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Mit freundlicher Empfehlung www.autoservicepraxis.de SPRINGER B43 385 D 10,90 EURO 12.2017 AUTOMOTIVE MEDIA TITELTHEMA Werkstattsysteme im Überblick STEUERKETTE Kettentausch statt Motorschaden BELEUCHTUNG So ist die Werkstatt richtig ausgeleuchtet FACTORING Was es ist und was es bringt – Erfahrungen aus der Praxis TÜV SÜD-AKTUELL Das ändert sich bei der Abgasuntersuchung BESTENS AUFGESTELLT FÜR VOLKSWAGEN JETZT ERHÄLTLICH 504.00/507.00 508.00/509.00 MIT DER SHELL HELIX PRODUKTFAMILIE SIND SIE BESTENS AUFGESTELLT FÜR DIE HEUTIGEN UND ZUKÜNFTIGEN ANFORDERUNGEN DES VOLKSWAGENKONZERNS. Erfüllt Anforderungen der neuen Motorengenerationen: Hält den Motor nahezu werksauber* Verbesserte Kraftstoffeffizienz** Verwendbar für die verschiedensten Kraftstoffe (Benzin, Diesel, Erdgas, Bio Diesel und Benzin mit Ethanol Beimischungen) Kompatibel mit Dieselpartikelfilter * Gemäß Ergebnis des Sequence VG Schlammtests ** Gemäß ACEA Verbrauchstest – MB M111FE (CEC-L-54-T-96). Nachgewiesene Kraftstoffeinsparung von mindestens 2,5 % (Mittel von drei Prüfl äufen) www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 1

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So einfach kann Service sein – mit VDO Autodiagnos Check Anschließen, starten, läuft: Der neue eigenständig funktionierende Service-Tester von VDO bietet einen Schnellzugriff auf Fahrzeugsysteme. So gehen alltägliche Serviceleistungen leichter von der Hand – und das sogar herstellerübergreifend. Für mehr Effizienz in der Werkstatt: Simply Plug & Play – mit VDO Autodiagnos Check, dem perfekten Werkzeug für jeden Mitarbeiter. Jetzt effizient durchstarten auf autodiagnos.com/partner

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LEITARTIKEL Der Diesel verdient noch eine Chance eht es nach den aktuellen Zahlen der Deutschen Automobil Treuhand (DAT), scheint der Diesel inzwischen auf dem Abstellgleis zu stehen: Über 20 Prozent weniger verkaufte Fahrzeuge und eine Standzeit gebrauchter Dieselfahrzeuge von rund 100 Tagen sprechen eine deutliche Sprache. Auch in der Tagespresse vergeht kaum ein Tag, an dem der Diesel nicht sein Fett wegbekommt. Die Elektromobilität wird hingegen als Allheilmittel gesehen. Für viele Anwendungen ist der Diesel alternativlos, gerade bei Nutzfahrzeugen. Spricht man hingegen mit Experten (siehe Interview mit Uwe Wagner auf S. 28), ergibt sich ein ganz anderes Bild: Der Diesel ist für viele Anwendungen alternativlos, besonders bei Nutzfahrzeugen. Um dieselbe Energiemenge einer Tonne Diesel-Treibstoff mitzuführen, müsste ein Lkw mit Elektroantrieb eine Batterie mit 20 Tonnen Gewicht spazierenfahren. Es würde sich kein Spediteur darauf einlassen, die Hälfte seiner gesamten Nutzlast der Batterie zu opfern. Auch in SUV und großen Limousinen ist ein reiner Elektroantrieb aufgrund des hohen Gewichts der Fahrzeuge nicht sinnvoll. Besonders tragisch für den Selbstzünder ist jedoch die Tatsache, dass er seit Bekanntwerden des VW-Abgasskandals deutlich sauberer geworden ist, ohne dass hiervon groß Notiz genommen wird. Durch die Einführung der Abgasnorm Euro 6d und Abgastests unter realen Fahrbedingungen haben die Hersteller erkannt, dass sie ihre Hausaufgaben machen müssen. SCR-Katalysatoren mit Harnstoff-Einspritzung können die schädlichen Stickoxide so weit eindämmen, dass die gesetzlichen Anforderungen erfüllt werden. Es bleibt zu hoffen, dass der Diesel nicht totgeredet wird oder Fahrverbote umgesetzt werden, ohne eine passende Alternative parat zu haben. Viel Spaß beim Lesen! Alexander Junk, Redakteur www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 3

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INHALT 10 Werkstattsysteme Der asp-Marktüberblick zeigt Neueinsteiger und altbekannte Werkstattsystemgeber. 20 Kettentausch Wir zeigen, wie der Austausch der Steuerkette funktioniert. 40 asp Werkstatt-Tag 2017 Pragmatische Lösungen für Scheinwerferprüfsysteme TITEL 10 Hintergrund Werkstattsysteme im Wandel – ein Überblick mit Tabelle 14 Best Practice Autoprofi Frey über die Vorteile seines Konzepts 18 Best Practice Rundum-Sorglos-Paket für das „Automeisterteam“ AUTOMOBILTECHNIK 20 Steuerkette Kettentausch statt Motorschaden 23 Autovorstellung Der VW eUp und der Nissan Navara 24 Stoßdämpfer Verschlissene Stoßdämpfer sind ein Sicherheitsrisiko 28 Interview Uwe Wagner vom KIT erklärt, warum der DIesel wichtig ist AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 30 Bremsen Dank ECE-R90-Norm so gut wie das Original 32 Produkte Neues aus den Bereichen Fahrwerk & Co. WERKSTATTTECHNIK 34 Mahle Aftermarket Vom Klimakompressor bis zum Klimaservicegerät 36 Interview Wolf-Erik Schmitt über die Sicherheit von Hebebühnen 38 Beleuchtung Der Arbeitsplatz im richtigen Licht – das ist wichtig 40 asp Werkstatt-Tag Anforderungen an HU-Prüfmittel im Fokus 43 Produkte Neues aus den Bereichen Diagnose & Co. BETRIEBSPRAXIS 46 Recht Welche Informationspflichten für Werkstätten gelten 48 Factoring Für Franz Straubinger die richtige Entscheidung 50 Profi Service Tage Ein Besuchermagnet: die Hausmesse von Coparts 52 The Tire Cologne Die TTC will neue Leitmesse der Reifenbranche werden 54 Hochvolt-Schulung Welche Ausbildungsbausteine TÜV SÜD bietet 55 Werkstattsuchportale Ein Vergleich der Suchdienste zeigt die Unterschiede auf 58 Elektromobilität Gut geschmiert im E-Fahrzeug RUBRIKEN 03 Leitartikel 06 Nachrichten 33 ASA-News 44 TÜV SÜD-Aktuell 32 Impressum Zusatzinhalte auf autoservicepraxis.de und im asp ePaper § 29 AUTO SERVICE PRAXIS veröffentlicht regelmäßig sämtliche im Verkehrsblatt abgedruckten Mitteilungen des Bundesministers für Verkehr, soweit diese für § 29 StVZO relevant sind. AUTO SERVICE PRAXIS-Abonnenten verfügen damit über die im Sinne der AU-Anerkennungsrichtlinie erforderlichen Informationen und sind somit vom Bezug des ansonsten vorgeschriebenen Verkehrsblattes befreit. 45 Keine Verschiebung TÜV SÜD-Experte Thomas Sieber informiert asp-Leser über die Scheinwerferprüfrichtlinie www.autoservicepraxis.de

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Anzeige Korrosion Überhitzung Frost Kühlerschutz ist eine Ganzjahresaufgabe GLYSANTIN ® von BASF schützt den Motor im Winter und auch in der Sommerzeit. Nichts wirkt besser als das Original Das weltweit erste Frostschutzmittel für Kraftfahrzeuge entwickelte Mitte der 1920er-Jahre der BASF-Chemiker Dr. Otto Jordan, patentiert wurde es 1929 unter dem Markennamen GLYSANTIN ® . Inzwischen sind die Kühlerschutzmittel der GLYSANTIN ® - Serie Hightech-Produkte. Die meisten Neuwagen in Europa werden bereits ab Werk damit ausgestattet. Die richtige Mischung macht’s Korrosionsschutz-Inhibitoren sind wichtiger Bestandteil der GLYSANTIN ® - Produktreihe. Auf Metalloberflächen des Kühlsystems bilden sie eine hauchdünne Schutzschicht – so hat Rost keine Chance. Bei einem Gemisch aus Wasser und Glykol ohne diese Zusätze hingegen würde das Metall binnen kürzester Zeit korrodieren. Zahlreiche Additive in GLYSANTIN ® sorgen zudem dafür, dass die verschiedenen Metalle, Dichtungen und Kunststoffe des Motors geschont werden. Gerade moderne Motoren stellen durch ihre komplexen Kühlkreisläufe immer höhere Anforderungen an das Kühlmittel. Daher arbeitet das Entwicklungsteam der Traditionsmarke GLYSANTIN ® eng mit der Autoindustrie zusammen. Kühlerschutz im Sommer Doch die Aufgaben des Kühlerschutzes gehen über das Thema Korrosion weit hinaus. „Kühlmitteltemperaturen sind heute wichtige Indikatoren für das Motormanagement“, erklärt Dr. Harald Dietl, Globales Marketing und Produktentwicklung im Geschäftsbereich Automotive Fluids der BASF. „Alle Einstellungsänderungen während einer Fahrt werden anhand von Informationen aus dem Kühlkreislauf vorgenommen.“ Deshalb ist Kühlerschutz eine Ganzjahresaufgabe – denn im Sommer bewahrt GLYSANTIN ® den Motor vor Überhitzung. ■ EVO 1725 ® = reg. trademark of BASF SE

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NACHRICHTEN BELEUCHTUNG 360-Grad-Lichttechnik Meistgeklickte Artikel im November 1. Urteil des Bundesgerichtshofs: Werkstatt muss umfänglich informieren 2. BMW-Rückruf: Bruch der Gelenkscheibe möglich 3. Datenmarktplatz: Caruso ist offiziell gestartet 4. Mercedes-Benz: Windschutzscheibe nicht korrekt verklebt 5. asp-Adventskalender: Spiel und Spaß Meldung verpasst? Mit dem kostenlosen Newsletter von asp wäre das nicht passiert. Abo unter www.autoservicepraxis.de/newsletter. Frage der Woche (13. bis 19. November) Laut aktuellem TÜV-Mängelreport steigen die sicherheits- und umweltrelevanten Mängel älterer Autos an. Deckt sich das mit Ihren Erfahrungen? ■ Ja, diese Erfahrung habe ich ebenfalls gemacht (53 %) ■ Nein, einen Mängelanstieg bei älteren Autos sehe ich nicht (41 %) ■ Ich habe dazu keine Meinung (6 %) AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 Kabelspezialist Leoni hat eine optische Faser vorgestellt, die in alle Richtungen abstrahlen kann. Die „Ambientfiber“ soll durch die radiale Lichtverteilung über die gesamte Faserlänge gegenüber den punktuellen LED-Leuchten Vorteile bringen. Sie eignet sich beispielsweise für die Innen- und Außenbeleuchtung des Fahrzeugs sowie der Mittelkonsole. Durch die homogene Lichtverteilung und die unterschiedliche Farbgebung können dunkle Bereiche im Fahrzeuginnenraum gut ausgeleuchtet werden. Es lassen sich auch Positions-Sensoren in den Kabelsatz integrieren, um beispielsweise den Status des Sitzgurts ablesen zu können. In Gefahrensituationen signalisiert dem Fahrer beispielsweise ein rotes Warnlicht, dass er sich anschnallen muss, während Grün optimale Sicherheit anzeigt. aj ■ Jeder Zehnte ein Blender Foto: Leoni Jeder dritte Pkw fährt mit mangelhaftem Autolicht, jeder zehnte blendet andere Verkehrsteilnehmer. Das ist das Ergebnis des Licht-Tests 2017. Meisterbetriebe der Kfz-Innungen haben im Oktober an mehreren Millionen Fahrzeugen die Beleuchtungen überprüft. Insgesamt 90.000 dieser Tests flossen in die von Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) und Deutscher Verkehrswacht (DVW) veröffentlichte Statistik ein. An 32,7 Prozent der Pkw wurde die Lichtanlage beanstandet, was im Vergleich zu 2016 ein Plus von 0,7 Prozentpunkte bedeutet. Ganz oben auf der Mängelliste stehen dabei die Hauptscheinwerfer. aj ■ ELEKTROMOBILITÄT Strom tanken bei A.T.U Ende November hat die Werkstattkette A.T.U in Kooperation mit dem Schnellladeinfrastruktur-Betreiber Allego in der Filiale in Verden (Niedersachsen) seine erste Schnellladestation für Elektrofahrzeuge eingeweiht. In Kürze sollen weitere Stromtankstellen in den Filialen in Betrieb genommen werden: Das Netz soll auf mindestens 40 Standorte anwachsen. Ziel ist es, Besitzern von Elektrofahrzeugen einen umfassenden Service, angefangen von der Wartung und Reparatur bis hin zur Lademöglichkeit zu bieten. Die Ladestationen entsprechen den Standards CCS, CHAdeMO sowie Typ 2 und funktionieren sowohl mit Gleichstrom als auch mit Wechselstrom. Geht es nach A.T.U, soll sich der Fahrer während der Ladezeit im A.T.U-Shop umsehen, eine Kaffeepause einlegen oder einen Werkstatttermin vereinbaren. Im Bereich E-Mobility-Service verfügt laut A.T.U zudem mittlerweile jede der rund 600 Filialen in Deutschland über mindestens einen in Hochvolt-Technik ausgebildeten Mitarbeiter. aj ■ www.autoservicepraxis.de Foto: A.T.U

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DATEN RMI-Daten auf Caruso verfügbar Die TecAlliance GmbH stellt ihre Daten ab sofort auf der Datenmanagement-Plattform Caruso bereit, die seit Mitte November offiziell live geschaltet ist. Der Schritt bietet Anwendern die Möglichkeit, diese Daten mit anderen zu verknüpfen und so das eigene Geschäftsmodell optimieren oder neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. In einem ersten Schritt bietet TecAlliance jetzt seine Repair and Maintenance Informationen (RMI) über Caruso an, darunter Informationen aus technischen Handbüchern und Merkblättern, Einstelldaten, Schaltpläne und Diagnose-Informationen. Diese Daten können über den Caruso Marketplace in Zukunft auch einzeln über die TecAlliance-Fahrzeug-ID erworben werden. aj ■ Foto: TecAlliance ABGASUNTERSUCHUNG Update für Abgasmessung Ab dem 1. Januar 2018 wird die Abgasmessung am Endrohr in Kombination mit der elektronischen OBD-Prüfung bei der Abgasuntersuchung (AU) für alle Kraftfahrzeuge wieder Pflicht. Nutzer der Emission-Systeme von Würth Online World (WOW) können eine zertifizierte Emission-Software gemäß dem aktuellen Leitfaden 5 Revision 01 bereits jetzt per Online-Update beziehen. Die Herabsetzung der Grenzwerte, die ab dem 1. Januar 2019 gilt, hat WOWschon in das aktuelle Software-Update einfließen lassen. Diese Änderungen werden dann softwareseitig zum richtigen Zeitpunkt automatisch umgestellt. aj ■ Foto: WOW Würth Online World Der schwedische Batteriespezialist Ctek hat eine eigene Vertriebsgesellschaft in Hannover gegründet. Die neue Deutschlandzentrale Ctek Germany umfasst eine Gesamtfläche von rund 450 Quadratmeter, darunter ist auch ein über 300 Quadratmeter großes Schulungs- und Fortbildungszentrum. Mit der Neueröffnung möchte sich der Hersteller künftig besser auf die unterschiedlichen Zielgruppen einstellen. Zudem soll es einen einfacheren Bestellprozess sowie besseren Support geben. Die Haweka AG bietet ab sofort ein Schulungs- und Weiterbildungsprogramm zum Thema „Zentriertechnik & Achsvermessung“ an. Die Fortbildungen richten sich vorrangig an Mitarbeiter von Werkstätten, Autohäusern und Reifenfachbetrieben und werden am Firmensitz im niedersächsischen Burgwedel durchgeführt. Detaillierte Informationen gibt es im neuen Schulungsprogramm 2017/2018, das kostenlos bei Haweka bestellt oder über die Homepage heruntergeladen werden kann. Das Wasserstofftankstellennetz in Deutschland wächst weiter: Air Liquide hat im Oktober eine Tankstelle in Koblenz in Betrieb genommen. Sie steht verkehrsgünstig direkt an der A61 auf dem Gelände des Autohofs Bolz- Platz Koblenz- Metternich. Sie ist die erste öffentliche Wasserstofftankstelle in Rheinland- Pfalz und die bundesweit dritte H 2 - Station auf einem Autohof. Reifenhersteller Pirelli und die Universität Mailand haben erneut eine dreijährige Forschungsvereinbarung geschlossen. Die gemeinsame Vereinbarung wurde im Jahr 2011 mit dem Ziel geschlossen, innovative Reifentechnologie für die Zukunft zu entwickeln. Zu den zukünftigen Projekten gehören unter anderem der Einsatz von Nano ladungen zur Herstellung von Reifen mit geringerer Umweltbelastung sowie die Entwicklung von Materialien, die einen Reifen vor Alterung schützen können. Automobilzulieferer Denso hat das laut eigenen Angaben weltweit größte Head- up- Display (HUD) mit annähernd 24-Zoll großer Projektion entwickelt. Das Display projiziert für den Fahrer wichtige Informationen auf die Windschutzscheibe und soll erstmals im neuen 2018er-Lexus-Modell LS zum Einsatz kommen. Webasto investiert mehr als zehn Millionen Euro in sein Werk im oberbayerischen Utting. In den nächsten zwei Jahren soll dort eine neue Montagelinie für die Dachproduktion entstehen. Mit der Anlage von Kuka Industries möchte der Automobilzulieferer seinen Standort fit für die Industrie 4.0 machen und setzt auf einen höheren Automatisierungsgrad. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 7

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NACHRICHTEN Foto: Mann+Hummel AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 FILTERTECHNIK Feinstaubfresser in Stuttgart VERSICHERUNG Spezieller Schutz für Oldtimer Für Besitzer historischer Fahrzeuge gibt es mit „Autosan Classic“ eine neue Versicherung der Aioi Nissay Dowa Insurance Company, die Fahrzeugbesitzer im Schadenfall kostenfrei bei der Qualität von Ersatzteilen, Handwerksleistungen und historischer Korrektheit bei der Instandsetzung berät. Im Mittelpunkt soll dabei die Wiederherstellung und der Werterhalt des historischen Fahrzeugs stehen. Im Rahmen der 150-Prozent- Regel werden Kaskoschäden zudem selbst dann beseitigt, wenn die Instandsetzungskosten bis zu 150 Prozent des SERVICE Audi digitalisiert Serviceannahme Audi digitalisiert die Vertriebs- und Serviceprozesse und bringt als erste Automarke digitale Service-Stationen im Handel an den Start. Den Autohäusern werden jetzt 30 dieser 24-Stunden-Terminals angeboten. Zuvor hatte der Autobauer das Konzept in zwei Münchner Audi-Zentren erfolgreich erprobt. „Durch die digitale Serviceannahme reduzieren wir die Kapazitätsengpässe im Service und verschaffen den Serviceberatern beim Audi Partner mehr Zeit für die Kundenberatung“, erklärte Raimund Thomandl, Leiter Service Deutschland. Der Kunde könne unabhängig von den Öffnungszeiten des Autohauses bequem sein Auto für die Werkstattarbeiten an der Station abgeben oder abholen – inklusive Bezahlung. Zusätzlich könne über das Terminal auch ein Ersatzfahrzeug bereitgestellt und zurückgenommen werden, hieß es. Nach einer Terminvereinbarung online oder per Ein Experiment der besonderen Art hat das Unternehmen Team Kamm GmbH in Kooperation mit dem Filterhersteller Mann+Hummel umgesetzt: Ein Mercedes-Benz-Testfahrzeug wurde mit einem Feinstaubfilter auf dem Dach ausgerüstet, der den Feinstaub in der Luft durch den Fahrtwind aufsaugen kann. Der „Feinstaubfresser“ ist bereits im Raum Stuttgart unterwegs. Albert Kamm, Geschäftsführer der Team Kamm GmbH, ist überzeugt, dass sich durch den flächendeckenden Einsatz von Autos mit Filter die Feinstaubbelastung um bis zu 40 Prozent reduzieren ließe. Die feinen Partikel gelten als gesundheitsschädlich. Das Ziel müsse laut Kamm daher sein, dass Autos in Zukunft einen Filter ab Werk installiert haben, beispielsweise im Bereich des Stoßfängers oder Unterbodens. aj ■ Marktwerts des versicherten Fahrzeugs betragen und dieses üblicherweise als Totalschaden gelten würde. Auf der Homepage www.autosanclassic.de kann mithilfe eines Online-Rechners die Prämie für das eigene Fahrzeug berechnet und der Schutz sofort abgeschlossen werden. aj ■ Telefon kann der Fahrzeughalter den Autoschlüssel direkt an der Audi Service Station einwerfen. Vor Ort muss er lediglich den Prozess am Touchscreen abschließen, und ein Serviceberater wird über die Abgabe des Schlüssels informiert. Nach erfolgter Reparatur oder Wartung wird der Kunde per SMS benachrichtigt und bezahlt direkt am Automaten. Anschließend erhält er seinen Fahrzeugschlüssel. rp ■ www.autoservicepraxis.de Foto: Audi

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AKTUELLE RÜCKRUFE (TAGESAKTUELL: WWW.AUTOSERVICEPRAXIS.DE/RUECKRUFE) Marke Modell Produktionszeitraum Citroen C4 Aircross 25.11.2011 bis 16.05.2016 C4 Aircross 25.11.2011 bis 16.09.2014 Gründe/Maßnahmen Fahrzeuge (D) interner Code Vollzug erkennbar an Durch eindringendes Wasser kann Heckklappendämpfer korrodieren/Heckklappe kann herabfal- keine Angabe keine Angabe keine Angabe len, es besteht Verletzungsgefahr/Tausch der Heckklappendämpfer. Durch Korrosion kann Wasser in Scheibenwischermotor eindringen/Scheibenwischer können aus- siehe oben siehe oben siehe oben fallen/Austausch des Scheibenwischermotors. Chrysler 200 2010 bis 2014 Fehler beim Steuergerät der Insassen-Rückhaltesysteme/Airbags und Gurtstraffer werden beim keine Angabe S61 keine Angabe Unfall nicht korrekt angesteuert, es besteht Verletzungsgefahr/Ersatz des ORC-Steuergerätes. Sebring siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Dacia Logan II (mit Ausstattungspaket Prem06) 07.09.2016 bis 13.01.2017 Spoilerlippe am Stoßfänger fehlt/verschlechterte Aerodynamik/Montage einer Spoilerlippe. Dodge Avenger 2010 bis 2014 Fehler beim Steuergerät der Insassen-Rückhaltesysteme/Airbags und Gurtstraffer werden beim Unfall nicht korrekt angesteuert, es besteht Verletzungsgefahr/Ersatz des ORC-Steuergerätes. 1.911 0CJ8 Eine durchgeführte Reparatur ist durch einen Vermerk im internen Händlernetz erkennbar. keine Angabe S61 keine Angabe Caliber siehe oben siehe oben 1 siehe oben siehe oben Jeep Compass 2010 bis 2014 Fehler beim Steuergerät der Insassen-Rückhaltesysteme/Airbags und Gurtstraffer werden beim 4.488 S61 keine Angabe Unfall nicht korrekt angesteuert, es besteht Verletzungsgefahr/Ersatz des ORC-Steuergerätes. Patriot siehe oben siehe oben 586 siehe oben siehe oben Mercedes-Benz GLE (BR 166) Mai bis Windschutzscheibe nicht richtig verklebt/Im keine Angabe 6790045 keine Angabe August 2016 Crashfall besteht Verletzungsgefahr für den Beifahrer/Überprüfung der Stirnwand-Abdämpfung auf überschüssiges isolationsmaterial und ggf. Verklebung der Windschutzscheibe. GLS (BR 166) siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben S-Klasse (BR 222) Januar bis Mai 2017 Abdeckung des Fahrerairbags entspricht nicht der Spezifikation/Beim Unfall kann Abdeckung ggf. nicht öffnen und sich Airbag nicht entfalten/Austausch des Fahrerairbags. Mitsubishi ASX 2011 bis 2015 Durch Korrosion kann Wasser in Scheibenwischermotor eindringen/Scheibenwischer können ausfallen/Austausch des Scheibenwischermotors. ASX siehe oben Durch eindringendes Wasser kann Heckklappendämpfer korrodieren/Heckklappe kann herabfallen, es besteht Verletzungsgefahr/Tausch der Heckklappendämpfer. Nissan Qashqai (J11) 01.06. bis 28.06.2017 Peugeot 4008 24.11.2011 bis 12.09.2014 4008 24.11.2011 bis 16.05.2016 VW T5 Caravelle 18.11. bis 06.12.2005 Falsche Kabelmodifizierung/Seitenspiegel-Blinkerfunktion kann ausfallen, wenn gleichzeitig die heizbare Heckscheibe aktiviert ist/Kabelverbindung wird überprüft und ggf. modifiziert. Durch Korrosion kann Wasser in Scheibenwischermotor eindringen/Scheibenwischer können ausfallen/Austausch des Scheibenwischermotors. Durch eindringendes Wasser kann Heckklappendämpfer korrodieren/Heckklappe kann herabfallen, es besteht Verletzungsgefahr/Tausch der Heckklappendämpfer. Eine Korrosion der CNG-Gastanks ist möglich/Dadurch reduziert sich mit hoher Wahrscheinlichkeit die Wandstärke und die Gastanks können bersten. Es besteht dadurch erhebliche Verletzungsgefahr/ Bei Korrosion an Gastanks erfolgt der Ausbau der Gasanlage und eine Rückrüstung auf reinen Benzinbetrieb. 30 9193133 siehe oben 3.000 keine Angabe keine Angabe 4.000 siehe oben siehe oben 150 keine Angabe keine Angabe keine Angabe keine Angabe keine Angabe siehe oben siehe oben siehe oben keine Angabe keine Angabe keine Angabe T5 Multivan siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 9

