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Mit freundlicher Empfehlung www.autoservicepraxis.de B43 385 D 10,90 EURO 12.2016 SPRINGER AUTOMOTIVE MEDIA TITELTHEMA Aktueller Stand zur HU-Scheinwerferprüfung BREMSEN Aufbereitete Bremssättel als Alternative VERBÄNDE Brennpunktthemen bei ASA und GVA WERKSTATTSYSTEME Die aktuellen Konzepte im Marktüberblick TÜV SÜD-AKTUELL Das digitale Autohaus-Lexikon von TÜV SÜD SHARED PASSION FOR PERFORMANCE BMW MOTORSPORT SETZT EXKLUSIV AUF SHELL HELIX ULTRA MIT DER SHELL PUREPLUS TECHNOLOGY www.shell.de/pureplus www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 1 While Shell Helix Ultra with PurePlus Technology motor oils for the race track and the road share the same technology platform, the racing formulation is customised to meet the extreme racing conditions.

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JETZT BESTELLEN! Fax 089/203043-2100 oder direkt im Online-Shop autohaus.de/reifenstudie STUDIE 2016 „So tickt der Reifenkunde“ Reifenstudie 2015/2016 Die Reifenstudie 2015/2016 untersucht das Käuferverhalten von Werkstatt- und Autohauskunden, wenn es um die Anschaffung neuer Räder und Reifen, aber auch um die Nutzung von Serviceleistungen geht. U.a. zeigt die Studie, dass mehr als die Hälfte der Befragten, die eine Vertragswerkstatt ihrer Marke als Stammwerkstatt aufsuchen, diese auch zum Reifenkauf nutzen. Außerdem verdeutlicht diese, dass ein individuelles und informatives Beratungsgespräch nicht nur häufig zum Reifenkauf, sondern auch zur Nutzung weiterer Leistungen führt. Ja, bitte senden Sie mir Exemplare »Reifenstudie 2015/2016« zum Preis von je € 34,90 zzgl. MwSt. und Versand. Art. Nr. 25015 Firma Straße PLZ, Ort Ansprechpartner Funktion Telefon, Fax E-Mail Datum, Unterschrift Preisänderungen vorbehalten Bestellungen auf noch nicht erschienene Titel werden ohne Auftragsbestätigung vorgemerkt. Springer Fachmedien München GmbH Aschauer Strasse 30 ● 81549 München Telefon: 089/20 30 43-1900 Telefax: 089/20 30 43-2100 www.autohaus.de AUTOHAUS ist eine Marke von

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LEITARTIKEL Kaum noch zu durchschauen Es ist nicht so, dass die Vorgaben der „HU-Scheinwerfer-Prüfrichtlinie“ nicht längst bekannt gewesen wären. Die Richtlinie ist bereits zwei Jahre alt. Darin vorgesehen war eine zweijährige Übergangsfrist für bereits bestehende Prüfsysteme. Kfz-Betriebe sollten genügend Zeit haben, sich auf die neuen Anforderungen an Aufstellflächen und Prüfgerät einzustellen. Jetzt sind zwei Jahre um und die meisten Werkstätten erfüllen die Vorgaben noch nicht. Die baulichen Vorgaben an die Aufstellflächen bei der Scheinwerfer-Prüfung sind jedoch nur ein Aspekt eines undurchsichtigen Gemenges an Vorgaben für die Mess- und Prüfgeräte, die für die technischen Untersuchungen und Prüfungen wie HU oder AU eingesetzt werden. Scheinwerfer-Einstellsysteme sind davon ebenso betroffen wie Bremsprüfstände oder Abgasmessgeräte. Es geht im übergeordneten Sinne um die Prüfmittelüberwachung. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass die Messgenauigkeit dieser Prüfmittel durch regelmäßige Eichung beziehungsweise Stückprüfung nachgewiesen werden muss. Künftig muss das deutsche System zur Eichung/Stückprüfung in eine normengerechte Kalibrierung übergeführt werden. Anbieter für Kalibrierungen müssen dann auf Grundlage europäischer Normen akkreditiert sein. Relevantes Organ hierfür ist die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) in Berlin. Die Umstellung eines nationalen Systems auf die europäische Norm ist für alle Beteiligten nervenaufreibend und kostspielig: für Hersteller von Prüfgeräten, für Prüforganisationen und für Werkstätten, für die es sicher teurer wird. Da muss die Frage erlaubt sein: Wo hört Messgenauigkeit auf und wo fängt der Unsinn eigentlich an? Ich wünsche dennoch allen Lesern ein ruhiges Weihnachtsfest und ein erfolgreiches Jahr 2017. Viel Spaß beim Lesen! Dietmar Winkler, Redakteur Wo hört Messgenauigkeit auf und wo fängt der Unsinn an? www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 3

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INHALT 12 HU-Scheinwerferprüfung Wir bringen Licht ins Dunkel – was ändert sich und welche Fristen müssen Werkstätten beachten? 20 Digitale Zeitenwende Neue Chancen für den Aftermarket durch dongle-basierte Telematik 50 GVA-Kongress Dikussionen zur Datenmanagement-Plattform Caruso TITEL 12 Gesetzliche Vorgaben Die HU-Scheinwerfer- Prüfrichtlinie: Was gilt wann? 15 Keine Pauschallösung Richtlinienkonforme Scheinwerferprüfsysteme 18 Scheinwerfertechnologie Licht gestalten mit LED, Xenon oder Halogen AUTOMOBILTECHNIK 20 Fahrzeugvernetzung Chancen und Risiken der dongle-basierten Telematik 22 Bremsen Reparaturalternative: Aufbereitete Bremssättel 24 Transporter So vielseitig wie nie: Der neue VW Crafter 26 Neuvorstellung Opel Ampera-e: Game Changer mit Blitz 27 Verkehrssicherheit Neues Vernetzungskonzept X2Safe von ZF 28 Produkte Neues aus den Bereichen Verschleißteile und Bremsen AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 WERKSTATTTECHNIK 30 Best Practice Smart Repair mit dem Dellen Reparaturservice Herrmann 33 Ölmanagement Ölversorgung über das Firmennetzwerk 34 Hebetechnik Neue Hebebühnen von ATH-Heinl 36 Kältemittel Interview zum neuen Kältemittel R1234yf 38 Produkte Neues aus den Bereichen Diagnose, Hebetechnik & Co. BETRIEBSPRAXIS 42 Werkstattsysteme Eine Marktübersicht aktueller Konzepte 46 ASA-Verband Positiver Nahradar für die Werkstattausrüstungsbranche 48 ADAC-Test Markenwerkstätten an der Spitze 49 Aktionstag TÜV SÜD unterstützt den Girls‘Day 50 Freier Teilehandel GVA-Kongress: Caruso kommt 2017 52 Recht Die neue Erbschaftssteuerreform 54 Bauen Skoda Autohaus Schandert: Bereit für die Zukunft 56 Branchentreffen Der Serviceexpertengipfel von Würth: Digitalisierung im Fokus 58 E-Mobilität TÜV SÜD-Pilotprojekt mit Feser-Graf RUBRIKEN 03 Leitartikel 06 Nachrichten 29 ASA-News 40 TÜV SÜD-Aktuell 28 Impressum Zusatzinhalte online im asp ePaper und unter autoservicepraxis.de § 29 AUTO SERVICE PRAXIS veröffentlicht regelmäßig sämtliche im Verkehrsblatt abgedruckten Mitteilungen des Bundesministers für Verkehr, soweit diese für § 29 StVZO relevant sind. AUTO SERVICE PRAXIS-Abonnenten verfügen damit über die im Sinne der AU-Anerkennungsrichtlinie erforderlichen Informationen und sind somit vom Bezug des ansonsten vorgeschriebenen Verkehrsblattes befreit. 41 Statt vieler Worte Video-Tutorial von TÜV SÜD zum Thema Fahrzeugmanagement im Gebrauchtwagenhandel www.autoservicepraxis.de

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NACHRICHTEN KONZEPTSTUDIE RINSPEED Oase in der Stadt meistgeklickte Artikel im November 1. Datenmanagement: Caruso-Plattform soll Mitte 2017 starten 2. Bestandschutz verlängert: Ein Jahr Schonfrist für Scheinwerfereinstellprüfsysteme 3. Daimler: Rückruf bei Smart, G- und S- Klasse 4. Teilegroßhandel: AAG übernimmt Büge- Geschäftsanteile 5. Stahlgruber-Erotikkalender: Schöne Kundinnen Meldung verpasst? Mit dem kostenlosen Newsletter von asp wäre das nicht passiert. Abo unter www.autoservicepraxis.de/newsletter. Frage der Woche (28.11. bis 2.12.) Sollte in wenigen Jahren der Absatz von Elektroautos stark steigen, da die Autos erschwinglicher werden und höhere Reichweiten besitzen, dann ... ■ ... würde das meinen Betrieb wirtschaftlich beflügeln. (12%) ■ ... würde meine wirtschaftliche Situation vermutlich so bleiben, wie sie momentan ist. (36%) ■ ... würde es mir wirtschaftlich schlechter gehen. (52%) AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 Der Schweizer Frank M. Rinderknecht legt mit der Rinspeed-Konzeptstudie „Oasis“ einen wendigen Stadt-Flitzer mit integriertem Kleingarten hinter der Windschutzscheibe vor. Der zweckmäßige Stromer ist das 23. Konzeptauto von Rinspeed und unterhält einen speziellen Lenkungswinkel, zwei radnahe E-Motoren sowie „Torque Vectoring“. Mit Hilfe der ZF-Komponenten kann das Fahrzeug seine Räder fast auf der Stelle drehen. Beim Thema Licht setzt Rinspeed auf Osram. Der Hersteller steuert die leistungsstarken LED-Frontleuchten sowie zwei Projektoren in der Frontumrahmung bei. Damit soll es den Angaben zufolge gelingen, Fußgängern eine Vortrittsberechtigung auf den Asphalt zu projizieren. Zu sehen gibt es die Studie auf der CES und auf der NAIAS sowie in Genf. msh ■ SCHADENSTEUERUNG Streit um HUK-Signalisation Ein geplantes Branding der HUK-Partnerbetriebe sorgt einer Meldung des Bundesverbands der Partnerwerkstätten zufolge für Wirbel. Auf der BVdP-Tagung erklärte Matthew Whittall, Deutschlandchef der Innovation Group, man werde künftig Betriebe mit der HUK-Signalisation „Die Partnerwerkstatt“ nicht mehr oder nur noch in verringertem Maße ansteuern. Auf ähnliche Weise hatte sich im September bereits Stefan Artz, einer der Geschäftsführer des ADAC-Partners Service Partner Netzwerk GmbH (SPN), geäußert. Der Verband kritisierte, dass der Wettbewerb der Versicherungswirtschaft auf dem Rücken der Werkstätten ausgetragen wird. Die BVdP-Forderung: Man verstehe zwar beide Seiten, die Signalisation muss jedoch freiwillig sein und Strafmaßnahmen der Konkurrenz sind zu unterlassen. msh ■ STANDOX Schwierige Sonderlackierung Foto: Standox Standox gab jüngst Tipps zur Lackreparatur bei weißer Perlglanz-Lackierung. Die Farbe Weiß ist beliebt und viele Autohersteller haben Sonderlackierungen auf den Markt gebracht (z.B. „Mineral White“ von BMW oder „Mystic White“ von Mercedes). „Der entscheidende Faktor bei den weißen Perlglanz-Lacken ist die Effektschicht“, erläuterte Harald Klöckner, Leiter Standox Training EMEA. Die beste Annäherung an das Original erreiche man mit Spritzmustern. Der Lackierungsexperte empfahl, vor dem Lackierprozess zunächst drei Musterbleche im Grundfarbton anzufertigen, auf die – jeweils abgestuft – ein, zwei oder drei Effektgänge appliziert werden. Wegen der unterschiedlichen Zahl der Lackschichten fällt der Pearl-Effekt auf jedem Blech etwas anders aus. Die Muster helfen, die beste Übereinstimmung mit dem Original zu finden. Standox unterhält weltweit 60 Standox Information Center für Schulungen, auch zum Thema Sonderlackierungen. msh ■ www.autoservicepraxis.de Foto: Rinspeed

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ZF AFTERMARKET Technische Informationen per App Die neue App „ZF Part Finder“ hilft Kunden einfach die richtigen Ersatzteile zu finden. Durchkämmt wird dabei das verfügbare Teileangebot der Marken Sachs, Lemförder, TRW und Boge, entweder über die Teile-Referenznummer, die Fahrzeughersteller-Liste oder die Fahrgestellnummer. Laut Meldung von ZF Aftermarket ist die neue App mit den Betriebssystemen iOS und Android kompatibel. msh ■ E-BUSINESS Würth startet B2B-Plattform Die Würth-Gruppe hat den Bereich E-Business gestärkt und laut Mitteilung eine neue Online-Beschaffungsplattform „Wucato“ für den B2B-Bereich gestartet. Damit sollen Kunden auf das konzerneigene Produktsortiment aus über 500.000 Produkten zugreifen können. „Mit Wucato können wir auf die Entwicklungen am Markt reagieren, welche durch die Digitalisierung und das sich verändernde Beschaffungsverhalten unserer Kunden getrieben sind. Zudem bündeln wir die in der Würth-Gruppe vorhandenen Kompetenzen“, erklärte Bernd Herrmann, Mitglied der Konzernführung der Würth- Gruppe. Sämtliche Bestell- und Abrechnungsprozesse würden nun auf einer Plattform zusammengeführt und Transaktionskosten signifikant reduziert, hieß es. tm ■ Foto: ZF Aftermarket LICHT-TEST 2016 Viele Blender auf den Straßen Beim diesjährigen Jubiläums-Lichttest „60 Jahre Sicherheit“ haben die Innungsbetriebe im Oktober wieder viele Millionen Fahrzeugbeleuchtungen untersucht. 138.000 dieser Tests flossen jetzt in die Foto: ProMotor/T. Volz vom Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) und Deutscher Verkehrswacht (DVW) veröffentlichte Statistik ein. Demnach wurde die Beleuchtungsanlage an 32 Prozent der Pkw beanstandet. Damit verbesserte sich die Mängelquote im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 0,2 Prozentpunkte. Platz eins der Mängelliste belegen nach wie vor die Hauptscheinwerfer mit 21,3 Prozent (2015: 23 Prozent). Dabei stieg der Anteil der Blender mit zu hoch eingestellten Scheinwerfern leicht auf 9,6 Prozent (2015: 9,3 Prozent). Die Quote zu niedrig eingestellter Frontlichter sank minimal auf acht Prozent (2015: 8,3 Prozent). Bei 8,3 Prozent der statistisch erfassten Fahrzeuge wurde die rückwärtige Beleuchtung kritisiert (2015: 7,6 Prozent). tm ■ Der Hersteller von Radlagern NSK Europe vermarktet die eigenen Produkte unter der Marke Prokit künftig auch auf dem unabhängigen Teile- und Reparaturmarkt. Ziel ist es laut einer Ankündigung, „die Handels- und Reparaturbetriebe des freien Marktes darin zu unterstützen, ihre Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität zu verbessern“, erklärt Paul Cranston, Automotive Aftermarket Director von NSK Europe. Das Management von Federal-Mogul Motorparts, ein Geschäftsbereich der Federal-Mogul Holdings Corporation, vermeldete Änderungen: Andrew Sexton wurde zum President EMEA Aftermarket sowie zum Regional President für die Region EMEA berufen. Er berichtet an CEO Daniel Ninivaggi. Er wird vom belgischen Kontich aus tätig sein, hieß es in einer Mitteilung. Zudem ist Detlev Baudach der neue Senior Vice President Global OE und EMEA Aftermarket Commercial Strategy und berichtet an Ninivaggi und Sexton. Mit den neuen Bremsbauteilen Aluminium MMC-Bremstrommel und SAF-Direct reduziert SAF Holland deutlich das Gewicht der Trommelbremse. Insgesamt bis zu 50 Kilo pro Achse sparen die beiden Neuheiten zusammen ein. Damit bringt SAF Holland die bisher leichteste und wartungsfreundlichste trommelgebremste 9-Tonnen-Achse auf den Markt. Weil die beiden Neuheiten außergewöhnlich leicht sind, können die Fahrzeuge mehr zuladen, verbrauchen weniger Kraftstoff und verursachen weniger CO2. Außerdem sinken, dank der höheren Lebensdauer, die Kosten für Wartung, Reparaturen und Ersatzteile. Thomas Nelles übernimmt zum 1. Januar 2017 die Vertriebsleitung für Zentraleuropa bei Schaeffler im Automotive Aftermarket. Der 51-Jährige löst damit Lutz Sattler ab, der zum 31. Juli 2017 in den Ruhestand gehen wird. Das teilte das Unternehmen am 6. Dezember mit. Thomas Nelles trat 2015 als Vertriebsmanager für Zentraleuropa in den Unternehmensbereich Automotive Aftermarket bei Schaeffler ein. Nelles kommt von der Hess-Gruppe, wo er zuletzt das Autoteilegeschäft verantwortete. Zuvor leitete er den Autoteilevertrieb bei TRW und Tenneco Automotive Deutschland. In seiner neuen Funktion berichtet Nelles direkt an Stefan Knaack, Leiter Region Westeuropa von Schaeffler Automotive Aftermarket. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 7

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NACHRICHTEN KAMINGESPRÄCH VON ZDK UND FUCHS Gedämpfter Ausblick Die Diskussion um Fahrverbote und blaue Plaketten wird 2017 ihre Spuren im Autogeschäft hinterlassen. Davon ist der Branchenverband ZDK überzeugt. Präsident Jürgen Karpinski erwartet rückläufige Zahlen. Nach einem starken Autojahr 2016 stellt sich das Deutsche Kfz-Gewerbe (ZDK) auf rückläufige Pkw- Neuzulassungen ein. Im kommenden Jahr werde sich die zunehmende Verunsicherung der Verbraucher etwa durch die Diskussionen um drohende Fahrverbote und blaue Plaketten negativ auswirken, sagte ZDK- Präsident Jürgen Karpinski Mitte November im Rahmen des traditionellen „Kamingesprächs“ bei Fuchs Schmierstoffe in Mannheim. In Summe rechne er 2017 mit 3,2 Millionen Neuwagen. Das wären weniger als 2016, das mit 3,3 Millionen Einheiten abschließen dürfte. Anders als der Privatmarkt werde der gewerbliche Sektor dank der guten wirtschaftlichen Entwicklung stark bleiben, erklärte Karpinski in seinem Ausblick. Den Anteil der Eigenzulassungen erwarte er auch künftig bei rund 30 Prozent. Solide sieht der Verbandschef auch die Bereiche Gebrauchtwagen und Service. Für das laufende Jahr geht er von rund 7,4 Millionen Besitzumschreibungen aus, für 2017 prognostizierte er 7,3 bis 7,4 Millionen. Die gesunde Nachfrage bei Wartungs- und Reparaturarbeiten soll auch das wichtige Servicegeschäft stabil AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 Fuchs Petrolub- Vorstand Ralph Reinboldt (l.) und ZDK-Präsident Jürgen Karpinski Foto: Ralf Padrtka halten. Aktuell liege die Werkstattauslastung mit durchschnittlich zwei Prozentpunkten über dem Vorjahr, hieß es. „Der Handel ist an der Grenze“ Mit Blick auf die Profitabilität der Autohändler betonte Karpinski: „Wir schauen weiter mit dem Fernglas auf die Rendite.“ Valide Zahlen für 2016 gebe es noch nicht. Die Branche werde das Renditeziel von drei Prozent aber erneut deutlich verfehlen. „Die Hälfte haben wir wohl wieder erreicht. Ich sehe keine Besserung.“ 2015 hatte die durchschnittliche Umsatzrendite 1,4 Prozent betragen. Zu den hohen Rabatten im Neuwagengeschäft erklärte er: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Niveau weiter steigt. Der Handel ist an der Grenze.“ Im Zuge der Dieselkrise kämpft die Kfz- Branche nicht nur mit einem großen Vertrauensverlust beim Kunden, sondern auch verstärkt mit politischem Druck. Zuletzt hatten die Grünen mit ihrer Forderung nach einem Verbot der Neuzulassung von Autos mit Verbrennungsmotoren ab dem Jahr 2030 für Aufregung gesorgt. Der ZDK lehne ein Verbot ab, unterstrich Karpinski. Weder wirtschaftlich noch ökologisch und sozial sei es sinnvoll, eine Antriebsart gegen die andere auszuspielen. „Es bringt auch nichts, wenn wir demnächst alle mit einem Elektroauto fahren und der Strom dafür aus einem Kohlekraftwerk kommt. Das ist kein Beitrag zum Klimaschutz.“ Doch auch Karpinski ist klar: „Mittelund langfristig wird sich die individuelle Mobilität hin zu emissionsfreien Technologien entwickeln müssen.“ Die Zukunft liege in immer weiter optimierten Verbrennungsmotoren sowie alternativen Antrieben und Kraftstoffen. Die Phase des Übergangs werde aber deutlich länger dauern als bis 2030. Nachhaltige Geschäftsmodelle In seinem Vortrag hob der Branchenvertreter das Meta-Thema „Digitale Daten“ hervor. „Insbesondere die Kundendaten sind die neue Währung der digitalen Welt.“ Es gehe um die direkte Beziehung zum Kunden, es gehe um das intelligente Verwalten und Nutzen. Daraus könnten die Kfz- Betriebe nachhaltige Geschäftsmodelle entwickeln und zu Mobilitätsdienstleistern werden. Voraussetzung dafür sei, dass die Unternehmen Zugang zu diesen Informationen bekämen. Doch noch bestünden Fahrzeughersteller auf einer einseitigen Kontrolle des Datenflusses. Gleiches gilt aus Sicht von Karpinski für die Serviceprozesse, die durch hochgradig digitalisierte und vernetzte Fahrzeuge deutlich an Komplexität zunehmen würden. Die emissionsfreie Mobilität und die Digitalisierung der Geschäftsprozesse treiben auch Fuchs Petrolub um. Laut Vorstand Ralph Reinboldt sollen interne „Zukunftsteams“ die Geschäftsfelder genau prüfen. „Auch ein E-Auto braucht viele Schmierstoffe“, sagte der Manager. Als ein Beispiel nannte er die Kühlung der Batterien. Bei Big Data sei das Potenzial ebenfalls immens, doch noch will sich der Schmierstoffproduzent nicht in die Karten schauen lassen. Fest steht: Aktuell hat der Konzern keinen Zugang zu den lukrativen Daten über den Einsatz seiner Produkte. Ralf Padrtka ■ www.autoservicepraxis.de

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AUTOZUM 2017 Österreichische Schmankerl Vom 18. bis 21. Januar 2017 findet im Messezentrum Salzburg die AutoZUM statt. An der österreichischen Aftermarket-Fachmesse nehmen den Angaben zufolge rund 300 Aussteller teil. Unter dem Motto „Mach mit! Starke Lösungen für die Branchen“ haben sich sechs unterschiedliche Brancheninitiativen zusammengeschlossen. Sie präsentieren sich erstmals gemeinsam auf der AutoZUM in Halle 10, Stand 1.000. Teilnehmer sind u.a. die Umweltmanagementlösung Partslife, TecAlliance sowie TEILEn e.V. Letztere stellt eine soziale Initiative führender Hersteller, Händler und Werkstattgruppen im Freien Kfz-Ersatzteilmarkt dar, die sich der Unfallverhütung und Nachsorge für Kinder im Straßenverkehr widmet. Der RDKS-Sensor- Produzent Schrader ist auf dem Stand 507 in Halle 10 mit je zwei Vertriebsmitarbeitern aus dem DACH- und dem Non-DACH-Raum, einem Marketingmitarbeiter sowie Foto: Schrader/ VREI zwei Technikern vertreten (kleines Bild links). Auch die Eder-Gruppe zeigt sich zur AutoZUM und präsentiert den Fit-Zel Speeder2 auf VW T6-Basis und den Fit- Zel Sattelauflieger BE-Trans Duo. msh ■ Wir setzen uns Ziele. Aber keine Grenzen. www.ate.de Unsere Mission: Unerwartetes erreichen Wir sind Bremsenspezialisten. Und Beschleunigungs-Experten. Weil wir immer wieder bahnbrechende Entwicklungen auf den Weg bringen. Das Beste ständig noch weiter verbessern wollen. Und dabei für unsere Partner die Zukunft immer im Blick haben.

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NACHRICHTEN VOLVO Teamarbeit im Servicekonzept Volvo startet mit dem „Volvo Personal Service“ (VPS) ein neues Werkstattkonzept. Wie Volvo Car Germany (VCG) mitteilte, ist als erster deutscher Partnerbetrieb das Autohaus Zirwes in Ulmen für den neuen Dienst zertifiziert worden. Für Foto: Volvo den VPS hat Volvo die Werkstattabläufe umstrukturiert und die Teamarbeit gestärkt. Im Mittelpunkt steht der Kundendiensttechniker, der als persönlicher Ansprechpartner und Betreuer des Kunden agiert. Er koordiniert den gesamten Prozess und steht für Rückfragen zur Verfügung. In der Werkstatt selbst arbeiten jeweils zwei Kundendiensttechniker immer gemeinsam an einem Fahrzeug. Werkzeuge und Diagnosegeräte befinden sich in unmittelbarer Nähe, die für den Auftrag notwendigen Teile werden in einer Box direkt ans Auto geliefert. Laut VCG-Chef Thomas Bauch kommt das neue Konzept sowohl Kunden als auch Vertragspartnern zugute: „Während Volvo-Fahrer nicht so lange auf einen Service-Termin warten müssen und auch die eigentliche Standund Wartezeit in der Werkstatt verkürzt wird, erzielen Händler eine größere Effizienz und können ohne zusätzliche Investitionen in eine Werkstatterweiterung mehr Werkstattdurchläufe realisieren.“ Der Roll-out soll in Deutschland schnell voranschreiten: Weitere 70 Autohäuser bereiten sich laut Serviceleiter Frank Denzin aktuell auf die kurz- und mittelfristige VPS-Einführung vor. msh/rp ■ VOLKSWAGEN Neue Mobilitätsmarke heißt Moia Der Volkswagen-Konzern will mit der neuen Marke „Moia“ zu einem der drei weltweit führenden Anbieter von Mobilitätsdienstleistungen aufsteigen. Bis zum Jahr 2025 solle ein „substanzieller Teil des Konzern-Umsatzes mit dem neuen Geschäftsbereich erzielt werden“, kündigte Ole Harms, Chef der neugegründeten Konzerntochter Moia, auf der Technologie-Konferenz „TechCrunch Disrupt“ in London an. Volkswagen verfolge dabei eine „Buy&Build“-Strategie mit Zukäufen und im Unternehmen selbst aufgebauten Bereichen. Über die Volkswagen-Gruppe sei eine nachhaltige Finanzierung abgesichert. „Wir wollen ein relevanter Player am Markt sein, daher streben wir in einigen Jahren einen Umsatz in Milliarden- Höhe an. Wir wollen ein Unicorn werden.“ Mit dem Begriff „Unicorn“ (dt. Einhorn) werden in der Start-up-Szene die Unternehmen bezeichnet, die mehr als eine Milliarde Euro bzw. US-Dollar wert sind. Um das ehrgeizige Ziel zu erreichen, AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 warb Volkswagen vom Rivalen Daimler einen hochrangigen Manager ab: Robert Henrich, der in Stuttgart seit 2010 den Carsharing-Dienst Car2go mit aufgebaut hatte und seit drei Jahren Chef der Daimler-Mobilitätstochter Moovel Group war, fängt im Januar 2017 bei Moia als Geschäftsführer (Chief Operating Officer) an. Das neue Unternehmen wird seinen Sitz in Berlin haben und zunächst mit rund 50 Mitarbeitern starten. Ende 2017 sollen es schätzungsweise 200 Beschäftigte sein. Ein weiterer wichtiger Standort in Deutschland werde Hamburg sein. Die Hansestadt und Volkswagen hatten Ende August eine strategische Mobilitätspartnerschaft vereinbart. Ziel sei es, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, um die Mobilität in der Stadt umweltschonender, sicherer und effizienter zu gestalten. Die Volkswagen-Tochter wird zunächst in zwei Geschäftsfeldern tätig sein, nämlich der Fahrtenvermittlung via App („Ride Hailing“) und einem Angebot an Shuttle- VW-Chef Matthias Müller (r.) und Ole Harms präsentieren die neue Konzerntochter Moia. Diensten, bei denen sich Passagiere einen Wagen teilen („Pooling“). Im Wettbewerb gegen den übermächtigen US-Anbieter Uber tritt Volkswagen bislang nur mit einer Beteiligung an dem Start-up Gett aus Israel an. dpa ■ Foto: Volkswagen www.autoservicepraxis.de

