Archiv
Flash Download 3D-Zeitschrift benötigt das Flash 10.1 Plugin von Adobe.
Download von adobe.com

Bitte Stellen Sie sicher dass Javascript
in Ihrem Browser aktiviert und erlaubt ist.


Content:
1
www.autoservicepraxis.de B43 385 D 7,50 EURO 12.2015 SPRINGER AUTOMOTIVE MEDIA TEILE Kampf der Giganten im Teilehandel WERKSTATT-SYSTEME Die erfolgreichsten Konzepte im Überblick HEBETECHNIK Schwere Last: Hebebühnen für Transporter GELD & KREDIT Rechtzeitig an die Altersvorsorge denken TÜV SÜD-AKTUELL Jubiläum: 150 Jahre TÜV SÜD Für den gut geölten Werkstattalltag Die Hella Gutmann-Gerätefamilie - arbeitet Hand in Hand für Ihren Erfolg. Im hektischen Werkstattalltag ist es wichtig, dass die Dinge laufen wie geschmiert. Kommunikation heißt das Zauberwort: Ihr Diagnosegerät versteht moderne Fahrzeugsysteme blind. Außerdem spricht es mit Ihrem Scheinwerfereinstellgerät, und mit Ihrem CSC- Tool zur Kalibrierung von Fahrerassistenzsystemen. Es arbeitet Hand in Hand mit Ihrem Battery-Power- Check-Tool, mit Ihrem LPD-Kit für alle relevanten HELLA GUTMANN SOLUTIONS GMBH Am Krebsbach 2, 79241 Ihringen Tel.: 07668-99 00-0 E-Mail: info@hella-gutmann.com Entdecken Sie mehr! Druckprüfungen und lädt per WLAN und Bluetooth zur drahtlosen Datenübertragung ein. Gibt’s ja gar nicht? Gibt’s ja wohl: das Portfolio von Hella Gutmann Solutions ist als gemeinsam funktionierende Gerätefamilie konzipiert und bis in Detail durchdacht. Multimarken-Diagnose, Prüf- und Einstellarbeiten, Reparaturen? Mit Hella Gutmann so einfach, so profitabel, so gut vernetzt wie nie. www.autoservicepraxis.de www.hella-gutmann.com AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 1

2
Benutzen Sie Layar, um Zugang zu interessanten Online Informationen zu erhalten. Verfügbar für iOS und Android. Das ist Guido Orth-Gauch, technischer Autor bei TRW. Guido möchte immer die gleiche Qualität bieten, unabhängig davon, ob er in seiner Jazzband spielt oder ein Handbuch für einen neuen Bremsbelag schreibt. Von Guido aufgezeichnete Tests zeigen, dass unser innovatives Reibmaterial den Bremsweg um bis zu 7 Metern verkürzt. Verlassen Sie sich auf echte Originale, wenn es um hervorragende Leistungen geht. Schauen Sie sich Guidos Geschichte an: www.trwaftermarket.com/bremsbelag ECHTE ORIGINALE EIN TRW-SYSTEM www.trwaftermarket.com/bremsbelag Die Produkte von TRW müssen hohen Anforderungen gewachsen sein. Das gilt auch für die weltweit 4.000 Ingenieure und Produktfachleute, die sie entwickeln. Durch mehr als 100 Jahre Erfahrung als Erstausrüster setzt TRW Standards für Sicherheit und Qualität.

3
LEITARTIKEL Ein Plastikrohr soll es richten ie Fachwelt staunte nicht schlecht, als VW jüngst die Lösung für seine „Diesel-Thematik“ präsentierte: Ein simples Plastikrohr soll die Abgaswerte des Skandal-TDI-Motors EA 189 mit 1,6 Litern Hubraum wieder ins Lot bringen. Im Inneren des Rohrs befindet sich ein Gitternetz („Strömungsgleichrichter“), das die Luftzufuhr für die Verbrennung optimieren und damit die Stickoxid-Emissionen reduzieren soll. Die Umrüstung der Fahrzeuge soll sich in weniger als einer Stunde bewerkstelligen lassen. Das hört sich fast zu gut an, um wahr zu sein. Ist die Krise damit ausgestanden? Wohl kaum, denn es stellt sich unweigerlich die Frage, warum der Autohersteller nicht schon früher auf diesen Cent-Artikel gesetzt und so den größten Skandal der Unternehmensgeschichte verhindert hat. Schließlich setzen Autobauer wie Mercedes Strömungsgleichrichter in ihren Diesel-Modellen schon seit mehreren Jahren ein. Die simple Antwort: VW hätte damit den Skandal wahrscheinlich nicht verhindern können, zumindest nicht in den USA. Das Plastikrohr kann zwar laut Expertenmeinung den Stickoxid-Ausstoß senken. Es müssen dabei aber nur die Grenzwerte der alten Euro-5-Norm eingehalten werden, die 180 mg/km Stickoxid-Ausstoß im NEFZ-Fahrzyklus erlaubt. In den USA jedoch, wo die Abgas-Grenzwerte für Stickoxide viel strenger sind, wird VW wahrscheinlich nicht um eine Umrüs tung des Motors und der Abgasanlage herumkommen. Völlig offen bleibt auch die Frage, ob sich die Fahreigenschaften und der Kraftstoffverbrauch durch den Einsatz des Strömungsgleichrichters verändern – zumindest Letzteres ist eine sehr wahrscheinliche Nebenwirkung. Das wird sich spätestens 2016 nach der Umrüstung der Fahrzeuge zeigen. Ich wünsche Ihnen frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr! Alexander Junk, Redakteur asp AUTO SERVICE PRAXIS www.autoservicepraxis.de In den USA wird VW nicht um eine Umrüstung des Motors und der Abgasanlage herumkommen. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015

4
INHALT 18 Werkstatt-Systeme Teile verteilen mit System – eine Marktübersicht aktueller Werkstatt-Konzepte 36 Wichtige Lebensretter Airbags nach einem Unfall fachmännisch wechseln 54 Zwei Seiten der Medaille Ergebnisse des 10. Mannheimer Branchentreffens TITEL 14 Teilemarkt Der Konzentrationsprozess steht erst am Anfang 18 Werkstatt-Systeme Das Angebot der Konzepte ist vielfältig – ein Überblick 22 Hintergrund Wann haftet der Anbieter von Assistenzsystemen? 23 Gastkommentar René Herrmann, Senior Consultant bei ICDP 24 Gefälschte Teile Vorsicht Fälschung! Plagiate im Teilemarkt AUTOMOBILTECHNIK 27 Messe Essen Motor Show: PS-Spektakel im Pott 28 Neuvorstellung Kia cee‘d jetzt mit Direktschaltgetriebe 29 Reifentechnologie Continental: Investitionsprogramm „Vision 2025“ 30 Mobilität Leicht und sparsam: Entwicklung eines City-Cars AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 32 Bremsentechnik Brembo geht stärker Richtung Aftermarket 34 Wasserpumpen Innovationen aus Norditalien: Saleri auf Wachstumskurs WERKSTATTTECHNIK 36 Sicherheitssystem Risiken meiden: Airbags richtig wechseln 40 ASA-Verband Pressegespräch: Rückblick und aktuelle Marktprognosen 42 Interview Jürgen Wolz, TÜV SÜD, über Rahmenbedingungen der HU 43 Batterie James Bond hilft Varta bei der Kundenansprache 44 Hebetechnik Schwere Last: Hebebühnen für Transporter BETRIEBSPRAXIS 48 Interview Dirk von Wahl, CEO TÜV SÜD Greater China 50 Führung Teil 10 der Serie über Personalführung 52 Geld & Kredit Kampf der Altersarmut: rechtzeitig vorsorgen 54 ZDK-Branchentreffen 10. Mannheimer Kamingespräch 56 Leistungsschau Von Profis für Profis: Stahlgruber Leistungsschau RUBRIKEN 03 Leitartikel 06 Nachrichten 35 ASA-News 46 TÜV SÜD-Aktuell 58 Impressum 58 Produkte Spezial: Service 2016 § 29 AUTO SERVICE PRAXIS veröffentlicht regelmäßig sämtliche im Verkehrsblatt abgedruckten Mitteilungen des Bundesministers für Verkehr, soweit diese für § 29 StVZO relevant sind. AUTO SERVICE PRAXIS-Abonnenten verfügen damit über die im Sinne der AU-Anerkennungsrichtlinie erforderlichen Informationen und sind somit vom Bezug des ansonsten vorgeschriebenen Verkehrsblattes befreit. 47 TÜV-Report 2016 Neun Millionen Hauptuntersuchungen sind Grundlage des TÜV Reports 2016. www.autoservicepraxis.de

5
DAS SUPERTOOL für die Praxis rund um Werkstatt und Service asp-Magazin Werkstattinfos, Reportagen und Praxisbeispiele iele für Ihr Geschäft asp-App mobil immer bestens informiert: News, Heftarchiv, ePaper und mehr Digitales Heftarchiv alle Artikel der letzten 9 Jahre ePaper für den digitalen italen asp-Nutzer: digital.autoservicepraxis.de Newsletter alles Wichtige tagesaktuell Rückruf- Datenbank alle Infos auf einem Blick Weiter lesen Extra-Hefte wie „Räder & Reifen“ und „Freier Teilemarkt“ asp informiert Sie praxisnah und tages aktuell über alles, was der Werkstattprofi braucht. www.autoservicepraxis.de ist eine Marke von:

6
NACHRICHTEN RUSSPARTIKELFILTER Zuschuss für Partikelfilter bleibt Meistgeklickte Artikel im November 1. VW-Abgasskandal: Der Zehn-Euro-Problemlöser 2. OLG Koblenz: Inhaber der Kfz-Werkstatt bleibt auf Kosten sitzen 3. Abgasreiniger Adblue: Niedriger Verbrauch als Alarmsignal 4. Schrader-Information: Nicht autorisierte Sensoren im Umlauf 5. Porsche-Rückruf: 60.000 Autos müssen zurück in die Werkstatt Meldung verpasst? Mit dem kostenlosen Newsletter von asp wäre das nicht passiert. Abo unter www.autoservicepraxis.de/newsletter. Frage der Woche (09. bis 15. November) Laut aktuellem TÜV-Report sinken die Mängel bei Gebrauchtwagen trotz höherer Laufleistungen. Können Sie das bestätigen? ■ Ja, die „Qualitätsoffensive“ trägt Früchte: 48 % ■ Ich sehe da keinen Unterschied zu vorherigen Generationen: 29 % ■ Nein, bei uns sind die Mängel nicht rückläufig: 21 % ■ Weiß nicht: 2 % AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 Foto: A.T.U Auto-Teile-Unger Die Bundesregierung will die Ende des Jahres auslaufende Förderung der Nachrüstung von Rußpartikelfiltern bei alten Dieselfahrzeugen verlängern. Von den ursprünglich bereitgestellten 30 Millionen Euro Fördermitteln seien bislang lediglich 6,39 Millionen Euro abgerufen worden, schreibt die „Neue Osnabrücker Zeitung“ unter Berufung auf das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Bislang seien knapp 26.500 Anträge bearbeitet worden. Theoretisch würden die Mittel Foto: Oliver Berg/picture-alliance/dpa aber für Nachrüstungen bei 111.000 Fahrzeugen reichen. Die Fördermittel sollten auch über den Jahreswechsel hinaus zur Verfügung stehen. Besitzer von Dieselfahrzeugen, die vor dem 1. Januar 2007 zugelassen wurden, könnten somit weiterhin eine Förderung in Höhe von 260 Euro beantragen. Laut ZDK lägen die Umrüstkosten bei ingesamt 650 Euro, heißt es in dem Bericht weiter. dpa ■ NUSSBAUM/HEBEBÜHNEN Mehr Sicherheit für Hebebühnen Für die Hebebühnen „Smart Lift“ und „ATT Hymax S“ von Nussbaum ist ein Sicherheits-Update verfügbar: Der Hersteller stellt allen Betreibern der betroffenen Baureihe ein kostenloses Safety-Kit zur sicheren Nachrüstung zur Verfügung. Dabei ist der Einbau einer Fangleistenfixierung für die Klinkenleiste erforderlich. Informationen dazu gibt es auf www.nussbaum-group.de/safety-kit. aj ■ A.T.U/REPARATURKOSTENVERSICHERUNG Kein Stress bei Reparaturen Mit der neuen Reparaturkostenversicherung bietet A.T.U ab sofort ein Rundum- Sorglos-Paket für fast alle Fahrzeuge bis zu einem Alter von acht Jahren und maximal 150.000 Kilometer Laufleistung an. Die Versicherung deckt nahezu alle relevanten Schäden ab. Ausnahmen sind Verschleißteile wie Bremsen und Scheibenwischer sowie Unfallschäden. Es werden sowohl die versicherten Materialkosten als auch die versicherten Lohnkosten komplett übernommen. Bei einer Reparatur müssen lediglich 150 Euro Selbstbehalt vom Versicherten bezahlt werden. Im Schadensfall läuft die komplette Abwicklung des Versicherungsvorgangs über A.T.U. Die Versicherung kostet ab 11,90 Euro monatlich und kann für zwölf oder 24 Monate abgeschlossen werden. aj ■ www.autoservicepraxis.de Foto: Otto Nußbaum GmbH & Co. KG

7
Sie suchen autobegeisterte Fachkräfte? Mitarbeiter für alle Bereiche der Automobilbranche fi nden Sie auf autojob.de – schnell, direkt und einfach. Auch als autojob.de App erhältlich: gratis im iTunes Store und bei Google Play. WIR SIND DIE BRANCHE Unterstützt von www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 7

8
NACHRICHTEN Foto: Korn Ferry International GmbH Foto: Toyota Deutschland GmbH Der ehemalige Geschäftsführer von Faurecia, Marcus Kötting, wechselt als Senior Client Partner zu Korn Ferry. Die Talent- und Executive- Search-Beratung erweitert mit dem Automobil-, Industrie- und Personalexperten das bestehende Konzeptteam. Das vernetzte Auto ist eines der relevantesten Entwicklungen in der Automobilindustrie. Die BBE Automotive und der Verein Freier Ersatzteilemarkt e.V. (VREI) haben dieses Thema in der BBE-Studie „Connected Car – Das neue Smartphone auf vier Rädern“ untersucht. Eine wesentliche Erkenntnis der Studie: Die zunehmende Vernetzung der Fahrzeuge hat das Potenzial, die Marktverhältnisse im automobilen Servicemarkt grundlegend zu verändern. Abgassystem-Lieferant Bosal bietet ein großes Portfolio von Abgaskatalysatoren, die das Umweltsiegel „Blauer Engel“ tragen. Dabei konzentriert sich das Unternehmen bewusst auf Austauschkatalysatoren, die Fahrzeuge ab dem Baujahr 2000 betreffen. Neben der sehr umfangreichen und aufwendigen Erstzertifizierung nach RAL-UZ 184 sorgen jährliche Folge prüfungen für Sicherheit. Udo Brandenburger wird ab Februar 2016 General Manager Vertrieb und Händlerentwicklung bei Toyota. Der studierte Betriebswirt und erfahrene Automobilmanager wird sich vor allem dem weiteren Ausbau und der Stärkung des Händler- und Vertriebsnetzes widmen. Brandenburger ist seit vielen Jahren erfolgreich in der Automobilbranche tätig und war zuletzt bei Hyundai Deutschland als Direktor für den Vertrieb sowie die Händlernetzentwicklung verantwortlich. Der neue Premio Tuning Katalog ist ab sofort deutschlandweit verfügbar. Auf mehr als 350 Seiten finden Tuning-Fans Produkte zur Veredelung von Fahrzeugen nahezu aller Marken. Allein das Felgenprogramm umfasst mehr als 400 Designs in Dimensionen zwischen 14 und 23 Zoll. Damit bietet Premio Tuning aktuell eines der umfangreichsten Angebote an Felgendesigns und Größen an. Zahlreiche E-Mails haben uns zur Verlosung des Liqui-Moly-Kalenders erreicht, leider ist die Anzahl der Exemplare auf fünf Stück begrenzt. Die glücklichen Gewinner sind: Franzi R. aus Erlensee, Jürg F. aus Bern, Sven T. aus Neu-Sallenthin, Manfred G. aus Hornberg und Rouven B. aus Singen. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 TYRE24 AUTOMOTIVE NETWORK/ÜBERNAHME Übernahme von Werkstatt-Portal Die Tyre24 Automotive Network GmbH hat das Online-Werkstattportal Autoreparaturen.de übernommen, über das sich Reparaturen vermitteln lassen. Mit dem Erwerb der Plattform stärkt Tyre24 seine Position als Serviceanbieter und bietet sowohl den Händlern als auch den Endkunden eine Ergänzung im Portfolio zu der Reifenhändler-Preissuchmaschine „Reifen-vor-Ort.de“ aj ■ Foto: Saitow AG LPG-KRAFTSTOFF/MARKTEINFÜHRUNG Taskforce für Flüssig-Erdgas Foto: Roland Horn/DVGW Die Deutsche Energie-Agentur (dena), der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) und die Brancheninitiative Zukunft Erdgas wollen künftig gemeinsam die Grundlagen dafür entwickeln, dass Liquified Natural Gas (LNG) als Kraftstoff im deutschen Markt eingeführt wird. Dafür wurde eine Taskforce in Berlin gegründet, um gemeinsam Markthindernisse abzubauen. aj ■ SAF-HOLLAND/LEHRGÄNGE Neues Schulungszentrum Der Zulieferer SAF- Holland bündelt ab 2016 seine zentralen Profi-Lehrgänge in der „SAF- Holland Academy“ in Aschaffenburg: In dem neueingerichteten Schulungszentrum bilden sich künftig Servicepartner, Ersatzteilhändler und Fahrzeugbauer mit den Produkten des Nutzfahrzeugzulieferers weiter. Seit rund 20 Jahren bietet SAF-HOL- LAND nationale und internationale Lehrgän ge an, sowohl im nordbayerischen Aschaffenburg als auch regional über Deutschland verteilt, direkt in Partnerfirmen oder in Bildungsstätten der Industrie- und Handels- oder Handwerkskammern. Das zehnköpfige Schulungsteam hält rund 50 maßgeschneiderte, an den jeweiligen Zielgruppen ausgerichtete Seminare pro Jahr. Die Kurse vermitteln theoretisches Wissen zum Beispiel zu Garantieabwicklung und Reklamationen sowie praktische Kenntnisse zu Wartungs- und Reparaturarbeiten. Das Schulungszentrum mit den neuesten Werkzeugen und aktuellen SAF- H o l l a n d - Produkten ausgestattet. aj ■ Foto: SAF-Holland GmbH www.autoservicepraxis.de

9
VW-ABGASSKANDAL Baumarkt-Lösung reicht aus VW hat die Maßnahmen für manipulierte Dieselmotoren vorgestellt: Für die 1,2- und 2,0-Liter- Variante genügt ein Software-Update, beim 1.6 TDI braucht es noch zusätzlich ein Plastikrohr. KURZFASSUNG VW hat für alle vom Abgasskandal betroffenen EA-189-Dieselmotoren Lösungen vorgestellt. Während für die 1,2- und 2,0-Liter-Variante ein Software-Update ausreicht, ist beim 1,6-Liter-Motor der Einbau eines Strömungsgleichrichters nötig. olkswagen hat den deutschen Behörden die Umbaupläne für Millionen manipulierte Dieselautos mit EA-189-Motor vorgestellt. Beim 1,2-Liter-Motor und beim 2,0-Liter-Motor soll ein Software-Update ausreichen, um die Abgaswerte einzuhalten. Beim 1,6-Liter-Motor wird direkt vor dem Luftmassenmesser ein sogenannter Strömungsgleichrichter befestigt. Im Grunde ist das lediglich ein Kunststoffrohr, in dem sich ein Gitternetz befindet, das den verwirbelten Luftstrom beruhigt und so die Messgenauigkeit verbessert. Der Luftmassenmesser ermittelt die aktuell durchgesetzte Luftmasse – ein für das Motormanagement wichtiger Parameter für eine optimale Verbrennung, die so optimiert werden kann, dass weniger Stickoxide ausgestoßen werden. Zusätzlich gibt es noch ein Software-Update. Die reine Umsetzung der technischen Maßnahmen werde voraussichtlich weniger als eine Stunde in Anspruch nehmen. „Es wundert mich natürlich schon, dass ein so einfaches Teil jetzt die Lösung sein soll“, sagt Motorenexperte Professsor Jörn Getzlaff von der FH Zwickau. „Aber es ist schon möglich.“ Als ein unerwünschter Nebeneffekt könnte jedoch der Diesel-Verbrauch Kleines Rohr, große Wirkung: Ein Strömungsgleichrichter „beruhigt“ die Luft beim Ansaugen. Der Umbaumaßnahme beim 1,6-Liter-TDI-Motor soll weniger als eine Stunde dauern. durch den Einsatz des Strömungsgleichrichters erhöht werden. Der Konzern habe zwar das Ziel, dass Autofahrer dabei keinen höheren Verbrauch und keine geringere Motorleistung hinnehmen müssen, hatte ein Sprecher angekündigt. Versprechen kann VW das aber noch nicht. Entwarnung bei CO2-Werten Im Januar 2016 soll der Rückruf beginnen. In Deutschland müssen 2,46 Millionen Autos aus dem VW-Konzern zurück in die Werkstatt, darunter rund 1,54 Millionen Autos der Marke VW, 531.813 Audi, 104.197 Seat und 286.970 Skoda. EU-weit müssen rund 8,5 Millionen Autos wegen zu hoher Stickoxidwerte überholt werden, weltweit sind es bis zu elf Millionen Autos – mehr als eine gesamte Jahresproduktion des Konzerns. Entwarnung gibt es bei den erhöhten CO 2 -Werten: Anders als ursprünglich befürchtet, sind nach Angaben des Konzerns nicht 800.000, sondern nur maximal 36.000 Fahrzeuge von den falschen CO 2 -Abgaswerten und Spritverbrauchs-Daten betroffen. Alexander Junk ■ Fotos: Volkswagen AG www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 9

10
NACHRICHTEN AKTUELLE RÜCKRUFE (TAGESAKTUELL: WWW.AUTOSERVICEPRAXIS.DE/RUECKRUFE) Marke Modell Produktionszeitraum Citroën C4-DS4 September 2012 bis Dezember 2014 Gründe/Maßnahmen Fahrzeuge (D) interner Code Vollzug erkennbar an Erhitzung am Stromversorgungsstecker kann Deckel beschädigen und Luft eintreten lassen/Startschwierigkeiten, Absterben des Motors, Aufleuchten der Kontrollleuchte oder Kraftstoffverlust möglich/Deckel des Dieselfilters muss ausgetauscht werden, Stecker des Versorgungskabelstranges muss überprüft und ggf. getauscht werden. keine Angabe keine Angabe keine Angabe C4 Picasso siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben C5 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben C8 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben DS 5 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Jumpy siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Mitsubishi Lancer 01. Oktober 2008 bis 31. August 2010 Spannungsschwankungen können zu Problemen mit dem ETACS (Electronic Total Automobile Control System) führen/Fehlfunktion der Fahrzeugaußenbeleuchtung oder Scheibenwischer möglich/ ETACS muss geprüft und ggf. erneuert werden. keine Angabe R30282 keine Angabe Lancer Evolution siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Lancer Sportback siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Lancer Sportlimousine siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Outlander siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Renault Espace 5 (R9M, dci 1,6 Liter) Kangoo 2, Langversion (7-Sitzer) Twingo 3 bis einschließlich 06. Mai 2015 bis einschließlich 18. Juni 2014 bis einschließlich 20. Oktober 2015 Mögliche Beschädigung des Motorkabelstrangs durch Metallhalter für die Kraftstoffleitung/Mögliche Warnmeldung in der Instrumententafel (Gefahr eines Motorschadens, Getriebe kontrollieren, OBD-Warnlampe) bis Motorstörungen (Motor anlassen nicht möglich, Automatikgetriebe blockiert)/Sichtprüfung, Kabelschutz wird angebracht, ggf. wird Kabelstrang repariert oder ausgetauscht. Zu großes Spiel im Bodenblech für Sitz-Befestigungssystem/Nach Ein- bzw. Ausbau der dritten Sitzreihe könnte Ballfix-Befestigungssystem nicht oder nicht korrekt einrasten/Es werden zusätzliche Winkel integriert, um Konformität des Verriegelungssystems zu gewährleisten. Nicht konforme Konfiguration des Steuergeräts (UHC)/Motor startet auch mittels Zündschlüssel, wenn Fahrstufenwahlhebel nicht auf P oder N steht und Fahrer Bremspedal nicht getreten hat/UHC muss neu programmiert werden. VW Amarok Juni 2015 Lasernaht am Fahrer-Airbag-Modul fehlerhaft/Im Falle eines Unfalls kann sich nach Auslösen des Fahrer-Airbags das Airbag- Modul im Lenkrad lösen, dadurch wird eine eingeschränkte Schutzwirkung möglich/ Airbag-Modul des Fahrerairbags muss ausgetauscht werden. rund 805 0C2Y keine Angabe rund 964 0C2K Aufkleber auf Stoßdämpferdom auf der Fahrerseite, Markierung Feld D4 rund 447 0C6A Blauer Aufkleber auf Stoßdämpferdom auf der Fahrerseite, Markierung Feld A3 keine Angabe 69K9 Aufkleber im Kofferraumbereich Caddy siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Polo siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Tiguan siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Touran siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 www.autoservicepraxis.de

11
NACHRICHTEN Foto: ROSE PISTOLA GmbH IN EIGENER SACHE Ab ins elektronische Archiv Via Suchfunktion können Werkstattunternehmer jetzt kinderleicht Inhalte aus älteren asp AUTO SERVICE PRAXIS-Ausgaben finden. Die Jahre 2008 bis 2015 stehen jetzt online bereit. intauchen in Heftinhalte aus den Jahren 2008 bis 2015? Dank dem kürzlich gestarteten, digitalen Heftarchiv von asp AUTO SERVICE PRAXIS kein Problem. Einfach den gewünschten Begriff, etwa Hebebühne, in die Suchmaske eingeben, schon spuckt die Ergebnisliste 244 Heftartikel aus. Setzt man das Häkchen bei „Online-Text“, kommen bei dem gewählten Beispiel noch einmal 129 Web-Artikel dazu. Online-affine Werkstattunternehmer können unter www.autoservicepraxis.de/ heftarchiv in den Fachinhalten stöbern. Gratis, versteht sich. pn ■ Die praktische Suchfunktion erleichtert die Nutzung des Heftarchivs. Auf autoservicepraxis.de gibt es neuerdings ein digitales Heftarchiv. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 11

12
BETRIEBSPRAXIS AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 www.autoservicepraxis.de Foto: sdfsdfsdfsdfsdf

13
LESERBEFRAGUNG Best Brands 2016 Die Leserbefragung „Best Brands“ von asp AUTO SERVICE PRAXIS und AUTOHAUS zeigt die Images von Playern der Kfz-Branche. icht nur beim Autokauf spielt das Image mit: Auch andere Kaufentscheidungen in Autohaus und Werkstatt haben eine starke emotionale Komponente, egal ob es sich beispielsweise um Reifen, Werkstattausrüstung, Verträge mit Mineralölherstellern oder die Zusammenarbeit mit einer Bank handelt. In all diesen Bereichen ist das „Bauchgefühl“ der Kunden ein starker Faktor, denn es vereinfacht die Kaufentscheidung in einem komplexen Markt mit einer Flut an Informationen. asp AUTO SERVICE PRAXIS und A UTOHAUS haben nachgefragt und sich mit Hilfe ihrer Leser auf die Suche nach den beliebtesten Marken der Kfz­Branche gemacht. Die Befragung „Best Brands“, durchgeführt vom Marktforschungsinstitut „Puls“, ermittelt auf der repräsentativen Basis von rund 650 asp­ und AUTO­ HAUS­Lesern die Anbieter mit dem besten Image in bestimmten Produktgruppen und drei Gesamtsieger über alle Sparten hinweg. Die Wertungsgruppen Die Firmen stammen aus den Bereichen Werkstattausrüstung, Teile­Hersteller, Teile­Händler, Reifen­Hersteller, Reifen­ Händler, Schmierstoffe, Auto­Auktionshäuser, Online­Autoportale, DMS­Anbieter, Freie Autobanken, GW­Garantie­Anbieter und Pflegemittelhersteller. Ziel war es, ein repräsentatives Meinungsbild zum Image dieser Anbieter zu zeichnen und so herauszufinden, welches die „Lieblingsmarken“ der Autohäuser und Werkstätten sind. Gefragt wurde zunächst allgemein nach dem Image der Marken. Danach wurde das Bild nach den Faktoren Qualität und Preis­Leistungs­Verhältnis differenziert. Stärken kommunizieren, besser werden Die Marken, die zu den Siegern gehören, dürfen sich freuen, sollten sich aber nicht auf dem Erfolg ausruhen. Denn nur wer dauerhaft in seine Marke und sein Image investiert und dies den Kunden eingängig kommuniziert, hat langfristig Erfolg am heiß umkämpften Markt. Die Marken, die im hinteren Feld liegen, sollen sich die Frage stellen: Stimmt das vergleichsweise schlechte Image? Wenn ja, dann ist es höchste Zeit, das eigene Produkt­ und Dienstleistungsportfolio auf Vordermann zu bringen. Stimmt es nicht? Dann ist es vordringlich, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit auf das Ziel hin auszurichten, das Image auf den richtigen Stand zu bringen. Es geht also um zwei Dinge: Schwachstellen eliminieren und Stärken besser kommunizieren. Die Wettbewerbssieger präsentieren wir in den kommenden asp AUTO SERVICE PRAXIS­Ausgaben. Siegerehrung ist beim asp und AUTOHAUS Neujahrsempfang am 14. Januar 2016 in München. DIE PRODUKTGRUPPEN 1. Werkstattausrüstung 2. Teile-Hersteller 3. Teile-Händler 4. Reifen-Hersteller 5. Reifen-Händler 6. Schmierstoffe 7. Auto-Auktionshäuser 8. Online-Autoportale 9. DMS-Anbieter 10. Freie Autobanken 11. GW-Garantie-Anbieter 12. Pflegemittelhersteller www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 13

14
TITEL ÜBERNAHMEN IM TEILEMARKT Jetzt spielen die Großen Der Konzentrationsprozess im Kfz-Teilemarkt ist in vollem Gange. Der Großhandel muss sich auf den Einstieg internationaler Konzerne in den deutschen Markt einstellen. Foto: Fotolia/DM7, Montage Karl-Heinz Zimmermann KURZFASSUNG Nach der Übernahme von Trost durch den Wettbewerber Wessels & Müller muss sich der Kfz-Teilemarkt neu sortieren. Alles spricht dafür, dass künftig auch internationale Konzerne verstärkt in den deutschen Teilemarkt investieren. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 igger, better, faster, smarter – größer, besser, schneller und smarter – so lautet der programmatische Slogan von Euro Car Parts, der größte britische Händler für Kfz-Ersatzteile mit über 200 Verkaufsniederlassungen auf der Insel. Vor vier Jahren hat der Gründer und Selfmademan Sukhpal Singh sein Unternehmen nach einer beispiellosen Wachstumsstory für 225 Millionen Pfund (311 Mio. Euro) an den US-amerikanischen Konzern LKQ verkauft. Die Amerikaner machen einen Jahresumsatz von umgerechnet 6,4 Milliarden Euro – fast ausschließlich mit dem Handel von Kfz- Teilen und Kfz-Services in den USA und weltweit. Konzerne aufs Einkaufstour Das amerikanische Unternehmen ist nicht der einzige Riese im Independent Aftermarket, der weltweit auf Einkaufstour geht. Die französische Alliance Automotive Group (AAG) mit einem Jahresumsatz von 1,4 Milliarden Euro hat die Liste der in den letzten Jahren übernommenen Unternehmen im Kfz-Aftermarket zuletzt ebenfalls stark erweitert: 2015 übernahm AAG in Großbritannien United Aftermarket Network (UAN) und erreicht damit im Königreich ein Einkaufsvolumen von 415 Millionen Euro. Hinzu kam ein weiterer Kfz-Teilevermarkter in Frankreich. Erst im Oktober hat AAG in Deutschland den mittelständischen Ersatzteilehändler Coler Gmbh mit Sitz in Münster übernommen. Mit einem Jahresumsatz von 150 Millionen Euro gehört das nordrheinwestfälische Unternehmen zu den mittelgroßen Teilehändlern in Deutschland. Der Kfz-Teilehandel befindet sich hierzulande mitten in einem Konzentrations- www.autoservicepraxis.de

15
prozess und wurde in diesem Jahr vor allem durch eine große innerdeutsche Übernahme erschüttert: Der Teilegroßhändler Wessels & Müller hat einen Kaufvertrag mit Trost geschlossen, der umsatzmäßig in etwa gleichauf liegt (siehe Kasten S.16). Durch den beabsichtigten Zusammenschluss beider Unternehmen entstünde neben dem Branchenprimus Stahlgruber/PV ein zweites Schwergewicht im deutschen Kfz-Teilemarkt mit bedeutendem Einkaufsvolumen und entsprechender Marktdurchdringung. Absehbare Ereignisse „Was jetzt im Markt passiert, war absehbar“, sagt Helmut Wolk, Geschäftsführer des Beratungs- und Marktforschungsunternehmens Wolk After Sales Experts. Sein Unternehmen führt jährlich Aftermarket-Analysen in 35 europäischen Ländern im Rahmen von Eigenstudien durch und berät Autohersteller, Teileproduzenten, Händler und Werkstätten. Die Übernahmewelle im Teilehandel kam seiner Meinung nach nicht überraschend und sie hat ihren Zenit noch nicht erreicht (siehe Interview). Das Bundeskartellamt hat die beabsichtigte Übernahme von Trost durch WM unter die Lupe genommen und im August nur unter bestimmten Auflagen genehmigt. Die Behörde hat verfügt, dass WM aus der Einkaufsgemeinschaft ATR ausscheiden muss, um eine allzu große Konzentration von Einkaufsmacht zu verhindern und den Wettbewerb im Kfz-Teilemarkt aufrechtzuerhalten. Spätestens bis Jahresende muss WM seine Gesellschafterstellung bei ATR kündigen, wo auch Stahlgruber/PV als Gesellschafter wirkt. Wächter über den Wettbewerb Zudem legte das Kartellamt fest, dass WM und Trost in mehreren Regionalmärkten insgesamt neun Niederlassungen veräußern muss, weil der freie Wettbewerb in diesen Regionen andernfalls beeinträchtigt wäre. Durch den Zusammenschluss würde WM in den Regionalmärkten Braunschweig, Darmstadt, Frankfurt, Heilbronn, Magdeburg und Stuttgart mit hohem Abstand zum Wettbewerb Marktführer. Die Marktanteile lägen in diesen Regionen zum Teil weit oberhalb der kritischen Marke für eine vermutete Marktbeherrschung von 40 Prozent, argumentierten die Wettbewerbshüter. Dies sei nicht im Interesse der Kunden, also der INTERVIEW MIT HELMUT WOLK asp: Durch die beabsichtigte Übernahme von Trost durch den Großhändler W&M entsteht ein neuer Großhandelsriese. Welche Bedeutung hat die Übernahme auf den Wettbewerb? Man muss das Thema im europäischen Kontext sehen. Die jüngste Übernahme zeigt einmal mehr, dass sich der Markt inmitten eines Konzentrationsprozesses befindet, der noch lange nicht abgeschlossen ist. Bis 2025 werden wir auf europäischer Ebene noch maximal zehn Händler dieser Größenordnung haben. Auch 2016 wird es mit Sicherheit mindestens noch eine große Akquisition im Teilegroßhandel geben. asp: Was bedeutet das konkret für den deutschen Markt? Der Teilemarkt ist komplex. Auf der einen Seite stehen die Teilehersteller, die die Einkaufskooperationen beliefern. Es gibt dann auch große, mittlere und kleine Händler. Letztere wiederum werden in erheblichem Umfang von den größeren Händlern beliefert. Der Weg wird künftig häufiger direkt zur Werkstatt führen. Wir kriegen, wenn Sie so wollen, damit eine stärkere Professionalisierung in den Markt. Anders gesagt: Die Supply Chain wird kürzer und am Ende auch effizienter und damit rentabler. asp: Haben kleinere regional tätige Teilehändler keine Zukunft? Das wird schon seit Jahren so prophezeit, hat sich aber bis dato im erwarteten Maße noch nicht erfüllt. Es ist festzustellen, dass auch die lokalen Händler am Markt ihre Daseinsberechtigung haben. Der Konzentrationsprozess findet derzeit auf der Ebene der großen und mittleren Teilegroßhändler statt – Große kaufen Große. Dieser Prozess wird begünstigt durch das Engagement von finanzstarken Private-Equity-Unternehmen und Großkonzernen. Wir gehen davon aus, dass bis 2030 etwa 30 bis 40 Prozent der großen und mittleren Teilegroßhändler von Private-Equity-Unternehmen und sonstigen Playern aus dem Finanzmarkt übernommen werden. Weitere 15 bis 20 Prozent der großen und mittleren Teiledistributoren werden von Autoherstellern übernommen werden, welche zukünftig ebenfalls in den freien Teilegroßhandel einsteigen werden. asp: Was ist der Treiber für diese Prozesse? Helmut Wolk, Geschäftsführer Wolk After Sales Experts Das hat unter anderem mit der sich verschlechternden Margensituation zu tun. Bis 2025 werden geschätzt 15 Prozent der freien Werkstätten vom Markt verschwunden sein. Einerseits wegen der akuten Nachfolgeproblematik, andererseits weil es immer schwieriger wird, mit der rasanten Entwicklung neuer Technologien Schritt zu halten. Wir werden dann weniger, dafür größere und besser qualifizierte Werkstätten haben. Das hat Folgen für die Distribution. Hinzu kommt, dass auch die Autohersteller über ihr OE-Teilegeschäft in immer stärkerem Maße an die freien Werkstätten herantreten und diese mit Teilen beliefern wollen. Nicht zuletzt spielt die gezielte Schadensteuerung durch Versicherer wie z.B. der HUK eine Rolle, welche neben dem Unfallreparaturgeschäft künftig auch in das Autoservice-Geschäft einsteigen will. asp: Warum sollte sich ein Automobilhersteller an einem Teilegroßhändler beteiligen? Wenn beim Autohersteller der Partsbereich neben dem Finanzgeschäft bisher die Cashcow war, dann stellt sich automatisch die Frage, ob man nicht mit Ersatzteilen auch in den IAM Markt einsteigen sollte. Foto: Wolk After Sales Experts freien Werkstätten. „Die Befragung von Wettbewerbern und Kunden sowie unsere Marktanalyse haben ergeben, dass der Wettbewerb zwischen den Großhändlern durch die Übernahme in diesen Regionen erheblich beeinträchtigt worden wäre. Wir mussten der Gefahr vorbeugen, das mit der Marktmacht von Wessels & Müller Nachteile für die freien Werkstätten und ihre Kunden entstehen“, begründete der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, die Maßnahmen. Zumindest die zweite Auflage gilt bereits als erfüllt: Alle neun Standorte – sechs Standorte von WM und drei von Trost – wurden im Oktober von der mittelständischen Hennig- Gruppe übernommen. Die Kartellwächter haben dies bereits genehmigt und sehen darin eine positive Entwicklung im Sinne des Wettbewerbs. Folgen für Werkstätten WM betreibt in Eigenregie die drei Werkstatt-Systeme Autoteam, Autoteam Plus und seit August AutoPro. Außerdem vermarktet WM in Kooperation mit Bosch www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 15