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TITEL WERKSTATT-SYSTEME Mehr als nur ein Logo an der Tür Es gibt gute Argumente sich einem der zahlreichen Werkstattsysteme anzuschließen. Die Systemzentralen arbeiten fleißig an Instrumenten zur Digitalisierung und bemühen sich die Servicequalität hochzuhalten. Foto: Carat as waren auf jeden Fall gute Nachrichten für die Erstplatzierten Werkstattmarken. In einem gemeinsamen Test der Deutschen Gesellschaft für Verbraucherstudien (DtGV) und dem Nachrichtensender N24 wurden im Frühjahr zehn Autowerkstatt-Ketten getestet. Auf den ersten drei Plätzen landeten die Werkstattsysteme 1aAutoservice, Auto Dienst und Bosch Car Service. Die Tester bescheinigten den Betrieben allesamt hervorragende Serviceleistungen. Bewertet wurden die getesteten Werkstätten in zwei Kategorien: Zum einen wurde die Qualität der Beratung sowie die korrekte Diagnose von Mängeln benotet. Das Abschneiden in diesen Disziplinen floss KURZFASSUNG Im Bereich Werkstattsysteme gab es einige Veränderungen bei den Anbietern. Die Systemzentralen arbeiten mit Hochdruck an den Themen Digitalisierung und Servicequalität. Der Teilehandel positioniert sich zudem beim Thema Fahrzeugdaten. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 mit 70 Prozent in die Gesamtbewertung mit ein. Das Ergebnis in der zweiten Kategorie, Erscheinungsbild und Service, wurde mit 30 Prozent gewichtet. Die Untersuchung wurde mit Hilfe von verdeckten Testern durchgeführt. Sie ließen an ihren Fahrzeugen zwei vorgegebene Szenarien untersuchen (Urlaubscheck und Kontrolle der Bremsen). Dabei wurde deutschlandweit jeder Anbieter insgesamt fünfmal vor Ort und fünfmal telefonisch getestet. Keine groben Schnitzer „So ein Test zeigt, dass unsere Werkstattpartner ihr Geschäft wirklich gut beherrschen“, freute sich Thomas Vollmar, Geschäftsführer der Carat-Gruppe über das Ergebnis. Carat ist der Systemgeber für das Werkstattkonzept ad Auto Dienst, das in der Gesamtwertung mit der Note 1,6 auf Platz zwei landete. Wirkliche Ausreißer nach unten gab es laut dem Test kaum. Negativ fiel auf, dass in einem Viertel aller Testfälle Reparaturen vorgeschlagen wurden, welche die Gutachter als unnötig ein- schätzten. Dafür wurden in keinem einzigen Fall gefährliche Mängel übersehen. Das insgesamt positive Testergebnis für die freien Werkstattmarken kommt den Anbietern des freien Marktes sehr entgegen, haben sie doch beim Test des ADAC im vergangenen Jahr teilweise nicht gerade glänzend abgeschnitten. Die Tester bemängelten bei den freien Werkstätten Probleme bei Strukturen und internen Prozessen. „Einige verwenden anscheinend nicht die jeweilige modellspezifische Inspektionsliste oder arbeiten sie nicht gewissenhaft ab“, lautete die Kritik des Automobilclubs. Das Thema Qualität steht daher bei vielen Systemgebern derzeit ganz oben auf der Agenda. Dass sich die Investition in Aus- und Weiterbildung immer auszahlt, kann Thomas Sülzle, Leiter Marketing Services der ATR, nur bestätigen. „Wir konzentrieren uns vor allem auf die Qualität unserer Werkstatt-Partner. Qualität geht immer vor Quantität. Wir suchen aktive Partner, die bereit sind ein Werkstattsystem zu leben“, erklärt er. „Unsere www.autoservicepraxis.de

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Schulungsoffensive hat Früchte getragen, das können wir an den Ergebnissen der bisher fast 2.000 Werkstatttests deutlich ablesen“, verkündet Sülzle nicht ohne Stolz. „Wir bieten jetzt das dritte Seminar im Rahmen unsere Qualitätsmaßnahme. Werkstätten haben darin Gelegenheit nochmal ganz gezielt auf die Serviceprozesse zu schauen und sich auf die Abläufe bei Werkstatttests vorzubereiten.“ Zusätzlich bietet die Systemzentrale ATR bei Bedarf ein ein- bis dreitägiges Vor-Ort- Coaching. Tools für die Werkstatt 4.0 Aktive Unterstützung leisten die Systemgeber derzeit vor allem beim Thema Digitalisierung ihrer Werkstattpartner. ATR hilft Betrieben bei Einträgen in Google MyBusiness und anderen digitalen Verzeichnissen, um die Sichtbarkeit der Betriebe im Netz zu gewährleisten. So werden mit dem Facebook-Service zentral produzierte Inhalte automatisch auf den Facebookseiten der Werkstätten eingestellt, die dann mit individuellen Posts ergänzt werden können. „Die meisten Kunden sind bereits online, haben aber nicht die Zeit oder das Know-how, um einen Facebook-Auftritt wirklich zu pflegen“, bestätigt auch Klaus Grote, der die Werkstattsysteme von PV Automotive verantwortet. Auch PV Automotive stellt über ein zentrales Tool Texte plus Bilder zur Verfügung, die die Werkstatt-Partner dann in ihrem Account freischalten können, beispielsweise zu interessanten saisonalen Themen. Mit Social Media und Google alleine ist es aber nicht getan. Unter dem Stichwort „Werkstatt 4.0“ bietet PV Automotive verschiedene Tools an. „Wir haben schon 2015 zum ersten Mal einen Workshop mit Autoprofi-Werkstätten eingerichtet, den wir im Januar weiterführen“, so Klaus Grote. „Darin widmen wir uns digitalen Themen, die auf die Betriebe zukommen, dazu gehört auch die digitale Kundenansprache oder die Entwicklung einer Kunden-App.“ Die PV Automotive Systemzentrale hat eine Smartphone-App entwickelt, mit der die Kommunikation zwischen Werkstatt und Autofahrer digital erfolgen kann. Das geht bis zur Terminvereinbarung über das Smartphone. „Kunden erhalten in der App von ihrer Werkstatt Infos zu Serviceintervallen und können Rechnungen digital ablegen. Über einen Messenger kann man auch eine Anfrage an die Werkstatt stellen“, erklärt Grote die Funktionen. Sogar eine digitale Terminanfrage ist in der App integriert. „Bei der digitalen Terminanfrage loggt sich der Kunde in den cloudbasierten Terminkalender ein und kann direkt sehen, wo es noch freie Zeiten gibt. Was der Kunde in seiner Anwendung sieht, ist der gespiegelte Kalender der Werkstatt, der natürlich konsequent gepflegt sein muss inklusive Bühnenbelegung. Dann kann das ein wertvolles Planungstool für die Werkstatt sein“, ist der Systemleiter überzeugt. Das Pilotprojekt mit Autoprofi-Werkstatt-Partnern für die Anwendung wurde nun abgeschlossen. Jetzt soll die Terminplanung auch bei Partnern im System Autofit ausgerollt werden. Für die Organisation des Betriebs bieten alle Konzeptgeber ihren Partnerwerkstätten elektronische Katalogsysteme und Werkstatt-Management-Software an – teils gegen Aufpreis zu den Grundgebühren. Offenbar bietet der Markt noch Platz Und obwohl sich schon so viele unterschiedliche Werkstattsysteme auf dem Markt tummeln, vom einfachen Einsteigersystem bis zum Full-Service-Konzept mit besonders hohen Ansprüchen an die Werkstatt, gibt es offenbar noch Platz für neue Systeme. So startet PV Automotive im nächsten Jahr ein neues Werkstattsystem zusammen mit dem Schmierstoffanbieter Castrol. „Wir werden im nächsten Jahr zusammen mit Castrol ein weiteres Premiumsystem einführen. Das Unternehmen ist auf uns zugekommen. PV Automotive verfügt über hohe Kompetenz bei der Entwicklung von Werkstattsystemen“, verrät Klaus Grote. Das wäre dann neben den drei eigenen Systemen PV Partner, Autofit und Autoprofi ein weiteres Konzept. Auch die Carat-Gruppe hat zusätzlich zu den Systemen ad Auto Dienst, Auto Mobil Meisterwerkstatt und Auto Plus zuletzt ein neues Einsteigerkonzept gestartet. Mit dem neuen Werkstattsystem „Fahrwerk“ will Carat auch den Werkstätten ohne Kfz-Meisterbrief ein Partnermodul anbieten. ÜBER 5 MILLIONEN VERSCHLEISSTEILE IM SORTIMENT! • Ersatzteile für alle Marken: Neufahrzeuge, Young-/ Oldtimer oder Exoten • Großhandelskonditionen ab dem ersten Euro • Volle Herstellergarantie & über 2000 europäische Lieferanten www.tyre24.com Tyre24 ist eine Marke der

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TITEL WERKSTATT-SYSTEME IM ÜBERBLICK SYSTEMGEBER ATR International Bosch AC Auto Check Meisterhaft AutoPartner AutoCrew www.ac-autocheck.de www.meisterhaft.com www.autopartner-atr.de www.autocrew.de Bosch Car Service www.boschcarservice.de Anzahl Systempartner in Deutschland 305 850 62 ca. 300 ca. 1.050 Deutschlandweit ja ja ja ja ja vertreten? Im Ausland aktiv? über das Konzept ACC über den ATR-Gesellschafter Stahlgruber in Österreich und Polen ver- Service mit rund 17.000 nein AutoCrew ist auch in Weltweit ist Bosch Car Auto Check Center in Ungarn, Rumänien, Tschechien, Kroatien, Slowenien, liegt in Deutschland Österreich vertreten treten. Der Schwerpunkt Betrieben vertreten Griechenland, Türkei, Portugal, Brasilien und Südafrika Systemgebühren Starterpaket im Wert von Starterpaket im Wert von Starterpaket im Wert von 1.000,- Euro; 1.000,- Euro; 1.000,- Euro; Systemgebühr pro Monat Systemgebühr pro Monat Systemgebühr pro Monat 89,- Euro 89,- Euro 89,- Euro Ansprechpartner für Werkstätten Sabine Gans sgans@atr.de Tel. 07 11/91 89 79 68 Sabine Gans sgans@atr.de Tel. 07 11/91 89 79 68 Sabine Gans sgans@atr.de Tel. 07 11/91 89 79 68 SYSTEMGEBER WM SE (mit den Marken WM Fahrzeugteile und Trost Fahrzeugteile) Autofit 1a Autoservice AutoAuto www.autofit.de www.go1a.de www.autoauto.de kein Einmalbeitrag bei Systembeitritt; Sonderleistungen wie z.B. Befreiung von Systemgebühr (für drei Monate ab Vertragsbeginn), monatliche Systemgebühr 139,- Euro Autoteam www.auto-team.com kein Einmalbeitrag bei Systembeitritt; Sonderleistungen wie Befreiung von Systemgebühr (für drei Monate ab Vertragsbeginn), Systemgebühr ab 155,- €/Monat www.bosch-werkstattkonzepte.de www.bosch-werkstattkonzepte.de AutoPro www.autopro.de Anzahl Systempartner in Deutschland Deutschlandweit vertreten? Im Ausland aktiv? Rumänien, Slowakei, Tschechien Systemgebühren keine Startgebühr; Systemgebühr pro Monat 19,90 Euro Ansprechpartner für Werkstätten 790 650 (WM SE), 145 1.299 355 außerdem weitere 790 von Coler, Knoll, Lorch u. Küblbeck ja ja ja ja ja Team Werkstattkonzepte Tel. 05 41/99 89 20 00 konzepte@wm.de Österreich Österreich, Rumänien, Slowakei, Tschechien keine Startgebühr; keine Startgebühr; Systemgebühr pro Monat Systemgebühr pro Monat 64,- Euro 19,90 Euro Team Werkstattkonzepte Tel. 05 41/99 89 20 00 konzepte@wm.de Team Werkstattkonzepte Tel. 05 41/99 89 20 00 konzepte@wm.de nein nein keine Systemgebühr Systemgebühr pro Monat 19,90 Euro Team Werkstattkonzepte Tel. 05 41/99 89 20 00 konzepte@wm.de Team Werkstattkonzepte Tel. 05 41/99 89 20 00 konzepte@wm.de SYSTEMGEBER WM SE PV Automotive Hans Hess Autoteile Autoteam Plus Autofit PV Partner Autoprofi Motoo www.auto-team-plus.com www.autofit.de www.pvautomotive.de www.autoprofi.de www.motoo.de Anzahl Systempartner in Deutschland 160 365 975 16 232 Deutschlandweit ja ja nein nein nein, Schwerpunkt PLZvertreten? Gebiete 3,4,5 und 6 Im Ausland aktiv? nein nein nein nein 36 Partner in Serbien über Franchisenehmer Systemgebühren Systemgebühr pro Monat Startgebühr 499,- Euro; Startgebühr 299,- Euro; Startgebühr 1.199,- Euro; Startgebühr 3.100,- Euro; 19,90 Euro Systemgebühr pro Monat Systemgebühr pro Monat Systemgebühr pro Monat Systemgebühr pro Monat 149,- Euro 84,- Euro 279,- Euro 169,- Euro Ansprechpartner für Werkstätten Team Werkstattkonzepte Tel. 05 41/99 89 20 00 konzepte@wm.de konzepte-center@pvautomotive.de Tel. 02 01/84 85 54 00 konzepte-center@pvautomotive.de Tel. 02 01/84 85 54 00 konzepte-center@pvautomotive.de Tel. 02 01/84 85 54 00 Team Werkstattsysteme Tel. 02 21/5 40 02 18 AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 www.autoservicepraxis.de

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WERKSTATT-SYSTEME IM ÜBERBLICK SYSTEMGEBER Carat Point S Deutschland ad Auto Dienst Auto Mobil Meisterwerkstatt Autoplus Point S www.ad-autodienst.de www.automobilmeisterwerkstatt.de www.carat-autoplus.de www.point-s.de Automeister www.automeister.de Anzahl Systempartner in Deutschland rund 500 über 500 40 470 117 Deutschlandweit ja ja nein ja ja vertreten? Im Ausland aktiv? europaweite Aktivität nein nein europaweit, außerdem Österreich, Ungarn, Rumänien, Slowenien über Ad International Kanada, USA, Südafrika, Türkei, Indien Systemgebühren Startgebühr 1.298,- Euro; keine Startgebühr; k.A. auf Anfrage auf Anfrage Systemgebühr pro Monat Systemgebühr pro Monat 110,- Euro 20,- Euro Ansprechpartner für Ralf Gores, Leiter Vertrieb Ralf Gores, Leiter Vertrieb Indra Kimber point S Deutschland Jörg Dölicke Werkstätten Werkstattsysteme Werkstattsysteme Tel. 06 21/86 08 02 54 GmbH Automeister Systemleiter Tel. 06 21/86 08 03 55 Tel. 06 21/86 08 03 55 Tel. 0 61 54/639-0 Tel. 0 61 54/63 92 12 info@point-s.de info@automeister.de SYSTEMGEBER Coparts Select GD Handelssysteme Autoexcellent www.autoexcellent.de Profiservice Werkstatt www.profi-service-werkstatt. ASP Auto Service Partner www.asp-24.de Motocrew www.motocrew.de Premio Reifen + Autoservice www.gdhs.de Anzahl Systempartner in Deutschland 100 658 430 99 285 Deutschlandweit ja ja 80 Prozent Abdeckung 62 Prozent Abdeckung ja vertreten? Im Ausland aktiv? ja, über das Eurogaragen ja, über das Eurogaragen nein nein Schweiz, Benelux, Polen, Konzept der GroupAuto Konzept der GroupAuto Russland, Rumänien, Slowakei, Ungarn, Bulgarien International International und Tschechien Systemgebühren 780 Euro/Jahr + Marketing-Starterpaket Systemgebühr pro Monat Systemgebühr pro Monat Systemgebühr pro Jahr 790 Euro/Jahr keine Startgebühr; keine Startgebühr; keine Startgebühr; 599,- Euro 49,90 Euro 9,90 Euro 5200,- bis 12.800,- Euro Ansprechpartner für Werkstätten Nadine Doler Tel. 02 01/31 94 02 Quelle: Angaben der Systemgeber, kein Anspruch auf Vollständigkeit, Stand: Dezember 2017 Den Werkstätten stehen mit dem Softwarepaket Easy Work, einem Start-Paket mit Logotafel und Fahne sowie der Teilnahme an Werbemittelaktionen grundlegende Leistungen zur Verfügung. Weitere Bausteine sind laut Carat geplant. Wessels & Müller (WM) hat bereits 2015 das Konzept AutoPro vorgestellt. Damit konnten jene Werkstätten aufgefangen werden, die von WM beliefert wurden, aber einem Werkstattsystem von ATR angehörten. Nach der Fusion von WM und Trost machte das Bundeskartellamt die Auflage, dass WM aus der Einkaufskooperation ATR ausscheiden musste. WM konnte daher die ATR-Systeme AC AutoCheck, Meisterhaft und das Handelskonzept Autopartner nicht länger betreiben. Die meisten Betriebe wollten Nadine Doler Tel. 02 01/3 19 40 25 Andreas Kilian, Systemleiter Tel. 0 26 32/49 99 22 a.kilian@select.ag bei ihrem Lieferanten bleiben und wechselten das System. Immerhin: WM kam mit den blau-gelben Farben des neuen Systems den ehemaligen ATR-Betrieben entgegen. Derzeit hat das System 351 Partner. Insgesamt betreibt WM im Pkw- Bereich jetzt sechs Werkstattsysteme, drei aus der WM-Welt und drei aus der Trost- Welt. Andreas Kilian, Systemleiter Tel. 0 26 32/49 99 22 a.kilian@select.ag Claus-Christian Schramm Tel. 02 21/97 66 63 68, claus-christian. schramm@gdhs.de Telematik – das nächste große Ding Das nächste „große Ding“ im Bereich Werkstattsysteme werden Lösungen für das Management von Fahrzeugdaten. Der freie Markt ist derzeit dabei sich zu positionieren, um ein Gegengewicht zur Datensammelwut der Fahrzeughersteller aufzubauen. So wie es aussieht, beteiligen sich nun doch auch wichtige Großhandelskooperationen an der Datenplattform Caruso, die vor wenigen Wochen offiziell ihren Betrieb aufgenommen hat. ATR und Carat sind als Gesellschafter bei Caruso eingestiegen. Coparts will eine eigene Lösung über die internationale Organisation GroupAuto International ausrollen. „Wir wollen beim Thema Fahrzeugdaten von Anfang an mit dabei sein, es wurde viel geredet, jetzt ist es an der Zeit, dass konkrete Lösungen umgesetzt werden“, sagt Thomas Sülzle. Mit Caruso habe man die Chance, eine neutrale und sinnvolle Plattform zu schaffen, um an die Fahrzeugdaten zu kommen. Diese Daten werden künftig für Werkstätten wichtig, um sich in die digitale Wertschöpfungskette einzuklinken. Der Markenservice macht das jetzt schon vor. Dietmar Winkler ■ www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 13

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TITEL BEST PRACTICE Gesucht und gefunden Mit dem Neubau seiner Werkstatt im Stadtzentrum von Attendorn erreichte Christoph Frey viele neue Kunden. Mit dem Werkstattsystem Autoprofi von PV Automotive fand er das für ihn passende Konzept. ls Christoph Frey sich im Jahr 2006 für ein neues Werkstattgebäude entschied, stand schon im Vorfeld fest, dass er nicht in ein anonymes Gewerbegebiet am Stadtrand ziehen will. Ein Grundstück in zentraler Lage von Attendorn im Sauerland, zwischen Bahnhof und Stadtzentrum, inmitten einer neu entstandenen Infrastruktur aus Geschäften, Gastronomie und Unternehmen, entsprach eher seinen Vorstellungen. Stadtlage, Bahnhofsnähe und mehrere Er­ satzwagen machen es den Kunden bequem und halten sie mobil. Der seither wachsende Kundenstamm bestätigt Frey in seiner Entscheidung, bringt den Betrieb aber auch an seine Grenzen. „Wir spürten, dass es ohne Unterstützung immer schwieriger wurde, den Aufwand zu bewältigen, etwa im Rechnungswesen, der Warenwirtschaft, bei der Erstellung von Statistiken oder dem Handling von Teilebestellungen“, erinnert sich Frey. Aufs Tagesgeschäft konzentrieren Schon früher hatte Christoph Frey verschiedene Werkstattkonzepte ausprobiert, doch keines konnte ihn so richtig überzeugen. Trotzdem ließ er sich 2009 das System Autoprofi von PV Automotive vorstellen und fand darin die Unterstützung, die er suchte. „Für mich stand fest: wenn wir uns einem Werkstattsystem anschließen, muss es uns nach vorne bringen. Mit der Werkstattsoftware PV Manager und dem Teilekatalog PV Kompass fanden wir eine ideale Kombination, die sich perfekt ergänzt“, so Frey. 2010 folgte die Umsetzung des Konzepts, die Christoph und Claudia Frey führen den Betrieb in Attendorn im Sauerland gemeinsam. KURZFASSUNG Das Konzept Autoprofi von PV Automotive hat viele Bausteine vernetzt und in die Software integriert. Werkstattpartner Frey spart so viel Zeit und kann sich auf das Tagesgeschäft fokussieren. gewünschten Effekte stellten sich schnell ein. „Als Autoprofi Partner können wir uns endlich auf unser Tagesgeschäft konzentrieren. Das gesamte System läuft rund, etwa im Bestellwesen“, so Frey. Teilebestellungen können direkt aus dem Kundenauftrag in den Warenkorb von PV Kompass übernommen und ausgelöst werden. Das bringt deutliche Zeitersparnis. „Außerdem kann ich auf so viele Lieferanten zugreifen wie nie zuvor und die Teileverfügbarkeit ist hoch. Was bis 18 Uhr bestellt wird, ist im Nachtsprung bis morgens um 7.30 Uhr da. Insgesamt erfolgen bis zu fünf Belieferungen täglich“, erklärt der Werkstattinhaber. Teile werden ausschließlich bei PV oder vereinzelt direkt beim OE bestellt. An der Eingangstür weist ein von der Systemzentrale zur Verfügung gestelltes, großes Poster unmissverständlich darauf hin, dass mitgebrachte Teile nicht verbaut wer­ AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 www.autoservicepraxis.de

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Fotos: Dieter Väthröder den. Christoph Frey: „Neben dem fast vorprogrammierten Gewährleistungsärger fehlt der Teileerlös, der jedoch notwendig ist, um in die Zukunft zu investieren.“ Die Kfz-Werkstatt Frey ist seit 2010 Autoprofi Partner, ein Konzept von PV Automotive. Eigenes Engagement Christoph Frey, der den Betrieb gemeinsam mit seiner Frau Claudia führt, wirkt aktiv bei der Gestaltung und Weiterentwicklung des Werkstattkonzeptes mit und engagiert sich in Arbeitskreisen und Stammtischen. Die Mitwirkung von Werkstattpartnern zahlt sich an vielen Stellen aus, eingebrachte Vorschläge werden erprobt und, sobald sie ausgereift sind, auch umgesetzt. „Es war uns im Arbeitskreis zum Beispiel sehr wichtig, dass wir aus jedem Programm heraus eine Schnittstelle zu anderen Anwendungen haben und direkt damit arbeiten können“, sagt Frey und nennt Beispiele. „So kann ich etwa mit den Daten eines Kundenfahrzeugs direkt aus der Werkstattsoftware PV Manager in den Teilekatalog PV Kompass wechseln und hier das entsprechende OE­Portal anwählen, um technische Daten oder digitale Servicehefte abzurufen, ohne vorher etwa zu Google wechseln zu müssen.“ Gleiches gilt für die Entsorger, die auf Knopfdruck beauftragt werden. PV Manager Klaus Grote erklärt: „Auch das Thema Entsorgung, PV arbeitet mit Partslife zusammen, wurde komplett in PV Kompass inkludiert, die Abwicklung läuft online, so dass alle Daten bis hin zur Abfallbilanz auf Knopfdruck bereitstehen.“ Die Digitalisierung stellt das Werkstattsystem vor neue Herausforderungen, in der Werkstatt als auch im Umgang mit dem Autofahrer. Auch hier profitiert das System vom Zusammenwirken von Systemzentrale und Werkstattpartnern. So kamen Vorschläge zu den Themen Internet und soziale Medien aus dem Arbeitskreis und wurden erfolgreich umgesetzt. Klaus Grote: „Die Frage war: wie erreichen Werkstätten heute Kunden, lohnt sich Print­Werbung noch?“ Im Ergebnis liefert PV Automotive heute ein Social Media Service­Tool, das zentral gesteuert monatlich Inhalte und Bilder zur Verfügung stellt, die entsprechend für Facebook aufbereitet sind. Die Betriebe können dann selbst entscheiden, was auf ihrer Seite erscheint und eigene Inhalte ergänzen. Seit der PV Live­Messe im Oktober ist auch eine Autofahrer­App verfügbar, die derzeit zum Beispiel über Poster und Spiegelanhänger von den Werkstätten an die Autofahrer herangetragen wird. Sie ermöglicht nicht nur den direkten und modernen Dialog mit dem Nur die beste Bremse gibt das beste Gefühl. www.ate.de Bei ATE wird Qualität großgeschrieben – bei jedem Einzelteil ebenso wie bei unseren Bremssystemen. Denn wenn alles perfekt ineinandergreift, entsteht höchste Präzision. Ihr Vorteil: Sie können das gute Gefühl auch ganz einfach an Ihre Kunden weitergeben.