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AKTUELLE RÜCKRUFE (TAGESAKTUELL: WWW.AUTOSERVICEPRAXIS.DE/RUECKRUFE) Marke Modell Produktionszeitraum BMW 1er Januar 2007 bis Oktober 2013 Gründe/Maßnahmen Fahrzeuge (D) interner Code Vollzug erkennbar an BMW-Serviceaktion: Vollständige Bremskraftunterstützung möglicherweise nicht gegeben / keine Angabe keine Angabe keine Angabe Fahrzeug lässt sich nur mit erhöhter Pedalkraft verzögern / Einbau eines „On-Board-Diagnose Bremsunterdruck“-Systems 3er siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben 5er siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben 13.04. bis 15.04.2014 Fehlerhafte Schweißnaht am GG-Gehäuse / Fahrerairbag kann beim Auslösen Metallspäne mitreißen / Airbags müssen ausgetauscht werden keine Angabe keine Angabe keine Angabe X4 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben X5 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Fiat Scudo 1. Mai 2016 Nichtkonformität im Produktionsprozess des Zulieferers / Fahrerairbag kann sich beim Auslösen fehlerhaft entfalten / Fahrerairbag muss ersetzt werden, zugleich erfolgt eine Softwareaktualisierung 67 keine Angabe keine Angabe Mazda 323 (BG) 01.06.1989 bis 09.11.1996 323/323F (BA, BB, BC, CB) 26.01.1994 bis 10.08.2000 121 (DB) 22.09.1990 bis 10.01.1996 Demio 06.02.1997 bis 22.11.2002 MX-3 10.05.1991 bis 02.02.1998 626, MX-6 (GE, GF, US-Produktion) 626, MX-6 (GE, GF, Japan-Produktion) MPV (LV) 01.09.1992 bis 13.03.1998 01.09.1992 bis 06.05.1997 01.01.1989 bis 31.05.1999 929 (HD) 05.10.1992 bis 12.01.1994 Mercedes-Benz C 300 d Hybrid T- Modell (BR 205) GLE Coupé (BR 292) A-Klasse (BR 176) Baujahre 2015 und 2016 November 2014 bis Juli 2015 November 2015 Übermäßige Menge Schmierfett im Inneren des Zündschalters / Schmierfett kann verkohlen und letztlich zum Brand führen / Zündanlassschalter muss gegen ein neues Bauteil ausgetauscht werden 11.244 AF050A Alle Fahrzeuge, bei denen eine offene Aktion besteht, werden mit der entsprechenden Fahrgestellnummer Mazda-Portal unter den Anwendungen DSR, ePSS & eWarranty markiert. Wurde die Aktion bereits durchgeführt, ist dieses Fahrzeug (Fahrgestellnummer) nicht mehr gesondert markiert. siehe oben 33.951 siehe oben siehe oben siehe oben 2.368 siehe oben siehe oben siehe oben 23.998 siehe oben siehe oben siehe oben 3.243 siehe oben siehe oben siehe oben 840 siehe oben siehe oben siehe oben 8.150 siehe oben siehe oben siehe oben 280 siehe oben siehe oben siehe oben keine Angabe siehe oben siehe oben Fehlerhafte Reifendruckschilder in der Tankklappe verbaut / Falsche Angabe des Reifendrucks für die Hinterachse / Ersatz der Reifendruckschilder Fondkopfstütze kann nicht wie vorgesehen in der aufgestellten Position verrasten / Beim Unfall erhöhtes Verletzungsrisiko / Tausch der Fondkopfstütze Auslösung des linken Fond-Sidebacks möglicherweise fehlerhaft / Erhöhte Verletzungsgefahr / Austausch des linken Fond-Sidebacks keine Angabe keine Angabe keine Angabe keine Angabe keine Angabe keine Angabe 7 keine Angabe keine Angabe www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 11

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TITEL SCHEINWERFER-PRÜFRICHTLINIE Schonfrist verlängert Die HU-Scheinwerfer-Prüfrichtlinie stellt hohe Anforderungen an Prüfplätze. Weil viele Werkstätten die Vorgaben nicht erfüllen und bei der Stückprüfung viele Punkte offen waren, gibt es nun einen Aufschub. Spätestens ab 1.1.2018 müssen Werkstätten die Vorgaben der Scheinwerfer-Prüfrichtlinie erfüllen, sonst dürfen sie keine HU mehr machen. it der HU-Scheinwerfer-Prüfrichtlinie, die seit 1. Januar 2015 anzuwenden ist, hat der Gesetzgeber auf die technische Entwicklung bei der Fahrzeugbeleuchtung reagiert. Die „Richtlinie für die Überprüfung der Einstellung der Scheinwerfer von Kraftfahrzeugen bei der Hauptuntersuchung nach § 29 StVZO“ stellt bestimmte Mindestanforderungen an den Prüfplatz in den Werkstätten. Im Kern stellt die neue Richtlinie sicher, dass der Prüfplatz in der Werkstatt eine hinreichend genaue Messung überhaupt zulässt. Eine exakte Einstellung ist besonders wichtig bei den neuen leistungsstarken Beleuchtungstechniken wie LED. Nur so kann vermieden werden, dass andere Autofahrer geblendet werden. Prüfstützpunkte, die nach dem 1. Januar 2015 neu in Betrieb genommen wurden, müssen die Voraussetzungen der Richtlinie bereits erfüllen, alle anderen KURZFASSUNG Die HU-Scheinwerfer-Prüfrichtlinie sah für bestehende Prüfsysteme eine Übergangsfrist von zwei Jahren vor. Jetzt wurde die Schonfrist verlängert. Werkstätten sollten sich dennoch nicht zurücklehnen, sonst ist bald Schluss mit der HU im eigenen Betrieb. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 Prüfstützpunkte – so sah es eine Übergangsregelung vor, sollten eigentlich ab 1. Januar 2017 den neuen Anforderungen entsprechen. Weil sie das mehrheitlich nicht tun und weil es noch viele offene Fragen hinsichtlich der geforderten Stückprüfung der Einstellplätze gibt, wird die Schonfrist für bestehende Prüfplätze, mit denen die HU schon vor 2015 abgenommen wurde, um ein Jahr verlängert. Der Bestandschutz wird verlängert, es gibt eine Schonfrist bis 1.1.2018. Verschnaufpause für Werkstätten Das ist zunächst eine gute Nachricht für Werkstätten, die ihr Scheinwerfereinstellprüfsystem noch nicht den Vorgaben der neuen Richtlinie angepasst haben. Sie dürfen kurzzeitig aufatmen. „Weil die Durchführung der Stückprüfung bisher nicht eindeutig geregelt war und zu einer Verunsicherung im Feld geführt hat, wurde die Frist für den zwingenden Nachweis einer Stückprüfung und einer Kalibrierung seitens des BMVI bis zum 1.1.2018 verlängert“, erklärt Frank Beaujean, ASA- Präsident und Fachbereichsleiter Prüfstände. Eine offizielle Bestätigung seitens des Bundesverkehrsministeriums für die Verschiebung steht noch aus. Bekannt wurde allerdings, dass das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) die Länder in einem Schreiben vom 24. November 2016 darüber informiert hat, dass die 2. Stufe der HU-Scheinwerfer-Prüfrichtlinie erst zum 1.1.2018 in Kraft treten soll. Für alle neuen Systeme zur Überprüfung der Einstellung von Scheinwerfern hingegen gilt die Richtlinie seit dem 1.1.2015 unverändert. Darin enthalten ist auch eine Stückprüfung, die eine Beschaffenheitsprüfung sowie eine messtechnische Überprüfung der SEP umfasst, so Beaujean. Diese Stückprüfung muss laut Richtlinie alle zwei Jahre erfolgen und von einem Sachkundigen durchgeführt werden. Kalibrierung erforderlich Im Verkehrsblatt 14/2016 wurde hierzu eine Änderung veröffentlicht. Die „Regelung über abweichende Anforderungen von den Nummern 6.2.6. und 6.2.7. der DIN EN ISO/IES 17020:2012“ (veröffentlicht in der asp 9) besagt unter anderem, dass für die SEP, die bei der HU eingesetzt werden, zusätzlich zur Stückprüfung auch eine Kalibrierung in drei Messreihen erforderlich ist. Das bedeutet: für Prüfsysteme, deren Stückprüfungstermin in 2017 www.autoservicepraxis.de Foto: Fotolia/ panptys

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ansteht oder die neu eingerichtet werden, gilt diese Übergangsregelung mit Stückprüfung und Kalibrierung. Die Regelung hat sich aus der Tatsache ergeben, dass die Prüforganisationen ihr Audit nach der entsprechenden ISO-Norm nicht vollständig bestanden haben. Dschungel der ISO-Regelungen Denn für einen Teil der Mess- und Prüfgeräte für die Durchführung der Hauptuntersuchungen und Sicherheitsprüfungen gibt es derzeit keine normenkonforme Kalibrierung. „Theoretisch hätten alle Prüforganisationen ihre Anerkennung verloren. Mit den befristeten Übergangsbestimmungen wird nun Rechtssicherheit für die weitere Vorgehensweise bis zum nächsten regulären Audit im Jahr 2020 geschaffen“, erklärt Frank Beaujean. Wer den Hintergrund verstehen will, begibt sich in einen Dschungel aus ISO- Normen und technischen Vorgaben, die selbst Experten nur schwer durchschauen. Grundsätzlich muss eine Kalibrierung nach der ISO 17020 auf Grundlage einer weiteren internationalen Norm, der DIN EN ISO/IEC 17025:2005 (kurz ISO 17025) durchgeführt werden. Die Anbieter für Kalibrierungen, also die Kalibrierlabore, müssen grundsätzlich auf Grundlage dieser Norm akkreditiert sein. Genau das ist das Problem: In Deutschland gibt es bislang keine akkreditierten Kalibrierlabore für die Kalibrierung von Bremsenprüfständen, aber auch für Systeme zur Überprüfung der Einstellung der Scheinwerfer. Deshalb konnten auch die Überwachungsorganisationen nicht alle Anforderungen an das Qualitätsmanagementsystem fristgerecht nachweisen. Das hat das BMVI dazu veranlasst, in Abstimmung mit den Ländern zeitlich befristete abweichende Anforderungen von den Nummern 6.2.6. und 6.2.7. der DIN EN ISO/IES 17020:2012 in die Anlage VIIIb, Nummer 2.1b der StVZO aufzunehmen. Die Übergangslösung legt fest, dass die für die Durchführung der Hauptuntersuchung eingesetzten Messeinrichtungen für einen Übergangszeitraum auch „abweichenden Anforderungen“ entsprechen können. Die gewonnene Zeit nutzen Trotz Fristverlängerung sollten Werkstätten sich jetzt nicht ausruhen, sondern die Zeit nutzen, um ihren Prüfplatz den Anforderungen anzupassen. Denn wer für sein neues Prüfsystem noch in 2016 einen Neue Scheinwerfertechnik erfordert genauere Prüfeinrichtungen in der Werkstatt. Foto: Fotolia/industrieblick Stückprüfungstermin erhält, umgeht die Übergangsregelung, die neben der Stückprüfung auch eine Kalibrierung vorsieht. Genauso kann derjenige, für den erst 2018 der turnusmäßige Regeltermin ansteht, die Stückprüfung mit Kalibrierung in 2017 nach der Übergangsregelung durchführen, weiß Frank Beaujean. So hat die Werkstatt zwei Jahre ihre Ruhe und muss erst 2019 wieder nach der dann novellierten Richtlinie kalibrieren und stückprüfen lassen. Da eins absehbar ist: die Stückprüfung mit akkreditierter Kalibrierung ab 2018 wird nicht günstiger. Neue Richtlinie in Arbeit Denn ab 2018 wird die Kalibrierung der Übergangsregelung durch eine akkreditierte Kalibrierung ersetzt, die von einer nach ISO 17025 akkreditierten Stelle oder einem entsprechend Bevollmächtigten durchgeführt werden muss. Bis dahin soll VORGABEN AUS DER SCHEINWERFER-PRÜFRICHTLINIE Ein wesentliches Kriterium ist das Vorhandensein einer geeigneten Aufstellfläche für das Fahrzeug und für das Scheinwerfer-Einstell-Prüfgerät (SEP). Insbesondere für die Ebenheit der Aufstellfläche gelten enge Toleranzen. Die Aufstellflächen für das Fahrzeug und für das SEP bilden ein Messsystem. Die Neigung des gesamten Prüfsystems darf nicht größer als 1,5 Prozent sein. Quelle: Verkehrsblatt Die zulässige Unebenheit der Aufstellfläche darf nur wenige Millimeter betragen. Quelle: Verkehrsblatt www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 13

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TITEL es aber eine novellierte HU-Scheinwerfer- Prüfrichtlinie geben, die hoffentlich alle Unklarheiten und Interpretationsmöglichkeiten beseitigt. Frank Beaujean: „Wir gehen aus heutiger Sicht davon aus, dass diese Übergangsbestimmungen in absehbarer Zeit durch eine novellierte HU- Scheinwerfer-Prüfrichtlinie ersetzt werden, die dann endgültig mit der DIN EN ISO/IEC 17020:2012 konform ist.“ Die novellierte HU-Scheinwerfer-Prüfrichtlinie soll frühestens ab dem 1.1.2018 in Kraft treten. Schätzungen der Prüfdienste gehen davon aus, dass 70 bis 80 Prozent der Werk- stattbetriebe die Anforderungen an den Prüfplatz derzeit noch nicht erfüllen. Das gilt vor allem für die freien Werkstätten, die nicht in einer Markenorganisation eingebunden sind. Umbauten gehen ins Geld Die bautechnische Umrüstung eines Prüfplatzes kann schnell einige Tausend Euro kosten. Welche Möglichkeiten haben nun also Werkstätten, die sich eine solche Investition nicht leisten können? Die sicherste Art, Scheinwerfer korrekt zu prüfen, ist eine massive, ebene Bodenfläche. Jedoch lassen die Platzverhältnisse in der WAS AB WANN FÜR WEN GILT 2015 ■ 1.1.2015: Für Neueinrichtung von Scheinwerferprüfsystemen gilt die HU-Scheinwerfer-Prüfrichtlinie, darin ist eine Stückprüfung alle 2 Jahre festgelegt. ■ Alte Prüfplätze, an denen bereits vor 1.1.2015 Scheinwerfer geprüft wurden, haben Bestandschutz bis 31.12.2016 und dürfen die HU nach alter Richtlinie vor 2015 durchführen. 2016 ■ Für Neueinrichtung von Scheinwerferprüfsystemen gilt die HU-Scheinwerfer-Prüfrichtlinie, darin ist eine Stückprüfung alle 2 Jahre festgelegt. ■ Alte Prüfplätze haben Bestandschutz in 2015 und 2016 und 2017* und dürfen die HU nach alter Richtlinie durchführen. ■ Die Übergangsfrist für die Nutzung „alter“ Scheinwerferprüfsysteme wird bis zum Ablauf der Kalibrierung* (24 Monate nach Durchführung) nach bisheriger Art verlängert, sofern diese Kalibrierung vor dem 1.1.2017 durchgeführt wurde. Eine Übergangsregelung wird im Verkehrsblatt Nr. 115/2016 veröffentlicht. Sie beschreibt den Mindestumfang der Kalibrierungen bei Messgeräten, die für die HU eingesetzt werden. 2017 ■ Für Neueinrichtung gilt die HU-Scheinwerfer-Prüfrichtlinie + Übergangsregelung, die neben der Stückprüfung ab 1.1.2017 eine Kalibrierung vorsieht (drei Messreihen + Dokumentationspflicht). ■ Wenn die Stückprüfung laut Regeltermin fällig ist, muss diese nach der Übergangsregelung durchgeführt werden (Stückprüfung + Kalibrierung). Das bedeutet: Scheinwerferprüfsysteme, deren Kalibrierung nach dem 31.12.2016 abläuft, müssen spätestens nach dem Ablauf dieser Kalibrierfrist der HU-SWP-Rili 2014 entsprechen. ■ Die Übergangsfrist für die Nutzung „alter“ Scheinwerferprüfsysteme wird bis zum Ablauf der Kalibrierung* (24 Monate nach Durchführung) nach bisheriger Art verlängert, sofern diese Kalibrierung vor dem 1.1.2017 durchgeführt wurde. 2018 ■ Die HU-Scheinwerfer-Prüfrichtlinie gilt für alle. ■ Ab 1.1.2018 endet die Übergangsregelung aus VkBl. 115/2016 für Scheinwerferprüfsysteme. Ab diesem Zeitpunkt dürfen Kalibrierungen an Scheinwerferprüfsystemen ausschließlich durch akkreditierte Dienstleister (Labore) durchgeführt werden. ■ Eine überarbeitete Rili soll die HU-SWP-Rili aus 2014 ablösen: - Ziel ist es, die Interpretationsspielräume einzuschränken, um einer homogenen Auslegung in der Praxis näherzukommen. - Klare Darstellungen, z.B. der Kalibrierung, sollen eine einheitliche Durchführung sicherstellen. - Darin ist neben der Stückprüfung eine akkreditierte Kalibrierung enthalten, um der Kalibrierung der zur HU verwendeten Prüfgeräte nach ISO 17020 zu entsprechen. - Aktuell wird ein Prozess entwickelt, wie diese akkreditierte Kalibrierung in Kooperation mit den von der DAkkS akkreditierten Laboren/Kalibrierdienste ablaufen kann. *noch keine Rechtsgrundlage AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 Werkstatt oft keine zusätzliche Prüffläche zu. In solchen Fällen kann auf die Hebebühne zurückgegriffen werden, um eine geeignete Aufstellfläche für das Fahrzeug zu schaffen. Am besten geeignet sind laut TÜV SÜD Fahrschienen-Hebebühnen (4-Säulen-Bühne oder Scherenbühne) ohne zusätzliche Einbaugeräte wie Achsspieltester oder Freiheber. Eine korrekte Messung ist nur möglich, wenn alle Räder des Fahrzeugs auf Flächenteilen der Hebebühne liegen. Bei der Prüfung muss darüber hinaus sichergestellt sein, dass sich die Fahrschienen in Endstellung befinden. Eine weitere Alternative sind Nivellierplatten aus Stahl. Aufstellfläche für SEP Der Aufstellfläche für das Prüfgerät kommt eine besondere Bedeutung zu, deshalb gelten dafür deutlich geringere Toleranzen. Ein Höhenunterschied des Bodens führt aufgrund der geringen Spurweite des Fahrwagens unweigerlich zu Messfehlern. Während der Messung muss das SEP über die Fahrzeugbreite verschoben werden, weil ja beide Scheinwerfer geprüft werden müssen. Hier sind einstellbare Schienensysteme eine technische Lösung, um die vorgegebenen Toleranzen einzuhalten. Werkstattausrüster bieten mittlerweile auch selbstnivellierende Scheinwerfer-Einstell- Prüf geräte an. Digital muss nicht sein Als SEP dürfen nur kalibrierfähige Geräte mit entsprechender Baumusterfreigabe verwendet werden. Dies dürfen weiterhin analoge SEP sein, die Anschaffung eines digitalen Gerätes ist nicht zwingend notwendig. Wer allerdings ohnehin die Neuanschaffung plant, sollte wissen, dass man mit einem digitalen Gerät auch schon für künftige Beleuchtungssysteme gerüstet ist. Die Bauartprüfung ist auf dem Fabrikschild angegeben. Mit der Bauartprüfung weist der Gerätehersteller nach, dass ein baugleiches Mustergerät bei einem La bortest die erforderliche Genauigkeit erzielt. In einer Broschüre gibt TÜV SÜD Tipps für die Einrichtung des Messplatzes und zum SEP. So ist neben der Bauartgenehmigung beim Kauf darauf zu achten, dass alle Einrichtungen (Fahrwagen, Mast, Visiereinrichtung, Messkasten) massiv gebaut und spielfrei gefertigt sind. Valeska Gehrke, Dietmar Winkler ■ www.autoservicepraxis.de

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TITEL SCHEINWERFEREINSTELL-PRÜFSYSTEME Keine Pauschallösung in Sicht Die Umsetzung der HU-Scheinwerfer-Prüfrichtlinie ist für Werkstätten nicht immer einfach. Denn je nach Betrieb kommen unterschiedliche technische Lösungen infrage. uch wenn der Bestandsschutz um ein Jahr verlängert wurde, müssen Werkstätten, die weiter die HU abnehmen möchten, ihre Scheinwerferprüfsysteme bis zum 1.1.2018 den neuen Anforderungen anpassen. „Die HU- Richt linie beinhaltet dabei die Fläche für das Scheinwerfereinstellgerät sowie die Aufstellfläche für das Fahrzeug“, erklärt Imre Makra, Produktmanager Scheinwerfereinstellgeräte bei Bosch Automotive Service Solutions. Hier gilt es, sich zunächst für eine geeignete technische Lösung zu entscheiden. Welche dabei die beste ist, hängt stark von den individuellen Begebenheiten der Werkstatt ab. „In den meisten Fällen ist bereits ein bestehender Prüfplatz nach entsprechender Vermessung ohne große Aufwände als geeignet einzustufen“, erklärt Markus Weber, Leiter Business Development & Marketing bei MAHA. So lassen sich beispielsweise hochwertige Fahrflächenbüh- nen entsprechend nivellieren. „In Neubauten kann eine richtlinienkonforme Aufstandsfläche für die Fahrzeuge sowie für die Scheinwerfereinstellgeräte mit sauber gearbeiteten Böden automatisch erfüllt sein“, weiß Carsten Aring, Produktmanager Workshop bei Hella Gutmann Solutions. Herausforderung Werkstattboden „Eine echte Schwierigkeit hingegen kann sich in alten Werkstattgebäuden bei der Erstellung eines richtlinienkonformen Scheinwerfereinstellplatzes ergeben, denn die Anforderungen an die Ebenheit und Neigung sind hoch“, fügt Carsten Aring hinzu. Hier helfen beispielsweise nivellierbare Plattensysteme als Fahrzeugaufstellfläche sowie nivellierbare Schienensysteme für die Scheinwerfereinstellprüfgeräte. Aber auch so genannte Fundament-Einbaurahmen, die mit Estrich aufgefüllt werden, bieten sich an. „Bei KURZFASSUNG Viele Werkstätten stehen vor der Herausforderung, den Scheinwerfereinstellplatz richtlinienkonform zu gestalten. Welche Lösungen stehen zur Verfügung und worauf sollten Werkstätten jetzt besonders achten? einem größeren Rahmen entsteht direkt eine ebene Fläche für das Fahrzeug als auch für das Scheinwerfereinstellgerät in einem“, erklärt Manfred Rudhart, Inhaber von rmi-tec. Und auch das Scheinwerfereinstellprüfgerät selbst muss natürlich den Anforderungen der HU-Scheinwerferprüfrichtlinie bezüglich der Unebenheit entsprechen. Die verschiedenen technischen Lösungen – vom Scheinwerfereinstellgerät über nivellierbare Plattensysteme bis hin zum Fundamenteinbaurahmen – werden im Folgenden vorgestellt. Valeska Gehrke ■ Foto: Maha www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 15

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TITEL NIVELLIERBARE PRÜFFLÄCHE Nachträglicher Einbau AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 Foto: MAHA Ist der Werkstattboden uneben, kann eine nivellierbare Prüffläche die richtige Wahl als Fahrzeugaufstellfläche sein. Häufig bietet sich bei gemieteten Objekten der nachträgliche Einbau an. Zudem lässt sich beispielsweise die LTB 100 von Bosch auch auf Arbeitsgruben installieren. Sie ermöglicht einen Höhenausgleich von bis zu 40 Millimetern. Auch MAHA hat solche Prüfplatten im Angebot. Die als Unterflur- oder SCHEINWERFEREINSTELLPRÜFGERÄTE Hochpräzise Technik Das baumustergeprüfte digitale oder analoge Scheinwerfereinstellprüfgerät (SEP) ist Basis jeder HU-Scheinwerferprüfung. Die zulässige Unebenheit des SEP ist dabei in der HU-Scheinwerfer-Prüfrichtlinie festgelegt. Einige Geräte wie das MLT 3000 von MAHA (Bild links) oder das SEG V von HGS (Bild rechts) verfügen bereits über einen integrierten elektronischen Niveauausgleich. Die benötigte Ebenheit kann aber auch über die Aufstellfläche Überflurversion erhältliche MLP 2000 mit 5-fach Einstellmodulen gleicht Unebenheiten von bis zu 30 Millimetern aus. Die Fahrzeugaufstellfläche FAF 4300-3 der Firma rmi-tec zeichnet sich unter anderem durch die feuerverzinkten Prüfplatten aus. Das Nivellierplattensystem von HGS punktet hingegen mit konischen Befestigungskomponenten und dem von oben zugänglichen, stufenlosen Nivelliersystem. FUNDAMENT-EINBAURAHMEN Im Werkstattboden verankern Fotos: rmi-tec oder ein entsprechendes Laufschienensystem erreicht werden. Das HTD 815 von Bosch (rechte Seite Mitte) kann beispielsweise mittels nivellierbarem 3-Rad-Fahrwagen oder mit dem optionalen Laufschienensystem ausgerichtet werden. Auch das SEG IV von HGS lässt sich mittels nivellierbarem Schienensystem richtlinienkonform aufstellen. Eine ebene Aufstellfläche gemäß der aktuellen HU-Scheinwerfer-Prüfrichtlinie lässt sich bei einem Neubau, aber auch nachträglich noch als ebener Werkstattboden realisieren. Dafür wird ein Teil des Bodens aufgestemmt und die Fundamentaufstellhilfe rund 7 Zentimeter tief in den Boden eingelassen. Der millimetergenau justierte Fundament-Einbaurahmen fungiert anschließend als Positionsund Abziehrahmen für nachfolgende Beton- und Belagsarbeiten. „So entsteht eine millimetergenaue Prüffläche“, erklärt Manfred Rudhart, dessen Firma rmi-tec die Fundament-Einbaurahmen Multi- FER herstellt. Diese kostengünstige Lösung komme gerade bei kleineren Werkstätten mit eigenem Gebäude besonders gut an. „Wir bieten nur den Rahmen, um den Belag kümmert sich die Werkstatt selbst“, so Manfred Rudhart. Dabei ist der Fundament-Einbaurahmen in der Größe variabel und lässt sich für verschiedene Fahrzeugklassen, quasi auch für schwere Nutzfahrzeuge, umsetzen, so der Hesteller. www.autoservicepraxis.de Foto: HGS Foto: Bosch

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HEBEBÜHNE Vorhandenes nutzen Um die Vorgaben bezüglich der Fahrzeugaufstellfläche der HU-Scheinwerferprüfrichtlinie zu erfüllen, ist nicht immer ein neuer Prüfplatz notwendig. Werkstätten sollten sich ihre Räumlichkeiten genau ansehen. Denn nicht selten kommen auch hochwertige Fahrflächenhebebühnen unter bestimmten Voraussetzungen in Betracht. Markus Weber von MAHA: „In Verbindung mit unseren Fahrflächen hebebühnen ist in der Regel das Nivellieren derselbigen hinreichend, um die Anforderungen für die Fahrzeugaufstellfläche zu erfüllen.“ Auch vorhandene Radfreiheber seien unproblematisch, so lange sie im SEP-Prüfbuch vermerkt sind. Betreiberseitig müsste zudem sichergestellt werden, dass während Foto: MAHA der Scheinwerfer prüfung das Fahrzeug mit keiner Achse auf dem Radfreiheber steht, so Markus Weber. Werkstätten, die bereits vorhandene Fahr flächenhebebühnen nutzen können, sparen sich so bestenfalls die Kosten für entsprechende Baumaßnahmen oder Neuanschaffungen. Foto: Bosch SEP-LAUFSCHIENE Spurgetreu schieben Auch die Unebenheit der SEP ist in der HU-Scheinwerferprüfrichtlinie vorgegeben. Eine Möglichkeit diese Anforderung zu erfüllen, sind nivellierbare Schienensysteme für die SEP. Diese stellen sicher, dass das Gerät immer spurgetreu vor dem Fahrzeug hin- und hergeschoben wird. Bosch bietet beispielsweise ein nivellierbares Laufschienensystem für die Überflur- und Unterflurmontage an (siehe Bild links). Daneben haben weitere Hersteller wie rmi-tec, Hella Gutmann Solutions oder MAHA solche SEP-Schienen in ihrem Programm. Bei einem Neubau lässt sich diese Problematik durch einen von Beginn an ebenen Werkstattboden vermeiden. Auch größere Fundament-Einbaurahmen können als ebene Aufstellfläche für das Fahrzeug und das SEP gleichzeitig realisiert werden. Foto: Bosch Imre Makra, Produktmanager Scheinwerfereinstellgeräte bei Bosch: „Ich empfehle, die Entscheidung nicht hinauszuzögern. Werkstätten sollten die Einrichtung des SEP-Platzes mit ihrem Investitionsplan abstimmen, da oft auch die Bremsenprüfstand-Nachrüstung anfällt.“ Foto: mri-tec Manfred Rudhart, Inhaber von rmi-tec: „Über die HU-Scheinwerfer-Prüfrichtlinie hinaus fordern heute einige Fahrzeughersteller noch höhere Standards. Denn die Schweinwerfersysteme müssen auch justiert werden, das muss bei einer Um setzung auch berücksichtigt werden.“ Carsten Aring, Produktmanager Workshop Solutions HGS: „Das Nivellierplattensystem von HGS bietet eine sehr gute und wirtschaftliche Lösung. Im Übrigen muss solch ein Scheinwerfereinstellplatz nicht ständig freigehalten werden, sondern ist auch für andere Arbeiten nutzbar.“ Foto: HGS Markus Weber, Leiter Business Development & Marketing bei MAHA: „Die Verschiebung der verpflichtenden Anwendung der HU-Scheinwerfer-Prüfrichtlinie um ein Jahr hat die Situation etwas entkrampft. Nutzen Sie die Zeit. Wir unterstützen Sie gerne bei der Umsetzung.“ Foto: MAHA www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 17

