuferin. Doch ihren Traumberuf hat sie nicht aus den Augen verloren. Und so wagte die 36-Jährige 2008 den Sprung in die Selbstständigkeit als Fahrzeugaufbereiterin. Kommunikation ist wichtig Die beiden ursprünglichen Ausbildungen haben Anja Stohr den Einstieg in die Fahrzeugaufbereitung erleichtert, denn akkurates Arbeiten ist auch für gute Maler und Lackierer selbstverständlich. Ihre Erfahrungen im Verkauf kommen ihr zudem im Umgang mit ihrer Kundschaft zugute. „Die Beratung des Kunden ist gerade in der Fahrzeugaufbereitung sehr wichtig“, weiß Anja Stohr. Denn viele Fahrzeugbesitzer wissen nicht, welch breites Spektrum die Fahrzeugaufbereitung bietet und welche der angebotenen Dienstleistungen für ihren Zweck und ihr Auto am sinnvollsten ist. Ihr bereits vorhandenes technisches Wissen hat sie 2013 durch die Weiterbildung bei der HWK ergänzt. „Besonders die Themen Umwelt- und Arbeitsschutz hatte ich vorher eher etwas nachlässig betrachtet“, sagt Anja Stohr, der diese Themen jetzt präsenter sind. Der gute Service spricht sich herum. So kann Anja Stohr auf Werbung derzeit verzichten. Ihr Kundenkreis reicht bis in das rund 30 Kilometer entfernte Chemnitz. „Man muss den Job lieben. Wenn ich eine gute Arbeit leisten will, muss ich mit Herzblut dabei sein, sonst macht es keinen Spaß.“ Anja Stohr: „Die Beratung des Kunden ist gerade in der Fahrzeugaufbereitung sehr wichtig.“ www.autoservicepraxis.de Foto: Stohr

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WERKSTATTTECHNIK DIAGNOSE Schneller Autoscan In der freien Kfz-Werkstatt Jürgen Scherner in Schlüsselfeld ist das Diagnosegerät nicht mehr wegzudenken. Fast genauso wichtig wie dessen Funktionen sind die kompetenten Ansprechpartner bei kniffeligen Fällen. Fotos: Valeska Gehrke Andreas Wittig und Dieter Urbanc von AVL Ditest mit Kfz- Meister Jürgen Scherner (v.l.) chon immer wollte ich mich selbstständig machen. Ich bin einfach leidenschaftlicher Kfz-Mechaniker“, sagt Jürger Scherner, Inhaber der gleichnamigen Kfz-Werkstatt in Schlüsselfeld-Elsendorf. 1996 gründete er seinen eigenen Betrieb. Zuvor war er bei der Bundeswehr tätig, wo er sich auch zum Kfz-Meister ausbilden ließ. „Zu Beginn, KURZFASSUNG Die freie Kfz-Werkstatt von Jürgen Scherner setzt seit Jahrzehnten auf Diagnosegeräte von AVL Ditest. Der Auto scan ist für den Werkstattinhaber eine der wichtigsten Funktionen, um Fahrzeuge schnell und unkompliziert zu diagnostizieren. AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 die ersten zwei bis drei Jahre war es nicht immer leicht mit der eigenen Werkstatt“, erinnert er sich. „Aber inzwischen läuft es richtig gut. Ich habe die Entscheidung nie bereut.“ 100-prozentige Auslastung Dabei lebt die kleine Zwei-Mann-Werkstatt, Unterstützung erhält Jürgen Scherner von seinem Sohn, hauptsächlich von Stammkundschaft. „Das meiste geht über Mund-zu-Mund-Propaganda, Werbung muss ich nicht machen“, erklärt der Werkstattmeister. Über zu wenig Arbeit kann er sich nicht beklagen. Ganz im Gegenteil: Nach dem Sommerurlaub hätten über 25 Fahrzeuge auf seinem Hof auf ihn gewartet. In der Regel liegen die Werkstattdurchgänge bei durchschnittlich rund 70 bis 80 Fahrzeugen im Monat. „An dem einen Tag sind es bei größeren Reparaturen zwei Aufträge und am nächsten zehn“, erklärt der 58-Jährige. Dabei bietet er markenübergreifend alle Reparatur-und Servicearbeiten an, vom Bremsendienst über die HU bis zum Klimaservice, „nur Lackarbeiten, die gehen zum Lackierer“. Sein ständiger Begleiter im Werkstattalltag ist dabei der Diagnosetester. Früher war das Gerät einmal die Woche im Einsatz, mittlerweile jeden Tag. „Man schaltet es morgens an und verwendet es ständig, ob zum Fehlerspeicher auslesen oder Service zurücksetzen“, erklärt Jürgen Scherner. Schon kurz nach der Gründung seines Betriebs schaffte er sich 1996 sein erstes Diagnosesystem an, damals noch von www.autoservicepraxis.de

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1996 hat Jürgen Scherner die Werkstatt in Schlüsselfeld -Elsendorf gegründet. Pierburg Herrmann, deren Kfz-Sparte 2001 von AVL übernommen wurde. Der kompetente Außendienstmitarbeiter hatte ihn überzeugt. Denn Jürgen Scherner ist der persönliche Kontakt wichtig, einen Ansprechpartner bei Fragen und Problemen zu haben, das zählt für ihn. Telefonjoker für kniffelige Fälle Auch mit Dieter Urbanc von AVL Ditest, der ihm nun schon seit vielen Jahren als Außendienstmitarbeiter zur Seite steht, ist er sehr zufrieden. „Ich kann ihn immer anrufen, und wenn er mal nicht erreichbar ist, ruft er zurück“, so Jürgen Scherner. Meist geht es dann um spezifische Fragen, was der Diagnosetester alles kann. „Bevor ich etwas ausbaue, muss ich wissen, ob ich es auch anlernen kann.“ Und Dieter Urbanc fügt schmunzelnd hinzu: „Ich bin wie ein Telefonjoker. Die Werkstätten rufen mich an und so bekomme ich viel Input über die unterschiedlichsten Diagnosefälle, die ich mir merke.“ Selbstverständlich erhält man all diese Infos auch über die technische Hotline, aber oft ist der direkte Draht eben doch schneller und persönlicher, wissen beide. Doch nicht nur Dieter Urbanc baut seine persönliche Datenbank auf, in der technischen Hotline werden alle Anfragen dokumentiert, um kniffelige Fälle dann auch anderen Nutzern zugänglich zu machen. Dafür wurde das Online- Informationssystem AVL Ditest XIS Pro mit dem Bereich „Tricks und Tipps“ entwickelt, in dem alle Diagnoseanfragen archiviert sind. Verliererschutz inklusive Als Diagnosetester setzt Jürgen Scherner seit zwei Jahren das „AVL Ditest MDS 105“. Denn die Systeme haben sich über die Jahre weiterentwickelt und so wurde auch der Tester immer wieder ausgetauscht. Das aktuelle Mehrmarken-Gerät wird auf einem eigenen PC-System in einem robusten Trolley genutzt. Es beinhaltet die Diagnosesoftware XDS 1000 sowie das Diagnose-Interface VCI 1000, das an das Fahrzeug angesteckt wird. Sobald sich der kleine Dongle über Bluetooth mit dem PC-System verbunden hat, leuchtet er grün. Zudem ist er mit einer praktischen Taschenlampe und einer Alarmfunktion ausgestattet. „Die VCIs www.autoservicepraxis.de GUTE QUALITÄT. GUTER PREIS. Manchmal muss es eben gut und günstig sein – genau dann ist AUDURA die richtige Wahl. Das Sortiment umfasst hochwertige Lenkungsteile und Radlagersätze zu einem fairen Preis für die zeitwertgerechte Reparatur. Überzeugen Sie sich selbst. AUDURA ist über STAHLGRUBER und PV erhältlich. BLACK WEEKS Jetzt AUDURA Preis und Qualität testen und gewinnen! VERLÄNGERT BIS 30.11.17 Erfahren Sie mehr unter www.audura.parts facebook.com/audura.parts

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WERKSTATTTECHNIK sind mittlerweile so klein, dass man sie gerne im Fahrzeug vergisst und den Kunden damit davonfahren lässt“, weiß Andreas Wittig, der als Produktverantwortlicher bei AVL Ditest für die Mehrmarkendiagnose zuständig ist. Sobald der Dongle die Verbindung zum PC verliert, macht er sich daher lautstark bemerkbar. Der automatische Autoscan prüft innerhalb weniger Minuten die Steuergeräte. AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 Jürgen Scherner schließt das VCI an. Es leuchtet grün, sobald es Verbindung zum PC hat. Entscheidende Funktion Jürgen Scherner kommt mit dem System gut klar. Die einfache, übersichtliche und vor allem schnelle Benutzerführung ist von großem Vorteil im Arbeitsalltag. So liest die Software etwa die VIN-Nummer und den Kilometerstand automatisch aus. „Besonders praktisch ist der automatische Autoscan aller Steuergeräte. Den lasse ich bei fast jedem Fahrzeug durchlaufen. So habe ich direkt einen Überblick über mögliche Fehlercodes“, erklärt der Werkstattinhaber. Einfache Fehler kann er dann sofort beheben, auf andere weist er die Kunden mittels einer ausgedruckten Dokumentation hin, dass in nächster Zeit eine Reparatur fällig ist. „Aus meiner Sicht ist der Autoscan eine der wichtigsten Funktionen überhaupt. Daher bilden wir diesen für jedes Fahrzeug ab. Denn wie kann man heute ein Fahrzeug bewerten, indem man es nur optisch anschaut?“, wirft Andreas Wittig von AVL Ditest ein und erzählt von einem Audi A8, bei dem das abgeklemmte Abgas-Rückführungs- Ventil erst mit dem Diagnosetester festgestellt wurde. „Da hat keine Kontrolllampe geleuchtet“, erinnert er sich. Der Autoscan dauert in der Regel nur wenige Minuten und ermöglicht einen schnellen Überblick. Alle Steuergeräte werden überprüft und aufgelistet. Ist alles in Ordnung sind sie auf dem Bildschirm grün, andernfalls rot markiert. „Mit dem Gerät kann ich die Fehlerspeicher auslesen und bei Problemen dann tiefer in die Messwerte gehen und Funktionen ausführen. Das ist sehr wichtig“, weiß Jürgen Scherner. Häufige Anwendungsfälle sind etwa das Anlernen von Batterien, Injektoren und die Service- bzw. Ölzurückstellung. ZUSATZ-MODULE XIS Pro Das optionale Online-Informationssystem unterstützt Werkstätten mit vielen nützlichen Infos im Praxisalltag, von Aus- und Einbauanleitungen über Wartungsinformationen bis zu Schaltplänen. AVL Ditest SCOUT Unter dem Motto „Mit System zur Fehlerquelle“ soll die geführte Fehlersuche Werkstätten bei komplexen Fällen weiterhelfen. Wichtige Funktion: Der Autoscan, der nach der Fahrzeugauswahl gestartet wird. Wissen, wen man fragt Manchmal kommt aber selbst der Diagnosetester an seine Grenzen. Dann müssen seine Kollegen von zwei benachbarten Werkstätten herhalten. „Das A und O ist, dass ich weiß, wen ich fragen kann und von wem ich eine ehrliche Antwort erhalte“, weiß der Kfz-Meister. „Und wir drei haben ein sehr gutes Verhältnis und tauschen uns über Problemfälle aus.“ Doch nicht nur das, manchmal werden selbst die Diagnosegeräte kurzerhand ausgetauscht, wenn das Gerät von AVL Ditest bzw. die Geräte von den Kollegen von Bosch oder Hella Gutmann Solutions bei einem bestimmten Problemfall Abhilfe versprechen. Für Jürgen Scherner ist die Aktualität der Diagnosedaten gerade bei Volumenfahrzeugen entscheidend, da er den Service bei neueren und älteren Fahrzeugen gleichermaßen macht. Die Software-Updates kommen bei ihm noch per DVD. Drei Mal jährlich liefert AVL Ditest neue Versionen aus. „Demnächst wollen wir auf Online-Updates umstellen, aber die meisten Werkstätten bevorzugen noch eine DVD, weil die Internetanbindung häufig nicht ausreicht. Aber wer will kann sich die Updates heute schon online herunterladen“, erklärt Andreas Wittig. Jürgen Scherner ist froh, dass er noch auf die DVDs zurückgreifen kann, aktuell besitzt er nur eine 2.000er Anbindung (2Mbit/s), aber das schnelle Internet für Schlüsselfeld-Elsendorf soll bald kommen. Das ist wichtig, um nicht abgehängt zu werden. „In Zukunft werden sich die Diagnosetester selbst aktualisieren“, ist Andreas Wittig überzeugt und fügt hinzu: „Bei neuen Modellen ist das Diagnosesystem zudem mehr und mehr im Fahrzeug verbaut. Die große Frage ist, wo die Daten dann herkommen, weiter über VCI oder direkt aus dem Internet.“ Und in dem Fall ist eine entsprechende Anbindung dann unabdingbar. Valeska Gehrke ■ www.autoservicepraxis.de

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medienformer.de „WILL-ICH- WOCHEN“ Hella Gutmann Bei den WILL-ICH-WOCHEN* von Hella Gutmann gibt’s mega macs 66 mit Echtzeit-Reparaturkonzept, regelmäßige Updates und volle Callcenter-Unterstützung für nur 258,– Euro/ Monat. Das Beste ist aber: Für schlappe 49,– Euro extra erhalten Sie vollen Investions schutz über die gesamte Leasing-Laufzeit. Im Klartext heißt das: Sie können zukünftig auf neue Hardware von Hella Gutmann umsteigen, ohne auch nur einen Cent mehr zu bezahlen. Mehr Zukunftssicherheit geht nicht. Sie wollen das auch? Dann holen Sie sich jetzt alle Infos unter www.hella-gutmann.com/will-ich oder fragen Sie Ihren Hella Gutmann-Vertriebs partner nach den WILL-ICH-WOCHEN. * Aktion endet am 31.12.2017.

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PRODUKTE Foto: Kunzer BATTERIE Perfekter Start Die neue wartungsfreie Pkw-Starthilfe CSC 12 von Werkstattausrüster Kunzer liefert nach wenigen Sekunden zuverlässig den erforderlichen Startstrom aus der Rest energie entladener Batterien. Diese Ultrakondensator-Technik soll Zeit und Kosten sparen. Das CSC 12 ist für 12V-Batterien von Benzin- und Dieselfahrzeugen sowie dem Einsatz unter extremen Umgebungstemperaturen geeignet. Es kann mittels einer 12V-Fahrzeugbatterie oder über den 5V- USB-Anschluss geladen werden. Die neue Pkw-Starthilfe CSC 12 ist zudem verpolungs- und kurzschlusssicher, verfügt über eine Vorglühtaste, eine Ladezustandsanzeige sowie einen speziellen Startmodus, wenn keine Fahrzeugbatterie zur Verfügung steht. Das Gewicht beträgt nur zwei Kilogramm. Das Startkabel misst eine Länge von 380 Millimetern, außerdem ist der Gehäuseschutz durch eine zusätzliche Gummierung gewährleistet. asp ■ Kunzer GmbH www.kunzer.de DIAGNOSE „Connected Car“ für jedermann Unter dem Namen „Carly“ hat das gleichnamige Münchner Software-Unternehmen eine Diagnose-App entwickelt, die es jedem Autobesitzer ermöglicht, mittels Smartphone oder Tablet bis zu 50 Steuergeräte eines Fahrzeugs auszulesen. Mit einem Adapter für die OBD2-Buchse wird das mobile Endgerät mit dem Fahrzeug verbunden und kann über die App auf Fehlercodes und gespeicherte Informationen des Fahrzeugs zugreifen. asp ■ Carly GmbH www.mycarly.com Foto: Carly IMPRESSUM ISSN NR. 1437-1162 Anschrift von Verlag und Redaktion Springer Automotive Media Springer Fachmedien München GmbH Aschauer Str. 30 · 81549 München Tel. 0 89/20 30 43-0 Fax Redaktion 0 89/20 30 43-12 18 Fax Anzeigen 0 89/20 30 43-12 40 http://www.autoservicepraxis.de Springer Fachmedien München GmbH ist Teil der Fachverlagsgruppe Springer Nature. Redaktion Herausgeber Dipl.-Ing. Jürgen Wolz (TÜV SÜD Auto Service GmbH), Lars Kammerer (TÜV SÜD Auto Service GmbH) Anschrift siehe Verlag Chefredakteur (V.i.S.d.P.) Dietmar Winkler (diwi) Tel. 0 89/20 30 43-27 92 Redaktion Valeska Gehrke (vg) Tel. 0 89/20 30 43-23 09 Alexander Junk (aj) Tel. 0 89/20 30 43-23 10 Online-Redaktion Ralf Padrtka (Leitung) Tel. 0 89/20 30 43-12 84 Thomas Maier Tel. 0 89/20 30 43-23 11 Frank Selzle Tel. 0 89/20 30 43-11 08 E-Mail: autoservicepraxis@springer.com Ständige Mitarbeiter Eva-Elisabeth Ernst, Martin Schachtner, Marcel Schoch, Dieter Väthröder, Erwin Wagner Gesamtleitung Herstellung Maren Krapp Tel. 0 89/20 30 43-14 18 Layout Diane Laudien Tel. 0 89/20 30 43-11 87 Verlag Geschäftsführer Peter Lehnert Tel. 0 89/20 30 43-22 54 Verlagsleiter Springer Automotive Media Ralph M. Meunzel Tel. 0 89/20 30 43-12 03 Anzeigen- und Marketingleitung Michael Harms Tel. 0 89/20 30 43-12 42 Anzeigenverkauf Sanja Klöppel Tel. 0 89/20 30 43-12 24 Birgit Zipfel Tel. 0 89/20 30 43-11 91 Fax 0 89/20 30 43-12 40 Marketing Alexandra Wutz (Fachliche Leitung) Tel. 0 89/20 30 43-21 05 Susanne Schwarzenböck Tel. 0 89/20 30 43-11 36 Fax 0 89/20 30 43-11 81 Anzeigenverwaltung Aylin Uysal Tel. 0 89/20 30 43-23 58 Gültig ist die Anzeigen-Preisliste ab 01.10.2016 Gelegenheitsanzeigen Doris Kester-Frey Tel. 0 89/20 30 43-11 33 E-Mail: kontakt.anzeigen@springer.com Leitung Vertriebskoordination Fachzeitschriften Tatjana Sachenbacher Tel. 0 89/20 30 43-16 27 Online-Medien Ute Sauermann Tel. 089/20 30 43-22 18 (Produktmanagerin Portale SAM) Abo-Service Tel. 0 89/20 30 43-15 00 Fax 0 89/20 30 43-21 00 Sitz: Aschauer Str. 30 , 81549 München E-Mail: vertriebsservice@springer.com Der Verlag übernimmt keine Haftung für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotomaterial, daher besteht auch kein Anspruch auf Ausfallhonorar. Mit dem Autorenhonorar gehen die Verwertungs-, Nutzungs- und Vervielfältigungsrechte an den Verlag über, insbesondere auch für elektronische Medien (Internet, Datenbanken, CD-ROM). Es werden nur solche Manuskripte angenommen, die an anderer Stelle weder veröffentlicht noch gleichzeitig angeboten sind. Für die mit Namen des Verfassers gekennzeichneten Beiträge übernimmt die Redaktion lediglich die pressegesetzliche Verantwortung; sie stellen also nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Erscheinungsweise 11 Ausgaben pro Jahr Bezugspreis Einzelheft: € 10,90 netto/€ 11,66 brutto inkl. MwSt.; inkl. Versand. Jahresabonnement Inland: 84,00 netto/€ 89,88 brutto inkl. MwSt.; inkl. Versand. Ausland (Europa): € 96,00 netto/ € 102,72 brutto inkl. MwSt.; inkl. Versand. Ausland (außerhalb Europa): auf Anfrage. Preisänderungen vorbehalten. Alle weiteren Aboangebote und -preise finden Sie unter www.autoservicepraxis.de. 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EINRICHTUNG Automatisiertes Werkzeugregal Bislang waren Werkzeugregale simple Einrichtungsgegenstände, aus denen man bei Bedarf das passende Material nahm. Wenn nichts nachbestellt wurde, war das Regal irgendwann leer. Geht es nach dem Montagespezialisten Würth, soll das Werkzeugregal nun intelligent werden: Das neue „Orsy System Regal Sensor“ aus der Orsy-Serie erkennt selbstständig, wenn ein Produkt daraus entnommen wurde und bestellt bei Bedarf den Posten nach. Die Nachbestellung ist dabei jedoch auf Würth-Produkte in einer bestimmten Verpackung beschränkt. Möglich wird das durch optische Sensoren in den Regalböden, die erkennen können, wenn eine Verpackung aus dem Regal entnommen wird. Dann rutschen die verbliebenen Verpackungen nach, was die optischen Sensoren registrieren. Über eine WLAN-Netzwerkverbindung kann das Systemregal mit dem Warenwirtschaftssystem kommunizieren und automatisch eine Bestellung auslösen, wenn der Bestand unter einen definierten Wert fällt. Die Sensoren sollen laut Würth bereits im Werkstatt-Alltag getestet und schmutzunempfindlich sein. Sie sollten jedoch nicht mit Öl in Berührung kommen. Das Orsy System Regal Sensor ist ab sofort gegen eine monatliche Mietgebühr bestellbar. aj ■ Adolf Würth GmbH & Co. KG www.wuerth.de Foto: Würth PRÜFMITTEL Für moderne Scheinwerfer Foto: Longus DIAGNOSE Robust & schnell Das Scheinwerfereinstellgerät HL-26-DZ von Longus ist seit Kurzem in einer weiterentwickelten Version auf dem Markt. Diese verfügt nicht mehr über den Distanz-/Zentrierstab, sondern ist jetzt mit einem Laserpointer ausgestattet. Mit dem Gerät können alle marktüblichen Leuchtquellen der Automobilhersteller geprüft Für das MDS (Mobiles Diagnose System) 188 bringt AVL Ditest einen neuen Tablet- PC auf den Markt. Der MDS Drive 188 ist dabei genau auf die Bedürfnisse der Werkstatt zugeschnitten und zeichnet sich einerseits durch seine Robustheit sowie durch seine inneren Werte aus. Ob Staub, Schmutz oder selbst ein Sturz auf den Werkstattboden sollen für das Tablet kein Problem darstellen, so der Hersteller. Bedienbar ist das Gerät über den Touchscreen je nach Belieben mit Stift, per Finger oder mit dem Handschuh. Die Daten werden dabei auf einem übersichtlichen 11,6 Zoll HD Display angezeigt. Aber auch die inneren Werte des neuen Tablets können überzeugen. So ist das MDS Drive 188 mit einem i5 Core Prozessor ausgestattet. Das Upgrade auf Windows 10 soll zudem eine noch schnellere Fehlerdiagnose ermöglichen. Der Akku hält ganze 10 Stunden und Bluetooth sowie WLAN sorgen für ausreichend Kommunikationsmöglichkeiten im Arbeitsalltag. Das neue Tablet MDS Drive 188 ist ab sofort verfügbar. Die Lieferung in einem handlichen Koffer beinhaltet neben dem MDS Drive 188 auch einen Kabelsatz, die werden, heißt es vom Hersteller. In Verbindung mit den entsprechenden Scheren- oder 4-Säulenhebebühnen biete das Unternehmen so eine Komplettlösung für Scheinwerferprüfplätze an. vg ■ Longus GmbH www.longus.de XDS 1000 Diagnose-Software sowie das AVL Ditest Vehicle Communication Interface 1000. Die wichtigsten Bedienschritte lassen sich in den beigefügten Handbüchern nachlesen. vg ■ AVL Ditest GmbH www.avlditest.com Foto: AVL Ditest www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 47

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TÜV SÜD-AKTUELL Ausbau Abgaslabor AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 Foto: TÜV SÜD Das Abgaslabor in Heimsheim wird für die Zukunft weiter ausgebaut. TÜV SÜD baut sein Abgaslabor in Heimsheim zum Mobilitätslabor aus und verdoppelt gleichzeitig die Kapazitäten. Künftig können auf insgesamt sechs Prüfständen die Typ genehmigungen für Elektro- und Hybridfahrzeuge sowie Autos mit Verbrennungsmotoren für alle relevanten Zugangsmärkte wie beispielsweise USA, China oder Korea getestet werden. Mit der Prüfanlage in Heimsheim errichtet TÜV SÜD bei Stuttgart das größte Mobilitätslabor in Europa und unterstreicht gleichzeitig seinen Führungsanspruch als unabhängiger Dienstleister in diesem Bereich. Die Eröffnung ist für Mitte 2019 geplant. „Mit dem Laborausbau in Heimsheim sichern wir die Mobilität von morgen ab. Im Mobilitätslabor können wir zukünftig alle Fahrzeuge, egal ob Diesel, Benziner, Hybrid oder reines Elektroauto vergleichbar auf ihre Umweltverträglichkeit testen“, unterstreicht Patrick Fruth, Leiter der Division Auto Service bei TÜV SÜD. „Wir bieten dort die Typgenehmigungen nach allen internationalen Richtlinien an.“ Damit haben OEM eine zentrale Anlaufstelle für die Zulassung ihrer Fahrzeuge in allen relevanten Zugangsmärkten. Bei den Tests der verschiedenen Antriebstechnologien nehmen die unabhängigen Prüfer die Energieträger Tank (Benzin, Diesel, Gas), Netzenergie und Rekuperation auf den Prüfstand und können über ein CO2- Äquivalent die Autos miteinander vergleichen. Beim Hybridanrieb fließt beispielsweise der Stromverbrauch in die Bilanz mit ein. Er wird dazu in eine äquivalente Menge CO2 umgerechnet. Der individuelle CO2- Ausstoß eines Fahrzeugs steigt wiederum proportional zum Spritverbrauch. Auf dieser Grundlage kann man den Spritverbrauch addieren. Das Modell macht verschiedene Antriebe vergleichbar. Patrick Fruth: „Autofahrer können zukünftig einen Diesel und ein Hybrid- oder Elektroauto direkt miteinander vergleichen.“ IAA 2017 Innovations-Schaufenster IAA TÜV SÜD baut seine Laborkapazitäten im Bereich Elektromobilität in Deutschland, den USA und in Asien weiter aus. Neben klassischen Batterietestverfahren bieten die Ingenieure in den Prüflaboren des globalen Netzwerks für Elektromobilität Zertifizierungen von Hochleistungsladesystemen und neue Tests für die Entwicklung der Wasserstofftechnologie an. „Bei der Mobilität von morgen wird der Elektroantrieb eine führende Rolle spielen. TÜV SÜD blickt bereits auf fast zehn Jahre Erfahrung im Bereich der Prüfung von Antriebsbatterien zurück. Aktuell bauen wir weitere Laborkapazitäten auf, um die enorme Nachfrage bedienen zu können“, erläuterte Patrick Fruth, Leiter der Division Auto Service bei TÜV SÜD, im Rahmen der IAA in Frankfurt. Vor allem in Asien setzt man bei der weiteren Entwicklung und Planung von Massenmobilität komplett auf den emissionsfreien Antrieb. Nicht nur neue Antriebstechnologien, sondern auch die Digitalisierung verändert die Mobilität. Sie ermöglicht es nicht nur, Autos künftig automatisiert fahren zu lassen, sondern bietet auch in Sachen Services enorme Chancen. Beispiel Shared Mobility: Die gemeinsame Nutzung von Fahrzeugen wird durch die Digitalisierung erst richtig einfach und für jeden zugänglich. Auch die Autohauslandschaft konsolidiert sich weiter – der Handel benötigt Komplettservices aus einer Hand und über Grenzen hinweg. Dementsprechend hat TÜV SÜD seine Service-Palette weiterentwickelt und der Branche neue digitale Dienstleistungspakete präsentiert. Beim automatisierten Fahren arbeitet TÜV SÜD als Branchenpartner eng mit OEM, Zulieferern und Behörden zusammen. Im Fokus steht die Entwicklung neuer Prüfverfahren mit dem Schwerpunkt von Simulationen, um die Sicherheit hochautomatisierter Fahrzeuge zu gewährleisten. Ein Beispiel dafür ist das Projekt PEGASUS des Bundeswirtschaftsministeriums. Hier entwickelt TÜV SÜD – als einzige Sachverständigenorganisation – gemeinsam mit 16 weiteren Partnern aus Industrie und Wissenschaft Anforderungen an Methoden und Werkzeuge für die Zulassung automatisierter Fahrzeuge. Auf der IAA präsentierte TÜV SÜD eine ganze Palette neuer Services. Beispiele sind der PDA zur Erstellung digitaler Fahrzeugakten, die Software TIM, die mehrsprachig und in Echtzeit Gutachten und Bewertungen erstellt, sowie das Bildertool Foto-Fairy. Diese Services unterstützen digital die Prozesse sowie das Handling des Fahrzeugbestands und tragen dazu bei, die Standzeiten bei Gebrauchtfahrzeugen zu reduzieren oder auch Leasingrückläufer nach eindeutigen Standards weltweit zu bewerten. Foto: TÜV SÜD Digitalisierung war Schwerpunkt der Pressekonferenz von TÜV SÜD auf der IAA mit Patrick Fruth. www.autoservicepraxis.de