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TITEL Der Verkaufsraum bei Autoprofi Frey bietet einen direkten Blick in die Werkstatt, die über fünf mechanische Arbeitsplätze verfügt. 25 Werkstattdurchgänge pro Tag – mit dem Konzept von PV Auto motive im Rücken kann man sich auf das Tagesgeschäft konzentrieren. BETRIEBSKENNZAHLEN Autoprofi Frey Christoph und Claudia Frey 57439 Attendorn Flächengrößen: Gesamtfläche Grundstück: 2.200 qm Fläche Werkstatt (incl. Büro): 850 qm Fläche Teilelager: 40 qm Direktannahmeplätze: 1 Kennzahlen: Mitarbeiter Werkstatt: 6 Auszubildende: 1 Mitarbeiter Büro: 1 Mechanische Arbeitsplätze: 5 Werkstattdurchgänge/Tag: 25 Fahrzeugverkäufe neu/gebraucht: 160 (2016) Besonderheiten: Getriebespülung, Glasschadenservice, Hochvolt-Qualifizierung AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 Kunden, etwa zu speziellen Angeboten oder Terminerinnerungen, sondern auch eine Online­Terminbuchung. „Das System läuft jetzt erst an, wir geben zunächst nur bestimmte Zeitfenster zur Buchung frei, in denen Autofahrer verbindlich Termine buchen können“, beschreibt Christoph Frey. Weiterer Vorteil der App: Bei einem Schaden kann der Kunde darüber nicht nur einen Ersatzwagen buchen, sondern auch ein Foto machen und per App an die Werkstatt übermitteln, die kann sofort aktiv werden und bis zum Eintreffen des Kunden die Teile vorhalten. Ist das Auto fertig, erfolgt per App die Benachrichtigung und Übermittlung der Rechnung als PDF. „So ist der aktuelle Entwicklungsstand, derzeit befinden wir uns noch in der Lernphase. Im Januar trifft sich erneut der Arbeitskreis, dann werden erste Erkenntnisse beleuchtet und die Weiterentwicklung vorangetrieben“, schildert Frey. Der kleine Unterschied Viele Leistungsbausteine, die PV Automotive seinen Systempartnern bietet, werden laut Klaus Grote auch in anderen Systemen angeboten. „Wo wir uns von anderen unterscheiden, ist die Art der Umsetzung und Systemintegration, siehe etwa Social Media Service­Tool oder die Autofahrer­ App.“ Mobilitätsgarantien bieten auch andere, aber Autoprofi Frey kann den Antrag bei Kundenwunsch schon aus der Auftragsanlage direkt online an den Versicherer schicken, wo die Police ausgelöst wird. Gleiches gilt für Finanzierungsangebote, sei es für Reparaturkosten oder Autokauf, die direkt aus dem PV Manager heraus angefragt werden können und von der Bank innerhalb kurzer Zeit online freigegeben werden. Unterstützung findet Frey, der auch Neu­ und Gebrauchtfahrzeuge verkauft, im Modul Fahrzeughandel, das ebenfalls im Arbeitskreis angeregt, von PV umgesetzt und in den PV Manager integriert wurde. Läuft also alles wie geschmiert, oder? Nur bei einem speziellen Problem kann die Systemzentrale Christoph Frey wenig helfen: „Unser größtes Problem ist es, qualifiziertes Personal zu finden. Seit zwei Jahren suchen wir gezielt an Berufsschulen, Arbeitsämtern und in Job­Börsen, die Industrie macht uns große Konkurrenz.“ Claudia Frey ist im Betrieb zuständig für Personalfragen: „Man muss ums Personal kämpfen und Anreize schaffen. Unsere Lehrlinge werden sofort in die Arbeit integriert und müssen nicht erst Hilfsjobs erledigen. Außerdem nehmen wir unsere Mitarbeiter mit auf Messen und andere Veranstaltungen, schicken sie außerdem regelmäßig auf Lehrgänge, um sie weiterzubilden und so zu motivieren.“ In puncto Weiterbildung gibt es von der Systemzentrale klare Vorgaben. „Für unsere Autoprofis gibt es ein Weiterbildungsprogramm, das acht Trainingstage pro Betrieb im Jahr vorsieht. Zunächst sind diverse Basistrainings bis hin zur Betriebsführung vorgeschrieben, weitere Themen sind danach aus dem Programm frei wählbar“, erklärt Grote. Auch hier unterstützt die PV Software. Die Buchung erfolgt direkt aus dem System heraus, es kann mit PV Plus­Punkten aus dem Bonusprogramm bezahlt werden, und bei Einsatz einer Trainingscard sind unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 100 Prozent Rabatt möglich. Wer wann welches Training besucht hat und was es kostet, wird ebenfalls im PV Kompass verwaltet. Der TÜV überprüft jährlich die Qualität der Autoprofi­Betriebe, von der Auftragsannahme über die Ausführung bis zur Fahrzeugübergabe und Kundenzufriedenheit. „Die Auswertung, vor allem Verbesserungsvorschläge, nehmen wir sehr ernst“, so Klaus Grote. Christoph Frey lässt zusätzlich seine Kunden anonym über ein iPad abstimmen: „Es ist wichtig, den Betrieb auch mal aus Kundensicht zu sehen.“ Dieter Väthröder ■ www.autoservicepraxis.de

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TITEL BEST PRACTICE Den Rücken frei Freie Werkstätten sind einem harten Konkurrenzkampf ausgesetzt. Umso wichtiger ist ein starker Partner wie das Werkstattkonzept AutoServicePartner (ASP), das von der Select AG angeboten wird. hristian Schmeiser betreibt seit 1992 im Münchener Nordwesten im Stadtteil Allach die freie Kfz- Werkstätte „Automeisterteam“. Der erfahrene Kfz-Mechaniker-Meister ist dort eine bekannte Größe. Mehr als 3.500 Kunden zählt sein Kundenstamm, die regelmäßig ihre Fahrzeuge zu ihm in die Werkstatt bringen. „Die beauftragten Arbeiten reichen vom einfachen Reifenwechsel bis hin zu weitreichenden Unfallinstandsetzungsarbeiten“, sagt Christian Schmeiser. „Für mich und meine beiden Mitarbeiter ist es daher sehr wichtig, dass alle Abläufe in der Werkstatt völlig reibungslos ablaufen und gut getaktet sind. Nur dann ist es möglich, die Aufträge zur Zufriedenheit aller, schnell und zuverlässig abzuarbeiten.“ Aus diesem Grund hat sich Christian Schmeiser bereits im Jahr 2003 für das Werkstattkonzept „AutoServicePartner“ (ASP) von der Select AG entschieden. Ursprünglich angeboten, wurde es ihm von Bernd Noss, verantwortlicher Außendienstmitarbeiter für Oberbayern bei Konrad Autoteile im Münchener Norden und zuständig für das Werkstattkonzept ASP. Die Firma Konrad Autoteile ist einer von derzeit 15 Aktionären der Select AG. Noch heute betreut Bernd Noss das Automeisterteam. „Das Werkstattkonzept ASP hat für mich die Bedeutung eines Rundum-sorglos-Pakets“, so Christian Schmeiser, „denn für alles, was zum Management und Betrieb meiner Werkstatt gehört, habe ich effektive Lösungen über das Werkstattkonzept zur Hand. Und selbst KURZFASSUNG Freie Kfz-Werkstätten benötigen ein gutes Netzwerk von Geschäftspartnern, wenn die Werkstatt reibungslos funktionieren soll. Unterstützung dabei bieten Werkstattkonzepte wie AutoServicePartner (ASP). Christian Schmeiser, Werkstatt-Betreiber aus München, berichtet von seinen Erfahrungen mit ASP. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 Bernd Noss (links) ist bei Konrad Autoteile verantwortlich für das ASP-Werkstattkonzept. Er betreut Christian Schmeiser (rechts) seit 2003. Foto: Schoch wenn sich neue Lücken auftun, dann bietet das Konzept sicherlich auch hierfür eine Lösung.“ Reibungslose Teilelieferung Mit die wichtigsten Serviceleistungen von ASP sind für Christian Schmeiser die Teileversorgung und die dazugehörige Informationsbeschaffung. „Wenn bis zu fünfzehn Fahrzeuge am Tag durch unsere Werkstatt gehen, muss die Teilelieferung wie am Schnürchen funktionieren und die dazugehörigen Fahrzeugteile-Einbauinformationen reibungslos fließen.“ Teilelieferant ist hier exklusiv das Unternehmen Autoteile Konrad mit Sitz in Karlsfeld bei München. „Wir beliefern unsere ASP- Werkstattpartner mit allem, was sie benötigen, um Reparaturen und Serviceleistungen schnell durchführen zu können“, sagt Bernd Noss. „Zu jedem Ersatzteil stellen wir selbstverständlich – wenn sie benötigt werden – auch die Einbau-Informationen zur Verfügung.“ Doch die Serviceleistungen reichen noch viel weiter. So stellt die Select AG auch Software-Werkstattlösungen zur Verfügung. „Mit dieser Software ist unsere gesamte Werkstatt vernetzt“, so Christian Schmeiser. „Von der Fahrzeugannahme über die Diagnose und die Identifikation sowie Bestellung der jeweiligen passenden Ersatzteile über den ATP (AutoTeilePilot) bis zur schnellen Belieferung und Einbau der entsprechenden Teile sind alle Systeme miteinander vernetzt. Die Mechaniker haben somit immer Zugriff auf alle relevanten Informationen.“ Eine Dienstleistung von ASP, die das Automeisterteam besonders schätzt, ist die Bereitstellung von Kundenersatzfahrzeugen. „Wir haben einen Opel Corsa und zwei Ford Fiesta über das Werkstattkonzept als Kundenersatzfahrzeuge geleast“, sagt der erfahrene Kfz-Mechaniker-Meister. „Die Konditionen sind ungemein www.autoservicepraxis.de

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günstig und die Kundenersatzfahrzeuge geben uns Flexibilität im Umgang mit Kunden“, weiß er. Die Terminvereinbarung etwa falle damit sehr viel leichter. Europaweite Pannen- und Unfallhilfe Ein weiteres Argument für Autofahrer ihr Fahrzeug in ASP-Partnerwerkstätten zu bringen, ist die europaweite Mobilitätsgarantie (siehe Kasten rechts). „Wir bieten sie als Dankeschön unseren Stammkunden an, weil wir deren Fahrzeuge gut kennen und wissen, dass sie gut gewartet sind“, so Christian Schmeiser. Zu den Endkunden-Dienstleistungen gehört auch, dass über ASP Finanzierungen von Reparaturen angeboten werden können. „Hiermit werden vor allem Kunden angesprochen, die sehr teure Reparaturen haben, wie einen Motortausch“, erklärt Bernd Noss. In der Werkstattpraxis des Automeisterteams hat jedoch noch kein einziger Kunde dieses Angebot in Anspruch genommen. „Dies liegt daran, dass unsere Werkstatt in einer gut situierten Gegend von München liegt“, sagt Christian Schmeiser. „Hier wird umgehend bezahlt.“ Doch das Werkstattkonzept ASP kann auch bei zahlungsunwilligen Kunden helfen. „Über das so genannte Factoring können Werkstätten die Forderungen an Kunden an eine Partner-Bank von uns verkaufen“, berichtet Bernd Noss. „Die Werkstatt erhält dann innerhalb von wenigen Tagen ihr Geld und muss sich nicht mit lästigen Mahnverfahren herumärgern.“ Auch aus diesem Grund beinhaltet das Werkstattkonzept eine Online-Rechtsabteilung, über die sich Werkstätten zu allen juristischen Dingen beraten lassen können. Das Automeisterteam rund um Christian Schmeiser nimmt noch weitere Bausteine in Anspruch. So etwa das Recycling und die Entsorgung verbrauchter Werkstattchemie und Öle und die Möglichkeit drei Mal im Jahr 4.000 Endverbraucher-Beilagen zu beziehen. „Hier muss sich der Werkstattpartner lediglich um die Distribution kümmern und die Prospekte zum Beispiel in lokalen Anzeigenblättern beilegen lassen“, erklärt Bernd Noss. Mit den Serviceleistungen rund um ihre Werkstatt ist das Automeisterteam vollends zufrieden. „Was mich jedoch am meisten von ASP überzeugt hat, ist die Tatsache, dass ich gegenüber den Konzeptbetreibern nicht, wie bei anderen Die freie Kfz-Werkstatt „Automeisterteam” in München Allach ist einer von rund 500 ASP-Werkstattkonzeptpartnern der Select AG. ASP-SERVICELEISTUNGEN (AUSWAHL) ■ Betriebsversicherung: Versicherungsschutz individuell auf das Unternehmen abgestimmt ■ Entsorgung jeglicher Werkstattchemie und von Betriebsstoffen ■ Ersatzteile: Versorgung mit Ersatzteilen über Partnerbetriebe ■ Factoring: Absicherung gegen Forderungsausfälle von Kundenseite ■ Fahrzeughandel: Kooperation mit ELN (Eurocar Logistik Netz) und Zugang zum Fahrzeug- Einkaufspool von ELN zu Vorzugskonditionen ■ Kunden-Ersatzfahrzeug: Leasing und Versicherung von Kunden-Ersatzfahrzeugen ■ Marketing: kostenfreie Prospekte inkl. je zwei Plakaten, optional Plakatständer, Servicehefte, Anzeigenvorlagen, Checklisten, Werbematerialien, Stempel u.a. ■ Mobilitätsgarantie: Pannen- und Unfallhilfe, Wiederherstellung der Fahrbereitschaft an der Schadenstelle, Unfallbergung und Abschleppen zur nächstgelegenen ASP-Werkstatt inkl. Taxikosten ■ Online-Rechtsabteilung: virtuelle Rechtsabteilung „Advocado“ mit persönlicher Rechtsberatung zu jedem Rechtsgebiet durch unabhängige Anwälte ■ Reparaturinformationen: Informationen zu Themen wie Elektronik, Diagnostik, Sensorik u.a. ■ Select-Akademie: Schulungen und Workshops zu Technik, Recht und EDV ■ Signalisation: Beschilderung, Werkstatt-Dienstleistungstafel, Spannbänder, Fahrzeugbeschriftung, Fahnen, Pylone, Fassadenverkleidungen u.a. ■ Software: AUTOTEILEPILOTPlus, SELECTBasic, SELECTBasic Plus, SELECTBusiness Foto: Schmeiser Werkstattkonzepten, permanente Rechenschaft schuldig bin“, sagt Christian Schmeiser abschließend. Wichtige Unterstützung Die Vorteile liegen damit für den Werkstattpartner klar auf der Hand. Er wird in seiner Arbeit in allen Bereichen unterstützt oder kann im Notfall auf ein weitreichendes Netzwerk zurückgreifen. Christian Schmeiser möchte auf ASP keinesfalls mehr verzichten: „Ohne das Werkstattkonzept ASP hätte ich die heutige Betriebsgröße nicht erreicht und könnte nicht so beruhigt in die Zukunft blicken.“ Marcel Schoch ■ Christian Schmeiser (links) mit Kfz-Mechatroniker Johannes Steßel (rechts), der seit Juni 2017 zum Automeisterteam gehört. Foto: Schoch www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 19

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AUTOMOBILTECHNIK STEUERKETTE Kettentausch statt Motorschaden Wenn der Motor rasselt, ist die Steuerkette meistens defekt. Wir zeigen Schritt für Schritt, wie der Austausch des Steuertriebs am Beispiel eines Opel Meriva mit Ottomotor funktioniert. Fotos: Alexander Junk ie Lebensdauer der Steuerkette kann durch häufige Kurzstrecken und verschmutztes Öl reduziert werden (wir berichteten in asp 10/2017). Für die Reparatur bietet Schaeffler Kettentrieb­Kits, in denen alle Austausch­ Komponenten enthalten sind. Wie der Ketten­Austausch funktioniert, durfte die Redaktion von asp AUTO SERVICE PRAXIS an einem Opel Meriva mit 1.4­Ecoflex­Ottomotor erfahren. Kfz­ Technik­Meister Jens Meyer, Technischer Trainer bei Schaeffler im Automotive Aftermarket, führte uns Schritt für Schritt durch den rund achtstündigen Prozess. Ausbau der alten Kette Im ersten Schritt werden das rechte Vorderrad und der Kunststoff­Spritzschutz im Radhaus demontiert. Dadurch hat man einen besseren und direkten Zugriff auf die weiter zu demontierenden Komponenten. Das Motoröl und das Kühlmittel werden abgelassen. Danach wird die Batteriemasse abgeklemmt. Im Motorraum muss dann das Luftfiltergehäuse AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 inklusive der Luftführungen ausgebaut werden. Um den Ventildeckel des Motors zu entfernen, muss zunächst die Abdeckung des Zündmoduls und das Zündmodul entfernt werden. Unter dem Ventildeckel sind die beiden obenliegenden Nockenwellen verbaut. Auf der rechten Seite in Fahrtrichtung befindet sich die Steuerkette. Um das Steuergehäuse demontieren zu können, muss die Ölwanne entfernt werden. Hierzu ist es erforderlich, die Abgasanlage am Flansch unter der Ölwanne zu trennen. Im Motorblock über der Ölwanne im Bereich des Steuergehäuses befindet sich eine Serviceöffnung, diese Öffnung ist durch eine Schraube verschlossen. Die Schraube wird entfernt. In der Kurbelwange des ersten Zylinders befindet sich eine Bohrung. Um die korrekten Steuerzeiten fixieren zu können, wird in diese Bohrung der Zentrierdorn des Spezialwerkzeuges eingesteckt. Nun befindet sich die Kurbelwelle im OT. Jetzt müssen die Nockenwellen ebenfalls fixiert werden. Am Ende der Nockenwellen befinden sich Schlitze, in die eine Lehre eingesetzt wird. Jetzt wird der Keilrippenriemen unter Entlastung des Riemenspanners entfernt. Danach werden der Riemenspanner und die Riemenscheibe der Wasserpumpe demontiert. Nach diesem Arbeitsgang werden die Lichtmaschine und der Klimakompressor vom Steuergehäuse abgeschraubt. Der Motorhalter muss als Nächstes ausgebaut werden. Der Motor wird unter Zuhilfenahme einer Motorbrücke fixiert. Der 1,4­Liter­Motor hat jeweils für die Einund Auslassseite einen Nockenwellenversteller. Die Verstellung wird pro Seite über Magnetsteller, die mit jeweils zwei Schrauben befestigt sind, vorgenommen. Nach dem Ausbau liegen die Schaltventile der Nockenwellenverstellung, die gleichzeitig Befestigungsschrauben der Versteller sind, frei. Eine weitere Besonderheit dieser Motorenbaugruppe ist, dass die Befestigung der Wasserpumpe am Steuergehäuse teilweise so gelöst wurde, dass einige Schrauben der Wasserpumpe der Verbindung zwischen Steuergehäuse und dem Motorblock dienen. Am Steuergehäuse www.autoservicepraxis.de

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AUSBAU DER ALTEN KETTE Der Ventildeckel des Motors und das Zündmodul werden entfernt. Die Kurbelwellenriemenscheibe wird mit Hilfe eines Gegenhalters ausgebaut. In die Bohrung der Kurbelwange des ersten Zylinders wird der Zentrierdorn eingesetzt. Um die Schrauben der Nockenwellenversteller zu lösen, ist ein hoher Kraftaufwand nötig. Am Ende der Nockenwellen befinden sich Schlitze, in die eine Lehre eingesetzt wird. Im ausgebauten Zustand lässt sich erkennen, dass die alte Kette (links) deutlich gelängt ist. www.cc-stuttgart.de Facebook Wir haben vielleicht nicht den tollsten Geschmack, Sie machen wir aber voll beliebt! Tagsüber schrauben und dann abends noch die Facebook- Seite im Blick behalten? Muss nicht jeder haben. Praktisch ist es aber schon, um den Kontakt zu den Kunden zu halten. Deshalb kümmern wir uns um Ihre Facebook-Seite, damit Sie auch online immer persönlich bei Ihren Kunden sind. ATR SERVICE GmbH Otto-Hirsch-Brücken 17 70329 Stuttgart www.atr.de

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AUTOMOBILTECHNIK EINBAU DER NEUEN KETTE Nach dem Auflegen von Kette und Kurbelwellenrad folgen Spann- und Gleitschienen. Die Kurbelwellenriemenscheibe wird mit neuer Dehnschraube angezogen. befindet sich unterhalb der Wasserpumpe noch eine zusätzliche Kühlmittelablassschraube. Diese wird herausgedreht und das Kühlmittel im Motorblock abgelassen. Im nächsten Arbeitsgang wird die Kurbelwellenriemenscheibe unter Zuhilfenahme eines Gegenhalters ausgebaut. Im nächsten Schritt wird das Thermostatgehäuse gelöst. Nachdem alle 20 Befestigungsschrauben des Steuergehäuses entfernt worden sind, kann das Gehäuse abgenommen werden. Jetzt werden die Schrauben der Nockenwellenversteller gelöst. Der Kettenspanner sowie Spann­ Zwischen­ und Gleitschiene werden ausgebaut. Die Steuerkette und das Kurbelwellenrad werden herausgenommen. Danach werden die Nockenwellenversteller mit Sensorblechen demontiert. Einbau der neuen Kette Vor dem Einbau der neuen Kette werden das Steuergehäuse und die Ölwanne von alten Dichtungsresten befreit. Der Kurbelwellen­Simmering im Steuergehäuse wird auch erneuert. Bevor die neue Steuergehäusedichtung platziert wird, werden die Übergangsbereiche vom Motor zum Zylinderkopf leicht mit Dichtungsmasse bestrichen. Erst jetzt kann die neue Dichtung eingesetzt werden. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 Auch ein neuer Kettenspanner wird montiert, der sich ebenfalls im Kettentrieb-Kit befindet. Das rote Spezialwerkzeug fixiert die Sensorbleche in der Grundeinstellung. Im nächsten Schritt werden die Passungen an der Nockenwelle gereinigt. Hier ist unbedingt darauf zu achten, dass die Passungen an der Nockenwelle und dem Nockenwellenversteller öl­ und fettfrei sind. Es handelt sich hierbei um Presspassungen. Nun werden die Nockenwellenversteller mit den Sensorblechen eingesetzt. Die Schrauben werden dabei nur so fest angezogen, dass sich die Sensorbleche noch leicht drehen können. Das ist wichtig, weil später eine genaue Grundeinstellung der Bleche mit einem weiteren Spezialwerkzeug hergestellt werden muss. Jetzt wird die neue Steuerkette mit Kurbelwellenrad aufgelegt. Dann werden die neue Spann­ und Gleitschiene mit neuem Kettenspanner montiert. Die Kette wird nun großzügig mit dem Spezialadditiv „Chain Protect“ geschmiert, das den Einlaufverschleiß minimiert. Anschließend kann der Kettenspanner durch Ziehen des Arretierstifts gelöst werden. Nun wird das Steuergehäuse wieder aufgesetzt. Die Ölwanne wird mit Dichtmasse bestrichen und wieder montiert. Die Lichtmaschine und der Klimakompressor werden anschließend festgeschraubt. Die Abgasanlage wird ebenfalls wieder verschraubt. Der Riemenspanner und die Riemenscheibe der Wasserpumpe Die Kette wird großzügig mit dem Spezialadditiv „Chain Protect“ geschmiert. Der Ventildeckel wird mit neuer Dichtung sowie Zündmodul wieder angebracht. werden montiert. Die Kurbelwellenriemenscheibe wird mit neuer Dehnschraube nach Herstellervorgaben angezogen und dann der Keilrippenriemen aufgelegt. Der Motorhalter wird wieder eingesetzt und die Brücke entfernt. Nun kann das rote Spezialwerkzeug auf dem Steuergehäuse aufgesetzt werden und die Sensorbleche werden in der Grundeinstellung fixiert. Zwischen dem Nockenwellen­Versteller an der Zwischengleitschiene wird vorerst ein Gegenhalter montiert. Jetzt werden die Nockenwellen­ Versteller mit Drehmoment angezogen. Alle Spezialwerkzeuge werden demontiert und die Gleitschiene zwischen den Verstellern montiert. In Laufrichtung wird der Motor 720 Grad gedreht und mit den Spezialwerkzeugen werden noch einmal die Steuerzeiten geprüft. Danach kommen alle noch demontierten Teile wie das Luftfiltergehäuse, Ventildeckel (mit neuer Dichtung), Zündmodul und Abdeckungen wieder an ihren Platz. Der Ölfilter wird noch gewechselt und dann Motoröl und Kühlwasser aufgefüllt. Im Zuge der Reparatur ist es auch ratsam, alle dem Verschleiß unterliegenden Teile wie Riemenspanner, Keilrippenriemen, Wasserpumpe und Thermostat gleich mit zu tauschen. Alexander Junk ■ www.autoservicepraxis.de

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AUTOMOBILTECHNIK VW EUP Flotter City-Stromer Mit dem eUp hat VW eine rein elektrisch angetriebene Version des Stadtflitzers parat, der laut Hersteller eine Reichweite von 160 Kilometer schaffen soll und eine Batterie mit 18 Kilowattstunden Kapazität besitzt. In der Praxis sind zwar nur rund 120 Kilometer Reichweite drin, dafür ist der Kleinstwagen dank Schnell-Ladebuchse nach dem CCS-Standard in weniger als einer Stunde wieder aufgeladen. Gut gefallen hat uns auch der drehmomentstarke Elektromotor, der dem Mini aus dem Stand heraus eine gute Beschleunigung beschert. Die Platzausbeute des eUp steht dem regulären Up auch in nichts nach, jedoch kostet er deutlich mehr. aj ■ Statt eines Tankstutzens befindet sich unter dem Deckel eine CCS-Ladebuchse. Fotos: Alexander Junk AUTO-CHECK ■ Schnell-Ladefunktion ■ Satte Beschleunigung ■ Effizienter Elektroantrieb ■ Gute Platzausbeute ■ Geringe Reichweite ■ Hoher Anschaffungspreis NISSAN NAVARA Komfortabler Pick-up In den ländlichen Gegenden der USA sind sie das Standardauto, hier eher exotisch: Die Rede ist vom Pickup. Nissan hat mit dem Navara ein entsprechendes Modell parat. Unser Testwagen war mit einem 190 PS starken Dieselmotor mit 2,3 Liter Hubraum ausgestattet, der ein sattes Drehmoment von 450 Newtonmetern liefert. Obwohl über zwei Tonnen schwer, ist der Navara erstaunlich agil und kann dank zuschaltbarem Allrad-Antrieb mit Differentialsperre auch im rauen Gelände verwendet werden. Die Ladefläche mit 1.580 x 1.560 x 474 Millimeter (L x B x H) bietet zudem reichlich Stauraum. Auch eine Anhängerkupplung ist an Bord. aj ■ Der Nissan Navara bietet eine große Ladefläche und lässt sich einfach beladen. Fotos: Alexander Junk AUTO-CHECK ■ Einfache Handhabung ■ Große Ladefläche ■ Allradantrieb ■ Anhängerkupplung ■ Schaltgetriebe teils hakelig ■ Fahrzeug etwas unübersichtlich www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 23

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AUTOMOBILTECHNIK STOSSDÄMPFER Besser austauschen Stoßdämpfer sind sicherheitsrelevante Bauteile, die im verschlissenen Zustand das Fahrverhalten des Autos stark beeinflussen können. Viele Hersteller bieten passende Austausch-Produkte auf dem Aftermarket an. KYB bietet Argumentationshilfen für den Austausch und ein breites Produktportfolio. toßdämpfer werden oft nicht als sicherheitsrelevantes Bauteil gesehen, sind aber für die reibungslose Funktion eines Fahrwerks unerlässlich. Denn nur einwandfreie Stoßdämpfer sorgen für einen kurzen Bremsweg und ein stabiles Fahrverhalten. Auch Fahrerassistenzsysteme wie das ESP funktionieren nur mit intakten Stoßdämpfern korrekt. Empfehlenswert ist deshalb eine erste Überprüfung der Stoßdämpfer des Fahrzeugs nach rund 80.000 Kilometer Laufleistung und einem Fahrzeugalter von fünf bis sechs Jahren. Videos und Apps Um Kunden vom rechtzeitigen Stoßdämpfer-Wechsel zu überzeugen, hat der japanische Stoßdämpfer-Hersteller KYB ein Fahrwerksvideo mit Virtual- Reality-Technik gedreht, das Werkstätten als Argumentations- Die „Driv“-Technologie von Monroe passt sich dem Untergrund an. hilfe nutzen können. Im Video wird ein Vergleich zwischen neuen und verschlissenen Stoßdämpfern anhand eines Fahrvideos mit zwei Fahrzeugen eindrucksvoll visuell dargestellt, unter anderem bei einem Slalomtest und einer Notbremsung. Das Video ist auf Youtube verfügbar und lässt sich mit einer VR-Brille ansehen, die KYB interessierten Partnern zur Verfügung stellt. Eine weitere Argumentationshilfe für Werkstätten liefert KYB in Form der Suspension Solutions App, die dem Kunden per SMS einen Kurzbericht über den Zustand der Fahrwerkskomponenten senden kann. In dem Bericht gibt es Informationen über die festgestellten Symptome und eine Empfehlung, welche Teile ausgetauscht werden sollten. Werkstätten können zudem ihre Arbeiten mit Vorher- Nachher-Bildern dokumentieren und diese dem Autofahrer per App übermitteln. Die App ist laut KYB kostenlos erhältlich. Die passenden Stoßdämpfer, Federn und Fahrwerkskomponenten für gängige Fahrzeuge bietet KYB auf dem Aftermarket ebenfalls an. Fotos: KYB, Tenneco, Koni, Adobe Stock/bloomicon Auch Meyle setzt auf ein Video zum Stoßdämpfer-Check, mit dem Werkstätten ihre Kunden vom Austausch überzeugen können. Im Video wird erklärt, welche Möglichkeiten der Stoßdämpfer-Diagnose es gibt und wie sich diese umsetzen lassen. Für die Reparatur bietet Meyle ein Sortiment von über 650 Stoßdämpfern für rund 214 Millionen Fahrzeuge in Europa. Von komfortabel bis sportlich Stoßdämpfer-Spezialist Bilstein hat sich im Aftermarket auf die Bereiche Serienersatz für Luftfedern und aktive Fahrwerke spezialisiert. Dennoch hat der Hersteller mit den B2-Dämpfern Zweirohr-Öldämpfer für den zeitwertgerechten Austausch in Erstausrüsterqualität parat. Die Serie KURZFASSUNG Stoßdämpfer sollten nach 80.000 Kilometer Laufleistung das erste Mal überprüft und je nach Zustand ausgetauscht werden. Um Kunden davon zu überzeugen, bieten die Hersteller Argumentationshilfen und ein reichhaltiges Produktportfolio an. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 www.autoservicepraxis.de

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Die App von KYB schickt dem Kunden einen Kurzbericht zur Reparatur ... ... und auch einen Vorher-Nachher-Vergleich mit Bildern des Dämpfers. B4 steht hingegen für Gasdruckstoßdämpfer mit Einrohr- und Zweirohrtechnik. Die B6-Serie ist hingegen für eine höhere Belastung entworfen und soll sogar besser als das verbaute Original sein. Hersteller Tenneco hat unter dem Monroe-Stoßdämpferprogramm seine neue digitale Fahrwerkstechnologie „Driv“ vorgestellt, die sich automatisch den Straßenbedingungen anpassen kann, was für eine verbesserte Straßenlage und besseres Fahrverhalten sorgt. Elektronik, Sensoren und Steuerungssoftware befinden sich direkt im Dämpfer, wodurch sich Driv-Dämpfer leicht in konventionelle Fahrwerke integrieren lassen. Koni hat für sportliche Fahrer Dämpfer mit Formel-1- Technik parat. Für sportliche Fahrer hat Koni das Trackday-Kit parat, das auf Formel-1-Dämpfer- Technologie basiert. Das Kit ist für den normalen Straßeneinsatz und für die Rennstrecke entwickelt und erlaubt es, Druck- und Zugstufe von außen individuell sowie auch die Fahrzeughöhe nach Belieben einzustellen. Alexander Junk ■ Upps! Haben Sie etwas vergessen? Vielleicht Ihren alten Prüfstand? Nur die wenigsten "älteren" Prüfstände in Deutschland entsprechen der neuen Richtlinie. Gehört Ihrer dazu? Wenn nicht, wird es langsam Zeit für einen neuen. Multiflex 06 Easy Der Gesetzgeber hat entschieden, dass der Bestandsschutz für Prüfstände, die die Mindestanforderungen (für PKW: Durchmesser der Laufrollen min. 200 mm, Prüfgeschwindigkeit größer als 4 km/h, ASA Livestream Schnittstelle) nicht erfüllen, am 1. Januar 2020 endet. Warten Sie nicht zu lange, sonst drohen lange Lieferzeiten und sogar der Verlust der HU-Durchführung. AHS Prüfstände überzeugen durch ... Zertifizierung nach neuer Richtlinie Hochwertige Qualität "made in Germany" Anpassung an bestehende Fundamente (keine teuren Fundamentarbeiten notwendig) bedienerfreundliche Ausstattung umfangreichen Standard-Lieferumfang vielfältige Optionsmöglichkeiten wie z. B. PC-Software, Hebeschwelle, AHS-Allradmodus, Pedalkraftmesser, Einbauwannen, etc. www.ahs-prueftechnik.de