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TITEL SCHEINWERFERTECHNIK Licht gestalten Die Entwicklung neuer Scheinwerfertechnologie hat Fahrt aufgenommen. Mussten Autolampen früher nur Licht machen, sind sie heute Fahrerassistenzsystem, Designelement und Energiespareinheit. Fotos: Hella, Osram, Valeo Eindrucksvoll: adaptive Hell-Dunkelgrenze bei Gegenverkehr is in die 1960er-Jahre hinein war die Lichtausbeute von Autoscheinwerfern aus heutiger Sicht sehr bescheiden. Die einfache Glühlampentechnik war defektanfällig, die Wirkung eher diffus. Das änderte sich mit der Einführung der Halogen-Leuchtmittel, die Philips Anfang der 1960er- Jahre erstmals vorstellte, aber erst ab den 1970er-Jahren in der Fahrzeugbeleuchtung einsetzte. Sie erzielen nicht nur eine höhere Lichtausbeute, sondern auch eine PROGNOSE Experten erwarten, dass bis zum Jahr 2025 der Anteil von Xenon auf 15 Prozent zurückgehen werde, der Anteil der LED- Scheinwerfer auf 34 Prozent steige und die Hälfte aller Autos immer noch mit Halogenlicht auf den Straßen fahre. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 längere Lebensdauer. Neben den Halogen- Reflexionssystemen kommen in Fahrzeugen auch Scheinwerfer mit einem Bi- Halogen-Projektionssystem zum Einsatz. Sie erzeugen Abblend- und Fernlicht mit nur einem Projektionsmodul und sind bis heute vor allem in den günstigeren Fahrzeugmodellen im Einsatz – und werden es auf absehbare Zeit auch bleiben. Anders sieht das bei den Xenonscheinwerfern aus. Laut „The Hansen Report on Automotive Electronics“ vom Oktober 2016 waren 2015 weltweit 21 Prozent der Fahrzeuge mit Xenonlicht ausgerüstet, 75 Prozent mit Halogenlicht und nur vier Prozent mit LED-Licht. Bis 2025 prognostiziert die Studie einen Rückgang bei Xenon auf 15 Prozent, der Anteil der LED- Scheinwerfer wird auf 34 Prozent steigen und die Hälfte aller Fahrzeuge wird nach wie vor mit Halogenlicht ausgerüstet sein. Experten gehen davon aus, dass Xenonlampen nach und nach durch LED-Technik ersetzt werden, während Halogenlicht vor allem in kostensensiblen Baureihen erhalten bleibt. Evolutionsstufe Dass Xenonlicht in der Automobilgeschichte vermutlich nur eine Evolutionsstufe auf dem Weg zur weiteren Verbreitung der LED-Technik bleiben wird, liegt nicht an der Lichtqualität. Es ist deutlich heller, erlaubt durch Projektionstechnik schärfere Hell-Dunkel-Grenzen und größere Reichweiten und verbraucht weniger Strom als herkömmliche H4- Lampen. Allerdings ist die Technik aufwändig. Die Scheinwerfer müssen über eine automatische oder dynamische Leuchtweitenregulierung zur korrekten Scheinwerfereinstellung verfügen, die dazu notwendigen Stellmotoren treiben das Gewicht der Scheinwerfer in die Höhe. Und: Eine Reinigungsanlage ist obligatorisch, um Streulicht und Blendung des Gegenverkehrs auszuschließen. Mit der Einführung des dynamischen Kurvenlichts im Jahr 2003 war der erste Schritt in Richtung Assistenzsystem getan, es folgte wenig später das „Adaptive Frontlighting System“ (AFS) von Hella. Damit wurde die Lichtverteilung in Abhängigkeit von Geschwindigkeit und Lenkeinschlag an die jeweilige Situation angepasst. Seit 2009 sind kamerabasierte Systeme am Markt, die eine adaptive Hell- Dunkel-Grenze (aHDG) erzeugen, wodurch der Lichtkegel vor entgegenkommenden oder vorausfahrenden Fahrzeugen endet. Das blendfreie Fernlicht ist eine Weiterentwicklung dieser Technik. Große Potenziale Schon Anfang der 1990er-Jahre hielt die LED-Technik Einzug in die Fahrzeugbeleuchtung, wenn auch zunächst nur als dritte Bremsleuchte. Doch die LED-Technik hat aufgrund der großen Potenziale, www.autoservicepraxis.de

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Der Klassiker: Halogenleuchtmittel Osram Scheinwerfertechnik der aktuellen Mercedes-Benz E-Klasse die in ihr stecken, eine rasante Entwicklung genommen. Es ist nicht die Lichtausbeute, die LED-Leuchten so interessant macht, denn die liegt derzeit etwa auf Xenon-Niveau. Vielmehr ist LED-Licht sehr exakt lenkbar, die Baugröße (Design) und der Anteil beweglicher Teile im Scheinwerfer (Gewicht) lassen sich weiter reduzieren. Vor allem im Hinblick auf Elektroautos, wo jedes Watt in Sachen Stromverbrauch zählt, ist die Energieeffizienz ein weiteres wichtiges Argument. Und schließlich halten die Leuchtdioden laut Hella um ein Vielfaches länger als Xenon- und erst recht Halogenleuchtmittel, im Idealfall ein Fahrzeugleben lang. Fanden LED-Leuchten zunächst als Bremslicht, Rückleuchten und Tagfahrlicht den Weg ins Auto, so kommen heute bereits erste Voll-LED-Scheinwerfer zum Einsatz. Bereits in einigen Mittelklassemodellen wie dem Opel Mokka wird LED als Abblend- und Fernlicht angeboten, in der Oberklasse kommen zunehmend adaptive Systeme zum Einsatz, die über AFS oder blendfreies Fernlicht verfügen. Dies ermöglicht ein dynamisches, situationsangepasstes Licht wie Abbiege-, Stadt-, Landstraßen-, Autobahn- oder Schlechtwetterlicht, umgesetzt über eine drehbare Walze zwischen Lichtquelle und Linse, die den Lichtkegel entsprechend steuert. In Kombination mit Kamera und Bildverarbeitung lassen sich gezielte Bereiche ausblenden und sogar dem detektierten Verkehrsteilnehmer, wie etwa Gegenverkehr, dynamisch folgen. Ohne Mechanik Während bei den genannten Techniken der Lichtkegel immer noch mittels Mechanik gesteuert wird, arbeiten Matrix-LED- Scheinwerfer rein elektronisch. Kameragesteuert werden einzelne der zwischen 25 und 85 Leuchtdioden angesteuert, können selektiv abgeschaltet oder gedimmt werden. Dabei kann der Autofahrer permanent das Fernlicht nutzen ohne zu blenden, der Lichtkegel passt sich automatisch jeder Situation an. Das Matrix-Licht wird somit zum echten Fahrassistenten. Nächster großer Schritt Doch das ist noch nicht die Spitze der Entwicklung. Derzeit arbeiten Daimler, Hella, Osram zusammen mit dem Softwarehersteller Infineon sowie der Fraunhofer- Gesellschaft an einem hochauflösenden LED-Scheinwerfer mit 3.072 Lichtpunkten, der sich noch genauer an Verkehrssituationen anpasst, ohne dass der Fahrer eingreifen muss. Während diese Technik noch im Entwicklungsstadium steckt, leuchtet bereits ein neuer Stern am Scheinwerferhimmel: Laserlicht wird derzeit von den Herstellern als der nächste große Schritt nach LED bezeichnet. Bislang erhältlich als Fernlicht im i8 und 7er von BMW sowie im Audi R8 LMS, ist es noch ein absoluter Exot. Größter Vorteil: Die Laserdioden sind um das Zehnfache kleiner als LED bei größerer Leuchtdichte. So können Scheinwerfer mit Lasertechnik noch kleiner designt werden, erreichen aber deutlich größere Reichweiten. Aber aus Sicherheitsgründen ist die Lichtstärke begrenzt und übertrifft Xenon- oder LED-Licht nicht. Ob sich die kostspielige Technik durchsetzt, bleibt deshalb abzuwarten. OLED-Technologie bietet vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten bei Rücklichtern. Werkstattgeschäft Mit der Umsetzung der neuen Scheinwerferrichtlinie und der notwendigen Investition in neue Einstellgeräte sind die Werkstätten für neue Technologien gerüstet. Laut Bosch wird der Marktanteil von Halogen und Xenon zwar leicht zurückgehen, aber in den kommenden Jahren immer noch den größten Anteil haben. Damit bleibt das Ersatzteilgeschäft in diesem Bereich zunächst erhalten. LED findet aus Kostengründen nur langsam größere Verbreitung bei den OEM, im Retrofit- Bereich (Nachrüstung älterer Fahrzeugmodelle) erwartet Bosch einen steigenden Bedarf und damit neue Einnahmemöglichkeiten für Werkstätten. Osram arbeitet diesbezüglich an vielen Stellen daran mit, eine Normung im Rahmen der ECE zu erwirken. Für die längeren Wechselzyklen bei LED- und Xenonlampen sieht Osram außerdem einen Ausgleich durch werthaltigere Verkäufe, die der Hersteller durch Produktreihen und Werbemaßnahmen für den freien Werkstattmarkt unterstützt. Zudem bieten die Hersteller Halogen- und Xenon-Ersatzlampen mit gesteigerter Lichtleistung an. Für mehr Durchblick beim Kunden. Dieter Väthröder ■ www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 19

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AUTOMOBILTECHNIK FAHRZEUGVERNETZUNG Digitale Zeitenwende Die Vernetzung von Fahrzeugen schreitet voran und bietet neue Chancen für den Aftermarket. Dongle-basierte Telematik zum Nachrüsten kann nützlich sein, birgt aber auch Risiken. Ein Überblick. Texa CARe von Texa: ein telematisches Kundenbindungstool, ebenfalls für den Aftersales-Bereich egabyte statt PS könnten in Zukunft das Kundeninteresse zumindest im Markt der Volumenmodelle bestimmen. Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstitutes McKinsey & Company vom Sommer 2015 unter insgesamt rund 3.200 Kunden in Deutschland, USA und China, die kurz vor der Befragung ein Auto gekauft haben, wächst die Nachfrage nach vernetzten Autos „in rasantem Tempo“. Die Zahl der Kunden, die für ein besser vernetztes Fahrzeug sogar die Marke wechseln würden, stieg von 20 Prozent in 2014 auf 37 Prozent in 2015. Auch zeigen die Kunden zunehmend Bereitschaft, für vernetzte Dienste zu zahlen (32 Prozent). Den Datenschutz sehen die meisten Kunden erstaunlicherweise relativ locker, nur ein Viertel der Befragten lehnt eine Nutzung der Standortdaten durch die Autohersteller kategorisch ab. Viel wichtiger wäre auch der Schutz vor Zugriffen von außen, denn die Systeme sind bei Weitem nicht so sicher, wie es die Hersteller glauben machen wollen, wie Hacker-Angriffe in jüngster Zeit beweisen (Jeep, Corvette, Tesla). Auch wenn die Vorfälle nur die Möglichkeit eines Zugriffs beweisen sollten, sind entsprechende Schutzmaßnahmen unumgänglich. Echter Nutzen gefragt Die Vernetzung von Fahrzeugen spielt mittlerweile selbst in den Autotests der einschlägigen Publikumszeitschriften eine große Rolle. Doch bei den Werkslösungen geht es bislang hauptsächlich um Komfort-Lösungen wie Musik-Streaming, Vorlesen von E-Mails oder Concierge-Service. Die Kunden bevorzugen jedoch Lösungen, die sie beim Fahren unterstützen, etwa eine vernetzte Navigation oder Hilfe bei der Parkplatzsuche. Mit „mercedes me Fotos: Texa, Pace Telematics, Tanktaler connect“ bietet Mercedes als einer der ersten Hersteller eine Nachrüstlösung für die Kommunikation zwischen Fahrer und Fahrzeug an. Die Kombination aus Dongle, einem Adapter für die OBD2-Steckdose, der die Fahrzeugdaten überträgt, und der zugehörigen App für das Smartphone, die die Daten empfängt und auswertet, ist für bestimmte Modelle ab Baujahr 2002 sowie für Apple- und Android-Smartphones verfügbar. Damit kann der Autofahrer aktuelle Betriebsdaten des Fahrzeugs einsehen, eine Fahrtenbuchfunktion aktivieren oder Wartungsinformationen an den Hersteller übermitteln, geparkte Fahrzeuge per GPS wiederfinden oder die Parkdauer überwachen, bei Unfall oder Panne einen Notruf absetzen, bei dem gleichzeitig relevante Fahrzeugdaten übermittelt werden, und natürlich einen Händler suchen und kontaktieren. Der weiß aufgrund der übermittelten Daten, noch bevor die Anzeige im Fahrzeug den Fahrer aufmerksam macht, wann der nächste Service ansteht, wie groß der Wartungsaufwand ist, welche Ersatzteile gebraucht werden, schickt Termin- und Ersatzwagenvorschläge an den Kunden. Die Anwendung ist für drei Jahre kostenfrei, danach fallen Gebühren an. Digitale Kundenbindung Auf dem freien Markt sind solche Adapterlösungen in den verschiedensten Ausprägungen erhältlich. Service-Lösungen wie Drivelog von Bosch, Texa CARe von Texa, PACE von Pace Telematics oder der Bluetooth-Dongle von Continental bieten ein ähnliches Spektrum wie die Mercedes- Lösung. Das Ziel dieser Anwendungen ist klar: mehr Kundenbindung durch die direkte Vernetzung von Autofahrer und Werkstatt. Dr. Holger Hättich, Geschäftsführer Category Management bei PV Auto motive, sprach auf dem Autofit-Kongress im vergangenen September von digitalen Chancen für die Werkstatt: „OEM investieren intensiv in neue und AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 www.autoservicepraxis.de

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Die Nachrüstlösung PACE von Pace Telematics verspricht mehr Kundenbindung durch die Vernetzung von Autofahrer und Werkstatt. digitale Geschäftsmodelle. Neueinsteiger wie Google, Apple und Co. entdecken die Branche. Die Digitalisierung (Werkstatt 4.0) verändert sämtliche Werkstattprozesse – innerhalb der Werkstatt, mit Kunden sowie Mitarbeitern, als auch mit Großhandel und Dritten. Diese Entwicklungen verunsichern viele freie Kfz-Betriebe. Daraus ergeben sich sicherlich Hürden, jedoch ganz besonders auch Chancen.“ PV stellte seinen Autofit-Partnern mit Drivelog und PACE gleich zwei Lösungen für Telematik zum Nachrüsten mit dem Ziel der Kundenbindung vor. Auch Teilegroßhändler Wessels+Müller hat seit August eine Partnerschaft zwischen Bosch mit dem Drivelog-System und den Partnerwerkstätten vereinbart, die den Dongle günstiger erhalten (UVP 69 Euro) und sich vergünstigt in die Werkstattsuche einbinden lassen können. Andere IAM- Teilnehmer üben sich derzeit noch in Zurückhaltung, prüfen aber intensiv die Einsatzmöglichkeiten einer Nachrüstlösung. Kostenlose Telematik und dazu beim Tanken noch Rabatte kassieren, nach die- www.autoservicepraxis.de sem Prinzip funktioniert TankTaler. Hat man den OBD-Stecker im Fahrzeug und die zugehörige App auf dem Smartphone installiert und freigeschaltet, erhält man bei jedem Tankvorgang zwei Cent Rabatt pro Liter in Form von virtuellen Tank- Talern. Diese können im Prämienkatalog beispielsweise gegen Gutscheine für Tankstellen oder Amazon eingetauscht werden. Daneben erhält der Nutzer Daten aus der OBD-Schnittstelle, etwa zu Fahrzeugnutzung, Batteriestatus oder Fahrzeugposition. Gezieltes Marketing Das Geschäftsmodell dahinter: die Einbindung von Drittunternehmen, die mittels der Nutzerdaten gezielte Angebote unterbreiten können. Dabei werden die Daten nicht verkauft, sondern TankTaler fungiert als Vermittler, der Nutzer kann selbst über einen Kontakt entscheiden. Regina Werner, Head of Marketing and Operations bei TankTaler-Anbieter ThinxNet: „Gerade bei Autohäusern und Werkstätten bestehen unserer Meinung nach sehr vielfältige Anknüpfungspunkte vor allem im Bereich des Aftersales/Service. Bei allen relevanten Situationen eines Fahrzeuglebens wird das Autohaus oder die Werkstatt per TankTaler informiert und nicht der Hersteller.“ Daten gegen Prämien Auch die Versicherungswirtschaft hat den Nutzen der OBD-Stecker erkannt, lassen die ausgelesenen Fahrdaten doch Rückschlüsse auf die Fahrweise des Nutzers zu. Seit Oktober ist die HDI-Versicherung Partner bei TankTaler, wodurch die Einrichtung eines automatischen Notrufs für HDI-Kunden möglich ist, sollte der Stecker einen Unfall registrieren. Dabei garantiert TankTaler, keine personenbezogenen Daten an die HDI weiterzureichen. Wer möchte, kann sich allerdings eine entsprechende Fahrweise durch Prämienboni vergüten lassen. Diese sogenannten Telematik-Tarife bieten auch andere Versicherer an. Der Gesamtverband der deutschen Versicherer (GDV) beziehungsweise dessen Mitglieder bieten drei Möglichkeiten an: eine Telematik-Box, die fest im Motorraum verbaut ist, einen Stecker für den Zigarettenanzünder, der die relevanten Daten (Beschleunigen, Bremsen, Kurvengeschwindigkeit) selbst generiert, oder ein OBD2-Stecker in Kombination mit einer App des Versicherers. Der Stecker für die 12-Volt-Buchse kann auch nur als Unfallmeldestecker eingesetzt werden, sozusagen eCall für alle. Recht auf eigene Daten Die Fahrzeughersteller haben den Wert der Daten aus dem Fahrzeug natürlich längst erkannt. Nach einem der Redaktion vorliegenden Schreiben des VDA arbeiten die OEM an Lösungen, die Datenausgabe an der OBD2-Schnittstelle zu beschränken und die Daten selbst auf zentralen Servern zu speichern. Eine weitere Stellungnahme des VDA auf unsere Nachfrage lag leider bis Redaktionsschluss noch nicht vor. Allerdings ist das Vorhaben sowohl im freien Markt als auch bei den Anbietern der Telematik-Stecker bekannt. Regina Werner vom Start-up-Unternehmen ThinxNet, für deren TankTaler- Stecker die Durchsetzung eines Datenmonopols der Hersteller wohl, wie für andere Anbieter auch, das Aus bedeuten würde: „Wir sind der Meinung, dass der Fahrer bzw. Fahrzeughalter Eigentümer der Daten seines Fahrzeuges ist und nicht der Hersteller, der ihm das Fahrzeug irgendwann einmal verkauft hat. Jegliche Monopolisierung auf der Datenseite müssten die Endkunden durch erhöhte Kosten und schlechtere Dienstauswahl bezahlen. Daher sind wir überzeugt, dass sich aufgrund ihrer Vorteile für den Endkunden auf lange Sicht nur offene, herstellerübergreifende Plattformen wie zum Beispiel Tank- Taler durchsetzen werden.“ Dieter Väthröder ■ „TankTaler“: App plus Dongle für die OBD-Schnittstelle liefern Rabatte und schaffen Kundenbindung. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016

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AUTOMOBILTECHNIK AUFBEREITETE BREMSSÄTTEL Zangenwiedergeburt Deutschlands Autos werden älter, der Bedarf an zeitwertgerechten Reparaturen wächst. Aufbereitete Teile wie Bremssättel tragen ihren Teil dazu bei. Kein Alteisen, sondern so gut wie neu, sicher und günstig. Fotos. Stauke/Fotolia, TRW, Ate as Pkw-Durchschnittsalter in Deutschland erreicht einen neuen Höchststand und lag Anfang 2016 bei 9,2 Jahren. Die Gründe dafür sind vielfältig, der Kostenfaktor spielt sicherlich eine Hauptrolle. Doch auch wenn das Schätzchen äußerlich noch gut dasteht, kann unterm Blech der Gammel schon längst eingezogen sein. Gerade bei älteren Fahrzeugen sind die Bremsen bei der Hauptuntersuchung ein häufiger Mangel. Im hohen Alter sind dann günstige Reparaturalternativen gefragt. No-name- Teile aus dem Internet, billig, aber mit unsicherer Herkunft und zweifelhafter Qualität, sind gerade bei sicherheitsrelevanten Teilen keine Alternative und sollten von Werkstätten weder verkauft noch eingebaut werden. Stattdessen können die KURZFASSUNG Wiederaufbereitete Bremssättel haben – neben vielen anderen Teilen – ihren Weg in die Teilekataloge namhafter Hersteller gefunden, die den Nutzen für Autofahrer, Werkstätten und die Umwelt erkannt haben. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 Betriebe auf eine günstige, sichere, qualitativ hochwertige und sogar mit Garantie versehene Alternative hinweisen: Wiederaufbereitete Bremssättel haben – neben vielen anderen Teilen – ihren Weg in die Teilekataloge namhafter Hersteller gefunden, die den Nutzen für Autofahrer, Werkstätten und die Umwelt erkannt haben. Vielfältige Alternative Neben der Möglichkeit zur zeitwertgerechten Reparatur können sogenannte Reman-Teile (reman von remanufactured = wiederaufbereitet) zudem eine Alternative für nicht mehr in Serie produzierte Fahrzeuge oder für als Neuteil nicht mehr erhältliche Bremssättel sein. So können auch seltene Fahrzeuge wie die beliebten Youngtimer in den meisten Fällen schnell, sicher und günstig repariert werden. Die Teilehersteller reagieren auf die steigende Nachfrage mit einem Ausbau ihres Reman-Angebotes. So hat Hella Pagid Brake Systems aktuell das Angebot in ihrem Teilekatalog allein bei den wiederaufbereiteten Bremssätteln von 1.383 auf 1.665 Artikelnummern ausgebaut und bietet diese weltweit über den Großhandel oder den Online-Teilekatalog „Brake- Guide“ an. Auch andere Hersteller, wie Federal Mogul mit den Marken Ferodo und Jurid, die ZF-Tochter TRW, die Continental-Marke Ate oder Bosch, haben ihre Reman-Teile in den eigenen Teilekatalogen oder auch bei TecDoc gelistet. Dort sind die aufbereiteten Teile in der Regel gekennzeichnet, TRW stellt den entsprechenden Teilenummern zum Beispiel ein „E“ voran, so dass sie eindeutig als Reman-Teil identifizierbar sind. Nachhaltig Nicht nur der Endverbraucher und die Werkstatt profitieren von der Runderneuerung der Teile. Die Hersteller leisten mit der Nutzung der wertvollen Altteilebasis einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz, wo das Thema Nachhaltigkeit immer wichtiger wird. Da vor allem die Guss- oder Alugehäuse der Bremssättel aufbereitet und nur sicherheitsrelevante oder Verschleißteile wie Gummiteile oder Federn ersetzt werden, reduziert sich vor allem der Energie- und Materialverbrauch. Dies schlägt sich nicht nur in der Umwelt-, sondern auch in der Kostenbilanz nieder. Die Her- www.autoservicepraxis.de

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steller sprechen von Preisunterschieden zum Neuteil um die 30 Prozent. Allerdings gibt es für aufbereitete Teile ein Pfandsystem der Hersteller. Die Werkstatt muss zunächst bei der Bestellung einen Pfandwert entrichten, der mit der Rücksendung des Altteiles, auch Core-Teil genannt, erstattet wird. Dadurch stellt der Hersteller die Versorgung mit aufbereitungsfähigen Altteilen sicher, die für ein aktuelles und umfangreiches Lieferprogramm notwendig sind. Gut erhaltene Substanz Wichtig: Nicht jedes Altteil ist zur Aufbereitung geeignet. Voraussetzung für eine erfolgreiche Wiederaufarbeitung von gebrauchten Bremssätteln ist eine gut erhaltene Substanz des Werkstücks. Diese Bedingung ist etwa bei beschädigten oder unvollständigen Bremssätteln nicht gegeben. Hersteller wie Hella Pagid machen hier genaue Vorgaben für die Werkstatt. So muss das Altteil dem erworbenen Produkt entsprechen und vollständig sein. Alle Sattelführungen, Anschluss- und Entlüftungsgewinde sowie Befestigungen müssen vorhanden sein. Außerdem darf das Altteil keine übermäßigen Korrosionsschäden oder Risse aufweisen und darf nicht mechanisch bearbeitet sein. Auch für die Rücksendung gibt es Vorgaben, um die Pfandgutschrift zu erhalten. So muss man das Altteil in der Originalverpackung des gelieferten Teils zurücksenden, zudem darf das Verpackungslabel nicht entfernt, beschädigt Bei guter Substanz werden aus Altteilen nahezu neuwertige. oder beschriftet werden. Nur wenn die material- und versandtechnischen Vorgaben tatsächlich auch erfüllt sind, erfolgt die Pfandgutschrift. Das Thema „Bremsen“ ist untrennbar mit Sicherheit verknüpft. Doch Werkstätten können ihre Kunden beruhigen: Solange es sich um Reman-Teile des Original- Herstellers handelt, gibt es keinen Grund zur Sorge. Die Aufbereitung der Bremssättel erfolgt nach exakten Vorgaben, es gelten die strengen Maßstäbe wie für Neuteile. So werden von den Herstellern nur OE- Bremssättel der Aufarbeitung unterzogen, Die Aufbereitung der Bremssättel erfolgt nach exakten Vorgaben, es gelten die strengen Neuteile-Maßstäbe. auch Materialien und Prozesse entsprechen den OE-Spezifikationen. Nach der Zerlegung werden alle Verschleißteile durch OE-Produkte ausgetauscht, alle für die Aufbereitung geeigneten Guss- und Alugehäuse werden entrostet und gereinigt. TRW testet alle Aluminiumgehäuse gesondert auf die Aufbereitungsfähigkeit. Federal Mogul unterzieht die Gehäuse einer galvanischen Behandlung zur Rostvorsorge. Nach der Montage erfolgt eine hundertprozentige Qualitäts- und Funktionskontrolle. Federal Mogul testet beispiels weise stichprobenartig nach OE- Standards mit 300.000 Bremsvorgängen. Die hohe Qualität der Reman-Teile schlägt Kaum Unterschiede zu erkennen: Aufbereitung nach OE-Maßstäben. sich in entsprechenden Garantien nieder. So gibt beispielsweise Conti/Ate eine Garantie für 100.000 gefahrene Kilometer, bei TRW sind es drei Jahre oder 100.000 Kilometer, Bosch bietet eine zweijährige Gewährleistung. Der Einbau der Teile unterscheidet sich ebenfalls nicht vom Neuteil. Genau hinsehen Qualitativ befindet man sich mit aufbereiteten OE-Teilen also auf der sicheren Seite. Doch auch wenn Produktpiraterie nach Aussagen der Hersteller nicht mehr oder weniger vorkommt als bei neuen Originalteilen, lohnt es sich, genau hinzuschauen. Angebliche Markenteile zu einem Bruchteil des Listenpreises, wie man sie im Internet findet, sollten prinzipiell skeptisch machen. Und auch wenn alle Hersteller betonen, dass ihnen bislang kein Fall von Produktpiraterie bei aufbereiteten Bremssätteln bekannt ist, haben sie doch Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Continental versieht die Verpackung mit einem zweistufigen Sicherheitsetikett samt DataMatrix-Code, mit dem man das Teil auf der Ate-Webseite nachverfolgen kann. Hella Pagid setzt ebenfalls auf ein holografisches Sicherheitssiegel. Federal Mogul versieht die Jurid- oder Ferodo-Bremssättel mit einer Identifikationsnummer, die eine Nachverfolgung der Teile ermöglicht. Mit aufbereiteten Bremssätteln der OE- Hersteller kann die Werkstatt preissensiblen Kunden eine günstige Alternative für die zeitwertgerechte Reparatur bieten. Dieter Väthröder ■ www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 23