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TÜV SÜD SERVICE QUALITY AWARD Auszeichnung für die Besten Gewinner des Awards 2017 (v.l.): Karl-Heinz Bühler (Autohaus Bühler Sweden Car, Platz 1), Jan Stengl (Harley Davidson Stuttgart, Platz 1), Jürgen Hörmann (Audi-Zentrum Ingolstadt Karl Brod GmbH, Platz 2), Dirk Köthe (Audi-Niederlassung Ingolstadt, Platz 1) und Jürgen Wolz (TÜV SÜD Auto Service) Foto: TÜV SÜD TÜV SÜD prämiert Werkstattbetriebe, deren Kundenfahrzeuge bei der Hauptuntersuchung die wenigsten Mängel aufweisen, mit dem Service Quality Award. Hauptgewinner in diesem Jahr sind Kundendienst Center der AUDI AG in Ingolstadt, das Autohaus Bühler Sweden Car in Sasbach und Harley Davidson Stuttgart. Die Gewinner wurden auf der IAA in Frankfurt ausgezeichnet. „Ausgezeichnete Service-Qualität bereits bei der Fahrzeugannahme und die Durchführung von erforderlichen Reparaturen vor der Hauptuntersuchung sind die Erfolgsparameter der Gewinner“, lobte Jürgen Wolz, Mitglied der Geschäftsleitung von TÜV SÜD Auto Service, anlässlichen der Preisverleihung. „Das unterstreicht den großen Beitrag, den die Partnerschaft zwischen Werkstätten und TÜV SÜD-Kontakt TÜV SÜD Auto Service Philip Puls Tel. 0 89/57 91-23 20, Fax -23 81 philip.puls@tuev-sued.de TÜV SÜD Auto Partner Thomas Gensicke Tel. 0 7 11/72 20-84 73, Fax -84 88 thomas.gensicke@tuev-sued.de Zentraler Vertrieb Tel. 07 11/7 82 41-246 vertrieb-as@tuev-sued.de unabhängigen Prüfdienstleistern bei der periodischen Fahrzeuguntersuchung zur Verkehrssicherheit in Deutschland leistet.“ Die drei Gewinner hatten in 2016 keine Fahrzeuge mit Mängeln vorgestellt. „Der Service Quality Award ist eine sehr große Auszeichnung für unsere Mitarbeiter und spiegelt die erfolgreiche und nachhaltige Umsetzung unseres Anspruchs an Service-Qualität wider“, betonte Dirk Köthe, Abteilungsleiter bei der schon zum vierten Mal mit dem Quality Award ausgezeichneten Niederlassung der Audi AG in Ingolstadt. TÜV SÜD vergibt den „Service Quality Award“ an Partner-Werkstätten, in denen die Prüfingenieure Hauptuntersuchungen durchführen. Bewertet wird jeweils die durchschnittliche Quote der erheblichen sowie der geringen Mängel bei der HU. Die Preise werden an Betriebe vergeben, in denen bei der Hauptuntersuchung keine erheblichen Mängel sowie bei maximal zwei Prozent der vorgestellten Fahrzeuge geringe Mängel festgestellt wurden. Insgesamt lagen die Mängelquoten bei der Hauptuntersuchung 2016 in den Werkstätten auf Vorjahresniveau. So hatten 16,8 Prozent der vorgestellten Fahrzeuge erhebliche Mängel und weitere 10,5 Prozent geringe Mängel. Lediglich sechs Betriebe erfüllten die Kriterien für die Auszeichnung. TÜV SÜD hat im vergangenen Jahr deutschlandweit in mehr als 20.000 Partnerwerkstätten rund 3,2 Millionen Hauptuntersuchungen durchgeführt. Neue Infoblätter Wissenswertes zu Prüfmitteln Zwei Infoblätter von TÜV SÜD geben aktuelle Infos zu den Themen Bremsenprüfstände und Scheinwerfereinstellung. Mit der Einführung der Richtlinie für die Überprüfung der Einstellung der Scheinwerfer von Kraftfahrzeugen bei der Hauptuntersuchung (HU-Scheinwerfer-Prüfrichtlinie) werden sich die Anforderungen für die Scheinwerferprüfung ab 1.1.2018 deutlich verändern. Ein wesentliches Entscheidungskriterium ist das Vorhandensein einer geeigneten Aufstellfläche für das Fahrzeug und für das Scheinwerfer-Einstell-Prüfgerät (SEP). Die Richtlinie stellt hohe Anforderungen an die Ebenheit des Arbeitsplatzes. Zusätzlich zur Stückprüfung ist künftig die Kalibrierung durchzuführen. Hierbei bilden die Aufstellfläche für das Fahrzeug und das Prüfgerät zusammen ein Messsystem. TÜV SÜD hat alle Infos zur neuen Scheinwerferprüfrichtlinie und den aktuellen Stand der Regelungen in einem Infoblatt zusammengefasst. Werkstätten können das Infoblatt online kostenlos herunterladen: www.tuev-sued. de/scheinwerfer-pruefrichtlinie Welche Anforderungen die Bremsenprüfstände für die Durchführung der HU ab 1.1.2020 erfüllen müssen, fasst das Infoblatt „Bremsprüfstände“ von TÜV SÜD zusammen. Laut der bereits 2011 veröffentlichten Bremsprüfstandsrichtlinie müssen Prüfstände bestimmte technische Mindestvoraussetzungen erfüllen, sonst darf mit ihnen keine HU oder Sicherheitsprüfung mehr abgenommen werden. Die gute Nachricht: Prüfstände, die ab 1.10.2011 verbaut wurden, müssen den neuen Anforderungen bereits entsprechen. Das Infoblatt kann ebenfalls heruntergeladen werden unter: www.tuev-sued.de/ bremsen-pruef richtlinie www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 49

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BETRIEBSPRAXIS NEUES GELDWÄSCHEGESETZ Vorsicht bei Bargeschäften Bargeschäfte, die die Summe von 10.000 Euro übersteigen, sollte man künftig überhaupt nicht mehr tätigen, rät die Kanzlei Rath, Anders, Dr. Wanner & Partner WPG. Foto: Fotolia/M&S Fotodesign ie neuen Regeln des Geldwäschegesetzes (GWG) sind auch für alle Werkstattinhaber unbedingt anzuwenden und zu beachten, vor allem wenn sie mit Gebrauchtfahrzeugen handeln. Denn das Geldwäschegesetz geht davon aus, dass Kraftfahrzeuge „gefährliche“ Waren sind und dass auch Kfz- KURZFASSUNG Wer bei Gebrauchtwagengeschäften mehr als 10.000 Euro in bar annimmt, muss gesonderten Sorgfalts- und Identifikationspflichten nachkommen. Weil diese kaum zu erfüllen sind, lassen Betriebe am besten ganz die Finger von Bargeschäften. AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 Gebrauchtwagenhändler zu dem besonders verpflichteten Personenkreis nach dem GWG zählen. Das sind die wichtigsten Neuerungen des GWG im Überblick: ■ Erweiterung des Verpflichtetenkreises ■ Absenkung des Schwellenwertes für Bargeldgeschäfte auf 10.000 Euro ■ Einführung eines Transparenzregisters ■ Neuorganisation der staatlichen Zuständigkeit ■ Höhere Bußgelder bei Verstößen Wer ist betroffen? Klassischerweise sind Kredit institute, Finanzdienstleister und Versicherungsunternehmen, die beispiels weise Lebensversicherungen anbieten, betroffen. Aber auch für E-Geld-Institute (z. B. PayPal), Rechtsanwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer gilt das Geld wäschegesetz. Und eben auch für Kfz-(Gebraucht)Wagenhändler. Was ist zu beachten? Zunächst ist zu beachten, dass der Schwellenwert bei Bargeschäften von 15.000 Euro auf 10.000 Euro pro Jahr und Kunde herabgesetzt wurde. Nimmt man als Gebrauchtwagenhändler trotzdem mehr Bargeld als 10.000 Euro pro Kunde entgegen, dann müssen Händler gesonderte Sorgfalts- und Identifikationspflichten erfüllen. Und eines sei vorneweg gesagt: Diese gesonderte Sorgfalts- und Identifi- www.autoservicepraxis.de

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kationspflichten sind kaum zu erfüllen. Sogar große herstellereigene Händlergruppen haben intern geklärt, dass kein Bargeld über 10.000 Euro mehr angenommen werden darf. Unser Tipp kann daher nur lauten: Hände weg vom Bargeld! Sie sollten auf keinen Fall bei einem Gebrauchtwagenverkauf mehr als 10.000 Euro in bar akzeptieren, da den Pflichten nach dem Geldwäschegesetz kaum nachzukommen ist. Am besten wäre es sogar zukünftig bei Gebrauchtwagengeschäften möglichst gänzlich auf Bargeldgeschäfte zu verzichten. Vorsicht bei gesplitteter Zahlung Das folgende Beispiel soll zeigen, dass auch Vorsicht geboten sein kann, wenn die Barzahlung formal unter der Schwelle bleibt: Ein Kunde will ein Fahrzeug im Wert von 11.500 Euro kaufen. Dabei möchte er 9.900 Euro bar zahlen und 1.600 Euro überweisen. Hier wird zwar formal die Grenze von 10.000 Euro Barzahlung nicht überschritten, aber diese Teilung in ein Bargeschäft und eine Überweisung kann einen Verdachtstatbestand begründen und dann gelten ebenfalls die gesonderten Sorgfalts- und Identifikationspflichten. Zusammengefasst kann man sagen, dass in den folgenden Fällen die Identifikationspflichten gelten: ■ Bargeldzahlungen des Vertragspartners ab 10.000 Euro (auch bei gestückelten Zahlungen) ■ Geldwäsche- oder Terrorismusfinanzierungsverdacht Lange Liste von Daten Dabei zählen zu den allgemeinen Kundensorgfalts- und Identifikationspflichten insbesondere ■ Die Identifizierung von Kunden und gegebenenfalls der für ihn auftretenden Person ■ Die Einholung und Bewertung von Informationen zur Geschäftsbeziehung ■ Die Abklärung, ob der Kunde für einen wirtschaftlichen Berechtigten handelt ■ Die kontinuierliche Überwachung der Geschäftsbeziehung ■ Die Feststellung zu möglichen politisch exponierten Personen Folgende Daten sind bei natürlichen Personen zu erheben (z. B. durch Kopie von Ausweisdokumenten) und fünf Jahre aufzubewahren: ■ Nachname und mindestens ein Vorname der Person ■ Geburtsort und Geburtsdatum ■ Staatsangehörigkeit ■ Anschrift (keine Postfächer) ■ Art des Ausweises (z. B. Personalausweis oder Reisepass) ■ Ausweisnummer ■ Ausstellende Behörde Bei juristischen Personen und Personengesellschaften (z. B. Handelsregisterauszug, Gewerbeanmeldung, Gesellschafterliste, Aufbewahrungspflicht fünf Jahre) sind folgende Daten relevant: ■ Name/Bezeichnung der juristischen Person oder Gesellschaft ■ Rechtsform (GmbH, AG, GmbH & Co. KG, OHG etc.) ■ Registernummer (wenn vorhanden) ■ Anschrift (Sitz oder Hauptniederlassung) ■ Name des gesetzlichen Vertreters (Geschäftsführer, Vorstand) ■ Bei einer GmbH & Co. KG müssen auch die obigen Angaben von der Komplementär-GmbH aufgenommen werden Identifizierung des wirtschaftlichen Berechtigten (können nur natürliche Personen sein, die hinter einer Gesellschaft stehen): ■ Bei juristischen Personen und Personengesellschaften gilt als wirtschaftlicher Berechtigter die Person, die mehr als 25 Prozent der Stimmrechte/Kapitalanteile/Vermögens ■ Somit immer auch Nachfrage nach den Beteiligungsverhältnissen und den Stimmrechten ■ Wenn es einen wirtschaftlichen Berechtigten gibt, dann ist diese Person ebenfalls zu identifizieren Was ist bei einem Verdacht zu tun? Liegt ein Verdacht auf Geldwäsche vor, so muss eine Verdachtsmeldung an die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen erfolgen. Mögliche Anhalts- punkte für eine Verdachtsmeldung können sein: ■ Kunde vermeidet weitestgehend den persönlichen Kontakt ■ Kunde verlangt Anonymität und kann, bzw. will keinen Pass vorlegen ■ Geschäft ist untypisch, z. B. ein 18-Jähriger will in bar einen teuren Sportwagen kaufen ■ Sie haben Zweifel an der Echtheit der vorgelegten Dokumente ■ Der Kunde nimmt das Kaufangebot zurück, nachdem er erfahren hat, dass weitere Recherchen erforderlich sind ■ Der Schwellenwert von 10.000 Euro bei Barzahlungen wird nur knapp unterschritten, um eine Identifizierung zu vermeiden ■ Kunde tritt kurz nach dem Kauf des Kfz von dem Kauf zurück und will diesen rückabwickeln ■ Die Angaben zur Identität des Vertragspartners, des wirtschaftlichen Berechtigten oder Zahlungsmodalitäten werden mehrfach geändert ■ Zahlungsverpflichtungen werden durch einen Dritten erledigt Welche Folgen haben Verstöße? Bei systematischen, schwerwiegenden oder wiederholten Verstößen kann eine Geldbuße von bis zu 1 Million Euro verhängt werden. In den übrigen Fällen können Verstöße mit einem Bußgeld von bis zu 100.000 Euro pro Fall geahndet werden. Zudem sieht das neue Geldwäschegesetz vor, dass bestandskräftige und unanfechtbare Buß-geldentscheidungen auf der Internetseite der Aufsichtsbehörde veröffentlicht werden und fünf Jahre veröffentlicht bleiben (Instrument „Naming and Shaming“). Maximilian Appelt Rechtsanwalt, Steuerberater www.raw-partner.de ■ KOMMENTAR Jeder Servicebetrieb, der auch gebrauchte Fahrzeuge verkauft, sollte unbedingt die neuen Regeln des Geldwäschegesetzes, insbesondere die Absenkung des Schwellenwertes auf 10.000 Euro kennen, da die Geldbußen bei Verstößen erheblich verschärft wurden. So sind jetzt Geldbußen bis zu 1 Million Euro möglich. In diesem Zusammenhang passt auch eine Meldung des Bundeskriminalamts, nach der bisher die Verdachtsmeldungen aus der Kfz-Branche relativ gering sind. Somit kann zukünftig mit deutlich mehr Kontrollen gerechnet werden. Um überhaupt nicht in die Gefahr von Geldwäsche zu kommen, kann daher nur empfohlen werden, dass möglichst überhaupt kein Bargeld mehr angenommen wird. Barbara Lux-Krönig Wirtschaftsprüferin Steuerberaterin www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 51

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BETRIEBSPRAXIS SERVICENETZE „Wir sind auf Augenhöhe“ Mit einem umfassenden Netzwerk freier Werkstätten bündelt Global Automotive Service G.A.S. flächendeckende Reparatur- und Servicedienstleistungen für Großkunden. KURZFASSUNG Ein Ansprechpartner, flächendeckende Serviceleistung zu attraktiven Konditionen und zentrale Faktura – das sind die Versprechen der G.A.S. an Großkunden. Dass der Laden läuft, dafür sorgt der Geschäftsführer und Gesellschafter Andreas Brodhage. er Mann kann anpacken. Diesem Eindruck kann man sich nicht erwehren, wenn Andreas Brodhage vor einem steht. Er und sein Team beweisen es ja auch jeden Tag, wie sonst könnte man die Erfolgsgeschichte des Servicenetzes G.A.S. erklären. Brodhage ist Geschäftsführer und Gesellschafter der Global Automotive Service GmbH, einem Branchendienstleister, dem mittlerweile mehr als 1.500 freie Werkstätten bundesweit angehören. Mehrheitsgesellschafter der G.A.S. ist die Teile-Einkaufskooperation Coparts, die eher unauffällig im selben Bürogebäude in Essen untergebracht ist. Eine schlagkräftige Kombination, wie die Bilanz der letzten Jahre beweist: G.A.S. bündelt den kompletten Reparaturservice für verschiedenste Auftraggeber, darunter Flottenkunden, Versicherungen oder Automobilclubs. „Wir bündeln die regionale Stärke unserer 1.500 Partnerwerkstätten zu einer überregionalen Dienstleistung und sind für unsere Kunden zentraler Ansprechpartner“, erklärt Brodhage die Geschäftsidee. „Die Kunden wollen nicht mit jeder Werkstatt einzeln verhandeln, sie wollen einen Ansprechpartner, eine zentrale Faktura und einheitliche Spielregeln“, ist Brodhage überzeugt. Genau das bietet die G.A.S. und verspricht maximale Transparenz in den Rechnungsprozessen. Die Werkstätten, die sich dem Netz angeschlossen haben, gehören ganz unterschiedlichen Werkstattkonzepten an – sie müssen nicht zwangsläufig einem Konzept der G.A.S.-Mutter Coparts angegliedert sein. „Entscheidend für uns ist die Qualität der Dienstleistung“, so Brodhage. AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 Andreas Brodhage, Geschäftsführer und Gesellschafter der G.A.S., kämpft für den freien Markt. Fotos: Dietmar Winkler Und hier hat er eine klare Meinung: „Wir beweisen seit Jahren, dass der freie Servicemarkt auf demselben Qualitätsniveau arbeitet wie die Markenwerkstatt, wenn wir Zugang zu den Reparatur- und Fahrzeugdaten haben.“ Man merkt schnell: Für die Belange des freien Servicemarktes kämpft dieser Unternehmer mit aller Kraft. Einer der größten Erfolge und öffentlichkeitswirksam in vielen Zeitungen war der Servicevertrag für die Reparatur und Wartung der Elektro-Transporter von Deutsche Post-DHL (siehe Kasten). G.A.S. übernimmt operativ auch die komplette Ausgewiesene Qualität. Mit diesen Schildern werben Partner-Werkstätten von G.A.S. Ersatzteilversorgung für die gelben StreetScooter. Damit übernimmt genaugenommen erstmals ein Werkstattnetz des freien Marktes die flächendeckende Reparatur für einen Fahrzeughersteller. Expansion im Flottenbereich „Mir ist wichtig, dass der freie Markt auf Augenhöhe zum gebundenen Markt kommt, es sind Meisterbetriebe, die Meister kommen schließlich von der gleichen Meisterschule“, argumentiert Brodhage. Konkrete Zahlen will G.A.S.-Chef Brodhage nicht nennen, nur so viel wird verraten: „Wir expandieren sehr stark in den Flottenbereich, wir machen ja nicht nur die Steuerung der Fahrzeuge, sondern über unseren Gesellschafter Coparts wickeln wir auch die komplette Logistik ab, die Werkstätten werden dreimal am Tag mit Ersatzteilen beliefert.“ Aufgrund der ausgefeilten Logistiksysteme komme es nur höchst selten vor, dass es Verzögerungen gibt, weil ein Teil nicht geliefert werden kann. Das mag manchen Großkunden überzeugen. Jüngster www.autoservicepraxis.de

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ELEKTRO-KNOW-HOW Foto: picture alliance/Oliver Berg/dpa Das Helpline-Werkstattnetz der G.A.S. ist unter anderem zuständig für die Service- und Reparaturarbeiten an allen StreetScooter- Elektrofahrzeugen von Post-DHL. Die im Juni diesen Jahres bekannt gegebene Zusammenarbeit ist ein wichtiges Aushängeschild für den Essener Servicedienstleister. G.A.S. übernimmt operativ auch die komplette Ersatzteilversorgung für die StreetScooter. Das bundesweite Netz von über 1.500 Reparaturwerkstätten ist auf Arbeiten an Elektrofahrzeugen spezialisiert. Das stellt eine bundesweite Schulung der Werkstätten für Arbeiten an Hochvoltsystemen sicher. Die Steuerung der Aufträge übernimmt die G.A.S. als zentraler Ansprechpartner für den Kunden. Die Deutsche Post DHL Group betreibt mit den selbst entwickelten und in Eigenregie produzierten StreetScooter-Fahrzeugen eine der größten Elektrofahrzeugflotten in Europa. Bis Jahresende sollen über 5.000 Fahrzeuge im Einsatz sein. Mittelfristig will der Dienstleister seine gesamte Fahrzeugflotte durch Elektrofahrzeuge ersetzen und auch den Drittmarkt mit dem Elektrotransporter erschließen. Die E-Mobilitäts-Offensive ist Teil des ambitionierten Umweltprogramms GoGreen, in dessen Rahmen Deutsche Post DHL Group als erstes Logistikunternehmen bis 2050 alle logistikbezogenen Emissionen netto auf null reduzieren möchte. Eines der vier Teilziele auf dem Weg dahin ist, bis zum Jahr 2025 die eigene Zustellung (einschließlich der Abholung) zu 70 Prozent mit sauberen Zustell- und Abholkonzepten wie Fahrradzustellung oder Elektromobilität durchzuführen. G.A.S. Geschäftsführer Andreas Brodhage sieht die Zusammenarbeit mit der Post als Pionierarbeit: „Das Know-how, das wir in dem Projekt aufbauen, ist absolut einzigartig in Deutschland. Wir sind stolz auf das Vertrauen, das uns entgegengebracht wird.“ Der Flottenspezialist G.A.S. biete Großkunden wie der Deutschen Post einen einzigen Ansprechpartner für die komplexe Dienstleistung, die durch das bundesweite Werkstattnetz erbracht wird. „In unserem Konzept vereinen wir alle führenden Werkstattkonzepte Deutschlands wie z.B. den Bosch Car Service. Damit bieten wir Flottenkunden immer die regional beste Werkstatt für einen überregionalen Service“, erklärt Brodhage. www.autoservicepraxis.de Coup ist die Ankündigung, dass G.A.S. auch Service und Wartung im Rahmen eines Pilotprojekts zusammen mit dem Servicenetzwerk SPN und dem Versicherer Allianz anbietet. Im Großraum Essen und Leipzig werden Allianz-Kunden auf Inspektion, Reifen- und Ölwechsel aktiv angesprochen. Auch 32 G.A.S. Werkstätten beteiligen sich an dem Projekt. Die Auftraggeber würden inzwischen auch erkennen, dass freie Betriebe, wenn Regeln und Prozesse stimmen, absolut überzeugende Arbeit abliefern. Brodhage: „Wir bieten seit Jahren ein flächendeckendes Netzwerk mit der nötigen technischen Ausstattung, Ersatzteile in OE-Qualität und halten uns an Reparaturvorgaben der Hersteller“. Guter Service, so die Erfahrung des Managers, sei heute viel wichtiger als der reine Preis – das funktioniert nur, wenn alle Beteiligten ihre Aufgaben verlässlich erledigen. Dietmar Winkler ■ Seit 146 Jahren sehen wir schwarz. Ab sofort auch silber: Steuerketten in ContiTech Qualität. Glänzende Aussichten: Bei ContiTech erhalten Sie künftig alle Antriebskomponenten aus einer Hand. Also nicht nur Antriebsriemen aus schwarzem Hightech-Kautschuk, sondern auch Steuerketten Kits. Alles in Premium-Qualität und für registrierte Werkstätten mit 5 Jahren Garantie. www.contitech.de/5

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BETRIEBSPRAXIS CAROOBI Mit Datenanalyse zum Festpreis An Online-Vermittlungsplattformen herrscht kein Mangel. Mit Caroobi nimmt scheinbar nur ein weiterer Anbieter den Reparaturmarkt ins Visier. Was das Start-up aber anders macht, haben uns die Gründer erzählt. Fotos: Caroobi/ Scandinaviastock/ Fotolia aroobi möchte den administrativen Aufwand von Kfz­Betrieben reduzieren und dafür bei Kundenakquise, Verwaltung und Teilelieferung unterstützen. Damit geht das Berliner Start­up über die Vermittlung hinaus und übernimmt de facto Kunden sowie Teilemarge – ein wesentlicher Unterschied zu Online­Vermittlern wie Fairgarage, Werkstars oder Autobutler. Was für Kritiker nur ein weiterer Akteur auf dem umkämpften Werkstattmarkt ist, stellt laut Caroobi intelligente Werkstattwahl im 21. Jahrhundert dar. Als Werkzeuge nutzen die Gründer und Geschäftsführer Mark Michl und Nico Weiler die Möglichkeiten der Digitalisierung, Big Data­Tools sowie schlaue Algo­ KURZFASSUNG Caroobi nennt sich „digitale Werkstatt“ und möchte sich – gestärkt durch viel Wagniskapital – zwischen Werkstätten und Autohaltern positionieren. Die Kfz-Betriebe ködert das Start-up mit Werkstattauslastung und Arbeitserleichterung, die Endkunden als „Prozessbegleiter“. rithmen. In Kombination mit dem fachlichen Know­how der Werkstattpartner möchten die Berliner damit Reparaturen zu Festpreisen anbieten und verkaufen. Ein zusätzlicher Hol­ und Bringdienst befindet sich im Aufbau, was zwar kostspielig werden dürfte, aber den direkten Kontakt zwischen Kunde und Autohaus weiter untergräbt. Verträge werden ohnehin ausschließlich zwischen Fahrzeughalter und Caroobi geschlossen. Die Werkstatt ist Auftragnehmer von Caroobi, daher dürften auch keine Vermittlungsprovisionen fällig werden. AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 www.autoservicepraxis.de