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AUTOMOBILTECHNIK INTERVIEW „Eine Nachrüstung ist schwierig“ Der Dieselmotor hat ein Image-Problem. Uwe Wagner vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) erklärt im Interview, warum der Selbstzünder dennoch eine sinnvolle Antriebstechnologie ist. Foto: KIT Uwe Wagner, Leiter Motorsystem, AGN & alternative Kraftstoffe am Institut für Kolbenmaschinen des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), findet Nachrüstlösungen problematisch. asp: Herr Dr. Wagner, der Dieselmotor ist durch den VW-Abgasskandal und drohende Fahrverbote in Verruf geraten. Hat der Antrieb überhaupt noch eine Zukunft? U. Wagner: Der Dieselmotor wird weiterhin in vielen Anwendungsfällen seine Existenzberechtigung haben, weil er die sinnvollste Antriebstechnologie darstellt. Gerade im Transportbereich ist er wegen der hohen Energiedichte des Treibstoffs unverzichtbar. Für die Energiedichte von einer Tonne Diesel-Kraftstoff müsste ein elektrisch betriebener Lkw eine Batterie mit 20 Tonnen Gewicht mitführen. Das würde niemand akzeptieren. Bei Klein- AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 fahrzeugen sehe ich jedoch ein Ende des Dieselmotors kommen, da er in sehr vielen Fällen nicht mehr wirtschaftlich ist. asp: Der Diesel wird inzwischen von vielen als Dreckschleuder angesehen. Ist diese Skepsis berechtigt? U. Wagner: Die Schadstoff-Problematik beim Diesel ist mit der neuesten Motorentechnologie gelöst. Das betrifft gerade die Fahrzeuge der neuen Euro-6d-Norm, die unter realen Fahrbedingungen zertifiziert wurden. Wir haben letztes Jahr am Institut eigene Untersuchungen dazu gemacht und sind mit vier aktuellen Dieselfahrzeugen, KURZFASSUNG Obwohl sich immer weniger Kunden für einen Diesel entscheiden, ist der Antrieb weiterhin eine sinnvolle Option. Auch das Stickoxid-Problem scheint mit neuester Technologie gelöst. Eine Nachrüstung alter Diesel ist jedoch problematisch. die bereits für Euro-6d vorbereitet waren, mit Messtechnik in Karlsruhe unterwegs gewesen. Es kamen Emissionswerte heraus, die teilweise unter dem Faktor vier des Grenzwerts von 168 Milligramm NOx pro Kilometer lagen. Wir hatten somit also Fahrzeuge, die nur knapp über 30 Milligramm NOx pro Kilometer im Realbetrieb ausstießen. Hier waren auch große Autos dabei. Bei Euro-6a- oder Euro-5-Fahrzeugen haben wir aber unbestritten ein Problem, da sie im Realbetrieb viel mehr Emissionen als bei der Zertifizierung aufweisen. asp: Der Zentralverband des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) fordert deswegen eine Nachrüstverordnung für ältere Diesel. Was halten Sie von einem nachrüstbaren SCR-Katalysator? U. Wagner: Generell sind Nachrüstlösungen immer schwierig. Eine Nachrüstung des SCR-Katalysators halte ich aus zwei Gründen für extrem schwierig. Zum einen ist das eine sehr komplexe Technologie, die sich nicht einfach in ein bestehendes Fahrzeugkonzept integrieren lässt. Es stellt sich die Frage, ob dieser Aufwand gerechtfertigt ist. Der zweite Aspekt ist noch viel wichtiger: So ein System muss zuverlässig funktionieren und haltbar sein. Wenn ein Hersteller beispielsweise die Funktion eines Nachrüst-Katalysators in einem Fahrzeug demonstriert, ist das bei Weitem noch keine serientaugliche Lösung, die in allen Betriebszuständen funktioniert. Um eine solche Technik in hohen Stückzahlen zu realisieren, brauchen Sie drei bis vier Jahre Entwicklungszeit, weil auch entsprechende Tests ge- www.autoservicepraxis.de

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macht werden müssen. Das lohnt sich nicht, denn bis die Technik verfügbar ist, sind auch entsprechend weniger alte Fahrzeuge auf dem Markt. Man sollte das Geld eher in Incentives oder Strategien investieren, um ältere Fahrzeuge aus der Flotte herauszunehmen und durch neuere Fahrzeuge zu ersetzen. asp: Was ist mit den vielen Besitzern von noch jungen Euro-5-Dieselfahrzeugen, die künftig vielleicht von Fahrverboten betroffen sein werden? Oder den Händlern, die nun einen Wertverlust bei ihren Gebrauchtfahrzeugen hinnehmen müssen? U. Wagner: Ich kann den Ärger nachvollziehen. Der Aufwand für die Nachrüstung ist aus meiner Sicht dennoch zu groß. Denn es stellen sich neben technischen auch juristische Fragen. Wer ist denn verantwortlich, wenn ein kapitaler Motorschaden auftritt? Der Hersteller von den Nachrüstlösungen wird sich aus der Affäre ziehen. Der Fahrzeughersteller wird ebenfalls keine Verantwortung übernehmen, denn das Auto war zur Markteinführung gesetzeskonform. Das kann man nicht rückwirkend ändern. asp: Sind die von der Automobilindustrie vorgeschlagenen Software-Updates eine Lösung? U. Wagner: Ja, die Software-Updates sind meiner Meinung nach wesentlich einfacher zu handhaben. Eine Reduzierung der Stickoxid-Emissionen von 15 bis 20 Prozent ist auch gar nicht schlecht. Die Gefahr der Versottung der Abgasrückführung lässt sich ebenfalls in den Griff bekommen. Ich würde hier für einen schrittweisen Weg plädieren, um für alle Fahrzeuge und Konfigurationen Software-Updates bereitzustellen. Die Autohersteller arbeiten bereits mit Hochdruck daran, hier wird viel Manpower investiert. asp: 15 bis 20 Prozent Stickoxid-Reduktion klingt im Gegensatz zum SCR-Katalysator nach nicht besonders viel. U. Wagner: In den Medien wird sehr häufig die Messstation am Stuttgarter Neckartor erwähnt, die 2016 mit Werten bis zu 80 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter deutlich den Grenzwert von 40 Mikrogramm im Jahresmittel überschritten hat. Es gibt zwar noch weitere Mess-Stationen, die über dem Jahres-Grenzwert liegen, die meisten Ausreißer messen aber maximal 50 bis 60 Mikrogramm. Bei 20 Prozent NOx-Ersparnis hätte man hier schon fast den Grenzwert erreicht, alleine durch das Software-Update. Nach und nach kommen zudem immer mehr saubere Euro-6d-Fahrzeuge auf den Markt. Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch die Grenzwerte an den kritischen Mess-Stationen unterschritten werden. asp: Neben den Stickoxid-Emissionen wird der Diesel auch für die Feinstaub-Belastung in Städten verantwortlich gemacht. U. Wagner: Dass der Dieselmotor immer wieder mit der Feinstaub-Problematik in Verbindung gebracht wird, ist entweder Unkenntnis oder vielleicht sogar böser Wille. Durch die Einführung des Diesel- Partikelfilters ab den Euro-4-Fahrzeugen sind die Partikelemissionen des Diesels nicht höher als die normale Feinstaubkonzentration in der städtischen Umgebungsluft. Die wesentlichen Emissionen für Feinstaub stammen zudem aus ganz anderen Quellen. An der Messstelle am Neckartor in Stuttgart stammen gerade sieben Prozent der Feinstaubemissionen, die gemessen werden können, aus dem Verbrennungsmotor. Das meiste stammt aus der Industrie. Der höhere Anteil Feinstaub aus dem Straßenverkehr stammt zudem von Reifen- und Bremsenabrieb, ist also nicht motorspezifisch. asp: Welche Technik-Trends werden den Dieselmotor in Zukunft noch sauberer machen? U. Wagner: NOx-Speicherkatalysatoren werden meiner Ansicht nach eine Renaissance erleben. Sie sind besonders interessant, wenn das SCR-System nicht schnell genug auf Betriebstemperatur kommt. Das ist beispielsweise bei nicht motornaher Anordnung des SCR-Systems der Fall. NOx-Speicherkatalysatoren können die Stickoxide im kalten Zustand des Motors bereits aufnehmen, bis die Abgasnachbehandlung auf Temperatur ist. Dann werden die Stickoxide wieder freigegeben und können im SCR-Katalysator reduziert werden. In der Vergangenheit waren NOx-Speicherkatalysatoren nicht besonders haltbar, weswegen man sie nicht gerne eingesetzt hat. Das Problem besteht nun nicht mehr. Ähnlich wie bei einem Ottomotor geht man auch dazu über, die Ventilsteuerzeiten des Diesels auf der Einlass- und der Auslass-Seite flexibel zu gestalten, um den Abgasstrom auf Temperatur zu bringen und den Schadstoff- Ausstoß zu minimieren. Diese Technologie wird im Kaltstart eingesetzt, wo bis zu 90 Prozent der Schadstoff-Emissionen entstehen, da die Abgasnachbehandlung noch nicht funktioniert. Interview: Alexander Junk ■ DR. UWE WAGNER Dr. Uwe Wagner ist Forschungsgruppenleiter am Institut für Kolbenmaschinen (IFKM) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Er studierte am KIT (vormals Universität Karlsruhe) Maschinenbau und hat dort auch promoviert. Nach der Promotion übernahm er die Arbeitsgruppenleitung für Brennverfahren bei Dieselmotoren. Seit 2013 leitet er die Arbeitsgruppe Motorsystemtechnik, Abgasnachbehandlung und alternative Kraftstoffe. Die Emissionen neuer Fahrzeuge der Euro-6d-Norm werden im realen Fahrbetrieb gemessen. Foto: VW www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 29

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AUTOMOBILTECHNIK BREMSEN So gut wie das Original Es gibt neben den Reifen wohl kaum ein sicherheitsrelevanteres Kfz-Bauteil als die Bremsen. Dennoch dauerte es viele Jahre, bis sich die Europäische Kommission auf eine umfassende Normierung geeinigt hat. KURZFASSUNG Mit der verbindlichen Einführung der ECE- R90-Norm sollen Bremsscheiben, Bremstrommeln und Beläge dieselbe Qualität und Sicherheit wie das Serienprodukt erreichen. Damit soll die Verkehrssicherheit in der EU erhöht werden. ange ist es her: Die für Bremsen gültige ECE-R90-Norm wurde schon 1995 eingeführt. Jedoch beschränkte sie sich zunächst auf Ersatzbremsbeläge. 2011 wurde die ECE R90 dann auf freiwilliger Basis auch auf Bremsscheiben und -trommeln ausgeweitet. Seit dem 1. November 2016 müssen Bremsscheiben und -trommeln bei neuen Fahrzeugtypen verbindlich die Norm erfüllen. Dadurch soll in der EU ein Mindeststandard geschaffen und die Ver- kehrssicherheit erhöht werden. Zudem soll sichergestellt werden, dass die als Ersatzteile verwendeten Scheiben und Trommeln hinsichtlich Funktionalität, Sicherheit und Effizienz über das gleiche Leistungsvermögen verfügen wie das zu ersetzende Serienprodukt. Ein wesentlicher Aspekt bei der Einführung der ECE-R90-Norm ist der Umstand, dass Autofahrer die Gewissheit haben, im freien Ersatzteilemarkt Produkte in Erstausrüsterqualität zu erhalten. Ein weiterer Vorteil ist der Wegfall der Allgemeinen Betriebserlaubnis für Fahrzeugteile. Für Werkstätten ist es wichtig zu wissen, dass die bindende Wirkung der ECE R90 für Bremsscheiben und -trommeln für Pkw gilt, die ab dem 1. November 2016 auf dem Markt eingeführt wurden. Das entbindet aber eine verantwortungsvolle Werkstatt nicht davon, auch bei älteren Fahrzeugen hochwertiges und nach der ECE-R90-Norm geprüften Ersatz zu verwenden. Sicherheit erhöhen Wir wollten wissen, was die Norm für die Hersteller von Bremsprodukten bedeutet. Für Bosch Automotive Aftermarket ist sie ein wichtiges Werkzeug, um zu verhindern, dass Scheibenbremsbeläge, Trommelbremsbacken, Bremsscheiben und Bremstrommeln auf den Märkten gehandelt werden, die diese Qualitätsnorm nicht erfüllen. Dies gilt zum Beispiel für die gesamte Europäische Union, welche die ECE-R90-Pflicht bereits 1998 in einer entsprechenden Richtlinie verfasst hat. Gleichzeitig gehen die Qualitätskriterien für oben genannte Produkte bei Bosch im Hinblick auf die technische Validierung deutlich über diese Norm Bremsen nach der ECE-R90-Norm sollen so gut sein wie das Original. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 www.autoservicepraxis.de Foto: sdfsdfsdfsdfsdf

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hinaus. So werden beispielsweise Komforteigenschaften wie der Verschleiß von Bremsbelägen bei Bosch intern geprüft, obwohl dieses Kriterium für die Erteilung der Typgenehmigung nach ECE R90 nicht erforderlich ist. Marco Moretti, Marketing Director Aftermarket Brembo, erläuterte uns die Sicht seines Unternehmens persönlich: „Brembo war immer für eine verbindliche Regelung, die die Mindest-Qualitätsstandards der auf dem Markt verfügbaren Bremsscheiben festlegt. Die UN-ECE- R90-Norm ist nur ein kleiner – und ehrlich gesagt ein ziemlich später – Schritt in diese Richtung“, so Moretti. Der Hersteller hat beschlossen, umgehend und mit hohem Ressourceneinsatz die ECE-R90- Genehmigung für das gesamte Bremsscheibensortiment zu erlangen, auch wenn auf dem Markt noch unterschiedliche Varianten gehandelt werden und es noch wenig Informationen zu diesem Thema gibt. „Wir hoffen, dass sich in naher Zukunft eine schrittweise Verbesserung des Qualitätsniveaus des gesamten Marktes abzeichnen wird, was zu einem fairen Wettbewerb und zu einer höheren Sicherheit für alle beitragen würde“, ist sich Moretti sicher. Darüber hinaus hat Brembo bereits vor über 15 Jahren veranlasst, die eigenen hohen Standards bei Foto: Brembo Foto: Continental Foto: ZF Foto: Continental Peter Wagner, Vice President Independent Aftermarket bei Continental Ulrich Walz ist Leiter des Bereichs Markt bei ZF Aftermarket. Das Prüfzeichen kennzeichnet Bremsscheiben nach ECE-R90-Norm. Bremsscheiben durch eine ABE-Zulassung zu bestätigen, die vom deutschen Kraftfahrt-Bundesamt bescheinigt wurde. ECE R90 IM ÜBERBLICK Im Einzelnen legt die ECE-R90-Norm folgende Eigenschaften fest: ■ Bremsbeläge müssen die gleichen Reibwerte wie die Originalbeläge des Fahrzeugherstellers aufweisen. Abweichungen von bis zu Plus/Minus 15 Prozent sind erlaubt. ■ Mechanische Belastbarkeit, Druck- und Scherfestigkeit müssen gegeben sein. ■ Die Geschwindigkeits-Sensibilität wird geprüft. ■ Bremsbeläge müssen asbestfrei sein. ■ Die Verpackung der Beläge muss verklebt oder versiegelt sein, um vorheriges Öffnen klar erkennbar zu machen. ■ Verpackungen der Bremsenprodukte verfügen über ein entsprechendes Prüfzeichen. Dabei handelt es sich um die Kombination eines Kreises mit dem Buchstaben E („Economic Commission for Europe“) und einer Zahl. ■ Die Prüfziffer muss am Ersatzteil dauerhaft identifizierbar sein. Keine Chance für Plagiate Bei Continental steht durch die Norm vor allem die Fälschungssicherheit im Fokus. „Die Erweiterung ist eine weitere Hürde für gefälschte und minderwertige Produkte auf dem Markt der ECE-Länder“, betont Peter Wagner, Vice President Independent Aftermarket und Geschäftsführer Continental Aftermarket. „Wir sind davon überzeugt, dass die von der Kommission gesetzten Qualitätsstandards nachhaltig zu mehr Fahrsicherheit beitragen werden. Uns als Erstausrüster der großen Automobilmarken bestätigt das Prüfsiegel unseren hohen Qualitätsanspruch für den Aftermarket nun offiziell“, betont Wagner. Umfangreiche Leistungstests gehören laut dem Zulieferer zum Standard, genauso wie die OE-Qualität der Aftermarket- Produkte. So war Continental bereits für die gesetzlichen Vorschriften gerüstet und hat frühzeitig mit den notwendigen Prüfungen für die ECE-Kennzeichnung der ATE-Produkte begonnen. So bietet Continental als eines der ersten Unternehmen ein umfassendes, ECE-geprüftes Bremsscheiben-Portfolio an. Bereits heute erfüllen deutlich über 90 Prozent der Bremsscheiben der Produktmarke ATE die technischen Anforderungen der Richtlinie ECE R90. Ulrich Walz, Leiter Bereich Markt bei ZF Aftermarket, ging ebenfalls auf die ECE-R90-Norm ein. „Ob Sensorik, Bremsen, Airbags, Steuereinheiten oder Fahrwerkskomponenten: ZF verfügt über das umfassendste Sicherheitstechnologie- Portfolio aller Automobil-Zulieferer. Mit Vision Zero bezeichnet ZF seinen Weg in eine Zukunft mit null Emissionen und eben null Unfällen. Damit ist auch für ZF Aftermarket Sicherheit ein integraler Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie.“ Laut Walz hat ZF als aktives Mitglied der offiziellen Arbeitsgruppe intensiv an der neuen Richtlinie mitgearbeitet und begrüßt, dass alle Ersatzteile die gleichen Leistungsparameter wie Produkte der Erstausrüstung erfüllen müssen. „Unsere eigenen Spezifikationen liegen heute allerdings schon über den gesetzlichen Anforderungen. Auch in Zukunft werden wir die Einführung von allen gesetzlichen Richtlinien unterstützen, die die Qualitätsstandards im Sinne der Fahrund Verkehrssicherheit erhöhen“, so Walz weiter. Dietmar Stanka ■ www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 31

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PRODUKTE LUFTFILTER Filter aus recyceltem Kunststoff Mann+Hummel hat ein Filtermedium aus recycelten Kunststofffasern entwickelt. Der Luftfilter C 24 005 soll dank des mehrlagigen Mediums eine hohe Filtrationsleistung bieten und mindestens 99,5 Prozent der Schmutzpartikel im Bereich von 0,001 bis 0,352 Millimetern abscheiden. Durch seine hohe Schmutzaufnahmekapazität über das gesamte Wartungsintervall kommt er mit nur 30 Prozent der Foto: Optimal Filtermedienfläche gegenüber klassischen Luftfiltern mit Zellulose-Medien aus. Der Filter ist ab sofort für verschiedene Toyota-Modelle verfügbar, weitere Varianten folgen. Zukünftig sollen neu entwickelte Mann+Hummel-Filter bis zu 80 Prozent Recycling-Fasern enthalten. aj ■ Mann+Hummel GmbH www.mann-hummel.de GELENKSCHEIBEN Vibrationsfrei unterwegs Die Optimal AG bietet ab sofort neue Gelenkscheiben (auch „Hardy-Scheiben“ genannt) an, die sich für Fahrzeuge mit Hinterrad- oder Allradantrieb von BMW und Mercedes eignen. Eine optimierte innere Fadenstruktur, spezielle Gummimischung und hochwertige Stahlhülsen sollen laut Optimal nicht nur Fluchtfehler und axiales Spiel ausgleichen, sondern auch Ruckelbewegungen beim Anlaufen der Welle oder Wechsel der Drehzahl reduzieren. So lassen sich störende Vibrationen und ein Ruckeln beim Fahren vermeiden. Die Gelenkscheiben werden in Deutschland hergestellt. aj ■ Optimal AG & Co. KG www.optimal-germany.com Foto: Mann+Hummel IMPRESSUM ISSN NR. 1437-1162 Anschrift von Verlag und Redaktion Springer Automotive Media Springer Fachmedien München GmbH Aschauer Str. 30 · 81549 München Tel. 0 89/20 30 43-0 Fax Redaktion 0 89/20 30 43-12 18 Fax Anzeigen 0 89/20 30 43-12 40 http://www.autoservicepraxis.de Springer Fachmedien München GmbH ist Teil der Fachverlagsgruppe Springer Nature. Redaktion Herausgeber Dipl.-Ing. Jürgen Wolz (TÜV SÜD Auto Service GmbH), Lars Kammerer (TÜV SÜD Auto Service GmbH) Anschrift siehe Verlag Chefredakteur (V.i.S.d.P.) Dietmar Winkler (diwi) Tel. 0 89/20 30 43-27 92 Redaktion Valeska Gehrke (vg) Tel. 0 89/20 30 43-23 09 Alexander Junk (aj) Tel. 0 89/20 30 43-23 10 Online-Redaktion Ralf Padrtka (Leitung) Tel. 0 89/20 30 43-12 84 Daniela Kohnen Tel. 0 89/20 30 43-11 21 Thomas Maier Tel. 0 89/20 30 43-23 11 E-Mail: autoservicepraxis@springer.com Ständige Mitarbeiter Eva-Elisabeth Ernst, Marcel Schoch, Dieter Väthröder, Erwin Wagner, Armin Wutzer Gesamtleitung Herstellung Maren Krapp Tel. 0 89/20 30 43-14 18 Layout Diane Laudien Tel. 0 89/20 30 43-11 87 Verlag Geschäftsführer Peter Lehnert Tel. 0 89/20 30 43-22 54 Verlagsleiter Springer Automotive Media Ralph M. 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AUTO SERVICE PRAXIS-Abonnenten verfügen damit über die im Sinne der AU-Anerkennungsrichtlinie erforderlichen Informationen und sind somit vom Bezug des ansonsten vorgeschriebenen Verkehrsblattes befreit. Bei der Springer Fachmedien München GmbH erscheinen auch die Zeitschriften AUTOHAUS, Autoflotte, GW-trends und Sprit+. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 www.autoservicepraxis.de

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ASA NEWS Fotos: ASA ASA-PRESSEGESPRÄCH Erwartungen erfüllt Für die ASA-Mitglieder haben sich die Umsatzerwartungen im ablaufenden Geschäftsjahr weitgehend erfüllt. Dabei haben sich die einzelnen Produktsegmente sehr unterschiedlich entwickelt. Verglichen mit anderen Sparten des Maschinenbaus sind die Margen bei den Werkstattausrüstern weiterhin unter Druck. Der könnte sich in Folge einer weiteren Konsolidierung im Teilegroßhandel möglicherweise sogar noch verschärfen. Dennoch fiel die Zukunftsprognose von ASA-Präsident Frank Beaujean für die nächsten zwei Jahre beim diesjährigen Pressegespräch positiv aus. So erhoffen sich die ASA-Mitglieder von der Einführung der Partikelmessung im Rahmen der AU und bei CO 2 -Klimaservicegeräten für Elektrofahrzeuge zusätzliches Umsatzpotenzial. Bei den Abgasabsauganlagen sorgen neue Regelungen für den Arbeitsschutz (neue TRGS 900 und anstehende Überarbeitung der TRGS 554) für eine erhöhte Nachfrage vor allem bei der Nachrüstung bestehender Anlagen. Zudem profitiert der Produktbereich von einem generellen Bewusstseinswandel in den Werkstätten zu ver bessertem Gesundheitsschutz für die Mitarbeiter. Bei den Abgastestern zeigt der Markt eine abwartende Haltung, die sich mit der Veröffentlichung der neuen Gesetzgebung erwartungsgemäß lösen wird. Bei den Achsvermessungssystemen stagniert der Markt, wobei die neuen, zu justierenden Fahrerassistenzsysteme Nachfrage nach geeigneten Einstellplätzen erzeugen. Wei- Auf dem diesjährigen Presse gespräch zog ASA- Präsident Frank Beaujean ein positives Fazit für den Verband, warnte aber auch vor Risiken. terhin stabil zeigt sich der Markt für hochwertige Diagnosegeräte. Bei Hebetechnik sind die Absätze gedämpft, wobei der Austausch bestehender Bühnen und das Produktsegment der 5,5-Tonnen-Bühne positive Impulse setzen. Für die Anbieter von Klimaservicegeräten war 2017 ein gutes Jahr, wobei sich der Markt der Klimaservicegeräte zugunsten der R1234yf- Geräte verschiebt. Erwartungsgemäß gut ausgelastet waren die Hersteller von Bremsprüfständen, die Ähnliches für 2018 erwarten. Bei den Scheinwerfereinstellgeräten sind die Fertigungskapazitäten voll ausgelastet. Lange Lieferzeiten sind die Regel. Der Trend zu robusten Geräten mit Laufschienen hält unvermindert an. Nur jedes vierte neue Scheinwerfereinstellgerät arbeitet digital. Bei den Reifenservicemaschinen zeigt sich seit diesem Jahr ein eindeutiger Trend hin zu hochwertigen Montier-Geräten. Diese Maschinen ermöglichen auch bei extremen Radgrößen jenseits 21 Zoll Durchmesser eine sichere, beschädigungsfreie Montage. Auch im Export-Geschäft läuft es für die ASA-Mitglieder in diesem Jahr rund. Zunehmend protektionistische Töne der Politik in einzelnen Ländern haben sich bislang nicht in Form von höheren Einfuhrzöllen oder schärferen Produktbestimmungen ausgewirkt. Zugleich ergeben sich aus dem „Diesel-Gate“ derzeit weltweit PTI-Initiativen (Periodical Technical Inspection). Außerdem begünstigt der Euro- Wechselkurs momentan den Export von Werkstattausrüstung aus Europa. KOMPAKT Bundesverband der Hersteller und Importeure von Automobil-Service Ausrüstungen e.V. ASA-Geschäftsstelle unter neuer Leitung Zum 1. November hat Frank Schlieben (51) die Leitung der ASA-Geschäftsstelle auf freiberuflicher Basis übernommen. Schlieben ist aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als Fach- und Chefredakteur bestens mit der Kfz-Servicebranche vertraut. Bereits seit November 2016 betreut er gemeinsam mit Bernd Reich die Pressearbeit des ASA-Verbandes. Schlieben verfügt über langjährige und tiefgründige Branchenerfahrung und spricht die Sprache der Werkstattausrüster und Werkstätten gleichermaßen. „Das gute und vertrauensvolle Zusammenwirken im Bereich der Pressearbeit in den letzten Monaten hat uns darin bestärkt, in Frank Schlieben die richtige Besetzung für die Leitung der Geschäftsstelle gefunden zu haben“, sagte ASA-Präsident Frank Beaujean. Die ASA-Geschäftsstelle hat ihren Sitz seit 1. November in Vaterstetten. Frank Schlieben hat zum 1. November die Leitung der ASA- Geschäftsstelle in Vaterstetten übernommen. KONTAKT Geschäftsstelle ASA Bundesverband Tel. 0 81 06/99 96 0-27 Fax 0 81 06/99 96 0-34 geschaeftsstelle@asa-verband.de www.asa-verband.de www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 33