16
TITEL HOCHZEIT ZWEIER MARKTGRÖSSEN Die Übernahme des Teilegroßhändlers Trost durch den Wettbewerber Wessels & Müller hat das Bundeskartellamt nur unter Auflagen gestattet. WM muss aus der Einkaufsgemeinschaft ATR ausscheiden. Dadurch soll verhindert werden, dass die Einkaufsmacht der Kooperation allzu groß wird – immerhin ist auch der Großhändler Stahlgruber Gesellschafter bei ATR, die mit 108 Teilelieferanten verhandelt. Darüber hinaus muss WM in einigen Regionen, wo sich eine marktbeherrschende Stellung ergäbe, insgesamt neun Standorte veräußern. Durch die Übernahme aller neun Standorte im Paket durch die Hennig-Gruppe ist zumindest die zweite Auflage bereits erfüllt. WM und Trost kommen zusammen auf geschätzt 40 Prozent des Marktanteils im freien Teilehandel – bereinigt um Lieferungen an kleinere Händler und das Endkundengeschäft. Alleine WM machte 2014 einen Umsatz von 600 bis 700 Millionen Euro in Deutschland, davon entfallen 500 bis 600 Millionen Euro auf den Handel mit Kfz-Ersatzteilen. Der Gesamtumsatz von WM liegt bei 800-900 Millionen Euro weltweit. Der Wettbewerber Trost machte im gleichen Jahr einen Umsatz von 600 bis 700 Millionen Euro im Ersatzteilehandel in Deutschland. Der weltweite Umsatz lag bei 825 Millionen Euro. Zum Vergleich: Der Umsatz der Stahlgruber/PV lag 2014 weltweit bei 1,3 Milliarden Euro, fast vollständig im Bereich Ersatzteile. Nach dem Zusammenschluss verfügt WM über 185 Verkaufsstandorte in Deutschland. Stahlgruber/PV ist an 160 Standorten präsent. Selbst die bedeutendsten unter den weiteren Wettbewerbern verfügen über nicht mehr als 30 Standorte bundesweit. diwi Stahlgruber/PV 1,3 Mrd. Euro 900 Mio. Euro Trost 825 Mio. Euro Quelle: Bundeskartellamt die Systeme AutoCrew und Bosch Car Service. Als Gesellschafter betreibt WM zusammen mit der Einkaufskooperation ATR zudem mehrere Systeme wie Meisterhaft, AC Auto Check und AutoPartner. In diesen ATR-Systemen sind alleine insgesamt fast 1.700 Werkstätten gebunden. Die ATR Service GmbH, in der ATR die Werkstatt- Systeme zusammenfasst, gilt damit als einer der größten Konzeptgeber für freie Mehrmarkenwerkstätten in Deutschland. Händler wollen Einkaufsloyalität Es bleibt abzuwarten, wie sich jene Werkstätten verhalten, die einem Konzept von ATR angehören und bislang vornehmlich von WM beliefert werden. In der Branche gilt der Grundsatz, dass ein Mindestbezug von Teilen über den Systemgeber erwartet wird – schließlich erkaufen sich die Systemgeber über ihre Werkstatt-Konzepte eine gewisse Einkaufsloyalität. Die Konzepte gelten aus Sicht des Großhandels als wichtigstes Instrument, die Werkstätten und deren Teilegeschäft an sich zu binden. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 Die Kooperationsverträge enthalten oftmals entsprechende Zielvereinbarungen. Niemand soll gezwungen werden Thomas Sülzle, Leiter der Konzeptzentrale ATR Service GmbH, lässt den Betrieben Wahlfreiheit: „Wir werden die Werkstatt- Konzepte AC Auto Check, Meisterhaft und AutoPartner selbstverständlich fortführen und weiter entwickeln. Natürlich gibt es Werkstätten, die durch das Ausscheiden des Großhandelspartners WM aus der ATR betroffen sind. Ob diese Werkstätten in ihrem jeweiligen Konzept bleiben oder sich anderweitig orientieren, ist eine unternehmerische Entscheidung.“ Sülzle ist optimistisch, dass man für alle Konzeptpartner eine gute Lösung finden werde. Kurzfristig gebe es für diese Werkstätten jedenfalls keinen Grund zu kündigen. „ATR bietet über die Großhandelspartner Matthies, Stahlgruber, PV Automotive und Neimcke weiterhin bundesweit Werkstatt- Konzepte an und es wird auch niemand gezwungen, aus einem Konzept auszuscheiden“, verspricht Sülzle. Sein Bestreben sei es, die Werkstätten in den ATR-Systemen zu halten. „Wir setzen darauf, dass unsere Werkstattpartner an ihrem über Jahre hinweg aufgebauten Marktauftritt festhalten“, hofft Sülzle. Wechsel teuer erkauft Dem Vernehmen nach haben sich bisher über 200 Betriebe für einen Wechsel des Werkstatt-Systems entschieden. Zum Teil, auch das ist im Markt zu hören, ist die Treue zu WM teuer erkauft. Wessels & Müller werbe mit attraktiven Zusatzleistungen wie beispielsweise kostenlose Ersatzfahrzeuge für die eigenen Systeme, ist zu hören. Seit August wirbt WM massiv für das neu aufgelegte Konzept AutoPro, neben Autoteam und Autoteam Plus das dritte WM-Full-Service-System. AutoPro soll wechselwilligen Werkstätten offenstehen. Offiziell bestätigen will das WM freilich nicht. Es ist aber sicher kein Zufall, dass die Farbgebung mit blau und gelb den ATR-Systemen gleicht. Die brandneue Marke kann immerhin schon über 300 Partnerbetriebe vorweisen. Wettbewerber schlafen nicht Der Wettbewerb gibt sich abwartend und nutzt eigene Chancen. Andreas Kilian, Systemmanager Werkstattsysteme bei der Teilehandels-Kooperation Select: „Die Auflage des Bundeskartellamtes, dass WM aus der Einkaufsgemeinschaft ATR ausscheiden muss, hat sicherlich etwas Bewegung in den Markt gebracht. Hier bieten sich für uns und andere Marktteilnehmer nun insbesondere auch Chancen, um die entstandene Verunsicherung zu nutzen und sich als Alternative auf Augenhöhe zu präsentieren“, erklärt Kilian. Dirk Appelt, Leiter Bosch Werkstattsysteme, beobachtet die Veränderungen im Markt, fürchtet aber derzeit keine Gefahr: „Wir haben in jüngster Zeit und auch in diesem Jahr gleich mehrere Übernahmen gesehen. Wir beobachten den Markt sehr genau, sehen aber kurzfristig keine negativen Auswirkungen auf unser etabliertes Werkstattgeschäft.“ Der internationale Poker um Übernahmen und Beteiligungen im Kfz-Teilemarkt geht auch im nächsten Jahr weiter, da sind sich Experten sicher, sehr wahrscheinlich auch unter Mitwirkung finanzkräftiger internationaler Konzerne. Die Übernahme von Coler durch AAG war wohl erst der Auftakt. Dietmar Winkler ■ www.autoservicepraxis.de

17
www.volkswagen-nutzfahrzeuge.de Der neue Caddy. Mit besonders niedrigem Verbrauch ab durchschnittlich 4,0 l/100 km 1 . Mit modernsten Euro-6-Motoren. Dank serienmäßiger BlueMotion Technology verbraucht der neue Caddy durchschnittlich ab 4,0 l/100 km 1 . Mit seinen zahlreichen optionalen Innovationen wie den Mobilen Online- Diensten Car-Net App-Connect 2 sowie Car-Net Guide & Inform 3 , der Rückfahrkamera „Rear View“ und der automatischen Distanzregelung ACC 4 ist er noch besser als je zuvor. Jede einzelne Caddy-Motorisierung erfüllt mit der modernsten Euro-6-Motorengeneration die strenge Abgasnorm Euro 6 und weist zutreffende Verbrauchs- und CO 2-Werte aus. Der neue Caddy. Da steckt mehr drin. Jetzt scannen & mehr erfahren. Caddy Kastenwagen TDI BlueMotion, 2,0-l-TDI-Motor mit 75 kW, Kraftstoffverbrauch in l/100 km: innerorts zwischen 4,8 und 4,7, außerorts zwischen 3,7 und 3,6, kombiniert zwischen 4,1 und 4,0. CO₂-Emission in g/km: kombiniert zwischen 109 und 106. 2 Sonderausstattung gegen Mehrpreis in Verbindung mit dem Radiosystem „Composition Media“ und dem Navigationssystem „Discover Media“. Kompatibel mit den Technologien MirrorLink™, CarPlay™ und Android Auto™ auf Ihrem Mobiltelefon. Weitere Informationen finden Sie unter www.volkswagen-nutzfahrzeuge-carnet.de. Bitte beachten Sie Ihre vertraglichen Bedingungen in Bezug auf die Daten- und Internetverbindung. 3 Erhältlich in Verbindung mit dem Navigationssystem „Discover Media“. Nutzung ab dem vierten Jahr gegen Mehrpreis. Bitte beachten Sie Ihre vertraglichen Bedingungen in Bezug auf die Daten- und Internetverbindung. 4 Nur für Caddy und Caddy Maxi mit Euro-6-Motoren optional verfügbar. Abbildung zeigt Caddy Kastenwagen mit Sonderausstattung gegen Mehrpreis.

18
TITEL MARKTÜBERBLICK WERKSTATT-KONZEPTE Teile-Verteilen mit System Freie Werkstätten können sich zwischen 40 Werkstatt-Konzepten entscheiden. Doch nicht jedes System passt zu jeder Werkstatt. Systemgeber setzen neuerdings noch stärker auf Qualität. Foto: Fotolia/David Franklin, Anbieter (Logos), Wessels & Müller, Montage: Sabine Winzer ugang zu technischen Daten, schnelle Teilelieferung, regelmäßige Schulungen und kostengünstige Unterstützung beim Marketing für den eigenen Betrieb. Das sind die Gründe, warum sich freie Werkstätten und zunehmend auch Werkstätten mit einem Herstellervertrag einem Werkstatt-Konzept KURZFASSUNG Vom Einsteigersystem mit geringer Bindung an den Systemgeber bis zum Profikonzept mit striken Vorgaben an Qualität und Außenwirkung hat der Markt der Werkstatt- Systeme alles zu bieten. Was man bekommt, ist auch eine Frage des Preises. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 anschließen. Über 40 gibt es davon in Deutschland. Fast 380 sind es europaweit laut einer aktuellen Erhebung des Beratungsunternehmens Wolk After Sales Experts. Dahinter stehen fast immer Kfz- Teilegroßhändler, Einkaufskooperationen oder wie bei den Bosch-Systemen Auto- Crew und Bosch Car Service ein Teilehersteller, der die angeschlossenen Werkstätten über den Großhandel beliefern lässt. Hinter dem Werkstatt-System Premio, das aus dem Reifenservice kommt, steht der Reifenhersteller Goodyear. Freie Werkstätten, die sich einem System neu anschließen wollen, vor einem Systemwechsel stehen oder markengebundene Werkstätten, die sich ein zweites Standbein aufbauen wollen, stehen vor einer bunten Vielfalt. Zuwachs verbuchen manche Konzepte derzeit vor allem durch Markenbetriebe oder ehemalige Markenbetriebe, denen der Servicevertrag gekündigt wurde. Konzept als zweites Standbein Das bestätigt Dirk Appelt, Leiter Bosch Werkstattsysteme: „Der Markt wird nicht größer, aber der Anteil der freien Werkstätten nimmt relativ gesehen eher zu, da viele Vertragswerkstätten ihre Markenbindung aufgeben.“ Davon profitiert laut Appelt auch Bosch Car Service. Viele Neuzugänge seien ehemalige Markenhändler oder solche Betriebe, die sich ein zweites www.autoservicepraxis.de

19
Standbein schaffen möchten. „Auch Karosserie- und Lack-Betriebe sowie Betriebe, die ursprünglich auf den Reifenwechsel fokussiert waren und sich nun breiter aufstellen wollen, öffnen sich für Werkstattsysteme“, beobachtet Appelt. „Mit dem Konzept Premio sind wir gut aufgestellt“, erklärt Anne Reck, Pressesprecherin der Goodyear Dunlop Handelssysteme. „Das System wächst noch, allerdings handelt es sich um Betriebe, die aus anderen Systemen wechseln.“ Neue Partner müssen die Vertriebsleute für das Konzept aus anderen Systemen herausbrechen. Offenbar ist der Anschluss an ein Werkstatt-Konzept per Partnervertrag auch für Markenbetriebe durchaus attraktiv. Bei den Systemen liegt der Anteil der Betriebe mit Der Markt wird nicht größer, aber der Anteil der freien Werkstätten nimmt relativ gesehen zu. Servicevertrag eines Automobilherstellers zwischen fünf und 50 Prozent. Vor drei Jahren wurde prognostiziert, dass die neue Gruppenfreistellungsverordnung für den Kfz-Markt freien Werkstattkonzepten regen Zulauf bescheren würde. Insbesondere das Auslaufen der alten HandelsGVO zum Juni 2013 sollte eine verstärkte Nachfrage an den Systemleistungen durch Fabrikatsbetriebe zur Folge haben. Aber hat sich diese Prognose erfüllt? In der aktuellen Umfrage haben wir die wichtigsten Anbieter von Werkstatt-Konzepten befragt. Das Ergebnis: Von sieben Systemgebern, die sich zu dieser Frage geäußert haben, sehen vier in der Tat eine verstärkte Nachfrage nach ihren Systemen. Drei Anbieter konnten kein stärkeres Interesse seitens der Markenbetriebe feststellen. Unruhe im Markt Derzeit sind besonders viele Vertriebsleute mit Werbeflyern für ihr Konzept unterwegs. Denn infolge der Übernahme des Großhändlers Trost durch Wessels & Müller (WM) dürften einige Hundert Werkstätten potenziell für einen Wechsel in Frage kommen. Der Hintergrund: Das Bundeskartellamt hat dem Deal nur unter der Auflage zugestimmt, dass WM aus der Einkaufsgemeinschaft ATR austritt. ATR ist selbst Systemgeber für die Werkstatt- Systeme Meisterhaft, AC Auto Check und AutoPartner. Was passiert nun mit jenen IAM-WERKSTATT-KONZEPTE IN EUROPA Anzahl der Konzepte Mechanik Reifen Glas 27 26 Karosserie und Lack 376 gesamt Fast fitter Quelle: Wolk After Sales Experts Fast 380 Werkstatt-Konzepte gibt es insgesamt in Europa, darunter 156 Full-Service-Konzepte. In Deutschland sind drei von vier freien Werkstätten Partner in einem Werkstatt-Konzept. Werkstätten, die einem ATR-System angehörten und bislang von WM beliefert wurden? Auch wenn die beteiligten Unternehmen das so nicht sagen: Im Grunde bleiben den Betrieben zwei Optionen – entweder sie verbleiben in ihrem Konzept, müssten dann aber künftig die Teile von einem anderen ATR-Gesellschafter beziehen, oder sie bleiben WM treu, was auf einen Konzeptwechsel hinausliefe. WM hat im August, zu dem Zeitpunkt also, als das Bundeskartellamt seine Auflagen publik gemacht hat, das Werkstattsystem AutoPro gegründet. In diesem System, neben Autoteam und Autoteam Plus, das dritte WM-Full-Service-System, sollen die wechselwilligen Werkstätten offenbar künftig eine Heimat finden. Offiziell bestätigen will das WM freilich nicht. Es ist aber sicher kein Zufall, dass die Farbgebung mit blau und gelb den ATR-Systemen gleicht. Derzeit verfügt die neue Marke immerhin schon über 300 Partnerbetriebe (Mehr zur Übernahme von Trost durch WM und Auswirkungen auf Werkstatt-Systeme ab Seite 14). Die Unterschiede sind groß Nicht jedes System passt zu jeder Werkstatt. Der Ein-Mann-Betrieb hat andere Ansprüche an ein Werkstatt-System als die Meisterwerkstatt mit mehreren Mitarbeitern oder der ehemalige Markenbetrieb. Er hat auch andere Vorstellungen davon, was ein System kosten darf. Umgekehrt haben die hochklassigen Konzepte mittlerweile hohe Ansprüche an die Qualität der Werkstattpartner und geben vor, dass mindestens ein Kfz-Meister im Betrieb sein muss, eine Mindestanzahl von Hebebühnen oder bestimmte Diagnose- systeme. Zudem sind die Vorgaben für verpflichtende Schulungen höher als bei Einstiegssystemen. Systeme geben Mindeststandards vor „Wir sichern mit unseren Full-Service Werkstattsystemen die aktuell verschiedenen Bedürfnisse der Werkstattbetriebe ab. Autoteam bietet sich als Einsteigermarke für Betriebe an, die unabhängig und flexibel für sich entscheiden, wie ein Werkstattkonzept die Betriebsabläufe unterstützen kann“, erklärt Axel Birngruber, Leiter Werkstattsysteme und Schulungen bei WM. „Autoteam plus und AutoPro verstehen wir als professionelle Marken mit umfangreicher Unterstützung beim regionalen Marketing und immer mit dem Das Thema Qualität wird bei den Systemgebern wieder ganz großgeschrieben. guten Namen des Inhabers im Vordergrund. Mit einem Online-Betriebscheck definieren wir Mindestanforderungen für diese Betriebe.“ Auch Systemgeber Select hat unterschiedliche Konzepte im Angebot, wie Andreas Kilian, Systemmanager Werkstattsysteme, erklärt: „Motocrew ist unser preiswertes Werkstattkonzept mit vergleichsweise geringen Vorgaben an die Signalisation. Alle relevanten Dienstleistungen, um einen rundum reibungslosen Werkstattablauf zu gewährleisten, können natürlich auch hier bezogen werden. Es ist das einzige unserer Konzepte, für das nicht zwingend ein Meistertitel notwendig ist, jedoch haben ca. 70 Prozent der be- www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 19

20
TITEL WERKSTATT-KONZEPTE IM ÜBERBLICK SYSTEMGEBER ATR International Bosch AC Auto Check www.ac-autocheck.de Meisterhaft www.meisterhaft.com AutoPartner www.autopartner-atr.de AutoCrew www.autocrew.de Bosch Car Service www.boschcarservice.com Anzahl Systempartner in Deutschland 547 1.064 93 ca. 300 ca. 1.000 Deutschlandweit ja ja ja ja ja vertreten? Im Ausland aktiv? Das internationale Schwesterkonzept ACC Auto Check Center ist in den Ländern Ungarn, Rumänien, Tschechien, Kroatien, Griechenland, Türkei, Portugal und Brasilien vertreten über den ATR-Gesellschafter Stahlgruber in Österreich vertreten nein AutoCrew ist auch in anderen Ländern vertreten. Der Schwerpunkt dabei liegt in Europa Mit über 13.000 Partnern ist Bosch Car Service weltweit vertreten Systemgebühren Anteil von Betrieben mit einem Servicevertrag mit Autohersteller oder Importeur Ansprechpartner für Werkstätten SYSTEMGEBER Anzahl Systempartner in Deutschland Deutschlandweit vertreten? Im Ausland aktiv? Systemgebühren Anteil von Betrieben mit einem Servicevertrag mit Autohersteller oder Importeur Ansprechpartner für Werkstätten Starterpaket im Wert von 1.000,- Euro; Systemgebühr pro Monat 89,- Euro Starterpaket im Wert von 1.000,- Euro; Systemgebühr pro Monat 89,- Euro Starterpaket im Wert von 1.000,- Euro; Systemgebühr pro Monat 89,- Euro kein Einmalbeitrag bei Systembeitritt; zusätzlich Sonderleistungen wie z.B. Befreiung von Systemgebühr (für drei Monate ab Vertragsbeginn) kein Einmalbeitrag bei Systembeitritt; Systemgebühr pro Monat je nach Unternehmensgröße ab 155 Euro/Monat ca. 5 Prozent ca. 5 Prozent ca. 5 Prozent k. A. über 20 Prozent Sabine Gans sgans@atr.de Tel. 07 11/91 89 79 68 Trost Trost-Partner www.autoservice.com Sabine Gans sgans@atr.de Tel. 0711/91 89 79 68 Sabine Gans sgans@atr.de Tel. 0711/91 89 79 68 www.bosch-werkstattkonzepte.de www.bosch-werkstattkonzepte.de Autofit 1a Autoservice AutoAuto AutoGo! www.autofit.de www.go1a.de www.autoauto.de www.autogo.de 2.262 789 732 213 48 ja ja ja ja ja Österreich, Slowakei, Tschechische Republik keine Startgebühr; Systemgebühr pro Jahr 420 Euro Rumänien, Slowakei, Tschechische Republik keine Startgebühr; Systemgebühr pro Jahr 1.500 Euro Österreich keine Startgebühr; Systemgebühr pro Jahr 1.500 Euro Österreich, Rumänien, Slowakei, Tschechische Republik keine Startgebühr; Systemgebühr pro Jahr 1.500 Euro k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. Team Werkstattkonzepte, Tel. 07 11/40 13-4 64 00, konzepte-center@trost. Team Werkstattkonzepte, Tel. 0711/40 13-4 64 00, konzepte-center@trost. Team Werkstattkonzepte, Tel. 07 11/40 13-4 64 00, konzepte-center@trost. Team Werkstattkonzepte, Tel. 07 11/40 13-4 64 00, konzepte-center@trost. Rumänien, Slowakei, Tschechische Republik keine Startgebühr; Systemgebühr pro Jahr 1.500 Euro Team Werkstattkonzepte, Tel. 07 11/40 13-4 64 00, konzepte-center@trost. SYSTEMGEBER PV Automotive Hans Hess Autoteile Point S Deutschland Autofit www.autofit.de PV Partner www.pvautomotive.de Motoo www.motoo.de Point S www.point-s.de Automeister www.automeister.de Anzahl Systempartner in Deutschland 352 923 185 478 112 Deutschlandweit vertreten? nein nein nein, Schwerpunkt PLZ- Gebiete 3,4,5 und 6 Im Ausland aktiv? nein nein 30 Partner in Serbien über Franchisenehmer, künftig auch Bulgarien Systemgebühren Anteil von Betrieben mit einem Servicevertrag mit Autohersteller oder Importeur Ansprechpartner für Werkstätten Startgebühr 499,- Euro; Systemgebühr pro Monat 149,- Euro Startgebühr 299,- Euro; Systemgebühr pro Monat 84,- Euro Startgebühr 3.100 Euro; Systemgebühr pro Monat 149,- Euro europaweit, außerdem Kanada, USA, Südafrika, Türkei k.A. Österreich, Ungarn, Rumänien, Slowenien ca. 10 Prozent ca. 10 Prozent ca. 20 Prozent k.A. ca. 50 Prozent konzepte-center@pvautomotive.de Tel. 02 01/8 48 55-4 00 konzepte-center@pvautomotive.de Tel. 02 01/8 48 55-4 00 Marcus Verbeeten Leiter Werkstattsysteme Tel. 02 21/54 00-2 18 Hinrich Hinrichs, Technischer Leiter Tel. 0 61 54/6 39-1 35, hhinrichs@point-s.de k.A. Jörg Dölicke, Automeister Systemleiter, Tel. 0 61 54/6 39-2 12, info@automeister.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 www.autoservicepraxis.de

21
WERKSTATT-KONZEPTE IM ÜBERBLICK SYSTEMGEBER Wessels & Müller Carat Autoteam www.auto-team.com AutoPro www.autopro.de Autoteam Plus www.auto-team-plus. Ad-Auto Dienst www.ad-autodienst.de Auto Mobil Meisterwerkstatt www.automobilmeisterwerkstatt.de Anzahl Systempartner in Deutschland 1280 302 105 600 900 Deutschlandweit ja ja ja ja ja vertreten? Im Ausland aktiv? nein nein nein europaweite Aktivität nein über Ad International Systemgebühren keine Systemgebühr Systemgebühr pro Monat 19,90 Euro Systemgebühr pro Monat 19,90 Euro Startgebühr 1.298,- Euro; Systemgebühr pro Monat: 110,-Euro keine Startgebühr Systemgebühr pro Monat: 20,- Euro Anteil von Betrieben mit einem Servicevertrag mit Autohersteller oder Importeur Ansprechpartner für Werkstätten insgesamt 50 Betriebe über alle Systeme axel.birngruber@wm.de, Tel. 05 41/1 21 52 77 franziska.vaske@wm.de Tel. 05 41/1 21 53 17 insgesamt 50 Betriebe über alle Systeme axel.birngruber@wm.de Tel. 05 41/1 21 52 77 franziska.vaske@wm.de Tel. 05 41/1 21 53 17 insgesamt 50 Betriebe über alle Systeme axel.birngruber@wm.de Tel. 05 41/ 21 52 77 franziska.vaske@wm.de Tel. 05 41/1 21 53 17 k.A. Martin Wöllner, Tel. 06 21/8 60 80-3 55 k.A. Martin Wöllner, Tel. 06 21/8 60 80-3 55 SYSTEMGEBER Carat Select GV Handelssysteme Autoplus www.carat-autoplus.de Autoexcellent (in Kooperation mit ASP Auto Service Partner www.asp-24.de Motocrew www.motocrew.de Premio Reifen + Autoservice www.premio.de Coparts) www.autoexcellent.de Anzahl Systempartner in Deutschland 60 73 519 97 285 Deutschlandweit nein 41 Prozent Abdeckung 83 Prozent Abdeckung 62 Prozent Abdeckung ja vertreten? Im Ausland aktiv? nein auch Niederlande nein nein Schweiz, Benelux, Polen, Türkei, Russland, Rumänien, Usbekistan, Kasachstan, Slowakei, Ungarn, Bulgarien und Tschechien Systemgebühren k.A. Startgebühr: 495 Euro (inkl. gleichwertiges Starterpaket); Systemgebühr pro Monat 65 Euro Anteil von Betrieben mit einem Servicevertrag mit Autohersteller oder Importeur Ansprechpartner für Werkstätten keine Startgebühr; Systemgebühr pro Monat 49,90 Euro keine Startgebühr; Systemgebühr pro Monat 9,90 Euro k.A. 35 Prozent 25 Prozent 10 Prozent keine Daniela Blickle, Tel. 06 21/8 60 80-2 52 Andreas Kilian Systemleiter Werkstattkonzepte Tel. 0 26 32/49 99 22 a.kilian@select.ag Andreas Kilian Systemleiter Werkstattkonzepte Tel. 0 26 32/49 99 22 a.kilian@select.ag Andreas Kilian Systemleiter Werkstattkonzepte Tel. 0 26 32/49 99 22 a.kilian@select.ag keine Startgebühr; Systemgebühr pro Jahr 5200 bis 12.800 Euro Jochen Clahsen, Leiter Premio Reifen + Autoservice, jochen.clahsen@gdhs.de, Tel 02 21/9 76 66-3 68 Quelle: Angaben der Systemgeber, kein Anspruch auf Vollständigkeit, Stand: November 2015 treffenden Werkstätten einen Kfz-Meister.“ Das System Auto Service Partner gilt mit über 500 Betrieben deutschlandweit als Flaggschiff bei Select. Stichpunkt Qualitätsmanagement Beim Konzept Bosch Car Service soll der bekannte Name Bosch ziehen. „Mit dem Werkstattsystem Bosch Car Service sehen wir uns bei der Servicequalität auf Augenhöhe mit Vertragswerkstätten der Hersteller“, sagt Appelt. Das Werkstatt system AutoCrew, das Bosch 2009 von der Dienstleistungssparte ZF Services übernommen hat, soll in der Außenwirkung vor allem als junges, dynamisches Konzept ankommen. Spätestens seit dem letzten ADAC- Werkstatttest 2013, bei dem die Werkstätten einiger Konzepte schlecht abgeschnitten haben, wird das Thema Qualität bei den Systemgebern wieder ganz großgeschrieben. Man achtet eher auf Qualität der Partner und will nicht um jeden Preis Mitglieder schinden. „Bei beiden Systemen von Bosch legen wir größten Wert auf ein intensives Qualitätsmanagement, das in der Branche sicher Benchmark-Charakter hat. Beispielsweise führen wir regelmäßig unangekündigte Werkstatttests durch“, erklärt Appelt. Im Nachgang werden bei Bedarf unterstützende Maßnahmen mit dem Außendienst abgestimmt. Zusätzlich gibt es regelmäßige Qualitäts-Assessments in den Betrieben. WM-Manager Birngruber: „Das Thema Schulung ist für uns und unsere Kunden sehr wichtig, insbesondere die technische Schulungskompetenz. Wir schulen bundesweit WM-Kunden in über 1.000 Trainings in unseren Schulungszentren und Verkaufshäusern. Eine Voraussetzung für Autoteam plus ist z.B. die Teilnahme an zwei kostenpflichtigen WM-Schulungen im Jahr.“ Dietmar Winkler ■ www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 21

22
TITEL PRODUKTHAFTUNG Wenn die Technik versagt Moderne Fahrerassistenzsysteme und neue Produkte, die sich aus der Vernetzung von Fahrzeugen ergeben, werfen ganz neue Fragen der Produkthaftung auf. Foto: Fotolia/ Wilm Ihlenfeld b März 2018 wird der automatische Notruf (E-Call) in Neufahrzeugen zur Pflicht. Ein im Fahrzeug verbauter Sensor muss dann im Falle eines Unfalls einen Notruf an die Rettungsstelle absetzen, die dann Sprechkontakt mit dem Fahrer aufnimmt. Wenn eine Kommunikation mit dem Fahrer nicht möglich ist, wird auf jeden Fall ein Rettungswagen losgeschickt. Die Standortdaten des Fahrzeugs hat das System längst automatisch übermittelt. Doch wer haftet, wenn der E-Call scheitert? Folgender Fall könnte eintreten: Nach einem Unfall zu nächtlicher Stunde auf der Landstraße löst der E-Call-Sensor nicht aus. In der Folge wird der schwer verletzte Fahrer erst Stunden später zufällig entdeckt und trägt bleibende Schäden davon. Ärzte stellen fest, dass sich der Fahrer vollständig erholt hätte, wenn er zeitnah ärztliche Behandlung erhalten AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 hätte. Bei der technischen Untersuchung des E-Call-Sensors stellt sich heraus, dass der Sensor nicht ordnungsgemäß gearbeitet hat. Muss der Hersteller haften? Viel Arbeit für Gutachter „Ein klarer Fall für eine Haftung nach dem Produkthaftungsgesetz“, erklärt Rechtsanwalt Marcus Sacré, Kanzlei Osborne Clarke. Anlässlich eines Vortrags zum Produkthaftungsrecht spielt der Experte mehrere Szenarien durch, die sich aus dem automatisierten Fahren und der zunehmenden Vernetzung von Fahrzeugen ergeben könnten. Die Beweislast, dass der Sensor fehlerhaft war, liegt im geschilderten Fall übrigens beim Geschädigten. Hier könnte also viel Arbeit auf Gutachter zukommen. Noch komplizierter wird es, wenn künftige Assistenzsysteme auf Daten zurückgreifen, die beipielsweise von Senso- Foto: GDV Rechtsanwalt Marcus Sacré, Kanzlei Osborne Clarke ren an der Autobahn ins Fahrzeug übertragen werden. Wer haftet, wenn die Daten zu einer fehlerhaften Reaktion der Fahrzeugsysteme führen? Ähnliche Fragen ergeben sich bei Ereignissen, die durch fehlerhafte Car-to-Car-Kommunikation ausgelöst werden, wenn beispielsweise das entgegenkommende Fahrzeug eine falsche Meldung sendet. Das dadurch entstehende Haftungsgeflecht lässt sich derzeit gar nicht abschätzen. Dietmar Winkler ■ www.autoservicepraxis.de

23
TITEL GASTKOMMENTAR Serviceformate-Innovation Können Fahrzeughersteller mit freien Werkstätten für ein flächendeckendes Werkstattnetzwerk zusammenarbeiten? Ein Gastkommentar von René Herrmann, Senior Consultant bei ICDP. n den vergangenen zwei Jahren wurde ein Rückgang des Wartungs- und Reparaturmarktes um vier Prozent verzeichnet. Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren weiter fortsetzen. Ein Wegbruch des Wartungs- und Reparaturgeschäfts hat naturgemäß massive Auswirkungen auf die Profitabilität der Autohändler. In unserem ICDP Aftermarket Simulationsmodell ergibt sich demnach eine Reduzierung von mindestens 1.000 Autohändlern bis zum Jahr 2020. René Herrmann, Senior Consultant bei ICDP Immer mehr Fremdfabrikate Um eine stetige Werkstattauslastung zu gewährleisten und somit die Profitabilität zu erhalten, finden sich in Markenwerkstätten vermehrt Fremdfabrikate. Darüber hinaus haben sich schon circa acht Prozent der Markenwerkstätten an unabhängige Werkstattkonzepte angeschlossen. Das erleichtert nicht nur den Zugang zu technischen Informationen und die Identifikation von Ersatzteilen der Fremdfabrikate, sondern auch den Kontakt zu möglichen neuen Flottenkunden. Angenommen, dass die drohenden Insolvenzen der Markenwerkstätten nicht aufzuhalten sind. Sobald sich ein Händlerund Werkstattnetz verkleinert, kann der Hersteller seltener die Autofahrer seiner Marke erreichen. Mit negativen Folgen für die Markenloyalität, den Wiederkauf dieser Fahrzeugmarke und für die Erträge im OE-Ersatzteilgeschäft. Dies ist ein gravie- FAKTEN ZU ICDP Beim International Car Distribution Programme (ICDP) handelt es sich um eine internationale Forschungs- und Strategieorganisation, die sich auf Automobilwirtschaft und Aftersales spezialisiert hat. Seit 21 Jahren analysieren die Experten Branchentrends und unterstützen die Forschungsmitglieder aus Industrie und Handel dabei, Strategien zu entwickeln, um sich bei den kommenden Herausforderungen erfolgreich zu positionieren. rendes Problem für den Fahrzeughersteller und seine Marke. Um dieser Bedrohung entgegenzuwirken, gehen wir von ICDP davon aus, dass es in Zukunft mehr Auswahl an Werkstattformaten beziehungsweise Serviceformaten gibt: ■ Es wird eine klare Abgrenzung von Neuwagenverkauf und Werkstattservice geben. ■ Es wird ein Werkstattnetzwerk mit Spezialisierungen geben: ■ Reparaturzentren für komplexe und schwere Reparaturen inklusive Karosserie- und Lack-Arbeiten ■ Sekundäres Reparaturnetzwerk für Wartungsarbeiten und Austausch von Verschleißteilen. Bedingt durch die wachsende technische Komplexität der Fahrzeuge werden besondere Qualifikationen der Techniker wie auch eine spezielle Werkstattausstattung in einem Reparaturzentrum nötig sein, während die Investitionen im sekundären Reparaturnetzwerk geringer ausfallen. Dies wird mit Blick auf den Unfallrepara- tur-Markt auch heute schon deutlich: Es gibt verschiedene Serviceformate von „Spot-Repair“ bis hin zu Aluminium- und Carbonfaser-Spezialwerkstätten. Ein naheliegender nächster Schritt zur Erweiterung eines Werkstattnetzwerkes zur Sicherstellung des Kundenkontaktes sowie OE-Teile-Absatz wäre eine Kooperation mit freien Werkstätten oder Werkstattketten. Diese können definierte Reparatur- oder Wartungsarbeiten mit OE- Teilen ausführen. Dieses Serviceformat könnte das sekundäre Reparaturnetzwerk ergänzen. Flächendeckendes Netzwerk Eine solche Kooperation dürfte für führende Fahrzeughersteller mit großen Markenwerkstattnetzwerken und starken Marken kaum erstrebenswert sein. Für kleinere Fahrzeughersteller hingegen wäre ein glaubhaftes Angebot eines freien Werkstattnetzwerkes mit Belieferung von OE-Ersatzteilen eine innovative und rentable Möglichkeit, ein flächendeckendes Werkstatt-Netzwerk zu gewährleisten. ■ www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 23 Foto: ICDP