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DIE IDEE Mark Michl (l.) und Nico Weiler haben reichlich Erfahrung in der Gründerszene. Wie kam es zu diesem neuartigen Geschäftsmodell? „Wir sind extrem analytisch an das Thema herangegangen, wir wollten gründen. Wir haben uns in der Folge zahlreiche Märkte angesehen und fanden den Automotive Aftermarket insofern sehr spannend, weil der sich größtenteils offline abspielt und durch schlechte Kundenerfahrungen kennzeichnet ist“, erklärte Mark Michl die Branchenwahl. Im zweiten Schritt testeten die beiden Gründer Ansätze, um den Markt digital zu beackern. Ineffizienter Markt Dabei betrachteten sie sowohl Kundenerwartungen und ­verhalten sowie die Vorgehensweise und Strategie von Werkstätten bei der Kundenansprache. Zudem analysierten sie unter anderem die Rollen der Distributoren und Teilehersteller. Dieser Lernprozess dauerte viele Monate. „Dabei fiel erstens die Komplexität des Aftermarktes, aber auch die Vielzahl an Ineffizienzen auf “, so Nico Weiler. Die Aufgabenstellung der Gründer und ihres mittlerweile 70­köpfigen Teams: Services strukturieren und Prozesse beschleunigen bzw. verbessern. Schließlich ruft ein intransparenter, unzugänglicher Markt Misstrauen hervor. „Wir konnten uns leicht in den ahnungslosen Autobesitzer reinversetzen“, so deutete Mark Michl das eigene fehlende Branchen­ Know­how in einen vorteilhaften, nicht betriebsblinden Blick von außen um. Mittlerweile kenne man die Branche jedoch Caroobi kooperiert deutschlandweit mit 400 Partnerwerkstätten, deren Qualität regelmäßig geprüft wird. Autobesitzer erhalten telefonische Beratung durch einen der 30 Kfz-Spezialisten von Caroobi. Danach verspricht das Start-up ein bindendes Festpreisangebot. Preisverhandlung und Terminbuchung bis hin zum Bringservice regeln die Berliner. Der Ansprechpartner begleitet Kunden, heißt es. Die kundenzentrierte Perspektive und in Aussicht gestellte Unterstützung durch einen „unabhängigen“ Experten dürfte Endkunden gefallen. sehr gut, man habe sich viel Wissen angeeignet, betonten die Gründer. Mit Hilfe von 30 Kfz­Spezialisten bei Caroobi könne das Unternehmen 80 Prozent aller Schadenfälle ferndiagnostizieren, hieß es. Reparatur zum Festpreis Caroobis dynamische Pricing­Datenbank mit Millionen Datenpunkten sei imstande, fast jede Reparatur live zu analysieren, zeigte man sich beim Kapitalgeber Cherry Ventures vom eigenen Investment überzeugt. Bei der Ermittlung von Festpreisen bzw. der Ferndiagnose nutze man viele Ansätze. Laut Nico Weiler lag diesen Angaben in einem ersten Schritt ein datengewichteter Entscheidungsbaum zugrunde. „Die Datenrecherche hat sich mittlerweile ein gutes Stück weiterentwickelt. Aktuell testen wir auch neuere Methoden.“ Die genaue Vorgehensweise möchten die Gründer nicht nach außen tragen. Die übliche Nutzung technischer Daten und Arbeitswerte von professionellen Dienstleistern als Kalkulationsgrundlage spart man sich offenbar beim Berliner Start­up. Martin Schachtner ■ DIE GRÜNDER Die Caroobi-Macher Mark Michl und Nico Weiler haben reichlich Erfahrung in der Gründerszene: Nach dem Astrophysik- Studium in Harvard war Nico Weiler beim Pro Sieben-Sat1- In kubator Epic. Anschließend baute er Hello Fresh, einen Online-Versand für Rezeptideen samt benötigter Lebensmittel, mit auf. Mark Michl gründete das erste Unternehmen mit 15 Jahren. Die Geschäftsidee: Er handelte mit Restbeständen lokaler Geschäfte. Nach dem erfolgreichen Verkauf studierte er in Singapur Marketing. Dann baute er die internationalen Sales-Mannschaften bei Quandoo u. a. in London und Australien auf. Das Berliner Start-up reserviert wie der bekanntere Konkurrent Open table Tische in Restaurants. Seit 2015 engagieren sich beide mit Caroobi im Automobilen Aftermarket. www.autoservicepraxis.de Satteldachhalle Typ SD10 (Breite: 10,00m, Länge: 10,50m) • Traufe 3,50m, Firsthöhe 4,00m • mit Trapezblech, Farbe: AluZink • incl. Schiebetor 3,00m x 3,20m • feuerverzinkte Stahlkonstruktion • incl. prüffähiger Baustatik Mehr Infos Aktionspreis € 10.880,- ab Werk Buldern; excl. MwSt. Schneelastzone 2, Windzone 2, a. auf Anfrage www.tepe-systemhallen.de · Tel. 0 25 90 - 93 96 40

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BETRIEBSPRAXIS AUTOHAUS BLATT Nie mehr Blindflug Das inhabergeführte Autohaus Blatt in Althütte hat eine vom Verband geförderte betriebswirtschaftliche Beratung in Anspruch genommen. Seitdem hat der Betrieb seinen Zahlungsverkehr im Griff. Joachim Blatt, Inhaber einer Kfz-Werkstatt mit angeschlossener Tankstelle im schwäbischen Althütte, hat sich von Katja Rhotert beraten lassen. Fotos: Dietmar Winkler oachim Blatt liebt seine Freiheit. Als Inhaber einer Werkstatt mit angeschlossener Tankstelle im schwäbischen Althütte lässt er sich nicht gerne in sein Geschäft reinreden – schon aus Prinzip. Seit sich der ehemalige Serviceleiter eines VW/Audi-Markenbetriebes 2010 selbständig gemacht hat, kommt er daher ganz gut ohne Konzeptbindung der Werkstatt aus und auch an der Zapfsäule ist er nicht unter das Dach einer Mineralölgesellschaft geschlüpft. Zusammen mit seiner Ehefau Sabine, sechs Mitarbeitern in der Werkstatt und einer Teilzeitkraft im Verkauf wuppt er den Laden. „Ich will mir von niemanden mehr sagen lassen, was im Betrieb wie zu laufen hat“, erklärt der Unternehmer mit schwäbischem Selbstbewusstsein. Dennoch – und Dem Betrieb ging es wirtschaftlich gut, was fehlte war die Steuerung des Zahlungsverkehrs und der Produktivität. das gibt er gerne zu – war die betriebswirtschaftliche Beratung durch eine auf die Kfz-Branche spezialisierte Unternehmensberaterin ein Segen für den Betrieb. „Für uns war die Hilfestellung absolut wertvoll. Es gibt sonst niemanden, mit dem man solche Themen diskutieren und reflektieren kann“, sagt Blatt. Das Kompliment gilt Katja Rhotert. Die erfahrene Unternehmensberaterin wurde 2015 auf einer Veranstaltung der Innung Region Stuttgart von Sabine Blatt angesprochen. Dort wurde die vom Verband des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg und dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes geförderte Beratungsleistung vorgestellt. Kein Wunder, dass die Initiative von Sabine Blatt ausging, ist es doch ihre Aufgabe, AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 www.autoservicepraxis.de

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die Vorarbeiten zur Buchführung und den Zahlungsverkehr des Betriebs zu steuern. Ihr Mann ist zu sehr im Tagesgeschäft der Werkstatt gefangen. Das Problem dabei: Sabine Blatt hat zu wenig betriebswirtschaftliche Kenntnisse und Erfahrungen, um sinnvolle Kennzahlen oder geeignete Instrumente zur Steuerung von Werkstatt und Liquidität einzurichten. Eingebunden ins Tagesgeschäft Katja Rhotert: „Dem Betrieb ging und geht es wirtschaftlich gut. Was fehlte, war allerdings die Steuerung der Zahlungseinund Ausgänge sowie die Überwachung der Produktivität in der Werkstatt. Gemeinsam mit dem Inhaber und seiner Frau haben wir im Rahmen der Beratung neue Ideen für den Betrieb entwickelt und die Umsetzung unterstützt.“ Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Werkstattproduktivität einschließlich der verkauften und der Anwesenheits- Stunden kann inzwischen jederzeit schnell eingesehen werden. Die Liquidität, insbesondere zu den Zahlungsterminen der Kraftstofflieferungen, steuert Sabine Blatt jetzt mit Hilfe einer Excel-Datei. „Wir haben ein Excel-Sheet entworfen und erfassen darin Einnahmen und Ausgaben über den Monatsverlauf mit allen Fix- und variablen Kosten. Alle wichtigen Zahlungseingänge und Geldabflüsse sind darin für etwa sechs Wochen im Voraus geplant, auch die Löhne zum Monatsende tauchen darin auf “, erklärt Rhotert die Vorgehensweise. Einfaches Steuerungsinstrument Sabine Blatt kommt gut zurecht mit diesem Steuerungsinstrument, das ihr den nötigen Überblick verschafft: „Damit sehe ich mögliche Bedarfsspitzen auf dem Konto und kann entsprechend vorausplanen.“ Eine Herausforderung war beispielsweise der unregelmäßige Abfluss größerer Zahlungen, wenn wieder eine neue Tanklieferung anstand – da werden dann auf einen Schlag einige zehntausend Euro fällig. Die Werkstatt mit insgesamt 6 Arbeitsplätzen ist meist gut ausgelastet. Neben den Kfz-Reparaturen ist das Autohaus Blatt auch auf das Reparieren von Motorrädern spezialisiert. Erfolgreiches Team (v.l.): Joachim Blatt, seine Ehefrau Sabine Blatt und Katja Rhotert beim Ortstermin im Büro des Betriebs Wenn dann das Konto nicht gedeckt ist oder eine andere Zahlung unvorhergesehen dazukommt, gibt es ein Problem. Sabine Blatt hat sich mit Excel angefreundet und die Zahlen manuell eingegeben. „Nach sechs Wochen haben wir uns mit Frau Rhotert wieder zusammengesetzt und analysiert, was es gebracht hat.“ In einem weiteren Schritt hat die Unternehmensberaterin ein System etabliert, mit dem die verkauften Stunden in der Werkstatt sinnvoll analysiert werden. Joa- KURZFASSUNG Eine betriebswirtschaftliche Beratung durch eine auf Kfz-Betriebe spezialisierte Unternehmensberaterin hat dem Autohaus Blatt Durchblick bei den Finanzen verschafft. Maßnahmen wie diese sind in der Regel förderungswürdig www.autoservicepraxis.de

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BETRIEBSPRAXIS Der Chef und seine Mannschaft: Zu jedem Auftrag können jetzt alle erfassten Zeiten der Mechaniker den an Kunden fakturierten Zeiten gegenübergestellt werden. AM ANFANG STEHT DER PAPIERKRAM Katja Rhotert ist als selbständige Unternehmensberaterin mit den Schwerpunkten Kfz-Betriebe und Autohändler tätig. In dieser Funktion ist sie unter anderem auch für den Betriebsberatungsdienst des Verbandes des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg tätig. asp: Wie läuft Ihre Beratung normalerweise ab? K. Rhotert: Der Einstieg ist bei den meisten Kunden ähnlich. Zur Vorbereitung sehe ich mir gerne schon vor dem ersten Termin vor Ort die aktuellen Zahlen und Daten an – wenn möglich auch den letzten Jahresabschluss und betriebswirtschaftliche Auswertungen. Wir haben ein System aufgebaut, mit dem wir diese Zahlen zugeschnitten auf die Kfz-Branche analysieren. Daraus leiten wir schon erste Hinweise ab, wo es einen Verbesserungsbedarf im Unternehmen gibt. Nach dem Ersttermin erstellen wir meistens eine detaillierte Rentabilitätsvorschau, in der alle wichtigen Kennzahlen beleuchtet und bewertet werden. asp: Worauf schauen Sie besonders? K. Rhotert: Eine aussagekräftige Kennzahl, die wir immer berechnen, ist die Anzahl der verkauften Stunden pro Jahr bzw. der verkauften Stunden pro Tag. Diese werden in Beziehung zu den Anwesenheitsstunden der produktiv im Betrieb tätigen Mitarbeiter gesetzt. Hier arbeiten wir mit individuellen Stundenverrechnungssätzen. Daraus sehen wir schon ganz gut, wie sich die Entwicklung im Unternehmen darstellt und ob bzw. welches Ergebnispotenzial im Betrieb vorhanden ist. asp: Sie schauen sich also auch an, wer was im Unternehmen macht? K. Rhotert: Die Personalkostenentwicklung ist ein wesentlicher Punkt für die Unternehmenssteuerung. Daher erfassen wir alle Löhne und Gehälter und wir fragen auch genau nach, wer welche Tätigkeit ausübt und wie viele Personen produktiv in der Werkstatt tätig sind. Jeder Unternehmer benötigt einen Überblick der Kostensituation. Das muss man dann in Relation zum Potenzial des Betriebs setzen. Wie soll man sonst entscheiden, ob ein zusätzlicher Mitarbeiter in der Werkstatt benötigt wird. asp: Können die Unternehmen diese Daten überhaupt vorlegen? K. Rhotert: Viele Betriebe kennen ihre verkauften Arbeitsstunden nicht genau. Wir können das aber immer gemeinsam ermitteln, wenn wir in die vorhandenen Systeme schauen. Wir sehen dann sehr schnell, ob das Ergebnis plausibel ist und definieren, was eine sinnvolle Zielmarke im jeweiligen Betrieb wäre. asp: Was sind häufige Probleme in Werkstätten? K. Rhotert: Die meisten Werkstattinhaber und Mitarbeiter sind so in ihre täglichen Arbeitsabläufen verstrickt, dass die Zeit fehlt, sich um die Analyse der Zahlen zu kümmern. Oft macht das dann ein Familienmitglied nebenbei. Häufig mangelt es an der Kommunikation untereinander oder auch an der Kommunikation gegenüber Banken und Geschäftspartnern. Familienbetriebe haben darüber hinaus oft eine ganz eigene Dynamik. Das stellt für mich als Beraterin manchmal eine Herausforderung dar, wenn ich auf eingeschweißte Strukturen treffe. Da ich selbst in einem Familienbetrieb groß geworden bin, kenne ich diese Dynamik jedoch gut. Es macht Spaß diese Betriebe mit meinem Know-how dabei zu unterstützen, Schwachstellen zu erkennen, über entsprechende Maßnahmen zu entscheiden und in der Folge die Ertragssituation zu verbessern. AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 Nachfüllöl nicht vergessen: Präsentation für Schmierstoffe im Verkaufsraum chim Blatt: „Wir haben getüftelt, wie man aus unserem Werkstattsystem die verkauften Stunden holen und wochenweise betrachten kann. Das konnte die Software natürlich, aber man muss sich damit beschäftigen.“ Zu jedem Auftrag können jetzt alle erfassten Zeiten der Mechaniker den an Kunden fakturierten Zeiten gegenübergestellt werden. Das wiederum ist die Basis für die Ermittlung der Produktivität je Mitarbeiter bzw. für die gesamte Werkstatt. „In der Werkstattsoftware gibt es in der Regel auch die Möglichkeit, eingebaute Teile automatisch auf den Auftrag zu Bei den regelmäßigen Besprechungen kommen die Kunden in die betriebswirtschaftliche Materie rein. buchen, das aber wird oft nicht genutzt“, weiß Rhotert aus Erfahrung. Das hat zur Folge, dass Positionen auf der Rechnung ganz vergessen werden oder die falsche Teilenummer aufgeschrieben wird. Betriebe haben Lernerfolg Zurückschauend war es beim Autohaus Blatt wie so oft in ihren Beratungen: „Am Anfang muss man viel Papier und viele Zahlen sichten, aber bei den regelmäßigen Besprechungen kommen die Kunden in die betriebswirtschaftliche Materie rein und lernen das gemeinsam mit mir“, sagt Rhotert. „Nach der Beratung sind die Betriebe dann auch in der Lage, mit den Analyse-Werkzeugen umzugehen und mit den Zahlen selbständig zu arbeiten. Das ist dann auch für mich ein Erfolgserlebnis.“ Dietmar Winkler ■ www.autoservicepraxis.de

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© chombosan/Shutterstock STUDIE 2017 Megatrend Digitalisierung im Automotive Aftersales Gewohnte Prozesse im Service werden aufgebrochen, der individuelle Kundenwunsch steht im Mittelpunkt – so sieht der Service von morgen aus. Auch künftig bleibt der Handel für Automobilhersteller wichtig, aber der Handel muss sich in die digitale Wertschöpfungskette integrieren. Wie das geht, zeigt die neue Studie von AUTOHAUS und dem Anbieter von Business- und ITConsulting NTT DATA. Jetzt bestellen! Studie » Megatrend Digitalisierung im Automotive Aftersales – Wie neue Kundenanforderungen den Service der Zukunft beeinflussen « Fax 089/20 30 43-2100 oder im Online-Shop www.springer-automotive-shop.de/aftersales Ja, bitte senden Sie mir ___ Exemplare der Studie 2017 » Megatrend Digitalisierung im Automotive Aftersales « zum Preis von je € 39,– zzgl. MwSt. und Versand. Bestell-Nr.: 225018 Firma Straße PLZ, Ort Ansprechpartner Telefon E-Mail Datum, Unterschrift Preisänderungen n vorbehalten. Bestellungen auf noch nicht erschienene Titel werden ohne Auftragsbestätigung vorgemerkt. Springer Fachmedien München GmbH Aschauer Straße 30, 81549 München Telefon: 089/20 30 43-1900, Fax: 089/20 30 43-2100 www.autohaus.de AUTOHAUS ist eine Marke von

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PERFEKT AUFEINANDER ABGESTIMMT. Da greift eins ins andere: die Schlüsselsysteme des Motors von INA. Ein Team ist nur so gut wie jedes einzelne Mitglied. Das gilt auch für den Motor und die Schlüsselsysteme Steuertrieb, Nebentrieb, Ventiltrieb und Kühlsystem. Als Motor-Spezialist hält INA für alle Bereiche intelligent zusammengestellte Reparaturlösungen in Erstausrüsterqualität parat. Die perfekt aufeinander abgestimmten Komponenten ermöglichen es Ihnen, auch komplexe Reparaturen effizient und nachhaltig durchzuführen. Weitere Informationen: www.repxpert.de Schaeffler REPXPERT Service Center: 00800 1 753-3333* *kostenfreie Rufnummer, Mo. – Fr. von 8.00 – 17.00 Uhr

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zum ASP Inhalt

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SPEZIAL Winter 2017/2018 autoservicepraxis.de | autohaus.de Räder Reifen 12 Winterreifen-Neuheiten Ganzjahresreifen für SUV liegen im Trend 24 Eröffnung P Zero World Pirelli will Premium-Kunden in neuem Shop bedienen 38 Reifen-Montagemittel Pasten, Cremes & Wachse für die einfache Montage EMPOWERING THE ENTIRE BUSINESS www.thetire-cologne.de DIE LEITMESSE DER REIFENINDUSTRIE NEUES PROFIL FÜR DEN HANDEL Köln, 29.05.–01.06.2018 JETZT KÖLN Ihr direkter Kontakt: Koelnmesse GmbH | s.horst@koelnmesse.de | Telefon +49 221 821 2213 | m.woort@koelnmesse.de | Telefon +49 221 821 2499

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DER WINTER HAT SEINE MEISTER. PIRELLI IST OFFIZIELLER HAUPTSPONSOR DER FIS ALPINEN SKI WELTMEISTERSCHAFTEN ÅRE 2019 UND OFFIZIELLER SPONSOR DER 2018 IIHF EISHOCKEY-WELTMEISTER SCHAFT DÄNEMARK. PIRELLI REIFEN – ENTWICKELT FÜR MEHR SICHERHEIT – MONTIERT VOM PROFI. UND SIE SPAREN BIS ZU 40 € SERVICEKOSTEN. GEWINNEN SIE EINES VON 20 BIATHLON-WOCHENENDEN FÜR ZWEI PERSONEN BEIM BMW IBU WORLD CUP BIATHLON IN ANTHOLZ VOM 20. BIS ZUM 21.01.2018. Nach dem Reifenkauf online für diese Promotion registrieren und mit etwas Glück gewinnen. Beim Kauf von vier PIRELLI Winter- oder Ganz jahres reifen sowie Komplett rädern in 16 Zoll oder größer erhalten Sie von Pirelli bis zu 40 € der Rad-/Reifen-Service kosten erstattet. Diese Aktion gilt beim Kauf im Aktions zeitraum vom 15.09. bis zum 30.11.2017. Die ausführliche Aktions beschreibung und die Teilnahme bedingungen finden Sie unter pirelli.de/promotion.

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INHALT | LEITARTIKEL INHALT 04 Nachrichten Aktuelles aus der Branche 08 Nachrichten Konzeptreifen der IAA 10 Nachrichten Neue Leitmesse: The Tire Cologne 12 Handel Winterreifen-Neuheiten 16 Handel Maßgeschneiderte Reifen 18 Handel Alcar setzt auf neue Beschichtung 20 Handel Reifenmontage bei Reifen Gundlach 22 Handel Reifen Krieg liefert in 24 Stunden 24 Handel Pirelli eröffnet neuen Reifen-Shop 26 Handel Michael Saitow im Interview 28 Handel Reifen für E-Autos 32 Service RDKS-Sensor-Abdeckung 36 Service Reifenwechsel mit Bremsencheck 38 Service Reifen-Montagepasten im Überblick 42 Produkte Neuheiten im Reifenservice 46 Produkte Reifen, Felgen & Co. IMPRESSUM Spezial Räder&Reifen, Winter 2017/2018 erscheint als Beilage der Fachzeitschriften asp AUTO SERVICE PRAXIS 10/2017 und AUTOHAUS 20/2017 Auflage: 45.000 Chefredakteur: Ralph M. Meunzel verantw. Redakteur: Alexander Junk Autoren: Valeska Gehrke, Marcel Schoch, Dietmar Winkler, Dieter Väthröder Anzeigen: Michael Harms (Leitung), Sanja Klöppel, Birgit Zipfel Herstellung: Maren Krapp (Leitung), Diane Laudien Druck: L.N. Schaffrath GmbH & Co. KG Druck-Medien, 47608 Geldern Verlag: Springer Fachmedien München GmbH, Aschauer Straße 30, 81549 München Internet: autoservicepraxis.de | autohaus.de Einkaufs-Erlebnis Durch Preisvergleiche im Internet ist das Reifengeschäft inzwischen zu einem Verdrängungsgeschäft geworden. Ein Online-Reifenhändler hat mir letztens erzählt, dass Reifen von seinen Mitbewerbern teilweise sogar unter dem Einkaufspreis verhökert werden. Dabei handelt es sich keinesfalls um irgendwelche No-Name-Produkte aus Fernost, sondern um hochwertige Markenreifen. Neben den Dumpingpreisen macht den Reifenhändlern auch die momentane Entwicklung zu schaffen: Immer weniger Autofahrer wollen in Sommerund Winterreifen investieren, sondern fahren lieber mit Ganzjahresreifen herum. Durch diesen Trend kommen die Kunden seltener in die Werkstatt und den Betrieben entgeht wichtiges Zusatzgeschäft. Wie kann man hier gegensteuern? Eine sehr interessante Idee zur Vermarktung von Reifen im Aftermarket bietet Reifenhersteller Pirelli (siehe Artikel S. 24). Im jüngst eröffneten Shop „P Zero World“ soll der Reifeneinkauf zu einem Erlebnis werden, in dem Kunden nicht nur ein tolles Ambiente genießen, sondern auch durch gläserne Wände beim Reifenwechsel ihres Autos live dabei sein können. Das Angebot richtet sich zugegebenermaßen an gut betuchte Premium-Kunden, jedoch ist das Konzept nicht schlecht. Das Ziel muss es immer sein, den Kunden weg vom Rechner in den Laden zu locken. Wer nur im Internet präsent ist, wird vergleichbar und ist damit letztlich nur einer unter vielen. Alexander Junk, Redakteur asp AUTO SERVICE PRAXIS autoservicepraxis.de | autohaus.de RÄDER & REIFEN 02/2017 3

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NACHRICHTEN KURZMELDUNGEN Michael Saitow, Gründer und CEO der Saitow AG, hat den diesjährigen Sales Leader Award gewonnen, der am 14. September in New York verliehen wurde (siehe Interview S. 26). Saitow wurde für seine Vertriebsleistung in den letzten 15 Jahren bei der Entwicklung der Saitow AG von einem Start-up zu einem europaweit agierenden E-Commerce-Unternehmen mit 300 Mitarbeitern geehrt. Der Sales Leader Award wird jedes Jahr an Unternehmer für herausragende unternehmerische Leistungen und Ergebnisse im Vertrieb vergeben. Continental hat ein freiwilliges Austauschprogramm für 4.260 PremiumContact-6-Reifen in der Größe 245/45 R18 Y XL angekündigt. Aufgrund einer nicht spezifikationsgerechten Materialkombination können sich diese Reifen im Profilbereich verformen. Dies kann zu einem Kontakt zwischen Reifen und Fahrzeug sowie zu Einschränkungen in Fahrverhalten und Hochgeschwindigkeitseigenschaften führen. Die betroffenen Reifen wurden ausschließlich an Kunden innerhalb des europäischen, türkischen und russischen Ersatzgeschäftes verkauft. Der Reifenhersteller Nexen Tire bietet ab sofort allen Partnern und Händlern ein neues Dialog- und Kommunikationstool über die neu gelaunchte Partnerplattform www.nexentire-b2b.de an. Hier finden die Kunden des koreanischen Unternehmens alle interessanten Informationen rund um die aktuellen Reifenprofile mit Downloadmöglichkeiten für Verkaufs- und Marketing-Aktivitäten. Die Pneumobil Reifen und Kfz-Technik GmbH in Breuberg hat das operative Geschäft der Reifen Schäfer e. K. in Köln übernommen. Reifen Schäfer agiert seit über 50 Jahren als Reifenfachbetrieb im Markt und betreibt neben dem Reifenhandel auch eine Kfz-Meisterwerkstatt. Mit der Übernahme des neuen Standortes will Pneumobil die Markenpräsenz in Nordrhein-Westfalen erhöhen. Der Reifengroßhändler Reifen Krieg GmbH in Neuhof bei Fulda kann Reklamationen im Schadenfall nun auch mit dem Messengerdienst WhatsApp entgegennehmen. Unter der Nummer 0160-8072756 können schnell und unkompliziert Schadensbilder vom Händler direkt an die Reklamationsabteilung gesendet werden. Dadurch soll der Abwicklungsprozess vereinfacht werden. Zur Zuordnung des Falles sollte zum Bild immer eine Kunden-, Bestell-, Rechnungs- oder Lieferscheinnummer mitgeschickt werden. RÄDER & REIFEN 02/2017 MOBILITÄT Reifen als Datenlieferant Reifenhersteller Goodyear hat im Rahmen seines Handelskongresses die Zukunft der städtischen Mobilität diskutiert. Der Bedarf an intelligenten Mobilitätslösungen und Services wird in den Städten von morgen steigen. Dabei soll der Reifen eine wichtige Rolle spielen: „Der Reifen von morgen ist ein wichtiger Knotenpunkt in diesem Netzwerk“, weiß David Anckaert, General Director Entwicklung bei Goodyear in Deutschland. Er soll Informationen zur Fahrbahnbeschaffenheit und den Witterungsbedingungen liefern. Alle Pkw würden von diesen Daten profitieren, da sie Informationen teilen und untereinander kommunizieren können. aj ■ Foto: Goodyear Dunlop ONLINE-HANDEL Verkaufschancen nutzen Foto: Delticom Autoreifenonline.de, der B2B­Onlineshop vom Online­Reifenhändler Delticom, offeriert Reifenhändlern und Kfz­Betrieben zum Wintergeschäft zahlreiche Serviceleistungen. „Unser Ziel ist, unseren Händlerkunden die besten Chancen auf eine erfolgreiche Wintersaison und auf Neukundengewinnung zu bieten“, sagt An dreas Faulstich, Leiter B2B bei Autoreifenonline.de. So deckt der Reifenhändler laut eigener Aussage mit seinem Angebot an Reifenmarken und ­modellen das gesamte Spektrum des Marktes ab. Durch eigene Lager ist dabei eine hohe Verfügbarkeit garantiert. Es gibt zudem keine Mindestbestellmengen oder Bestellkosten. Mit der eigenen App und responsiver Website ist der Webshop mit mobilen Endgeräten zudem optimal darstellbar. Ergänzend bieten Delticoms B2B Services weiteres Potenzial zur Neukundengewinnung und für Zusatzgeschäft, etwa als mobiler Reifen­ und Autoservice­Partner („MobileMech“), der Reifen vor Ort beim Kunden wechseln kann. aj ■ autoservicepraxis.de | autohaus.de