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WERKSTATTTECHNIK KLIMASERVICE Unbekannte Gase entfernen Beim Mahle Aftermarket Workshop zeigte der Hersteller seine neuesten Produkte und Klimaservicegeräte. Darunter die Recovery Only Unit, die kontaminiertes Kältemittel problemlos aus dem Fahrzeugklimasystem absaugt. 2018 feiert das Klimaservicegerät das 30. Jubiläum. Mahle Aftermarket zeigte in Stuttgart die diversen Generationen. Fotos: Anna Matuschek ie Inhalte des Presse-Workshops von Mahle Aftermarket sind in Theorie und Praxis unterteilt, so dass die Produkte auch angefasst werden können. Michael Gaier, Leiter Produktmanagement Thermomanagement, macht den Anfang und stellt das neue Programm für Klimakompressoren, das seit September 2017 auf dem Markt ist, vor. Das Motto „Mehr als nur kalte Luft“ steht nicht nur für die Bauteile selbst, sondern auch für Lösungen und Services. Relevant für den Werkstattkunden ist die Auswahl zwischen dem „Premium Programm“ und dem normalen Ersatzteil. „Bei Autos, die erst vier oder fünf Jahre alt sind, geben die Besitzer bei einem Defekt natürlich etwas mehr aus. Bei Fahrzeugen, die schon mehr Jahre auf dem Blech haben, kommt die zeitwertgerechte Reparatur ins Spiel“, er- KURZFASSUNG Das Klimaservicegerät feiert sein 30-jähriges Jubiläum. Das nahm Mahle Aftermarket zum Anlass das aktuelle Produktprogramm vorzustellen. Auch die Themen Klimakompressoren, Innenraumfilter und Schulungen standen im Fokus. klärt er. Auch wenn Klimakompressoren als Lebensdauerkomponente ausgelegt sind, kann es durch falsche oder mangelnde Wartung zu Ausfällen kommen. Für den normalen Kunden machen die Produkte kaum einen Unterschied. Nur ein anspruchsvoller Nutzer wird merken, dass der höherwertige Kompressor auch schneller für kühle Luft sorgt. Um Mahle- Produkte vor Piraterie zu schützen, sind die Verpackungen mit einem Code ausge- stattet. Sollte der geringste Verdacht bestehen, kann über diese Nummer die Echtheit abgefragt werden. Zudem schützen spezielle Klebebänder – sogenannte Security-Strips – davor, dass der Inhalt unauffällig ausgetauscht werden kann. Deutschland sei davon zwar so gut wie gar nicht betroffen, aber auch hier ist jede Werkstatt bei einem Verdacht aufgerufen im Zweifel nachzufragen. Tiefgehendes Schulungsprogramm Nachfragen ist auch bei den Workshops von Mahle gefragt. Paul Weis stellt Schulungs- und Weiterbildungskonzepte vor. Rund 95 Schulungen werden jährlich in Deutschland durchgeführt. Der Hintergrund: „Wir haben viele erklärungswürdige Produkte, hier hilft nur Weiterbildung. Unsere Trainings werden in kleinen AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 www.autoservicepraxis.de

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Gruppen von maximal zwanzig Teilnehmern gehalten und umfassen zehn bis 14 Stationen“, erläutert Weis die Fakten. Dabei will man die Teilnehmer mit einer so genannten QuizzBox aus der Reserve locken, mit der anonym Fragen beantwortet werden. „So sehen wir als Trainer, wie stark die Gruppe ist und können dementsprechend arbeiten“, lobt er das System. Inhaltlich geht es in den Schulungen auch darum, vom puren Teiletauschen wegzukommen. „Wenn ein Defekt vorliegt, gibt es einen Auslöser und vielleicht auch Nachwirkungen. Wir sensibilisieren die Teilnehmer darauf, das ganze Schadensbild zu diagnostizieren“, unterstreicht Neue Generation Innenraumfilter Sensibilisieren will auch Steffen Dassler, Leiter Produktmanagement Motorenteile und -komponenten, Filtration, Motorperipherie und Mechatronik. Mit einem Schnupperkasten können die Teilnehmer den Unterschied zwischen einem normalen und dem Mahle CareMetix-Innenraumluftfilter olfaktorisch bewerten. Der Effekt ist eindeutig – und die rund 25 Prozent Aufpreis gegenüber dem normalen Filter wert. Leider ist diese Geruchsprobe für die Werkstatt noch nicht erhältlich und kann nur durch sprachliche Aufklärung des Kunden erfolgen. Die Vorteile des CareMetix gegenüber der „Better“ Version (acht Komponenten werden gefiltert) und der „Good“ Variante (fünf Komponenten werden gefiltert), ist, dass die neueste Generation zwölf Außeneinflüsse aus der Atmosphäre filtert. Als bestes Praxis-Beispiel dient die Anwendung in der Stadt Stuttgart. Mit diesem neuen Filter sollen Ruß und Feinstaub aus dem Auto ferngehalten werden. Allerdings natürlich nur, wenn die Fenster geschlossen sind. Ganz besonders im Sommer ist dafür eine gut funktionierende Klimaanlage unerlässlich. 30-jähriges Jubiläum Stolz zeigen Erkan Dokuz, Leiter Mahle Service Solutions Europa und Helmut Häussermann, Experte für Klimaservice bei Mahle, die Sammlung der Klimaservicegeräte. „Früher hat man das Gas einfach abgelassen. Auf Wunsch der Industrie gab es 1988 das erste Klimawartungsgerät“, erklären die beiden. Mittlerweile ist das normale Warten zwar an der Tagesordnung, allerdings mit neuen Problemen. Wenn ein Helmut Häussermann (l.) und Erkan Dokuz zeigen die Revocery Only Unit (Gerät in der Mitte). VAKUUMÖL WECHSELN Interner Reinigungsprozess „E³ Pump“ Nicht nur die Klimaanlage, auch das Klimaservicegerät selbst muss regelmäßig gewartet werden. Ob bei der jährlichen Wartung ein Wechsel des Vakuum-Öls ansteht, entscheidet die Werkstatt selbst. „In der Regel muss das Öl nach 60 Betriebsstunden der Vakuumpumpe gewechselt werden. Mit dem E³ Pump Feature lässt sich dieses aufbereiten. Durch Erhitzen wird die Viskosität wieder hergestellt. Der Vorgang dauert 30 bis 40 Minuten und das Schmiermittel kann bis zu etwa 15 Mal reanimiert werden, “ erklärt Helmut Häussermann. Der Vorteil für die Werkstatt liegt hauptsächlich darin, dass zwischen den regulären jährlichen Wartungsintervallen so keine zusätzlichen Technikereinsätze für Ölwechsel mehr anfallen. Fahrzeug zum Service kommt, bleibt nur wenig Zeit, denn der Kunde möchte sein Auto so schnell wie möglich wiederbekommen. Wichtig bei der Neubefüllung ist aber, dass auch das richtige Kältemittel im System ist. Das ACX 255 für R1234yf zum Beispiel prüft vor jedem Absaugen, ob dies der Fall ist. „Wird ohne Vorabprüfung ein falsches Kältemittel in ein Klimagerät eingesaugt, verteilt sich dieses unbekannte Gemisch wie ein Bakterium, da weitere Fahrzeuge danach auch ‚verseucht‘ werden“, erklärt Helmut Häussermann. Sollte das falsche Mittel im Fahrzeugklimasystem sein, kann das für den Kunden teuer werden. Mit der Mahle Recovery Only Unit (ROU), die zwischen Servicegerät und Fahrzeug gekoppelt wird, lässt sich der unbekannte Inhalt absaugen. Anschließend wird er via Fünf- Liter-Flasche an die Firma Friedrichs Kältemittel versendet. Dort findet eine Analyse und letzten Endes die Entsorgung statt. In so einem Fall ist der sofortige Dialog mit dem Kunden sinnvoll, denn die Kosten können nicht pauschal benannt werden. So negativ es im ersten Moment klingt, mit der ROU können Folgeschäden vermieden werden. Durch die schnelle Entfernung aus der Fahrzeugklimaanlage innerhalb von 45 Minuten ist der weitere Wartungsablauf gewährleistet. Kundenvertrauen gewinnen Viele Autobesitzer sträuben sich vor einem Klimaservice. Verständlich, denn warum Geld investieren, wenn alles funktioniert. Mit dem Mahle AC Performance ist ein dynamischer Kurztest möglich. So kann schon bei einer Dialog annahme im Beisein des Kunden binnen acht Minuten geprüft werden, ob das System ausreichend Leistung hat. „Durch die vier Meter langen Schläuche kann das Gerät so gestellt werden, dass alle Anwesenden einen guten Einblick haben. Natürlich gibt es auch ein Protokoll“, ergänzt Erkan Dokuz bei der Demo-Vorstellung. So kann der Klimacheck zu einem positiven Vertrauensverhältnis zwischen Werkstatt und Kunde beitragen. Anna Matuschek ■ www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 35

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WERKSTATTTECHNIK HEBETECHNIK Regelmäßige Prüfung Eine Hebebühne muss sicher funktionieren. Wolf-Erik Schmitt, ASA- Fachbereichsleiter Hebetechnik, weiß worauf es dabei ankommt. KURZFASSUNG Eine Hebebühne gehört zur Grundausstattung jeder Werkstatt. Damit Mechatroniker bei ihrer Arbeit keinen Gefahren ausgesetzt sind, unterliegen Hebebühnen daher besonderen Sicherheits- und Prüfvorschriften. Bei einer aktuellen Untersuchung der EU-Initiative ProSafe wurden jetzt u.a. sicherheitsrelevante Mängel aufgedeckt. Die EU-Initiative ProSafe hat 47 Hebebühnen überprüft und dabei neben kleineren auch sicherheitsrelevante Mängel festgestellt. Wir haben das als Anlass genommen und bei Wolf- Erik Schmitt, Fachbereichsleiter Hebetechnik beim ASA-Verband, nachgefragt. Im Interview erklärt er, was es mit der EU-Initiative ProSafe genau auf sich hat, wie die Sicherheit von Hebebühnen nachgewiesen wird und was Werkstattbetreiber im Alltag beachten müssen. asp: Welche Funktion hat die Initiative ProSafe? W.-E. Schmitt: Bei ProSafe handelt es sich um eine EU-Initiative zur Überprüfung von Fahrzeug-Hebebühnen hinsichtlich CE-Konformität und Sicherheit. Der Fokus liegt auf Zweisäulen- und Scherenhebebühnen, wobei Überwachungsbehörden aus insgesamt neun Mitgliedsstaaten daran beteiligt sind. Bisher wurden 47 Hebebühnen unter der Leitung von zwei unabhängigen Experten überprüft. Neben vielen kleineren Mängeln, zum Beispiel keine Herstellerangabe auf dem Typenschild, gab es zahlreiche konstruktive und damit sicherheitsrelevante Mängel. So wurde zum Beispiel bei 18 Hebebühnen ein mangelnder Schutz festgestellt, der zu Quetschungen führen kann. Davon betroffene Hersteller wurden bereits informiert und zu Nachbesserungen aufgefordert. Vier Hebebühnen wurden bisher von der EU vom Markt zurückgerufen. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 asp: Inwiefern sind Hebebühnen asiatischer Anbieter sicherheitstechnisch besonders problematisch? W.-E. Schmitt: Konstruktionsmängel und die nicht vollständige Einhaltung der EG- Maschinenrichtlinie führen zu massiven Sicherheitsproblemen bei Hebebühnen. Sicherheitsprobleme, die im schlimmsten Fall zum Tode führen. Dies ist jedoch nicht ein rein asiatisches Problem, auch wenn wir mehrheitlich Produkte aus asiatischer Fertigung davon betroffen sehen. asp: Wie wichtig sind Projekte wie ProSafe und warum ist Deutschland nicht beteiligt? W.-E. Schmitt: Nationale Überwachungsbehörden haben selbst keine Möglichkeit Produkte hinsichtlich CE-Konformität und Sicherheit zu überprüfen. Erst nach einem Unfall können rechtliche Schritte mit Unterstützung der Berufsgenossenschaften eingeleitet werden. Die Bedeutung von ProSafe ist daher sehr groß – die EU besitzt die Möglichkeit Produkte, die nicht den gängigen Sicherheitsanforderungen entsprechen, vom Markt zu nehmen. Dies gilt nicht nur für Hebebühnen, auch andere Produkte des Alltags sind davon betroffen. Es ist schade, dass Deutschland selbst nicht Teil der Initiative ist. Der Europäische Werkstattverband EGEA, zu dem auch der ASA-Verband gehört, wurde zu spät über die Initiative informiert – Korrekturen waren zu diesem Zeitpunkt leider nicht mehr möglich. asp: Welche sicherheitsrelevanten Normen und Richtlinien muss eine Hebebühne erfüllen? W.-E. Schmitt: Hebebühnen unterliegen dem Anwendungsbereich der EG- Maschinenrichtlinie. Diese wird für Fahrzeughebebühnen konkretisiert durch die EN 1493 in ihrer aktuellen Ausgabe 2010. asp: Was besagt die Richtlinie EN 1493 im Groben? Wolf-Erik Schmitt, Fachbereichsleiter Hebetechnik beim ASA-Verband W.-E. Schmitt: Die EN 1493:2010 regelt im Wesentlichen Sicherheits- und Gesundheitsschutz-Anforderungen, die ein Hersteller bei der Konstruktion und dem Bau von Hebebühnen erfüllen muss. Über die an der Hebebühne angebrachte CE-Kennzeichnung und der beigelegten Konformitätserklärung bescheinigt der Hersteller, dass die Hebebühne der EG- Maschinenrichtlinie entspricht. PROSAFE Auch für B2B-Produkte ProSafe ist eine EU-Initiative, die Konsumer- Produkte aus verschiedenen Bereichen hinsichtlich ihrer Sicherheit überprüft, vom Kinderspielzeug über den Rasenmäher bis zur Hebebühne. 2014 wurde ein Projekt „Fahrzeug-Hebebühnen“ ins Leben gerufen. Von 47 getesteten Hebebühnen wiesen allein 18 Hebebühnen konstruktive Mängel beispielsweise hinsichtlich des Schutzes vor Quetschungen auf, vier Hebebühnen wurden komplett vom Markt genommen. Details zu den betroffenen Hebebühnen können unter folgendem Short-Link, der zur Original-Webseite der EU-Kommission führt, abgerufen werden. Den Link finden Sie auch im asp ePaper. Link: http://shortlinks.de/784x (englisch) Dazu bitte in der Suche („search all notifications“) in der Kategorie „Machinery“ im Freitext nach „Vehicle lift“ suchen. www.autoservicepraxis.de Foto: ASA

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Bundesverband der Hersteller und Importeure von Automobil-Service Ausrüstungen e.V. asp: Aktuell wird an einer Revision der Richtlinie EN 1493 gearbeitet. Wie ist der Stand und welche Inhalte kommen neu dazu? W.-E. Schmitt: Seit 2016 erarbeiten nationale Vertreter aus Europa in der Arbeitsgruppe CEN/TC 98/WG3 einen Vorschlag für eine Neufassung der EN1493. Auch der ASA-Verband beteiligt sich aktiv an dieser Neufassung. Ziel ist es, im Rahmen der nächsten Treffen einen finalen Vorschlag zu verabschieden. Darin enthalten sind unter anderem Regelungen für die Verwendung von Fernbedienungen, Überarbeitung der Normativen Fahrzeuge, die auch alternative Antriebskonzepte mit berücksichtigen, sowie zusätzliche Prüfvorschriften. asp: Welche Bedeutung hat die Richtlinie im Werkstattalltag? Wird sie regelmäßig überprüft? W.-E. Schmitt: Gemäß Vorgaben der Betriebssicherheitsverordnung muss der Werkstattbetreiber zahlreiche Pflichten beachten. Neben einer Gefährdungsbeurteilung und Erstellung einer Betriebsanweisung inklusive regelmäßiger Unterweisung der Mitarbeiter, zählt auch die regelmäßige Prüfung der Hebebühne durch eine befähigte Person dazu (mindestens einmal pro Jahr). Detaillierte Informationen sind in der Branchenvereinbarung für Hebebühnen zusammengefasst, die von der ASA-Webseite heruntergeladen werden kann (siehe Kasten rechts). In der Praxis wird nach unserer Erfahrung die regelmäßige Prüfung weitestgehend umgesetzt. Ein größeres Problem stellt die Qualifikation der befähigten Person dar – häufig sind die für eine Prüfung erforderlichen Kenntnisse nicht vollständig vorhanden. www.autoservicepraxis.de INFOSCHRIFT FÜR WERKSTATTBETREIBER Branchenvereinbarung – das ist im Werkstattalltag wichtig In der Infoschrift „Empfehlung zum sicheren Betrieb von Fahrzeughebebühnen“ sind alle relevanten Informationen zur Installation, Inbetriebnahme, Wartung und Prüfung sowie zu den Pflichten des Betreibers enthalten. Ziel ist es, Werkstattbetreiber für das Thema Sicherheit in der Hebetechnik zu sensibilisieren und Hilfestellungen zu bieten. Konkrete Hinweise verdeutlichen, worauf es etwa bei der Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen oder bei Änderungen an der Hebebühne ankommt. Die vier seitige Infoschrift wurde in Zusammenarbeit von ASA, ZDK und TAK sowie Olaf Pfeiffer (Berufsgenossenschaft Holz und Metall) und Rolf Trabold (Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik) erstellt. Sie kann von der ASA-Webseite unter www.asa-verband.de, Menüpunkt „Fachbereiche“, „Hebetechnik“ heruntergeladen werden. Fahrzeughebebühnen Empfehlung zum sicheren Betrieb von Fahrzeughebebühnen Installation, Inbetriebnahme, Wartung und Prüfung Pflichten des Betreibers asp: Um welche Kenntnisse handelt es sich hier genau und wer ist eine befähigte Person? W.-E. Schmitt: Die befähigte Person sollte wissen, wie das zu prüfende Produkt genau funktioniert – unabhängig davon, ob es sich bei der befähigten Person um den Mitarbeiter einer Prüforganisation handelt oder um das Servicepersonal der Vertriebspartner. Prinzipiell kann die Werkstatt auch einen eigenen Mitarbeiter dafür auswählen, der entsprechend auf das Produkt geschult ist und die weiteren Anforderungen bezüglich Arbeitsschutzvorschriften, Unfallverhütungsvorschriften etc. erfüllt. Alle Vorgaben dazu können in der Branchenvereinbarung für Hebe bühnen nachgelesen werden. asp: Was sollten Werkstattbetreiber beim Kauf einer neuen Hebebühne beachten? W.-E. Schmitt: Zunächst einmal ist es wichtig, dass die Hebebühne der Wahl alle unter den ersten beiden Antworten beschriebenen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus sollten Werkstattbetreiber nicht nur auf den Preis der Hebebühne schauen. Entscheidend sollte vielmehr das Gesamtkonzept sein, welches auch Service und Wartung nach dem Kauf mit abdeckt. asp: Herr Schmitt, vielen Dank für das Gespräch. Interview: Valeska Gehrke ■ IMMER EINEN SCHRITT VORAUS REIFEN, FELGEN UND VERSCHLEISSTEILE

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WERKSTATTTECHNIK BELEUCHTUNG Erleuchtung garantiert! Akkubetriebene LED-Leuchten bringen Licht überall dorthin, wo es ansonsten nur schwer hinreicht. In den Arbeitsbereichen der Kfz-Werkstatt tragen Beleuchtungsstärken von 500 Lux und mehr wesentlich zur Arbeitssicherheit bei. Fotos: AS-LED (3) Helles Licht am Arbeitsplatz ist maßgeblich für die Arbeitssicherheit. Noch immer stehen aber zahl reiche Mechaniker im wahrsten Sinne des Wortes im Dunkeln. Das muss nicht sein. eist sind in Kfz-Werkstätten irgendwelche Lampen oder Schweinwerfer installiert, in der Hoffnung, die verschiedenen Arbeitsplätze werden genügend ausgeleuchtet. Dabei sollte aber klar sein, dass die Anforderungen an die Beleuchtung von Montageplätzen grundsätzlich andere sind als die von Lager, Büro, Showroom oder Direktannahme. Jeder dieser KURZFASSUNG In vielen Kfz-Werkstätten ist es viel zu dunkel. Dies liegt oftmals an einer veralteten Lichttechnik und dem Unwissen, wie man Arbeitsplätze fachgerecht beleuchtet. Zu wenig Licht bedeutet aber ein erhebliches Arbeitsrisiko. Zudem sind alte Leuchtmittel wahre Energiefresser. Wie die Arbeitssicherheit deutlich gesteigert werden kann bei gleichzeitig deutlich weniger Stromverbrauch, verrät unter anderem Peter Steger, Fachkraft für Arbeitssicherheit. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 Bereiche wird daher vom Beleuchtungsexperten für sich betrachtet. Schattenlose Ausleuchtung Ein solcher Experte ist die Fachkraft für Arbeitssicherheit Peter Steger. „Wer zum Beispiel einen Arbeitsplatz rund um und unter einer Hebebühne ausleuchten möchte, muss Leuchtkörper installieren, die eine Beleuchtungsstärke um die 500 Lux erzeugen“, erklärt Peter Steger. „Wichtig ist hier eine schattenlose Ausleuchtung − auch unter der Bühne.“ Da auch um die Bühne herum gearbeitet wird, ist eine Grundbeleuchtung mit einer Stärke von mindestens 200 Lux (lx) wichtig. „Die Leuchten müssen so positioniert werden, dass die Fahrzeuge von allen Seiten beleuchtet werden“, weiß auch Florian Schutzbach, Produktmanager Industrie bei der Herbert Foto: Waldmann Waldmann GmbH & Co.KG in Villingen- Schwenningen. „Das Beleuchtungsstärkeniveau sollte jedoch in Bereichen, in denen höhere Sehaufgaben gefordert sind, höher sein − zum Beispiel 1.000 lx für Lackierarbeiten − oder zumindest dort erhöht werden können“, fügt er hinzu. Hier setzen Lichtprofis daher bevorzugt Lichtmanagementsysteme ein. So lässt sich auch ein eventuell vorhandener Tageslichteinfall berücksichtigen. Angenehmer Nebeneffekt ist dabei, dass deutlich Strom gespart Florian Schutzbach, Produktmanager Industrie bei Herbert Waldmann: „Die Deckenbeleuchtung kann durch spezielle Arbeitsplatzleuchten ergänzt werden.“ www.autoservicepraxis.de

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wird. „Um schattige Bereiche bei Hebebühnen oder am Rand der Werkstatt auszugleichen, empfehlen sich fest installierte oder mobile LED-Schutzrohrleuchten“, so Peter Steger. Mobile Leuchten sind mit leistungsstarken Akkus und mit Magnethalterungen oder Haken bzw. Gestell ausgerüstet. Sie bringen Licht überall dorthin, wo die Allgemeinbeleuchtung nicht ausreicht oder durch Fahrzeuge zeitweise Schattenbereiche entstehen. Da sie keinen Kabelanschluss benötigen, ist ihre Verwendungsakzeptanz sehr hoch und das Unfallrisiko durch Stolpern über Kabel eliminiert. Ist nicht genügend Tageslicht vorhanden, sollten an den Wänden Strahler montiert werden. Mit ihnen können Tischarbeitsplätze (Werkbank) oder solche an Werkzeugmaschinen (Fräß- und Drehbank, Tischbohrmaschine u.a.) optimal ausgeleuchtet werden. „Wand- und auch Deckenbeleuchtungen unterstützen als Grundbeleuchtung die meist in Werkzeugmaschinen bereits integrierte punktuelle Beleuchtung und tragen so zur Arbeitssicherheit bei“, erklärt Stefan Kirner, CEO der AS LED Lighting GmbH aus Penzberg. „Für die Werkstatt und ihre Arbeitsbereiche ist eine genaue Lichtplanung wichtig. Dann lassen sich mittlere Beleuchtungsstärken in Bezug auf normgerechte Beleuchtung und der Gesamtlichtstrom aller Leuchten in Hinblick auf die Energieeinsparung genau einschätzen. Bewegungsmelder im Lager „Bei der Beleuchtungsplanung wird oft das Reifen- und Teilelager vergessen“, weiß noch Peter Steger. „Im Reifenlager zum Beispiel sollte die Beleuchtungsstärke bei 300 lx liegen, denn neben Orientierung muss hier auch ein Arbeiten (Einund Auslagerung) und Lesen von Beschriftungen sichergestellt sein.“ Auch sind in Lagerbereichen blendfreie Beleuchtungen wichtig, damit der Blick von unten in die oberen Regalreihen möglich ist. Um den Energieverbrauch der Beleuchtung dabei zu kontrollieren und das Licht nicht zu „vergessen“, empfehlen Lichtprofis, wie Stefan Kirner von AS LED Lighting, für das Lager und andere nicht ständig frequentierte Arbeitsbereiche so genannte Bewegungsmelder. „Sie schalten Stefan Kirner, CEO, AS LED Lighting: „Mit LED Beleuchtungen können bis 75 Prozent Energie eingespart werden.“ das Licht nicht nur im Präsenzbereich an und aus, sondern dimmen es bei Arbeiten in diesem Bereich auch automatisch hoch, sobald sich die Person länger an einem Ort aufhält.“ Besonders Büro und Kundentresen zeigen sich oftmals im wahrsten Sinne des Wortes in schlechtem Licht. Das hinterlässt nicht nur beim Kunden keinen guten Eindruck, sondern ist auch für die Gesundheit der Mitarbeiter nicht zuträglich. „Da Bürodecken in Höhen von 2,30 bis 3 Meter oft mit Gipsplatten-Segmenten abgehängt sind, genügt es meist jeweils nach drei oder vier Segmenten – abhängig von deren Größe − in jede Richtung ein 40 Watt LED-Panel (Lichtleistung) ein zubauen“, sagt Peter Steger. „Das ergibt dann circa 500 Lux Beleuchtungsstärke im gesamten Raum. Dazu Florian Schutzbach: „Die Deckenbeleuchtung kann dann durch spezielle Arbeitsplatzleuchten noch ergänzt werden. Hier ist bei Computer-Arbeitsplätzen auf Blendfreiheit zu achten.“ Den Showroom ausleuchten Besonders anspruchsvoll ist das Ausleuchten eines Showrooms. Hier müssen Lack, Glas und Chrom der Fahrzeuge möglichst natürlich wiedergegeben werden. Es darf trotz hoher Lichtstärken und Raumhöhen keine Blendung geben. Da vieles beachtet werden muss, geben die Automobilhersteller oft sehr genau vor, was bei der Beleuchtung zu beachten ist. So wird hier zum Beispiel nach Beleuchtungszonen differenziert, was bedeutet, dass die Fahrzeugseiten, der Innenraum, das Fahrzeugdach und sogar der Motorraum unterschiedlich stark angestrahlt werden. Dabei variieren die Beleuchtungsstärken zwischen 500 und 1000 Lux. Der Fachmann spricht hier von „Rasterbeleuchtungen“, die jeweils Flächen von ca. 3x3 Meter mit einer Lichtstärke von 500 Lux ausleuchten. Zur modernen Lichttechnik braucht es eine intelligente Lichtsteuerung. Die Beleuchtung wird hierzu vernetzt und kann gezielt gesteuert werden, auch in Abwesenheit vom Smartphone aus. Das schützt unter anderem auch vor Einbruch. Grundsätzlich werden dabei kabelgebundene von funkbasierten Steuerungen unterschieden. Kabelgebundene Systeme verursachen hohe Montagekosten, sind aber sehr zuverlässig. Funkbasierte Systeme benötigen, je nach System, mehr Wartung. Von besonderem Interesse ist für viele Kfz-Profis auch die Möglichkeit, den Energiebedarf abzufragen. Jede Leuchte kann hier separat nach Energieverbrauch und Leuchtdauer ausgewertet werden. Selbst defekte Leuchten zeigt die Steuerung an. „Ein simples An/Aus über den Lichtschalter war gestern“, so Peter Steger. „Wer sichere Arbeitsplätze bei geringen Energiekosten bieten möchte, der wird nicht auf eine vernetzte Werkstatt-Lichttechnik verzichten können.“ Marcel Schoch ■ ANBIETER Hersteller und Vertrieb von Werkstattbeleuchtungen* ■ www.as-led.de ■ www.elektro-handel.net ■www.ledoptix.de ■ www.rieste.at ■ www.siteco.de ■ www.waldmann.com ■ www.wirsindheller.de *Auswahl Exklusiv im ePaper: Gast- Kommentar von Betriebsberater Matthias Pfau. Foto: Schoch Peter Steger zeigt an einer Drehbank, wie wichtig eine schattenlose Ausleuchtung dieses unfallträchtigen Arbeitsbereiches ist. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 39