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AUTOMOBILTECHNIK VW NUTZFAHRZEUGE Jetzt mit typischer VW-Identität Vielseitig und mit noch mehr Laderaum präsentiert sich der neue VW Crafter als praktischer Allrounder, der nicht nur als mobiler Werkstattwagen, sondern auch im Service zukünftig an Bedeutung gewinnen könnte. on Mercedes abgenabelt, ist der Crafter jetzt auch eindeutig als VW-Fahrzeug erkennbar. Der Vorgänger, baugleich mit dem Mercedes Sprinter, sei bereits gut gewesen, aber der neue Crafter sei besser und vor allem ein Auto mit einer typischen VW-Identität, so Bram Schot, Vorstand für Vertrieb und Marketing in Andalusien bei einer Fahrpräsentation. Die Ingenieure konnten den Crafter so losgelöst vom Vorgänger von Grund auf neu konzipieren und an künftige Anforderungen anpassen. Das Fahrzeug schaffe durch die Zukunftsfähigkeit und seine Vielfalt „uneingeschränkte Vermarktungsmöglichkeiten“, erklärt Bram Schot. So kommt der neue Crafter in insgesamt 69 Derivaten daher: verschiedene Längen und Höhen, als Kastenwagen, Pritsche mit Einzel- oder Doppelkabine oder als Kombi sowie front-, heck- und KURZFASSUNG Der neue VW Crafter wartet neben der noch größeren Ladefläche von bis zu 18,4 Kubikmetern und einer maximalen Ladehöhe von 2,196 Meter vor allem mit einer Vielzahl von praktischen Fahrerassistenzsystemen auf. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 Neue Anforderungen im Service Mit der 5,5-Tonnen-Variante ab Mitte 2017 müssen sich Servicebetriebe umstellen. „Um einen flächendeckenden Service für den neuen Crafter sicherzustellen, wurden die Anforderungen an die Nutzfahrzeugarbeitsplätze in Bezug auf die Hebebühne auf 5,5 Tonnen Tragkraft angepasst“, heißt es dazu von VW Nutzfahrallradangetrieben. Der für den Crafter weiterentwickelte 2.0 TDI mit der internen Bezeichnung „EA 288 Nutz“ steht dabei für die EU6-Märkte mit Frontantrieb in drei Leistungsstufen mit wahlweise 102 PS, 140 PS und 177 PS zur Verfügung. Ab Mitte 2017 wird das Angebot dann um den neuen Crafter mit Allradantrieb und Heckantrieb mit gesteigertem maximal zulässigem Gesamtgewicht von bis zu 5,5 Tonnen ergänzt. Viele moderne Helfer In Andalusien machte der Fronttriebler als Kastenwagen und als Pritsche eine gute Figur – ob in den engen Gassen Almerias oder auf den kurvigen Bergstraßen im Umland. Neben der erstmals in dieser Fahrzeugklasse verbauten elektromechanischen Lenkung, die gerade bei Vergleichsfahrten alter versus neuer Crafter positiv auffiel, überzeugten auch die zahlreichen Fahrerassistenzsysteme, mit denen VW einen Schritt in Richtung autonomes Fahren geht. Der Park-Lenk- Assistent beispielsweise erkennt im Vorbeifahren eine geeignete Parklücke und zeigt dies im Display an. Nachdem der Rückwärtsgang eingelegt ist, nimmt man die Hände einfach vom Lenkrad und der Crafter parkt selbstständig ein. Auf dem Display erhält der Fahrer anschließend die Meldung, wann er den Vorwärtsgang wieder einlegen soll, damit der Transporter perfekt in die Parklücke rangiert. Mit dem „Trailer Assist“ wird auch das Rückwärtsfahren mit einem Trailer wesentlich einfacher: Über den Joystick am Spiegel lässt sich der Anhänger bequem in eine Parklücke rangieren. Besonders praktisch: Durch die Bedienung am rechten Spiegelverstellschalter kann der Fahrer parallel nach hinten aus dem Fenster sehen und hat den Anhänger so stets im Blick. Der Flankenschutz, eine Neuentwicklung von VW in diesem Fahrzeugsegment, zeigt den Abstand zu seitlichen Hindernissen an. Dafür sind Ultraschallsensoren an Heck, Front und Seite des Fahrzeugs verbaut. www.autoservicepraxis.de

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Weitere Bilder des neuen VW Crafter gibt es online im asp ePaper. Fotos: VW Nutzfahrzeuge, Valeska Gehrke zeuge. Hebebühnenhersteller wie MAHA, BlitzRotary oder Autopstenhoj haben sich dem Thema Auflastung bereits angenommen und bieten Bühnen mit entsprechender Traglast an. Denn der Kurier-, Express- und Paketmarkt wächst weiter und stellt für Transporter wie den neuen VW Crafter eine wichtige Zielgruppe dar. Diesem wachsenden Markt ist VW mit der neuen 220 Hektar großen Produktionsstätte im polnischen Września nachgekommen, wo der Crafter als auch der baugleiche MAN TGE produziert werden. Schon 2018 sollen hier 100.000 Einheiten vom Band laufen. Valeska Gehrke ■ www.autoservicepraxis.de Mit „Trailer- Assist“ kinderleicht rückwärts einparken. Moderne Anmutung und viele praktische Ablagefächer im Cockpit Einparkhilfe: Das Display zeigt, wann der Gang gewechselt werden muss. Wir heben Ihre Ansprüche Perfekter Service und praxisorientierte Lösungen zum Anheben von Fahrzeugen aller Art. SLIFT – eine Marke der MAHA Maschinenbau Haldenwang GmbH & Co. KG Hoyen 20 · 87490 Haldenwang · Tel.: +49 8374 585 0 · www.slift.de

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AUTOMOBILTECHNIK OPEL AMPERA-E Game Changer mit Blitz Erst ein Hingucker auf dem Pariser Autosalon, ab kommendem Frühjahr dann im deutschen Markt zu Hause: Opel will mit dem neuen Ampera-e für Furore sorgen und stellt 500 Kilometer Reichweite in Aussicht. KURZFASSUNG eine Frage: Der Auftrag für den neuen Ampera-e ist klar definiert. Als „vollalltagsfähiges Auto“, so Opel-Chef Karl-Thomas Neumann kürzlich in München, soll der 4,17 Meter lange E-Rüsselsheimer die Stromer-Konkurrenz hierzulande aufmischen. Und die Chancen dafür stehen nicht schlecht – so der erste Eindruck beim kommoden Platznehmen am Steuer und eine Reihe dahinter. Das liegt aber vor allem auch daran, dass der Ampera 2.0 – gemäß NEFZ – eine Reichweite von mehr als 500 Kilometern ins Spiel bringt. Deutlich mehr als der vergleichbare Wett- Luftig: Auch Großgewachsene kommen in Reihe eins und zwei kommod unter. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 bewerb zu bieten hat. Schnelles Stromzapfen an einer 50-kW-Gleichstrom-Schnellladesäule soll auch fix über die Bühne gehen: Nach 30 Minuten sind laut Opel bis zu 150 Kilometer Reichweite neu an Bord. Ein Novum gegenüber dem Vorgänger: Der Autobauer verzichtet nun völlig auf einen Range Extender – der nächste Schritt in der Evolutionsstufe. Technische Raffinessen Das Herzstück des Stromers, die 500 Kilogramm schwere Batterie, haben die Entwickler platzsparend im Unterboden des 204 PS starken Ampera-e platziert. So Platzsparend: Die Entwickler platzierten die zehn Batterie-Module im Unterboden. Fotos: Opel Auf dem Pariser Autosalon sorgte der neue Opel Ampera-e, der hierzulande kommendes Frühjahr sein Marktdebüt gibt, für viel Aufmerksamkeit. Kein Wunder: Schießlich wollen die Rüsselsheimer damit den nächsten E-Mobilitäts-Schritt machen. verschenken die zehn Module keinen Raum und passen sich der Fahrzeugkontur an. Der 60-kWh-Energiespeicher umfasst 288 Lithium-Ionen-Zellen und stammt aus der Partnerschaft von GM mit den Experten von LG Chem. Temperamentvoll, das verraten die technischen Daten, wird sich der Ampera-e auch beim Ampelstart präsentieren. Aus dem Stand steht ein Drehmoment von satten 360 Newtonmetern parat. Der Sprint von null auf 50 km/h soll in 3,2 Sekunden gelingen. Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 150 km/h, dann wird elektronisch abgeriegelt. Man denkt hier an die Reichweite des Elektromobils. Insgesamt kann der Pkw-Lenker zwischen vier Fahrmodi wählen: „Drive“, „Low“, „Regen on Demand“ oder „One Pedal Driving“. Was das Thema Vernetzung betrifft, möchte der Newcomer das Ganze in der typischen Opel-Manier bewerkstelligen. Bedeutet: Er wartet sowohl mit der jüngsten Generation des IntelliLink-Infotainments auf als auch mit dem Online- und Serviceassistenten namens OnStar. Patrick Neumann ■ Schnellladen: Nach 30 Minuten sollen bis zu 150 Kilometer Reichweite neu an Bord sein. www.autoservicepraxis.de

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AUTOMOBILTECHNIK VERKEHRSSICHERHEIT Kollisionswarnung per App Das neue Vernetzungskonzept X2Safe von ZF soll Verkehrsteilnehmer vor möglichen Gefahren warnen, noch bevor sie ent stehen. Eindrücke von der Präsentation in München. KURZFASSUNG Das cloudbasierte Vernetzungskonzept X2Safe analysiert und bewertet die Bewegungsdaten von Verkehrsteilnehmern, um vor möglichen Kollisionen zu warnen. So will ZF für mehr Verkehrssicherheit auf den Straßen sorgen. er intelligente Algorithmus X2Safe von ZF warnt Autofahrer, Passanten oder Radfahrer frühzeitig vor möglichen Kollisionen. Eine Applikation, die etwa auf dem Smartphone oder der Smartwatch installiert wird, schickt Bewegungsdaten der Nutzer – ob Pkw-Fahrer, Fußgänger oder Radfahrer – in die Cloud. Der X2Safe-Algorithmus berechnet aus den Daten, ob ein Zusammenstoß droht. Im Gefahrenfall warnt er akustisch, optisch oder per Vibrations-Signal, noch bevor Sichtkontakt besteht oder der Verkehrsteilnehmer von den Kamera- oder Radarsystemen des Fahrzeugs erfasst werden kann. Verlässliche Funktion Bei der Präsentation des neuen Sicherheitssystems in München zeigte das Tablet im Fahrzeug verlässlich einen sich von rechts nähernden Fahrradfahrer an, noch bevor dieser überhaupt sichtbar war. Auch Der Blick aufs Smartphone ist geübt – genau hier sollen Fußgänger jetzt gewarnt werden. Das Tablet zeigt einen von rechts kommenden Fahrradfahrer als mögliche Gefahr an. Fotos: Valeska Gehrke , ZF der Radfahrer wurde per vibrierender Smartwatch auf eine mögliche Gefahr hingewiesen. „Der Algorithmus kann vorausberechnen, in welche Richtung ich mich bewege und ob es zu einer Kollision kommen wird“, erklärt Malgorzata Wiklinska, Leiterin der ZF Denkfabrik. Die Idee kam der Ingenieurin, als sie im vergangenen Jahr selbst in einen Unfall verwickelt war und von einer Autofahrerin auf ihrem Rennrad übersehen wurde. Trotz modernster Technik und einer Vielzahl an Sensoren und Assistenzsystemen sei die Pkw- Fahrerin nicht vor der Kollision gewarnt worden, so Malgorzata Wiklinska. Mit X2Safe ergänze ZF die Intelligenz des Fahrzeugs jetzt um ein benutzerorientiertes System, um so beide Parteien, Auto- und Fahrradfahrer frühzeitig zu warnen. Denn Fußgänger, Fahrrad- und Kraftradfahrer seien besonderen Risiken ausgesetzt. Laut WHO-Bericht machen sie die Hälfte der weltweit rund 1,25 Millionen Unfalltoten pro Jahr aus. Zudem sind Verkehrsteilnehmer, auch Fußgänger, im- mer häufiger von ihrem Smartphone abgelenkt. Bei Autofahrern stellt die stark gestiegene Smartphone-Nutzung mittlerweile ein höheres Unfallrisiko dar als Alkohol am Steuer, so das Ergebnis einer aktuellen Sicherheitsstudie der Allianz. Automatische Vollbremsung Umso mehr Menschen und Fahrzeuge in dem interaktiven Sicherheitsnetzwerk miteinander verbunden seien, desto effektiver ließen sich mögliche Unfälle vermeiden, heißt es von ZF. Dabei sei in Zukunft nicht nur eine akustische oder optische Warnung, sondern durch die Vernetzung mit Fahrerassistenzsystemen auch ein automatisches Eingreifen des Fahrzeugs, bis hin zur Vollbremsung denkbar, so Malgorzata Wiklinska. Voraussetzung für das Funktionieren von X2Safe ist dabei mindestens eine 3G-Netzabdeckung. Eine erste Version von X2Safe, voraussichtlich zunächst als App zum Herunterladen, soll noch bis Ende 2017 auf den Markt kommen. Man sei unter anderem mit interessierten Fahrzeugherstellern im Gespräch. Valeska Gehrke ■ www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 27

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PRODUKTE LÄNGSWELLEN Sortiment ausgebaut Die populären Transporter wie Mercedes- Benz Sprinter, VW Crafter und LT II verdanken ihren Erfolg unter anderem ihrer Variantenvielfalt. Um im Reparaturfall für jede Variante auf Erstausrüsterqualität zurückgreifen zu können, hat GKN sein Längswellenprogramm weiter ausgebaut: Von der kurzen Teilwelle für den Allradler bis zum drei Meter langen Antriebswellenstrang für den Transporter mit extra langem Radstand stehen Reparaturlösungen bereit, heißt es vom Hersteller. Inzwischen summiert sich das aktuelle Programm für die Sprinter, Crafter und LT II auf 57 verschiedene auf den jeweiligen Fahrzeugtyp abgestimmte Längswellen. asp ■ GKN Service International GmbH www.gknservice.com KATALOG Noch nutzerfreundlicher Brakebook, das exklusiv für die verschiedenen Markenprodukte von TMD Friction entwickelte Online-Katalogsystem für freie Werkstätten und den Autoteilehandel berücksichtigt alle individuellen Anforderungen für die Identifikation von Bremsenteilen. Kunden können damit gezielt nach Textar-Artikel-, OE- und Vergleichsnummern suchen, sowie zudem nach Produkteigenschaften wie Breite, Länge oder Dicke, so der Hersteller. Das entsprechende Textar-Produkt inklusive einer Produktabbildung erscheint sofort. Diese Abbildungen der Pkw-Scheibenbremsen werden derzeit optimiert und sukzessive in den nächsten Monaten mit neuen Detailzeichnungen versehen asp ■ TMD Friction Services GmbH www.tmdfriction.com Foto: GKN Längswellen sind auf jeden Fahrzeugtyp spezifisch abgestimmt. Foto: TMD Friction What you see is what you get – der webbasierte Katalog „Brakebook“ wird mit detaillierten Textar-Produktabbildungen jetzt noch nutzerfreundlicher. IMPRESSUM ISSN NR. 1437-1162 Anschrift von Verlag und Redaktion Springer Automotive Media Springer Fachmedien München GmbH Aschauer Str. 30 · 81549 München Tel. 0 89/20 30 43-0 Fax Redaktion 0 89/20 30 43-12 18 Fax Anzeigen 0 89/20 30 43-12 40 http://www.autoservicepraxis.de Springer Fachmedien München GmbH ist Teil der Fachverlagsgruppe Springer Nature. Redaktion Herausgeber Dipl.-Ing. Jürgen Wolz (TÜV SÜD Auto Service GmbH), Lars Kammerer (TÜV SÜD Auto Service GmbH) Anschrift siehe Verlag Chefredaktion (V.i.S.d.P.) Ralph M. Meunzel Tel. 0 89/20 30 43-12 03 Koordination Patrick Neumann Tel. 0 89/20 30 43-11 84 Redaktion Valeska Gehrke (vg) Tel. 0 89/20 30 43-23 09 Alexander Junk (aj) Tel. 0 89/20 30 43-23 10 Dietmar Winkler (diwi) Tel. 0 89/20 30 43-27 92 Online-Redaktion Ralf Padrtka (Leitung) Tel. 0 89/20 30 43-12 84 Thomas Maier Tel. 0 89/20 30 43-23 11 Frank Selzle Tel. 0 89/20 30 43-11 08 E-Mail: autoservicepraxis@springer.com Ständige Mitarbeiter Eva-Elisabeth Ernst, Martin Schachtner, Manfred Schlegel, Marcel Schoch, Dieter Väthröder, Erwin Wagner Gesamtleitung Herstellung Maren Krapp Tel. 0 89/20 30 43-14 18 Layout Diane Laudien Tel. 0 89/20 30 43-11 87 Verlag Geschäftsführer Peter Lehnert Tel. 0 89/20 30 43-22 54 Verlagsleiter Springer Automotive Media Ralph M. 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AUTO SERVICE PRAXIS-Abonnenten verfügen damit über die im Sinne der AU-Anerkennungsrichtlinie erforderlichen Informationen und sind somit vom Bezug des ansonsten vorgeschriebenen Verkehrsblattes befreit. Bei der Springer Fachmedien München GmbH erscheinen auch die Zeitschriften AUTOHAUS, Autoflotte, GW-trends und Sprit+. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 www.autoservicepraxis.de

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ASA NEWS ABGASUNTERSUCHUNG Generelle Endrohrprüfung in Sicht Als Folge des Skandals um manipulierte Abgaswerte zeichnet sich ein Umdenken seitens der Politik ab: „Gerade mal ein Jahr nach der Einführung des AU­Leitfadens 5 plant das BMVI die generelle Wiedereinführung der Endrohrprüfung für alle AUpflichtigen Kraftfahrzeuge“, sagt Harald Hahn, Leiter des ASA­Fachbereichs Diagnose. Vorgesehen sei, dass ab Mitte 2017 bei allen AU­pflichtigen Fahrzeugen wieder die Abgase am Endrohr obligatorisch zu messen sind. Der ASA­Bundesverband begrüßt die Entscheidung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. „Wir haben in der Vergangenheit immer wieder darauf hingewiesen, dass nationale und internationale Studien ganz eindeutig belegen, dass die OBD die Endrohrprüfung nicht ersetzen kann“, verdeutlicht Hahn. Gleichzeitig weist er aber auch darauf hin, dass für eine effiziente Endrohrprüfung die Grenzwerte dringend nach unten angepasst werden müssen. Er fordert vor allem für Selbstzünder einen maximalen Trübungswert von 0,2 m­1, um defekte Abgaskomponenten zuverlässig erkennen zu können. Das Messen der NOx­Werte im Rahmen der AU sei aufgrund der noch nicht definierten Konditionierungsabläufe aktuell nicht umsetzbar. Daran werde jedoch im Rahmen der europäischen SET II­Studie gearbeitet, an der sich unter anderem auch die Werkstattausrüster beteiligen. TRGS 900 Neue Stickoxidgrenzwerte Anfang November 2016 wurde die technische Regel für Gefahrstoffe TRGS 900 geändert. Sie ergänzt die TRGS 554, die sich speziell mit Emissionen von Dieselmotoren beschäftigt. „In der aktuellen Verordnung wurden unter anderem Arbeitsplatzgrenzwerte für Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid neu aufgenommen. Beide Schadstoffe sind in Abgasen von Kraftfahrzeugen enthalten und treten in Werkstätten – beispielsweise beim Befahren des Arbeitsplatzes oder bei Foto: s.tec Arbeiten am laufenden Motor – auf “, sagt Jürgen Spieker, Leiter des ASA­Fachbereichs Abgasabsauganlagen. Für Stickstoffdioxid liegt der Grenzwert demnach bei 0,5 ppm und bei Stickstoffmonoxid bei 2,0 ppm. Untersuchungen der BAuA haben gezeigt, dass vor allem bei Dieselmotoren mit Partikelfiltersystemen und höherer Euro­Schadstoffklasse die Stickstoffdioxidemissionen erheblich zugenommen haben. „Ohne direkt angeschlossene Abgasabsauganlagen können die Grenzwerte der TRGS 900 in Kfz­Werkstätten und Prüfhallen nicht mehr eingehalten werden. Das betrifft vor allem auch die Fahrbereiche bis zum Arbeitsplatz“, lautet das Fazit des Fachbereichsleiters. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass das Einhalten der Arbeitsplatzgrenzwerte unerlässlich für den Gesundheitsschutz der Mitarbeiter sei. Die Mitglieder des ASA­Fachbereichs Abgasabsauganlagen beschäftigen sich bereits intensiv mit dieser Thematik, um ihren Kunden zeitnah angepasste Lösungen anbieten zu können. Um die Stickoxidgrenzwerte der neuen TRGS 900 einhalten zu können, müssen Fahrzeugabgase in Werkstätten konsequent abgesaugt werden. KOMPAKT Bundesverband der Hersteller und Importeure von Automobil-Service Ausrüstungen e.V. Jaume Berenguer Baques vom spanischen Werkstattausrüsterverband AFIBA wurde bei der EGEA-Hauptversammlung am 10. November 2016 in Brüssel zum neuen Präsidenten der EGEA gewählt. Seine Stellvertreter sind Thierry Coton aus Frankreich und Michel Vervekken aus Belgien. Schatzmeister ist Leon Andriessen aus den Niederlanden. Weitere Vorstandsmitglieder sind Frank Beaujean, Präsident des ASA-Bundesverbandes, Massimo Brunamonti aus Italien und Dave Garratt aus Großbritannien. Bernhard Hoffmann, Leiter des ASA-Fachbereichs Reifendienst und Achsvermessung wurde auf der letzten Sitzung der EGEA Working Group 4 (WG4) im Oktober 2016 erneut zu deren Vorsitzenden gewählt. Sein Stellvertreter ist Cristiano Tarozzi vom italienischen Werkstattausrüstungsverband AICA. Außerdem wurde auf der letzten Sitzung der WG4 unter anderem darüber diskutiert, einen europäischen Qualitätsstandard für Reifenmontiermaschinen zu definieren. Weitere Themen waren die Kalibrierung von Reifendruckmessgeräten und der Umgang mit TPMS-Systemen bei der Reifenmontage. KONTAKT Geschäftsstelle ASA Bundesverband Tel. 0 82 61/9 09 50-90 Fax 0 82 61/9 09 50-89 geschaeftsstelle@asa-verband.de www.asa-verband.de www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 29

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WERKSTATTTECHNIK Steve Baumgarten (links) und Sebastian Nagel benötigen vier Arbeitsstunden, um den Beulenschaden am MG F zu beheben. Fotos: Schoch SMART REPAIR Lass die Profis mal drücken Kleine Dellen und Beulen in der Karosserie sind nicht nur hässlich, ihre Reparatur mit den herkömmlichen Methoden kann aufwändig und teuer sein. Die günstige Alternative heißt Smart-Repair. o manche kleine Delle oder Beule ziert im Laufe eines Autolebens das Fahrzeug. Die Ursachen sind bei Dellen oft Hagel im Frühjahr und Sommer und herunterfallende Kastanien oder Obst im Herbst. Auch Parkrempler oder Unachtsamkeit beim Öffnen von Türen verursachen so manche unerwünschte Delle. „Meist sind die Schäden nicht sehr großflächig und haben auch keinen Einfluss auf die Sicherheit oder Funktionalität des Fahrzeugs“, sagt Robert Pollner, Mitgeschäftsführer der Firma R&R Kraftfahrzeug-Reparatur in Maisach westlich von München. „Der Autobesitzer ärgert sich dennoch ungemein darüber, da er den Schaden täglich sieht.“ Trotzdem haben in der Vergangenheit nur wenige Autobesitzer ihr Fahrzeug zur Dellen- oder Beulen- Reparatur in die Werkstatt gegeben, da vielen die Kosten hierfür schlicht zu hoch waren. „Für eine konventionelle Repara- KURZFASSUNG Dellen und Beulen sind ein großes Ärgernis für den Fahrzeugbesitzer. Ihre Beseitigung mit konventionellen Arbeitsmethoden kann richtig ins Geld gehen. Wer sich für eine Smart-Repair-Lösung entscheidet, zahlt nur einen Bruchteil der Kosten. Für eine freie Kfz-Werkstatt lohnt sich deshalb die Zusammenarbeit mit einem professionellen Dellen-Reparaturservice. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 www.autoservicepraxis.de

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Viel Erfahrung ist notwendig, um Dellen oder Beulen aus einer Karosserie beschädigungsfrei zu entfernen. tur muss zunächst das betreffende Karosserieteil abgarniert werden“, erklärt Robert Pollner. Zierleisten und/oder Embleme werden entfernt oder es wird gleich das gesamte Bauteil vom Fahrzeug abgebaut. „Danach folgt Schleifen und Spachteln und schließlich die Neulackierung. Da können schnell vierstellige Summen zusammenkommen“, rechnet Pollner vor. Hinzu kommt, dass gerade bei älteren Fahrzeugen eine noch so gutgemachte Teillackierunwg immer auffallen wird. Teillackierung fällt immer auf Genau dieses Problem hatte auch ein Besitzer eines alten englischen MG F Sportwagens aus der Mitte der Neunziger Jahre. Der englische Roadster befindet sich in einem absolut rostfreien und hervorragenden Lackzustand. Jedoch hat der Besitzer aus Unachtsamkeit seinen Wagen über Nacht unter einer Kastanie geparkt. Am nächsten Morgen hatten der vordere Kofferraumdeckel und auch die beiden Kotflügel dutzende Dellen, verursacht durch herunterfallende Kastanien. „Eine konventionelle Reparatur wäre hier sehr teuer gekommen, so dass es günstiger gewesen wäre, die alten Blechteile durch Der Parkrempler im vorderen rechten Kotflügel zeigt sich deutlich im Lichtschein der Karosserielampe. Mit speziellen Haken drückt Steve Baumgarten die Dellen aus der Kofferraumhaube des beschädigten MG F. neue zu ersetzen“, erzählt Robert Pollner. „Aus Originalitätsgründen wollte dies jedoch der Besitzer nicht und entschied sich auf unser Anraten schließlich für eine Smart-Repair-Lösung.“ Speziell für solche und ähnliche Fälle, aber auch für Leasing- Fahrzeuge, die für die Rückgabe vorbereit Bei den anfallenden Arbeitskosten kommt es weniger auf die Anzahl der Beulen an als auf die Zugänglichkeit. werden müssen, arbeitet die Firma R&R mit der Firma Dellen Reparaturservice Herrmann (DRS) aus Emmering bei Fürstenfeldbruck seit Jahren zusammen. Sven Herrmann, Geschäftsführer und Inhaber vom DRS, hat sein Unternehmen im Juli 2006 gegründet und konnte sich dank seiner Kompetenz und qualifiziertem Fachpersonal innerhalb kürzester Zeit als führender Fachbetrieb im Raum München und in der weiteren Umgebung etablieren. „Neben einem qualitativ hochwertigen Arbeitsergebnis ist Service ein wichtiger Garant für unseren Geschäftserfolg“, erklärt Sven Herrmann. „Dazu gehört es vor Nach dem Herausdrücken der Delle muss die entstandene Beule mit einem Teflon­Schlagdorn egalisiert werden. Im Lichtschein der Karosserielampe sieht Steve Baumgarten, wie viel Druck notwendig ist, um die Delle herauszumassieren. allem auch, dass nicht der Kunde zu uns, sondern wir zu ihm oder in seine Werkstatt kommen, denn Dellenschäden werden oft im Zuge anderer Reparaturen oder Servicearbeiten am Fahrzeug gleich mitbeseitigt.“ Auch die Firma R&R gehört zu seinen Partner-Stationen. Bevor jedoch die erste Beule oder Delle aus dem Fahrzeug herausgedrückt oder besser gesagt „herausmassiert“ wird, bekommt der Kunde zuerst einen detaillierten unverbindlichen Kostenvoranschlag. „Wir besichtigen das Fahrzeug sehr genau“, sagt Sven Herrmann, „denn bei den Arbeitskosten kommt es weniger auf die Anzahl der Beulen oder Dellen an, als vielmehr, wie zugänglich diese von der Rückseite sind, wie stark das Blech ist und welche Methoden wir zum Einsatz bringen müssen.“ Eine Frage der Zugänglichkeit So auch im Fall des eingangs erwähnten MG F, dessen Dellen von Steve Baumgarten und seinem Kollegen Sebastian Nagel, beide Mitarbeiter von Sven Herrmann, in der Werkstatt von R&R entfernt werden sollen. Die Zugänglichkeit der Dellen von der Rückseite im vorderen Kofferraumde- An von hinten unzugänglichen Stellen wird zum Herausziehen der Dellen ein Haken auf die Karosserie geklebt. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 31