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NACHRICHTEN INDIVIDUALISIERUNG Rad-Design personalisieren Beim Design von Leichtmetallrädern bekommt Individualität einen immer höheren Stellenwert. Felgen­Profi Borbet möchte diesen Kundenwunsch zukünftig erfüllen und forscht deshalb an verschiedenen Verfahren, um die Leichtmetallräder mit individuellen Motiven verzieren zu können. Laut Borbet sind der Tampon­Druck und die Laser­Technologie bereits serienreif, der Digitaldruck befindet sich noch in der Erprobungsphase. Alle drei Verfahren sollen langlebige und farbechte Motive auf das Leichtmetallrad zaubern können. In puncto Farbvariation kann vor allem das Digitaldruck­System glänzen, denn auch aufwändige Farbverläufe sind für dieses kein Problem. Der Tampon­Druck überzeugt wiederum durch schnelle Umsetzbarkeit. Mit dem Laser­Verfahren lassen sich Schriftzüge, Ornamente und filigranste Muster visualisieren. Wann die Individualisierung genutzt werden kann, hat Borbet jedoch noch nicht verraten. aj ■ Foto: Borbet RDKS-WEITERBILDUNG Schulung mit Dekra-Zertifikat Foto: Schrader RDKS­Experte Schrader bietet RDKS­ Kurse nun mit offizieller Zertifizierung durch die Dekra Schulungsakademie an. „Seit August 2017 sind wir der einzige RDKS­Sensorhersteller mit einem zertifizierten Schulungsangebot“, erläutert Wolfgang Fuetsch, Leiter des technischen Supports bei Schrader. Die RDKS­Experten­Schulungen kosten 149 Euro pro Person und werden im hauseigenen Schulungszentrum im bayerischen Altomünster abgehalten. Größere Unternehmen können die Schulungen aber auch im eigenen Haus abhalten lassen, die Mindestteilnehmerzahl liegt hier bei vier Personen. Die Inhalte orientieren sich dabei an aktuellen Brennpunktthemen der RDKS­Branche und der Werkstattpraxis. aj ■ GRUNDSTEINLEGUNG Reifenfabrik in den USA Der finnische Reifenhersteller Nokian Tyres hat den Grundstein für seine dritte Reifenfabrik gelegt. Die neue Produktionsstätte befindet sich in Dayton (Rhea County), Tennessee, in den USA. Hier sollen jährlich vier Millionen Reifen für den nordamerikanischen Markt produziert werden. Zusätzlich wird der Standort ein Vertriebszentrum mit einer Lagerkapazität von 600.000 Reifen beherbergen. Der Baubeginn ist für Anfang 2018 geplant, die ersten Reifen sollen zwei Jahre später vom Band laufen. aj ■ RÄDER & REIFEN 02/2017 Foto: sdfsdfsdfsdfsdf Foto: Nokian autoservicepraxis.de | autohaus.de

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SPEED-GRIP 3 NEU! Nimmt den Winter sportlich. Der neue Semperit SPEED-GRIP 3. • Kurze Bremswege auf schnee bedeckten Oberflächen • Hohe Sicherheit bei Kurvenfahrten auf Schnee • Kurze Bremswege auf vereistem Untergrund Winterreifen von Semperit bringen Ihre Kunden souverän ans Ziel und sicher wieder zurück. Seit 111 Jahren. Informieren Sie sich jetzt unter: www.semperit-reifen.de Semperit. Eine Marke von Continental.

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NACHRICHTEN Hankook stellte an seinem Stand mehrere Konzeptreifen vor. Fotos: Hankook, Continental, Alexander Junk, Dietmar Winkler IAA-KONZEPTREIFEN Reifen mit Zusatzfunktionen Auf der diesjährigen IAA haben die Reifenhersteller wieder zahlreiche Konzeptreifen vorgestellt, die nicht nur futuristisch aussehen, sondern auch zeigen, wie die Mobilität der Zukunft aussehen könnte. er Trend zeigt eindeutig, dass immer mehr Menschen in urbanen Ballungszentren leben. Damit es in Zukunft deshalb nicht zum Verkehrskollaps kommt, wird sich auch die Mobilität ändern müssen: Elektroautos, autonom fahrende Autos und Carsharing werden in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Dadurch wird sich die Form der Autos und auch der Reifen ändern. Auf der IAA gab es einige Konzeptreifen zu sehen, die zukünftig auf unseren Straßen rollen könnten. Unterschiedliche Konzepte Michelin hat das „Visionary Concept“ präsentiert. Der Reifen von morgen soll umweltschonend, pannensicher und verschleißresistent sein. Der futuristisch aussehende blaue Pneu ist auch biologisch abbaubar. Er soll zudem vernetzt sein und RÄDER & REIFEN 02/2017 seine Lauffläche kann jederzeit per 3­D­Printverfahren erneuert werden. Zudem lässt sich das Profil ohne Reifenwechsel je nach Witterungs­ und Straßenver­ Der Konzeptreifen von Continental erkennt seinen Zustand und kann sich anpassen. hältnissen per Tastendruck als Sommer­, Winter­ oder Offroadreifen auslegen. Hankook stellte mehrere Konzeptreifen vor, die spezielle Fähigkeiten haben. So ermöglicht der „Flexup“ durch die geteilten Laufflächen, die sich erweitern oder zusammenziehen können, das Überfahren von Treppen und Temposchwellen. Hervorragende Kurveneigenschaften durch die Skating­Technik bietet hingegen der „Shiftrac“, der in Spezialfahrzeugen wie beispielsweise Polizeiautos zum Einsatz kommen soll. Ein besonders interessanter Konzeptreifen ist der „Autobine“, der sich in Abhängigkeit von der Anzahl der Passagiere automatisch an Autos anbringen oder lösen kann. Dafür hat er eine eigene Stromversorgung. Das Konzept soll bei autonom fahrenden Bussen im öffentlichen Nahverkehr zum Einsatz kommen. Zu guter Letzt ist der „Ball Pin Tyre“ ein autoservicepraxis.de | autohaus.de

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Reifen, der sich in einem Kreis von 360 Grad drehen und damit auch Kurven im rechten Winkel nehmen kann. Continental zeigte, wie ein Reifen seinen Zustand zukünftig selbst überwachen und seine Leistung individuell an aktuelle Fahrbedingungen anpassen kann. So basiert „ContiSense“ auf der Entwicklung leitfähiger Gummimischungen, die den Austausch elektrischer Signale zwischen einem Sensor im Reifen und einem Empfänger im Auto ermöglichen. „Conti­ Adapt“ kombiniert im Rad integrierte Mikro­Kompressoren zur Änderung des Reifenfülldrucks mit einer in der Breite einstellbaren Felge. Pfiffig ist auch das „New Wheel Concept“ von Continental, das eine neue Aufteilung zwischen Rad und Achse zeigt. Dadurch lässt sich die Bremse speziell für Elektrofahrzeuge optimieren. Die Konstruktion ermöglicht den Einsatz einer Aluminiumbremsscheibe und löst das Problem der schlechten Bremsleistung von korrodierten Bremsscheiben. Zudem wird das Gewicht von Rad und Bremse gesenkt. Auch die Servicekosten lassen sich reduzieren. Alexander Junk ■ Der „Autobine“ von Hankook soll sich selbständig vom Fahrzeug lösen und anhängen können. ZENITH ������������� |������������� 5 ABE Das „New Wheel Concept“ von Continental eignet sich für den Einsatz in Elektroautos. autoservicepraxis.de | autohaus.de Der blaue Konzeptreifen „Visionary Concept“ von Michelin soll biologisch abbaubar sein. ��������������������� �������������������������� ����������������������� ��������������������� ����������������������������

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NACHRICHTEN THE TIRE COLOGNE Das Rad dreht sich in Köln Ein halbes Jahr vor der Premiere in Köln positioniert sich die neue Messe „The Tire Cologne“ als künftige Leitmesse der Reifenbranche. Mit einem neuen Konzept will man noch mehr internationale Aussteller anlocken. Foto: Koelnmesse ie Messelandschaft der Reifenbranche steht vor einer Premiere: Vom 29. Mai bis 1. Juni 2018 soll die neue Messe „The Tire Cologne“ beweisen, dass sie das Zeug hat, als neue Leitmesse der Reifenbranche zu bestehen. Damit geht ein Zeitalter zu Ende, denn seit 1960 spielte die Musik der Reifenbranche auf der „Reifen“ in Essen. Das ist Vergangenheit. Künftig soll die Reifen als „Colocated Show“ im Rahmen der Automechanika in KURZFASSUNG „The Tire Cologne“ will am neuen Messestandort die Rolle als künftige Leitmesse einnehmen. Schon jetzt können die Veranstalter auf einen beachtlichen Zuspruch namhafter Unternehmen verweisen – und auf ein neues Messekonzept. RÄDER & REIFEN 02/2017 Frankfurt Zuschauer anlocken. Erstmals im September 2018 soll diese Idee zünden – mit einem Messekonzept, das sich laut Veranstalter stärker als bisher an internationale Aussteller richten soll und auf interaktive Aktionen statt auf statisches Standkonzept setzt. Der Stand der Anmeldungen für die derzeit im Bau befindliche neue Messehalle 12 soll erst in einigen Wochen kommuniziert werden. Man sei „mitten in der Akquise“, heißt es in Frankfurt. Zwei konkurrierende Messen Damit gibt es im kommenden Jahr zwei konkurrierende Messen, die sich um die gleichen Aussteller bemühen. Die Kölner Veranstalter machen derweil klar, dass sie die The Tire Cologne als künftige Leitmesse sehen, wissen sie doch den Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Hand- werk (BRV) als ideellen Träger hinter sich. Im Gegensatz zur Reifen kann man in Köln jetzt schon damit trommeln, 19 der Top-20-Unternehmen der Reifenbranche als Aussteller gewonnen zu haben. Durchgeführt wird die The Tire Cologne 2018 in den Nordhallen der Koelnmesse. In den Hallen 6 und 7 präsentieren sich die Reifenhersteller, der Reifengroßhandel und die Felgenhersteller. Die Themen Kfz-Services und Werkstattbedarf werden in der Halle 8 konzentriert. Die Halle 9 bildet die Segmente Reifenrunderneuerung sowie Altreifenverwertung und -entsorgung ab. Zusätzlich erwartet die Besucher laut Veranstalter ein umfangreiches Eventprogramm mit Konferenzen und Vorträgen, Shows und Abendveranstaltungen. Die Messe in Köln soll thematisch erweitert werden: So wird erstmals die „Glo- autoservicepraxis.de | autohaus.de

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bal Retreading Conference“ in Zusammenarbeit mit dem europäischen Runderneuererverband BIPAVER realisiert. Experten werden aktuelle Entwicklungen vorstellen, neueste Marktdaten aufzeigen, Best Practice-Beispiele vorstellen und über Potentiale und Zukunft in der Runderneuerung diskutieren. Dietmar Winkler ■ „DIE KÜNFTIGE LEITMESSE“ Interview mit Yorick M. Lowin, Geschäftsführer Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV) asp: Wie entwickelt sich die Ausstellerzahl am neuen Messestandort? Y. M. Lowin: Wir sind mehr als zufrieden mit den Anmeldungen. Wir haben mittlerweile 19 der 20 umsatzstärksten Unternehmen aus der Branche gewonnen. Aber nicht nur bei den großen Reifenherstellern findet die Messe Zuspruch, sondern auch bei allen anderen Ausstellergruppen wie Reifenfach- und Großhandel, Werkstattausrüster, Fuhrparkmanagement, Runderneuerung und Recycling. Bereits jetzt sind 80 Prozent der Fläche definitiv vermietet. asp: Welche Bedeutung hat die neue Messe aus Sicht des BRV? Y. M. Lowin: The Tire Cologne ist künftig die Leitmesse für die gesamte Reifenbranche. Die Anzahl der Anmeldungen und der große Zuspruch zeigen: In der Branche hat man verstanden, dass sich die Branche in Köln trifft. asp: Wie international wird die Messe? Y. M. Lowin: Auch die „Reifen“ war als Messe schon immer international ausgerichtet. Den internationalen Charakter wollen wir künftig bei der The Tire Cologne aber noch deutlich verstärken. Als größte Messe in der Reifenbranche ist das auch angemessen und kommt den vielen internationalen Ausstellern und Messebesuchern entgegen. So werden zahlreiche Veranstaltungen im Rahmenprogramm künftig zweisprachig durchgeführt, also mit Simultanübersetzung ins Englische oder von vorne herein auf Englisch. asp: Unterscheidet sich das Konzept der The Tire Cologne von der bisherigen Reifen-Messe? Y. M. Lowin: Wir wollen neue Akzente setzen und die Messe thematisch erweitern. Außerdem konnten wir das Informationsangebot mit Konferenzen und Themenflächen im Gelände ergänzen. Hierzu gehört beispielsweise ein zielgruppenspezifisches Angebot im Werkstatt- und Kfz-Service-Bereich, das exakt den Bedürfnissen des Marktes entspricht und die zukünftige Ausrichtung im Reifenfachhandel unterstreicht. Das heißt, neben dem bisher gezeigten Angebot an Ausstattung für den „Reifenwechsel“ werden nun auch weitere Servicethemen rund um das Fahrzeug relevant. Dieses Segment wird gebündelt in Halle 8 der Messe vorgestellt. Auch dem wichtigen Thema Recycling wird mehr Platz eingeräumt – die Halle 9 steht gänzlich im Zeichen der Retreading- und Recycling-Branche, mit einem integrierten „Recycling Forum“ und einem begleitenden Vortragsprogramm. Erstmals wird zudem die „Global Retreading Conference“ in Zusammenarbeit mit dem europäischen Runderneuererverband BIPAVER realisiert. Ein stärkeres Gewicht erhält auch das Thema Full-Service-Reifendienstleistungskonzepte mit einer eigenen Area für Flottenmanager, weil das einer der umsatzstärksten Bereiche für die Reifenbranche ist. autoservicepraxis.de | autohaus.de Sei eins mit Deinen Reifen. Und die Straße wird eins mit Dir. EINS MIT HANKOOK www.hankookreifen.de Hankook Reifen Deutschland GmbH Siemensstraße 14 63263 Neu-Isenburg, Deutschland Tel.: +49 6102 4318-000

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HANDEL WINTERREIFEN-NEUHEITEN 2017/18 Wer sparen will, muss wechseln Die milden Winter der letzten Jahre zeigen Wirkung: Ganzjahresreifen liegen voll im Trend und erobern jetzt auch den SUV-Markt. Der BRV hat gegengerechnet und festgestellt, dass Sparen damit nicht möglich ist. Bilderbuch-Winter waren in den letzten Jahren eine Seltenheit. rübe Aussichten: Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) geht in seiner aktuellen Einschätzung des Gesamtmarktes im Reifenersatzgeschäft für 2017 von einer Stagnation bei den Sommerreifen bei knapp 22 Millionen Stück aus. Die Prognose für den Winter ist sogar leicht rückläufig (minus 1,1 Prozent). Ein dickes Plus gibt es dagegen bei den in der Statistik aufgeführten„Off-Road“-Reifen, womit jedoch mehrheitlich SUV-Reifen gemeint sind. Hier rechnet der Verband für den Sommer mit 13 Prozent, für den Winter mit einem Plus von 10 Prozent an mehr verkauften Reifen. Beim derzeitigen Boom für Ganzjahresreifen, der mittlerweile auch die SUV-Fraktion erfasst hat, ist es vermutlich nur noch eine Frage der Zeit, bis sie in der Statistik als eigene Sparte auftauchen. Bis- lang laufen sie nach wie vor unter der Rubrik Pkw-Sommerreifen und sind entsprechend schwer in Zahlen zu fassen. Allerdings hört man aus der Branche Werte um die 13 Prozent Marktanteil. Tendenz steigend, auch weil die Automobilhersteller mittlerweile die Ganzjahresbereifung als Option ab Werk anbieten. Milchmädchenrechnung Grund genug für eine Stellungnahme des BRV, der ganz klar die schwachen Winter der letzten Jahre und Convenience-Gründe, also Zeitersparnis und Bequemlichkeit, als Hauptargumente für das wachsende Interesse an den „Alleskönnern“ ausmacht. Das Sparargument entkräftet Fotos: Continental, Cooper Tire, Pirelli der Verband hingegen. Unter Berücksichtigung von höheren Anschaffungskosten und häufig deutlich geringerer Laufleistung gegenüber dem kombinierten Einsatz von Sommer- und Winterreifen werden die Einsparungen für Montage, Radsatz und Einlagerung nahezu kompensiert. Demgegenüber folgt der BRV einer Bewertung des Deutschen Verkehrssicherheitsrates DVR, wonach die meisten Unfälle immer noch auf trockenen Straßen geschehen und hier Sommerreifen dem Ganzjahresreifen deutlich überlegen sind. Außerdem befürchtet der BRV, dass ohne saisonbedingte Umrüstung auch die dabei durchgeführte Überprüfung der Reifen entfällt und dadurch die Sicherheit leidet. Der Verband bleibt deshalb bei seiner Empfehlung für eine saisonale Bereifung und sieht Ganzjahresreifen eher auf Zweit- und Drittfahrzeugen mit geringer Motorleistung und niedriger Laufleistung im Klein- und Kompaktwagensegment. Auch Verteilerfahrzeuge, die in Ballungsgebieten und Großstädten beheimatet sind, zählen zur Zielgruppe. Nur die Flocke zählt Rechtlich ist man mit den Allwetterreifen aus neuester Produktion zumindest auf der sicheren Seite, tragen doch alle das Schneeflockensymbol, das mit der Neufassung der situativen Winterreifenpflicht für alle ab dem 1. Januar 2018 produzierten Reifen verbindlich ist, um im Sinne der Verordnung als Winterreifen zu gelten. Für davor produzierte Reifen gilt eine Übergangsfrist bis zum 30. September 2024. Neu ist laut der Continental setzt nun auch auf Ganzjahresreifen. RÄDER & REIFEN 02/2017 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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Verordnung auch die Verantwortung des Fahrzeughalters für die ordnungsgemäße Bereifung, zusätzlich zum Fahrzeugführer. Außerdem müssen zukünftig auf Nutzfahrzeugen der Klassen M2 und M3 (Personenbeförderung mit mehr als acht Sitzplätzen) sowie N2 und N3 (zulässiges Gesamtgewicht größer 3,5 Tonnen) sowohl Antriebs- als auch Lenkachsen mit Winterreifen bestückt sein. Diese Regelung gilt spätestens ab dem 1. Juli 2020, eventuell jedoch schon früher, wenn das Verkehrsministerium den Bericht über eine Felduntersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen, welcher die Eignung der Änderung bestätigt, dem Bundesrat vorlegt. Eine weitere Änderung betrifft die Bußgelder: Sie betragen für den Fahrzeugführer bei nicht geeigneter Bereifung 60 Euro. Für den Halter, der die Fahrt zulässt oder anordnet, 75 Euro. Letzte Bastion gefallen Sie haben sich lange gesträubt und die strikte Trennung zwischen Sommer- und Winterbereifung propagiert, doch jetzt ist auch die letzte Bastion der saisonal angepassten Bereifung gefallen: Continental konnte den wachsenden Markt der Ganzjahresreifen nicht mehr außer Acht lassen und bringt mit dem AllSeasonContact den ersten Allwetterreifen mit springendem Hannoveraner und Schneeflocke auf der Flanke. Das Einsatzgebiet sieht man im urbanen Verkehr und bei gemäßigten Witterungsbedingungen und betont die weiter bestehende Empfehlung für Sommer- und Winterreifen für maximale Sicherheit. Dies gilt besonders für leistungsstarke Autos, weswegen Continental autoservicepraxis.de | autohaus.de gleich einen „richtigen“ Winterreifen für Sportwagen und hoch motorisierte Fahrzeuge hinterherschießt. Der WinterContact TS 860 S in Größen von 18 bis 21 Zoll soll sogar als maßgeschneiderte Version für verschiedene Fahrzeughersteller angeboten werden, Handling und Bremswege stehen im Fokus. Bridgestone hat den Blizzak LM001 weiterentwickelt, der Neue heißt demzufolge LM001-Evo und ist in 15 bis 17 Zoll für die Kompakt- und Mittelklasse geeignet. Marktneuling Giti Tire, der im Sommer mit drei Modellen in den deutschen Markt einstieg, bringt mit dem GitiWinter W1 den ersten Winterreifen aus dem Entwicklungszentrum in Hannover. Mit 20 Dimensionen von 15 bis 18 Zoll, auch in XL, eignet sich der Reifen für Kompaktwagen, Limousinen und Kompakt-SUV. Pirelli zeigt gleich zwei neue Allwetter-Versionen, den Cinturato All Season Plus für Kompakt- und Mittelklasse sowie den UHP-Ganzjahresreifen Scorpion Zero Der Cooper Discoverer Winter eignet sich für mittlere bis große SUV. All Season für leistungsstarke SUV, der bereits zwölf Erstausrüstungsfreigaben hat. Michelin baut die Palette des erfolgreichen CrossClimate aus und bringt neben dem CrossClimate+ mit verbesserter Performance auch eine SUV-Version des Ganzjahresreifens als Reaktion auf das stark wachsende SUV-Segment. Dieter Väthröder ■ Pirelli hat gleich zwei Allwetterreifen vorgestellt. Reifen kann jeder – der Mensch macht‘s. Service.Vertrauen.Leidenschaft. Persönliche Ansprechpartner Mo.–Fr.: 7.30–18.30 Uhr Sa.: 8.00–12.00 Uhr Umfangreiches Sortiment 1 Mio. Reifen und Felgen auf Lager Zuverlässige Logistik Bis zu 2 x täglich Anlieferung mit eigener Flotte � Onlineshop XXL www.reifengundlach.de/shop Reifen Gundlach GmbH Talstraße 1–3, 56316 Raubach Tel.: 02684 9450-100 E-Mail: info@reifengundlach.de www.reifengundlach.de

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HANDEL WINTER-/GANZJAHRESREIFEN NEUHEITEN WINTER 2017/18 * Breite (mm) Hersteller Produkt Querschnitt Durchmesser (Zoll) Speedindex Laufrichtung Asymmetrie Labelwerte (Bestwerte) Auslegung BF Goodrich g-Grip All Season 2 65 - 45 165 - 225 15 - 17 T - V x - B/B/1 Pkw-Ganzjahresreifen Bridgestone Blizzak LM001-Evo 65 - 45 195 - 225 15 - 17 T - V x B/C/- Pkw-Winterreifen Continental WinterContact TS 860 S 60 - 30 225 - 315 18 - 21 - W - x C/B/2 UHP-Winterreifen für Sportwagen und starke Motorisierung AllSeasonContact 70 - 40 165 - 245 14 - 18 - V x - B/B/2 Pkw-Ganzjahresreifen Cooper Tire Discoverer Winter 70 - 35 215 - 295 16 - 21 H - V x - k. A. Winterreifen für mittlere bis große SUV Falken Eurowinter HS 01 Fulda Kristall lControl 70 - 55 k. A. 16 - 19 H - W x - B/C/2 SUV-Winterreifen 70 - 40 215 - 275 16 - 20 T - V x - k. A. SUV-Winterreifen Giti Winter W1 65 - 45 195 - 245 15 - 18 T - V x - C/B/2 Winterreifen für Pkw und kleine SUV Goodyear Vector 4Seasons Gen-2 SUV 65 - 45 215 - 255 16 - 19 H - W x - k. A. SUV-Ganzjahresreifen Kumho Tyre Solus 4S HA 31 SUV 70 - 50 215 - 275 16 - 18 H - V x - C/C/2 SUV-Ganzjahresreifen Michelin CrossClimate SUV 70 - 50 215 - 235 16 - 19 H - W x - B/B/1 SUV-Ganzjahresreifen CrossClimate + 65 - 70 175 - 245 15 - 18 T - Y x - B/B/1 Pkw-Ganzjahresreifen Pirelli Scorpion Zero All Season Cinturato All SeasonPlus 60 - 35 235 - 315 18 - 23 T - Y - x k. A. SUV-UHP Ganzjahresreifen 65 - 45 175 - 225 15 - 17 H - W x - k. A. Pkw-Ganzjahresreifen Sava Eskimo SUV 2 k. A. k. A. k. A. H x - k. A. SUV-Winterreifen Yokohama Blue Earth Winter V905 Geolandar A/T G015 80 - 30 195 - 295 15 - 22 T - W x - C/C/2 Pkw-Winterreifen 85 - 50 195 - 315 15 - 20 k. A. - - C/C/2 SUV-Ganzjahresreifen * Kein Anspruch auf Vollständigkeit RÄDER & REIFEN 02/2017 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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Unfallforschung Schadensanalyse Fahrzeugtechnik Fundiertes Wissen von Experten für Experten Für Abonnenten kostenloser Download von 2D DXF-Daten VKU Verkehrsunfall und Fahrzeugtechnik informiert Sie im Magazin und online über die neuesten Ergebnisse aus Schadenspraxis, Unfallforschung und Kfz-Technik. Jetzt Jahres- oder Mini-Abo bestellen und Prämie sichern. www.VKUonline.de/abo ist eine Marke von:

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HANDEL ERSTAUSRÜSTUNGSREIFEN Reifen nach Maß Erstausrüstungsreifen sind speziell auf einzelne Fahrzeugmodelle abgestimmt und beeinflussen deren Fahrverhalten nicht unerheblich. Doch was passiert, wenn Ersatz notwendig ist? OE-Reifen werden gezielt nach den Vorgaben des Fahrzeugherstellers entwickelt. Fotos: Continental, Pirelli, Goodyear, Dieter Väthröder ie sehen gleich aus und können doch so unterschiedlich sein. Es ist lediglich ein kleiner Hinweis auf der Reifenflanke, der den Unterschied erkennen lässt. Ein Buchstabe, eine Kombination aus Buchstaben oder Buchstaben und Zahlen, manchmal auch nur ein Sternchen, sagen dem Fachmann: hier handelt es sich um einen Erstausrüstungs- reifen (siehe Tabelle rechts). Diese auch homologierte oder kurz „OE-Reifen“ genannten Pneus werden gezielt nach den Vorgaben des Fahrzeugherstellers für ein bestimmtes Fahrzeugmodell entwickelt. Die Anforderungen der Automobilhersteller unterscheiden sich dabei nicht nur nach Fahrzeugmodell, sondern es werden sogar landesspezifische Anforderungen berücksichtigt. In Nordamerika ist eine komfortable Auslegung gefragt, im Nahen Osten muss der Reifen hohe Temperaturen vertragen, in Indien eher robust sein und in Deutschland ist Grip- und High-Speed-Stabilität gefragt. Begrenzt kompromissfähig Im Gegensatz zu den Serienreifen, die für den Ersatzmarkt bestimmt sind, sind die OE-Reifen, egal ob Sommer- oder Win- Auch Pirelli setzt auf individuelle Reifen, die für einzelne Fahrzeugtypen optimiert sind. KURZFASSUNG OE-Reifen sind auf den jeweiligen Fahrzeugtyp zugeschnitten und können bis zu 50 Prozent der Fahreigenschaften eines Autos ausmachen. Beim Nachkauf sollte der Käufer auf die entsprechende Kennzeichnung auf der Reifenflanke achten, um die beste Performance zu erzielen. terreifen, kompromisslos auf jeweils einen Fahrzeugtyp zugeschnitten und sollen dessen Performance ideal zur Geltung bringen. Dabei können bis zu 50 Prozent der gewünschten Fahreigenschaften vom Erstausrüstungsreifen beeinflusst werden. Diese Erfahrung machte auch Thomas Eckert, Unternehmer aus dem Odenwald, als er seinen Porsche 911 Cabrio zwecks Ersatz zum Reifenhändler brachte. „Ich wollte den gleichen Reifen, der vorher montiert war. Den hat mir der Händler auch draufgemacht. Trotzdem fühlte sich das Auto in vielen Situationen ganz anders RÄDER & REIFEN 02/2017 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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an. Es hat sich herausgestellt, dass es sich um Serien- statt OE-Reifen handelte“, so Eckert. Serienreifen für den Ersatzmarkt sind immer ein Kompromiss und so ausgelegt, dass sie auf vielen Modellen verschiedener Hersteller gut funktionieren. Dabei sind Aspekte wie Handling, Komfort, Sicherheit, Haltbarkeit oder Rollwiderstand unter einen Hut zu bringen. Es geht hier wohlgemerkt nicht nur um Sportwagen, vielmehr werden OE-Reifen auch für Brot-und-Butter-Autos entwickelt. Allerdings dürften sich die Fahreigenschaften eines Kleinwagens mit einem Serien- statt OE-Reifen weniger verändern und kaum zu bemerken sein. Aufwendige Entwicklung Anders verhält es sich mit zunehmender Motorleistung und Sportlichkeit der Autos und damit steigenden Ansprüchen der Fahrer. Ein Punkt bleibt in beiden Fällen unangetastet: bei der Sicherheit werden keine Abstriche gemacht. Alles andere bleibt den Vorgaben der Automobilhersteller überlassen. So wird der Hersteller eines Luxus-SUV mehr Wert auf Komfort und Geräuschentwicklung legen, für einen Sportwagen stehen eher Grip, Handling und Gewicht im Vordergrund. Auch wenn sie äußerlich kaum zu unterscheiden sind, können sie im Aufbau deutlich voneinander abweichen. So werden Reifenkonstruktion (Karkasse), Formkontur und in Details auch das Profildesign exakt auf die Anforderungen des jeweiligen Modells abgestimmt. In der Regel werden die Erstausrüstungsreifen auf Basis der Serienreifen entwickelt. Auf die Entwicklungsdauer des Basismodells kommen also noch durchschnittlich zwei Jahre obendrauf. Neben den Fahreigenschaften geht es dabei auch um die optimale Funktion der Regelsysteme wie ABS und ESP. Rund 50 Tests durchlaufen die OE-Reifen, je nach Anforderungskatalog der Automobilhersteller. Bei den Winterreifen kommt die Überprüfung der Wintereigenschaften noch dazu. Auch die Werte auf dem EU-Label spielen eine Rolle. Michael Wendt, Geschäftsführer Pirelli Deutschland, dazu: „Die Labelwerte sind Bestandteil der Lastenhefte, werden aber noch weiter präzisiert, zum Beispiel durch konkrete Festlegung eines Zielwertes für den Rollwiderstand innerhalb einer Rollwiderstandsklasse.“ Die Werte des EU-Labels von Erstausrüstungsreifen können im Vergleich zu Serienreifen deutlich voneinander abweichen, abhängig vom jeweiligen OEM- und Lastenheft. Es kann aber auch Übereinstimmungen geben. Fazit: Erstausrüstungsreifen können je nach Fahrzeug- und Fahrerprofil durchaus sinnvoll sein. Die Beratung des Händlers ist gefragt, um die optimale Lösung für den Kunden zu finden. Dieter Väthröder ■ OE-Reifen müssen rund 50 Tests durchlaufen, Winterreifen sogar noch mehr. OE-REIFEN ERKENNEN* Hersteller Markierung Audi Audi Audi quattro RO1, RO2, RO3 Stern BMW/Mercedes Stern + MO BMW/Mercedes Runflat Stern + MOE Ferrari Hyundai Jaguar Land Rover Lamborghini Maserati Mercedes-Benz MO, MO1 Mercedes-Benz Runflat MOE Porsche NO, N1, N2 Tesla *Auszug, kein Anspruch auf Vollständigkeit ÜBER 5 MILLIONEN VERSCHLEISSTEILE IM SORTIMENT! • Ersatzteile für alle Marken: Neufahrzeuge, Young-/ Oldtimer oder Exoten • Großhandelskonditionen ab dem ersten Euro • Volle Herstellergarantie & über 2000 europäische Lieferanten BIS ZU ERSPARNIS! * *auf den bestehenden Einkaufspreis www.tyre24.com Tyre24 ist eine Marke der

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HANDEL LEICHTMETALLFELGEN Resistent gegen Streusalz Leichtmetallräder-Hersteller Alcar hat über sieben Millionen Euro in eine neue Lackieranlage investiert. Eine dreifache Schutzschicht bewahrt nicht nur die Optik, sondern auch die Sicherheit der Räder. eichtmetallräder haben sich in den letzten Jahren auch bei Winterrädern stark verbreitet – vor allem, seit der größte Teil des Alus lackiert wird und damit das empfindliche Material eigentlich vor den gröbsten Wintereinflüssen, allen voran Streusalz, geschützt sein sollte. Dabei wird aber nicht immer auf Qualität und Haltbarkeit des schüt zenden Überzugs Wert gelegt. Die Alcar-Gruppe, Produzent der Rädermarken AEZ, Dezent und Dotz, bekennt sich am Hauptproduktionsstandort Neuenrade im Sauerland zur Qualität „Made in Germany“ und untermauerte dies im Rahmen einer Führung durch die Produktionshallen. Gustav Sponer, Geschäftsführer der Produktion, erlaubte den Besuchern uneingeschränkte Einblicke in die Abläufe. Hohe Produktionsstandards Die Qualität beginnt bereits beim Einkauf des Rohstoffes: Das Rein aluminium wird ausschließlich von renommierten Lieferanten, unter anderem aus Norwegen, Russland oder Dubai, bezogen. Daraus entstehen in Neuenrade jährlich 1,2 Millionen Aluminiumräder aller Konzernmarken für Pkw, Offroad- und leichte Transportfahrzeuge in Größen von 14 bis 22 Zoll. Entsprechend flexibel müssen die Produktionsanlagen aufgebaut sein: Die Gießmaschinen können im Niederdruckverfahren in dreieinhalb Minuten einen 16-Zoll-Rohling herstellen und lassen sich aufgrund der hohen Artikelzahl für unter- KURZFASSUNG Die Alcar-Gruppe in Neuenrade hat die Herstellung von Leichtmetallrädern optimiert und in eine neue Lackieranlage investiert. Die neue SR3-Lackierung für Winterräder soll besonders resistent gegen Salz und Schmutz sein. RÄDER & REIFEN 02/2017 Fotos: Dieter Väthröder Die Nasslackierung der Leichtmetallräder trocknet 40 Minuten bei 180 Grad Celsius. schiedliche Fahrzeuge auch schnell umrüsten. Danach durchlaufen die Rohlinge eine vollautomatisierte, robotergestützte Nachbehandlung. Sponer verweist auch auf den sorgfältigen Umgang mit dem Rohstoff Aluminium: „Alle Abfälle werden gesammelt, recycelt und wieder eingeschmolzen. Der einzige Produktionsabfall, der das Werk verlässt, ist die Schlacke aus dem Schmelzofen.“ Nachdem Alcar bereits 2015 in die neue Gießerei sowie weitere Automatisie- rung und Aufrüstung der mechanischen Bearbeitung investiert hat, folgte in diesem Jahr ein weiterer Invest von 7,3 Millionen Euro in die neue Vorbehandlungsund Lackieranlage. Damit erfüllt man nicht nur die neusten Standards und Umweltauflagen, sondern auch die höchsten OE-Standards der Fahrzeughersteller. Gleichzeitig ist die Anlage die Basis für die neue „SR3“-Lackierung, die zukünftig für alle Räder in den Farben Silber, Graphit und Schwarz angewendet wird. SR3 steht autoservicepraxis.de | autohaus.de

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dabei für „Salt Resistant“ und das Drei-Schicht-Verfahren bei der Lackierung. Nach einer elfstufigen Reinigungsvorbehandlung erfolgt zunächst die Grundierung mit einem laut Alcar ultrafesten Pulverlack, der elektrostatisch aufgebracht und anschließend bei 210 Grad über 45 Minuten eingebrannt wird. Darauf folgt der eigentliche Farbträger, ein Nasslack, der weitere 40 Minuten bei 180 Grad Celsius trocknet und sich dabei mit der Grundierung verbindet. Als transparente Versiegelung und erste Schutzschicht gegen Umwelteinflüsse wird abschließend ein Klarlack auf Acrylbasis aufgetragen. Insgesamt gelangen so je nach Felgenmodell und Größe zwischen 150 und 600 Gramm Lack auf eine Felge. Auf dem Prüfstand Zur Qualitätssicherung werden die fertig lackierten Felgen stichprobenartig einem strengen Prüfverfahren unterzogen, sowohl bezüglich der Lackfestigkeit, aber auch in umfangreichen Materialtests. Zunächst durchlaufen die Lacke selbst in unabhängigen Labors eine Überprüfung der Korrosionsbeständigkeit (nach ECE-R-124). Auf der Felge werden sie einem Salzsprühnebeltest mit eingeritzter Oberfläche (nach CASS-Standard) unterzogen. Insgesamt 300 Stunden wird der Lack einer Behandlung mit Salz, Steinschlag, Essigsäure und Kupferchlorid ausgesetzt. Der feste Halt der Lackschicht auf der Felge wird mittels Gitterschnitttest kontrolliert. Bis minus 40 Grad soll der Lack seine Schutzwirkung gegenüber Salz, aber auch Steinschlag oder Eis behalten. Danach folgen die Materialtests: Der Biege umlauftest prüft mit über 250.000 Zyklen bei hoher Last und 1,8 Millionen Zyklen bei reduzierter Last die Strukturfestigkeit des Materials bei Kurvenfahrten. Beim Abrolltest wird das Rad mit dem 2,5-fachen der maximalen Radlast über 2.000 Kilometer belastet. Das Prüfprogramm wird ergänzt durch Röntgentests und 3D-Vermessungen sowie durch Fahrversuche vom TÜV. Alcar konzentriert sich rein auf den Ersatzmarkt. Prokurist und Vertriebsleiter Josef Schreurs: „Unsere Kundensegmente sind der Räderfachhandel, sehr stark auch autoservicepraxis.de | autohaus.de Alcar-Produktionschef Gustav Sponer erklärt den Ablauf der Räderproduktion. Autohäuser und Werkstätten. Für die sind besonders unsere ECE-Räder interessant, die in Abmessung und Verschraubung den OE-Rädern entsprechen.“ Somit sind keine Zentrierringe notwendig, ebenso wenig eine Eintragung. Die Räder sind auch schneekettentauglich und brauchen keinen zweiten Schraubensatz. Für den Bereich Autohäuser und Werkstätten vertreibt Alcar vermehrt über Kooperationen mit dem Großhandel. Der Die Räder werden auf einer CNC-Maschine nachbearbeitet. Fachhandel wird darüber hinaus über einen achtköpfigen Außendienst betreut. „Wir schnüren außerdem Marketingpakete für den Handel aus Online-Tools, Konfiguratoren und Web-Shops“, so Schreurs zur Verkaufsunterstützung. Das neue Zentrallager im benachbarten Balve sorgt außerdem für eine Belieferung innerhalb von 24 Stunden bis hinunter zum einzelnen Radsatz über UPS. Alcar gewährt auf alle Räder drei Jahre Garantie. Dieter Väthröder ■ NEU BEI UNS RDKS-Sensoren & Zubehör Das Reifen- & Felgenportal mit System. Für ein ertragreiches Wintergeschäft! europaweites Lieferanten-Netzwerk 1 Sammelrechnung – 1 Ansprechpartner beste Preise – hohe Warenverfügbarkeit 220 Reifen-Marken – 60 Alufelgen-Marken keine Nutzungsgebühr – keine vertragliche Bindung umfangreiche Schnittstellen zu Warenwirtschaftssystemen automatische Gutachtenprüfung – Passgarantie für Alufelgen einziges TÜV SÜD zertifiziertes B2B-Portal in der Kfz-Branche 07122 / 825 93 -40 RSU GmbH · vertrieb@tyresystem.de Hier kaufen Profis!

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HANDEL KOMPLETTRAD-PRODUKTION 80 Meter Hightech Im Mai startete PTG Automotive Solutions and Services, der OEM-Zweig von Reifen Gundlach, im slowakischen Lozorno das dritte Komplettradwerk für den OEM-Markt. Davon profitiert auch der Aftermarket. Feierliche Eröffnung: Das neue Werk der Pon Tire Group (PTG) im slowakischen Lozorno bietet 16.800 Quadratmeter Fläche. ormalerweise funktioniert der Technologie-Transfer in der Automobilbranche von oben nach unten. Was herstellerseitig entwickelt wurde, sickert langsam in den freien Markt durch. Bei der Komplettrad-Produktion von Reifen Gundlach lief es genau andersherum: Schon 2008 begann im Logistikzentrum in Daufenbach die Produktion von Kompletträdern für den Ersatzmarkt auf Basis der strengen Qualitätsrichtlinien der Fahrzeughersteller (heute ISO/TS 16949). 2012/13 fiel die Entschei- KURZFASSUNG Im slowakischen Lozorno hat die Reifen-Gundlach-Tochter Pon Tire Group (PTG) ein neues Werk eröffnet, in dem zwei Millionen Kompletträder pro Jahr entstehen sollen. Die Montage soll 1:1 auf das Aftermarket-Geschäft übertragen werden. RÄDER & REIFEN 02/2017 dung, auf Basis der gesammelten Erfahrungen, Kompletträder für die Erstausrüstung zu produzieren. Tradition und Moderne Im ungarischen Györ begann 2014 die Produktion für das dortige Audi-Werk und die Modelle A3 und TT. Es folgte ein weiterer Standort in Graz für Mercedes-Benz, Jaguar und BMW. Im Mai 2017 ging nun die dritte, vollautomatische Komplettradproduktion im slowakischen Lozorno, unweit des VW-Werkes Bratislava, ans Netz. Hier produziert die Tochterfirma PTG (Pon Tire Group) in Zukunft rund zwei Millionen Kompletträder im Jahr für den Volkswagen-Konzern. Der Auftrag von Volkswagen läuft mindestens bis 2027. Bedient werden neben der so genannten „New Small Family“ mit dem VW Up und seinen Derivaten auch die SUV des Konzerns bis zum neu- en Q7, Touareg und Porsche Cayenne, ab nächstem Jahr sogar der neue Lamborghini-SUV. PTG-Geschäftsführer Dirk Gentgen eröffnete am 18. Mai in einem feierlichen Akt, umrahmt von traditionellen Tanz- und Musikeinlagen aus der Region, die neue 16.800 qm große Produktionsstätte in Lozorno und betonte die wirtschaftliche Bedeutung sowohl für das Unternehmen als auch für die Region. Immerhin wurden 100 neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Produktion von der Rädermontage bis zur Einlagerung und Kommissionierung selbst läuft allerdings vollautomatisch. Lediglich am Anfang des 80 Meter langen Produktionsbandes werden Reifen und Felgen per Hand auf zwei Bändern abgelegt, bevor sie robotergestützt zusammengeführt, montiert und eingelagert werden. Der gesamte Ablauf dauert maximal zehn Minuten, inklusive Wuchten, autoservicepraxis.de | autohaus.de Fotos: Dieter Väthröder

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Gleichlauf- und Dichtheitsprüfungen sowie RDKS-Montage. Je nach Zielfahrzeug werden zwei unterschiedliche RDKS nach den Vorgaben der Hersteller an elektronisch überwachten Verschraubungsstationen installiert, wo alle Drehmomente aufgezeichnet werden. Die Anlage montiert Räder bis zu 23 Zoll Größe und 30er-Querschnitten. Die Produktion wird nach der ISO/TS 16949 und den noch strengeren Vorgaben der Formel Q von Volkswagen zertifiziert werden. Intelligenter Kran Insgesamt bis zu 10.000 Kompletträder befinden sich in zwei Portallagern, dem technischen Clou der Produktionskette. Es handelt sich hierbei um ein vollautomatisches Bodenflächenlager mit einem intelligenten Portalkran, der die Räder nach der Fertigung sortenrein zu acht Stück aufsetzt. Aus diesem Lager bildet das automatische Steuersystem – wiederum mit dem Kran – die individuellen Kombinationen pro Auto, die von Volkswagen abgerufen werden. Der Portalkran ist also nicht nur für das reine Lagern, sondern auch für das Sortieren für den Kunden zuständig. Der tatsächliche Sequenzabruf kommt rund 300 Minuten vorher, bevor das Rad im Automobilwerk am Fahrzeug verbaut wird. In dieser Zeit muss der Radsatz für das Fahrzeug kommissioniert, ausgelagert, in einen Spezialbehälter sortiert, Lkw mit den Spezialbehältern beladen und diese ins Werk transportiert werden, um dort zu entladen und sequenzgenau am Produktionsband bereitzustellen. Dirk Gentgen sagt über die Bedeutung der autoservicepraxis.de | autohaus.de Der Portalkran kann Räder nach der Fertigung sortenrein zu acht Stück aufsetzen. PTG-Komplettradproduktion: „Wirtschaftlich sind diese OEM-Projekte insofern wichtig, als sie das ganze Jahr über eine stetige Auslastung garantieren. Weiterhin helfen sie aber auch, das Qualitätsniveau innerhalb des gesamten Geschäftes auf ein höheres Niveau zu hieven. Alle Erkenntnisse, die sich aus den Anforderungen der Hersteller ableiten lassen, werden 1:1 in die Montage der Räder für das Autohausgeschäft transferiert.“ So werden am Standort Daufenbach auf gleichem technischen und Qualitätsniveau wie in Lozorno neben den Rädern für den Ersatzmarkt in Zukunft auch Erstausrüstungsreifen produziert. Spätestens seit der Einführung von RDKS in Neuwagen machen Kompletträder immer mehr Sinn für Werkstätten, Autohäuser, den Reifenhandel. Damit lässt sich nicht nur die Frequenz in der Werkstatt steuern, sondern es entfallen auch komplexe Montageprozesse. Zudem kann der Kunde mit den just-in-time gelieferten, fertig programmierten Rädern Platz und Geld in der Lagerhaltung der Sensoren sparen. Das soll erst der Anfang sein: Reifen Gundlach und PTG planen bereits ein weiteres Komplettradwerk in Schweden. Dieter Väthröder ■ Gleichlauf- und Dichtigkeitsprüfung der Reifen laufen bei PTG vollautomatisch ab.

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HANDEL Starkes Wachstum: Reifen Krieg setzt auf gute Logistik und ein breites Sortiment. Fotos: Reifen Krieg, Alexander Junk REIFENHANDEL In 24 Stunden beim Kunden Der Großhändler Reifen Krieg in Neuhof bedient Reifenfachhändler, Autohäuser und Werkstätten. Die ausgefeilte Logistik sorgt dafür, dass Reifen normalerweise innerhalb von 24 Stunden ausgeliefert werden. as Reifengeschäft ist durch die Vergleichbarkeit im Internet und die dadurch entstandene Preistransparenz in den letzten Jahren ein Verdrängungsgeschäft geworden. Viele Reifenhändler haben deshalb die Segel gestrichen. Doch es gibt Ausnahmen: Reifen Krieg in Neuhof bei Fulda hat es innerhalb weniger Jahre geschafft, vom kleinen Reifenhändler zu einem Großhändler mit 116 Mitarbeitern aufzusteigen. Das Unternehmen verkauft im B2B-Bereich pro Jahr allein drei Millionen Pkw-Reifen und hat 2016 einen Umsatz von über 250 Millionen Euro erzielt. Reifen Krieg wurde 2007 in Eichenzell bei Fulda gegründet. Schnell waren die Kapazitäten ausgeschöpft, so dass sich der Reifenhändler 2009 in Neuhof ansiedelte. 2010 folgte der Bau der ersten Lagerhalle mit 5.000 Quadratmeter Fläche. Mittlerweile sind es sechs Lagerhallen mit einer Fläche von rund 30.000 Quadratmetern. Über die Jahre ist das Portfolio des Vollsortimenters stetig gewachsen: Über 750.000 Reifen, Felgen, Schläuche und zugehörige Produkte wie RDKS-Sensoren aller namhaften Marken können im Onlineshop www.reifen-krieg.de/shop bestellt werden. Auch Kompletträder sind Teil des Produktportfolios und werden fertig montiert an den Kunden ausgeliefert – allein über 100.000 pro Jahr. Mit den Arbet-Felgen und Semipro-Kleinreifen hat Reifen Krieg darüber hinaus Eigen- KURZFASSUNG Reifen Krieg aus Neuhof bei Fulda hat es durch seine gute Logistik geschafft, innerhalb weniger Jahre zum Großhändler aufzusteigen. Das Unternehmen bietet ein umfangreiches Reifen-Portfolio und verspricht eine deutschlandweite Lieferung innerhalb von 24 Stunden. marken parat. Dabei beschränkt sich der Händler keinesfalls nur auf Produkte für Pkw: Neben Reifen für Lkw werden auch Pneus und Schläuche für Maschinen aus dem Land- und Straßenbau, Gabelstapler oder sogar Rasenmäher angeboten. „Wir können für nahezu jedes Fahrzeug den passenden Reifen liefern – außer für Minenfahrzeuge und Flugzeuge“, scherzt Christian Schild, Marketingleiter bei der Reifen Krieg GmbH in Neuhof. Logistik als Alleinstellungsmerkmal Eine ausgefeilte Logistik sorgt dafür, dass die Reifen innerhalb eines Tages beim Kunden ankommen. „Wir können 99 Prozent der Kunden innerhalb von 24 Stunden beliefern. Auf dem deutschen Markt sind wir im Bereich Logistik eines der am besten aufgestellten Unternehmen“, sagt Schild selbstbewusst. Diese Zuverlässigkeit wissen die Kunden zu schätzen. Dabei RÄDER & REIFEN 02/2017 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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Übersichtliches Lager: Reifen sämtlicher Marken sind in sechs Hallen verteilt und können dank Barcode schnell gefunden werden. Über die Förderbandanlage, die mehrere Hallen verbindet, finden die Reifen schnell den Weg zum Lkw. beschränkt sich das keinesfalls nur auf Deutschland: Auch in den Benelux-Ländern, Frankreich und Österreich ist eine schnelle Anlieferung möglich. Möglich wird dies durch eine enge Kooperation mit den Paket-Dienstleistern DPD und GLS, um die Ware schneller auf den Weg zu bringen. „Wir fahren direkt in die Destinationen der Paket-Dienstleister, was die Zeit für den Versand reduziert“, erklärt Schild. Ebenfalls ein Vorteil ist das eigens von Reifen Krieg gegründete IT-Unternehmen Mutavi, das sich nicht nur um die IT-Prozessabwicklung bei der Reifenbestellung kümmert, sondern auch per Schnittstellen direkt an das Warenwirtschaftssystem der großen Kunden andocken kann, damit der Bestellprozess einfach und kostengünstig wird. autoservicepraxis.de | autohaus.de Auch im Lager von Reifen Krieg ist alles auf Effizienz getrimmt: Die Reifen sind platzsparend in Ketten gelagert, so dass bis zu drei Träger übereinander gestapelt und schnell per Gabelstapler entnommen werden können. Ein Barcode hilft bei der Identifikation. Das Verpacken der Reifen wird durch eine automatisierte Anlage Christian Schild ist Marketingleiter der Reifen Krieg GmbH in Neuhof bei Fulda. vereinfacht, die die Reifen in Folie einschlägt. Lediglich die Kartons müssen noch von den Mitarbeitern bestückt werden. Eine eigens konstruierte Reifensortieranlage sorgt anschließend dafür, dass die Pakete über eine Förderbandanlage direkt zum passenden Lkw für den Weitertransport gelangen. Alexander Junk ■ IMMER EINEN SCHRITT VORAUS REIFEN, FELGEN UND VERSCHLEISSTEILE

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HANDEL REIFENHANDEL Reifen-Shop für Premiumkunden Mit der ersten P Zero World in Deutschland öffnet der Reifenhersteller Pirelli in München die Türen eines neuen Shops, der sich besonders an Kunden aus dem Premiumsegment richtet. Design ist Trumpf: Im neu eröffneten Reifen-Shop P Zero World finden sich alle Pirelli-Produkte unter einem Dach. Auch eine Werkstatt mit elf Hebebühnen ist im Gebäude untergebracht. er Münchner Stadtteil Moosach war bislang eher gut-bürgerlich situiert. Seit Ende September dürfte optisch und akustisch etwas mehr auf der Straße los sein – zumindest, wenn es nach den Vorstellungen von Pirelli geht. Der italienische Reifenhersteller hat nach ausgiebigen Marktuntersuchungen und unter Berücksichtigung neuester Erkenntnisse aus dem Geo-Marketing München als Epizentrum für Fahrzeuge aus dem Premium- und Prestige-Segment lokalisiert und am 29. September mit der P Zero World ein Reifenfachhandelsgeschäft der KURZFASSUNG Reifenhersteller Pirelli hat mit der P Zero World Ende September einen Shop eröffnet, der sich vor allem an Premiumkunden richtet und ein Aushängeschild des Unternehmens sein soll. Neben Reifen werden dort auch Serviceleistungen angeboten. RÄDER & REIFEN 02/2017 etwas anderen Art eröffnet. Der Flag ship- Store als Aushängeschild bildet den letzten Baustein der Perfect-Fit-Strategie, mit der Pirelli seine Führungsrolle im Prestige-Segment ausbauen will. Nachdem die weltweit erste P Zero World in Los Angeles seit Eröffnung 2016 erfolgreich agiert, hat sich Pirelli aus zwei Gründen für München entschieden: Die Stadt und das Umfeld gehören zu den Regionen in Europa mit der höchsten Dichte an edlen Karossen und beheimatet viele Automobilhersteller, die Pirelli in der Erstausrüstung und für den Ersatzmarkt beliefert. Reifenkauf als Erlebnis Mit der neuen P Zero World finden sich praktisch alle Bausteine der Pirelli-Handelsstrategie unter einem schicken Dach. Service, Technologie, Design und innovative Produkte als Basiskomponenten, ergänzt durch die neue P-Zero-Farb-Edition zur Individualisierung der Reifen sowie Michael Wendt, Vorsitzender der Geschäftsführung Pirelli Deutschland, bei der Eröffnung. dem Conesso-System als Informationsund Mobilitätsplattform. Der Kunde findet in der P Zero World alles rund um die Pirelli-Produkte. Auf rund 1.000 Quadratmetern in edlem Design soll der Reifenkauf für Kunden zum Erlebnis werden. Nach der individuellen Beratung kann er seine Wartezeit mit Devotionalien aus der Pirelli-Designwelt verkürzen oder durch die Glaswand die Arbeiten an seinem Fahrzeug auf einer der elf Hebebühnen verfolgen. Neben dem Reifenwechsel bietet die P Zero World auch voll umfänglichen Fahrzeugservice, Achsvermessung, Autopflege und Glasschadenservice an. Dabei stehen die Serviceleistungen nicht im Vordergrund, sondern sollen vielmehr das Angebot ergänzen und den Kunden die Möglichkeit für einen kompletten Service aus einer Hand bieten. 15 Mitarbeiter, vom Kfz-Meister bis zum Reifenfachverkäufer, in Saisonzeiten sogar bis zu 20 Mitarbeiter, kümmern sich Fotos: Pirelli, Dieter Väthröder autoservicepraxis.de | autohaus.de