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WERKSTATTTECHNIK ASA-Vizepräsident Harald Hahn referierte in Bamberg über Änderungen bei der AU. ASP WERKSTATT-TAG 2017 So geht es auch kostengünstig Beim asp Werkstatt-Tag 2017 in Bamberg drehte sich alles um Anforderungen an Prüfmittel für die HU. Im Fokus stand der Scheinwerfereinstellplatz. Auch die Bremswirkungsprüfung sowie die AU waren Thema. uf dem asp Werkstatt­Tag drehte sich alles um das Thema Hauptuntersuchung. Die rund 50 Teilnehmer erfuhren, welche Anforderungen Werkstätten erfüllen müssen, um auch nach dem 1.1.2018 weiterhin die HU anbieten zu können. Im Mittelpunkt stand die viel diskutierte HU­Scheinwerfer­Prüfrichtlinie. Auch in Bamberg sorgte das Thema wieder für viel Gesprächsstoff und Diskussion. Referent Thomas Sieber, Leiter Überwachungsorganisation und Prüftechnik bei TÜV SÜD, stellte zu Beginn direkt KURZFASSUNG klar: „Eine weitere Verschiebung wird es definitiv nicht geben.“ Dennoch: Längst nicht alle Werkstätten können bereits einen regelkonformen Prüfplatz vorweisen. Ein Teilnehmer berichtete auch von Lieferengpässen bei Herstellern von Scheinwerfereinstellgeräten. Die Nöte und Zwänge der Betriebe seien allen Beteiligten klar, so Sieber, trotzdem dürften ab 1.1.2018 tatsächlich nur noch Hauptuntersuchungen an Prüfstützpunkten durchgeführt werden, deren Scheinwerfer­ Die Referenten, darunter Thomas Sieber von TÜV SÜD, gingen in Bamberg auf neue Anforderungen an Prüfmittel für die HU ein. Am Nachmittag konnten die Teilnehmer in Workshops erforderliche Geräte wie das SEP selbst ausprobieren. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 Moderator der Veranstaltung asp-Chefredakteur Dietmar Winkler mit Andrea Dozio von BrainBee und Andreas Pfister von der Pfister-Racing GmbH (v.l.n.r.) www.autoservicepraxis.de

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Thomas Sieber, Leiter Überwachungsorganisation Prüftechnik TÜV SÜD Matthias Pfau, Technischer Berater Kraftfahrzeuggewerbe Bayern Frank Beaujean, ASA-Präsident und ASA-Fachbereichsleiter Prüfstände Arne Büchner, Inhaber und Gründer des Beratungsunternehmens TrainingsManufaktur Fotos: Valeska Gehrke einstellprüfsystem der Richtlinie entspricht. Er riet allen Werkstätten, die weiterhin die HU anbieten möchten, schnellstmöglich tätig zu werden. Pragmatische Lösungen Matthias Pfau, Technischer Berater Kraftfahrzeuggewerbe Bayern, ging anschließend auf pragmatische Lösungen zur Einrichtung eines regelkonformen Scheinwerfereinstellprüfsystems ein. Denn nicht immer seien kostenintensive Neuanschaffungen in Höhe von mehreren Tausend Euro notwendig. Anhand zahlreicher Praxisbeispiele zeigte er, wie vorhandene Prüfplätze an die Vorgaben der HU­Scheinwerfer­Prüfrichtlinie angepasst wurden. Er appellierte an die Werkstattinhaber als Handwerker selbst aktiv zu werden, und den vorhandenen Einstellplatz auf Unebenheiten zu prüfen und zu vermessen. „Ich höre immer, was man alles nicht machen kann. Wir müssen uns überlegen, wie kann man das www.autoservicepraxis.de lösen.“ Bei einem Boden, der aufgrund von Fugen Unebenheiten aufweist, könnten etwa die Fugen neu abgezogen werden. Einzelne Fliesen, die für Unebenheit der Fläche sorgen, können ersetzt oder abgeschliffen werden oder eine unebene Teilfläche mit Beton neu ausgegossen werden. Auch in Sachen Bremsprüfstände sind viele Werkstätten noch gefordert. Frank Beaujean, ASA­Präsident und Fachbereichsleiter Prüfstände, erklärte in diesem Zusammenhang das Bezugswerteverfahren für die Bremsprüfung sowie die Anforderungen an Bremsprüfstände nach der Bremsprüfstandsrichtlinie 2011. „Es ��������������������������� ���������������������� ������� ������������� ������������� In den Pausen konnten sich die Teilnehmer bei Ausstellern wie Veedol (im Bild Dietmar Neubauer) informieren. ���������������������������������������������������� � ���������������������������������������� ���������������������������������������������������������� ��������� ��������������������������������������������������������������������� � ��������������������������������������������� ���������������������������������������������������������������� � �������� ��� ��� ������� ������� ������ ��������� ��������� ��������� �������������� ������� ������� ������� ��������������������������������������������������������������������������������������������������� � ��������������������������������������������������������������������� ������������������������ �� ����������������� �� ��������������������

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DEUTSCHLAND WERKSTATTTECHNIK Roland Bogner, Kfz- Meisterbetrieb Bogner: „Die Neuheiten zu Bremsenprüfstand und zum Scheinwerfereinstellplatz waren interessant und sehr informativ.“ gelten ab dem 1.1.2020 nur noch Bremsprüfstände mit einer Baumusterbescheinigung nach der 2011er Richtlinie“, betonte Beaujean. Es sei ein Novum, dass durch eine Vorschrift alle Prüfstände nach alter Bauartzulassung ungültig werden. Der Gesetzgeber habe daher eine extra lange Übergangsfrist gewährt, die Ende 2019 jedoch ausläuft. Wer noch nichts getan habe, solle jetzt aktiv werden bzw. mit dem Hersteller seiner Wahl die Nachrüstmöglichkeiten klären, empfiehlt er. Sonst könnte es problematisch werden, noch einen Installationstermin zu bekommen. Die Hersteller von Bremsprüfständen seien dazu übergegangen, bereits Installationstermine für 2019 zu fixieren. „Das hilft den Herstellern bei der Produktionsplanung“, weiß Beaujean. Bremsprüfstände kalibrieren Auch die Kalibrierung von Bremsprüfständen wurde thematisiert. Hier habe man im ASA­Verband eine Branchen lösung entwickelt, das so genannte „Bevollmächtigten­ Prinzip“ mit dem DAkkS­akkreditierten Kalibrierlabor ESZ AG. Die dem ASA­ Verband angeschlossenen Hersteller wie Frank Mosell, Einkauf Autoteile und Reifen, Globus Fachmärkte: „Ich konnte einiges mitnehmen, z.B. welche Alternativen es für einen ebenen Platz gibt.“ Eine Bildergalerie gibt es unter autoservicepraxis.de und im asp ePaper. Fotos: Valeska Gehrke Gerd Heidemann von MAHA erklärte den Teilnehmern im Workshop verschiedene Funktionen des digitalen Scheinwerfereinstellgeräts MLT 3000. PRAXIS-WORKSHOPS Geräte zum Anfassen und Ausprobieren MAHA und BrainBee führten in zwei Praxis-Workshops verschiedene HU-Prüfgeräte vor. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, die Geräte selbst auszuprobieren und den Experten konkrete Fragen zu stellen. Marten-Willem Naarding, Sales Manager BrainBee, zeigte die Funktionen des Abgasanalysegeräts Omnibus 800 TE-K SSD. Gerd Heidemann von MAHA ging auf die Unterschiede zwischen dem analogen Scheinwerfereinstellgerät MLT 1000 und dem digitalen MLT 3000 ein. Aufgrund der schnellen Entwicklung von Scheinwerfertechnologien sei es mit Blick in die Zukunft empfehlenswert in ein digitales Gerät zu investieren, so Heidemann. Aber auch das analoge Gerät sei HU-konform. Jörg Gudat von Gudat Consulting stellte anschließend die Vorteile des „Digitalen Autohauses“ dar, von der Termin- bis zur Werkstattplanung. AHS Schneider, Autop stenhoj, Beissbarth, MAHA, Nussbaum oder Snap­On Equipment sind über diese Branchen lösung in der Lage die Kalibrierung selbst durchzuführen. Harald Hahn, ASA­Vizepräsident, fasste in seinem Vortrag „Die periodische Abgasuntersuchung nach dem Dieselgate“ die Änderungen der AU zusammen. Dabei Jan Youhannapour, Ingenieurbüro Youhannapour: „Die Veranstaltung war gut aufgebaut, es gab Zeit für Fragen bezüglich der Neuerungen, die auf uns zukommen.“ stellte er die Frage in den Raum, warum nach den Diskussionen der letzten Monate nicht die Messung von Stickoxiden in die periodische Überprüfung eingebunden wurde. Das hätte schließlich für die Umwelt den größten Nutzen. An Messgeräten für NO bzw. NOx mangele es nicht, jedoch fehle eine werkstatttaugliche Prüfprozedur, so Hahn. Zu dem Thema würden aktuell eine EU­Studie sowie eine Studie vom Umweltbundesamt durchgeführt, erklärte er. Rennwochenende verlost Arne Büchner, Inhaber und Gründer des Beratungsunternehmens TrainingsManufaktur, stellte am Nachmittag „9 Thesen zum Aftersales vor“ und warum diese nicht stimmen. Zum Abschluss wurde unter allen Teilnehmern ein Rennwochenende als Mitglied im Rennteam bei Pfister Racing verlost. Valeska Gehrke ■ Wir danken unseren Partnern: AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 www.autoservicepraxis.de

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PRODUKTE Foto: Texa DIAGNOSE Zuverlässiger Begleiter Texa präsentiert das neue Tablet Axone 5 für Diagnosearbeiten an Pkw und leichten Nutzfahrzeugen sowie für den Bereich Bike (Motorräder, Scooter, Motorschlitten, Quads). Das Diagnosetablet sei sehr einfach zu bedienen und mit Komponenten der neuesten Generation ausgestattet, heißt es von Texa. Der ARM-Cortex-A9- Prozessor sowie die Software IDC5a Plus sorgen für Rechenleistung und Effizienz im Ressourcenmanagement. Ein kapazitiver 9,7-Zoll-Bildschirm gewährleistet eine übersichtliche Darstellung und die präzise Bedienung bei Berührung. Ein internes Archiv stellt dem Mechaniker zudem elektrische Schaltpläne, mechanische Daten und technische Datenblätter zur Verfügung. Das Axone 5 ist sturzsicher und stoßfest. Die rutschfeste Oberfläche ermöglicht eine sichere Handhabung. vg ■ Texa Deutschland GmbH www.texadeutschland.com SCHEINWERFEREINSTELLUNG Präzise Lichteinstellung Das neue Scheinwerfereinstellgerät Lightmaster MC 17 von Autopstenhoj ist für die Anforderungen moderner Scheinwerfer ausgelegt und lässt sich auf einem kalibrierten Einstellplatz auch für die HU-Scheinwerferprüfung einsetzen. Der Lightmaster MC 17 verfügt zudem über einen elektronischen Neigungssensor zum Ausgleichen von Unebenheiten des SEP-Aufstellplatzes. Das Gerät ist für Pkw und auch für Scheinwerfertests an Nutzfahrzeugen und Krafträdern geeignet. Das System ist über ein 7 Zoll großes Touchscreen-Display und die intuitive Software bedienbar. Softwareupdates erfolgen über einen USB-Anschluss. Der Lightmaster kann dabei wahlweise mit Gummirädern oder mit einem Schienensystem bestellt werden. Große Akkus ermöglichen einen kabellosen und langen Einsatz. vg ■ Autopstenhoj www.autopstenhoj.com Foto: Autopstenhoj DIE RICHTIGE BREMSE AN BORD? SETZEN SIE AUF BREMBO: DIE WELTWEITE NUMMER 1 BEI BREMSSICHERHEIT! Gehen Sie bei Bremsen keine Kompromisse ein: Entscheiden Sie sich für Brembo, den weltweiten Marktführer – und Partner führender Automobilhersteller und Rennställe. bremboparts.com

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TÜV SÜD-AKTUELL Fragen an ... Philip Puls, Leiter Technische Prüfstelle für den Kfz-Verkehr Bayern AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 Foto: TÜV SÜD Woran erkennen Werkstätten, ob ihr AU- Messgerät auch für die niedrigeren Grenzwerte ab 2019 geeignet ist? Letztendlich kann dies nur der Messgerätehersteller bestätigen. Gefordert werden ab 2019 Geräte der Genauigkeitsklasse 0, dies muss durch eine PTB-Zulassung nachgewiesen sein. Wird durch die Endrohrmessung die OBD- Abfrage künftig obsolet? Nein, bei den entsprechenden Fahrzeugen wird nach wie vor eine OBD-Prüfung durchgeführt. Im Fehlerspeicher abgelegte Fehler gehen in das Bewertungsergebnis der AU ein. Die Endrohrprüfung erfolgt zusätzlich. Was muss man sich unter Partikelzählen eigentlich vorstellen – wo ist der Unterschied zur heutigen Messmethode? Die heutige Messung beruht auf dem physikalischen Prinzip der Trübung. Im Messgerät wird ein definierter Lichtstrahl erzeugt und durch das zu messende Abgas geschickt. Ein Sensor am Ende einer genau definierten Messstrecke misst das ankommende Licht. Aus dem Unterschied zwischen ausgesendetem und dem ankommenden Licht wird die Trübung ermittelt. Bei dem neuen Messverfahren sollen die tatsächlich vorhandenen Partikel im Abgas in einem aufwändigen Verfahren „gezählt“ werden. Das genaue Messverfahren sowie die zulässigen Grenzwerte hierzu werden durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) noch festgelegt und rechtzeitig zur Einführung bekannt gegeben. Warum werden Stickoxide auch weiterhin nicht gemessen? Auf die Messung der Stockoxide (NO X ) im Abgas hat der Verordnungsgeber vorerst verzichtet. Um das sinnvoll zu machen, muss erst noch eine Prüfprozedur definiert werden, die im Rahmen der AU mit vertretbarem Aufwand angewendet werden kann. Sonst hat eine Messung wenig Aussagekraft. ABGASUNTERSUCHUNG Änderung in drei Schritten Am 22. September hat der Bundesrat die Wiedereinführung der generellen Messung der Abgase im Endrohr beschlossen. Laut Bundesverkehrsministerium sollen damit bei der Abgasuntersuchung (AU) Defekte und Manipulationen an Fahrzeugen zuverlässig erkannt werden. Mit der verpflichtenden Einführung der Endrohrprüfung ab 1.1.2018 bleiben die Grenzwerte zunächst unverändert. In einem zweiten Schritt sollen ab 1.1.2019 dann zusätzlich die Grenzwerte für Euro-6/ VI-Fahrzeuge gesenkt werden. Der Grenzwert liegt dann bei 0,1 % vol. CO im hohen Leerlauf bei Benzinfahrzeugen und 0,25 m-1 bei Dieselfahrzeugen. Damit steigt gleichzeitig der Anspruch an die Genauigkeit von Messgeräten. In den meisten Fällen erfüllen die in den Werkstätten vorhandenen Geräte aber heute schon die geforderte Genauigkeitsklasse 0. Zudem wurde die Einführung einer neuen Prüfprozedur zur Überprüfung der Partikelanzahl ab 1.1.2021 beschlossen. Die genauen Rahmenbedingungen wie Grenzwerte, Geräteanforderungen und die geeignete Messmethode sind hier noch nicht abschließend definiert. Werkstätten müssen dann aber voraussichtlich in neue Prüfgeräte investieren. Bislang galt im Rahmen der AU ein zweistufiges Verfahren: Wurde beim Auslesen der On-Board-Diagnose kein Fehler entdeckt, konnte auf die Endrohrmessung verzichtet werden. Bei diesem Prozedere bleiben aber viele Fahrzeuge mit defekten Abgasreinigungssystemen bei der AU unerkannt, da die OBD heute nur die Readinesscodes und den Eintrag im Fehlerspeicher bewertet, nicht jedoch die tatsächlich auftretenden Emissionswerte im Auspuff. Gut jedes vierzehnte Fahrzeug (rund 7 Prozent) ist hiervon betroffen. Das ergaben Parallelmessungen zur OBD-AU am Endrohr bei 1.750 stichpunktartig untersuchten Fahrzeugen durch den VdTÜV im Rahmen der Projektgemeinschaft „Emission Check 2020“. Mit der Änderung der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung will der Gesetzgeber die Trefferquote bei der Abgasuntersuchung erhöhen. In Deutschland werden jährlich rund 24 Millionen Abgasuntersuchungen durchgeführt. Eine Messung der Stockoxide (NO X ) im Abgas ist vorerst nicht vorgesehen. Zwar gibt es heute schon Messgeräte, die auch Stickoxide messen, aber derzeit fehlt es noch an einer werkstatttauglichen und praktikablen Prüfprozedur. Foto: Adobe Stock/blende11.photo Die Abgasuntersuchung im Rahmen der HU sieht wieder die verpflichtende Endrohrprüfung vor. www.autoservicepraxis.de

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ASP WERKSTATT-TAG Keine Verschiebung in Sicht TÜV SÜD-Experte Thomas Sieber gab Tipps zur Umsetzung der Scheinwerfer-Prüfrichtlinie. Foto: Valeska Gehrke/asp Beim asp Werkstatt-Tag am 16. November drehte sich alles um Prüfmittel, die im Rahmen der Hauptuntersuchung (HU) zum Einsatz kommen. Die Teilnehmer erfuhren aus erster Hand, welche Anforderungen Werkstätten erfüllen müssen, um auch nach dem 1.1.2018 weiterhin die HU im eigenen Betrieb anbieten zu können. Vor allem die Anforderung HU-Scheinwerfer- Prüfrichtlinie stellt aber noch manche Werkstatt vor Probleme. Thomas Sieber, Leiter Überwachungsorganisation und Prüftechnik bei TÜV SÜD, war einer der Fach-Referenten der eintägigen Veranstaltung in Bamberg. Gleich zu Beginn machte Sieber deutlich: „Auch wenn noch nicht alle Werkstätten bereits einen regelkonformen Prüfplatz vorweisen können. Eine weitere Verschiebung wird es sicher nicht geben.“ In der Praxis heißt das: Ab 1.1.2018 dürfen tatsächlich nur noch Hauptuntersuchungen an Prüfstützpunkten durchgeführt werden, deren Scheinwerfereinstellprüfsystem der Richtlinie entspricht. Sieber riet allen Werkstätten, die weiterhin die HU anbieten möchten, jetzt schnellstmöglich tätig zu werden (ausführlicher Bericht zum asp Werkstatt-Tag auf S. 40). NEUE VIDEOS Digitalisierung und Sicherheit Mit Video-Tutorials lassen sich komplexe Inhalte spannend darstellen. Deshalb hat TÜV SÜD neue Erklärvideos zu neuen Services und Trendthemen online gestellt. Zu sehen sind die Videos im Youtube-Kanal von TÜV SÜD und auf Facebook. Neue Clips gibt es dort unter anderem zu den Themen Autonomes Fahren, Vernetzte Fahrzeuge, Cyber Security und Digitalisierung. So erklärt Dr. Houssem Abdellatif, Projektleiter Highly Automated Driving, wie die Sicherheit von Fahrzeugen gewährleistet werden kann, die weitgehend selbständig agieren und untereinander vernetzt sind. Dr. Dirk Schlesinger, Chief Digital Officer, erläutert, wie TÜV SÜD helfen kann, die digitale Transformation von Geschäftsprozessen der Kunden sicher zu gestalten. Alle Videos unter www.facebook. com/tuevsued.autoservice/ Stoßdämpfer-Check Die Prüfung des Fahrwerks sollte auch die Stoßdämpfer umfassen. Defekte Stoßdämpfer bedeuten weniger Komfort und gefährden die Fahrsicherheit. Stoßdämpfer lassen langsam, vom Fahrer vielfach unbemerkt, in ihrer Wirkung nach. Dann helfen auch moderne Assistenzsysteme wie ESP oder ABS nicht mehr, denn ihre Funktionen sind auf ein intaktes Fahrwerk angewiesen. TÜV SÜD empfiehlt, die Stoßdämpfer spätestens ab Laufleistungen von 80.000 Kilometern im Abstand von 20.000 Kilometern überprüfen zu lassen. Defekte Dämpfer sollten stets achsweise getauscht werden.„Stoßdämpfer unterdrücken die Schwingungen des Rades, wenn es auf Fahrbahnunebenheiten wie Bodenwellen oder Schlaglöcher ein- oder ausfedert, so dass das Rad möglichst lange Bodenkontakt hat und nicht die Haftung zur Fahrbahn verliert“, erläutert Philip Puls von TÜV SÜD in München. Dies ist bei Kurvenfahrt, in kritischen Situationen wie bei Ausweichmanövern oder Notbremsungen entscheidend. Eine einfache Sichtprüfung oder der Wipptest mit der Hand liefern nicht immer verlässliche Kontrollergebnisse. Optimal ist eine Dämpferprüfung in eingebautem Zustand auf einem Stoßdämpferprüfstand, der das Rad in Schwingung versetzt. TÜV SÜD-Kontakt TÜV SÜD Auto Service Philip Puls Tel. 0 89/57 91-23 20, Fax -23 81 philip.puls@tuev-sued.de TÜV SÜD Auto Partner Thomas Gensicke Tel. 0 7 11/72 20-84 73, Fax -84 88 thomas.gensicke@tuev-sued.de Zentraler Vertrieb Tel. 07 11/7 82 41-246 vertrieb-as@tuev-sued.de Foto: TÜV SÜD www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 45

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BETRIEBSPRAXIS INFORMATIONSPFLICHT Kunden müssen aufgeklärt werden Zwei aktuelle Gerichtsurteile zu den Informationspflichten von Kfz-Servicebetrieben lassen erahnen, wieweit der Gesetzgeber die Verpflichtung zur Aufklärung des Kunden fasst. Foto: WavebreakmediaMicro/Fotolia, raw ie Pflichten, seien es steuerliche oder auch rechtliche, werden für Unternehmer, trotz aller Bekundungen der Politik zum Bürokratieabbau, eher mehr als weniger. Man kann schon das Gefühl bekommen, dass reine Verwaltungsaufgaben mehr Zeit in Anspruch nehmen als das eigentliche Tagesgeschäft mit Kunden. Und nun wurden zwei weitere Entscheidungen, ein Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) und ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Hamm zu den Informationspflichten einer Kfz­Werkstatt bekannt, die die Pflichten für den Unternehmer noch weiter verschärfen. Folgender Sachverhalt lag dem Urteil des BGH zu den Informationspflichten eines Kfz­Unternehmens zu Grunde: Ein Kunde kam im Jahr 2014 in eine Kfz­Werkstatt, da er bei seinem Fahrzeug (Baujahr 2007, über 212.000 km Laufleistung) atypische KURZFASSUNG Werkstattkunden haben ein Recht auf umfassende Aufklärung. Das betrifft mögliche Ursachen eines Schadens ebenso wie die Auskunft über Rückrufaktionen. Wie weit das gehen kann, machen zwei aktuelle Gerichtsurteile deutlich. Motorgeräusche feststellte. Der Wiederbeschaffungswert des Fahrzeuges lag zu diesem Zeitpunkt bei ca. 4.000 Euro. Der Kunde erklärte gegenüber der Kfz­Werkstatt, dass er nur noch an einer wirtschaftlich sinnvollen Reparatur interessiert sei. Die Kfz­Werkstatt kam zu dem Schluss, dass ein Defekt an der Einspritzdüse vorlag. Weitere Untersuchungen derart, ob darüber hinausgehende Motordefekte vorliegen, unternahm die Werkstatt nicht. So wurde es in diesem Fall insbesondere unterlassen, einen möglichen Defekt des Pleuellagers zu untersuchen. Weiterhin informierte die Kfz­Werkstatt den Kunden AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 www.autoservicepraxis.de

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nicht darüber, dass neben der Einspritzdüse auch weitere Schadens ursachen, deren Reparatur über den Wiederbeschaffungskosten gelegen hätte, möglich seien. Daraufhin ließ der Kunde die Einspritzdüse austauschen. Trotz dieser Reparatur waren die atypischen Motorgeräusche weiterhin vorhanden. Im Rahmen eines selbständigen Beweisverfahrens konnte ein Sachverständiger feststellen, dass das Pleuellager beschädigt war und dies bereits zum Zeitpunkt, als der Kunde sein Fahrzeug in die Kfz­Werkstatt brachte. Daraufhin forderte der Kunde die Reparaturkosten von der Kfz­Werkstatt zurück. Eines vorneweg: Der Kunde hat in allen Instanzen Recht bekommen. Selbst der BGH hat vor Kurzem geurteilt, dass die Kfz­Werkstatt das Interesse des Kunden, nur eine wirtschaftlich sinnvolle Reparatur durchführen zu lassen, hätte erkennen und berücksichtigen müssen. Der BGH hat entschieden, dass die Kfz­ Werkstatt den Kunden darauf hätte hinweisen müssen, dass für die atypischen Motor geräusche auch weitere Ursachen verantwortlich sein könnten, deren Reparatur wirtschaftlich nicht sinnvoll wäre. Auf diese Information habe der Kunde red licherweise vertrauen dürfen. Hinweis Der BGH hat die Informationspflicht der Kfz­Werkstatt bei Vertragsverhandlung deutlich verschärft. Nach Ansicht der Rechtsprechung muss lediglich über völlig unwahrscheinliche Ursachen nicht aufgeklärt werden. Für Unternehmer folgt daraus die dringende Empfehlung: Sensibilisieren und schulen Sie Ihre Mitarbeiter, damit eine fehlende Information nicht zu einem finanziellen Fiasko führt. DIE RÜCKRUFDATENBANK BEI ASP Angesichts der weiter steigenden Anzahl der Rückrufaktionen ist es unser Bestreben, Kunden, Händler und Werkstätten schnell und umfassend über den Rückruf eines Pkw, Transporters oder Motorrads zu informieren. Denn nicht selten führen Mängel zu veränderten Fahreigenschaften, die Unfälle nach sich ziehen können. Jeder kann sich rund um die Uhr bei asp-Online kostenlos über Rückrufaktionen informieren. Unsere Datenbank umfasst mehr als 4.053 Einträge über einen Zeitraum von mehr als 17 Jahren. Über die klare Struktur kann jeder Interessierte die gewünschten Informationen einfach, schnell und unkompliziert abrufen. Mit Hilfe der Markenlogos können Sie nach einem bestimmten Fabrikat suchen. Geht es um einen Exoten oder ein bestimmtes Modell bzw. Fehlerbild, dann nutzen Sie bitte unser zweites Suchfenster weiter unten – es bietet Ihnen eine Volltextsuche. Zudem können Sie dort auch Zeiträume eingrenzen. Alle Infos unter www.autoservicepraxis.de/rueckrufe Informationspflicht bei Rückrufen Ein Urteil des OLG Hamm betrifft die Informationspflichten zu einer Rückrufaktion. Die Kfz­Werkstatt ist in diesem Fall als „autorisierte Service­Vertragswerkstatt“ für die Fahrzeuge der Marke Dodge am Markt aufgetreten. Der Kunde brachte sein Fahrzeug der Marke Dodge, das als „Grauimport“ nach Deutschland gelangte, in die Kfz­Werkstatt, um eine kleine Inspektion durchführen zu lassen. Ein paar Monate vor diesem Zeitpunkt fand eine Rückrufaktion des Herstellers wegen einer nicht ausreichend gesicherten Mutter im Getrieberad der Hinterachse statt. Da das Fahrzeug ein „Grauimport“ war, wurde der Kunde nicht vom Hersteller über die Rückrufaktion informiert. Bei der durchgeführten Inspektion durch die Kfz­Werkstatt wurde die Rückrufmaßnahme daher nicht umgesetzt. Kurz nach der Inspektion wurde das Fahrzeug auf Grund einer Blockade der Hinterräder, was auf die nicht durchgeführte Maßnahme der Rückrufaktion zurückzuführen ist, erheblich beschädigt. Daraufhin verlangte der Kunde von der Kfz­Werkstatt fiktive Reparaturkosten und einen merkantilen Minderwert. Und auch hier wurde dem Kunden von den Gerichten, zuletzt durch das Oberlandesgericht Hamm, Recht gegeben. Die Richter begründen die Entscheidung unter anderem damit, dass die Parteien einen Werkvertrag geschlossen haben und da sich die Kfz­Werkstatt als Vertragswerkstatt bezeichnet hat, muss sie auch nachprüfen, ob Maßnahmen aufgrund einer Rückrufaktion zu treffen sind. Dabei ist es unerheblich, ob die Kfz­Werkstatt tatsächlich eine Fachwerkstatt ist oder lediglich ein autorisierter Servicepunkt. Selbst das Thema „Grauimport“ spielte für die Richter keine Rolle. Die Kfz­Werkstatt hätte nach Ansicht der Richter die Pflicht gehabt, zum Beispiel die Internetseite des Herstellers zu überprüfen, ob dort Rückrufaktionen mitgeteilt werden. Hinweis Entscheidend war in diesem Fall, dass die Kfz­Werkstatt als „autorisierte Service­ Vertragswerkstatt“ nach außen aufgetreten ist. Der Kunde konnte somit nach Ansicht der Richter von einer besonderen Fachkunde und Expertise ausgehen, die zu einer gesteigerten Informationspflicht über Rückrufaktionen führt. Obwohl die Kfz­Werkstatt nicht an der Rückrufaktion beteiligt war, hat sie den Schaden zu tragen. Ob diese Entscheidung auch vor dem BGH hält, bleibt abzuwarten, die gesteigerten Informationspflichten sollte aber jeder Unternehmer kennen. Maximilian Appelt Rechtsanwalt, Steuerberater www.raw-partner.de ■ KOMMENTAR Beide Urteile zeigen, dass die Pflichten für Kfz- Werkstätten immer umfassender werden. Sicherlich kann das Urteil des OLG Hamm nicht einfach auf freie Werkstätten übertragen werden. Sollte aber eine Werkstatt nach außen explizit als autori sierte Service- Vertragswerkstatt auftreten, muss sie sich dieses Fachwissen zurechnen lassen und eben auch Rückrufaktionen des Herstellers kennen. Maximilian Appelt Rechtsanwalt, Steuerberater www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 47