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WERKSTATTTECHNIK ckel ist sehr gut gegeben“, sagt Steve Baumgarten, der gelernter Fahrzeuglackierer ist und seit mehr als fünf Jahren für den DRS arbeitet. „Das Entfernen der rund 60 Dellen wird rund zwei Stunden in Anspruch nehmen.“ Schwieriger zugänglich sind jedoch die im Kotflügel, zumal noch ein alter Parkrempler im rechten vorderen Kotflügel gleich mit beseitigt werden soll. Lackschondende Arbeitsweise Diese Aufgabe übernimmt Sebastian Nagel, der als gelernter Karosseriebauer- Geselle bereits seit vier Jahren für den DRS arbeitet. „Für die drei Dellen und den Parkrempler sind sicherlich gut eineinhalb Stunden nötig“, kalkuliert Sebastian Nagel den Arbeitsaufwand, da er einige Verkleidungsteile innerhalb der Kotflügel ausbauen muss. Damit die beiden Spezialisten sehen, wie sie vorgehen müssen, installieren sie mittels Saugnapf zuerst jeweils eine Speziallampe auf der Karosserie, die kontrollierte Lichtreflexionen erzeugt. „Auf diese Weise ermitteln wir den optimalen Punkt, um mit vorher nach Länge und Hakenwinkel ausgewählten Druck- Haken exakt unter der Delle ansetzen zu können, um sie möglichst lackschonend zu bearbeiten“, sagt Sebastian Nagel. „Die Kunst besteht darin, eine Delle sanft von innen herauszumassieren. Dabei achten wir penibel auf materialschonendes Drücken, um ein tadelloses Endergebnis zu garantieren.“ Ist die Delle herausgearbeitet, bildet sie meist eine kleine Beule an der Außenseite der Karosserie. „Im zweiten Schritt muss deshalb mittels Teflon-Schlagdorn und sanften Hammerschlägen um die Beule herum die Spannung aus dem Blech genommen werden“, erklärt Steve Baumgarten.“ Dieser Arbeitsschritt setzt sehr Mit Hilfe eines Zughammers wird anschließend die Delle vorsichtig aus der Karosserie gezogen – dabei muss auf den Lack geachtet werden. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 viel Erfahrung voraus, denn einmal zu fest geschlagen, kann der Lack beschädigt werden oder es bilden sich kleine Mikrodellen um die ehemalige Delle herum. Die Delle ist schließlich entfernt, wenn sich im Lichtschein der Speziallampe keine Verzerrung im Lichtreflex mehr zeigt. Ist eine Delle nicht von der Innenseite erreichbar, lässt sich diese durch Ziehen herausarbeiten. „Dazu kleben wir mit Heißkleber einen speziellen Haken auf die Delle und ziehen diese dann mit einem Zughammer aus der Karosserie“, erklärt Sebastian Nagel. „Nach dem Herausziehen kann der Haken leicht von der Karosserie seitlich abgezogen werden, ohne den Lack zu beschädigen.“ Auch hier muss mit dem Teflon-Schlagdorn die so entstandene leichte Beule sanft kreisförmig am Rand bearbeitet werden, damit sich das Metall entspannt und glattzieht. Die Kunst besteht darin, eine Delle sanft von innen herauszumassieren, ohne den Lack zu beschädigen. Wenn der Haken nicht mehr gebraucht wird, kann er leicht mit Hilfe eines Reinigers von der Karosserie gelöst werden. Für Robert Pollner rechnet sich die Zusammenarbeit mit einem professionellen Dellen­Reparaturservice. Beide Methoden kommen, je nach Zugänglichkeit, auch an Türblechen zum Einsatz. Hier müssen die beiden Dellen- Profis jedoch auf die Scheibe achten, damit sie nicht beschädigt wird. „In einigen Fällen kann die Scheibe sogar geschlossen bleiben“, so Steve Baumgarten. „Muss sie geöffnet werden, besteht jedoch durch die Auswahl flacher Haken kein Risiko, dass die Scheibe beschädigt wird.“ Grenzen für das Dellenentfernen bestehen allerdings, wenn das Blech stark geknickt und/oder der Lack bereits gesprungen ist. „Bei gesprungenem Lack besteht jedoch die Möglichkeit mittels Spot-Repair den beschädigten Lack kleinflächig beizu lackieren, nachdem die Delle entfernt wurde.“ Auch bei bereits sehr alten und damit spröden Lacken sind dem beschädigungsfreien Dellen-Entfernen mit Smart-Repair Grenzen gesetzt. „Dann ist die Gefahr zu groß, dass der Lack beim Herausdrücken der Delle oder beim Bearbeiten der Beule mit dem Teflon-Schlagdorn bricht. Vier Stunden Arbeitszeit Nachdem das Blech des MG F wieder in Form gebracht wurde, prüfen beide Dellen-Profis noch einmal mit der Speziallampe, ob das Blech absolut glatt ist. Da sie keine weiteren Dellen finden, können sie nach gut zwei Stunden ihre Arbeit beenden. Insgesamt stehen damit vier Stunden Arbeit auf der Rechnung. Der Besitzer des MG F kann sehr zufrieden sein, denn das Blechkleid des MG F präsentiert sich wieder im Bestzustand, und das für einen Bruchteil des Geldes, was eine herkömmliche Reparatur oder der Austausch der Teile gekostet hätte. Marcel Schoch ■ Auch beim Ziehen einer Delle entsteht eine Beule. Sie wird mit dem Teflon­Schlagdorn egalisiert. www.autoservicepraxis.de

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WERKSTATTTECHNIK TECALEMIT Digitalisierung beim Ölmanagement Mit dem neuen drahtlosen Ölmanagementsystem von Tecalemit ist die Ölversorgung in der Werkstatt jetzt auch über das Firmennetzwerk steuerbar. ur diesjährigen Automechanika präsentierte Tecalemit sein neues drahtloses Ölmanagementsystem TMS air. Bereits seit 1975 offeriert Tecalemit zentrale Ölversorgungsanlagen (zuletzt die Systeme TMS III und TKS IV), jetzt schafft man mit TMS air den Sprung ins digitale Zeitalter: Damit lässt sich die zentrale Ölversorgung in der Werkstatt auch über das Firmennetzwerk (LAN oder WLAN) steuern. Dabei stehen modulare Ausbaustufen zur Auswahl bis hin zur vollständigen Anbindung an das Warenwirtschaftssystem oder Dealer Management KURZFASSUNG Das neue drahtlose Ölmanagementsystem TMS air von Tecalemit steht in verschiedenen modularen Ausbaustufen zur Verfügung. Eines der ersten Referenzprojekte wird das neue Porsche-Zentrum in Hamburg sein, das derzeit gebaut wird. System. Es können aber auch bestehende Systeme ergänzt oder umgestellt werden, ohne dass in allen Bereichen neue Geräte angeschafft werden müssen. Die Systeme TKS IV und TMS III bleiben für klassische Installationen weiterhin im Angebot. Mobiler Zugriff Bei der Einbindung des Ölmanagementsystems via WLAN erfolgt der Zugriff auf die zentrale Servicesoftware mit Hilfe eines handelsüblichen Tablets, es müssen also keine spezialisierten und deshalb teuren Tablets angeschafft werden (ein informatives Video dazu auf http://bit.ly/tms_ air_video). So kann der nötige Zugriff kabellos direkt vor Ort am Auto oder im Lager erfolgen. Dabei bleiben die bewährten Vorteile der zentralen Ölversorgung voll erhalten: Ertragssteigerung durch effiziente Abläufe, Vermeidung von Ölschwund, stets verfügbare Abgabeprotokolle etc. Auch die Füllstände im Tank- lager werden vom LevelController air mit Hilfe von Sonden geprüft und über die Software OilControl dargestellt. Die Software OilControl air wird in zwei Varianten angeboten: In der Standardversion gehört sie zum Lieferumfang der TMS air, in der kostenpflichtigen Version OilControl air pro sind die Schnittstellen zu verschiedenen Dealer Management Systemen enthalten. Updates dazu können nachträglich jederzeit erfolgen. Paradebeispiel Als eines der ersten Parade-Referenzprojekte wird das derzeit im Bau befindliche Porsche-Zentrum in Hamburg („Alstergate“) mit dem neuen Ölmanagementsystem TMS air ausgestattet werden. Ausführendes Unternehmen bei der Ausstattung und Installation des Porsche-Zentrums ist das renommierte Unternehmen Heil & Sohn, langjähriger Partner von Tecalemit bei der Werkstattausrüstung. ra ■ Foto: Tecalemit TMS III und TMS air: Schematisches Installationsbeispiel mit LAN- und WLAN-Lösungen von Tecalemit mit Hebebühnen für Pkw und Lkw mit Grube. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 33

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WERKSTATTTECHNIK HEBETECHNIK Modulares Baukastensystem Im Frühjahr 2017 kommen drei neue Hebebühnen von ATH-Heinl auf den Markt, die das Unternehmen dem Fachpublikum bereits auf der Automechanika erstmals präsentierte. ie Automechanika 2016 war die bisher erfolgreichste Messe in unserer Firmengeschichte“, erzählt Hans Heinl, Geschäftsführer ATH­ Heinl stolz. Gerade die Präsentation des neuartigen ATH­Zweisäulen­Hebebühnen­Konzepts sei auf großes Interesse gestoßen. „Die Fachbesucher waren von der neuen Technik begeistert.“ Doch was zeichnet das neue Konzept aus? „Die Idee basiert auf dem erfolgreichen Free­Line­System. Das modulare Baukastensystem für Zweisäulen­Hebebühnen wurde erweitert, um technisch völlig unterschiedliche Zweisäulen­ Hebebühnen konfigurieren zu können“, erklärt Hans Heinl. Basis sei immer eine einheitliche Grundsäule sowie einheitliche Tragarme. Konzept für individuelle Ansprüche Das Ziel dabei: Die Grundsäule soll mit unterschiedlichen Techniken – ob elektrohydraulisch, elektromechanisch oder SPS­gesteuert – den individuellen Kundenansprüchen angepasst werden. Gerade diese Möglichkeiten kamen auf der Automechanika besonders gut an, erinnert sich Hans Heinl. Die neue ATH­Comfort Lift ist mit zwei Bedienelementen ausgestattet. Die neue Doppelscherenhebebühne ATH­Frame Lift 30F ist ab knapp 4.300 Euro erhältlich. Mit der neuen Hebebühne ATH­Comfort Lift startet ATH­Heinl das neue Konzept. Ab März 2017 soll die Zweisäulen­Hebebühne in drei Grundvarianten verfügbar sein: ■ ATH­Comfort Lift mit niedrigem Überfahrblech von 20 Millimetern, ohne Säulenerhöhung für niedrige Deckenhöhen. ■ ATH­Comfort Lift L mit leichter Säulenerhöhung und Quertraverse. Die Gleichlaufseile und der Hydraulikschlauch verlaufen barrierefrei oben über die Quertraverse. ■ ATH­Comfort Lift X mit extralanger Säulenerhöhung für hohe Fahrzeuge sowie barrierefrei verlaufender Gleichlaufseile und Hydraulikschläuche. Die neuen Hebebühnen weisen dabei dreiteilig teleskopierbare Tragarme auf. Für mehr Komfort in der Werkstatt sorgt ein zweites Bedienteil an der Nebensäule. Ein neues leistungsfähigeres Hydraulikaggregat soll zudem die Hub­ und Senkgeschwindigkeit um 25 Prozent gegenüber der ATH­Vorgängerserie steigern. Alle drei Varianten der ATH Comfort Lift sind mit unterschiedlicher Tragkraft zu haben. Zur Auswahl stehen 3 Tonnen, 3,5 Tonnen, 4 oder 5 Tonnen. Insgesamt kommt die neue Hebebühne in 19 Varianten daher und eignet sich so für Fahrzeuggrößen vom Kleinwagen bis hin zu Transportern. Der Preis für die günstigs­ Fotos: ATH-Heinl te Variante mit Überfahrblech und drei Tonnen Tragkraft wird laut Hersteller zum Verkaufsstart bei knapp 2.000 Euro liegen. Ab Frühjahr nehme der Fachhandel Bestellungen entgegen. „Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage bei unseren Vertriebspartnern in Europa sehr hoch sein wird“, so Hans Heinl. Nachträglich erweiterbar Einen großen Vorteil der neuen modularen Systembauweise sieht der Geschäftsführer in den Erweiterungsmöglichkeiten: „Der Kunde kann mit einer kostengünstigeren Variante einsteigen und diese später zu einer großen, bodenfreien Version umrüsten.“ Die Investitionskosten für ein ATH­Erweiterungspaket seien dabei deutlich geringer als die Anschaffung einer neuen Zweisäulen­Hebebühne. Doch damit nicht genug. Die ATH­ Comfort Lift wird noch in 2017 um zwei weitere Hebebühnen­Serien ergänzt, die sich in das neue Zweisäulen­Hebebühnenkonzept einreihen. Darunter die ATH­ KURZFASSUNG Drei neue Hebebühnen erweitern das Portfolio von ATH-Heinl im Bereich Hebetechnik. Besonders das neue modulare Baukastensystem der Zweisäulen-Hebebühnen stieß auf das Interesse der Fachbesucher auf der Automechanika. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 www.autoservicepraxis.de

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Classic Lift, die ab Herbst 2017 verfügbar sein soll. „Das wird die erste Zweisäulen­Hebebühne mit Spindeltechnologie und zwei Elektromotoren in unserem Portfolio“, verrät Hans Heinl. Die sichere Gleichlaufregelung soll dabei über eine programmierbare SPS­Elektroniksteuerung und Wegstreckenmessung realisiert werden. Die zweite neue Hebebühne ATH­Premium Lift, voraussichtlich ebenfalls ab Herbst 2017 lieferbar, zeichne sich durch eine integrierte hydraulische SPS­Proportionalsteuerung aus, die bereits zum Patent angemeldet worden sei. Für den mobilen Einsatz Neben dem neuen Zweisäulen­Hebebühnen­Konzept präsentierte ATH­Heinl auf der Automechanika auch eine neue Doppelscheren­Hebebühne sowie eine neue Kurzhubhebebühne. „Die neue Kurzhubhebebühne, die wir auch in einer feuerverzinkten Ausführung anbieten, war ein großer Kundenmagnet“, so Hans Heinl. Die feuerverzinkte Version der neuen Kurzhubhebebühne ATH­Flex Lift 30 Die 3­Tonnen­Kurzhubhebebühne ATH­ Flex Lift 30 eigne sich dabei als mobile, platzsparende Variante vor allem für Reifendienste. „Sie kann ohne Installationsarbeiten auf jedem ebenen, befestigten Untergrund aufgestellt werden“, weiß Hans Heinl. Dank des mitgelieferten Mobil­Sets lasse sie sich problemlos in der Werkstatt bewegen. Auch das Bedienpult mit Lenkrolle ist gleichermaßen mobil. Die ATH­ Flex 30 ist mit einem doppelten Hydraulikzylinder­System mit hydraulischer Absenksicherung ausgestattet. Da auf elektrische Endschalter komplett verzichtet werden soll, ist die ATH­Flex Lift 30 spritzwassergeschützt. Auch die neue Doppelscheren­ Hebebühne ATH­Frame Lift 30F verfügt über eine maximale Tragkraft von drei Tonnen und ist mit einem doppelten Master­ und Slavesystem ausgestattet. Sie kann als Überflur­Variante oder bodeneben eingebaut werden. Feststellbare Auffahrklappen an den Fahrschienen sollen die Aufnahme der Fahrzeuge erleichtern. Das mechanische Kipphebelsystem ermögliche eine hohe Hubkraft aus dem Nullpunkt heraus, so der Hersteller. „Dabei ist keine Druckluft erforderlich, das Heben und Senken erfolgt über eine Drucktastensteuerung“, erklärt Hans Heinl die Funktionsweise. Für knapp 4.300 Euro ist die neue Doppelscherenhebebühne ab März 2017 bei ATH­Vertriebspartnern erhältlich. Für rund 2.000 Euro weniger, ab voraussichtlich 2.200 Euro ist die Kurzhub­ Hebebühne zu haben. Die feuerverzinkte Version der ATH­Flex Lift 30 gibt es ab rund 2.500 Euro. Valeska Gehrke ■ Ersatzwagen Starker Service hat nichts mit Riesenkräften zu tun. Damit die Kunden unserer Werkstattpartner mobil bleiben, haben wir Ersatzwagen zu top Konditionen und einen Rundumservice im Angebot. Und jedes Jahr gibt es aktuelle Modelle zur Auswahl. Zudem gibt es auch attraktive Modelle für die Inhaber zu leasen. ATR SERVICE GmbH Otto-Hirsch-Brücken 17 70329 Stuttgart www.atr.de

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WERKSTATTTECHNIK KÄLTEMITTEL „Nachfrage wird drastisch steigen“ Das neue Kältemittel R1234yf nimmt Fahrt auf. Denn ab Anfang 2017 gilt die EU-Richtlinie 2006/40/EG nicht mehr nur für alle neu typgenehmigten Fahrzeuge, sondern für alle Neufahrzeuge. ervicebetriebe müssen sich zunehmend mit mindestens zwei Kältemitteln auseinandersetzen. Tim Vink, Director Regulatory Affairs bei Honeywell, erklärt im Interview, wie das Unternehmen der steigenden Nachfrage nach R1234yf nachkommen will. Jens Beneken von der Arthur Friedrich Kältemittel GmbH vertreibt das Kältemittel in Deutschland. Er erläutert, worauf es im Klimaservice mit R1234yf ankommt. asp: Durch die Richtlinie 2006/40/EG wird die Anzahl der Pkw mit R1234yf steigen. Wie kommt Honeywell der wachsenden Anfrage nach? T. Vink: Wir haben bereits jetzt drei Produktionsstätten, eine in China, eine in Japan und eine in den USA, in Geismar, Louisiana. Letztere wird die weltgrößte Produktionsstätte für R1234yf sein. Die Arbeiten dort sind beinahe abgeschlossen und die Belieferung der Kunden startet wie geplant im zweiten Quartal 2017. Zudem gibt es zwei Lizenznehmer, einen in Japan und einen in Indien. Denn die Nachfrage wird jetzt drastisch steigen, bis Ende 2017 gehen wir davon aus, dass es 80 Millionen Pkw mit dem neuen Kältemittel auf dem Markt geben wird. Die Lieferstrategie von Honeywell zielt darauf ab, den Kunden während der Umstellung auf Produkte der neuen Generation auch weiterhin die Zuverlässigkeit und Liefersicherheit zu bieten, die sie gewohnt sind. asp: Nach einer jahrelangen Sicherheitsdebatte setzt die Automobilindustrie auf R1234yf … KURZFASSUNG Ab 1.1.2017 gilt die EU-Richtlinie 2006/40/ EG für alle Neufahrzeuge – zum Einsatz kommt R1234yf. Honeywell ist auf die Nachfrage eingestellt. Werkstätten benötigen hingegen ein neues Gerät, das aber in der Bedienung vergleichbar ist. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 Jens Beneken, Geschäftsführer Arthur Friedrich Kältemittel GmbH, und Tim Vink, Director Regulatory Affairs bei Honeywell (rechts) Foto: Valeska Gehrke T. Vink: Dieses Thema ist für uns abgeschlossen – die Sicherheit von R1234yf ist unbestreitbar. Es gibt bereits mehr als 10 Millionen Pkw auf der Welt mit R1234yf und es hat noch keinen einzigen Vorfall gegeben, der R1234yf bezogen war. Tatsächlich ist R1234yf nicht wesentlich anders als R134a. Es ist als mild entzündlich klassifiziert worden. In einer spezifischen Mischung mit Luft und unter Laborbedingungen liegt die Selbstentzündungstemperatur bei 405 Grad Celsius. Grundsätzlich werden eine sehr hohe Entzündungsenergie und -temperatur benötigt, um R1234yf zu entzünden. Im realen Zustand, also auf der Autobahn, brennt es nicht. J. Beneken: Auch im Aftermarket haben wir noch nicht von einem Fall gehört, bei dem es Probleme mit R1234yf gab. Ganz im Gegenteil. Ich denke, es ist eher sicherer im Handling, als wenn man mit Hochdrucktechnologie arbeitet. Die Kunden im freien Automotive Aftermarket sind seit Jahren vertraut mit der R134a-Technik. Und die Technik für R1234yf ist vergleichbar. Wir stellen fest, jeder Monteur, der mit einer R134a-Anlage sicher umgehen kann, bedient ein Servicegerät für R1234yf genauso. Da gibt es keine Unterschiede. asp: Daimler setzt nach wie vor bei bestimmten Modellen auf CO 2 als umweltfreundliche Alternative … T. Vink: Das ist mir bekannt. Daimler hat sehr viel investiert in CO 2 . Aber das ist gut, www.autoservicepraxis.de

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dadurch gibt es Konkurrenz. Dennoch haben viele Automobilhersteller unabhängig von uns die Klimaauswirkungen über den Lifecycle von R1234yf versus CO 2 geprüft. Und man sieht ganz deutlich, der Klimaeinfluss von yf ist erheblich niedriger als der von CO 2 . asp: Worauf müssen sich Werkstätten mittel fristig im Klimaservice einstellen? J. Beneken: Ich glaube schon, dass jede Werkstatt sowohl ein R134- und ein R1234yf-Gerät braucht. Das Fahrzeugvolumen wird in wenigen Jahren einfach da sein, sowohl bei R134a für die älteren Fahrzeuge als auch die großen Volumen R1234yf. Das haben sehr viele mittlerweile auch erkannt. Sie bereiten sich jetzt schon darauf vor und haben eine 134a- und eine R1234yf-Klimaservicestation, um das Geschäftsfeld zu besetzen. asp: Bei zwei Kältemitteln auf dem Markt kann es auch zu kontaminierten Kältemittel kommen – wer kümmert sich um die Entsorgung? HINTERGRUND Ab dem 1.1.2017 gilt die EU-Richtlinie 2006/40/EC, nach der in allen Neufahrzeugen nur noch Kältemittel eingesetzt werden dürfen, dessen Erderwärmungspotenzial (Global Warming Potential, GWP) unter 150 liegt. Die Automobilhersteller setzen auf R1234yf, auch wenn es mit CO2 eine weitere Alternative gibt, die beispielsweise von Daimler in Oberklassemodellen zum Einsatz kommt. In den vergangenen Jahren stand R1234yf wegen Sicherheitsbedenken in der Kritik. Diese Bedenken scheinen weit gehend ausgeräumt. Auch Daimler setzt R1234yf inzwischen mit einer technischen Nachrüst- Lösung ein. Hergestellt wird R1234yf von Honeywell bzw. Chemours (ehemals Dupont). Als Joint Venture entwickelten die beiden Unternehmen das neue Kältemittel. Bei Honeywell hat man sich bereits auf die wachsende Nachfrage ab 2017 eingestellt (siehe lnterview). T. Vink: Es gibt eine europäische F-Gasverordnung, dass diese Gase zurückgenommen werden müssen. Aber Entsorgung ist nicht die beste Lösung, man kann sie recyceln. Nicht in der Werkstatt, aber wenn es genug Volumen gibt, dann wird es via Destillation gereinigt und kann wieder verkauft werden. J. Beneken: Wir entsorgen das kontaminierte Kältemittel oder bereiten es auf. Wir haben eine entsprechende Einsammelgenehmigung nach dem Abfallrecht. Kunden bekommen von uns eine so genannte Recyclingflasche, in die das kontaminierte R1234yf oder R134a gegeben wird. Wir bekommen die Flasche zur Rückholung angemeldet und holen sie gemäß Abfallschlüssel beim Kunden ab. Dann wird gesammelt, analysiert und wenn möglich aufbereitet. Mit anderen Kältemitteln ist das schon seit Jahren ein üblicher Prozess. asp: Besteht eine Verwechslungsgefahr der beiden Kältemittel im Service? J. Beneken: Nein, eigentlich nicht, es gibt fahrzeugspezifische Anschlüsse. Man muss schon Aufwand betreiben, um ein R1234yf- Servicegerät an ein 134a-Anschluss anzuschließen. Die Adapter sind absichtlich verschieden. Interview: Valeska Gehrke ■ POWERWERKZEUG Der Federbeinspanner Maximus von Würth garantiert dem Anwender ein Maximum an Sicherheit • Optimaler Schutz Ihrer Mitarbeiter dank eines ganzheitlichen Sicherheitskonzepts • Kraftvolle pneumatische Federspann-Stationen für nahezu alle Federformen • Komfortables Arbeiten entsprechend den Marktanforderungen Vereinbaren Sie noch heute einen Beratungstermin mit Ihrem Würth Verkäufer. Mehr Informationen fi nden Sie auf www.wuerth.com/toolcompass Adolf Würth GmbH & Co. KG • 74650 Künzelsau T +49 7940 15 - 0 • info@wuerth.com • www.wuerth.de 05–210–11/16

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PRODUKTE DIAGNOSE Neue Schnittstelle Der neue Diagnosetester KTS 350 von Bosch unterstützt jetzt neben allen gängigen Fahrzeugschnittstellen auch die neue auf Ethernet basierende Schnittstelle. Denn in vielen aktuellen Fahrzeugmodellen werde die Diagnose-Schnittstelle auf Ethernet-Basis eingesetzt. Zudem verfügt der integrierte All-inone Tester über ein verbessertes „Pass- Thru-Interface“, um die Portale der Fahrzeughersteller zur Reprogrammierung von Steuergeräten zu nutzen. Der Diagnosetester KTS 350 ersetzt dabei den Vorgänger KTS 340. Der Tester WERKZEUG Sicher spannen Die beiden neuen pneumatischen Federspann- Stationen von Würth „Maximus 2000“ und „Maximus 3000“ sollen sich für nahezu alle Federformen eignen. Denn mit der im Lieferumfang enthaltenen Bestückung decken die beiden Ge räte 90 Prozent aller Fahrzeugmodelle ab, so der Hersteller. Dabei biete die Klemmbacke die Möglichkeit der Fixierung am Stoßdämpfer- Rohr, wodurch mehr Spiralen in den Spannvorgang einbezogen werden könnten. Dies sei gerade bei Federn mit geringer Windungszahl von Vorteil. Für sehr spezielle Anwendungen sind fünf weitere Spannbacken erhältlich. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 Foto: AluSystems der neuen Generation ist mit einem deutlich leistungsstärkeren Prozessor, vier Gigabyte Arbeitsspeicher und einem 256-Gigabyte großen SSD-Programmspeicher sowie dem aktuellen Betriebssystem Windows 10 ausgestattet und stellt so einen raschen Programmstart sowie ein zügiges Arbeiten sicher, so der Hersteller. Die Bosch-Werkstattsoftware Esitronic 2.0 ist dabei auf dem Gerät mit 10-Zoll-Touchscreen bereits vorinstalliert. Mit dem KTS 350 sei erstmals eine parallel oder gleichzeitig durchgeführte Diagnose möglich, da das Gerät über ver- WERKSTATTEINRICHTUNG Gut sortiert lagern Die Federspann-Station „Maximus 2000“ ist dabei speziell für den Bereich Pkw bis SUV geeignet, das Gerät „Maximus 3000“ wurde hingegen für die Federn von Transportern entwickelt. Die Leistung der kleinen Federspann-Station beträgt 2.000 kg/20.000 N, die des großen Geräts liegt bei 3.000 kg/30.000 N. Beide Geräte lassen sich bequem fahren (bei der Maximus 2000 eine optionale Funktion) und sind dank der Pneumatik und des Fußpedals angenehm bedienbar. vg ■ Adolf Würth GmbH & Co. KG www.wuerth.de schiedene Kommunikationskanäle zur gleichen Zeit zu unterschiedlichen Steuergeräten kommunizieren kann. vg ■ Robert Bosch GmbH www.bosch-automotive.com Kleinteile wie Schrauben, Muttern und Nieten befinden sich häufig an verschiedenen Lagerplätzen in einem Betrieb, ein zentraler Ort fehlt und der Überblick über den Lagerbestand geht leicht verloren. Der FlexiTower von AluSystems soll hier Abhilfe schaffen und für Ordnung sorgen. Das drehbare Kleinteile-Lager lässt sich dabei modular aufbauen. Bis zu vier Ebenen mit bis zu 1.440 Kleinteilekästen sind möglich. Dabei kann der FlexiTower platzsparend in einer Ecke oder Nische aufgestellt werden. Über ein Navigationssystem (Buchstaben-Zahlenkombination) seien benötigte Teile schnell auffindbar. vg ■ AluSystems www.flexitower.de Foto: Bosch Foto: Würth www.autoservicepraxis.de