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um das Wohlergehen von Auto und Kunden. „Das Besondere der P Zero World ist die einmalige Kombination von High end- Produkten und Qualitätsservice, und das in einem eleganten und komfortablen Ambiente, das den Besuch für den Kunden zum Erlebnis macht“, sagte Michael Wendt, Vorsitzender der Geschäftsführung Pirelli Deutschland GmbH, anlässlich der Eröffnung. Handelspräsenz erhöhen Matteo Battaini, Senior Vice President Marketing und Supply Chain Pirelli, erläuterte in seiner Eröffnungsansprache die weitere Strategie: „Die Vertriebsstrategie von Pirelli konzentriert sich auf Regionen mit einer hohen Dichte von Premium- und Prestigefahrzeugen. Das sind Segmente, in denen wir eine Führungsposition innehaben. Ein wesentlicher Bestandteil ist die Präsenz im Handel mit rund 12.500 Points of Sale. Bis 2020 erwarten wir rund 17.000. P Zero World und die Flagship-Stores bilden die Speerspitze der Strategie.“ Pirelli sucht bereits nach weiteren Standorten. Dieter Väthröder ■ Das Ambiente der P Zero World soll den Einkauf zum Erlebnis machen. Die Reifen lassen sich farblich passend zum Fahrzeug auswählen. autoservicepraxis.de | autohaus.de INNOVATION DRIVEN RDKS OHNE LIMIT Gehen Sie bei RDKS keine Kompromisse ein. Als OE Weltmarktführer bietet Schrader auch im Aftermarket Sensoren von höchster Qualität. Der EZ-Sensor 2.0 besitzt die Fähigkeit, jedes Fahrzeug mit direktem RDKS im europäischen Fuhrpark abzudecken. Er erfüllt alle OEM Anforderungen und ist vollständig kompatibel mit allen OE Technologien (Sensorpositions bestimmung). 0049-8254-27-999-33 www.tpmseuroshop.com a brand of Sensata Technologies

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HANDEL ONLINE-REIFENHANDEL „Wir l(i)eben Disruption“ Michael Saitow hat mit der Reifenhandelsplattform Tyre24 den Reifenhandel umgekrempelt. Digitalisierung stellt gewohnte Geschäftsmodelle manchmal auf den Kopf, ist der Unternehmer überzeugt. ie Saitow AG ist ein international agierendes IT-Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von E-Commerce-Lösungen spezialisiert hat. Seit 15 Jahren liefert das Unternehmen Online-Plattformen und Web-Applikationen. Mit dem Marktplatz Tyre24.com betreibt Saitow den größten Marktplatz der Reifenbranche mit 200 angebundenen Lieferanten in ganz Europa. asp: Sie wurden für Ihre 15-jährige Vertriebsleistung bei der Saitow AG mit dem SalesLeaders Award 2017 ausgezeichnet, dem „Oscar“ der Vertriebsbranche. Was hat die Jury überzeugt? M. Saitow: Diejenigen, die den Preis vergeben, gehören zu den bekanntesten Trainern in Deutschland und in den USA. Sie finden immer wieder Menschen, die aufgrund einer außergewöhnlichen Vorgehensweise besondere Vertriebserfolge erzielen. An der Saitow AG hat den Juroren offenbar die konsequente Umsetzung disruptiver Ideen gefallen. Wir betreiben eine extreme Umstellung bei uns ins Digitale. Disruption wird bei uns jeden Tag gelebt und immer wieder auch intern im Unternehmen umgesetzt. asp: Neben der Handelsplattform Tyre24 bieten Sie noch die Plattformen: Reifen-vor- Ort.de, autoreparaturen.de, Tyre Shopping Pro … Was ist die Strategie dahinter? M. Saitow: Es macht mir einfach Spaß, durch Digitalisierung Geschäftsprozesse zu vereinfachen. Dabei habe ich immer die Brille des Endkunden auf, also des Autofahrers. Die zentrale Frage ist doch: Was will der Endkunde, wie kann ich ihm das Leben erleichtern und welche Services sind für ihn attraktiv? Das sind die Fragen, die uns leiten. Wir helfen andererseits dem Reifenhandel, diese Kundenerwartungen RÄDER & REIFEN 02/2017 Foto: Saitow AG zu erfüllen. Der Kunde will bei der Reifensuche im Internet schnell vollständige Informationen zum Warenangebot, aber auch grundlegende Infos wie Öffnungszeiten und Kontaktmöglichkeiten. Wenn er direkt online einen Termin vereinbaren kann, ist das doch ein toller Service. asp: Tyre24 ist eine B2B-Plattform für Reifenhändler und Werkstätten. Was ist der Schwerpunkt von Reifen-vor-Ort? M. Saitow: Mit der Plattform Reifen-vor- Ort bieten wir dem Reifenhändler ein Instrument an, um sich regional zu positio- Firmengründer Michael Saitow will Prozesse vereinfachen. nieren. Käufer auf der Plattform sind aber Privatkunden, es geht also letztlich um eine B2C-Plattform. Im Grunde handelt es sich um Gelbe Seiten in digitaler Version und angereichert um zusätzliche Funktionen. Der private Kunde sucht nach seiner Postleitzahl und bekommt Reifenhändler seiner Region angezeigt – sortiert nach Entfernung. Man kann gleich sehen, welche Produkte im Angebot sind, und sieht Bewertungen anderer Kunden. asp: Was ist Ihre Rolle und welches Geschäftsmodell steckt dahinter? autoservicepraxis.de | autohaus.de

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M. Saitow: Wir sind kein Reifengroßhändler, Tyre24 ist eine Vermittlungsplattform mit angeschlossenen Reifengroßhändlern. Wir machen auch keine Logistik, betreiben also nicht selbst Lagerhaltung und den Transport zum Kunden. Wir beschränken uns auf die reine Vermittlung. Wir erhalten für unsere Dienstleistung eine Vermittlungsgebühr – entweder transaktionsgebunden oder in Abhängigkeit vom Einkaufsvolumen. Wir erheben aber keine feste Marge, die dann noch mal auf den Preis draufkommt. asp: Machen Sie damit die Preise kaputt? M. Saitow: Bei Reifen-vor-Ort werden die Händler in Reihenfolge ihrer Entfernung zum Kunden angezeigt. Es ist gar keine Sortierung nach dem billigsten Preis möglich. Das macht auch keinen Sinn, denn wer fährt 30 Kilometer, um den Reifen ein paar Euro billiger zu bekommen? asp: Über Tyre24 gibt es auch Verschleißteile. Wie groß ist das Angebot mittlerweile? M. Saitow: Wir haben das komplette Tec- Doc-Portfolio im Sortiment. Mit mehr als 40.000 Händlern und 2.000 Lieferanten auf der Plattform ist Tyre24.com nach Amazon der größte B2B-Marktplatz in Deutschland. Wir bieten also vom Scheibenwischer bis zum Turbolader die gesamte Bandbreite an. asp: Aber immer nur als Vermittler, richtig? M. Saitow: Ja genau. Wir verkaufen nichts, wir erhalten als Vermittler eine Marge auf die verkauften Teile. Wir haben alle möglichen Lieferanten eingebunden, Handelsgesellschaften, aber auch Großhändler wie Carat oder Stahlgruber und natürlich die Teilehersteller selbst. Wir machen das Matching, damit das richtige Teil den Abnehmer findet. Die Reifenhandelsplattform Tyre24 ist nach Amazon der größte B2B-Marktplatz in Deutschland. asp: Warum vermarktet ein Teilegroßhändler über Tyre24 Verschleißteile? M. Saitow: Der Großhandel kommt über uns an neue Kundengruppen heran, an Werkstätten, die man noch nicht als Kunde hat oder eben auch den kleinen und großen Reifenhändler. Der Käufer wiederum bekommt auf manche Produkte bis zu 50 Prozent Rabatt, weil irgendein Lieferant in Europa eine Aktion fährt, um genau dieses Teil in den Markt zu bringen. Bei uns läuft die Information zusammen. asp: Und wer macht die Logistik? Werkstätten haben es meist eilig … M. Saitow: Darum kümmern sich die Verkäufer. Und es ist nicht immer eilig. Oft genügt die Lieferung am nächsten Tag. Wer den Turbolader am selben Tag benötigt, kauft beim Großhändler. Wenn ich aber einen Tag warten kann, reicht mir vielleicht ein anderes Angebot, das günstiger ist. Der Käufer entscheidet. Wir bilden mit der Plattform das Marktgeschehen digital ab. asp: Wie stellen Sie sicher, dass die Qualität stimmt? M. Saitow: Wir haben ein eigenes Beschwerdemanagement, bei dem wir sehr eng mit den Lieferanten zusammenarbeiten. Wir achten gemeinsam darauf, dass unsere Vorschriften eingehalten werden. Wir tracken Paketnummern mit und können dem Kunden jederzeit Auskunft über den Stand der Bestellung geben. An guten Tagen wickeln wir 100.000 Aufträge ab. Im Jahr liegt der Außenumsatz der Plattform bei etwa einer Milliarde Euro. Dabei gehen 50 Prozent über das Label Tyre24, der Rest geht über WhiteLabel-Lösungen, also beispielsweise Shops von Großhändlern. asp: Und was lassen Sie sich zum 15-jährigen Jubiläum der Saitow AG einfallen? M. Saitow: Ohne das Vertrauen und die langjährige Treue unserer europaweit 40.000 Kunden wäre unsere Erfolgsstory in den letzten 15 Jahren nicht möglich gewesen. Deshalb bedanken wir uns mit einem exklusiven Geburtstagsgeschenk in Form eines Digitalpakets im Wert von 250.000 Euro. Egal ob Reifenhändler, Werkstattservice oder Auto haus – in der Digitalisierung steckt ein ungeahntes Potenzial. Und das wollen wir zusammen mit einem Kunden entfalten. Wir unterstützen einen Händler in Deutschland über einen Zeitraum von zwei Jahren bei der Digitalisierung. Ob Digital-Beratung und Online-Marketing-Maßnahmen, moderne Website oder High-End-Equipment im Verkaufsraum, der Händler wird bei jedem Schritt von uns begleitet. Bewerben für das Projekt können sich alle Tyre24-Kunden in Deutschland. Infos dazu gibt es unter http://sales.tyre24. com/15-jahre. Interview: Dietmar Winkler ■ Über 15 Mio. Reifen, Stahl- und Alufelgen im Angebot. Auf reifenboerse.de kaufen und verkaufen Reifenhändler, Werkstätten, Autohäuser untereinander Reifen und Felgen. Und Sie? Alu- und Stahlkompletträder • mit Felgengutachten • mit Serienreifengrößen • optional: RDKS Mobile reifenboerse.de • Reifen, Felgen mobil bestellen • Kunden per Handy beraten • EK und VK-Modus Alufelgen • alle Gutachten • CoC-Daten zum Fahrzeug • alle Preise / alle Bestände RDKS • Sensoren ab 17 Euro • fahrzeugspezifische Bestellung • OE-Sensoren und Uni-Sensoren Weitere Informationen & Anmeldung auf www.reifenboerse.de Ihr Reifenshop • alle Reifen, Ihre Preise • Smartphone optimiert • verkauft auf facebook Kundenangebote • Ihr Logo auf dem Angebot • Reifen und Felgenbilder • volle Ertragskontrolle Jetzt kostenfrei Jetzt nutzen! kostenfrei nutzen!

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HANDEL INTERVIEW „Die Aerodynamik wird wichtiger“ Reifen für Elektrofahrzeuge müssen andere Fähigkeiten haben als koventionelle Pneus. Martin Winter vom Reifenhersteller Hankook hat mit uns darüber gesprochen, welche Eigenschaften entscheidend sind. asp: Herr Winter, was müssen die Autohersteller bei der Entwicklung von Reifen für Elektroautos beachten? M. Winter: Der Zielkonflikt zwischen Komfort­ und Performance­Eigenschaften des Reifens steht bei den Autobauern auf dem Prüfstand. Endkunden und Autohersteller erwarten auch von einem E­Fahrzeug Fahreigenschaften, die nicht schlechter sind als die eines Autos mit herkömmlicher Motorisierung. Der Reifen ist hier ein wichtiger Faktor. asp: Was unterscheidet denn einen Reifen für Elektroautos von einem herkömmlichen Reifen? M. Winter: Grundsätzlich bleibt ein Reifen für Elektrofahrzeuge vom Aufbau her gleich. Die Aerodynamik des Reifens wird jedoch zu einem wichtigen Thema, um insgesamt einen guten Cw­Wert und damit eine hohe Reichweite zu erzielen. Bereits heute sehen wir, dass das Reifengewicht und der Rollwiderstand aufgrund der Anforderungen des WLTP­Testverfahrens sehr wichtig sind. Je geringer der Rollwiderstand ist, desto effizienter ist das Fahrzeug. Ein weiterer wichtiger Punkt beim Reifen für Elektroautos ist das Reifengeräusch, das sich deutlich stärker bemerkbar macht, wenn kein Verbrennungsmotor im Auto ist. Bei Elektroautos wird deshalb Wert auf einen Reifen mit geringen Geräuschemissionen gelegt. Als Letztes muss der Reifen in Bezug auf den KURZFASSUNG Reifen für Elektroautos sind im Aufbau mit einem herkömmlichen Reifen vergleichbar, aber bei Aerodynamik, Rollwiderstand, Geräuschemissionen und beim Verschleiß optimiert. Zukünftig könnte sich auch die Form der Pneus verändern. RÄDER & REIFEN 02/2017 Foto: Hankook Martin Winter, Lead Engineer und Key Development Engineer bei Hankook Verschleiß optimiert werden, da Elektroautos eine starke Beschleunigung auf die Straße bringen und gerade in der Stadt viel im Stop­and­Go­Verkehr bewegt werden. asp: Welche technischen Maßnahmen sind notwendig, damit die Reifen diese Eigenschaften erfüllen? M. Winter: Es gibt verschiedene Maßnahmen. Man kann beispielsweise die Profiltiefe reduzieren oder eine abriebfestere Gummimischung einsetzen. Der Rollwiderstand kann durch den Einsatz von Materialien, die sich weniger erwärmen und dadurch einen geringeren Energieverlust haben, verringert werden. Die Wahrnehmung von Reifengeräuschen im Fahrzeug lässt sich durch die Sound­Absorber­Technologie von Hankook reduzieren. Diese verringert Kavitätsschwingungen im inneren des Reifens, welche im Fahrzeugraum hörbar sein können. asp: Ändert sich auch die Form des Reifens? Ein BMW i3 hat beispielsweise sehr schmale Reifen, bei einem E-Golf sieht man hingegen keinen Unterschied zu herkömmlichen Pneus. M. Winter: Für einige Elektroautos könnte eine Änderung der Reifenabmessungen die Lösung sein. Ein hoher Reifendurchmesser bei schmaler Laufflächenbreite verändert die Fahreigenschaften unter anderem durch die erhöhte Seitensteifigkeit und bietet eine verbesserte Tragfähigkeit sowie geringeren Luftwiderstand. Die Autos müssen dafür jedoch angepasst werden. Bei den meisten Elektroautos, die sich in der Entwicklung befinden, ist der Radkasten in der Höhe begrenzt, da es sich um ein gleiches oder ähnliches Fahrwerksmodul wie für Benzinmotoren handelt. Das ist eine Philosophiefrage des Automobilherstellers und hier werden unterschiedliche Konzepte verfolgt. BMW bietet beim i3 durch sein Chassis den Platz und die Möglichkeit, durch ein großes Rad mit schmaler Lauffläche die Last zu übertragen. VW setzt beim E­Golf auf konventionelle Reifen, die lediglich beim Rollwiderstand und bei den Geräuschemissionen optimiert sind. asp: Ein Elektroauto wiegt im Regelfall etwas mehr als ein konventionelles Fahrzeug. Muss das auch bei der Reifenentwicklung berücksichtigt werden? M. Winter: Sicherlich. Da Elektrofahrzeuge durch die Batterien relativ schwer sind, muss die Lastaufnahme des Reifens das hohe Fahrzeuggewicht berücksichtigen. Der Reifen muss nicht nur das höhere Gewicht schultern, sondern gleichzeitig die Kräfte beim Lenken und Bremsen sicher übertragen können. Insbesondere SUV oder Oberklasse­Limousinen, die auf Grund ihres hohen Eigengewichtes mehr autoservicepraxis.de | autohaus.de

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Leistung und damit große und schwere Batterien benötigen, stellen für Reifenhersteller eine Herausforderung dar. In einigen Fällen kann das führerscheinkritische Gewicht von 3,5 Tonnen sogar gefährlich nahe rücken. Ein weiterer Lösungsansatz, um das höhere Gewicht zu kompensieren, ist der Reifendruck. Dieser wird jedoch über EU­Vorschriften geregelt und begrenzt. Hankook wird in Kürze einige Schwere SUV und Oberklasse-Limousinen stellen für Reifenhersteller eine Herausforderung dar. Erstausrüstungs­Verträge, die eine erfolgreiche Lösung für diese Schwierigkeiten bieten, bekanntgeben. asp: Gehen Sie von einer zukünftigen Änderung des Reifendrucks aus? M. Winter: Die eigentliche Diskussion dreht sich eher um die Erhöhung der zulässigen Gesamtlast pro Reifen, die sogenannte XXL­Last, um das gestiegene Gesamtgewicht der Fahrzeuge zu kompensieren. Ein höherer Reifendruck wirkt sich zu negativ auf die Komforteigenschaften und Aufstandsfläche des Reifens aus. Eine mögliche Lösung ist auch, den Tragfähigkeitsindex bei niedriger Geschwindigkeit zu verändern, was vernünftig ist. Viele Kunden brauchen jedoch Reifen, die sowohl ein hohes Gewicht vertragen als auch hohen Geschwindigkeiten standhalten. Für die Anforderungen von Elektroautos könnten zukünftig neue gesetzliche Standards verabschiedet werden. asp: Ist die Haltbarkeit von Reifen für Elektroautos mit konventionellen Reifen vergleichbar? M. Winter: Die Haltbarkeit ist mindestens genauso gut, wenn nicht sogar besser. Es werden nicht nur die Mischungen optimiert, sondern auch der Prozess der Verarbeitung. Der Energieeintrag in den Reifen wird mit aktuellen Mischungen reduziert. Dadurch muss der Verschleiß bei einem E­Auto­Reifen nicht zunehmen. asp: Gibt es bei Reifen für Elektroautos auch eine Unterscheidung nach Sommerund Winterreifen? M. Winter: Die meisten Kunden in Deutschland bewegen ihr konventionelles Auto im Sommer wie auch im Winter. Dasselbe gilt für Fahrer von Elektroautos. Folglich brauchen auch Fahrer von Elektroautos sowohl Sommer­ als auch Winterreifen. Ich persönlich glaube nicht, dass sich hier in Zukunft etwas ändert. asp: Was hat Hankook für Reifen im Portfolio, die speziell für Elektrofahrzeuge geeignet sind? M. Winter: Für die E­Klasse von Mercedes­Benz haben wir beispielsweise den Evo2, der sowohl auf der normalen E­Klasse als auch der Elektro­E­Klasse sowie dem GLC verwendet wird. Mercedes macht hier beispielsweise keinen Unterschied innerhalb der Baureihe. asp: Wird sich der Reifen im Zuge der E- Mobilität und des autonomen Fahrens zukünftig verändern? M. Winter: Aussehen und die Konstruktion von Reifen werden sich verändern, wenn Elektroautos weniger wie Autos aussehen, die wir heute kennen. Autos werden in Zukunft mehr auf ihre Nutzungsbereiche hin optimiert, beispielsweise wird es City­Autos geben, die eine andere Form als Langstreckenfahrzeuge haben. Durch den geänderten Bauraum muss es dann zwangsläufig auch andere Reifenformen geben. Interview: Alexander Junk ■ Der Kinergy Eco² hat einen niedrigen Rollwiderstand. www.tyre .com Jetzt registrieren und profitieren! • Verkaufspreiskalkulation für die Endkundenberatung • Innovativer Felgen- & Komplettradkonfigurator • Bestellhistorie mit Pakettracking und PDF-Rechnungen • Testergebnisse für den Reifenvergleich • Reifen Krupp Motorrad Look & Feel Neu und exklusiv: Gislaved Euro*Frost 6

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SERVICE RDKS-SENSOREN Einer für alle Universell einsetzbare RDKS-Sensoren haben den Markt erobert und bieten inzwischen annähernd komplette Fahrzeug-Abdeckung. Auch bei der Handhabung haben sie Vorteile im Vergleich zu OE-Sensoren. Viele RDKS-Sensoren müssen mit einem Handsender für das Anlernen „erregt“ werden. Fotos: Hella Gutmann, VDO, Schrader, Euromaster, Marcel Schoch s ist wieder soweit: Die Winterreifen müssen montiert werden. Bei dieser Gelegenheit werden auch viele defekte RDKS-Sensoren getauscht. Was einfach klingt, setzt aber viel Know-how voraus. Denn in der Regel werden Reifendruckkontrollsysteme (RDKS) in der Erstausrüstung beim Fahrzeughersteller individuell für einzelne Fahrzeuge oder Fahrzeugplattformen entwickelt und darauf abgestimmt. Bei der Vielzahl der Fahrzeughersteller und ihrer Modelle führt das zwangsläufig zu einer rasanten Zunahme der Anzahl verschie- dener Sensoren. Werden sie dann im Servicefall benötigt, kommt es leider immer wieder vor, dass es zu Problemen bei der Bestellung von RDKS-Sensoren kommt. Herstellerwoche kann entscheiden Vor allem die Zuweisung zu einem bestimmten Modell bereitet immer wieder Schwierigkeiten, denn die Sensorhersteller unterscheiden nach Hersteller, Modell und Baujahr. Liegt jedoch das Zulassungsdatum um wenige Monate später, kann es gelegentlich vorkommen, dass hierdurch nicht immer sofort das richtige Modell KURZFASSUNG Immer mehr Kfz-Werkstätten greifen bei Reparatur oder Austausch zu universell einsetzbaren RDKS-Sensoren. Diesen Trend haben auch die Sensoren-Hersteller erkannt und bieten heute RDKS-Sensoren mit dem Versprechen an, diese für nahezu jedes Fahrzeug liefern zu können. Auch wenn es noch ein paar wenige exotische Fahrzeugmodelle geben mag, für die es noch keinen Universal-RDKS-Sensor gibt, darf man sicherlich bereits heute von einer annähernd hundertprozentigen Abdeckung sprechen. RÄDER & REIFEN 02/2017 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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(-jahr) und der zugehörige Sensor identifiziert werden können. Insbesondere bei telefonisch vereinbarten Bestellungen ist das schwierig, weil man die im Fahrzeug verbauten Sensoren nicht auslesen und überprüfen kann. Hinzu kommt, dass auch einige Hersteller während der laufenden Produktion den OE-Sensor-Hersteller gewechselt haben. Dann muss man auch die Herstellerwoche genau kennen, um einen Sensor sicher zuordnen zu können. Doch gerade beim Reifenwechsel ist eine schnelle Verfügbarkeit der Ersatzsensoren von essentieller Bedeutung. Denn nur so lassen sich Kosten niedrig und Servicezeiten kurz halten, um den Kunden nicht an den Wettbewerb zu verlieren. Vor allem durch die Verwendung von Universalsensoren kann man das zum Teil schwierige Heraussuchen von OE-Sensoren in aller Regel gut kompensieren. Hans-Joachim Köhler, Leiter Technik, Qualität, Einkauf bei Euromaster, bringt es auf den Punkt: „Entsprechend unseren Erwartungen von Beginn an, geht der Trend ganz klar in Richtung Universalsensoren. Sowohl was die Protokolle als auch die Technik angeht, decken Universalsensoren immer mehr ab. Sie wurden seit 2014 deutlich weiterentwickelt und werden es schaffen, sich durchzusetzen. Wir begrüßen diesen Schritt, denn der Einsatz von Universalsensoren für alle Marken reduziert die Lagerhaltung, das Pricing und somit auch die Preise für Endverbraucher. Davon haben alle etwas.“ Ähnlich steht Michael Immler, Obermeister bei der Landesinnung des bayerischen und sächsischen Vulkaniseur- und Reifenmechanikerhandwerks, zu den Universalsensoren. „Eine Umfrage unter den Mitgliedern der Innung, bei der sie gefragt wurden, welchen Typ RDKS-Sensor sie verwenden, ergab, dass einige den Einsatz von Herstellersensoren, doch die Mehrheit Universal-RDKS-Sensoren verwenden. Im Vergleich zu den Vorjahren kann eine marktseitig deutliche Entspannung durch die Verwendung von Universalsensoren festgestellt werden.“ Anders als herkömmliche ventilbasierte Sensoren wird der VDO-Redi-Sensor auf die innere Lauffläche des Reifens geklebt. Fast 100 Prozent Abdeckung Dieser Trend hin zum Universalsensor wird auch von den RDKS-Sensoren- Herstellern mitgetragen. So hat die Alligator Ventilfabrik GmbH mit dem „Sens. it“-System eine Lösung entwickelt, um der Vielfalt erforderlicher Sensoren beizukommen und in vielen Fällen die aufwendigen Anlernvorgänge bei neuen Sensoren unnötig zu machen. Wie viele Fahrzeugtypen konkret mit dem Sensor abgedeckt werden, darüber gibt Alligator keine Auskunft. Jedoch wird eine lückenlose Abdeckung der aktuellen Top-100-Fahrzeuge auf Basis der Neuzulassungsstatistik erreicht. Auch bei der Huf Hülsbeck & Fürst GmbH & Co. KG hat man mit dem RDKS-Sensor „IntelliSens“ einen direkt messenden Universalsensor im Programm, ATH-Reifenmontiermaschinen jetzt WDK-zertifiziert ATH M92 ATH M72 + A34 ATH M52 + A34 Sind die RDKS- Sensoren erneuert worden, sollte das dem Kunden schriftlich bestätigt werden. • Hochpräzise, verwindungssteife Konstruktion durch Laserbrennschneiden und Roboterschweißen • Sehr widerstandsfähige Hammerschlag-Pulverbeschichtung WDK-fähig • Pneumatische Montagekopf-Spannung mit einstellbarer, automatischer vertikaler und horizontaler Felgenentfernung • Jetzt auch WDK-zertifiziert (nur in Verbindung mit optionalem WDK-Kit) Typ M92 M72+A34 M52+A34 Preis* € 6.995,- € 2.814,- € 2.401,- Preis WDK-Kit* € 487,- € 499,- € 499,- * Werkseitig montiert, steckerfertig geliefert. Alle Preise verstehen sich zzgl. Fracht und MwSt. Angebot gültig bis 31.12.2017. Verkauf nur über ATH-Vertriebspartner. autoservicepraxis.de | autohaus.de RÄDER & REIFEN 02/2017 33 ATH-Heinl GmbH & Co. KG | www.ath-heinl.de | Tel.: 09661 87764 00