24
TITEL PLAGIATE Vorsicht, Fälschung! Gefälschte Pkw-Teile wie Turbolader oder Bremsscheiben überschwemmen den Markt und werden oft von dubiosen Internethändlern vertrieben. Die Gefahr ist groß, denn die Teile halten selten, was sie versprechen. KURZFASSUNG Der Anteil gefälschter Waren hat deutlich zugenommen. Das ist besonders bei sicher heitsrelevanten Autoteilen ein Problem. Die Fälscher gehen dabei sehr professionell vor, denn die Plagiate lassen sich immer schwieriger erkennen. iele Konsumenten scheinen keine Skrupel zu haben, auf gefälschte Ware zurückzugreifen: Laut einer Studie des Aktionskreises gegen Produktund Markenpiraterie e.V. (APM) und dem Beratungsunternehmen Ernst & Young haben 43 Prozent der 18- bis 25-Jährigen in Deutschland schon einmal bewusst Fälschungen gekauft. 90 Prozent der europäischen Verbraucher kommen in einer anderen Studie von Ernst & Young sogar zu dem Schluss, dass Fälschungen gesellschaftlich nicht anrüchig sind. Diese Wahrnehmung ist ein Problem, denn mehr als drei Viertel der deutschen Unternehmen sind schon Opfer von Plagiaten geworden. Das stellt einen Umsatzverlust von 50 Milliarden Euro pro Jahr dar. Neben dem finanziellen Verlust sind Plagiate auch eine Gefahr für die Arbeitsplätze: Der Arbeitskreis „Business Action to Stop Counterfeiting and Piracy“ (BASCAP) der internationalen Handelskammer spricht von 2,5 Millionen Arbeitsplätzen weltweit, die durch Plagiate verloren gehen. Neben Luxusartikeln wie Uhren und Schmuck werden zunehmend Artikel des täglichen Lebens wie Genussmittel, Körper pflegeartikel, Spielzeug oder Medikamente gefälscht. Aber auch Autoteile geraten immer mehr in das Visier der Fälscher: Ihr Anteil an den Plagiaten ist laut Zoll zwar nur im einstelligen Prozentbereich, jedoch ist die Tendenz steigend. 2013 wurden an der deutschen Grenze 202 Aufgriffe von gefälschten Fahrzeugteilen registriert, bei denen insgesamt 88.694 einzelne Fahrzeugteile und Fahrzeugzubehör beschlagnahmt wurden. Darunter Bremsbeläge, Radkappen, Ölfilter und Stoßdämpfer, aber auch technisch anspruchsvollere Teile wie Airbags und Turbolader. Der Großteil der Fälschungen stammt dabei aus China, doch auch innerhalb der EU-Grenzen werden Plagiate hergestellt. Während durch gefälschte Kleidung im Regelfall keine Gefahren für die Gesundheit zu befürchten sind, sieht das bei sicherheitsrelevanten Autoteilen jedoch ganz anders aus. Wenn durch gefälschte Bremsbeläge die Bremse nach wenigen Kilometern den Geist aufgibt oder der Airbag beim Unfall nicht auslöst, besteht eine große Gefahr für den Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer. Wer wissentlich gefälschte Ersatz- und Zubehörteile in sein Auto einbaut, verliert zudem die Garantieansprüche und muss bei einem Unfall alle Schäden aus eigener Tasche zahlen. Fälschungen schwierig zu erkennen Das Internet hat sich als optimaler Verbreitungsweg für Plagiate etabliert, da die Ware auf dem Postweg die Grenzkontrollen oft umgeht und dubiose Händler die Teile zu Dumpingpreisen anbieten können. Kfz-Werkstätten sollten deshalb auf keinen Fall im Internet bestellte Teile einbauen, die Kunden mitbringen – gerade wenn die Herkunft des Teiles nicht geklärt werden kann. Werkstätten sollten wiederum nur bei ihrem Teile-Großhändler bestellen, um der Gefahr gefälschter Ware zu entgehen. Leider werden Zollfahnder auch auf Messen wie der Automechanika fündig, da manche Fälscher ihre Produkte sogar dreist auf Messen ausstellen. Oftmals lassen sich solche Fotos: viperagp/fotolia, BorgWarner, Schrader AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 www.autoservicepraxis.de

25
Gefälschter Turbolader (links) und das Original von BorgWarner (rechts). Fälschungen leicht identifizieren, da sich Schreibfehler in der Produktbezeichnung finden oder die Farben des Firmenlogos nicht ganz korrekt gelungen sind. Der Trend geht jedoch dahin, dass Fälschungen immer besser werden und sich kaum noch vom Original unterscheiden lassen. Selbst Profis erkennen den Unterschied nicht immer, denn Fälscher sind mittlerweile in der Lage, nicht nur die Originalverpackungen des Herstellers zu fälschen, sondern auch Barcodes und Sicherheitsmerkmale nachzuahmen. Viele Hersteller arbeiten deshalb an raffinierteren Sicherheitsvorkehrungen wie einem Online-Check, mit dem die Seriennummer des Teils überprüft werden kann. Oder sie statten die Verpackungen mit Hologrammen aus. Turbolader mit Gefahren-Potenzial asp AUTO SERVICE PRAXIS hat mit einigen Unternehmen gesprochen, die in www.autoservicepraxis.de Der Nachbau hat keine Original-Steuerdose. Seine Funktion ist somit nicht gewährleistet. Beim Nachbau sind die Schrauben zu lang. letzter Zeit Opfer von Fälschungen geworden sind. Der Automobilzulieferer Borg- Warner hat beispielsweise mit Nachbauten seiner Turbolader zu kämpfen. Seit einiger Zeit tauchen auf dem Ersatzteilmarkt vermehrt gefälschte Turbolader von minderer Wertigkeit auf. Sie tragen das Marken zeichen von BorgWarner, besitzen eine Registrierungsnummer und stecken in BorgWarner-Verpackungen. Was taugen diese Produkte in der Praxis? BorgWarner hat zwei Turbolader- Die Original-Steuerdose im Vergleich. Das Material ist zudem frei von Chrom VI. Keine Einbauprobleme gibt es beim Original. nachbauten im betriebseigenen Forschungslabor umfassenden Prüfstandtests unterzogen – mit erschreckendem Ergebnis. Die minderwertigen Nachbauten besitzen nicht annähernd die Qualitätsstandards der originalen BorgWarner-Turbolader und bedeuten eine Gefahr für Fahrzeuge und Fahrer. Die Mängel umfassen die Werkstoffqualität, Verarbeitung und Konstruktion. So mussten die Belastungstests der Fälschungen auf dem Prüfstand bereits in der Anfangsphase vorzeitig ab- Kompliziert? Nö, kippt von selbst! Das Original. Direkt vom Hersteller! www.algema.de

26
TITEL gebrochen werden, da schwere Lagerschäden höhere Belastungen verhinderten. Während der Original-Turbolader auf bis zu 180.000 Umdrehungen pro Minute ausgelegt ist, kamen die Fälschungen nicht über 83.360 und 100.000 Umdrehungen pro Minute hinaus. Konsequenz: eine kurze Lebenszeit des Turboladers, da die Produktpiraten die Lagerung des Laufzeugs fehlerhaft konstruierten. Hinsichtlich der Auswuchtung unterschieden sich die beiden gegenübergestellten Produkte ebenfalls deutlich. Die Fälschungen wurden durch improvisierte Bohrungen und Bleifüllungen ausgewuchtet, ungeachtet der Tatsache, dass der Einsatz von Blei bei Fahrzeugkomponenten innerhalb der Europäischen Union verboten ist. Ein Hohlraum zwischen Turbinenrad und Welle bildet in den BorgWarner- Turboladern einen effektiven Hitzeschutz für die Radiallagerung, wohingegen die Fälschungen auf einen solchen Schutz verzichten. In diesem Fall droht eine Überhitzung. Zuletzt weisen auch die Werkstoffe der Fälschungen im Vergleich zu den Originalladern erhebliche Mängel auf. Während BorgWarner für die Konstruktion des Turbinenrades hochlegierte Spezialwerkstoffe verwendet, können bei den Fälschungen mikroskopisch kleine Risse und Blasen im Turbinenrad zu dessen Bruch führen. Da bei den Nachbauten im Gegensatz zu den Originalen auch in den Turbinengehäusen eine inkonsistente Mikrostruktur nachweisbar ist, besteht die Gefahr, dass das Gehäuse der Wucht eines berstenden Turbinenrads nicht standhält, was zu gravierenden Schäden am Fahrzeug oder schweren bis tödlichen Verletzungen der Fahrzeuginsassen führen kann. Doch auch ohne einen Bruch des Turbinenrades besteht ein gesundheitliches Risiko, da das Turbinengehäuse nicht auf hohe Abgastemperaturen ausgelegt ist. Deshalb können ungereinigte Abgase in die Fahrgastzelle eindringen. „Wenn bei Turboladern auf Nachbauten gesetzt wird, gibt es nur Verlierer. Der Kunde ist verärgert, weil er nach der Reparatur wieder in die Werkstatt muss und Folgekosten entstehen. Die Werkstatt zahlt drauf und hat mitunter einen Kunden verloren oder erleidet einen Imageverlust. Werkstätten, die auf OE-Qualität setzen, verbauen nur Produkte, auf die Verlass ist. Dafür setzt sich BorgWarner auch in Zukunft ein“, erklärt Michael AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 Der Original-RDKS-Sensor von Schrader ist an dem erhabenen Text auf dem Ventil erkennbar. Boe, Vice President und General Manager Global Aftermarket, BorgWarner Turbo Systems. Gefälschte RDKS-Sensoren Der RDKS-Sensor-Hersteller Schrader wurde ebenfalls ein Plagiat-Opfer: Auf dem Ersatzteilemarkt tauchten gefälschte RDKS-Sensoren mit Schrader-Markenbranding auf. Auf den ersten Blick sehen diese Produkte wie Original-Sensoren aus, Die Fälschung hat keinen Text und einen Einspritz-Anschluss auf der Stirnseite. jedoch erfüllen sie die OEM-Anforderungen nicht. In einigen Fällen wurden die Sensoren manipuliert und beispielsweise mit Ventilen versehen, die nicht dem Schrader-Originalteil entsprechen. Schrader befürchtet nach Tests sicherheitsrelevante Mängel im Falle einer Verwendung der Sensoren. Wer sich über die Echtheit vorhandener Sensoren informieren möchte, kann sich an die technische Hotline des Unternehmens wenden. Alexander Junk ■ PLAGIATS-SCHWEMME IN DER EUROPÄISCHEN UNION 100000 Anzahl der Plagiatsfälle 80000 60000 40000 20000 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Mehr als verzehnfacht: 2013 hat der Zoll europaweit rund 87.000 Plagiate aufgegriffen und fast 36 Millionen Artikel beschlagnahmt. Elf Jahre früher waren es lediglich 7.553 Aufgriffe. KONSUMENTEN UNTERSCHEIDEN NACH BRANCHE Bekleidung Produkte des täglichen Bedarfs 52 % Technik 46 % Automobil Sonstige 13 % Umfrage unter 800 Unternehmensvertretern in Deutschland. Quelle: fischerAppelt Kommunikation (April 2009) 87 % Bei Bekleidung haben die meisten Konsumenten laut der Unternehmen keine Skrupel, Fälschungen zu kaufen. Ganz anders im Automobilbereich, wo es lediglich vier Prozent sind. www.autoservicepraxis.de

27
Foto: Thomas Maier ESSEN MOTOR SHOW 2015 PS-Spektakel im Pott Europas führende Messe für sportliche Fahrzeuge öffnete vom 28. November bis zum 6. Dezember ihre Tore. Das Portfolio reichte von Motorsport über Tuning bis hin zu James-Bond-Fahrzeugen. KURZFASSUNG Gut eine Woche lang konnte sich Essen die Hauptstadt für Automobilthemen nennen. Sportliche Fahrzeuge unterschiedlicher Hersteller zeigten die Möglichkeiten für PS-Enthusiasten in zwölf Hallen auf – vom Oldtimer bis zum aktuellen Rennwagen. ction und Leidenschaft – das verbindet die Besucher der Motor Show in Essen, die auch in diesem Jahr wieder einen guten Einblick erhielten, wie man seinen Wagen noch tiefer, härter und schneller bekommt. Tuning-Fans kamen in den Hallen 8 und 12 auf ihre Kosten. Rund 150 Fahrzeuge vereinen alle Spielarten, vom Daily Driver bis hin zum High-End-Showcar. Diese Sonderschau ist einzigartig in Europa und zählt in der Szene zu den Höhepunkten des Jahres. Die Formel-1-Enthusiasten hatten sicherlich Halle 3 im Rahmen der Sonderschau „65 Jahre Formel-1-WM“ ganz oben auf ihrer Liste: Ein Starterfeld von 14 Fahrzeugen zeigte einen repräsentativen Querschnitt der wichtigsten Motorsport- Kategorie: Vertreten waren erfolgreiche Boliden, in denen Legenden wie Juan Manuel Fangio, Stirling Moss, Ayrton Senna oder Michael Schumacher zu Siegen oder Weltmeister-Titeln steuerten. Klassik-Fans hatten vor allem Halle 1 im Visier: Mehr als 250 auserlesene Oldtimer-Modelle warteten auf ihren neuen Besitzer. Die Auswahl reichte vom mehrere Millionen teuren Ferrari bis hin zum gut erhaltenen GTI der 1970er-Jahre. Ebenfalls in Halle 1 waren Sahnestücke der Rennsport-Exponate aus dem Hause BMW zu sehen, als Preview auf das im kommenden Jahr fällige 100-jährige Firmenjubiläum. Echtes Rennwagenfeeling Eine Auswahl an aktuellen Rennwagen fanden DTM-Fans in Halle 3: zum Beispiel der Audi RS 5 DTM, der BMW M4 DTM oder der Mercedes AMG C63 DTM. Damit nicht genug, denn im Verlauf der Messe hatten sich auch einige der besten Tourenwagen-Piloten angekündigt. Mit etwas Glück konnten die Besucher auf Tuchfühlung gehen, Autogramme sammeln und an Talkrunden der Stars teilnehmen. Neben der DTM hatte die Halle 3 auch Designstudien und Luxusautomobile zu bieten, wie den Giugiara GEA Concept, den Ferrari 488 GTB Coupé oder den Ford Mustang Cabrio. Was wären James-Bond-Filme ohne ihre Girls und die mit Gimmicks veredelten Autos? Liebhaber kamen im Rahmen der gleichnamigen Sonderschau in den Hallen 10 und 11 auf den Geschmack: Dort konnte unter anderem der legendäre Aston Martin DB5, der Toyota 2000GT, der BMW Z3 Roadster sowie der aktuelle Aston Martin DB10 aus nächster Nähe angeschaut werden. In Halle 4 posierten legendäre „muscle cars“, also US-Fahrzeuge aus den 1960er- Jahren, die auf Serienmodellen basierten, jedoch viel stärker motorisiert waren. Jeder der drei großen amerikanischen Hersteller hatte mindestens ein Modell im Angebot, Ford zum Beispiel den Mustang, Chevrolet den Camaro und Chrysler den Dodge Challenger. Reifen und Felgen, Tuning und Zubehör, Motorräder, eine Motorsportarena, Sammlerautomobile, Werkzeuge und Ersatzteile, Car-Hifi, Sonderschau-Aktionen und vieles mehr komplettierten das breite Angebot der Messe in zwölf Hallen. Letztendlich waren schöne Frauen das Tüpfelchen auf dem i und verliehen den starken Karossen den entscheidenden, finalen Glanz. Thomas Maier ■ Bilder und Impressionen der Messe finden Sie online im asp ePaper. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 27

28
AUTOMOBILTECHNIK DCT VON KIA Komfort in sieben Stufen Für den Kompaktklässler Kia cee‘d offerieren die Koreaner ein neues Direktschaltgetriebe. Doch welche Technik steckt dahinter? Wir waren mit dem cee‘d sw 1.6 CRDi DCT unterwegs. ür die Fans der komfortbetonten Gangart hat Kia jetzt beim aufgefrischten cee‘d ein ziemlich gelungenes Duo in petto: das neue, siebenstufige Direktschaltgetriebe namens DCT sowie der modifizierte 1,6-Liter-Diesel mit 136 PS und 300 Nm. Beide harmonieren gut miteinander, in puncto Laufruhe gibt es nichts zu beanstanden. So ist man am Steuer des cee‘d sw und im Automatik- Modus richtig kommod unterwegs. Nicht nur deswegen leuchtet es ein, warum sich der Autobauer für das DCT und nicht für eine Wandlerautomatik entschied. So soll das neue, aus dem eigenen R&D-Zentrum im koreanischen Namyang stammende Getriebe nicht nur für schnellere Gangwechsel und eine höhere Beschleunigung sorgen, sondern auch den Diesel-Durst und die Emissionen deutlich zügeln. Bei der von uns gefahrenen Kombivariante soll sich der Kompaktklässler beispielsweise um bis zu 27 Prozent weniger Sprit damit genehmigen. Zwei Getriebe-Eingangswellen Schon die Bezeichnung DCT verrät die Konstruktion des siebenstufigen Newcomers. Die drei Buchstaben stehen nämlich fürs englische Dual-Clutch Transmission. Bedeutet: Die Ingenieure setzen auf zwei Trockenkupplungen, die jeweils ein Aktor, sprich Elektromotor, betätigt. Wie der Autobauer mitteilt, kommt bei der Anordnung der zwei Getriebe-Eingangswellen ein innovatives Konzept zum Zuge. „Eine Kia hat den cee‘d sw zum Modelljahr 2016 in vielen Punkten aufgefrischt. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 Hohlwelle überträgt die Kraft auf den zweiten, vierten und sechsten Gang, eine in der Hohlwelle gelagerte Vollwelle kommt im ersten, dritten, fünften und siebten Gang zum Einsatz“, heißt es seitens Kia. Schließlich sollte das Entwicklerteam zwei zentrale Anforderungen erfüllen: die enge Verzahnung der beiden Teilgetriebe, damit eine kontinuierliche Kraftübertragung gewährleistet ist, sowie eine kompakte und somit platzsparende Bauweise. Ferner stand im Lastenheft der Entwickler, Geräusche und Vibrationen zu reduzieren. Kia hat sich hierbei für einen externen Dämpfer entschieden, bei dem Komfort großgeschrieben: Für 1.750 Euro extra lässt sich das DCT ordern. die Adjektive „leise“ und „vibrationsarm“ ganz oben auf der Agenda stehen. Zu guter Letzt noch ein Blick ins Datenblatt des Kia cee‘d sw: Ausgestattet mit dem 136 PS starken Reihen-Vierzylinder- Selbstzünder (Euro 6) samt DCT liegt die Spitzengeschwindigkeit bei 197 km/h, der Sprint von null auf Tempo 100 gelingt in 10,9 Sekunden und den Normverbrauch gibt Kia mit 4,2 Litern Diesel auf 100 Kilometern (CO2: 109 g/km) an. Letzteres dürfte allerdings eher ein theoretischer Wert sein, sobald der Fahrer die sportlichen Vorzüge des manuellen Schaltens verinnerlicht hat. Patrick Neumann ■ Sportliche Momente: Das Getriebe lässt sich auch per Hand schalten. Fotos: Kia, Patrick Neumann www.autoservicepraxis.de

29
AUTOMOBILTECHNIK REIFENTECHNOLOGIE Weltweiter Fußabdruck Mit dem größten Investitionsprogramm der Unternehmensgeschichte will Continental seine Produktions- und Vertriebsaktivitäten weltweit steigern. Auch Deutschland profitiert. eit 2011 verfolgt Continental mit „Vision 2025“ eine langfristige Wachstumsstrategie mit dem Ziel, die erreichten Umsätze zwischen den wichtigsten Märkten EMEA (Europa), The Americas (Nord- und Südamerika) und APAC (Asien) so aufzuteilen, dass zukünftige Marktschwankungen besser aufgefangen werden können. Mit bislang schon über zwei Milliarden Euro Investitionssumme in den Auf- und Ausbau weltweiter Produktionskapazitäten hat das Unternehmen langfristig die Weichen für nachhaltiges Wachstum gestellt. Der Konzern rechnet bis 2025 mit einem Wachstum des globalen Reifenmarktes um 40 Prozent, das entspricht einer Steigerung von 1,1 auf 1,5 Milliarden Reifen. Daran will man mit dem „Balanced Global Footprint“, also einem ausgeglichenen weltweiten Fußabdruck in Form von weiteren Produktionskapazitäten, Hoch-Technologie-Projekten und Marktinvestitionen teilhaben. Alexander Bahlmann, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, erklärte im Rahmen der Conti Winter Roadshow: „Damit die Strategie von ‚Vision 2025‘ funktioniert, müssen wir in der Reifentechnologie führend sein.“ High-Tech aus Deutschland Dazu wird in Deutschland und Europa vor allem in Hochtechnologie-Projekte investiert. So begann bereits im September 2014 der Bau des High Performance Technologie Center (HTPC) am Produktions standort Korbach (Hessen), wo für 45 Mio. Euro eine 12.000 Quadrat- KURZFASSUNG Mit der Wachstumsstrategie „Vision 2025“ will Continental seine Umsätze zukünftig auf die wichtigsten globalen Märkte verteilen, um Marktschwankungen aufzufangen. Verschiedene Hochtechnologie- Projekte sollen den Weg dahin ebnen. Sicherheit steht bei Continental-Reifen an oberster Stelle. Das gilt auch für Reifen mit Taraxagum, wie den Prototypen des WinterContact TS 850 P (r.). meter große „Fabrik in der Fabrik“ entsteht. Ab Mitte 2016 werden hier nicht nur Hochleistungsreifen für technologisch anspruchsvolle Fahrzeuge hergestellt, sondern auch optimierte Produktionsprozesse für den Einsatz in den weltweiten Reifenwerken entwickelt. Ende 2014 wurde außer dem ein Technologiezentrum im slowakischen Púchov eröffnet. Ein weiterer Schritt zum Technologie-Führer ist die Übernahme des Unternehmens AZ Formenbau, in dem die hochkomplizierten „Backformen“ für die Reifenproduktion hergestellt werden. Erster Löwenzahn-Reifen fertig Im Rahmen der Conti Winter Roadshow präsentierte Continental außerdem den ersten Reifen mit einem Laufstreifen, der ausschließlich unter Verwendung von TaraxagumTM statt Kautschuk hergestellt wurde. Dabei handelt es sich um einen WinterContact TS 850 P, bei dem anstatt Tropenwald-Kautschuk der Saft aus den Wurzeln des russischen Löwenzahns zum Einsatz kam. Das Projekt konzentriert sich zunächst auf die Herstellung von Winterreifen, da diese einen besonders hohen Anteil (circa ein Kilo/ Reifen) an Kautschuk haben. Bis zur Serienreife werden allerdings noch fünf bis zehn Jahre vergehen, da neben der Produktionstechnologie auch der Anbau der Pflanze noch erforscht werden muss. Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut wird beispielsweise weiter an der Ertragssteigerung geforscht, die ausschließlich über Züchtung und ohne Gen-Manipulation erreicht werden soll. So müssen pro Hektar Anbaufläche eine Tonne Wurzeln gewonnen werden, um dem Kautschukertrag aus Gummibäumen zu entsprechen. Ziel des Projektes ist neben der Entlastung der Tropenwälder vor allem die Unabhängigkeit von teilweise starken Preisschwankungen an den Rohstoffbörsen für Kautschuk sowie eine Reduzierung von Logistikaufwand und Umweltbelastungen durch den Anbau auf bisherigen Brachflächen in Europa – und damit in geografischer Nähe zu den europäischen Reifenwerken von Continental. Alle Informationen zum Löwenzahn-Projekt sind unter www.taraxagum.de zu finden. Dieter Väthröder ■ Fotos: Continental www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 29

30
AUTOMOBILTECHNIK Gaben in Hamburg Einblick in das „Project M“ (v. l.): Robert Mainwaring, Technology Manager for Innovation, Shell Lubricants, Andy Jones, Design Director, Gordon Murray Design und Hidehito Ikebe, Director of Engineering, Geo Technology. URBANE MOBILITÄT Flitzer für die City von morgen In Hamburg hat Shell Einblicke in das ehrgeizige „Project M“ gegeben. In enger Kooperation mit Motor- und Designspezialisten tüftelt der Schmierstoffhersteller am Konzept eines besonders sparsamen City-Cars. Foto: Dietmar Winkler ie sparsam kann ein Auto mit Verbrennungsmotor für die Mobilität in Innenstädten künftig sein? Diese Frage soll ein ultraleichtes Stadtauto beantworten, an dessen Entwicklung derzeit der Schmierstoffher- KURZFASSUNG Minimaler Kraftstoffverbrauch durch minimales Gewicht und minimale Reibung im Motor. Das ist die Formel für ein neues Konzeptfahrzeug, mit dem Shell zusammen mit Formel-1-Motortechnikern und Design-Spezialisten ein besonders sparsames City-Car konstruiert. Die optimale Schmierstoff-Formulierung spielt neben konstruktiven Eingriffen in das Motordesign von Anfang an eine wichtige Rolle im „Project M“. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 steller Shell zusammen mit dem Formel- 1-erprobten Motorenspezialisten Geo Technology und dem Design-Spezialisten Gordon Murray arbeitet. Die Zielvorgabe für das Fahrzeug, das erst im kommenden Jahr der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll, ist ein Verbrauch von weniger als 2,8 Liter auf 100 Kilometer. Bis zu 120 Stundenkilometer Der City-Flitzer soll drei Personen Platz bieten und bis zu 120 Stundenkilometer schnell sein. „Wir wollen ein Fahrzeug entwickeln, das extrem wenig Kraftstoff verbraucht und sich jeder leisten kann“, umschrieb Robert Mainwaring die Projekt idee anlässlich einer internationalen Presseveranstaltung in Hamburg. Der Technologiemanager in der Shell Lubri- cants Technology Gruppe ist bei dem Unternehmen unter anderem für das unter dem Namen „Project M“ laufende Forschungsvorhaben verantwortlich. Mit dem Konzept eines extrem leichten und sparsamen Fahrzeugs wolle man Antworten auf die Herausforderungen liefern, die aus dem weltweiten Bevölkerungswachstum und der zunehmenden Urbanisierung erwachsen. Dabei habe man nicht so sehr die westlichen Industrieländer im Blick als vielmehr die Schwellenländer, in denen künftig eine breite Bevölkerungsschicht nach Mobilität verlange. Das Fahrzeug wird eine Weiterentwicklung des „T.25“ sein, ein Konzeptauto aus dem Jahre 2010, das vom Gordon Murray Design Team zusammen mit Shell entwickelt wurde. Schon für den T.25 hat www.autoservicepraxis.de

31
Shell ein spezielles Leichtlauföl entwickelt. Damit lag der Kraftstoffverbrauch des Wagens auf der 41 Kilometer langen „Brighton-London“-Strecke bei gerade einmal einem Liter. Schmierstoff-Strategie ab Beginn Im aktuellen Folgeprojekt soll nun zusätzlich eine weiter optimierte Motorentechnologie zum Einsatz kommen. Daher hat man sich den Motoren-Entwicklungsspezialisten Geo Technology mit an Bord geholt. Die Firma wurde von Osamu Goto gegründet, dem ehemaligen Direktor von Honda F1 und Entwicklungsmanager bei Ferrari im Formel-1-Rennsport. Motordesign und Schmierstoffentwicklung gehen dabei laut Shell Hand in Hand. Durch den Einsatz von besonders niedrigviskosen Motorölen und konstruktiven Verbesserungen sowie der speziellen DLC-Oberflächenbeschichtung soll die Reibung im Motor soweit wie möglich minimiert werden. Auch beim Chassis kommen ganz neue Konstruktionsprinzipien zum Einsatz. Dietmar Winkler ■ SO WIRD REIBUNG REDUZIERT Hidehito Ikebe, Entwicklungsdirektor von Geo Technology, erklärte in Hamburg, wie der Motor auf möglichst geringen Verbrauch getrimmt werden kann. Ausgangspunkt für den Antrieb ist ein Dreizylinder-Mitsubishi-Motor mit 660 Kubikzentimetern Hubraum und 75 PS. Dieser Motor soll durch konstruktive Eingriffe auf minimale Reibungsverluste und geringes Gewicht ausgelegt werden. Daher sind die Oberflächen wichtiger Verschleißteile im Motor speziell beschichtet. Eine extrem harte DLC-Schicht (DLC= Diamond like Carbon, engl. Diamantähnlicher Kohlenstoff) gewährleistet maximalen Verschleißwiderstand. Dabei handelt es sich um eine ultradünne Schicht aus Kohlenstoffatomen, die aus der Gasphase abgeschieden werden und eine extrem widerstandsfähige (diamantähnliche) Struktur bilden. Unter anderem die Nockenwelle, Nockenstößel, Kolben und Kolbenbolzen sind mit DLC beschichtet. „Wir haben außerdem vorgeschlagen, die maximale Leistung des Motors zu reduzieren und die maximale Drehzahl zu verringern“, erklärte Formel-1-Entwickler Ikebe. Durch weitere Modifikationen wurde das Gewicht des Kolbens um 40 Prozent reduziert. Insgesamt ergibt sich eine um ein Drittel geringere Trägheitsmasse im modifizierten Motor im Vergleich zum Ausgangsmotor. Bei der Konstruktion des Chassis kommt eine neue Leichtbauweise zum Einsatz, die erstmals Carbon-Materialien kostengünstig für die Massenproduktion verfügbar macht. Das i-Stream-Verfahren von Gordon Murray überträgt dabei Erkenntnisse aus der Formel-1 in die Massenproduktion. diwi Fotos: Shell (2), Dietmar Winkler (Mitte) Mobilitätsgarantie Wir sind nicht ganz so sportlich gekleidet, aber ebenso schnell zur Stelle! Kunden haben ist prima, Kunden binden aber besser. Dafür haben wir für unsere Werkstattpartner die Mobilitätsgarantie im Angebot: Die hilft rund um die Uhr bei Pannen, Unfall und Diebstahl. Das scheint anzukommen, denn dieser Service feiert in diesem Jahr sein 15. Jubiläum. ATR SERVICE GmbH Otto-Hirsch-Brücken 17 70329 Stuttgart www.atr.de

32
AUTOMOBILTECHNIK BREMSEN Ungebremst Richtung Aftermarket Der italienische Bremsenspezialist Brembo will sich weiter für den Aftermarket öffnen. Die Produkte für den Teilemarkt sollen nicht nur für den Rennfahrer interessant sein. KURZFASSUNG Der italienische Bremsenhersteller Brembo bietet neue Produkte für den Ersatzteilemarkt und plant weiteres Wachstum in dem Segment. asp hat den Premium-Hersteller am Unternehmensstandort „Kilometro Rosso“ bei Bergamo besucht. s ist nicht ganz leicht, aus einem Konstruktionselement ein Designobjekt zu machen. Brembo hat es dennoch geschafft. Bremssattel und -scheiben aus Bergamo sind zum Bremsen fast zu schade und immer eine Augenweide. Deshalb sind sie in den Fahrzeugen, in denen sie serienmäßig zum Einsatz kommen – vor allem PS-starke Fahrzeuge aus der Premiumklasse – auch immer gut sichtbar verbaut. Die auffällig rote oder blaue Lackierung des Bremssattels ist schon auf den ersten Blick zu erkennen. Die Formel- 1-Erbanlagen der High-Performance- Bremsen sind auch auf der normalen Straße kaum zu verleugnen. Im Erstausrüstermarkt werden Brembo Bremsen beispielsweise bei Porsche, Ferrari, Nissan, Mitsubishi, Mercedes, BMW und Alfa Romeo eingebaut. Der Premiumhersteller von Bremssystemen will seine Angebotspalette im Aftermarket ausbauen. Ziel des Bremsenspezialisten, der im kommenden Jahr beim Umsatz die Zwei-Milliarden-Euro-Grenze durchbrechen dürfte, sei eine Komplettabdeckung aller Marken im Ersatzteilgeschäft. Das erklärte Aftermarket-Marketingchef Marco Moretti im Brembo-Entwicklungszentrum bei Bergamo. Mit über 25 Millionen Bremsscheiben pro Jahr gehört Brembo im Ersatzteilbereich zu den wichtigsten Herstellern von Bremsscheiben weltweit. Die Marktabdeckung liegt bei Bremsscheiben heute schon bei 98 Prozent der verfügbaren Fahrzeugmodelle. Bei wiederaufbereiteten Bremssätteln deckt Brembo mit 4.000 Artikelnummern für 2.000 Modelle von 55 Herstellern 95 Prozent der aktuellen Fahrzeugflotte Ziel ist komplette Marktabdeckung Brembo-Komponenten sollen möglichst für alle Modelle aller Marken verfügbar sein. „Bei der Vermarktung unserer Produkte im Aftermarket greifen wir auf unsere jahrelange Erfahrung als ein führender Erstausrüster in der Automobilindustrie zurück“, betonte Moretti. „Aber wir bedienen nicht nur die Top-Marken, sondern wollen uns als Full-Range-Anbieter positionieren.“ In Europa konnte Brembo seinen Marktanteil im Aftermarket in den letzten vier Jahren auf zehn Prozent verdoppeln. Das Wachstum kommt vor allem aus dem Geschäft mit Bremsbelägen, die das bisherige Stammgeschäft mit Bremsscheiben ergänzen. Nun gelten Bremsscheiben in den Augen der meisten Autofahrer vor allem als Verschleißteil – was drauf steht, dürfte die wenigsten interessieren. Dem widerspricht Moretti vehement und verweist auf die ausgefeilte Technologie, die in den Bremsen steckt: „Wir sind davon überzeugt, dass man mit innovativen Ideen Kunden auch im Ersatzteilmarkt überzeugen kann.“ Laut Brembo kommen auch im Aftermarket nur Original-Produkte oder dem Original Schwimmend gelagerte zweiteilige Bremsscheiben aus Gusseisen mit einem Bremstopf aus Aluminium Fotos: Brembo (2) AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 www.autoservicepraxis.de