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BETRIEBSPRAXIS FACTORING Prompte Bezahlung Mit Factoring erhalten Werkstattbetriebe blitzschnell Geld für ihre offenen Rechnungen. Die Gebühr für diese Dienstleistung kann sich für Unternehmen durchaus lohnen. Foto: privat Werkstattinhaber Franz Straubinger setzt seit Jahren erfolgreich auf Factoring. or rund acht Jahren hatte Franz Straubinger es satt, alle zwei Monate dreißig bis vierzig Mahnungen zu schreiben. „Die Zahlungsmoral wurde immer schlechter“, erinnert sich der Inhaber der ASP Auto Service Partner- Werkstatt im niederbayerischen Arnstorf. Von seinem Schwiegervater erfuhr er von der Möglichkeit des Factorings, bei der ein Finanzdienstleister Rechnungen quasi vor deren Fälligkeit aufkauft. Der große Vorteil für die Werkstatt: Sie erhält ihr Geld binnen weniger Tage, allerdings mit einem kleinen Abschlag, der Factoring-Gebühr. Franz Straubinger arbeitete beim Factoring zunächst mit einem anderen Factoring-Anbieter zusammen, seit drei Jahren übernimmt die Raiffeisenbank Arnstorf diese Dienstleistung für ihn. KURZFASSUNG Die Finanzierungsalternative Factoring kann für Werkstätten eine echte Unterstützung sein. So ist endlich Schluss mit dem leidigen Mahnwesen. eisenbank Arnstorf. Die IBAN dieses Kontos ist auf der Werkstattrechnung vermerkt. Für den Kunden ist somit zunächst nicht erkennbar, dass die Werkstatt die Forderung an die Raiffeisenbank Arnstorf abgetreten hat. Diese Variante wird daher als „stilles Factoring“ bezeichnet. Beim „offenen Factoring“ wird der Schuldner dagegen von Anfang an über die Abtretung der Forderung an einen Dritten informiert. Diese Möglichkeit erfreut sich unter anderem bei Ärzten großer Beliebtheit: Sie weisen auf ihren Rechnungen für Privatpatienten oder für Leistungen, die nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, häufig klipp und klar darauf hin, dass sie die Forderung zum Beispiel an eine ärztliche Verrechnungsstelle verkauft haben und der Patient den Rechnungsbetrag dorthin überweisen soll. „Daher ist es heute auch für Privatleute in der Regel kein Problem, wenn eine Kfz-Werkstatt ihre Rechnungen abtritt“, sagt Roger Seidl, Geschäftsführer Wirtschaftsgesellschaft und Berater Betriebswirtschaft beim Landesverband Hessen des Kfz-Gewerbes. „Selbst beim offenen Factoring ist die Gefahr, dass dadurch Kunden verprellt werden, sehr gering.“ Kunden haben damit kein Problem Dies bestätigt Franz Straubinger. „Anfangs war ich durchaus skeptisch und wunderte mich, wie meine Kundschaft darauf reagieren würde“, erinnert sich der Werkstattinhaber. Seine Bedenken waren umsonst: „Ich habe meinen Kunden zur Sicherheit vorher alles erklärt – und bisher Stilles Factoring „Wie früher auch erhält jeder Kunde seine Werkstattrechnung“, erklärt Straubinger den Ablauf. „Wenn nicht sofort bezahlt wird, faxe ich die Rechnung an die Bank.“ Die überweist dem Kfz-Meister die Brutto- Rechnungssumme abzüglich 3,15 Prozent Factoring-Gebühr binnen ein bis zwei Tagen. Der Kunde wiederum überweist den Rechnungsbetrag auf ein Konto der Raiff- AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 Foto: Adobestock.com/skywalk154 www.autoservicepraxis.de

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hatte niemand ein Problem damit.“ Und was passiert, wenn der Kunde nicht pünktlich bezahlt? „Dann erhält er eine Mahnung von der Bank, in der ihm mitgeteilt wird, dass die Raiffeisenbank mein Factoringpartner ist“, erklärt Franz Straubinger. „Allerdings ruft die Bank vorher bei mir an und erkundigt sich, ob das so in Ordnung ist. Schließlich könnte es ja sein, dass der Kunde zwischenzeitlich doch bar bei mir bezahlt hat.“ Die Raiffeisenbank Arnstorf verschickt in der Regel drei Mahnungen, bevor sie den offenen Betrag über ein gerichtliches Mahnverfahren eintreibt. „Soweit ich weiß, war das bei meinen Kunden allerdings noch nie nötig“, sagt Franz Straubinger. Er ist auf jeden Fall froh, sich nicht mehr selbst um sein Mahnwesen kümmern zu müssen und nützt Factoring sowohl für seine Firmen- als auch seine Privatkunden. „Dass Kfz-Betriebe durch Factoring umgehend Geld für ihre Leistungen erhalten, ist der größte, aber nicht der einzige Vorteil dieser Finanzierungsalternative“, sagt Betriebsberater Roger Seidl. „Speziell in Nutzfahrzeug-Betrieben und Werkstätten mit vielen Firmenkunden, die in der Regel nicht bei Abholung des Fahrzeugs bezahlen und sich dazu noch besonders viel Zeit lassen, bis sie den Rechnungsbetrag überweisen, kann Factoring kritische Liquiditätsengpässe verhindern.“ Um ihren Mitgliedern einen unkomplizierten Zugang zu dieser Finanzierungsalternative zu ermöglichen, schlossen die hessischen und baden-württembergischen Landesverbände des Kfz-Gewerbes Factoring-Rahmenverträge mit der Raiffeisenbank Arnstorf. Speziell für Werkstätten „Wir haben dieses Factoring-Angebot auf die Anforderungen von Kfz-Betrieben zugeschnitten“, erklärt Georg Ruhland, Prokurist und Leiter Markt Factoring bei der Raiffeisenbank Arnstorf. „Daher bieten wir unter anderem eine All-inclusive- Factoring-Gebühr, die vom angekauften Forderungsbetrag berechnet wird. Weitere Kosten fallen nicht an.“ Zum Angebot gehört auch die Möglichkeit, Forderungen gegen Privatpersonen und Versicherungsgesellschaften anzukaufen. Dieser Punkt motivierte Franz Straubinger ebenfalls zum Wechsel: „Der erste Factoring-Dienstleister hat es abgelehnt, einige Forderungen bei Versicherungen einzutreiben“, erinnert er sich. Für Kfz- Betriebe, die viele Unfallinstandsetzungen übernehmen, ist das natürlich nicht ganz so günstig. Schließlich ist es mitunter langwierig, mit Versicherern über die Bezahlung von Unfallreparaturen zu verhandeln. Für Betriebsberater Roger Seidl ist der Schutz vor Forderungsausfällen ein weiterer Pluspunkt von Factoring: Beim Rahmenvertrag für Kfz-Betriebe übernimmt FACTORING-FRAGEN Bevor Inhaber von Kfz-Werkstätten einen Factoring-Rahmenvertrag abschließen, sollten sie sich das Kleingedruckte zu Gemüte führen und vielleicht auch mit einem Betriebs- oder Steuerberater durchsprechen. Denn nicht immer passen die Konditionen zu den Anforderungen des Gewerbes. Zudem unterscheiden sich die Angebote verschiedener Dienstleister. Auf folgende Punkte sollten Werkstattunternehmer dabei besonders achten: ■ Die Höhe der Factoring-Gebühren, Zinsen und sonstigen Nebenkosten. Nicht alle Dienstleister bieten eine All-inklusive-Gebühr. ■ Die Höhe der Quote, die nach der Übertragung der Forderung sofort ausbezahlt wird. Häufig beträgt diese Quote 90 Prozent des Forderungsbetrags und der Rest folgt erst, wenn die Schuldner tatsächlich bezahlt haben. ■ Die Intensität der Überprüfung der Bonität des Unternehmens und dessen wichtigster Kunden. ■ Die Möglichkeit, dass der Unternehmer selbst entscheidet, welche Rechnungen er dem Factoring-Dienstleister überträgt. Schließlich gibt es angenehmerweise viele Kunden, die ihre Werkstattrechnung bei der Fahrzeugabholung bar bezahlen. ■ Mitspracherechte des Unternehmens bei etwaigen Mahnungen an dessen Kunden, die nicht pünktlich bezahlen. ■ Der Ankauf von Forderungen an Privatpersonen oder Versicherungsgesellschaften: Dies bieten nicht alle Factoring-Dienstleister. ■ Mindestlaufzeiten und Kündigungsfristen sowie etwaige Auflösungsgebühren des Factoring- Vertrags. Foto: Kfz-Gewerbe Hessen Roger Seidl, Geschäftsführer Wirtschaftsgesellschaft und Berater Betriebswirtschaft beim Landesverband Hessen des Kfz-Gewerbes die Bank das Ausfallrisiko bei einer Insolvenz des Schuldners. Gerade wenn bei Firmenkunden höhere Beträge offen sind, kann dies im Falle eines Falles von existenzieller Bedeutung sein. Dazu kommt, dass die Bank als Factoring-Dienstleister die Gerichts- und Anwaltskosten für die „Beitreibung von einwandfreien, unbestrittenen Forderungen“ – so der offizielle Wortlaut – übernimmt. Und schließlich hilft Factoring auch dabei, gute Ergebnisse beim Rating, der Bonitätsbeurteilung der Banken, zu erzielen. „Denn dadurch stehen keine offenen Forderungen mehr in der Bilanz und die Eigenkapitalquote wird verbessert“, erklärt Roger Seidl. Sinnvolle Finanzierungsform Natürlich bilden die Factoring-Gebühren einen Kostenfaktor, der gerade bei Werkstätten mit niedriger Profitabilität nicht unterschätzt werden darf. „Zur Zwischenfinanzierung der Außenstände einen Konto korrentkredit in Anspruch zu nehmen oder Skonto zu gewähren, um die Kunden zu einer schnelleren Bezahlung der Rechnung zu motivieren, kommt nicht viel günstiger“, sagt der Betriebsberater. Er halte daher Factoring grundsätzlich für eine sinnvolle Finanzierungsform für Werkstätten. „Wer wegen der Factoring- Gebühren um seine Profitabilität fürchtet“, so Seidl abschließend, „sollte Stundenverrechnungssatz und Teileaufschlag in Höhe der Factoringkosten anheben. Das dürfte in den meisten Fällen sinnvoll und auch durchsetzbar sein.“ Eva Elisabeth Ernst ■ www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 49

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BETRIEBSPRAXIS PROFI SERVICE TAGE Party für alle Die „Profi Service Tage“ in Frankfurt waren Anziehungspunkt für 12.000 Messebesucher. Was die Handelskooperation Coparts in Messehalle 3 auf die Beine gestellt hat, war ein Highlight für die Werkstattpartner. ie Besucher wissen es, die Aussteller wissen es und der Veranstalter weiß es auch: Wenn Coparts zu den Profi Service Tagen einlädt, geht es nicht nur ums Anschauen und Anfassen. An den Messeständen werden Geschäfte gemacht. Und wenn am Abend die Aufträge zahlreich gesammelt werden, freut sich einer ganz besonders: Coparts-Geschäfts- KURZFASSUNG Zu der jährlich stattfindenden Hausmesse Profi Service Tage der Handelskooperation Coparts kamen in diesem Jahr 12.000 Besucher. 180 Aussteller präsentierten ihre Angebotspalette erstmals in Halle 3 der Messe Frankfurt. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 work Management“ (GNM) ermöglicht den Partner-Werkstätten den Zugriff auf Fahrzeugdaten, unter anderem Diagnoseund Fehlermeldungen. „Wir sind die erste Systemorganisation, die ihren Werkstätten ein solches System zur Verfügung stellen kann. Viele sprechen über geplante Lösungen – unsere Cloud steht schon parat“, erklärte Wohlgemuth. Das Telematiksystem ist im Ausland schon aktiv, unter anderem in Spanien und Polen. Wohlgemuth sieht in GNM nicht nur ein starkes Kundenbindungsinstrument für Werkstätten, sondern auch die Möglichkeit ins Flottenmanagement einzusteigen. Eine eigens programmierte Software bereitet Fahrzeugdaten auf und stellt sie unter anderem Werkstätten zur Verfügung. „GNM vernetzt alle europäischen Länder und ermöglicht es, Telematikdaten live auszuwerten“, so Wohlgemuth. Ausgelesen werden die Daten über einen Stecker, der Zugriff auf alle fahrzeugspezifischen Protokolle hat und Daten interpretieren kann. Im Unterschied zu billigen Bluetooth-Steckern, die mittlerweile vielfach im Markt erhältlich seien, verfüge der Coparts-Stecker über eine Verbindung mit der Bordelektronik sowie eine eigene SIM-Karte und sendet Daten unabhängig vom Smartphone des Autofahrers. Dieser bekomme einen Teil der Daten zusätzlich auf eine App seines Smartphones. Die Anzahl der Systempartner konnte Coparts 2017 abermals auf nunmehr 2.883 Betriebe steigern (2016: 2.807). Mit den erst im Juli dazugekommenen Gesellschaftern Lorch und Küblbeck vertritt Coparts jetzt insgesamt neun Gesellschafter mit einem Einkaufsvolumen von insgesamt 650 Millionen Euro. Fachlich gab es unter anderem an den thematischen Hotspots zu Elektromobilität, Scheinwerfereinstellgeräte, Abgasuntersuchung oder beim Motorkolleg viel Input. Coparts zeigte für den regelkonformen Scheinwerfereinstellplatz eigene Komplettlösungen für Pkw und Nkw inklusive Monführer Ulrich Wohlgemuth, der am Messe- Wochenende seine „Coparts-Familie“ um sich sammelt und samstagabends fast 6.000 Gäste zur Party mit Bühnenshow und Live- Band einlädt. Dass Business und gute Laune zusammengehören, beweist Coparts damit immer wieder. Telematik für Werkstätten Und es gab für die Besucher einiges zu sehen in Halle 3 der Frankfurter Messe, wo die Profi Service Tage erstmals stattfanden. Im Rahmen der Messe verkündete der Coparts-Geschäftsführer den Start eines neuen Telematikangebots, das den Partnerwerkstätten den Einstieg in das zukunftsträchtige Geschäft mit Fahrzeugdaten erlaubt. Die Applikation „Group Auto Net- Fotos: Dietmar Winkler www.autoservicepraxis.de

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tage. Mit dem Gerät SEG 06CTR der Eigenmarke CAR1 bietet Coparts ein digitales Scheinwerfereinstellgerät, das komplett mit Tablet-PC und Software ausgeliefert wird und an die asanetworklivestream-Schnittstelle angebunden werden kann. Dazu gibt es optional einen Nachrüstsatz für ein Schienensystem zur Aufstellung des SEP. Auch zum Thema Bremsenprüfstand und zu den neuen Anforderungen ab 1. Januar 2020 konnten sich Besucher ausführlich informieren. Zufrieden mit der Messe (v.l.): Thomas Ramdohr (G.A.S.), Coparts-Geschäftsführer Ulrich Wohlgemuth und Andreas Brodhage (G.A.S.) ELEKTROMOBILITÄT G.A.S. schult, qualifiziert und zertifiziert sein Netz von bundesweit über 1.500 Werkstätten zu einem freien Netzwerk für Elektromobilität. Die Deutsche Post DHL Group betreibt mit den selbst produzierten Streetscooter-Fahrzeugen die größte Elektroflotte in Deutschland. Streetscooter nutzt das Netzwerk der G.A.S. für Service- und Reparaturarbeiten an allen Elektrofahrzeugen. Zusätzlich übernimmt G.A.S. operativ die komplette Ersatzteilversorgung. „Wir schaffen damit in unserem freien Netzwerk ein Knowhow, das einmalig ist“, erklärt G.A.S.-Geschäftsführer Andreas Brodhage in Frankfurt. Ziel sei es über 1.100 Werkstattpartner zu verfügen, die Arbeiten an Elektrofahrzeugen durchführen können. Das Konzept Streetscooter-Servicekonzept soll jetzt in drei weiteren Ländern (Polen, Spanien und Großbritannien) ausgerollt werden. G.A.S. wickelt den Service für die Elektro-Transporter von DHL ab. Foto Dietmar Winkler Telematikexperte Robert Stevens von Groupauto International erklärte die Funktionsweise der neuen Telematiklösung GNM. Neues Werkstatt-Portal In Kürze geht das Werkstatt-Portal „Kfz- Helpline“ an den Start, über das private Werkstattkunden Servicetermine bei Partnerwerkstätten der Global Automotive Service GmbH (G.A.S.) buchen können. „Das Werkstattportal ist unsere Antwort auf die vielen Teileeinkaufsplattformen im Internet“, erklärte Andreas Brodhage, Geschäftsführer und Gesellschafter der Global Automotive Service GmbH, anlässlich einer Pressekonferenz. Mehrheitsgesellschafter der G.A.S. ist Coparts. „Die Kfz-Helpline ermöglicht es Kunden bundesweit eine Werkstattleistung zum einheit lichen Preis zu buchen. Durch die Vernetzung mit vielen Online-Portalen und dem ADAC haben wir eine sehr große Reichweite“, erklärte G.A.S.-IT-Leiter Dennis Schmitz. „Dank der zentralen Verwaltung ermöglichen wir es jeder im Netzwerk befindlichen Werkstatt im Internet auf Neukundenfang zu gehen.“ Aufgrund der Einheitspreise komme es nicht zu einem ungesunden Preiswettbewerb. Dietmar Winkler ■ Großer Andrang herrschte bei den gezeigten Lösungen zur korrekten Lichteinstellung. Coparts bietet Werkstätten Komplettlösungen. Ein Gruß der hilft! Bestellen Sie jetzt Weihnachtskarten zur Unterstützung der Aktion Kinder-Unfallhilfe e.V. Klappkarten im 10er Set 12¤ „Wimmelbild“ „Schneemann“ gleich online bestellen www.kinderunfallhilfe.de ilfe.de Aktion Kinder-Unfallhilfe e. V. | Heidenkampsweg 102 | 20097 Hamburg | info@kinderunfallhilfe.de | Telefon: 040 23606-4209

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BETRIEBSPRAXIS Lebhafte Diskussion (v. l. ): Stephan Helm (BRV), Moderatorin Susanne Schöne sowie Gerald Böse und Ingo Riedeberger (beide Koelnmesse) THE TIRE COLOGNE Digitalisierung in der Domstadt Ende Mai öffnet „The Tire Cologne“ erstmals die Pforten – mit dem Anspruch, die neue Leitmesse der Reifenindustrie zu sein. Dabei möchte man als Business- und Eventmesse punkten. Fotos: Patrick Neumann KURZFASSUNG Die „The Tire Cologne“ sieht sich als internationale Fachmesse für die Reifenbranche. Vom 29. Mai bis 1. Juni 2018 präsentiert der neue Player in Köln Reifen und Räder, aber auch Ausrüstungen für Kfzund Reifenwerkstätten sowie alles zu Runderneuerung, Altreifenverwertung und Einzugsgeschenk. Denn vom 29. Mai bis zum 1. Juni 2018 steht dort ebenfalls die Digitalisierung als wichtiges Thema im Fokus. Neue Geschäftsmodelle etablieren Schließlich befindet sich die Automobilwirtschaft bekanntlich in einem rasanten Die Koelnmesse hatte Pressevertreter aus ganz Europa in die Domstadt geladen, um das Profil der „The Tire Cologne“, kurz TTC, vorzustellen. Zum Hintergrund: Seit 1960 traf sich die Reifenbranche alle zwei Jahre auf der „Reifen“ in Essen. Künftig findet sie als Co-located Show im Rahmen -entsorgung. Wandel. Die vier Megatrends Digitalisierung, E-Mobilität, autonomes Fahren und MESSE-FACTS Mobilitätsdienstleistungen machen auch ■ Was? The Tire Cologne nde August versprüht die altehrwürdige Stadt Köln immer einen Stefan Bratzel in seiner Keynote in Köln ■ Öffnungszeiten? nicht vor der Reifenbranche halt – wie Prof. ■ Wann? 29. Mai bis 1. Juni 2018 besonderen digitalen Spirit. Dann klarstellte. Und diese Tatsache eröffnet laut Di. bis Do. 10:00 bis18:00 Uhr strömen Tausende Computer- und Videospiele-Fans aufs Messegelände, um die Management (CAM) auch Chancen für die ■ Zielgruppe? Autohäuser/Vertragswerk- dem Direktor des Centers of Automotive Fr. 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr Highlights und Trends der „Gamescon“ in Reifenindustrie. Themen wie Mobility as a stätten, freie Kfz-Werkstätten, Reifenfachhandel, Fachmärkte/Werkstatt- sich aufzusaugen. Gut vorstellbar also, Service & Co. würden der Branche Möglichkeiten geben, neue Geschäftsmodelle ketten, Online-Anbieter, Fuhrpark- dass dieses prosperierende Event der neuen Messeschwester „The Tire Cologne“ die zu etablieren, sagte Prof. Bratzel. „Der Reifen wird intelligent und vernetzt sein“, ■ Website? www.thetire-cologne.de manager, Ausbildungsstätten eine oder andere Blaupause für neue Formate an die Hand geben wird. Quasi als blickte er auf dem Podium in die Zukunft. AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 www.autoservicepraxis.de

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Die Messehallen zeichnen sich hinter dem Logo des neuen Players ab. Vom 29. Mai bis zum 1. Juni trifft sich die Branche auf dem Nordgelände. „Der Reifen wird intelligent und vernetzt sein“, sagte Prof. Stefan Bratzel, Direktor des Centers of Automotive Management (CAM). der Automechanika in Frankfurt statt. Sprich nur wenige Wochen nach dem neuen Messeangebot aus Köln. Auch aufgrund dieser Konkurrenz um Aufmerksamkeit, Aussteller und Messegäste möchte die TTC als Business- und Eventmesse punkten – und so den Charakter einer reinen Produktschau umgehen. Den Messemachern zufolge will man den Besuchern neben Impulsen auch Lösungen und neue Konzepte bieten. Optimaler Zeitpunkt „Der Zeitpunkt kann nicht optimaler sein“, erklärte Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse, bezogen auf die Umwälzungen in der Automobilwirtschaft. Man habe die alle zwei Jahre stattfindende „Leitmesse der Reifenindustrie“, so der offizielle Slogan, „Der Zeitpunkt kann nicht optimaler sein“, erklärte Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse, in der Domstadt. www.autoservicepraxis.de sorgfältig vorbereitet. Zudem sprach er von einem maßgeschneiderten Konzept, das man gemeinsam mit dem ideellen Träger, dem Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV), Die TTC will als Business- und Eventmesse punkten und den Charakter einer reinen Produktschau umgehen. er arbeitet habe. „Die Erwartungen sind berechtigt hoch, aber uns ist davor nicht bange“, betonte der Messechef. Der BRV-Vorsitzende Stephan Helm ging ebenfalls in Köln auf die Transformation der Branche ein. Man unterstütze die Mitglieder, Veränderungen mitzugehen. „Die Veränderung ist kein Anlass für Angst“, sagte der Unternehmer. Gerade für kleine, schnelle Firmen sei dies sogar eine Chance. In der Interessenvertretung freut man sich, dass man neue Akzente setzen und die Messe thematisch erweitern kann. So ergänzen Konferenzen und Themenflächen im Gelände das Informationsangebot. „Die Koelnmesse steht für Modernität, Wachstumsorientierung und Internationalität und hat bewiesen, dass der Standort für ehrgeizige Branchen das richtige Pflaster ist“, so der BRV-Vorsitzende Helm. 600 Aussteller erwartet Für die Premiere erwartet der Veranstalter rund 600 Aussteller aus 40 Ländern auf dem Nordgelände der Koelnmesse, über 90 Prozent der Fläche seien bereits belegt. Darüber hinaus hätten die Top-20-Pneuproduzenten ihr Kommen zugesagt. Patrick Neumann ■ Günstig direkt vom Hersteller Inkl. kostenfreier Typenstatik Erdnagelbefestigung Reifenregale zu Top-Koditionen Verkaufspavillons für Gebrauchtwagenplätze Günstig und variabel durch Systembauweise Repräsentativ, modern, hochwertig Optisch individuell gestaltbar Auf Wunsch inkl. Bauantrag Reifenlagerhallen & Reifencontainer & Reifenregale Werkstatthallen und Direktannahmen ab 30 m 2 Günstig + variabel durch Systembauweise Inkl. kostenfreier Typenstatik Kurze Lieferzeiten Auf Wunsch inkl. Bauantrag Über 500 Referenzen im Automobilbereich Hacobau GmbH · 31785 Hameln · Tel. 0 51 51- 80 98 76 · info@hacobau.de · www.hacobau.de