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SERVICE Hans-Joachim Köhler, Leiter Technik, Qualität, Einkauf bei Euromaster der für die Systeme aller gängigen Fahrzeugmodelle passend ist. Dabei handelt es sich um einen vorprogrammierten Sensor, der bereits mit allen benötigten Informationen programmiert ist. Nach dem Einbau muss er nur noch konfiguriert werden. Schrader S.A.S war bereits in den 1990er-Jahren an der Entwicklung von RDKS beteiligt. Als Marktführer in Sachen RDKS wirbt das Unternehmen damit, dass es mit seinen universellen „EZ-sensor 2.0“ genau 97,3 Prozent (Stand: Drittes Quartal 2017) aller Fahrzeuge mit direktem RDKS abdeckt. Ob speziell das Fahrzeug in der Werkstatt zu den 2,7 Prozent gehört, die mit dem EZ-Sensor nicht abgedeckt werden, erfährt man über den entsprechenden regionalen Produktkatalog im Netz. Das Unternehmen Continental und die Marke VDO können auf mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Entwicklung und Produktion von direkt messenden RDKS zurückgreifen. Im Ersatzteilgeschäft werden modellspezifische Original-Sensoren unter der Marke VDO angeboten. Unter dem Markennamen VDO Redi-Sensor werden jedoch auch von VDO vier unterschiedliche Universalsensoren angeboten, mit denen nahezu jedes Fahrzeug, das heute schon mit einem direkten RDKS ausgestattet ist, ausgerüstet werden kann. Kleine Probleme beim Anlernen Die Vorteile der Universal-RDKS-Sensoren liegen auf der Hand: Neben einer erheblichen Preisersparnis sowohl für den Kunden als auch für die Werkstatt, erübrigen sich auch eine aufwändige Lagerhaltung und langwierige Bestellvorgänge. Das beschleunigt den Wechsel der RDKS-Sensoren erheblich. Selbstredend RÄDER & REIFEN 02/2017 ÜBERSICHT: UNIVERSALSENSOREN Hersteller Alligator (www.alligator-ventilfabrik.de) Denso (http://densoautoparts.com) Huf (auch Beru) (www.intellisens.com) Schrader (auch Alcar) (www.schraderinternational. com) (www.vdo.de) Garantierte Abdeckung Der RDKS-Universalsensor Sens.it bietet eine lückenlose Abdeckung der aktuellen Top-100-Fahrzeuge der Neuzulassungsstatistik vom Juni 2017 des Kraftfahrtbundesamts (KBA). Denso bietet für alle Fahrzeuge, die von Denso OE beliefert werden, Ident-Sensoren an. Sie müssen beim Einbau nicht geklont oder programmiert werden. Huf liefert dem Handel für alle an die Fahrzeughersteller gelieferten Systeme die Original-Ersatzsensoren in OE-Qualität. Speziell für freie Werkstätten wurde der gleichwertige Universalsensor IntelliSens entwickelt, der den vollen Funktionsumfang hat. Der Huf-Universalsensor IntelliSens wird mit zwei verschiedenen Frequenzen angeboten, mit denen alle Fahrzeuge, die gemäß den gesetzlichen Anforderungen mit einem Reifendruckkontrollsystem ausgestattet sein müssen, bedient werden können. Mit dem universellen EZ-Sensor 2.0 von Schrader können mit nur einem Sensor 97,3 Prozent (Stand: Drittes Quartal 2017) aller Fahrzeuge mit direktem RDKS abgedeckt werden. Dieser Wert basiert auf dem tatsächlich in Europa existierenden Fahrzeugbestand. Die „Abdeckung“ gilt bei Schrader nur als erfüllt, wenn alle OE-Funktionen gewährleistet sind. Mit vier Varianten des Redi-Sensors bietet VDO für nahezu jedes Fahrzeug im europäischen Markt, das heute mit einem direkten RDKS ausgestattet ist, universellen Ersatz an. Die Homepage von Schrader ist übersichtlich strukturiert. Innerhalb weniger Minuten findet man passende RDKS-Sensoren. setzt das auch gut geschultes Personal im Umgang mit OE- als auch Universalsensoren voraus. Hans-Joachim Köhler formuliert es so: „Probleme gibt es manchmal beim Anlernen der Sensoren an die Steuergeräte. Teilweise sind die Anlernverfahren noch manuell und über komplizierte Abfolgen von Tastenkombinationen im Fahrzeug durchzuführen. Bei diesen Anlernverfahren kann es schon autoservicepraxis.de | autohaus.de

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Für die kommende Saison ist das Reifenhandwerk gut aufgestellt. Die Probleme mit RDKS-Sensoren gehören der Vergangenheit an. mal vorkommen, dass die verbauten Steuergeräte in den Fahrzeugen ein bisschen ‚zicken‘.“ Zwei Verfahren üblich Zwei Programmier- und Konfigurierungsverfahren sind heute beim Anlernen von Universalsensoren üblich: Duplizieren (Klonen) des bisher verbauten Sensors oder die Erstellung eines Sensors mit neuer Seriennummer. Über die Seriennummer (ID) des ursprünglich im Fahrzeug verbauten OE-Sensors kann ein Duplikat mit gleicher ID hergestellt werden. Gelingt dies, erübrigt sich ein zum Teil sehr aufwendiges Anlernen des Sensors ans Fahrzeug. Zu beachten ist dann lediglich, dass das Rad mit dem neuen Duplikat- Sensor wieder an die gleiche Radposition am Fahrzeug montiert wird. Wenn der Sensor eine neue Seriennummer hat, muss er grundsätzlich über die Anwendungssoftware angelernt werden. Dies geschieht entweder automatisch über die OBD-II-Diagnoseschnittstelle oder manuell über den Bordcomputer. Welches Anlernverfahren angewendet werden muss, steht im jeweiligen Werkstatthandbuch. Von Vorteil ist hierbei, dass sich die meisten Sensoren mehrfach programmieren lassen. Michael Immler: „Dank der Universalsensoren und einer guten Abdeckung mit OE-Sensoren sind die meisten Liefer- und Identifizierungsprobleme, die vor einem Jahr noch aktuell autoservicepraxis.de | autohaus.de waren, heute nicht mehr vorhanden.“ Laut Immler sieht sich die Branche zur Zeit gut gerüstet für die kommende Saison. Er appelliert jedoch an die Betriebe, die Mehraufwendungen, die durch RDKS entstehen, auch zu berechnen. Beim Reifenwechsel auf die Felge sollten auch die Sensoren und Ventile geprüft und gewartet werden. Batteriezustand und Funktionsfähigkeit der Sensoren müssen protokolliert und dem Kunden ausgehändigt werden. „Nur so ist im Rahmen der Sachmängelhaftung ein gültiger Nachweis vorhanden, dass das RDKS bei Übergabe an den Kunden auch in Ordnung war“, berichtet Immler. Marcel Schoch ■ Reifenexperte Michael Immler empfiehlt, bei jedem Reifenwechsel die RDKS-Sensoren und Ventile stets zu prüfen und zu warten.

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SERVICE Zwei Kfz-Meister, zwei Gesellen und drei Lehrlinge arbeiten in der Werkstatt. BEST PRACTICE „Es geht um Emotionen“ Als Bremsendoc-Mitglied will die freie Werkstatt Schanzer Mangold & Zerhau die Werkstattauslastung in der Reifenwechselsaison mit dem Bremsscheiben-Optimierungssystem nochmals toppen. Fotos: Valeska Gehrke ie Rüstzeiten sind sehr gering“, weiß Jochen Zerhau, Geschäftsführer der Schanzer Werkstatt in Ingolstadt. Seit gerade mal neun Wochen ist das neue Bremsscheiben-Optimierungssystem „Pro Cut PFM 9.2 Boss“ im Einsatz und kommt bereits gut an. Obwohl es anfangs ganz anders aussah: „Nie, nie, nie, nie würde ich das Gerät kaufen“, hatte Armin Mangold angesichts des Anschaffungspreises von rund 8.000 Euro gesagt. Zwei Testdurchläufe und die Möglichkeit, das Gerät auch zu leasen, haben die beiden Geschäftsführer, die 2009 ihre eigene Werkstatt gründeten, schließlich KURZFASSUNG Die Schanzer Werkstatt ist seit kurzem Bremsendoc-Mitglied. Mit dem neuen Bremsen- Optimierungssystem kann sie Bremsscheiben bearbeiten und nicht mehr nur tauschen. Das soll für mehr Auslastung, auch in der Rädersaison, sorgen. RÄDER & REIFEN 02/2017 doch überzeugt. „Wir haben hier einen Bedarf und genug Kunden mit einer schlagenden Bremse“, erklärt Jochen Zerhau. „Aber nicht nur das, auch das Tragbild der Bremsscheibe wird oft bei der HU bemängelt. Sieht es optisch gut aus, ist das gleich ein Mangelpunkt weniger.“ Lohnende Alternative Vor allem für Modelle der Oberklasse, bei denen ein Satz neuer Bremsscheiben eine kostspielige Angelegenheit sein kann, lohnt sich die Bremsscheiben-Optimierung. Diese kostet bei der Schanzer Werkstatt ca. 140 Euro (netto) für einen Satz gelochte Bremsscheiben und ca. 70 Euro (netto) für normale. Bei aktuell drei bis vier Sätzen pro Woche (jeweils eine Achse) sind unter Berücksichtigung der Arbeitszeit die Leasing- Gebühren schnell wieder drin. Dabei profitiert die Schanzer Werkstatt nicht nur von dem Gerät selbst, mit dem sie den Kunden eine Alternative zu neuen Bremsscheiben anbieten kann, sondern auch von dem Gesamtkonzept „Bremsendoc“ (siehe Interview rechte Seite). Dass Bremsscheiben abgedreht werden, kennt Jochen Zerhau dabei noch aus seinem Ausbildungsbetrieb. „Das neue Dank praktischem Trolley lässt sich das 50 Kilo schwere Gerät leicht positionieren. autoservicepraxis.de | autohaus.de

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Gerät mit dem flexiblen Flansch lässt sich aber viel einfacher parallel zur Nabe positionieren und man muss es nicht auf die Achse heben“, erklärt er. Denn auf dem Vier-Rad-Trolley ist es flexibel verschiebbar und kann in der Höhe verstellt werden. Per Adapter wird es an der Radnabe befestigt. Der Schneidkopf dreht die Bremsscheibe dann gleichmäßig von beiden Seiten ab und beseitigt so den Schlag und die Dickenschwankung der Bremsscheibe. Ein zusätzlicher Messkopf zeigt zudem die Dicke der Bremsscheibe in Millimetern an. Schließlich muss die vom Fahrzeughersteller vorgegebene Mindestdicke eingehalten werden. „Nach dem Abdrehen hat die Bremse wieder ausreichend Gripp und funktioniert optimal. Unschöne Rillen, Rost und Riefen sind entfernt“, erklärt Mario Kohlmann, der mit seiner Firma „we4sales“ den Vertrieb des US-amerikanischen Pro-Cut-Systems für Deutschland, Österreich und die Schweiz übernommen hat. Optische Verschönerung inklusive „Es geht auch um Emotionen“, ist Jochen Zerhau überzeugt, der in der Reifenwechselsaison mit dem neuen Gerät die Auslastung steigern will. Besonders viel verspricht er sich von der Wechselsaison im Frühjahr, wenn die Felgen die Bremsen offenlegen. Denn dann heißt es verrostete Bremsscheiben ade, die Fahrzeuge werden für den Sommer hübsch gemacht, weiß er „MEHR AUSLASTUNG FÜR REIFENFACHBETRIEBE“ Das Konzept Bremsendoc richtet sich an freie Werkstätten sowie an den Reifenfachhandel. Mario Kohlmann, der als Geschäftsführer von we4sales den Bremsendoc vermarktet, erklärt, worin die Vorteile liegen. asp: Was ist das Bremsendoc-Konzept? M. Kohlmann: Der Bremsendoc ist eine Art Qualitätssiegel. Denn die Partner-Betriebe können nicht nur Bremsscheiben tauschen, sondern mit dem Bremsenoptimierungsgerät auch bearbeiten. Dadurch heben sie sich vom Wettbewerb ab, positionieren sich als Bremsenprofi und tragen aktiv zum Umweltschutz bei, da Rohstoff gespart wird. asp: Warum ist der Bremsendoc speziell für den Reifenfach handel Mario Kohlmann interessant? von „we4sales“ M. Kohlmann: Der Reifenfachhandel hat in seinem Kerngeschäft Probleme und muss sein Geschäftsmodell überdenken. Der Bremsendoc hilft Betrieben dabei, sich auch in Richtung Kfz-Service anzusiedeln und Zusatzgeschäfte außerhalb der Wechselsaison ins Haus zu holen. Aus meiner Sicht ist der Reifenbetrieb einfach prädestiniert, Bremsendoc zu werden. Denn er ist es gewohnt, Zusatzleistungen wie Wuchten zu verkaufen, und die Bremse ist beim Reifenwechsel sowieso freigelegt. Also kann er beispielsweise auch Bremsen-Wellness aktiv anbieten und so seine Auslastung, auch in reifenschwachen Zeiten, erhöhen. asp: Welche Voraussetzungen muss ein Betrieb erfüllen, um Bremsendoc-Partner zu werden? Wie hoch sind die Kosten? M. Kohlmann: Wer Bremsendoc-Partner werden will, muss ein Meisterbetrieb sein. Zudem ist eine technische und eine Verkaufs-Schulung vorgesehen, um den Kunden optimal beraten zu können. Denn es geht nicht immer direkt um eine neue Bremsscheibe, sondern darum, das Problem nachhaltig zu lösen. Das Gerät zur Bremsscheibenoptimierung „Pro Cut PFM 9.2 Boss“ kann dabei für 198 Euro netto pro Monat geleast oder für rund 8.000 Euro gekauft werden. Die Bremsendoc-Lizenzgebühren für Marketing, Werbemittel und Co. liegen bei 49 Euro pro Monat. aus Erfahrung. Schon heute kommen benachbarte Auto händler mit Fahrzeugen, die längere Zeit standen, zur Schanzer Werkstatt, um die Bremsscheiben vor einem Verkauf optisch aufzubessern. „Der Bremsendoc wirkt auf drei Ebenen: bei Autohäusern im Einzugsgebiet, bei Bestandskunden durch das Marketingmaterial und bei Neukunden, die über die Bremsendoc-Homepage auf die Werkstatt aufmerksam werden“, bestätigt Mario Kohlmann. Und das Feedback der Kunden ist positiv. „Bis jetzt waren alle zufrieden“, weiß Jochen Zerhau zu berichten. „Das ist eine Win-Win-Situation. Ich habe dem Kunden Geld und mir Arbeitszeit gespart. Denn der Mechaniker kann nebenher andere Servicearbeiten am Fahrzeug machen. Das Gerät arbeitet autark und schnell.“ Valeska Gehrke ■ „Wir ergänzen uns optimal“, sagt Jochen Zerhau (links) über seinen Partner Armin Mangold. 2009 gründeten die beiden Kfz-Meister ihre eigene Werkstatt. autoservicepraxis.de | autohaus.de Reifenregale stabiles Stecksystem schnell montiert Reifenlagerhallen und Reifencontainer Top-Preise direkt vom Hersteller Zu 100% in Deutschland produziert Ab Lager lieferbar Abgerundete Traversen zur schonenden Lagerung Hacobau GmbH · Tel. 0 51 51 - 80 98 76 info@hacobau.de · www.hacobau.de

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SERVICE REIFENMONTAGE Läuft wie geschmiert Beim Reifenwechsel sind Montagepasten und -cremes für eine beschädigungsfreie Montage unersetzlich. Verschiedene Reifen benötigen unterschiedliche Schmiermittel. Wir geben einen Überblick. Die Montage und Demontage von Niederquerschnitt-Reifen funktioniert zuverlässig und beschädigungsfrei mit guten Montagepasten. Fotos: Marcel Schoch, Liqui Moly ür die Reifenmontage werden von unterschiedlichen Herstellern verschiedene Montagemittel wie Cremes oder Pasten angeboten. Den höchsten Bekanntheitsgrad dürfte Rema Tip Top haben. Aber auch Produkte von Ecora, Liqui Moly, Prema, Reinheimer oder Technolit finden sich zahlreich in den Werkstätten. Dabei müssen diese Helferlein gegenüber Gummi, Lack und Metall der Felge chemisch neutral sein. Zusätze von Mine- ralöl, die den Gummi quellen lassen würden, sind daher strikt tabu. Bei der Montage erfüllen Montagemittel zwei Funktionen: Einerseits sollen sie eine hohe Gleitwirkung haben, damit der Sprungdruck des Reifens in das Felgenbett möglichst niedrig ist, andererseits muss das Montagemittel nach der Montage möglichst schnell trocknen, damit der Reifen unter Belastung nicht auf der Felge wandert. Dies könnte nämlich zu Undichtheiten und Unwucht am Rad führen. KURZFASSUNG Montagepasten- und -cremes überlagern die Reibung des Gummis. Das spart Kraft und schont Reifen, Felge und Werkzeug. Zudem werden Arbeitszeit gespart und Arbeitsrisiken minimiert. Der Markt bietet deshalb heute eine breite Palette unterschiedlicher Montagemittel an. Einige sind sogar universell einsetzbar. Meist haben sie aber spezifische Eigenschaften für unterschiedliche Einsatzzwecke, was genau beachtet werden sollte. RÄDER & REIFEN 02/2017 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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Je nach Einsatzzweck und Art des Reifens werden Trocknungszeiten zwischen 10 Minuten und einer Stunde angestrebt. Erst danach ist ein Reifen voll belastbar. Die Konsistenz des Montagemittels hat dabei wesent lichen Einfluss auf die Trocknungszeit. Deshalb wird nach Montagepasten, -wachsen, -cremes und -flüssigkeiten unterschieden. Je nach Einsatzzweck Für die meisten Montierzwecke, wie sie beim Reifenservice, an Tankstellen, in Werkstätten und Fuhrparks vorkommen, eignen sich Universal-Montierpasten. Wegen ihrer hohen Gleitwirkung sind sie für alle gängigen Felgen- und Reifenkombinationen an Pkw, Lkw, Motorrädern sowie Land- und Baumaschinen geeignet. Da sie schnell trocknen, wird ein Wandern des Reifens nach der Montage sicher vermieden. Für den gepflegten Eindruck gibt es sie auch als schwarze Universal-Montierpaste. Sie hinterlässt nach dem Abtrocknen keine Spuren. Breitreifen-Montierpasten kommen in Tuningwerkstätten, Werkstätten mit überwiegendem Anteil an Breitreifenkunden und im Motorsportbereich zum Einsatz. Sie haben eine erhöhte Gleitfähigkeit, um dem Reifen in der Anfangsphase der Montage ein leichtes Überwinden des Humps zu ermöglichen. Da sie sehr schnell trocknen, gewährleisten sie eine hohe Verdrehsicherheit des Reifens bei starken Antriebskräften. Zudem sind sie Sitzt ein Reifen extrem fest auf der Felge, können flüssige Montagemittel die letzte Möglichkeit zur Rettung sein. autoservicepraxis.de | autohaus.de schleuderfest und nach dem Trocknen nahezu transparent, was ein makelloses Finish nach getaner Arbeit an teuren Sportwägen sicherstellt. Bei runderneuerten Reifen, die auf alte Felgen aufgezogen werden, für Oldtimerreifen und im Gebrauchtreifenhandel kommt oft Dichtungsmontagepaste zum Einsatz. Neben einer guten Gleitwirkung und schnellen Abtrocknungszeit hat sie auch eine Dichtfunktion. Diese wird durch Füllstoffe (Gummipartikel und Mikrofasern) erreicht, die sich zwischen Reifenwulst und Felgenhorn legen. Obwohl die Paste teurer ist als herkömmliches Montagemittel, spart man sich mit ihr oftmals teure Zweitmontagen des Reifes. Darüber hinaus vermeidet man durch ihren Einsatz schleichenden Druckverlust und damit unzufriedene Kunden. Bei kleinen alters- oder verschleißbedingten Undichtheiten an Reifenwülsten von Lkw, Traktoren oder Baustellenfahrzeugen wird so genannter Bead Sealer verwendet. Das Mittel ist kein Reifendichtmittel bei größeren Gummischäden. Präventiv angewendet, verhindert es jedoch zuverlässig eine kostensteigernde Zweitmontage des Reifens. Auch für Zweiräder und Lkw Werkstätten, die nur wenige Breitreifen, dafür aber zahlreiche Standardmontagen an Pkw und Lkw vornehmen, verwenden meist Montagewachse. Aufgrund seiner hohen Gleitwirkung wird der Setzdruck Die wachsartige Konsistenz des Montagemittels hilft, dass der Reifen mit der Montiermaschine leicht aufgezogen werden kann. Hunter TCR 1 Revolution Die Reifenmontage war noch nie so automatisiert. Rufen Sie uns an! Und die Unterlagen kommen auf Ihren Tisch. Beurer Straße 25a · 86926 Greifenberg Deutschland · Tel: +49-8192-933 99-0 Fax: +49-8192-933 99-19 www. hunter-d.de · info@hunter-d.de

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SERVICE REIFENMONTAGEMITTEL* Montagemittel/Anbieter Zielgruppe Einsatzzweck Montagepasten Prema (www.prema24.com) Rema Tip Top (www.rema-tiptop.de) Technolit (www.technolit.de) Montagewachse Ecora (www.ecora-werk.de) Rema Tip Top (www.rema-tiptop.de) Montagecremes Ecora (www.ecora-werk.de) Reinheimer (www.rei-pa.com) Rema Tip Top (www.rema-tiptop.de) Flüssige Montagemittel Ecora (www.ecora-werk.de) Liqui Moly (www.liqui-moly.de) Reinheimer (www.rei-pa.com) Rema Tip Top (www.rema-tiptop.de) Technolit (www.technolit.de) Montage-Dichtmittel Reinheimer(www.rei-pa.com) Rema Tip Top (www.rema-tiptop.de) Wulsthaftmittel Rema Tip Top (www.rema-tiptop.de) Reinheimer (www.rei-pa.com) *kein Anspruch auf Vollständigkeit Fuhrparks, Kfz-Werkstätten, Motorsport-Teams, Reifen-Service, Reifen-Services mit Breitreifen-Kunden, Tankstellen, Tuning-Werkstätten Kfz-Werkstätten mit Standardmontagen, Landwirtschaftliche Servicebetriebe, Motorrad-Service, Pannenservice Pkw, Reifenservices mit wenig Breitreifen-Kunden, Supermarkt-Reifenservice, Tankstellen mit gelegentlicher Reifenmontage Baumaschinen-Service, Landwirtschaftliche Service-Betriebe, Lkw-Baustellen-Service, Lkw-Pannenservice, Lkw-Reifenfachbetriebe, Lkw-Service-Werkstätten, Mobiler Montage-Service Landwirtschaftliche Service-Betriebe, Mobiler Industrie-Reifen-Service, Reifenfachbetriebe mit hohem Ackerschlepper-Anteil, Reifenfachbetriebe mit hohem Industriekundenanteil, Reifenservice für Baustellenfahrzeuge, Speditionen mit Reifenservice Gebrauchtreifenhandel, Kfz-Werkstätten, Landwirtschaftliche Service- Betriebe, Oldtimer-Clubs, Reifenservice mit ständigen Ummontagen, Reifenfachbetriebe mit hohem Ackerschlepper-Anteil, Reifenservice für Baustellenfahrzeuge, Tankstellen Landwirtschaftliche Service-Betriebe, Reifenservice für Baustellenfahrzeuge Pkw, Lkw und Baumaschinen, Landwirtschaftliche Maschinen, Motorrad Pkw, Lkw, Motorrad Lkw, Landwirtschaftliche Maschinen, Stapler (luftbereift), Baumaschinen Lkw, Landwirtschaftliche Maschinen, Stapler u. Ä. (nur Vollgummibereifung) Pkw, Lkw, Landwirtschaftliche Maschinen, Baumaschinen Traktor, Baumaschinen schlauchloser Reifen so deutlich reduziert. Spezielle Montagewachse finden auch Anwendung beim Zweirad-Service. So genannte Montagecremes kommen meist bei Lkw-Reifenfachbetrieben und -Werkstätten mit hohem Baumaschinenanteil zum Einsatz. Ihre cremeartige Konsistenz lässt es zu, sehr viel Montagemittel mit dem Pinsel aufzunehmen und leicht damit den Reifen einzustreichen. Demontage-Fluids Wegen der großen Gleitstrecken bleiben sie über den Zeitraum der Montage lange gleitfähig. Werden Montagecremes verwendet, können Reifen selbst nach Jahren RÄDER & REIFEN 02/2017 wieder problemlos demontiert werden. Zur Montage von Vollgummireifen (etwa SIT-Reifen) oder Spezial-Bereifungen landwirtschaftlicher Fahrzeuge oder Baumaschinen braucht es flüssige Montagemittel. Sie gewährleisten einen stark und langanhaltenden Gleitfilm, der selbst extrem hohen Aufpressdrücken, beispielsweise unter der Vollgummipresse, standhält. Die flüssige Konsistenz verhindert zudem zuverlässig trockene Stellen mit hohem Gleitwiderstand. Es gibt sie beispielsweise als sparsames Konzentrat, das im Verhältnis 1:5 mit Wasser vermischt wird. Für die Demontage sollten so genannte Demontage-Fluids verwendet werden. Das flüssige Hilfsmittel ist besonders kriechfähig und verhindert bei Ummontagen zuverlässig eingerissene Wülste und beschädigte Felgen. Es wird während der Demontage gepinselt oder aufgesprüht. Es darf jedoch nicht zur Montage verwendet werden, da sonst der Reifen auf der Felge wandern kann. Um das Wandern eines Reifens zu vermeiden, wird so genanntes Anti-Gliss-Lube eingesetzt. Es hat dauerelastische Haftvermittler auf Harzbasis, die jedoch wegen späterer Demontage ein Verkleben des Reifens mit der Felge verhindern. Passendes Werkzeug nötig Genauso wichtig wie die Montagehilfsmittel sind aber auch die Werkzeuge, mit denen sich Pasten, Cremes und Wachse effizient auf Reifen oder Felgen auftragen lassen. Hier kommen vor allem zwei unterschiedliche Pinseltypen in verschiedenen Größen und Stiellängen zum Einsatz: Der Rundpinsel mit abgewinkeltem Kopf und der Flachpinsel. Kleine Rundpinsel werden speziell bei Standard-, aber auch Breitreifenmontagen am Pkw und Motorrad verwendet. Große Rundpinsel finden Verwendung bei der Lkw-Reifenmontage. Flachpinsel hingegen, die es nur in einer Ausführung gibt, werden für Spezialfälle bei Pkw und Motorradreifen benötigt, um noch Montagemittel während der Montage oder Demontage zwischen Reifenwulst und Felgenhorn aufbringen zu können. Seit einigen Jahren setzen sich aber auch immer mehr Spraydosen mit sehr flüssigen Montagemitteln durch. Sie eignen sich beinahe für jeden Reifentyp. Zu beachten ist aber bei ihrer Verwendung, dass sie bei weitem nicht so sparsam im Gebrauch und kostengünstig sind wie herkömmliche Pasten, Cremes oder Wachse, die es in großen Gebinden Der Trend geht eindeutig zum flüssigen Montagemittel. Es lässt sich sauber und schnell auftragen. autoservicepraxis.de | autohaus.de