33
Fotos: Dietmar Winkler gleichwertige Produkte zum Einsatz. Hochwertige Materialien (Gusseisen mit hohem Kohlenstoffgehalt), optimale Belüftung der Scheiben sowie veredelte Oberflächen sollen Kunden überzeugen. Neueste Innovation, die auch im Ersatzteilemarkt verfügbar sein soll, sind die „PVT Plus-Bremsen“. Sie stellen den jüngsten Zugang in der Modellreihe der noppenbelüfteten Bremssysteme dar. Die Hochleistungsscheiben, die im Werk Mapello bei Bergamo produziert werden, werden zunächst im oberen Preissegment angeboten, beispielsweise für den Audi A6, die 5er-Modellreihe von BMW oder die E-Klasse von Mercedes. Bessere Belüftung mit PVT PVT steht für „Pillar-Venting-Technology“ (Kissenbelüftung). Kennzeichen dieser Konstruktion sind die Lüftungskissen in der Scheibe, die für eine bessere Belüftung und damit vor Überhitzung der Scheibe schützen. Zusätzlich sorgt die sternförmige Anordnung der Kissen dafür, dass sich Risse im Material nicht über den gesamten Durchmesser der Scheibe ausbreiten können. Die Konstruktion erlaubt zudem eine Gewichtseinsparung von bis zu zehn Prozent. Brembo erweitert den Ersatzteilemarkt im Hochleistungssegment außerdem um schwimmend gelagerte zweiteilige Bremsscheiben aus Gusseisen mit einem Brems topf aus Aluminium. Die Aluminiumnabe ist mit der Bremsfläche so verbunden, dass sich jedes Konstruktionselement bei Hitze ausdehnen kann. Damit wird eine Verformung der Scheibe bei Überhitzung vermieden. Dietmar Winkler ■ Wir heben Ihre Ansprüche www.autoservicepraxis.de PVT Plus-Bremsen stellen den jüngsten Zugang in der Reihe noppenbelüfteter Bremssysteme dar. Perfekter Service und praxisorientierte Lösungen zum Anheben von Fahrzeugen aller Art. SLIFT – eine Marke der MAHA Maschinenbau Haldenwang GmbH & Co. KG Hoyen 20 · 87490 Haldenwang · Tel.: +49 8374 585 -0 · www.slift.de

34
AUTOMOBILTECHNIK SO TESTET BREMBO BREMSEN Brembo ist heute in 16 Ländern weltweit mit Niederlassungen, Produktionsstätten oder eigenen Entwicklungszentren vertreten. Weltweit gibt es insgesamt vier Forschungslabors und 19 Produktionswerke. asp AUTO SERVICE PRAXIS war zu Besuch im Entwicklungszentrum bei Bergamo, wo sich auch das Testlabor befindet. Neuentwicklungen werden bei Brembo sowohl auf dem Prüfstand im Labor als auch auf der Straße getestet. Auf dem Prüfstand werden die Produkte nach den Anforderungen der Industrie geprüft. Prototypen werden dabei auch unter extremen Lastzyklen (Druck und Bremsmoment) geprüft, indem alle möglichen Straßenzustände (Schnee, Nässe, unterschiedliche Temperaturen) abgebildet werden. Auf dem dynamischen Prüfstand werden anschließend unterschiedliche Belastungen durch die Simulation der Fahrzeugdynamik durch Kombination von Masse und Geschwindigkeit geprüft. Die Prüfstände laufen rund um die Uhr, um Entwicklungszeit zu sparen. Den Abschluss bilden reale Straßentests mit den Prototypen der Fahrzeughersteller auf Rennstrecken und im normalen Straßenverkehr. Dort werden als härtester Test auch Bremsungen von hohen Geschwindigkeiten auf null unter Volllast erprobt. diwi WASSERPUMPEN Saleri auf Wachstumskurs er italienische Hersteller Saleri gilt als Spezialist für Wasserpumpen im Automobil. Das Familienunternehmen, das am Unternehmensstandort im norditalienischen Lumezzane produziert, platzt aus allen Nähten. Innerhalb von nur fünf Jahren hat sich der Umsatz verdreifacht – von 54 Millionen Euro in 2010 auf 152 Millionen in 2015. Über sechs Millionen Einheiten produziert Saleri mittlerweile sowohl als Erstausrüster zahlreicher Automarken als auch für das Servicegeschäft, wo Saleri eigentlich seine Wurzeln hat. Mittlerweile, so versichert uns der Vertriebschef für den Aftermarket, Marco Pinnacoli, liegt der Anteil des OEM-Geschäfts bei 80 Prozent des Umsatzes. Die Italiener verstehen sich als Systempartner für die Autoindustrie. In dieser Rolle begleitet Saleri die gesamte Entwicklungsphase bis zur Serienfertigung eines Autos. Bremsen bis zur Weißglut: Im Testlabor testen Ingenieure die Scheiben auf Hitzebeständigkeit. Auf unterschiedlich konfigurierten Prüfständen werden Bremssysteme auch in Verbindung mit Fahrzeugkomponenten getestet. Sensoren liefern Daten über den Zustand der Bremsscheiben. Ein Vertrag mit Porsche wurde erst kürzlich unterzeichnet. Den Erfolg führt Pinnacoli auf die Innovationskraft des Unternehmens zurück: „Wir haben Produkte entwickelt, die es vorher so nicht gab.“ Als Beispiele nennt er die modulare Wasserpumpe, die den Kühlmittelfluss flexibel steuert und auf Temperaturschwankungen im Kühlkreislauf reagiert. Dadurch wir die Abhängigkeit der Wasserpumpe von der Drehzahl der Kurbelwelle um eine weitere Dimension erweitert. Etwa 15 Prozent der Mitarbeiter sind bei Saleri im Bereich Forschung + Entwicklung tätig. Die Produktion am Unternehmensstandort im bergigen Norditalien ist hochautomatisiert – dennoch musste man mehrmals anbauen und die Produktionshalle sogar aufstocken. Bis zum Jahresende soll in Lumezzane ein weiteres Gebäude mit einer Betriebsfläche von Marco Pinnacoli, Vertriebschef Aftermarket 3.000 Quadratmetern eingeweiht werden. Die Fläche musste regelrecht aus dem Berg gefräst werden. An eine Verlegung des Standorts denkt offenbar derzeit dennoch niemand. Saleri will auch im Aftermarket weiter wachsen. Dietmar Winkler ■ Fotos: Dietmar Winkler Fotos: Dietmar Winkler AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 www.autoservicepraxis.de

35
ASA NEWS KOMPAKT Bundesverband der Hersteller und Importeure von Automobil-Service Ausrüstungen e.V. Die nächste Mitgliederversammlung des ASA-Verbandes wird am Mittwoch, den 11. Mai 2016 im NH-Hotel in Ingolstadt stattfinden. Unter anderem werden die turnusmäßigen Wahlen des Präsidenten und des Vizepräsidenten Finanzen auf der Tagesordnung stehen. Vom 8. bis 10. Mai 2016 findet die Automechanika Dubai statt. Die Messe bildet die größte Handelsplattform für den Automotive Aftermarket im Mittleren Osten und Nordafrika. „Für die Werkstattausrüster ist die Automechanika Dubai sehr interessant, da hier viele Einkäufer aus dem Irak, Iran und Nordafrika kommen, die teils nur schwer ein Visum für Deutschland bekommen“, berichtet Peter Rehberg, Leiter des ASA-Fachbereichs Messen und Ausstellungen. Zudem gibt es auf der Automechanika Dubai den größten deutschen Gemeinschaftsstand. Er ermöglicht deutschen Unternehmen, mit sehr wenig Aufwand Fuß in neuen Märkten zu fassen. Zudem erhalten sie ein attraktives Komplettpaket, um ihre Produkte und Dienstleistungen in einem ansprechenden Umfeld präsentieren zu können. Anmeldeschluss für die Teilnahme am deutschen Gemeinschaftsstand ist der 22. Januar 2016. Nähere Informationen gibt es bei der ASA-Geschäftsstelle oder unter www.automechanika.de. ABGASABSAUGANLAGEN Quellenabsaugung bei Euro VI-Nfz In seiner letzten Sitzung hat sich der DIN- Normenausschuss Feuerwehrwesen unter anderem mit der Abgasabsaugung an Feuerwehr- und Rettungsfahrzeugen befasst. An dieser Sitzung haben auch Vertreter des ASA-Verbandes teilgenommen und über die Problematik der Abgaserfassung bei Euro VI-Fahrzeugen informiert. Der Leiter des ASA-Fachbereichs Abgasabsauganlagen Jürgen Spieker wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass aufgrund der nicht frei zugänglichen und sehr unterschiedlich gestalteten Endauslässe der Abgassysteme eine mitfahrende Quellenabsaugung bei Euro VI-Fahrgestellen nicht mehr sichergestellt werden kann. Wie eine Untersuchung der BAuA jedoch gezeigt hat, sind mitfahrende Abgasabsauganlagen die wirksamste Schutzmaßnahme gegen den gestiegenen Stickstoffmonoxidanteil im Abgas moderner Motorengenerationen. Vor diesem Hintergrund hat der DIN-Normenausschuss Feuerwehrwesen den Beschluss gefasst, dass die Auspuffmündung bei Feuerwehrund Rettungsfahrzeugen nach außen geführt werden und zum Anschluss eines Abgasschlauches für die Quellenabsaugung geeignet sein muss. „Wir begrüßen diesen Beschluss und appellieren an die Fahrzeughersteller, diese Maßnahme zügig umzusetzen. Außerdem fordern wir im Sinne eines bestmöglichen Gesundheitsschutzes aller Werkstattmitarbeiter, bei Euro VI-Fahrzeugen zu Auspuffsystemen zurückzukehren, bei denen ein einfaches und sicheres Erfassen der Abgase möglich ist“, sagt Spieker. Die Quellenabsaugung kann bei Euro VI-Fahrzeugen nicht immer sichergestellt werden. Foto: s.tec Germany MARKTENTWICKLUNG Anhaltender Aufwärtstrend KONTAKT Geschäftsstelle ASA Bundesverband Tel. 0 71 56/95 83-87 Fax 0 71 56/95 83-88 geschaeftsstelle@asa-verband.de www.asa-verband.de Nachdem die Werkstattausrüster optimistisch in das Jahr 2015 gestartet sind, haben sich die Erwartungen im Laufe des Jahres zum Teil mehr als erfüllt. Laut Harald Hahn, Vizepräsident des ASA-Verbandes, haben das verbesserte Investitionsklima in den Kfz-Werkstätten und neue gesetzliche Vorgaben frischen Schwung in das Werkstattausrüstungsgeschäft gebracht. Vor allem die Einführung des AU-Leitfadens 5 habe zu einer sehr hohen Nachfrage bei Nachrüstsätzen und neuen AU-Geräten geführt. Ein Aufwärtstrend sei auch bei Diagnosegeräten, Prüfständen, Klimaservicegeräten und Software zu verzeichnen gewesen. Auch wenn es bei Auswuchtund Montiermaschinen, Achsmessgeräten, Hebebühnen und Abgasabsauganlagen eine stagnierende und je nach Segment auch rückläufige Nachfrage gab, bleibe das Gesamtergebnis für 2015 unter dem Strich positiv. „Für 2016 erwarten wir insgesamt einen weiteren moderaten Aufwärtstrend, auch wenn nicht alle Segmente davon profitieren werden“, prognostiziert Hahn. Diese Einschätzung begründet er unter anderem mit weiterem Investitionsbedarf in den Werkstätten aufgrund der aktuellen Gesetzgebung. Auch die Automechanika 2016 werde dem Werkstattausrüstungsmarkt neue Wachstumsimpulse geben. Als Risikofaktoren sieht er die angespannte Lage im Euroraum und die abkühlende Dynamik in Fernost. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 35

36
WERKSTATTTECHNIK AIRBAG TAUSCHEN Riskanter Lebensretter Airbag und Gurtstraffer gehören zu den wichtigsten Sicherheitssystemen im Fahrzeug. Müssen Teile oder das komplette System gewartet oder repariert werden, kann dies enorme Risiken bergen. Moderne Fahrzeuge sind mit zahlreichen Airbags ausgestattet. Ihr Wechsel kann sehr kostspielig werden. KURZFASSUNG Der Wechsel von Airbags oder Gurtstraffern ist durch zahlreiche Gesetze, Richt linien und Vorschriften reglementiert. Sie einzuhalten ist Pflicht jedes Werkstatt betreibers. Wer sie nicht beachtet, riskiert empfindliche Strafen und erhebliche gesundheitliche Schäden der Fahrzeuginsassen. euchtet die Airbag-Kontrollleuchte dauerhaft auf, muss das Fahrzeug umgehend in die Werkstatt gebracht werden. Denn nur mit einer eingehenden Fehleruntersuchung und Reparatur lässt sich eine einhundertprozentige Betriebssicherheit des Airbagsystems wieder herstellen. „Meist ist die Ursache ein fehlerhafter Stecker der Sitzerkennung im Fahrer- oder Beifahrersitz“, erklärt Matthias Kemmer, stellvertretender Obermeister der Kraftfahrzeuginnung Vorderpfalz. „Ursache hierfür sind oft mechanische Belastungen durch die Sitzverstellung. Liegt das Kabel dann nicht richtig oder es hat sich im Teppich verhakt, kann es durch die Zugbelastung zu einer Trennung der Steckverbindung kommen oder das Kabel reißt ab.“ Auch Feuchtigkeit, bedingt durch Schneematsch oder nasse Schuhe, führt aufgrund von Korrosion zu Kontaktschwierigkeiten im Stecker. Probleme bereitet auch immer wieder die Drehfeder im Lenkrad. Sie stellt, wie eine Kabelverbindung, einen durchgehenden Kontakt zum Airbag im Lenkradtopf her. Durch Drehbewegung des Lenkrades kann diese Feder jedoch brechen und muss ausgetauscht werden. Auch wenn diese Ursachen verhältnismäßig harmlos sind und schnell behoben werden können, werden zur Behebung dieser Defekte strenge Anforderungen an Wissen und Voraussetzungen der Kfz-Profis gestellt – vor allem wenn das Airbag-Steuergerät oder die Airbag-Einheit getauscht werden muss. So schreibt der § 4 der 1. Verordnung zum Fotos: Mercedes Sprengstoffgesetz (1. SprengV) im Absatz 3 vor, dass zum Ein- und Ausbau, der Aufbewahrung und dem Vertrieb von Airbag- Komponenten nur Personen mit mindestens eingeschränkter Fachkunde (>6-stündiger Lehrgang) im Rahmen ihrer gewerblichen Tätigkeit hierzu berechtigt sind. Dies gilt auch für das Vernichten von Airbag- oder Gurtstraffereinheiten. Befähigungsschein ist Pflicht „Unabhängig, welche Arbeiten am Airbagsystem durchgeführt werden müssen, eine Schulung ist immer Pflicht“, sagt Jörg Rennert, Fachreferent bei der TAK (Akademie des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes GmbH) in Bonn für Airbagsysteme, „denn Airbags und Gurtstraffer sind pyrotechnische Gegenstände der Kategorie P1 und fallen damit unter das Sprengstoffgesetz (SprengG).“ Für den Umgang mit den Komponenten des Airbagsystems ist daher eine eingeschränkte Fachkunde (siehe oben) oder ein Befähigungsschein nach § 20 des Sprengstoffgesetzes nötig. Zum Erwerb des Befähigungsscheins muss der Teilnehmer zudem eine Unbedenklichkeitsbescheinigung gemäß § 34 Absatz 2 der 1. SprengV vorlegen. Nur dann ist es ihm erlaubt, zum Beispiel an dem von Jörg Rennert bei der TAK in Bonn angebotenen Seminar „Airbag und Gurtstraffer, Befähigungsschein nach § 20 SprengG“ teilzunehmen. Die Unbedenklichkeitsbescheinigung ist bei dem für den Wohnort des Teilnehmers zuständigen staatlichen Gewerbeaufsichtsamt oder Amt für Arbeitsschutz zu beantragen. „Das Wissen, das zum Umgang mit Airbags und Gurtstraffern benötigt wird, ist sehr umfangreich“, sagt Jörg Rennert. „Das von mir angebotene Seminar ist deshalb auf zwei volle Tage von jeweils 9 bis 17 Uhr angesetzt.“ Neben Rechtsvorschriften und -grundlagen werden im ersten Block des Seminars theoretische Inhalte, wie das Erwerben, Überlassen an andere, Aufbe- AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 www.autoservicepraxis.de

37
SpezialiSten gibt eS viele … Redundant: Mindestens zwei Airbag-Sensoren müssen den Zünd impuls geben, damit der Airbag ausgelöst wird. Airbags und Gurtstraffer müssen einwandfrei funktionieren, wenn sie Fahrer und Insassen vor schweren Verletzungen bewahren sollen. wahren, Verwenden und die Verbringung von pyrotechnischen Gegenständen für sonstige/technische Zwecke behandelt. Im zweiten Block wird Wissen zum Aufbau, der Wirkungsweise, zur Zertifizierung und Klassifizierung pyrotechnischer Gegenstände insbesondere von Airbags, Airbaggeneratoren und Gurtstraffern (P1/2 bisher PT1/2) vermittelt. Ein weites Feld nehmen auch die berufsgenossenschaftlichen Bestimmungen ein und hier speziell die DGUV-Regel 113-017 „Tätigkeiten mit Explosivstoffen“ sowie die DGUV- Regel 113-008 „Pyrotechnik“. Sicherheitstechnische Hinweise nach dem Stand der Technik und Betriebsanweisungen bilden den vierten Block. Der fünfte Block ist praxisorientiert. Hier werden der Umgang mit Airbags, Airbaggasgeneratoren, Gurtstraffern und ihr Auslösen geübt. Eine schriftliche Prüfung gemäß § 36 der Ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz schließt das Seminar ab. Nach bestandener Prüfung erhalten die Seminar- www.autoservicepraxis.de

38
Fotos: Bosch WERKSTATTTECHNIK teilnehmer ein staatlich anerkanntes und bundesweit gültiges Zeugnis. Es ist auch Voraussetzung für die Erteilung des Befähigungsscheines nach § 20 SprengG. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 Airbag-Sensoren und -Steuergeräte tauchen immer wieder gebraucht im Markt auf. Von einem Einbau ist strikt abzuraten. Finger weg von gebrauchten Airbags Die Inhalte des angebotenen TAK-Seminars zeigen deutlich, wie viel Wissen nötig ist, um sicher an Airbag-Systemen zu arbeiten. Das weiß auch Stefan Dobler, Kfz- Sachverständiger aus München. „In meiner Berufspraxis habe ich es bereits öfters erlebt, dass Kfz-Profis, ohne Befähigungsnachweis und Wissen über die Bestimmungen, Airbags gewechselt haben“, so Stefan Dobler. „Davon ist dringend abzuraten – denn wenn der Einbau nicht fachgerecht durchgeführt wurde, kann dies im Ernstfall schwerwiegende juristische Folgen für die Werkstatt haben.“ Zudem ist der Einbau aufgrund der Pyrotechnik, wie der erfahrene Kfz-Sachverständige weiß, sehr gefährlich. „Doch auch wenn der Einbau gelingt, stellt ein nicht-fachmännisch verbauter Airbag eine Gefahr dar, vor allem wenn er während der Fahrt unvermittelt auslöst. Das ist lebensgefährlich“, mahnt Stefan Dobler. Es kommt auch immer wieder vor, dass gebrauchte Airbags verbaut werden – und dies, obwohl in Deutschland der Handel mit gebrauchten Airbags zum Beispiel im Rahmen der Autoverwertung verboten ist. „Laut Altfahrzeug-Verordnung sind Airbags aus Altfahrzeugen ausschließlich durch dafür berechtigte Personen zu vernichten“, sagt Jörg Rennert. Dennoch tauchen immer wieder gebrauchte Airbags im Markt auf. Gründe sind hohe Kosten für Originalteile und das Bestreben unseriöser Unternehmen bei der Unfall-Instandsetzung den Gewinn zu optimieren. „Der fachmännische Ein- und Ausbau eines Original-Airbags im Lenkrad kostet, je nach Fahrzeugmodell, um die 400 Euro und mehr. Dazu können noch die Kosten für das Steuergerät kommen, die in den meisten Fällen bei rund 200 Euro liegen. Wenn noch der Fehlerspeicher im System ausgelesen und gelöscht werden muss, stehen weitere 100 Euro auf der Rechnung“, sagt Matthias Kemmer. Selbst wenn gebrauchte Airbags über das Internet leicht zu kaufen sind, raten Experten vom Kauf dringend ab. „Man weiß nie, ob die gebrauchte Airbag-Einheit im Ernstfall einwandfrei funktioniert“, erklärt Jörg Rennert, „deshalb sind immer neue Airbags vom Original-Hersteller einzubauen.“ Sicher lagern Risiken birgt auch die Lagerung von Airbags und Gurtstraffern, insbesondere wenn man die Vorschriften für die Höchstmengen-Begrenzungen nicht kennt. „In Deutschland muss sie gemäß der 2. SprengV in Verbindung mit den Sprengstofflagerrichtlinien LR 410 „Aufbewahrung von Explosivstoffen und Gegenständen mit Explosivstoff sowie von sonstigen explosionsgefährlichen Stoffen außerhalb eines Lagers (kleine Mengen)“ und LR 240 „Lagerung von Airbag- und Gurtstraffer- Einheiten“ erfolgen“, so Jörg Rennert. „Gemäß dieser darf bei der Lagerung in Arbeitsräumen ein maximales Explosivstoff- Netto-Höchstmaß von zehn Kilogramm nicht überschritten werden. Bei einer Lagerung in geeigneten Lagerräumen ist hingegen ein Explosivstoff-Netto-Höchstmaß von maximal 100 Kilogramm gemäß der LR 410 zulässig.“ Airbag wechseln Schritt für Schritt Grundsätzlich ist ein Wechsel des Airbags oder seiner Komponenten immer mit höchster Umsicht durchzuführen. Wird ein Airbag gewechselt, ist zuerst die Batterie abzuklemmen, wobei zuerst das Massekabel und dann das Pluskabel entfernt wird. Anschließend muss man rund 15 Minuten warten, bis im Bordnetz keine Restspannung mehr vorhanden ist. Für die Montagearbeiten ist ein Erdungsarmband anzulegen, um elektrostatische Aufladungen zu verhindern. Nach der www.autoservicepraxis.de

39
Foto: Jörg Rennert Foto: Matthias Kemmer Beim TÜV SÜD werden immer wieder Versuche durchgeführt, um die Zuverlässigkeit von Airbag-Systemen zu testen. Foto: TÜV SÜD Links: Jörg Rennert ist Fachreferent bei der TAK in Bonn für Airbagsysteme. Er bietet dort Airbag- Schulungen an. Rechts: Als stellvertretender Obermeister Kraftfahrzeuginnung Vorderpfalz weiß Matthias Kemmer um die Probleme beim Airbag-Wechsel. … ABER NUR EINEN FÜR ANTRIEB UND FAHRWERK ZF Services [pro]Tech: Das produktorientierte Detailkonzept für Pkw- und Nfz-Werkstätten. Jetzt Partner werden: www.zf.com/protech Demontage des alten Airbags muss er mit den Anschlüssen nach unten an einem sicheren Platz abgelegt werden. Diese Sicherungsmaßnahme verhindert, falls es zu einer unbeabsichtigten Auslösung kommt, dass der Airbag hochgeschleudert wird und dabei erheblichen Schaden anrichtet. Nach dem Einbau des neuen Airbags wird die Zündung eingeschaltet und anschließend das Fahrzeug verlassen. Erst dann wird als Letztes die Batterie mit dem Fahrzeug verbunden, indem zuerst das Pluskabel und dann das Massekabel angeklemmt werden. Marcel Schoch ■ www.autoservicepraxis.de

40
BETRIEBSPRAXIS ASA-PRESSEGESPRÄCH „Moderater Aufwärtstrend“ Auf dem ASA-Pressegespräch Mitte November wagte der ASA-Verband trotz VW-Skandal einen optimistischen Ausblick ins Jahr 2016 und stellte die Entwicklungen des vergangenen Jahres dar. KURZFASSUNG Der Bundesverband der Hersteller und Importeure von Automobil-Service Ausrüstungen e.V. (ASA) blickt auf das vergangene Geschäftsjahr zurück und berichtet über aktuelle Trends und Entwicklungen im Werkstattausrüstungsmarkt. as Jahr 2015 ist zum Teil besser gelaufen als erwartet. „Ich kann ein rundum positives Bild geben“, betonte Harald Hahn, Vizepräsident des ASA-Verbands, in Mühlheim-Lämmerspiel. Als Gründe hierfür nannte er die positiv gesamtwirtschaftliche Lage 2015, das verbesserte Investitionsklima in Kfz- Werkstätten und neue gesetzliche Vorgaben, die für zusätzliche Investitionsanreize gesorgt hatten. Doch nicht alle Bereiche profitierten gleichermaßen von dem Trend. Einer der Gewinner war das Geschäftsfeld Prüfstände. Die neue HU-Bremsenrichtlinie führt mehr und mehr zum Austausch veralteter Bremsprüfstände. „Was auch immer herausragt, ist der Bereich Hebebühnen“, so der Vizepräsident weiter. Die Absatzzahlen seien stabil. Allein rund 12.000 Zweisäulenhebebühnen sind laut ASA-Statistik 2015 verkauft worden. An- dere Geschäftsfelder wie Montier- und Wuchtgeräte liefen hingegen weniger gut. Bernhard Hoffmann, Vorsitzender des Fachbereichs Reifendienste und Achsmessgeräte, ging auch auf aktuelle Anforderungen im Bereich Nutzfahrzeugreifen ein. „Nach wie vor kommt es jährlich immer wieder zu Todesfällen aufgrund ungenügender Sicherung des Rades beim Befüllvorgang“, erklärte er. Ein Video verdeutlichte die Folgen des fehlerhaften Befüllens: Der Reifen fliegt mitsamt Anwender hoch in die Luft. Bei einem 250-Kilo- Reifen ein Wunder, dass dem Monteur in Der neue Leitfaden 5 sorgte 2015 für eine hohe Nach frage im Bereich Abgasuntersuchung. diesem Fall nichts passiert ist. Zusammen mit dem wdk-Steuergremium entwickelt der ASA-Verband daher eine neue wdk- Anleitung für die Demontage und Montage von Nfz-Reifen, die auf den Erfahrungen mit der wdk-Anleitung für UHP- und Runflat-Reifen für Pkw aufbaut. Ziel ist es, die Sicherheit im gesamten Arbeitsprozess zu erhöhen. Die Basisversion soll noch im ersten Halbjahr 2016 verfügbar sein. Richtig einstellen Im Bereich Scheinwerfereinstellgeräte war 2015 ein leichter Anstieg zu verzeichnen. AUSBLICK AUF 2016 Für 2016 prognostiziert der ASA-Verband einen weiteren moderaten Aufwärtstrend, auch wenn nicht alle Segmente davon profitieren werden. Aktuelle Gesetzgebungen sorgen nach Ansicht von Harald Hahn für weitere Investitionsanreize. Die Automechanika werde das Jahr 2016 prägen und für neue Impulse im Werkstattausrüstungsmarkt sorgen. Faktoren, die hemmend wirken könnten, sieht Harald Hahn in der angespannten Lage im Euroraum und in der abkühlenden Dynamik in Schwellenländern wie China. vg AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 www.autoservicepraxis.de

41
TOHA Automobil- Vertriebs GmbH Deutschland Harald Hahn, Vizepräsident und Fachbereichsvorsitzender Diagnose Frank Beaujean, Fachbereichsvorsitzender Prüfstände Bernhard Hoffmann, Fachbereichsvorsitzender Reifendienste und Achsmessgeräte Fotos: Bosch, ASA-Verband Neue Technologien sowie gesetzliche Vorgaben sorgten für Kaufanreize. Denn seit dem 1. Januar 2015 müssen neue Prüfsysteme den Vorgaben der HU-Scheinwerfer- Prüfrichtlinie entsprechen. Ab dem 1. Januar 2017 gilt diese dann bundesweit für alle HU-Prüfsysteme. „In der Praxis hat sich gezeigt, dass die Neigungen und Unebenheiten der Aufstellfläche für die Fahrzeuge und das SEP für ein korrektes Bewerten der Scheinwerfereinstellung die größten Probleme bereiten“, erklärte Frank Beaujean, Fachbereichsvorsitzender Prüfstände. Daher werde aktuell an eine Novellierung des aktuellen Gesetzestextes gearbeitet, in deren Mittelpunkt die Überprüfung der Prüfsysteme stehe. www.autoservicepraxis.de Nachfrage sorgt für Lieferengpässe „In den Segmenten Diagnose und Abgasmessgeräte liefen die Geschäfte ebenfalls sehr gut. Vor allem die Einführung des AU-Leitfadens 5 hat zu einer großen Nachfrage bei Nachrüstsätzen und neuen AU-Geräten geführt“, sagte Harald Hahn, Vizepräsident und Leiter des Fachbereichs Diagnose. Am 1. Juni 2015 war der neue AU-Geräteleitfaden 5 in Kraft getreten. „Die technische Umsetzung der Inhalte des AU-Leitfadens 5 hat im Feld weder Überraschungen noch Probleme geschafft“, so Harald Hahn weiter. Nur die späte Veröffentlichung der Richtlinie am 30. September 2014 habe teilweise für Anlaufschwierigkeiten gesorgt. Im Bereich Diagnose sei der Passus in der Euro-5- und Euro-6-Norm umgesetzt worden: Alle Hersteller und Importeure haben Online-Portale für den freien Zugang zu Reparatur- und Wartungsinformationen für freie Werkstätten aufgebaut. Die Qualität und der Umfang der Daten sei jedoch sehr unterschiedlich und vor allem kostspielig. Daher bleibe die klassische Mehrmarkendiagnose unverzichtbar. Als Ergänzung könne das EURO-DFT-System dienen, das den Zugriff auf mehrere Herstellerportale gleichzeitig ermöglicht. Es sei jedoch keine Wunderwaffe. „Nur die Kombination aus Mehrmarkendiagnose und Onlinezugriff über Herstellerportale ist für eine Kfz-Werkstatt die ideale und kostengünstige Lösung“, so der Fachbereichsleiter Diagnose. „Bei dieser Kombination ist es egal, ob der Onlinezugriff über das EURO DFT-System, direkt über das Mehrmarkentool oder über einen separaten PC erfolgt.“ Schon immer für Endrohrprüfung Thema auf dem ASA-Pressegespräch war natürlich auch die VW-Manipulation. „Der VW-Abgasskandal hat die Welt verändert“, sagte Harald Hahn. Der blinde Glaube an die OBD habe Schlagseite bekommen. „Vor dem Hintergrund der bekannt gewordenen Abgasmanipulation wird das Thema Endrohrprüfung bei den zuständigen Behörden in Zukunft auf eine höhere Resonanz stoßen, als das bisher der Fall war“, zeigte sich der Vizepräsident überzeugt. Der ASA-Verband habe sich schon immer für die obligatorische Endrohrprüfung bei allen Fahrzeugen eingesetzt und werde das auch weiterhin tun. „Die Chancen stehen gut, dass die Endrohrprüfung wieder kommt“, betonte Hahn. Valeska Gehrke ■

42
WERKSTATTTECHNIK HAUPTUNTERSUCHUNG Rahmenbedingungen bleiben Wie sieht die Hauptuntersuchung (HU) in der mittelfristigen Zukunft aus? Fünf Fragen an Jürgen Wolz von der TÜV SÜD Auto Service GmbH und Leiter der Technischen Prüfstelle für den Kraftfahrzeugverkehr in Bayern. asp: Herr Wolz, voraussichtlich Ende 2016 könnte es eine Neufassung der StVZO und eine neue separate Fahrzeuguntersuchungsverordnung (FUV) geben. Was bedeutet dies konkret für die Werkstätten als Prüfstützpunkte? J. Wolz: Grundsätzlich ändert sich an den Rahmenbedingungen zur Hauptuntersuchung nichts, sie wird lediglich als eigene Verordnung veröffentlicht. Die Trennung zwischen Reparieren durch die Werkstatt und Prüfen durch die Überwachungsorganisation bleibt erhalten ebenso wie die Voraussetzungen für die Anerkennung als Prüfstützpunkt. Darüber hinaus werden die Anforderungen aus der EG- Richtlinie 2014/45/EU umgesetzt. So denkt man über eine zentrale Qualitätsstelle nach, von der aus die Qualitätsüberwachung wie auch die Prüfstützpunktüberprüfung gesteuert wird. Nach derzeitigem Stand werden die Kfz-Innungen dann bundesweit die regelmäßige Überprüfung der Prüfstützpunkte durchführen. KURZFASSUNG Gut zu wissen: Jürgen Wolz, Leiter der Technischen Prüfstelle für den Kraftfahrzeugverkehr in Bayern, betont im Gespräch, dass die Trennung zwischen Reparieren durch die Werkstatt und Prüfen durch die Überwachungsorganisation erhalten bleibe. Auch bei den Voraussetzungen für die Anerkennung als Prüfstützpunkt ändert sich erst einmal nichts. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 prüfung entwickelt, das in wenigen Jahren zum Einsatz kommen könnte. asp: Was lässt sich in puncto Mängeleinstufung sagen? Bleibt alles beim Alten? J. Wolz: Grundsätzlich bleibt die Mängeleinstufung, die derzeit noch auf Basis der bisherigen EG-Richtlinie erfolgt, gleich. Allerdings wird es bei einzelnen Mängeln auch zu geänderten Einstufungen kommen. Dazu erarbeitet eine Arbeitsgruppe derzeit eine Gegenüberstellung aus dem bisherigen Recht und den Anforderungen der neuen EG-Richtlinie. asp: Wie bereits erwähnt, ist auch die Einrichtung einer zentralen Aufsichtsstelle für die Qualitätssicherung in der Fahrzeugüberwachung geplant. Welche Vorteile sehen Sie darin? J. Wolz: Die geplante zentrale Qualitätsstelle soll die Koordination und Durchführung aller Qualitätsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Hauptuntersuchung bundesweit einheitlich steuern und sicherstellen. Dazu gehört neben der bereits angesprochenen Prüfstützpunktüberprüfung auch die Durchführung von Verdeckten Tests, unangekündigten Qualitätskontrollen und Ähnliches. Dies wird sicherlich dazu beitragen, dass das gute und bewährte System in Deutschland auch qualitativ konsequent weiterentwickelt wird. asp: Abschließend noch eine Frage zum neuen HU-Adapter, mit dem die Prüfingenieure hierzulande seit dem 1. Juli dieses Jahres arbeiten. Wie fällt nach den Foto: TÜV SÜD asp: Kommen auf die Werkstattunternehmer, was Prüfstände anbelangt, dadurch mittelfristig weitere Investitionen zu? J. Wolz: Im Rahmen der Umsetzung der Verordnung entstehen erst einmal keine weiteren Kosten. Ob und inwieweit Investitionen mittelfristig hinzukommen, hängt davon ab, wie sich die Prüfverfahren und Prüfinhalte weiter entwickeln. So wird zum Beispiel derzeit ein alternatives Prüfverfahren für die Schwingungsdämpferersten sechs Monaten nun Ihr Resümee aus, Herr Wolz? J. Wolz: Die Einführung des HU-Adapters bedeutet für das System der Fahrzeugüberwachung den Start in eine neue Ära. Wir sind weltweit die Ersten, die nun auch elektronische Bauteile im Rahmen der Hauptuntersuchung überprüfen können. Wie das mit neuen Technologien in diesem komplexen Umfeld aus IT und OEM- Systemen nun mal so ist, klappt anfangs nicht alles immer hundertprozentig, aber wir sind mit der Einführung durchaus zufrieden und auf einem guten Weg. So gibt es auch erste Erkenntnisse, dass wir Mängel zum Beispiel am Bremssystem einzelner Fahrzeuge erkannt haben, die im bisherigen Verfahren nicht erkannt werden konnten. Das ist wiederum ein wesentlicher Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. asp: Herr Wolz, vielen Dank für die interessanten Einblicke! Interview: Patrick Neumann ■ www.autoservicepraxis.de