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HEBETECHNIK Spanische Alternative Das Unternehmen Auswuchtwelt Ltd. & Co. KG hat jetzt die Produkte der spanischen Firma Astra ins Sortiment aufgenommen. Astra stellt seit 1979 Kfz-Ausrüstung her, darunter Lackierkabinen, Schweißgeräte, Richtbänke und Hebetechnik. Die Produkte werden eigenen Angaben nach in über 25 Länder exportiert. In Deutschland ist der in Gomringen ansässige Werkstattausrüster Auswuchtwelt exklusiver Vertriebspartner. Thomas Zink, Geschäftsführer der Auswuchtwelt, ist überzeugt von der „robusten Technik“ und den „breiten Einsatzmöglichkeiten“ der spanischen Astra- Produkte. Die Astra Minilift AE100.1 etwa ist eine mobile Scherenhebebühne (siehe Foto), die sich für nahezu alle Arbeiten rund um das Fahrzeug eigne. Sie komme vor allem im Reifenservice, im Kfz-Service oder im Karosseriebau zum Einsatz. Durch den speziellen Gummibelag sollen Fahrzeuge langsam durch Druckluft angehoben werden. Dabei ist die Bühne für Fahrzeuge mit einem maximalen Gewicht von bis zu 3,2 Tonnen geeignet, so der Hersteller. Mit nur rund 110 Kilo Eigengewicht lässt sich die Minilift auch als mobile Hebebühne nutzen. Die Variante Minilift AE100.Low hingegen wurde speziell für Fahrzeuge mit geringer Bodenfreiheit konzipiert. Dank der niedrigen Bauhöhe und der optional erhältlichen Fahrzeugrampen sei ein bequemes Arbeiten auch bei diesen Fahrzeugen möglich. Durch die montierten Rollen ist die Minilift AE100.Low zudem fahrbar. vg ■ Auswuchtwelt www.auswuchtwelt.de Foto: Auswuchtwelt Upps! Haben Sie etwas vergessen? Vielleicht Ihren alten Prüfstand? Nur die wenigsten "älteren" Prüfstände in Deutschland entsprechen der neuen Richtlinie. Gehört Ihrer dazu? Wenn nicht, wird es langsam Zeit für einen neuen. Multiflex 06 Easy Der Gesetzgeber hat entschieden, dass der Bestandsschutz für Prüfstände, die die Mindestanforderungen (für PKW: Durchmesser der Laufrollen min. 200 mm, Prüfgeschwindigkeit größer als 4 km/h, ASA Livestream Schnittstelle) nicht erfüllen, am 1. Januar 2020 endet. Warten Sie nicht zu lange, sonst drohen lange Lieferzeiten erze eite iten und sogar der Verlust der HU-Durchführung. AHS Prüfstände überzeugen durch ... Zertifizierung nach neuer Richtlinie Hochwertige Qualität "made in Germany" Anpassung an bestehende Fundamente (keine teuren Fundamentarbeiten notwendig) bedienerfreundliche Ausstattung umfangreichen Standard-Lieferumfang vielfältige Optionsmöglichkeiten wie z. B. PC-Software, Hebeschwelle, AHS-Allradmodus, Pedalkraftmesser, Einbauwannen, etc. www.ahs-prueftechnik.de

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TÜV SÜD-AKTUELL Fragen an ... Tobias Eppler, Digital Consultant TÜV SÜD AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 Foto: TÜV SÜD Wo besteht bei Autohäusern und Kfz- Betrieben Nachholbedarf beim Thema Digitalisierung? Die Antwort liegt bereits in der Frage. Der Nachholbedarf besteht in der Digitalisierung. Der TÜV SÜD Digitalreport zeigt, dass nur wenige Autohäuser gut aufgestellt sind. Die meisten Betriebe machen sich zwar Gedanken zur Digitalisierung, verfügen jedoch nicht über die nötigen Systeme, Kapazitäten, Mitarbeiter und es mangelt an einer digitalen Strategie. Wo liegen die größten Chancen der Digitalisierung für Werkstätten und Autohäuser? Viele Kunden informieren sich online über das Autohaus und treffen oft zu Hause auf dem Sofa die Entscheidung, zu welchem Autohaus sie fahren. Diese Chance muss der Handel nutzen. Moderne DMS und CRM- Systeme bieten heute grundlegende Funktionen, weitere Daten zu den Kunden wie beispielsweise die gewünschte Kontaktart, Informationen zu Freizeitaktivitäten, Interessen und Präferenzen zu hinterlegen. Diese Daten sind wertvoll, denn mit ihnen lassen sich gezielt Bedürfnisse der Kunden ansprechen. Welche Hilfestellung kann TÜV SÜD leisten? Die Experten von TÜV SÜD helfen Unternehmen bei der Entwicklung einer Digitalstrategie. Gemeinsam mit dem Kunden erarbeiten wir in der Analysephase einen Anforderungskatalog. Dieser dient als Basis, um im zweiten Schritt eine belastbare Roadmap festzulegen, wie die selbst gesteckten Ziele erreicht werden können. Dazu legen wir Kennzahlen für den Einsatz von Budget und Ressourcen fest, die im Laufe des Projekts kontinuierlich überprüft werden. Um Verbesserungen der Online-Performance sichtbar zu machen, bieten wir Autohäusern und Kfz-Betrieben ein Online- Monitoring. Der monatliche oder quartalsmäßige Ergebnisreport zeigt ihnen positive und negative Veränderungen auf. DIGITALISIERUNG Das digitale Autohaus-Lexikon Hilfreiche Informationen, Tipps und Tricks rund um die Digitalisierung im Autohaus hat TÜV SÜD im Internet unter www.tuev-sued.de/digitales-autohauslexikon zusammengestellt. In dem Lexikon zur Digitalisierung finden sich zudem Empfehlungen zu digitalen Tools, um die digitale Performance von Kfz-Betrieben zu verbessern. Für Unternehmen, die sich eine Digitalstrategie zurechtlegen möchten, ist das Angebot von TÜV SÜD eine ideale erste Informationsquelle. Digitalisierung verändert nicht nur die Art und Weise, wie Menschen miteinander kommunizieren, sie revolutioniert auch Produktionsprozesse und Strukturen im Handel. Das betrifft ganz direkt auch die Automobil- und Servicebranche. Welche Herausforderungen und Chancen die Digitalisierung speziell für Autohäuser mit sich bringt, zeigt das Lexikon verständlich auf. Eine steigende Preis- und Produkttransparenz, anspruchsvollere Kunden und eine Vielzahl von Nutzerbewertungen stellt die Branche vor Heraus forderungen. Dabei verändern sich nicht nur alle Prozesse, es entstehen auch neue Ertragschancen durch neue Wertschöpfungsketten. Der Verkauf von Rädern und Reifen in einem eigenen Onlineshop ist nur ein Beispiel dafür. Im Kapitel „Unternehmensstrategie“ wird erklärt, warum die Entwicklung einer digitalen Strategie für das Autohaus wichtig ist und welche Schritte auf dem Weg zum digitalen Autohaus der Zukunft notwendig sind – von der Analyse des Ist-Zustandes, der Suche nach den richtigen Partnern bis zur Kommunikation einer Strategie gegenüber den eigenen Mitarbeitern. Ausführlich wird in einem Kapitel die Rolle des Onlineverantwortlichen im Autohaus dargestellt. Die jährliche Pflege der Händlerwebsite reicht nicht mehr aus, um Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden zu erfüllen. Vielmehr erfordert die digitale Transformation im Automobilhandel ein aktives und permanentes Monitoring von Bewertungen, Marktveränderungen sowie der Kommunikation des Unternehmens. Dahinter steht ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess im Unternehmen. Daher ist es sinnvoll, einen Onlineverantwortlichen im Betrieb zu definieren, der die Onlineperformance verbessert und das vorhandene Online-Marketingbudget effektiv einsetzt. Ganz praktisch umsetzbar sind schließlich die Hinweise zur Suchmaschinenoptimierung einer Webseite. Mehr Infos unter www.tuev-sued.de/digitales - autohaus-lexikon Foto: Fotolia/vege Mit der richtigen Strategie bietet die Digitalisierung der Prozesse im Autohandel viele Chancen. www.autoservicepraxis.de

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VIDEO-MARKETING Statt vieler Worte So funktioniert Fahrzeugmanagement bei TÜV SÜD – im Video wird die Dienstleistung anschaulich. Foto: TÜV SÜD Interessant, leicht zu verstehen und überzeugend, so muss ein Kurzfilm beschaffen sein, der ein komplexes Thema in drei Minuten verständlich vermitteln soll. Besonders gut gelungen ist das beim Explain-it-Film zum Fahrzeugmanagement im Gebrauchtwagenhandel, der als Video auf Youtube zu sehen ist. TÜV SÜD bietet Autohäusern eine ganze Palette von Dienstleistungen im Bereich Fahrzeugmanagement an. Weil der Konzentrationsprozess im Autohandel zu größeren Unternehmen führt, erhält das Thema Gebrauchtwagenmanagement einen immer höheren Stellenwert. TÜV SÜD kann Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Lebenszyklus eines Gebrauchtwagens anbieten, von der Hereinnahme des Fahrzeugs bis zum Verkauf. Servicebausteine können modulartig in Anspruch genommen werden, beispielsweise die Aufbereitung der Fahrzeuge, administrative Prozesse wie die Abmeldung, das Datenmanagement, aber auch das betriebswirtschaftliche Controlling. Der Film erklärt in 180 Sekunden, warum Zeit im Gebrauchtwagenhandel eine essentielle Rolle spielt und warum die Profis von TÜV SÜD mit ihren maßgeschneiderten Lösungen der optimale Dienstleistungspartner für Handel und Hersteller sind. Das Video steht auf Youtube: www.youtube.com/watch?v=g0ZwhI_SqFwrt DIGITAL REPORT Der Autohandel im Netz TÜV SÜD hat einen Blick auf die Webseiten von rund 650 Automobilhändlern in Deutschland geworfen und deren Online-Präsenz systematisch analysiert. Im Detail wurde unter anderem die Auffindbarkeit bei der Suchmaschine Google, die Autobörsenprofile der Standorte sowie die direkte Kommunikation auf der Webseite bewertet. Die Ergebnisse sind im Digital-Report von TÜV SÜD zusammengefasst. Der Report gibt einen Überblick, wie fit der Autohandel im Internet heute schon ist und an welchen Stellen noch Nachholbedarf besteht. So fehlt es auf den Webseiten häufig noch an relevanten Inhalten. Der Report kann kostenlos bei TÜV SÜD abgerufen werden: www.tuev-sued.de/autohausdigitalreport Personalie Jochen Krebs ist neuer Leiter der Service-Center in München. Neuer Leiter aller Münchner Service-Center ist ab Dezember Jochen Krebs (36), der zuvor zwei Jahre lang für die Service-Center Nord in Garching und in der Moosacher Straße verantwortlich war. Er folgt auf den langjährigen Leiter Walter Dasch, der die neue Service-Struktur in München maßgeblich mit entwickelt hat und nach 30 Jahren im Unternehmen im Juli 2017 in den Ruhestand geht. „Mit seiner Erfahrung als TSC- und Fahrerlaubnisleiter ist Jochen Krebs genau der richtige Nachfolger. Als langjähriger Mitarbeiter, der vor 15 Jahren schon sein duales Maschinenbaustudium im Unternehmen absolviert hat, kennt er die Kunden, das Unternehmen und seine Mitarbeiter aus dem Effeff“, sagt Patrick Fruth, Leiter der Division Auto Service bei TÜV SÜD. Jochen Krebs hat in der TÜV SÜD-Niederlassung München zwischen 2004 und 2006 seine Ausbildung zum amtlich anerkannten Sachverständigen absolviert. Nach einem dreijährigen Aufenthalt in Dresden als Projektleiter bei der Weiterentwicklung der HU und im Anschluss unter anderem als Projektmanager für IT- Projekte bei TÜV SÜD, kehrte er 2015 in die Niederlassung München zurück. TÜV SÜD-Kontakt TÜV SÜD Auto Service Philip Puls Tel. 0 89/57 91-23 20, Fax -23 81 philip.puls@tuev-sued.de TÜV SÜD Auto Partner Thomas Gensicke Tel. 0 7 11/72 20-84 73, Fax -84 88 thomas.gensicke@tuev-sued.de Zentraler Vertrieb Tel. 07 11/7 82 41-246 vertrieb-as@tuev-sued.de Foto: TÜV SÜD www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 41

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BETRIEBSPRAXIS WERKSTATTSYSTEME Wie werde ich nur sichtbar? In den Systemzentralen der Werkstattkonzepte tut man alles, um den Partnerbetrieben den Einstieg ins digitale Marketing zu erleichtern und so die Sichtbarkeit der Werkstätten zu erhöhen. ualitätsoffensiven durch gezielte Schulungen der Werkstattpartner, Digitalisierung, Hilfen bei anstehenden Investitionen, Social Media und Reparaturversicherungen – das sind die Themen, an denen Konzeptgeber in den Systemzentralen vor allem arbeiten. Der KURZFASSUNG Die Werkstattsysteme treiben die Digitalisierung voran. Mit hilfreichen Tools erleichtern die Konzeptgeber Betrieben das digitale Marketing. Dazu gehören Hilfen für die eigene Webseite, Social Media Kanäle oder die Online-Terminvereinbarung. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 Sog der Digitalisierung geht an den Werkstatt-Systemgebern nicht vorbei. Ganz im Gegenteil stehen Digitalisierungs-Projekte ganz oben auf der Agenda. Der Weg ins digitale Zeitalter – er beginnt bei vielen Werkstätten mit einer vernünftig gepflegten Webseite. Um hier das Niveau unter den Partnerbetrieben insgesamt zu heben und um Synergien zu nutzen, leisten die Konzeptgeber zentrale Unterstützung bei der Webseitengestaltung und der Pflege von Social-Media-Kanälen wie Facebook. „Den Ausbau digitaler Angebote sowie von zusätzlichen Kundenbindungsmaßnahmen haben wir als strategische Handlungsfelder in enger Abstim- mung mit den Werkstatt-Partnern festgelegt“, erklärt Marcus Verbeeten, Systemleiter beim Werkstattkonzept Motoo der Hess-Gruppe. Der neue Online-Service zur Erstellung digitaler Angebote oder die online aktivierbare Reifenversicherung sind dafür aktuelle Beispiele. Diesen Kurs verfolgt auch Klaus Grote, der die Werkstattsysteme Autofit und PV:Partner von PV Automotive verantwortet: „Kundengewinnung und -bindung über die neuen digitalen und sozialen Medien gehören sicher mit zu den wichtigen strategischen Handlungsfeldern.“ In allen drei Bereichen arbeitet PV Automotive in Workshops unter dem Motto „Werkstatt www.autoservicepraxis.de Foto: Fotolia/Syda Productions

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4.0“ eng mit freien Werkstätten zusammen und entwickelt gemeinsam mit ihnen digitale Lösungen, die im Werkstattalltag genutzt werden können. Dazu gehören Lösungen für die Telematik zum Nachrüsten ebenso wie das PV Social Media Service Tool, mit dem die Kundenbindung über die sozialen Medien einfacher werden soll. Social Media benötigt Anschub Viele freie Kfz-Betriebe haben weder die Zeit noch das Know-how im Umgang mit Facebook. Klaus Grote erklärt vor diesem Hintergrund das Prinzip des Social Media Tools von PV: „Die Erfahrungen, die PV zentral beim Aufbau seines Autofit Facebook Auftrittes gewonnen hat, sind in das Social Media Service Tool eingeflossen. Das PV Social Media Team erstellt für die Werkstätten die Facebook-Seiten mit Titelund Profilbild, bereitet die Beiträge vor und überwacht welche Beiträge besonders gut funktionieren.“ Die Autofit Partnerbetriebe können die vorgeschlagenen Beiträge vor Veröffentlichung löschen oder auf ihre individuellen Leistungsspektren anpassen. Sie haben Einblick in detaillierte Besucherstatistiken und können zusätzliche Posts, Fotos oder Videos beispielsweise von Betriebsfesten, besonderen Kundenfahrzeugen in ihrer Werkstatt, neue Werkstattausrüstung hinzufügen. Außerdem haben sie die Möglichkeit, auf Kommentare zu reagieren. Zusätzlich wird ab 2017 eine Smartphone-App für Autofahrer inklusive Online-Terminvereinbarung mit allen Autoprofi-Partnerbetrieben in die Pilotphase gehen und danach auch für Autofit Betriebe verfügbar sein. Das Besondere daran: Autofahrer können sich damit kostenlos einen Termin bei ihrer freien Werkstatt buchen, rund um die Uhr und mit sofortiger Terminbestätigung. Eine Terminvereinbarung im Internet können auch Motoo-Werkstätten ihren Kunden anbieten. Mit einem neuen Online-Service können sich Motoo-Kunden unter www.motoo.de zunächst ein unverbindliches Reparaturangebot einholen und anschließend einen Termin vereinbaren. Die Systemzentrale übernimmt die Abwicklung sowie auch die Werbemaßnahmen, die Werkstatt führt nur die Reparatur aus und stellt die Rechnung. „Unsere Motoo-Partner werden zeitlich entlastet und können sich auf ihr Kerngeschäft vor Ort konzentrieren“, erläutert Systemleiter Marcus Verbeeten. Die Select AG unterstützt die Partner der Werkstattsysteme Autoexcellent, ASP Auto Service Partner und Motocrew, ebenfalls mit zentralen Marketingleistungen: Systempartner haben die Möglichkeit über die Systemzentrale die Produktion von individuellen Imagevideos bzw. Firmen-Webclips in Auftrag zu geben, um in bewegten Bildern das eigene Unternehmen zu präsentieren und (Neu-)Kunden anzusprechen. Professionelle Videoproduktion Axel Birngruber, Leiter Werkstattsysteme und Schulungen bei Wessels & Müller kann den Partner-Werkstätten in puncto digitales Marketing ebenfalls einiges bieten. Auf Wunsch bietet der Konzeptgeber WM Unterstützung bei der Gestaltung einer professionellen Website für Werkstätten. „Die Nutzung digitaler Kanäle für das Marketing wird für Kfz-Betriebe immer wichtiger“, ist Birngruber überzeugt. Gerade die jüngeren Kunden erledigten immer mehr Aufgaben mit ihrem Smartphone oder dem Tablet. „Darauf müssen sich Werkstätten einstellen und beispielsweise eine Online-Terminvereinbarung anbieten.“ WM geht mit gutem Beispiel voran und stellt seinen Werkstatt-Partnerbetrieben so viel Information wie möglich im Onlineportal zur Verfügung. Immer wichtiger werde es für die freie Werkstatt online auf den Herstellerportalen zu arbeiten, beispielsweise, um Steuergeräte zu flashen – hier biete WM entsprechende Schulungen an. Kritik am ADAC-Werkstatt-Test Wie eine kalte Dusche müssen da die Ergebnisse des aktuellen ADAC-Werkstatt- Tests auf die Konzeptgeber wirken, haben doch die freien Werkstätten im Vergleich zu den markengebundenen Betrieben deutlich schlechter abgeschnitten (siehe Bericht S. 48). Markus Sippl, Leiter Fahrzeugtechnik ADAC Technik Zentrum, erläutert den strengen Maßstab, der in den verdeckten Tests angelegt wurde: „Wir haben diesmal das Versprechen der Werkstattketten noch ernster genommen, dass Inspektionen nach Herstellervorgabe gemacht werden. Da steht drin, dass auch der Luftdruck im Ersatzrad geprüft werden muss und dass Leitungen am Fahrzeug zu

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BETRIEBSPRAXIS WERKSTATT-KONZEPTE IM ÜBERBLICK SYSTEMGEBER ATR International Bosch AC Auto Check www.ac-autocheck.de Meisterhaft www.meisterhaft.com AutoPartner www.autopartner-atr.de AutoCrew www.autocrew.de Bosch Car Service www.boschcarservice.de Anzahl Systempartner in Deutschland Deutschlandweit vertreten? Im Ausland aktiv? Systemgebühren Ansprechpartner für Werkstätten SYSTEMGEBER Anzahl Systempartner in Deutschland Deutschlandweit vertreten? Im Ausland aktiv? Systemgebühren Ansprechpartner für Werkstätten 307 859 63 ca. 300 ca. 1.000 ja ja ja ja ja Das internationale Schwesterkonzept ACC Auto Check Center ist in Ungarn, Rumänien, Tschechien, Kroatien, Griechenland, Türkei, Portugal und Brasilien vertreten Starterpaket im Wert von 1.000,- Euro; Systemgebühr pro Monat 89,- Euro Sabine Gans sgans@atr.de Tel. 07 11/91 89 79 68 über den ATR-Gesellschafter Stahlgruber in Österreich vertreten Starterpaket im Wert von 1.000,- Euro; Systemgebühr pro Monat 89,- Euro Sabine Gans sgans@atr.de Tel. 0711/91 89 79 68 TROST Fahrzeugteile (ist eine Marke der WM SE) Trost-Partner Autofit www.autoservice.com www.autofit.de nein Starterpaket im Wert von 1.000,- Euro; Systemgebühr pro Monat 89,- Euro Sabine Gans sgans@atr.de Tel. 0711/91 89 79 68 1a Autoservice www.go1a.de AutoCrew ist auch in anderen Ländern vertreten. Der Schwerpunkt dabei liegt in Europa AutoAuto www.autoauto.de 2.040 784 611 171 48 ja ja ja ja ja Österreich, Slowakei, Tschechische Republik keine Startgebühr; Systemgebühr pro Monat 35,- Euro Team Werkstattkonzepte 07 11/40 13-4 64 00 konzepte-center@trost. Rumänien, Slowakei, Tschechische Republik keine Startgebühr; Systemgebühr pro Monat 125,- Euro Team Werkstattkonzepte 07 11/40 13-4 64 00 konzepte-center@trost. Österreich keine Startgebühr; Systemgebühr pro Monat 125,- Euro Team Werkstattkonzepte 07 11/40 13-4 64 00 konzepte-center@trost. Österreich, Rumänien, Slowakei, Tschechische Republik keine Startgebühr; Systemgebühr pro Monat 125,- Euro Team Werkstattkonzepte 07 11/40 13-4 64 00 konzepte-center@trost. SYSTEMGEBER PV Automotive Hans Hess Autoteile Point S Deutschland Autofit www.autofit.de PV Partner www.pvautomotive.de Motoo www.motoo.de Point S www.point-s.de Weltweit ist Bosch Car Service mit rund 14.000 Betrieben vertreten kein Einmalbeitrag bei Systembeitritt; Sonderleistungen wie Befreiung von Systemgebühr (für drei Monate ab Vertragsbeginn), Systemgebühr ab 155,- €/Monat kein Einmalbeitrag bei Systembeitritt; Sonderleistungen wie z.B. Befreiung von Systemgebühr (für drei Monate ab Vertragsbeginn), monatliche Systemgebühr 139,- € www.bosch-werkstattkonzepte.de www.bosch-werkstattkonzepte.de AutoGo! www.autogo.de Rumänien, Slowakei, Tschechische Republik keine Startgebühr; Systemgebühr pro Jahr 1.500,- Euro Team Werkstattkonzepte 07 11/40 13-4 64 00 konzepte-center@trost. Automeister www.automeister.de Anzahl Systempartner in Deutschland Deutschlandweit vertreten? 356 926 187 467 111 ja nein nein, Schwerpunkt PLZ- Gebiete 3,4,5 und 6 Im Ausland aktiv? nein nein 33 Partner in Serbien über Franchisenehmer, künftig auch Bulgarien Systemgebühren Ansprechpartner für Werkstätten Startgebühr 499,- Euro; Systemgebühr pro Monat 149,- Euro konzepte-center@pvautomotive.de Tel. 02 01/8 48 55-4 00 Startgebühr 299,- Euro; Systemgebühr pro Monat 84,- Euro konzepte-center@pvautomotive.de Tel. 02 01/8 48 55-4 00 Startgebühr 3.100,- Euro; Systemgebühr pro Monat 169,- Euro Marcus Verbeeten Leiter Werkstattsysteme Tel. 02 21/54 00-2 18 europaweit, außerdem Kanada, USA, Südafrika, Türkei, Indien auf Anfrage Hinrich Hinrichs Technischer Leiter Tel. 0 61 54/6 39-1 35 hhinrichs@point-s.de Österreich, Ungarn, Rumänien, Slowenien auf Anfrage Jörg Dölicke Automeister Systemleiter Tel. 0 61 54/6 39-2 12 info@automeister.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 www.autoservicepraxis.de

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WERKSTATT-KONZEPTE IM ÜBERBLICK SYSTEMGEBER WM Fahrzeugteile (ist eine Marke der WM SE) Carat Autoteam www.auto-team.com AutoPro www.autopro.de Autoteam Plus www.auto-team-plus. Ad-Auto Dienst www.ad-autodienst.de Auto Mobil Meisterwerkstatt www.automobilmeisterwerkstatt.de Anzahl Systempartner in Deutschland 1254 344 145 578 840 Deutschlandweit ja ja ja ja ja vertreten? Im Ausland aktiv? Österreich nein nein europaweite Aktivität nein über Ad International Systemgebühren keine Systemgebühr Systemgebühr pro Monat 19,90 Euro Systemgebühr pro Monat 19,90 Euro Startgebühr 1.298,- Euro; Systemgebühr pro Monat: 110,- Euro keine Startgebühr Systemgebühr pro Monat: 20,- Euro Ansprechpartner für Werkstätten Team Werkstattkonzepte 05 41/99 89-22 76 konzepte@wm.de Team Werkstattkonzepte 05 41/99 89-22 76 konzepte@wm.de Team Werkstattkonzepte 05 41/99 89-22 76 konzepte@wm.de Faye Richter Tel. 0621/86080-222 Faye Richter Tel. 0621/86080-222 SYSTEMGEBER Carat Select GD Handelssysteme Autoplus www.carat-autoplus.de Autoexcellent (in Kooperation mit Coparts) www.autoexcellent.de ASP Auto Service Partner www.asp-24.de Motocrew www.motocrew.de Premio Reifen + Autoservice www.gdhs.de Anzahl Systempartner in Deutschland 40 25 (von Select) 529 95 285 Deutschlandweit nein 41 Prozent Abdeckung 83 Prozent Abdeckung 62 Prozent Abdeckung ja vertreten? Im Ausland aktiv? nein auch Niederlande nein nein Schweiz, Benelux, Polen, Türkei, Russland, Rumänien, Slowakei, Ungarn, Bulgarien und Tschechien Systemgebühren k.A. Startgebühr: 495,- Euro (inkl. gleichwertiges Starterpaket); Systemgebühr pro Monat 65,- Euro keine Startgebühr; Systemgebühr pro Monat 49,90 Euro keine Startgebühr; Systemgebühr pro Monat 9,90 Euro keine Startgebühr; Systemgebühr pro Jahr 5200,- bis 12.800,- Euro Ansprechpartner für Werkstätten Indra Kimber Tel. 0621/86080-254 Andreas Kilian Systemleiter Werkstattkonzepte Tel. 0 26 32/49 99 22 a.kilian@select.ag Andreas Kilian Systemleiter Werkstattkonzepte Tel. 0 26 32/49 99 22 a.kilian@select.ag Andreas Kilian Systemleiter Werkstattkonzepte Tel. 0 26 32/49 99 22 a.kilian@select.ag Claus-Christian Schramm Leiter Premio Reifen + Autoservice, Tel 02 21/ 9 76 66-3 68, claus-christian.schramm@gdhs.de Quelle: Angaben der Systemgeber, kein Anspruch auf Vollständigkeit, Stand: Dezember 2016 prüfen sind“, erläutert Sippl. „Wir hatten auch bei den Werkstattketten mitunter sehr gute Ergebnisse, beispielsweise bei Bosch oder ATU, auch bei 1A konnte eine Werkstatt eine sehr gute Bewertung erzielen“, relativiert Sippl das Ergebnis. Insgesamt sei das Qualitätsniveau aber sehr unterschiedlich bei den einzelnen freien Werkstätten. Sippel: „Die Qualität hängt vom jeweiligen Betrieb ab. Ein durchgängiges Niveau ist nicht festzustellen.“ Die Reaktion aus dem freien Markt kam prompt: Da der Test nur eine aktuelle Moment- und Bestandsaufnahme sei, würden die Ergebnisse wenig Rückschlüsse auf die Gesamtheit zulassen, erklärte der Konzeptgeber ATR. An der Sinnhaftigkeit von Werkstatttests bestehe zwar kein Zweifel. Der ADAC lege aber weder Testkunden noch Testfahrzeuge gegenüber den getesteten Betrieben offen, so die Kritik. Zudem seien bei dem ATR-Konzept „Meisterhaft“ lediglich fünf Betriebe getestet worden – das entspreche nur 0,6 Prozent der Werkstätten. Seit Anfang 2014 müsse jeder ATR- Konzeptpartner regelmäßige Schulungen zum Thema Qualitätssteigerung und -sicherung absolvieren, alle zwei Jahre würden die Betriebe nach vergleichbaren Kriterien wie beim ADAC und den Fahrzeugherstellern getestet. „Im Gegensatz zum ADAC besprechen wir mit unseren Partnern nachträglich jeweils alle Kriterien und Ergebnisse des Tests, denn nur so haben diese überhaupt eine Chance, die richtigen Schlüsse zu ziehen und Verbesserungsmaßnahmen einzuleiten. Dies liegt aber natürlich in der unternehmerischen Verantwortung der Betriebe“, erläutert Thomas Sülzle, Marketingleiter bei der ATR Service GmbH. Er empfiehlt allen Partnerwerkstätten, weiterhin in Ausund Weiterbildung sowie Servicequalität zu investieren. Dietmar Winkler ■ www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 45