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Bei Rema Tip Top findet sich für jede Montage der richtige chemische Helfer. bis zu 10 Kilogramm gibt. Die eingesetzten Montagemittel richten sich stark nach der Art der Reifenmontagen. Werkstätten, die Montagemittel benötigen, sollten daher beim Einkauf und der Bevorratung darauf achten, welche Kundenanteile welche Art von Reifenmontagen hauptsächlich benötigen. Bei gelegentlichen Reifenservices genügen Universalmontierpasten Beim Landmaschinen-Reifenservice sind so genannte Montage-Dichtmittel unverzichtbar. völlig. Sie decken den Großteil aller Reifenmontagen ab. Durch Zukauf spezieller Montagemittel in verschiedenen Packungsgrößen kann der Bedarf individuell an die Kundenstruktur der Werkstatt angepasst werden. Wer seinen Vorrat so abstimmt, hat immer das richtige Montagemittel zur Hand. Nebenbei kann die Werkstatt so auch dem Kunden ihre Kompetenz in Sachen Reifenwechsel zeigen. Marcel Schoch ■ SERVICE RUND UMS RAD OUTSOURCING SCHAFFT FREIRÄUME IM LAGER UND MEHRUMSÄTZE IM AFTER SALES. DAMIT AUCH SIE VON 4WHEELS PROFITIEREN KÖNNEN, EXPANDIEREN WIR WEITER. AKTUELL IN DIESEN REGIONEN: WWW.4WHEELS.DE 74 +3 + HAMBURG + BRUCHSAL / RASTATT + BAMBERG / BAYREUTH

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PRODUKTE WUCHTEN Ergonomisch und schnell Die neue Wuchtmaschine ATH W82 Touch 3D (siehe Foto) kommt mit einigen nützlichen Funktionen daher, etwa die automatische Übernahme von Felgendurchmesser, Felgenbreite und Abstandsmaß. Der Anwender kann die Maschine über das frontale Bedienfeld oder über den Touchscreen-Monitor bedienen. Zudem verfügt das Gerät über zahlreiche praktische Ablagefächer für Zubehör und Werkzeuge. Die automatische, elektronische Feststellbremse erleichtert das Anbringen der Klebegewichte. Die ATH W 82 Touch zeichnet sich zudem durch ihre pneumatische Felgenspannung mit 40 Millimeter Durchmesser aus. Auch das Design kann sich sehen lassen: das Gerät ist laut Hersteller mit einer widerstandsfähigen Hammerschlag-Pulverbeschichtung ausgestattet. Im Lieferumfang sind Spannkonen von 45 bis 130 Millimeter mit Konushalterungen, eine Felgenlehre, 100 Gramm Kalibriergewicht, eine Felgenzange sowie eine Spannhaube für Aluminiumfelgen enthalten. Geeignet ist die ATH W82 Touch für Pkw-Räder sowie mit optionalem Zubehör auch für Leichtlastkraftwagen. Die ATH W62 LCD hingegen ist wahlweise als 3D- oder als 2D-Variante verfügbar. Die 3D-Version übernimmt Abstandsmaß, Felgendurchmesser und Felgenbreite automatisch, während die 2D-Version zwar Abstandsmesser und Felgendurchmesser automatisch übernimmt, die Felgenbreite aber manuell eingegeben werden muss. Auf dem LCD-Monitor kann der Anwender die optische und digitale Positionsanzeige der Gewichte ablesen. Bedient wird das Gerät über das Frontbedienfeld. Als preisgünstigere Alternative zur ATH W62 LCD hat ATH-Heinl noch die Foto: ATH-Heinl ATH W42 LED im Produktportfolio. Diese ist ebenfalls als 3D- und 2D-Variante verfügbar. Die Positionsanzeige für die Gewichte wird jedoch nicht auf einem LCD-Monitor, sondern auf einer LED-Anzeige dargestellt. vg ■ ATH-Heinl GmbH & Co. KG www.ath-heinl.de RDKS Kann QR-Codes lesen RÄDER & REIFEN 02/2017 Fotos: Texa Diagnosespezialist Texa bringt ein neues Gerät für die professionelle Anwendung an RDKS-Systemen auf den Markt. Das TPS 2 richtet sich dabei speziell an Reifendienste und ermöglicht die Durchführung von Sensortests. Zudem sollen sich universelle Aftermarket-Sensoren durch die Übertragung der Konfiguration von OE-Sensoren programmieren lassen. Durch TWS 2 (Texa Wireless Scan) erfolgt die automatische Scannung der Sensoren zudem im Vergleich zur bisherigen Lösung viermal schneller. Mit einer Fünf-Megapixel- Kamera mit Autofokus ist das Gerät bereits für zukünftige Entwicklungen gerüstet. Es kann QR-Codes lesen, die zur Überwachung und Wartung von Reifen eingesetzt werden könnten. Der Anwender kann mit der Kamera auch Fotos erstellen, die an Kundenberichte angehängt werden. Die praktische Druckfunktion ermöglicht das Ausdrucken der ausgeführten Arbeitsschritte. Dank der über microSD-Slot integrierten 4-GB-Speicherkarte können die Arbeiten an einem Kundenfahrzeug gespeichert und jederzeit wieder aufgerufen werden. Das hochauflösende Display des TPS 2 lässt sich selbst bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesen. Dank WiFi-Modul sind etwa Aktualisierungen der Software über eine Netzwerkverbindung möglich. In der Nano-Service-Konfiguration verfügt das Gerät auch über Bluetooth. Das ermöglicht laut Hersteller die Kommunikation mit der neuen RDKS-Sensorgeneration „low energy“. vg ■ Texa Deutschland GmbH www.texadeutschland.com autoservicepraxis.de | autohaus.de

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WUCHTEN Für den hohen Durchsatz Foto: Snap-on Equipment autoservicepraxis.de | autohaus.de Die neue geodyna 8200-2p Serie (siehe Foto) von Snap-on Equipment zeichnet sich durch die bedienerfreundliche Anwendung aus. Die Radauswuchtmaschine mit Diagnosefunktion richtet sich vor allem an Reifendienstbetriebe, Kfz-Werkstätten und Vertragswerkstätten mit hohem Durchsatz. Das Auswuchten und die Höhenschlag diagnose werden dabei in einem Messlauf durchgeführt. Die Messung der Raddaten erfolgt mit dem 2D-Felgenscanner sowie Smart Sonar automatisch. Smart Sonar bezieht sich dabei auf die berührungslose Erfassung der Felgenbreite. Der Felgenscanner misst den Felgendurchmesser sowie die Anzahl und Position der Speichen und wählt daraus automatisch das Auswuchtprogramm sowie Gewichtetyp und Gewichteposition, so der Hersteller. Das spart dem Anwender Zeit. Die Gewichte lassen sich dabei so hinter den Speichen anbringen, dass sie von außen nicht sichtbar sind. Auch die ergonomische Konzeption der geodyna 8200-2p Serie erleichtert die Arbeitsprozesse. Denn das komplette Zubehör und alle Werkzeuge sind in den entsprechenden Ablageflächen bequem erreichbar. Im Vergleich zur Vorgängerversion wurde der ergonomische Gewichtekasten, der geodata-Messarm mit Gewichteklemme und die Monitorposition, angepasst. Der Touchscreen-Monitor stellt dabei mit großen Ziffern anwenderfreundlich die Position der Gewichte farblich dar. Die Rückmeldungen auf die Auswuchtmaschine seien seit der Einführung im Mai 2017 gut, heißt es auf Nachfrage von Snap-on Equipment. Ebenfalls gut kommt im Reifen bereich die bewährte Smart-Speed-Technik an, so das Unternehmen. Diese Technik wählt bei Reifenmontiermaschinen automatisch die höchstmögliche Drehzahl entsprechend dem optimalen Drehmoment. Die permanente Kontrolle des Drehmoments verhindert, dass der Grenz wert von 1.200 Nm überschritten wird. Denn moderne Rad-Reifen-Kombinationen sind immer komplexer, was den Reifenwechsel erschwert. Besonders der Wulst kann bei der Montage leicht beschädigt werden. Dieses Problem soll Smart Speed verhindern. Die patentgeschützte Technik ist in einer Vielzahl von Reifenmontiermaschinen enthalten, darunter die monty 8300p. Die wdk-zertifizierte Maschine wurde für Kfz-Betriebe mit hohem Durchsatz entwickelt. Aber auch die Reifenmontiermaschine monty 3300-22, die sich an Reifendienstbetriebe mit mittlerem Reifendienstvolumen richtet, ist mit der Smart- Speed-Technik ausgestattet. vg ■ Snap-on Equipment GmbH https://eu.hofmann-equipment.com/de Satteldachhalle Typ SD12 (Breite: 12,00m, Länge: 21,00m) • Traufe 3,35m, Firsthöhe 4,00m • mit Trapezblech, Farbe: AluZink • incl. Schiebetor 3,00m x 3,20m • feuerverzinkte Stahlkonstruktion • incl. prüffähiger Baustatik Mehr Infos Aktionspreis € 19.900,- ab Werk Buldern; excl. MwSt. Schneelastzone 2, Windzone 2, a. auf Anfrage www.tepe-systemhallen.de · Tel. 0 25 90 - 93 96 40 Günstig direkt vom Hersteller Inkl. kostenfreier Typenstatik Erdnagelbefestigung Reifenregale zu Top-Koditionen Verkaufspavillons für Gebrauchtwagenplätze Günstig und variabel durch Systembauweise Repräsentativ, modern, hochwertig Optisch individuell gestaltbar Auf Wunsch inkl. Bauantrag Reifenlagerhallen & Reifencontainer & Reifenregale Werkstatthallen und Direktannahmen ab 30 m 2 Günstig + variabel durch Systembauweise Inkl. kostenfreier Typenstatik Kurze Lieferzeiten Auf Wunsch inkl. Bauantrag Über 500 Referenzen im Automobilbereich Hacobau GmbH · 31785 Hameln · Tel. 0 51 51- 80 98 76 · info@hacobau.de · www.hacobau.de

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PRODUKTE ZUBEHÖR Reifen richtig lagern Zweimal im Jahr steht die Reifenwechsel-Saison an. Für die richtige Lagerung bietet Heyner die rot-schwarzen Wheelstar-Pro-Reifentaschen an. Diese schützen vor Schmutz und Feuchtigkeit. Egal wo die Reifen gelagert sind, in den Taschen sind sie bis zur nächsten Saison gut verwahrt. Das Wheelstar M Set ist dabei für vier Reifen mit einer maximalen Breite von 245 Millimetern und einem Durchmesser von 14 bis 18 Zoll geeignet. Die unverbindliche Preisempfehlung für das Set liegt bei 29,95 Euro. Auch für größere Reifen hat Heyner eine Lösung parat: Das WheelStar Set SUV XL eignet sich für vier größere Reifen mit einer Breite von bis zu 285 Millimetern und einem Durchmesser von 14 bis 20 Zoll. Das Set für größere Fahrzeuge kostet 39,95 Euro (UVP). Für Fahrzeugmodelle mit separatem Reserverad steht zudem eine fünfte Reifentasche einzeln zur Verfügung. Alle Reifentaschen bestehen laut Hersteller aus strapazierfähigem Oxford- Nylon. Dank praktischer Kennzeichnung lassen sich alle Reifen nach der Lagerung in der nächsten Saison wieder einfach zuordnen. Die Beschriftung zeigt eindeutig, welches Rad wo hingehört. Damit Foto: Heyner Radbolzen nicht verloren gehen, gibt es außen an der Tasche ein extra Fach. Robuste Tragegriffe sollen zudem den Transport erleichtern. vg ■ Alca Mobil Logistics + Services GmbH www.heyner-pro.com MONTIEREN Mit Hilfsmontagearm Foto: Longus Die Reifenmontiermaschine „LMM-18- 2-IT AL-390“ für Pkw-Reifen arbeitet vollautomatisch ohne Montagehebel, so der Hersteller. Sie verfügt über den Montagearm AL-390 und besitzt einen Spannbereich von 11 bis 24 Zoll und soll sich damit auch für die Montage von UHP- Reifen eignen. Die in die Spannklauen inte grierten Tandemdüsen unterstützen den Anwender bei der Reifenbefüllung. Auch im Bereich Wuchtmaschinen wartet Longus mit überarbeiteten Modellen auf. Darunter die LWM-47 und LWM-48 mit italienischer Software und neuem Design. Die beiden Geräte sind mit patentierter Positionsanzeige für die Auswuchtgewichte ausgestattet. Stabil gelagerte Wuchtwellen sorgen laut Hersteller im Zusammenhang mit hochempfindlichen Sensoren für ein präzises Wuchtergebnis. vg ■ Longus GmbH www.longus.de ZENTRIEREN Großer Spannbereich RÄDER & REIFEN 02/2017 Die universelle Mittenzentrierung Quick Hub von Haweka ist für alle gängigen Rad auswuchtmaschinen geeignet. Sie ersetzt laut Hersteller sämtliche Zentriermittel für Pkw, 4x4, Offroad und Leicht-Lkw und spart dadurch Zeit in der Werkstatt. Der Spannbereich liegt bei 53,3 bis 77,1 Millimetern, mit entsprechenden Erweiterungsaufsätzen sogar bis zu 171,5 Millimetern. Die Zentrierung soll genaues und spielfreies Zentrieren ermöglichen und besonders mühelos ohne Kraftaufwand bedienbar sein. vg ■ Haweka AG www.haweka.com Foto: Haweka autoservicepraxis.de | autohaus.de

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PRODUKTE REIFEN Langlebig und sicher Bridgestone hat unter dem Firestone- Label den neuen Roadhawk auf den Markt gebracht, der besonders langlebig, sicher und leistungsfähig sein soll. Nach den Kriterien des EU-Reifenlabels erzielt der Touringreifen die Note A für Nasshaftung. Die leichte Karkasse soll zudem für einen geringen Rollwiderstand und niedrigen Kraftstoffverbrauch sorgen. Der Firestone Roadhawk wird in Größen von 15 bis 19 Zoll angeboten. aj ■ Bridgestone Deutschland GmbH www.bridgestone.de Foto: Briidgestone Foto: Autec RDKS Günstiger als das Original Der exklusiv von Autec vertriebene RDKS-Sensor „iM TPMS 4569“ funktioniert wie ein OE-Sensor, ist jedoch günstiger als der Sensor aus der Erstausrüstung. Die Abdeckung des Autec-Sensors umfasst neben dem BMW 5er (ab Baujahr 01/2017) den BMW 7er (ab Baujahr 07/2015) und die Mercedes-Benz E- Klasse (ab Baujahr 11/2015). aj ■ Autec GmbH & Co. KG www.autec-wheels.de REIFEN Niedriges Abrollgeräusch Hankooks neuer Reifen Kinergy Eco² wurde speziell für moderne Klein-, Kompakt- und Mittelklassefahrzeuge entwickelt. Neben der Fahrsicherheit standen bei der Entwicklung auch ein besonders niedriger Rollwiderstand sowie eine hohe Laufleistung im Fokus. Auch das Abrollgeräusch soll sehr niedrig sein. Der neue Kinergy Eco² wird ab Frühjahr 2018 zunächst in 52 Größen von 13 bis 16 Zoll erhältlich sein. aj ■ Hankook Tire Europe GmbH www.hankooktire.com Foto: Hankook FELGE Dreifach beschichtet Foto: Alcar Die Alufelge Dezent TX Graphite von Alcar kommt im klassischen Fünf-Speichen-Layout mit mattem Finish daher. Dank der neuen SR3-Lackierung mit drei Schichten ist volle Wintertauglichkeit garantiert. Durch das optimierte Felgenbett lassen sich Wuchtgewichte zudem leichter verbauen. Die Felge ist in Dimensionen von 14 bis 18 Zoll erhältlich. aj ■ Alcar Leichtmetallräder GmbH www.dezent-wheels.com RÄDER & REIFEN 02/2017 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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REIFEN Mit Kevlar verstärkt Goodyear hat den neuen Geländewagenreifen Wrangler All-Terrain (AT) Adventure auf den Markt gebracht, der eine besonders hohe Laufleistung bieten soll. Der Reifen eignet sich gleichermaßen für den Einsatz im Gelände und auf der Straße. Dank seiner Kevlar-Schicht in der Lauffläche ist er besonders widerstandfähig und vor Beschädigungen geschützt. Auch die Seitenwand trotzt dank Silica in der Gummimischung Stichen und Schnitten. Bis in die Seitenwand hinein verlängerte, offene Schulterblöcke bilden zudem zusätzliche Greifkanten auf nachgiebigem Untergrund und sorgen damit auf Lehmböden für gute Traktion. Durch die offene Gestaltung der Schulterblöcke soll sich das Profil selbst von eingefahrener Erde oder Schlamm reinigen. aj ■ Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH www.goodyear.de Foto: Goodyear Dunlop FELGE Ideal für Ganzjahresreifen Foto: DBV Das neue Leichtmetallrad mit der etwas kryptischen Bezeichung „5SP 001“ erweitert ab sofort das Portfolio des Würzburger Unternehmens DBV. Das in der Lackierung „Shadow Silber“ erhältliche Rad ist im eleganten Fünf-Speichen-Styling ausgeführt. Es soll laut Hersteller sehr pflegeleicht sein und eignet sich daher auch als Ganzjahresrad. Erhältlich ist es für viele gängige Fahrzeuge sowohl mit Vier- als auch mit Fünf-Loch-Anbindung in den Größen 6,0 x 15, 6,5 x 16, 7,0 x 16, 7,0 x 17 und 7,5 x 17 Zoll. Das Leichtmetallrad verfügt darüber hinaus auch über ein KBA-Prüfzeichen und eine ABE. Zudem ist es wintertauglich und uneingeschränkt für RDKS geeignet. aj ■ DBV Würzburg GmbH www.dbv.eu

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PRODUKTE FELGE Prägnanter Auftritt Das Leichtmetallrad R59 von Ronal ist ab sofort auch in der Größe 7, 5 x 17 Zoll für alle gängigen Fünf-Loch-Anwendungen erhältlich. Markenzeichen der Felge sind die fünf Doppelspeichen und das Tiefbett-Design. Das Rad eignet sich für viele Fahrzeuge der Kompakt- und Mittelklasse und ist in drei Oberflächen verfügbar: Neben Jetblack-frontkopiert und Jetblack-matt-hornkopiert wird auch Jetblack-matt-red rim angeboten. aj ■ Ronal AG www.ronal-wheels.com Foto: Ronal SPEZIALREIFEN Fühlt sich im Schlamm wohl Foto: Bridgestone Für Baumaschinen hat Bridgestone den neuen Radialreifen V-Steel L-Traction (VLT) in 29 Zoll vorgestellt, der für die neue Klasse der knickgelenkten Dumper konzipiert ist und das Spektrum von lehmigen, weichen und schlammigen bis hin zu festen Untergründen abdeckt. Der Reifen soll hier eine besonders gute Wendigkeit und Traktion bieten. aj ■ Bridgestone Deutschland GmbH www.bridgestone.de FELGE Aus Carbonfasern geflochten Porsche bietet ab Anfang 2018 Leichtbauräder mit geflochtenen Carbonfasern als Option für den Porsche 911 Turbo S Exclusive Series an. Der Hightech-Werkstoff wird dabei von einer Klarlack-Schicht geschützt. Die Räder wiegen dadurch rund 8,5 Kilogramm beziehungsweise RÄDER & REIFEN 02/2017 Foto: Motip Dupli 20 Prozent weniger als die serienmäßigen Leichtmetallräder. Gleichzeitig sind sie um 20 Prozent fester. Das ist ein teurer Spaß: Ein Satz kostet 15.232 Euro. aj ■ Porsche AG www.porsche.com PANNENHILFE Löcher schnell verschließen Reinigungsspezialist Motip Dupli hat unter der Presto-Marke ein Reifenpannenspray auf den Markt gebracht, das bei einer Panne den Reifen für die Weiterfahrt stabilisieren kann. Das Spray auf Kautschuk-Basis wird über das Ventil eingesprüht. Es verschließt Löcher im Reifen und pumpt ihn wieder auf. Es eignet sich für Reifen bis maximal 18 Zoll. aj ■ Motip Dupli GmbH www.motipdupli.de Foto: Porsche autoservicepraxis.de | autohaus.de

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FELGE Leichtgewicht mit zehn Speichen KATALOG Für den Winter Die neuen Winter-Kataloge vom Felgenspezialisten Autec sind verfügbar. Neben dem „Designprogramm“ für Endkunden ist das „Räderprogramm“ für Autec- Händler erhältlich. Letzteres enthält neben der Designübersicht eine Anwendungsliste, um Fahrzeug, Rad und Reifen schnell zuordnen zu können. aj ■ Autec GmbH & Co. KG www.autec-wheels.de autoservicepraxis.de | autohaus.de Foto: Pirelli Das neue W-Rad von Borbet im Zehn- Speichen-Design ist ab sofort in den Dimensionen 6,5 x 16 und 7 x 17 Zoll für verschiedene Fahrzeuge in den Farbvarianten „Crystal Silver“ und „Mistral Anthracite Glossy“ verfügbar. Es soll laut Hersteller zudem sehr leicht sein. aj ■ Borbet Vertriebs GmbH www.borbet.de REIFEN Nachhaltiger Reifen Foto: Borbet Pirelli hat eine neue Generation des Energiesparreifens Cinturato P7 Blue präsentiert, der weiter optimiert wurde. Sämtliche Größen des Reifens sind auf dem EU-Reifenlabel mit der „AA“-Note für Energie-Effizienz und Nassgriff ausgezeichnet. Die neue Generation verfügt auch über einen reduzierten Rollwiderstand, was Kraftstoff einspart. aj ■ Pirelli Deutschland GmbH www.pirelli.de Foto: Autec IHR AUTOHAUS OHNE SOFT- PLANNING? IST WIE OKTOBER OHNE FEST. soft-planning - so geht TKP www.autohaus-tkp.de

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PRODUKTE REIFEN Für sportliche Klassiker Dunlop bietet Old- und Youngtimerfans ab sofort eine neue Klassikerreifen-Serie. Die „Sport Classic“-Pneus im klassischen Design sollen die Performance moderner Reifentechnologie mit dem Retro-Look vereinen. Zielgruppe sind sportliche Automobile der Baujahre 1960 bis 1990 wie etwa der Porsche 356 oder Mercedes SL, Typ 107. Die Sport Classic-Serie wird in den zehn gängigsten Reifengrößen verfügbar sein. aj ■ Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH www.dunlop.eu Foto: Goodyear Dunlop FELGE Von Alice bis Elena Foto: Tyremotive Unter der Rädermarke itWheels hat der Reifengroßhändler Tyremotive sein Leichtmetallrad-Sortiment weiter ausgebaut: Mit Alice, Alisia, Anna und Elena stehen gleich vier Neuzugänge für viele Fahrzeuge zur Verfügung. Modell Anna (siehe Foto) mit fünf sternförmig angeordneten Doppelspeichen ist in Dimensionen von 17 bis 21 Zoll erhältlich. aj ■ Tyremotive GmbH www.itwheels.de REIFEN Ideal für Musclecars Cooper Tires hat mit dem Cobra Radial G/T einen Reifen für Fahrzeuge im Angebot, die vor Oktober 1990 zugelassen wurden und damit die Vorgaben des EU-Reifenlabels nicht erfüllen müssen. Der Reifen eignet sich speziell für amerikanische Musclecars, weil damit der charakteristische Look mit der weißen Seitenwandbeschriftung erhalten bleibt. Er ist in 15 verschiedenen Größen mit 14, 15 und 16 Zoll Durchmesser erhältlich. aj ■ Cooper Tire & Rubber Company Europe Ltd. www.coopertires.de Foto: Cooper Tire FELGE Schwarze Sonderedition Foto: Alcar Aufgrund der hohen Nachfrage hat Dotz eine Sonderedition der Revvo-Felge aufgelegt. Die „Revvo black“ mit Kreuzspeiche in schwarz-mattem Finish eignet sich dank der neuen SR3-Lackierung ideal für den Wintereinsatz und ist resistent gegen Streusalz. Sie passt unter anderem auf Fahrzeuge von BMW und Audi und ist in Größen von 17 bis 20 Zoll erhältlich. aj ■ Alcar Leichtmetallräder GmbH www.dotz-wheels.com RÄDER & REIFEN 02/2017 autoservicepraxis.de | autohaus.de

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© phanuwatnandee/stock.adobe.com 23. und 24. Oktober 2017 in Dresden Information und Anmeldung unter www.autohaus.de/schadenforum2017 13. AUTOHAUS SCHADENFORUM K&L FÜR HANDEL UND FREIE BETRIEBE: KÖNNEN HERSTELLER AUCH SCHADEN? 23. und 24. Oktober 2017 in Dresden Fachliche Leitung: Walter K. Pfauntsch (l.), Presse + PR Pfauntsch und AUTOHAUS SchadenBusiness Moderation: Patrick Neumann (r.), stellv. Chefredakteur AUTOHAUS HUK-Coburg und Innovation Group bestimmten die Branchen-Diskussionen der letzten Jahre. Doch was leisten eigentlich die Hersteller und Importeure für ihre eigenen Autohäuser? Der gesamte OEM-Markt hüllt sich da seit geraumer Zeit in einen Mantel des Schweigens. Ein Vorzeichen auf das, was morgen mit eCall und Datenhoheit zur Marken-Allmacht in Sachen eigener Schadenslenkung werden kann? Das 13. AUTOHAUS Schadenforum am 23. und 24. Oktober in Dresden wird dieser Frage mit exklusiven Talkgästen aus der Automobilwirtschaft, der Kfz-Assekuranz und aus dem Flottenmarkt nachgehen! Unter anderem wird zu klären sein, ob Hersteller und Importeure überhaupt dem (guten) Beispiel von Opel folgen und auch freie K&L-Betriebe bei der Reparatur unterstützen. Schließlich schreiben Leasingfirmen und Schadensteuerer heute vielfach über ihr Weisungsrecht auch andere Werkstätten bei der Unfallinstandsetzung vor. Wer gewinnt, wer verliert mit autonomen Fahrzeugen? Welchen Anspruch also haben die OEM, ihre Captive-Versicherungen und Leasinggesellschaften, welche Erwartungen herrschen im übrigen Versicherungs- und Flottenmarkt sowie in der freien Teile- und Werkstattwelt? Braucht man im „autonomen“ Zeitalter des (fast) unfallfreien Autos überhaupt noch „Fremdversicherer“ oder managen Hersteller künftig auch die Risiken selbst, wie es Volvo vorhat? Und werden in dem neu verteilten, in wenigen Jahren grundlegend veränderten Markt die Dienstleister rund um den Schaden noch eine Perspektive haben? Das 13. AUTOHAUS Schadenforum birgt also genügend Zündstoff – und jeder Besucher darf sich aktiv an den Talkrunden beteiligen! Sichern Sie sich deshalb frühzeitig Ihren Platz oder gehören Sie mit zu den Ausstellern und Sponsoren dieses hochkarätigen Branchentreffs: Unter www.autohaus.de/schadenforum2017 können Sie sich direkt anmelden.

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