43
WERKSTATTTECHNIK BATTERIE-CHECK Getestet, nicht gerührt Beim Varta 007-Kundenevent „Teste jede Batterie“ lädt der Batteriehersteller seine Kunden ins Kino ein. Bei der Abschlussveranstaltung in Hannover zieht Deutschland-Vertriebschef Peter Szutta ein positives Fazit. Foto: Dietmar Winkler Konnte im Kino seine Botschaft an den Mann bringen: Peter Szutta, Country Manager Deutschland ie Kino-Vorführung des neuen James Bond-007 „Spectre“ im Cinemaxx in Hannover bildete den Abschluss eines Kundevents an acht verschiedenen Stationen in ganz Deutschland. Batteriehersteller Varta nutzte die Anziehungskraft des Hollywood-Streifens, um eine Botschaft an Werkstätten und Händler loszuwerden. Vor dem eigentlichen Film gab es eine kurzweilige etwa 20-minütige Präsentation von Peter Szutta, Country Manager Deutschland, und Key Account Coordinator Jörg Vogt. Darin wurde den Besuchern das neue Batterie-Test-Programm vorgestellt. Wir waren bei der Abschlussveranstaltung dabei und haben Peter Szutta getroffen: asp: Sie haben eine Kino-Tour an acht verschiedenen Standorten hinter sich. Was hat James Bond mit Batterien zu tun? Peter Szutta: Wir haben eine Möglichkeit gesucht, möglichst vielen Werkstätten vor dem Wintergeschäft eine Schulung zu geben, worauf sie in der kalten Jahreszeit besonders achten sollten. Durch regelmäßige Batterie-Checks lassen sich viele Defekte bei Autos vermeiden. Bei etwa 33 Prozent aller Ausfälle steckt die Batterie dahinter. Leider werden die Batterien häufig erst dann getauscht, wenn sie kaputt sind. Unsere Message an die Werkstatt lautet: Prüft die Batterie so oft wie möglich. asp: Und das funktioniert im Kinosaal? Peter Szutta: Ja, sehr gut sogar. Man hat im Kino eine unglaublich professionelle Präsentationsmöglichkeit. Wir nutzen die große Leinwand und zeigen den Besuchern einen kurzen Film über unser Anliegen – es gibt darin auch einen scherzhaften Brückenschlag zu James Bond. Wir haben überall die größten Kinos gebucht und immer waren die Säle voll. Mit der Kino-Tour wollten wir einfach ein Event bieten, das über die üblichen Schulungen über den Großhandel hinausgeht. asp: Wen haben Sie als Zielgruppe im Blick? Peter Szutta: Ganz klar die Werkstätten und den Großhandel, über den wir ja ausschließlich unsere Produkte vertreiben. 95 Prozent der Besucher kommen aus dem Werkstattbereich. Ich schätze, dass wir durch die Tour unterm Strich auf über 4.000 Kontakte gekommen sind. Ein voller Erfolg also. Dietmar Winkler ■ STIMMEN AUS DEM PUBLIKUM Foto: Dietmar Winkler Adrian Wilewski (Auto & Reifen-Service Kleefeld GmbH) „Grundsätzlich eine gute Sache, aber man hätte den Abend straffer gestalten sollen. Wir mussten ziemlich lange auf den Film warten.“ Foto: Dietmar Winkler Roman Gaebel (Auto & Reifen-Service Kleefeld GmbH) „Ich hätte mir eine direktere Ansprache gewünscht und noch mehr Informationen zu neuen Produkten.“ Foto: Dietmar Winkler Günter Vogels (Ronalds Automobile) „Das Kino-Event ist eine gute Idee, um Kunden anzusprechen, dafür nehme ich auch die 35 Kilometer Anfahrt in Kauf. Den Film nimmt man doch gerne mit.“ www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 43

44
WERKSTATTTECHNIK HEBETECHNIK Schwere Last Große SUV und Transporter sind ein gewohntes Bild auf deutschen Straßen. Die Reparatur dieser Fahrzeuge stellt Werkstätten vor besondere Herausforderungen. KURZFASSUNG Die Nachfrage nach SUV in Deutschland ist steigend. Auch Sprinter und kleine Transporter sind beliebt und stellen Kfz-Betriebe im Service vor spezielle Herausforderungen. Denn die Werkstattausrüstung, allen voran die Hebetechnik, muss dem Gewicht und den Abmessungen der Fahrzeuge standhalten. ie Hebetechnik ist das A und O in Werkstätten. Denn für viele Arbeiten sind Hebebühnen essenziell: ob Reifenwechsel, Fahrwerksvermessung und Einstellarbeiten oder jegliche Reparaturen, bei denen der Unterboden des Fahrzeugs frei zugänglich sein muss. Gefahrlos bewegt sich der Monteur dank Hebebühne unter dem Fahrzeug und führt die notwendigen Arbeiten durch. Dabei sind die Anforderungen an eine Hebebühne je nach Fahrzeuggewicht und -größe verschieden. Hoher Stellenwert Der aktuelle Trend nach SUV und Kleintransportern kommt auch in den Werkstätten an. „Aufgrund der steten Zunahme des Verteilerverkehrs mit Kleintransportern, Sprintern und Co. besitzt der Service dieser Fahrzeuge einen hohen Stellen- AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 Fotos: MAHA wert“, ist Markus Weber, Leiter Business Development & Marketing bei MAHA überzeugt. Im Bereich Hebetechnik sind Kfz-Betriebe, die auch Reparatur- und Servicearbeiten an schweren SUV und Kleintransportern durchführen möchten, mit speziellen Bedingungen konfrontiert: „Fahrzeuge dieser Art erfordern Hebebühnen mit größerer Traglast und mehr Stellfläche. Daher sind kleinere, freie Werkstätten hier besonders – auch finanziell – gefordert“, weiß Markus Weber. Die Anforderungen liegen allgemein in: ■ der ausreichend großen Traglast ■ den entsprechend langen Tragarmen bei Hebebühnen mit Tragarmen ■ der hinreichend großen Fahrflächenlänge bei Scheren-/Viersäulen-/Unterflurstempel-Hebebühnen ■ der allgemein hohen Stabilität. Die Zweistempel-Hebebühne Square II mit Schwenkarmen und 6,5 Tonnen Traglast „Für Servicearbeiten wie Ölwechsel, Bremsen- und Räderservice sind bei größeren Transportern aufgrund der Unterboden-Rahmenkonstruktion ausschließlich Hebebühnen mit Tragarmen (Zwei- Stempel-Hebebühnen mit Tragarmen und Zweisäulen-Hebebühnen) oder Fahrflächenhebebühnen mit Achsfreiheber geeignet. Hebebühnen mit Plattenaufnahme wie Doppelscheren-Hebebühnen oder Unterflur-Flachträgerbrücken sind für diese Fahrzeuge in der Regel ungeeignet“, erklärt Markus Weber. Denn um beispielsweise die vorgeschriebenen Aufnahmepunkte von schweren Transportern mit langem Radstand zu erreichen, ist ein großer Auszugsbereich der Tragarme notwendig. Hinsichtlich der Traglast der Hebebühnen kann als Orientierung gelten: 3,0 Tonnen für normale Pkw, mindestens 3,5 Tonnen Traglast für schwere SUV und kleine Transporter, mindestens www.autoservicepraxis.de

45
TREND: AUFLASTUNG Hersteller haben die aktuelle Marktanforderung erkannt. Bosch bietet beispielsweise mit der VLH 2455 und der VLH 4345 zwei Hebebühnen mit einer Traglast von 4,5 Tonnen für Transporter an. Markus Weber, Leiter Business Development & Marketing MAHA 5,0 Tonnen für vollwertige Transporterarbeitsplätze. Zentrales Thema im Bereich Hebetechnik ist auch die Arbeitssicherheit, insbesondere bei schweren Fahrzeugen. „Zu nennen wären hier die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG und die Norm für Fahrzeughebebühnen DIN EN 1493:2010“, weiß Markus Weber von MAHA. In Europa verkaufte Bühnen müssen die hohen Sicherheitsanforderungen dieser Richtlinien erfüllen. Der Hebebühnen-Hersteller autop aus Rheine hat speziell für die Sprinterklasse eine ganz neue Hebebühne entwickelt: Die BL 4.55 Combi mit einer Traglast von 5,5 Tonnen ist ab Januar 2016 verfügbar. Zudem werden viele weitere autop-Bühnen den Anforderungen am Markt angepasst und sind ab Anfang nächsten Jahr mit Auflastung im Sortiment. vg Steigende Nachfrage Seit 20 Jahren bietet MAHA neben Pkwauch Transporter-Hebebühnen an. „Die Kunden sind bei diesem Produktsegment weniger preiskritisch und legen mehr Wert auf Qualität und Sicherheit als im Pkw-Bereich“, so Markus Weber. Der 36-Jährige geht insgesamt von einer steigenden Nachfrage im Bereich Transporter-Hebebühnen aus: „Das Marktvolumen dürfte weiterhin zunehmen. Auch das zulässige Gesamtgewicht nimmt zu. Als Beispiel sei der neue VW Crafter genannt. Der SUV-Markt nimmt derzeit ebenfalls zu. Hier sind die Anforderungen bei bestimmten Modellen zum Heben ähnlich wie bei Transportern etwa die Unterboden-Rahmenkonstruktion oder das hohe Eigengewicht.“ Neue Baureihe für 5,5 Tonnen Aufgrund der steigenden Stückzahl ist der Stellenwert von Transporter- Hebebühnen bei MAHA entsprechend hoch. Damit das auch so bleibt, passt sich das Unternehmen stets neuen Marktentwicklungen an. „MAHA wird aufgrund neuer zu erwartender Fahrzeugderivate mit zulässigem Gesamtgewicht von 5,5 Tonnen neue Hebebühnen-Baureihen mit entsprechend erhöhter Traglast kurzfristig einführen. Dies umfasst nahezu alle Hebebühnentypen wie Zweisäulen-, Viersäulen-, Scheren-, Unterflur-Zweistempel- sowie Unterflur-Vierstempel-Hebebühnen“, verrät Markus Weber. Denn Anfang 2017 kommt der neue VW Crafter mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 5,5 Tonnen auf Skizze der neuen autop- Bühne den Markt. Der bisher von Daimler produzierte Transporter wird im eigenen Werk in Polen hergestellt. Premiere feiert der VW Crafter voraussichtlich schon im September 2016 auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover. Valeska Gehrke ■ Reifenregale stabiles Stecksystem schnell montiert Reifenlagerhallen und Reifencontainer ab Lager lieferbar Zu 100% in Deutschland produziert günstig direkt ab Hersteller Abgerundete Traversen Hacobau GmbH · Tel. 0 51 51 - 80 98 76 info@hacobau.de · www.hacobau.de Rostsanierung in 3 Schritten – mit BRUNOX ® Epoxy Roststopp und Grundierer in Einem! · in Gewerbe und Industrie · am Fuhrpark · im und ums Haus So wird es gemacht: 1. losen Rost entfernen 2. BRUNOX ® Epoxy 2 x auftragen 3. nach vollständiger Trocknung Decklack applizieren Foto: autop Maschinenbau GmbH Elektromechanische Zweisäulen- Hebebühne ECONLIFT 6500 www.autoservicepraxis.de Bestes Kriechvermögen, kein Durchbluten, kein Abwaschen und kein Anschleifen! EINFACH GENIAL!!! Erhältlich im guten Fachhandel: Carlofon, CARPROFI GmbH, LIMORA, Seilo, Stahlgruber GmbH, Wessels+Müller AG, Info o. Händlernachweis: BRUNOX Korrosionsschutz GmbH, Tel. 0841 96129-04, Fax -13

46
TÜV SÜD-AKTUELL Fragen an ... Lars Kammerer, Head of Marketing, TÜV Süd Auto Service GmbH TÜV SÜD wurde vor 150 Jahren gegründet – warum eigentlich? Am 28. Januar 1865 explodierte ein Dampfkessel in der Mannheimer Aktienbrauerei. Ein Toter und vier Verletzte erschütterten die Stadt. Die Ursachen waren Wassermangel, zu hoher Druck und mangelhafte Wartung. Das Unglück veranlasste die ortsansässigen Dampfkesselbetreiber, eine Organisation ins Leben zu rufen, die für mehr Sicherheit an den technischen Anlagen sorgen sollte: 1866 gründeten sie die „Gesellschaft zur Ueberwachung und Versicherung von Dampfkesseln mit dem Sitze in Mannheim“, Vorläufer des heutigen TÜV SÜD. Die Idee einer unabhängigen und neutralen Prüforganisation hat sich weltweit durchgesetzt. Wann kam die Automobilsparte dazu? Erste Kraftfahrzeugprüfungen fanden 1906 in Mannheim statt. Ein weiterer Meilenstein in der TÜV-Geschichte: Am 15. Oktober 1910 gründete der Stuttgarter Dampfkessel-Revisionsverein eine Abteilung zur Prüfung von Fahrzeugen und deren Führern. Das war die Geburtsstunde der regelmäßigen Fahrzeugprüfung in Württemberg. Dem erweiterten Prüfspektrum wurde später mit der offiziellen Umbenennung in Technischer Überwachungs-Verein (TÜV) Rechnung getragen. Die Welt ändert sich rasant. Und TÜV SÜD? Heute prüfen, testen und zertifizieren die TÜV SÜD-Experten nicht nur Kraftfahrzeuge, Industrieanlagen und Aufzüge, sondern beraten auch Menschen und Organisationen. Dies bedeutet, stetig auf neue Entwicklungen, neue Trends, aber auch auf neue Gefahren, neue Sicherheitsbedürfnisse und neue wirtschaftliche Herausforderungen zu reagieren. TÜV SÜD entwickelt neue Produkte und Dienstleistungen mit dem Ziel, „Mehr Sicherheit. Mehr Wert“ für seine Kunden zu schaffen. Heute stehen immer häufiger Themen wie Prozesssicherheit, Lebensmittel, Datenschutz und Datensicherheit sowie komplexe IT-Infrastrukturen im Mittelpunkt. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 Foto: TÜV SÜD JUBILÄUM Seit 150 Jahren TÜV SÜD 2016 feiert TÜV SÜD den 150. Geburtstag. Die Idee einer unabhängigen und neutralen Prüforganisation hat sich in dieser Zeit weltweit durchgesetzt. Heute ist TÜV SÜD mit mehr als 22.000 Mitarbeitern auf der ganzen Welt aktiv – und dabei immer noch seinen Wurzeln treu: Mit hohem Sachverstand werden Technologien und Produkte geprüft, damit sie zuverlässig, sicher und nachhaltig sind. Angefangen hat die Unternehmensgeschichte 1866 während der ersten industriellen Revolution. Dampfmaschinen eroberten als innovative Technologie den Markt. Als Folge einer Reihe von Unfällen wurde die erste Gesellschaft zur Überwachung und Versicherung von Dampfkesseln in Mannheim gegründet. Diese freiwillige Organisation hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen, Sachgüter und Umwelt vor technischen Risiken zu schützen – und tut das als TÜV SÜD noch heute. Seit der Gründung spielt auch Weiterbildung eine wichtige Rolle in der technischen Entwicklung. Der erste Prüfingenieur des heutigen TÜV SÜD, Carl Isambert, unterrichtete damals bereits die Kesselbetreiber und ­wärter, wie die Anlagen sicher und wirtschaftlich zu bedienen seien. Die Aufgaben der Überwachungsvereine entwickelten sich genauso dynamisch wie die Technik und die Wirtschaft. Nach der Jahrhundertwende erschloss sich der Verein das weite Feld der Elektrotechnik und der Fördertechnik. Dazu kamen schnell erste sicherheitstechnische Prüfungen von Fernleitungen, Lagertanks, Versammlungsstätten und Seilbahnen hinzu. Anfang des 20. Jahrhunderts, 1906, war der TÜV bereits mit ersten technischen Inspektionen von Fahrzeugen im Automobilmarkt aktiv. Zahlreiche Weiterbildungsangebote ergänzten die Prüf­ und Zertifizierdienstleistungen. Mit der Gründung der Akademie 1986 wurden diese unter einem Dach vereint. Durch die zunehmende Liberalisierung der Märkte und damit einhergehende Fusionen verschiedener TÜV­Organisationen entstand der heutige TÜV SÜD. Das Unternehmen ist an 800 Standorten weltweit vertreten. Über 50 Prozent der Mitarbeiter arbeiten außerhalb Deutschlands. Während der vergangenen 150 Jahre hat sich TÜV SÜD dazu verpflichtet, die Welt sicherer zu machen. Auch heute schafft die Marke Vertrauen in neue Technologien, und prägt die „Next Practice“ von Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit. Foto: TÜV SÜD Mit der Überwachung von Dampfmaschinen durch eine unabhängige Prüfgesellschaft fing alles an. www.autoservicepraxis.de

47
TÜV REPORT 2016 Deutsche Marken an der Spitze Die Ergebnisse von neun Millionen Hauptuntersuchungen sind Grundlage des TÜV Reports 2016. Foto: TÜV SÜD Die Autos auf deutschen Straßen sind noch sicherer geworden. Die Mängel quote sank zum zweiten Mal in Folge um knapp einen Prozentpunkt auf 22,6 Prozent. Das geht aus dem TÜV­Report 2016 hervor, den der Verband der TÜV (VdTÜV) vorgestellt hat. Den ersten Platz schaffte die Mercedes B­Klasse mit der geringsten Quote von durchschnittlich 2,8 Prozent bei den erheblichen Mängeln. Silber geht an den Mercedes GLK (2,9 Prozent), der sich damit um einen Platz verbessert. Der Vorjahreszweite – der Audi A6 – landet auf Platz neun (4,4 Prozent). Bronze gibt es für den Vorjahressieger Mercedes SLK mit einer durchschnittlichen Quote von 3,1 Prozent. Seit der letzten Ausgabe kürt der TÜV­ Report auch Klassensieger nach der Einteilung des Kraftfahrt­Bundesamtes. Sieger bei den Kleinwagen ist der Audi A1 (4,4 Prozent) und in der Kompaktklasse der Audi A3 (5,0 Prozent). In der Mittelklasse leuchtet der Stern der Mercedes C­Klasse am hellsten (3,7 Prozent) und Gesamtsieger Mercedes B­Klasse ist auch Klassenbester bei den Vans; der Mercedes GLK (2,9 Prozent) erhält das Prädikat bestes SUV. Dass auf den ersten Plätzen Modelle deutscher Premiumhersteller landen, setzt den Trend der letzten Jahre fort. TÜV SÜD-Kontakt TÜV SÜD Auto Service Jürgen Wolz Tel. 0 89/57 91-23 20, Fax -23 81 juergen.wolz@tuev-sued.de TÜV SÜD Auto Partner Thomas Gensicke Tel. 0 7 11/72 20-84 73, Fax -84 88 thomas.gensicke@tuev-sued.de Zentraler Vertrieb Tel. 07 11/7 82 41-246 vertrieb-as@tuev-sued.de TÜV SÜD-Training Weiterbildungsangebote im Netz: TÜV SÜD Akademie www.tuev-sued.de/akademie Betrieblicher Brandschutz In allen Unternehmen ist der betriebliche Brandschutz ein zentrales Thema. Das betrifft auch kleine und mittelständische Unternehmen. In diesem Seminar erhalten die Teilnehmer eine Übersicht über die Vielzahl von brandschutzrelevanten Vorschriften mit Hinweisen für die praktische Umsetzung im Unternehmen. Das eintägige Seminar informiert umfassend über alle geltenden besonderen Anforderungen im betrieblichen Brandschutz. Zusätzlich zu den rechtlichen Grundlagen werden Pflichten für den Betreiber und Arbeitgeber thematisiert. Weitere Seminarinhalte sind mögliche Brandursachen und Brandgefahren, Gefährdungen durch Brandgase und Brandrauch. Neben dem baulichen und technischen Brandschutz geht es auch um den organisatorischen Brandschutz in Betrieben. Teilnehmer erhalten eine Teilnahmebescheinigung der TÜV SÜD Akademie. Das Seminar wird ganzjährig an unterschiedlichen Standorten angeboten. SZ Verkehrsforum Mobile Zukunfts-Szenarien Das Forum Verkehr der Süddeutschen Zeitung (SZ) war zu Gast bei TÜV SÜD. Hochkarätige Experten aus der Forschung, der Automobilindustrie, Anbieter des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und der Stadt haben in München über die automobile Entwicklung der nächsten 20 Jahre diskutiert. Unter anderem hat Johanna Kopp vom Institut für Mobilitätsforschung (ifmo) aktuelle Ergebnisse der Studie „Die Zukunft der Mobilität“ vorgestellt. Darin beleuchten die ifmo­Wissenschaftler mögliche Szenarien für Deutschland im Jahr 2035 unter Einbeziehung der demografischen, wirtschaftlichen und technologischen Entwicklung. Dabei wurde deutlich: Bis zur nahtlosen Verknüpfung aller Verkehrsträger – auch unter Einbeziehung des ÖPNV – ist es noch ein weiter Weg. Das Auto bleibt auch künftig wichtig. Foto: Dietmar Winkler www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 47

48
BETRIEBSPRAXIS TÜV SÜD CHINA Im Reich der Mitte Beim professionellen Gebrauchtwagengeschäft gibt es in China noch wenig Erfahrung. Ein Interview mit Dirk von Wahl, CEO TÜV SÜD Greater China. asp: Welche Bedeutung hat China für den TÜV SÜD? D. von Wahl: TÜV SÜD bietet im Wesentlichen in China die gleichen Services an wie auch in Deutschland. Im Bereich unserer automobilen Dienstleistungen sehen wir in Zukunft große Potenziale im chinesischen Markt. Die großen Wachstumsraten im reinen Neuwagengeschäft sind vorüber. Damit wird Qualität in Zukunft die Quantität bestimmen und diese können wir als TÜV SÜD mit großer Erfahrung im Handel sicherstellen. asp: Wie sind Sie hier inzwischen aufgestellt? D. von Wahl: TÜV SÜD ist schon seit über 20 Jahren in China vertreten. Mit fast 3.000 Angestellten und über 40 Standorten haben wir ein weitflächiges Netz in China. Damit ist gewährleistet, dass wir jederzeit mit unseren Dienstleistungen die Kunden schnell erreichen, auf regionale Gesichtspunkte eingehen und mit hoher Qualität bedienen können. asp: Sie wollen sich künftig auch auf das Händlergeschäft mit Gebrauchtwagen konzentrieren? D. von Wahl: TÜV SÜD hat im Bereich Gebrauchtfahrzeugmanagement mehr als 20 Jahre Erfahrung. Wir bieten Services und Tools für OEM, Handelsgruppen und Händler zur Professionalisierung dieses Geschäftes von der Hereinnahme bis zur Loyalisierung von Gebrauchtfahrzeugkunden. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um auch in China diese Erfahrung einzubringen. In China war und ist das Gebraucht­ Foto: TÜV SÜD KURZFASSUNG Die CADA-Veranstaltung vom 4. bis 7. November war ein Pflichttermin für die chinesische Autobranche. Ein Fachkongress, zu dem sich rund 4.500 Experten des Autohandels, vom OEM & Co. akkreditiert hatten. Auch der TÜV SÜD war in Xiamen vor Ort. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 fahrzeuggeschäft größtenteils in den Händen von freien Gebrauchtfahrzeughändlern. Aber das ändert sich gerade rasant. Einige Hersteller nehmen dieses Geschäft nun ernsthaft in Angriff. asp: Welche Chancen hat besonders der Fabrikatshandel? D. von Wahl: Aktuell befindet sich der Automobilmarkt in China in einem rasanten Wandel. Die Wachstumsraten im Neuwagenabsatz haben sich normalisiert, die Margen der Händler stehen extrem unter Druck. Man braucht dringend zusätzliche Einnahmequellen, um die Händler bei der Stange zu halten. Die Erstkäufer­Rate ist www.autoservicepraxis.de

49
dieses Jahr unter die 50­Prozent­Grenze gesunken. Damit möchte bereits jetzt jeder zweite Kunde sein Fahrzeug in Zahlung geben. Kundenloyalisierung über den Life­ Cycle hinweg ist bisher im Handel komplett vernachlässigt worden und wird jetzt zu einer wichtigen Aufgabe für alle Hersteller. Dazu gehört neben den Finanzierungsdienstleistungen vor allem auch das Gebrauchtfahrzeuggeschäft. Wir stehen eng in Kontakt mit den staatlichen Regierungsstellen. Auch dort ist ein Umdenken hinsichtlich der Regulierungen deutlich zu erkennen. Die Chance der Hersteller und ihrer Handelsorganisationen liegt darin, das Gebrauchtwagengeschäft in ihre „Key­Vision“ aufzunehmen und jetzt zu forcieren und nicht erst dann, wenn der Markt professioneller Gebrauchtfahrzeughändler besetzt und verteilt ist. Aktuell befindet sich der Automobilmarkt in China in einem rasanten Wandel. asp: An welchen Bereichen muss im Handel noch gearbeitet werden, um das Geschäft erfolgreich zu betreiben? D. von Wahl: Wenn man es genau nimmt, ist der Fabrikatshandel in China mit wenigen Ausnahmen nicht auf ein professionelles B­to­C­Gebrauchtfahrzeuggeschäft vorbereitet. Bislang ist der komplette Remarketing­Prozess auf die Weitergabe der hereinkommenden Fahrzeuge an freie Händler ausgerichtet. Letztes Jahr haben wir einen Investoren­Workshop entwickelt und für einen deutschen Sportwagen­Hersteller umgesetzt. Ziel war es, den Entscheidern der Handelsgruppen die Notwendigkeit des Gebrauchtfahrzeuggeschäftes verständlich zu machen. Das Verständnis und Commitment der Entscheider sehen wir als den wichtigsten ersten Schritt an. asp: Mit welchem Leistungsspektrum tritt hier der TÜV SÜD an? D. von Wahl: TÜV SÜD China tritt mit dem kompletten Leistungsspektrum und der Erfahrung an, die es braucht, das Gebrauchtfahrzeuggeschäft in China erfolgreich zu machen. Wir starten mit der konzeptionellen Unterstützung für die Gebrauchtfahrzeugstrategie und unterstützen bei der Überzeugungsarbeit und Qualifizierung des Handels. Unsere Gebrauchtfahrzeug­Trainings sind erprobt und werden sogar vom chinesischen Händlerverband (CADA) zertifiziert. Systemseitig bieten wir mit „NUMoS“ ein Reporting­System, das die gesamten Gebrauchtfahrzeug­KPIs im Handel erfassbar macht und kaskadisch reportet. Dieses System ermöglicht es uns, dem Handel, der jeweiligen Handels­Gruppe oder OEM, Abweichungen frühzeitig zu erkennen und einzugreifen. Weiterhin unterstützen wir mit Vor­Ort­Services, wie unserer Fahrzeughereinnahme­Bewertung (TIM) oder einem TÜV SÜD Fahrzeugmanager, der von außen die Prozesse überwacht und einschreitet, bevor es zu Verlusten kommt. asp: Herr von Wahl, vielen Dank für das Gespräch! asp ■ Heute schon verfügbar, um die Herausforderungen von morgen zu meistern • Umweltfreundliche Bremsentechnologie • Kupferfreie bzw. kupferarme Bremsmaterialmischungen • Fünf Jahre Forschung und Entwicklung • Hervorragende Bremsleistungen • Mit Innovationspreisen ausgezeichnete Technologie • Ab Werk in der neuen Mercedes-Benz C-Klasse Komplettes Eco-Friction® video auf www.ferodo.de Ferodo ist eine eingetragene Marke von

50
BETRIEBSPRAXIS PERSONALFÜHRUNG/TEIL 10 Alt und älter ... Der demographische Wandel macht sich auch bei Kfz-Betrieben bemerkbar. So wird es nicht nur schwieriger, gute Azubis zu finden, auch die Belegschaften altern. Höchste Zeit, sich damit zu befassen. Rudi Angerer (re.) erhält die World Skill Ehrenurkunde von Hubert Romer. er Rudolf Angerer nach der Altersstruktur seiner Belegschaft fragt, bekommt eine kurze, aber prägnante Antwort: „Bei uns geht’s quer durch den Gemüsegarten“, so der Inhaber des gleichnamigen Autohauses in Schierling in der Oberpfalz. Der älteste der insgesamt 22 Mitarbeiter ist bereits seit 22 Jahren an Bord, die jüngsten seit September 2015: Sie werden zum Kfz- Mechatroniker und zum Automobilkaufmann ausgebildet. Dank der kontinuierlichen Ausbildungsaktivitäten sind der Großteil des Teams „Eigengewächse“, wie Angerer sagt. Die Mischung macht’s Mit der gesunden Mischung aus Alt und Jung ist das Autohaus Angerer gut für die Zukunft gerüstet. Kfz-Betriebe, bei denen dagegen der Großteil der Belegschaft einer einzigen Altersgruppe angehören, könnten dagegen bald Probleme bekommen – insbesondere dann, wenn es sich um die Altersklasse 50 plus handelt. „Eine Werkstatt AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 Wertschätzung wichtig „Das Wollen hängt auch bei älteren Mitarbeitern stark von der Wertschätzung ab, die ihnen entgegengebracht wird“, sagt Ingrid Mayer-Dörfler. Wer ältere Mitarbeiter eher als Last denn als Bereicherung betrachtet, ihnen keine anspruchsvolleren Aufgaben mehr zutraut, zu wenig Wert auf ihren Erfahrungsschatz legt, muss sich nicht wundern, wenn sie resignieren. Dann fehlt der Anreiz, volle Leistung zu bringen und bis zur Rente durchzuhalten – und vielleicht auch danach noch einzuspringen, wenn in der Werkstatt Not am Mann ist. Dass ältere Mitarbeiter mehr krank sind, bezeichnet die Demographieberaterin übrigens als Mythos. „Werden in Betrieben die Krankheitstage nach Altersgruppen ausgewertet, so zeigt sich häufig, dass ältere Mitarbeiter zwar im Falle eines Falles länger fehlen – aber jüngere dafür deutlich häufiger kurzzeitig krank sind. Unterm Strich gleicht sich das aus.“ Übrigens kann und sollte auch ein Werkstattinhaber etwas dafür tun, dass seine Mitarbeiter lange fit bleiben und für gute Arbeitsbedingungen sorgen. Rudolf Angerer ist die Gesundheit seiner Mitarbeiter ausgesprochen wichtig. Daher hat er seine Werkstatt mit modernen Hebebühnen ausgestattet und dazu noch einen Kran sowie einen Gabelstapler angeschafft, um Hebearbeiten zu minimieren. Fenster mit Isolierglas, Sektionaltore plus Fußbodenheizung sorgen das ganze Jahr über für angenehme Temperaturen. Dabei legt er Wert darauf, dass nicht nur die älteren Semester die zahlreichen technimit zehn Mitarbeitern, bei der zwei Meister heute Mitte bis Ende 50 sind, läuft derzeit noch rund“, sagt Ingrid Mayer-Dörfler, zertifizierte Demographieberaterin aus München. „Doch in fünf Jahren sind diese Mitarbeiter dann kurz vor oder im Rentenalter. Sich bereits jetzt darüber Gedanken zu machen, wie sie ersetzt werden können, ist durchaus sinnvoll.“ Schließlich, so die Expertin weiter, habe der Werkstattinhaber nicht mehr allzu viel Zeit, um zu entscheiden, ob er vielleicht zwei junge Mechatroniker, die bereits bei ihm beschäftigt sind, zum Besuch der Meisterschule motivieren möchte. Ein Ansatz, der angesichts des vielfach beklagten Fachkräftemangels durchaus empfehlenswert ist. „Der demographische Wandel schreitet voran“, betont Mayer-Dörfler. „Viele Inhaber kleinerer und mittelständischer Unternehmen gehen allerdings fälschlicherweise davon aus, dass er sie nicht betrifft.“ Sie bemerken zwar, dass es immer schwieriger wird, gute Auszubildende zu finden, hoffen aber immer wieder auf Besserung Foto: Autohaus Angerer im nächsten Jahr. Das Altern der Stammbelegschaft wird noch weniger wahrgenommen. Doch bei diesem Thema gibt es jenseits der Suche nach qualifiziertem Ersatz für künftige Ruheständler noch einen Punkt, der beachtet werden sollte: Es geht auch darum, dass die älteren Mitarbeiter leistungsfähig und motiviert bleiben. www.autoservicepraxis.de

51
SPROSSENWAND UND ROLLWÄGEN „Viele Tätigkeiten im gewerblichen Bereich führen zu stärkeren körperlichen Belastungen als Schreibtisch-Jobs“, sagt Susanne Mayer von Wema Management. „Das lässt sich nicht komplett ausschließen.“ Doch es gibt durchaus Möglichkeiten, Belastungsfolgen und Verschleißerscheinungen so gering wie möglich zu halten. Dazu sieben Tipps der Expertin: ■ Hebevorrichtungen, Rollwägen und viele spezielle technische Hilfsmittel sorgen Susanne Mayer, dafür, dass schwere Teile leichter angehoben und von A nach B transportiert wer- Wema Management den können. Das schont den Muskel- und Skelettapparat. ■ Ruckartige Bewegungen, für die viel Kraft aufgewendet werden muss, wie etwa das Lösen festsitzender Schrauben, belasten Rücken und Gelenke besonders stark. Sie können durch elektronisches Werkzeug entschärft werden. ■ Arbeiten, die gebückt oder über Kopf ausgeführt werden müssen, lassen sich in einer Kfz-Werkstatt kaum vermeiden. Sie sollten jedoch minimiert und durch entsprechende Arbeitshilfen, wie etwa Hebebühnen, erleichtert werden. ■ Leistungsfähige Heizungs-, Be- und Entlüftungsanlagen sorgen im wahrsten Sinne des Wortes für ein gesundes Arbeitsklima. ■ Gutes Licht an allen Arbeitsplätzen schont die Augen und trägt dazu bei, Fehler zu vermeiden. ■ An einer Sprossenwand oder Klimmzug-Stange, die in den Sozialräumen angebracht wird, können Mitarbeiter sich „aushängen“ – das sorgt dafür, dass die Bandscheiben besser durchblutet werden und ist gerade nach gebücktem Arbeiten eine Wohltat. ■ Wichtig ist allerdings, das gesamte Team darin zu unterweisen, wie die Arbeiten möglichst gesundheitsschonend erledigt werden können – und darauf zu achten, dass sich wirklich alle daran halten. Das ist nicht zuletzt eine Sache des Vorlebens und der Unternehmenskultur. Foto: Wema Management Foto:Martina Glaser Ingrid Mayer-Dörfler, Demographieberaterin LESERSERVICE Der hier veröffentlichte zehnte Teil ist der letzte Artikel in der Serie zum Thema Personalführung. Zur besseren Übersicht eine Liste aller bislang erschienenen Beiträge: ■ Teil 1 – asp 3/2015: „Zukunftssicherung“: Ausbildung gegen den Fachkräftemangel ■ Teil 2 - asp 4/2015: „Geldfragen“: Lohndiskussionen führen ■ Teil 3 – asp 5/2015: „Schreckgespenst“: Tarifbindung und Tarifverträge ■ Teil 4 – asp 6/2015: „Leistung soll sich lohnen“: Kennzahlen zur Mitarbeiter-Beurteilung ■ Teil 5 – asp 7/2015: „Mehr Netto vom Brutto“: Lohnoptimierung ■ Teil 6 – asp 8/2015: „Lohnende Investition“: Weiterbildung und andere Motivatoren ■ Teil 7 – asp 9/2015: „Konstruktiv kritisieren“: Mitarbeiter richtig loben und kritisieren ■ Teil 8 – asp 10/2015: „Persönliche Führungsfragen“: Was eine gute Führungskraft ausmacht ■ Teil 9 – asp 11/2015: „Führen und führen lassen“: Eine zweite Führungsebene einziehen ■ Teil 10 – asp 12/2015: „Alt und älter“: Ältere Werkstattmitarbeiter – fit bis zur Rente schen Gerätschaften benutzen, sondern auch die jüngeren Teammitglieder. „Eine gesundheitlich vernünftige Arbeitsweise ist für alle Altersgruppen in der Werkstatt wichtig“, betont Angerer. Dies bestätigt Susanne Mayer, Geschäftsführerin von Wema Management, einer Beratungsgesellschaft, die sich auf Arbeitsschutzkonzepte für Unternehmen konzentriert. „Es geht nicht nur darum, ältere Mitarbeiter zu entlasten.“ Auch die jüngeren profitieren laut Mayer davon, wenn in einer Werkstatt Maßnahmen ergriffen werden, um Belastungen zu minimieren oder auszugleichen (siehe Tippkasten oben). Genauso wichtig ist allerdings auch die fachliche Fortbildung über alle Altersklassen hinweg. Wer davon ausgeht, dass ein Kfz-Mechatroniker mit 50 Jahren keine Schulung mehr braucht, schiebt ihn aufs Abstellgleis – und muss sich über Demotivation nicht wundern. „Angesichts der Digitalisierung, die in unseren Fahrzeugen Einzug hält, ist lebenslanges Lernen für Werkstattmitarbeiter wichtiger denn je“, betont Mayer-Dörfler. „Ältere brauchen vielleicht länger, bis sie Lernstoff verarbeitet haben, aber lernen kann man bis ins hohe Alter – wenn die Motivation dazu vorhanden ist.“ Sollte ein älterer Kandidat wenig Lust auf Schulungsmaßnahmen haben, empfiehlt die Demographie-Expertin ein Mitarbeitergespräch, in dem klar zur Sprache gebracht wird, dass es schwierig ist, einen Werkstattmitarbeiter, der fachlich nicht auf dem aktuellen Stand ist, angemessen zu beschäftigen. Natürlich muss es nicht immer eine Schulung sein: Auch Learning by Doing funktioniert bis zu einem gewissen Grad. „Dabei können die Älteren von den Jüngeren profitieren – und umgekehrt“, sagt Mayer-Dörfler. „Untersuchungen haben belegt, dass altersgemischte Teams mehr leisten als Teams, die sich nur aus älteren oder nur aus jüngeren Mitarbeitern zusammensetzen.“ Voraussetzungen dafür seien jedoch gegenseitige Wertschätzung und gemeinsame Ziele. Fortbildung nach Bedarf Im Autohaus Angerer ist fachliche Fortbildung selbstverständlich – nicht nur, weil dort Servicearbeiten für vier Marken geleistet werden. „Pro Jahr kommen wir auf rund 200 Schulmanntage“, sagt Rudolf Angerer. Bei 22 Werkstattmitarbeitern ist damit im Schnitt jeden Arbeitstag ein Mitarbeiter auf Schulung. Wer an welchen Maßnahmen teilnimmt, entscheidet dabei allein der Fortbildungsbedarf – und nicht das Alter. Für ein angenehmes Arbeiten beim Autohaus Angerer sorgt aber auch noch ein weiterer Aspekt: „Ich halte wenig davon, Arbeitswerte, die meist ohnehin nicht realistisch sind, durchzupeitschen“, sagt Rudolf Angerer. „Bei uns wird in vernünftigem Tempo gearbeitet – und die Leute in der Werkstatt haben die Zeit, die sie benötigen, um Arbeiten ordentlich durchzuführen.“ Neben der konsequenten Ausbildungstätigkeit dürfte auch diese Haltung dazu beitragen, dass die gesunde Altersmischung bei Angerer auch langfristig erhalten bleibt. Eva Elisabeth Ernst ■ www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 51

52
GELD & KREDIT Kampf der Altersarmut Damit Selbstständige und Unternehmer in der Zukunft auch ihren wohlverdienten Ruhestand genießen können, sollten sie rechtzeitig an die richtige Altersvorsorge denken. urch die Medien geistert immer wieder das Schreckgespenst der Altersarmut. Gerade auch Selbstständige und Unternehmer sind vor diesem Problem nicht gefeit. Daher ist es nun KURZFASSUNG In ihrer Altersvorsorge-Strategie sollten Selbstständige und Unternehmer an zwei Grundpfeiler denken: einerseits die Risikoabsicherung, andererseits die Vermögensbildung. Wichtiger Tipp: Grundsätzlich sollte das Ganze auf mehreren Beinen stehen. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 an der Zeit, einen Ausschnitt über die verschiedenen Möglichkeiten einer Altersvorsorge zu geben. Gerade in Zeiten von sehr niedrigen Zinsen ist eine ausgeklügelte Strategie zur Altersvorsorge, die auf mehreren Standbeinen steht, unerlässlich. Denn das Ansparen von Geld auf einem Bankkonto reicht allein nicht mehr aus. Die Zeiten für Unternehmer werden härter. Grundsätzlich muss man dabei die zwei Grundpfeiler berücksichtigen. Auf der einen Seite die Risikoabsicherung und auf der anderen die Vermögensbildung. Risikoabsicherung Eine Möglichkeit der Risikoabsicherung, die Risikolebensversicherung, haben wir Ihnen bereits in asp AUTO SERVICE PRAXIS 11/2015 näher vorgestellt. Eine weitere Risikoabsicherung bietet auch die Berufsunfähigkeitsversicherung. Diese sichert den Werkstattunternehmer ab, wenn er aus physischen oder psychischen Gründen nicht mehr in der Lage ist, zu arbeiten. Als Faustregel gilt: Je jünger der Versicherungsnehmer beim Abschluss des Vertrags ist, umso günstiger sind die Beiträge. www.autoservicepraxis.de

53
RÜRUP-BEITRÄGE: EIN VEREINFACHTES BEISPIEL Lediger Werkstattinhaber, Einkünfte hieraus 130.000 Euro, Rürup-Beiträge 500 Euro monatlich, aus Vereinfachungsgründen keine weiteren Begünstigungen: Abzugsfähige Sonderausgaben im Jahr 2015 (6.000 Euro x 80 Prozent): Steuerersparnis bei einem Steuersatz von 42 Prozent: Maximale Ausnutzung der steuerlichen Förderung: 4.800 Euro 2.016 Euro Freiwilliger Nachschuss im Jahr 2015 in Höhe von 19.000 Euro. Insgesamt abzugsfähige Sonderausgaben somit 20.000 Euro (25.000 Euro x 80 Prozent), Steuerersparnis insgesamt 8.400 Euro. Weiterhin sollten auch folgende Versicherungen eine Selbstverständlichkeit für jeden Unternehmer sein: Unfallversicherung, Berufshaftpflicht, private Haftpflichtversicherung, wenn nicht bei der Berufshaftpflichtversicherung mit eingeschlossen, und natürlich eine Krankenversicherung, gegebenenfalls mit zusätzlicher Krankentagegeldversicherung, die bei längerer Krankheit den Einkommensausfall teilweise kompensiert. Foto: Olaf Karwisch/panthermedia.net Vermögensbildung Ist die Risikoabsicherung gewährleistet, können Unternehmer die Vermögensbildung ins Auge fassen. Bei einer der klassischen Formen der Altersvorsorge handelt es sich um die Immobilie, sei es als eigengenutzte Immobilie und/oder als Vermietungsobjekt. Bei der Kalkulation müssen zwar auch die Betriebskosten und Instandhaltungskosten berücksichtigt werden, die bei Mietobjekten nicht in der Höhe oder gar nicht anfallen. Aber Grundstücke und Immobilien haben einen Sachwert, der einen guten Inflationsschutz darstellt. Nach dem Scheitern der „Volksaktie“, der Telekom-Aktie, ist die Begeisterung der Deutschen für Aktien- oder Fondsanlagen wieder deutlich gesunken. Betrachtet man aber die vergangenen 20 Jahre, so haben jedoch Aktien die höchste Rendite gebracht. Allerdings muss man bei Aktien Kursschwankungen oder die Gefahr des Totalverlustes mit einkalkulieren. Für Angestellte ist die ganz klassische Form der Altersvorsorge die Rentenversicherung. Selbstständige zahlen grundsätzlich nicht in die Rentenversicherung ein. Aber Selbstständige haben prinzipiell auch die Möglichkeit, einen Teil ihrer Alters vorsorge durch Steuerersparnisse fördern zu lassen. Das Schlagwort lautet: die Rürup-Rente beziehungsweise Basis- Rente. Die Beiträge zur Rürup-Rente lassen sich bis zu 20.000 Euro – bei Verheirateten bis zu 40.000 Euro – als Sonderausgaben geltend machen. Im Jahr 2015 können 80 Prozent des Jahresbeitrags zur Rürup-Rente und dementsprechend ab dem Jahr 2025 100 Prozent (zwei Prozent Steigerung pro Jahr) als Sonderausgabe geltend gemacht werden. Um die steuerlichen Begünstigungen nun optimal auszunutzen, ist gerade zum Jahres ende zu überlegen, ob nicht noch KOMMENTAR Je nachdem, in welchem Lebensabschnitt der Unternehmer steckt, Gründungsphase, etabliert am Markt oder am Ende des Berufslebens, desto unterschiedlicher fällt die Beschäftigung mit der Altersvorsorge aus. Gerade in der Gründungsphase, wenn man enthusiastisch versucht, das Unternehmen am Markt zu etablieren, denkt man nicht an das Alter und zusätzlich fehlt auch oftmals das Geld für eine Altersvorsorge. Unabhängig von der persönlichen Situation, sollte sich aber jeder Unternehmer unbedingt mit seiner Altersvorsorge beschäftigen und die gewählten Instrumente regelmäßig überprüfen und hinterfragen. So darf bei der Planung die Inflation nicht vergessen werden. Hat man zum Beispiel derzeit eine Kaufkraft von 80.000 Euro netto zur Verfügung, so würde man in 20 Jahren bei gleichbleibender Inflation von rund zwei Prozent circa 120.000 Euro netto für die gleiche Kaufkraft benötigen. Das wichtigste ist aber, dass man die Altersvorsorge auf verschiedene Säulen stellt. freiwillig Rürup-Beiträge on top (siehe Infokasten oben) bezahlt werden. Wie dieses vereinfachte Beispiel zeigt, ist dieses Modell gerade für Gut verdiener profitabel, da sich das zu versteuernde Einkommen erheblich vermindern lässt. Ob jedoch die Rürup-Rente trotz ihrer steuerlichen Förderung eine gute Alternative ist, muss jeder selbst entscheiden, da sie auch erhebliche Nachteile mit sich bringt. So ist sie unter anderem nicht vererbbar, je nach Vertragsgestaltung kann die Flexibilität der Beitrags zahlungen eingegrenzt werden und die Rente wird frühestens mit Vollendung des 60. Lebensjahres (Verträge nach 2012: frühestens mit Vollendung des 62. Lebensjahres) ausbezahlt. Wichtig: Jede einzelne aufgezeigte Alternative hat Vor- und Nachteile. Demnach kann nicht pauschal gesagt werden, welche Alternative gut und welche schlecht ist. Entscheidend ist immer der Einzelfall. Maximilian Appelt Rechtsanwalt, Steuerberater, muc@raw-partner.de ■ Beiträge verpasst? Unter digital.autoservicepraxis. de geht‘s zum ePaper! Barbara Lux-Krönig Wirtschaftsprüferin Steuerberaterin www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 53

54
BETRIEBSPRAXIS 10. MANNHEIMER KAMIN-GESPRÄCH Zwei Seiten der Medaille Die gute Entwicklung des deutschen Automobilmarkts dürfte sich leider nicht positiv in der Umsatzrendite der Kfz-Betriebe niederschlagen. Hintergründe vom traditionellen Mannheimer Branchentreffen. KURZFASSUNG Top-Performance, schwache Rendite – so lassen sich die ZDK-Einschätzungen zum Automobilmarkt zusammenfassen. Und die Werkstattauslastung? Für kommendes Jahr erwartet Präsident Jürgen Karpinski ein stabiles Aftersales-Geschäft. ufgrund des medialen Gewitters und den Blitzeinschlägen rund um den VW-Abgasskandal könnte man derzeit fast den Eindruck gewinnen, dass der deutsche Automobilmarkt am Boden liegt. Doch weit gefehlt. So blickte Jürgen Karpinski beim traditionellen Mannheimer Kamin-Gespräch positiv ins kommende Jahr. Und auch die Zahlen, die der ZDK-Präsident präsentierte, können sich sehen lassen und dürften viele Autohauschefs zuversichtlich stimmen. Von dunklen Wolken also keine Spur. 3,2 Millionen Neuzulassungen Demnach prognostizierte der Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) für das Jahr 2016 unterm Strich 3,2 Millionen Pkw-Neuzulassungen. Dabei bleibt der gewerbliche Bereich weiterhin der Treiber dieses positiven Trends. „Der Rückgang Fuchs testet Öle unter Rennbedingungen: Manuel Metzger vom Team Black Falcon. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 ZDK-Präsident Jürgen Karpinski: „Kein Renditespung in diesem Jahr.“ Fotos: Patrick Neumann Die Wucht des VW-Skandals Keine Frage: Leidtragende von Dieselgate sind natürlich auch die heimischen Kfzder Anzahl der privaten Neuzulassungen wird sich weiter fortsetzen“, so Karpinski vor Medienvertretern am Stammsitz von Fuchs Schmierstoffe in Mannheim. Und das GW- respektive Werkstattgeschäft? Der ZDK-Präsident sprach von 7,3 bis 7,4 Millionen Besitzumschreibungen und einem stabilen Aftersales-Geschäft – Letzteres auf dem Niveau von 2015. Die Grundlage für Karpinskis Ausführungen bildete die Analyse des Herbstgutachtens der führenden deutschen Wirtschaftsinstitute. Dabei ist 2015 ein gutes Stichwort: insgesamt 3,19 Millionen Neuzulassungen, 7,3 Millionen Besitzumschreibungen und eine Werkstattauslastung, die leicht über 2014 abschließen dürfte – so könnte die- ses Jahr dem ZDK zufolge in die Markt- Statistik eingehen. Doch es gibt auch einen Wermutstropfen. Denn die Zuwächse beim Umsatz werden sich laut dem ZDK-Präsidenten wohl nicht entsprechend positiv auf die Rendite der Händler auswirken. Karpinski: „Ich befürchte, wir werden auch in diesem Jahr keinen Renditesprung erleben, sondern eher auf dem bekannt niedrigen Niveau von durchschnittlich 1,3 Prozent verharren, allenfalls ist eine leichte Steigerung möglich.“ www.autoservicepraxis.de

55
Betriebe, die die Kraftanstrengung schultern müssen. „Die Rückrufaktion im kommenden Jahr wird große logistische Herausforderungen für den Service bringen. Immerhin sind mehrere Millionen Fahrzeuge nachzubessern“, erklärte Karpinski in Mannheim. Und der ZDK-Präsident machte selbstbewusst und unmissverständlich klar, dass die Vergütung für diese Arbeiten nicht schlechter sein dürfe als im normalen Kundenservicegeschäft. Karpinski: „Die Rückrufaktion darf weder zu Lasten der Kunden noch zu Lasten der Betriebe gehen.“ Endrohrmessung soll bleiben Sind dann einmal alle logistischen Herausforderungen von den Servicebetrieben gemeistert worden, könnte das Gewerbe sogar indirekt wie mittelfristig von Dieselgate profitieren. Laut dem ZDK-Präsident hätte man kein besseres Argument für den Erhalt der Abgasuntersuchung finden können. „Wir wollen, dass die Endrohrmessung bleibt. Auch über das Jahr 2019 hinaus!“ Patrick Neumann ■ FUCHS PETROLUB: AUF WACHSTUMSKURS Eilen Fußballmannschaften von Sieg zu Sieg, sagt man gerne, dass das Team einen Lauf habe. Eine Metapher, die man dieses Jahr getrost auf Fuchs Petrolub übertragen könnte. Doch Vorstandsmitglied Ralph Rheinboldt sprach beim 10. Kamin-Gespräch in Mannheim, zu dem traditionell die Schmierstoffexperten und der ZDK gemeinsam einladen, lieber von einem „spannenden Geschäftsjahr“. Spannend bezogen auf zwei Akquisitionen im Juli und Oktober. So ist es erst wenige Monate her, dass Fuchs als technologiegetriebenes Unternehmen die für ihre Doppelkupplungsgetriebe-Öle bekannte Pentosin-Gruppe übernahm. Beim Lieferanten zahlreicher OEM sei das Produkt entscheidend gewesen, sagte Rheinboldt. Interessant: Die zweite Übernahme, nämlich Ralph Rheinboldt (l.), Fuchs Petrolub, und Stefan Knapp, Fuchs Schmierstoffe die von Statoil Lubricants und den damit verbundenen 750 Produkten, stand unter ganz anderen Vorzeichen. Das Ziel sei es hier gewesen, den skandinavischen Markt zu erobern. Allerdings wollte sich Rheinboldt vor Pressevertretern nicht festlegen, welchen Umsatz das größer gewordene Unternehmen 2016 erzielen werde. Nur so viel: unter 2,5 Milliarden Euro. Für dieses Jahr erwarten die Mannheimer ein Umsatzplus von zehn Prozent auf rund 1,9 Millionen Euro – die beiden Akquisitionen noch nicht mitgerechnet. Diese geben dem globalen Player künftig also einen ordentlichen Schub. Soweit die Zahlen. Schließlich gibt es auch personelle News aus dem auf fünf Mitglieder gewachsenen Vorstand zu vermelden. Diesem gehören ab Januar 2016 zwei neue Gesichter an. Timo Reister zeichnet für Asien-Pazifik und Afrika, Dagmar Steinert für Finanzen, Steuern, IR, Recht, Compliance und IT verantwortlich. pn Bestell-Nr. 6167 Gasschweißen Bestell-Nr. 6168 Lichtbogenschweißen Broschüren, DIN A4, farbig, 12 Seiten Mindestbestellmenge: 6 Stück € 3,95 (€ 4,70 inkl. MwSt.) zzgl. Versandkosten Jetzt gleich bestellen! Tel.: (089) 20 30 43-1900 · Fax: (089) 20 30 43-2100 eMail: vertriebsservice@springer.com eShop: www.springer-automotive-shop.de Mitarbeiteranweisungen Perfekt geeignet für die vorgeschriebenen Sicherheitsunterweisungen Ihrer Mitarbeiter! Unternehmer sind nach § 12 Arbeitsschutzgesetz verpflichtet, ihre Werkstattmitarbeiter in der Bedienung von Schweißgeräten zu unterweisen. Mit unseren neuen Mitarbeiteranweisungen kommen Sie Ihrer Unterweisungspflicht nach. Die Themenschwerpunkte: die richtige Bedienung der Schweißgeräte rechtliche Grundlagen und persönliche Schutzausrüstung (PSA) Brand- und Explosionsprävention QuickCheck für die vorgeschriebenen Lüftungsarten und zur Gefahrenvermeidung

56
BETRIEBSPRAXIS STAHLGRUBER LEISTUNGSSCHAU Von Profis für Profis Breitgefächerte Informationen und innovative Produkte in familiärer Atmosphäre –Stahlgruber setzt auch in diesem Herbst das erfolgreiche Konzept der Leistungsschauen fort. Roter Teppich für Besucher und Aussteller: Die Stahlgruber Herbst-Leistungsschauen lockten bis zu 10.000 Besucher pro Tag in die Messehallen, über 180 Aussteller erwarteten sie. KURZFASSUNG Die Besucher der Stahlgruber Leistungsschauen trafen auf ein breites Informationsspektrum mit branchenrelevanten Kernthemen, viel innovativer Technik und Anregungen für neue rentable Geschäftsfelder. ausmessen werden, im Gegensatz zu großen internationalen Veranstaltungen, bei den Werkstätten immer beliebter. Dies war erneut auf den Leistungsschauen der Stahlgruber GmbH aus Poing festzustellen. Sowohl im September in Sindelfingen als auch am 14. und 15. November in Nürnberg herrschte volles Haus. Das lag nicht nur an den bis zu 10.000 Besuchern, sondern auch an mittlerweile über 180 Ausstellern, die nahezu jeden Bereich aus dem Werkstattalltag mit Produkt­, Dienstleistungs­ oder Serviceangeboten abdeckten. „Vor allem in Nürnberg hat die Leistungsschau eine Eigendynamik entwickelt mit immer mehr Besuchern und wachsendem Ausstellerinteresse. Wir wollen aber neben umfassender Information für die Besucher auch den familiären Charakter beibehalten“, so Hubert Seebauer, Leiter Vertriebsunterstützung. Praxisorientiert Neben einem umfassenden Angebot an Werkstattausrüstungen, Ersatzteilen und Zubehör standen verschiedene Schwerpunktthemen im Mittelpunkt der Veranstaltungen. So stießen die Dauerbrenner Hebetechnik, Fahrzeugdiagnose und Qualitätswerkzeuge erneut auf großes Interesse. Vor allem die Qualitäts­ und Spezialwerkzeuge nehmen immer mehr Raum ein. Ebenfalls eine große Rolle spielten Themen und Produkte rund um die Fahrzeug elektronik. Hier standen die HUrelevanten Bereiche der Scheinwerferein­ stellung unter Berücksichtigung der neuesten Lichttechnologien sowie Bremsenprüfstände im Mittelpunkt. Ebenfalls topaktuell waren die gezeigten Systeme zur Kalibrierung von kamerabasierten Assistenzsystemen. Bei vielen Vorführungen an den jeweiligen Ständen konnten sich die Besucher vom praktischen Einsatz der neuesten Werkstattausrüstung überzeugen. Informationsbedarf Im Stahlgruber Kompetenz­Zentrum präsentierte das Unternehmen seine eigenen Leistungen wie das Kundeninformationssystem STAkis oder die Werkstatt­ und Fachhandelskonzepte. Detaillierte Informationen gab es im Kompetenz­Zentrum außerdem zu Einspar­ und Optimierungsmöglichkeiten im Bereich Telekommunikation, zum neuen Lack­Center oder zum Dauerbrenner RDKS, der täglich mit drei Info­Vorträgen unterstützt wurde. „Wir merken an den Kundenfragen, dass es hier noch bei einigen Betrieben Informationsbedarf gibt, teils generell zur Thematik, teils zu den einzelnen Systemen“, so Seebauer. Zurück in die Zukunft: Young- und Oldtimerreparaturen mit O-Teilen als Perspektive Fotos: Dieter Väthröder AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 www.autoservicepraxis.de

57
Zum Abheben: Hebetechnik für alle Größen HU-relevant: Geräte für neueste Lichttechnik Läuft: Großes Interesse für Themen rund ums Rad Ein weiterer Stand zeigte Möglichkeiten zur Energieeinsparung im Betrieb mit der Option auf eine kostenlose Beratung im eigenen Hause. Über den Tellerrand Die Messe bot aber auch Themen für den berühmten Blick über den Tellerrand hinaus, die nicht unbedingt mit dem Tagesgeschäft zu tun hatten, aber unter Umständen eine strategische Entscheidung für den Betrieb sein könnten. So informierte ein eigener Stand über die Möglichkeiten, an der wachsenden Zahl von Young­ und Oldtimern zu partizipieren. Dabei ging es nicht um Restaurationsarbeiten, sondern Wartung, Service und Verschleißreparaturen. So befinden sich laut der gezeigten BBE­Studie derzeit rund vier Millionen Youngtimer im täglichen Einsatz, ca. zwei Millionen sind Freizeitobjekt, dazu kommen über 600.000 Oldtimer. Dabei ermittelte die Studie ein Marktvolumen von rund 14 Milliarden Euro für Instandhaltung sowie die mit zunehmendem Alter der Fahrzeuge steigende Bereitschaft der Besitzer für Investitionen. Dies haben auch die Zulieferfirmen festgestellt und bieten eine breite Palette an Ersatzteilen und Reparaturlösungen. Namhafte Marken wie Mahle (Kolben), Sachs (Dämpfer), ContiTech (Riemen) oder die Bilstein­Tochter Febi (Reparatursätze Achsen) zeigten ihre Reparaturlösungen von Käfer und Ponton bis Golf I. Laut der Studie lagen die durchschnittlichen Ausgaben bei den Freizeit­ Youngtimern in 2014 mit 2.900 Euro mehr als doppelt so hoch als bei den Alltags­ Youngtimern, in die Oldtimer steckten die Besitzer im Schnitt sogar 5.264 Euro für den Unterhalt. Eine durchaus lohnenswerte Überlegung. Dieter Väthröder ■ Sie wollen in der Automobilbranche durchstarten? Jobs für alle Bereiche der Branche fi nden Sie auf autojob.de – schnell, direkt und einfach. Auch als autojob.de App erhältlich: gratis im iTunes Store und bei Google Play. WIR SIND DIE BRANCHE Unterstützt von

58
PRODUKTE ERSATZTEILE Hält 120.000 Kilometer durch Die Contitech Power Transmission Group bietet einen elastischen Keilrippenriemen an, der die hohen Anforderungen moderner Motoren erfüllt und für eine Laufleistung von 120.000 Kilometern ausgelegt ist. Der Riemen besteht aus Deckschicht, Zugstrang und Rippenbeschichtung. Bei der Deckschicht mit Rückenstruktur kommt synthetischer Kautschuk zum Einsatz, der besonders abriebstabil ist. Im Gegensatz zum normalen Keilrippenriemen ist der Zugstrang aus elastischen Polyamid fasern und gewährleistet ein neutrales Ablaufverhalten des Riemens. Dazu weist der Riemen eine spezielle Beschichtung der Rippen auf, die Geräusche sowie Grip optimiert. aj ■ Contitech Antriebssysteme GmbH www.contitech.de ERSATZTEILE Nie mehr undichte Ölwannen Gerade bei älteren Fahrzeugen gibt es oftmals Probleme mit der Dichtigkeit der Ölablassschraube. Die „Smart­O“­Schraube von BG Products macht die Ölwanne dicht: Sie muss nur sehr leicht angezogen werden und hält dank einer Spezialdichtung zuverlässig beim Kontakt mit Öl. Beschädigungen am Dichtsitz der Ölwanne sind bei ihrer Anwendung nahezu ausgeschlossen. Selbst verschlissene Gewinde dichtet die Schraube hervorragend ab. Die Smart­O­Schraube ist für verschiedene Anwendungen in unterschiedlichen Größen erhältlich. Sie ist sowohl für Pkw als auch für leichte Nutzfahrzeuge und Motorräder geeignet. Darüber hinaus ist sie wiederverwertbar. aj ■ BG Deutschland/Österreich H. Heinzer GmbH www.bgprod.de IMPRESSUM ISSN NR. 1437-1162 Anschrift von Verlag und Redaktion Springer Automotive Media Springer Fachmedien München GmbH Aschauer Str. 30 · 81549 München Tel. 0 89/20 30 43-0 Fax Redaktion 0 89/20 30 43-12 18 Fax Anzeigen 0 89/20 30 43-12 40 http://www.autoservicepraxis.de Springer Fachmedien München GmbH ist Teil der Fachverlagsgruppe Springer Science + Business Media Redaktion Herausgeber Dipl.-Ing. Hans Peter Neppel (TÜV SÜD Auto Service GmbH), Lars Kammerer (TÜV SÜD Auto Service GmbH) Anschrift siehe Verlag Chefredaktion (V.i.S.d.P.) Ralph M. Meunzel Tel. 0 89/20 30 43-12 03 Koordination Patrick Neumann Tel. 0 89/20 30 43-11 84 Redaktion Valeska Gehrke (vg) Tel. 0 89/20 30 43-23 09 Alexander Junk (aj) Tel. 0 89/20 30 43-23 10 Martin Schachtner (msh) (Elternzeit) Dietmar Winkler (diwi) Tel. 0 89/20 30 43-27 92 Online-Redaktion Ralf Padrtka (Leitung) Tel. 0 89/20 30 43-12 84 Thomas Maier Tel. 0 89/20 30 43-23 11 Frank Selzle Tel. 0 89/20 30 43-11 08 E-Mail: autoservicepraxis@springer.com Ständige Mitarbeiter Eva-Elisabeth Ernst, Manfred Schlegel, Marcel Schoch, Dieter Väthröder Gesamtleitung Herstellung Maren Krapp Tel. 0 89/20 30 43-14 18 Layout Diane Laudien Tel. 0 89/20 30 43-11 87 Verlag Geschäftsführer Peter Lehnert Tel. 0 89/20 30 43-22 54 Verlagsleiter Springer Automotive Media Ralph M. Meunzel Tel. 0 89/20 30 43-12 03 Anzeigen- und Marketingleitung Michael Harms Tel. 0 89/20 30 43-12 42 Anzeigenverkauf Sanja Klöppel Tel. 0 89/20 30 43-12 24 Birgit Zipfel Tel. 0 89/20 30 43-11 91 Fax 0 89/20 30 43-12 40 Marketing Alexandra Wutz (Fachliche Leitung) Tel. 0 89/20 30 43-21 05 Susanne Schwarzenböck Tel. 0 89/20 30 43-11 36 Fax 0 89/20 30 43-11 81 Anzeigenverwaltung Aylin Uysal Tel. 0 89/20 30 43-23 58 Gültig ist die Anzeigen-Preisliste ab 01.10.2014 Gelegenheitsanzeigen Doris Kester-Frey Tel. 0 89/20 30 43-11 33 E-Mail: kontakt.anzeigen@springer.com Leitung Vertriebskoordination Fachzeitschriften Tatjana Sachenbacher Tel. 0 89/20 30 43-16 27 Online-Medien Stefan Griessmann (Leiter Portale) Tel. 089/20 30 43-11 57 Ute Sauermann Tel. 089/20 30 43-22 18 (Produktmanagerin Portale SAM) Abo-Service Tel. 0 89/20 30 43-15 00 Fax 0 89/20 30 43-21 00 Sitz: Aschauer Str. 30 · 81549 München E-Mail: vertriebsservice@springer.com Der Verlag übernimmt keine Haftung für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotomaterial, daher besteht auch kein Anspruch auf Ausfallhonorar. Mit dem Autorenhonorar gehen die Verwertungs-, Nutzungs- und Vervielfältigungsrechte an den Verlag über, insbesondere auch für elektronische Medien (Internet, Datenbanken, CD-ROM). Es werden nur solche Manuskripte angenommen, die an anderer Stelle weder veröffentlicht noch gleichzeitig angeboten sind. Für die mit Namen des Verfassers gekennzeichneten Beiträge übernimmt die Redaktion lediglich die pressegesetzliche Verantwortung; sie stellen also nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Erscheinungsweise monatlich, 12 Ausgaben pro Jahr Bezugspreis Abonnementpreis pro Jahr 84,80 Euro (Ermäßigter Jahresbezugspreis für Studenten 42,40 Euro gegen Vor lage einer gültigen Studienbe scheinigung) inkl. MwSt., inkl. Versandkosten; Ausland auf Anfrage. Abonnementkündigung: schriftlich, nach einem Bezugsjahr, 6 Wochen zum Bezugszeitraums ende. Preisänderungen vorbehalten. Bankverbindung Hypo-Vereinsbank München (BLZ 700 202 70) Kto.-Nr.: 1 830 209 200 IBAN: DE02 7002 0270 1830 2092 00 BIC: HYVEDEMMXXX, UST-ID: 152942001 Druck Phoenix Print GmbH Alfred-Nobel-Str. 33, 97080 Würzburg Gerichtsstand und Erfüllungsort: München Handelsregister: Amtsgericht München HRB 110956 Angeschlossen der Informationsgemein schaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V. (IVW), Sicherung der Auflagenwahrheit. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung. AUTO SERVICE PRAXIS veröffentlicht regelmäßig sämtliche im Verkehrsblatt abgedruckten Mitteilungen des Bundesministers für Verkehr, soweit diese für §29 StVZO relevant sind. AUTO SERVICE PRAXIS-Abonnenten § 29 verfügen damit über die im Sinne der AU-Anerkennungsrichtlinie erforderlichen Informationen und sind somit vom Bezug des ansonsten vorgeschriebenen Verkehrsblattes befreit. Bei der Springer Fachmedien München GmbH erscheinen auch die Zeitschriften AUTOHAUS, Autoflotte, GW-trends und tankstellen markt. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 www.autoservicepraxis.de

59
ERSATZTEILE Lampen-Trio Teilespezialist Herth+Buss hat gleich drei Glühlampen­Neuvorstellungen im Angebot: Den Anfang machen die Xenon­ Scheinwerferlampen D2S im Zweier­Set, die beide eine identische Farbtemperatur besitzen. Die Nebelscheinwerfer­Glühlampe H16 ist für die neuen Toyota­ Modelle geeignet und verfügt aufgrund der speziellen Konstruktion über eine gute Lichtausbeute. Der Nebelscheinwerfer H11 eignet sich für Nutzfahrzeuge. aj ■ Herth+Buss Fahrzeugteile GmbH & Co.KG www.herthundbuss.com WERKSTATTAUSRÜSTUNG Ausbessern statt austauschen Bei älteren Fahrzeugen ist ein Austausch von Teilen wie der Stoßstange meist nicht mehr wirtschaftlich. Aber es ist auch möglich, solche Kunststoffteile haltbar und unsichtbar zu reparieren.Werkzeugspezialist KS Tools hat das passende Werkzeug dafür im Programm: Mit dem Kunststoff­ Schweißgerät lassen sich einfach Edelstahl­Flicken im Rissbereich einschmelzen und so eine haltbare Verbindung herstellen. Löcher lassen sich mit diesem Gerät und dem passenden Kunststoff auffüllen und später lackieren. aj ■ KS Tools Werkzeuge-Maschinen GmbH www.kstools.com AUTOZUBEHÖR Schutzmantel für den Turbolader Damit ein Turbolader optimale Performance liefern kann, muss er in einem bestimmten Temperaturbereich arbeiten. Der amerikanische Fahrzeug­Spezialist Design Engineering Inc. hat dafür eine Schutzdecke entwickelt, welche einfach um den Turbolader geschnallt wird und AUTOZUBEHÖR Nachrüst-Anhängerkupplung eine konstantere Arbeitstemperatur halten soll. Der „Onyx Series Turbo Shield“ aus hitzeresistentem Material soll darüber hinaus auch das Turboloch minimieren. aj ■ Design Engineering Inc. www.designengineering.com Für den neuen Opel Corsa E bietet der Transport­Spezialist Rameder ab sofort eine starre oder abnehmbare Anhängerkupplung zum Nachrüsten an. Die starre Variante kann maximal 1.350 Kilogramm an den Haken nehmen. Mit der abnehmbaren, automatisch verriegelnden Version kann ein Corsa E sogar bis zu 1.430 Kilogramm ins Schlepptau nehmen. Die Stützlast beträgt einheitlich 55 Kilogramm, was beispielsweise auch die Nutzung eines Fahrradträgers ermöglicht. Beide Produkte sind zum garantierten „Rameder Best Preis“ von 234 oder 368 Euro, jeweils inklusive Elektrosatz, erhältlich. aj ■ Rameder GmbH www.rameder.de www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 59

60
Meine Wahl? Das Original. Erstausrüster Qualität Geben Sie sich nicht mit weniger zufrieden: ■ Robuste und langlebige Turbolader in OEM-Qualität ■ Umfassendes Produktprogramm mit rund 10.000 Produkten ■ Schnelle und zuverlässige Ersatzteilversorgung ■ Distributoren-Netzwerk rund um die ganze Welt ■ Optimaler Support bei Fehlerdiagnose und Reparatur aftermarket.borgwarner.com feel good about driving

61
zum ASP Inhalt

62
erscheint mit asp AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 Service_Titelseite.indd 1 08.12.2015 11:24:10 Zusätzlich in dieser ASP Ausgabe: SPEZIAL Dezember 2015 Service 2016 autoservicepraxis.de 08 Automobiltechnik Diesel in der Kritik: Die Zukunft des Selbstzünders 12 Werkstatttechnik Schritt halten: Trend zur Digitalisierung 16 Betriebspraxis Werkstattsysteme bauen E-Learning weiter aus Der Aftersales- Kompass für die Branche ASP SPEZIAL Service 2016 Automobiltechnik: Diesel in der Kritik – Die Zukunft des Selbstzünders Werkstatttechnik: Schritt halten – Trend zur Digitalisierung Betriebspraxis: Werkstattsysteme bauen E-Learning weiter aus [ mehr ... ] zum ASP Inhalt Sie haben Fragen zum AUTO SERVICE PRAXIS ePaper? Unser Vertriebsservice hilft Ihnen gerne weiter! vertriebsservice@springer.com 089 / 203043 - 1500

63
SPEZIAL erscheint mit asp AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 Dezember 2015 Service 2016 autoservicepraxis.de 08 Automobiltechnik Diesel in der Kritik: Die Zukunft des Selbstzünders 12 Werkstatttechnik Schritt halten: Trend zur Digitalisierung 16 Betriebspraxis Werkstattsysteme bauen E-Learning weiter aus Der Aftersales- Kompass für die Branche

64
Batterien verkaufen: Nicht so schwierig, wie Sie vielleicht denken Der Verkauf von mehr Batterien ist eine gute Möglichkeit, in der Werkstatt höhere Umsätze zu erzielen. Die erste Maßnahme ist, sicherzustellen, dass die Batterie jedes Wagens, der in die Werkstatt kommt, geprüft wird – kein großes Problem, wenn Sie ein gutes Batterietestgerät besitzen. Verbinden Sie einfach die Anschlüsse, geben Sie die Batteriedaten ein und nach nur zehn Sekunden erhalten Sie das Ergebnis mit Informationen zur Ladung und zum Allgemeinzustand der Batterie. Wenn Ihr Batterietestgerät mit einem Drucker ausgestattet ist, können Sie den Ausdruck in Ihrem Verkaufsgespräch verwenden. So sind nicht Sie es, der zu einer neuen Batterie rät, sondern das Batterietestgerät. Der Batterieverschleiß hängt stark davon ab, wie der Wagen – und damit auch die Batterie – gefahren wird. Wenn der Wagen hauptsächlich für lange Fahrten auf der Autobahn genutzt wird, hält die Batterie länger und entlädt sich weniger schnell. Wenn aber nur Kurzstrecken gefahren werden, lädt sich die Batterie nicht ausreichend auf und bleibt möglicherweise auch zu lange in einem entladenen Zustand. Das beeinträchtigt ihre Leistung. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihre Kunden über die richtige Verwendung ihres Wagens aufklären. Neben dem Fahrstil hängt der Verschleiß der Batterie auch stark von den gegebenen Bedingungen ab. Ist die Batterie überwiegend warmen Wetterbedingungen ausgesetzt, entlädt sie sich schneller. Häufig sind Batterieprobleme, die im Winter auftreten, auf die hohen Temperaturen des vergangenen Sommers zurückzuführen. Deshalb ist es sinnvoll, die Batterie vor Winterbeginn zu prüfen. Dadurch ersparen Sie Ihren Kunden das Ärgernis eines Wagens, der nicht anspringt. Für welche Batterie entscheiden Sie sich nun? Wie bereits erwähnt, hängt die Antwort von der Art und Weise ab, wie der Kunde/die Kundin den Wagen fährt, aber auch von anderen Faktoren, beispielsweise von der Lichtmaschine. Prüfen Sie vorsichtig die Ladespannung, die die Lichtmaschine liefern kann. Diese Spannung muss zum Batterietyp passen. Wenn Sie eine Batterie verkaufen, tragen Sie nicht nur zum Umsatz der Werkstatt bei, sondern bieten Ihren Kunden auch einen guten Service. Das Midtronics Team www.midtronics.com

65
INHALT | LEITARTIKEL Inhalt 04 Nachrichten Aktuelles aus der Branche: Partslife- Umweltpreis, Werkstatt-Trainings, Autobutler, Messe Frankfurt 06 Marktentwicklung Gute Stimmung am Markt: Prognosen für das Kfz-Gewerbe 08 Automobiltechnik Quo vadis, Diesel: Wie steht es um die Zukunft des Selbstzünders? 12 Werkstatttechnik Schritt halten: Aktuelle Trends und Entwicklungen in der Werkstattausrüstung 16 Betriebspraxis Ausblick 2016: Welche Themen bei Werkstattsystemen umgesetzt werden 18 Betriebspraxis Zuwanderung als Chance für Kfz-Betriebe 20 Service Marktplatz: Produktmeldungen Impressum Spezial Service 2016 erscheint als Beilage der Fachzeitschrift asp AUTO SERVICE PRAXIS 12/2015 Auflage: 25.000 Exemplare Chefredakteur: Ralph M. Meunzel verantw. Redakteurin: Valeska Gehrke Autoren: Valeska Gehrke, Alexander Junk, Dietmar Winkler Koordination: Patrick Neumann Anzeigen: Michael Harms (Leitung), Sanja Klöppel, Birgit Zipfel Herstellung: Maren Krapp (Leitung), Diane Laudien Druck: Phoenix Print GmbH, Alfred-Nobel-Straße 33, 97080 Würzburg Verlag: Springer Fachmedien München GmbH, Aschauer Straße 30, 81549 München Titelbild: Coloures-pic/Fotolia.com Am Ball bleiben ieles, was jahrzehntelang per Telefon, im persönlichen Gespräch oder durch entsprechende Fachlektüre erledigt wurde, findet heute online statt. Nicht nur die Informationen sind im Netz verfügbar, auch Buchungen selbst werden immer häufiger online durchgeführt. Beispiele dafür begegnen uns tagtäglich: Sei es der nächste Servicetermin in der Werkstatt, ein Arztbesuch oder der anstehende Urlaub. Anhand einschlägiger Bewertungsportale wird etwa das beste Reiseangebot gewählt und direkt online gebucht. Wissenswertes über Land und Leute, Einreisebestimmungen sowie eine Klimatabelle sind online schnell zur Stelle. Selbst für die sprachliche Urlaubseinstimmung ist gesorgt: Eine App zeigt täglich das „Wort des Tages“ an und ersetzt auch unterwegs das kleine gelbe Wörterbuch. Prozesse verändern sich durch die Möglichkeiten der Digitalisierung – in einigen Bereichen mehr, in anderen weniger. Das Werkstatt geschäft ist mitten im digitalen Wandel angekommen: von der Kundenkommunikation über die Fahrzeugtechnik bis hin zu den Reparatur arbeiten – vernetzte Services und digitalisierte Prozesse sind unübersehbar. Kfz- Betriebe sind gefordert, mit all den Veränderungen „Schritt zu halten“, wie ASA-Vizepräsident Harald Hahn feststellt – um die Digitalisierung als Chance für ein effizienteres Werkstattgeschäft zu nutzen. Im vorliegenden Sonderheft „Service 2016“ stellen wir Ihnen aktuelle Trends, Entwicklungen und Prognosen, vom ZDK, dem ASA-Verband und vielen weiteren Branchenstimmen, vor. Lesen Sie die Auswirkungen der Digitalisierung und welche Faktoren das Jahr 2016 noch beeinflussen. Blicken Sie gemeinsam mit uns in ein erfolgreiches Werkstattjahr 2016! Valeska Gehrke, Redakteurin asp AUTO SERVICE PRAXIS autoservicepraxis.de Service 2016 3

66
NACHRICHTEN Jetzt bewerben: Umweltpreis 2016 Freier Kfz-Markt aufgepasst: Zum fünften Mal verleiht Partslife 2016 den renommierten Umweltpreis. Teilnehmen können alle Unternehmen, die im freien Kfz-Teilemarkt aktiv sind: Werkstätten, Händler oder Teilehersteller. Der Partslife Umweltpreis zeichnet besondere Projekte rund um den Umweltschutz in der Kfz-Branche aus und ist mit 10.000 Euro dotiert. Ziel ist es, Betriebe zu mehr Aktivität im Bereich Umweltschutz zu animieren. Seit 2015 gibt es zudem den Innovationspreis, der über den Umweltschutz hinaus technische Innovationen auszeichnet. Schirmherr des Partslife Umweltpreises ist Peter Maffay. Die Preisträger werden von einer Expertenjury, darunter GVA- Präsident Hartmut P. Röhl, nach Kriterien wie Beispielhaftigkeit, Kreativität und Vorbildcharakter ausgewählt. vg Einsendeschluss ist der 30. April 2016, weitere Informationen unter www.partslife.de/umweltpreis Abgasnachbehandlung im Fokus Bild: Partslife Bild: Trosr Auto Service Technik SE Der Kfz-Teilehändler Trost Auto Service Technik SE bietet auch 2016 die „Repmaster“-Praxistrainings für Kfz-Werkstätten an. Die Trainingsmodule umfassen dabei den Pkw-, Nutzfahrzeug- und Business-Bereich. Sie sollen das technische Know-how der Werkstatt vertiefen und Arbeitsabläufe optimieren, um so gegenüber den Autofahrern mit einer verbesserten Servicequalität zu punkten. Ganz oben auf der Agenda stehen 2016 Trainings zur Abgasreduzierung an Dieselmotoren sowie zur Diagnose und Instandsetzung von Abgasturboladern und Ladeluftsystemen. Das Programm umfasst auch die Lichttechnik in modernen Kraftfahrzeugen, Vernetzung, Fahrerassistenzsysteme und digitale Servicehefte verschiedener Fahrzeughersteller. Einen Überblick über das gesamte Trainingsangebot gibt der Katalog „Repmaster Praxistrainings 2016“ , der sich auf der Webseite www.trost.com herunterladen oder per Mail an trainings@ trost.com bestellen lässt. Aus für Werkstattportal auf Ebay Die exklusive Partnerschaft, die das Werkstatt-Vermittlungsportal Autobutler mit Ebay für den deutschen Markt getestet hat, steht vor dem Aus. Ende des Jahres wird das Werkstattportal auf Ebay Motors eingestellt, teilte Autobutler mit. Künftig will Autobutler in Deutschland mit mehreren Kooperationspartnern zusammenarbeiten. Der Vermittler hat dabei Internetportale und auch Medienhäuser im Blick. Dieses Modell werde in anderen Ländern bereits erfolgreich praktiziert, teilte ein Unternehmenssprecher mit. Das Werkstatt-Portal über Ebay Motors sei ein Testballon gewesen, um die Möglichkeiten im deutschen Markt zu eruieren. Man sei sich mit Ebay Motors einig, dass Kfz- Serviceangebote in Deutschland gut aufgenommen werden, heißt es in einer Mitteilung. Autobutler wird die eigene Marke in Deutschland unter Autobutler.de mit mehr als 2.000 angeschlossenen Werkstätten weiterführen. Die Exklusiv-Zusammenarbeit mit Ebay Motors begann im September 2014. diwi Bild: Screenshot 4 Service 2016 autoservicepraxis.de

67
NACHRICHTEN Automechanika auf Erfolgskurs Die Messe Frankfurt stellt sich für die Zukunft auf und blickt auf ihre 45-jährige Erfolgsgeschichte zurück: Was 1971 als Ersatzveranstaltung für die ausgefallene IAA begann, ist heute zur Leitmesse für den Automotive Aftermarket avanciert. Die Automechanika knackte schon in den 80ern die 100.000-Quadratmeter-Grenze, expandierte in den 90ern ins Ausland und ist inzwischen auf weltweit 15 Veranstaltungen gewachsen. 2016 feiern die neuesten Zuwächse in Jeddah (Saudi-Arabien) und Birmingham (Großbritannien) Premiere. Das neue Geschäftsfeld „Mobilität und Logistik“ widmet sich der Mobilität der Zukunft und soll zunehmend ausgebaut werden. Steckenpferd ist und bleibt die Automechanika in Frankfurt, die im Zweijahresturnus wieder vom 13. bis zum 17. September 2016 stattfindet. Im Fokus stehen dies mal Konnektivität, Digitalisierung und „Tomorrow’s Service & Mobility“. vg Bild: Messe Frankfurt Investieren in die Zukunft: Michael Johannes, Brand-Manager Automechanika (l.), und Detlef Braun, Geschäftsführer Messe Frankfurt (r.). Augenzumachen geht nicht mehrdie neue HU ist da! Die zentrale Frage bei der HU lautet ab jetzt: Erreicht ein Fahrzeug die Mindestabbremsung mittels Bezugsbremskräfte*? Die einzigartige Prüfsoftware PICARO III ermittelt die Abbremsung in Bezug zum Gesamtgewicht, sollte diese weniger als 58% betragen, wird die Hochrechnung nach Herstellerangaben durchgeführt und eine aussagekräftige Graphik hilft bei der Beurteilung der Messergebnisse *Bezugsbremskräfte sind Vorgaben der Fahrzeughersteller, geeignet ist vor allem die Fuß-Pedalkraft Richtstr. 32 - 27753 Delmenhorst - Tel. 04221-9182-0 - Fax 04221-9182-20 www.ahs-prueftechnik.de

68
Gute Stimmung Die wirtschaftliche Großwetterlage scheint kommendes Jahr zu passen, die aktuellen Prognosen für das heimische Kfz-Gewerbe klingen ziemlich gut. Kein Wunder, dass der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) optimistisch gestimmt ins neue Jahr blickt. en kürzlich verstorbenen Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt holte auch Jahre später, also schon in seiner neuen Rolle als politisches Gewissen der Deutschen und Welterklärer, immer wieder ein Zitat ein: „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.“ Bezogen aufs kommende Jahr brauchen sich vorausschauende Werkstattunternehmer weder gezielt mit Visionen zu beschäftigen, noch sich ins Wartezimmer des Hausarztes zu setzen. Denn: Die Vorzeichen – aus der Wirtschaft und dem Automobilmarkt – sind so gut, dass man als Unternehmer in rund zwölf Monaten durchaus auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2016 anstoßen könnte. Zumindest legen das die aktuellen Schlussfolgerungen des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) zu den Ergebnissen des Herbstgutachtens 2015 nahe (siehe Kasten rechts). Aber wie sehen die wirtschaftlichen Aussichten für das kommende Jahr nun konkret aus? „Die deutsche Wirtschaft befindet sich demnach in einem verhaltenen Aufschwung“, betonte Jürgen Karpinski Ende November vor Medienvertretern in Mannheim. „Laut Herbstgutachten steigt das Bruttoinlandsprodukt in diesem und auch im kommenden Jahr real um jeweils 1,8 Prozent“, sagte der ZDK- Präsident. Also ein Wachstum wie in diesem Jahr. Auch Günther J. Piff, Vorstandsvorsitzender der Adelta Finanz AG, sprach kürzlich auf einem Branchenkongress in Mainz von einem Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent. „Etwas mehr, etwas weniger“, so Piff. Ähnlich sahen dies dort auch die Experten von Schwacke, hier fielen ebenfalls die 1,8 Prozent als erwarteter Wert. VW-Skandal als Risiko Doch es gibt dem ZDK zufolge auch Risiken, besonders für die deutsche Exportwirtschaft. Karpinski nannte, gestützt auf die aktuelle ZDK-Analyse des Herbstgut- 6 Service 2016 autoservicepraxis.de

69
Bild: Coloures-pic/Fotolia achtens der führenden deutschen Wirtschaftsinstitute, zwei Risikofaktoren: eine mögliche Abkühlung der chinesischen Wirtschaft und die weitere Entwicklung der „Diesel-Thematik“ des Volkswagen- Konzerns. Gerade bei letzterem Thema scheiden sich die Geister: Gibt es mehr Risiken als Chancen? Oder mehr Chancen als Risiken? Angesichts der Herbstgutachten-Prognosen rechnet der ZDK derzeit damit, dass sich der Automobilmarkt in Deutschland weiterhin positiv entwickeln wird. „Für das Jahr 2016 gehen wir von insgesamt 3,2 Millionen Pkw-Neuzulassungen aus, wobei sich der Schwerpunkt weiter auf den gewerblichen Bereich verlagern dürfte“, sagte Karpinski in Mannheim. Das bedeutet ein Plus von rund 100.000 Einheiten verglichen mit der Prognose für dieses Jahr. Also ein „nochmaliger Anstieg“, wie es vom Verband heißt. Ebenfalls optimistisch zum 2016er- Autojahr äußerte sich kürzlich Dataforce- Geschäftsführer Marc Odinius in Mainz. Der Marktexperte nannte auch rund 3,2 Millionen Neuzulassungen und sprach von einem ähnlich starken relevanten Flottenmarkt wie dieses Jahr. Der gewerbliche Bereich als Markt-Lokomotive dürfte somit wieder mit sagenhaften 780.000 Einheiten ab schließen. Und: Der ZDK prognostizierte gar 790.000 Flottenzulassungen. Mehr als ein Fingerzeig – auch für die freien Servicebetriebe, die ebenso verstärkt Dienstwagenfahrer aus der Region und ihre Fuhrparkleiter rund um den sogenannten Kirchturm umgarnen sollten. Und wie sieht es beim Gebrauchtwagen- und Servicegeschäft aus? Welchen Trend erwarten die Experten hier? Einen positiven, um es gleich vorwegzunehmen. So rechnet ZDK-Präsident Karpinski für 2016 mit 7,3 bis 7,4 Millionen Pkw-Besitzumschreibungen und mit einem stabilen Werkstattgeschäft auf dem Niveau des laufenden Jahres. Ein wenig verhaltener, was die Gebrauchten anbelangt, äußerte sich kürzlich Christoph Ruhland. Der Direktor Marketing & PR bei der EurotaxSchwacke GmbH sagte für die Jahre 2016 und 2017 7,2 respektive 7,1 Millionen Besitzumschreibungen voraus. Die interessante Botschaft der Marktbeobachter: Im November hätte der VW-Dieselskandal noch keine messbaren Auswirkungen auf die Diesel-Restwerte gehabt. Werkstätten gut ausgelastet Schauen wir uns nun das Aftersales-Geschäft und die Prognose dafür genauer an. „Das Werkstattgeschäft hat sich über das Jahr 2015 hinweg konstant sehr gut entwickelt. Per Oktober dieses Jahres liegt die Werkstattauslastung bei 83 Prozent und damit zwei Prozentpunkte über dem Vergleichszeitraum Januar bis Oktober 2014“, heißt es beim ZDK in Bonn. Und die Verbandsexperten folgern daraus, dass das eher schwierige 2014er-Werkstattgeschäft in diesem Jahr in jedem Fall übertroffen werden könnte. Zahlen, die sich in etwa auch mit den November-Auswertungen eines Online- Panels, dem AUTOHAUS pulsSchlag, decken. Zwischen Januar und Oktober 2015 lag die Werkstattauslastung laut den befragten Kfz-Betrieben bei 74 Prozent, 75 Prozent, 80 Prozent, 84 Prozent, 84 Prozent, 82 Prozent, 79 Prozent, 79 Prozent, 82 Prozent und 86 Prozent – genau in dieser Reihenfolge. Als Gründe für die gute Auslastung der Servicebetriebe führte der ZDK einerseits die allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen an, andererseits die niedrigen Spritpreise. Wer also viel fährt, bringt sein Auto einfach öfter zur Wartung oder Reparatur in den Servicebetrieb des Vertrauens. Aftersales-Geschäft nicht rückläufig Die gute Botschaft aus Bonn: „Im vorliegenden Herbstgutachten finden sich keine Anhaltspunkte dafür, dass das Werkstattgeschäft im kommenden Jahr rückläufig sein könnte. Gerade auch die Prognose, wonach der private Konsum erneut ausgeweitet werden soll, lässt eine stabile private Pkw-Nutzung erwarten.“ MARKTENTWICKLUNG Anhaltspunkte gibt diesbezüglich auch wieder der AUTOHAUS pulsSchlag aus dem November. So gingen 65 Prozent der Befragten davon aus, dass das Servicegeschäft in den nächsten drei Monaten konstant bleibe. Sogar 19 Prozent zeigten sich optimistischer und gaben „Wird besser“ an. Lediglich 15 Prozent erwarten ein schlechteres Geschäft. Gute Finanzierungsbedingungen Die extrem niedrigen Zinsen dieses Jahr haben natürlich auch den Unternehmern zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen in die Karten gespielt. So geht der ZDK als Interessensvertretung der Kfz-Betriebe davon aus, dass die Kreditvergabe an den Unternehmenssektor in diesem Umfeld weiter zugenommen hat – etwa auch im Automobilhandel. Da die Wirtschaftsexperten für das Jahr 2016 von unveränderten Leitzinsen der Europäischen Zentralbank ausgehen, dürfte die deutsche Konjunktur mit den erwarteten Finanzierungsbedingungen stabile Stützpfeiler haben. Den niedrigen Kredit- und Kapitalmarktzinsen sei Dank. „Dies ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass die Banken nach wie vor sehr vorsichtig sind, speziell was die Kreditvergabe im Automobilhandel anbelangt“, machte der ZDK noch einmal deutlich. Der Tipp: jede Investition kritisch prüfen, im Zweifel lieber aufschieben. Denn eines dürfte auch klar sein: Unsicher ist derzeit, wie lange der wirtschaftliche Aufschwung noch trägt und wann die Konjunktur auf die Bremse tritt. Die Prognosen für 2017 dürften hier die passenden Indikatoren parat haben – für das verdiente Glas Sekt oder den Gang zum Hausarzt. Patrick Neumann ZDK-ANALYSE ZUM HERBSTGUTACHTEN 1. Abnehmende Impulse vom Außenhandel 2. Ausrüstungsinvestitionen nehmen moderat zu 3. Privater Konsum legt merklich zu 4. Beschäftigung wird wieder rascher ausgeweitet 5. Zinsen bleiben niedrig In seinen Schlussfolgerungen zum diesjährigen Herbstgutachten weist der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeug (ZDK) zwar auf gewisse Risiken hin, der 2016er-Ausblick des Verbands fällt aber grundsätzlich optimistisch aus. Quelle: ZDK/Herbstgutachten 2015 autoservicepraxis.de Service 2016 7

70
Bilder: Jürgen Fälchle/Fotolia, Volkswagen AG Quo vadis, Diesel? Durch den VW-Abgasskandal ist der Selbstzünder in die Schusslinie geraten: Zu schmutzig und in Kleinwagen nicht mehr wirtschaftlich realisierbar, lautet die Kritik. Was ist dran an dieser Einschätzung? Und hat der Diesel noch eine Zukunft? Wir haben die Fakten gesammelt. er Diesel-Antrieb im Pkw hatte in den USA und Japan schon immer einen schweren Stand: Der Marktanteil des Selbstzünders beträgt dort seit Jahren weniger als drei Prozent. Dieselmotoren werden vor allem in Schiffen oder Lokomotiven eingesetzt. Ganz anders in Deutschland und Frankreich, wo der Anteil an Dieselmotoren dank der niedrigeren Besteuerung mit über 50 Prozent sehr hoch ausfällt. Gerade im Dienstwagen-Sektor ist er nicht mehr wegzudenken. Dabei haftete dem Diesel lange Zeit das Image eines behäbigen Antriebs an. Erst mit der Einführung der Direkteinspritzung und durchzugsstarker Turbomotoren gelang ihm der Imagewandel zum spritzigen Benzinkonkurrenten. Für ihn spricht hierzulande nach wie vor, dass der Kraftstoff derzeit noch deutlich weniger als Benzin kostet. Und auch der Wirkungsgrad ist ein Plus für den Diesel, da er deutlich besser als beim Benziner ist, was sich besonders für Langstrecken- und Vielfahrer rentiert. Bislang keine Verkaufseinbrüche Im Zuge des VW-Abgasskandals stellt sich jetzt aber die Frage, ob dieser einen Einfluss auf die Beliebtheit des Diesels hat. Bislang kann der Handel noch keine Verkaufseinbußen vermelden und auch Gebrauchtwagenpreise scheinen auf dem gewohnten Niveau zu verharren. „Der Gebrauchtwagenmarkt zeigt sich von der Berichterstattung in den Medien über die Manipulationen der Abgaswerte bisher erstaunlich unbeeindruckt“, verkündet Jens Nietzschmann, Sprecher der Geschäftsführung der Deutschen Automobil Treuhand GmbH (DAT) in Ostfildern. Das betrifft sowohl VW-Dieselfahrzeuge als auch Fahrzeuge anderer Marken. Der Geschäftsführer der EurotaxSchwacke GmbH, Heiko Haasler, bestätigt diese Ergebnisse: „Auch nach einem Monat intensiver Beobachtung lässt sich derzeit keine signifikante Veränderung in den Restwerten feststellen“, so Haasler kürzlich. Volkswagen bemüht sich derweil um Schadensbegrenzung und hat für alle betroffenen Fahrzeuge Maßnahmen zur Bewerkstelligung der Diesel-Problematik vorgestellt, die von einfachen Software- Updates bis hin zu Modifikationen am Motor reichen. Ab 2016 wird der Konzern die 2,4 Millionen betroffenen Fahrzeuge in Deutschland schrittweise zurückrufen und die Abgaswerte verbessern. Es scheint, als wäre VW noch einmal mit einem blauen 8 Service 2016 autoservicepraxis.de

71
AUTOMOBILTECHNIK Auge davongekommen – zumindest in Deutschland. Ganz anders in den USA, wo die Umrüstmaßnahmen noch nicht bekannt sind und deutlich umfangreicher ausfallen werden. Ob sich der Diesel hier noch etabliert, ist mehr als fraglich. Doch auch in Deutschland werden Stimmen lauter, die den Selbstzünder zunehmend als überholt betrachten. Downsizing fördert Stickoxide Dieselmotoren hatten schon immer den Ruf, nicht gerade umweltfreundlich zu sein. Trotz der Fortschritte mit Partikelfilter und neuer Katalysatortechnik stellt sich die Frage, ob Dieselmotoren die zukünftigen Abgasnormen noch erfüllen können, bei denen die Menge der erlaubten Schadstoffe nochmals reduziert wird. Nur in puncto CO2-Bilanz ist der Diesel durchaus vorbildlich, denn er stößt weniger aus als ein Benziner. Das hilft den Automobilherstellern, ihren Flotten-Durchschnittswert niedrig zu halten und die Abgasnormen zu erfüllen. Im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung stehen jedoch die schädlichen Stickoxide, die bei der Verbrennung des Diesels entstehen und spätestens seit der VW-Abgasaffäre jedermann bekannt sind. Große Konzentrationen an dem Gas stellen gerade in Innenstädten eine große Gefahr dar und produzieren sauren Regen und reizen die Atemwege. Die Krux an der Sache: Stickoxide sind ein dieselspezifisches Problem und entstehen zwangsläufig bei guten Verbrennungsbedingungen im Motor (siehe Interview mit Professor Jörn Getzlaff S. 10), wenn der beste Wirkungsgrad erzielt wird. Um bei der Verbrennung des Dieselkraftstoffs weniger NOx-Ausstoß zu produzieren, müssen die Autohersteller allerlei Tricks anwenden. So werden Abgase beispielsweise wieder in den Brennraum zurückgeführt oder Druck und Temperatur im Brennraum reduziert, um das schädliche Gas gar nicht erst entstehen zu lassen. Das wiederum hat aber als unerwünschten Nebeneffekt mehr Rußausstoß, weniger Leistung und einen Kraftstoff-Mehrverbrauch zur Folge. Die Kunst besteht darin, den besten Kompromiss für einen niedrigen Schadstoffausstoß bei der Verbrennung zu finden und trotzdem die geforderten Leistungen zu erbringen. Die Menge an Stickoxiden muss deshalb nicht nur bei der Verbrennung möglichst gering gehalten, sondern auch durch eine effektive Abgasnachbehandlung minimiert werden. Denn durch den Trend zu immer höheren Leistungen und durch das Downsizing der Motoren steigen die Drücke, Temperaturen und somit die NOx-Werte an. Abgasnachbehandlung entscheidet Für die Abgasnachbehandlung haben sich auf dem Markt verschiedene Systeme etabliert. In vielen neuen Dieselfahrzeugen kommen NOx-Speicherkatalysatoren zum Einsatz, die das Stickoxid auf einer Oberfläche zu einem hohen Grad binden kann. Nachteil der Technik: Ist die Aufnahmekapazität des Katalysators erschöpft, muss er sich regenerieren, was mit einem erhöhten Kraftstoffverbrauch einhergeht. Eine etwas aufwendigere Methode besteht in der „Selektiven Katalytischen Reduktion“, die in SCR-Katalysatoren zum Einsatz kommt. Dabei wird eine wässrige Harnstofflösung (Handelsname „AdBlue“), die in einem extra Tank mitgeführt wird, in den Abgasstrom gespritzt. Der daraus entstehende Ammoniak verwandelt das Stickoxid in Stickstoff und Wasser. Das Verfahren ist bei Nutzfahrzeugen bereits gut etabliert, um die strenge Euro- 6-Norm zur erfüllen. Aber auch in Pkw mit leistungsstarken Motoren und hohem Gewicht ist es die beste Option, vielleicht sogar die einzige. SCR-Katalysatoren verbrauchen zudem keinen zusätzlichen Kraftstoff. Nachteile: Um optimal zu funktionieren, muss eine entsprechende Betriebstemperatur erreicht werden. Der Harnstoff muss zudem nach einer bestimmten Kilometerleistung nachgetankt werden. Wie oft, hängt von der Fahrweise ab. Einige Autohersteller verwenden in den höheren Klassen sowohl NOx-Speicher als auch SCR-Katalysatoren in Kombination, was die Königsklasse im Bereich der Abgasreinigung darstellt. Für die Zukunft des Dieselmotors ist es entscheidend, inwieweit die Hersteller Abgasreinigungssysteme auch in günstigeren Fahrzeugklassen wirtschaftlich realisieren können. Eine Herausforderung, da die Abgasmessungen deutlich verschärft und den realen Fahrbedingungen angepasst werden. Daneben gewinnen alternative Antriebe immer mehr Zulauf. Es wird eine schwere Zeit für den Selbstzünder. Alexander Junk Simple Lösung: Ein Strömungsgleichrichter soll unter anderem die VW-Abgasproblematik beenden. Euro-Normen im Vergleich Seit dem 1. September 2015 gilt die neue Euro-6-Abgasnorm verbindlich für alle Neufahrzeuge. Euro 6 (Dieselmotoren): Kohlenmonoxid: max. 500 mg/km Stickoxide: max. 80 mg/km Feinstaub (Masse): max. 4,5 mg/km Euro 5b (Dieselmotoren): Kohlenmonoxid: max. 500 mg/km Stickoxide: max. 180 mg/km Feinstaub (Masse): max. 4,5 mg/km autoservicepraxis.de Service 2016 9

72
AUTOMOBILTECHNIK „Der Diesel hat eine Chance“ Professor Jörn Getzlaff ist Dekan der Fakultät Kraftfahrzeugtechnik an der Westsächsischen Hochschule Zwickau. Im Gespräch mit der asp AUTO SERVICE PRAXIS erklärte der Wissenschaftler, warum der Diesel es in Zukunft schwer haben wird, jedoch in einigen Bereichen konkurrenzlos ist. Herr Professor Getzlaff, durch die VW-Abgasaffäre stehen Dieselmotoren allgemein in der Kritik. Wie wird sich der Skandal auf die Verbreitung von Pkw-Dieselfahrzeugen auswirken? Durch seine niedrigen CO2- Emissionen hat der Dieselmotor unbestritten einen Wirkungsgradvorteil und wird auch weiterhin eine wesentliche Rolle spielen. Mit den Kosten für die Abgasnachbehandlung wird die Konkurrenz anderer Antriebstechnologien mit niedrigen CO2- Emissionen wie beispielsweise Hybridfahrzeuge zunehmen und diese Technologien stellen eine Alternative zur Erreichung niedriger Verbrauchswerte dar. Ist der Strömungsgleichrichter von VW eine Lösung, um Dieselmotoren sauberer zu machen? Nein, hier handelt es sich lediglich um ein System zur Lösung eines modellspezifischen Problems. Um die Stickoxid-Emissionen zu minimieren, wird beim Dieselmotor Abgas in den Brennraum zurückgeführt. Die Einstellung der Abgasrückführmenge, also der prozentuale Anteil zur angesaugten Luftmasse, muss möglichst exakt erfolgen. Das ist wichtig, um einerseits niedrige Stickoxid-Emissionen zu erzielen und andererseits die Verbrennung durch das Abgas nicht derart zu „hemmen“, dass Verbrauch oder andere Emissionen wie Ruß und unverbrannte Anteile wie Kohlenwasserstoffe und Kohlenmonoxid, zu stark ansteigen. Professor Jörn Getzlaff, Institut für Antriebstechnik FH Zwickau Und das wird mit dem Strömungsgleichrichter erreicht? Die Messung der Luftmasse erfolgt mit dem sogenannten Luftmassenmesser. Vereinfacht ausgedrückt, kühlt die einströmende Luft ein beheiztes Element und der Heizstrom zur Temperaturerhaltung ist proportional zur angesaugten Luftmasse. Aus diesem Grund muss man sicherstellen, dass am Messelement repräsentative Strömungsbedingungen vorhanden sind, und das Messergebnis nicht etwa durch Turbulenzen oder Rückströmungen zu verfälschen. Ein bekanntes Problem und andere Hersteller verwenden seit Jahren solche Strömungsgleichrichter, die immer mehr strömungstechnisch verfeinert wurden, um möglichst exakt die angesaugte Luftmasse zu messen. Sind weitere Änderungen im Abgassystem, in der Motorsteuerung oder in der Konstruk tion eines Motors notwendig, um geringere Abgaswerte zu erhalten? Bei den neuen Euro-6-Motoren sind eine Reihe von Anstrengungen unternommen worden, unter anderem sind kontinuierliche Stickoxidkatalysatoren im Einsatz. Die kritisierten VW-Motoren waren ja prinzipiell in der Lage, unter Laborbedingungen auf dem Rollenprüfstand die Emissionswerte einzuhalten. Inwiefern sie in der Lage sind, im realen Fahrbetrieb dauerhaft die Emissionswerte einzuhalten und auch alle anderen Fahrzeuganforderungen zu erfüllen, kann von mir nicht beurteilt werden. Wird sich zukünftig der Verbrauch in Dieselmotoren erhöhen oder die Leistung schmälern, um die Abgaswerte einzuhalten? Stickoxidemissionen entstehen bei guten Verbrennungsbedingungen. Insofern führen konventionelle Maßnahmen zur Stickoxidabsenkung fast zwangsläufig zu einer Verbrauchsverschlechterung. Jedoch gibt es durch die SCR-Technologie eine Möglichkeit im Rahmen der Abgasnachbehandlung die Emissionen zu reduzieren, ohne den Verbrauch zu verschlechtern. Bei heutigen Labortests spielt die Abstimmung des Motors im Bereich hoher Leistung keine Rolle, da nur maximal 120 Kilometer pro Stunde gefahren werden und nur sehr zögerlich beschleunigt wird. Zukünftig sind jedoch Tests im realen Fahrbetrieb obligatorisch. Hier kann es notwendig sein, die Leistung zu reduzieren, um auch im Realfahrbetrieb die Abgasvorschriften einzuhalten, beispielsweise während der Beschleunigungsphasen. Sind Maßnahmen zur Abgasreinigung bei Dieselmotoren im kleinen und mittleren Fahrzeugsegment noch wirtschaftlich? Generell waren Dieselmotoren schon immer deutlich teurer als leistungsgleiche Ottomotoren. Zwar haben sich die Kosten der beiden Technologien ein wenig angenähert, da bei leistungsstarken Ottomotoren heute ähnliche Komponenten wie beim Dieselmotor verwendet werden. Insofern sehe ich mit den höheren Anforderungen an die Abgasreinigung einen schweren Stand für den Dieselmotor im Einstiegssegment bei kleinen Fahrzeugen. Im mittleren und oberen Fahrzeugsegment sehe ich weiterhin eine Chance für den Diesel, allerdings mit starker Konkurrenz durch hybride Antriebstechnologien. Hat der Dieselmotor Ihrer Ansicht nach überhaupt noch eine Zukunft? Generell ja, aber es wird schwierig. Die Wirkungsgradvorteile sind unbestritten und werden dauerhaft vorhanden sein. In vielen Fahrzeugkategorien wie beispielsweise Nutzfahrzeugen sehe ich keine Alternative zum Dieselantrieb. lnterview: Alexander Junk Bild: FH Zwickau 10 Service 2016 autoservicepraxis.de

73
VERFLUCHT GUT! Zündtechnik. NGK Klar zum Entern – jetzt wird Beute gemacht! Bestens unterwegs mit NGK.

74
Schritt halten Aktuelle Trends, technologische Entwicklungen in den Fahrzeugen sowie neue Vorgaben und Ge setze beleben das Werkstattausrüstungsgeschäft und sorgen auch 2016 für neue Investitionsimpulse in Kfz-Betrieben. in deutlicher Aufwärtstrend war 2015 in der Branche zu spüren, gerade die Bereiche Abgasmesstechnik, Diagnose und Klimaservice erhöhten ihren Absatz, meldete der ASA-Verband im November. Auch 2016 soll es weiter nach oben gehen: „Wir verzeichnen derzeit einerseits ein insgesamt positives Investitionsklima in Deutschland. Andererseits sind aufgrund zahlreicher technologischer Entwicklungen in den Fahrzeugen und der gesetzlichen Vorgaben Neuanschaffun- Wie wirkt sich die Digitalisierung im Jahr 2016 auf das Werkstattgeschäft aus? Uwe Neff, Leiter Vertriebsmarketing Hella Gutmann Solutions Eigentlich wäre ein Rückgang bei den Diagnosegeräten am deutschen Markt nur normal, denn mittlerweile sollte jede Freie Werkstatt auf diesem Gebiet gut ausgestattet sein. Dennoch hält sich die starke Nachfrage nach Diagnose-Lösungen ungebrochen. Mit den langjährigen Diagnose-Erfahrungen scheint der Qualitätsanspruch zu steigen: Heute wollen Werkstätten alle technischen Daten möglichst schnell und direkt an ihrem Arbeitsplatz zur Verfügung haben. Das Ausgabemedium ist dabei eher sekundär. Angesichts der vielfältigen Daten, die heute bei Fahrzeugreparaturen benötigt werden, ist die Verlinkung mit dem Internet und Datenbanken extrem wichtig geworden. Unser Echtzeit-Reparaturkonzept, das unseren Anwendern zur Verfügung steht, trifft deshalb genau den Nerv der Zeit. Markus Weber, Leiter Business Development & Die Digitalisierung und damit die Notwendigkeit, Schritt zu halten und Chancen zu nutzen, steigt auch im Jahr 2016 weiter exponentiell. Interne effiziente Prozesse sowie die Erfüllung der Kundenwünsche einerseits sowie die Nutzung aller vorhandenen Absatzkanäle andererseits lassen sich aufgrund von steigenden Komplexitäten nur durch konsequente Digitalisierung aller am Werkstattgeschäft beteiligten Prozesspartner und Prüfkomponenten bewerkstelligen. Seit 12 Service 2016 autoservicepraxis.de

75
WERKSTATTTECHNIK Bilder: Fotolia/alphaspirit, HELLA, MAHA, WOW!, Midtronics, Bosch, privat gen oder Erweiterungen der Einrichtungen in den Werkstätten erforderlich“, erklärt ASA-Vize-Präsident Harald Hahn. Neue Kältemittel, die Zunahme von Sicherheits- und Komfortsystemen, die konsequente Anwendung des AU-Leitfadens 5 für Fahrzeuge nach Euro 6/VI sowie neue Richtlinien für die Fahrzeugüberwachung werden das nächste Jahr prägen und „die Branche insgesamt positiv beeinflussen“. „Profitieren werden die Hersteller von Abgasmessgeräten, Diagnosegeräten, Scheinwerfereinstellgeräten sowie Service-Klima-Ausrüster und Bremsprüfstandhersteller“, so Hahn. Auch die Automechanika ist wichtiger Impulsgeber für das Jahr 2016: „Als wichtigste nationale und internationale Leitmesse werden zahlreiche Neuerungen vorgestellt und die Weichen für die nächsten Jahre gestellt“, erklärt der Vizepräsident des ASA-Verbands. Investitionsanreize per Gesetz Gesetzliche Vorgaben und Richtlinien führen immer wieder dazu, dass Umrüstungen, Nachrüstungen oder gar Neuanschaffungen notwendig werden. So bescherte der im Juni 2015 eingeführte AU Leitfaden 5 der Abgasmesstechnik ein deutliches Wachstum. Teilweise war die Nachfrage so groß, dass es zu Lieferengpässen kam. Denn obwohl AU-Geräte gemäß Leitfaden 4 weiter verwendet werden können, für die Abgasuntersuchung an Euro-6/VI- Fahrzeugen ist der Leitfaden 5 seit 1. Juni 2015 verbindlich. Je nach AU-Gerät reicht Wachsende Bedeutung: die Justage von Fahrerassistenz systemen. für die Umstellung auf Leitfaden 5 eine Software-Aktualisierung oder eine technische Umrüstung aus. Andere Geräte wiederum lassen sich nicht mehr nachrüsten; neu entwickelte AU-Geräte nach Leitfaden 5 sind jedoch bereits auf dem Markt. Diese Umstellung wird nach Einschätzung des ASA-Verbands noch weiter in 2016 nachwirken und für einen positiven Trend im Geschäftsfeld Abgasmesstechnik sorgen. Hohe Anforderungen Auch in anderen Bereichen stehen für Werkstätten relevante Neuerungen und Richtlinien an: ob der verpflichtende Einsatz umweltfreundlicher Kältemittel ab 2017 oder die neuen Vorgaben für Scheinwerfer-Prüfsysteme gemäß der HU- Scheinwerfer-Prüfrichtlinie ab Anfang 2017. „In Arbeit ist außerdem die Anerkennungsrichtlinie für anerkannte Prüfstützpunkte, die sicherlich auch Auswirkungen auf die Werkstätten haben wird“, weiß Harald Hahn. Die Herausforderung für Kfz-Werkstätten liege darin, mit all den Neuerungen Schritt zu halten. „Dies geht nicht ohne Investitionen in Ausrüstung, aber auch in Ausbildung und Qualifikation. Beispielhaft sei hier das Thema Scheinwerfereinstellung mit sehr hohen Ansprü- Marketing MAHA 2014 bieten wir eine universelle Integration unserer Ausrüstung und der Prüfkomponenten in die bestehenden Werkstattprozesse an, sowohl um alle Daten digitalisiert dem Werkstattbetreiber bereitzustellen, als auch gleichzeitig Redundanzen zu vermeiden. Für ein in Summe deutlich ertragssteigerndes Aftersales- Geschäft. Frank Konietzke, Geschäftsführer WOW! Würth Online World Natürlich wird die Digitalisierung auch in der Werkstatt weitergehen. Manuelle Abläufe werden mehr und mehr in digitale Prozesse übergehen. Punkte wie Auftragskarte, Serviceheft oder Kundendaten werden über Schnittstellen digital zur Verfügung stehen und damit übergreifender eingesehen und bearbeitet werden können. Connectivity und damit die Live-Anbindung des Fahrzeugs an die Werkstatt, um direkt auf Fehler hinzuweisen, werden zukünftig zum Werkstattalltag gehören. Auf die Fahrzeugdiagnose bezogen werden noch mehr Informationen digital abgespeichert, wie der Servicezustand des Fahrzeugs, Protokolle etc. Mit unserem Speichermodul bieten wir den Kunden schon heute ein Tool, das alle Informationen übersichtlich zusammenstellt und eine gute Basis für die Kundenbindung bietet. autoservicepraxis.de Service 2016 13

76
WERKSTATTTECHNIK Klimaservice: auf mehrere Kältemittel einstellen chen an den Einstellplatz und die Geräte sowie neue Kältemittel in den Fahrzeugen genannt, die mittlerweile von dem bisherigen Kältemittel R134a über 1234yf bis hin zu CO2 (R744) reichen“, erklärt Hahn die Anforderungen. Kfz-Werkstätten sind infolge technologischer Entwicklungen mit komplexeren Anforderungen und veränderten Rahmenbedingungen konfrontiert. In immer mehr Baureihen sind beispielsweise eine Vielzahl an Fahrerassistenzsystemen verbaut: von der Einparkhilfe über den Spurhaltebis zum Nachtsichtassistent. „Die Systeme werden zwar immer komplexer, aber auch intelligenter, so dass die Justierung und Einstellung durch Interaktionen der verbauten Systeme und Sensoren tendenziell einfacher wird und die Systeme sogar mehr und mehr selbstlernend agieren. Trotzdem ist zumindest eine Grundeinstellung mit Spezialequipment notwendig“, so Harald Hahn. Müssen beispielsweise nach einem Unfall die Radarsensoren neu justiert werden, sind spezielle Tools und Vorrichtungen notwendig, da die sensiblen Radarköpfe exakt zur geometrischen Fahrachse ausgerichtet werden müssen. Chance Digitalisierung „Das Thema Digitalisierung wird auch bei den Werkstätten nicht Halt machen“, ist Harald Hahn überzeugt. Daraus ergeben sich seiner Ansicht nach zwei Bereiche: Die Vernetzung und Digitalisierung in der Werkstatt selbst. Dies bedeutet, dass die Geräte sowie Software-Module miteinander sprechen und Daten austauschen. Die Vernetzung des Fahrzeuges mit der Infrastruktur. Hier werden sicherlich neue Dienstleistungen und Dienstleister am Markt erscheinen. Genannt sei hier nur das Stichwort Telematics und alle Dienstleistungen, die mit dieser neuen Infrastruktur zusammenhängen. Werkstätten können von beiden Bereichen profitieren: durch neue entstehende Geschäftsfelder und Rationalisierungen in den Serviceprozessen, folgert Harald Hahn. Die digitale Kommunikation wird den Service immer stärker prägen, sind sich Experten einig. Das vernetzte Fahrzeug meldet beispielsweise selbstständig notwendige Reparaturen und vereinbart einen Servicetermin. Die Grundlage hierfür wurde mit der Einführung von eCall geschaffen. Der automatische Notruf ist ab April 2018 für alle neu typgeprüften Pkw- Modelle verpflichtend. Die rechtliche Situation wird in Brüssel diskutiert. Unklar ist, ob der Fahrer im Pannenfall selbst entscheidet, mit welcher Werkstatt sein Fahrzeug Kontakt aufnimmt. Der GVA setzt sich für eine frei zugängliche, standardisierte Schnittstelle ein. Denn der Zugang zu Daten ist für freie Werkstätten essenziell. „Es gibt Tendenzen, den Zugriff zum Fahrzeug und damit zu den Daten über den Fahrzeughersteller zu steuern oder zu kontrollieren. Hier ist es wichtig, dass der Verordnungsgeber die Weichen auch in Zukunft so stellt, dass weiterhin ein freier Zugang zu den Daten gewährleistet bleibt“, erläutert Harald Hahn vom ASA- Verband. Valeska Gehrke Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf das Werkstattgeschäft 2016 und darüber hinaus? Clemens Streng, Marketing Communication Manager EMEA, Midtronics Viele Entwicklungen sind bereits seit längerem im Gange: das Internet der Dinge, das vernetzte Auto und allgemein die Konnektivität von Geräten. Die eine Hardware kann kabellos mit der anderen Hardware kommunizieren, via Infrarot, RFID, ZigBee, Bluetooth oder Wi- Fi. Aber warum müssen sich die Geräte erst vernetzen, warum integrieren wir nicht einfach Software in bereits existierende Geräte? Mittel- oder langfristig werden wir erkennen, dass es unnötig ist, die Ressourcen der Welt zu nutzen, um so viel Hardware zu produzieren. Ein Werkstattmitarbeiter muss sowieso mit dem Computer arbeiten, wenn nicht für Gewährleistungsansprüche, dann in jedem Fall für Verwaltungs- und Controlling- Aufgaben. Wir müssen die entsprechende Applikation, die Software, in unserem Fall Batteriemanagement, für das Diagnosegerät entwickeln. Hersteller werden mehr und mehr zu Software-Entwicklern. Bernd Gohlicke, Entwicklungsleiter Automotive Aftermarket der Robert Bosch GmbH Die zunehmende Digitalisierung bietet für die Kfz-Werkstätten Möglichkeiten der Effizienzsteigerung, der Kostenkontrolle und Kostenreduktion. Auch wird in der vernetzten Werkstatt ein schneller und einfacherer Zugang zu Informationen sowie Echtzeitunterstützung für den Kfz-Mechatroniker möglich. Alle Informationen rund um eine Fahrzeugreparatur stehen an allen Arbeitsplätzen zur Verfügung. Tablets werden zur mobilen drahtlosen Fahrzeugdiagnose und Teilebestellung genutzt. Neue Technologien wie Augmented Reality unterstützen den Mechatroniker bei seiner Arbeit. Die Fehlersuche auch an neuen, komplexen Fahrzeugsystemen wird dadurch effizienter. Internetportale wie Drivelog und Smartphone-Apps machen Werkstattaktivitäten für den Kunden transparent, sorgen dafür, dass Kunde und Werkstatt in Kontakt bleiben, und erhöhen damit die Kundenbindung. 14 Service 2016 autoservicepraxis.de

77
SCHLUSS MIT MANGELNDER GEGENWEHR! Mit GGG zu einer schnellen und fairen Schadenabwicklung! Ihr Spezialist seit über fünfunddreißig Jahren. Rechtsanwalt Peter Göhringer ist seit 35 Jahren schwerpunktmäßig im Verkehrsrecht tätig. Mehr als 60.000 Unfälle hat er bereits federführend – erfolgreich – reguliert. RA Göhringer ist Fachanwalt für Verkehrsrecht, Vertrags- und Vertrauensanwalt des Volkswagen und Audi Partnerverbandes e.V., Partneranwalt des baden-württembergischen Kfz-Gewerbes sowie Beirat der Rechtsanwälte im BVSK e.V. Große Routine und jahrzehntelange Erfahrung im Straßenverkehrsrecht, exzellentes, geballtes Fachwissen und die damit verbundene hohe Kompetenz zeichnen ihn aus. Hilfe vom Profi – kostenlos für Ihre Kunden! Wenn Ihr Kunde – unverschuldet – einen Verkehrsunfall erlitten hat, laden Sie über unsere Homepage: www.ggg-kanzlei.de das Formular „Unfallbericht“ herunter, füllen es am PC (am besten noch im Autohaus) aus und versenden es per Mail an die Kanzlei. Die Regulierungsvollmacht kann in Ihrer Firma unter: „downloads“ ausgedruckt und vom Kunden unterschrieben werden. Die Regulierung des Haftpflichtschadens ist für Ihren Kunden kostenlos! Die anfallenden Rechtsanwaltsgebühren übernimmt der eintrittspflichtige Versicherer. Peter Göhringer PETER GÖHRINGER Fachanwalt für Verkehrsrecht Partneranwalt des baden-württembergischen Kfz-Gewerbes Tätigkeitsschwerpunkte: Versicherungsrecht, Erbrecht, Inkasso ANDREAS RAAB Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht Tätigkeitsschwerpunkte: Verkehrsrecht, Verwaltungsrecht, Inkasso SABINE PRESTENBACH Fachanwältin für Verkehrsrecht Fachanwältin für Miet- und Wohnungseigentumsrecht Tätigkeitsschwerpunkte: Versicherungsrecht, Vertragsrecht MANUEL FRANK Interessenschwerpunkte: Verkehrsrecht, Strafrecht, Transportrecht Schadenabwicklung? Nur mit Rechtsanwalt! DIE ANWÄLTE GGG PFORZHEIMER STRASSE 21 | 76227 KARLSRUHE | TEL: 0721 - 944 300 | FAX: 0721 - 42782 | E-MAIL: info@ggg-kanzlei.de | www.ggg-kanzlei.de Die letzten Jahre des Schadenmanagements der KH-Versicherer haben gezeigt, dass mangelnde Gegenwehr zu einer beispiellosen Kürzungspolitik der Assekuranz geführt hat. Nachdem weiteres Preisdumping nun vielen Kfz-Betrieben die Existenz kostete, gibt es heute im Haftpflichtbereich nichts mehr zu verschenken. Es ist daher ein „Muss“ für die Schadenabwicklung, einen erfahrenen Rechtsanwalt einzuschalten. Hinter dem Schadenmanagement steht das Prinzip unberechtigter Kürzungen in der Hoffnung, dass man sich nicht gegen die Streichungen wehrt. Das gesparte Geld soll einen gnadenlosen Prämienkampf finanzieren. Ein besonders wichtiger Dienst an Ihren Kunden. Besonders angesagt sind derzeit nachträgliche Prüfungen von Schadendokumenten durch externe Dienstleister. Versicherer verstoßen klar gegen geltendes Recht und wissen dies auch. Um „Waffengleichheit“ zwischen dem Geschädigten, der unverschuldet einen Verkehrsunfall erlitten hat, und dem „mächtigen“ Versicherer herzustellen, darf jeder Geschädigte – auf Kosten des eintrittspflichtigen Versicherers – einen Rechtsanwalt seines Vertrauens für die Schadenregulierung einschalten. Ihr Kunde wird Ihnen für die Empfehlung eines kompetenten Anwalts dankbar sein! Und … Sie müssen sich nicht mehr – zeitaufwendig – mit Rechnungskürzungen auseinandersetzen. Liquiditätssteigerung und Entlastung Ihrer Mitarbeiter. Die Kanzlei GGG sorgt für schnellstmöglichen Rechnungsausgleich (Auszahlung des Totalschadenbetrags im Totalschadenfall, sofern Ihr Kunde bei Ihnen ein Nachfolgefahrzeug erwirbt). Wochenlanges Warten auf Entschädigungsleistungen des Versicherers gehört – bei Einschaltung von GGG – der Vergangenheit an! Wir stellen in Ihrem Betrieb unser Schadenregulierungsprogramm gerne unverbindlich/ kostenlos vor (Power-Point-Vortrag ca. 45 Minuten). Sprechen Sie uns bei Interesse bitte an! INES GÖHRINGER Fachanwältin für Verkehrsrecht Tätigkeitsschwerpunkte: Medizinrecht, Reiserecht, Versicherungsrecht TILO STAUDACHER Tätigkeitsschwerpunkte: Strafrecht, Verkehrsrecht, Erbrecht Interessenschwerpunkte: Wettbewerbsrecht, Internet- und Telekommunikationsrecht MICHAEL NOBBE Tätigkeitsschwerpunkte: Arbeitsrecht, Verkehrsrecht, Vertragsrecht Interessenschwerpunkte: Handelsrecht, Gesellschaftsrecht ANKE HARMS-REINWALD Interessenschwerpunkte: Verkehrsrecht, Versicherungsrecht

78
BETRIEBSPRAXIS Lebenslanges E-Learning Unsere Umfrage unter den Anbietern von Werkstattsystemen zeigt, welche Themen im kommenden Jahr im Vordergrund stehen. Bei der regelmäßigen Schulung von Werkstattpartnern wird E-Learning künftig eine größere Rolle spielen. lle reden von Digitalisierung, aber eine ansprechende Website ist bei vielen freien Werkstätten immer noch keine Selbstverständlichkeit. Es ist daher höchste Zeit, dass die Anbieter von Werkstattsystemen hier praktische Hilfestellung leisten. Das Webseiten-Projekt ist beispielsweise bei der Select AG auf sehr gute Resonanz gestoßen. „Wir haben eine Internetpräsenz gestaltet, die wir unseren Systempartnern anbieten, je nach Systemzugehörigkeit sogar unentgeltlich“, berichtet Andreas Kilian, Systemmanager Werkstattsysteme bei Select. Kilian ist für die Werkstattkonzepte Autoselect, ASP Auto Service Partner und Motocrew zuständig. Seiner Meinung nach ist es heute unverzichtbar, eine professionelle Internetpräsenz im responsiven Design zu haben. „Werkstätten werden im Internet gefunden, ob sie wollen oder nicht. Hier hilft nur eine aktive Auseinandersetzung mit dem Thema, um es bestmöglich für sich zu nutzen und mit einem adäquaten Auftritt 16 Service 2016 autoservicepraxis.de

79
BETRIEBSPRAXIS Bild: Fotolia/FotoFrank, Fotolia/Palsur, Montage: Diane Laudien neue Kunden für sich zu gewinnen“, wirbt Kilian für einen modernen Onlineauftritt. Selbstgebastelt ist out, responsiv ist angesagt. Darunter versteht man Webseiten, die technisch so gestaltet sind, dass sie korrekt angezeigt werden, ganz gleich, auf welchem Endgerät sie aufgerufen werden. Der Praxistest zeigt: Die Internetauftritte der über 500 Betriebe im System Auto Service Partner – Flaggschiff des Systemgebers Select AG – werden auch am Smartphone optimal dargestellt. Übersichtlich präsentierten die Betriebe ihre Services, nennen Öffnungszeiten und bieten neben der Routenbeschreibung auch die Möglichkeit, unter Angabe des Fahrzeugtyps eine Anfrage zu stellen. Online-Terminanfragen Bei unserer Umfrage unter den wichtigsten Werkstattsystemen stand die Neugestaltung der eigenen Website und der Werkstattpartner ganz oben auf der To-do-Liste für das kommende Jahr. Großhändler Wessels & Müller stellt die Online- Terminvereinbarung als neuen Schwerpunkt für das kommende Jahr nach vorne, wie Axel Birngruber, Leiter Werkstattsysteme und Schulungen Wessels & Müller, bestätigt: „Ein neuer Schwerpunkt bei den Marketingmaßnahmen ist die Online-Terminvereinbarung. Das wird in fünf Jahren Standard sein – wir bieten bereits jetzt die dafür nötigen Tools an. Viele Werkstätten nutzen das schon aktiv.“ Zudem will man bei Wessels & Müller die digitale Dialogannahme vorantreiben. „Stellen Sie sich vor, Sie lassen den Autoschlüssel einfach in der Werkstatt und der Serviceberater schickt Ihnen nachträglich einen Film aufs Smartphone. Auf den Messen zeigen Kunden sehr großes Interesse und wir arbeiten bei dem Thema mit einigen Betrieben sehr eng zusammen“, erklärt Birngruber. Mageres Angebot an Werkstatt-Apps Auch mit dem Thema Werkstatt-App für das Smartphone befassen sich die Werkstätten – zumindest gedanklich. Denn wenn man im App-Store oder bei Google- Play nach entsprechenden Apps sucht, wird man meistens enttäuscht. Am besten gefällt im Praxistest die App des Trost- Werkstattsystems 1a Autoservice im firmentypisch gelben Design. Sie ist im Shop gut auffindbar, übersichtlich und handlich. Übersichtlich sind leider auch die Funktionen. Sie beschränken sich auf die Umgebungssuche oder Suche nach Postleitzahl. Immerhin: Bei den aufgelisteten Suchergebnissen kommt man per Link schnell zu den Internetseiten der Systempartner – offenbar Standard bei 1a. Ähnlich funktioniert der ATR-Werkstattfinder für die Werkstattsysteme Auto Check, Auto Partner und Meisterhaft. E-Learning hält Einzug Fester Bestandteil aller Werkstattkonzepte ist die regelmäßige Schulung der Partner. Schließlich gilt es, das Qualitätsniveau möglichst hoch zu halten. Die Anbieter haben hier unterschiedliche Ansprüche an die Mindestanzahl zu belegender Schulungstage. E-Learning, also die Vermittlung von Wissen über Internetschulungen, hat auch im Werkstattbereich Konjunktur. So bietet Bosch seinen Werkstattpartnern verschiedene Schulungsinhalte über E- Learning-Module an. Dirk Appelt, Leiter Bosch Werkstattsysteme: „Es ist für viele Betriebe eine große Herausforderung, Mitarbeiter für Schulungstermine freizustellen. Deshalb kommt dem E-Learning eine immer größere Bedeutung zu.“ Das Internet könne vor allem bei Lerninhalten mit hohem Praxisbezug die Schulung vor Ort oft nicht ersetzen, erklärt Dirk Appelt. „Zur Vorbereitung auf bestimmte Schulungen oder zur Auffrischung von Basiswissen oder zur schnellen Information zu Neuheiten eignet sich das E-Learning dagegen sehr gut.“ 2016 will sich Bosch daher verstärkt auf das technische und kaufmännische Schulungsangebot und auf ein speziell für das Werkstattsystem AutoCrew entwickeltes Online-Trainings-Tool zum Werkstattkernprozess konzentrieren. Dieses Tool ermöglicht dem Inhaber und dessen Mitarbeiter insbesondere, seine bestehenden Prozesse rechnergestützt zu überprüfen. Dietmar Winkler Top-Themen 2016 Das sind im kommenden Jahr die wichtigsten Themen der Anbieter von Werkstattkonzepten: Online-Trainingstools /E-Learning Ganz oben auf der To-do-Liste der Werkstattsystemgeber steht die Entwicklung von neuen Tools zur Schulung von Werkstattpartnern. E-Learning kann die Präsenzschulungen zwar nicht ersetzen, viele Basics können aber auch per Computer vermittelt werden. Responsive Neugestaltung der Internetseiten für Werkstattpartner Noch immer ist es nicht selbstverständlich, dass freie Werkstätten über eine eigene Website verfügen. Hier geben die Werkstattsystemgeber Hilfestellung und entwickeln zusammen mit Dienstleistern modulare Webseiten, die die Partner dann im Design des Systems individuell mit Inhalten füllen. Wichtig: Die Website muss responsiv sein, das heißt, die Inhalte werden auf allen Endgeräten richtig dargestellt, egal ob am PC-Bildschirm oder am Tablet. Werkstatt-App Bisher ist eine gebrandete App nur bei wenigen Werkstattsystemen im AppStore (iPhone) oder im PlayStore (Android-Smartphones) zu finden. Diese beschränken sich mehrheitlich auf die Werkstattsuche in der Umgebung oder nach Postleitzahlen und bieten sonst keine weiteren Funktionalitäten. Erweiterung der digitalen Bestellmöglichkeiten in digitalen Teilekatalogen Die Teileversorgung und Identifizierung von Kfz-Ersatzteilen ist eines der Kernelemente von Werkstattsystemen. Die Tools für Werkstattpartner werden daher ständig weiterentwickelt. Bild: Fotolia/Stockpics autoservicepraxis.de Service 2016 17

80
BETRIEBSPRAXIS Chancen für Flüchtlinge Mehr als 800.000 Menschen auf der Flucht sind in diesem Jahr nach Deutschland gekommen. Darunter sind viele lernwillige junge Flüchtlinge, die im Kfz-Gewerbe eine berufliche Zukunft finden können. Die Branche steht der Aufnahme dieser Menschen jedenfalls sehr offen gegenüber. Aneta Schikora, Pressesprecherin Bundesagentur für Arbeit Die Zuwanderung bietet eine Chance für Betriebe im Kfz-Bereich, bisher unbesetzte Ausbildungsplätze zu besetzen: Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge, die zu uns kommen, sind unter 25 Jahre alt und haben noch keine abgeschlossene Berufsausbildung. Sie sind hoch motiviert und bringen zum Teil bereits praktische Fertigkeiten mit. In der Regel dürfen junge Asylsuchende und Geduldete bis 21 Jahre ohne große Einschränkungen eine Lehre absolvieren. Allerdings geht das nicht von heute auf morgen: Um eine Ausbildung erfolgreich zu meistern, müssen die Bewerber gute Kenntnisse der deutschen Sprache mitbringen, in der Regel auch einen Schulabschluss. Unsere Erfahrungen zeigen: Ein längeres Betriebspraktikum vor Ausbildungsbeginn kann helfen, fehlende Sprach- und Theoriekenntnisse auf- und auszubauen. Die Arbeitsagenturen und Jobcenter vor Ort informieren und unterstützen die Betriebe auf diesem Weg. Klaus Dieter Breitschwert, Präsident und Landesinnungsmeister Kraftfahrzeuggewerbe Bayern Die duale Berufsausbildung ist eine gute Möglichkeit zur Integration von jungen Flüchtlingen. Auch das Kraftfahrzeuggewerbe Bayern bietet hier Möglichkeiten, zumal ein Wettbewerb um Auszubildende besteht. Entsprechend kommen auch verstärkt die Potenziale von geflüchteten Menschen in den Blick. Wichtig bleiben hier jedoch eine möglichst frühzeitige Sprachförderung und der Zugang zu ausbildungs- und arbeitsfördernden Maßnahmen. In der Regel wird in dieser Kombination die übliche Ausbildungsdauer nicht reichen, so dass hier über Verlängerungen nachzudenken ist. Betriebe und Jugendliche brauchen hierbei aber Rechts- und Planungssicherheit. Daher muss in jedem Einzelfall sichergestellt sein, dass eine geregelte Ausbildung möglich ist und diese letztlich auch zu Ende geführt werden kann. Thomas Lundt, Kfz-Unternehmer und Obermeister der Kfz-Innung Berlin Das Kraftfahrzeuggewerbe hat schon immer Menschen aus anderen Kulturen integriert und ausgebildet. In meinem Kfz- Innungsbetrieb in Berlin-Zehlendorf mit rund 30 Jahren Erfahrung speziell im Sportwagenbereich beschäftige ich aktuell zwei junge Männer, die als Flüchtlinge zu uns gekommen sind. Der junge Auszubildende stammt aus Guinea, der 32-jährige Praktikant kommt aus Syrien und hat dort bereits in Kfz-Betrieben gearbeitet. Beide haben eine Aufenthaltsgenehmigung und sprechen gut Deutsch, das erleichtert die Integration in den Betriebsalltag. Als mittelständischer Unternehmer mit 23 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fühle ich mich verpflichtet, meinen Beitrag zur Integration von Menschen zu leisten, die aus Not, aber mit viel Hoffnung und wenig Ansprüchen zu uns kommen und lernwillig sind. Birgit Behrens, ZDK-Geschäftsführerin Berufsbildung Im Kfz-Gewerbe als einem besonders ausbildungsstarken Wirtschaftszweig ist es in vielen unserer Betriebe gelebter Alltag, jungen Männern und Frauen mit unterschiedlichsten Wurzeln bereits in der Aus- und Weiterbildung eine neue Heimat zu geben. Dabei agieren wir getreu dem Handwerksmotto: „Es ist uns egal, woher du kommst, uns ist es wichtig, wohin du willst“. Auch wir fühlen uns verpflichtet, den oft allein geflüchteten jungen Menschen zu helfen, in Deutschland Fuß zu fassen und sich zu integrieren. Dazu gehört, dass sie so schnell wie möglich die deutsche Sprache erlernen. Wer gewillt und motiviert ist, mit uns gemeinsam den Weg in der Ausbildung zu gehen, dem stehen alle Türen offen. Klaus Weichtmann, ZKF-Hauptgeschäftsführer Im Karosserie- und Fahrzeugbauer-Handwerk fehlen bereits jetzt geeignete junge Auszubildende, aber auch Fachkräfte. Nach der Erstintegration mit deutschen Sprachkenntnissen und deutschem Kulturleitbild kann unter den in Integrationsklassen befindlichen Flüchtlingen selektiert werden, wer für einen Ausbildungsplatz geeignet ist. Bei der Vermittlung von Ausbildungsplätzen binden wir uns selbstverständlich ein. Zweifellos ist die Vermittlung von Flüchtlingen noch recht bürokratisch. Hier muss gesetzlich nachgebessert werden, damit jüngere arbeitswillige Flüchtlinge, denen ein Bleiberecht in Deutschland zugestanden wurde, schneller vermittelt werden können. Ein Problem sehen wir beim gesetzlichen Mindestlohn, auf den offensichtlich auch Flüchtlinge Anspruch haben. Das wird eine Barriere darstellen. Das Bleiberecht mit Arbeitserlaubnis muss zugesichert sein. Die Betriebe benötigen Klarheit, damit junge Menschen, egal, ob sie für einen Ausbildungs- oder Facharbeiterplatz geeignet sind, auch dauerhaft in Deutschland bleiben dürfen. Hier besteht noch viel Unsicherheit. Juristisch eindeutige Regelungen sind erforderlich. Bilder: Bundesagentur für Arbeit, Kraftfahrzeuggewerbe Bayern, KFZ-Innung Berlin, ZDK, ZKF 18 Service 2016 autoservicepraxis.de

81
DAS SUPERTOOL für die Praxis rund um Werkstatt und Service asp-Magazin Werkstattinfos, Reportagen und Praxisbeispiele iele für Ihr Geschäft asp-App mobil immer bestens informiert: News, Heftarchiv, ePaper und mehr Digitales Heftarchiv alle Artikel der letzten 9 Jahre ePaper für den digitalen italen asp-Nutzer: digital.autoservicepraxis.de Rückruf- Datenbank alle Infos auf einem Blick Newsletter alles Wichtige tagesaktuell Weiter lesen Extra-Hefte wie z.B. "Räder & Reifen" und "Freier Teilemarkt" asp informiert Sie praxisnah und tages aktuell über alles was der Werkstattprofi braucht. www.autoservicepraxis.de ist eine Marke von:

82
ANZEIGE Bild: Fotolia/Tom Wang 20 Service 2016 autoservicepraxis.de

83
ANZEIGE 1. An welchem Produkt führt Ihrer Meinung nach 2016 kein Weg vorbei? An der IntelliSens App von Huf 2. Welche konkreten Vorteile bietet dieses Produkt Werkstätten? Innovativster RDKS-Service mit dem Smartphone, Tablet oder PC Automatische Updates für neue Fahrzeugmodelle Vollwertiges RDKS-Diagnosegerät mit allen Möglichkeiten für den RDKS-Service Arbeitet mit Huf IntelliSens und weiteren Universalsensoren Historienfunktion zum Aufruf bearbeiteter Serviceprotokolle Soforthilfe mit Teamviewer möglich Direkte Bestellmöglichkeit durch Anbindung eines Online-Shops Bedienungsanleitung und Schulungsvideos in der App integriert 3. Wie lässt sich dieses Produkt mit drei Worten beschreiben? AHS Prüftechnik 1. An welchem Produkt führt Ihrer Meinung nach 2016 kein Weg vorbei? An unserem Bremsprüfstand AHS Multiflex 06 EASY für Pkw und Transporter! Der Bestandsschutz für alte Bremsprüfstände läuft in genau vier Jahren ab. Betroffene Werkstätten sollten sich dringend mit diesem Thema beschäftigen und Ersatzinvestitionen planen. AHS Prüftechnik fertigt diesen Prüfstand auch passgenau für vorhandene Fundamente an. Teure Fundamentanpassungen sind damit überflüssig. 2. Welche konkreten Vorteile bietet dieses Produkt Werkstätten? Ausgerüstet mit ASA-Livestream und automatischer Allraderkennung ist er absolut zukunftssicher. Weitere Optionen sind Bremsmotoren, eine pneumatische Hebeschwelle oder eine Heraushebevorrichtung (vor allem hilfreich bei der Anhängerprüfung). Die hochwertige Verarbeitung und bewährte AHS- Bild: HUF Weltneuheit Innovativ Revolutionär Qualität machen den AHS Multiflex 06 EASY zu einem verlässlichen Partner für Werkstätten bei der Bremsprüfung. Der Prüfstand kann jederzeit weiter aufgerüstet werden, zum Beispiel mit der Prüfsoftware PICARO III und einem Pedalkraftmesser. Die zentrale Frage bei der HU lautet nämlich ab jetzt: Erreicht Bild: AHS Die IntelliSens App: RDKS- Service für Smartphone, Tablet oder PC Hülsbeck & Fürst GmbH & Co. KG www.huf-group.com ein Fahrzeug die Mindestabbremsung mittels Bezugsbremskräfte? Das sind Vorgaben der Fahrzeughersteller, geeignet ist vor allem die Fuß-Pedalkraft. Die einzigartige Prüfsoftware PICARO III ermittelt die Abbremsung in Bezug zum Gesamtgewicht, sollte diese weniger als 58 % betragen, wird die Hochrechnung nach Herstellerangaben durchgeführt und eine aussagekräftige Graphik hilft bei der Beurteilung der Messergebnisse. Auch eine Aufrüstung zur kompletten Prüfstraße mit Fahrwerktester und/oder Achstester ist jederzeit möglich. 3. Wie lässt sich dieses Produkt mit drei Worten beschreiben? Zukunftssicher Hochwertig Ausbaufähig AHS Prüftechnik A. u. H. Schneider GmbH und Co. KG www.ahs-prüftechnik.de autoservicepraxis.de Service 2016 21

84
ANZEIGE Midtronics 1. An welchem Produkt führt Ihrer Meinung nach 2016 kein Weg vorbei? Am DSS-7000 Batterie Diagnose Service System. 2. Welche konkreten Vorteile bietet dieses Produkt Werkstätten? Es bietet Funktionalität und Komfort beim Testen durch das Scannen der VIN (vehicle identification number, Fahrgestellnummer) oder der Nutzung einer Fahrzeugmodell-Datenbank. Es bietet die Prüfung der Reservekapazität. Es ermöglicht sowohl das Zurücksetzen der Elektronik als auch die Registrierung der Batterie. Es kommt in Sachen Konnektivität modernen Technologien nach: Testergebnisse lassen sich einfach per E- Mail verschicken oder kabellos an Server senden; so sind die Daten für Management und Kontrolle von jedem Ort aus verfügbar. 1. An welchem Produkt führt Ihrer Meinung nach 2016 kein Weg vorbei? Die Lambdasonde ist längst unverzichtbar geworden – ohne sie wäre es modernen Fahrzeugen unmöglich, die immer strenger werdenden Emissionsgrenzwerte einzuhalten. Zudem sorgt sie dafür, dass der Motor möglichst effizient, rund und sparsam läuft, und das nicht nur im Benziner. Ein Die NTK Lambdasonde steigender Anteil an Dieselfahrzeugen wird inzwischen werkseitig mit Lambdaregelung ausgestattet. Bild: Midtronics Das DSS-7000 Batterie Diagnose Service System verfügt über ein mobiles Bedienteil, das über Bluetooth mit der Basis vernetzt ist. 3. Wie lässt sich dieses Produkt mit drei Worten beschreiben? Leichte Handhabung Start-Stop-Funktionalität 2. Welche konkreten Vorteile bietet dieses Produkt Werkstätten? In NTK Sonden stecken acht Jahrzehnte Erfahrung mit technischer Keramik und drei Jahrzehnte Know-how in Lambdasonden, das sich NTK als Technologie- Partner der Automobilhersteller angeeignet hat. Gemeinsam haben sie die Lambdasonde immer schneller, zuverlässiger und widerstandsfähiger gemacht, sodass heutige Typen in kürzester Zeit absolut exakt detektieren können. Zusätzlich zum Know-how aus der OE bietet das NTK Lambdasonden-Sortiment für den Aftermarket eine enorm hohe Marktabdeckung. Es wurde im Dezember 2015 um 44 Sonden erweitert. Der Katalog umfasst aktuell 920 verschiedene Sonden-Typen für rund 14.500 Fahrzeuganwendungen. Für fast zehn Millionen Fahrzeuge in Europa bietet NTK sowohl Regel- als auch Diagnose sonden an. 3. Wie lässt sich dieses Produkt mit drei Worten beschreiben? Verlässliche einbaufertige Erstausrüsterqualität. Vernetzt Midtronics www.midtronics.com NGK Spark Plug Europe GmbH www.ngk.de Oliver Posati, Manager Technical Services bei NGK Bilder: NGK 22 Service 2016 autoservicepraxis.de

85
Sie suchen autobegeisterte Fachkräfte? Mitarbeiter für alle Bereiche der Automobilbranche fi nden Sie auf autojob.de – schnell, direkt und einfach. Auch als autojob.de App erhältlich: gratis im iTunes Store und bei Google Play. Unterstützt von WIR SIND DIE BRANCHE

86
Huf Group Erster. Schnellster. Bester. Das Reifendruckkontrollsystem, das vorausfährt. * Erster mit Red Dot-Auszeichnung für herausragende Designqualität. ** Schnellste Konfiguration in unter 3 Sekunden. *** Beste Abdeckung im Markt – ein Sensor für alle Modelle und Typen. Jetzt von allen Vorteilen überzeugen: www.intellisens.com