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BETRIEBSPRAXIS HOCHVOLTSCHULUNGEN Mit Spannung gewartet Die TÜV SÜD Akademie bietet ein spezielles Schulungsprogramm für Werkstatt-Mitarbeiter, die an Hochvoltsystemen arbeiten. Servicebetriebe sollten sich schon heute auf elektrische Antriebe vorbereiten. KURZFASSUNG Für Arbeiten an Elektrofahrzeugen müssen Service-Mitarbeiter entsprechend geschult sein. Eine dreistufige Hochvolt-Ausbildung bietet die TÜV SÜD Akademie speziell für Werkstätten. Alle Infos zu den Kursen unter www.tuev-sued.de/akademie och spielen Fahrzeuge mit Elektroantrieb eine untergeordnete Rolle auf der Straße. Das kann sich aber mit den politischen Rahmenbedingungen ändern. Werkstätten sollten vorbereitet sein. Bei Arbeiten an Elektroautos können Spannungen bis zu 1.000 Volt auftreten. „Mitarbeiter, die am Fahrzeug arbeiten, müssen mindestens sensibilisiert sein. Das heißt, sie müssen über die Gefahren aufgeklärt sein und müssen wissen, was sie machen dürfen und was nicht“, erklärt Tilo Scholz, fachlicher Leiter für Hochvoltschulungen bei der TÜV SÜD Akademie. TÜV SÜD macht auch auf Messen auf das Schulungsprogramm aufmerksam. Foto: Dietmar Winkler AUSBILDUNGSSTUFEN FÜR HV-ARBEITEN Stufe 1 ■ Nicht elektrotechnische Arbeiten Stufe 2 Elektrotechnische Arbeiten wie ■ Spannungsfreiheit herstellen ■ Elektrische Arbeiten im spannungsfreien Zustand Stufe 3 Elektrotechnische Arbeiten unter Spannung an HV-Systemen und Arbeiten in Nähe berührbarer und spannungsführender Teile AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 z.B. ■ Testfahrer ■ Karosseriearbeiten ■ Öl-, Radwechsel ■ Bedienen ■ Allgemeine Wartungsarbeiten (nicht am HV- System) z.B. ■ Freischalten ■ Gegen Wiedereinschalten sichern ■ Spannungsfreiheit feststellen ■ Tausch von typgleichen HV-Komponenten ■ Stecker ziehen und Komponententausch (wie DC-Wandler, elektrische Klimaanlage) z.B. ■ Fehlersuche ■ Bauteile unter Spannung wechseln Die Berufsgenossenschaftliche Informationsschrift DGUV Information 200-005 (ehem. BGI 8686) legt fest, welche Schulungen der Mitarbeiter benötigt, um an Hochvoltsystemen zu arbeiten. „Unternehmer sollten das nicht auf die leichte Schulter nehmen, rät Tilo Scholz: „Der Chef ist verpflichtet, dem Personal die richtigen Werkzeuge zur Verfügung zu stellen und auch die persönliche Schutzausrüstung falls notwendig.“ Für die Sensibilisierung für Arbeiten an Kraftfahrzeugen mit HV- Systemen bietet die TÜV SÜD Akademie ein Webbased Training an. Es umfasst drei bis vier Unterrichtseinheiten am Computer. Für Mitarbeiter, die am Fahrzeug die Spannungsfreiheit herstellen müssen, gibt es den Kurs für Elektrofachkraft für HV- Systeme. Er umfasst 16 Stunden für eigensichere Fahrzeuge (Serienfahrzeuge) und 40 Stunden für nicht eigensichere Fahrzeuge also beispielsweise Lkw oder Versuchsfahrzeuge. Dietmar Winkler ■ www.autoservicepraxis.de

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BETRIEBSPRAXIS WERKSTATTPORTALE Werkstattsuche leicht gemacht !? Wer eine Kfz-Werkstatt benötigt, sucht meist zuerst im Internet. Die Redaktion asp AUTO SERVICE PRAXIS wollte deshalb wissen, wie gut die Suchergebnisse der einschlägigen Kfz-Werkstatt-Suchportale sind. Foto: Adobestock.com/ mekcar Autofahrer suchen immer öfter Ersatzteile zusammen mit Werkstatt-Dienstleistungen im Netz. er im Internet nach Kfz­Werkstätten sucht, der hat zunächst die Qual der Wahl, denn es gibt Dutzende Kfz­Werkstatt­Suchmaschinen. Sich hier für eine zu entscheiden, ist schwer, will man doch die beste und günstigste Werkstatt finden. Manch einer orientiert sich da an Portalen, die mit Kundenempfehlungen arbeiten oder verwendet die von Versicherern oder Werkstattketten bzw. Werkstattkonzeptanbietern. Damit sind im Wesentlichen bereits die vier Hauptunterschiede bei den Werkstatt­Suchportalen genannt. Innerhalb dieser vier Gruppen können sich die Portale nochmals sehr stark differenzieren. Hier sind es vor allem unterschiedliche Funktionen und Serviceleistungen, die den Unterschied ausmachen. So bieten Werkstattsuchportale wie autoaid.de für Endkunden Hilfe bei der Fehlersuche und erstellen Reparaturangebote. Bei autobutler.de erhält der Kunde bis zu drei Angebote, bei autoreparaturen.de kann es eine ganze Liste werden. Sollten noch Fragen bestehen, können die Kunden direkt über das Portal Kontakt zur jeweiligen Kfz­Werkstatt aufnehmen. KURZFASSUNG Noch vor ein paar Jahren gingen Autofahrer treu bei jedem Kundendienst oder bei einer Reparatur in ihre „Stamm-Werkstatt“. Heute ist das anders. Über das Internet sind Preisvergleiche oder Werkstattempfehlungen schnell und einfach zu bekommen. Doch mittlerweile haben sich Dutzende Kfz-Suchportale im Netz breitgemacht. Je nach Portal kann für jedes Reparaturoder Serviceproblem die richtige Werkstatt gefunden werden. Auf was jedoch hierbei zu achten ist, erklärt der Artikel. Mit Festpreisangeboten oder Kostenkalkulationen sollen auch Kunden von autoservice.com, caroobi.com, drivelog.de, fairgarage.de und verivox.de auf Werkstätten aufmerksam gemacht werden. Diese Funktion ermöglicht vor allem Preisvergleiche. Qualität der Listungen entscheidend Für Endkunden sind die Werkstatt­Suchfunktion auf allen gelisteten Portalen kostenfrei (siehe Tabelle Seite 57). Lediglich weiterführende Angebote, wie sie zum Beispiel autoaid.de in Form von Diagnosetools anbietet, können kostenpflichtig sein. Egal welches Portal in Anspruch genommen wird, das Angebot an Werkstätten deckt alle Marken und Fahrzeugtypen ab. Jedoch sollte der Endkunde sehr genau hinsehen, welche Werkstätten von dem jeweiligen Portal gelistet werden bzw. wel­ www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 55

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BETRIEBSPRAXIS KFZ-HELPLINE GEHT AN DEN START Die Teilehandelskooperation Coparts startet ein neues Werkstatt-Portal für Endkunden. Über das Werkstatt-Portal „Kfz-Helpline“ können private Werkstattkunden Servicetermine bei Partnerwerkstätten der Global Automotive Service GmbH (G.A.S.) buchen. „Das Werkstattportal ist unsere Antwort auf die vielen Teileeinkaufsplattformen im Internet“, erklärt Andreas Brodhage, Geschäftsführer und Gesellschafter der Global Automotive Service GmbH. Mehrheitsgesellschafter der G.A.S. ist die Teile- Einkaufskooperation Coparts. Auf Kfz-Helpline sollen Endkunden keine Ersatzteile kaufen, betonte Brodhage. Vielmehr fungiert G.A.S. als Steuerer von Aufträgen in die angeschlossenen Partnerwerkstätten. „Wir sind also kein reiner Vermittler von Aufträgen, sondern steuern die gebuchten Services in die Werkstätten, damit sind wir voll im Risiko“, so Brodhage. Es gehe auf der Plattform nicht darum, für eine Reparatur das jeweils günstigste Angebot zu finden, die Dennis Schmitz, Leiter IT bei der Global Automotive Service GmbH, wirbt zusammen mit Maskottchen Herbert für das neue Angebot an Endkunden. Preise seien für alle Werkstätten gleich. Der Endkunde bezahlt die Rechnung an G.A.S. Die Systemzentrale begleicht dann die Rechnung mit den jeweiligen Werkstätten. Maskottchen des Portals ist der Superheld „Herbert“. Foto: Dietmar Winkler che Qualitätskriterien von den Partnerwerkstätten erfüllt werden müssen. Einige Portale wie 11880­werkstatt.com oder 12autowerkstatt.de geben an mehr als 60.000 Werkstattpartner zu haben. Das entspricht locker dem Gesamt bestand aller Kfz­Werkstätten in Deutschland. Dass solche Angaben bezüglich der Auswahl von Werkstätten nicht sehr hilfreich sein können, liegt auf der Hand. Heiko Otto, Geschäftsleiter Deutschland vom Werkstattportal autobutler.de, bringt es auf den Punkt: „Was nützt eine große Auswahl bzw. lange Liste an Werkstätten, wenn man ihre Qualität nicht beurteilen kann? Dann ist man genauso schlau wie vorher. Unsere Partnerwerkstätten werden daher laufend vom TÜV geprüft“, so Heiko Otto. „Nur so kann der Kunde von der Qualität unseres Portals dauerhaft überzeugt werden“, ist er sich sicher. Ob ein Werkstatt­ Portal für den Endkunden den Zweck erfüllt, den er erwartet, kann er übrigens auf dem Bewertungsportal „Trustpilot“ überprüfen. Hier kann das Suchportal vom Endkunden bewertet werden. Vor allem Autobutler vertraut auf Trustpilot als führende internationale Bewertungsplattform. Negative Beurteilungen überwiegen Die Bewertung der Werkstätten durch den Endkunden sehen vor allem die Werkstattbetreiber zum Teil sehr kritisch. Robert Pollner, Geschäftsführer von R&R Kfz Reparatur in Maisach westlich von München, fasst seine Erfahrungen zusammen: AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 „Ist ein Kunde mit einer Werkstattleistung unzufrieden, nimmt er sich abends eher mal die Zeit sich seinen Frust von der Seele zu schreiben, als wenn er glücklich und zufrieden mit seiner Werkstatt ist“, so Pollner. „Aus diesem Grund überwiegen im Netz immer wieder negative Beurteilungen. Vor allem, wenn sie anonym ins Netz gestellt werden können. Und wenn wer was Positives schreibt, dann sind es meist nur zwei oder drei kurze Sätze.“ Mit dieser Erfahrung steht Robert Pollner nicht alleine da. Bernd Noss, Verantwortlicher Außendienstmitarbeiter für Oberbayern bei Konrad Autoteile und zuständig für das Werkstattkonzept ASP (Auto Service Partner), kennt dieses Phänomen auch. „Wir lassen Werkstatt­ Kundenbewertungen aus diesem Grund bei unserer Werkstattsuchfunktion auf asp­24.de von vornherein nicht zu. Stattdessen bekommt der Kunde eine detaillierte Beschreibung der Werkstatt geboten.“ Letztlich hat der Kunde aber trotzdem die Möglichkeit sich über seine Werkstatt zu beschweren. „Er kann uns direkt über unsere Hotline anrufen oder eine Mail schreiben“, so Noss. Das Problem mit böswilligen Werkstattbewertungen kennen alle Werkstattsuchportale, die Bewertungen zulassen. Bewertet wird mit Freitext und/oder mit Sternen (1 bis 5). Die Sternebewertung kann zum Beispiel bei autoaid.de auch für bestimmte Kategorien, zum Beispiel Termintreue, Servicequalität, Preis/Leistung und andere vergeben werden. Ähnlich auch bei autobutler.de. Hier können Kategorien wie Kommunikation, Service, Arbeit, Preis, Lage und Auftreten einzeln bewertet werden. Werkstätten erhalten dadurch wertvolles, präzises Feedback über ihre Leistung. Bewertungen durch Endkunden sind meist nur möglich, wenn diese beim Portal registriert sind. Sind auch anonyme „Gast“­Kommentare und ­Bewertungen erlaubt, schützen sich die Portale vor Missbrauch dadurch, dass sie regelmäßig die Kommentare kontrollieren. „Die manuelle Überprüfung der Bewertungen kann sehr aufwendig sein“, sagt Moritz Funk, CEO von autoaid.de. „Gute Kundenbewertungen führen jedoch zu messbar mehr Neukunden für Werkstätten.“ Aus diesem Grund wird von vielen Portalen diese Funktion zugelassen. Nur echte Kunden können bewerten Das führt zu einem weiteren Problem, das wesentlich mit den Bewertungen zusammenhängt. Oftmals nämlich rutschen gut bewertete Werkstätten im Ranking der Suchergebnisliste weiter nach oben, je mehr positive Bewertungen sie sammeln können. Damit eine Werkstatt sich nicht selbst oder nicht durch einen „Profi­ Voter“ nach oben pushen kann, lassen Plattformen wie autobutler.de oder fairgarage.de Bewertungen durch Kunden nur zu, wenn der Auftrag tatsächlich abgearbeitet und abgeschlossen wurde. Dann bekommt der Kunde eine E­Mail mit der Aufforderung eine Bewertung abzugeben. Dazu muss er die Auftragsnummer angeben. Fällt die Bewertung schlecht Foto: Reifen-vor-Ort.de Michael Saitow, Geschäftsführer autoreparaturen.de und reifen-vor-ort.de, schafft bei Endkunden durch ehrliche Werkstattbewertungen Vertrauen. www.autoservicepraxis.de

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aus, hat die Werkstatt die Möglichkeit mit dem Kunden in Dialog zu treten. Da pro User nur einmal eine Bewertung abgegeben werden kann, können Werkstätten das Ranking nicht oder nur mit sehr großem Aufwand selbst beeinflussen. „Um dem Problem der Bewertungen von vornherein aus dem Weg zu gehen, sehen Kunden bei autoreparaturen.de den Namen der Werkstatt und die Bewertungen erst mit dem Erhalt der Angebote“, sagt Michael Saitow, Geschäftsführer von autoreparaturen.de und reifen­vor­ort.de. „Zudem können sie die Werkstatt nur dann bewerten, wenn sie auch wirklich eine Werkstattleistung in Anspruch genommen haben.“ Um Missbrauch bei den Bewertungen zu vereiteln, bleibt das wichtigste Mittel jedoch, dass Bewertungen nie anonym durchgeführt werden dürfen. „Bewertungen, die nicht aus der Anonymität kommen, sind in der Regel ehrlich gemeint und stellen somit, falls sie mal kritisch ausfallen, ein konstruktives Mittel zur Leistungsverbesserung dar“, berichtet Robert Pollner. Ranking positiv beeinflussen Gemäß Angaben von fairgarage.de besteht für Werkstattbetriebe auch ohne zahl reiche positive Kundenbewertungen die Möglichkeit, sich im Suchergebnis­ Ranking höher anzusiedeln. Hierzu müssen sie zum Beispiel aktiv eine Preisliste für ihre Dienstleistungen hinterlegen. Betriebe, die lediglich mit ihren Kontaktdaten auf fairgarage.de stehen, befinden sich weiter unten in der Liste. Bei allgemeinen Werkstattsuchmaschinen von Versicherungen, Werkstattketten oder Konzeptpartnern, die keine Bewertung bieten, ist das Ranking jedoch meist von der Entfernung zum Kunden abhängig. Die örtlich nächste Werkstatt ist dann immer die erste. Aus diesem Grund muss man sich bei diesen Suchmaschinen immer mit der Postleitzahl „identifizieren“. Dass neben der Werkstattsuche auch Reifen oder Ersatzteile über entsprechende Portale, wie reifen­vor­ort.de, euromaster. de oder teilehaber.de gesucht werden können, ist bekannt. Immer häufiger werden Ersatzteile oder Reifen dabei zusammen mit der Werkstattdienstleistung als Gesamtpaket angeboten. Der Teile­ oder Reifenhändler kooperiert mit Werkstätten oder Servicebetrieben und liefert nach Bestellung gleich dorthin. Alle weiteren Dienstleistungen bis hin zur Bewertung der Werkstatt und des ET­Lieferanten www.autoservicepraxis.de Bei Autobutler können Werkstätten direkt mit dem Endkunden in Kontakt treten und Angebote abgeben. WERKSTATT-SUCHPORTALE* Foto: autobutler durch den Endkunden sind mit den reinen Werkstattsuchportalen vergleichbar. Autofahrer können also auf Werkstattportalen eine Reparatur­Anfrage kostenlos online einstellen, Angebote erhalten, vergleichen und abschließend der gewünschten Kfz­Werkstatt den Auftrag erteilen. „Dabei müssen die Kunden kein Kfz­Fachmann sein, um eine Anfrage zu stellen“, so Michael Saitow. „Schritt für Schritt wird ihnen bei der Eingabe der Werkstatt anfrage geholfen. Durch den Service wird dem Kunden eine aufwändige Suche nach einer günstigen Autowerkstatt abgenommen. Er muss sich nur noch für eines der Angebote entscheiden.“ Doch damit noch nicht genug. Zukünftig wird der Autofahrer noch nicht einmal mehr selbst den Fehler herausfinden müssen, wenn sein Auto streikt. Möglich wird dies über einen an der OBD­II­Steckdose angeschlossenen Dongle, der gerade bei autoaid.de entwickelt wird. Die Connected­Car­Plattform meldet bei einem Defekt der Werkstatt, wo der Schaden liegt. Der Autofahrer braucht nur einen Termin vereinbaren. Marcel Schoch ■ Eine Tabelle mit Leistungsspektrum der Portale gibt es im asp ePaper. ■ www.autoaid.de ■ www.autobutler.de ■ www.autocrew.de/de/wir-machen-das ■ www.autofahrerseite.eu ■ www.autoreparaturen.de ■ www.autoservice.com ■ www.asp-24.de ■ www.autounfall.info ■ www.axa.de/werkstattsuche ■ www.boschcarservice.com/de/de ■ https://caroobi.com ■ www.drivelog.de ■ www.euromaster.de ■ www.fairgarage.de ■ www.freiewerkstatt.de ■ www.kfztech.de/kfz-werkstatt-suche.htm ■ www.kfz-werkstaetten.net ■ www.meine-autowerkstatt.eu ■ www.meinewerkstatt.de ■ www.meisterhaft.com ■ www.reifen-vor-ort.de ■ www.teilehaber.de/kundenservice/kfzwerkstattsuche.html ■ www.verivox.de ■ https://werkstatt.autoscout24.de ■ www.werkstatt-des-vertrauens.de ■ www.1aautoservice.de ■ www.11880-werkstatt.com ■ www.12autowerkstatt.de * Auswahl Pultdachhalle Typ PD3 (Breite: 15,00m, Länge: 6,00m) • Höhe 4,00m, • inkl. imprägnierter • incl. prüffähiger Dachneigung ca. 3° Holzpfetten Baustatik • mit Trapezblech, • feuerverzinkte Farbe: AluZink Stahlkonstruktion Mehr Infos Aktionspreis € 8.990,- ab Werk Buldern; excl. MwSt. Schneelastzone 2, Windzone 2, a. auf Anfrage www.tepe-systemhallen.de · Tel. 0 25 90 - 93 96 40

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BETRIEBSPRAXIS ELEKTROMOBILITÄT Gut geschmiert im E-Mobil Der Schmierstoffhersteller Fuchs rechnet damit, dass in den meisten Fahrzeugen künftig ein E-Motor steckt. Das hat Auswirkungen auf die Produktpalette. KURZFASSUNG Fuchs erwartet, dass der Rückgang von Verbrennungsmotoren und der Trend zur E-Mobilität schrittweise und nicht abrupt abläuft. Das Unternehmen setzt daher für die Zukunf auf zwei Säulen und entwickelt parallel Schmierstoffe für klassische Verbrenner und für Hybrid- und Elektrofahrzeuge. ehr als 1.000 Teile müssen die Arbeiter in den Werken von Automobilherstellern wie VW, BMW und Co. montieren, um einen Verbrennungsmotor zu bauen. Viele davon sind beweglich und müssen konstant geschmiert werden. Ähnlich ist es beim Getriebe. Für Schmiermittelhersteller wie die Mann heimer Fuchs Schmierstoffe GmbH war diese Tatsache über Jahrzehnte die Garantie für konstante Nachfrage und damit wichtige Geschäftsgrundlage. Das ändert sich jetzt. „Das Geschäft mit Verbrennern wird zurückgehen“, sagt Bernhard Hagemann, Head of E­Mobility bei Fuchs. Der Rückgang werde aber nicht abrupt, sondern schrittweise und dadurch langfristig planbar vonstattengehen, glaubt er. So rechnet Hagemann damit, dass der Anteil von Fahrzeugen, die über keinerlei Verbrennungsmotor verfügen, in Deutschland bis 2030 kontinuierlich auf 22 Prozent steigt. Dabei stützt er sich auf Studien des Verbands Deutscher Maschinen­ und Anlagenbau (VDMA). So gut wie alle übrigen Fahrzeuge werden laut der Prognose 2030 sowohl über einen Elektroals auch über einen Verbrennungsmotor verfügen. Mit einer ähnlichen Entwicklung rechnet das Unternehmen auch auf anderen wichtigen Märkten, wie etwa China. Dort erwartet Hagemann beispielsweise, dass bis 2030 rund 25 Prozent der Fahrzeuge keinen Verbrennungsmotor mehr an Bord haben. Schmierstoffe für die E-Mobilität Vor diesem Hintergrund setzt das Unternehmen für seine Zukunft auf zwei Säulen: das klassische Geschäft mit Schmiermitteln für Verbrenner sowie neue Produkte für die E­Mobilität. Bei den Benzin­ und Dieselfahrzeugen ist das Hauptziel, Produkte zu entwickeln, die den Herstellern helfen, die CO 2 ­Grenzwerte einzuhalten. „Das geht in erster Linie über Gewichts­ und Reibungsreduktion“, sagt Hagemann. Im Bereich der E­Mobilität liegt der Fokus derzeit auf Schmiermitteln, die die jeweils spezifischen Anforderungen von Hybridmotoren und hybridisierten Automatikgetrieben mit Herstellerfreigabe erfüllen. Auf seinem neuen Prüffeld in Mannheim testet Fuchs deshalb seit Kurzem auch Faktoren wie die elektrische Leitfähigkeit. Erweitertes Portfolio In Zukunft will Fuchs zudem Schmierstoffe für E­Motoren mit Untersetzungsgetriebe, für E­Achsen sowie für elektrische Zusatzaggregate entwickeln. Neue Produkte soll es künftig zudem im Bereich des für Fahrzeug­Akkus wichtigen Thermomanagements geben. „Wir werden für Entwicklungen auf dem Gebiet der E­Mobilität entsprechende Entwicklungsbudgets bereitstellen“, kündigt Hagemann an. Zudem sei Fuchs bereits jetzt in Entwicklungsprojekten von Kunden aktiv eingebunden. Dass das Unternehmen zusammen mit den Verbrennern auf lange Sicht verschwinden könnte, glaubt er deshalb nicht. Armin Wutzer ■ UMSATZ UND PREISE STEIGEN Der Schmiermittel-Hersteller Fuchs zieht für das Jahr 2017 schon jetzt eine positive Bilanz. So legte der Umsatz per Ende September gegenüber dem Vorjahreszeitraum um neun Prozent auf 1,9 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis wuchs im gleichen Zeitraum um zwei Prozent auf 281 Millionen Euro. Hauptursache für den unterproportionalen Anstieg des Ergebnisses ist nach Aussage von Vorstand Ralph Rheinboldt, dass es nicht gelungen sei, Rohstoffpreissteigerungen in vollem Umfang an die Kunden weiterzugeben. Insoweit gelte es weiterhin, die Preise über die gesamte Palette entsprechend der dem Produkt zugrunde liegenden Rohstoffe zu erhöhen. Foto: Okea / iStock / Thinkstock AUTO SERVICE PRAXIS 12/2017 www.autoservicepraxis.de

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© Copyrightholder/stock.adobe.com Schwerpunkt: Digitalisierung Bestell-Nr.: 188 Hardcover, 16,8 x 24 cm, farbig 296 Seiten, 3. Auflage 2017 € 79,00 (€ 84,53 inkl. MwSt.) Jetzt gleich bestellen! Tel.: 089/20 30 43 - 1900 Fax: 089/20 30 43 - 2100 eMail: vertriebsservice@springernature.com eShop: www.springer-automotive-shop.de Aftersales im digitalen Zeitalter! F. Hecker, J. Hurth, H.-G. Seeba Aftersales in der Automobilwirtschaft Konzepte für Ihren Erfolg Die zunehmende Vernetzung aller Lebensbereiche verändert auch die Mobilität in Zukunft grundlegend. Die Aftersales-Branche ist bereits unmittelbar von den Folgen dieser Entwicklung betroffen. Stichworte sind Datenzugang und Nutzungsrechte von Daten. Eine große Herausforderung wird auch sein, mit den Gewohnheiten der Kunden, ihrem Nutzungsverhalten und ihren Erwartungen Schritt zu halten. Vor diesem Hintergrund gibt die dritte Auflage von „Aftersales in der Automobilwirtschaft“ anhand von zahlreichen strategischen Beiträgen und Best-Practice-Beispielen Konzepte an die Hand, wie ein erfolgreiches Aftersales-Geschäft in Zukunft gelingt. Aus dem Inhalt: • Aftersales-Strategien aus der Praxis von Bosch, Volkswagen Vertriebsbetreuungsgesellschaft, TÜV Rheinland u.a. • Konkrete Kundenbindungsmaßnahmen für das Aftersales, auch und besonders in der digitalen Welt • Beispiele für Handelsmarken und Potenziale im Aftersales • Kundenorientierte Omni-Channel-Strategien durch Customer-Touchpoint-Management im Aftersales

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RICHTLINIENKONFORM MESSEN Richtig Beissbarth RICHTLINIENKONFORM ZUR HU 2018 MLD 815: digitale Scheinwerferprüfung nach Richtlinie LTB 300: nivellierbarer Prüfplatz – alles an einem Platz Pkw-Bremsenprüfung: ASA livestream und Stromversorgung für den Prüfer Lkw-Bremsenprüfung: Hubvorrichtung für höheren Bremsdruck • Pkw-Bremsenprüfstände (BD) mit ASA livestream, 230 V für Prüfer-Laptop, Speedsensoren* • Lkw-Bremsenprüfung mit ASA livestream und hydraulischer Hubvorrichtung zur Lastsimulation** • Kalibrierung nach DAkkS-Vorgaben durch Beissbarth-Werkskundendienst*** • Digitale Scheinwerfereinstellung (MLD 815) mit TÜV-Zertifikat, für intelligente Systeme DLA, Matrix**** • LTB 300: Feinjustierbare Prüffläche zur Scheinwerfereinstellung, Achsvermessung, FAS-Justage***** *Beissbarth BD-Serie für Pkw: konform zur HU-Bremsenrichtlinie (Prüfung der Bremsanlagen von Fahrzeugen bei Hauptuntersuchungen (HU) nach § 29 StVZO). **Beissbarth BD-Serie für Lkw (BD 7xxx und 8xxx) mit integrierter Hubvorrichtung für die Lastsimulation zur Erhöhung des geforderten Bremssystemdrucks auf 1,7 bar. ***Gemäß Verkehrsblatt 14/2016. ****MLD 815: TÜV-zertifiziert durch Baumusterprüfung gemäß Richtlinie für die Prüfung von Scheinwerfereinstell-Prüfgeräten (StVZO § 50 Absatz 5). Zertifikat Nr. TPN 10010 1161. Konform zur HU-Scheinwerfer-Prüfrichtlinie (Richtlinie für die Überprüfung der Einstellung der Scheinwerfer von Kraftfahrzeugen bei der Hauptuntersuchung nach § 29 StVZO). *****LTB 100/300: Toleranzbereiche und Mindestmaße gemäß HU-Scheinwerfer-Prüfrichtlinie. LASER VAS 6430, MLD 815 und Touchless verwenden Lasertechnologie. Beachten Sie die Sicherheitsbestimmungen. MESSBAR BESSER