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BETRIEBSPRAXIS ASA-PRESSEGESPRÄCH Positiver Nahradar Der ASA-Verband freut sich über eine hohe Nachfrage nach Werkstatt-Equipment. Insbesondere die Hersteller von Klimageräten und im Bereich Achsvermessung konnten profitieren. KURZFASSUNG Anlässlich eines Pressegesprächs wies der ASA-Verband auf gute Geschäfte und anstehende Herausforderungen hin. Neben der Wiederkehr einer„Endrohr-Prüfung“ bei der AU debattierten Teilnehmer über Neuerungen der Bremsenprüfrichtlinie. ie Werkstattausrüster verzeichneten 2016 gute Umsätze, wie der Bundesverband der Hersteller und Importeure von Automobil-Service- Ausrüstungen (ASA) erklärte. Wesentliche Wachstumsimpulse, insbesondere in den Bereichen Klimaservice, Scheinwerfereinstell-Prüfung und Achsvermessung, gingen vom Gesetzgeber aus und wurden durch die Automechanika verstärkt. Der ASA-Verband blickte zufrieden auf das Jahr und vermeldete ein Umsatz- wachstum in vielen Segmenten. Beispiel Achsvermessung: Nach mehreren Jahren der Stagnation ist in diesem Produktsegment ein Wachstumstrend erkennbar, hieß es. Die gute Entwicklung lasse sich mit der Zunahme der Fahrerassistenzsysteme begründen, für deren Sensor-Kalibrierung ein Achsmessgerät notwendig ist. Auch beim Klimaservice geht es weiter bergauf: Aufgrund unterschiedlicher Lösungen in der Autoindustrie müssen Werkstätten mindestens zwei Geräte vorhalten: Zudem habe sich der Investitionsstau für R134a-Geräte aufgelöst. Kein Wachstum verzeichneten dagegen die Diagnosegerätehersteller, obgleich die ASA-Präsident Frank Beaujean sprach von einem guten Geschäftsjahr. Nachfrage immerhin auf einem hohen Niveau stagnierte. Einen Rückgang musste der Bereich Reifenservice verkraften. In den Segmenten Montieren und Wuchten ist die Situation generell schwierig, da viele Werkstätten die Produkte als „notwendiges Übel“ für den Reifenverkauf sehen. Das reduziere Beaujean zufolge die Investitionsbereitschaft. Höheres Qualitätsbewusstsein Für die nächsten Jahre zeigte man sich bei den Ausrüstern zuversichtlich. Der ASA- Präsident und Leiter Produktmanagement Eine Novellierung der Bremsenprüfstands- Richtlinie sowie die Anbindung an den ASA- Livestream wurden thematisiert. Fotos: ASA-Verband, MAHA AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 www.autoservicepraxis.de

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bei der MAHA sprach von einem „positiven Nahradar“ für viele Bereiche. Er geht davon aus, dass weniger Kfz-Unternehmen aus dem Markt ausscheiden werden, als noch vor zehn Jahren vorausgesagt. Zudem sei bei den Werkstätten ein wachsendes Qualitätsbewusstsein festzustellen, was sich erfreulich auf das Investitionsklima auswirkt. Denn Ausfallzeiten im Betrieb mit Umsatzeinbußen von 800 bis 1.000 Euro pro Arbeitsplatz und Arbeitstag könne sich keiner mehr leisten. Auch der Abgasskandal hat Auswirkungen auf die Werkstattausrüstung. „Das Thema Endrohr-Prüfung ist wieder hoffähig geworden“, zeigte sich ASA-Vizepräsident Harald Hahn bestätigt. Ab Mitte 2017 soll bei allen AU-pflichtigen Fahrzeugen wieder direkt gemessen werden, hieß es. Die Änderung soll allerdings nicht in einen neuen AU-Leitfaden 6 münden, sondern als Variante des derzeit gültigen AU-Leitfadens 5 geführt werden. Ferner forderte Hahn, der neben seiner Tätigkeit als Leiter des ASA-Fachbereichs Diagnose und Abgasmessgeräte die Geschäfte von AVL Ditest führt, die Schadstoff-Grenzwerte an den aktuellen Stand der Automobil- und Werkstatttechnik anzupassen. So seien beispielsweise die im Markt befindlichen Opazimeter bereits heute zu 70 bis 80 Prozent in der Lage, niedrigere Schadstoff-Konzentrationen anzuzeigen (mehr dazu in den ASA- News auf Seite 29). Anbindung ASA-Livestream Frank Beaujean ging in einem weiteren Vortrag auf die erwartete Novellierung der HU-Bremsenrichtlinie ein. Die aktuelle Übergangsregelung zur Akkreditierung von Überwachungsorganisationen werde dafür sorgen, ist sich Beaujean sicher. Seit dem vergangenen Jahr gibt es Unstimmigkeiten zwischen den Prüfdienstleistern und der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) über die Notwendigkeit von Kalibrierungen an Prüfmitteln bei den Partnerwerkstätten. Hauptsächlich geht es dabei um Bremsenprüfstände und Scheinwerfereinstell-Prüfgeräte. Bei der Stückprüfung soll unter anderem die Kontrolle der ASA-Livestream- Schnittstelle verpflichtend aufgenommen werden und die Schulung der Sachkundigen wird um den Schulungspunkt „Justieren“ erweitert werden, hieß es in einer Mitteilung des ASA-Verbands. Nicht zuletzt sollten die Zuständigkeiten im Umgang mit der ASA-Livestream-Schnittstelle in der Anlage 3 ergänzt werden. Bei der Bremsenwirk prüfung erfordert die Anbindung der Produktivsysteme des Prüfingenieurs an den ASA-Livestream besondere Aufmerksamkeit. Alle Beteiligten unterliegen Verpflichtungen, damit funktionierende Netzwerke bestehen: Die Hersteller der Prüfstände müssen laut Beaujean für Protokollkonformität sowie eine Ethernet- RJ45-Buchse mit Kennzeichnung „ASA-Livestream“ sorgen. Der Start der Schnittstelle erfolgt durch einfaches Einstecken seitens des Prüfingenieurs, der zu diesem Zweck sein eigenes Netzwerk und Ethernet-Kabel mitbringen muss. Der Werkstattbetreiber muss Sorge tragen, dass der ASA-Livestream nicht in das Hausnetz eingebunden ist und eine Steckdose in der Nähe des Prüfstandes bereitstellen. Gefahrstoff-Grenzwerte Jürgen Spieker erklärte in seinem Vortrag die Änderung der technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS 900). Die neue Verordnung enthält seit November 2016 unter anderem die Stoffe Stickstoffdioxid (NO 2 ) und Stickstoffmonoxid (NO). Die aktuellen NO 2 - bzw. NO-Grenzwerte belaufen sich auf 0,95 Milligramm pro Quadratmeter (0,5 ppm – „parts per million“) beziehungsweise 2,5 Milligramm pro Quadratmeter (2 ppm). Auch zu diesem Sachverhalt bieten die ASA-News auf Seite 29 mehr Details. Martin Schachtner ■ ATH-Reifenmontiermaschinen jetzt WDK-zertifiziert ATH M92 ATH M72 + A34 ATH M52 + A34 Jürgen Spieker leitet den ASA- Fachbereich Abgasabsauganlagen. www.autoservicepraxis.de Harald Hahn fordert seit Langem die Rückkehr zur direkten Abgasmessung am Auspuff. • Hochpräzise, verwindungssteife Konstruktion durch Laserbrennschneiden und Roboterschweißen • Sehr widerstandsfähige Hammerschlag-Pulverbeschichtung WDK-fähig • Pneumatische Montagekopf-Spannung mit einstellbarer, automatischer vertikaler und horizontaler Felgenentfernung • Jetzt auch WDK-zertifiziert (nur in Verbindung mit optionalem WDK-Kit) Typ M92 M72+A34 M52+A34 Preis* € 6.995,- € 2.814,- € 2.401,- Preis WDK-Kit* € 487,- € 499,- € 499,- * Werkseitig montiert, steckerfertig geliefert. Alle Preise verstehen sich zzgl. Fracht und MwSt. Angebot gültig bis 31.03.2017. Verkauf nur über ATH-Vertriebspartner. ATH-Heinl GmbH & Co. KG | www.ath-heinl.de | Tel.: 09661 87764 00

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BETRIEBSPRAXIS ADAC-TEST Markenwerkstätten an der Spitze Vor allem Vertragswerkstätten und Niederlassungen von BMW und Mercedes-Benz konnten sich im aktuellen ADAC-Test über sehr gute Ergebnisse freuen. in aktueller Werkstatttest des ADAC belegt die hohe Qualität der Markenautohäuser und -servicebetriebe. Wie der Club kürzlich mitteilte, erzielten vor allem Vertragswerkstätten und Niederlassungen von BMW und Mercedes-Benz durchweg sehr gute Ergebnisse. Bei Audi, Renault und Skoda verfehlte jeweils ein Betrieb die Bestnote, alle anderen Partner dieser Hersteller zeigten eine sehr gute Leistung. Untersucht wurden insgesamt 75 Betriebe. Qualität und Kundenbetreuung In seiner Stichprobe achtete der ADAC auf Arbeitsqualität und Kundenbetreuung. Dazu zählt der Club unter anderem eine Dialogannahme und eine gut erläuterte Rechnung. Außerdem wurden der Aushang der Stundenverrechnungssätze und die Reparaturbedingungen (AGB) überprüft. Die Testwagen präparierte der ADAC mit fünf Mängeln. Die Qualität der Arbeitsleistung ging mit 60 Prozent in die Wertung ein, die Servicequalität mit 40 Prozent. Für den Werkstatttest 2016 wurden die zehn zulassungsstärksten Fahrzeughersteller (KBA, Januar 2015) ausgewählt: Audi, BMW, Ford, Mercedes-Benz, Opel, Peugeot, Renault, Skoda, Toyota und VW. Jede Werkstatt wurde mindestens zwei Mal getestet. Bei sehr unterschiedlichen Ergebnissen wurde ein drittes Mal abgeprüft. Neben den 50 Markenwerkstätten besuchten die Tester auch 25 Filialen der freien Ketten 1a Autoservice, Autofit, Bosch Car Service und Meisterhaft sowie HINTERGRUND Neben den zehn zulassungsstärksten Fahrzeugherstellern wie Audi, BMW & Co. besuchten die ADAC-Tester dieses Mal auch 25 Filialen der freien Ketten 1a Autoservice, Autofit, Bosch Car Service und Meisterhaft sowie ATU. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 Foto: sindustrieblick/Fotolia Wie gut sind freie Werkstattketten? Auch das wollte der ADAC wissen – und besuchte 25 Filialen. ATU. Mit Ausnahme von Bosch und ATU, die beide überwiegend „gut“ abschnitten, bemängelten sie bei den freien Werkstätten Probleme bei Strukturen und internen Prozessen. „Einige verwenden anscheinend nicht die jeweilige modellspezifische Inspektionsliste oder arbeiten sie nicht gewissenhaft ab. Das führt zu schlechteren Ergebnissen“, so der ADAC. Bei Autofit schnitt keiner der geprüften Betriebe besser als „ausreichend“ ab, zwei Betriebe waren wegen zu großer Schwächen in Technik und Service sogar mangelhaft. ZDK: Lediglich eine Stichprobe Der Zentralverband Deutsches Kfz- Gewerbe (ZDK) bewertet den aktuellen ADAC-Werkstatt-Test als „Stichprobe mit solidem Ergebnis“. Dass drei Viertel der bewerteten Betriebe eine gute Note bekommen hätten, sei ermutigend, es gebe aber noch weiteren Raum für Verbesserungen, so ein ZDK-Sprecher. Angesichts von bundesweit 38.400 Mitgliedsbetrieben und jährlich rund 70 Millionen Serviceaufträgen könne der Test jedoch lediglich stichprobenartigen Charakter haben und sei daher nicht repräsentativ. Andere Untersuchungen zeigen laut ZDK, dass die Autofahrer in Deutschland mit der Arbeit ihrer Kfz-Werkstätten sehr zufrieden sind. Im „Kundenmonitor Deutschland 2016“ etwa konnte sich das Kfz-Gewerbe mit der Bewertung 1,87 („vollkommen zufrieden“) auf dem hohen Niveau der Vorjahre stabilisieren (2015: 1,9) und erreichte den zweiten Platz in der Gesamtwertung hinter den Optikern. Über 33.000 Verbraucher beurteilten in der Studie die empfundene Servicequalität, das Leistungsangebot, die Werbung und das Preis-Leistungs- Verhältnis. Frank Selzle ■ www.autoservicepraxis.de

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BETRIEBSPRAXIS NACHWUCHSFÖRDERUNG Girls‘Day bei TÜV SÜD Die Aktion „Girls‘Day – Mädchen-Zukunftstag!“ will jungen Schülerinnen Lust auf technische Berufe machen. TÜV SÜD unterstützt die Aktion und lädt am 27. April interessierte Teilnehmerinnen in die Servicecenter ein. m 27. April 2017 ist wieder Girls‘Day – Mädchen-Zukunftstag! Deutschlandweit laden Unternehmen und Organisationen an diesem Donnerstag Schülerinnen ab Klasse 5 ein, um Berufe in Technik, IT, Handwerk und Naturwissenschaften zu erkunden. TÜV SÜD Auto Service ist mit dabei und in vielen Service-Centern haben die „Girls“ Zeit, sich umfassend über das Berufsbild „amtlich anerkannter Sachverständiger“ zu informieren. Denn eines steht fest – bei TÜV SÜD sind immer noch viel zu wenige Prüferinnen am Start. Das möchte TÜV SÜD Auto Service sehr gerne ändern und macht aktiv bei der Initiative „Girls‘Day“ mit, um bereits schon Mädchen ab der 5. Klasse auf die interessanten Berufe bei TÜV SÜD Auto Service aufmerksam zu machen. Denn der Girls‘Day wurde genau dafür initiiert: um Berufe vorzustellen, in denen Frauen bislang noch eher selten anzutreffen sind. Foto: Fotolia/runzelkorn „Durch unsere Teilnahme an der Aktion möchten wir gerne traditionelle Männerberufe für Frauen öffnen“, so Lars Kammerer, Leiter Marketing TÜV SÜD Auto Beim Girls‘Day können Mädchen technische Berufe kennenlernen. Service. Einige sehr positive Beispiele gibt es bereits bei TÜV SÜD. Hier sind engagierte Prüferinnen am Service-Center und beim Kunden vor Ort unterwegs. „Das macht Mut, dass wir in Zukunft mehr Frauenpower bei Auto Service haben“, so Kammerer. Versicherung inklusive Auch Autohäuser und Werkstätten können beim Girls‘Day mitmachen, und sich auf der Website anmelden. Unter der Internetadresse www.girls-day.de finden interessierte Betriebe die entsprechenden Informationen. Das Plus: Beim Kennenlerntag sind alle Teilnehmerinnen auch über den Girls‘Day versichert! Interessierte Mädchen finden ihren Girls‘Day-Platz in ihrer Nähe über das Girls‘Day-Radar im Internet. Hier können sich die Interessenten ganz einfach online oder telefonisch anmelden. Ab Januar 2017 sind hier auch alle Aktionen bei TÜV SÜD Auto Service zu finden. Dietmar Winkler ■ HINTERGRUND Die Aktion Girls‘Day – Mädchen-Zukunftstag wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Girls‘Day und Boys‘Day sind Projekte des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V., dieses fördert bundesweit die Chancengleichheit von Frauen und Männern sowie Vielfalt als Erfolgsprinzip in Wirtschaft, Gesellschaft und technologischer Entwicklung. Deutschlandweit laden Unternehmen und Organisationen am 27. April Schülerinnen ab Klasse 5 ein, um Berufe in Technik, IT, Handwerk und Naturwissenschaften zu erkunden. Seit 2001 haben mehr als 1,7 Millionen Mädchen am Girls‘Day teilgenommen. Mit großem Erfolg: 40 Prozent der Mädchen möchten in dem am Girls‘Day kennengelernten Beruf ein Praktikum machen oder eine Ausbildung beginnen. Rund ein Drittel der Unternehmen, die mehrfach am Girls‘Day aktiv waren, haben mittlerweile Bewerbungen von ihren ehemaligen Girls‘Day-Teilnehmerinnen erhalten. Die aktuellen Evaluationsergebnisse zeigen außerdem: Mädchen finden naturwissenschaftliche und technische Berufe besonders ansprechend, wenn sie erleben, dass Tätigkeiten in diesen Berufen Spaß machen, abwechslungsreich sind und mit Menschen zu tun haben. Alle Infos unter www.girls-day.de. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 49

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BETRIEBSPRAXIS FREIER TEILEHANDEL Caruso kommt 2017 Beim diesjährigen Kongress des Gesamtverband Autoteile-Handel in Hannover wurden die Grundzüge der Datenplattform Caruso vorgestellt. Hinter den Kulissen gibt es Uneinigkeit über die richtige Strategie. Alexander Haid, Projektleiter Caruso, warb beim GVA-Kongress in Hannover für die Unterstützung der Datenmanagementplattform Caruso. inter den Kulissen brodelt ein Konflikt, der auch im Schlagabtausch der Referenten im Saal deutlich zu spüren war. Es geht um die Ausrichtung der Datenmanagement- Plattform Caruso, die der freie Aftermarket als Gegengewicht zu den digitalen Geschäftsmodellen der Fahrzeugindustrie ins Leben rufen will. Bereits bis Mitte nächsten Jahres soll die Plattform arbeitsfähig sein, KURZFASSUNG Bei der Jahresmitgliederversammlung des GVA und dem anschließenden Kongress wurde heftig diskutiert, wie der Zugang zu Fahrzeugdaten für Telematikdienste wettbewerbsneutral gestaltet werden sollte. Der freie Teilemarkt steht unter Zeitdruck. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 gebaut werden, die der freie Servicemarkt dann unabhängig von markengebundenen Werkstätten anbieten könnte. Das Problem: Bisher hat der IAM keinen definierten Zugriff auf diese Daten. Eine europäische gesetzliche Regelung hierzu steht immer noch aus – auch weil sich Fahrzeughersteller und Vertreter des freien Marktes nicht einigen konnten. Die Fahrzeughersteller übertraerklärte Alexander Haid, Projektleiter Caruso, anlässlich des diesjährigen GVA- Kongresses in Hannover. Derzeit wird Caruso als Projekt maßgeblich von dem Datenlieferanten TecAlliance vorangetrieben. Geplant ist jedoch die Gründung einer eigenständigen Gesellschaft. Als Anteilseigner werden zunächst die Gesellschafter von TecAlliance hinter Caruso stehen, also vor allem die Unternehmen der Kfz-Teileindustrie, aber auch der Teilehandel, vertreten durch den Gesamtverband Autoteile-Handel (GVA). Die Idee hinter Caruso: Es geht um die Schaffung einer neutralen Datenplattform für Telematikdienste und andere neue Services, die auf gesammelten Fahrzeugdaten basieren. Auf der Grundlage solcher Daten sollen künftig neue Geschäftsmodelle auf- Hartmut Röhl (GVA): „Der Zugang zu den Fahrzeugdaten muss für den freien Aftermarket diskriminierungsfrei möglich sein.“ www.autoservicepraxis.de Foto: GVA Foto: GVA

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Foto: GVA Sylvia Gotzen (FIGIEFA): „Der digitale Wettbewerb beginnt bereits im Auto. Das ist ein Paradigmenwechsel.“ gen bereits heute proprietäre Daten über die im Auto verbaute SIM-Karte auf ihre eigenen Server und beanspruchen diese hoheitlich für sich. Es sei nicht hinnehmbar, dass Daten erst von den Automobilherstellern gefiltert würden bevor Drittanbieter – womöglich kostenpflichtig – Zugriff darauf erhalten. Auf diese Weise entstünde eine digitale Abhängigkeit von der Automobilindustrie als Gatekeeper, erklärte Sylvia Gotzen, Generalsekretärin des europäischen Dachverbandes der Kfz-Teile-Händler. Genau dieses Modell mit dem Arbeitstitel „Extended Vehicle“ favorisiert derzeit aber die Fahrzeugindustrie und deren Verband VDA. Caruso soll offenbar zunächst auf dieses umstrittene Modell einschwenken. Das wiederum empört Vertreter des freien Teilemarktes. Man befürchtet, dass es bei dieser Praxis bleiben werde, sobald sie erst einmal etabliert sei. GVA-Präsident Hartmut Röhl betonte, dass der diskriminierungsfreie Zugang zu den im Fahrzeug erzeugten Daten eine Überlebensfrage für die Unternehmen des IAM sei. Ziel sei daher der direkte und ungefilterte Zugang über eine noch zu definierende offene Telematikplattform (OTP) im Auto. Man werde sich daher weiter in Brüssel für eine wettbewerbsneutrale gesetzliche Regelung einsetzen, die den direkten Datenzugriff erlaube – ohne den OEM als Filter, versprach Röhl den über 250 Teilnehmern des Kongresses. Dietmar Winkler ■ UMSATZERWARTUNG Deutlich steigend Leicht steigend Stagnierend Leicht rückläufig Stark rückläufig Handel 30,0 % 42,0 % 16,0 % 10,0 % 2,0 % Industrie 27,3 % 59,1 % 9,1 % 4,5 % 0,0 % Gesamt 28,7 % 50,0 % 12,8 % 7,4 % 1,1 % Umsatzerwartungen im Kfz-Teile-Handel/Kfz-Teile-Industrie für das Gesamtjahr 2016 (verglichen mit 2015) laut GVA-Mitgliederbefragung nach dem dritten Quartal. EIN ZUFRIEDENSTELLENDES JAHR Die GVA-Mitglieder sind mit dem wirtschaftlichen Verlauf des Jahres 2016 bislang insgesamt zufrieden. Das zeigen die Ergebnisse einer GVA-Mitgliederbefragung nach dem dritten Quartal. So konnten 76,6 Prozent der Unternehmen aus Kfz-Teilehandel und Kfz-Teileindustrie steigende Umsätze verbuchen, fast jeder dritte Betrieb konnte gar deutliche Zuwächse von mehr als fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum melden. 81,8 Prozent der GVA-Industriemitglieder konstatierten ein Umsatzplus, bei den GVA-Handelsmitgliedern waren es immerhin noch 72 Prozent. Rund 13 Prozent der Befragten berichteten von gleichbleibenden Umsätzen. Die Umsatzerwartungen für das Gesamtjahr 2016 sind laut GVA ebenfalls positiv (siehe Tabelle oben): Immerhin 72 Prozent der Kfz-Teilehändler sowie 86,4 Prozent der Kfz-Teilehersteller rechnen mit Zuwächsen (gesamt: 78,7 Prozent). Das Ergebnis passt gut zur wirtschaftlichen Situation im Kfz-Servicemarkt. Die Kfz-Servicebetriebe stellen die wichtigste Kundengruppe der GVA-Handelsmitglieder dar. Die Werkstätten erwarten laut Geschäftsklimaindex des Deutschen Kfz-Gewerbes (ZDK) ein positives viertes Quartal. 40 Prozent der Servicebetriebe rechnen mit einer besseren und 56,6 Prozent mit einer saisonüblichen Pkw-Werkstattauslastung gegenüber dem dritten Quartal. Mehr als 250 Teilnehmer aus Kfz- Teilehandel und -industrie kamen nach Hannover. Foto: GVA www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 51

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BETRIEBSPRAXIS ERBSCHAFTSTEUER Die neue Erbschaftsteuerreform Nach zähem Ringen wurde endlich ein neues Erbschaftsteuergesetz auf den Weg gebracht. Für kleinere Betriebe ändert sich im Grundsatz wenig – allerdings greift die Lohnsummenprüfung jetzt schneller. un ist die Hängepartie endlich vorbei. Nach zähem Ringen haben sich Bundestag und Bundesrat auf ein neues Erbschaftsteuerrecht geeinigt. Das Gute vorneweg, für kleinere Betriebe hat sich bezüglich einer möglichen Steuerbefreiung eigentlich nicht so viel geändert. Insgesamt kann man aber festhalten, dass das neue Gesetz noch einmal komplizierter geworden ist, indem neue Ausnahmen und Ausnahmen von den Ausnahmen geschaffen wurden, so dass es viele Stimmen gibt, die davon ausgehen, dass auch dieses neue Gesetz KURZFASSUNG Für kleine Betriebe ändert sich durch die Steuerreform nicht viel. Sie können auch weiterhin auf eine weitgehende Befreiung von der Erbschaftsteuer zählen. Insgesamt wird das Gesetz komplizierter und Klagen dagegen sind zu erwarten. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 letztlich wieder vor dem Bundesverfassungsgericht landen wird. Grundgerüst bleibt erhalten Das alte Erbschaft­ und Schenkungsteuergesetz sah ein Regelverschonungsmodell und ein Optionsverschonungsmodell vor. Nach der Regelverschonung wurde ein Verschonungsabschlag von 85 Prozent gewährt, das bedeutet 85 Prozent des Betriebsvermögens konnte steuerfrei weitergegeben werden. Bei der Optionsverschonung konnte sogar 100 Prozent des Betriebsvermögens steuerfrei an den Übernehmer übertragen werden. Dabei musste bei der Regelverschonung das übertragene Unternehmen fünf Jahre weitergeführt werden, bei der Optionsverschonung sieben Jahre. Dieses Grundgerüst behält auch das neue Erbschaftund Schenkungsteuergesetz bei. Dabei ist jedoch anzumerken, dass die Optionsverschonung nur dann angewen­ det werden darf, wenn das Gesamtvermögen höchstens zu maximal 20 Prozent aus Verwaltungsvermögen besteht. Bei der Lohnsummenregelung gibt es für kleine Betriebe jedoch eine gravierende Änderung. Musste doch bisher die Lohnsummenregelung erst bei Betrieben mit mehr als 20 Arbeitnehmern angewendet werden. Das neue Gesetz sieht jetzt hingegen vor, dass die Lohnsummenregelung für Betriebe mit mehr als fünf Arbeitnehmern anzuwenden ist. Die Ausgangslohnsumme umfasst dabei den Durchschnitt der gezahlten Lohnsumme der letzten fünf Jahre vor dem Zeitpunkt der Weitergabe des Betriebs. Dabei sind in die Lohnsumme alle Löhne, Gehälter und andere Bezüge und Vorteile inklusive Steuern und Sozialabgaben einzubeziehen. Nicht erfasst werden jedoch Vergütungen an Beschäftigte, die sich zum Beispiel im Mutterschutz oder in einem Ausbildungsverhältnis befinden, die Krankengeld nach www.autoservicepraxis.de Foto: Fotolia/Bernd Leitner

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§ 44 SGB V oder Elterngeld beziehen oder an Saisonarbeiter. Diese Beschäftigten werden auch nicht zu der Anzahl an Beschäftigten zur Berechnung der Anwendung der Lohnsummenklausel herangezogen. Vereinfacht gesprochen soll mit der Lohnsummenregelung erreicht werden, dass nur diejenigen Betriebe von einer Erbschaft­ beziehungsweise Schenkungsteuer befreit werden, die die Arbeitsplätze auch in der Zukunft, heißt bei der Regelverschonung über einen Zeitraum von fünf Jahren und bei der Optionsverschonung von sieben Jahren, sichern. So muss in Zukunft für eine Steuerbegünstigung beziehungsweise Steuerfreiheit eine Mindestlohnsumme, bezogen auf die Ausgangslohnsumme, nach einer festgelegten Staffelung erreicht werden (siehe Tabelle). Regeln für Lohnsummenprüfung Das bedeutet im Klartext, dass für Unternehmen mit bis zu fünf Arbeitnehmern weiterhin die Lohnsummenprüfung für die Gewährung von Steuervergünstigungen oder ­freiheit entfällt. Bei Betrieben mit mehr als 15 Arbeitnehmern, muss bei der Regelverschonung nach fünf Jahren mindestens 400 Prozent der Ausgangslohnsumme als Lohn gezahlt worden sein. Bei der Optionsverschonung verlängert sich die Lohnsummenfrist auf sieben Jahre und es müssen 700 Prozent der Ausgangslohnsumme gezahlt worden sein. Bei Betrieben, die auf Grund der Mitarbeiterzahl dazwischen liegen, gelten obige Staffelungen. Können diese Voraussetzungen (Zahlung der Mindestlohnsumme) jedoch nicht eingehalten werden, weil zum Beispiel die Aufträge zurückgehen und daher Personal entlassen werden muss, so fällt die Steuerbegünstigung beziehungsweise ­freiheit nachträglich weg. Verwaltungsvermögen Als Verwaltungsvermögen wird vereinfacht gesagt dasjenige Vermögen verstanden, das nicht unmittelbar dem Betrieb dient, beispielsweise an Dritte vermietete Grundstücke, Kunstgegenstände etc. Bisher durfte bei der Regelverschonung das Gesamtvermögen zu maximal 50 Prozent aus Verwaltungsvermögen bestehen, bei der Optionsverschonung zu maximal 10 Prozent. Dies bedeutete aber, dass maximal 50 Prozent Verwaltungsvermögen auch steuervergünstigt weitergegeben werden konnte. www.autoservicepraxis.de KOMMENTAR Ende des Jahres 2014 hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass die steuerlichen Begünstigungen für Betriebsvermögen verfassungswidrig sind. Die Politik hat es nicht geschafft, bis zu der ihr gesetzten Frist, den 30.06.2016, ein überarbeitetes Gesetz vorzulegen. Erst am 14.10.2016 einigten sich Bundestag und Bundesrat über einen Kompromissvorschlag. Und dann so etwas. Dafür hat es sich nicht gelohnt zu warten! Das einzig Positive an der Neuregelung ist, dass mittelständische Betriebe unter gewissen Voraussetzungen weiterhin von einer Steuerbelastung befreit werden können. Es bleibt aber abzuwarten, wann diese Gesetzesregelung wieder vor dem Bundesverfassungsgericht landet. Barbara Lux-Krönig Wirtschaftsprüferin Steuerberaterin STAFFELUNG LOHNSUMMENPRÜFUNG Anzahl Arbeitnehmer Regelverschonung (5 Jahre) Optionsverschonung (7 Jahre) Bis zu 5 keine Lohnsummenprüfung keine Lohnsummenprüfung 5 bis 10 Mindestlohnsumme von 250 Prozent Mindestlohnsumme von 500 Prozent 10 bis 15 Mindestlohnsumme von 300 Prozent Mindestlohnsumme von 565 Prozent Mehr als 15 Mindestlohnsumme von 400 Prozent Mindestlohnsumme von 700 Prozent Das sieht jetzt im neuen Gesetz anders aus. Zunächst wurde der Verwaltungsvermögensbegriff erweitert, so dass zukünftig sämtliche Freizeit­ und Luxusgegenstände, also nun auch zum Beispiel Oldtimer zum Verwaltungsvermögen gehören. Das gilt nicht, wenn der Handel mit diesen Fahrzeugen der Hauptzweck des Betriebes ist. Weiterhin wurde im Gesetz neugeregelt, dass maximal 10 Prozent Verwaltungsvermögen steuerbegünstigt weitergegeben werden kann. Ist die Verwaltungsvermögensquote höher, dann kann zwar das Betriebsvermögen begünstigt weitergegeben werden, das über die 10­Prozent­Grenze hinausgehende Verwaltungsvermögen unterfällt jedoch der normalen Besteuerung, das heißt ohne Begünstigungen. Das Bundesverfassungsgericht hat in seiner Entscheidung, mit der die alten Regelungen des Erbschaftsteuergesetzes für verfassungswidrig erklärt wurden, insbesondere auch betont, dass es nicht sein könne, dass große Unternehmensvermögen genauso von der Steuer befreit sind wie kleine Betriebe. Für diese stelle die Erbschaft­ oder Schenkungsteuer eine tatsächliche Belastung dar. Daher hat der Gesetzgeber in der neuen Regelung eine Schwelle von 26 Millionen Euro eingeführt. Ab dieser Schwelle fällt zukünftig tatsächlich Erbschaft­ oder Schenkungsteuer Der kleine Ausschnitt aus dem neuen Erbschaft­ und Schenkungsteuergesetz macht eines deutlich: Einfacher ist dieses neue Gesetz wirklich nicht geworden – das kann man jetzt schon festhalten. Maximilian Appelt Rechtsanwalt, Steuerberater ■ G ANZ- A L U LEICHT UND WERTHALTIG EURO-TRANS Vorführung bei Ihnen vor Ort! | Mehr Informationen: www.algema.de

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BETRIEBSPRAXIS SKODA AUTOHAUS SCHANDERT Bereit für die Zukunft auf höherem Niveau Das Autohaus Schandert in Dessau-Roßlau hat auf die neue Skoda-CI umgestellt und sich bei der Gelegenheit nicht nur in Sachen Elektromobilität auch für die Zukunft gerüstet. KURZFASSUNG E-tron-Anschlüsse in der Werkstatt, Aufbereitung und Fahrzeugübergabe, eigener Technikraum für modernste Assistenzsysteme und vier Auslieferungsplätze – das Autohaus Schandert hat die neue Skoda-CI noch um eigene Vorstellungen ergänzt. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 ochen Schandert ist ein Vollblutunternehmer. Die vier Skoda-Autohäuser, die er führt, florieren: „In Wittenberg sind wir Marktführer, an den drei anderen Standorten Nummer zwei.“ Nicht schlecht für eine Marke, die bundesweit per Ende Juli 5,5 Prozent Marktanteil hat. Im Osten der Republik sind die Tschechen aber traditionell stärker und das Autohaus Schandert seit 25 Jahren Partner der Marke. Mit dem Neubau in Dessau hat Schandert, der als Sprecher des Arbeitskreises Vertrieb und Marketing des Skoda-Händlerverbandes lange mit dem Importeur über die Umsetzung der neuen CI verhandelt hat, nun dem schon bisher sehr erfolgreichen Engagement die Krone aufgesetzt. Neuer Vorzeigebetrieb Bereits 2007 hatte der Familienbetrieb mit Hauptsitz in Wittenberg ein bestehendes Autohaus in der Bauhausstadt übernommen und damit sein Marktgebiet links und rechts der A 9 ausgebaut. Nach dem Neubau wird der frühere Standort nun noch als Werkstatt weitergeführt. Vorzeigebetrieb ist aber jetzt das Gebäude an der Mannheimer Straße. Die Straßenfront an einer der Haupteinfallstraßen ist besonders lang, denn das Grundstück ist wesentlich breiter als tief, was dazu führte, dass anders als sonst üblich Ausstellungsraum und Werkstatt neben- und nicht hintereinander liegen. Und das Grundstück hat auch noch eine andere Beson- Fahrzeugausstellung und Werkstatt liegen im Autohaus Schandert in Dessau nebeneinander. derheit: die Hochwassergefahr. Im Stadtgebiet von Dessau-Roßlau mündet die Mulde in die Elbe. Durch das Zusammenfließen der beiden Flüsse ist die Stadt immer wieder von Hochwasser bedroht – zuletzt gab es 2013 große Schäden. Wegen Hochwassergefahr erhöht „Für den Neubau des Autohauses musste das Grundstück deswegen um 80 Zentimeter angehoben werden“, berichtet Lothar Israel, der für den Generalunternehmer Borgers den Bau betreute. „Sonst hätten wir die Mulden für die Versickerung nicht einbauen können.“ Für den bundesweiten Anbieter mit Standorten in Stadtlohn, Potsdam und Rödermark bei Frankfurt a. M. war das kein Problem. Und Skoda-Autohäuser hat der Autohaus- Spezialist ohnehin schon viele gebaut: Angefangen vom ersten Referenzbetrieb, dem Autohaus Welker in Weiterstadt, der quasi unter den Augen der damaligen Importeurschefin Imelda Labbé entstand: Sie konnte von ihrem Büro aus auf die Baustelle schauen. Die Sonderwünsche von Jochen Schandert konnten auch ohne Schwierigkeiten eingeplant werden. Denn der Autohauschef wollte die Skoda-Vorgaben um eigene, aus der Praxis stammende Vorstellungen und Erfahrungen ergänzen. Zum Beispiel sollte es vier Neuwagen-Auslieferungsplätze geben, weil Autos heutzutage über immer mehr Technik verfügen, die den Kunden bei der Übergabe in Ruhe erklärt werden soll. Zuzüglich zu den beiden Dialogannahmen steht ein eigener Raum für Fahrzeug- www.autoservicepraxis.de Fotos: Skoda

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KENNZAHLEN Skoda Händlernetzentwickler Volkmar Junge (l.), Jochen Schandert, Geschäftsführer des gleichnamigen Autohauses (Mitte), und Skoda Vertriebschef Stefan Quary freuen sich über den gelungenen Neubau. technik zur Verfügung: Hier gibt es 3-D- Achsvermessung und die neuesten Fahrund Assistenzsysteme können gewartet und eingestellt werden. Im Technikraum können die neuesten Fahrund Assistenzsysteme gewartet und eingestellt werden. Modernste Technik In der Werkstatt, in der Aufbereitung und in der Fahrzeugübergabe wurden mehrere E-tron-Anschlüsse angelegt. WLAN ermöglicht auch den Servicemitarbeitern komfortablen Zugang zum Internet. Die Autohauselektrik wurde auf 400 Volt mit 100 Ampere ausgelegt, die Gesamtkapazität des Betriebes liegt bei 100 kW. „Die Stadt Dessau musste uns dafür extra ein größeres Kabel legen“, so Schandert. Aus seiner Sicht war diese Maßnahme aber unverzichtbar, um für die Zukunft gerüstet zu sein: „Damit können alle zukünftigen Halb- oder Vollhybride gewartet und geladen werden. Auch eine Schnellladestation mit zirka 30 kW ist möglich, um Fahrzeuge in zirka 30 Minuten aufladen zu können.“ Die Mehrkosten für die jetzige Installation liegen nach seinen Angaben bei zirka 20.000 Euro. Dazu kommen dann noch die einzelnen Ladestationen und die Schnellladestation. Diese Investition wird aber voraussichtlich erst 2019 fällig, wenn Skoda solche Autos auf den Markt bringt. Treiber Großkundengeschäft Insgesamt investierte das Unternehmen 2,7 Millionen Euro in den Neubau. Im Gegenzug wird ein Wachstum von 25 bis 30 Prozent erwartet. Treiber soll dabei vor allem das Großkundengeschäft sein. Das Dessauer Autohaus wurde im Rahmen des Neubaus auch zum Großkundenleistungszentrum ausgebaut. Als solcher Betrieb bietet es zum Beispiel einen Overnight- Service für Wartungs- und Reparaturarbeiten an, damit die Fahrzeuge der Flottenbetreiber am nächsten Tag direkt wieder eingesetzt werden und weiter Geld verdienen können. Dafür sind eine besondere IT-Infrastruktur, speziell qualifiziertes Personal und eine ausreichend hohe Zahl von Vorführwagen nötig. In der Werkstatt, in der Aufbereitung und in der Fahrzeugübergabe wurden mehrere E­tron­Anschlüsse angelegt. Autohaus Schandert GmbH, Mannheimer Straße 16, 06847 Dessau­Roßlau Neubau: Planung+GU Borgers Industriebau, Stadtlohn Bauzeit: 09/2015 bis 06/2016 Flächengrößen: Grundstück: 11.000 m2 Nettogeschossfläche: 2.100 m2 Verkaufsfläche Neuwagen (im Haus): 500 m2 Fläche mechanische Werkstatt: 700 m2 Direktannahme-Plätze: 2 Stück Kosten (ohne MwSt.): Grundstück (erschlossen): 400.000 € Reine Baukosten: 1.850.000 € Werkstatteinrichtung: 100.000 € Inneneinrichtung+Mobiliar: 50.000 € Kommunikationsanlagen (DV, IT): 30.000 € Werbeanlage, Signalisation: 50.000 € Außenanlagen: 180.000 € Baunebenkosten: 50.000 € Summe: 2.710.000 € Kennzahlen: Mitarbeiter gesamt: 36 davon Azubi: 2 Mechanische Werkstattarbeitsplätze: 9 (davon 7 mit Hebebühne) Werkstattdurchgänge pro Tag: 33 Pkw-NW-Planzahl 2016: 400 Einheiten Pkw-GW-Planzahl 2016: 315 Einheiten Aber auch für Privatkunden ist das Angebot im Autohaus auf dem modernsten Stand. An einem großen Bildschirm im Wartebereich können Fahrzeuge konfiguriert und nach Kundenwunsch ausgestattet werden. Bisherige Bilanz: „Ein Drittel der Kunden wollen das, ein Drittel machen es auf Nachfrage, ein Drittel ist nicht interessiert.“ Aber auch hier gilt das alte Pfadfindermotto „Be prepared“ – vorbereitet sein, oder neudeutsch: Fit for Future. Doris Plate ■ Fit for Future: Geschäftsführer Jochen Schandert zeigt, was mit dem Fahrzeugkonfigurator alles möglich ist. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 55

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BETRIEBSPRAXIS WÜRTH SERVICEEXPERTEN GIPFEL Plug & Play gibt‘s nicht Die Serviceleiter der Fahrzeughersteller sehen Digitalisierung als große Chance für markengebundene Werkstätten. Noch sind sie auf der Suche nach wirklich praxistauglichen Systemen in den Betrieben. Die Teilnehmer (v.l.): Dietmar Winkler (asp), Philipp Posselt (Veact), Bastian Wolter (WOW), Jens Görsdorf (Würth), Peter Berggren (Skoda Auto Deutschland), Peter Beck (MMD Automobile), Jörg Kracke (Subaru Deutschland), Karl Hell (Hyundai Deutschland), Markus Nolte-Seifert (Subaru Deutschland), Johannes Alings (FCA Deutschland), Matthias Heinz (Würth), Ralph M. Meunzel, Chefredakteur asp/AUTOHAUS igitale Serviceprozesse im Autohaus waren das Leitthema beim Expertengipfel Aftersales, zu dem der Handelskonzern Würth die Aftersales- Verantwortlichen verschiedener Automobilmarken nach Zweiflingen geladen hat. Die Veranstaltungsreihe, die von asp- Chefredakteur Ralf M. Meunzel moderiert wurde, hat sich mittlerweile zum festen Termin im Kalender der Serviceleiter entwickelt. KURZFASSUNG Die Digitalisierung von Serviceprozessen kann die Effizienz in der Werkstatt erhöhen. Voraussetzung ist eine echte Integration der unterstützenden elektronischen Systeme und die Akzeptanz bei den Mitarbeitern. Positive Beispiele gibt es mittlerweile. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 Terminvereinbarung im Internet, digitale Fahrzeugannahme durch den Serviceberater und Integration mobiler Anwendungen mit dem Dealer Management System im Autohaus. In der Außendarstellung holt man den Kunden schon im Internet ab, der sich auf der responsiven Webseite des Händlers vorab informiert und jederzeit über alle Kanäle mit dem Anbieter in Kontakt treten kann. Auf E-Mail-Anfragen erhält der Kunde umgehend eine kompetente Antwort. Und sollte er den saisonalen Reifenwechsel einmal nicht im Blick haben, wird dem Kunden gezielt ein relevantes Angebot unterbreitet. Streuverluste im digitalen Marketing vermeidet der Händler durch konsequentes Datenmanagement. So sieht sie aus, die ideale digitale Welt der Servicebetriebe: Dass die markengebundenen Servicebetriebe auf dem Weg dahin ganz unterschiedlich weit sind, zeigt die Diskussion in Zweiflingen. Akzeptanz oft mangelhaft Manche digitale Anwendung, beispielsweise in der digitalen Dialogannahme, wird bereits in Pilotprojekten ausprobiert. Die Ergebnisse sind jedoch nicht selten ernüchternd, weil Serviceberater und Monteure die über Jahre verinnerlichten Prozesse nur zögerlich verändern. Neben den inneren Widerständen in den Organisationen fehlt es im Markt an wirklich integrierten Lösungen. Problematisch ist zudem die Anbindung vorhandener DMS-Systeme. Historisch bedingt haben die Betriebe ganz unterschiedliche Systeme im Einsatz, deren Anbindung an neue digitale Teillösungen sich als aufwändig erweist. www.autoservicepraxis.de Foto: Dietmar Winkler

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Viel Anerkennung und interessierte Nachfragen der Kollegen gab es nach der Präsentation eines neu aufgesetzten digitalen Serviceprozesses bei Hyundai durch Karl Hell, Serviceleiter Hyundai Deutschland. Mittlerweile sind 68 Systeme installiert, bis Ende des Jahres sollen es 80 sein. Hyundai Deutschland setzt auf eine Eigenentwicklung, die sämtliche Kernprozesse im Service digital abbildet: Dialogannahme, Werkstatt-Auftrag, Servicechecklisten, Auftragsdisposition und Fahrzeugübergabe an den Kunden. Im nächsten Schritt soll ergänzend die digitale Terminvereinbarung durch den Kunden umgesetzt werden. Effizienzsteigerungen von bis zu 25 Pro zent je nach Standort seien durch die Digitalisierung der Serviceprozesse zu erreichen, erklärte Hell in der Runde. Weil Informationen für alle Mitarbeiter sofort zur Verfügung stünden, werde Doppelarbeit vermieden. Alle Informationen, die der Serviceberater bei digitalen Dialogannahmen ins System eingibt, stehen auch dem Monteur in der Werkstatt ohne Zeitverzug oder Medienbruch zur Verfügung. Das geht soweit, dass der Serviceberater Geräusche aufnimmt, die dem Mechaniker bei der Fehlerdiagnose helfen. Kundendaten sind ein Goldschatz Auf den unschätzbaren Wert gut gepflegter Kundendaten im Servicegeschäft wies Philipp Posselt, Geschäftsführer des Münchner Start-up VEACT, hin. „Kundendaten sind das wichtigste Gut von Servicebetrieben. Diesen Schatz sollte man nicht branchenfremden Technologiekonzernen wie Google überlassen“, warnte Posselt. VEACT hat eine Software entwickelt, mit deren Hilfe die bereits vorhandenen Kundendaten in den Datenmanagement-Systemen von Autohäusern und Werkstätten aufbereitet und im Hinblick auf Vertriebsaktivitäten analysiert werden können. Durch diese systematische „Kundenvitalitätsanalyse“ wird sichtbar, welche Kunden überhaupt noch aktive Kunden sind und wo sich Marketingmaßnahmen lohnen werden. Karteileichen werden entfernt, Marketingmaßnahmen können dadurch gezielter platziert werden. „Datenbasiertes Marketing heißt, den Kunden mit Potenzial zu finden“, erklärte Posselt das Prinzip. An einem realen Beispiel werden die Größenordnungen sichtbar: Nach Analyse von 164.000 Datensätzen im Autohaus stellte sich heraus, dass gerade mal 10.000 noch www.autoservicepraxis.de WOW WILL DATENSERVICES STÄRKEN Bastian Wolter, Key Account Manager beim Diagnose-Spezialisten WOW Würth Online World, stellte das Thema Diagnosedaten in den Mittelpunkt seiner Präsentation. Services rund um die Diagnose, die Bereitstellung von Reparaturdaten, Big-Data-Analysen und Hilfestellungen seitens WOW für Werkstätten würden neben den Diagnose-Geräten immer wichtiger für den Werkstattalltag. Darauf hat man am Firmensitz Künzelsau reagiert und strickt entsprechende Serviceangebote rund um die Fehlerdiagnose. Das Diganosesystem kann nach dem letzten Update auf die Version 5.00.15 auf Informationen zu 8.114 verschiedenen Fahrzeugsystemen in 13.561 unterschiedlichen Varianten von 67 Herstellern mit 1.173 Modellen zugreifen. Das digitale Online-System WTI live verbindet Erfahrungswerte aus der Werkstatt-Praxis mit Diagnosefunktionen, technischen Daten und fehlercodespezifischen Angaben zu möglichen Ursachen und Fehlerhäufigkeiten. Ausgehend vom Fehlercode soll der Anwender über das System weitere Informationen erhalten, die ihm zur schnellen Lösung verhelfen. Lösungsorientierung, Interaktion und Multimedia lauten die Eckpfeiler der Anwendung. Auf Basis des Fehlercodes erhält der Mechaniker eine prozentuale Wahrscheinlichkeits-Bewertung möglicher Fehlerursachen. Weitere Bausteine sind Multimedia- Anwendungen und im Notfall eine technische Hotline. Die 34 Datentechniker bei WOW greifen auf einen riesigen Datenschatz zu. WOW bildet gemeinsam mit Wabcowürth Workshop Services und Autocom eine Gruppe, mit dem Kernbereich Diagnose, im Würth Konzern. Insgesamt befinden sich von dieser Gruppe 73.000 Diagnosesysteme, 4.000 Abgastester, 8.000 Klimaservicegeräte und über 1.000 RDKS-Systeme im Markt. Insgesamt werden mit den Systemen dieser Diagnosespezialisten innerhalb der Gruppe 22 Millionen Diagnosen pro Jahr durchgeführt. Diagnosgeräte von WOW bieten Daten zu 1.173 Modellen von 67 Herstellern. Foto: WOW aktiven Kunden zugeordnet werden konnten. In diesem aktiven Pool kann in noch feinerer Detailsicht analysiert werden, welche Kunden nur Wartung und Service machen lassen, welche nur zum Reifenwechsel kommen oder aber bereits in allen Bereichen aktiv sind. „Derart loyalen Kunden brauchen sie nicht drei Mal im Jahr einen Werbeflyer schicken, diese Kunden sind bereits Top-Kunden“, erklärt Posselt. Umgekehrt lassen sich Kunden, die vielleicht nur den Service nach Scheckheft machen lassen, mit gezielter Ansprache auch zu Reifenkunden machen. Dietmar Winkler ■ Günstig direkt vom Hersteller Inkl. kostenfreier Typenstatik Erdnagelbefestigung Reifenregale zu Top-Koditionen Verkaufspavillons für Gebrauchtwagenplätze Günstig und variabel durch Systembauweise Repräsentativ, modern, hochwertig Optisch individuell gestaltbar Auf Wunsch inkl. Bauantrag Reifenlagerhallen & Reifencontainer & Reifenregale Werkstatthallen und Direktannahmen ab 30 m 2 Günstig + variabel durch Systembauweise Inkl. kostenfreier Typenstatik Kurze Lieferzeiten Auf Wunsch inkl. Bauantrag Über 500 Referenzen im Automobilbereich Hacobau GmbH · 31785 Hameln · Tel. 0 51 51- 80 98 76 · info@hacobau.de · www.hacobau.de

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BETRIEBSPRAXIS ELEKTROMOBILITÄT Mit dem Stromer zum Prüftermin TÜV SÜD bringt in einem Pilotprojekt mit der Feser-Graf Gruppe E-Mobilität auf die Straße. Der Versuch soll Alltagstauglichkeit und Sicherheit reinelektrischer Fahrzeuge im gewerblichen Dauerbetrieb aufzeigen. KURZFASSUNG it diesem Projekt bringen die beiden Partner E-Mobilität auf die Straße. TÜV SÜD und die Feser-Graf Gruppe starten einen umweltschonenden Pilotversuch, bei dem reinelektrisch betriebene Fahrzeuge im täglichen Prüfbetrieb eingesetzt werden und die TÜV SÜD-Sachverständigen direkt zu ihren Kunden bringen. Und das ohne lo- Die beiden E-Golf bringen die Sachverständigen im täglichen Prüfgeschäft zum Kunden. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2016 kalen CO 2 - und NOx-Ausstoß. Die zahlreichen E-Tankstellen der Feser Gruppe garantieren, dass TÜV SÜD mit den E-Golf in der Region mobil bleibt. „Die Investition in die entsprechende Lade-Infrastruktur ist eine wesentliche Voraussetzung für den alltagstauglichen Betrieb unserer E-Fahrzeuge. Wir freuen uns, dass unser Partner TÜV SÜD auch auf diese Zu- Das Projekt soll das Thema E-Mobilität auch ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Fotos: TÜV SÜD Wie alltagstauglich sind elektrisch betriebene Fahrzeuge? Diese Frage soll der Einsatz von zwei Volkswagen E-Golf im täglichen Prüfgeschäft von TÜV SÜD klären. Ein entsprechendes Pilotprojekt mit der Feser- Graf Gruppe geht jetzt an den Start. Uwe Feser (links), Feser-Graf Gruppe, übergibt zwei Volkswagen E-Golf an Patrick Fruth, Sprecher der Geschäftsführung TÜV SÜD Auto Service GmbH. kunftstechnologie setzt“, so Uwe Feser von der Feser-Graf Gruppe. Patrick Fruth, CEO Division Auto Service bei TÜV SÜD, blickt optimistisch in die Zukunft: „Mit dem E-Golf setzen wir ein klares Zeichen für die Elektromobilität. Unsere Mitarbeiter sind bei deutlich reduzierten Betriebskosten lokal emissionsfrei unterwegs“, so Fruth. Dass dabei auch Freude am reinelektrischen Fahren aufkommt, da sind sich die Experten von TÜV SÜD durchwegs sicher. Denn als Dienstleister rund um die E-Mobilität kennen sie die Fahrzeuge aus dem Effeff. TÜV SÜD setzt sich auf mehreren Fachgebieten dafür ein, dass das Fahren mit Strom schnell und sicher Realität wird: von der Batteriesicherheit über die Fahrzeugentwicklung, von Reichweitenstandards bis zur Hauptuntersuchung für E-Fahrzeuge sowie als Sicherheitspartner in den Schaufensterregionen für die E-Mobilität. Dietmar Winkler ■ Die beiden Elektro-Fahrzeuge sind zu deutlich reduzierten Betriebskosten unterwegs. www.autoservicepraxis.de

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BUCHTIPP Mit Kommentierung der ZDK-AGB! AKTUELL RECHTSPRECHUNG BIS JULI 2016 Bestell-Nr.: 088 Softcover, 16,8 x 24 cm, farbig, 216 Seiten, 7. Auflage 2016 € 69,00 (€ 73,83 inkl. MwSt.) Leseprobe Jetzt gleich bestellen! Tel.: 089/20 30 43 - 1900 Fax: 089/20 30 43 - 2100 eMail: vertriebsservice@springer.com eShop: www.springer-automotive-shop.de Werkstattgeschäfte rechtssicher führen! K. Martin Hake Rechtsfragen der Kfz-Werkstatt mit Erläuterungen der Kfz-Reparaturbedingungen Sei es beim Abschluss eines Kfz-Werkstattvertrages oder der Reparatur von Unfallwagen – Sie erhalten mit dieser Neuauflage das Rüstzeug, um juristische Probleme erst gar nicht aufkommen zu lassen. So sind Sie für juristische Fallen gewappnet und können im Tagesgeschäft rechtssicher handeln. Wichtig sind insbesondere die Sicherung von Forderungen sowie die Vermeidung von Schäden durch Haftungsfälle. • Kommentierung der aktuellen Kfz-Reparaturbedingungen des ZDK, Stand 11/2015. • Umsatzsteigerung durch das aktuelle RDG (Rechtsdienstleistungsgesetz): Verschenken Sie kein Geld bei der Unfallschadensabwicklung! • Tipps um Kundenbeziehungen zu erhalten ohne unberechtigten Forderungen nachzugeben • Praxisfälle zum Verständnis und Checklisten • Textbausteine zur unauffälligen und einfachen Rechtssicherung • Hinweise zur Vermeidung von Haftungsrisiken uvm.

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DAS SUPERTOOL für die Praxis rund um Werkstatt und Service asp-Magazin Werkstattinfos, Reportagen und Praxisbeispiele iele für Ihr Geschäft asp-App mobil immer bestens informiert: News, Heftarchiv, ePaper und mehr Digitales Heftarchiv alle Artikel der letzten 9 Jahre ePaper für den digitalen italen asp-Nutzer: digital.autoservicepraxis.de Newsletter alles Wichtige tagesaktuell Rückruf- Datenbank alle Infos auf einem Blick Weiter lesen Extra-Hefte wie „Räder & Reifen“ und „Freier Teilemarkt“ asp informiert Sie praxisnah und tages aktuell über alles, was der Werkstattprofi braucht. www.autoservicepraxis.de ist eine Marke von: